Fl,ORA
HOMICREICHS HANMOTER
ODER
iSeHIIiDEBIJlVe fSEIlVER TKOETAXIOl^V
NACH
IHREM GEHALTE AN GEWÄCHSEN,
DEREN \ERBREITUNGS- UND \ERTHEILUNGSZUSTANDE
UND DEREN GESCHICHTLICHEM \ERHALTEN.
BEGRÜNDET
SEINE MAJESTÄT DEN KONIG WILHELM IV
tllSD FORTGEFÜHRT
AUF BEFEHL UND UNTER DEM HULDREICHEN SCHUTZE
SEINER MAJESTÄT DES KÖNIGS
ERNST AUGUST.
FI^ORA
HAMOTERAIVA EXCIJRISORIA
enthaUeiul
»IE BESCIlREIBUIVeEIV
DEH
PUAlVEROeAIVIIlSCBLi:]!^ 0£1¥Ä€III§£
]¥ORIi]>EUXISClIIiA^»l§i
in den
Flussgebieten der Ems, Weser und ünterelbe
g-eordnet nach natürlichen Familien
Angabe der Wohn- und Standorte, der BodenbeschafFenlieit, der
Begrenzung- der Gesammtverbreitung und des Vorkommens im
Gebiete, der Häufigkeit, des Gesclligkeitsverhältnisses und des
gescliicbtliciien Verhaltens der einzelnen Pflanzenarten.
Nebst einer
speciellen Nachweisung ihrer gewerblichen Benutzung in phar-
maceutisch-medicinischer, technischer, ökonomischer und
forstlicher Beziehung.
D- G. F. W. MEYER,
Königl. Hannoverschein Hofralb, PLjsiograpIieu des Königreichs,
ordentlichem Professor an der Universität Göttingen und Mitgliede der Societät der
Wissenschaften daselbst, Ritter des Königl. Hanno>erschen Giielphen - Ordens , des
Königl. Danisch. Dannehrog - Ordens , des Herzogl. Braunschw. Ordens von Heinrich
dem Löwen, des Grossherzogl. Darnistädtsch. Ordens von Philipp dem Grossmüthigen.
Mifgliede von Akademien und gelehrten Gesellschaften im Königreiche Hannover,
Prcussen, Sachsen, Baiern, Böhmen, Churhessen , der Schweiz, Frankreich,
Grossbritaniiien, Riissland. LIBRARV
NEW YORK
-^>6©©^ eOTANICAL
Göttiiigen^
bei Vandenhoeck und R 5: p r e c h t
Göttingeil ,
Druck der Dicterichschen Univ. -Biiclidriicke
LIBRARY
NEW YOH-.
Vorrede«
Welche Stellung' die ,, Flora hanoverana excursoria" als eine
Abtiieilung- der „Flora lianoverana" in dieser einnimmt, geht her-
vor aus dem hier mitgetlieilteu Plane, nach welchem die letztere
bearbeitet wird. Der dort gegebenen allgemeinen Nachweisung
ihres Inhalts habe ich Einiges, ihre nähere Einrichtung und Aus-
führung Betreffendes, hinzuzufügen.
Bei der annoch bestehenden Unvollkommenheit des natürli-
chen Pflanzensystems, dessen Ordnungen, oder Familien, auf ei-
ner grösstentheils willkührlichen Zusammenstellung von Kennzei-
chen beruhen, ist es im Grunde gleichgültig, welcher der neuern
Anordnungen desselben man in der Aufzählung der Pflanzen einer
Gegend folgen will. Sie entsprechen sämmtlich in ihrer einfachen
Reihenfolge schon deshalb den Erscheinungen in der Natur nicht,
weil uns die vegetabilische Entwickelung keineswegs in einem
gemeinschaftlichen Fortschritt sich verändernder Organe entge-
gentritt, wir vielmehr auch hier, wie in der übrigen organischen
Natur , ein Stehenbleiben einzelner Organe auf ihrer Bildungs-
stufe, ja auch wohl einen Rückschritt wahrnehmen, während die
übrigen Organe oder Theile derselben eine Reihe verschiedener
Entwickelungsstufen durchlaufen. Ein System, auf einer so
schwachen Basis stehend, in seiner Anwendung auf die Kennt-
niss des Einzelnen kaum geeignet, ohne die leitende Hülfe einer
Uebersicht seiner Abtheilungen nach dem LiNKE'schen System
den weniger geübten Pflanzenforscher zur Bestimmung der Pflan-
zenarten in den Stand zu setzen, wird weniger durch Aufnahme
jeder neuen, ihrem Werthe nach oft noch sehr zweifelhaften Ver-
änderung, als vielmehr dadurch an praktischer Brauchbarkeit
gewinnen, dass man die gewählten Normen durch allgemeine Bei-
behaltung geläufiger zu machen — sie dem Inhalte ihrer Ab-
theilungen nach dem Gedächtnisse einzuprägen sucht; wodurch
^indessen geprüfte Verbcsserungen im Einzelnen nicht ausgeschlos-
»-- sen seyn sollen.
^. Aus diesem Grunde bin ich in der nachstehenden Flora, mit
CJ>
CD
— VI —
wenigen Ausnalmien , der Anordnung der P f I a n zc n f am i-
lien gefolgt, wie sie durcli die mit Recht iillgemein gescliätztc
„Synopsis florae germanicae et liclveticac auct. I). GtiL. Da\.
Jos. ko<ii, Edit. II. Pars 1—3. Lipsiae 184.3—1844" iu die
l*flaiizonkundc Deutschlands eingeführt worden ist.
Die \ a c li w e i s u n g des Vorkommens der Familie n in
nächster Heziehung zum Hoden, und die Angabe ihres (■ o-
halts an wichtigern Pflanzenstoffen hinter dem Fami-
liencharakter entspricht dem Grundgedanken der Flora des Kö-
nigreichs Hannover: die Vegetation des Landes in ihrer organi-
schen Verbindung mit der übrigen Natur und in nächster Bezie-
hung zum volkswirthschaftlichen Interesse darzustellen.
Die Zugabe einer, auf wenige Züge beschränkten, natür-
lichen Charakteristik zum wesentlichen Charakter der Gat-
tungen und eines kurzen, die Bestimmung der einzelnen
Arten erleichternden Zusatzes zu den Diagnosen dieser
erlaubte, unter Einführung eines kompcndiösen Drucks, der ge-
ringe Umfaug des Gebiets, auf welches die Angabe des Gehaltes
an Pflanzen hier beschränkt ist. Und durch gelegentliche Fin-
sciialtung von B e m er k u n ge n, grösstentheils kritischen Inhalts,
habe ich theils das stets wiederkehrende Einerlei ancinandcr-
gereiheter Charaktcrformeln zu unterbrechen gesucht; theils der
Erörterung bedürfende üngewissheiten, Zweifel und Widersprüche
zur Besprechung zu bringen gewünscht.
Bei der Anordnung der Pf I an z en a rt en in den Gat-
tungen habe ich die Einführung, aus französischen der Syste-
matik gewidmeten Werken in unsere Floren übergegangener , so-
genannter natürlicher Gruppen oder Rotten, wodurch gar oft die
einzelnen Arten aus der natürlichen Stellung zu ihren nächsten
Verwandten herausgerissen werden, zu vermeiden gesucht, wenn
letzteres zu befürchten war, jedenfalls aber die Anwendung be-
sonderer Namen für solche Abtbeilungen, als hier nur zur F^ast
fallende Vermehrung des schon so übermässig angewachseneu Na-
men wusts aufgegeben.
In der Aufstellung der Arten selbst habe ich die An-
sicht festgehalten , welche ich in der Bearbeitung der ,,Chloris
hanovcrana" sattsam glaube vor Augen gelegt zu haben. Fast
jede neue Flora deutscher Länder, Gegenden oder Ortschaften
bringt uns neue Pflanzenarten auf dem alten Grunde ; nicht etwa
neu entdeckte, sondern durch stets fortschreitende Zersplitterung
der bisher anerkannten zu neuen Arten gestempelte. Nachfol-
gende Florenschreiber nehmen die neuen Arten ohne weiteres auf
— vir —
und beinülien sicli , unter IVIittlieilung- oft sehr scliarfsiclitig- auf
uiiltcdeutenile Abweichungen der Bildung gestützter Diagnosen,
deren Zahl uocli zu vermehren. Eine Prüfung der, den angeh|g
lieh neuen Arten beigelegten, Charaktere — eine Wiedervereini-
gung dessen, was natur- und wahrheitswidrig getrennt worden
ist, fällt selten Jemanden ein. Es giebt Werke, in denen diese
Artenfabrikation bis zu einem wahren üebermuth gesteigert ist. —
So stehen wir gegenwärtig auf dem besten Wege, den wichtig-
sten Theil der systematischen Botanik: die Artenkenntniss, in
einer des forschenden Menschengeistes unwürdigen Spielerei mit
Namen und Formen untergehen zu sehen, und bald nur noch Be-
schreibungen der Individuen unsere Fluren bewohnender Pflanzen
in den Floren zu lesen.
Es liegt dieser Erscheinung wohl zunächst eine doppelte Ur-
sache zum Grunde: einseitige Beobachtung, und die Sucht etwas
Neues zu geben. 31it der zunehmenden Liebe zur vaterländi-
schen Pflanzenkunde vermehrt sich die Zahl der Schriftsteller,
indem Mancher sich veranlasst siebt, die Pflanzen seiner Gegend
durch Herausgabc einer Flora bekannt zu machen. Von den an-
erkannten Arten ihm abweichend erscheinende Formen ist er nur
zu geneigt, als neue Arten aufzuführen, weil er zu wenig mit
der Vegetation in grössern Kreisen bekannt ist. Die, auf we-
nige Formen beschränkte, Vergleichung der in seinem Bezirk
vorkommenden Arten, gewährt ihm eine nur unvollständige An-
sicht des Gestaltungsumfangs, welcher ihrer Entwickelung nach
Boden, Klima und Zufälligkeiten , einzuräumen ist. Und nicht
minder entzieht sich häufig seiner Kenntniss dasjenige, was in
andern Werken bereits darüber mitgetheilt wurde. Die Synony-
mie, auf diese Weise mit doppelten und dreifachen Namen be-
legter Pflanzenformen, lässt sich deshalb oft nicht mit Sicher-
heit berichtigen , weil die aufgestellten Charaktere nicht immer
von denselben Bildungsbeschaffenbeiten hergenommen wurden.
Häufiger als durch Irrthümer, auf diese Weise veranlasst,
und weniger verzeihlich ist die Zersplitterung der Arten, welcher
die Sucht zum Grunde liegt, durch etwas Neues zu glänzen,
durch Bekanntmachung neuer Pflanzen das botanische Publikum
zu interessiren, — auch wohl dem Absätze des Werks förder-
lich zu seyn. Wenn nicht alles Neue in eine neue Flor sorg-
fältig aufgenommen — nicht die Zahl des Neuen noch vermehrt
ist, so dürfte zu befürchten seyn, dass dem Verfasser Mangel
an Bekanntschaft mit der neuern Literatur j Mangel an Scharf-
blick vorgeworfen würde. Feine Beobachtung, botanischer Scharf-
— VIII —
sinn — wodurch konnten diese auffälliger bewiesen werden, als
diircli Aufstellung- neuer Arten!
. Icli nujclite diesem Raisonncment die 3lcinuiig entgegenstel-
len, dass der Hekanntscliaft mit der neuern f^iteratur, wenn sie
zu ers|triessliclien Ergebnissen führen soll, vor allem eine beson-
nene Kritik zur Seite stehen sollte. Und botanischer Scharf-
sinn, in Verbindung mit einem philosophischen Geiste der For-
schung, dürfte überzeugender auftreten in dem Ergründen des
Uebereinstiinmenden der Grundformen und in dessen Festhalten
durch die Reihe der Schwankungen, welche dem Veränderlichen
und Zufälligen angehören, als durch den vergänglichen Prunk
für dieses ersonnener neuer Namen. Die Ehre eine neue Species
entdeckt zu haben, steht wahrlich der nach, die alten im Kreise
ihrer wandelbaren Entwickelungsnormen richtig erforscht und er-
kannt zu haben. Zu jener führt gar oft der Zufall ; zu dieser
kann nur die tiefste Einsicht in die Natur der Pflanze führen.
Wenn wir von Vielen jene Bahn betreten sehen , so a^ebührt
ein um so lebhafterer Dank den wenigen Schriftstellern, die frei
von Selbstsucht, den Lockungen der Mode entsagend, auf dem
Wege besonnener Forschung beharren; Schriftstellern, denen die
Wissenschaft nicht bloss Verstandessache ist, die vielmehr be-
seelt von dem Pflichtgefühle: Wahrheit in der Pflanzen-
forschung zu verbreiten, die J>littheilung dieser hoher
schätzen als jenen trügliclien Ruhm, viel neue Arten aufgestellt
zu haben.
Zu den Werken dieser gehört vor allen die „Flora der Pro-
vinz Preussen" von Ernst 31eyer '), deren erste beide Liefe-
rungen gegen Ende des Drucks der Flora excursoria zu meinen
Händen kamen. Diese, so anspruchslos auftretende, Flora ge-
hört zu den gediegensten Arbeiten , welche eine vorurtheilsfreie
Forschung im Gebiete der vaterländischen Pflanzenkunde un-
serer Wissenschaft darbringt. Und nicht minder ehrenvoll steht
die, schon einige Jahre früher erschienene, ,, Rheinische Flora"
von J. Cii. DÖLL 2) .^^^f jigge,,, p^ij^. j^^ Forschung da. Sie
enthält einen Schatz aus unbefaugener Beobachtung' hervorge-
gangener Aufschlüsse über die Natur und das wahre Verwandt-
schaftsvcrhältniss mancher Pflanzen. Es ist mir unter den, seit
der Herausgabe von Ko(ii\s „Synopsis" über die specielle Pflan-
') Flora der Provinz Pieussen von C. Patze, E. Meyer und L. El-
KAN. Erste und zweite Lielciung. Königsberg 1848 ii. 1849. Duod.
^) Rbeinisclic Flor.i. Von J. Cii. IIöi.l. FiauIiF. a. .11. 1813. 8.
— IX —
zenkunde Deutsclilands erscliienetien Werken, bis zu der jüng;-
steii Arbeit dieser Art, in der unsere g-emeine Birke unter fünf
Artennainen auftritt, keins bekannt, welches mit jenen beiden
Werken zusammen genannt zu werden verdiente.
Werke, wie diese, bereiten die nicht mebr ferne Zeit einer
heraufbeschworenen wissensciiaftlichen Reaction vor, in welcher
ein neuer Li\'Mi auftreten wird , der durchdrungen vom Geiste
der Wahrheit, mit umfassendem Forschertalente den Muth ver-
bindet, der Mode rücksichtslos entgegen zu treten ; der, unter
Vereinigung ganzer Reihen in unsern botanischen Werken zerris-
sen dastehender Pflanzenarten, die Einheit im Kreise ihres ge-
setzlich begrenzten Formenspiels uns wieder kennen lehren wird.
Diese Zeit wird so gewiss kommen , als aller Trug des Ver-
standes und des Glaubens früherer Zeit in einer spätem seiner
Lösung entgegengeht. —
DieSynonymie betreflFend — um wieder zurückzukommen
auf die Einrichtung der vorliegenden ,, Flora excursoria", in der
ich meinen Kräften und gegebener Gelegenheit nach dahin strebte,
einer richtigen [)arstellnng der Pflanzenspecies mich zu nähern,
weit entfernt jedoch von dem Wahne, sie überall erreicht zu
haben — suchte ich den Mittelweg einzuhalten. Zur Nachwei-
sung der LixMi'scben Arten ist die von ihm selbst noch besorgte
zweite Ausgabe der j,Species plantarum", auch wohl die zweite
Ausgabe seiner „Flora suecica" citirt. Durch die Anführung der,
ihrem Zwecke gemäss nicht mit Diagnosen versehenen, „Chlo-
ris hanoverana"' hat der Inhalt dieser eine nähere Nachweisung
eriialten. Kotii's mehrerwähnte ,, Synopsis" sollte zur Förde-
rung gegenseitigen Verständnisses, wie es hier geschehen ist, in
allen Specialfloren citirt werden. Diesen beiden Werken sind
als ständige Citate ,,Schklhr's Handbuch", als classisches deut-
sches Kupferwerk, hinzugefügt, ,,Stijrm's Flora Deutschlands"
der Einrichtung und des bequemen Gebrauchs wegen, die „Eng-
lish flora" und die ,, Flora danica" als ein paar klassische Werke
des Auslands, von denen ersteres durch stets richtige Zeichnung
das Recht in Anspruch nimmt, zur Schlichtung vorkommender
Meinungsverschiedenheiten, wenige Fälle ausgenommen, als Rich-
ter aufzutreten. Davon abgesehen dient die Anführung beider
Werke zur Nachweisung der geographischen Verbreitung der Pflan-
zen Deutschlands in den Richtungen nach Nord-Westen und nach
Norden. Endlich ist durchgängig ,,RKicHE>nACH's Iconographia
botanica", so weit die hiesige Bibliothek sie erhielt, citirt wor-
den, weil in Verbindung mit einer compendiösen, die Verglei-
— X —
cliuiig; crlciclitcrndcu, Zusammenstellung der Formen das Cliarak-
teristisclic dieser trefflicli liervorg^clioben ist. Kei solclien Vor-
züg-en ^erstellt man sicli ij^orn dazu, den ^\'ertli der unterstellen-
den IJezeicIirmngcn als Arten niclit zu streng- zu prüfen.
Neuere, der Oefl'cntliclikeit überg^ebeiic Herbarien zu c i-
tiren, liabe icli , bei der wenig-en Siclierlieit welclie ilire Ein-
ricbtung- gewäbrt, unterlassen. Üag-egen iiabe icli , wie sclion
in der ,,C"liloris" g^esrbelien ist, wo die Geieg-enlieit dazu sicli
anbot, auf den KiiiurART'scIien Nacblass der Pflanzen Riicksiclit
gfcnommen, welcbc wälirend seines Aufentlialts in Upsala, unter
den Augen Li\m';'.s, dessen Scbüler und Freund Ehrbart war,
von ibm eingelegt wurden. Der Wertli , den dieser Nacblass
crbalten bat, als nacb Linsk's Tode, mit der Entdeckung die-
sem unbekannt gebliebener Pflanzen, mancbe Ungewissbeiten ent-
standen , welcbc der oft nabe verwandten oder sieb äbnlicbcn
Arten Liwk mit dem eingefübrtcn Namen babe bezeicbnen wol-
len , ist so augenfällig, dass Erörterungen desselben überflüssig
scyn würden. Dagegen linde icb micb durcb den Einwurf, den
man der IJeglanbigung einiger der, in der ,,Cbloris" durcb das
Citat jenes Nacblasses als Li\Nt:"scbe Pflanzen bezeicbneten, Ar-
ten entgegengestellt bat: ,,die Pflanze wacbse nicbt um Upsala*',
Folgendes zur Bericbtigung der bieraus abgeleiteten Meinung
der Unsicbcrbeit meiner Angabe mitzutbeilen , obgleicb icb micb
in der sjCliloris" scbon einmal über diesen Pflanzennacblass ge-
äussert babe.
Die Pflanzen, wclclie Eiiriiart in Upsala einlegte, sind tbeils
auf Excur.si()ncn, sowobl in der Nabe von Upsala als in entfern-
tem hegenden angestellt, aufgenommen worden; tbeils stammen
sie aus dem botaniscbcn Ciartcn von Upsala ber. Ehrhart legte
die erstem meistens in zablreicben Exemplaren ein, indem er
scbon damals die nacb seiner Rückkebr ausgefübrte Herausgabe
getrockneter Sammlungen beabsicbtigt baben mag; wogegen sieb
die Gartenpflanzen meistens nur in einzelnen Exemplaren finden.
Er vcrfubr bicrbei mit der ibm eigenen, fast pedantiscben Sorg-
samkeit. Die Exemplare jeder einzelnen Specios liegen in einem
aus 4 — 6 Hogen zusammcngenäbeten Hefte Fliessjiapier, welcbes
aussen mit einer fortlaufenden Nummer und dem Namen der
Pflanze bezeicbuet ist. Hei den Exemplaren liegt eine Etikette,
worauf abermals der Name der Pflanze stellt, und ein an der
Ecke binzugefügtes U. (Upsaliac) oder H. U. (Hortus upsalicnsis)
zeigt an, dass die Pflanze in Upsala eingelegt sey. Die er-
wälintc Nummer entspricbt einem eingebundenen, von Ehrhart
— XI —
gescliiiebencii , systematisclieii Register der eing-elegten Pflanzen.
Ks sind diese also durcli eine dreimalige Nacliweisung des Na-
mens und doppelte Bezeichnung vermittelst einer Nummer gegen
Verwechselungen gesichert.
Wenn ich nun, lediglich in der Absicht, die Li>'\K'sclie Au-
torität nachzuweisen — nicht um Beiträge zur Flor von üpsala
zu liefern — in der ,,Chloris" dem citirten LiN>E'schen Namen
die Bemerkung hinzufügte: ,,nach Ausweise von Ehrhart zu
Likkk's Zeit in (bei, zu) Upsala gesammelter (eingelegter) Exem-
plare"; so ist es wohl einleuchtend, dass der Einwurf ,,die
Pflanze wachse nicht um Upsala" in mehr als einer Beziehung
nicht geeignet ist, die Folgerung meiner Angabe aufzuheben.
Das citirte Exemplar kann aus dem üpsaler botanischen Garten
entnommen — es kann auf entferntem Excursionen gesammelt —
es kann die bezeichnete Pflanzenart in der Nähe von Upsala ver-
loren gegangen seyn. Ersteres ist namentlich mit dem , in der
„Chloris" S. 50 citirten, Rubus fruticosus der Fall, worüber S.
169 der ,, Flora excursoria" das Nähere nachgewiesen ist. Und
der letzterwähnte Umstand kann sehr wohl dem Einspruch zum
Grunde liegen, der gegen meine S. 325 der „Chloris" aus-
gesprochene Meinung, dass Schrader's Verbascum thapsiforme
Linnk's V. Thapsus sey , erhoben worden ist (Berghads Anna-
leu der Erd-, Völker-, und Staatenkunde Decemb. 1840. S. 280.
Febr. 1841 S. 397), weil V. thapsiforme bei Upsala nicht wachse.
In Gotland und Oeland wächst es aber noch jetzt. Warum kann
es nicht bei Upsala, unter dem Einflüsse fortschreitender Boden-
kultur eben so wohl verloren gegangen seyn , als dies von an-
dern schwedischen Pflanzen eingeräumt wird ^). Unter solchen
Umständen mögen meine geehrten Freunde im Norden es mir
nicht verargen, wenn ich in jene vor meinen Augen liegenden Do-
kumente ein volles Vertrauen setze , wenn auch die betreffende
Pflanze jetzt dort nicht mehr wachsen sollte.
Was die Berücksichtigung der geographischen und der
geschichtlichen Verhältnisse der Pflanzen betrifft, so habe
ich mich aufgefordert gefühlt, diesem Gegenstande, vorbereitend
für die zweite und dritte Hauptabtheilung der „Flora des König-
reichs Hannover", durchgängig mehr Aufmerksamkeit zu widmen,
als ihnen gewöhnlich in den Floren zu Theil wird.
') „Mc"tha rubra. In sac|>i!>us et ciiltis Scaiiiac oiini rrc(|iu'ntior, nunc
imillis locis »xslirpala, ubi qaondam luxui-iavit" E. Fries Summa vcge-
tabillum Scandinaviae. Ilolmiae et Lipsiac. 1846. p. 196.
— XII —
Kinc l)cträclitliclic Zahl der Pflanzen Deutsclilands crreiclit im
(icLiete unserer Flor die Nordgrerizc ilircr G esani ni t v c r b r c i-
tiing-, eine selir viel kleinere die Siidii^rcnze, die Ostgrenze oder
die Westgrenze dcrselljen. Der Kintritt dieser Begrenzung ist
allgemein, oder wo die Beobachtungen es gestatteten, nach \A-
nien, durch bekannte Ortschaften bezeichnet, angegeben, auch
wohl der iiusserste bis jetzt beobachtete specielle Standort hin-
zugefügt worden.
Auf ähnliche Weise ist die Begrenzung des Vorkommens
in Deutschland von den Pflanzen bemerkt worden, welche
die Nord- oder Siidgrenze des (Gebiets nicht erreichen, höher im
Norden oder tiefer südlich in Europa aber wieder auftreten.
Auch ist es angegeben, wenn eine sehr bemerkliche Abnahme
oder Zunahme im Vorkommen der Pflanze nach einer jener Rich-
tungen beobachtet wurde.
Leber das Vorkommen der P f I a n z e n a r t c n in Be-
ziehung zum Boden nach seinen Innern Verbältnissen (vStruk-
tur und Bestandmasse), besitzen wir, ausser vielen einzelnen
schätzbaren Mittheilungen, einige diesem Gegenstande vorzugs-
weise gewidmete Schriften oder Abbandlungen ^). Es liegt ihnen
zum Theil die Meinung zum Grunde, dass der Einfluss des
Bodens auf das Vorkommen der Gewächsarten vorzüglich von
dessen geogtiostischer BcschafTenheit abhängig sey. Diese Mei-
nung verlangt indessen erhebliche Einschränkungen, worauf schon
der Umstand hindeuten mag, dass man bei einer Vergleicbung
der Angaben jener Schriften unter sich und mit den in andern
Werken zerstreuet enthaltenen, auf mannichfache Abweichungen
und auf Widers[iriiche die Menge stiisst.
Der Einfluss, den die Verschiedenartigkeit der Gebirgslager
unstreitig auf Begünstigung oder Zurückweisung von Pflanzen-
familien und Arten ausübt, unterliegt Beschränkungen, ja kann
gänzlich aufgehoben werden, durch die chemische sowohl als die
|(bysische Beschaffenheit des die Gebirgslager deckenden Ober-
grundes. Die Modificationen, in denen jener hiernach eintritt, hän-
gen von mehrfachen \ erhältnissen ab, welche zwischen dem Ober-
und Untergründe Stattfinden können. Auch kommen die Gewäcbs-
') UcImt den Einfluss «los Rodens auf die Yerlheilung der Gewäcbso.
Von Dr. F. Incer. Mit 2 Cbaiten u. 6 Tabellen. Wien 183(3. — Ue-
Ixr »len I'.iiiiluss des Bodens auf di<- Vertheilung der Alpenpflanzen in
> •■iiniseiite Scliriften botanischen Inli.ilts von Hugo v. Mohl. Tübingen
184Ö. S.393. — Grundsätze der Agricultur-Cbeniie von G. SchIbler. Leip-
zig 1831. Theil IT. Altschn. 4. und mehrere.
— XIU —
foimeu in Betraclit, welche den Boden bekleiden. Wo ein mäcli-
tiger Obergrund die Gebirgslager bedeckt, wie in der Regel im
aufgeschwemmten Laude der Fall ist, kann die Einwirkung die-
ser auf die Vegetation nur gering seyn. Häufig findet eine Ein-
wirkung alsdann gar nicht Statt. Wo der Obergrund von ge-
ringerer Mäciitigkeit ist, kann die Einwirkung der unterliegen-
den Lager in verschiedenem Grade eintreten, je nachdem JJestand-
theile dieser, sey es durch Zertrümmerung oder durch Auflösung,
in die Bodeudecke übergegangen sind , oder weder primär noch
secundär ein Menguugs - oder Mischungs - Verhältniss dieser Art
eintrat. Nicht minder kann alsdann der Feuchtigkeitszustand des
Obergrundes wirksam werden, der oft auf mehrfache Weise vom
Untergrunde abhängig ist. Von Seiten der Gewächse aber kommt,
wenn die Bodendecke geringer ist, zunächst der Wurzclhau in
Betracht. Tief wurzelnde Bäume können unter einer Einwirkung
der Unterlage stehen, welcher die Kräutervegetation entzogen ist.
Es wird hiernach der Einfluss des Bodens auf das Vorkom-
men und die Verbreitung der Gewächsarten in den aufgeschwemm-
ten Ebenen, wie in den Flachländern überhaupt, in den mehrsten
Fällen mehr von dem chemisch - physischen Verhalten des Ober-
grundes ausgehen, als von der Beschaft'enbeit der in der Tiefe
stehenden Gebirgslager. Dasselbe wird häufig in tiefgründigen
Thälern der Gebirge , ja selbst auf Gebirgshöhen alsdann der
Fall seyn , wenn diese von einer starken Oberkrume bedeckt
sind.
Demnach ist es nicht zu verkennen, dass es für die Erzie-
lung sicherer Resultate über den Einfluss des Bodens auf Ver-
breitung und Gedeihen der Gewächse, dessen Ergründung oft durch
die widersprechendsten Erscheinungen erschwert wird, wünschens-
wertli sey, die Beschaffenheit der obern Bodendecke für eine
jede Pflanzenart in den Specialfloren angegeben zusehen. Vom
Pflunzengeograph, der die Aussprüche der freithätigeu Natur em-
pfängt, sind sicherere Aufschlüsse über jenen Einfluss zu erwarten,
als vom Landwirth, der nur nach den Ergehnissen einer erzwun-
genen Vegetation urtheilen kann. Die Zusammenstellung wieder-
holter, sorgfältiger Angaben dieser Art aus vielen Gegenden wird
uns, unter Abscbeidung des Einflusses lokaler Eigenthümlichkei-
ten des Bodens, in den Stand setzen, durch Ermittelung den Bo-
den bezeichnender Pflanzen, zur Aufstellung einer vegetabilischen
Charakteristik für die verschiedenen Bodenbescbaffenheiten zu ge-
langen. Welchen Werth eine mit Sicherheit einzuführende Be-
nutzung dieser für Ackerbau, für Wiesen- und Weidenkultur, für
— XIV —
Forstaulagen und Abscliätzungen haben würde, bedarf keiner be-
sondern Nacliweisung.
Diesem Ziele zustrebend, babc icb mit Nacbweisung- der Oert-
liclikeit, in welcher die Pflauzenart vorkommt, stets die Aiii^fabe
der liodenbescIiafTenbcit verbunden, die ihrem Vorkommen im (ge-
biete vorzugsweise entspricht. Die Fortsetzung dieses \\'ri'ah-
rens wird zu der Vervollständigung führen, der diese Angaben
noch bedürfen mögen.
Unmittelbar an die Berücksichtigung der Bodenbescbaftenheit
sich schliessend und wenigstens in manchen Fällen unter dem
Einfluss dieser stehend, empfiehlt sich einer sorgfältigem Angabe
das G esel I ig kei ts verbal tn i SS der Pflanzen, welches
sich in deren örtlichem Vertheilnngszustande ausspricht. Um für
die einzelnen Angaben, die hierüber hier und da in den Flo-
ren vorkommen, eine allgemeinere Kinführung vorzubereiten,
schien es mir erforderlich, die zu schwankenden, oft auch ver-
schieden gebrauchten Ausdrücke vermehren — und durch Anwendung
nachstehender Bezeichnungen eine bestimmtere Gradation einfüh-
ren zu müssen. Die Pflanzen leben dieser nach ,, einsam" (einige
Orchideen) , sie finden sich auf ihren Staudörtern , hei minderer
Isolirung, „einzeln" (wenn von Häumen die Rede ist ,, einge-
sprengt"', im Gegensatz derer, die zusammenhängende Waldbe-
stände bilden), wenn die Entfernung, in der sie vorkommen, we-
niger gross ist, „zerstreut." Oder sie wachsen , als gesellige
Pflanzen, unter zunehmender Anhäufung ,, truppweise", — ,,heer-
den weise", — ,,schaarenweise"; unter dem Einflüsse von Eigen-
thümlichkeiten der Wurzelbildung aber „horstweise" (im Wasser
„massen- oder schwadenweise"), und in Folge eintretender An-
einanderreihung der Horste ,, rasenweise" oder ,, rasenbildend".
Wo eine dieser Wachsthumswcisen bestimmt hervortritt, ist dies
— mit Weglassung der Angabe des zerstreueten Vorkommens
als des gewöhnlichsten — in die Angabc des Vorkommens auf-
genommen worden.
Zur Bezeichnung der Häufigkeit des Vorkommens
im Gebiete sind die Ausdrücke ,, allgemein verbreitet", „sehr häu-
fig" — „häufig", — „ziemlich häufig", — „stellenweise" oder
„hier und da", — „ziemlich selten", — „selten", — „sehr sel-
ten" so consequent als es die Umstände gestatteten, angewandt
worden.
Die Kenntniss der ge seh i eh tl i c h en V e r h ä 1 1 n iss e der
Pflanzen unserer Florengebiete steht in Gefahr, in Folge der
wenigen Beachtung, die jenen in den betreffenden Werken zu
— XV -
Tlieil wird, mit fortrückender Zeit gänzlich verloren zu gelien.
Liegt es uns am Herzen, das Wenige, welches wir von einem
Sacliverliältniss noch wissen, so wiciitig für die Geschichte des
Menschen, so bezieliungsvoll zur Volksbildung, zur Verbreitung
der Völker und den Fortschritten ihrer Kultur, dem Untergange
zu entziehen, so ist es nothwendig in der Aufführung der Pflan-
zen unserer Florengebiete ihren geschichtlicheu Verhältnissen
mehr Beachtung als bisher geschah, zuzuwenden.
Zu diesem Zweck empfiehlt sich meiner Ansicht nach eine
Eintheilung der Gewächse in ,, wildwachsende" und in „kulti-
virte Pflanzen". Nur jene erstem sind Gegenstand der Floren
im strengem und richtigeren Sinne des Begriffs. Sie sind ,, in-
ländische Pflanzen", wenn ihr Auftreten in der Flor jenseit der
Zeitgeschichte der I.audesvegetation liegt, ,, ausländische Pflan-
zen'', wenn ihr Auftreten innerhalb der Zeitgeschichte der Lan-
desvegetation erfolgte. Die letztem können seyn „eingebürgerte
Pflanzen" oder solche , deren schon früh erfolgte Einwanderung
geschichtlich nicht mehr genau nachgewiesen werden kann (da-
hin gehören die mehrsten ausschliesslich auf Aeckcrn jetzt wild-
wachsenden Pflanzenarten) — , „angesiedelte" oder ,, verwilderte
Pflanzen", deren Entweichung vom kultivirten Boden oder Ein-
schlcppung durch Volkswanderung, Beziehung fremder Saat, Ein-
fuhr von Ballast u. s. w. geschichtlich nachzuweisen ist, die aber
nun Besitz vom Boden genommen haben und in der Regel all-
jährlich erscheinen, — ,,hospitirende Pflanzen" oder solche die,
eben jener Kategorie angehörig, nur bisweilen hier oder da er-
scheinen , endlich „verirrte Pflanzen" oder solche, die ent-
schieden entfernten Erdstrichen angehören und unverkennbar
nur durch Zufall irgendwo in wenigen Exemplare« aufwuchsen.
Nach diesen Bezeichnungen ist das Geschichtsverhältniss der
Pflanzen unseres Gebiets angedeutet worden. Die inländischen
Pflanzen, den Hauptstamm der Flora bildend, sind als solche
nicht besonders bezeichnet und die verirrten Pflanzen, zur Flora
nicht gehörig, nur am Schlüsse der Gattung ohne Diagnose er-
wähnt.
In Andeutung einer, ebenfalls dem Geschichtlichen angehö-
rigen Verschiedenheit, welche sich im Eintritt des jährli-
ch en Vege ta t i o n scycl u s ausspricht, kann man von den „all-
jährlich" den Kreislauf ihres Lebens vollbringenden Pflanzen die
„intermittirenden" unterscheiden, welche ab und an eine Reihe
von Jahren nicht erscheinen und dann plötzlich wieder auftreten,
wie dies besonders mit einigen Orchideen, auch mit einigen Cy-
— XVI —
poraceeii und Cräscrn der Fall ist. Wo dies letztere Vcrlialten
eintritt, ist dies durcli die Anwendung des obigen Ausdrucks
angegeben worden.
Im Verfolg endlich der oben berührten Rücksicht, welche
die Flora des Königreichs Hannover auf das praktische Leben
nimmt, habe ich es mir erlaubt, von der üblichen Beschränkung
unserer Floren auf das rein Wissenschaftliche durch Einführung
einer Nuchweisung am Schlüsse der einzelnen Gattungen abzu-
weichen, worin unter der Aufschrift „Gewerbliches" nachgewie-
sen wird, in welcher Beziehung die einzelnen Arten der
Gattung zu den vorne hm liebsten Gewerbsbetrieben
der Land es ei n wo huer stehen. Es ist diese Nachweisung
auf den |tharmaceutisch -medicinischen Gewerbsbetrieb — auf die
wichtigern, dem Fabrikwesen und technischen Anstalten anderer
Art angehöriger, Betriebe — und auf den Betrieb der Land-
und Forstwirthschaft ausgedehnt worden. Wenn die gedrängte
Kürze der hierzu gewählten Darstellung die Nachsicht der Bo-
taniker in Anspruch nimmt; so wird der Apotheker, der Arzt,
der Fabrikant und Handwerker, der Landwirth, Forstmann und
Gartenfreund eine Flora, wie ich hoffen darf, gern in die Hand
nehmen, welche ihm die Pflanzen seiner Gegend in unmittelba-
rer Beziehung zu seinen Lebensbeschäftigungen, seinen Erwerbs-
zweigen und seinen Neigungen kennen lehrt.
Nach diesen Rücksichtsnahmen nun sind in der hier vorlie-
genden ,, Flora hanoverana excursoria" aufgenommen worden:
die phanerogamischeu Gewächse des ganzen Emsgebiets, nebst
dem obern Theile des Gebiets der Lippe bis an den Bergzug,
der unter dem Namen des Hartstrangs von Unna im preussischen
Westphaleu bis nach Ruthen läuft, — des ganzen Wesergebiets
mit dem untern Theile des Fuldagebiets bis nach Gudensberg in
Hessen, und dem untern Theile des Werragebiets bis nach Esch-
wege, — des Gebiets der Unstrut und des der Saale , bis nach
Naumburg im Preussischen, — und endlich des untern Eibgebiets
bis nach Wittenberg. Es begreift demnach das Gebiet der Flor
in sich: das Königreich Hannover, das Grossherzogthum Olden-
burg und das Herzogthum Braunschweig; vom Königreiche Preu-
ssen den grössten Theil der Provinz W^estphalen und Sachsen
incl. der Grafschaften Werningerode und Stollberg , und von der
Provinz Brandenburg einen Theil des Regierungsbezirks Pots-
dam; ferner den nördlichen Theil des Cburfürstenthums Hessen,
die Fürstlich Lippeschen Länder, die Fürstlich Waldeckschen Län-
der, den grössten Theil der Herzoglich Anhaltschen Länder, die
— XVII —
Fürstlicli Scliwarzhurgsclien Länder , die grössere westliclie
Hälfte der Grossherzogtliiimer Mecklenburg- Schwerin und Meck-
lenburg-Strelitz , die Herzogtbiimer Holstein und Lnuenburg;
endlicb die Gebiete der freien Städte Bremen, Hamburg und
Lübeck.
Es ist diese Erweiterung des Florengebiets im Vergleich mit
dem der ,,Chloris lianoverana'' eingeführt worden, um, zur Ge-
winnung umfassenderer Resultate binsiclitlich der Verbreitung un-
serer Gewächse nach Boden und Klima, eine bessere natürliche
Begrenzung zu erhalten, indem das Gebiet der ,, Flora excurso-
ria" hierdurch auf ganz Norddeutschland bis zu 51^ 11' der Breite
herab, mit alleinigem Ausschluss des nord - östlichen Theils von
Preussen (dem Unter -Odergebiet) ausgedehnt worden ist.
Die Gesammtzahl der innerhalb dieser Grenzen, unter dank-
bar erkannter Mitwirkung befreundeter sowohl als persönlich mir
unbekannter Botaniker, nachgewiesenen phanerogamischen Pflan-
zenarten beträgt 1497, welche in 554 Gattungen und 112 Fa-
milien aufgeführt worden sind. Es gehören hiervon dem Kö-
nigreiche Hannover 1325 Arten an, indem 172 Arten der Ge-
sammtzahl nur ausserhalb der Grenzen desselben vorkommen. Die
in der „Chloris" durch Standörter innerhalb der Landesgrenze
nachgewiesene Zahl der Phanerogamen sieht sich hier um 30 Ar-
ten , als dem Ergebnisse nach Herausgabe der Chloris fortge-
setzter Forschungen , vermehrt.
Auf diese — die ,, Chloris hanoverana" — gekommen , wel-
che, ebenfalls eine Abtheilung der Flora des Königreichs Hanno-
ver bildend , der gegenwärtigen j,Flora excursoria" voranging,
finde ich mich veranlasst, Einiges, sachbeziehliche Hergänge der
Zwischenzeit des Erscheinens beider erörternd, hier zu sagen.
Von zwei Seiten hat sich die „Chloris" dem Drucke überge-
bener Nachträge zu erfreuen gehabt. Der erste Nachtrag kün-
digt sich als solcher durch seinen Titel an. Er laucet 5,Scliolia
osnabrugensia in Chloridem hanoveranam d. h. Zusätze und Be-
richtigungen unsere vaterländische Flora betreflfend, mit Berück-
sichtigung der osnabrückschen Specialflora; eine höchst nothwen-
dige und wichtige Zugabe zu der Chloris hanoverana von J. J.
F. Arendt. Osnabrück 1837." (35 Seiten in 8.). Der Verfasser,
Privatlehrer der englischen und französischen Sprache, unzufrie-
den damit, dass er aus der üebersicht der Gewächse in einer
Landesflora nicht eine, durch specielle Standörter nachgewiesene
vollständige Flora seines Aufenthaltsortes hat ausziehen können,
liefert für die Gegend von Osnabrück eine Anzahl neuer Stand-
— XVIII —
örtcr zu deu iu der .,CliIoris"' aufgeführten Gewäcliseu. Die
Quelle, aus der diese Standörter eDtnuinineu worden sind, ist
eine doppelte. Einen Tlieil derselben lieferte der Scliullelirer
Fleddermam« zu Ijotte im Preussisclien, ein fleissiger und unter-
riciitt'ter Pflanzenkenner, dessen Bestimmungen, wie nachher
von ilim erbetene Mittheilungen erweisen, als richtig anzuerken-
nen sind. Einen andern Theil entnahm der Verfasser der „Scho-
lia" grösstentheils aus einem namhaften Herbarium dortiger Ge-
gend. Verschiedene dieser letztern Angaben in Zweifel ziehend,
erbat ich von ihm Exemplaie der betreft'endcn Pflanzen zur An-
sicht und Remission. Die Nichtgewährung dieses Gesuchs wurde
durch die Gefälligkeit eines kenntnissvollen Botanikers ersetzt,
welcher die Originalexemplare jenes Herbariums mit den An-
gaben der ,,Scholia-' verglich. Das Resultat der Verglei-
cliung erwies, dass die Kritik hinsichtlich der Richtigkeit der
Bestimmungen, welche dieser zweiten Quelle angehören, Ei-
niges zu wünschen übrig lässt. Der Beitrag an Pflanzenarten,
den die ,jScholia*' zur j,Chloris" liefern , beschränkt sich auf
eine Pflanze: Thiaspi alpestre L. , welche vom Schullehrer
Fledoermann am Saume des Königreichs entdeckt wurde. Die
,,Berichtigungen" beziehen sich auf fehlerhaft gedruckte Stand-
örter.
In wie weit dieser Nachtrag als eine ,, höchst nothwendige
und wichtige Zugabe'" bezeichnet zu werden verdient, überlasse
ich der Beurtheilung Anderer. — Eine Nachlieferung von Stand-
örtern gab der Verfasser zu zwei verschiedenen Alalen in der
Regcnsburg'schen botanischen Zeitung.
Mehr Vertrauen, als von einem Manne vom Fach ausgehend,
erweckt und verdient der zweite Nachtrag, der erst gegen Ende
des Druck's der ,, Flora excursoria" unter dem Titel erschien:
„Beiträge zur Flora Ostfrieslands von S. Laktzils -Beninüa
Dr. phil. und Privatdocent au der Universität in Gottingen. Göt-
ting. 1849." (55 Seiten in 4.) Den Inhalt bilden, nach Angabe
der Vorrede, die Resultate eines im Sommer 1847 eingetretenen
halbjährigen Aufenthalts des Verfassers in der Provinz Ostfries-
land. Er giebt zunächst eine üebcrsicht der Vegetation nach
dem Vorkommen der Gewächse und ihrer Verbreitung auf den,
zuvor angedeuteten, wichtigsten Bodenformationen. Dann folgt
ein, nach den Familien aufgestelltes Verzeichniss der beobachte-
ten Gefässpflanzen, welches Namen und Fundorte der Gewächse
nachweist. Obgleich der Verfasser keine Diagnosen gegeben
und selten ein Synonym hinzugefügt hat, so sind doch eindring-
— XIX —
liehe Ketintniss und, was in unserer Zeit mehr sagen will , ein
redliches Streben nach Wahrheit unveritennbar.
Ausser manchen neuen der Provinz Ostfriesland angehÖrigen
Standörtern für die in der „Cliloris"' bereits aufgefülirten Pflan-
zen, sieht sich die Zaiil dieser um zwei wiidwaciisende Pflan-
zenarten: Agrimonia odorata Mill. und Ajuga pyramidalis L.
vermehrt. Der Verfasser zählt zwar (S. 54) auch Endymion nu-
tans, Silene Armeria und Primula acaulis hierher, wofür er
Standörter nachgewiesen hat. Der erstere indessen, den ich un-
weit des Schlossgartens von Gödens ebenfalls beobachtete , ist
hier sowohl, wie bei Coesfeld im preussischen Westphalen, wo
ihn schon früher v. Bönm>ghaüsen angetroft'en hat (Fl. exe. S.
577), eine aus den Niederlanden, wo er wild wächst, in die
Gärten angrenzender Länder verpflanzte und aus diesen zufällig
entwichene Pflanze, die der Flora Deutschlands nicht angehört.
Nicht minder ist Silene Armeria, welche überall in Gärten ge-
zogen wird, im ganzen Gebiete der Flor, mit alleiniger Aus-
nahme ihres in der „Flora excursoria" (S. 91) nachgewiesenen
spontanen Vorkommens im Bodegebirgc des Harzes, eine nur in
der Nähe von Gärten verwilderte Pflanze. Ob es nicht eine ähn-
liche Bewandtniss mit den wenigen, bei Aurich in der Nähe von
Gärten angetrofl^enen, Exemplaren von Primula acaulis habe, mag
dahin gestellt bleiben. Auch der in der „Flora excurs.'' (S. 425) für
diese Pflanze angeführte Standort im Mecklenburg, hat nur we-
nige, wahrscheinlich aus Gärten abstammende, Exemplare aufzu-
weisen.
Unpasslich und dazu geeignet das Urtheil des Minderunter-
richteten über die „Chloris hanoverana" irre zu führen , ist die
am Schluss dieser „Beiträge", als Specialflor einer einzelneu
Provinz, gegebene numerische Zusammenstellung der aufgeführ-
ten Pflanzenarten mit denen, welche in der „Chloris", die als
Landesflor sämmtliche Provinzen des Königreichs umfasst, durch
specielle Standörter für jene Provinz naciigewiesen sind. Kein
Verständiger kann aus einer Landesflora den Standörtern nach
eine vollständige Provincial- oder Ortiflor zusammentragen wol-
len. Und eben so wenig kann eine. Ungleichartiges mit ein-
ander vergleichende, numerische Zusammenstellung der Standör-
ter einer Provinzialflor mit denen, welche eine Landesflora für
jene Gegend angiebt, zu einem beachtenswertheu Resultate füh-
ren; ganz abgesehen davon, dass hier eine solche Zusammen-
stellung schon deshalb ungenau ausfallen muss , weil der Ver-
fasser der „Beiträge", manche Pflanzenzustände als Arten auf-
— XX —
gefülirt hat, die icli als solche nicht anerkenne'), die folglich
auch in der Artenxahl der ,,t'liloris" nicht enthalten seyn können.
Wenn in der ,,Chloiis", für welche dem Plane nach 1 Band
bewilligt worden ist, für jede der 12 Provinzen, welche sie um-
fasst, eine Anzahl specieller Standörter für Kichen , Ulmen, Bu-
chen, Linden, Birken, Erlen, Fichten, Kiefern, Vogelkirschen,
Holzapfel, Haseln, Schwarz- und Weissdorn, Holunder, Feldro-
sen, Heide, Heidelbeeren, Hirn- und Brombeeren u. s. w. — für
Gänseblümchen, Distel, Klette, Kornblumen, Kamillen, Vergiss-
meinnicht, Thymian, Nesseln u. s. w. — für Schilf, Rohr, Riet,
die vielen gemeinen Gräser u. s. w., Gewächse die in sämmtlichen
Provinzen vorkommen und die Jeder zu finden weiss, hätte auf-
genommen werden sollen, so würde sie ohne erheblichen Nutzen,
zu mehrern Bänden angewachsen und ihr Preis bedeutend erhöbet
worden seyn. Diese und viele andere , eben so allgemein ver-
breitete Pflanzen, sind aber in jenen beiden Nachträgen für das
Osnabrücksclie und Ostfriesland aufgeführt worden ; wogegen auch,
jene als Specialfloren eines einzelnen Landestheils betrachtet, nichts
einzuwenden ist. Auf eine Landesflora angewandt, würde ein
solches Verfahren mindestens lächerlich gewesen seyn.
Die „Chloris" enthält die bereits ungebührliche Anzahl von
19,000 specielleii StandÖrtern, eine Zahl die wohl in keinem ähn-
lichen Werke vorkommen möchte. Ich würde einen grossen Theil
derselben gestrichen haben, wenu die Eile, in welcher einem da-
maligen Drange der Umstände nach, der Druck erfolgen musste,
die Beendigung des Manuscripts und eine Revision desselben
vor Anfang des Drucks gestattet hätte.
Mit Recht bemerkt übrigens der Verfasser der ,, Beiträge"' in
der Vorrede, dass meine in der ,,Chloris" gegebenen Beiträge
zur ostfriesischen Flor sich vorzüglich auf die Inseln bezögen.
Diese zunächst zu untersuchen, forderten mich die eigentbümli-
chen Verhältnisse der Lage und des Bodens jener Gegend auf.
Sic versprachen hier eine für Pflanzengeographie und Physiolo-
gie reiche Ausbeute; während die einfachen, auf gleiche Weise
') z.B. Rnnunnihis paucislamineus Tausch, \iola Scbultzii Bill ., Po-
lyj!;ala deprcssa >^'knder., Spcigula iiiaxima Weihe, Aiithyllis maritima
ScHWEiGG., Scneoio aquaticus Huds., Carduus multiflorus Gaud. , Lappa
minor De Cand., Leontodon haslile L., Hieracium sylvaticum Gouan,
Myosotis striguiosa IIeichenb. , !>lcntha sativa Sm., Galcopsis bifida De
BöNNiNGH., Clienopoiliuni opulifolium Scurad. , Orcliis eJodcs Gr., O.
incaruata Fr., Jnncus conglomeratus L., Luzula multiflora Lej., Scirpus
TahernatMiiontani Gmkl.. Carcx frisica H. Hoch, C. Ocdcri L., C. Horn-
scbuchiana Hoppe, C>lyziM-ia plicata Fr. etc.
— XXI —
im Breinensclicii und im Oldenburg-scIien uuftretetideD Buderiver-
liältnisse des ostfriesisclieu ItJuDenlandes , wenig' die I^andesflor
Bereiclierndes erwarten Hessen. Dieser Ansicht liat auch der Kr-
folg entsprochen , indem ein vierwochentiiclier Aufenthalt hin-
reiclite, um dort 363 Phanerogamen und 195 Kryptogamen, un-
ter diesen 118 Algenarten, von denen 22 in den über die Flor
Deutsclilands erschienenen Scliriften nicht aufgeführt sind, auf-
zufinden und in ihren eigenthümlicli modificirten F^ebensverhält-
nissen zu beobachten ^).
Unbegründet ist dagegen der Ausspruch des Verfassers : die
Kenntniss der Flora von Ostfriesland sey bisher vernachlässigt
worden. Seit Pliniüs ^) die erste, später zu manchem Streit
führende 5), Notiz über die Vegetation der Inseln gab, haben
in neuerer Zeit H. Ta\nen +) und J. C. Freesk ^) , dann von
Halem ^) und in der dritten Ausgabe des Werks dieses letz-
tern IVIertens, endlich Jürgens'') mit der Untersuchung und
Bekanntmachung der Gewächse Ostfrieslands sich beschäftigt.
Manche Beiträge gab auch Fr. Arends ^). Ich selbst bereisete
Ostfriesland, nach Herausgabe der ,,C'hloris", abermals im Jahre
1838 und wiederholt im Jahre 1842, wovon die Resultate in
die „Flora excursoria" aufgenommen sind. Ausserdem widmen
in jener Gegend noch lebende, kenntnissreiche Botaniker, unter
denen ich nur H. Korn und Böckeler nenne, ihre Untersuchun-
gen der oldenburgschen und ostfriesischen Flor und bringen die
Ergebnisse zur Oeffentlichkeit. Die Gegend von Göttingen, den
Harz und die Umgegend der Stadt Hannover ausgenommen, kann
diesemnach Ostfriesland zu den am meisten in botanischer Hin-
sicht untersuchten Gegenden des Königreichs gezälilt werden.
Eine, den Berücksichtigung verdienenden Umständen, wie mir
') Vcrgl. im Hiiiiiiovcrschcii !>Iag;.iziii v. J. 1823 u. 1824 von Stücli
99 an: G. F. W. 3Ieyer über die Vcgetalion der ostfriesisclieii Inseln
mit besonderer Rücksicht auf Nordeinei , nehst einigen ans d<Mi Natur-
verliäUnissen abgeleiteten Benierljungen über den liullurzustand des Itn
dcns und dessen Beförderung.
2) N. II. Lib. IV. c. 13. sect. 28 u. Lib. XVIII. c. 12. seet. 16.
^) C T. Menke , de leguniinilius veteruni p. 14.
^) Ostlriesische Mannigraltigkeiten. Anrieh 1784 folg.
*) Daselbst.
^) Beschreibung der zum Fürstentbunie Oslfriesland gehörigen Insel
l^ordernei u. s. w.
") .ilgae aijuaticae , quas in litora maris üynastiam Jeveraiiam ef
Frisiam Orientalen! alluentis rejectas et in liarum tcrrarum aquis habi-
tantes collegit G. II. B. JIrgens 1H17— 1822.
*) In seinem treft'licbcu WerUe „Ostfriesland und Jever in geogr.
statistisch, und landwirthscbaftl. Hinsicht. 1818— 1820. '
— XXII —
sclieint, aiig-emessencre, den Gelialt der „Cliloris" in ein richti-
geres Liclit stellende, Vergleiclmng- derselben mit den beiden hier
erwähnten Nachträg-en dürfte dem Vorhergehenden nach folgende
seyii: Die ARENDx'sche Schrift fügt zum Gehalte der „Chloris"
eine, die von Lantz. Bemnmja (incl. der aus Garten entwiche-
nen Pflanzen) fünf neue Arten hinzu.
Die Geringfügigkeit dieses von jener Seite eingegangenen
Nachtrags in einem Zeiträume von 13 Jahren nach dem Erschei-
nen der „Chloris", veranlasst mich, hiermit allen, mir zum Tlieil
vielleicht unbekannten, Freunden der vaterländischen Pflanzen-
kunde den Wunsch ans Herz zu legen, botanische Entdeckungen
und Beobachtungen, welche sie im Königreiche machten, auf ir-
gend eine Weise der Ocffentlichkeit zu übergeben.
Es würde eine thörigte Einbildung seyn zu glauben , und
eben so thörigt die gestellte Forderung, zu verlangen, dass alle
Pflanzenarten eines Landes in wenigen Jahren sollten aufgefun-
den seyn, welches von den Gebirgshöhen des Harzes bis zu den
Inseln des meerumfluteten Küstensaums eine so grosse !\lannich-
faltigkeit der Oberflächenbildung, der liestandmasse des Bodens
und der klimatischen Verhältnisse aufzuweisen hat, wie das Kö-
nigreich Hannover. — Als De Candolle die Herausgabe einer
dritten Ausgabe der „Flore fran^aise" von Lamarck beendigt
hatte, worin 2000 in den frühem Ausgaben übersehener Pflan-
zenarten von ihm aufgeführt waren, nöthigten ihn, schon wäh-
rend des Drucks und gleich nach demselben gemachte neue Ent-
deckungen, einen Supplementband zu liefern, worin abermals 1300
neu aufgefundene Arten nachgewiesen wurden ^). —
Was den Umständen nach zu erwarten war und dem speciellen
Zwecke entsprach, das ist in der „Chloris hanoverana" geleistet
worden. Schiefe Urtheile, die davon ausgingen, dass die ,, Chloris
hanoverana" für die „Flora hanoverana"' gehalten wurde, finden ihre
Berichtigung in dem hier mitgetheilten Plane der letztem. Aus-
sprüche des Neides und der Rlissgunst aber, wo sie vorkommen
mögen , lialte ich für überflüssig zu beachten. Nur die unrich-
tige Angabe finde ich mich veranlasst, zur Rechtfertigung der
Verlagshandlung , zurückzuweisen, dass der Preis der „Chloris"'
7 Rthlr. 16 Ggr. (Recens. in Hall, allgem. Literaturz. Febr. 1837.)
und gar 9 Rthl. (Regensb. bot. Zeit. Jahrg. XXI. B. 1 v. J. 1838.
Lit. Ber. S. 52.) betrage. Der mit der Verlagshandlung kon-
tractlicli festgestellte Preis ist für das Königreich Hannover und
') De Cand. Flore fiam-aise, Vol. VI. |>. 5.
- XXIII —
Hcrzügtliuin Braunscliweig 3 Rtliir. 12 Ggf., für das Ausland
4 Rtlilr. 16 Ggr. , wie er auch in den „Intelligenzblättern der
Hall. Lit. Zeit. v. J. 1836. Nio 59", der „Jenaer Lit. Zeit. Nro
38 u. 42", im „Börsenblatt Nro 34" — und in ,,Berguaus äu-
nalen der Erd-, Völker- u. Staatenkunde v. J. 1840. S. 111."
richtig angegeben ist. Und nie hat die Verlagshandlung, nach
der mir gegebenen Versicherung , das Werk zu einem höhern
als diesem , für 744 und XVI Seiten in gr. Quart gewiss sehr
billigen, Preis verkauft.
Unbekümmert übrigens um lieblose Angriffe, die mich in mei-
nen Verhältnissen nicht berühren, werde ich dem Verfolge einer
Idee meine Kräfte widmen, der zu Liebe ich einer höhern Stel-
lung im Staatsdienst und einem ausgedehntem Wirkungskreise
entsagte, der Idee: in der Durchführung des hier vorgelegten
Plans der Flora des Königreichs Hannover meinem Vaterlande
ein Werk über seine vegetabilische Naturbeschaffenheit zu lie-
fern, so vollständig und in so durchgängig festgehaltener Bezie-
hung zum vStaats - und Volksinteresse, wie es wohl kein grösse-
res Land bis jetzt aufzuweisen haben dürfte.
G. F. W. MFYFR.
— XXIV
Krkläruiig
der Abkürzungen und Zeichen.
Bezeichnung der Latidestlieile iu den Angaben der Standorter.
An, = Herzoglich Anhailsche Länder.
Bm. = Gebiet der freien Stadt Bremen.
JBr, = Herzoglhum Braunschweig.
Mb. = Gebiet der freien Stadt Hamburg.
Jfl = Herzogthum Holstein.
Jtn, = Königreich Hannover.
Hs. = Churfürstenthum Hessen.
JLb. = Herzogthum Lauenburg.
Ltp. = Fürstlich Lippe -Detmoldsche und Lippe - Schauenburg-
sche Länder.
Mjüb. = Gebiet der freien Stadt Lübeck.
lUk. = Grossherzogthümcr Mecklenburg- Schwerin und Mecklen-
burg-Strelitz.
Ol. = Grossherzogthum Oldenburg.
J»r. = Königreich Preussen.
J»r. W. = Königlich Preussische Provinz Westphalen.
Schw. = Fürstlich Schwarzburgsche Länder.
Die nicht innerhalb der Grenzen des Königreichs Hannover wach-
senden Pflanzen sind mit einem Sternchen * bezeichnet.
Bemerk. Der Druck der „Flora excursoria" hat im Monat Juni
1847 seinen Anfang genommen.
Von Seiner Majestät dem Könige für die
Bearbeitung- der
genehmigter
PliAW.
Das Werk zerfällt in vier Hauptabtheilungen, deren gemeinschaftlicher
Titel lautet.:
^ FLORA
DES
KÖNIGREICHS HANNOVER,
ODER
SCHILDERUIVG SEINER VEGETATION
NACH IHREM GEHALTE AN GEWÄCHSEN, DEREN YERBREI
TÜNGS- UND YERTHEILLNGSZUSTANDE UND DEREN GE-
SCHICHTLICHEM VERHALTEN.
BEGRÜNDET DURCH
SEINE MAJESTÄT DEN KÖNIG WILHELM IV.
FORTGEFÜHRT AUF BEFEHL UND UNTER DEM
HULDREICHEN SCHUTZE
SEINER MAJESTÄT DES KÖNIGS
ERNST AUGUST.
VFKFASST VON
GEORG FRIEDRICH WILHELM MEYER.
— XXVI —
(Erste Haiiptahtheihing.)
FLORA
DES
KÖNIGREICHS HANNOVER.
BESCHREIBENDER THEIIi
ENTHALTEND
DIE VOLLSTÄNDIGEN NATURBESCHREIBUNGEN
DER IM RÖNIGREICOE WILDWACIISEINDEIV LISD IM FREIEN
FELDE AIVGEBALETEIH GEWÄCHSE, NEBST IHREN
IN KUPFER GESTOCHENEN ABBILDUNGEN^
Der beschreibende Theil zerfällt in den begründenden Theil und vier
Abiheilungen.
BEGRÜNDENDER THEIL.
(Foliorormat.)
Dieser eiilliält:
1. Den Plan des Werks. 2. Unter der Aufschrift: Die Natur
und der Mensch in seiner geselligen Verbindung, eine
Ansicht des Einflusses der Natur auf den Menschen und das volkswirth-
schaftliche Leben , zur Nachweisung des allgemeinen Interesse , welches
die nähere Kenntniss der Naturbeschafl'enhcit des vaterländischen Bodens
einem jeden seiner Bewohner gewähren muss.
(Erste Abtliclliiiig-.)
BESCHREIBUNGEN DER GEWÄCHSE.
(Folloforn.al.)
Die Uiiiiicliliiiig dci- Bcsclircil>iingco ist folgniilc :
NAME DER GATTIU'NG.
(Lateinisch und deutsch, unter Hinzufügung der Citate von Linn.
Gen. pl. , TouRNEF. Inst., Adans. Fam., Juss. Gen., Batsch Affinit. und
Gäktn. Fruct.)
NAME DER ART.
(Lateinisch und deutsch , unter Angabe der Stellung im natürlichen
und künstlichen Systeme.)
RESTIMMUNG DER ART.
lvEI>^ZEI(;iIEN.
(Oder Charakteristik , deutsch und lateinisch.)
— XXVII -
SYKONYMIE.
(Die Synonymie der Systeme, von Link. Sp. pl. ed. 2. an, der Mo-
nographien und einiger Handbücher, — der werlhvollsten Floren einzel-
ner Länder. — Die vollständige Literatur neuerer Zeit über die Hanno-
versche Flor. — Werke der angewandten Wissenschaft. — Dann die
wichtigern altern Werke, nach Ordnung der Zeitfolge, bis auf Thal. Sylv.
hercyn. (1588), Dod. Penipt. (1583), Lob. Icon. (1576), Fuchs Kräuterb.
(1542). — Provincial-Benennungen. — Bemerkungen, die Literatur be-
treffend.)
I. GESTALT.
(Wurzel. Mittelstock. Stengel. Knospen nebst Knospenlage. Blät-
ter. Blüte. Geschlechtsdecke. Geschlechtsorgane, Blütenboden. Frucht.
Samen. — Abweichungen der Bildung. Verwandtschaft.)
n. LEBENSLAUF.
(Keimung. Ausschlagen. Wachsthum. Blüthenentwickelung nach
Aher und Jahreszeit: der Art, des Individuums. Aufblühen nach der
Tageszeit und nach den Erscheinungen. Befruchtung: Verhalten der
Geschlechtsorgane. Trächtigkeit und Fruchtreife: der Art, des Indivi-
duums. Absterben. Fortpflanzung: durch Samen, durch Theilung u.s. w.
Besondere Lebenserscheinungen: Bewegungen, Blätterschlaf, Tempera-
tur , Lichtausslrahlung u. s. w.).
in. LEBENSSPHÄRE.
VEllBREITUING.
(Horizontale Verbreitung. Verticale Verbreitung.)
VORKOMMEN.
(Boden, nach der geognostischen und physisch-chemischen Beschaf-
fenheit. Örtlichkeit, nach Form und Benutzung des Bodens.)
VERTHEILUTVG.
(Geselligkeits-Vcrhälluiss. Grösste Anhäufung, Standörter, nach
den einzelnen Provinzen des Landes geordnet.)
IV. EIGENSCHAFTEN.
Äusseres. Geruch. Geschmack. Wirkung auf den thierischen und
vegetabilischen Organismus. Ökonomisch nutzbare Kräfte. Arzneilich
nutzbare Kräfte. Technisch nutzbare Kräfte.)
Beobachtungen.
Erklärung der Kupfertafel.
Die Aliljildiingen, welche in vcrscbiedenen Manieren, je nat-lidem die IValiir der rflantc
CS erfordert, in Rupier gesloclien , mit farbigen Griindlönen gedruckt und dann ausgemalt
worden, enthalten:
1. Die Pflanze in Lebensgrösse, von Bäumen und Slräuchern einen Theil.
2. Vollständige Zergliederungen der wichtigern Theile in zweckmässi-
gen, dem Durchmesser nach angegebenen, Vergrösserungen.
— XXVIll -
(Zweite Abtlieiliing.)
(1 Uaiul hl (^uarlformat.)
CHLORIS HANOVERANA,
ODER
INACB DEN NATÜRLICHEN FAMILIEN GEORDNETE
ÜBERSICHT DER Ol KÖNIGREICHE HANNOVER
WILDWACHSENDEN SICHTBAR BLÜHENDEN
GEAVÄCIISE UND FARN,
KEBST
EINER ZUSAMMENSTELLUNG NACH IHRER BENUTZUNG
IM HAUSHALTE, IN DEN LANDWIRTHSCHAFTLICHEN
GEWERBEN UND IN DEN KÜNSTEN.
Itie Clllorls cutliair:
1. Die Ableitung der Anordnung, nach welcher die Pflanzen in \ erwandt-
schaftskreisen, Familiengruppen und Familien aufgefiihrl worden sind.
2. Eine Übersicht der Familien unter Andeutung ihrer Entwickelungsstufen.
3. Eine Übersicht der Gattungen zu Anfang jedes Verwandtschaflskreises.
4. Die Aufzählung der sämmtlichen Pflanzenarten, Unterarten, Schein-
arten, Spielarten, Abänderungen und Umbildungen in ihren Gattui^en.
Von jeder Pflanze sloil anzugeben :
Der lateinische und deutsche systematische Name, das Cilat aus Linn.
Sp. pl. ed. 2., einige guten Abbildungen, und eine kurze kritische Syno-
nymie, — dann die Dauer, Blülhezeit und F'ruchtreife , das Vorkommen
im Königreiche unter Hinzufügung speciellcr Standörter, — Bemerkun-
gen , enthaltend Beobachtungen , Berichtigungen u. s. w.
Am Stl.lusä ioigt:
ÜIJERSIClir
DER IM KÖNIGREICHE HANNOVER
WILDWACHSENDEN SICHTBAR BLÜHENDEN
GEWÄCHSE UND FARN
NACn
IHRER BENUTZUNGSFÄHIGKEIT.
A. Gewächse des Landes, welche sich zum unmittelbaren Verbrauch oder
zur Gewinnung roher Producte des Pflanzenreichs eignen: 1. Ge-
wächse für den Haushalt, 2 für den Wiesen- und Weidenbau und
die Viehhaltung , 3. für die Cultur der Heiden , die Befestigung des
Treib - und Flugsandes , und die Begrünung der Deiche , 4. für den
Forslbau , 5. für den Gartenbau.
B. Gewächse des Landes , die sich zur Gewinnung von Kunstproducten
eignen: 1. Gewächse für das Arznei- und Apothekerwesen, 2. für
das Manufactur- und Fabrikwesen, 3. für den Handwerksbetrieb.
— XXIX —
(Dritte Ab thelliiDg.)
(1 Band in guarlform.-.!.)
CERES HANOVERANA,
ODER
NACH DEIS ISATÜRLICHEI\ FAMILIEN GEORDNETE
ÜBERSICHT DER IM KÖNIGREICHE HANNOVER IM
FREIEN FELDE ANGEB ALEXEN GEWÄCHSE,
NEBST
NACH WEISUNG IHRER PRO VINCIALBENENNUNGEN UND
DER ANGABE IHRER SAAT- UND ERNTEZEITEN.
Die Einriclitiing der Ceres banoverana isl im Allgeineiuen die der Cliloris.
Docli folgt
dem lateinischen und deutschen systematischen Namen der Pilanzen
ausser dem Citate aus LisN. Sp. pl. ed. 2. das Citat von De Cakd. Syst.
nat. und Prodr. syst, nat., dann eine vollständige Synonymie der rer-
schiedenen Landesbenennungen nach den Provinzen des Königreichs, die
Angabe der Saat- und Erntezeiten — die Bezeichnung der Provinzen,
in welchen die Pflanze gebauel wird, — Bemerkungen über die Cultur-
methoden, die Einträglichkeit u. s. w.
(Vierte Abtheilung.)
(>acl. rraslHiiden in Abllieiluiigen in Octa.forniat iind iinler Abänderung des nachstellenden
Titels.)
FLORA HANOVERANA EXCÜRSORIA,
ODER
SYSTEMATISCHE ALFZÄHLUNG UND
CHARAKTERISIRUNG DER IM KÖNIGREICHE HANNO-
VER UND IN DEN ANGRENZENDEN LÄNDERN DES
NÖRDLICHEN DEUTSCHLANDS
WILDWACHSENDEN PFLANZEN.
Die Flor.1 eicur>oria eolhüll:
1. Eine Übersicht der aufgeführten Gattungen nach dem LiNNii'schen
Systeme. 2. Die Charaktere der Klassen, Ordnungen, Gattungen und
Arten nach dem natürlichen Systeme. 3. Die wichtigste Synonymie der
letztern, ihre Lebenssphäre, Dauer, Blütezeit und Fruchlreife, unter Hin-
zufügung von Bemerkungen und Beobachtungen. Eine Nachweisung der
gewerblichen Benutzung der aufgeführten Pflanzen.
— XXX — .
(Zweite Haupt abtheilungf.)
(Quarlforinat.)
FLORA
DES
KÖNIGREICHS HANNOVER.
CÜESCmCHTIilCHER THEIIi
KNTHALTli^D
DIE SCHILDERUNG DER VEGETATION
DES KÖIMGUEICHS HAIMSO\ER NACH IHREM FRÜHEUN
VERHALTEIV LWD IHREN YERÄNDERLNGEN,
ODER
PFLANZENGESCHICHTE DES LANDES.
ERSTER ABSCHNITT.
Von den fossilen Vegetubilien des Landes.
I. Von der Verbreitung der fossilen Vegetabilien nach der geognosti-
schen Beschaffenheit des Bodens.
1. Pflanzenreste einer früher untergegangenen Vegetation in den
altern normalen und abnormen Gebirgsniassen. 2. Pflanzenverstei-
nerungen und Abdrücke der jetzigen Vegetation in den jungem Bo-
denmassen.
II. Anordnung und Beschreibung der fossilen Vegetabilien.
III. Vergleichung der fossilen Vegetabilien des Landes unter sich und
mit denen anderer Länder.
IV. Vergleichung der fossilen Vegetabilien mit der jetzigen Vegetation.
ZWEITER ABSCHNITT.
Ansichten und Untersuchungen über die Entstehung der Jetzigen
Vegetation des Landes.
I. Über die ursprüngliche Entstehung der jetzigen Vegetation und ihr
relatives Alter.
II. Über die noch jetzt eintretende Entstehung von Vegetation.
DRITTER ABSCHNITT.
Untersuchungen der Veränderungen, welche die jetzige Vegeta-
tion des Landes nach ihrer Entstehung erlitten hat und noch
erleidet.
I. Geschichtliche Ansicht der Veränderungen, welche die Vegetation
erlitten hat, und des hiervon ausgegangenen Einflusses auf die phy-
sische Beschaff"enheit des Landes.
— XXXI —
II. Nähere Untersuchung der einzelnen Veränderungen der Vegetation
und ihrer Ursachen.
1. V'erminderung der Pflanzenzahl durch den Verlust von Ge-
wächsen. 2. Vermehrung der Pflanzenzahl durch Ansiedelung oder
Einführung von Gewächsen. 3. Übersicht des Einflusses der Ver-
änderungen im POanzenbestande des Landes auf dessen Gesammt-
vegetalion.
III. Betrachtung der fortwährend stattfindenden Oscillationen im Auf-
und Abtreten, in der Verbreitung und Vertheilung von Gewächsen.
VIERTER ABSCHNITT.
Schilderung- der Vegetation nach ihrem jährlichen Entwickelungs-
verlaufe, oder Pflanzenbiographie des Landes.
I. Schilderung der Vegetation in ihrem Ruheslande.
II. Schilderung ihrer beginnenden Entwickelung.
III. Schilderung ihrer Ausbildungsperioden.
IV. Schilderung ihres Überganges in den Ruhestand.
Bemerk. I>ie wiI«ln.icbseDden niict die ciiltivirlen Pflanzen werden besonders alige-
liandelt, jcdorli »ergleicliend nnd siiniinariscli ziisaninicngestellt , ho «nd wie der Zweck des
(Dritte Hauptabtheilung^.)
FLORA
DES
KÖNIGREICHS HANNOVER.
CEOGRAPHISeUER TII£IIi
ENTHALTEND
EINE ÜBERSICHTLICHE UND VERGLEICHENDE
SCHILDERUNG
DER VEGETATION DES KÖNIGREICHS HANNOVER
NACH IHREM VERHALTEN ZUM BODEN UND ZUM KLIMA
ODER
PFLANZENGEOGRAPHIE DES LANDES.
Der geograpliiscbe Thcil zerrällt in zwei Abllieiliiiigen , von welcbeii die erste den
rbereilenden Tbeil, die zweite den pflanzengeograjibiscben ansmacbt.
— XXXII —
(Erste Ahtli cilung;.)
VORBEKEITEIVDER THEII^.
RURZGEFASSTE GEOLOGIE DES KÖNIGREICHS HANNOVER,
ODER
ÜBERSICHT SEINER L^fORGAIMSCUE?) IXATLR-
RESCHAFFEl>iHEIT ALS YORRElMST?iIS8 FÜR DIE SCIIILDE-
RLIHG DER YEGETATION.
ALLGEllEII>iES.
Lage , Grenzen und Bestandlheile des Landes.
ERSTER ABSCHNITT.
Orologische Besclireibung des Landes , oder Betraclitung; der
äussern Gestalt seiner festen Oberfläche.
I. Allgemeiner Überblick.
IL Nähere Betrachtung. 1. Gebirge. 2. Vorgebirge und hiigeliches
Land. 3. Ebenen. 4. Mecresslrand.
ZWEITER ABSCHNITT.
Geognostische und üryktognostische Besclireibung des Landes,
oder Betraclitung der Zusammensetzung und Bestandmasse seiner
festen Oberfläche.
I. Allgemeiner Überblick.
IL Nähere Betrachtung. 1. Normale oder abgelagerte Massen. 2. Ab-
norme oder Erhebungsmassen.
DRITTER ABSCHNITT.
Hydrologische Beschreibung des Landes, oder Betrachtung sei-
ner Gewässer.
1. Allgemeiner Überblick.
IL Nähere Betrachtung. 1. Quellen und fliessende Gewässer. 2. Teiche
und Landseen. 3. Das Meer.
VIERTER ABSCHNITT.
Klimatische Beschreibung des F^andes, oder Betrachtung seiner
Atmosphäre.
1. Allgemeiner Überblick.
IL Nähere Betrachtung. 1. Wärme der Atmosphäre, 2. Feuchtigkeit,
3. Elektricität, 4. Druck, 5. Bewegung, 6. Erleuchtung derselben.
— XXXIII —
chung des Eil
ten des
III. Untersuchung des Einflusses der einzelnen physischen Beschafi"enhei-
ten des I.andes auf sein Klima und dessen örtliche Verschiedenheilei
(Zweite Abtheilung.)
SCHILDERUNG
DER VEGETATION DES KÖNIGREICHS HANNOVER
NACH IHREM GEGENWÄRTIGEN VERHALTEN ZUM BODEN
UND ZUM KLIMA,
ODER
PFLANZENGEOGRAPHIE DES LANDES.
ERSTER ABSCHNITT.
Die örtlichen Verhältnisse der Pflanzen oder Pflanzentopo^raphie
des Landes.
I. Über die Verbreitung der Vegetation des Landes und ihre Grenzen
im Allgemeinen.
II. Die Wohnorte der Pflanzen. 1. Nach der orographischen und hy-
drographischen Beschafl'enheit des Landes, 2. Nach der Benutzung
des Bodens. 3. Nach der Bewohnung des Bodens.
III. Die Verbreitungskreise der Pflanzenfamilien, Gattungen und Arten.
1. Die Pflanzenzonen des Landes. 2. Die Pflanzenregionen dessel-
ben. 3. Die Lebenskreise einzelner Familien, Gattungen und Arten.
IV. Die Vertheilungsverhältnisse der Pflanzen.
1. Nach der physischen Beschaffenheit des Landes.
a. Geognostische Charakterpflanzen, b. Klimatische Charakter-
pflanzen, c. Geognostische und klimatische Ubergaugspflanzen.
d. Vom Boden und Klima weniger abhängige Pflanzen.
2. Nach den Eigenthumlichkeiten der Gewächse.
a. Schmarotzerpflanzen, b. Gesellig lebende Pflanzen, c. Ein-
sam lebende Pflanzen.
V. Untersuchung des Einflusses der physischen Beschaffenheit des Lan-
des auf die bestehende V^erbreitung seiner Gewächse.
1. Einfluss des Bodens. 2. Einfluss der Atmosphäre. 3. Gemein-
schaftlicher Einfluss mehrerer Naturverhältnisse.
ZWEITER ABSCHNITT.
Vergieichung der Vegetation in den verschiedenen Landestheilen,
oder botanische Geographie des Landes im eugern Sinne.
I. Vergleichende Zusammenstellung der Vegetation nach den orogra-
phischen und klimatischen Verhältnissen der verschiedenen Gegenden.
II. Vergleichende Zusammenstellung der Vegetation nach der geogno-
stischen Beschaffenheil des Bodens oder den Gebirgsformationen
und Lagerungsmassen.
— XXXIV —
III. Einllipilung des Landes in Vegelaüonsbezirko , als allgemeines Re-
sullat (Ici- Untersuchungen über die VerbreiUing und Verlheilung der
Gewachse.
1. Festsetzung, Schilderung und Charakterisirung der Vegetalions-
bezirke.
2. Yergieichung der Vegetationsbezirke unter sich nach der Zahl,
Übereinstimmung und Verschiedenheit der Pflanzenarten, Galtun-
gen und Familien,
3. Vergleichung der Vegetationsbezirke und der Gesammtvegelalion
des Landes mit der benachbarter Länder.
BomiiK. Aiul. im grogr.npli. Tl.cilc »TOrilou. wie im grscLiolirlicLon, Hie nll.l.vacl.
,en.»cii nianzci. gclroniil »oii acii ciillivirfcn bclr.iclilet nnJ vcrglciclici.l zusüromongcslelll.
Der IcUlc AbsrIiiiiU ist von > c g c ta l i 0 n soll a r t c u Iieglcilel, wcUlie AosicMen von der
llaaplv.rl.reil.ing der wilden und der ciiltivittcn manzen , n„ von den Vf vlireilMogsl;rei«en
dei Tvirlillgeiii raiullien , (JaUnngen und Arien geben.
BETRACHTUNG DER VEGETATION
DES KÖINIGREICIIS HANNOVER IN IHREM VER
HÄLTNISSE ZUR THIERWELT.
ERSTER ABSCHNITT.
\on den \ erwiindtschaftscrschcinungcn des Pflanzen- und Thier-
rcichs auf den untersten Bildung^sstufen beider Reiche.
ZWEITER ABSCHNITT.
Untersuchung des g-cgcnseitigen Einflusses der Pflanzen - und
Thierwelt auf einander.
1. Von dem Einflüsse, welchen die Pflanzen auf die Thiere des Lan-
des ausüben.
H. V^on dem Einflüsse, welchen die Thiere auf die Pflanzen des Lan-
des ausüben.
DRITTER ABSCHNITT.
Vergleichung der Pflanzen- und Thierverbrcituug des Landes
unter sich.
L Allgemeine Vergleichung der Pflanzenverbreilung des Landes mit der
seiner Thiere.
H. Vergleichung der Pflanzenzonen mit der Verbreitung der Thiere in
ihnen.
III. Vergleichung der Pflanzenregionen mit der Verbreitung der Thiere
in ihnen.
IV. Vergleichung der aus den Vertheilungsverhältnisscn hervorgehenden
Verschiedenheilen der Vegetation mit denen der Thierverbreitung.
— XXXV —
(Vierte Hauptabtheilung'.)
(Quartformat.)
FLORA
DES
KÖNIGREICHS HANNOVER.
riNTERSUCHUlXG DER EIINZELNEN VEGETABILIEN
DER VEGETAT10NS\E11HÄLTNISSE DES KÖNIGREICHS
HAISIVOYER IN ANWENDUNG ALF DIE ERHÖHUNG SEINER
NATURPRODUCTION UND DIE BEFÖRDERUNG SEINES
GEWERBWESENS.
(Erste Abtheilung.)
BENUTZUNG UND BEHANDLUNG DER GEWÄCHSE
DES LANDES ZUR BEFÖRDERUNG DER ÖKONOMISCHEN
GEWERBE, DES KUNSTBETRIEBES UND DES HANDELS.
ERSTER ABSCHNITT.
Gewächse des Laudes, die sieb zum unmittelbaren Verbraucb oder
zur Gewinnung- rober Producte des Pflanzenreicbs eignen.
I. Gewächse für den Haushalt. II. Gewächse für den Ackerbau.
III. Gewächse für den Wiesen- und "NVeidenbau und die Viehhaltung.
IV. Gewächse für die Cultur der Heiden, die Befestigung des Treib-
und Flugsandes , und die Begrünung der Deiche. V, Gewächse für den
Forstbau. V. Gewächse für den Gartenbau.
ZWEITER ABSCHNITT.
Gewächse des Landes, die sich zur Gewinnung- von Kunstpro-
ducten eignen.
I. Gewächse für das Arznei- und Apothekerwesen, II. Gewächse
für das Manufactur- und Fabrikwesen. III. Gewächse für den Hand-
werksbetrieb.
DRITTER ABSCHNITT.
Gewächse des Landes, die sich für den Handelsbetrieb eigneu.
I. Gewächse für den grössern Handel. II. Gewächse für den ört-
lichen ^'erkehr.
— XXXVI —
VIKKTER ABSCHNITT.
Über die Auwenduiig der wildwachsenden Pflanzen zur Beurtbei-
lung des Bodens und des Rliuias.
I. V'on der Bcurtheilung des Bodens nach den Pflanzen, welche er
(lägt. 11. Von der Beurlheilung des Klimas nach den Pflanzen des Bodens.
FÜNFTER ABSCHNITT.
Von den schädlichen Gewächsen des Landes und den Mitteln ihrer
Verminderung oder der Aufhebung- ihrer nachtheiiigcn Eigenschaften.
I. Gewächse, deren Schädlichkeit aus ihrem nachtheiligen Einfluss auf
den thierischen Organismus hervorgehl, oder eigentliche Giftpflanzen.
1. Betäubende Giftpflanzen. 2. Betäubend -scharfe Giftpflanzen.
3. Scharfe Giftpflanzen. 4. Pflanzen mit unbekannten Giften.
n. Gewächse, deren Schädlichkeit aus ihrem nachtheiiigcn Einfluss auf
andere Gewächse oder auf den Boden hervorgeht.
1. Schmarotzerpflanzen. 2. Durch Beschattung, Druck und Wu-
chern der Wurzeln schädliche Pflanzen. 3. Durch ihre Wurzelstoff"e
schädlich wirkende Pflanzen.
(Zweite Abtheilung.)
BEIMJTZUING DER EINZELNE?! LND DER GESAMMT-
VERHÄLTNISSE DER YEGETATIOIS DES LANDES ZUR ER-
KEINNTNISS, BELRTHEILUNG UND VERVOLLKOMMNUNG DES
CULTURZUSTANDES SEINES RODENS.
ERSTER ABSCHNITT.
Vcrgleichung der cultivirtcn Bodenfläche mit der für die künst-
liche Production nicht benutzten und des Verhaltens der erstem
nach der Verschiedenheit der Benutzung.
ZWEITER ABSCHNITT.
Beurthcilung des cultivirten Bodens und der Culturmcthoden in
Beziehung auf die allgemeine und besondere physische Beschaf-
fenheit des Landes.
DRITTER ABSCHNITT.
Ansichten und Vorschläge zur Erweiterung und Vervollkommnung
der Cultur des Bodens nach den Resultaten der Untersuchung
seiner Beschaff'enheit und seiner Benutzung.
Bemerk. Einzelne Gegenslände, welche, ausführlicherer Beh.indlung wegen, der Flora
nicht einTcrleikt werden huuneu. «erden in Anlagen lur Flora ahgeh.indeU.
Von der nach diesem Plane bearbeiteten Flora haben bis jetzt incl.
der Flora excursoria acht Bände die Presse verlassen.
Übersicht
der in der Flora excursoria enthaltenen Gattungen
nach dem LiivNE'sehen Geschlechtssysteme.
Bemerk. Die hinter den Gattungsnamen sfeLenclc Zahl icigl ilie Seile des Bnihs an.
Classic I. ITIOIVA^DRIA. XMJVMÄHnVIGK.
Ein freies Staubgefäss in einer Zwitterblüte.
Ordo I* ITIoiiogynia. JEinweibige» Ein Stempel ')■
Hippuris 205. Aphanes 189.
Salicornia.
Ordo Ä. Uigyiiia. Xweiiteihige* Zwei Stempel.
Callitriclie 206. Salicornia 457.
Blitiim. Arten der Gallnng Festnca.
eiassis II. UIA^ORIA. ZWTEMMÄWNIGM.
Ordo 1. inoiiogynia. Mintceibige, Ein Stempel.
A. Blüten vollständig, olierständig.
Circaea 206.
B. Blüten unterstiindig, 1-früclitig, regelmässig.
Ligustruin 352. Fraxinus 353.
C. Blüten unterständig, 1 -früchtig, uniegelmässig.
Pinguicula 439. Utricularia 439. Gratiola 388. Veronica 392.
D. Blüten unterständig, 4-frücbtig.
Verbena 438. Lycopus 414. Salvia 419.
Arten der Gattungen Scirpus , IU.uichu!>|iora , Cladiuni. Le|iidium ruderale. Lonina.
Telniatophaee. Salicorni.i. Ruppia.
Ordo 9. Uigynia. Xweiweihige* Zwei Stempel.
Antliuxantliuin 622.
Cla$)sis III. TRIAIVORIA. nnmiMÄNNEGm.
Drei freie Slaubgefässe in einer Zwitterblüte.
Ordo lo Iflonogyiiia. Miniveihige* Ein Stempel.
A. Blüten vollständig, olierstiindig.
Valeriana 267. Valeriauella 268.
B. Blüten vollständig, unterständig.
Montia 212.
C. Blüten unvollständig, Gesehleclitsdeclie kronaitig
Glaüiulus 563. Iris 563.
') Oder Fnichlknotc, oder Grill'el , oder INarhe.
— XXX vm —
D. Blükii uiivollsläiidig, Gescültclitsaeclie licieliartig.
Pülycneinum 455.
E. Blüten unvollsfiindig, lialgaitig (Rietgiaslilütc).
Hlysmus G09. Erioplioruin 610. ScirpusGll. Heleocliaris 616.
Rliynchospora 618. Cladium 618. Sclioenus 619. Cyperus 620.
Einigp Gräser. Asjicriila tinetoria.
Ordo Ä. Illjgyiila. Zweiweibige* Zwei Stempel.
inütcii l»algartig (tiiasblüte).
Leersia 621. Plialaris 621. Üigrapliis 622. Hierocliloa 623.
Wiliuin 623. Panicum 624. Setaria 624. Ecliinocliloa 625.
Digitaria 626. Cyiiodon 626. Audropogon 627. Alopecu-
rus 628. Plilcum 629. Sesleria 630. Cliamagrostis 631.
Pliraginites 631. Arundo 632. Agrostis 636. Stipa 639.
Holcus 640. Arrlienatcruin 641. Coryuepliorus 641. Aira
642. Aveiia 644. Triodon 646. Molinia 647. Melica 647.
Briza 648. Eragrostis 649. Poa 650. Glyzeria 654. Scle-
rocliloa 656. Koeleria 657. Dactylis 657. Festuca 658.
Bracliypodium 662. Bromus 663. Agropyruin 667. Gaudi-
nia 670. Elymiis 670. Hordeum 671. Lolium 672. Lcptu-
rus 673. Nardus 674.
Ordo 3. Trigyiiia» Ifreiweibige* Drei Stempel.
Holosteum 101.
Ordo 4. Tetragynla. Viericeibige» Vier Stempel.
ELitine.
Classic IV. TETRA^iDRIA. VMKMMÄNNIGK,
Viel" freie SJaul)gcfiisse in einer Zwitterblüte.
Ordo 1. ITIonog^yiiia. üinweibige» Ein Stempel
A. Dlüteu voUstämlig.
.1. Kcldi .loiipclt.
Dipsacus 270. Knautia 271. Succisa 272. Scabiosa 272.
b. Kelch einfach, Krone untcrsländig.
Globularia 447. Plantago 451. Centunculus 443. Ciceudia 361.
c. Kelcli einfach, Krone ohcrstänclig.
Asperula 260. Slierliardia 260. Galiuin 262. Cornus 254.
Trapa 203.
B. Blüten unvollständig.
.1. InfersCinJlg.
Majautlicinum 568. Alclicmilla 159. Sanguisorba 190. Parie-
taria 488.
1.. Obcrslänilig.
Isnardia 201.
Cicemlia. Arien <lcr GjlliMigci. Ccnliana, Eionu.ins, Thesiiiui, Ctisiiira. Cai Jaiuiiic hiriula.
— XXXIX —
Ordo «. Dlgynia. Xweiweibige. Z«ei Stein ikI.
C'uscuta 303.
LI Ullis.
Orcio 4. Tetragyuia. Vierweibige» Vier Stempel.
Hex 351. Moncliia 104. Sagina 94. Ratliola 109. Bulliarda
215. Potamogeton 530. Ruppia 538.
Ciisciila. Ailcu ilcr Galliiiig Geiitiaua.
Cla.<^si$^ V. PEllTA^DRIA. FtfNWMÄNNlGM.
Fünf freie Staubgefässe in einer ZwiUerblüle.
Ordo 1. Ifloiiosyuia. Kintveihige. Ein Stempel
A. Blüten vollständig, untersländig
a. Vier !>üssc.
Asperugo 365. Ecliinosperniura 366. Cynoglossum 366. Oin-
phalodes 367. Borago 367. Anclmsa 368. Lycopsis 368.
Nonnea 369. Sympliytuin 369. Ecliium 370. Pulmonaria 370.
Litiiosperinuin 372. Myosotis 373.
li. Einfäclierige Kapsel mit freiem achscnständigcm Samenliägcr.
Androsace 444. Primula 444. Lys i mach ia 441. Anagallis 442.
Hottonia 445.
c. EinfäcLeriger Friiclllinotc, zwei uaiulsläudigc Samcntiiigcr.
^lenyantlies 355. Liiniiantlieraum 356.
d. Zwei- l)is fünffäcberigc Kapsel.
Erytliraea 359. Polemoniuin 362. Convolvulus 362. Byoscya-
mus 378. Datura 379. Verbascuin 380.
c. Zuei Balgkapseln.
Vinca 355.
(. Beere.
Atropa 377. Pliysalis 377. Solanum 376.
B. Blüten vollständig, oberstänJig.
a. Kapsel.
Samolus 446. Lobelia 335. Jasione 336. Pbyteuma 336.
Campanula 337. Specularia 341. Wableubergia 342
b. Beere.
Lonicera 258.
C. Blüten vollständig, vielblätterig, untciständig.
a. Vnrcgeliuässig.
Impatiens 124. Viola 75.
1). llegelniässig.
Evonymus 129. Rbamnus 130.
D. Blüten vollständig, vielblättcrig, obcrsländig
Ribes 219. Hedera 253.
— XF. —
E. Klüten unvollständig, untci-st.-indig.
Agatliopliytum 462. Glaux 446. Herniaria 213. Illeccbrum 214.
F. Blüten unvollstäiKÜg , oberstündig.
Tliesiuni 477.
Arten Hei (Jattiingcn Gcntiana, Voivgonum.
Ordo 9. Oigyiiia. Xweiweibige» Zwei Stempel.
A. lllüten unvollständig.
Ulinus 491. Beta 463. Suaeda 456. Salsola 456. Kocliia 458.
Clienopodiuin 458. Haliiuus 463. Atriplex 464. Blitum 462.
B. Blüten vollständig, Krone einblättrig, unterstündig.
Cynanclium 354. Swertia 357. Gcntiana 357.
C Krone fünfl)]ättrig, oberständig (Doldenpflanzen).
a. Köjirclicn oder einfarlic Dolile.
Hydrocotyle 224. Eryngium 225. Astrantia 224.
1.. Dolde iiisaiiiiiicngesefzt.
Sanicula 224. Cicuta 226. Apium 226. Petroselinuni 227.
Helosciadium 227. Falcaria 228. Aegopodium 228. Carinii
229. Pimpinella 229. Berula 231. Sium 231. Bupleuruin
232. Oenaritlie 233. Aetliusa 234. Seseli 235. Libaiiotis
235. Cnidium 236. Silaus 236. Meum 237. Selinum 237.
Ostericum 238. Angelica 238. Arcliangelica 239. Peuceda-
iium 240. Anetlium 241. Pastiiiaca 242. Heracleum 242.
Tordylium 243. Siler 243. Laserpitium 244. Orlaya 244.
Daucus 245. Caucalis 246. Turgenia 246. Tori'lis 246.
Scandix 248. Antliriscus 218. Cliaeropliyllum 249. Myrrliis
250. Conium 251. Pleurosperniuin 252. Coriaiidrum 252.
Ileiiilarla. rolyeneiiiuni.
Ordo 3. Trigynia. Ifreiweibige. Drei Stempel.
A. Blüten vollständig, unterständig.
Staphylea 129. Corrigiola 213.
B. Blüten vollständig, oberständig.
Viburnum 287. Saiubucus 256.
l.r|iigoiiiiiii.
Ordo 4. Tetragyiiia. Vierweibige, Aier Stempel.
Parnassia 83.
Ordo 5. Pentagynla. Fünf weibige. Fünf Stempel.
Drosera 82. Linuin 108. Armeria 448. Staticc 450.
Arien der G^illiingcn Cerasliniii , Spcrgiila.
Ordo e. Hexaeyiiia. Sechsweibige, Scehs Stempel.
I^lyosurus 11.
— XLI —
ClassiSi VI. HEXA^IIRIA. SMCBSMÄJVJVIGX,
Sechs freie, gleich lange Sfaubgefässe in einer Zwilterhlülc.
Ordo 1. Monog-ynia. Einweibige. Ein Stempel.
A. Blüten vollständig.
Berberis 25. Peplis 209.
B. Geschleclitstleekc kronartig, oberständig.
Leucojum 365. Galantbus 566. Narcissus 565.
C. Geschleclitsdecke kronartig, unterständig.
a. SecbszäLnig oder secbsspaltig.
Convallaria 567. Eudymion 577. Muscari 577.
b. Gescblecbtsdecke secbsUläHrig.
Asparagus 566. Tulipa 569. Fritillaria 569. Liliuni 570.
Antbericum 570. Nartbecium 581. Ornitbogalum 571. Ga-
gea 571. Scilla 573. Allium 574.
D. Gcselilcchtsdccke keleliartig, meist troekenhäutig.
Luzula 581. Juncus 583. Acorus 546.
Ljibrura Hyssopifolia.
Ordo 3. Trig-ynia. Mtreiweibige. Drei Stempel.
A. Geschlechtsdecke einLlättrig.
Colchicum 579.
B. GeschlecLtsdeeke secLsblättrig.
Tofieldia 580. Scbeucbzeria 530. Triglocbin 529. Ruinex 468.
Elatine heiandra.
Ordo 5. Hexa Polygrynia. Sechs- — vielueibige.
Scehs — viele Stempel.
Alisnia 526.
Triglocbin mariliu-um.
Cla^i^is ^11. HEPTA^DRIA. SEmBMNMÄNNMGK.
Sieben freie Staiihgefässe in einer Zwitterblüte.
Ordo 1. Jtlonog-ynia. Einweibige. Ein Stempel.
Trientalis 441.
Calla.
rias^si» IUI. OCTAIVDRIA. JLCHVMÄJVJVIGE.
Acht freie Sfaubgefässe in einer Zwitterblüte.
Ordo 1- ]fIonog:ynia. Einweibige. Ein Stempel.
A. Blüten vollständig, Krone fünfhlättrig.
Acer 118.
B. Blüten vollständig, Krone vierblättrig.
Oenothera 197. Epilobium 197.
C. Blüten vollständig, Krone einblättrig, unterständig.
Calluoa 345. Erica 346.
D. Blüten vollständig, Krone vielhlättrig, oberständig.
Vuccinium 342.
— XLII —
E. RItUeii iinvollstäiulig, uiitcistäiulig.
Dapline i70. Passerina 477.
Oi'tlo 9. Iligyiila. Ziveiweibige. Z\v<-i Stciupti
Clirysospictiium 222.
Mucliringla. l Imiis clliis.!. Monutropa.
Ortlo 3. Trigyuia. Itreiweibige» Drei Slemixl.
Polygonuiii 472.
Ordo 4. Tcti'aj^yiiia. Vierweibiqe, Vier Stempel.
Paris 508. Adoxa 256. Eiatine 107.
HIüucLia. Alten dei Galtung Sagina.
Classic IX. EIVW£A^1IRIA. WmUNMÄNNlGm.
]\ciin freie Staubgcfasse in einer ZwillcrJjlüie.
Oi'do 3. Hexagynia. Sechsw eibige. Sechs Stempel.
Butoinus 529.
ClaNHls X. UECAEfllRIA. XEUNmÄNNEGE.
Zehn freie Slaubgefiisse in einer Z«iller]>lüte.
Oi'do 1. Moiio^ynia. JEinweibige, Ein Stempel.
A. Krone fünf-, selten vierhlättrig.
Ruta 127. Dictamnus 127. Monotropa 350. Leduin 346.
Pyrola 347. Cliiinophila 349.
B. Krone einlilättrig.
Androincda 345. Arctostapliylos 344.
Oi*<lo H, lligyiiia. Ziveiweibige. Zwei Stempel.
A. Kapsel.
Saxifraga 221. Gypsopliila 88. Diantlius 86. Kolilrauscliia 88.
Saponaria 89. Vaccaria 90.
B. Sclilitueli.
Scierantlius 214.
Ordo 3. Tri;:;yiiia. Mtreiweibige. Drei Stempel
A. Kelch einblättrig.
Cucubalus 90. Silenc 91.
B. Kelch fünf-, selten vierblältrig.
Alsine 99. liCpigonum 97. Honkenya 99. Moeliringia 100.
Arenaria 101. Stellaria 101.
Ordo 5. Pciitagyiila. fünf weibige. Fünf Stempel.
Spcrgula 96. Malachium 104. Cerastium 105. Oxalis 125.
Seduin 216. Viscaria 92. Lycliuis 93. Melaudriuni 93. Gi-
lliago 94.
Sagina.
— XLIII —
Classis XI. DODECANDRIA. XWÖI^FMÄXXIGE.
Zwölf (seclizebn, acLtzelin) freie Staiiligefässe in einer ZwiUer-
blüte.
Ordo 1. Jfloiiogynia. Minweihige» Ein Stempel.
Asarum 621. Portulaca 211. Lytliruin 209.
Ordo Ä. Ui^ynia. Zweiweibige» Zwei Stempel.
Agrimonia 181.
Ordo 3. Trigyiiia. Itreiweihige, Drei Stempel.
Reseda 81.
Ordo «. Polygynia. Vielweihige» Viele Stempel.
Sempervivuin 218.
Classis XII. irOSAKDRiA. XWAXXIGnÄXNIGVl,
Zwanzig (oder mein-) freie Slaubgefässe in einer Zwillerblüle,
auf dem Kclclie stehend.
Ordo 1. JVIouogynia. Miniveibige» Ein Stempel.
Prunus 162.
Ord* » — 4. IM — Peiitagyiiia. Iitvei — fünfte eibige.
Z\vei — iünf Stempel.
A. Blüten vollständig, untei-ständig.
Crataegus 191. Mespilus 193. Cotoneaster 192. Pyrus 194.
Cydonia 193. Aroniu 194. Sorbus 195. Spiraea 164.
Ordo 5. Polygynia. Vielweibige* Viele Stempel.
A. Kelch mit einreihigen Zipfeln.
Rosa 182. Rubus 167.
B. Kelch mit zweireihigen Zipfeln.
Geum 166. Fragaria 174. Comarum 175. Potentilla 175.
€lassis XIII. POI.YAWDRIA. VIEIjMÄWXIGE,
Zwanzig (oder meJir) freie Staubgefässe in einer Zwillerblüle,
auf dem Blülcnbodcn stehend.
Ordo 1. Monog-ynia. Kinweibige. Ein Stempel.
A. Krone vier-, selten sechshliittrig.
Cbelidonium 30. Glaucium 29. Papaver 28. Actaea 24.
B. Krone fünfhlättrig.
Tilia 113. Heliantbemum 73.
C. Krone vielhlättrig.
Nymphaea 26. Nupbar 27.
Ordo 3 — 5. Tri — Pentag-ynia. Jirei — fünfueibige.
Drei — fünf Stem]>el.
A. Blüten unrcgelmässig.
Delpbiniuin 22. Aconitum 19.
— XL IV
B. Blüten regelmässig.
Aquilcgiu 21. Nlgella 21.
Ordo 'S. Polygrynia. Vielueibige. Viele Stempel.
A. Kapsel.
Trollius 19. HclIeLorus 20. Erantliis 19. Caltlia 18.
B. ^uss.
a. Bluten .ollstän.lig.
Adonls 10. Ceratocephalus 11. Rauunculus 12. Batracliiuin 16.
Ficaria 18.
b. Blüten unvollständig, kronartig.
Pulsatilla 7. Anemone 8. Hepatica 9. Tlialictrum 4. Cleraa-
tis 3.
Classis XIV. DIDYMAMIA. XWKlMÄCMTlGm.
Vier freie Staubgefässc, von denen z«ei länger, in einer Zwil-
terblüle.
Ordo 1. Gyinnospermia. Nacktsamige, Vier freie INüsse.
Elsholtzia 409. IVIentlia 409. Origanum 415. Thymus 415.
Satureja 417. Calainintlia 418. Hyssopus 418. Nepeta 420.
Dracocepliaium 421. Prunella 421. Scutellaria 422. 3Ielit-
tis 423. Marrubium 424. ßetonica 425. Stacliys 426. Ga-
Icopsis 428. LeoDurus 430. I^amium 431. Ballota 434.
Tcuciium 435. Ajuga 436.
Ordo Ä. Ang-iospermia. Bedecktsamige. Samen in Raj)sel.
Linnaea 259. Latliraca 408. Orobanclie 404. Pedicularis 401.
Rliinantiius 400. Euplirasia 398. I>Ielampyruni 402. Limo-
sclla 398. Liiidernia 389. Scropliularia 385. Antirrliinum
388. Liiiiiria 386. Digitalis 390.
Classis XT. TETRADYWAIWIA. riEJt.nÄCHTJGE.
Sechs freie Slaubgefassej von denen vier länger, in einer Zwit-
terl)liUe.
Ordo 1. Siliculosa. Schötchenfrüchtige. Sclioten breit und
litirz.
A. Seli(itelicn nielit aufspringend.
Neslia 61. Isatis 69. Bunias 70. Cakile 70. Crambe 71.
Rapistriim 72. Ruplianistrum 70.
B. Seliötcbcn aufspringend.
a. ScfaeiileHand quer (sckniüler als ilie Klappen).
Tbiaspi 62. Tcesdalia 63. Hornungia 64. Iberis 64. Biscu-
tella 65. Capsella 67. I.epidium 65. Senebiera 68.
— XLV -
b. Spbcldeivanil den Klapprn parallel.
Draba 57. Subularia 61. Alyssuin 55. Berteroa 56. F^unaria
56. Coclilearia 58. Arnioracia 59. Camelina 60.
Arten der Gattung Roripa.
Ordo 2. Siliquosa. Schotenjrüchtige. Schoten schmal un.l
lang.
Arabis 41. Turritis 40. Cardaniine 43. Dentaria 45. Chei-
ranthus 35. Nasturtiuin 36. Roripa 37. Barbaraea 39. He-
speris 46. Erysinium 49. Sisyinbrium 47. Sinapis 53. Eru-
castrum 54. Brassica 51.
Classis XTI. ]flONADEl.PlllA. EI]¥BRtnEHlGE.
Staubfäden zu einem Bündel in einer Zwitterblüte verwachsen.
Ordo 2. Decandria. Xehnmännige. Zehn Staubgefässc.
Geranium 120. Erodiuin 123.
Ordo 5. Polyandria. Vielmännige. Aide Stanhgefässe.
Lavatera 112. Altbaea 111. Malva 109.
Radiola. Linnin. Arten der Gattung Ljsln.achia. Oxalis. Poljgala. Spartiuni. Ge-
nista. Ulei. Antlivllis. Ononis.
Classis XTII. DIADEI.PHIA. XWEIBRÜnURlGE.
Sianbfäden in zwei Bündel in einer ZMittcrblüte verwachsen.
Ordo 2. llexandria. Sechsmännige. Sechs Staul)gelässc.
Fumaria 33. Corydalis 31.
Ordo 3. Octandria. Achimännige. Acht Staubgefasse.
Polygala 84.
Ordo 4. Decandria. Xehnmännige. Zehn Staubgefasse (zehn
Staubfäden unterseits verwachsen, einer frei. Schmetterlingsblüte).
A. Staubgefasse einbrüdeiig.
Ulex 132. Spartium 132. Genista 133. Ononis 135. Änthyl-
lis 136.
B. Staubgefasse zweibiüdeiig. Hülse nicht in Glieder zerfallend.
Trifolium 141. Melilotbus 139. Medicago 137. Lotus 145.
Tetragonolobus 147. Oxytropis 147. Astragalus 148.
C Staul>gefässe dweibrüderig. Hülse nicht in Glieder zerfallend.
Lens 156. Pisum 157. Vicia 152. Latbyrus 158. Nissolia
157. Orobus 159.
D. Hülse quer in Glieder zerfallend.
Ornitbopus 150. Hippocrepis 151. Onobrycbis 151. Caronilla 149.
Classis :X.TIII. POI.YADEI.PHIA. riEL,BRtnERIGE.
Staubfäden in mehr als zwei Bündel in einer Zwitterblüte ver-
wachsen.
— XLVI —
Ordo 3. Polyandria. Vielmünnige. Yicl.- Stauhgcfässc.
Hypericum 115. Elodes 117.
Classis XIX. fSYWGEWESlA. V^ERWACHSEX-
BEVTEL.IGE.
Mehrere Blüten auf genieinschafllicIuMn Blütenlioden. Slaul)-
bcutel zu einer Röhre verwachsen.
Ordo 1. Polyg-amia aeqnalis. Gleichförmige Vielehe.
Alle IMiiteii Z>vittcr.
A. Zimgcnhlülige. Blüten .ille ziingeiiföriiilg.
a. Kelclisaiiiu aus faserigen Slralilen geliiliUt.
Hypocliacris 318. Tragopogon 315. Scorzonera 316. Podo-
sperinuiu 317. Helmintia 315. Tlirincia 313. Picris 314.
Leontodon 313.
I>. lielelisaiiiii ans Haar- oJer borstcnfurmigen Stralilen gehildct.
Cicliorium 312. Prenautlies 320. CliondriUa 320. Taraxaeum
319. Lactuca 321. Sooehus 323. Crepis 324. Uieraciuin 327.
c. liclclisanm niclil vorlianilcn oder ans einem kurzen KröneLen oder ans zwei Itorstcn
gebildet.
Lapsana 311. Arnoseris 312.
B. Ropfblülige. Blüten alle rölirenförmig.
a. FriicLlbodcn uackt.
Eupatorium 274. Clirysoconia 277.
b. FriicLtboden bicncnzcllig.
Onopordon 305.
c. Fniclilhoden spreuig.
Carlina 207. Carduus 303. Cirsium 301. Silybum 305. Ser-
ratula 308. Lappa 306.
Arten «1er Gattung Artemisia, Bidcns, Centaurea.
Ordo 2. Polyg:ainia snpcrflua. tberflüssige Vielehe.
Scheil>enl)lüteu rührig und Z-vvitter. lland-(Straiiieu-)l)lülen röbrig oder
zungenforinig, nur -weildich.
A. Kclchsaum baarig. Frucbtbodcn nacbt. Ilandblüten nicbt ziingen-
lorniig.
Petasites 275. Filago 283. Gnaphaliuni 284. Antennaria 286.
Arten der Gattungen Iimla, Senecio , Cineraria.
B. Rclcbsauni haarig. Fruchtbodtn nacht. Randblüten zungen förmig.
Pullcaria 281. Conyza 282. luula 280. Krigeron 279. Aster
277. vSolidago 277. Üorouicum 295. Arnica 295. Senecio
297. Cineraria 296. Tussilago 274.
C Kclcbsauni nicbt haarig. Frucbthoden nackt.
Bellis 278. Colula 289. Tanacetum 289. Artemisia 286. Ma-
tricaria 292. Chrysanthemum 293.
— XL VII —
D. Relclisaum nicht liaarig. Friicbtboilcn spreuig.
Acliillaca 290. Autlieinis 291.
Ordo 3. Polygramia frusfranea. Vergebliche Vielehe.
SchciJiCiil)lüteii Zwitter und fruchtbar. Randhliiten weihlich, durch Fehl-
sclilagcn uufriichthar.
Ccntaurea 308. Bidens 283.
Allen der Gattung Antlirmis.
Ordo 4. PoIyg:ainia necessaria. J^othwendige Vielehe.
Scheibenblüten männlich oder Zwitter, stets unfruchtbar. Randblüten
weiblich, fruchtbar.
Calendula 300.
TiissiLigo.
Ordo 5. Polygramia seg-regrata. Abgesonderte Vielehe.
Blüten Zwitter, kelchartig umhüllt in einen gemeinschaftlichen Kopf zu-
sammengestellt.
Ecliinops 300.
Classis XX. CYMAKDBIA. WEIBJ^ICMMÄXXIGE.
Staiibgefässe an den Stempel gewachsen.
Ordo 1. Jüonandria. Einmännige. Ein Staubgefäss.
A. Staubbeutel ganz angewachsen.
a. Lippe gespornt.
Orcliis 552. Himantoglossum 559. Gymnadenia 557. Piatan-
thera 558.
I>. Lippe spornlos.
Opliris 560. Herminium 559.
B. Staubbeutel frei.
a. Lippe gespornt.
Epipogium 552.
Ii. Lippe spornlos, zweigliederig.
Cepbalantera 548. Epipactis 549.
c. Lippe spornlos, ungegliedert.
Corallorrliiza 562. Sturmia 562. Walaxis 561. Neottia 548,
Listera 549. Spirantlies 551. Goodiera 551.
Ordo Ä. Diandria. Xueimännige. Zwei Staubgefässe.
Cypripedium 546.
Ordo 6. Hexandria. Seclismännige. Sechs Staubgefässe.
Aristolochia 480.
Classis XXI. jnONOEClA. EI]¥HÄWISIGE.
Männliche und wcihliche lilülen auf einem Individuum.
Ordo 1. Monandria. Einmännige. Ei» Staubgefäss.
Euphorbia 482. Arum 545. Calla 546. Zostera 541. Najas
540. Zanichellia 539.
CallitricLe.
— XF.VIII —
Ordo 2. Diandria. Xueimännige. Zwei Stauhgcfässe.
Lciiina 542. Tclinatojtliace 543.
Ordo 3. Triandria. lireimännige. Drei Statihgefässc.
Alliersia 454. Typlia 544. Sparganiuin 544. Carex 590.
Ordo 4. Tefrandria. Vierntännige. Vier Slaul^golassp.
Litorella 450. Urtica 487. Alnus 515. Betula 516.
Ordo 5—8. Pcnt — Polyandria. Fünf — vielmännige.
Fünf l»is viele Slaiiligclasse.
.\. Itlütcn vollständig, niclit in Kätzchen.
!>Iyrio|»liylluiii 204. Sagitaria 528. Potcriuin 190.
li. Blüten unvollständig, nielit in Kätzchen.
Ainarantlius 454. Ceratliophyllum 208. Xantliiuin 334.
C Blüten unvollständig, männliche oder männliche und weibliche in
Kätzchen.
Fagus 493. Qucrcus 494. Corylus 495. Carpinus 496.
llalimus. Atri|.lc:i.
Ordo 9. monadelphia. Einbriiderige. Stauhläden verwachsen.
Pinus 521.
Ordo lO. Polyadelphia. Tielbrüderige. Vier paarv\eise ver-
wachsene und ein freies Stauhgefäss.
Bryonia 210.
Classis X^II. DIOECIA. XWEIHÄISJGE.
Männliche Jilüten getrennt von weihliehen auf verscliiedenen
Individuen.
Ordo 2. Diandria. Xueimännige. Zwei Stauhgefässc.
Salix 497. Empetriim 481.
Ordo 4. Tetrandria. Wiermännige. Vier Stauhgefässc.
Hippopliae 479. Viscuin 255. Älyrica 520.
Ordo 5. Penfandria. TünJ^männige. Fünf Stauhgefässc.
Cannabis 489. Humulus 490.
Ordo 7- Octandria. Achttnännige, Acht Stauhgefässc.
Populus 512.
Ordo S. Enneandria. Xeunmännige. ISeuu Stauhgefässc.
Mercurialis 486. Hydrocliaris 526.
Ordo lO. Dodecandria. Xw öl f männige. Zwölf Stauhgefässc.
Stratiotes 525.
ropuliis. Mercurialis.
Ordo 13. Monadelphia. Einbriiderige. Stauhfädcn verwachsen.
.Juniperus 523. Taxus 524.
Classis XXIII. POI.YGAMIA. VIELEHIGE.
Männliche und weibliche Blüten gelrennt neben Zvvillcrblüteu
auf einem oder verschiedenen Individuen.
Die Gattungen dieser Klasse sind nach dem Baue ihrer Zwilterhlüte in
den vorhergehenden Klassen untergebracht.
Holciis. Andropogon. Parioliiria. Alriplrx. Ilaliin.is. Acer. Tr.ixin.is.
RECilVI
PliAl^TARlJ]?!
CirculuiS !•
eOTTIiEDOMEAE:
seil
PHAMEROGAHAC:.
Erstes Gebiet
MPrMjANXE]%fnEMCMM»
KEIMHIjA TTPFL,A]%fXB]%f
oder
M^MAJVJEM O GAMjEJV.
Keimung- unter Entwickclung von Keimblättern. Inne-
rer Bau aus Zellen und Gefässbündeln zusammengesetzt.
Anordnung- und Wachsthum der Elementarorgane nach
Richtung- einer Achse. Blüten mit doppelten wesentlichen
Fortpflanzungsorganen. Befruchtung des Keimorgans nach
Ausscheidung- aus seiner Bildungsstätte und Ausbildung- zur
Keimfähigkeit in besonderen Organen. Wahre Früchte mit
einem blatttragenden Keim im oamen.
Classic !•
»ICOTYIiEBOMKAE.
Erste Mitasse.
XlVEMM£ElMMnMjÄTTEnMGE
M^rL,A]¥ZE]¥
oder
ni€0 THJLEin OJVJEX.
Keim mit zwei gegenständigen , seltener mehreren wir-
telständigen Keimblättern versehen. Gcfässbündcl des Sten-
{^els in eine die Achse kreisförmig umgebende Schicht, im
Stamme der bäum - und strauchartigen Gewächse in mehrere
concentrlsche Schlchlcn (Jaliresrliige im Querschnitt) geord-
net, ^vodiuch Rinde nnd Centrahnark geschieden werden.
Der Waclistbuni, unter beträclitlieln-'r /uiiahnic in die Dicljc, aiil'
ilüppeltc Weise erfolgentl : durch Verlängerung der Gcfässhündel am
Gipfel und durch Vervielfältigung dersi-lben im Umfange, vermittelst all-
jährlicher Anlage einer neuen Schicht. Wurzel ruhen- oder büschelför-
mig und dabei nicht selten vielköpfig, mitunter knollenförmig, sehr sel-
ten Zwiebel- oder wurzelstochförmig. Stengel meistens rund, sonst fast
immer vierkantig, die Ilachen Seiten den Klattzeilen zugewandt. Die den
Keimbliitlern folgenden Blätter bis zur Blüte bald gegenständig, und dann
fast immer vicrzeilig aufsteigend, bald ^virtelständig. bald früher oder
später aus beiden Stellungen in die wechselständige übergehend und in
doppelten oder mehrfachen Schraubcnv>indungen (5-, 8-, 13- oder mehr-
zeilig) aufsteigend. Blattseheiden meist mit dem Stengel verwachsen, wenn
aber der obere Theil frei, oft zu Nebenblättern am Uauptblattc ausgebildet.
Blattplatte vielgestaltig, meistens breit und mit einem anastomosirenden
Adernetz durchzogen. Blüten, unter Torherrschender Fünfzahl der Theile
oder "\erdoppelungcn jener , gewöhnlich mit einer vollständigen, in Kelch
und Krone scharf gesonderten, seltener einfachen und alsdann viel häu-
figer kelch- als kronartigen Geschlechtsdecke versehen, selten decken-
los. Früchte aus geschlossenen Fruchtblättern (dem Stempel) gebildet.
Eiweisskörper des Samens meistens gering im Verhältniss zum Keim, oder
nicht vorhanden. Laubblättern ähnliche, oft gestielte, nie mit scheidiger
Basis versehene Keimblätter, die sich meistens beim Keimen über die
Erde erheben.
XEIAIiAlfllFIiORAC:.
Mrste UnterTelasse»
w'nvcMMTnonE]%fnWjtTiaE
Mehrere getrennte Kronblättcr, die nebst den Staubge-
fässen auf dem Fruchtboden stehen.
Orcliiiei^. Familien*
I. RA]VlJ]%'€UIiAC£AE:.
He Cand. Sjst. II. 105.
Kelch 3 — 6-hlä(tripr. Kronitlätter 3 oder mehrere, seifen nicht
vorhanden. Sfauhgcfässc tinhesliniuit viele, untersfiindig, frei;
Beutel angewachsen, mit Läng:sritzen aiifreissend. Fruchtknoten
mehrere, getrennt oder der Länge nach theilweise verwachsen,
selten einzeln. Samen an einer INath der innern Seile. Keim sehr
klein, am Grunde desEiwelsses, mit dem Würzelchen dem Nabel
Cleiiiatis. RANUNCIUiACEAE. 3
zuffcwaiuU. — Meist Kräuter. Klättcr mit selieidifi^en Blattsticlha-
seii, einfach, oft vielartig zerschnitten. Keine IVehcnblätter.
1/^oi'koHiiiien. Auf üH«' Bodenarten verllieiU, docli, mit -wenigen im
Gebiete niciit vorkommenden Ausnahmen, salzhaltigen Boden vermeidend.
Hehrere sowohl auf Sand als Kalk vorkommend, manche kalkstet und kalk-
hold, verschiedene Ilumnsgehalt und schattige Lage verlangend, andere an
Wasser oder Sumpf gebunden.
Gehaltt Auxfjezcichnct dttreh scharfe Stoffe von fliichtufcr öl- und
rampherartiffcr Natur. Die Schärfe tu mchrern bis zum Gifte ffesteifjert.
In andern narhotiseh-ffiftiife Alhaloide, auch eiffenthiimliehe Säuren. Au-
sserdem Extractiv- und Bitterstoffe. In den ff'urzeln vorherrschend Stärl,-
mehl, ferner Gerbestoff, Färbestoffe, Gtimmi u. s.w. Die Samen mehrerer
olreich.
1. Gruppe. CLEMATIDEAE. nAZ.n RJE» E\GMirÄ€H&M,
Kelch in der Knospe klappig oder eingeschlagen. Kroul>i;i(ter ohne
Honigdrüse oder nicht vorhanden. Kinsaniige "Müsschen. Same hiingend.
Blätter gegenständig.
1. ciiEi?iATis. wA^ijnnmnxi.
I.INN. Gen. n. 6!)().
Kelch 4 — 5 -blättrig , kronarlig. Keine Krone. FetlerschMan-
ziffc iVUsschen. Geselil. Syst. XIII. 7.
Mthrjährige Kräuter (A. 1.) oder Sträuche (A. 2.), mit gan7,<'n oder
fiederartig zerschnittenen (scheinbar zusammengesetzten) Blättern. Blü-
ten in reichen Kispen, selten einzeln.
f. C epecta. JLuf rechte Waldrebe» Stengel aufrecht;
Blätter fiederschnittig, Abschnitte eirund - lanzettförmig ; Kelchblätter
o-jcichbreit-länglich, kahl, aussen am Bande Aveiehhaarig.
Lina-. Sp. pl. 767. Kocii Svn. I. 2. Schk. Handb. II. T. 151. Stlrm
Deutschl. Fl. II. 8. Beichenb.Ic. f. 4664. Jacq. Fl. anstr. III. t. 291.
Zwischen Gebüsch, auf steinigem Boden, im süd-östlichen Theile des
Gebiets, als Nordgrenze der GesammtverI)reitHng, sehr selten (Pr. Nord-
hausen, Barby; Schw. Arnstadt — ). Juni, Juli. — October.
BlattabsrlmUle (Blültclien ilcr moistcn Scliiiftstcllci) •'> !) , ganzramlig , 3 -nonig- iirti-
adcrig. Blüten weiss.
Ä. CVItalba. Gemeine Waldrebe. Stengel kletternd;
Blätter licdcrschnittig, Abschnitte eirund, zugespitzt; Kelchblätter läng-
lich, beiderseits filzig.
LmK. Sp. pl.766. Chi. han. 13. Koch Syn. I. 2. Schk. Ilandb. I!.
T. 151. Beichenb. Ic. f. 4667. Beit. u. Abel' Holzart. T. 72. Kngl. bot.
t. 612. Jaco. Fl. anstr. IV. t. 308.
An Waldrändern, Zäunen und im Gebüsch, auf Kalkgebirge, mit Aus-
nahme des nord- östlichen Gcbietstheils häufig. Juni bis August. — Oc-
tolier.
Blallahselinilte li ') , ganziamlig oder grollgesagt, aiirli «olil mit einem oiler «lfm an-
dern la)i|iigcn Einselmitt, fast .j - nrriig - netzaderig. Blüten weiss.
CJEIi'JBÄBXrCJTJEÄ.
JPharmaceutisch-Medicinisches» A.1. officinell (llerh.
et flor. Clemalidis erectae s. Flammulac Jovis) , doch vienia im Gebrauch.
Vorwalt. Bestandth. eisenarüncnder Gerbestoff, der den blattarti(/en
Theilen einen brennend scharfen Geschmack f/iebt , innerlich Entzündun-
f/en veranlasst und den Tod herbeiführen kann. Anwenduufj frisch
als blasenziehendes Mittel, in Auffjuss und Pulverform , fjeißen krebs-
artige Geschwüre und Syphilis. A.'2. ähnlich aber schwächer wirkend.
4 BANlJM€lIIi4€EAE. Tlialirtniui.
Ö1eononiiSCh€S» Die jimf/i-n Sjiro.iscn von ^i. /., ntivlulvm durch
Ahkoclun die Schärfe entfernt , e.t'.ihar. ./. 2. in fVandbekleidiinifen und
LimbcH ißcciijnet , die Zwciijc tu liindmuteriul.
2. Gruppe. ANEJMONEAE. W^I]% nRÖSCMEX GKU^ÄCHSE.
Kclcli und liroiH- in der Rnospc goscIiimleU. Rionblältcr olnu- Uonig-
«htisc oder nirlit voihaiidcii. Eiiisainigc I>ässch«"U oder Rorurriiclitc. Same
liängend. Rliitter wetlisclständig.
«. THAIilCTRlIIfl. lf^El&HMNnA.UTm.
I.l^^. Gen. II. (i;)7.
ei-
Keleh 4-, seUcnor 5-l>lä«trig, hinfällig. Keine Krone. Di
kantige oder läng.srippige Nüs.schen. Geschl. Syst. XIII. 7.
Mehrjährige Kräuter mit melirfaeh-liederselinittigen (seliciiil>ar zusam-
mengesetzten) Blättern und ringesehnitten- lappigen Abschnitten (lllätt-
clien der meisten Schriftsteller), die an dersplhon Art aus der breit läng
liehen bis in die schmal lineale, und aus der umgekehrt eirunden in die
rundliche und herzförmig -rundliehe Form abändern, auch unter dem Ein-
flüsse des Standorts bald mit glatter, lebhaft grüner, bald blaugrün be-
reifter, bald zartdrüsiger Oberfläche vorkommen. Meistens Öhrchen an
den Rlattstielscheidcn und oft häutige Stützblättehen an den Blattstiel-
veräslungen, deren Dasejn oder Abwesenheit nicht immer ein sicheres
Kennzeichen der Art gewährt. Blüten in endständigen Rispen.
1 . ]>i ü s s c li e n g c s t i e 1 1 , dreikantig.
1. T. aqiiilegifoliiint. Ageleiblättrige W^iesen-
r«t«#^.l Blattabschnitte rundlieh-unigek(nirteiruud, 8-spalligmit 3, 7 oder
9 Kerben, kleinere meist 8-spaltig und ungekerbt; llispe doldentraubig ;
Nüsschen bangend, flügelartig-dreikantig.
LiNN. Sp. pl.770. Kocii Svn. I. 3. Sturm Deutsclil. Fl. 11.44. Rei-
CHENB. le. f. 4a35. Jaco. Fl. .-Tustr. IV. t. 318.
Auf V^'^iesen zwischen Gebüsch, auf feuchtem humushaltigem Boden,
im südlichsten Theile des Gebiets, als Nordgrenze des Vorkommens in
Deutschland, sehr selten (Pr. Halle auf der grossen Wiese, unweit Biele-
feld im Geliölzc, bei Niedermülile, an V^^iesengräben bei Rbeda). Mai,
Juni. — September.
Stciigrl 11/2 -' ''<><^^''> ei"f-<il«. stark, rölirig, .luftig angoliuiirlil , t2 3-Iilältrig.
Blattalisrlinitlr gross, zart, o'icii matt unten gr.iiigriin. Hlattstirl>erästungcii mit riindlirlien
Stützblältrliin. Kelche ^ioU•t . SLiiibfäflen lila, Ueiitel gell>. I>iissclien länglich - iiragekelirt-
eiformig.
2. N US sehen sitzend, längsrippig.
•J- Itlältcr .loi.pplt-ficilcrschnittig.
«. T. j^iiiiple^K. Minfache Jflesenraufe Rlattab-
sclinitle länglich -keilförmig und 3- spaltig oder länglich und ganz, unbe-
haart; Rispe länglich-pyramidal mit aufrecht- abstehenden Asten, Blüten
zerstreuet nebst den Staubgefässen zum Theil nickend; Nüsscben cllip-
soidisch - eiförmig.
LiNN. Mant. 78. Koch Syn. 1. 6. Waulenb. Fl. suec. I. 359. Rei-
CHENE. Te. f. 4631. Fl. dan. t. 244 (T. minus).
b. teniiifolhim. Dt'e sehnialbläth'ige, Biattabsclinitte schmal-
lineal, meistens ganz, einzelne 2-, selten 3 -spaltig.
Thalictruni simplex v laserpitiifolium Chi. han. 14. T. laserpitii-
folium \^'lLLn. Knum. hört, berol. SU])pI. 40. (nach Eiemplarcn von ihm.)
T. angustifolium Fl. d. Wctt. U. 287.
Auf Wiesen und an kräuterreiehen Hügeln, auf feuchtem Boden,
im nördlichen Theile des Gelücts, selten; die Spielart auf steinigem Ge-
birgsboden im südlichen Theile (///. bei Ilciligenhafeu die Ostgrenze der
Thaliotriuu. RANIJN€1JI.A€EAE. 5
Gesainmtvcrlu-t'lluiift- errt-ichfiul ; I>. in Br. IVordseitc ilfS Rcgcnsteius lici
BlaiikcnLurg — ). Juli, August. — September.
Wurzel kricclitnd, innen weiss. Stengel 1 '/i 3' liocL. BlalUbsehuitle 6 8'" lang,
3 4'" lirrit, am Rande zurückgerollt, glänzend. Rispe lang, selinial , lorker, Blüten
meist zu 1 — 3. Blattal)sclinittc der Spielart 1.. l,ci derselben I-änge mu 1 1'//" breit.
Blutenstand und Blüten der Stammart. An der Spielart c. galioides (T. galioides INESTL.
PERS. Syn. II. 101. REICIIENB. Ic. f. 46.36.), erst ausserhalb der südlielieu Gebicts-
greiize lorkonimend, \erscLuiälern sieb die Absebiiilte bis zu ^/J" Breite und erscheinen,
der zurückgerollten Ränder «egen, fast faden- oder borstenförmig.
3. T. flavtiiii. Gelbe Wiesenraute* Blattahsdmitte um
geliebrteirund-keillormig, 3 — ö-spalüg oder eiruiidläuglieli, länglieh und
ganz, unbehaart, Stützblättchcu an den untern Veräslungen der Blatt-
stiele; Rispe doldentraubig mit aufrecht- abstehenden Ästen, Blüten ge-
häuft, nebst den Staubladen aufrecht; Nüsschen rundlich -eiförmig.
LiNN. Sp. pl. 770. Chi. hau. 14. Kocii Syn. I. 7. Reichenb. Tc. f. 4639
und f. 4638 (T. nigricans). Fl dan. t. 939. Engl. bot. t. .TV?. T. nigricans
JacO. Fl. austr. Y. t. 421 (mit etwas schmälern Bläfteben).
Auf "Vliesen, auf humushaltigem feuchtem Boden, durcli das ganze
Gebiet hier und da. Juni, Juli. — September.
Wurzel Stocksprossen treibend, innen gelb. Blattabseimitte 1 — 1 '/.j" '""g^ '/i — 'V4''
breit, gclblicbgriin , matt oder wenig glänzend, unterscits heller. Rispe breit, luiterc Äste
fast liis zu Yj ''•■'■ Rispcnböhe verlängert, Blüten an der Spitze der Astchen in lockern
Knäulen zu 4, 6 — 8.
ff Blätter dreifaeb-fiederscbnitlig.
<i, T. angiistlfoliiini. Schmalblättrig e Wiesen-
raute» Blattabschnitte länglich -heilforniig, länglieh oder lineal, mei-
stens ganz, einzelne 2 — 3-spaltig, unterscits zarthaarig, Blattstielvcrästun-
gen ohne Stützblättchcu; Blüten gehäuft nebst den Stauld'äden meistens
aufrecht; Nüsschen ellipsoi<lisch.
Jacq. Hort, vindob. III. t. 43. Rocu Syn. I. 6. u. ß. Spr. Fl. hal.
244. ItEiCHENB. Tc. f. 46:^7. u. /J. (T. ang. heterophyllum). T.Bauhinianum
u. ß. Wallk. Sched. 264. 265 (nicht T. Bauhini Reichenb. das. f. 4636. c. mit
länglich -pyramidaler Rispe und \ielen hängenden Blüten, wozu WallROTB's T. Bauhiuia-
num ß, citirt wird).
Auf \^lesen, auf moorigem Boden, im süd- ostlichen Thcilc des Ge-
biets, als Westgrenze der Gesammtverl»reitung, siellcnwcisc {Pr. zwi-
sclien Döllnitz und Liebenau häufig, am östlichen Theil des Drömling — ;
Br. am westlichen Theil des Drömling bei Vorsfelde — ; Schiflgraben-
bruch unweit Bcycrstedt — ).
Wurzel innen gelb. Blatlabscluiitte 8 10'" lang, 1 2'" breit, hläulichgrün und
glänzend, unterscits weisslichgrün , matt und nebst den Blattstielen mit feinen abstehenden
Härchen besetzt. Blütenstand und Blüten mit A. 3. übercinsliuimcnd , doch nickt wohl hier
und da eine , zu untcrst an den Rispenästeu stehende , Blüte. Gegen die '^ ereinigung mit
T. flavum (I)ÖLL Rhein. Fl. .544.), welches allerdings auch schmalblättrig und mit noch
nicht sprossender AViuzel vorkommt, spricht die auf ganz nassem Standort bleibende Puhe-
sccnz , so wie die stete Abwesenheit der Stülzblältchen.
5. T. niliiiis. Gemeine Wiesenraute» Blattabschnitte
heilförmig-umgehehrteirund oder rundlich-eirund, 3-spaltig mit 5 — 7 Zäh-
nen , lileincrc seicht 3-spaltig und ungezälint, unterscits graugrün oder
hellergrün, glatt oder zartdrüsig, oft bereift; Yerästungen der Blattstiele
ohne oder mit Stützblättchen; Bispenäste abstehend, Blüten zerstreuet,
nebst den Staubgefässen zum Theil hängend; Nüsschen schief ellipsoidisch
LiNN. Sp. pl. 769. Chi. han. 15. Koch Syn. I. 4. IIT. 1015. Schk.
Handb. II. T. 151. Beiche^b. Ic. f. 4627. a.'y. und f. 4628 b (T. gla«
cescens, stark bereute Form). Fl. dan. t. 732 (kleine Mark bereifte' Form). T. mon-
6 RA9ilTN€UI.A€EAE. Tlialictniin.
taiiiim \^'allk. Siln'<l. 2-'iö. T. |>iil>csri-iis I>e CaiM>. Prodr. I. 1:3 (<lii- iWü-
sigc rorm).
b. collinuiii. nie lichtgriiHe. >lcis( Kleiner iiml oll kniclisti-iigclig;
ßla(l:il»s(linilt<- riiiitHlcli-iiingicki-lirteiriind, iiultercii't und grasgrün, Rispe
speri'ig, IMüsscIien liiir/.er.
T. c<)lliiiuniA> ALi.R <las.2.i9. Clil. lian. Ifi. Koch Syii. ed. 1. 4. Rki-
CHENB. das. 1". 4()27 /i. und 4028. (T. llexuosun)). T. minus Jaco. Fl. austr.
V. t.419.
C. innjuH. JMie hohe, lieln-racli liölier; Kladaliseltnittc umgelielirt-
eirund-heilföfniig, <lunl;e)gi iiii , un(e^^^ä^ts grünlicligrau ; Rispe dolilig-
vielästig, 3iüssclien gesd-eclit und stärl.cr gehrümnit.
Chi. Iian. das. T. minus ?. Ko< :ii Deulselil. Fl. IV. 128. T. majus Jaco.
das. V. t. 420. Reichem!, das. f. 1029. Engl. I.ol. 1.011.
(I. elatuiii. nie schlanke, Meln-laeli höher und sehlauh; Rlattuh-
schnitte grösser, fast rund mit seiehtern Kinschnillen und meist lierz-
l'örmig<'r Basis; Rispe weilscli^veilig mit schlaß'en, l'ein anslaureii<lcn
Ästen, aussehen sparsam, gestrecl.l.
T. elatum MiRR. Syst. veg. ed. MV. .518. REicHK\r,. ilas. f. 40.33 und
4634 (T. capillare). *T. majus V^allr. Ann. hol. 72.
An Hügeln und steinigen Berghängeu aul' sonnigem troekenem Roden
auch im liüstensaude die Kleinern Formen — auf magern AViesi-ngrüuden,
an Feldriindern und Aeltcrraineu , ln>sonders der hergigen Gegenden, die
grössern Formen der llauptart, stellenweise durch das ganze Gehiet; e.
mi'ist zwischen Gehüsch, auf hesserm Roden; d. auf humoseui h:ilh-
schatligem Waldhoden. Juni, Juli. — ■ Septemher.
Wiirzelstork n.icli tiusländcn Auslaiifor lrcilieii.1. Stcngrl ilc-i lilciniMii ForiMc-ii 1 1 '/ /
liocli, an den untern, gcnäbcrl i>ti-licn<len Knoten \on den Basen nielit enl«iclieller oder ali-
gestorliener Dl.illstiele N('lni]i|iig bekleidet, meist knieliig gebogen, fest, stark und gerieft.
Itlätter bereift, aiieb ivobl meblig- sLinbig und bläuliebgrtin oder nnbereift und gr.isgrün ; Itlatt-
iibsebnillc >on 3 — r'^'" Durebmcsscr. Mittlere Rispenästc oft wagererbt gospreixt, >üssebcii
. eifiirmig-ellipsoidiseb. Stengel der grössern Formen 2'/.^ 3' boeb , Knotenslüekc der
IJasis »erbältnissmiissig länger und daber weniger sebu|i|>ig bedeekl, oberer Tbeil weniger gc-
kniekt, dirkwandig-r.ibrig. «lallabsebniltc ^on 4 «'" »urebmesser. Rispe meist »eniger
sperrig, an den untern Asten beblättert, INnsseben ellipsoidiseb. Spicla. e. ))is 4' boeb,
Stengel gerader, nebsl den sl.irk widerlieb rieebenden Itlättern blan bereift, Bkillabsebnille
meist 8 9"' lang, 4 •'>'" breit. Rispe •'/.j — .l'lang mit (juirlständigen , l>auebigen , bis
in die Rispenspilre \aii Itlällern unlerslützten Ästen. Rliiten der Aslendungen meist zu 'A
bis Ti; INüsseben länglieli-ellipsoidls.b Stengel der Spiela. d. eben so boeli, stark ri.brig,
diinn«andig, seb«a.b gerieft. IJk.llabsebnille von U 10"' im D.irebmesser, Rispe weit-
sebiveifig mit dünnen, fast baarfeln auslaiifeuden Asien; Xisseben bäufig 7.nni Tbeil feblseblagend.
Die mebr oder mind.r dielite Reklei<bing der Stengclbasis mit Rlattstielsebeiden bangt
lon der Länge der Knotenslüekc ab, und stellt unler dem Einflüsse der näebsten l nigebung
auf Entuiekelung und Absterben der erslsjirosscnden ßläller Die Früebtc baben 1 Rü-
eken-, 1 gegenüberliegende Bauebrippe und jederseils 3 «eilenständige Rippen, sänimllieb von
der Basis bis in die Spilze auslanlend , »unaeb die Ansseben 8-rielig ersebeinen. Riieken-
und Bauebrippe baben zu I>eiden Seilen die Anlüge zu einer, über ihrer Basis entspringenden
lind parallel niebt ganz bis zur .'»pilze auslaufenden INebenrippe, die nielit immer zur Aus-
bildung, d. b. zum Hervortreten kommt. Öfterer kommen die Aebeiirippen der Rüekenrijipe
xiir Ausbildung, liisiveilen beide, bisweilen nur eine; weniger oft, slalt jener, die Baneb-
nebenrippen, ebenfalls bald beide, bald nur eine: in jedem Falle ersebeinen alsdann die
INüsseben 10- oder »-rlefig. Die glelebzelllge Ansbi'ldnng shmmllieber >ebenrlppen, zu
r_'- riefigen :>üsselien, beobaeblete ieb nielit. Diese Bemerkungen in Bczlebiing auf Hrn.
DOLI.INEKS Mlllbeiliing in Kocil Svn. III. lOl'».
Die Slülzblalleben feblen meistens, doeb beobneblele leb sie luebrmals an der Hauptform
iinil au der Splel.irl d. Anfang nnd Dauer der Blütezeit bangen selir vom Boden und Lage
ab. — leb bezocifle niebt, dass aiicb T. svlvalieiim KoCIl S\n. I. 4. liierber geliiirt.
PulsatiUa. HAWrMCUI.ACEAE. 7
Phartnuceutisch-]n.edicinisches. tri. 3 und 4. wlthen uh-
f'ühreud und diinclisch, sind indessen nur noch im Iftiustjehiaueli. Neuer-
lich hat man ./. /. ztim of'fleinellen Gebrauch empfohlen.
Vechnixches, lue ff urzeln von A. 3 u. 4. enthalten tfelben Färhc-
stoff, der mit Zusatz von ff'einsteinöl in das Oranfjenf'arbene übert/eht.
3. PUIiSATIIiliA. HUMSCMXIIjMjE
TOIKNEF. llist. •2S4.
Axissciikcleli 3-])lä«trig, s(eiigell)laltar(jg ahgoiiick». Kelch
ki'onariig, 5 — D-]>läHrig. Keine Kroiie.^ KonifViicIile luil bärli-
ffeii ScIiMHiizeii. Gesclil. Svst. XIII. 7. ...
Mfhrjjihiigc Fiiilfliiigski:uit«M- iilit scluiftarligi-in , scidciiliaang - zoUigrni
Stengel, meliifacli fietlcrsdinUdgeii Wiiiztlhlallci ii und 'i, in <'ini-n >Vii«el
vereinigten, fingerföiniig- vieUheiiigen Stcngclldaücrn . den in lironltil
«lang übergegangenen Releh vertretend. Illüten lulpenartig.
•;• A II s s o n k e 1 <■ li sitzend, f i ii g c i- i p; - > i o 1 1 li c i 1 i g.
1. P. veriialis. Frühlings-Kuhschelle. IMäiier lieder
artig zers(linilt( 11 , Aiiseliiiiüe eirund o<ler nnigek« lirteiruiid - keilfürniig,
2 — 3-s])aitig, mit ruiuUicli-lauglielien, ganzen oder 2 — 3-lap|)igen Zipi'eln ;
Blüte anfre<lit, odeiigloekig mit geraden IJlättern.
Hill. diet. n. 3. "Anemone vernalis Linn. Sp. pl. 7.59. Koch Svn.
1. 8. Stirm Deutselil. Fl. H. 24. Heichenb. Te. 4660. Fl. dan. t. 29.
An Hügeln, auf sandig -linniosem Boden der Heiden, selten (.WA. 31 an -
dclsliagcn «n^veit Rostoek, LudAvigslust — ; Iln. zwischen Gartow und
Trclicl, bei Daniienberg — ). März, April. — .Inni.
Blüte mittelgross, weiss, aussen wolet üherlaulcn , ciselieint erst Iiei völlig eiitnieKellf n
Uliiltern. Zipfel der Fieilersclinilte 1 1 '/.,"' breit iin.l iveiiig melir als «lopiielt so lang
Ä. P. vulgaris. Gemeine Kuhschelle. Blatter 3-facli-
liederscIiniUig mit schmal linealeu, spitzen Zipfeln; Blüte fasi aufrecht,
glockig mit ohen anfrecht-ahstehenden Blättern.
Lob. Ic. 281. f. 2. Chi. hau. 18. Anemone Pnisatilla Linx. Sp. pl. 7.59.
Koch Syn. I. 8. Stlr:« Deutsehl. Fl. H. 7 und 46. Beichenb. Ic. f. 46-57.
(!. (P. vulg. angustisecta) Fl. dan. t. 1Ö3. Fngl. hol. t. 51. IIa\ne Arz-
neigov. 1. T. 2:2.
b. latisecta. Hie bteitschnittige. Blattahschnitte 2— 3- fach brei-
ter, lineal- lanzettförmig; Blüten meistens grösser.
Anemone vulgaris v. ealcarea H.^mpe Prodr. 11. herc. 3-5. Beichenb.
das. f. 4657. ß. (P. vulg. la(isecta).
Auf Waldhügeln und Weiden, auf magerm sandigem Boden , hierund
da, iedoch nicht mehr im Westen der Linie von Hannover nach Lüneburg;
die Spielart auf Kalk (diese Iln. Alte Stollberg über Steigerthal). März,
April. — .luni.
Blüten etwas früher als ilie Bl.itter zur Entwiekelung l.onimend , gross, purjiurfarl.en
,iolet, naeli dem A.ilblühen sieli elwas neigend luid in J.lauc Färlinng übergehend. Blalt-
/.i|.fel oft kaum '/2"''hreit. "\ ariirl mit rosenrotLcn Blüten. Die Spielart >on der Blatl-
form der V. Halleri.
3. P. prateu^iis. Jf"iesen.M£uhschelle, Blätter 3-fach
liederschnitlig mit liuealen kurzs]iilzigcn Zipfeln; Blüte hängend, zusam-
mensehliessend- glockig mit zurückgerollten Sjiitzen der Blätter.
Mill. diet. n. 2. Chi. han. 18. Anemone pratensis Likn. Sp. pl. 760.
Koch Syn. 1.9. Schk. Ilandb. 11. T. 1,50. Sturm Deutsehl. Fl. 11.46.
lkElcHE^B. Ic. f. 46-55. Fl. dan. t. 611. HAY^E Arzneigew. l. T. 23.
An Gebirgshängen , auf steinigem Boden, auf Sandhügeln des Flach-
landes und auf Heiden, hier und da, am Thüringerwal de die Südgrenze
des Vorkommens in Deutschland erreichend. März bis Mai. — Juni, Juli.
8 nA9iUNCIJIiA€EAE. Anemone.
ItliiKii iiiil <U-n niallirii uilcr etwas nach dirscn erbclieinciid , um die Uälfto lilcinrr al>
.111 der vorliergeliendeii Art, seliivarzviolct , selten weiss oder slroligelb , sclion lor dem Aul-
liliilien nach nnlen geneigt. lHattiipfel '/.j'" hreit.
ff AiLssenheleh gestielt, .0.1 der Gestalt der «lälter.
"1. P. alplna. Alpen-Kuhschelle» Illättfi- 8-z;ililig-mclii-
fiicli fictlerschiiittig, Zi|)rcl l>oo;ig liiical -lanzrltrörinic, 3 — 5- zäliiiig-cin-
gcscliiiitten; Blüte aiiircclil, ollen iiiil ausgebreitet- abstehenden Blätteiu.
De l'Arb. FI. (l'Auv. e<l. 2. 552. CM. lian. 17. Anemone alpina Linn.
Sp. pl. 760. Koch Syn. I. 9. Stlrm Deutselil. Fl. II. 51. Reichenb. Ic.
f. 1653. Jaco. Fl. austr. I. t. «.j.
Auf der änssersten Gehirgshöhe des Harzes, auf niagerm steinigem
Boden, als IXordgrenze der Gesammtverbreitung (/*>•. am grossen und
kleinen Broelien). Juni, Juli. — August.
Blüten gross, «eiss oder gelhliehweiss. Stiele der Anssenkelchshlättcr heidcrscits »on
der scheidig berablaiifenden Basis der beiden änsscm Aksebnitte cingefasst. Blätter erst nach
dem A'erblüben der Pdaiize völlig ausgebildet. Variirt am Brocken in der Grösse »on 'Z"
bis /,■■ 1' und darüber.
^harmaceuti«ch-Medicinisch e»» ^in. S. S. olfidncll (Herb.
Pulsatillae, P. vulgaris s. eaeruleae vi'I llerba >enti s. ^olae culiuariae),
doch wem'ff im Gebrauch. f'orwalt. Bestnndlh. scharfe ätheri.teh-
öliffc campherartiije Substanz: ^Jiicmottin (Anemonen- oder Pulsatillen-
campher) , Anemonsäure , und eisentjrünender Gerbestoff. An wen dun fi
äusserlich als ausi/epres.ster Saft ffcjien Geschwüre bei Thicrcn , innerlieh
als Aqua destilla'ta und Extract.' Pulsat. f/ei/en Gicht, Itheumatisnien,
ffassersucht, meist als Volksmittel. Beide Arten corrosiv wirkende Gifte
Technisches» ^irt. 1 — 3. bieten sich der Gewinnunt/ des Cam-
phers^ aus dem liraute an. Auch liefern sie (frünen Färbestoff.
ÖTeonontiSCheS* SämmlUch Zierpflanzen, die sieh leicht füllen.
.i.4. als Teufelsbart eine Zierde der herf/sträusse , den Brockenbesu-
chenden wohl bekannt
4. AiiKivioivv:. jfENnnöscMmN
TOIRNEF. Inst. "275.
Ausseiilielch 3-l)lälfiig, stengcll)l.'inartiff abgerückt. Kelch
kroiiartiff, 5— 9-bläUns;. Keine Krone. Ges.luiäbeltc Koni-,
friichfe.' Geschl. Syst!'XIII. 7.
Mehrjährige Kräuter mit schaftarligcni Stengel, 3 — 5-theiligen, un-
gleich elngesehnitten -gesägten Blättern und 3, in einen \^ irtel vereinig-
ten Stängelblättern, den in Kronbildung übergegangenen Kelch vertre-
tend. Blüten einzeln oder zu zv%ei.
f AViincl stoekartig.
i. A. neniorofiia. Bain. Windröschen. Stiele der Au-
ssenkelchsblätter halb so lang als die seitlich abgerundeten Blätlchen; Blü-
ten einzeln, Blütenblätter beiderseits unbehaart; Früchte seidenartig-
flaumhaarig.
Li>\. Sp. pl. 762. Chi. hau. 17. Koch Svn. I. 10. Schk. llandb. II.
T. 1;50. Sturm Deutsehl. Fl. 11.14. BEicttENis. Ic. f. 4611. Fl. dan. t. 549.
Kngl. bot. t. 35.5. IIayae Arzneigew. I. T. 24.
Zwischen Gebüsch, in Hainen und Wäldern auf frischem hiimosem Bo-
den, häufig und meist heerdenweise. llärz, .Vpril. — Juni.
^Vurielstork boriionlal oder seliriig ..b«iiHssloigend , l.isl bol7...ilig. seh» .u/.br.uin. Bluten
ilHa,s nickend, lart, weiss, aussen rolb .ingcbaurlit.
3. A. raiiiiiiciilolflei!). Gelbes fflntlröschen. Stiele
Hepatica. RANIJN€III.A€EAE. 9
der Aussciikc'lelisldätter vielfach kürzer als die lundlich-lieilföi'inigeii Blätl
chen; Itlüten meist zu zwei, Blütenblätter auswärts iiel»st den Früchten
flaumhaarig.
LI^^. Sp. pl.762. Cl. hau. 17. Koch Syn. I. 10. Sturm Dcutschl. Fl.
H. 7. Reiche>b. Ic. f. 4643. Fl. dan. t. 140. Engl. Lot. t. 1484.
In Lauhholzwaldungeu und Hainen, an feuchten Plätzen auf humosem
Boden, weniger häufig als A. 1. April, Mai. — Juni, Jul .
Wiirzclsfock der A. 1. Bluten, wenn sie einzela stellen, meist mit <ler Anlage einer
iwcifcn in den Achseln der Aussenkelchslilätter , gesättigt gelb, ohne Glanz.
ff Wurzel hiischelformig.
3. A. sylvestris Waltl-Jyindröschen, Stiele der Au-
ssenkeMishlätter fast halb so lang als die geradlinig -keilförmigen Blätt-
chen; Blüten einzeln, nickend, Blattstiele und Früchte zottig.
LiNN. Sp. pl. 761. Chi. han. 16. Roch Syn. I. 10. Schk. Handb. II.
T. 150. Beichenb. Ic. f. 4657.
In lichten Waldungen bergiger und hügeliger Gegenden, auf kalkhal-
tigem Boden der südlichen Gebietshälfte, in der Linie von Osnabrück,
Hildesheini, Wolfenbüttel — die IXordgrcnzc des Vorkommens in Deutsch-
land erreichend. Mai, Juni. — Juli.
Dreifach höher und starker als Art. 1. 'i. Stengel und Blattstiele mit langen, abste-
henden, gegen die Blüte hin anliegenden, wollcweissen Haaren bekleidet. Blüten einzeln,
gross, niilchweiss, aussen rothlich angelaufen.
GMU^MRJBI.ICItJES.
PharmaceutiSCh-JIKedicinische«» A. 1. besonders ehedem
of'ficinell (Herb, et Flor. Uanuneuli albi), jetzt noch als Volksmiltel im
Gebraueh. f'orwalt. Be standth. fluchtiifesÖl (Anemonöl), unter Zutritt
der Luft in Anemonin und Anemon säure übersehend (Schwartz in Geiger's
Magaz. f. Pharm. X. 188. XIX. 167). Anutenduuf/ des liratits äusserlich
als blasenziehendes Mittel, innerlich des destillirten IVassers der Blumen
fjcfjen Bheumatismen, Ifämotrhoiden u.s.w. A.2. schärfer an Säften.
' ÖTeonontiSCheS. Art. 1. 2. vom Viehe häufig tjenossen Bluthar-
nen und Convulsionen bewirkend.
5. HEPATICA. ItMSiMnBMjUJIES:.
Dill. I>ov. gen. 108.
Aussenkelcli 3-hlätlrig, ciiihlütig, angerückt. Kelch kroii-
artig, 6 — 9 -blättrig. Keine Krone. Auf zelligcm FiueJilhotlen
stehende, geschnäbelte Kornfrüchte. Geschl. Syst. XIII. 7.
Mehrjährige Frühlingskräuter mit cinblumigen Blütenschäften, die zwi
sehen überwinterten Blättern aus wurzelständigen Knospen sich entwickeln.
Aussenkelcli ohne zwischeustchendes Schoss dem Kelche anliearend, canz
blättrig.
1. M. triloit». fr ühlingjf.Jüeb erhlunie» Blätter herz-
förmig — 8- lappig, mit ganzraiidigen Lappen.
De Cand. Syst. I. 216. Chi. han. 19. Fl. d. Königr. Ilann. Beschreib.
Abtheil. HL Titelblatt. Anemone hepatica Linn. Sp. pl. 758. Koch Svn.
I. 7. Schk. Handb. IL T. 150. Beichenb. Ic. f. 4642. Fl. dan. t. 812^.
In Laubholzwaldungen, Vorhölzern und Feldgebüschen der kalkhal-
tigen Hügel- und Berggegenden, häufig. März, April. — Juni.
Mit liolet- azurblauen Blüten eine liebliche Verkündigerin des nen beginnenden Blu-
menschmucks der Erde , wenn noch kalte Märzluft die nnbelaubten Haine durchscbaucrt und
t'chneelagen die nord- östlichen H.inge bedecken.
GJEW^ERBriCHEJS.
OlCOnomiSChCS» Zierjiflanze der Gärten, wo sie eine dunkel-
10 RANIIN€1J1<A€EAE. y&doniH.
liliif'url)i-ne, sritin c/iic iix/v.vc Si>iil<(il hildrl und siili li-ivlil l'iilll. tu
F)i(lij(ihyshiii.-.cn den Sltidlcrii willlcoinmcit. /hn Itiiiicii eine iiiihc Muh
lumf hiricnd.
i.l^^. (;.-... (i!)S.
I»clc]i 5-l»lii((iig. luM>iH> -5 — 2')-l»l;il(i'ig. In einer Aliro slo-
lu'iulc gescimähelk' >'iis.scli('ii. (Icsehl. Sysl. XIII. 7.
IVm- (All. 1— ••}.)' <"'<•'• "»••l"iji'l"'S<' (^- 1) ^lauter inil aiiricclil.in
Stciigol, iiuliilaoli fi<a<Mtli<iligfii, siJimallhical - ücdiiigcii lllälliin. 15l(i-
(cu nulstäiKlig, einzeln.
.]. ^\nr,.,^\ oi„jal..lg. rru.las.l.nal.ol gor.,.!.-.
1. A. aestivalis. Sommer -Adonis, Kelch unl.ehaaii,
<len ansgelii. Ueleii Kionl.laUei n anllrgencl; >iisselien mit 2 Zälmen ver-
sehen, Selinal.el ffesdeel.l . gleielilai l.ig.
LiNN. Si. 1.1.771. Clil. iiaii. 1!). Koch S>n. I. 11. Rkichknr. PI. ciil.
IV. r. 15)1)— 191. le. r. U)l<). A. niiniala .jA(:n. Fl. auslr. 111. t. ;i"il.
b. iiiicraiitlia. W/e klchihliUiffr. Zarlee; IJIülen 3 laeli Kleiner,
Uoiiil.laltei- Nveuig liinger als <ler Keleli
Cl.l. han. lü. \. niieianllia I)k Cam.. Pio.lr. I. 2i.
Lnler der Saal nn<l aul" IJiachen. anl" l.allilialligeni «»iler mergeligem
ßoslen, liänfig eingeliiiigeil. Jnni, Jnli. — Angnst.
Rioiil.liillor incislcns S, in,-niiigrolli (A. .nc.sli>:ilis K.), sholigoll. (A. fla.a I)K CaND.
.las.), .-i.irarl.ig o.lei- mit einem l.l.n.isoli» aiioil Flccli all ^rr ISa.sIs (A. inaculala ^^Al.l.K.
SHie.l. -210.). i\iiss.lic.i iiol/.ailig-iuiijlig, mit »oisi)iiiigeml<-m Rucken- iiiiil «aurl.Uiele,
einem Zaline unten am Uuekenliicle , <ler l.eiileiseits in eine «jnei- über den ßaueli 7.ielien(\e
eilial.enc INalli .iiislanfl, iincl einem zueilen seliriig gegenüber, mit weleliem iler Itancliki.l
..l.en en.ligl. Selinal.elilel.lnng an. reilen Aiissel.en «lei- Aeli.s.- enlspreeliena. Frneliliiliie
.'Uin.lrisel..
Ä. A. flaniiiiea. Brennentlrothe uAdonis, Kelch rauh-
haarig, den ansgehreitelen Kiitniilall.rn anliegend; aussehen mit 1 oder 2
sclnvaehen Zahnen v.Mselien ; Siimalul aiilVeehl, an der Spil/.e I. randig.
Jaco. Fl. auslr. 1\ . 1. -T)."). Cid. han. 20. Kocii Svn. l. 11. KkichkiMI.
IM. eril". l\. 1". 49.J. Ic. f. 1(520.
Inier der Saal, auf halhhaltigeu Äckern, im südlichen Theile des Ge-
hiels, als Xordgreiize der Gesamnitverhreitnng, hier und da eingehiirgerl
(/I.V. am Kratzenherge hei C'assel — ; Srinv. Franl.enhausen , Ilachelhich,
llehra, Schlolheim — ; Pr. ^ucrnirl , «oeliendorl" und llossleix-n , Anlc-
hen, llalhersladi, >Verniger(.de — ; //(.. SIeigerlhal, Dransleld, GöUin-
geu — ). Juni, Juli. — August.
Kelel.Wlall.r an .ler Sj,it,.e ge/.äl.nell. K ,.,nl,lal(.-. meistens ."J ■'> , einlarl.ig s.l.a. lael.-
,oll. (A. a..<.mala ^>A1.LR. S.l.e.l. eril. •->7.-{) , o.lei mit einem s,l,»a,^en I-le.Oi an .le.
ISasis, seltener lilassgell. (A. Ilaia DE CaM). Pro.!.. I.-i4. , «las HOFKMA?>N'sel.c Sjnonjn.
ansgesel.lossen). Ausselien um die Hal.lc Ideiner al.s an der vorigen All, mit scli.väel.er
i.Mlrelend.'i. Ki.li'ii und Zaiinen , so dass der untere Zahn oft ^ersellwindot. Selmaliel dem
„her.. Zal.n .•.„liegend, am .eilV,. i>„ssel.e.. nnt.r reel.tem ^Vinkel mit dessen Ael.sc anl-
>-"ls S"'i'- '■ •■'"■■l'l^'l"'- 'xlindris.l..
3. A. ailtUinnali^. Merhst. A^tloniS. Kelch nnhehaarl,
von den haliihngelig znsaninienschliesscndeu Eiroulsläüern ah.stehend ; -auss-
ehen ung<'z;ihnt, Sclmahel geslreel.l, gleichlarhig.
Li>N. S|». pl.771. Kocit S\n. l. 11. llKicuKM). Ic. f. 1621. Kngl. hol.
I. ms.
VurÄel.erii und an Schiillhaureii, sehr i-inzcln verwildert und liunrn der
Flor angehörig {Pr. Halle, Kamen—; lln. Osnahnich — Ol. und III.).
Kronl.l.itter meistens Ü 8, l.lnlioll., an der Itasis scli^ar/.. Uiel.lnng d.s S.l.nal.els
" ic an A. l. Fruditälnc läiigllcli - eiforn.ig.
üfyosiirus. RAJ^UHVClIiACE AE. 1 1
ff ^Vlll•^eI iiieliij(.l.iig. F i ii eh l s <• I, u a I, cl 1. 1 e i s .• I Co i in i g a I. » :i i l b gehiiii t.
4L. A* vei'iialis. Frühiinffs- Adonis, Kelch und fast
liiigi'li^e ungczäliute -^üssthcn wi'icliliaaiig; Scbnaltol lairz , al)wärts gc-
licliti-t.
LiN,\. Sp. pl.771. Chi. hau. 20. Koch Syn. I. 11. Schk. Haiidl.. II.
T. 152. IVeichknb. Ic. f. 4622. Svcnsh liot. t. 555. A. apciiniiia Jaco.
Fl. aiistr. I. t. 44. Uayne Arzneigew. 1. T. 11.
An A^'^aldhiigcln , auf sonnigem magern KalksteinJ)oden, im südliclien
und süd- östlichen Theile des Gel)iets hier und da (Schiv. Franl.enliau-
sen, Steintliallehen, Itadra — ; P». Beniistädt, Kulme, jVuleJ>eu, am Stein-
holze liis zum gläsernen ]>löneh liei <^)uedliul»urg, Iluy, Langensleiner
Feld, llöruiche, Fastl.erg l.ei >Veruigerode — ; ./«. Sanderslel.en, Rern-
hurg— ; Br. Catteustedt, gr. Fallsteinc, Ilees l)ei Beierstedt, Klotzl>erg,
llotlielierg, Asse als nördlichstes A orkommeu in Deutscliland ). 3lai,
.luni. — August.
Blüten fast 2" im Diircliniesser , Kioiil)lällcr '20 iiiid iii<-lircie , oilroiieiigclli , scülcnailig
glänzend, aussen grünlicli oder rüllilicli angi-laiil'i>n. Friiclitälire elii[isoidiseli.
GJEUMRSZ.ICIIMS,
Phamtaceutisch . ItKedicinisches, Die rVinzd von yl.4.
ehedem mehr als jet-.l officiueU (WaA'w Adonidis). f'orwnlt. Bcstnndth.
drastiseh bilteier I'J.vliaclivsloff und sehnrfes Jliiiz? Anwendung und
fVirliunif fjfeieh der fJ^urzel von llelle]»orHS niger, mit der sie in den
Apotheken vernieehselt wird.
ÖTCononiiSChex* ./. 4. Zierpflanze. Art. 1. 2. in manchen Ge-
f/enden zum lirnnzwinden verhiiaflieh.
3. Gruppe RANIJNCULEAE. EIGMN TZ..nAIt\K]V W.GJEW\
Kelch und Krone in der Knospe geschindelt. Kronldiitter an der Basis
mit einer Iloniggrul»-, tiuter >velcher meist eine Schuppe liegt. Eiusamige
]>üsschen. Same (.lljosurus ausgenommen) aufrecht. Blatter vechscl-
ständig.
«. ITIVO^URVIN. MÄUSüSCMEnJLIfX,
l.WN. Gen. ;J94.
Kclcliblältcr 5, Uli dvv Basis dure!i_ einen naeh iiiilen gericJi-
tcten Sporn verlängerl. Kroiihlätler 5, mit rölirenarligeui, eine
lloniggrnhe trageiuleui3«agel. Nüsschen dreikantig. G. Syst. V.O.
Finjiihrige Meine Kräuter mit schmalen Wurzelldätteru und 1 -blutigen
Schäften. Niisschen einem langgestreckten Fruchthoden eingesetzt.
1. ]?I. iiiiniiiiQi.«. Gemeiner Mäuseschwanz, Blätter
sdimal S]>atelförmig-liiieal, Blülenschäfte liaum länger als ilii- Blätter.
LiNN. Sp. pl. 407. Chi. ha». 20. Kocii Syn. 1. 12. Schk. Handl». I.
T. 88. Sturm Deutschi. Fl. II. 11. Beichenk. Ic f. 4569. Fugl. hol.
t. 43.5. . .. _
Auf Achern und Triften an sandigen feuchten Stellen, häufig.
Holic 2 3". Slauligefässe .'» 20. Kionon golMiel.griin. Fnulilliodeu «alzig-lio-
gelfürmig, 1'/./' ]a»g.
8. TERATOCEPHAIill^i. ^M CMMEj^A.MK.
MoivcH Molli. 218.
Kelch 5-]jlä(lrig. Ki-onJilätler 5, an der Basis mit einer Ilonig-
gruLc. INüssclien 1-samig, mit 2 leeren Fächern. G. Syst. XIII. 7.
Einjährige, hIeine, Avollig- haarige Kräuter mit vieltheiligen \AurzeI-
Itlätfern und 1 -Mutigen Schäften. I>(üsschen ährenartig einem länglichiu
Fruchthodcn eiugesctzt.
12 RANIINCVIiACEAE. Ceratocephnlus.
' 1. C falcatn». Genteiner Sichelsame» Rlätu-r ge-
stielt, rmserlöiinig in liiieale Zi|»l'el getlieilt; I>iissclieii mit einem sicliel-
lurmig gehobenen Sclinaliel.
I»Kii.s. Syii. 1.341. Rocu Svn. 1. 12. Reiciieinb. le. f. 4570. Jaco. Fl.
.uistr. l..t. '48.
Auf .iekern mul an Aekerriiiuleiii, auf lehmigem Boden, am siullichen
Saume »les Gebiets, als der I>lor<lgrenze der Gesammtverbreitung, sebr
selten und einzeln Avaelisend (^c/tiw. Greusseu bei Schilfe). April, Anfang
Mais. — Glitte Juni.
Uulu- -i :i". Hlatlsticlc so breit «Is ilic IJI;ill/,i|.fol , Blatter 8-llieilig, minierer AJ.-
srliiiiU g.iiii oder 1 MjI, Scilcnabsclinlttc '2 3 Mal gal.elspaltig. Kronen Iicllgclli. Fruclil-
Küpfehen '/.^ ^|^ lang. IViisselien zwiselien 2 scilliclen liolilen Höekeru in ein 3'" langes
rinncnforniiges, gezogenes Selinäbelclicn ansgelionil.
9. RAIVUWClII«rS. UA.UNMNVUSS.
l-ir(iv. Gen. 099.
l\elohl)lätfer 5. KroiibläUcr 5, an der Basis niil einer die
llüuia:£:rul>e deckenden Schnnpe. Nüsschen ehen, hockeria; oder
iffelslaehelig. Geselil. Syst. Xllf. 7.
Ein- (Art. 11 — 13.), häufiger mehrjährige (Art. I — 10.), kr.iutartige,
behaarte Landpilanzen mit meistens vielspaltigen seltener ganzen Itlättern,
die an dersell»en Art, Gestaltung und Uaarbekleidung naeh, manniehfaeh
variiren. Blüten an den Spitzen verzweigter Stengel, in den Blattachseln
und blatigegenständig. Früchte in Köpfchen, meist mit einem l;iellörmi
gen, in ein Schnäbelclieu auslaufenden, Rande umzogen.
f Kronen weiss.
1. R. aeoiiitiroliiis. Sturnthutbiätfriger Mahnen-
fuSS* Stengel aufrecht; Blätter bandförmig 3 — 7-theilig, mit zugc-
s)>ifzfen eingeschnitten -gesägten Zipfeln, oberste sitzend mit lineal-lan-
zetl förmigen Zipfeln; IXüsschen unberandet, aderig mit dünnem, halienför-
migeni Sclinaliel.
I>i^\. Sp. ])l. 776. Chi. han. 24. Rocii Syn. I. 15. REIC1IE^B. Ic.
f. 4.585. Fl. dan t. 111.
b. platanifolius. Her langgespitste. Höher und kräftiger; Blaft-
zipl'i'l länger zugespitzt.
Chi. han. das. Hocii das. R. platauifolius L. 3Iant. 79. Reichem:.
das. f. 4585. ß.
In den A'^'aldungen di-s OI>er- und l'nterharzcs bis zum Fuss des Ge-
birges (llerzberg), an Quellen und anf liumosem scliattigem Boden, häufig.
Ilai bis Juli. — September.
Stengel Vj 4' liocli , »icläslig und volll.li.lig. Blütensliele l.ing, fein, Bli.len klein.
Kronen selinccweiss.
•;•{- Kronen gell..
• Binder gani.
«. R. IiinK<m* Grosser Mahnenfuss, Stengel straft"
aufrecht, an den niiteru Kiiolen quirlartig wurzelnd und Sj>rossen trei-
bend; Blätter verlängert- lanzeltförmig, zugespitzt; l>üsschcn umgekehrt-
eiförmig, berandet mit breilein, kurz si<'lielförniigein Schnabel.
LiNN. Sp. pl. 773. C^lil. hau. 2:3. Fl. d. Könige. Ilannov. Beschreib.
Abthl. lll. T. 18. Koch Syn. I. 1(5. Sri rm Deutschi. Fl. II. 8L 82. Rei-
chem!. Ic. fi. germ. f. 4.^95. Fl. dan. t. 755. Engl. bot. t. 100.
In Sümpfen, an Teiclien, Gräben und Flüssen zwischen Schilf und
Gcsträucii, meist auf sauerhumosem Roden, häufig. Juni bis August. —
September.
Stengel • 4' liorli, starLrolirig, bistvcilrn , nebst ilen gi.isgrünen Blaltern , nielir oder
i> eiliger liaarig. liliitcn gross, Ilonigscbii|i|>e sclir gestutzt.
RanuiiGuIus. RANIJMCXTI.ACEAE. 13
3. R. Flaiiiiniila. Brennetuler Mahnenfuss» Sten-
gel geknickt- ansteigend und >vurzelnd; untere IJlätter eirund- lanzettför-
mig, oheic lauzettlörniig und entlernt sägezälinig; ]>üssclien unigekehrt-
eitormig, sehwacli beraudct mit kurzem, geradem Schnabel.
LiKN. Sp. pl. 772. Chi. han. 23. Fl. d. Rönigr. Hannov. Beschreib.
Abthl. III. T. 19. Koch Sjn. I. 16. Sturm Deutschi. Fl. II. 81. 82. Rei-
CHENB. Ic. f. 4693. Fi. dan. t. 575. Engl. bot. t. 387.
b. pepfaiis. Her kriechende» Zart, last ladcnlormig, bogig -krie-
chend; Blätter schmal lineal.
R. reptans Li.NN. Sp. pl. 773 (als zaitcrstcngeligc lind sclinialhluttrige Form).
Fl. dan. t. 108. R. Flammula v. gracilis Chi. han. das. R. Flammula ß.
Koch das. Reichenb. das. f. 4695. ß.
Auf nassen Wiesen, an Teichen, Gräben und Pfützen, auf sandigem
und lehmigem Boden allgemein verl»reitet; die seltener vorkommende Spiel-
art meist auf abtrocknendem Schlamm. Mal bis August. — September,
Oetober.
Stengel y.^ 2' liocli, an I). sjiannelang, wenig »ei-zweigt. Itlüten hlein.
•• IJiätfer g etil eilt oiler ier srlin i t te n.
• 1. K. illyricl■<^. Seidenhaariger Uahnenfxiss.
Stengel aufrecht 1 — 3-bliitig, nebst den Blättern seidenhaarig ->vollig,
obere Wurzelbiätter 3-schnittig, Stengelblätter liederartig 3 — 5-schnit-
tig, Abselinitte lineal -lanzettförmig, 2 — 3-tlie!lig oder ganz; Kelch zu-
rückgeschlagen; ]\üsschen schief eiförmig, breit bcrantlet mit geradem
Schnabel.
LiNN. Sp. pl. 776. Chi. han. 27 (Bemerk.). Koch Syn. I. 17. Stürm
Deutschi. Fl. II. 46. Reichenb. Ic. 4587.
An grasigen Hügeln, auf Sand- oder Kalkboden im süd-östlichen Theile
des Gebiets, als l^ord-\^'^estgrenze der Verbreitung in Deutschland, sehr
selten {Pr. Stassfurt am Enten- und Galgenberge, Zenzer Windmühle).
Juni. — September.
Stengel 1' Iioeli , nelist den Bliittern silhcrweiss - glänzend. Die ersten untersten Wnr-
zelhlätter ganz lineal- lauzetlfornilg. IJlüten gross. Fruel.tliöpfelien liinglicli.
5. R. aiiriconiiis. Goldgelber Mahnen fuss, Wur-
zelblätter rundlich -nierenförmig ganz'und gekerbt, oder handförmig 3 — 5-
theilig mit seichter oder tiefer eingeschnittenen, breitern oder schmälern
Zipfeln, Stengelblätter fingerförmig -getheilt mit gespreizten linealen Zi-
pfeln; IVüsschen rundlich eiförmig, sammethaarig, schmal berandet mit
hakigem Schnabel.
LiNN. Sp. pl. 775. Chi. han. 26. Koch Syn. I. 17. Sturm Deutschi.
FI. II. 59. Reichenb. Ic. f. 4599. Fl. dan. t. 665. Engl bot. t. 624.
Auf \^lesen, in Grasgärten, Hainen und an Hecken, auf humosem
Boden, häufig und meist lieerdenAveise. April, Mai. — Juni.
Stengel 10 1-" liocli , roLrig, diek, fein gerieft. Blüten klein oder miltclgross,
Keleli flanmhaarig, gelli , Krone goldgelb, an den friiliesten Blüten oft nmollständig oder
fehlend. Schuppe der Honiggriihe kanin merklich »ortretend. Frnchthoden kahl.
6. R. acri». Scharfer Mahnen ftiss, Blätter bandförmig
3 — 5-theilig mit tief 2 — 3 -spaltigen eingesclinilten gesägten spitzen Zi-
pfeln, oberste Stengelblätter 3-thellig mit linealen Zipfeln; Blütenstiele
ungefurcht; Fruehtboden glatt; IVüsschen umgekehrteiförmig, zusammen-
gedrückt und berandet mit kurzem, geliogenem Schnabel.
LiNX. Sp. pl. 779. Chi. han. 25. Koch Syn. I. 18. Sturm Deutschi.
Fl. H. 46. Reichenb. Ic. f. 4606. Engl. bot. t. 6.52.
Auf Wiesen, Grasplätzen, Weiden und in Holzungen, auf nicht ganz
hnmusarmeni Boden, häufig und meist hccrdenweisc. Mai, Juni. — Juli,
August,
14 RASITMCIXACEAE. Ranunculu«.
Slonj^.l 1 — l'/j' liO<l., «<l.«.i.l. «..li<.g<-i..l-l.«arig. 'W.ir.clI.lUltcr in .Irr Mille oH
scl.«arzl.ra.in geneckt. «lüh-n millolgross , S,l,..|>|.e .l.r Uonig.lrii.se l.reit iin.l li.ir«. 'Narürl
auf iiln.li.l.e >Veise ,vie A. 7., wenn an.l. n.in.ler »..nall.n.l , n.it l.r.ileru lieillormigen Hlall-
/liifeln (KEICIIENB. «las. f. 4()0(i. ziveilc Al.l.il.l.).
«. R. polyaMtliemos. Vielblütiger Mahnenfus«.
IJliitl.i- haiul förmig 8 — 5- tli.ilig inil li< f 2 — :}- s|.:iltig(ii riiigcschiiitt.ii-
gi-siigtcn liciHöimig-liiic:il.-ii ZiplVIii, oh.ist.' Slfiig.-ll.laacr .'Mlieilig mit
sciiinal-liix'akii ZiplVlii; iriit.nsliclc gcCiinlit ; Fiuolill.o.l.n l.oi-stcnhaa-
li"-; Nüssclicn iiingcl.iliilciiiiiKl , ZHsamiiR'iigcdiiiclit iiiul Ix'raiulft mit
lialirnroiinigcin Scliiial»-!.
LnN. Sp. i>l. 779. Chi. lian. 24. Kocu Svii. I. lü. Stihm Deut.scl.l.
Fl. II. 82. lU.iciiEMi. Ic. 1". mM. Fl. «lau. t. 17()0.
b. iieiiiorosus. Der breithlättiige. IJIattzi|)f(l ao|»ptlt uiul ilni-
facli l.r.-itci-, umgckfliiti-iniiul-li.iHormig, >v<-nigi-i- lief oft nur stiilit
cingc.scliiiiUfii -gesägt.
II. pohandicmos v. latilolms. Clil. hau. das. 11. iii-mnrosiis ÜE 1>and.
Prodi, i. .S7. Koch a. a. O. Sturm das. II. 46. IIeicheab. PI. crit. II.
f. 2(i2. (II. IJr.'Miinus), Ic. r. 4(i()8. (II. aureus).
In llaiiiiii, V.irliöl/.eru uud >Vald\vieseii, auf InimusliaUigein IJodeii,
zlemüeli liäiilig. Hai, Juni.— Juli, August.
Stengel 1 — 1'/.,' l-o.l., anlirgen.l o.ler al.slel, 1 l.aarig. Fniel.ls.I.n.-.l.el k.irzer ...ler
langer nn.l .lann slarhcr l.akig gekrümmt. -^ Alle zw iselien dieser nn<l A. (). I.icr un.l ila
angegebenen l nterscliieile , die der Blülensllelc nnd des FrueliUiodens ausgenommen, sind
nnbeslandig.
8. K. laniisiiio^ii$>i. Jf olliger Mahnenfuss. iJlaiier
haudförmig 3 — -j- tlieilig mit lireit umgelieiirleiruii.leu, 2 — :J- spaltigen, eiii-
geselmitlen- gesägten Zipf.ln, oberste Ste.igell.lätter :3-Clieilig mit läng-
lich-lan/.elllormigen Zipfeln; IJlüteustiele ungcfurchl ; aussehen uinge-
luhrteirund, zusammengedriicht und schmal hcrandet mit langem, ringför-
mig" gehriimmlem Schnaltel.
lTnn. Sp. 1)1. 779. Chi. han. 24. Rocii Syu. I. 19. Stihm üeutschl.
Fl. II. 4(5. IlEiciiENB. le. f. 4609. Fl. daii. l. 397.
In Hainen uud Yoihölzeru der Berg- und llügelgegenden, auf feueh-
lem etnas humushalligem «öden, hier und da. Juni liis August. —
Seplemher.
Siengel 1 '/ , — -'J' 1."<1> , l.ohl . nel.st den Iri.l.gri.nen olt Kl.erneeklgen Blaltern, gell,-
liel.-weield.aarig. IJluten dnnkel - fast orangegell..
9. R. repeiis. Kriechender Mahnenfuss. Stengel an-
steigend und liiiechende Ausläufer Ireihend, >Vurzell.lä«ler 3-sc4iiiiüig
oder doppelt 3-schnittig mit 3-spal(igeu eingeschnitten -gesägten Al.schnit-
teu; r.lütensliele gefurcht, Kelch al.stehend; aussehen rundlich -umge-
liehrteiförmig zusaminengedrüclit und lieraudet, mit schwach gekrüinnitein
Schnal.el. ^
LiNN. Sp. pl. 779. CJil. hau. 2-j. Koch Svn. I. 19. Stirm Dentschl.
Fl. 11.46. Reichknr. le. f. 4610. Fl. dan. t.' 79.J. Fngl. hot. t. 516.
Auf AViesen, Äclicrn und in Hainen, auf nass - sandigem und sandig-
humosem IJoden , häufig. Mai his Juli. — Juli, .Vngust.
.Stengel 1 — 1'/,,' l'ocli, kahl, seltener l.el.aart , Blatter l.ald einlaeli.r l.ald mel.r /.er-
sclinilten. mit mel.r oder weniger zerscLlilzlen Abschnitten, dnnkelgrün. Blüten miltelgross,
Kroni-n goldgell..
lO. R. Imlljosus. Xu'iehelTcöpßger Mahnenfuss.
Stengel aufrecht mit z^^ iel.elformiger llasis, >> urzelhlälter 3-theilig oder
3-schiiittig mit .3- tli<iligen .•ingeschnilteii-gesäglen Alischnilten ; lllüten-
sti«:le gefurcht, Kelch zurücl.geschlagen, r>iisschen rundlich, zusammen-
gedrückt und hcrandet mit l.nrzem, fast gera.lem Schnal.el.
LiN\. Sp. 1.1.779. Chi. han. 26. Koch Sju. 1. 19. Schk. Ilandh. 11.
Raiiiiiiculus. RANIJNCIJI.A€EAE. 15
T.152. Sturm Deutschi. Fl. H. 46. Reichenb. Ic. f. 4610. Fl. dan. t. 557.
Engl. bot. t. 515.
Auf Weiden und Ackern, auf sandigem oder sandig lehmigem Boden,
häufig, meist heerdenweise. Mai bis Juli. — September.
Slengel 8 — 10" Loch, nebst den liellgriinen Blättern haarig, selten lialil. Blüten iiliet
miltelgross.
11. R. Pliilouotis. Kurzhaariger Bahnenfugs,
Wurzelblätter 8- theilig oder 3- schnittig mit tief 3 spaltigcn eingeschnit-
ten-gesägten Abschnitten; Blütenstiele gefurcht, Kelch zurüchgeschlagcn ;
Nüsschen rundlich zusammengedrückt, gegen den Rand zu kleinhöckerig
mit gekrümmtem Schnabel.
EiiRH. Beitr. II. 145. Chi. hau. 25. KocH Syn. I. 19. R. sardous
Crantz Stirp. austr. II. 84. R. hirsutus Ait. Hort. kcAv. II. 268. Stit.m
Deutschi. Fl. H.82. Reichenb. Ic. f. 4617 (R. hirsutus). Fl. dan. t. 1453.
Engl. bot. t. 1504. (desgl.).
Auf feuchten Ackern, an Gräben und Sumpfrändern, auf thon- oder
mergelhaltigem Boden, weniger häufig als A. 10., aber meistens heerden-
^veise. Juni bis August. — August, September.
Stengel Yi — l'A' •lo«'''' nebst den blass gelblicbgriincn Blaltern sfeifhaarig, seilen
ganz, lialil. Blüten klein, Kronen blass dottergelb, Frucbtbodcn borstenbaarig. Variirt man-
nicbfacb binsicbllicb der > iellbeiligkeit der Blallcr nnd der Breite der Blaltabscbuille und
Zipfel.
1!3. R. sceleratiis. Giftiger Bahnenfus«» Stengel
straff- aufreciit, Blätter bandförmig 3 — 5-theilig mit keilförmigen einge-
schnitten-gekerbten Zipfeln, obere Stengclblätter 3- spaltig mit länglich-
linealen Zipfeln; Kelch zurückgeschlagen, Fruchtköpfchen ellipsoidisch
mit umgekeiirteiförmigen, fast unberandeten und tingeschnäbelten Nüsschen.
LiNN. Sp. pl.776. Chi. han. 27. Fl. d. Köiiigr. Ilannov. Beschreib.
Abth.III. T.20. Koch Syn. 1.20. Sturm Deutschi. Fl. II. 82. Reichend.
Ic. f. 4598. Fl. dan. t.571. Engl. bot. t.681.
In Gräben, Sümpfen und Pfützen, auch an Flussufern, auf Lehm-
und Sandboden, häufig. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel 1 — 2' hoch, kabl oder «enighaarig, nebst den dicklichen Blättern saftig nnd
feifglänzend. Bluten sehr klein, Kronblälter wenig länger als der Reich, citronengelb. —
Durch die in der Mitle fein (pierrnnzeligen Früchte nähert sich diese Art der folgenden
Gattung.
13. R. arveiisis. A-cTeer-Mahnenfu««» Wurzelblätter
umgekehrteirund, ganz auch 3-theilig oder 3-spaitig, Stengelblätter 3-
schnittig mit gestielten 3- oder mehrtheiligen Abschnitten und eingeschnit-
tenen oder ganzen lincal- keil förmigen Zipfeln; Nüssehen umgekehrteiför-
mig, flachgedrückt, langschnabelig, beiderseits igelstachelig oder stark-
höckerig.
LiNN. Sp. pl.730. Chi. han. 27. Koch Syn. I. 20. Scuk. Handb. II.
T. 152. Sturm Deutschl. Fl. II. 82. Reichenb. Ic. f. 1614. Fl. dan. t. 219.
Engl. bot. t. 135.
Auf Äckern unter der Saat, auf thonhaltigem feuchtem Roden, häufig
eingebürgert und meist heerdenweise wachsend. Mai bis Juli. — Juli,
August.
Stengel 1 — l'/2'''<'c''- Blülen klein. Kelch behaart, Krone Mass citronengelb. Frucht-
kopfchen aus 5 — 7 grossen ISüsschen zusammengesetzt.
GEWKRJBJLICMES»
^harmaceutisch- JULedicinisches, yirt.2. 3.6.9. ehedem
officinell, jetzt tiur itoch A. 10 (Bulhi et Herb. Ranunculi bulbosi). Vor-
walt. Bes tandtk. dicsej- und der mehrsten Arten: ein sehr flüchtiger
scharfer Stoff, am reichlichsten in den unreifen Samen enthalten, der in-
16 RANlJNCUIiACEA£. Batraclilum.
ncrlich hef'tii/c f^ntzundiinff der f'erdduuiitixwcrhzciiffe und ditrrh den Oe-
nnss der ^irl. 2. 3. 6. 12. den Tod zvr Foli/c Itabeu harnt, durch Aus-
trocknen und liochen aber entfernt wird. (Gctfenmiltel bei eintjetrctenen
f'crf/if'tun(/en: Öl, luuwurmes fJ'usser, Sauerampfer, O.xalis Äceio.tella,
rlohannisbceren). Anwcndunij der litütter üusserlich als bla.senzielicn-
dcx Mittel, innerlich das destillirte fVasser von A.2. im Landhaushalt
als Brechmittel, von den Art. 6. 10. IS. statt des Cantharidcnpulvers ,
unter fermeidunt/ des Jteizcs auf die L'rinwerkzeutfe.
Vechnisches, Art. S. 3. 6. 10. vor den übrif/en zur Gewinnunij
eines Camphers tjeeii/ncl (BraconkOt Ann. tle Cliim. et de pliys. \I. 133).
A. 5. zur llcrstelluuii einer ijelben Farbe anwendbar.
ÖJCononiisches, A'. 5. T. 8. 9. sor/ar die sehr fjiftit/c A. 12.
ohne JS'achtheil als Gemüse nutzbar, nachdem die Schärfe durch Abho-
chunij entfernt ist (ScHK. Ilnndh. II. 112.). f'orziinlich tjntes f'ichfutter
auf 'Weiden liefern die Art. 5. 7. 9.; die Art. 2. 3. 10. 12. daycijen weidet
das f'ieh nicht ab. Die früh blühenden Arten nutzen der Bienenzucht.
Zu Zierpflanzen empfehlen sich besonders die Art. 1. 4. 6. 10., welche ge-
füllte f'arictätcn bilden.
lO. BATRACHIIJITI. JFBO& CUKUJtUV.
E. Meyer Pmiss. ril;.ii2cng..it. U;J8.
Ilclchblätter 5. Kroiiblälter o, aii der Basis mit einer IIo-
niggriilie ohne Schuppe. INüsschcn qucrrunzelig gestreift.
Geschl. Syst. XIII. 7.
Melirjährige, l.rautaitige Wasserpflanzen mit v<'rlängertcni Stengel,
dessen Schosse gegen die Mülentragende Spitze .in Diclie zunelimcn, und
glatten Blättern, von denen die untergetauchten nur das Rippengerüst der
Blattschcide darstellen. Blüten an den Spitzen verzweigler Stengel, in
den Blattachseln und hlattgegenständig. Fruelitstiele hei eintretender Reife
hogig ahwärls steigend, Früchte in Köpfchen, fast unhcrandet, slunipf
oder mit einem vortietenden Spitzchen verschen. Säfte unschädlich.
1> B. liederaceiini. JEpheubliittriges FroschJcraut*
Blätter gleichartig, herzförmig- hreisrund, stiim])f 3 — 5- lappig mit gan-
zen Lappen; IXusschen rundlich-niercnförmig mit hauni vortretenden Spitz-
clien, unbehaart.
Ranuneulus hcderaceus Linn. Sp. pl.781. Clil. han. 21. liocu Syn.
I. 12. Sturm Deutschi. Fl. 11.67. Reichenb. Ic. f. 4573. Fl. dan. t.321.
Engl. hot. t.2003. Coss. et Germ. Illustr. fl. Par. 1. 1. f. 1.2.
An Quellen und in seichten Bächen, auch an Teichen, auf Sumpfhoden,
ziemlich häufig, im östlichen Theile des Gebiets die Oslgreiize der Ge-
samnitverbreitung erreichend (östlichstes Vorhonimen 31k. Rostoch)-
Stengel liriccliond, .lick, liiLiig, saftig uiiil zerlireclilicli. Ulattcr 8 — 10" Itreit, diel;-
iicL, glüiizciiil, licllgiün. Kruuliliiticr, wie an den übrigen Arten, «eiss mit gellicn INii-
gcln. Frnelitlioden unheliaart. — Es kommen nicLl selten Friiclitlio|if('Iien >or, an deren
I>üsselien die S|iil/.en sicli giJnzlieli verloren lialien.
Ä. B. aqiiatile» Gemeines FroschJcraut» l nterge-
tauchtc Blätter 3-gabelig-vieltheilig mit allseitwendig- abstehenden faden-
förmigen Zipfeln, schwimmende herzförmig- oder gcstutzt-lireisrund,
3 — 5-spaltig mit herbig -eingeschnittenen seltener ganzen Lappen; ]>iüss-
chcn rundlich-niercnförmig mit kurzem Spitzchen, steifhaarig, späterhin
oft h.thl.
WiMMER Fl. v. Schlesien 8, Ranuneulus aquatilis Linn. Sp. pl.781. Chi.
bau. 21. Koch Syn. I. 12 (« — 7). Sturm Dcutschl. Fl. H.G7. Schk.
Ilandb. IL T. 152 (R. hetcrophyllus). Reichenb. Ic. f. 4576. ß. Coss. et
Germ. Illustr. fl. Par. t. 2. f. 3.
b. ternatuin. Das dreisählige. Obere schwimmende Blätter meist
Batraohiuin. RAMUNCUIiACEAE. 17
3-tbcilig, folgoiwl«! 3-scbiiittig mit gestielten, uingekehrteirund-clrei-
ecliigen, in längliche oder lineale Zipfel gespaltenen Lappen, unterge-
tauchte Blätter der Hauptart.
Ilanuneuhis aquatilis a. laciniatus Chi. han. das. II. aqiiatilis d- tri-
partitus Roch Sjn. ed. 1. 11. Sturm Deutsehl. Fl. 11.67. R. Petiveri /S.
major. Roch Syn. cd. 2. I. 13 (grössere Form); «.minor. Das De Can-
DOLE'sche Svn. ausgeschlossen. Sturm das. H. 82. T. 7. Coss. et Germ.
das. t. 1. f. '5.6. R. tripartitus 3|0LTE TVor. fl. hols. öl (kleinere Form), R.
Baudotii Döll Rhein. Fl. ö.'M).
c. capillaceum. Jtas haarblätfrige. Alle Rlätter die unterge-
tauchten der Hauptart.
Ranunculus aquatilis li. capillaceus Chi. han. das. R. capillaceus
Thuill. fl. Par. 278. Coss. et Germ. das. t. 2. f. 4. R. aquatilis y. Linn.
das. ScHK. das. (R. a(|uatilis). Reichexb. das. f. 4-570. a.
d. suconlentum. Oas landständige. Stengel al»gel:iirzt, Blätter
gedrängt, alle 3-gahclig-vielthcilig mit schmal linealen dicklichen Zi-
pfeln, oder die obersten 3 — 5 -lappig.
Ranunculus aquatilis d. succulentus Rocu Syn. I. 13. R. caespitosus
Thuill. das. 279. Coss. et Germ. das. t. 2. f. 5. Reiche\b. das. f. 4576. y.
R. minntus Döll das.
In Teichen, stehenden Gewässern, Gräl)en und langsam, seltener in
schnell fliessenden Bächen, häufig und stets heerdenweise; d. auf über-
schwemmt gewesenen Stellen, hier und da. .Hai, Juni. — • Juli, August.
Scliwimmencte Blatter lederartig, glänzend, hellgrün, fadenförmige Zipfel der uuterge-
taiicliten , gestielten Blätter unter -lö" >on einander gesperrt, schlaff, aus dem AVasser ge-
zogen pinselartig zusammenfallend , an c. in schnell üiessendem 'Wasser aus dem rundlichen
Umfange in den rundlich- länglichen, his zu 2" Länge, ühergehend. Blüten von 9'" his
zn 3"' im Durchmesser variirend, an der Hanptart bisweilen 6 — 9-l>lättrig. Aussehen auf
horstenhaarigem Fruchthoden, anfänglich stets mehr oder weniger dicht mit steifen Härchen
besetzt, späterhin mit Ausnahme der Spitze oder ganz kahl werdend. Der flcissige
Sammler kann leicht Exemplare der Hauptart finden, welche anf demselben Stengel Blätler
des R. Petiveri tragen.
3. B. circlnatiiin. Kreishlüttrige« froschTeraut.
Alle Blätter untergetaucht, 3-gabelig-vieUheilig mit kurzen, in eine Rrcis-
fläche gerichteten, borstenförinigeii Zipfeln; Nüsscben rundlich -eiförmig
mit kurzem Spitzchen, steifhaarig oder kahl.
Ranunculus circinatus Sibth. Fl. oxon. Reichekb. Ic. f. 4675. Coss.
et Germ. lUustr. fl. Par. t. 1. f. 9. R. aquatilis ß. Linn. Sp. pl. 718. R.
divaricatus Schrank Baier. Fl. II. 104. Chi. han. 22. Roch Syn. I. 13.
Stürm Deutschi. Fl. H. 67. R. rigidus Pers. Usteri Annal. VIII. 39.
In Landseen, Teichen und tiefer stehenden Gewässern, hier und da.
Mai, Juni. — Juli, August.
Blätter fast sitzend, von .5 — 8'" im Durchmesser, Zipfel unter l.i" von einander tre-
tend, steif, etwas spröde und daher beim Hervorziehen aus dem AVasser nicht zusammen-
fallend, häufig mit aligeschiedenem KalktufF überzogen. Blütenknospen flachgedrückt - kugelig,
Blüten r, — .6'" im Durchmesser. Fruchtstiele der obcrn Blattachseln oft so dick oder dicker
als der Stengel, Fruchlboden flachkugelig, horstenhaarig. IVüsscben kleiner als an A. '2.
4. B. fliiitaiis. MTluthenaes Froschleraut. Alle Blät-
ter untergetaucht 2 — '3 - gabelig -vieltheilig mit sehr langen parallel -ge-
streckten borstenförmigen Zipfeln; Staubfäden kürzer als das Fruchtkno-
tenköpfehen; IVüsscben kahl.
Wimmer Fl. v. Schlesien 9. Ranunculus fluitans Lam. Fl. frane. III.
184. Chi. hau. 22. Roch Syn. I. 13. Stlrm Deutsehl. Fl. H. 67.' Rei-
CHENB.Ic. f. 4577. Fl. dan. t. 376. Coss. et Germ. Illustr. Fl. Par. t.2. f. 1.
R. fluviatilis d. LiNN. Sp. pl. 782. R. fluviatilis "V^igg. Prim. fl. hols. 42.
R. peucedanifolius All. Fl. pedem. IL 53.
13 RANIlNCVIiACEAE. FIcaria.
In fliesscndcn Gewässorn, sowohl Biiclicn als grössern Flüssen, wo-
gende Schwaden bildend, liänfig;. Juni bis August. — ?
Stengel rimaiieh, oft l.is iii 10—15' lang. Hlätter 3, 4 — 5" Jang. Blütenknospen
eiförmig -Itiigelig, stiuupf 5 - eckig , Blüten 10 12'" iin nurclimesser , ausgezeiclinet «liircli
die kurzen Träger <ler Staiihbeutel , deren Kranz an den Art. 1 '-i. üher das Friiclitknotcn-
köpfolien liervorragl, Friirlitl.oden glatt. Beife Früclite wurden norli nielit heohachtet.
Die Form mit obcrn sebwiinmenden ."} 5-tlieiligen Bkittern , deren Lappen keilförmig und
tief eingescluiittcn sind, ist im Gebiete nooli niebt anfgefiindcn.
ÖTeonomiSCheS' ^irt. 2 — 4. (/etrocf<net ein voriüfjUches Viehfut-
ter, und im fVasser den Fischen, besonders zur Leichzeit, ein anyeneh-
mer Aufenthalt.
lt. FICARIA. WJßEGW^JLWEMNKnA.WTV.
Dillen >o>. gen. 108.
Kck'h])lätter 3. Kronblätter 8—10, an der Basis mit einer Ho-
uiffffrube ohne Schuppe. IViisscheu ebenflächiff, stumpf und
genabelt. Geschl. Syst. XIII. 7. , , ^- . •.
Mehrjährige, den feuchten Grund Jiewohnende, unhehaarte Krauter mit
heulenlormig verdickten Wurzelfasern. Itlätter ganz Blüten end- oder
achsenständig.
1. F. raiiuitculoide.s. Genteine» WeigwarsenJeraut.
Stengel 1-hlütig; Blätter herzförmig -eirimd, eckig -geschweift, die ober-
sten 5 — 7 -eckig.
Roth Fl. germ. I. 241. Chi. han. 27. Reichenb. Ic. f. 4572. Ranun-
cnlus Fiearia LiisN. Sp. pl. 774. Koch Syn. I. 17. Sturm Deutscht. Fl.
H.H. Fl. dan. t. 499. Engl. bot. t. 584. Havive Arzneigew. Y. T. 27.
Auf \^"iesen, an Gräben, Hecken und in Hainen, auf feuchtem etwas
humosem Boden, sehr häufig. März bis Mai. — Juni.
Stengel am untern Tbeil liegend, auch woLl wurzelnd, fettglänzcnd und saftig. Kelch-
blätter bisweilen 5, Kronblätter bisweilen l'i 14, spiegelnd dottergelb, ins 'Weissllchc
.erbleichend. Bisweilen Brulknollen in den Blaltachscln.
GMnrEn»i.iciiB:s,
PharmaceUtiSCh-JIIediciniSChes. Das Kraut, ehedem auch
die fVurzel, officinell (Herb, et Rad. Ficariac s. Chelidonii minoris).
Vorwalt. Res tandth. Pflanzensäuren, und pflanzensaure Salze mit
wenig scharfem Princin. yinw endun ff des frischen hcrhsalzitjen Krauls
als Frülilinrfscur tjei/en Scorbtit u.s.w., der fVurzeln als Hausmittel
fjegrji Fciffwarzen , Serophcln ti. s. w.
ÖJCononiisches» Das junge Kraut als Salat , die Blutenknospen
als Kapern und die fVurzel, nachdem ihr durch Abkochen die Schärfe
genommen , als Gemüse cssbar. Als früh blühende Pflanze für die Bie-
nenzucht von fVcrth.
4. Gruppe. HELLEBOREAi:. ]V IJEIS U^VRZGEIVÄCIISJE,
Kelch und Krone in der Knospe geschindelt. Kroni)lätter nicht vor-
handen, oder in Nectarien iinigebildet. Mehrsamige balgartige Kapseln,
innen durch Randthcilung aufspringend. Blätter wechselstänclig.
1«. CAIiTHA. nWTOPTEnBJDUMX!.
I.INN. Gen. n. 703.
Kelch kronarliff, o-blättriff. Keine Krone. Kapseln o — 10.
Geschl. Syst. Xnif 7. ^ ^
Mehrjährige, unbehaarte Kräuter. Blätter ganz, mit herz - (oder pfeil-)
Trollius. RAMVNClJIiACEAE. 19
förmiger Basis uiul am Grunde sclieidenförmigen Blattstielen. Blüten end-
ständig, einzeln oder doldentraubig.
1. V» palustris. Gemeine Butterblume' Stengel an
steigend, Blätter herzförmig- kreisrund, scielit gekerbt.
LiMV Sp. pl. 784. Chi. han. 28. Roch Syn. I. 20. Schk. Ilandb. II.
154. Sturm Deutschi. Fl. II. 8. Beichekb. Ic. f. 4712. Fl. dan. t. 668.
Engl. bot. t. 506.
Anf 'V^'^iesen, an Gewässern, aueli in Hainen, auf nassem oder sumpfi-
gem Boden, häufig und stets heerdenweise. April, Mai. — Juni, .luli.
Stengel diek, rührig. AViirzelhlattcr lang, olierc Stengelblätter kurz gestielt. «Uitcn
eross, golJgelb, anssen grünllcli. Samen mit grosser, rother Keiniwarzc.
Pharmaceutisch'UEeilicinisches» Ehedem of'ficinell. Der
Saft innerlich alx scharfes Gift wirkend (Geiger -Mag. f. Pharm. XIV. 184.).
OPechniSCheS' Die Bluten eine (jelbc Farbe liefernd.
ÖTC anomisches» Die Blütenknospen, nachdem durch Essif/ die
Schärfe aux(jezo(jen , als Kapern tjeniesshar. Die getrocknete Pflanze ein
fjutes fiehfxttter.
13. TROIililUS. VnOIiliBMjWTJlim,
LiNTf. Gen. n. 700.
Kelch kronaiHg, 5— löblätlrig, abfällig. Kioublätler 5 —
20,zune:enförmig: mit einer iiiibedeekteii Honiffgiube an der liasis.
Viele sitzende ^Kapseln. Gcschl. Syst. XIir*7.
Mehrjährige, unbehaarte Kräuter vom Ansehen der llahnenfussarten.
Blätter iiandförmig-vielspaltig. Blüten endständig, einzeln.
t. T. europaeu.«». Gemeine Trollblume. Kelchblätter
kugelig zusammenneigend; Blätter 5 — 7-theilig mit rautenförmigen, 3-
spaltigen, tief geschlitzt -gesägten Zipfeln.
LiNX. Sp. pl. 782. Chi. han. 28. Koch Syn. I. 21. Schk. Ilandb. II.
T. 153. Stürm Deiitschl. Fl. H. 5. Beichenb'. Ic. f. 4713. Fl. dan. t. 28.
Engl. bot. t. 28. Hayne Arzneigew. I. T. 12.
Auf Gebirgs- tmd Bergwiesen, auf feuchtem oder sumpfigem Boden,
im südlichen Theile des Gebiets häufig, bis Hannover (Missburg, Änder-
ten, Kirchrode) in die Ebene hinabsteigend. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel 1 — 2' lioeli , beblättert. Reichblätter hellcitronengelb, aussen grünlich. Kron-
blätter fast dreifach kürzer, sehr schmal, die Honiggrubc am Puncte des Überganges in
einen doppelt schmälern Piagcl tragend, dottergelb. Kapseln cjlindrisch, in den langen
auswärts gebogenen Grifl'el ausgehend.
GEWMR»I.ICIimS.
Pharmaceutisch • ^edicinisches» Die Blüten ehedem of-
ficinell. Die fViirzel (Abbild. Klnze Waarenkunde T. 37.) wird in den
Officinen mit der von Ilellehortis niijer (das. T. 31. f. 1.) verwechselt.
ÖJeonOmiSChes. Zierpflanze und ein yiites f'iehfutter.
14. ERA^THI««. WEJVVmnJjIl^G.
SalISB. LinN. transact. MII. 303.
Aussenkelch 3-theilig-vielspaltig. Kelch kronartig, 5—8-
blättrig, abfällig. Kronblätter 6, tutenförmig, ungleich <:- lip-
pig mit gekerbten Lippen. Langgcstielte Kapseln. Geschl.Syst.
Mehrjährige, unbehaarte Frülilingskränter mit langgestielten, fast schild-
förmigen. Wurzelblättern und 1 -blutigen Schäften. Blüten ohne Zwi-
schcnschoss auf dem viclspaltigen Ausseiikelche sitzend.
20 RANIJNCIJIiA€EAE. Helleborus.
• t. B. hyemalis. i^ternblütiger Winterling. Reld,
blätter ^lo»4;i;i; zusainiiK'iincigciKl , <laiiii auf «lein Aussciiliclclit- stralilig
ausecl.nilel; Wuizcllilatt S-Cliiilip: iiiil nuliifaili ti. rsiialli^cn Zipfeln.
Salisb. Li\n. Traiisact. VIU. MU. Uoch Sjii. I. 21. UEICHE^B. Ic.
\\ fi-.iiii. f. 4714. Ilellchoius hyoiiialis Link. Sp. pl. 783. Schk. Handlt.
li. T. 154. Jacq. Fl. anslr. Tit. t. 2<)2.
In Hainen am süd - westlichen Saume des Gel»iets, auf scbattigem etwas
feuclitem Boden, selten (/V. fV. Havixheck im Coesfelder Kreise), sein-
einzeln verwildert, in der INähe yon Ortschaften {Mk. Boitzenburg). Fe-
bruar, März. — Juni.
Wiiizcl liiiolllg, 3 V liolie cinl.liitige S.lial'le liagcii.l. Kekhl.latler iimgokciirtciriin.l-
länglicli, citroiieiigclb. KronbliiUcr vicrfacli länger.
GM irjURnZICHKS.
]Pharmaceuti«ch.Meflicinisches. /h>- sdn- scharfe fy»r-
zel tiur noch in wenigen Get/endcn of'ficinell (IVatL llellebori s. Aconiti
byemalis).
15. HEIiliEBORim. JVMXSirirnX,
LiNN. Gol.. 11. 70-i.
Kelch kionartiff, o-hlättiig, Mcihend. Kvonhlättcr 8— 10,
tuteiiföiuiig, 2-lip|)ig mit gekcrhtcu Lippen. Sitzende hapseln.
Geschl Syst. XIII. 7. , .. . . ..,,.„
Mehrjährige Kräuter mit enitachem blattlosem, oder astip-m blatttra-
gendem Stengel. Blätter lederartig, tief getheilt. Blüten nickend, ohne
Aussenkelch.
1. H. viridis. Grüne Nieswura. Stengel mit getheilten
Blättern am Grunde der Blütenäste, \^'urzelblälter fussförmig mit lanzett-
förmigen ungleich tief- gesägten Abschnitten.
LiNN. Sp. pl. 784. Chi. hau. 29. Koch Syn. I. 21. Sckk. Handb. II.
T. 154. Reichenb. Ic. f. 4718. Jacq. Fl. austr. II. t. 106.
In Wäldern, Hainen und Gebüsch, auf Kalkgebirge, im süd- west-
lichen und sudlichen Theilc des Geliiets (//.«., Hn. und ßr.), ziemlich
häufig, in der Linie von Osnabrück, Koppenbrügge, Peine, die Nord-
grenze des Voikominens in Deutschland, in Br. die Ostgrenze der Ge-
sammtverl>reitung erreichend. März, April. — Mai, Juni.
Blätter iinterscifs runzelig- nelzartig. Bliiten vor <len AViirzellilätterii sich entwickelnd,
l'L" im Dureliinesscr. KeUlililhller .msgclircitet , rundlich - oial , gelh-grün.
«. H. foetidus. StinJcende Nietwur», Stengel l)eblät-
tert, untere Blätter fussförmig mit 7 — 9 schmal linealcn Abschnitten,
obere meist 3- spaltig, kleiner als die breiten Blattstielscheiden.
LiNN. Sp. pl. 784. Koch Syn. I. 21. Keichenb. Ic. f. 4715. Engl,
bot. t. 613.
Im Gebüsch, an Hecken und Rainen, auf steinigem Kalkgebirge im
südlichen Theile des Gebiets, als Nordgrenzc des Vorkommens in Deutsch-
land, selten und sich immer mehr verlierend (/*r. Medebarh, Schloss Rei-
fenstein bei Heiligenstadt — ; Br. und Un. am Solling bei Dassel — ).
Stengel an der Basi.s hlatllos und narhig, ührigens dicht hehliittert , BläUer steif, dun-
kelgrün, unterhalh heller, obere ans einigen linealcn Zi|ifeln, auf grossen elliptischen Schei-
den, bestehend. Bliiten kaum halb so gross als an Art 1., griiu mit schmalem, dunkel
pnrpurrothem Saum.
GMirjSRBI.ICHJSS»
Pharmaceutisch. Medicinisches. Die fVurzcl von A. 1.
nur den enqlischcn Pharmakopoen nach vorschrif'tsmässia of'ficinell (Rad.
Hellebori viridis; Kunze Waarcnk. T.32. F. 2.), dtirch den Gebrauch aber
NigellA. RAMUNCIJI^ACEAE. 21
i'ii den mehrsten ^ijiotheken Deutschlands, Fraiikieivhs und Italiens, an-
statt der vorffeschrirbcuen ff^urzel von llvltlfhoiHs nigei- (liimzE tlas. T.8I.
F. 1.), einfjeführt , wonacli man erstere als die ciijentlich of'ficinelle x4it
zu betrachten hat (Geiger pliariiiac. Kot. II. 1440. Schk. Ilanclh. II. 121.).
Vorwalt. Bestandth. der unter dem Namen von II. iiigcr untersnehten
fVurzel, die Obif/em nach wahrscheinlich i'on II. viritlis entnommen war:
bitterer Extractivstoff' und scharfes ff^eichharz; nach Fessevi.LE und
CEFUROX (Journal de pliarin. VII. 1821. Nov.) eine scharfe fettii/e Sub-
stanz mit einer fli'ichtiyen Säure. Anwenduna äusserlich als blasen-
ziehendes Mittel, innerlieh als Extractuni und Tmctura gerjen chronische
fj^assersuchten, Manie u. s.w. In stärkern Gaben aber hat sie, eben so
wie die fVurzel von A. 2., Erbrechen, Durchfall und den Tod zur Folifc
((ieqcnmittel starker Kaffee und Öle). Der Gebrauch i>ieler Ferwechse-
lunijcn weijcn unsicher (I\ichard's int-d. Bot. übers, v. Kunze II. 1006).
1«. ]yi&i:T,<IiA. SCHWTJLnZKÜMMMMj.
I.IMV. Gen. 11. 68.S.
Kelch kronarlig, 5-l>lättrig. Kroii])liitler mit 2-li])pigcrPlaUe,
au deren Basis^ sich eine schuppig hedeckle IIonigffi-iil)e befin-
det. Kapseln 5 — 10, zusammengewachsen. G. Svst XIII. 5.
Einjälirige, aufrechte Kräuter mit feinfietlerig zersclinitteiien Itlättern.
Blüten cndständig, einzeln, mit oder ohne einen stengclhlattartigen
Aussenkelch.
1. mr. arveusii«. A-cTeer-^chwarxIev/mniel, Blätter fast
8-fachfiederschnittig mit sclunal linealen Zipfeln; Stanhheutel stachel-
sititzig; Kapseln 3- nervig, bis zur Hälfte verv\achsen.
LiNN. Sp. pl. 753. Chi. han. 29. Koch Syn. I. 22. Schk. Ilandh. II.
T. 146. Reichenb. Ic. f. 4735. Hayne Arzneigew. VI. T. 17.
L'nter der Saat und auf Brachäcliern, auf kalkhaltigem oder sandigem
Boden, hier und da eingebürgert. Juli, August. — September.
Blüten ohne Aiisscnkelcli. KeloliMUttcr lilass liinimellilan ülierlaiifcn , aussen mit grüiiPiii
Adcinctz. Samen ä-kantig, scharf gekörnclt, schwarz.
GMi n^JEHBX.I€HJE&.
PharntaceUtisch- JttedicinischeS' Der Same aromatisch,
jedoch minder stark und angenehm als der der officinellen N. sativa.
Gleich dieser gegen Krankheiten des Viehes im Gebrauch, auch als Zu-
satz^zum zusammengesetzten fJ'ermuthsyrun und zu ähnlichen Präparaten.
ÖTeonomisCheSm Der Same ein Geivürz im Landhaushall. Die
Pflanze eine Zierde der Gärten.
19. ACJiniiUCilA. AGSlMtMI.
LllNlv. Gen. n. 'iT-'J.
Kelch kronartig 5-hlättrig, 5 trichterförmige, nach unten in
einen hohlen Sporn verlängerte, Kronhlätler zvvischendenKelch-
hlättern. Kapseln 5, unverwachsen. Geschl. Syst. XIII. 5.
Mehrjährige, aufrechte Kräuter mit doppelt 3-sclinittigen Blättern, von
denen die untern langgeslielt sind. Blüten endständig, einzeln.
1. A. viilgarii>i< Gemeine A.gelei» Stengel ästig, viel-
blütig, Blattabsclinitte umgekehrt -eirund 2 — 3- spaltig- lappig mit abge-
rundet kerbigen Lappen ; Spornen mit schneckenförmig eingerollter Spitze.
LiNN. Sp. pl. 89. Chi. han. 29. Koch Syn. I. 23. Beichenb. Ic. f. 4729.
Fl. dan. t. 695. Fngl. bot. t. 297. Hayne Arzneigew. III. T. 6.
In V^^äldcrn, Hainen, zwischen Gebüsch und aufwiesen, auf humiis-
haltigem Boden, besonders in der bergigen südlichen Hälfte des Gebiets
häufig. Mai bis Juli. — September.
22 RANVNCIJIiACEAE. Deliihiniuiii.
Wuiii'lslock knotig. Stengel l'/j — 3' boeli. Blätter oberwärls ilnnkelgriin , nntcrwürts
graugrün. Blüten ilunkcl — weniger liänfig hellt iolet oiler in rötblleli sjiielend, seilen weiss.
JPharniaceUtiSCh' JtKedicinisches* in vinitjen Geffendcn
noch jetzt of'ßciuell (llail. Ilfrl>. Flor, et Sciiio» Atiuilcgiac). f'orwalt.
Ites landth. schnifer, bitterer, narkotischer? Stoff'. Der Saft der BIu
nien^ein Reaffen.i auf Süitrcn.
ÖJeonOiniSChes» Mit verschiedtiifarhif/en tiud t/cfüllten Spiel-
arten eine Zierpflanze der Garten, .ins den Samen lässt sich Öl ijewintien.
IH. »EliPlIIAIlIITI. UETVKn^lPOnN,
I.INN. Gen. n. Ü81.
Kelch hronarlig, ungleich ö-hlättrig, das iinpaai-igc obere
Itlalt gespornt. Kronhläf (er 4, tlle beiden obern mit einem sporn-
artigen Fortsatz in den Kelchsporn tretend, _oder alle in ein
gespornles IJlalt verAvaehsen. Kaj)scln 1^ — ö, unverAvachsen.
Geschl. Syst. Xin. 3. . .
Ein- (A. 1.) oder iiiehrJalirig«', aufrechte, :islige Kräuter. Blätter liaKl
doppelt o<ler 8- facli- 3- schnittig, Iiald handförniig -5- spaltig oder .5-thei-
lig. Blüten iu Traulien oder Bispen.
1. II. ConSOlifla. Weld-Wtitter sporn* Stengel sperrig-
ästig; Blütenstiele der ^vcnigJiiütigen Traulie länger als die Deckhiätter ;
Krone 1 -blättrig, Ka]tseln einzeln.
LiNN. Sp. pl. 748. Chi. han. 30. Koch Syn. I. 24. Beichenb. Ic. f. 4G69.
Fl. dan..t. fi83. Engl. hot. t. 1839.
Auf Ackern unter dem Getreide, am häufigsten auf sandmcrgeligem
Boden, durch das ganze Gebiet eingehürgert. .luni, Juli. — August, Sep-
tember.
Stengel 1 — 2' Loch. Untere BlUttcr gestielt, fast gefiedert -3- schnittig , obere sitzend,
meist onr 3-tbeilig, oberste nngetlicilt. Blüten azurblau, selten weiss. Kapseln unbehaart.
GM UJERBI.ICHJES»
Pharniaceutisch-Medicinigches. Ehedem officinell (Flor.
Ilerli. et Sem. C()nsoli<lae regalis s. Calealrippae), in einif/en Geijenden
auch noch jetzt als eröffnendes , harntreibendes , wnrmwidriyes Mittel im
Gehrauch, f'orwalt. Des taudth. bitterer Extraelivstoff (Dilphinin?)
und eiseuffrünender Gerbestoff.
VechnischeS» Die lilUten den Zuckerbäckern eine (jriine , mit
Alaunzusatz eine blaue Farbe liefernd.
ÖJeonOtniSCheS. Zierpflanze der Gärten.
19. ACO]VITU]?I. SVUMtMUUV,
I>INN. Gen. n. ^^S^i.
Kelch kronartig, ungleich 5 -blättrig, das unpaarige obere
Blatt helniförinig. Kronblätter 5 : _ zwei im Helm liegende
käppchenförmig'und langgestielt, übi-ige sehr klein, lineal, oder
nicht vorhanden. Kaiiseln 1 — 5, unvenvachsen. Geschl.Svst.
XIII. 3, . . .
Mehrjährige, liohe Kräuter, mit knolligen oft rübenförniigen "Wurzeln.
Blätter handförniig 3 — 5-theilig mit mehrspaltigen, eingeschnitten -ge-
sägten Zipfeln. Enilständige Blütentrauben, Blütenstielchen in den Ach-
seln der Deckblätter, 1 -blutig, mit '2 Deckblättchen. Dieselben Arten
mannichfach variirend nach Blaitform, Haarln-kleidung, BlütenTcrthei-
Iniig, Grösse, Gestalt und Farbe der Blüten.
1. A. IVapellni!!. Ächter ^turmhut. Halm niedrig, halb-
Aconitum. RAKIJNC1JI.ACEAE. 23
liugt'lig in einen liurzcn Sclinabel zulaufend, Ilunigkäppchcn auf krumm
hogig ansteigenden Stielen Avagcreclit stehend; die jungen Früchte aus-
gespreizt.
LiNN. Sp. pl. 751. Mönch Meth. 310. Chi. hau. 30. Kocu Sjn. I. 2.5.
Reichenb. Ic. f. 4694 (A. neubergense) und mehrere. Hay.\e Arzneigew.
XII. T. 14 (A. variabile neubergense).
An AValdriindern, auf Wahhviesen und an Gewässern, auf feuchtem
Immushaltigem Boden, im südlichen und nördlichen? Theile des Gebiets
selten (Hs. an der Orke bei Frankenberg, an der Lossmanne und am
Hirschberge bei Uelsa, Esehcnstruth, Oberkaufungen — ; III.? Grün-
Maldc an der Hahnenheide nach IXolte, zweifelhaft weil der Verf. der
Nor. fl. hols. Fl. dan. t. 1698 citirt, welches A. Cammarum ist). Juli,
August. — Septeml)er.
Stengel 3 — 6 liocL , einfach, stark, in eine lange, schlaogelige , tollblütige Tranhe
endigend. Blätter gross, dunkelgrün, unterseits matt, 3-theilig, mit fast bis zur Basis '2-
spaltigcn SeitentLeilen , s'amnitliclie Abschnitte bis unter die Mitte 2— 3 -zipfelig einge-
schnitten, Zipfel 2 3- oder 5 -spaltig, gleichbreit, bald kurz und stumpf bald ehva»
länger spitzig. Blüten trübe >ioletblau, nebst den Stielen und deren Spindel anliegend
fein grau liehaart. Helm niedrig- kreisrund begrenzt und auf die INectarien drückend.
H, A. Caiiuiiariuii. Ofjicineller Sturnthut, Helm
länglich in einen kurzen Schnabel auslaufend, Honigkäppchen auf schwach-
bogig ansteigenden Stielen aufrecht -abstehend; die jungen Früchte ge-
krümmt ziisammenneigend.
LiNN. Sp pl. 751. Fries Nov. fl. suec. ed. 2. 171. Chi. han. 31. Hayne
Arzneigew. XT. T. 15. A. Stoerkianum Reichenb. Illustr. Acon. t. 71. Ic.
4692 (und mehrere). KOCII SjU. I. 26. A. ncomoutauum WlLLD. Sp. pl. II.
1236 (mehrere Synon. ausgeschl.). Fl. daU. t. 1698.
An Gebirgsgewässern des L'nterharzes selten (^/ji. an den Selkequel-
len bei Güntersberge). Juli, August. — September.
Stengel 2 — 3' hoch. Blattbildung der Art 1. Blütentraube meistens ästig und lockcr-
blütig, Blüten »ioletblau, seltener weiss luid blau scheckig, nebst den Stielchen zart behaart,
der Helm paraboloidiscli , fast doppelt so hoch als an A. 1., aber niedriger als an A. 3.
:i. A. variegatvun. BLochTeöpJiger Sfurmhut, Helm
kegelförmig mit vorgezogenem spitzem Sehnabel , Honigkäppchen auf fast
geraden Stielen aufrecht stehend; die jungen Früchte gleichlaufend an
einander stehend.
LiNN. Sp. pl. 750. Chi. han. 32. Koch Syn. I. 26. Reichenb. Ic. f. 4682
(A. variegatum mit weiss und blauen Blüten). A. Cammarum Jacq. Fi.
austr. V. t. 424. und Reichenb. das. f. 4684 (mit blauen Blüten). Schk.
Ilandl). II. T. 145 (A. Napellus). Hayne Arzneigew. XII. T. 16 (A. alti-
galeatum).
In Gebirgsthälcrn und Schluchten des Unterharzes zwischen Gebüsch,
auf feuchtem humushaltigem Boden, ziemlich häufig (Pr. Lodersieben, am
Unterharze: Rosstrappe, Heuscheune — ; Br. Rübeland, Neuwerk, \l'^cn-
defurt, Altenbrack, Treseburg — ; //»i. Rothehütte im Bodethale, Elbin-
gcrode — )■ Juli, August. — September.
Stengel 2 — 4' hoch, Blätter breiter- und kürzerlappig, auch minder tief eingeschnittcM
als an den Art. 1 2., mit scharfspifzigcn Zipfeln, besonders unterseits stark glänzend.
Blütentraube nebst Blüten kahl , letztere schön gesättigt blau , selten blau und weiss scheckig,
Helm kegelig -paraboloidiscb, noch hober als an A. 2., so dass die INectarien ihn nicht berühren.
4. A. liyCOCtoniUlt* If^Olfs • StUrnihtlt* Helm walzen-
förmig, gegen den Schnabel zu sackartig erweitert; Honigkäppchen auf
geraden Stielen, Spitzen der Räppchen schneckenförmig eingerollt; die
jungen Früchte spreizend.
LiNN. Sp. pl.750. Chi. han. 32. Roch Syn. I. 27. Reichenb. Ic f. 4680
(A. Thelyphonum). f. 4681 (A. Vulparia).
24 RAMUNCUl-ACEAi:. Actne«.
In Bergwiiltlern uiul Vorliölzern «Ics siullichen G<'l)i«tstlieils l>is an
<lcn Gclirtlfncrbcrg unweit Ilannovi-r, als ]><ii-«lgri'nz(! des Vorkonuncns
in Deutschlantl, auf bunuishaltigcm Itodcn, vorzüglich gern auf Basalt,
ziemlich häufig. Juni, Juli. — Septeniher.
Stc-iigrl '2, 4 — ')' Iiocli, iiat'li olicii kraus - flaiiiuliaarig, selten kahl. Blätter bandfüriiiig
.5 7-spaltig mit breiten, unigrkelirteirund - keiirnruiigen , bald nur ivenig und seiclit (kaum
'/a der Länge), bald >iel und lief ('^s der Länge) geschlitzten Abscbnilten niid stumpf-
lichen, spitien oder zugespitzten Zipfeln. Itlütentraube meistens dicht, Ulüteu bei uns stcU
licbtschuefelgeJb.
GJS triCH BL.ICHJES,
JPharmaceutisch. Medicinisches. ^itt. /. 2. o/'firinell
(Uerh. Aeouiti). f'orwult. lies t und l lt. .iconitin , hhvIi ^ivonitsäure,
und eiseiufrüncnder (MCibesloff (.iniilysc von A. medium Sciirad., welches
xV. Cammaium ist, in ItucHU. Tascheuh. 1812. 117.). xinwcndiinfj des
liiuuits in Pulverform und als Präparate Extractum Aconiti, Tinctura
Aeouiti simplex et aetherea, nach der Pharm, saxon. rtue/t Essentia Aconiti,
als schweisstrcibendes , diurctisches , auf Errc(fun(f des Pfortader- und
des I\crvensystenis hinwirkendes Mittel. Beide, vermittelst des sehr
tfiftit/en Aconit ins , durch Entzündunfj des Darmkanals , tödlendc Gifte
'(fiefienmittel Pflanzvnsiiuren , Essii/, fVein). — A. 4. ehedem officinell,
ebenfalls ein si harf- narkotisches Gift (Anal if sc der ff'urzcl von Dr.
Pallas in Jouin. de Ciiim. med. IV. 192.).
VechniSCheJf» ^irl.1 — '3. zur Gewinnunf/ blauer Farbe anwendbar.
ÜTeon Otitis che S» Limnk sah die Blatter von ^i. 4. ahifekocht
ohne Schaden als Gemüse tjeniessen. Frisch, als Salat, sollen sie den
Tod zur Foltfe ijehubt haben (Scuk. llandh. II. 8fi.). Sämmtlich Zier-
pflanzen der Gürten.
5. Gruppe. RANUNCULACEAE SPFRIAE. AB Will.
CUMJVnM MAMXJUVmSSGMU^ÄCnSM (Paeouiaceae
«ARTL. Ord. nat. 251.).
Staul)l>cutel nach innen gewandt. Blätter wechselständig.
«O. AeTAEA. CUUl^V01^U^KnA.U'JL\
LllVN. Gen. u. ()44.
Kelcb 4-hläUrig, liinfälllg. Kronljlätler 4 (—6) mit schmaler
Platte, in die Stauligefässe ühergeheiul. Eiiifäoherige Beere,
mit 2-reiliig an einer Seite befesligten Samen. <ieschl. Syst.
Mehriälirige Kräuter mit gestielten, niehrfach- 3- seimittigen Blättern
und in Trauben stehenden Blüten.
1. A. «picata. Ährenblütiges ChristophsTeraut,
Blätter doppelt- oder 3- fach -3- schnittig, mit rundlich - eirunden, 3 — 5-
fach eingeschnittenen, ungleich gesägten Abschnitten; Trauben eiförmig.
Beeren eIli|)soidisch.
LiNN. Sp. pl. 722. Chi. lian. 686. Koch Sjn. I. 27. Schk. Handb. Tl.
T. 139. Sturm Deutschi. Fl. 11.21. Beichenb. Ic. f. 4739. El. dan. t. 49.
Engl. bot. t. 918.
In Laubliolzwälderu und Hainen, auf humosem Boden, stellenweise,
doch im südlichen und süd- östlichen Theile des Gebiets ziemlich häufig.
Mai bis August. — September.
Wurzelstock fcderkicldiek , vielfaserig. Stengel 2 — 3' hoch, au der IJasis von häutigen
Schuppen umgeben, 2 — 3 Blattei (ragend. «lällcben 1 '/.^ — 2'/./' breit, bell grasgrün.
Berberis. RANUNCIJI.ACEAE. 25
Pharmaceutisch- ItKedicinisches, Die fVurzel officinell
(Rad. Cliiistopliorianac, Aconiti laccmosi, llellcbori nigri falsi. Alibild.
Kunze Waaitnk. T. 81. f. 2.). Vorwalt. Bestandth. bitterer Ex-
traetivstoff', ciscnf/riinender Gerbestoff' und scharfes Harz. Anwendung
meistens zur Tliicrnrzneibereituntj. IVird in der Schweiz häufig als
fVurzel von IIcIleLorus nigcr gegraben und in den Handel fjebracht.
technisches» Mit Alaun gekocht liefern die Beeren eine schwarze
II. BERBERIDE AE.
AKNT. T.-.U. III. 8.3.
Kelchhlütter 3—4—6. Kronblätter in gleicher, seltener doppel-
ter Zahl, den Kelchblättern gegenüber, mitDrüsen oder Schuppen
an der innern Basis. Staubgefässe unterstandie;, frei, von der
Zahl der Kronblätter; Beutel angewachsen, mit "2 Klappen von
unten nach oben aufspringend. Fruchlknote 1- fächerig, mit
wandständigeni Samenpolster und 1 — 3 Samen an der Basis
desselben. Keim gerade, achsenständig, das Würze Iclien dem
Nabel zugewandt.— Blätter wechselstäiidig. Keine lAebenblat-
ter, aber hinfällige Stützblättehen an den Blattstielen.
Vorkoniuien. Sichrere Arten kalkliold.
Gehalt, In ff'urzel, Rinde und Samen mehrerer ein gelbfärbendes,
und ausserdem in der Binde ein sehr bitteres Alkaloid. Ferner Stärk-
mehl, Gummi, Harze, Bitterstoffe, Fette. Früchte oft durch reichen
Säuregehalt ausgezeichnet.
I. BERBERIL. sJLUMnnonw.
LiNN. Gen. n. 442.
Kelch 6 -blättrig. Kronblättcr 6, mit 2 Honigdrüsen. Beere
2— 3 -sämig mit sitzender IVarbe. Gesehl. Syst. VI. 1-
Sträuche; oft mit einlachen oder getheilten, durch Verkümmern der
Erstlingshlätter entstandenen Dornen, aus deren Achseln sich Büschel
nachfolgender Blätter entwickeln. Blüten in achselständigen Trauben.
t. B. vulgaris. Gemeiner Sauerdorn. Blätter umge-
kehrteirund, ^vimperartig- gesägt, am Grunde mit 3-theiligen Dornen;
Blütentrauben hängend.
LiNN. Sp. 1)1.471. Chi. han. 115. Koch Sjn. I. 29. Reit, und Abel
Holzart. T. 49. Schk. Uandb. I. T. 99. Reichenb. Ic. f. 4486. Fl. dau.
t. 904. Engl. bot. t. 49.
In Hecken und an Ackerrändern, in sonniger Lage und meistens auf
unterstehendem Kalkstein, hier und da verwildert.
Uliitentraubeii gelb, aussen griinlieli-augehaneht. Beeren liinglicli, mit steinigen Samen
schaiLicIirotli ; selten gell), violet, seliivarz , ivciss, aneli süss \aiiirend.
GM iyMR»I.ICMMS,
Vhartnaceutiseh-HKedicinisches, Die Beeren officinell,
ehedem auch Same, Binde und fVurzel (Bacc. Sem. Cort. et Rad. Ber
beridis). Vorwalt. Bestandth. der Beeren: Apfelsäure und Zucker,
der Samen, fVurzel und Binde, als organ. Basen: Berberin und Oxi/a-
canthin, letzteres nur in der Binde (Analyse der "V^'urzel in Brandes
Archiv XI., Schweigg. Journ. XII. 467.). Anwendung des frisch aus-
gepressten Saftes zu Syrupus, Roob xmd Rotulae Berberum.
technisches* Das zähe, schön (jelbe Holz zu Schreiner-, Drechs-
ler und Büchsenschäfterarbeiten, Binde und fVurzel zum Gelbfarben des
26 BERBERIDE AE. Nyniphaea.
Leders, der f Volle, auch als Holzbeize auwendbnr. Mit Eisenvitriol
färbt der Sa/t olinenurim, mit Indiijo liefert er ein (futcs Saftgrün. Die
Beeren färben mit Alavn leberroth, aiieh geben sie eine roihe Tinte.
ÖleonomiSChes» Im Haushalt kann der Saft der Beeren die
Citronensäure vertreten, aneh zur Essig- und Branntewcingeviinnung und
mit Zucker zur Herstellung einer angenehm schmeckenden fjiallerte benutzt
werden. Hie jungen Blätter liefern ein dem Sauerampfer ähnliches ^_(je-
müse. Her Strauch giehl gute Hecken, kann aber in der lyähe der ^cker
durch Verbreitung von Slaubpilzcn leicht nuehtheilig werden.
III. B^YJflPHAEACCIAE:.
1)E CanD. Prop. me.lio. c.l. II. 11}).
Kelcli 4— 6-bläling. Krone regelmässig, vielblättrig, mit all-
mälig in Staubgefässe übergehenden Blättern. Staubgefässe in
unbestimmter Anzahl, iinlerstäntlig oder mit den KronJdättern
demFruchtknolen eingesetzt. Fruchlknote mehrfächerig, vieleiig,
Eiehen an den Scheidewänden befestigt; IVarben von der Zahl der
Fächer, in eine Scheibe verwaclisen. Frucht beerenartig. Keim,
ausserhalb des Eiweisses an der Basis des Samens stehend, von
einem Keimsack eingeschlossen. — • Mehrjährige Kräuter. Blätter
schraubenförmig gestellt. Keine Nebenblätter. Blüten einzeln.
Torkoninien. In .stellenden oder wenig Jiewegten Gewässern.
Gehalt, In den ff'urzeln viel Stärkmehl und Gerbestoff; ausser-
dem Bitterstoffe , Schleim, Zucker, fette Stoffe und Säuren.
1. :m:]?ipiiaea. semmoiss:.
SM. Trodr. Jl. giacc. I. 371.
Kelch 4-blättrig. Kronblättcr in Schraubenlinien dem Frucht-
knoten eingesetzt, ohne Honiggrulje. iXarbenscheibe strahlig
gespalten. Gesehl. Syst. XIII. 1.
lVclchl)lätter last flacli, innen In-onarlig gefärlit. Kr<HiI>l;itter fast von
der Länge des Relclis, sternförmig ausgebreitet. Frucht kugelig, Matt-
liasennarliig.
1. ]V. alba. Jf^eiSSe Seerose» Itlätter herzlörnüg-rundlich;
]\arl»enselieil»e 12 — 2()-stralilig mit aul\värts gekrümmten Strahlen.
LiAN. Sn. 1)1. 729. Chi. hau. 513. Rocii Syn. I. 29. Schk. Uandh. Tl.
T.142. Sturm Deutsehl. Fl. 11.30. Reiciieab. Ic. f. 117. Fl. dan. t.602.
Engl. hot. t. 160. IIavise Arzueigew. IV. T. .35.
In Teichen, Stadtgräben und grössern stehenden Gewässern, häuiig.
(Die kleiner -blutige Form in 31 k.; HL). Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
■Wurzeln armsilich , scliwaclic Fasern in den Sclilamm treibend. Itlattsticlc rund, nebst
den Itlütcnsticlen mit Liirtcanalcn verselien, von denen 4 im Centrum stehende licl stärker
sind als die 1*2 im Umfange hefiudlielien. Blüten »y.^ .'■* im Hurrlimesser, weiss, wolil-
rlccliend. — Aariirl mit um die Iliilftc kleinern IJliiten (UEtCJlENU. das. f. 118.).
GE:njEHBZ,ICHX:S.
Pharmaceutisch-JUEedicinischeS' ff'urzd undBlüten nur
noch in wenigen (hegenden officinell ( llad. et Flor. iNymphaeae albae,
IMenupharis) , jene als adstringirendes , diese als kühlendes Mittel. Vor-
walt. Bestandth. eisenbläuender Gerbestoff' und bitterer Extractivstoff'.
Vechni«che«> Blätter, Stengel und fVurtcl zum Gerben und
Schivnrzftirben lauglich
Nuphar. NYjnPHAXACEAE. 27
i^TeonomiSCheS» Die fleischiffen JVurieln juntf cssbar, ausser-
dem zur 3lästuii!/ der Srhweiue anwendbar. Die J*flanzen eine Zierde
der Teichanlar/en in Parks.
IS, ]¥UPHAR. mWTMMJEI,,
Sm. Pioilr. fl. graec. I. 3ÖI.
Kelch 5-bläJfrig. Kronhlätter unter dem Fruchtknofen ein-
ffesetzi, mit einer Iloiiiggrube auf deui Rücken. iNarbenseheibe
ganzrandig oder gezälint. Gesclil. Syst. XIII. 1.
Kelchblätter innen kronartig gelarlit, nehst den Rronhlättern halb-
kugelig zusammcnneigcntl, letztere mehrfach kleiner als erstere. Frucht
hirnförmig, glatt.
1. ]¥. llltenni. Gellte JtKuntniel. Blatter herzförmig-o\al;
IVarhenscheihe ausgesch^veift mit 10 — 20, vor dem llande endigenden, Strah-
lenstreifen.
Sm. Prodr. fl. graec. I. 361. Chi. han. 514. Koch Syn. I. 30. 1\ei-
CHENB. Ic. f. 113. JXymphaea lutea Linn. Sj». pl. 729. Schk. llandh. Tl.
T. 142. Fl. dan. t. 603. Engl. bot. 1. 159. Havne Arzueigew. IV. T. 36.
In Teichen, Stadtgräl)en und Sümpfen, häufig. Juni, Juli. — August,
September.
Blaüstiele 3 -kantig, nebst den Bliitcnstielen mit gleiclimassigen , feinen Jjnftoanälen
«liirclizogen. Einsehnitt iler Blattbasis bis auf ein Diillbeil der BJaltplaltc eindringend.
Blüten l'/i" >'" Durelmiesser, doltergelb, stark rieehend.— ' Variirt mit seidigbehaarten Blalt-
und Bliilensfielen (>ar. sericea SCHATZ FI. e.\c. balberst. 37.), aueb mit kleinern Blüten.
* 18. Äf. ptmilllim. Xwerg-JtKuntntel* Blätter herzförmig-
oval, tief eingeschnitten; Narbenscheibe gezähnt oder eingeschnitten mit
8 — 10, bis in den Rand auslaufenden, Strahlenstreifen.
Sm. Engl. fl. TU. 16. Koch Syn. I. 30. Reichenb. le. f. 115. Nvm-
phaea pumila HoFFM. Deutschi. Fl. I. 242. N. minima Engl. bot. t. 2292.
In Landseen und stehenden Gewässern des nördlichen und nord- öst-
lichen Gebictstheils, selten {Hb. Graben jenseit des Eichbaums, Alstcr
bei der LThlcnhorst — ; Mk. See bei Langeritz, unweit des Schminken-
dorfer Thcerofens).
Der vorbergebendcn Art ganz ahnlieb, aber um die Häirte kleiner. Blätter meistens
i'/j" lang, l'/j •!" breit, der Einscli.iitt tiefer, oft fast bis im Hälfte der Blallj.latte
reichend. Blüten 10'" im Durchmesser, gelb. Die Einschnitte der;^ IXarbenscheibe bisweilen
bis auf deren Mitte eindringend.
JPharniaceutisch-Medicinisches. fVmzel und Blumen von
Art. 1. (Bild, et Flor. Nymphaeae luteae) nur in wenigen Gerjenden noeh
uf'ßrjnell. Eitjenschaften undAnivendunif denen der IVymphaea alba ähnlich.
OJCOnoniiSCheS» Diejunrjc ff'urzel essbar, alt ein f/utes Schweine-
futter. Die Pflanze eine Zierde der Teichanlayen in Parks.
IV. PAPAVERACEAE.
De Cand. Syst. II. 105.
Kelch 2— 3-hlättrig. Krone regelmässig, 4-l)lä(trig. Slauh-
gefässe untersländig, 4 oder mehrere, frei. Fruehlknote frei,
mit wandständigen Samenpolstcrn. Keim klein, gerade oder
gekrümmt, das AVürzelchen dem IXabel zugewandt. — Blätter
wechselständig, einfach. Keine Nebenblätter.
l'^orkomiuen. Dem trockenen, sandigen oder kalkgrandigen Boden
angehörig, oder bodenvag. Alle den Thonboden meidend.
28 PAPATERACEAE. Papaver.
Gehaltt In i'crxchiedt'n ffcf'ärbten Milchsäften ciffenlhi'nnliche (ßtftifje
^lliiiliiidi i am reichlichslen in den Fruchthüllen enthalten. ausserdem
ei(/enfhiinit{rhe Säuren. In den ff'urzeln Stärkmehl. Zucker, xchnrf'e,
zum Theil ßüehlitje Stoffe, Harz, Ititlersloff'. — • Im Eiraut dieselben
Substanzen , nebst (iummi und Säuren. Die Samen ölreich.
1. PAPAVKK. MOM£J¥,
Kelch 2— 3-l)lättrig, hinfällig. Krone i-hlältiig. ^ Sfauhgc-
fässe zahlreich. INarhcnschcihe 4 — 20 -strahlig. Kapsel halh
vielfächerig, vielklappig, unter der Narhe mit Löchern auf-
springend. Geschl. Syst. XIIF. 1.
Kill- (Art. 1 — 4.), otltr iiiflirjälirige. meistens hoi'stenliaarigc Krauter,
oft mit weissem o«ler gelliem Milclisal't. IJiätter einfacli oder doppelt-
fiederlheilig oder -spaltig. Jtlüteii einzeln, langgestielt, vor dem Aiif-
Itlülien nicliend.
1. P. Argenioiie. SchtnalJ'rüchtiger Mohn, Staub-
fäden nach oben zu platt und breiter, I^arbenscbeibe rundkerbig; Kapseln
schmal keulenförmig, mit zerstreueten aufrecht-abstehenden Borsten liesetzt.
LiNN. Sp. pl.7:25. Chi. han. 11.5. Koch Syn. 1. 31. Schk. Handb. II.
f. 140. Reichenb. Ic. f. 4475. Fl. dan. t. 867. Engl. bot. t. 643. Hayne
Arzneigew. VI. T. 37.
b. ginbruiu. Her horstenlose» Oberer Theil des Stengels, nebst
Blättern und Kapseln, haar- und borstenlos.
P Argenione v. glabruni Chi. han. das. Koch das.
Lnter dem Getreide, auf Sand -, Lehm - und Kalkboden, ziemlieh häufig
eingebürgert. Juni, Juli. — August, September.
Stengel zerstreuet liorstenliaarig. Blätter doppelt- ficdertlieilig mit liiical -limzettförmigen
Zipfeln. Kronen Mass scliarlaelirotli mit schwarzem Nageldccl;. Kapsel unter «ler Narlicii-
scheihe zusammengezogen. Saft milcliweiss oder klar. Aariirt mit nur flederspalligrn liliit-
tcrn, aueli trifl't man Exemplare, an deren Kapseln die auf Knotrlien sitzenden Borsten, wie
an P. Iijliridum, l>ogig alistehcn.
18. P. Iiybrldiim. Krunitnhor«tiger Mohn. StauJi-
fäden nach oben zu platt und breiter, Narbenscheibe seicht gekerbt;
Kapseln rundlich -ellipsoitlisch mit abstehenden aufwärts gekrümmten Bor-
sten besetzt.
LiNN. Sp. pl. 725. Koch Syn. 1.31. Ueichenb. Tc. f. 4476. Engl. bot.
t. 43.
Unter dem (letreide, auf magerm Boden, hier und da eingebürgert
(lls.; Pr. Granau bei Halle, Barby: zwischen (inadau un<l Döben, Qued-
linburg, Wernigerode — ; ^/>i. Sandersleben. JIA.,- ///.). Mai, Juni. —
August.
Stengel anliegend -l)orstenliaarig. Erstlingsblättcr spateiförmig, folgende 3-spaltig, aus-
geliildete doppelt auoli 3-faeli - fiedertlieilig mit gestreckten, linealen, stumpfen Zipfeln der
StengelliLitter. Kapsel meist länglieli- kugelig (l'/.j Mal so lang als 1>reit) , kugelig, auch
wohl umgekclirteiförmig- kugelig, Borsten auf Knötchen stehend, gelhlichweiss. Zwischen
Exemplaren mit gewöhnlicher Kapselbildnng fand ich ein Exemplar, in dessen sämmtlichen
Blüten die Gestaltung der noch unreifen Früchte zur Schotenform von Glaucium luteum
übergegangen w,ir. Die Früchte dieses, im Uerhario aufbewahrten, Exemplars sind 1'"
breit, und 'i'/.^" lang.
3. P. Rltoeas. Klatsch -Mohn, Staubfäden pfrimenför-
mig, Kerben der I^arbenseiieibe an «leii Bändern faltig übereinandergrci-
fend; Kapseln umgekehrteiföriuig mit gerundeter Basis, kahl.
IjInn. Sp. pl. 726. Chi. han. 11(5. Koch Syn. I. 31. Sturm Deutschi.
Fl. II. 17. Beichenb. Te. f. 4470. Fl. dan. t. 1-580. Engl. bot. t. 645.
Hayne .Vrzneigew. \1. T. 37.
G^Iauoiujii.
PAPATERACEAE. 29
Unter ckin Getreide, auf Saiul- uiul Lehmboden, trupp oder lieerden-
weise enige]>ürgert; mit Ausnahme der Marsch durch das ganze Gehiet
verbreitet und häufig. Juni, Juli. — August, Septeml>er.
Stengel abstehend steifliaarig. ErsÜingsl.lätter eirund, folgende S-Iapplg, ausgebildete
einfach oder doppelt-fiedertheilig mit länglich- lanzettfurniigcn eingeschnitten - gesägten Zipfeln.
Blütenstiele bald abstehend bald anliegend steifhaarig (P. Rhoeas ß. sfrigosum DE BüNNliyGII.
Fl. monast. 1.57.). Kronblätter seharlachroth mit oder ohne Fleck an der Basis, selten
blassroth, oder mit Ausnahme des farbigen Saums weiss, auch wohl ganz weiss. Saft un-
gefärbt, an der eultiiirten PHanzc aber milchig, auch wohl orangegelb. Eine Zwergform
des trockenen Sandbodens ist P. Rhoeas y. tenuifolium DE BÖNTVINGH. das. und, später
Aekerbestellung wegen im mittlem Stadiiuu der Entwicklung stehengebliebene, nothreif ge-
wordene Pflanze, das nur einmal im August 1814 auf einem Acker in der Halle'schen Flor
in Menge verbreitet gefundene und schon deshalb nicht hjbride P. trilobura WallR. Ann.
bot. 149. Schcd. t. l. P. rhocadi- somniferum HamPE Prodr. fl. hcrcjn. 34.
4. P. dubiiiiii. Schlichtnarbiger Mohn. StauJjfäden
pfriemenl'örmig, Kerben der Narbenschcibe gesondert; Kapseln keulenför-
mig mit allmälig verschmälerter Basis, kahl.
LiNN. Sp pl.726. Chi. han. 116. Koch Syn. T. 116. Schk. Handb.
II. T. 140. Reichenb. Ic. f. 4477. Fl. dan. t. 902. Engl. bot. t. 644. Hayne
Arzneigev». Tl. T.39.
Unter dem Getreide, auf Saud- oder Lehmboden eingebürgert, jedoch
selten und nur einzeln vorkommend. Juni, Juli. — August, September.
Stengel abstehend -steifhaarig, oder nebst den doppelt - Bedertheiligen Blättern fast kahl
(P. lacrigatum M. A BlEBERST. Fl. cauc. III. 384. REICIIEIVB. das. f. 447S b.). Blü-
tenstiele angedrückt steifliaarig. Kronblätter hell seharlachroth mit oder ohne Fleck an der
Basis, selten gelblich, fleischfarben oder weiss. Saft milchig. Aon P. Rhoeas nur durch
etwas seichtere Kerbeinschnitte der INarbenscheibe und die gegen den Stiel schmäler zulau-
fende Kapsel, beides der Natur der Gattung nach unerhebliche Rennzeichen, verschieden.
Mit Recht »ielleicht verbindet daher SpENNER Fl. friburg. III. 979. beide mit cinauder,
worüber weitere Beobachtungen entscheiden mögen.
JPharntaceutisch- Medicinigches. Die Blütenblätter von
A.3. (denen auch die der übrigen Arten zugesetzt iver den hönncn) of'ficinell
(Flor. Rhoeados, Papaveris rhoeados s. erratici). Vorwalt. Bestandth.
Morphium (Lafargue stellt einen wesentlichen Gehalt von Morphium in
Abrede, Pharmac. Centralbl. 1838. 220, doch ist sowohl dieses als auch
Narcotin vorhanden,) und rother extractiver Färbestoff' (Analyse von
Riffard Journ. de Pharm. XII. 413.). Anwendung in Auffjuss und in
Abkochung , als Präparate Tinctura et Syrupus Pap. rlioead., auch als
Theil der species pectorales, gegen Lungenbeschwerden , als reizmindern-
des, beruhigendes Mittel.
technisches* Die Blütenblätter, nach BiFFARD 40 Proc. Färbe-
stoff' enthaltend, färben mit salzs. Zinndeutoxyd gebeizte ff olle, Baum-
wolle und Leinen amaranthroth. Im fflirtemberi/schen, zum Färben der
fVeine, des Essigs u.s.w., in Holland zum P'ärben der Käse im Ge-
brauch. Auch liefern sie ein ff 'eichharz.
ÖJeonomischeSt Die jungen Blätter als Gemüse geniessbar, die
Samen Öl liefernd Sämmtlich, in Gärten gebracht, Zierpflanzen, die
mannichfach variiren und leicht sich füllen.
^ ». «liAlieiUITI. MOUNJUEOMN.
TODRNEF. Inst. '254.
Kelch 2 -blättrige hinfällig. Krone 4:-])lättiig. Staiihgefässe
zahlreieh. Schote 2- klappig, Klappen von der Basis nach der
Spitze aufspringend. Samen der zwischen den Klappen ste-
30 PAPATERACEAE. CheHdonlum.
liernlen schwammigen Sclicidewaiul cliigcscnkl. Gesclil. Syst.
Ein- (A.2.), 2- (V.l.) oder inclirj;iliri/;c, graugiüiic, nirist mit gcll>oin
Milchsart gelullte Kräuter. Itliitter inelir oder ^reuiger eingeschuitteii-
fie(leis]>allig oder lajipig. Itliiteii r-in/.elii, gross.
•1. C*. luteum. Gelber Mtornmohn, Stengelhlattor herz-
forinig - stengelum fassend , liuclitig - eckig , >Yurzcll>lätter do]»pcU - üedcr-
snaltig, gegen die Basis verschmälert; Schoten hnotig- scharf.
Scop. Fl. carn. I. 369. Chi. hau. 117 (ncncrk.). Koch Sjn. 1. 32. IIei-
CHENB. Ic. f. 41(i8. Chelidonium glaucium Lii\n. Sp. pl. 724. Schk. Handb.
II. T. 140. Fl. dan. t..585. Engl. hot. t. 8.
An Küsten und auf Inseln, auf Sandl>oden, selten (/7Z. am Meeres-
nfer; Mk. nach Koch, in den Speciallloren nicht aufgeführt; Pr. jenscit
der Südgrenze des Gebiets auf den Inseln der Gera bei Erfurt), auf
Kalk- und Sandhü^eln im südlichen Theile des Gebiets {Pr. Wallbeck,
Ilettstädt — ). Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — "2' Iiotli , liehst den dicken etwas fleiscliigen Blattern, wcisslich- meergrün^
Rliiten 'i" im Diirclimesser, Kronen gesättigt eitronengelb. Der gelliliclic Mileksaft der
Pflanze bildet sich nicht immer ans.
'!S. C coriiiculatuni. Bother Mornntohn. Stengcl-
blätter mit gestutzter Basis aufsitzend, nebst den >Vurzelblättern fieder-
spaltig; Schoten borstenhaarig.
Clrt. Fl. lond. \ I. t. 32. Koch Syn. I. 32. Reichenb. Ic. f. 4771 u.
4770 (G. rubens). G. tricolor Bern. Reichenb. PI. crit. III. f. 376. Cheli-
donium corniculatum LiiVN. Sp. pl. 724. Engl. bot. t. 14-33.
Unter dem Getreide, auf sandigem Boden, im südliclisten Theile des
Gebiets, als nördlichstes Vorkommen in Deutschland und wahrscheinlich
auch der Gesammtverbreitung, hier und da eingebürgert {Pr. hinter See-
burg bei Aselebcn — ; .StM. Frankenhausen, Steinthalleben — ). Juni, Juli. —
September.
Stengel 1 174' hoch, nehst den Rlättern lauehgiün. Blüten kleiner als an A. 1.,
Kronhlätler selurlaehroth mit schwarzem oft gelblichgesäiiiutcn Fleck an der Basis, auch «ohl
gclhrolh oder gclh.
Pharmacetitisch-JIKedicinisches, A.l. ehedem mehr ah
jetzt of'/icinell (Herb, et Uad. Glaucii lutei), wuhrsehcinlieh aber wirk-
samer als Chelidonium. Bestandth. noeh nicht hinlüitf/lieh untersucht,
nach PKOltSTviel Fumarsäure und 2 Hasen: Glaucin im einjährigen
Kraute und Glaucopierin in der ff'urzel.
3. CHEIilDOJVIUITI. S CMÖIililinAUT.
LlNN. Gen. n. (541.
Kclcli 2-blättrig, liinfällig. Krone 4-bläl(ilg. Staubgefässc
zalilreich. Schote 2-ldappig. Klappen von der Basis znr Spitze
aufspringend. Samen an 2, zwisclien den Klappen stehenden
fadenförniigen Sauienträgein befestigt. Gesehl. Syst. XIII. 1.
Mehrjährige, ästige Kräuter mit safrangelbem Milchsaft. Blätter ge-
stielt, fiederschnittig. Blüten in gestielten Uoldeu, klein. Blütenstielchen
mit Deckblättchen an der Basis.
1. C iiiajus. Gemeines Schöllkraut' Blätter fieder-
schniltig mit länglich - runden lappig eingeschnittenen und gekerbten Zi-
pfeln; Blütendolden wenigblütig, Kronblätter ganz.
LiNN. Sp. pl.72;?. Chi. han. 116. Roch Syn. I. 32. Schk. Handb. II.
T. 140. Reichenb. Ic. f. 4466. Fl. dan. t. 542." Engl. bot. t. 1581. Hayxk
Arzncigcw. IV. T. 6.
Corydalis. PAPATEBACEAX. 31
b. laoiiiiatuni. nas schlitxhlättrige. Fiedersclmittc »Icr Blätter
länger gestielt, fiederspaltig- eingeschnitten und gesägt.
C. niajus ß. laciiiiatum Koch das. 33. C. laciniatum Mill. Dict. u. :2.
Reicheab. das. f. 4467.
An Gestein, Mauern, Zäunen und Heclicn, in schattiger feuchter Lage,
besonders in der Nähe von Ortschaften allgemein verbreitet; die Spielart
nur im südlichsten Theilc des Gebiets {Pr. Eisleben — ). April bis Juni. —
Juli bis September.
Stengel 'i^—'i^j^' Iiocli, mit zcislreiietcn , kräuselnden Gliedhaaren hcsctzt. Blatter zart-
laubig, schnell welkend, oberseits trüligriin , unterseits iveisslicLgrün. Kelche gelblich,
Kronblätler der Spielart bisweilen eingeschnitten - gesagt.
Pharmaceutisch-JIKedicinisches. ffurzel und litaut of'fi-
cinell (Rad. et llerl). Clielidonii), erster« jedoch mehr ehedem nl.s jetzt.
Vor IV alt. Bestandfh. Chelidonin, Chelerythrin (Pyrrhopin) , letzteres
besonders in den fViirzeln und unreifenßamen, und Chelidonsäure (Schöll-
säure), Anwendnntf aus serlich als Ätzmittel (rje^en ff 'arzen, Flechten),
innerlieh im Auf'ffuss, und als Präparat Extractum Chel. maj. als hrüf
tiffcs Reizmittel für die Abdominalorfftine, yetfen Jlautatisschläye u. s.%v.
Eier frische Saft auf das entblösste Zellyeweic gebracht entzündend wir-
kend und nach Umständen den Tod herbeiführend.
technisches» Ttas Uraut ein Gummi liefernd (3Ieier, Bichn. Re-
port. 1827. Abthl. I. 189.). In f-Vurzel, Kraut und Blüte ein ztir Färberei
brauchbarer f/eUier Färbestoff (Chelidoxanthin) enthalten.
ÖJeonoinischeS» Der Genuss der Pflanzen im Futter kann dem
f'iehe, mit Ausnahme der Zieyen, gefährlich werden.
De CA^D. Syst. II. 105.
Kelch 2-bläftrig. Krone unregelmässig: Kronbläller 4,/rei
oder zusammenhängend. Staubgefässe 6, unterständig j je 3
und 3 mit dem untern Staubfadentheil verwachsen, ein Bündel
vor dem obern, das andere vor dem untern Kronblatt stehend,
beide seitliche Beutel jedes Bündels 1 -fächerig. Fruchtknote
1 -fächerig, 1- oder m'ehreiig, mit Avandständigen Samenpol-
stern.^ Keim an der Basis des Eiweisses, mit dem Würzelchen
deni Nabel zugewandt. — Blätter wechsclständig. Keine IXeben-
blätter. Blüten in end- und blattgegenständigen Trauben.
T^orkomnien. Die melirsten einen durch Humus - oder durch Mergel-
f ehalt nahruugsreiclien Boden verlangend. "V^^enige dem frischen, humus-
altigen Sandliodcn, keine dem reinen, trockenen Sandboden angebörig.
Gehalt. In ungefärbten, mitunter bittern Säften eiyenthümliche
Stoffe (Säuren und saiiersfoff'haltiye ? Basen). Ausserdem reich an bit-
term Extractivstoff und schleimigen Substanzen. In den fVurzeln einiger
viel Stärkmehl.
1. eORYUAIilS. MtOMXiW^UnX.
Aent. e.\ De Cand. Fl. fran?. IV. 636.
Kelch 2-blättrig. Kronblättcr 4, das obere an der Basis ge-
spornt. Schote zusammengedrückt, vielsamig. G. Syst. XVII. 1.
Ein- (A. 5.) oder mehrjährige (Art. 1 — 4.), unbehaarte Kräuter mit
knolliger, spindelförmiger oder faseriger W^urzel. Stengel melircrer mit
32 FIJAIARI4€EAE. Corydalig.
einem zur Stliuppe (SeliU|>]n-iil)latt) veihüinmeiteii untern RIadsticIe. Itlät-
ter <lo|)|>elt 3 -zahlig oder 8 -zählig -2 — a-laehrietlertheilig. (Keimung
mit 1 Samcnhiatt).
f Wiiricl knollig. Griffel 1. 1 ci 1. f n .1.
1. C Cava. Genteine MtohlWUrz. Wurzelknollen holil,
Stengel ohne Sehuppenblalt; Deckhlälfer ganz, Sporn gekrümmt. Stiel-
chen der aufreehten Fruehttrauhe 3- fach kürzer als die Schoten.
Schweig, et Kört. Fl. erlaug. II. 44. Koch Syn. I. 33. C. Inilhosa
Chi. han. 117. Reichenb. Ic. f. 4463. IIayne Arzneige-w. V. T. 1. Fumaria
Cava MiLL. dict. n. 7. Schk. Ilandh. II. T. 194. Sturm Deutschi. Fl. II. 11.
F. bulhosa a. LiNN. Sp. pl. 983. Fl. dan. t. 6()5.
In Hainen, zwischen FcldgcJnisch, an Hecken und in Itaumgärten,
auf humushaltigem Boden trupp- oder heerdenweisc , Iiäufig. April,
Mai. — Juni.
WiirzclkiioUc mit F.iscrn licscfzt. Stengel 10^12" liocli, einfach. Kronen trabe piir-
juirfarlien oder gellilicliw eiss , letztere m olilrierlienil , S]iorii « alzeiifnrinig.
Ä. C solltla. Hichtlenollige Mtohltvura, AVurzelknol-
len gefüllt, unterster Itlattstiel in ein Schuppenldatt umgebildet; Deck-
hliilter fingerförmig getheilt, Sporn fast gerade. Stielchen der aufrechten
Fruchttrauhe so laug als die Schoten.
Sm. Engl. fl. III. 3.53. Koch Syu. I. 33. C. digitata Pers. Syn. II.
269. Chi. han. 118. Reichenb. Ic. 'f. 4462. Fumaria solida KnRH.'Reitr.
VI. 146. ScHK. Ilandh. II. T. 191. Engl. bot. t. 1471. F. Ualleri Willd.
Prodr. 11. berol. n. 704. Fl. dan. t. 1224. Gorydalis Ualleri IIayne Arz-
neigew. V. T. 3. Fumaria bulbosa y. Linn. Sp. pl. 983.
In lichten Hainen, Baumgärten und zwischen Gebüsch, auf frischem
lehmigem Boden, im mittlem und nördlichen Theile des Gebiets, weniger
häufig als AI. (/7.V. Cassel, Allendorf, Rinteln—; Pr. Westphalen und
bei Halle häufig, Wernigerode — ; ^in. Dessau — ■; Br. an» Huy, Fall-
steine, Asse — ; Mk. Gilower Mühle — ; Hb.; HL). März, April. —
Mai, Juni.
WiirjclknoUeii nur im Mittelpunet der Basis fasertragend. Stengel 6 — 8" liocIi, meist
mit einem Ast in der Achsel des Sehnp|>enhlatts. Kronen wie an A. 1. gefärht, S|iorn
gegen die Spitze schlanker znlanfend , kanm etwas gcliogcn. Variirt mit nur cingeschnitten-
gekcrhteu Deckhlättern.
3. C fabacea. Mittlere Hohlwura* V^'urzelknolleu ge-
füllt, unterster Blattstiel in ein Schnppenblatt umgebildet; Deckblätter
ganz, Sporn gekrümmt, Stielchen der überhängenden Fruchttraubc 3 -fach
kürzer als die Schoten.
Pers. Syn. II. 269. Chi. han. 118. Koch Syn. I. 34. Reichenb. Ic.
fl. germ. f. "4460. Fl. dan. t. 1394. Fumaria intermedia Ehrh. Reitr. VI.
146. ScHK. Handb. II. T. 194. F. bulbosa ß. Linn. Sp. pl. 983.
In schattigen Hainen und zwischen Gebüsch, .luf humosem auch auf
thonhaltigem Roden, stellenweise. April, Mai. — Juni.
In allen Theilen do]>pelt kleiner als .V. '2. Stengel 4 5" hoch. Dliitentraube nur
3^5 - Mutig, Kronen hell pnrpiufarhcn mit dunklcrm Saum, auch weiss. >crgl. SCHULTZ
in Heg. bot. Zeit. 18:39. II. 700.
*4. C iiuinlla. Kleine Mtohlwura. V\^irzelknollen gefüllt,
unterster RIattstiel in ein Schuppenblatt umgebildet; Deckblätter finger-
förmig getheilt, Sporn gerade, Stielchen der überhängenden Fruchttraul)e
3- fach kürzer als di<^ Schoten.
Host Fl. austr. II. :»!. Koch Syn. I. 34. Reichenb. Ic. f. 4461. Cory-
dalis solida, minor Billberg Svensk bot. t. 531. f. 2.
In Holzungen, auf humosem Boden, sehr selten (nur im Pr. bei Fragc-
leben miAveit Asehersleben an zwei Standorten gefunden. Hornlkg Ile-
gensb. bot. Zeit. 18:^6. 2. 667.). März. — Mai.
Fiimaria. FlIJUARIACEAE. 33
>on Grosse Hiiil GesainmtansoLen der C. Cabaoea , iler sie sii-li aiicli cliireh die kiirige
stielten Fiiiolilc niibert; wogegen die fingerförmigen Deckblätter, die etwas lang gestielten
Ulältclien und der gerade Sporn VcrHandtschaft mit C. solida iiacliweisen. Ferneren Deobacb-
limgen bleibt es torbebalten, iiber die allerdings wabrscheinliebc Vermntknng des Entdeckers,
dass C. puniila nur eine Spielart »on C. fabacea sey, zu entscbeiden.
ff Wurzel ästig-faserig. Griffel abfällig.
A. C claviciilata. üanTeende Mohlwurz. Blattet- g:«--
lietlert, obere in \^ltl»el ranken auslaufend, lilättclien 3- oder ü-zähli»-
tussförmig zusammengestellt, elliptisch und ganzrandig. Decliblätter ei-
l'örmig, zugespitzt, länger als das Blütenstielclien.
Pers. Syn. T. 270. Clil. lian. 117. Roch Syn. T. a3. Reichenb. le.
f. 4457. Fumaria claviculata Linn. Sp. pl. 985.' Fl. dan. t. 340. Engl,
bot. t. 103.
In lichten >^'aldungen, zwischen Gebüsch und an Hecken, auf humus-
haltigem feuchtem oder moorigem Sandboden, im nordwestlichen Theile
des Gebiets bis in das preussische \'^\'stphalen, als Südgrenze und Itis
an die Elbe als Ostgrenze der Gesammtverbreitung, ziemlich häufig.
Juni, Juli. — September.
Stengel 1 '/., — .'i'lang, scbwacb, scbarf 4 -kantig, verworren vielästig, mit haarfein aus-
laufenden Ranken an die benachbarten Vegetabilien sich klammernd. Fiedern bald gegen-
bald weehselstiindig, entfernt stehend , lang gestielt, bisweilen abermals gefiedert. Blältchen
4 — h'" lang, 'i'/j'" breit. Trauben 6 — 8-blütig, Blüten klein, Kronen gelblichwciss.
GM W^MRBl^ICHES.
Phartnaceutisch-JtKedicinisches» Die fVurzd von A.1.
in ciniaen fiefjenden noch of'ficinell (lladix Aristolochiae cavae s. rotun-
dae vulgaris), aber v>eniq im Gebrauch. V orw alt. Be .t tandth. bitterer
Extractiv.stoff und vornehmlich in der JVurzel (auch der übriyen Arten)
Corydttlin und Stiirkmehl (Analyse von Wackenroder , Kastn. Arch. VIII.
H.4;.423.).
Ökonomisches» Untjcachtet des bitterlichen Geschmacks wer-
den alle Arten vom f'ieh ycfressen.
9. FiJiTiARiA. mnnnA.ucu,
Linn. Gen. n. 849.
Kelch 2-bläUrig. Kronblätter 4, das obere an der Basis ge-
spornt. Einsamiges Nüsschen. Geschl. Syst. XVII. 1.
Einjährige, zarte, unbehaarte Kräuter mit ästigem Stengel und bei
einigen rankenden Blattstielen. Blätter 3- zählig — 3-fachfiedertheilig mit
schmalen Zipfeln. Blüten klein.
i. F. capreolata. Kiitnmender Mrdraiich, Reich-
blätter halb so lang als die Rrone, seicht gezähnt; ]\üsschen kugelig,
eben; Zipfel der Blättchen flach, umgekehrteirund- länglich.
Linn. Sp. pl. 985. Chi. hau. 119. RocHSyn.1.35 Parlatore llonogr. 7(i.
Ueichenb. Ic. f. 4456. De C.vnd. Ic. pl. gall. rar. I. t. 34. Engl. bot. t. 943.
An Hecken, zwischen Gebüsch auf bebauetem feuchtem humosem Bo-
den, selten eingebürgert, im östlichen Tbeile des Gebiets die Ostgrenze
der Gesammtverbreitung erreichend {Hl.; Hrn.; Ol. Delmenhorst, Dött-
lingen — ; //«. Harpstedt Graf. Hoya — ; Pr. Barby — ). April bis Juli. —
August, September.
Stengel l'/j — ..3' lang, vielbeugig und nebst den rankenartig gekrümmten secundären
Blattstielen klimmend. Blättchenzipfel l'/j 2' breit. Fruchtsticlchcn zurückgekrümmt oder
wagerecht abstehend. Kronen weiss oder blassgelb, an der Spitze piirpurbraun. Variirt mit
kleinern Blüten, mit meistens fast aufrechten Fruchtsliplchen und häufig mit ganzrandigcn
Kelchblättern statt der gezähnten.
34 FimARlACEAE. Fmiiniia.
«. F. offlviiialljii. Gemeiner JErdrauch. K.lehhlätier
fiii l>iitlli)-il so lang als die liroiii-, hiritcr als «las Itlütenstielclieii uiul
liiiffsum scliarf; ]>üss<lii'ii uicicnröiinif;- lais«'!"^, naln-lig ciiigetliüclil und
(Viiilio<lveiig; ZipIVI «I.t Klattclun flach, ländlich - lim-al.
LiNN. Sp. pl.ySl. Chi. hau. 119. Kor.ii Svn. 1.8.^ Parl. Monogr. -W.
Stikm Dt-ntsrhl. Fl. II.2. IUichenh. Ic. 1". it.i4. Fl. dan. t.910. Engl,
hol. 1.589. IIay.ne Arzncig(Mv. V. T. 4.
b. minor. Der kleine. Kleiner, zarter und mein- graugrün, Kelcii
hlätlcr fast lialh so lang als die Krone.
F. olTuinalis v. minor Chi. han. das. F. media Lois. INot. 101. Rei-
ciiENH. das. f. 415;}.
Auf Äekern und Jtrachen, hesonders auf trocheuem kalk- oder niergel-
haltigem Boden, Wiireh das ganze Gehiet eingehürgert. Mai Ins August. —
Juli Ins Seplemhcr.
Sieiig.l liis r ho.li, ^mficilit oder li.-gcinl , aiicli »i olil , nehst <lcn s»-<iina.-ireii Itlaltslie-
Icii, »iclljciigig lind kriiiiiml.ogig, BliiMcr maltgriin , l)i.s in gr.i.igriin iilicrgclicnd ; Blattclifii-
/,i|.fel 1'" l>rcit. Kronrn loseniolli mit |)iiiiiiirfarbeii(-r Spitze. Nüssrlicu liiciler als lang.
», F. %1'irtseiii. W^irtgens Erdrauch. Kelchblätter
fast hall» so lang als die Krone und mehrfach breiter als das lUüten-
stielchen; Nüsschen kugelig mit aufgesetzter feiner Spitze, feinhöckerig;
Zipfel der IJIattchen flach, länglich- oder lineal-lanzettförmig.
Koch Svn. III. 1018. (nach Exemplaren von WiRTCEN).
b. niuralis. Her mauerständige. Schlaflstengelig und liegend;
Zipfel der Blältcheu länglieh oder länglich-lanzettförmig.
F. muralis SonDKU das. 1017. (nach Ejemj.laren von SoTVnER).
Auf Äckern, auf kalkhaltigem Boden, eingehürgert, am Harze häufig
(z.B. H»i. Elhingerode — ; ßr. Blankenhurg — ); h. an Mauern hei Ham-
burg. Mai bis August- — Juli bis September.
Gesamnitanselien , Bildnng, Grösse und Färlinng der Blülcn wie bei F. officinalis; Auss-
ehen kleiner, denen von F. Vaillantil sehr ähnlich, aber fcinhöekerig (dem blossen Ange
glatl), lind das zarte Spitzchen im Miltelpnncte kaum etwas vortretend. Zunächst mit F.
agraria LAG. (F. media DE Cand.) verwandt, ilie mit etwas langern Kronen, breitem Dirk
blallern und »enig grdsMrn rriirhl.ii doch >ielleirbt die Slamn.art ist.
41. F. Vaillantii. Vaillanrs Erdrauch, Kelchblätter
etwa ein Drittel so lang als die Krone und kaum breiter als das Bliiten-
stielchen; l>üssehen kugelig mit slumpflichcr Spitze, feinhöckerig; Zipfel
der Blättchrn flach lineal-lanzettförmig.
Lois. !>'<.(. fl. d. Frany. 102. Chi. han. 119. Koch Syn. T. 35. Parl.
Monogr. (58. Beiciie.\b. Ic. f. 4452. F. lobis longioribus cle. Yaill. Bot.
par. t.X. f. 6.
Auf Äckern, auf kalk- oder sandmergelhaltigem Boden, im siidhchcn
Theile des (iehiels, bis zur Linie von Holzminden, Fimbeck, Quedlin-
burg, als IMordgrenze der Gesamnilveibreitung, häufig eingebürgert. Mai
bis August. — ■ Juni bis September.
Kleiner, /.arter und stärker blaiigrau bereift als A. 'i. , von deren Spielart b. sie dnvch
die eilorniig- kugelige Gestalt der Aussehen leicht zu unterscheiden ist. Blättchenzipfel '/s'"
lireit. Kronen blass rosenrolh mit duiikelrother Spitze der seitlichen Kronlilätter , auch wohl
lirauner
•5. F. mlcraiitlia. Ifichtblütig er Erdrauch, Kelch-
blätter halb so laug als die Krone und breiter als diese-, INüsschen kugelig,
stumpf, feinhö<kerig; Zipfel der Blätteheii rinnig, schmal lineal.
Lag. Fleuch, pl. hört. bot. matrit. 1816. p.21. n.281. Koch Syn. IIT. 1018.
Parl. Monogr. 60. F. prehensibilis Kit. Ind. pl. bort. bot. prsth. 1812. p. 10.
Auf Äckern Ixi liamlnirg, auf thoiihalligem Boden, vielleicht früher
übersehen und schon eingebürgert, sonst nur als verirrt zu betrachten.
Juni, Juli. — August.
Cfieiranthus. €RIJ€IFERA£. 35
Stengel aufreclif, wenigästig. Itlatter fein zersclililzt , Blültchenzipfcl liiirz , elwas ilick.
Trauben dirliFliliiOg, Kolrlizipfel rnndlieli, knrz zugespitzt, .iiisgezeiclinet durrli ihre Itrrile,
gezähnt oder i'asi ganzrandig, Kronen gesättigt piirpurlailien oder »cisslich.
GX: n^JERBLICHJES.
JPharntaceutisch- Medicinisches. />«< Kmut »on ^4. 2.
(in VerhinduHff mit den übriffcn Art.) officinell (llcil». Funiariae). f'or-
walt. Be s tandth. bitterer Extractivstojf' , Eiwcisxsloff' itnd stdzsanres
liali, auch nach fViSKLER'S Entdechnifj JFnmarsäure (Blch;n. lUpert.
XXXIX. 48. 308.) lind nach Pescu/EH ein Alkaloid : Fumarin. Anwen-
dung als frisch auxfjepresster Saft, Auftfuss , Decoct und Exlraet , sel-
ten in Pulverform fieffen Scorbut, Hautausschläge u.s.w., auch als ma-
ffcnstärkendes Mittel.
Technisches, SämmtUchc Arten eiifencn sich zur Pottaschefabri-
cation , 10,000 Theile von A. 2. enthalten 790 Theile Pottasche. Der
Färberei liefern sie eine fjelbe und mit Indiffo eine ffriine Farbe.
ÖTconomiSCheS' '*"* Rindvieh läss't im ffeideifanr/e sämmtliche
Arten unberührt.
VI. CRU€IF£RAE.
Jiss. Gen. -207.
Kelch 4-bläth'ig. Kronhlätter 4. Staiiligefässe 6, unterständig";
4 paai'Avt'lse den äii.ssei-n, 2 kürzere einzeln den innern Kelchblät-
tern gegenüher stehend. Friichtknote frei, 1 — 2-fächerig, 2—
mehreiig, mit fadenförmigen, zmscliL-nklapjiigen Sanienpol-
stern. Samen eiweisslos. Keim gekrümmt, >>'iirzelehen gegen die
Keimlappen zurückgehogen. — • Blätter einfach, oft^fiedei-igzer-
schnitten, mit wenigen Ausnahmen weehselsfändig. Keine ^'ehen-
hlätter, Blüten meistens in endständigen, straiissartigen Trau-
ben, die sich nach dem Verblühen verlängern.
1/orkoniiiien. \ orliebc für kalkhaltigen Boden hei sehr vielen. Viele
dem au Rieselerde reichen Boden (Sand, Kies, kieselertlereiehe Gehirgs-
arten) angehörig. Mehrere ausschliesslich oder vorzugsweise auf natroii-
haltigeni Boden (Meeresstrand, salzige Stellen) wachsend. Die meisten
Thonboden meidend.
Gehalt» Flüchtifj - scharfe Öle in den (jriinen Theilcn und den Blü-
ten aller Arten , bei vielen mit kressenartit/em, bei einif/en mit knoblauch-
artiffem Geruch inid scharfem oder brennendem Geschmack verbunden.
Ziemlich viel Stärkmehl in den ff'urteln. Beicher Gehalt an fettem Öl
in den Samen , die oft senfartiij schmecken und riechen. Gelb und ijrün
färbende Substanzen im Kraute und im Samen einitfer Arten.
I. §iliqvo§ae;. schotmxwhvcutigm.
Frucht eine gestreckte (vielfach längere als hreite) Schote, mit 2 auf-
sjiringenden Rlappen und hleihender Scheidewand.
1. Gruppe. ARJtBIDEAi:. G ÄIV SEKRAV TGMWÄCJtSE.
Das Würzelchen an der llandspalte flacher Reimlappen liegend (O ==. )
Relnilappen von Dentaria an den lliiudern eingerollt.
1. eHEIRA^THUfÜ. EiA.CK.
lATiV. Gen. n. 81.3.
Schote lineal, 4-kantig: Klappen mit einem Rückennerv
3G C'RUCIFERAE. Nasturtlunu
i\arl)e 2- lappig mit aiiswärtsgeki-ünimlen Lappen. Samen In
jedem Fach 1-zeilia;. (iesclil. Syst. XV. 2.
Zvci- oder mchrjülnigc (A. I.), l»iswoilrii staudigr, angcdiüdil li.i.i-
ilcro, scllfii unbehaarte (icwäclise. Zahl iiml Stellung der Di-iiscii ver-
sehiedeu, an unserer Art eine wulstige Drüse an jedem der liürzern und
oft eine kleinere an der Basis jedes «ler langern Stauhgel'iisse.
*1. C. fmtieulO»\W».' Gold- IjacJC, Seholen zus.immenge-
drücht, IJIätter lanzettlöiniig, in einen kurzen Illaltsdcl versehmälert,
g-anzrandig oder mit einigen Xiilinen an der Ilasis <ler untersten Blätter.
LiNN. Mant. 91. C Cheiri Linn. Sp. pl. 924. (.lic Oari,.n,.na„z,.). Koch
Syn. 1. 37. Sciik. Ilandh. II. T. 184. Stlrm Deutschi. Fl. II. 45. Ueiciikm!.
Ic. 4347. Engl. bot. t. 1934. (C. fruticulosus).
An altem Gemäuer, wild nur jenseit der süd -westlichen Gebietsgrenze
zunächst bei \^'esel im Uheingebiet; verwildert im siid -westlichen Tlieil
des Gebiets {Pr. fV. Paderborn, Münster, BielelVId — ).
Steiigfl unten liohartig, solir äsfig. Bliitter gedrängt, l.e«on(lois nnleiwäits, nebst den
fSelioten, >on einfaelien , steifen, dicht anliegenden Haaren, gran.
Pharntac cutis eh -UKedicinisches. Die lilumpu in eim'ijcn
Geilenden noch of'ficineU, ehedem aueh liiant ttnd Samen (Flor. Herb, et
Sein. Cheiri). t'orwall. Bestnndth. iitherisehex Ol, eisenf/iiinender
Gerbextoff und biltercr Extractivstoff. Anwenduni) in Pidverform oder
im ylnfiinxs alx an/lösendes , eröffnendes Mittel.
ÖTCOnomiScheS. Beknnnte Zierpflanze der Gärten.
Ä. I^ASTURTUJITI. B UUJV TVJEJVMlRESSi:,
R. RK. Hort. Kc». ed. 'i. l\ . 110.
Schole lineal, wnlstig. Klappen ge_^völl)K ohne Rüekennerv.
Samen in iedcm Fach unregelmässig 2-zeilig, nclzgruhig. Ge-
schl. Syst. XV. 2.
Mchriährigc, ästige, unbehaarte, wasserliebendc Kräuter. Blatter he-
d erschnittig. Drüsen 4, eine zu beiden Seiten der kurzem Staubgefässc.
f. I¥. officiuale. Gemeine BrunnenTcresse. Schoten
lineal, etwas länger als ihre Slielchen; Blätter fiet^erschnittig mit läng-
lich-runden ansgcschweilten Abschnitten. , „„ „
B. Br. Hort. kew. IV. 110. Chi. hau. 120. Koch Syn. I. .37. Bei-
CHENB Ic f. 4359. Sisymbrium Nasturtiuni LiiVA. Sp. ])l.9ir). Schk. Handb.
II. T.' 187. Sturm Deutselil. Fl. H. 43. Fl. dan. t. 690. Engl. bot. t. 855.
Hayine Arzneigew. V. T.32. . . . ,,r i i e
In Quellen, Bächen und Teichen mit reinem V^'asser, besonders aut
unterstehendem mergeligem Boden, häufig. Mai bis September. — August
bis October. , „, « • .•
Stengel diefc , s.iftig, an den nnfern Gelenken wnrzelschlagend. Blatter etwas Ueiscliig,
dunkelgrün; Scitenaliselinitle last silzcnd, der obere «loppell grossere mit herzförmiger Basis.
Kronen „elss , Seholen 3//" l.reit, 9 — 10'" lang.— Variirt ausserhalb des AVassers auf
feuchtem Boden mit dreifach kleinem, el«as gestielten Absoju.ilten (IS. officinale ß. miero-
»hjllum DE BÖNNIINGIIAI SEN fl. nionast. 19'». REICIIENB. das. f. 4500.).
GX:TIVMRBX'ICnMS.
Pharmaceutisch.Medicinisches. Von ./. /. das frische
liraut offieinell (Herb, «asturfii aquatici). rorw. Bestandth. scharfes
ütheriiehesÖl und eisenfjrünenderGerhcsloff. An wen d u n f/ des ausfjepress-
ten Saft'! der Bliitler oder der (fanzen Pflanze als antiseorbutisches Mittel.
ÖleononiiSChes. Als Salat und Gemüse^ auch roh auf Butter-
brot, cssbar. Der Same statt des Senfs brauchbar.
Roripa. CRVeiFERAE. 37
3. RORIPA. noniM*JE.
SCOP. U. call.. Ed. I. .ViO.
Scliole ellipsoidisch oder länglich. Klappen geu öl hl ohne
Rüekennerv oder nur mit einer Spur an tler liasis. Samen in
iedemFaeh unreffelmässig 2-zeilia;, einffeslochen-i)uuetirl. Ge-
■ ll^j^f'VV'^
Zwei- (Ä. 5.) oder melirjähiige (Art. 1 — 4.), ästige, liahle odei* mit
einfachen Börstchen besetzte, wasserlieLende liiiuter. Blätter inehrför-
niig, meistens fiedersclinittig oder fiedertlieilig. Drusen 4 oder (i, eine
zu beiden Seiten d<T längern Staubgelasse.
1. R. aniiiliibla. Amphibische Itoripe. Selioten el
lipsoidisch oder kugelig, 8 — 4 Mal l.ürzer als ihre Stielelien; Wurzel-
blätter länglich, gestielt, Stengelblätter lanzettförmig in eine verschmä-
lerte Basis zulaufend, eingeschnitten -gesägt oder fiederspaltig- eingeschnit-
ten, untergetauchte kämm- oder borstenförniig- fiederspaltig.
Reichenb. Ic. XU. 15. f. 4363 /. Armoracia amphibia Chi. hau. 138.
INasturtium amphibium R. Br. Hort. kew. IV. 110. I\. amphibium ß. varii
folium De Cand. Syst. II. 197. Roch Syn. I. 38. Sturm Deutschi. II.
11.43. Sisymbrium "amphibium a. LiNN. Sp. pl. 913. Fl. dan. t. 984. Kngl.
bot. 1. 1840.
b. indivisa. Die ganxhlättrige. Blätter gleichartig, untere aus-
geschweift- oder stumpfsägezähnig, obere scharf gesägt.
Reichenb. das. f . 4363 «. A. amphibia a. indivisa Chi. hau. das. W.
amphibium a. indivisum De Cand. das. Koch das. Sturm das. Si
symbrium amphibium ß. Linn. das.
c. auriculata. JDie geöhrte. "V^^urzelblätter leierartig -geöhrt.
Reichenb. das. 4363 /*. A. amphibia b. auriculata Chi. han. das. I>i.
amphibium y. auriculatum De Cand. das. Koch das. Sisymbrium aqua
licuni ScHK. Handb. II. T. 187.
An Ufern von Flüssen, Teichen und Gräben, b. ausser dem Bereiche
des Wassers, auf sandig-humosem Boden, häufig. Mai, Juli. — Juli bis
September.
Wiu-iel Lolzwiig. Stengel 'i'/j 3' Loch, liegeml , »iirzelii<l und ansteigend, olien
scliMacli liin- und liergel.ogen. Blattform >om Stande in nnd ausser dem Masscr al)Jiängig.
Kronen um die H.-illlc giosssr als der lielcli, gelh. Sclibtclienstiele «agereclit oder nieder-
gebogen, hügelige Scliolclicn 1'" im nnrclunesser , elli]isoidisclie bis 2"' lang, 1"' breit,
mit einem last gleich langen Griffel und getheilter Warhe.
'18. R. pyreiiaica. Pyrenäen- ttoripe. Schoten eiför
mig- länglich, halb so lang als ihre Stielchen; Wurzelblätter gestielt,
eckigeirund oder leierförmig, Stengelblätter sitzend, fiedertheilig mit
schmal- oder fädlich -lincalen ganzrandigen Zipfeln; Kronblättcr etwas
länger als der Kelch.
Reichenb. Ic. XII. 15. f. 4366. Nasturtium pyrenaicum R. Br. Hort,
kew. IV. 110. Koch Syn. T. 39. Sturm Deutschi. Fl. II. 45. Sisymbrium
pyrenaicum Linn. Sp. pl. 916.
In V^^ildwiescn des Eibthals, auf sandigem Boden, heerdeuw eise , nur
an einem Standort, als IVordgrenze der Gesammtverbreitung {Pr. zwi
sehen Acken und Löderitz), wo sie im J. 1847 vom Prof. Grisebach ent
deckt wurde. Anfang Juni. — Juli, August.
Stengel 8 10" hoch, mehrere auf einer AVnrjel huschelig ^ereinigt oder einzeln, fein,
leicht hin- und hergebogen, einfach oder oben ästig, mit zerstreucten l;iirzen Bürstchen be-
setzt. Wurzelbläff er wenige, tief stehend , zart nnd klein, eins oder das andere der untersten
ganz mit einem oder dem andern Örchen , folgende leierartig - fiederlhcilig. Stengelbläftei
einander genähert, denen der A. 3. ähnlich, aber die sehr schmalen Zipfel, von denen die
untersten beiden den Stengel umfassen, völlig ganzrandig. Tranben kurz, dichtblütig. Blüten
hleiii mit gesättigt gelben Kronen. Schoten 2 — «'//" lang, 1 — 1 '/j'" '"■<^''' netzartig-aderig.
38 ORIICIFERAE. Roriim
3. R. «ylveatrls. JDanU'JKoripe. s.lioit-n lin.ai, unge-
r.ilir s(. lang als ihn- Stirl<:lirn ; IMätt.r ric.l.-isciii.illig o.l.-i- licl' liciU-r-
llicilig mil länglich -lan/elirörniigcn oder liingli» li lintaleii, eutCeint cin-
gcsclmitlcn-gesäglcu ZinlVln; Kroncnliiatter no«h einmal so lang als ilrr
lielcl..
UK1CHE^B. li-. \II. lö. :>aslniliMm svlvcsfic R. «r. lloit. l;<-w. IV. 110.
Chi. han. 121. Koch S>n. I. :iS. 4:i7. Fl. «lan. t. 1881. Sisvmhriani sjl-
v.'sCiT LiNN. Sj.. pl.yU». ScHK. Ilandh. II. T. 181. Kngl. hi.t. t.2324.
b. bipinnatifida. Die doppeltjiederspaltige. Itlattahschnitte lan-
zctttuiinig, tief fiecU'rspaltig; Schofcn etwas langer als ihre Stielehen.
I^. svivestre ö'. rivulare llocH «las. IX. livulare l\iiiciiENB. IM. ciit. M.
t. 67. 'Ic. iwmö.
c. serrata. Die sägesähnige» IMa'.tfie<lein eirund- läuglieli, ge-
sägt; Grillel kürzer und dicklich.
.^. svivestre ß. dentatiim Roch das. N. sylvcstre ß. strictuin iISert.
u. Koch Deutschi. Fl. IV. 649. 31. sylvcstre Reichexb. in Stlrm Deutschi.
Fl. II. 43. Ic. f. 4368.
Auf Grasplätzen, an V^'egeu und Räudern der >Veiden, Wiesen und
Äcker, auf feuchtem saiidhaltigem Boden, häufig. Mai bis Juli. — Juli
liis September.
Stengel liegend, mit dem obern Tlicile ansteigend, seltener anfreelit. Blatlalischnilte
und Zipfel der Grösse, Breite und den Einselinittcn des Randes naeli sehr Teriinderlicli.
Kronlilätler gross mit flacher Platte, cilronengelh. Die häufig fehlschlagenden Schoten '/j'"
!,„.,(, 4 .-,'" lang, an b. (j 7'" lang.
4. R. ancefis. Xweischneidige Moripe* Schoten li-
iieal -länglich, geschwollen, um die Hälfte kürzer als ihre Stielchen; Blät-
ti-r leierlörmig-fiederspaltig, mit lineal -lanzeltförmigen eingeschnitten-
gesägten, gesägten, auch wohl ganzrandigen Zipfeln ; Kronenblätter län-
ger als der Kelch.
REICHE^B. le. \II. 15. !\asturtium anceps ders. in bot. Zeit. 1822. I.
29J. Chi. han. 121. Koch Syn. I. 38. 437. Stlrm Deutschi. Fl. II. 45.
Reichenb. Ic. f. 43G4. Sisymbrium anceps ^^'ahlenb. 11. suec. I. 419. S.
amphibium ;'. tcrrestre Linn. Sp. pl. 917.
An Fluss- und Rachiifern, auch auf Ackern, auf nassem sandhaltigeni
Roden, ziemlich häufig. Juni bis August. — Juli bis Sep(em])er.
Stengel bis '-' hoch, »ielbeugig und ästig. 'Blatter zwischen ?i. paluslrc und >. sjheslrc
stehend und eben so veränderlich als dTc des let/.tern. Blüten kleiner als die von IV. sjl-
lestrc, blass gelb. Fruchtlranben sehr lang, Schoten fast 1"' breit, 3'" lang, nach der
Spitie .erschmälert und zusammengedrückt. GrilTel fein und do|ii>clt so lang als an den
übrigen Arten.
5. R. palustris. Sumpf. noripe, Schoten länglich, ge-
schwollen, ungefähr so lang als ihre Slielchen; Rlätter leierförmig-iie-
dcrspaltig mit längliehen stumpf eingeschnitten -gesägten Zipfeln; Krou-
blätter kaum länger als der Kelch.
Reichenb. Ic. XII. 15 I>asfiiitium palustre De Cand. Svst. II. 191.
Chi. han. 1:20. Koch Syn. I. 38. Stlrm Deutsehl. Fl. 11.43! Reichend.
le. f. 4362. IV. tcrrestre R. Rr. Hort. kew. ed. 2. IV. 110. Sisymbrium
palustre Levs. Fl.hal.679. Scuk. Ilandb. II. T. 187. Fl. dan. t.'409. und
t.931. Engl. bot. t. 1747 (S. tcrrestre). S. amphibium a. palustre Lian.
Sp. pl.917.
An Gräben, Teichen und stehenden Gewässern , auf sandig- sumpfigem
Roden. l>Iai bis Juli. — Juli bis September.
Stengel meist aufrecht, straff, fast einfach, bis 3' hocli , auf freiem Boden halb liegcn.l.
von unten auf äsfig, '/.^ — ^/f' lang. Kronblätter kaum aus dem Kelch hcnorlretcnd.
Schoten 1"' brcif, i'/j— .•!'" lang, stumpf. Griffel Kurz und dick.
Barbarea. CRUCIFERAE. 39
GMn^JERBJLICHMS.
ÖkonotniJSCheS» SämmtUche ^irten im Frühjahr als Salat (jc-
niessbar, dem f'ieh als Futter zuträfjlivh und den Kienen FVakrunf/ rjc-
bcnd. Der Same von ^. 1. als Senf anwendbar.
4. BARBAREA. B AUB A^UA^K R.AUV.
R. Br. Hort. kc». cd. 2. n . 109.
Schote lincal, verschoben i-kantig: Klappen mit einem Rii-
ckennerv. Narhe ganz oder ausgerandet. Samen in jedem Fach
1 -zeilig. Geschl. Syst. XV. 2. ''
Zwei- (seltener mehr-) jährige, aufrechte, ästige Kraul« r. Blätter leier-
föriiiig-fiederspaltig, seltener ganz. Drüsen 4: eine 2 — .3-zahnige zwi-
schen den kurzem Stauhgefässen und dem Fruehtknoten, und eine 2-fliei
lige unter jedem Paar der langem.
t. B. vulgaris!. Getneines Barbarakraut. Schoten
abstehend -aul'reclil, doppelt so dick als ihre Stielehen; Itlülen dicht.
Hronldätter doppelt so lang als der Reich; untere Itlätter leierförniig mit
lierzförmlg-ruiidlicheni Endlappen und 2 — 4 -paarigen Seitenlappen.
R. Br. Hort. kew. IV. 109. Chi. hau. 121. Roch Syn. I. 39. Sturm
Deutschi. Fl. H. 43. Reichknb. le. f. 4-306. Krysinunn Barharea LiNi\. Sp.
pl.664. Fl. dan. t. 985. Engl. bot. t. 443.
b. patens. Bas abstehendjriichtiye. Schoten unregeimässig alt-
stehend, Blüten etwas grösser.
B. vulgaris v. patens Chi. han. 122. B. arcuata Reichenb. Regensli.
Zeit. 1820. T. 297 (mit "doppelt so grossen Blumen' als die von B.
vulgaris). Stirm Deutschi. Fl. II. 43. B. vulgaris ß. \^'AHLE^B. Fl.
suee. I. 417.
An Ackerrändern, Fliissufern, Grähenaul'würfen und Hecken, auf Iri-
schem etwas humushaltigem Boden, häufig. April liis Juli. — August,
September.
Stengel I '/t 2' Locli , bald einlach, bald mit aiiCreelif jlistelienden Ästen. Obere
Stengclblätter bald biicblig- ausgeschweift , bald eingeschnitten - gesagt , auch wohl seielil
fiedoispallig. Kronen gesättigt gelb. Schoten unter 30 30", dicht, fast gedrängt stehend,
an der Spielart unter 40 — 4")" und weniger dicht stehend, meist 1" lang, i//" dich. —
\a.iirt hurz und steif behaart.
9. B. taiirica. Iioclcerhlütiges BarharaTeraut.
Schoten abstehend bogig ansteigend, doppelt so dick als ihre Stielchen,
Blüten locker, Rronblätler fast doppelt so lang als der Reich; untere
Blätter leierförniig mit eirundem oder rautenförmigem Endlappcn und
2 — 4 -paarigen Seitenlappeii.
De Ca?,d. Syst. II. 207 (1821. mit völlig zutrefteuder Beschreibung).
B. arcuata Reicuenb. Fl. sax. 381 ("Blumen etwas kleiner" als die von
B. vulgaris). Ic. f. 43:57. Rocii Syn. I. 39.
All grasigen Plätzen, Gräben, Flussufern und schattigen Hecken, auf
feuchtem etwas huniosein Boden, hier und da. April, Mai. — Juü,
August.
Schlanker als die vorhergehende Art, Äste mehr abstehend. Blatter und besonders die
Endlappen dieser kleiner. Blüten um '/j kleiner, Kronen hellgelb. Schoten, auf etwas
langern Stielchen, kaum halb so dicht siebend. ]>arbe etwas dicker und tiefer ausgcrandel.
3. B. stricta. Kleinblütiges Barbarakraut. Scho
ten rundlich -4 -kantig, aufstehend -anliegend, doppelt so dick als ihre
Stielchen; Rronblätter kaum um die Hälfte länger als der Reich; untere
Blätter leierförmig mit länglich - eirundem Endlappcn und 2 — 3- paarigen
geringen Seitenlappen.
Andrzejowsci in Bess. En. pl. volh. 72. Roch Syn. I. 39. Reichenb.
Ic. f. 4.3.5.5. B. parviflora Fries I>(ov. fl. suee. ed. 2. 207. B. vulgaris
40 CBUCIFERAE. Turritis.
Wahlkmi. Fl. succ. I. 417. Sturm DlmiIscIiI. Fl. 11.13. Kry.simuin Bar-
l.area Schk. Ilaiulb. II. T. 83.
Auf Triften, an Sumi»frändern , Iläihi-ii und Flüssen, auf feuclileni
liieslialtiffem Botlcn, besonders im westlichen Tlieile des Gebiets, ziem-
lich häufig. April, Mai. — • August.
Obere BlälliT ciriiiiil , sliinijif sägczäliiiig , Kronen gell>. Seliofcn ^0T Her Reife an die
Spindel gedriifkt, reif untei' 10 — 1''»'' gerielilet , /.ierlielicr und selinialer als jn den übrigen
Arien ('//" breil).
4. B. iiraeeox. Vrühhlühentles Barbar alcraut.
Schoten alistehind, Finihlslieklit'n so dick als diese; lironhiätler doppelt
so lang als «Icr Reich; untere Blätler leicrformig mit rundliehen Knd-
iappen und 6 — 10 -paarigen Seitenlappeii.
R. llR. Hort. Lew. 1>. 109. Koch Syn. T. 40. Stürm Deutschi. Fl.
II. G(5. IIeichenb. Ic. f. 4;i'J8. Erysimum praecox Sm. Fl. brit. 707. F'l. dan.
t. 1759. Fngl. bot. t. 1129. Erysimum Barbarea ß. Linn. Sp. pl. 922.
An Teichen, Bächen, Fluss'ufcrn und Gräl»en, auf thonig-hnmosem
Boden, im nördlichen und westlichen Theile des Gebiets (///.,• //ft. Kms-
biiltel, Ilammcrbruch — ; Mk. Neustrclitz am Zierkersee, Rrickow — ;
dann in Westen Hn. Marsch von Ostfriesland; Oü. Marsch; i;>. Rcdlager-
bach— ; Pr. fV. Coesfeld, Darup — ). Apül, Mai. — Juli.
Obere Ulälter tief fiederspaltig mit linealen g.Tnzr.indigen Zipfeln. Blüten loeI;er. Kro-
nen gelb. Seliotcn stärker als an den lorhergelienden Arten, ineist '1" lang, 1'" breit.
I<eielit kenntlich duroli die dicken Scliotensüelclien.
Pharntaceutisch-JtKetlicinisches, Das limui von A. 1
oj'ficinell (Herb. Barbaraeae) ids antiseorbittisches Mittel , doch weniff
noch im Gebrauch, f'orw alt. Bestandth. fliichtiifes , .scharfes Öl und
bitterer Extractivstoff. Die nbritjen Arten werden sich ähnlich verhal-
len nud f/leirhe Anwendunf/ ffcstatten.
ÖTednomiSCheS» Die jungen Blätter sänuntlicher Arten (/eben
im Frühjahr, zum Theil auch schon im Hinter, einen aufjenehm bitler
schmeckenden Salat. ./. i. verdient zu diesem Zweck auch bei uns, wie
in Enijland, den ^inbau.
5. TURRITIilii. n^AMjItKOMEIj.
l.VSTS. Gen. n. «19.
Schote lineal, zusanunenj2;e(lrückl-4-Iiaiilig: Kla])pen uiit ei-
nem Rü! kciinorv. IVarhe shinipf, seinvaeli ausgcraiidel. Samen
in jedem Fache 2 -zeilig. Gesehl. Syst. XV. 2.
Zweijährige, aufrechte Kräuter. Blätter stcngelumfassend. Drüsen 4
oder 6: eine an der äussern Basis der kürzern und eine, bisweilen zwei,
vor jedem Paar der längern Stanbgefässe, oft sämmtlich zusammenhängend.
i. T. glabra. Genteiner W^aldlcohl, Schoten anlie-
gend-aufrecht, sehr lang; AVurzclbläfter schrotsägenförmig, scharlhaarig,
Stengelblättcr herz-pfeilförmig und kahl.
LiNN. Sp. pl. 930. Chi. han. 122. Koch Syn. I. 40. Schk. Handb. II.
T. 185. Sturm Deutschi. Fl. 11.43. Reichenb. Ic. f. 434G. Fl. dan. t. 809.
i:ngl. bot. t.777.
In Hainen und lichten Waldungen, auch an steinigen Hängen im Felde,
auf kiesigem und saudigem Boden, liäufig. Mai, Juni. — August.
Stengel '2 3' hoch, steif, vollblättrig, graublau, bereift. Ilaare 2 3 -gabelig. Kro-
nen gelblichneiss. Schoten steif, 6 bis 1 Mal so lang als ihre Sflelclien.
GMHXJRBLICHJES.
Ökonomisches. /"»*»■ das JJ'cidcvich eine nuhrrcichc Pflanic
Arabis. CRVeiFERAE. 41
zweiter Güte. Blätter als Saint utid Gemüse (feniessbar. hie Samen
liefern ein fettes Ol.
6. ARABI§. GÄHrSXKUJLUT,
I.INN. Gen. n. 818.
Sc'liotc lineal, zusanimcngedi-üekf : Klappen llacliotlei- scliwacli
gewölbt mit mehr oder uiiiicler vollstäinligem llückennerv und oft
melirern längslaufcnden Seitenadern. INarbc ganz oder schwach
ausgerandet. Samen in jedem Fach 1 -zeilig. G. Syst. XV. 2.
Einjährige (A.3.), zwei- (Art. 4. 6.) oder iiichijährige (Art. 1. 2. 5. 7.),
Jialtl cinfaclie Italtl ästige Kräuter, meistens mit steifen, 2 — 3-gal)eligen
oder einfaclien, oft sicli verlierenden Härchen besetzt. Wurzelhiätter
häufig gestielt und rosettenartig, Stengel]>lätter meist sitzend. Drüsen
4, 6 oder 8, in mehrfacher Stellung und Gestalt.
I. A. I»rassicaeforiuis. Kohlartiges GänseJcraut.
Schoten auf abstehenden Stielchen fast aufrecht, gewölbt mit starkem
llüchennerv und ungellügelteu Samen; Stengel und Blätter glatt, Wur-
zellilätter länglich oder rund, in den Blattstiel verschmälert, obere Blät-
ter lanzettförmig-länglich, ganzrandig, mit herz -pfeil förmiger Basis sten-
gelunifasscnd.
Wallr. Sched. ijü. Koch Syn. T. 40. Rkichenb. PI. crit. II. t. 192.
Ic. f. 4333. Conringia alpina Chi. han. 132. Brassica alpiua L. Mant. 95.
Turritis Brassica Leers Fl. herb. 147.
An Berghängen und Hügeln ZAvischen Gebüsch, auf steinigem Kalh-
gebirgsboden im südlichen Theile des Gebiets, selten (Sw. am Göldncr,
inv \^ aide hinter dem Frauenberge, Straussberg — ; Zf,v. Allendorf, Hörnc-
laippe — ; //»«. Mühlenberg bei l^iicdersachswerfen — ; An. Harzgerode — ).
Mai, Juni. — August.
Stengel l'/2 — '■•' ''oeli, einfaeli. Blätter iintersells nebst ileiu Stengel blau bereift,
wurzelslöndige srliwacli aiisgescb« cil't-kerliig mit eiiti'ernt stebenilen DriLscu und einzelnen '\^ini-
]>erliaareii am Stiel. Traube loeker, Blüten gross, Kronen weiss. Scboteii scliwaeh 4 - kantigj
fast 1'" breit. A om Gesammtanseben des Erysimuni Orientale.
9» A. alpina. Alpen-GÜnseTcraut. Schoten abstehend,
flach, etwas holperig und am Rande ver«licht, mit verschwindendem I\ü-
cliennerv und schmal - llügclrandigen Samen; Stengel und Blätter ästig-
rauhhaarig; Wurzelblätter länglich -umgehehrteirund mit verschmälerter
Basis, obere Blätter länglich -eirund mit herzförmiger Basis stengelum-
fassend , sämmtlich eingeschnitten - sägezähnig.
LiNN. Sp. pl.298. Koch Sjn. I. 40. Stürm Deutschi. Fl. U. 12. Bei-
CHENB. Ic. f. 4327 (und als Spielart mit etwas krausen Blatträndern A.
crispata Willd. f. 4328.). Fl. dan. t. 62.
Zwischen zerbröckeltem Gypsgi^stein im gebirgigen südlichen Thei! des
Gebiets, selten (am südwestlidien Vorharze ? \^^allr. in Linnaea XIY. 602.).
April, Mai. — Juli, August.
Wurzel mcbrliöjifig, Blätterrosetten und im folgenden Jabr einfaebc oder ästige Stengel
treilicnd. Blätter weiebbaarig, graugrün, tief oft fast buebtig- sägezäbnig. Blüten gross.
Kronlilälter mit rundlieli-umgckebrteirunder riatte, weiss. Sehoten 1 1 '/^" lang, •'•/j'" breit.
3. A. aiiricnlata. Öhr chen- GänseJcraut. Schoten ab-
stehend, fast 3-nervig mit ungellügelteu Samen; Stengel und Blätter scharf-
haarig, W^urzelblätter eirund -länglich in den kurzen Blattstiel verschmä-
lert, obere Blätter länglich -eirun«! mit herzförmiger Basis stengelumfas-
scnd, sämmtlich entfernt sägezähnig.
Lam. Ene. I. 219. Chi. han. 123. Koch Syn. I. 41. Sturm Deutschi.
Fl. 11.43. Reicheivb. Ic. f. 4334. Waldst. et Kit. PI. rar. Hung. t. 59.
A. patula \^'allr. Sched. 354. Turritis patula Ehrh. Bcitr. VII. 59.
An Berghängen und Hügeln, auf sonnigem trockenem Kalk- und
42 CRUCIFERAE. Arabis.
<iy|>sl><Ml('ii, im gcl)irgigcii südliclicii Tlicile des G(l>icls, slcllimM'isc {Sw.
Fraiiliciiliauscn am Slrausshcrge, Elielehcii — ; Pr. Lotk-rsli'licn , Aiile-
!„.„ — ; //„. M iiuleliäuserholz unweit des alten Stollbeigs — ). Ajnil,
Mai. — Juli, August.
Zarl, IViiisIt-ngelig, klfinl.lätlrig , 4" bis 1' hoch. Härchen «licht, astig. Tralihe gr-
schUiigolt, Bliilcii sclir klein, Kronen weiss. Schoten kaum '/j'" hreit, schwach behjait.
seltener nnl>eha.iit.
41. A. Iiirsiita. Rauhhaarige» GänseJcraut. Schot, n
last aufrceht, zusammcngedrücht mit IVinem llütliennerv und schmal - flu
gelrandigen schwach punctirten Samen; Stengel unten steilliaarig; Itlätler
länglich, sägezähnig und ästig-haarig, Wurzelhlätter in den liurzeu Blatt-
stiel verschmälert, obere Blätter mit herzförmiger Basis stengelumfassend.
Scop. Fl. carn. II. 30. Chi. han. 122. Koch Syn. 1. 42. Sti;rm
Dentschl. Fi. II. 4.J. Beiciiexb. Ic. f. 4:U2. Turritis hirsuta Liinn. Sp.
pl. 93(). SciiK. llandh. ir. T. 185. Fl. dan. t. 1040. Engl. l.ot. t. 587.
b. sagittata. Das pfeilblättrige» Obere Blätter mit hcrz-pfeil-
förmiger Basis stengelumfässeud. Öhrchen der Basis abstehend.
A. birsuta v. sagittata Chi. bau. das. A. sagittata De Cand. Fl. frane.
Suppl.592. Koch das. Beiche.ms. das. f. 4343. b. A. planisiliqua Pers.
Sjn. II 205.
c. glabresoens. Das unbehaarte. Fast kahl; Schoten meistens
länger.
A. hirsuta v. glabresccus und v. longisiliqua Chi. han. 123. A. sa-
gittata ji. De Cand. Syst. II. 222. A. longisiliqua Wallr. Sched. 359.
A. glastifolia Ueichenb. das. f. 4i:543. c.
In Hainen und W'^aldungcn , auf hügeligem meistens l.albsteinigem
Boden, häufig. Mai, Juni. — Juli, /Vugust.
Stengel 1 .i' hoch, einfach, schlank, »ollhlättrig. Blatter mit ansgeschweifl - sJge-
zähnigein , tief sägeiähnigeni , seltener seicht eingeschnittenem Rande und gestnizt- herzförmi-
ger, herz- nnd herz - pfeilforniiger Basis varilrend. Bliifen klein, Kronen weiss. Schoten
kaum '/.,'" hrcit, in der I.iingc >on l liis -'/.(" lariirend, Samen znsainniengedriickt mit
sehr schmalen oft nur an der Spitze liemerklichem Bande, reif sehr fein pnnctirt.
5. A. petraea. Stein - Gänsekraut, Schoten abstehend,
llach, mit feinem nach ol>en sich verlierendem llüebennerv und au der
Spitze fliigelrandigen Samen; Stengel an der Basis nebst den untern Blät-
tern zerstreuet gabelhaarig; Wurzelblätter spateiförmig in den Blattstiel
verschmälert, ausgeschiiitteii- sägezähnig oder nebst den lineal -spatelför-
migen Stengelblältern ganzrandig.
Lam. Eiic. I. 221. Koch Svn. I. 44. A. Crantziana Eurh. Herb. exs.
n. 78. Chi. han. 124. Sturm Deutsclil. Fl. 11.45. Beichenb. Ic. f. 4323.
a.b. A. Thaliana Crantz St. anstr. 39. t. 3. f. 2. Cardamine petraea Linn.
Sp. pl. 913.
An felsigen Berghängen und Hügeln, auf Gyps- und Kalkboden im
südlichen Theile des Gebiets, hier und da (//»«. Kalzensteiu und Peter-
sche Hütte bei Osterode, Kohnstein, Mnhlberg bei i>iedersacbswerfen,
alte Stollberg über Stempeda — ). Mai bis September. — August bis
October.
Wurzel »ieiköpfig, dichte Blätlerhiischel nnd zahlreiche, 6 — 10" hohe, meistens einfache
Stengel zwischen den ahgeslorhenen vorigjährigen Slengelresten treibend. Blatter dicklich,
blau bereift. Tranben leicht hin- und hergebogen, »enigbliitig, Kronen weiss oder blass
lila. Schoten auf 3'" langen feinen Sfielchen , kaum '/■/" hreit, Bückennerv der Klappen
>on zarten Seitenadern begleitet.^ Card.imine hastulata Engl. bot. 1.469. nod C. feroensis
Fl. dan. t. 139"i. entsprcchcD nicht mehr unserer Form, wenn sie anch nicht specifisch von
ihr verschieden seyn mögen.
' <». A. aireiioHa. Sand'GänseJcraut. Schoten abstehend,
llaeh, mit feinem g<'g<'u die Mitte sich verlierendem IVüchcnnerv und schmal
Cardamine. €RIJ€IFERAE. 43
flügelrandigen Saiiirn, Stcng«-! rauhhaarig, lilalter gahelliaarig, Winzcl-
iinil untere Steiigelblätter leierartig - schrotsägenföriiiig , oliere lllättcr
llueal-lauzettiorinig und ganzrantlig.
Scop. Fl. carn. II. 3r2. t. 40. Koch Sjn. T. 44. Sturm Deutsclil. Fl.
H. 48. Reichenb. f c. f. 43:22 a. c. Fi. dan. t. 1760. Sisvnibriuin arenosum
LiNN. Sp. pl. 919.
Im Flachiande und an Hügeln, auf Sandboden oder Kalkstein, im
nord-östliehen Theile des Gebiets, selten {Pr. Barby — ■; Mk. Serransche
Berge bei Neu- und Alt- Strelitz, Boitzenburg — ; Hb. Poppenbüttel—;
///. Lauenburg — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzellilältcr loscKcnarlig ausgebrcilcl. Stengel 4, 6 — 10" hocb, ansteigend oder
iiilicclit, lon der Mitte an ästig. Traiihcn locker, Kronen lila, seltener weiss. Selioten-
riclidmg und Starke der vorliergel.enden Art. Kommt l.iswcücn fast kahl lor.
'S, A. Halleri. Malier'» Gänsekraut, Schoten auf ab
siebenden Stielcben aufrecht -abstehend, buchtig -liöclicrig mit feinem ge-
gen die Mitte sieb verlierendem Rückennerv und an der Spitze llügel-
randigen Samen; Stengel und Blätter zerstreut -haarig oder kahl, Wurzel-
und untere Stengelbliitter gestielt, rundlicli oder eirund, mit oder ohne
Fiederläppchen, übrige Blätter sitzend, mittlere länglich, entfernt säge
zähnig, obere lanzettförmig und ganzrandig.
LiNN. Sp. pl.929. Chi. han. 124. Koch Svn. I. 44. Sturm Deutschi.
Fl. 11.43. Reichend. Ic. f. 4326 a. b. c. WalIdst. et Kit. PI. rar. Ilung.
t. 120.
Am Ober- und Unterbarze, auf kiesigem und steinigem Boden, an
Schlackenhalden und in der Nähe von Flüssen und Bächen, auch durch
diese oft weit in das umliegende flache Land (Hildesheim, einzeln bis
Hannover, Fichwälder bei Barby) fortgeführt. Mai bis August. — Au-
gust, September.
Stengel zu Büscheln vereinigt, schwach, schlaff, liegend oder hogenförmig ansteigend,
Ü — .10" lang, sperrig- ästig, am untern Theile oft wurzelnd und Blälterbüschel für das
folgende Jahr treibend. Blätter zart, grasgrün, in den angegebenen Formen niannichfach
und unregelniässig variirend. Kronblättcr weiss mit grüngtlblicher Basis (bei uns nie rofh-
lich wie an A. o\irensis AVUI-F.). A ier stumpfe l>rusen : 1 kleinere zwischen jedem Paar
der längern Staubgefässe und dem Kelche, 1 grössere, halbmondföriuige , zwischen den
l^ürzcrn Stanbgefässen und dem Frnchlknolen. S< lioleu kürzer (7 8"' lang) und breiter
(8/4"' l>rcil) als an den Art. 4— G, GrifTel länger.
GX: irJERBZICHJElS.
ÖTCOnomiSCheS, Die unhehuarten Arten werden f/ern vom fielt
i/ef'resseu. Die Samen von -/. 4. liefern ein mildes Öl.
V. C.ARDAJfll^i:. SCMAUMKMAUT,
I.1NN. Gen. n. 8V2.
Schote liiieal: Klappen flach ohne Rückennery, oder nur uiil
ciiicT Spur desselben an der Uasis. Samen in jedem Fach 1-
zeilig, i\ahelst'hnüfe fadenförmig. Gcschl. Syst. XV. 2.
Einjährige (Art. 2 — 4.), zwei- (A. 1.) oder mehrjährige (Art. 5. 6.)
Kräuter, unbehaart oder strifhaarig. Blätter gestielt, an den unserigen
fiederschnittig. Drüsen l»al<l 4, bald 6: eine oder zwei au der Basis der
kürzern, und eine oder keine vor jedem Paar der längern Staubgefässe.
-•■ Slengelblatlslielc am Grunde geöhrt.
1. C. iiiipatieiis. Spring - SchaumJeraut, Schoten in
Richtung ihrer Stielchen aufrecht- abs'tebend, Griffel pfrienunförmig, län-
ger als die Schotenbreite; Blattabschnitte länglich, 3 — 5- zipfelig -fieder
spaltig nnd gestielt.
44 ' CRIJCIFERAE. Cardaniine.
LiNN. Sp. pl.914. Chi. han. Irij. Koch Syn. I. 46. ScHK.JIaiull.. II.
T. 187. Sturm Deulschl. Fl. 11. 45. Reicuenb. Ic. f. 4:J02. Engl. I.ol.
t. 80.
In Hainen und \^'al<lnngen, auf rcuclitcni hunioscm Uutlen, auch im
Geliüsch an Fluss- und liachufVrn, häufig. Mai, Juni. — August.
SIciigtl aufrecht, einfach oder ol>cn ästig. Schmal -pfeilfürmigc Öhrchcii an iler Basis
der Stengelblattcr. Paare <ler lllatlahschnitlc G — 8'", diese 3 ö'" l.rcit , zart, hellgrün
und schucU weihend. Bluten klein, Kronhlütler weiss, häufig nicht «orhandcn. Schoten-
klajipcn elastisch aufspringend.
•Jf Blattstiele nicht gei.hrt.
3. C »yl%'aticä. W^altl-Schauntkraut, Schoten auf
ahstehenden Stielchcn fast aufrecht, (irillel fein, so lang als die Scho-
tenhreite; Blattahschnittc gestielt, die der uutein Blatter eirund -rundlich,
buchtig -eckig, der obere lanzettförmig- länglich, sttimpf sägezähnig.
Li>K in HoFFM. Phjtogr. Blätter I. 50. Koch Sju. I. 46. Sturm
üeutschl. Fl. 11.45. Beichenb. Ic. f. 4303. C. hirsuta v. sylvatica Chi.
han. 126. Fl. dan. t. 735 (C. inipatiens).
In LaubholzM-aldungen und Hainen, auf nassem etwas humosem Boden
und an Waldhäehen, liier und da (//»i. und Br. in den Weserthahvaldiin-
gen, am Vor-, Unter- und Oberharze, am Solling, bei Schnackenburg — ;
Mk. bei Neubrandenburg, Güstrow, im Bostocker Wulfshageii — ; IIb.
Wellingsbüttel — ; ///. Beinbeck — ). April bis Juni.— Hai bis Juli.
Von der folgenden Art, abgesehen von den gegehencn Charakteren, zu unterscheiden,
durch einen schlängelig gebogenen, ästigem, reichlicher beblätterten Stengel, zarteres hell-
grünes Laub, den mehr abstehenden Kelch, breitere Kronblätter und 6 Staubgcfässe fast
von der Länge der Krone, während C. hirsuta meistens nur 4 Staubgefässe bat, welche
kürzer als die Kronen sind. Diese Zahl?erschicdenheit ist indessen nicht constant, wie schon
SciIKDHR (Handb. II. "Jü!).) riclitig beobachtete, und überhaupt die specifisclie Verschie-
denheit der benannten I'flanzen noch weiterer Prüfung bedürftig.
4. V. ItirSIlta. WtauheS Schautnkraut. Schoten in Rich-
tung der stielchen aufrecht oder aufrecht - abstehend , Griflel dicklich,
kürzer als die Schotcnhreite ; Blätter gefiedert, Blattabschuitte gestielt,
die der untern Blätter rundlich, selmaehbnchtig- eckig, der obern läng-
lich oder lineal, fast ganzrandig.
LiM\. Sp. pl.915. Chi. han. 126. Kocn Syn. I. 47. Schk. Handb. 11.
T. 187. Sturm Deutschi. Fl. H. 45. Beichenb. Ic. f. 4304. Fl. dan. t. 1762
(C. intermedia). Engl. bot. t. 492.
In Waldungen, Hainen und im Gebüsch, auf kiesigem und steinigem
Boden, häulig. April bis Juni. — Mai bis Juli.
Bald mehr bald weniger mit kurzen steifen Haaren besetzt. Stengel 6 — ■ IVj" lang, an-
steigend oder aufrecht, cntfernt-blällrig , oft nach oben hin blattlos. Paare der Blattabschuitte
4—.',, etwas steif, dunkelgrün, die der obcrn Blätter gegen die Basis allmälig keilförmig
verschmälert. Blüten klein, Kronen weiss. Schoten 8 10"' lang. »//" breit.
5. D, pratensis. W^iesen- SchauniJcraut. Schoten in
Richtung der Stielchen aufrecht-abstehend, GriÜVl -walzenförmig, kürzer
als die Schoteiibreitc; Kronenblälter dreimal solang als der Kelch, Staub-
gefässe um die Hälfte kürzer als die Krone; Abschnitte der untern Blät-
ter rundlich, ausgeschweift -eckig gestieU, der obern lineal, ganzrandig
und sitzend.
LiMV. Sp. pl.915. Chi. han. 124. Koch Syn. I. 47. Schk. Handb. II.
T. 187. Sturm Deutsehl.Fl. II.8. Beichekb. Ic. f. 4-308. Fl. dan. t. 1039.
Engl. hot. t. 776. IIayak Arzneigew. V. T. 30.
b. dentata. Das ecKigblätti-ige. Abschnitte der untern und obern
Blätter tiefer ausgeschweift -eckig; Blüten etwas grösser.
C. pratensis ß. dentata Koch. das. Beichenb. das. f. 4308 ß. C. pra-
tensis V. grandiflora Chi. han. das.
Deiitaria. CRIICIFERAE. 45
c. parvifolia. Jias kleinblättrige, BlattaLsdinltte viel kleiner,
die der untern Blätter oft fast sitzend, der Endal)sehnitt I<<tuni grösser;
Blüten um die Hälfte kleiner.
C pratensis v. parvifolia Chi. han. das. C pratensis }'. Hajneana
Beichenb. Fl. exe. 676. Ic. f. 4308 ;'.
Aufwiesen und Triften, auch auf oflenen Plätzen in den Waldun-
gen, auf nassem humushaltigem Boden, sehr häufig; h. auf hoch helegc-
nen Bergwiesen; c. au Sunipfstellen und am Wasser. April, Mai. —
Juni, Juli.
Slengel loliiig, ol>en sclnvacli gerieft, kalil oder unten raiililiaarig , auf nassem Boden
liisweilen Ausläufer treibend. Blätter kahl oder iintcrseifs mit Härrlien heselzt. Paare der
Abschnitte 3 8, Endabsehnitt der AVnrzelblätter herzförmig ansgeschnitlen , 2 -i Mal
grösser als die des nächstfolgenden Paars, bis zu 1 1 '/i" »" Durchmesser; an der Spielart
),. „„,. 3 4" im Durchmesser. Spielart c. lom Ansehen und der Blättchenforra der C. amara.
Kronen blass lila, bisweilen mehr fleischfarben, oft in weiss ausbleichend. Staubbeutel gelb.
f>. C amara. bitteres Schaumlcraut. Schoten in Rich-
tung der Stielehen aufr<'cht- ahstehend, Grill'el pfriemenförinig, länger als
die Schotenbreite; Kronhlätter fast dreimal so lang als der Reich, Stauh-
gefässe kaum kürzer als die Krone; Blattahsehnitte sitzend, eirund-läng-
lich oder länglich, ausgeschweift- eckig.
LiNN. Sp. pl. 915. Chi. han. 125. Koch Syn. I. 47. Schk. Handb. II.
T. 187. Stirn Deutschi. Fl. H. 45. Beichenb. Ic. f. 4305. Engl. bot.
t. 10«)0. IIa\ke Arzneigew. Y. T. 31.
b. Iiirta. Die kurzhaarige, Stengel mit kurzem Haar besetzt,
Traubenstielchen kahl.
C amara ß. liirta Kocu das. C. amara v. umbrosa De Cand. Syst.
II. 2;55. C. sylvatiea HofFM. Deutsehl. Fl. II. 47 (mit Ausschluss der Syno-
nyme). Fl. daii. t. 148 (C. hirsuta).
jVn Quellen, Bächen und Gräben, auch in Waldbrüchen und Sümpfen,
häufig. April bis Juni. — Juni, Juli.
Stengel dicht, kantig und gefurcht, am untern Theilc behaart, wurzelnd und Ausläufer
treibend. Blätter saftig, etwas fleischig, dunkelgrün. Kronen weiss, Staubbeutel violet.
Cardamine parviflora 'on Schoi.lER, Fl. bar. Suppl. 3'iö. zwischen Acken und
Löderitz angegeben, findet sich dort nicht. Prof. GrisEBACH traf am bezeichneten Stand-
orte eine der Schotenstellung und Griflelbildung nach an C. sylvatiea sich schliessende , der
Wurzel-, Blatt- und Blüleubildung nach mit C. pratensis verwandte Cardamine, deren
Verfolgung in andere J>okalitäten einem entscheidenden Ausspruche vorangehen muss.
GMWJERBI.ICnMS,
Pharniaceutisch'Medicinisches. J'on A.5. Kraut und
Blumen officinell (Herb, et Flor. Cardamiues, Nasturtii pratensis s. Cu-
culi). l'orxvalt. Bestandth. Jlüchtifj scharfes Öl und bitterer Extractiv-
stoff'. Anwendung fileieh Nasturtium oflicinale. Nach der Analyse von
A. P'OOET (Brand. Arcli. XIV. 170.) eifjnet sie sich zum Surrof/at der
Cochlcaria. f'on A. 6. das Kraut (Herb. Cardamiues amarae) statt IVa-
sturtium officinale im Gebrauch.
ÖTeonontischeS» Die Juntjen Blätter von Art. 1. 4^6. als Salat
und Gemüse essbar, vorzüfflich jedoch von A.6., deren Geschmack etwas
bitterlich aber lieblicher als der der Brunnenkresse ist. A. t. fViesen-
jt/lanze zweiter Güte.
8. IIEIV VARIA. XuAMwn^unz,
lAVS. Gen. n. 811.
Schote lanzettförmiflj-liiieal : Klappen flach, ohueRüeliennerv.
Samen in icdeni Fach^l-zeiliff, IVabelschniire flach. Gesdil.
Syst. XV. 2. *
46 CRVCIFERAE. Hesiieri».
Mehijährigc Kräuter mit wao^crcelitrin, ncistliigcm, scliuppi^züliiiigom
Wuizclliöi]KT uiiil «'inlaeliein Stengel. Itlätter \vcel»sel- oder (|uiilstäii-
<lig. Drüsen 4: eine an der liasis der kurzem und eine zwischen jedem
Paar der längern Stauhgel'ässe. ( Heimla|>|>en gestielt, an unserer Art
flaeli, und nur der eine an der Spitze etwas einwärts gerollt).
1. II. biilliifera. Knollentragende Xahnwura» Un-
tere Itlätter iiederscliuittig, obere ungetlieilt; Knollenknospen in den
Blattacliseln.
LiNN. Sp. 1.1.912. Chi. hau. 126. Kocu S>n. I. 49. Schk. Ilandh. II.
T. 183. Stirm Deutschi. Fl. II. 48. 1\eiche>b". Ic. f. 4318. Fi. dan. t. 3(51.
Engl. l.ot. t. 309.
In Waldungen, auf schattigem humusreichem Hoden, durcli das ganze
Gel)iet, im nördlichen Theile mit den ^'^aldungen jedoch abnehmend.
Stengel l'/> — 'i' l'och, iinLehaart, ohne AViirjelblättcr , untere Stengell.lälter aus 5 7.
l.inseflfüiniigen , entfernt und grohsägezälinigen FieJerscIinitlcn bestellen«! ; mittlere ci - seliniltig,
obere ganz. BlUtentraube kurz., <lol<lenar(ig , Kronen nilblichlila in weiss übergebend. Sebo-
ten in einen langen Sehnabel zugespit/.!.
Pharntaceutisch-M.edicinisches* />«• Lnudmaun benutzt
die scharf schtneckcndc , allcrdinijs nicht fjdiiz tinwirksnnie , ff'urzel, im
Frühjahr (jcffrabcn, fjef/i^'i^ liolik.
2. Gruppe. SIS YMBRE AE. RAVTMN SMN rGMirÄCMSK.
Das Würzelehen auf der Ilüchcnscitc flacher Reinila]»pen liegend (() II).
9. IIE^PERIS. JVACMWMOXiK.
I>1NN. Gen. II. 817.
Schote lincal: Klappen mit einem Rüekennery. IVarbe zwei-
lappig, Lappen aufrecht aneinanderliegend. Samen in jedem
Fach 1 -zeilig. Gesehl. Syst. XV. 2.
Ein-, zwei- (A. 1.), selten mehrjährige, scharfliaarigc Kräuter. Blätter
ganz oder leierartig- sehrotsägenförmig. Traul»en entfernthlütig. Drüsen
2: eine zwischen jedem der hürzeru Staubgel'ässe und dem Fruchtlinoteu.
1. II. itiati*oiiaIij9. Ifamascener IVachtviole» Scho-
ten aufrecht -abstehend oder abstehend, zusammeugedrüelit- rundlich, wul-
stig; Blätter ei -lanzettförmig, zuges])itzt, sägezähnig oder buchtig-säge-
zähnig.
LiNN. Sp. pl. 927. Chi. han. 127. Koch Sjn. I. 50. Schk. Ilandb. II.
T. 184, auch II. inodora LiNN. das. Beichenb. Ic. f. 4378. Jaco. Fl. austr.
IV. t. 347 (der rnieblzueig, zu steil geriebteler Sehoten «egen, abucl.hend). Engl.
Lot. t. 731.
In der Nähe von Ortschaften und an Buinen, auf Kalhsteinboden,
verwildert {Pr. fV. Albachten unweit Münster bei dem Gute Alvinlihof ;
Hn. ehedem an den Buinen der Plesse und der Gleichen, jetzt noch an
den Buinen der Burg Grubenhagen unweit Eiinbeek liäuiig — am Ostcr-
bcrge l»ei Ilildesheim, Osnabrück am Gertrudenberge und Kalkhügel — ;
Mk. Bostock am Wall — ). Mai, Juni. — August, September.
Stengel 1 1/.^ 3' buch, nebst den schw iirzlieligriincn Uliittein steilbaarig. Blüten gross
(S—IO"' Durobm.), blass lila in «eiss .erbleiehend . Abends « ohlrierheml. Schoten 2'/.^ —
3'/2" ''"g- hegelsi.ilzig, mit mebrern llingslaulenden Seileiiadern zu beiden Seilen des
Il,ub<-„,.ervs durchzogen.
GE W^IEBBIjMCHES.
ÖTCOnoniiSCheS- Mit r/efulltcn, schnecwcisscn , besonders des
Abends lieblich dtif'tcudcu lilüien eine Zierde der Gärten. Die Samen
Sisyinbriiiiii.
CRIJCIFERAE. 47
tieben ein aiifatujs ijiütilichcs , später brätiidielws , an der f^uf't leicht
trocknendes Öl-
lO. SISYJTIBRIIJ]?!. n^wjtimN^MNr.
LiNN. Gen. n. 813.
Schole gestreckt^ eckig -ruiullich: Klappen gcAvölht, mit 3
rServen. Samen in jedem Fach 1-zeihg. Gesclil.Syst. XV.^.
Ein- (Art. 1. 5. 8.), zwei- (Art. 2. 3. 4.7.)^ otlcr mehrjalnigo (A. fi.)
KräutiT. Blätter mehrfach gestaltet. Drüsen 4: eine an der Basis «ler
hürzern nnd eine unter jedem Paar der längern Staul)gel"ässe.
I Blätter fiedcrartig gespalten, gethellt oder i e r s clin i 1 1 e ii.
1. S. officiiiale. If^eg-VtauTeensenf» Schoten ppami-
dal-pfriemenröimig, an die Si)ind(l gedrückt, weichiiaarig; Blätter schrot-
sägenarlig-liederthcilig, Zii>tVl 2 — 3 -paarig, eingeschnitten - sägczähnig
mit grösscrm spontonähnliehcni Endzipl'el.
Scop. Fl. carn. II. 26. Chi. han. 128. Kocii Syn. T. 51. Ueichktvb.
Ic. f. 4401. Erysinrnm officlnale Linn. Sp. pl. 922. Schk. Ilandh. II.
T. 183. Sturm Dentschl. Fl. II. 5. Fl. dan. t. 560. Engl. bot. t. 735.
Hayne Arzneigew. II. T. 13.
An Wegen, Hecken und an Schutt in der ISähc von Orfschaften auf
humushaltigem Boden, allgemein verbreitet. Juni bis August. — August
bis October.
Stengel spen ig - ästig, sieif. Kronlilätter klein, gell). Samen länglicli, iait pnnctirf.
«. S$. a1■!^triacl■■l■. VielschotigerVtauTeensenf. Sehe
ten schmal -lineal, uiiregelmässig abstehend, die Jüngern kürzer als der
volle gewölbte Blütenstrauss; Blätter leierartig- sciirotsägcnformig, Zipfel
vielpaarig, ungleich gezähnt, die der untern Blätter dreieckig - spitz , der
obcrii lanzctt- und lineal - lanzettförmig.
Jaco. Fl. austr. III. 35. t. 262. Chi. hau. 129. Roch Syn. I. 51. Rei-
CHENB.'tc. f. 4410. S. multisiliquosum IIoffm. Dcutschl. Fl. 11.51. Bei-
CBENB. PI. crit. III. f. 247. Ic. fl. germ. f. 4411. S. eckhartsbergense Willd.
Sp. pl. Tl. 502.
An Berghängen und Mauern, auf schattigem felsigem Boden, als Nord-
grenze der Gesammtverbreitung, selten (Pr. Eisleben, Wimnielburg, Bi-
bra, Eckhartberge — ; An. Bernburg—; Ils.n.Iln. Süntclgcltirge unweit
Oldendorf, namentlich am Ilohenstein). Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel 2 3' liocli , sperrig- ästig, bald kalil , bald nebst den ISlatträndern hmi steif-
haarig. Trauben verlängert, an der Spitze 10 20-bliitig, Kroabläller über doppelt so
lang als der Keleb, Platte länglieh - rnndlieb , gesättigt gelb. Scholen bald Vj^', bald '2"
lang, und- eben so «le die Stielehen ^j^'" breit, bald zersirenet bald sehr genähert stehend,
Wechsel« inkclig durch einander gerichtet, gerade oder beugig, etwas wulstig.
3. S. Irio. Iianghlättriger MauTeensenf. Schoten
schmal -lineal, abstehend, oft beugig, die Jüngern über den magern ila-
chen Blütenstrauss hervorragend; Blätter fiedertheilig, Zipfel ungleich
gezähnt, die der untern Blätter länglich -lanzettförmig mit spontonförmi-
gem Endzipfel, der obern lineal -lanzettförmig.
Linn. Sp. pl. 921. Chi. han. 128. Koch Syn. I. 52. Beicheni?. Ic.
f. 4408. Jacq. Fl. austr. IV. t.:t22. Engl. bot. t. 1631.
An Gebirgshügeln, auf felsigem Boden, selten und intcrmittirend {IIs.
Ilohenstein bei Oldendorf, wo schon Ehrhart i. J. 1784 die noch in sei-
nem Nachlasse befindlichen Exemplare sammelte; Jln. Süntelgebirge) Mai
bis Juli. — Juli, August.
Stengel 2 2'^' hoch, sperrig - ästig, kahl. Trauben späterhin sehr verlängert , ander
Spil/e .'S 8 -blutig; Blüten halh so gross als an der vorhergehenden Art, Kronbläfler um
die Hälfte länger als der KeUh, riaüc langlieh, blass gelh. Schoten 2" lang, V2'" ''■■'''»
48 CRVCIFERAE. Si^ymbrium.
und auf tlüiinerii Slioldicn stebcnd , tlicils anlVccIit, lliciu aiistclieiul , uft auch nagcreclit uiiil
ahnarts gekrümmt, etwas wulstig.
'4. f$. lioeselil* MiöseVs HauJcensenf, Sciiotcn Hmai,
aul" aJ)stelieiidcn Stielchcii bogig aiistfigcml, «lic Jüngern kürzer als <ler
ge-\v()lbte IJlütenstraiiss ; Illätter sclirotsägenlormig, ii(;l>st dem Stengel
borstenliaarig, Zipfel ungleich gezähnt, die der untern Hlälter länglieh,
gegen den Endzipf'el zusaminenlliessend, der ohern lauz<'ltJ'örniig mit ver-
längertem spontonförniigem Endzipfel.
LiNN. Sp. pl.921. Chi. han. 128. Kocii Svn. I. 51. Sciik. Ilandh. If.
T. 187. Reichenb. le. f. 4409. Jaco. Fl. austr. IV. t.324.
An Mauern und auf Schutt, im südöstlichen Tlieile des Gebiets, ziem-
lich häufig (/*r. Eisleben, Schraplau, Giebichenstein , Petersberg, Barliy,
Quedlinburg, Ilalberstadt — ; Sw. Frankenhausen auf den meisten Mauern — ;
Br. IJlankenburg — ). Juni, Juli. — August.
Stengel 1 1 '/u' '^"g> «■'ifacli oder olicn ästig; diclit mit aliivärtsgerielitetcn , steifen,
weissen Haaren besetzt. Traiüie meistens astig. Hliilen wenig grösser als die der A. 3.
Kronlilattplafle umgelielirteirund , gelli. Schoten iy.^"lang, '/_,'" breit, oft in abweioliender
Riclitnng stehend oder gekrümmt.
5. S. ^oiiliia. Teinhlättriger Mauleensenf, Schoten
lineal, auf abstehenden Stielchen bogig aufreclit; Kronblätter so lang als
der Kelch, oder kürzer; Blätter doppeli fiederschnitfig mit schmal-linealen
fiedertheiligen oder ganzen Fiedern.
LiNN. Sp. pl. 922. Chi. han. 129. Koch Syn. I. 52. Reichenb. Tc.
f. 4405. Fl. dan. t. 528. Engl. bot. t. 9&3. Hayne Arzneigew. Y. T. 33.
An Wegen, Zäunen und Ackerrändern, auf magerm santligem Boden,
häufig. ]>lai bis Juli. — August, September.
Fiedcrn der Bl.itter 4 •'>"' lang, '/.^ ^/^"' breit. Kronen gelb.
ff Blätter ganz.
6. ^. isttricti8sinMiin. straffsten gelig er nauJeen-
Senft Schoten lineal, aufrecht- abstehend, wulstig; Blätter länglich-
lanzettförmig, ungleich gezähnt, sägezähnig, oder eingeschiiilten-gezähnt,
obere oft ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 922. Chi. han. 127. Koch Syn. I. 5;^. Beicheab. Ic.
f. 4414. Jaco. Fl. austr. II. t. 194.
An Gebirgshängen, auf felsigem Boden, als Nordgrenze der Gesammt-
verbreitung, selten (Hs. Ilohenstcin bei Oldendorf — ; Rr. >Volfeiihagen — ■;
lln. Polle, Ith bei Ockensen — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel • 3' hoch, straff, dicht beblättert, gegen die Spitze risjjenartig- ästig. Blätter
fast aufrecht, gestielt, an beiden Enden ziiges]>i(zt , schwärzlich - grün , unterscits heller.
Trauben kurz, 8 10-blülig, Kronblätter doppelt so lang als der Kelch, Platte länglich,
gelb. Schoten I '/.^ 2" lang, y.,'" breit, mit pfricmenformigcm Grillel.
9. S. Alliaria. StarTeriechender WtaiiTcensenf, Scho-
ten lineal, mit den gleich dicken Stielchen bogig anstcigen<l, wulstig:
untere Blätter nicrenlörinig- rundlich, grob g<'kerbt, obere herzförmig-
eirnnd, spitz, ausgeschweift-gezähnt.
Scop. Fl. carn. II. 26. Chi. han. 127. Koch Syn. I. 53. Alliaria offi-
cinalis Andrzej. in De Ca\d. Syst. II. 489. Beicueab. Ic. f. 4379. Erv-
simum Alliaria Liiviv. Sp. pl. 9;>2. Schk. Ilaiidb. II. T. 183. Fl. dan.
t. 953. Engl. bot. t. 796. Hayne Arzneigew. V. T. 34.
An Hecken, Wegen, Waldrän<lerii und in Grasgärten, auf frischem
etwas hiunushaltigem Boden, allgemein verbreitet. April bis Juni. —
Juni bis August.
Blätter zerrieben einen starken Knoblaucligerncli entwickelnd. Kronen schnecwciss. Scho-
ten 'i" lang, 1'" breit.
S. !§». Thallaiiiini. VhaVs MauTcensenf. Schoten schmal
Krysiiniiiii. CRIJCIFERAE. 49
lincal, auf abstellenden StielcLen aufrecht -al>stcbenfl, kaum doppelt so
lang als diese; Blätter gezähnelt, feinhaarig, wurzelständigc rosetlen-
artig, länglich -spateiförmig, stengelständige entfernt stehend, länglich
oder lineal.
Gaud. Fl. helr. IV. 348. Koch Svn. I. 5.3. Arabis Tbaliana Linn.
Sp. pl.929. Chi. hau. 123. Schk. lländb. Tl. T. 185. Sturm Deutschi.
Fl. II. 11. Fl. dan. t. 1106. Engl. bot. t.901. Conringla Tbaliana Kei-
CHENB. FL exe. 686. Ic. f. 4.380.
Auf Äehern, Brachen und Triften, vorzüglich auf sandigem Boden,
häufig. April bis September. — Juni bis Octobcr.
Spannenlang, zart, büsclielsfändig otlcr einzeln, einlaeh oder ästig. Stengellilälter nur
3 — .i. Kronen klein, weiss. Schoten ö — 7'" lang, y^'" I.reit.
Pharmaceutijsch- JtKedicinisches» liruut und Same von
j4.1. officinell (Herb, et Semen Erjsimi vulgaris s. Irionis), desijleichen
von A. ö. (Herb, et Sem. Sophiac, Sophiae Chirurgorum). f'örwalt.
Bestandth. beider sehiirfes ätherisches Öl. Anwendnny der erstem
in Pulverform oder im Auf'fftiss , als leichtes Tonicum rjeffen chronische
Lunffenhatarrhe u.s.w., auch als Syrupus (jeffen Jleiserkeit , das Kraut
beider frisch auffjelefjt fjcfjen Geschwüre , wozu man auch wohl A. 7. an-
wendet. Die Samen aller 3 Art. als ein ^vurni- und harntreibendes Mittel
itn Ilauxffebruuch; die von A. 5. neuerlich wieder yefjen ff'ürmer und
Steinbesch iiicrden angewandt.
ÖTCOnontisCJieS» THe jungen Blätter von A. 1. geben ein Gemüse,
die von A. 7. werden hier und da statt Knoblauch dem Gemüse zunesetzf.
Die Samen von A. 1. können als Senf dienen, von A. 7. ifchen sie ein
fettes Öl. A. 6. Zierpflanze.
jAyy. Gen. n. 814.
Schote lineal, J:-kantig oder run(llicli: Klappen mit einem
Rückennerv. I\avl>e stumpf, ganz oder ausgerandet. Samen in
jedem Fache 1- zeilig. Geschl. Syst. XV. 2.
Ein- (Art. 1. 6. 7.), häufiger zweijährige (Art. 2 — 5.), selten mehrjäh-
rige Kräuter oder Stauden. Blätter ungetheilt, untere in einen Stiel ver-
schmälert, obere sitzend. Drüsen 4: eine halbmondförmige an der innern
Seite der hürzern, und eine rundliche vor jedem Paar der längern Staub-
gefässe.
f Stengcllilätter sitzend.
1. E. clieirantlioides. IiacTeartiger Schot endotter.
Schoten auf fast halb so langen Stielen aufrecht-abstehend, 4-kantig und
anliegend -zartbaarig; Blütenstielchcn doppelt so lang als der Kelcli ,
Blätter länglich- lanzettförmig, an beiden Enden verschmälert, seicht und
entfernt ausgeschweift - gesägt.
Lt]s\. Sp. pl. 923. Chi. han. 129. Koch Syn. I. 54. Schk. llandb. II.
T.18.3. Beichenb. Ic. f. 4383. Jaco. Fi. austr. I. t. 23. Fl. dan. t. 731.
u. 92;^. Engl. bot. t. 912.
Auf Ackern, an Ackerrainen und an Flussufern, auf sandigem und
kiesigem Boden, häufig. Juni bis August. — ■ August, September.
Stengel vollblattrig. Blatter, «ie die der übrigen Arten der Abtlil. f , mit diebt an-
liegenden zarten znges]iitzten Bürsteben bedeckt, die zu '2 — 3, strablig diiergirend, oder /.ii
2, in gerader Ricbtung, icibunden sind. Blüten klein und gcrncblos , Kronliläller dottergelb.
Frncbtiraul.en sebr lang, Scboten 7—8"' lang, dem Oolnble nach glatt, lon Farbe der Bk.tfer.
«. E. liieracifolliini. MahichUTerauthlüttriger
Schotendotter* Schoten straff aufrecht, 4-kantig und anliegend-
50 CRIJCIFEBAE. Erysiiimiii.
scliarflia.irijs; ; Blüteiistlelclien so l.iiig als diT Kelch; Blätter länglich-
laiizettfoiiiiig, «-ntfcrnt ausgeschweift -gezähnt, untere stumpf mit aufge-
setzter Spitze, obere kurz zugespitzt.
LiNN. Sp. pl. 923. Chi. hau. 180. Schk. Ilandh. U. T. 183. Rki-
CHENB. PI. Grit. T. t. 12. Ic. f. 4388. Fl. dan. t. 229. E. strictum Fl. d.
Wetter. IT. 4-51. Kocn Syn. I. 55.
Im Felde, au Hügeln, Flussufern und Wegen, auf niagerm sandigem
Bodeu, auch auf Mauern und Ruinen, ziemlich häufig. Juni his August. —
Septemher.
Stengel vollhlättrig. Blüten iloppelt so gross als an der vorhcrgrliendcn Art, gcriiclilos;
Kronen cifronengell) , Kronblattplalto lioilförmig in den N.igel versclimulert. Fniclittrauben
Ung, Schoten iint der Spindel parallel sichend, bis zu V/^" lang, seliärflieh anzufühlen,
den Blällern gleiehfarhig. — A'ariirt mit kleinern Blüten.
3. E. virgatimt. Muthenförntiger Schofendotter.
Schotcu aufrecht, 4 -kantig und anliegend- scliarl'liaarig ; Blütensticlcheii
etwas kürzer als der Kelch; Blätter lincal- lanzettförmig, fast ganzran-
dig, untere stumpf, obere kurz zugespitzt.
Roth Cat. bot. I. Tb. Roch Syn. I. 54. F.. hieracifolium v. subiiite-
gerrimum Chi. hau. 130. E. longisiliquosum Reicueinb. Ic. f. 4389.
An Bergabhängen und Hügeln, auf magcrm Kalk- und Gypsboden,
im südlichen Theile des Gebiets, als nord- westliche Grenze der Gcsammt-
verbreitung, selten (Hs. Eulenkopf bei Allendorf — ; Pr. Nordhausen,
Sondershausen, Auleben, Badra, Wernigerode — •; Sehw. Frankenhau-
sen — ; Hn. alte Stollberg).
Stengel bis 3' hoch, einfach oder nach oben aufrecht - ästig , Blatter schmäler als an der
Torhcrgchenden Art und stärker mit 2 — 3-thelllgen Borstenhaaren besetzt, graugrün. Blüten
bald eben so gross bald kleiner, Kronen schwefelgelb, Kronblaltplatle keilförmig in den
iNagel verschmälert. Schoten bald 1' bald 2" lang. — Variirt mit seicht ausgeschweift-
gezähnten Blättern.
4. E. odoratimt. IFohlriechender Schofenaotter.
Schoten aufrecht -abstehend, 4 -kantig, mit fast 2 -lappiger IVarbe und
haariggrau; Blütenstielchen halb so lang als der Kelch. Blätter lincal-
oder länglich -lanzettförmig, ausgeschweift- scharfzahnig, untere stumpf
mit aufgesetzter Spitze, obere zugespitzt.
Ehrh. Beitr. VII. 1.57. Chi. han. 130. Roch Syn. I. 55. E. lanceo-
latum Reichenb. Ic. f. 4393/9. PI. crit. II. t. 148 (E. Chciranthus firmum).
E. cheiriflorum Wallr. Sched. 367. E. hieracifolium Jaco. Fl. austr. I.
t. 73 (Schotenstellung abweichend). Chcirautlius erysiiuoidcs LiNN. Sp. pl. 92-3.
b. siiiiiatiiiii. Her buchtigblättrige. Blätter buehtig-sägezähnig.
E. odoratum ß. dentatum Roch das. E. odoratum Reichenb. PI. crit.
I. t. 80. Ic. f. 4390 u. f. 4386 (E. carniolicum; mit schmälern kleiner-
buchtigen Blättern).
Auf Berghäugen und Hügeln, auf magerm Ralk- und Gypsboden, im
südlichen Theile des Gebiets, als Nordgrenze der Gesammtverbrcitung,
selten {An. Sandersleben, Bernburg — ; Hn. Neustadt unweit der Ruinen
des Uohensteins — ). Juni bis August. — September.
Haarbekleidung der Blätter wie die der A. 3. Blüten so gross, «ic an A. 2. Abends
stark honigartig riechend, Kronen schHefelgelb , Kronblaltplalte rundlich gegen den Nagel
tretend. Schoten 1 '/2" '""g' **'"■ <1''"'>> durch dichten Ilaarbesatz «eissgrau, oft mit kall-
lern grünlichen Kanten. >arbe breit, durch Thcilung bis unter die Mille 2 -kopfig.
5. E. crepldifoliiini. Pippauhlättriger ^choten-
dotter» Schoten aufrecht- abstehend, stumpf-4-kantig, mit kopfförmi-
ger Narbe und haarig -grüngrau; Blütenstielchen 2 — 3-mal kürzer als
der Reich; Blätter lineal - spateiförmig mit zurückgebogener S]>itze, untere
buchtig -gezähnt oder schrotsägenartig, obere ausgeschweift -gezähnt oder
fast ganzrandig.
Brassica. CRIJCIFERAE. 51
Reichenb. PI. ciit. I. t. 6. Ic. f. 4385. Koch Syn. I. 56. E. otloratum
V. crcpitlifoliiim Chi. han. 131. E. pallcns Wallr. Schetl. 363.
All IterghäiigPii und Hügeln, auf felsigem steinigem Hoden, im süd-
lielienTlieile des Gebiets, als Nordgrenze der Gesainnitveilireitiuig, selten
(/*>•. Wetlin, Blechliüttc helTlialc, Rossti-appe — ; ^e/iiu. Sondeishausen,
Stockhausen — ). April liis Juni. — Juli, August.
Slcngel l'/o' liocli. Blätter beiigig, oft linnig und gel.ogeniandig. Bli.lcn der ynr-
hergelienden Art, mir die Stielcheii nofli kürzer, Kronen stliwci'elgcll) , geriiclilos. Soliolen
l'/j— 2" l.ing, sehr dünn, stumpfkantiger als an den vorliorg.l.enden Arten, IVarLe nur
lalli so breit als an A. 4. , nur sclnrarli ansgerandct.
6. E. repainluni. Sperriger Schotendotter, S<li.>-
ten mit den fast elten so dicken Stielelien wagereclit abstehend, stumpf
kantig -rundlich mit gestutzter Narbe; Blütenstielchen halb so lang als
der Reich; Blätter lineal- lanzettförmig mit zurückgebogener Spitze, un-
tere Imchtig, gezähnt oder sclirotsägenartig, obere ausgesebATeift- gezähnt.
LiKN. Sp. pl.92:?. Chi. han. 131. Rocii Svu. I. 5:5. Schk. Handb. II.
T.183. Beiciienb. PI. crit. I. t. 79. Ic. f. 4384. Jacq. Fl. austr. 1. t. 22.
An grasigen Hügeln und auf Brachfeldern, auf inagerin sandigem Bo-
den, als Nordgrenze der Gesammtverbreitung, selten (Hh. Göttingen am
Kleinen -Hagen, über GrätzeVs Mühle, Tielleicbt auch am Harzrande).
Stengel 6, 8 — 12" l.oeh , bald einfach, bald ausgebreitet astig. Haarbeldeidiing der
Blätter zerstreuet und meistens aus einfachen Haaren bestehend. Blüten so gross, «ie an
E. odoratum, Kroi\pn blassgclb. Schoten '2'/2 — 3" lang, steif abgespreizt, etwas widstig,
mit kaum merklirh lortretender l>arbe.
ff Stengelblätler umfassend.
V. E.orieiitalel morgenländischer Schotendotter.
Schoten steif abstehend, 4 -eckig und unbehaart; Blätter ganzrandig,
untere umgekehrt -eirund, in den kurzen Blattstiel verschmälert, obere
oval mit herz -pfeilförmig ausgeschnittener Basis.
R. Br. Hort. kew. II. 117. Koch Svn. I. 58. Conringia orientalis
Andrz. in De Cand. Syst. II. 508. Chi. han. 132. Beichenb. Ic. f. 4382.
Brassica orientalis L. Sp. pl. 931. Schk. Handb. II. T. 18G. Jacq. Fl.
austr. II. t. 282. Engl. bot. t. 1804.
Auf Äckern, auf kalkhaltigem Boden, in der südlichen Hälfte des Ge-
biets hier und da eingebürgert. Mai bis August. — September.
A'on abweichendem, der Arabis brassicaeformis genähertem. Ansehen. Aufrecht, einfach,
unbcluart und graugrün. Blätter bis zu 1" breit, etwas fleischig und saftig. Traube wenig-
blutig, Kronen gelblich - weiss. Schoten 3 — h" lang, scharf 4-seitig, pfriemenförmig zu-
gespitzt, mit ästigen Aderchen durchzogen.
ÖlCOnomiSCheS. nie Art. 1—3, 5 und 6. empfehlen sieh zu
Zierpflanzen.
3. Gruppe. BRAS§ICEAE. K:0BX.GX:1§^ÄCH&X:.
Das Würzelchen von rinnig gefalteten Keimlappen reitend umfasst
(O»).
19. BRA§|fi»ieA. MOBIi.
I.INN. Gen. n. 820.
ScIlOlen lineal oder länD;lich, in einen pfrienienförmigen
Sehnahel veischuiälert: Klappen geAvölht mit einem Rückenneiv
und ohne oder mit Äderchen, die beiderseits in eine gcschlän-
prelte Länffsadcr zusammenfliessen. Samen kugelig, in jedem
Fache 1- zeilig. Geschl. Syst. XV. 2.
Einjährige (A. 4.) oder ein- und auch zweijährige (Art. 1 — 3.), seltener
52 €RIJCIFERAE. Brassica.
inelii'jiihi'igc o<ler staiuligc, aufrechte, ästige Gewiiclisc. Itlätter oft leier-
föriiiig oder fieilerspallig, liäiilig Meich- oder Itliiulieligrün. Drüsen 4:
eine zwischen den kurzem Stauhgefiissen und dem Fruchtknoten, und
eine ^or jedem Paar der längern Staubgefässe.
1. B. oleracea. Genteiner Kohl, Selioien abstehend
Oller hängend, Trauben schon vor dem Aufblühen verlängert, mit über
den Illüten stehenden Knospen und aufrecht- anliegenden Kelchen ; Blätter
meergrün und stets kahl, obere länglich, sitzend, untere leierförmig und
gestielt.
LiNN. Sp. pl.932. Koch Sjn. I, 58. Reichenb. Ic. f. 4488. Engl. bot.
t. 6-37.
Wild an den Küsten von Helgoland, auf felsigem Boden, verwildert
auf cultivirtem Boden und an Schutthaufen, jedoch selten. April, ]>Iai. —
Juli, August.
Stengel l'/j — 3' hoch. Bliiteii flaeh , lieinlich gross. KroiibläHei «eisslirhgell. , .im
RanJe «ollig, Schoten riindlich - 4 - kantig, in einen kuiien «licken Sclinahel auslaufen,!. In
nnsein Gärten in 7 Unterarten cultivirt ( niatlkoU , ^Vinter- oder Braunkohl, Rosenkohl,
Wirsing, Weisskrant oder Kopfkohl , Kohlrahe über der Erde, Spargel- nnd Blumenkohl).
Ä. B. IVapilS. Itappjf- (JRepp*') Kohl» Schoten abste-
hend, Trauben gewölbt, mit über den Blüten stehenden Knospen und
halb oftenen Reichen; Blätter sitzend, lauchgrün, anfänglich feinhaarig,
später kahl, obere länglich mit tief herzförmiger Basis stengelumfassend
und ungleich sägezähnig, untere leierförmig. v
LiNN. Sp. pl.938. Koch Syn. I. 59.
a. oleifera bieunis. Oer überwinternde (Wintcr-Bapps. Stamm-
art). Im zweiten Jahre blühend; Stengel stielrund.
B. TVapus oleifera biennis Metzg. Kohlart. 41. B. IVapus ß. Koch das.
Reichenb. Ic. f. 4435 ß.
b. oleifera anniia. Der jährige (Sommer-Rapps). Im ersten
Jahre blühend; Stengel stiel rund; niedriger und schwiicher als a.
B. IVapus oleifera annua Metzg. das. 45. B. Napus a. Koch das.
Reichenb. das. f. 4435 ci.
c. esculenta. Der knollentragende (Steckrübe, Erdkohlrabe).
Stengelbasis zu einem unter der Erde l)leibenden Knollen anschwellend.
B. Napus y. esculenta Koch. das. B. INapus rapifera Metzg. das. 40
Reichenb. das. f. 4435 y.
Auf Düngerhaufen, an Wegen und Futterplätzen, auf fettem Boden,
verwildert, jedoch selten. Spielart a. April, Mai. — Juni; Spielart b.
Juni, Juli. — September.
Blüten kleiner als an B. oleracea, Kronhlättcr goldgelb, glanienJ. Schoten breit ge-
drückt, Schnabel '/ö ^° '""6 "'« •''« Schote, steif, spits zulaufend. Spielart b. durch «ie-
dcrholte frühe Aussaat aus der Slammart a. entstanden.
3. W» Wi,»\ta. Hüben- Kohl, Schoten aufrecht -abstehend;
Trauben flach, mit tiefer als die Blüten stehenden Knospen und ganz
oflenen Kelchen; Blätter grasgrün und rauhhaarig, obere stengelumfas-
send, aus herzförmiger seicht gekerbter Basis lineal -lanzettförmig ver-
schmälert und ganzrandig, untere leierförmig und gestielt.
LiNN. Sp. pl. 931. Koch Syn. T. 59.
a* oleifera biennis. Ber überwinternde (Winter-Rübsen. Stamm-
art). Im zweiten Jahre blühend; Wurzel dünn.
B. Rapa oleifera biennis Metzg. Kohlart. 50. B. Rapa ß. Koch ilas.
Reichenb. Ic. f. 44.34 ß. (B. campestris biennis).
b. oleifera annua. Her jährige (Sommer-Rübsen). Im ersten
Jahre blühend; Wurzel dünn; Stengel, Schoten und Samen schwächer
als an a.
B. Rapa oleifera annua Metzg. das. 51. B. Rapa a. campestris Koch
§lnapi8. CRIJCIFERAE. 53
das. li. cfiinpestris LiNN. Fl. suec. 136. Ueicuenb. das. f. 4434 «. (B.
cainpestris aiiniia).
c. rapifera. Der rübentragende (Weisse Hübe). Im zweiten
Jahv hlüliend; Wurzel sclion im ersten Jahr fleischig angeschwollen,
spindellormig, länglich oder rund.
B. Bapa rapifera Metzg. das. B. Bapa y. Hocii das. Ueicuenb. das.
f. 4437 ß. (B. Bapa biennis).
Auf cultivirtem sandig- liumosem Boden, hier und da verwildert; b. be
sonders da, avo a. gebauet wird. Die zweijährigen Spielarten April,
Mai. — • Juni, Juli; die einjälirigc Juni, Juli. — September.
Hronblätter mit knrzcni Nagel, flach, goldgelb. Scbofen mehr sticlrimd als an B. Naj>us,
in einen langen, dünnen Schnabel auslaufend. Aus a. , als der Stanimart, ging durch Cultur
und Pflege die .Spielart c. hervor; b. erzeugfc sich aus spat im Herbst noch licimenden
Samen der culli^irten Spielart c. und vurde durch ■vviederliolte Aussaat im Frühjahre einjährig.
4. B. nigra. Schwarzer Kohl (Schwarzer Senf). Schoten
an die Spindel gepresst; Kelche fast wagerecht al)steliend; Blätter ge-
stielt, obere lineal- lanzettförmig, ganzrandig, untere leierartig mit sehr
grossen rundlichen Endlappen.
Koch Dentschl. Fl. IV. 713. Syn. 1. 60. Chi. han. 133. Sinapis nigra
LiNN. Sp pl.9a3. Beichekb. Ic. f. 4427. Engl. bot. t. 969. Hayne Arz-
neigew, .yill T. 40.
Auf Acliern unter der Saat, auf sandig- liumosem Boden, häufig ein-
gebürgert, auch Mohl an Wegen und auf Schutt. Juni, Juli. — September.
Stengel sperrig- ästig, bereift. Blätter dunkelgrün. Blüten so gross «ic an A. 3.
Kronen gelb. Schoten nur ^4 — ' 1" l->"g' 1 — l'A'" '"'*''> '■> einen feinen geraden Schnabel
zugespitzt. Samen eingestochen -puuctirt.
GM trjEHBJLICHES.
JPharmaceutisch - Meflicinisches* A. 1. im Haiisffcbrauch.
Anwemluiiff der frischen Blätter nuf Geschwüre u.s.w., des Sauer-
krauts (Milchsäure enthaltend) innerlich als Antiscorbuticum. J'on A.S.c.
dieff'urzcl of/icinell (Rad. Rapae sativac). Vor w alt. Bcstandth. flüch-
tifj scharfes ätherisches Ol und Zucker. Anwenduntf der frischen Rüben
äusserlich auf Brandschäden; innerlich in Abkochunf/ oder Saft. Von
A. 4. die Samen officinell (Sem. Sinapis nigrae s. viridis). Vorwalt.
Bcstandth. ein fettes und ein flüchtiges Öl: Sinapiti oder Sinapisin
(mit den aus dem flüchtifjen Ol entstehenden Basen: Sinammin , Sinajtolin
und Thiosinammin) , auch (nach Bvssy) Myrosyn und Myronsüure.
(Über den Gehalt von Sulfosinapisin verrjl. Journ. de Pharm, fllai 1831.
"271. 273). Anwenduny äusserlich als ziehender Senfteig , innerlich im
Auffiuss, als destillirtes fV asser oder in Pulverform, als mufjenreini-
f/enaes und diuretisches Mittel. Als Präparate sind meistens noch in
Gebrauch Vinum, Serum lactis und Unguentum Sinapicum.
technisches» A. 1. im Rothkohl einen, auch als Reaffcns statt'
ulen , rothen Färbestoff' enthaltend.
ÖlCOnontischeS» Benutzuntj der Art. 1-^3. als Gemüse und zur
Viehfüttcrunff bekannt, eben so die Bcnutzunr/ der Samen von Art. 2 u. 3.
zur Ölfjeivinnunij , Fütteruna der f'öfjel u.s.w. Die Blüten eins der
viichtiffsten Nahrunr/smittel für die Bienen. Die Samen von A. 4. sowohl
den (femeinen braunen, als den englischen gelben Senf (Mostrich) liefernd,
der nicht von Sinapis alba gewonnen wird. Blätter zur Viehfütterung
tauglich. Die ganze Pflanze ein dem Ackerbau oft lästiges Unkraut.
LlNN. üen. n. 821.
Schote länglich, slielruud, in einen Schnabel versehniälerl:
54 CRVCIFERAE. ErucMStnini.
Klappen gc\völl)t mit 3 oder 5 Nerven. Samen kugelig, in
jedem Faeli 1 -zeilig. (ieselil. Syst. XV. 2.
Ein- (All. 1.2.), otleV zweijiihrigc, aiilVechtc, asti^^c, oft haarige Kräu-
ter (selten Stauden). Blätter meistens leierförniip; oder ficflerspaltig.
Drüsen 4: eine zwischen den l.iirz<'rn Staul»gefässen und dem Fruchtkno-
ten, und eine vor jedem Paar der längern Stauhgel'ässe.
1. S. arveilSiiti«. JLcJeer-SenJ", Schoten ahstehcnd, etwas
wulstig, mit 3-nervigen lllappen und kürzerm zweischneidigem geradem
ScLnahel ; lllätter eirund, ungleich huchtig- sägezäluiig, au tler llasis ol't
geöhvt oder leierl'örmig ausgeschnitten.
LiNN. S,>. pl.93.3. Chi. hau. 18.3. Koch Svn. 1. fiO. Schk. Handh. II.
T.18G. Keichenb. Ic. ü. germ. 1". 14-24. Fl. dan. t. 753. Engl. hol. t. 1748.
Hayke Arzneigew. II. 'I\ 14.
b. hispida. Der steij^iaarige» Schoten abwärts gerichtet, steifhaarig.
S. arvensis a. hispida Chi. hau. das. S. arvcnsis ß. Kocii das. S.
Schkuhriana Reichenb. Fl. sax. 38(i. Ic. i". 4425 h. S. orientalis Murr.
Prod. stirp. gott. 167. Scuk. das.
Unter der Saat, auf hindendem humusreichem Boden, häufig einge-
hürgert und meistens schaarenweis verlucitet; nicht auf Sand. Juni bis
August. — September.
Stengel mehr oder «eiliger mit abwärts gericliletcn kurzen Borsten besetzt, Blätter mei-
stens liahl. Kclrhe wagerecht abstcbenj (iv.ibren<l sie am äbnliehen Hederich dicht an der
Krone liegen). Schoten etwa doppelt so lang als ihr Schnabel, an der Hanjitart kahl.
Saamen (i 8 in jedem Fach.
Ä. S. alba. JW^eiSSer Senf, Schoten fast Magerecht abste-
llend, aufgetrieben -wulstig, mit 5-nervig<n lila]>pen und gleichlaugem
oder längerm zusammengedrücktem gebogenem Schnabel; Blätter beder-
theilig. Fiedern länglich, ungleich l»uchtig- sägezähnig, die drei obcrn zu-
samnieniiiesseud.
LiN\. Sp. pl. 934. Chi. hau. 133. Koch Sj n. I. CO. Schk. Handb. IT.
T. 186. ÜEicHKNB. Ic. f. 4427. Fl. dan. t. 1393. Engl. bot. t. 1677. IIayne
Arzneigew. YlII. T. 39.
Auf Äckern unter der Saat, auf lockcrm feuchtem Boden, häufig ein-
gebürgert, .luiii, .Tiili. — August, September.
Stengel und Blatlsliele, oll auch die Blaltrandcr, mit kurzen Borsten bescizl. Kelche
wagcrecht abstehend. Blüten kleiner als an der vorhergehenden Art. Scholeii steilhaarig.
Samen 2 — 3 in jedem Fach.
GM n^JEMtnijICHMlS.
Pharmaceutisch-lfLeilicinisches, f'on A.2. ist der Sa-
ttien of'/icinell (Sem. Sinapis alliae, auch Seinen Erucae). Vorwalt.
lies ttiadth. feiles Öl und Erurin; nuch ffleich dem schwarzen Senf
3lyrns}/n und Mi/ronsätire. Anw c tiduntf wie die der Brassica nigra.
Öieonomi'scheS, Die juniienBlulter beider Art. als Gemüse nutz-
bar, die (fanze Pflanze zur f iehj'ütlerunif fauijUcli. Die Samen werden
in manchen Gcf/enden mit zur Möstrichbereitunfi , auch zur Oltfewinnun//
angewandt. A. 1. flicht den liiencn eine reiche I\ahrun(/ , ist aber auf
fjeeif/netem Boden, besonders in der Marsch, ein nicht zu vertili/endes
Aekerunhaul.
1». ERUCASTRU]?!. MUlVJOi^nAlTKE.
ScillMP. et SpENN. Fl. Irih. III. 94t.
Schote lincal, in einen kegelförmigen Sehnahel versehma-
lert: Klappen gewölbl mit einem JVüekennerv. Samen eiförmig
txlei- länglich, ziisammcnffodriicki , in jedem Fach l-zeiliff.
Geschl. Syst. W. 2. .
Alyssujii CRIJCIFERAE. 55
Ein- oder mebrjäbrige (A. 1.) Kräuter vom Ansehen tler llaukensenfe.
Blätter fiedertlieilig oder leicrfönnig. Drüsen 4: eine zwischen den kur-
zem Staubgeiassen und dem Fruchtknoten, und eine vor jedem Paar der
längern Stanligefässe.
*1. £. Pollicllii* J»oll«CÄ'« JHun«l«raMfce. Schoten ah
stehend; Trauben deckJ»lüttrig; Blätter leierlormig- fiedertbeilig mit läng-
lichen bucbtig sägezäbnigen Zipfeln.
ScHiMP. et Spenn. Fl. frib. III. 946. Koch Syn. I. 61. E. inodorum
Reichenb. Fl. exe. 693. Ic. f. 4428. Sisymbrium Erucastrum Poll. Fi.
pal. II. 9M. Eruca Erucastrum Fl. d. Wetterau II. 458.
Auf Äckern, auf sandigem Boden, am südlichen Saume des Gebiets,
selten verwildert oder hospitirend (Pr. nur bei Halle gefunden). April
bis Herbst. — September, October.
Stengel 6" bis 1 '/o' '»o«"'' . etwas ästig, nebst den tltinkel grünen Blättern steifhaarig oder
fast kalil. Trauben lockerblülig , Blüten klein, Kronen schwefelgelb, ausbleichend, die
langem Slaubgefässe an den Stempel gedrückt. Schoten 1 '/j" lang, niit geradem gerun-
detem Sohnabel.
GM WMRBJLICMMS.
ÖTeonomischeS' Die jungen Blätter können als Salat benutzt
werden.
II. SILICTLOSAE. tSCMÖTCHJEJVJFRVCMTIGE.
Frucht ein (nicht viel längeres als breites) Schötchen, mit 2 aufsprin-
genden Klappen und bleibender Scheidewand (Biscutella und Senebiera
vollständig aufspringend).
A. I.ATISEPTAE. » REITVTAIV niGJE,
Scheidewand in der Mitte meist so breit als der grösste Querdurch-
messer des Schötchcns.
4. Gruppe. ALYSSINEAE. ISTMIJVKRAUTGJEIVÄCXSJE.
Das Würzelchen auf der Uandspalte flacher Rcimlappen liegend (0=:).
IS. Aiii:ssui?i. svmiNKnA.uT,
I.INN. Gen. n. 80.^.
Schötclicu kicisrund oder oval, der Scheidewand parallel
zusammeiigedrUckl, mit 1— 4- sauiigeii Fächern. Stauhfäden mit
flügeiförmigen, horstenförmigen oder zahnartigen Ansätzen.
Kronblätter ganz oder ansgerandet. Geschl. Syst. XV. 1.
Ein- (A.2.), zwei- oder mehrjährige, bisweilen an der Basis holzige
(A. 1.) Gewächse, durch Bekleidung mit sternförmigem Zarthaar grau-
filzig. Stengel oft sehr ästig. Blätter ganz. Drüsen bisweilen 4: eine
zu beiden Seiten der kürzern Staubgefässe.
1. A. nioaitaiiiim. Berff-SteinJerauf, Griifel halb so
lang als das rundliche Schötchen; längere Staubfäden bis über die Mitte
geflügelt, kürzere mit einem häutigen Ansatz an der Basis; Stengel am
Grunde holzig.
LiNN. Sp. pl. 907. Chi. han. 135. Koch Syn. I. 64. Reichenb. PI.
crit. L t..5. f. 11. Ic. f. 4274. Jaco. Fl. austr. I. t. 37.
An Bergabhängen und Hügeln, auf felsigem sonnigem Boden, im süd-
lichen Theiie des Gebiets, ziemlich liäufig (//*. Bielstein bei Albungen — ;
^c/uM. Frankenhausen — ; Pr. Höxter, Halle, Auleben, Steinholz, gläser-
ner Mönch und Spiegeische Berge bei Quedlinburg — ; ^u. Mägdesprung,
Alexisbad, Harzgerode — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Ansteigende, lon unten auf ästige, griingranc Stengel, 4 — 6" hohe Büschel bildend.
51) €RU€IFERA£. Berteroa.
ltlatl<T liacal-spatolfürinlg, von dorscll.on FarLe. Tra.il.on 1;...^. liroi.y:itler .lüi.p.ll so
lang als .Icr nach dem Vcrl.lülicn alifallcndc licl.li, gfll. , Kronblallplattc iiuig.'l.clirliMri.nd
unil aiisgcranilot. Scliüfi-Iicn mit einem flachen Rande versehen.
». A. calyciitiiiii. Kelchfrüchtiges SteinJcraut.
<iriir<l l.auin ülier <1«mi llaiid ücs lundliclicii S(:li«ilcli<ii,s vortrctciul ; liin-
fjcic Staulil'ädcn tiiigcflügelf , liürzere an Ix idcu Si-ilcii mit liiiciii liorsl-
IuIh'U Zulni; Stengel l.raulaifig.
LiNN. Sp. ]>1.908. Cid. Iian. I3ö. Koch Syn. I. 63. Stirm Dentschl.
Fl. 11.48. Keichenk. le. f. 42(59. Fi. <lan. t. 1704. Jaco. Fl. austr. IV.
t.aS8. AIjssum canipeslic Schk. Han.lJ). II. ;2.34. T. 181.
Auf Fehlern, Triften und Grasplätzen , auf sonnigem Kall: - und Sand-
hoden, in /f/. die Nordgrciiz«; d(!r Gesaninitverlireitung erreichend, häufig.
Mai his Juli. — Juli, August.
Griingrau, Stengel 4" his I' hoch, einfach oder von nnlen anf iislig. BLiller lineal-
spatellormig. Trauben lang, KronhLilter um die llhlfie länger als der ausdauernde Kelch,
liellgclh, hald weiss aushlcichcnd , und nach dem ^erhlühen noch eine Zeitlang beharrend,
Kruiihlallplattc keilförmig und «usgerandet. Schötchcn gerändert, bisHcilcn giinzlieh fcahl
«erdend.
16. BERTEROA. nMUTMUEM.
De CANI). Syst. II. JilÜ.
Sehölchea clHplisch, der Scheidewand parallel zusainuieii-
gedriickl, mit vielsauug;eii Fächern. Slauhfäden mit zalinarli-
gen Ansätzen. Kronblätlcr gespalten. Geschl. Syst. XV. 1.
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige, durch Bekleidung mit steruförniigcni
Zarthaar graulilzige Gewächse. Stengel aufrecht, ästig, Blätter ganz.
Drüsen 4: eine zu hciden Seiten der kürzern StauhgeTässe.
1. B. ineaiia. Graue Berterie. Schötehen leicht govölht;
kürzere StauhfVidcn an der innern Basis mit einem Zahn, längere mit
einem kurzen Flügelausatz versehen; Stengel krautig.
De CaND. Syst. Tl. 291. ReICUENB. Ic. f. 4284. («o an der »ergrüsserlen
nliite die Ansätze der Slauhfäden fehlen). StURM Deutschl. Fl. 11.48. F^irsctia
incana «. Br. in Hort. kew. IV. 97. Chi. hau. 134. Kocu Syn. I. ft'j.
Alyssum incanum Linn. Sp. i>l. 908. ScuK. llaiulh. II. T. 181. Fl. dan.
t. 1461.
Auf Ilügelu, au Ackerrainen und \^'egrändern , aul trockenem mei-
stens sandigem Boden, am häuligsten in der nördlichen Hälfte des Ge-
hiets. Juni his August. — August, Septemher.
Grüngrau, in schattiger Stellung schwächer behaart und graugrün (!J. ^Iridis REICUENB.
II. e-veurs. 67'2. Ic. f. 4-J8.i.) Stengel 10 — I'i" hoch, llslig. Hlätter länglich, sitzend
oder in einen kurzen Stiel verschmälert, kurz gespitzt. IJliihender Theil der Traube kurz
und dichthliitig. Kronblätter doppelt so lang als der Kelch. Kronhiallplalle his zur Mille
"2 -zipfelig. Frnehllrauhe sclir verlängert. Schote mit dem '/, his '/.^ so langen stclieu-
bleihenden GrilTcl versehen.
GE n^mRBIsICHES.
ökonomisches» ^ils ein (futcs Schnaffuttcr nutzbar.
O. liUIVARIA. SMMjBXnBJLA^VT.
J.INN. Gen. n. 80!).
Schötchcn elliptisch oder oval, der Scheidewand parallel
])lattg'edruckt, an der Basis in einen stielförniigen Friichtlrä-
eer ühcreehcnd. Samen llüeelrandiä:. SlauJifäden zahnlos. Ha-
schI.Sysl?XV. 1. & 6
Zwei- oder mehrjährige (A. 1.), grosse, hehaarte Kräuter mit aufrech-
tem ästigem Stengel. Blätter Wechsel- und gegenständig. Scheidewand
Diaba. CRIJCIFEBAE. 57
der an faden förmigen Stielclien Iiängenden Scliötehen sillierglänzend und
ausdauernd. Drüsen 6: an der Basis der liürzern Staubgefässc innen eine
grössere, aussen z^vei kleinere.
1. li. rediviva. ^pitz früchtig es ^ilherhlatt. Schot
clicn an l>ei<len Enden zugespitzt; Samen nierenförmig- rundlich.
Lina. Sp. pl.911. Chi. hau. 134. Koc« Svn. I. m. Stlrm Weutschl.
Fl. 11.48. «EicHKNB. Tc. f. 4290.
In den llergwäldern der südlichen Hälfte des Gehiets, auf humosem
liesonders gern auf hasalthaltigem Boden, die Nordgrenzc des Torkommens
in Deutschland erreichend, häufig {Hs. zwischen Raufungen undUelsa, am
^leissncr, Stadt -Oldendorf am Holzberge — ; Hu.; Br.; /*)•. Göttingen am
JJocksbühl, Bramburg, Solling, L'nter- und Oberharz, Laueusteiner Berge,
als nördliclister Punct des A'orkommens). Mai, Juni. — August, September.
Stengel 3 — 4' Jioeli , sclilank. BläHer lang zugespitzt, scharf ungleich gezahnt, an der
tief licrzlürniigcn Basis aiisgesch«cift- gezähnt. Trauben doldentraiiliig , arniblülig. Blüten
gross, denen der Hesperis niatronalis ähnlieh. SeLütchcn >on der Dicke eines starken Papier-
hlatts, 2 — 272" lang, 9—10"' hreit , kahl. Samen 4 — G, an langen aus dem Fach-
randc hcr>ortrelenden . \\ agcrechteu Püalielsehniircn befestigt.
ÖTeonomiScheS» Empjichlt sich zur ^Inpflauzuniß in Pailamlafjcn.
18. DRABA. MEfTWGXinBIiÜJItCHEJV.
J.IKN. üen. n. ,S00.
Scliötclien ellipliscli oder länglich, der Scheidewand pai-allel
sohwaeh zusamniengedriiekt: Klappen etwas gewölhl. Samen
ohne Flügelrand. Staubfäden zahnlos. Gesehl. Syst. XV. 1.
Ein- (Art. 1. 2.), zwei- oder mehrjährige, kleine Frühjahrskräuter,
meist mit sternförmigem, gal)eligem oder einfachem Zarthaar bekleidet.
>Vurzelblätter meist rosettenartig, Blüten klein. Drüsen 4: eine zu bei-
den Seiten der kürzern Staubgefässc.
1. D. venia. Frühlings -Mungerblüntchen, Schöt-
eheii elliptisch; Kronl>lätter zweizipfelig; Sleugel blattlos.
LiNN. Sp. pl.896. Chi. hau. 135. Koch Sjn. 1. 70. Schk. Ilandb. II.
T. 179. Sturm Deutschi. Fl. H. 4. Reichenb. Ic. f. 4234. Fl. dan. t. 983.
Fngl. bot. t. 586. Erophila verna De Cand. Syst. IL 356.
b. gubrotunda. Das rundjrüchtige, Schötchcn elliptisch -rund-
lich oder rundlich.
D. verna v. püulifera Chi. hau. das. D. verna ß. siliculis .subrotundis
Koch das. D. praecox Reichemj. das. f. 4233. Erophila praecox Rei-
CHENB. Fl. excurs. 66-5.
Auf Brachen, Triften, Ackern, auf niagerm sonnigem Boden, auch
an Mauern und auf Schutt, sehr häufig. März bis Juni. — Mai bis Juli.
Stengel '2 — Ü" bocb , bald einzeln, aufrecht, und 4 — .S-hliitig, bald zu \ielslcngeligen
Büscheln vereinigt, ansteigend und 10 — 12-blüfig. 'WurzelblUffcr dicht rosettenförmig
geordnet, länglicli, an beiden Enden verschmälert mit einzelnen SägezhLnen versehen, oder
ganzrandig, nebst den Stengeln mit kurzen '2 — -1 - gabeligen Härchen besetzt. Kronen v>eiss.
Sehotcben 3"' lang, 1 V^"' breit. Die Sj.idart meist früher blühend und kleiner, Scbülchen
13/,"' lang, ly.'" breit.
'!3. II. iMiiralii«. Mauer-Uungerblümchen. Schötchcn
elliptisch; Kronhlätter ganz; Stengel beblättert.
LiNN. Sp. pl.897. Chi. hau. 1.36. Koch Svn. L 70. Stirm Deutschi.
Fl. H.60. Reichenb. Ic. f.423;5. Engl. bot. t. 912.
An Bergabhängen, auf sonnigem felsigem Boden, im süd- östlichen
Theilc des Gebiets ziemlich selten (Pr. Giebichenstein bei Halle — ; Br.
L'fer der Bode zwischen der Rosstrappe und Trcseburg, als nördlichstes
ternhaa
ig: niättcr eiförmig.
sihwacli sägcialiiilg, nnlerc
obere c
nUcriit slelicii<l, mit
nnullicher Basis stengehmi-
der A
1.
58 CRIJCIFERAE. Cochlearia.
Vorkommen in Deutschland — ; ^in. Selkelhal). April, Mai. — Juni,
Juli.
Slcngel '/i — 1' liocli, aufrecht ,
genähert, in die Basis verschinälcrt,
fassend. Kronen weiss. Schötchei
19. tOCHIiEARIA. IiÖJFFMIitinAUT,
I.INN. Gen. n. SO-i.
Sehötchcn kugcliff, elföinilg oder cllipsoltlisch: Klappen aii-
eoscliwollcn-geVvülhl mit eiiiciii lliiekonnerv. Samen gekörnelt.
Slauhfiitleii zahnlos. Gesel.l. Syst. XV. 2.
Ein-, zwei- (Art. 1 — 3.) oder mehrjährige, meistens unbehaarte, flei-
schige Kräuter mit ästigem Stengel. Blätter mehrtormig und variirend,
Wurzelhiätter gestielt, ol.cre Stengelhlätter sitzend. Drüsen 4: eine zu
beiden Seilen der hürzern Stauhgefässe.
1. C. ofAcinalis. Arznei. Mjö ff elJeraut, Sehötchen
fast kugelig; Wurzell.lätter herzlormig-rundlieli, ausgesehv eilt, Stengel-
hlätter eirund -länglieh, stumpf- zähnig mit ganzrandiger Spitze, untere
gestielt, obere mit pfeillormiger Rasis stengelumfassend.
LiNN. Sp. pl. 9CK). Chi. han. 136. Koch Syn. I. 71. Reichenb. le.
f. 4260. Fl. dan. t. 135. Engl. bot. t. 551. Hayne Arzneigew. V. T. 28.
b. arenaria. Bas sandständige. Kleiner, Sehötchen kugelrund;
Jtlätter rundlich, fast ganzrandig.
An den TNord- und Ostseeküsten, sowohl im fetten Schlick- als im
sandigen Boden, hier und da (Hl. zwischen Blankenese und Wedel — ;
/Tfc. Cuxhaven —; //»i. INordernei, Leer, Wulsdorf, Geestendorf, Alten-
bruch — ; Ol. Ilobenbracke im Kirchspiel Seefeld, auf Arngast — ) , im
Binnenlande an Salzquellen und Gradirhäusern (Lf}. Salzutteln — ; Pr.
fV. Dissen, Brilon, Quellen der Ahne). Mai, Juni. — Juni, Juli.
ijber die > eräiiderliehkeit der Schötchcnform , der Stiel.henlangc zum Sehötchen, der
Blaltform und R.uidbildung icrgl. Chi. han. Kronen sämmllicher Arien weiss.
Ä. C daiiica. JDünisches Id'öffelleraut» Sehötchen ei-
förmig, netzaderig; Wurzelblätter herzförmig, ausgeschweift-eckig, Sten-
gelblätter eirund, scharf 3— 5- eckig, untere gestielt, obere kurz in die
Basis verschmälert.
LIN^. Sp. pl.903. Chi. han. 137. Koc.i Sjn. I. 71. lll. 1019. Rei-
chenb. Ic. f. 42;j7. Fl. dan. t. 200. Engl. bot. t. 696.
An den TVord- und Ostseeküsten, auf Schlick- und Sandboden, als
Südgrenze des Yorkommens in Deutschland, selten (71/.,- J/A. Warnemünde
auf Voigts Wiese, zwischen Gr.-Klein und V^^arnemünde am sandigen Ufer
der Warnau — ; Hb. Ritzebüttel — ; Hn. ISordernei — ; Ol. Waiigeroge,
Groden der Jade—). Mai, Juni.— Juni, Juli.
Sehötchen "i'^ 3'" lang, IV4'" hreit, spilzlich. Tranhen kürzer und Blüten kleiner
uls an der »orhergehenden Art. Unrichtig gehen mehrere Schriflslellcr die Siengelhläller un-
bedingt gestielt an, es kommen hanfig E.vemi>l. vor, an denen alle ehern StcngelhUltcr , »ie
an REICHENBACIIs Ahhildung, sitzend, ja sogar etwas stengehimfassend sind. Die Wm-
lelhlütter ^ariircn mit gestutzter fast spiessförmiger Basis.
3. C aiiglica. Englische* Ziöffieilcraut. Sehötchen
ellipsoi<liseh, netzartig - runzelig; >Vurzelblätter rautenförmig -eirund mit
einem oder dem andern stumpfen Zahn, oder eirund und ganzrandig, Stengel-
blätter länglich, stumpfzähnig, obere mit pfeilförm. Basis stengelumfassend.
LiNM. Sp. pl. 903. Chi. han. 136. Koou Syn. I. 71. Reichenb. Ie.
f. 42.58. Fl. dan. t. 329. Engl. bot. t. 5.52.
b. Btenooarpa. Das schmalfrüchtige. Sehötchen länglich; Sten-
gelhlätter schmal - lanzettförmig.
Chi. han. das.
Armoiacia. CRIJCIFERAE. 59
An den INortl- und Ostsecküsten, auf Scbiicl;l»oden, als Südgrenze des
Vorkommens in Weutscliland, ziemlieh selten (Ul. Heiligcnliafen und nahe
belegene Inseln, iWA.? nicht in Lai\gm. Fl. v. Mehlenli. angeführt; Hb.
Cuxhafen neben dem Itadehause — ; Hu. Bremerlelie — ; Ol. Jever und
auf dem Groden der Jade überhaupt). J^lai, Juni. — Juni, Juli.
SchötcLen -5 — 6'" lang, 4'" breit, aiilgeblaseii - bauchig.
JPharmaceutiSCh - JOLediciniSCheS. Das frische Kraut und
der Same von A. 1. of'/icinell (Herb, et Sem. Cochlcariae). Vorwalt.
Hestandth. scharfes ätherisches Ol. Anwendtina als frisch ausrje
yressfer Saft oder als Salat: beides ein vorzüfjliches Antiscorliuticum
iinrf Stimulans. Prrt;>«rrtfc *«iui A«|ua destillata, Spiritus, Conscrva, Sy-
rupus und Oleum aethereum Cochlcariae. Aus dem Samen wird der Löf-
fel kr autif eist herf/estellt.
technisches» Dem Fabrikbetriehe bieten sich die Art. 1 und 3.
zur fjeniinnunif des ätherischen Ols und auch des Sodayehaltes an.
OTeonontischeS> Mit saurer Milch oder Molken, auch mit Salz
cinijemacht , ist das Hraut sämmtlicher 3 Art. eine (jesundc iMahruny.
90. ARIflORACIA. mKMunmrvEG»
Rupp. Fl. jcu. 87.
SchötcLen kugelig oder ellipsoidiscli, Klappen gewölbjt ohne
Rückcnncrv. Samen punctirt. Staubfaden zahnlos. Gcschl.
Syst. XV. 1.
Mehrjährige, aufrechte, meist unbehaarte Kräuter, mit einfachem oder
oben ästigem Stengel. Blätter fiederspaltig oder ganz. Drüsen 4: eine
zu beiden Seiten der kurzem Staiibgefässe.
1. A. riisticana. Getneiner Meerrettig» Schötchen
kugelig; Wurzelblätter herzförmig- oder eirund- länglich, gekerbt, untere
Stengelblälter kammartig-fiederspaltig, mittlere lanzettförmig und kerben-
artig-gesägt, obere lineal, fast ganzrandig.
Fl.d. Wetterau Tl. 426. Chi. hau. 137. Koch Syn. T. 71. Cochlearia
Armoracia Linn. Sp. pl. 904. Schk. Handb. 11. T. 181. Heichenb. Ic.
f. 426-2. Engl. bot. t. 2323. Hayive Arzneigew. V. T. 29.
An Flussufern, Teiehrändern, auch in der IVähe von Ortschaften auf
sandig-hnmosem Boden, hier und da verwildert (//u. an den Ufern der
Unterelbe, Leine, z.B. bei Hannover, am Bösenhöfer Teiche am Harze,
am Seebergersee, am Her der \^'eser, z. B. bei Gimte, llcmeln — ; Hs.
an der Fulda, z.B. bei Cassel — ; Sw. bei Stockhausen, Jeclia an der
Wipper — ). Juni, Juli. — August, September.
■Wurzel 1—1'// lang, stark, fleischig und ästig. Stengel 2 — 4' hoch. -Wurzelbliitter
y.j — ■'/j' lang, am Ramie kraus. Kronen last doppelt so lang als der Kelch, weiss.
Schötchen, an aufrecht -abstehenden Stielchcn, 1 '/j'" '"' D<""chm. mit einem kurzen Grifi'cl
und einfacher I\arl)e gekrönt.
GM WMRBI.ICMJE&.
Pharntaceutisch-JtKedicinisches* Die frische JVurzel
of/icinell (llad. Armoraciae s. Ita])hani rusticani). f'orwalt. Bes tand th.
fliichtifi scharfes ätherisches Ol, Zucker und Stärkmehl. Anw endunr/
äusserlich frisch nerieben als hautröthendes Mittel, innerlich als frisch
uHsifepresster Saft, auch als Anfrjiiss mit ff 'ein oder Bier: beides ein
wirksames Antiscorbuticum. Mit Brantwein übertjossen ein Hausmittel
des J[..andmanns ffeffen Maifenkrampf.
OJeonomischeS» Roh oder fjekocht ein bekanntes Gewürz an
Fleisch und Fisch. Die Blätter rjctrocknet ein gutes f^iehfutter.
60 CRVCIFERAE. Camelina.
S.Gruppe. CAIttELINEAE. I.MCI]\n OTTERGXirÄCHSJE,
DiisWiirzelchen auC der Riicl.cnscile llaclicr Kriiiil:»]>pcn lirgcnd (O II).
Sl. CAJTIEIiiafA. JjMMJVnOVTJEn.
CKANTZ Slirp. aiislr. I. 17.
Sehötclieu umgokj'hrlciförinig : Klapjx'ii liauchig mit sclnva-
chera Riickenncrv, in oiii liiiealos am (ji-iffcl licgcmlcs Spilz-
chen verlängerl. Geschl. Syst. XV. 1.
Ein- (Art. 1 — 3.) o»l«'r incliijäliiigc , aiifreclite Kräuter. Blätter mit
pfeil - odi'r lierzförniiger Itasis slengelumfasseiid. Hroueii gell». Drüseu
4: eine zii beiden Seilen der l;iir/.ern Staul>getasse.
1. C;. niicrocarpa. M£lein/'rüchtiffer Mieindotter.
Schötcheu hirnenlorniig, olien gerundet mit langem (iriflel und ülier der
Mitte sich verlierendem Ilückennerv; Blätter lanzettlormig mit ]>l'eiliormi-
ger Basis, ganzrandig oder scli>yach gezäbnelt.
Anurzejowsci in Bess. F.nuni. pl. volli. 71. De Cand. Syst. II. 517.
Reichend. Ic. i'. 4293. C. sativa CM. hau. 138. C. sativa a. pilosa Koch
Syn. 1. 72 ('iim Tlieil). C. sylvestris Wallr. Sched. 247. Myagrum sati-
vum LiNN. Sp. pl. 894.
" Mit etwas grössern Scbötclieii.
C sativa Reichenb. das. f. 4292.
Auf Ackern und Brachen unter dem Wiiitergetreide, aul' magerm
Kalk- oder Sandboden, häufig eingebürgert, und von da aul" angrenzende
Hügel, Schutt U.S.W, übergegangen. — Mai, Juni. — August.
Stengel iinil Blütter scliarfliaarig. Kronen lilassgellj. Scliötcben '•i'/.^'" J'"'g' '-»'" l»reit,
oben zirkcllorniig gerundet, seitlich Ton einem scharf vortretenden platten Rande umzogen,
festschalig, hart, ohne Glanz nnd Mäulich bereift, 18 — 'J-i - saiuig. Grillcl fein, '/j so
lang als das Scbülcben. Samen bkin . schmal o.al , dnnhelbraun.
Ä. C Siatlva. Gebaueter Xieindotter, Schölchen bir-
nenförmig und aufgetrieben, oben gestutzt mit liurzem Griflel und gegen
die Spitze sich verlierendem Rückennerv; Blätter lanzettförmig mit pfeil-
förmiger Basis, entfernt gezähnt oder fast ganzrandig.
Crantz Stirp. austr. 1. 10. Reichenr. Ic. f. 4294 I». (C. macrocarpa).
C. sativa v. glabrata Chi. hau. 138. C. sativa ß. subglabra Kocu Syn.
I. 72. C. sativa «. integrifolia Wallr. Sched. 348. Myagrum sativum ß.
LiNN. Sp. pl.894. ScHK. Ilandb. II. T. 178. Stlrm üeutschl. Fl. H. 4.
Fl. dan. t. 1038. Engl. bot. t. 12.'J4 (Alyssum sativum).
Durch unreine Saat auf Leinäckern verbreitet nnd von diesen unter
Sommerfrüchten, auf magern) sandigem Boden, hier und da verviildert.
Juni, Juli. — September.
Stengel nciist den Blättern fast kahl. Kronen gelb. Schülchcn beträchtlich grosser als
an der vorbergclienden Art, ■i'" lang, 'i'/j'" breit, bei völliger Reife oben fast geradlinig
gestutzt, anfgcschHollen, dünnschalig und leicht glänzend, 1(J — 'JO- sämig. Griflel dick-
lich, '/^ so lang als das Schötcheu. Samen f.ist doppelt grösser als an der vorigen Art,
rüthllch-br:.nn.
3. C. tleiltata. Gezähnter JJeinilotter. Schötcheu bir-
nenförmig, oben gestutzt mit kurzem (iriÜ'el und au der Spitze sich ver-
lierendem l\iiekennerv; Blätter länglich lanzettförmig, ül>er iler pfeil-
förniigeu Basis zusammengezogen, geschweift -gezähnt oder luichfig-fie-
derspaltig.
1'ers. Svn. II. 191 (v. Lindern Tournef. als., zu A. 1. gehörig, aus-
geschlossen). Chi. hau. 139. Koch Syn. I. 72. Reichenr. Ic. f. 4294.
C. sativa ß. dentata Wallr. Sched. 348. Myagrum sativum y. Linn. Sp.
pl. 894.
Durch unreine Saat auf Leinäekern verbreitet, ausser diesen kaum
vorkommend. Juni, Juli. — September.
Neslia. CRrClFERAE. 61
Von (1er Bliillform ahgcsclicn mit der A.'2. üheieiiikommcnd , naiiientlidi liinsielillich der
Früclile, lue keine A erscliiedenlieit zeigen. — AVeder durcli SPENNER Fl. fiih. HI. i)r,8.,
noch diireh FRIES lelitere Mittheiliing (Mant. I. 13.) ist die Aerwirrung in der Artenbe-
i;timniung dieser Gattung beseitigt, wShrcnd WaLLROTH's Eintlieiliing die Verivandtseliafl
am ricLtigsten naeliiveist. C. satiia vieler SeliriCtsteller ist C. microoarpa AlVnRZ. als die
in INorddeiilsrbland häufigere Art. Diese gebt aber dureb Cultur nicht in unsere C. sativa
üb.T, iiogogen C. dentata «abrscbcinlich nur eine abweichende Form der letztgenannten ist.
GMTVJERSI.ICMMS.
Pharntaceutisch.medicinisches. ^ht. 1.2. offichull (Sem.
Camelinac, Myagii, Scsaini vulgaris). f'orxvalt.Bestnudth. fettes Öl
und Sehleiin. An wen du n ff äusserliih i'#i Umschläife», iunerli'eh in Absud,
als erweichendes linderndes Mittel.
ÖTconontischeS, Der Samen sämmtlicher 3 Art. liefert ein zum
Essen und Urennen brauchbares, aber leicht ranzitj werdendes Öl (nach
ScilVBLER 38 Proc.J. Art. 2. 3 sind ein lastitjes Unkraut im Lein.
««. ]¥ESIiIA. JVJBÄJDZJB.
DESV. Journ. bot. III. lü'i.
Schötelieii fast liiigelig, mit hicibendem Griffel^ 1- fächerig,
und durch Felilsclilageu 1-saoiig, (iesclil. Syst. XV. 1.
Einjährig, aufrecht, ol>en ahstehend-ästig, steifhaarig. Blatter ganz.
Blüten lileiu. Drüsen auf üherall drüsigem Blumenboilen 4: eine zu bei-
den Seiten der l;iirzern Stauhgcfässe.
1. HT. panicnlata. Mispige Neslie» Schötchen netz-
artig-grubig; Murzelblätter in einen liurzen Blattstiel zulaufend, Sten-
gelplätter pfeilförmig stengelumfassend.
Desv. Journ. bot. IlT. 162. Chi. hau. 145. Roch Sjn. I. 81. Rei-
ciiENB. Ic. f. 4:291. Mvagrum pauiculatum Linn. Sn. pl.894. Schk. Handb.
ir. T. 178. Fl. dan."^t. 204.
Auf Ackern unter der Saat, auch auf Brachfeldern, auf lelimig- sandi-
gem Boden, hiiuJig eingebürgert. Mai bis Juli. — August.
Schoteben l'/o'" im Durcbm. , etwas zusammengedrückt, beiderseits bauchig- com ei , an-
fänglich 2-fäcberig, meistens mit einer Anlage zu 4 Samen, später, indem 1 reifender
Same die zarfbäutigc Scheidewand zur Seite drückt, 1 -fächerig und 1 - sämig. Die Keim-
blätter rinnig gebogen. — Hat seill.lNNE's Zeit 8 Gattungen durchlaufen, und gehört, ihrer
nicht aufspringenden Schötchen wegen, eigentlich in Abth. III. INucamentaceae. 9. Gruppe,
lässt sich jedoch, bei übrigens so naher Verwandtschaft mit Camelina, nicht wohl von dieser
entfernen.
6. Gruppe. SUBFLARIEAE. P TRIJEMMN KHAVT.
GJEn^ÄCMSE.
Das Würzclchen auf doppelt gefalteten Keimlappen liegend (O 11 II 11).
«3. SUBUIiARIA. :PX'MJ[KMM]¥KUJLUT.
I.INN. Gen. n. 799.
^_ Schötchen ellipsoidlsch-hirnenförmig: Klappen hauchiff, ohne
Kiel und IXerv. Fächer 4 -sämig. Geschl. Syst. XV. 1.
Einjähriges, zartes, stengelloses, unbehaartes Wassergewächs. Blät-
ter grasähnlich. Schaft wenigblütig. Blüten sehr klein. Keine Drüsen ?
* 1. IS. aqiiatiea. If^asser - JPjriemenJcraut, Schötchen
auf sperrigen Slielchen an hin- und hergebogener Spindel; Blätter schmal-
lineal, haarfein zugespitzt.
Li.Mv. Sp. pl. 896. Kocu Svn. I. 73. Schk. Handb. IT. T. 180 (Sehot-
ohcnform unrichtig). Stlrm Deutschl. Fl. II. 9. Beichenb. Tc. f. 4232 (gut).
Fl. dan. t.a5. Engl. bot. t. 732 (schlecht).
62 CRIJCIFERAE. xhlai^pi.
In Teichen und im Schlamme abgelassener oder znriichgetretener Tei-
che, sehr selten {III. >^'iggers; I'v. in der Gegend des Drömlings. Pr.
Wittenberg). Juni, Juli. — August.
l'/i — -i" Loch. Wiirielfascrn ehen so lang, eiiifacli , srl.nce» ciss. BläflerS— 10'"
lang, '/./" breit, Jiellgrün. Sdiaft et.vas Linger als «U.- BlStle. , 4 — 6-Lliitig. Kron-
LliitUr uiugckehrlciruncl , weiss. Scliofolien 1 '/j'" lang.
B. ANGUSTISEPTAE. IS € M JftAZ W^A JV n IGE,
Scheidewand schmal - lineal , an lieiden Enden zusammengezogen.
8. Gruppe. THLASPIDEAE. VFJEXNIGKHAV T.
GMUÄCIKSM.
Das ȟrzelchen an der llandspalte llacher Reimlappen liegend (<) =).
«4. THIiASPI. PFEWJVMGKJRAUT.
I.INN. Gm. 11. 8Ü'J.
Schötcheii der Selieidewand entgegengesetzt zusammenge-
driickl, umgekehrlei- oder herzförmig : KTappen kahuforniig mit
f:efliigeltemHi(d. Fächer 2- oder mehrsamig. Staul)fäden zahn-
os. Gesehl. Syst. XV. 1.
Ein- (Art. 1.2.), z>vei- oder mehrjährige (A.3. 1.), aufrechte, unbehaarte
Kräuter. Wurzelblatter meistens gestielt und Stengelblätter sitzend.
Drüsen 4: eine zu beiden Seiten der liiirzern Stanbget'ässe.
1. T. arveiiise. A.cTeer-PfennigTeraut, Schötchen nm-
gekehrtherzförmig-lireisrund mit bogig-getiirchten Samen, Grifl'el melir-
lach kürzer als der jVusschnitt des breiten Flügelraudes ; Stengelblätter
pfeilförmig- länglieh, buehlig- gezähnt.
LiNN. Sp. pl. 901. Chi. han. 1.39. Koch Syn. I. 78. Schk. Handb.
IT. T.80. Ueicuenb. Ic. f.4181. Fl. dan. t.793. Engl. bot. t. irw9.
b. foetiduni. Jtas starkriechende. Grösser, bläulieh bereift, stark
knoblauchartig riechend.
Chi. han. das. T. alliaceum ]>olte Nov. fl. hols. 56. JLxgst Fl. von
Bielefeld 211. De BÖNNINGH. Prodr. 11. mouast. 192 (Angabe Beider oaeh Sagen).
Auf Ackern, Brachen und Gai tenländereien, auf tluinhaltigem Boden,
häufig eingebürgert; die Spielart auf humusem Thonboden, besonders der
Marsch. Juni bis September. — August, September.
Stengel 1' hocli , oben ästig, Blatter graugrün, etwas fetlig. Scbölcben 'I2" hielt , tief
und ganu schmal ansgcrandet, F.Tcber meist 6-saniig. — Das Vorkommen »od T. alliaceum,
als einer dein europäischen Süden angehörigcn rflauze, in iinscrm Gebiete ist sehr untrabr-
6cbeinlich. Vcrgl. Chi. han. das. Sollte sie \ereinzelt »orgebomuien seyn , so kann man
sie nur zu den verirreten , der GebietsQor nicht angehörigen , rflanzen zahlen.
Ä. T. perfoliatuin. üurchivachsenes Pfennig-
Tcrnutt Schötchen umgekehrtherzförmig mit ebeiuii Samen, Grillel
mehrfach kürzer als der Ausschnitt des breiten Flügelrandes; Stengel-
blätter eirund-lanzettförmig mit tief pfeilförmiger Basis, fast ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 902. Chi. han. 140. Koch Syn. I. 73. Beichenb. le.
f. 4183. Jaco. Fl. austi;. IV. t. 837. Engl, bot.' t. 2354.
Auf unfruchtbaren Äckern und Triften, meistens auf steinigem Kalk-
boden, in der südlichen Hälfte des Gebiets häufig eingebürgert. April,
Mai. — Juni.
Etwas fleischig, blaugrün. Stengel 6 — 8" hoch, einfach oder >on unten ästig. Schöt-
chen 2 — -Va'" hreit, lief und weit ansgcrandet. Fächer meistens 4-samig.
3. m» alpeSitre. felsen-PfenniglcraUt» Schötchen drei-
eckig-umgekehrteirund mit glatten Samen, Grifl'el länger als der Aus-
schnitt des schmalen Flügelraudes; Stengelblätter herzförmig- eirund, fast
ganzrandig; Wurzel mehrköpfig.
Teesdalia. CRUCIFERAE. 63
LiNN. Sp. p1.908. Roch Syn. I. 73. Reichekb. Ic. f. 4184. Engl. bot.
t. 81. T. niontanuni Scholl. Fl. barb.
Auf Wiesen, an Dämmen und Berghängen, auf humosem Boden, die
IVordgrenze des Vorkommens in Deutschland erreichend, selten (Pr. Hom-
burg und Sittichenbach unweit Halle, Barby auf Wahhvicsen und an den
Eibdeichen. An. Dessau, Sieglitzerberg, Abtei ; Hn. in der IVähe des Silber-
bergs bei Osnabrück, hier vom SchuUehrer Fledderma^n in Lotte, einen»
eifrigen und kenntnissreichen Botaniker entdeckt). April, Mai. — Juni.
Meist biiscbel- oder rasenartig, graiigiüu. Stengel 4, 6 bis 8" hocli , ansteigend, ein-
fach. Wurzelblatter rosetlenartig, spatelloruiig. Staubfäden so lang als die Krone, Staiib-
bcntel gelb, dann pHrjuirfarben, zuletzt schwarz. Schötchen auf wagerechten Stielen dicht-
stehend, V" breit, S — y/l'" l^ng» Fächer 4 — 8-saniig.
4. T. ■iiontammi. Berg'PfennigJeraut* Schötclien
umgekehrtberzförniig mit e]>enen Samen, Grillel doppelt so lang als dev
Ausschnitt des Flügelrandes; Stengelblätter herzförmig- länglicli , fast
ganzrandig; AVurzel mehrkopfig.
LiNN. Sp. pl.902. Koch Syn. 1.74. Stcrm Deutschi. Fl. H. 65. Rei-
CHENB. Ic. f. 4187. Jaco. Fl. austr. III. t. 237.
An Berghängen, auf Kalkstein, bis jetzt ATahrscheinlich nur am süd-
lichsten Saume unseres Gebiets, als Nordgrenze der Gesammtverbreitung,
gefunden {Hs. zwischen Netra und Datterode; Pr. Freiburg am Schloss-
berge. Au den nördlicher angegebenen Standörtern in An. und Sehw .
wächst die Pflanze nicht). April, Mai. — Juni.
Büschelartig oder in lockern Rasen, bald mehr gras- bald grangrün. Stengel 4, 6 —
10" hoch, einfach. Wurzelbiättcr länglich - spatelförniig. ISlütcn do])i>elt so gross als an
A. 3. Staubfaden halb so lang als die Kronblatter, Staubbeutel gelb. Schötchen '!'" breit.
mit bald etwas breitenn bald schmälerm Fliigelrande , Fächer 1- oder 2 - sämig.
ÖTeonontiSCHes» A. 1. ein nachtheilirjes Unkraut, von dessen
häufiifem Gentiss die Milch der Kühe einen ßeitjesrhniaek annimmt. Die
Samen liefern Öl.
95. XEES^DAIilA. VmjESn A.I,EJE.
R. Br. Hort. hew. ed. 2.' IV. 83.
Schötchen der Scheidewand enlgegengesetzt zusammenge-
drückt, rundlich, schwach ausgerandet. Klappen hahnförmig mit
flügelrandigem Kiel, Scheidewand sichelförmig. Fächer 2-samig.
Stauhfäden mit hlattartigem Anhängsel. Geschl. Syst. XV. 1.
Einjährige, kleine, unbehaarte oder wenigbehaarte Kräuter. W^urzel-
hlätter ■rosettenartig. Stengel schaftartig, mit wenigen Blättern. Blüten
sehr klein. Statt der Drüsen 6 flaclie, häutige Schuppen an der innern
Basis der Staubfäden, von denen die der längern doppelt grösser sind.
f. T. niidicaiiliii;. J¥acTctstengelige Veesdalie. Schöt-
chen umgekehrteiförmig- rundlich. Wurzelblätter anfänglich spateiförmig,
dann tief leierförmig-liederspaltig; beide äussere Kronblätter grösser.
R.Br. Hort. kew. IV. 83. Chi. hau. 141. Koch Syn. I. 75. Beichenb.
Ic. f. 4189. Iberis nudicaulis Lina. Sp. pl.907. Schk. Handb. II. T. 178.
Stürm Dentschl. Fl. 11.11. Fl. dan. t. 323. Engl. bot. t. 327.
Auf Äckern, Triften und in Holzungen, auf Sandboden, häufig, all-
gemein verbreitet auf den Heiden der nördlichen Hälfte des Gebiets, in
Marschgegenden aber nur auf der Geest. April bis Juni. — Mai, Juli.
AVurzelblatter ausgebreitet am Boden liegend. Stengel meist in Mehrzahl vereinigt,
3 — 4" hoch, bogig ansteigend, einfach, späterhin an üppigen Ejeniplareu durch längere,
zum Theil ästige IVebenstcngel vermehrt. Blätter kahl, am Rande zarthaarig. Schötchen
1 1 2" breit, reif muschelformig eingedrückt, glänzend.
64 CRUCIFERAE. Ilorniiiigin.
»«. lIOR:^U^CiIi%. UOH]VlT]¥GMJE.
ISEIClIliNll. rl. sax. .'}(j7.
Schöfclion (lor S('lici(|<'Avainl onlgc^cn /.usainnitMigedrürkf,
oval: Klappen kahnfViriiii^ ohne Fliifjrlraiid; St'licidcwaiul si-
ehcirorinifi-. Fächer 2-831111«-. Stauhfäilea zahnlos. Geschl.
Syst. \\.l.
" Eiiijalirige, kleine, zartlteliaarle Kräuter, mit ästigem, Itelilätterleni
Steiiffel. Blüten l;lein. Drüsen 4: eine zu beiden Seiten der liürzorn
Stauligefässe.
1. H. petraea. Stein-BLornungie» Seliüielien auflxigig-
wagerccliten Stielelien; Itlätler uugleiclipaarig lietlersclinittig mit ellipti-
schen seliarfspitzigen Ahselinitten.
Ueicueivb. Deutsclil. Fl. I. .3:3. 11. sax. 367. Capsella petraea Chi. han.
140. Ilutchinsia petraea II. IJn. Hort. kew. IV. 82. Koch Syu. I. 79.
Teesdalia petraea Ueichekr. Ic. f. 4190. Lepidium pctraeum l.iAN. Sp.
pl. 899. Jaco. Fl. austr. II. t. 1.31. Kngl. l>ot. t. 111.
An Felsen und Ilerghängen, auf dürrem sonnigem lioden, im südlichen
Theile desGelüels, selten (/»r. Aulehen am Miltelherge, Gerhstädt, Stein-
Iiach, Eclihartsherge, Bihra — ; .SV/iti». Franl.cnhausen — ; //«. Steigcrthal
im Windehäuserholze). ,\pril , !>Iai. — Juni, .luli.
Zartes 2 — 3" hohes Pflüniehen, mit kiiizcin kiiu-kiggcbogoncm Stengel untl meist gleich
hohen, vechselständigon Asten. Untere Blätter .'j — 6-]iaarig-, ohere «i — 4 - paarig - fie-
itersehiiittig; Ahschnilte «licht stehend, untere meist in ein kurzes Stielelien »erschmiilert,
oherste drei an der Basis zusamnicnfliessend. Trauhen >crl:ingerf, t^cliufchen 1"' lang. Narhe
fast sitzend. Würielehen des Keims auf der Randspallc der Keiml.ippen liegend. — 'Wenn
die Art. der Gattung Hutehinsia R. Bit. mit ilügelrandigen Schotchen, nach GaudIN , zu
Thlaspi gehracht -werden und die fliigelrandlosen mit «-sämigen Fächern und rückenwiirzeligem
Keim, nach KoCH, für Hutehinsia hieilien ; so muss H. petraea, mit seitenwurzeligem Keim,
des Prineips halber, eine eigene Gattung bilden, oder man muss diese lefzlere liir Hutehinsia
beibehalten und ihre Gattungs» er« andien zu Ca]>sella liringen, «omit ein neuer >ame erspart «lirde.
Ä». IB£RI§. Ä^I7JEJ13«JE3J^.
I.IMV. Gen. n. 814.
Schötchen der Scheidewand entgegengesetzt znsaininenge-
driickt, rnnd oder uingekehrleirund, ausgerandet : Klappen
kahnförmig mit lliigelrandigem Kiel. Fächer 1-saniig. Stauh-
fäden zahiilos. Kfoiihlälter ungleich gross. Gesehl.Sysl. XV. 1.
Ein- (V.l.), zwei- oder mehrjährige Kräuter oder Stauden. Illätter
ganz oder liederspaltig, oft etwas fleischig. Trauhen hisweilen doldig.
Beide auswärtsstchende Kronhlätter der äussern Blüten heträclitlieh grösser
als die gegenüherstehenden. Drüsen 4: eine zu heiden Seilen <ler hür-
zern Stauhgefässe.
1. I. ainara. Bitterer Bauernsenf". Schötchen rund
mit spitzig vortr(!tenilcn Flügelrandlappen am Ausschnitt; Blätter länglich-
keilförmig, nach ohen zu liederspaltig- sägezähnig.
LiNN. .Sp. pl.906. Koch Syn. 1.76. Beichenb.Ic. f.4197. Engl. hot. t.52.
Auf Äckern unter der Saat, auf kalkhaltigem oder sandigem Boden,
im südlichen Theile des Gebiets verwildert (/'r. Uossbach, Branderode — ;
Jln. Göttingen am Ilainbergc über dem Yolksgarten, erst neuerlich ange-
siedelt). Juni, Juli. — August, Se])tcmber.
Stengel bis l'hoeh, hart, zerbrechlich, nach oben zu gleichlang- ästig. Bluten in flachen
Sträussen. Kronen sehneeweis, seltener blass liolct. Schotehen 2'" breit.
GM UMRBI'ICnMS,
ÖTCOnomiXCheS, Eine bekannte Zierpflanze der Garten, besonders
zu Einf'assunijen (feeiifnrt.
Biscufella. CRUCIFERAE. , 65
Ä8. BISCUTEIiliA. BniZiIiKNUnAUV.
LWN. Gen. n. 808.
Schölcheii der Sclieidewand cnfgegcngesetzt plattgedrückt,
oben und unten ausgeiandot oder oben in den Giiffel zugespitzt.
Klappen kreisföimig, ein Doppelsclnld bildend. Fächer l-sa-
mig. Gescbl. Syst. XV. 1.
Ein- oder mehijähiige (A. 1.) steifhaaiigc , filzige oder fast kahle
Riäuter, mit aufiecLteni, ästigem Stengel. Bl.=itter ganz oder fieder-
spaltig. Drüsen 6: eine zu beiden Seiten der liürzern und eine kleinere
zwischen jedem Paar der längern Staubgefässe.
1. B. lae\ igata. Gemeines JBrillenJerauf. Schötchcn
oben und unten ausgeschnitten, unbehaart; Wurzelblätter ländlich -spatei-
förmig, Stcngelblätter länglieh, mit gerundeter oder schwach herzförmiger
Basis stengelumfassend: sämmtlich ausgeschweift-gezähnt bis in's Buchtig-
liedcrspaltigc oder ganzrandig, steif behaart.
LiAN. Mant. 22.3. Chi. h.in. 141 (nebst v. subpinnatifida). Roch Syn.
I. 76. 77 iß. glabra und d- macrocarpa). Ueichenb. PI. crit. MI. t. 616.
auch t. 615. (B. obcordata) und Ic. f. 4203. auch f. 4204 (B. obcordata).
•Taco. Fl. austr. IV. t. 389. B. laevigata u. B. lucida De Cand. Syst. II.
4I3."414.— Wenn die Blätter buchtig -fiederspaltig werden: B. laevigata
y. hispidissima KocH das. 77. B. ambigua De Cand. das. 415. Reichenb.
PI. crit. TU. t. 618. B. rupestris Ehrh. Beitr. YII. 13.
b. scabriiiscula. nas scharffrüchtige, Schötchen, mit Ausnahme
des glatten Bandes, von erhabenen Puncten scharf.
Chi. hau. das. B. saxatilis Sohl. Getr. Pfl. De Cand. das. 415. Rei-
chenb. PI. crit. YII. t. 719. Ic. f. 4205. Wenn die Blätter buchtig-
fiedcrspaltig sind: Biscutella coronopifolia All. Fl. ped. n. 907. De
Cand. das. 414. Reichenb. PI. crit. Ml. t. 617. Ic. f. 4206.
An sonnigen Bergabhängen, auch im Flachlande, auf Ralh- Gyps-
Sandsteingebirge und im Flugsande, als Nordgrenze der Gesammtverbrei-
tung, selten {Pr. Wettin, Rröllwitz, Gödcritz, Barby — ; An. Dessau,
Zc^st — ; //.«. am Hohenstein bei Oldendorf, wo Ehrhardt am 27. Juli
1791 die Pflanze entdeckte). Mai bis August. — Juli, August.
AVurzel liokig, inehrköpfig. Stengel 2/4 bis 1'//, im SanJe .1er KlefernivUlder Lei
Baiby 4 — 6" Loch, traiibig lerziveigt, unten borstenbaarig, oben kahl und wenigblättrig.
Blätter beiderseits dicht mit einfachen, steifen, weissllchen Haaren besetzt, nie kahl. Kelch
grüngelb, Kronen schwefelgelb. Schötchen schmal gerändert, matt. — Die Fächer lösen
sich von der griffeltragenden Achse ohne die Samen zu entlassen, wodurch die Gattung an
die III. Abtheilung, die schliessfriichligen Kreiublütengewächsc, grenzt.
'S.Gruppe. LEPIDIXEAE. K RMSSMN GM WACHSE,
Das Würzclchen auf der Rückcnscitc der Reimlappen liegend (O II).
«9. liEPinir]?!. ÜCJUSSÄJE.
I.I.NN. Gen. n. 801.
Schötchen der Seheidewand entgegengesetzt zusammenge-
drüeht, oval, ei- oder herzförmig: Klappen kahnförmig, llügel-
randiff oder nur gekielt. Fächer 1- sämig, Staubfäden zahn-
los. ^Geschl.SvstrXV. 1.
Ein- (A.2.), zwei- (Art. 1.3. 4.) und mehrjährige (Art. 5. 6.) Rräuter
oder Stauden, mit ästigem Stengel und ganzen oder fiederschnittigen
Blättern. Blüten klein. Drüsen 4 : eine zu beiden Seiten der kürzern
Staubgeiasse.
1. li. cailipestre. feia. Kresse» Schötchen wagerecht
abstehend, oval mit nach der Spitze zu breiterm Flügelrande , warzig-
G6 CRIJCIFERAE. Lepidinm.
puiiclirt ; WurzelMättcr iiingekelirtoil'örinig und in «Ic-n Blattstiel ver-
scliniälci't, fast leierförmig, Imchtig-gczalint oder ganziandig, Stengel-
hlättcr ]»l"ei!lorniig- länglich, stengelumfasscnd und gozälint, säniiutliolt
grau - flaumhaarig.
11. Br. Hort. kcw. IV. 88. Chi. han. 143. Kocii Svn. I. 77. Reichenb.
Ic. f. 4214. Thlaspi caniprstrc Likn. Si>. i>1. 902. Schk. Ilandb. II. T. 180.
Fl. dan...t. 12r21. Engl. bot. t. 1385.
Auf Äcljorn und llraclicn, auf Thon oder Lehm enthallcudem Boden,
häiifig cingeliürgert. April liis Juli. — Juni, August.
Steif aiifrtdil , 1' lioch, diclit hehlältcrt iiml oft lötLlicli augflaiifeii , oben ästig. Schöt-
cLon 1 '/2"' ''reit, mit rund licrunilaufendeni oben «Iroifadi Jircitcrm wenig ansgcscbDittenera
Fliigclraudc. Grlllcl kaum über den Fliigrlrand lorlrelend.
13. li. ^ativiini. Garten- Kresse, Schötchen aufrecht,
rundlich -eiförmig, mit nacli der Spitze zu hreiti-rm Flügelrande; untere
Blätter doppelt- oder einfach -fiederspaltig, mit linealen eingeschnittenen
oder ganzen Zipfeln, obere fiederspaltig oder ungetheilt.
LiNN. Sp. pl. 899. Koch Syn. I. 77. Schk. Ilandb. II. T. 180. Rei-
chenb. Ic. f. 4212. IIayive Arzneigew. AI. T. 11.
b. crispuni« nie kraiisblättrige, Blattzipfel zusammenfliessend
und am Bande kraus.
LiNN. das. Koch- das. Sturm Deutschi. Fl. II. 9.
In der Nähe von Wohnungen und Gärten, auf Schutthaufen, liier und
da verwildert. Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — 2' hocb, glatt, ästig, nebst den Blattern mit blUiilleliem Duft überzogen.
Sebötclien '-'/._,'" breit, mit rund bernmlaurendem oben doppelt breilerm sebmal aiisgesebnit-
tenera Flügelrande. Grillel liürzer als der Flügclrand. Kronblattcr 3-tbcilig. — Von
scbarfem Gesebiiiaeli.
3. li. riiderale. Stinlkende Kresse. Schötchen abste-
hend, rundlich -oval, an der Spitze sclimal llügelrandig; untere Blätter
einfach- oder doppelt -fiedcrschuitlig, mit schmal linealen fast ganzrandi-
gen Zipfeln, o]»ere fiederspaltig oder ganz; Blüten zweimänuig und mei-
stens kronlos.
LiNN. Sp. pl. 900. Chi. hau. 143. Koch Syn. I. 78. Schk. Handb.
II. T. 180. Stirm Deutschi. Fl- II. 68. Beichenb. Ic. f. 4215. Fl. dan.
t. 184. Engl. bot. t. 1595.
An Mauern, Schutt und auf steinigen Wegen, hier und da, und, unter
zunehmender Yerbreitung gegen die Küsten, an Meeresdeichen und Dämmen,
auf magern! Boden. Juni bis August. — August, September.
Stengel G — 12" bocli , von unten bis ol>cn in sperrig absiebende, einen rundlicben Ituseb
bildende, Aste zertheilt. Die sehr selten vorhandenen Hronblätter gelblichweiss. Sebötehen
1'" im Durehm., liaum ausgcrandet. Narbe fast sitzend. — Scharf schmeckend nnd nldcr-
licb riechend.
*4. li. gi'aiiiiilifoliulii. Grasblätfrige Kresse» Schöt-
chen aufrecht -anliegend, eiförmig, spitz, ohne Flügclrand; untere Blätter
länglich -spateiförmig und in den Blattstiel verschmälert, sägezähnig oder
gegen die Basis fiederspaltig, obere lineal, ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 900. Koch Syn. 1.78. Sturm Deutschi. Fl. II. G8. Schk.
Handb. II. T. 180. BE1CHE^K: Ic. f. 4218.
An Hügeln, auf magerm Boden, an Mauern und auf Schutt, am süd-
westlichen Saume des Gebiets, als östlichstes Yorkommen in Deutsch-
land (Pr. rV. bei Werl).
Stengel 1 — 2' hoch, von unten bis oben mit sperrig abstehenden, kurzen, einen läng-
lichen Itusch bildenden Asten besetzt. Blätter grasgrün, untere oft etwas haarig. Blüten
in kleinen rundlichen Sträusschcn. Schötchen kurz gestielt, unten ^l'" Ircit. Narbe rund-
lich, fast sitzend.
'5. It. latlfolliini. Breitblättrige Kresse, Schötchen
Capsella. CRIJCIFERAE. G7
abstehend, riinil, ohne Fliigclrand, kurzhaarig; T^'^iirzelblätter lang ge-
stielt, eirund, hcrhartig-gesägt, Stengelhlätter sitzend, eirund -lanzett-
förmig und sägezähnig, obere ganzrandig.
LiNN. Sp. 1)1.899. Koch Syn. I. 78. Reiciienb. Ic. f. 4219. Fl. dan.
t. .557. Engl. bot. t. 182.
Am Seestrande, auf thonig-humosem Boden und Schutt, selten {Hl.
bei Brock — ; 31k. bei Lübbersdorf , Warnemünde — ). Juni bis August. —
September.
Wurzel st.nrk, tief eindringend und «uclicrnd. Stengel 2 — 3' liooh, ästig, nebst den
etwas lederartigen Blättern, von denen die luitern flaumhaarig , die oliern kahl sind, grau-
grün. Traulien aus kleinen rundlichen Bliitensträusschen zusammengesetzt. Schötchen 3/^"'
im nnrchm., mit fast silzender . dieker , kopfförmigcr TVarhe.
• 6. li. Uralia. Merxfrüclitige Kresse. Schötchen ab
stehend, rundlich -herzförmig, ohne Flügelrand, aufgetrieben und aderig-
runzelig; Blätter eirund-länglich, ausgesclnveift-spitzzähnig, flaumhaarig,
unterste in den Blattstiel verschmälert, übrige pfeilförmig steugelumfassend.
Li^N. Sp. pl. ed. 1. n4;5. Kocu Syn. 1.77. Sturm Deutsehl. Fl. H. 68.
Cochlearia Draba Linn. Sp. pl. ed." 2. 904. .Iaco. Fl. austr. IV. t. 315.
Cordaria Draba Desv. Journ. bot. TIT. 163. Reichenb. Ic. f. 4211.
Auf Weiden, an V^^-geu und M^ällen, auf lehmigem Boden, am süd-
lichen und Süd -östlichen Saume des Gebiets, als ^(ordgrenze der Ge-
sammtverbreitung, selten {Pr. Alsleben, Pöplitz, Magdeburg — ; Sxu.
Arnstadt? — ; Hn. als verirrte Pflanze bei Lüneburg vorgekommen). Juni,
Juli. — September.
"Wurzel lang, fingerdiek, mehrkopfig. Stengel 1 — Vj^ hoch, rückwärls feinhaarig,
ohcn doldcnlrauhig- ästig. Blätter graugrün, Blüten in kurzen Trauben. Schötchen fast
nicrcnfdrmig, l'/a"' breit, l'A"' '""S' ">'* •""g''"'' fadenförmigem Griffel.
jPharmaceutisch'Medicinisches. Von A.2. das frische
Kraut und der Snme officineU (Herb, et Sem. Nasturtü hortcnsis). f or-
walt. Bcstandth. scharfes ätherisches Öl, in den Samen viel Schleim
und fettes Öl. Anwenduny frisch als antiscorbutisches , harntreiben-
des Mittel. Eine Abkochumj von A. 3. in Russland, auch beim deut-
schen Landmann, qeqen fV'echselfiebcr im Gebrauch.
ÖJeonomiSCheS, Die Samen von Art. 1. 2. zur Olf/ewinnunrj an-
wendbar, letztere liefert öS Proc. scharfes Brennül (Metzger). Die
Blätter von Art. I.und 5. als Salat und Gewürz csbar, die der letztern
auch als Gemüse.
30. CAPSEIiliA. TÄSCHJSItKUAUT,
MEDIC. Gen. pl. I. 85.
Schötchen der Scheidewand entgegen zusamniengedrückl,
verkehrtdreieckig oder nmgekehrteiförmig : Klappen kahnfor-
mis: ohne Flügelrand. Fächer niehrsaniig. Staubfaden zahn-
los. Geschl. Syst. XV. 1.
Einjährige, ästige Kräuter. Blätter vielgestaltig und abändernd. Blü-
ten klein. Drüsen 4: eine zu beiden Seiten der kürzern Staubgefässe.
1. V, Bursa pasütoris. Gemeines VäschelTeraut.
Schötchen verkehrtdreieckig, ausgerandet; \^^urzelblätter in den Blatt-
stiel verschmälert, schrotsägenförniig-fiederspaltig mit eirund- dreieckigen
gezähnelten Zipfeln, obere Stengelhlätter pfeilförmig -länglich, stengel-
umfassend.
MöKCH Meth. 271. Chi. hau. 140. Koch Syn. T. 79. Beicuenb. Ic.
f. 4229. Thlaspi Bursa pastoris Linn. Sp. pl. 903. Schk. Ilandb. II.
T. 180. Fl. dan. t. 729. Engl. bot. 1. 1485.
68 CBUCIFERAE. Scneblera.
Auf Ackfin, an cuUMiten Ortru, Wegen mnl Hauern, auf Lehm-,
Sand- un«l leichtem Thonitoden, als dem Menschen folgende Pflanze, all-
gemein verhreitef. April I>is Septemhcr. — • Juni his Octoher.
Ändcit all mit tief ficderthciligcn cingcscliiiitfen - lijifliilieii Bl;ill<rn (> . coronopifolla) , nur
gesell» <-ift-gciälinlen Blattern (v. sinnala) , und ganzrandigen Blattern (v. integrifolia ReI-
(IIENB. .las. f.i-2-29. integrifolia). Anel, kommt eine Missl.il<l..ng mit mehr aU 6 Staul.-
gefässen lor, indem sämmtlielic oder einige Kronl.lalter zu Stanl.gelassen sich iimliiJden.
'Ä. C iirociiniliens. Mjiegendes VäschelTeraut* Scböt-
rhen iimgeliehrteilörmig - länglieh ; >Vurzelhlattcr leierartig -iicderspaltig
oder spontonformig mit schmalen ganzrandigen Zipfeln, Stengelhlätter
lineal -lanzettförmig: oder sammtlich fiederspaltig.
Friks Nov. n. suec. mant. l. 14. Chi. hau. 141 (BcmerK). Koch Syn.
I. 79. Keichktvb. Ic. f. 4221. Hutchinsia procumhens Desv. .lourn. bot. 111.
168. Thlaspi procumhens ^Vallr. Sched. erit. 1.3. Lepidium procum-
hens Link. Sp. pl. 898.
Auf Triften und Grasplätzen, auf feuchtem salzhaltigem Boden, auch
in der Nähe von Salinen, am südlichen Saume des Gebiets, als Nordgrenze
der Gesammlverbreitung, selten {Pr. zwischen Numburg und Auleben,
Aschersleben, Stassfurth — ; 5ii>. Franhenhausen — ). Mai. — Juni, Juli.
Zarfes, meistens 'i — 4" holies Pflanzelien , mit kurzem , ül.er der Basis in einige faden-
förmige Äste zerllieilleui Stengel. Biälter dicklicli, kalil , oder mit einigen Raiidliärclien
lersclien, grasgrün, auf älinliekc Weise, wie A. 1., in der Form abändernd. Traubeusticl
beträclitlieli länger als der Stengel. Schötclien 7'" breit, bald dureb Spilzung mebr zur
ellipsoidiscben, bald durch Abstumpfung mehr zur umgekchrtelförmigen Gestall hinneigend,
6 — 10- sämig.
GM VTJERBIjICHMS.
PharmnceutiSCh- JtletliciniSCheS, A.1. in ciniaen Geffen-
dcn of'fici'iiell (Herb. Bursae pastoris). Vorwalt. Bestandth. ivenin
äthrrixchex scharfes Öl und bitterer Extructivstoff. Anwendunff frisch
(jeqcn Blutflüsse , in Pulver und im Auf'ijuss «jeijcn fl echselßcber.
TERS. Sjn. II. 18Ö.
Schölclieu tler Scheidewand enlgogen ziisainmengedrückf,
oben nnd nnfen eingezogen, zweiköpfig, oder nur unten einge-
zogen, nierenförmig, nnvollständig oder nielit aufspringend.
Klappen netzig-runzelig. Fächer 1-samig. G. Syst. XV. 1.
Kin- (Art. 1.2.), oder zweijährige, vielstengelige, ästige, meist iiie-
derliegende, Kräuter. Blätter ganz oder fiedertheilig. Trauben blatt-
gegenständig, kurz. Blüten hiein. Drüsen 4: eine zu beiden Seiten der
kurzem Staubgefässe.
1. S. Coroiiopiis. Gemeine Senebiere» Schötchen fast
nierenförmig; Blütenstielchen kürzer als die Blüten; Blätter fiedertheilig
mit ganzran<ligen oder liederspaltigen Zipfeln.
PoiR. Fncjc. \TF. 76. Chi. hau. 142. Kocu Syn. I. 80. Beichenb. Ic.
f. 4210. Coronopus Buellii All. Fl. ped. 934. Cochlearia Coronopus
LiNN. Sp. pl.904. ScHK. Handb. IL T. 181. Fl. dan. t. 202. Engl. bot.
t. 1060.
Auf bcbatictem und betretenem, sandhaltigcm Boden, als dem Men-
schen folgende Pflanze, auch an Salinen und am Meercsstrande, häufig.
Juni bis August. — September.
Kreisrund ausgobreitel platt am Boden liegend, Stengel und Blätter dicklich, saftig,
unbehaart, grasgrün oder bläulichgrün. Bluten in kurzen, knhuelarligen Trauben, die sich
späterhin wenig »crlangern. Schiifebcn str.ihlig- runzelig, mit zackigem Kiel. Griffel kurz,
pyramidal.
Isatis. CRVeiFERAE. 69
Ä. S. didynia. XweiJCöpJiffe Senebiere. Schöidien
zweiköpfig; ülütenstielchcn länger als die Blüte; Biältcr fiedcitbeilig mit
ganzen oder fiederspaltigen Zipfeln.
PiiRS. Svn. II. 185. Chi. Lan. 143. Koch Svn. I. 80. Reichenb. le.
f. 4209. Coronopus dldjinus Sm. Fl. hrit. II. 691. Engl. bot. t. 248.
Lepidium didjnium Limn. Mant. 92.
Am Unterlauf der Elise, auf sandhaltigem Boden, -vvalirselieinlicli mit
ScLiffsballast eingewandert und bier nnd da verwildert (HL Altena; Hb.
Sternschanze, lleiligengeistfeld, Ilitzebüttel — ). Juli, August. — Sep-
tember.
An der Erde liegend, mit zcrstreucten aliwartsstebendcn Haaren besetzt. Scliökhrii in
langern, lockern Trauben und nur halb so gross, als an der vorhergelienden .4rt, net/.ig-
grubig, ohne zjcklgen Kamm. >arbe ohne Griftel aufsitzend. — Die Keimlappen dieser
Gattciug uuigckniclit. Durch die nur unvollständig oder gar nicht aufspringenden Friielile
geht die Gattung zur folgenden III. Abtheilung, den Schliessfriichtigcn , über.
C? JE U^JERBMCnUS.
ÖJCOnoniiSChCSt ^/. /. xvnd in einiffcn Gcifcndcit nls Sttlat tjc-
nossen.
III. NUCAMENTACEAE. SCHI,IMSS F'HV C HTKGBl.
Früchte nicht aufspringend.
9. Gruppe. ISATIDEAE. WAin GmVÄCM SM.
Das Würzeleben auf der Ilücbcnseite flacher Keinilappen liegend
(0=. TVeslia).
3«. ISATIS. JTAEn.
I.iNN. Gen. n. 8'i4.
ScLötchcii keilförmig umgekelirteirund oder oval, der Schei-
dewand cnlgegeu flachgedrückt, flügelrandig; nach .schwinden-
der Scheidewand 1-fächerig, 1-samig. Gcschl. Syst. XV. 2.
Ein- oder zweijährige (A. 1.), aufrechte, ästige, kable oder behaarte,
meergrüne, mit färbendem Safte versehene Kräuter. Trauben scblafl",
mit fadenförmigen, abwärtsgebogenen Frucbtstielchen. Drüsen 4: eine
zu beiden Seiten der kürzern Staubgefässe.
"l. I. tillCtoria. Färber - W^aid» Schötehen keilförmig
oder umgekehrteirund- länglieh, gerundet oder seicht ausgerandet; untere
Blätter länglich, in den Blattstiel verschmälert, obere lanzettförmig, tief
pfcilförmig stengelumfasscnd, sämmtlich gezahnt oder gegen die Traube
hin ganzrandig.
LiAN'. Sp. pl. 936. Koch Syn. I. 81 cc. ß. Schk. Handb. II. T. 188.
Ti^AUTVETTER de Sanier, et Isat. t. 2. f. 17. Heicuenb. Ic. f. 4178 (I. prae-
cox). Engl. bot. t.97.
b. praecox. Her frilhxeitige. Schötehen umgekehrteirund -oval;
Blätter ])rciter.
I. tinctoria /. praecox Roch das. I. praecox Kit. Tratt. Archiv.
II. 40. T. 68. Trautv. das. t. 1. f. 12. Reicuenb. das. f. 4177 (I. tin-
ctoria).
An Flussufern, Hügeln und Felsen, auf Kalk- oder Sandboden, im
südlichen Theile des Gebiets und am Unterlauf der Elbe, als IXordgrciize
der Gesammtverbreitung, bier und da eingebürgert {Pr. Freiburg — ; //.<•
Cassel am "V^'^einberge — ; Hb. am hoben Eibufer vor der Tetifelsbrüeke — ).
Stengel 1'/^ — 3' hoch, unten abstehend, haarig. Blatter kohl artig. Schötehen dreimal
so lang als oben breit; an der Spielart b. nur doppelt so lang. Keimbl.itter rinuig ge-
bogen.
70 CRCCIFERAE. Bunia».
GEUJERBI.KCMMS.
technisches» f'orwull. licstamllli. fliuhliij scliurl'vs Öl und
ludia (im liockencn Zuslaude fast '/^ Proc, hivrinil also auch Isalin und
Isaüusäure) , wonach die Pflanze, in Form von fß'aidhiijeln zur Krxpa-
yuuij des Indii/o diesem zuyesclzt, zum Blau- und Grünfärben anwendbar ist.
10. Gruppe. BUNIADEAE. XA€K£\SCHOTX:X-
GEUÄCMSE.
Das Würzelchcn auf sclmeckcnloiinig eingerollten Keiinlappcu licgeiul
(O II II).
33. BuiviASf». za.ck:e]¥iscmovx:.
I.iNN. Geil. 11. Si-j}.
Schötclieii eiförinig-iuiulllcli, oder vierkantig; 2- fächerig
niJl schräg ühereinantler gcslcllteii Fäeliern, oder i-fi^herig
mit paar^vei^se schräg ühereinantler stehenden Fächern. Fächer
1-saniig. Gesehl. Syst. XV. 2.
Ein-, zwei- (A. 1.) oder mehrjährige Rräuter, mit spindellormigcr
Wurzel, aufrechtem, ästigem Stengel. Itlättcr ganz, fiederspaltig oder
Schrotsägen l'örmig. Drüsen 4: eine ringförmig die hürzern Stauhgefässc
umgel>ende, und 1 hleinere vor jedem Paare der längern Stauhgefässc;
oder nur 2 mchrzachigc , die hürzern Stauhgefässc von innen umfassend.
'1. II. Orientalin. JBEorgenländische Zackenschote.
Schötehen schief eiförmig, 2- fächerig; untere Blätter leierartig- schrot-
sägenförmig, gegen die Basis huchtig gezähnt.
LiNN. Sp. pl.936. Koch Sjn. I. 82. Schk. Handh. II. T. 189. Fl.
dan. t. 1651. Laelia oricntalis Desv. Journ. hot. III. ICO. lUicuEiSB. le.
f. 41(52.
Auf Grasplätzen, auf sandig-humosem Boden und an Schutt am Ost-
seestrandc, verwildert (IIl. am Wcinherge zwischen Oldenburg und Put-
lose — ; hei Lübeck zwischen Rrempclsdorf und Trems häufig — ; ^/h.
bei Wamcmünde hinter dem Bauhofe, Rostock bei dem Yoegcnleichc).
Stengel l'/.2 — 3' liüeli, nebst den Blattstielen mit zerstreiietcn, dicklicLen, liurzgesliel-
tcii Drüsen besetzt, nach unten zu bald mehr bald weniger borstenliaarig, oben iiagerecLt
»erzneigt. Kronen gelb. Sehötelien auf abstehenden langen Slielehen, '~'/i" '»"gj tnolig-
ruuzclig, in den slelicnbleibenden tcgellorniigcn Grillel zugesj.ilil.
11. Gruppe. CAKILINAE. JflJEX^RISEjliJFGMWt^ÄCnSJE,
Das Würzelchcn an der Ilaudspaltc flacher Keimlappen liegend (0=).
34. CAKII^E. ÜTlEJEJtSJEA JP.
TOVKIVEF. Inst. 49. t. -iJ^a.
Schötehen zusammengedrückt - zwciselinoidig, 2 - gliederig:
Glieder 1- fächerig, 1-samig: unleres eckig -kreiseiförmig, ohe-
res eckiff- eiförmig, in den stchenhleihendcn GriiTcl verschmä-
lert. Gc^schl. Syst XV. 2.
Einjährige, fleischige, unbehaarte Rräuter. Blätter liedcrspaltig oder
ganz. Trauben anfänglich sehr kurz.
1. C iiiaritiiita. Gemeiner MeersenJ". Oberes Glied
des Schötchcns schwertförmig zulaufend; Blädir fiederspaltig, einge-
schnitten-gesägt, oder fast ganzrandig.
Scop. Fl. carn. II. 3;>. Chi. han. 145. nebst v. inlegrifolia. Roch Syn.
I. 83. nebst ß. Reichenb. Ic. f. 4158. Bunias Cakilc Li>w. Sp. pl. 936.
Fl. dan. t. 1168. Engl. bot. t. 231.
Am Nord- und Ostseestrande inid auf den nahe l»clcgenen Inseln, auf
Sandboden, häufig. Juli bis September. — Octohcr, November.
Crambe. CRIJCIFERAE. 71
Stengel 1 — 1 Vi' l^"g' netst «len abstehenden Asten beiigig ansteigend, dicklich und
saftig, innen iveitzcllig - markig. Kronen der grossen Itlüten hellviolet. Schötchen 7 — 8'"
lang, auf kurzen dicken Stielchcn sitzend, von lederarlig - korkiger Substanz. Same gross,
fast halbmondfürmig, der des untern Fachs hängend, des obcrn aufrecht. INabeistränge
sehr kurz.
GM vrjERBriCMEIS.
Technisches' Eit/net sich zxir Gewinnunff von Sodu.
12. Gruppe. RAPHANEAE. jnEEHKOBrGE ¥VÄ CJI&E.
Das Würzelcheii von tlen riiinig- gefalteten Keinilappeu reitend umfasst
(O»).
33. ORAITIBi:. MEEinKOBMj,
LlN>-. Gen. u. 820.
Schötchen 2-glietlerig; Glieder l-fächerig: unteres durch
Verkümmerung sticlförmig, unfruchthar, oheres eiförmlg-ku-
ffcliff, 1-samifi-. Same an langer aufsteigender Nahelsehnur hän-
gend. GesehirSyst. XV. 2. ^
Ein- oder melirjabrige (A. 1.) Kräuter, oder Stauden, mit aufrechtem,
ästigem, kalilem oder steifhaarigem Stengel. Blätter ganz, eingeschnit-
ten oder fiederspaltig, oft <lick und meergrün. Trauben meist zu weit-
schweifigen Rispen vereinigt. Drüsen 4: eine zwischen den kürzern Stauh-
gefässen und dem Fruchtknoten, und eine grössere vor jedem Paare der
längern.
1. C. iiiarltiina. Gemeiner JtEeerTeohl. Schötchen ohne
Gritfel, längere Staubfäden an der Spitze gabelig; Blätter kreisrund,
eingeschnitten -gezähnt und wellig, ne]>st dem Stenge! völlig haarlos.
LiNN. Sp. pl.937. Chi. hau. 145. Roch Syn. I. 83. Sturm Dentschl.
Fl. II. 18. Reichenb. Ic. f. 41fi4. FI. dan. t. 316. Engl. bot. t. 924.
An der IVord- und Ostsecküste und auf den nahe belegenen Inseln
auf SandI)oden, selten (//«. IVordernei, wo die Pflanze sich fast ver-
liert— ; Mk. zwischen Travemünde und Doberan, am heiligen Damm bei
Rethwisch , an den Dänimcn ZAvischen Markgrafenheide und \'^^aine-
münde — ). '
AVurzel dick. Auslaufer treibend und vielköpfig. Stengel l'/j — 2' lioch, fingerdick,
von unten auf ästig, nebst den grossen, kohlartigen, dickaderigen Blättern hechtblau, weiss
bereift nnd oft lilafarlicn angebaucht, Blüten gross, weiss ins Okerfarbene spielend. Schöt-
chen auf 1" langen Stielchcn sitzend, 4'" lang, 3'" breit, fleischig, mit warzenförmiger
Narbe, dann hart und nussartig.
GJE WMRni.E CHJES,
ÖTCOnomischeS» Die jimyen Blätter sind ein sehr schmackhaftes
Gemüse.
36. RAPiiAiiviSTRdifE. BmmmNJBtmwiG.
TOIRNEF. Inst. 230. t. 11.5.
Schote lineal, perlschnurförmig, der Quere nach in Glieder
zerfallend; Glieder 1 -sämig. Geschl. Syst. XV. 2.
Ein- (A. 1.) oder zweijährige Kräuter, mit spindelförmiger Wurzel
und sperrig-ästigem Stengel. Lntere Blätter leierförmig oder liederlheilig.
Drüsen 4: eine rundliche zwischen den kürzern Staubgefässen und dem
Fruchtknoten, und eine längliche vor jedem Paar der längern.
t. R. segetnin. Gemeiner Meidenrettig (Hederich).
Schoten lang geschnäbelt, längsriefig; untere Blätter leierartig, oberste
länglieh, sägezähnig, nebst dem Stengel borstenhaarig.
Baimcart. Fl. transylv. IT. 280. Reichenb. Ic. f. 4172. Raphanus Ra-
72 CRIJCIFERAE. Rapistrum.
i.lianistiimi I.iAN. S|». pl. 953. Chi. hau. 144. lioc« Sjn. l. 84. Sciik.
Ihindl). II. T.188. Fl. dan. t.678. Engl. hol. l. 85(). IIayne Arziu-ig.-«-.
II. T. I.J.
Aul" AiKiTii, auf sandigem Roden, meist .schaarenweisc eingehüigert.
Mai lüs August. — Juli bis Septemher.
Sicngi'l 1 — l '/j' liucli, mit zcTstrciicfcn aliwärts goriditctr-n Rorstcn besetzt, meist liläii-
llrli IicroHt. Itliiten gross. Kelch ansclilicssenil , oft riillilieli gerändert, lUs toriU-rc und
liinli-re lielililil.ill s.nckloriiiig ei«eitert. Schoten 1 '/j" lang, «alzig, mischen den Glie-
dern stark msanimengcsehnürt, luihchaart, Schnabel pl'ricmenlormig. — Die ge«öhnlich blass
schrtcfelgclhcn , »ioletaderigcn Kronblättcr variiren mit weisser Grundi'arhc , nml lionimen
selten gelb mit duuklcrgelbcn Adern vor. Die Schoten sind jedoch selten in rruhcini Zu-
stande steifliaarig.
ÖJCOnoniiSCheS' Hin nicht zu verlihjcndt's Acherunhrnut ; jedoch
ein ijutes f'iehf'nttcr. Die Blüten dienen der liirnenzuchl , die Sfimcn kön-
nen als Senf benutzt werden und liefern auch ein reichliches Ol.
3V. RAPISTRIJ]?!. UAJPPSnOVUDMH,
BOERH. Hort. Ingd. bat. 40Ü.
Scliötcheu 2-gliedorig; Glieder l-.saruis: luiteres umgeliolirl-
kegelförmig, oberes fast kugelig, in den siehenbleilienden Griffel
zugespitzt. Samen an kurzen INalielschnüren befestigt. Geschl.
Syst. \V. 2.
Ein- (A. 2.) oder mehfjährigc (A. 1.) ästige Kräuter. Untere Blätter
flcderllieilig oder leierformig-gctheilt, obere fiederspaitig oder gezähnt.
Diüst" 4: eine z^viselun den kurzem Staubgefässen und dem Frucht-
tjiu>t<"ii, und eine grössere unter jedem Paar der längern.
1. R. pereiiiie. Mehrjähriger Jtapsdotter, GriflVI
Kcgeirormig, bürzer als das obere Schötclienglied ; untere Itlätlcr fieder-
tlieilig mit länglichen, eebig- zähnigen Zipfeln, obere seieht-liederspaltig
oder gezähnt.
All. Fl. pedeni. I. 258. Chi. han. 144. Roch Syn. I. 83. Reichenb.
le. f. 4170. Wvagrum pcrcnnc Linn. Sp. pl. 893. Jacq. Fl. austr. V.
t. 414.
Auf Äckern und in deren Fnigegend, auf sandhaltigem trockenem
Boden, im südöstlichen Thcile des Ge])iets, als Nordgrciize der Gesammt-
verbreitung, eingebürgert (P>-. Kölnic, Wanslebeii und von da durch das
ganze Thüringische, <^hiedlinburg, Ilalberstadt — ■; .in. SaudersleJ)en — ;
•Vc/ttw. beiBadra, Fraiikenhausen, Ilachelbich — ; //ii. Steigerthal). Juni
bis August. — August, Septeml>er.
Wurzel sjiindclig, lief eindringend. l nferer Theil der I'flanze zersirenet Iiorstig nud
die Blätter randhaarig, oberer kahl. Stengel 1 '/^ — 2' hoch, oben hin- und hergehogen
und ästig. Äste abstellend, meist cinseitwandig gebogen. l ntcrc Blätter lang, obere kurz
gestielt. Sehotchcn '.i'" lang, l'^'" dick, längsriefig, nnbehnart, ihre Stielchen länger als
das untere Schotchenglicd.
• Ä. R. mgomiiiii» üunzeliger Mappsilotter. GridVl
fadenförmig, länger als «las obere Schotchenglicd; untere Blätter Icier-
förinig mit sehr grossen» Endzi|)fel, obere buchlig- sägczähuig.
All. Fl. ped. I. 2-57. t. 78. Koch Sjn. 1. 83. Beichekb. Ic. f. 4168.
Mjagruin rugosum LiiViV. Sp. pl.8ü3.
'Auf Äckern, auf sandhaltigem trockenem Boden, im südlichen Thcile
des Gebiets, als Nordgrenze des Gesannntvoikiinimens, nur liospitirend
(Pr. Westerhausen, Eckhartsberge — ). Juni, Juli. — August.
Stengel schwächer und weniger steif als an A. 1. , mehr oder weniger steifliaarig. Sehot-
chcn nur halb so dick, ihre Stieichen kürzer als das untere Schölchcnglied.
Heliaiitlieniiini. CISTEAE. 73
Als verirrte Pflaiizenarl dieser Familie ist aufzuführen: Dililotaxis
tenuifolia De Caind. Schmalblättrige Rempe (3Ik. am Bauhofe Jiei
Warnemünde). Die natürliche Verbreitung in Deutscliland beginnt erst
im Rheingebiet bei Rees, Emmerich u. s. w.
ßemcrk. Die sorgfältige Untcrsiicliung der Keinilappenbildung, zunäcli^t angeregt diircli
ScukvMR's genaue Aliiiiiiliingcii, hat die pliysiologlsclie Kenntniss dieser Familie allerdings
gefordert, in ihrer Anwendung auf die Systematik ahcr hat sie zu naturwidrigen Zersplitte-
rungen und Verbindungen niehrlacher Art gefiihrt.
VII. CISXEAE.
DlNAL in De CaND. Prodr. I. 2^6 (Cistincae).
KelcbbläUer 5, bleibeml, die beiden äussern meistens kleiner,
zuweilen nicbt ausgebildet: die 3 inuei-n in der Knosj)enlage mit
dem reebten Rande gescbindelt und links gedrebet. Kronblät-
ter 5 (selten 3), in der Knospenlage recbts gedrebet, sebr bin-
fällig. Staubgefässe meist unbestimmt viele, unterständig. Frucht-
knote frei, 3-, 5-, am bäufigsten 1-fäcberig, mit 3 ode"r 5 wand-
ständigen Samenpolstern und unbestimmt vielen Eiern. Keim
in mebligem Eiweis spiralförmig oder gekrümmt (bei Ileliantbe-
muni), vom iXabel abge^vandt.
Untere Blätter stets gegen-, obere bald gegen- bald wecb-
selständig, mit IVebenblättern, wenn die JJlattstielbasis sebeiden-
artig ist, nebenblattlos.
17orkoninieii. Meistens dem Küstenklima angeliörig, vorzüglich auf
Sand-, Kies- und Kalkboden verbreitet.
Gehalt» Iteicit an viohlricchcndetn Harz (Ladunnm) , ausserdem
titlierisehes Öl, Gitmmi, Apf'elsäure intd adstrin(fitet»dc Stoffe.
1. HEIiIA]VTlI£]?iri?I. «OJVJTJEiVJlÖÄCJEfJSJr.
ToLiJNEF. Inst. 24:8. t. 263.
Keleb 5-blättr_ig: äussere 2 Biälter kleiner oder nicbt vor-
banden. Krone ö-blättriff. Staubgefässe zablreicb. Kapsel 3-
klappig. Samenander Mitte der Klappen. G. Syst. XIII. 1.
Einjährige Kräuter (A. 1.) oder geringe Sträuche (Art. 2. 3.). Blätter
eiiifacli, ganzrandig, mit sehr veränderlicher Ilaarliekleidung. Blüten in
Traul)en, die sieh alimälig gegen die gekrümmte Spitze hin entwickeln.
Kronen zart, Kronblätter in der Knospe knitterig zusammengelegt.
■]■ Stengel krautartig.
1. H. giittatiini. GeJlecTetes Sonnenröschen, Sten
gel aufrecht, Blätter 3-nervig, rauhhaarig, v^^lrzelständige umgckehrt-
eirnnd- länglich, Stengelblätter lanzettförmig, untere gegenstän<lig ohne
IXebenblätter, obere wcchselständig mit Nebenblättern; Fruchtstielchen
nebst dem Kelche vvagerccht ausgestreckt oder abwärts gerichtet, I^arbe
sitzend.
MiLL. Dict. n. 18. Chi. han. 185. Koch Sjn. 1. 85. Reichenb. Ic.
f. 4526. Cistus guttatus Linn. Sp. pl. 711. Schk. Handb. II. T. 143.
Engl. bot. t. 544.
Auf Sandi'cldcrn und sandigen Hügeln, im nördlichen Theile und am
süd-östlichen Saume des Gebiets, selten {Htt. Insel ISordernei ; Pr.
Teuchel unweit Wittenberg auf dem Hloderlischberge). Juni, Juli. —
August.
M'uriel dünn. Stengel schwach, 1' hoch, schlängelig, nchs't den cnlfcrnfstehenden 1 '/2 '
langen Blattern mit zerstreueten , einzelnen oder paarig auf Knötchen vereinigten , weissen
74 CISTEAE. Helianthemum.
Haaren LcscUt. Trauben entl- und blaltatlisclslantlig rispenarlig zusamniciigcsttlll, l.ahl uliiic
bald mit einigen Deckblättern. Kronblatter zart, bell citroncngclb , an der Uasis bliitiotli
gefleckt.
ff Stengel bolzig.
*«. H.Fiiiiiaiia. ^chtnalblättriges Sonnenröschen.
Stciif^el jiusgcl)icil(t , nicikrliegciid otlrr ansh'igciKl, iicix-iililnlllos, IJliit-
ter tliclit wecliselstämlig, scliinal liiiL-al, fciiistaclielspilzig, mit sehr lair-
zen zerstreiietcn BöistcliPii besetzt; Illütenstielclien einzeln seitenständig,
fruchttragend zurüchgekrüinint, Griffel dreimal so lang als der Frucht-
knoten.
Will. Dict. n. G. Koch Syn. I. SH. Reichend. Ic. f. 4531. Jacq. Fl.
austr. 111. t. 252.
Auf Triften, auf dürrem sandigem Boden und an magern RalKliiigeln
im südlichen Theile des Gelnets, als nördlichstes Yorhomnien in Deutsch-
land, selten (Pi-. Kölme, A'itzenhurg zwischen Auleben und Uothenhurg — ;
Schiv. Franhenhausen, Ilachclbich — ). Juni, Juli. — August.
Kleinstraucbig, mit starker, tief eindringender >Vnrzel , l.nrzcn , steiicn^ Stengeln und
zweireihigen Ästen. Blattei nadelartig, an den Spitzen der unfruchtbaren Äste fast dacb-
zicgelig anfeinanderllegend, 3 — 5'" lang, '/g'" breit, ohcrscits flacbrinnig, uoterseits comei.
Blüten gross, Kelche meistens rotbbraun, lironhlättcr mit vortretender kurzer Spitze, boeb-
gclb. Samen mehrfach grösser als die der folgenden Arten.
*3. H. viiieale. W^einbergs. Sonnenröschen. Stengel
liegend oder ansteigend, nebenhlattl'os, Blätter gegenständig, länglieh
oder oval, zerstreuethaarig, unserseits zugleich sternhaarig grau- oder
weisslilzig; Fruchtstielchen bogig abstehend mit aufwärts gerichteten Rei-
chen, Griffel fast so lang als der Fruchtknoten.
Pers. Syn. II. 77. IIeichenb. Ic. f. 4533. u. f. 4534 (II. canuni). H.
oclandicum y. tonientosum Koch Syn. I. 86. Cistus canus Jaco. Fl. austr.
111. t.277. Engl. bot. t. 396 (C. marifolius).
An dürren Uügeln und Kalkfcisen im südlichen Theile des Gebiets,
als nördlichstes Yorkonimcn in Deutschland, selten (Pr. Scheiplitz bei
Freiburg, Kölme—). Mai, Juni. — Juli.
Kleinstraucbig, mit -4 — 6" langen Stengeln. Blätter zwischen 3 und 6'" lang, '2 — 3'"
breit; die der obtrn, entfernter stehenden, Blattpaare sitzend, der untern kurz gestielt.
Blüten '/s kleiner als an A. 'J. Kronblätler kaum länger als der Kelch, bocligelb. Die
kahlblättrige Spielart (C. oclandicus IatSTS. Sp. pl. 741.) kommt im Gebiete nicht vor.
4. H. vulgare. Gemeines Sonnenröschen. Stengel
ansteigend, mit J> ebenblättern, Blätter gegenständig, länglich oder oval
mit unigerolltem Bande, zerstreuet behaart und uuterscits zugleich stern-
haarig-graufilzig; Fruchtstielchen gewunden-herabgebogen, Griffel fast
dreimal so lang als der Fruchtknoten.
Gärtx. Fruct. I. 371. t. 76. II. vulgare v. incanum Chi. hau. 186.
11 vulgare a. tomentosum Koch Syn. I. 87. Reichenb. Ic. f. 4547 (H.
vulg. «. discolor).
b. Iiirsiituiii. nas rauhhaarige. Blätter zerstreuet behaart, bei-
derseits grün.
II. vulgare u. v. hirsulum Chi. han. das. II. vulgare ß. hirsutum KocH
das. Reichenb. das. f. 4547 (II. vulg. ß. concolor) u. f. 4548 (II. obscu-
rum). Cistus Helianthemum Linn. Sp. pl. 744. Fl. dan. t. 101.
Auf Grasplätzen und Triften, an sonnigen Hügeln, Waldrändern und
Wegen, die Ilauptart nur im südlichen Theile des Gebiets, besonders
auf Kalk; die häufigere Spielart durch das ganze Gebiet verbreitet, mei-
stens auf trockenem sandigem Boden. Juni bis August. — August, Sep-
tember.
Kleinstraucbig, Stengel der Spielart bis l' lang und Bli.ller gcsliell, V, — 1 '»"g»
3 — 4'" breit, an der Ilauptart beide meistens um '/j kleiner. Beide Formen durch Mit-
Viola. TIOI.EAE. 75
tolstufen ^erbiinilen, deren Blallei bald l.eiilerseils, bald nur iiiiter«ai(s mit absleliendcu ein-
fachen Haaren besetzt sind, zu denen sieb bald nnr unten, bald aucb oben, angepresstc,
sternforinige Häreben einfinden , die unterseits mit zunebmender Anbäulung einen dichten
Filz bilden. Bluten gross, KronblUttcr fast doppelt so lang als der Kelch, hellgelb, mit
oder ohne dunklere Flechen an der Basis.
Till. VIOIi£Ai:.
De Caivd. Fl. fr..n<;. IV. 801 (Violarieae).
Kelcli 5-blatti-ig. Krone iinregelmässig oder imgleichföriiilg,
5 -blättrig. Staubgefässe^ 5 , aus dem Früchfboden oder am Räu-
de einer unterstäntligen Scbeibe entspringend; Beutel dem Stem-
pel dicbt anliegend und an der Spitze in einen trockenliäutigen
Ansatz verlängert, frei oder zusammenhängend. Fruehtknote
1- fächerig, mit 3 wandständigen Samen]>olstern. Keim im flei-
schigen Eiweiss aufrecht, mit dem AVürzelchen dem IVabel zu-
gewandt.— Ulätter einfach, mit iNebeiiblältern.
ITorkomiiieii« Einige den linmoscn, juulere den kies- und sandlial-
tigen Uoden liebend, wenige an Sumpf' und Tort' gebunden, die mehrsten
bodenvag und in den verschiedensten Örtlichlieiten und Meeresböhen vor-
konimend.
Gehalt» ^lls eiycnthümliche , Brechen errer/ende Basen, f'iolin und
Emcttn. ^iusserdem ätherisches Ol in den Blüten mehrerer, Fiirbestoffe,
Gummi, Harz, Zucker — .
1. VIOIiA. VmEZiCBJEW,
I.INN. Gen. n. 1007.
Kelch o-bjältrig, an der Basis^ mit Anhängselu. Krone un-
regelmässig 5 -blättrig, unteres KronblatI gespornt. Kapsel 3-
Klappig, vielsamig. Geschl. Syst. Y. 1. bei Li]>]>e XIX. (5.
Ein- (A. 10.) oder mebijabrige (Art. 1 — 9.), tbeils stengeltreibende,
theils bei sehr kurzem oder unterirdisehem Stengel anscheinend stengcl-
lose Kräuter. Blätter wcchselständig, gestielt. ]>ebenblätter last frei.
Blüten einzeln auf langen, blattwinkelstantligen, mit 2 Deckblättern verse-
henen Stielen oder nackten Schäften. — ■ Die blühende Sommerpllanze
durch beträchtlichere Höhe, Yielästigkeit und sehr viel grössere Blätter
von der blühenden Frühjalirspflanze abweicliend. Ausserdem die mehrsteu
Arten nach Standort und Individualität variirend: in der Bekleidung mit
Haar; in der Form der Blätter und der mehr oder minder ausgeJjildelcn
Anlage am Blattstiel herabzulaufen; in dem Längenverhältniss der IVebeu-
blätter zum Blattstiele und der Breite derselben, die Üliergänge von Jdatt-
artiger Form bis in gefranzte Borsten wahrnehmen lässt; im Längenverhält-
niss des Sporns zu den Kelchanhängseln um das Doppelte wie in der Dicke,
Bichtung und Farbe desselben ; in dem Grössenverhällniss der Krone
zum Kelche um das Dreifache und in der Kvoafärbung; wonach mehrere
der angenommenen Arten weitere Prüfung verlangen.
f Griffel tromj.etenförmig.
1. V. lialll^tl'is. ^untpf .Veilchen, Stengellos; Blätter
nierenrund -herzförmig, flachkerbig- gesägt, unbehaart. ]>ebenblätter ei-
rund-lanzettförmig, zugespitzt, entfernt drüsig -gszähnelt oder gauzran-
dig, frei ; Kelchblätter stumpf; Kapsel länglich mit schwach vortretender
S|>itze.
LiNN. Sp. pl. 1324. Chi. hau. 180. Koch Syn. I. 88. Sturm Deutschi.
El. U.U. Beichenb. Ic. f. 4491. Fl. dan. 1.83. Engl. bot. t. 444
76 TI01.EAE. Viola.
In Wii'si'u, "\%':il(liiiig('u und Heiden, auf sumpfigem Boden, sowoiil
auf liergeii i>is zur JBroclieiihölic , als in den Sandniederungen des tlaclien
Landes, Jiiiufig. April bis Juni. — Juni, Juli.
^Viiriel liiicohentl, lielfaserig, lilcr uiiil «la mit Scliiii.peii »orselicn. Blulensliclc 1—3"
Ijug. Krone hiasslila mit iliinlilcrii Atlcrii.
'H. V« Hliginosa. Morast- Veilchen. S(engellos; Blätter
eirund- oder länglicli-lierz förmig, spitz, llaelikerbig - gesägt, unbehaart,
Blattstiele flügelrandig; IVeJ)enblätter eirund-lanzettförmig, entfernt drü-
sig-gczälinelt oder ganzrandig, zur Hälfte mit dem Blattstiel verwachsen;
Kelchblätter stumpf; Kapsel länglicli mit vortretender S])itze.
ScHRADEK N. Journ. f. d. Bot. IV. 80. liocii Syn. I. 89. Reichenb.
PI. crit. I. t.52. f. 107. Tc. f. 4492.
In \%'iesen, auf Quellen führendem Sumpf- und 31oorl>oden, im süd-
lichsten Thcile des Gebiets, selten (Pr. Wielie, Halle: hinter Schkeuditz,
bei Zöschen und Zweymcn — ).
Wurzel weifkrieclicml, BliiJensticle 2 — 4" liucli , Bliilcn ül)cr dniipclt so gross als an
A. l. KronlilUtl er breit, schwach aiisgerauilcl, l.lasslila un<l zart liniirl, 3 untere sacld'ur
.„ig. Aarbe herzlörmig.
ff Griffel bal;ig.
3. V. liirta. Rauhhaariges Veilchen. Stengellos;
\^^irzelstoeh ohne horizontale Ausläufer; Blätter eirund- oder länglich-
herzförmig, tief gekerbt, nebst den Blattstielen behaart; ^Nebenblätter
eirund- lanzettförmig mit langgezogener Spitze, drüsig-gewimpert ; Keleh-
Jdätter stumpf; Fruchtstiele niederliegend. Kapseln kugelig undAveichhaarig.
LiNN. Sp. pl. 1824. Chi. hau. 180. Koch Syn. I. 89. Stirm Deutschi.
Fl. H.H. Reichenb. Ic. f. 4493. 2. Engl. bot. t. 894. IIavne Arzneigevv.
in. T. 1.
b. pai'vula. Das Kleine. Kleiner bis zui- Zwergform und stärker
behaart; Blätter meist spitz, Kronen gegen die Basis ungefärbt oder
heller und röthlieJur gefärbt.
Y. hirta v. parvula Reichenb. Ic. f. 4493. 3 — 5.
C. coHina. Bas hügelständige. Stärker behaart; Blätter tiefer
herzförmig, INebenblätter länger gevvimpert ; Blüten kleiner, etwas
wohlriechend, Kronblätter nicht ausgerandet.
'\. collina Bess. En. pl. volh. 10. Koch das. Reichenb. das. f. 4497
und im Sommerzustande f. 4493 (V. hirta v. umbricola).
An Hecken, in lichtem Gelmsch, an Waldrändern und grasigen Wald-
plätzen, auf humosem Boden, häufig; b. in Hügel- und Berggegenden,
auf magerem Boden; c. auf Kalkhügeln, sehr selten (nur Sclnv. Sonders-
liausen). A]»ril, Mai. — Juni, Juli.
Wnrzclstork dick, mcbrköpfig- ästig, mit seitlichen Angen , die sieh oft Im Sommer auf-
wärtsstrebend entwickeln. Blhtler mit ihren Stielen 1 '/j — 3" lang, im Sommer an schal-
ligen Orten häufig bis zu I' an Hohe zunehmend. Kronen, deren rundliche Blätter meist
etwas ansgerandet sind, trüb blasswolet, seltener lila, sehr selten weiss, geruchlos. Spielart
c. nähert sich im Habitus und der Blattform antTalleud der V. odorala und ist »ielleicht
eine Bastardbildung zwischen dieser nud V. hirta.
4* \'^. Odorata. Jttärz- Veilchen. Stengellos; Wurzelstock
mit liegenden Ausläufern; Blätter rundlich -herzförmig, tief gekerbt, nebst
den Blaltslieleu schwach flaumhaarig oder kahl; I>el)enblätter eirund-lan-
zettförmig, spitzig, drüsig-gewimpert, Kelchblätter stumpf; Fruchtstiele
niederliegend. Kapseln kugelig und weichhaarig.
LiNN. Sp. pl.l324. Chi. hau. 180. Koch Svn. 1.90. Stikm Deutsclil.
Fl. H.H. Reichenb. Ic. f. 4498. Fl. dan. t.W9. Engl. bot. t. 619. Havnk
Arzneigew. III. T. 2.
In Grasgärten, an Hecken, Rainen und in Feldgebüsehen, auf humo-
sem Boden, allgemein verbreitet. März, April. — Juni.
Viola. TIOI.EAE. 77
In allen wescnlllphen Theilen der Bildung mit A. 3. ülicreinkommend. Kronen, deren
terkehrfcirnnde Blällcr »oll abgerundet sind, tief liolcthlau, innen an der Basis weiss, selten
hellviolet, oft weiss, slarkrlechend. Tariirt mit langlicLern auch mit spitzen Blättern.
5. V. sylvestris. W^ald- Veilchen, Stengel aus stoek-
ständiger Blätteirosette hogig ansteigend; Blatter herzföimig kurz zuge-
spitzt, sägezähnig-gekerbt, olierwiirts zerstreuet behaart; Nebenblätter
lanzett-pfriemeniorniig, franzig -gewinipert, mehrfach kürzer als der Blatt-
stiel; Reichblätter spitz, Kapsel länglich, in die aufgesetzte Spitze yer-
schniälert.
Lam. Fl. franc. IT. 680. Koch Syn. I. 91. Reicheivb. PI. crit. I. t.91.
Ic. f. 4ij03. Y. canina a. sylvestris Chi. hau. 182.
b. Riviniaua. Das Rivinsche. Blätter rundlich -herzförmig; Blü-
ten grösser, meistens heller gefärbt und mit farbeloscm Sporn.
y. sylvestris ß. Riviniaua Koch das. A". Riviniaua Reichere. PI. crit.
I. t.9o. Ic. f. 450:2.
c. sepiuni. Bas saunständige. Schlanker, Blätter kleiner und
sparsamer behaart, Blatt- und Blütenstielc länger.
In schattigen Laub- und Nadelholzwaldungeu , auf lockerm humus-
reichem Boden, häufig; c. an Waldrändern und Feldgebüsch. April,
Mai. — Juni, Juli.
■\iclstengelige, astige, 4, 6 — 8" hohe, reieh beblätterte Büschel bildend. Stengel
schwach, oben leiclit hin und hergebogen. Blätter sehr regulär geschnitten, tief herzförmig,
zarllaubig, lebhaft grasgrün, untere absterbende rostroth. Blattstiele ungerandet. Kronen
helliiolet, selten weiss, Sporn lang, zusammengedrückt, farbig. Blätter von b. breilcr und
kürzer, fast nierenherzförmig, dunklergriin. Blüten grösser, Kronen blassschief erblan, Sj>orn
kürzer, dicker, ungefärbt, nuten gefurcht.
6. V. arenaria. Graues Veilchen» Stengel aus beblät-
terter Basis büschelig ansteigend, nebst den Blattstielen feinfilzig- zart-
haarig; Blätter rundlich -herzförmig, seicht gekerbt, zarthaarig oder kahl;
Nebenblätter eirund -lanzettförmig, langsägezähnig-gevvimpert, mehrfach
kürzer als der Blattstiel, Kelchblätter spitz; Kapsel länglich mit vortre-
tender Spitze.
De Cand. Fl. frane. V. 806. Tl. 617. Chi. hau. 181. nebst v. livida.
Koch Syn. I. 91. V. Ällionli Pio Dissert. 20. t. 1. f. 2. Reichenb. PI. crit.
I. t.72. Ic. f. 4500 (kleinere Form). PI. crit. I. t. 73. 4500 /i. livida (grössere
Form). 4499 ;'. rupcstris ScuM. (weniger behaarte grösserblütige Form).
In waldigen Berggegenden, auf sonnigem magerm und felsigem Boden,
im südlichen Gebietstheilc , nicht selten; im unbcwaldeten Flachlaude bis
jetzt nicht gefunden (f*i. Halle, Kölme, Nietleben, Bennstädt, Aschers-
leben, Steinholz bei Quedlinburg — ; Schw. Badra, Numburg, Fran-
kenhausen— ; Bv. Rübelaud — ; Hn. Duderstadt). Mai, Juni. — Juni,
Juli.
Zunächst mit V. sylvestris verwandt, deren kleinere selten über 2" hohe, bis in's Zwer-
gige gebende Form sie darstellt, und vielleicht nicht specifisch verschieden. Doch behält sie
auch in der Kultur, fast fusslang geworden, ihre dichte Pubescenz bei. Ganz unbehaarte
Eicmplare sah ich noch nicht.
'S. V. canina. Hunds 'Veilchen* Stengel aus liegender
blätterloser Basis ansteigend; Blätter länglich- herzförmig, stumpflich,
sägezähnig-gekerbt, oberhalb zerstreuet zarthaarig oder fast kahl ; Neben-
blätter länglich -lanzettförmig, entfernt vvimperig-sägezähnig, mehrfach
kürzer als der Blattstiel; Kelchblätter spitz; Kapsel länglich, gestutzt
mit aufgesetzter Spitze.
Lixis. Sp. pl. 1324. Chi. hau. 182. Koch Syn. I. 92. Reichekb. PI.
crit. I. t. 74. f. 153. Ic. f. 4501 (V. canina y. ericetorum; kleinere Form). Engl,
bot. t.620. Hayive Arzneigew. III. T.3.
b. coUina. Has kleine. Zwergig, oft fast stcngellos; Blätter herz-
78 VIOI^EAE. Viola.
m
förmig -eiriiiul, stuin]>f, kalil oder schwach zarthaarig; Blüten sehr lilcin
mit meistens gell>licliem Sporn.
V. canina v. collina und v. calcarea Clil. han. «las. Rkicuenb. PI.
crit. I. t. 74. f. 150. 152 (V. canina «. calcarea). f". 152. Ic. f. 4rj01 ci.
V. canina v. salmlosa (grossere Form). '\ . canina s. suhacanlis De Bön-
NiNGH. Fl. monast. 71. V. canina a. aeaulis Wimm. Fl. v. Schlcs. 44.
C. sabuletoruiii. nas sandständige. Stengel niederJiegentl, sper-
rigästig; Blatter etwas lederartig, eirund- dreiecliig mit gestutzter
schwach herzförmiger Basis, seicht sägezähnig, fast liahl; Kronhlätter
spitzlich.
V. canina v. ericctorum Chi. han. das.
d. luooruin. ßas hainständige, Stengel hogig ansteigend und
TCrlängert; Blätter oval -herzförmig, spitz, zarthaarig, seltener kahl ;
Blüten- und Blattstiele lang; Blüten grösser.
V. canina t)\ lucorum Beichenb. PI. crit. 1. f. 154. Ic. f. 4501. d.;
4501. V. montana (als grossblütigc Form).
An Hecken, Waldrändern und sonnigen Grasplätzen, auf trockenem
sandigem Boden, allgemein verbreitet; b. an dürren IValk- und Sand-
hügeln; c. im tiefen Sande der Nordseeinscln ; d. im Gebüsch und Ge-
hölz. April bis Juni. — Juni bis August.
Gewüliiiliehe mittlere Grösse 3 — 4", b. oft kaum 1", il. bis 1' Locli. Blatlsiibstanz
«licklicb, bis ins Lederartige (e.). Blattfarbc trübgrün. Kelrlianbängsel bald kürzer bald
Langer. Kronen trüb bimmelblau, Läii6g in blassviolet und lila übergebend, seltener dun-
kelblau, Sporn der Ijünge, Dicke und Biegung naeb veründcrlicli, liäiifig ungefärbt, g^l'^-
licb, grünlich. — Ist von V. laetea zu unterscheiden: durch meistens tief herzförmige Blätter
(au c. sieb verlierend), und kaum merklich, nie stark am Blattstiele herablaufende Blaltsub-
stanz; durch die bogige seitliche Begrenzung der Blätter (au b. u. c. weniger ausgedrückt);
durch stets schwache Ausbildung der Nebenblätter; kleinere Blüten und schmälere, iänglicb-
umgekehrteirunde Kronhlätter; durch stumpfere mehr abgerundete Ecken der Kapseln.
8. V. laetea. Itt:ilchtceisses Veilchen, Stengel anstei-
gend oder aufrecht; Blätter länglich-lanzettförmig aus eirunder oder herz-
förmiger Basis schwach am Stengel herablaufend, kerbig-sägezähnig, kahl,
späterhin zerstreuet zarthaarig; Nebenblätter schmal -lanzettförmig, ent-
fernt eingeschnitten -sägezähnig, mittlere mehrfach kürzer als der Blatt-
stiel, obere so lang als dieser; Kelchblätter spitz, Kapsel länglich, stumpf
mit kurz vortretender Spitze.
Sm. Fl. brit. 1.247. Engl. bot. t. 445. Chi. han. 183. Beiciienb. Ic.
f. 4507 (1. kleinblütige, 2. 3. grossblütigc Form). V. stagnlua KOCII SjU. I. 92.
Beichenb. das. f. 4507. 4 (schmalbläitrigc Form). V. Schultzil Koch das. (mit
aliweiehender Spornbildung).
b« striota. Bas steifstengelige, Stengel aufrecht; untere Blätter
herzförmig- eirund, obere eirund -lanzettförmig mit verschmälert zulau-
fender Spitze, schwach am Blattstiel herablaufend, mittlere Neben-
blätter halb so lang als der Blattstiel, obere so lang als dieser; Blüten
grösser, seltener klein.
V. stricta Kocii das. 93. IIoRi\EMAiVN in Fl. dan. t. 1812 (die Form mit
schmälern und längern Blättern). "V. ueuioralls KlJTZING in Llnuaca YII. 43.
nebst Abbildung (ein sehr üppig gewachsenes Exemplar). V. Buppil BeICHENB.
das. f. 4.505 (die Form mit breitern, kürzern Blättern, Fig. rechts vor, Fig. links nach
dem Durchschiessen des Stengels). V. moutana LiNN. Fl. SUCC. U. 787. Fl.
dan. t. 1329 (blaublühende Form).
c. pratensis. Hie iciesenständige. Stengel aufrecht; Blätter lan-
zettförmig, aus eirunder, seltener schwach herzförmiger, Basis stark,
oft keilförmig in den Blattstiel herablaufend, kahl, späterhin oft zer-
streuet zarthaarig; Nebenblätter länglich-lanzettförmig, mittlere so lang
als der Blattstiel, obere bis doppelt so lang; Blüten meistens grösser.
l/iola.
TIOI.EAE. 79
V. pratensis KocH das. 93. V. lactea v. pratensis Reiciienb. das.
f. 4507. 1». (kleine Form). V. pcrslcifolia ScuREB. llerl). Chi. han. das.
SCHK. Ilaiull.. III. T. 269 (grossere a.,sgcl,il.Iete Form).
d. elatior. nas hohe. Höher und diclistengeligcr. Blätter aus
eirunder oder lierz förmiger Basis sclnvaeh am Blattstiel herablaufend,
nel.st dem ohern Theile des Stengels kurz hehaart; Nehenbliitter breit,
länglich-lanzettförmig, an der Basis eingeschnitten, übrigens ganzrandig,
mittlere so lang als der Blattstiel, obere über doppelt länger; Blüten
grösser. ^.. ,t
V. elatior Fr. Nov. fl. suec. ed. II. 277. Roch das. 93. V. persiei-
folia T. pubcseens Chi. han. das V. persieifolia Beichenb. das. f. 4o08.
V. montana LiNN. Sp. pl. 1325 («ie die von LinNE citirte MoRISONscbe Besclirel-
biing «. Alil.ililnng Sect. V. l. 7. f. 7. unvcrlicnnbar erweisen).
Die Ilauptart und e. auf Waldwiesen, auf nassem oder feuchtem hu-
mushaltigem Boden; b. und d. an den Rändern benachbarter Gebüsche,
in diesen und in anstossenden Holzungen, stellenweise; d. weniger häutig
als die übrigen (Pr. Halle: grosse Wiese, Passendorf; Wittenberg, Mag-
deburg— wo am Biederitzerbusch, eben so wie im Hessischen bei Bö-
delsheim und Bockenheim, die Übergänge, auch die der Kronenfarbe in
gesättigt blau, vorhonimen — Achtern, Aschersleben, Hadmarsleben,
Stassfurt — ; ^ji. Bernburg, Gusten; ßr. Isenbüttel, am Drömling; Hn.
IVüxei am Unterharzc (hier auf Gypsboden), Erdfälle am Bömerstein,
Missburg unweit Hannover, Sclmac'henburg — ; Hb. Steinbeck — ; Lb. in
der Besenhorst bei Eseheburg — ; Mk. zwischen Mirow und Granzow).
Mai bis .luli. — Juli, August.
Die Lliihenile Frülijaluspflauzc '2 — 3", naeli <lcm Stengelclurcbscliicssen im Sommer blü-
bentl 1, im Gebiiseb l)is 1 '/i' '""■''• Kronen ans dem »lilcbweisscn bald mebr bald weniger
in bellhimmelblan zlebend, im Schatten bis in dunfcelblmmelblan übergebend , sjiäterblübendc
in der Re»el heller, oft rein weiss. Ansserdem sehr veränderlicb in der Blattsubstanz, die
zartlaubig bis fast lederarlig (d.) vorkommt; in der starkern Ausbildung der IVcbenbliitter um
das A'ier- bis Sechsfache; in der Grösse der Blüten, die an der Hauplart am kleinsten sind,
um das Doppelte; in der Grösse der Kelchblätter, in der Grösse, Richtung und Färbung des
Sporns. Ton \. canina zu unterscheiden: durch die seltener und nie so tief herzförmigen
Blätter und das breitere Herablanfen der Blattsubstanz am Stengel (nur an b. im Somnier-
znstande sich fast verlierend) ; durch die seitliche fast geradlinige Begrenzung der Blatiplatle
(an der Hanptart bisweilen in die bogige übergehend); durch meistens grössere Blüten, mehr
rundliche oder urogekehrtcirunde Kronblätter; und sLärker vortretende Ecken der Kapsel. —
Die Verwandtschaft mit V. canina ist indessen so gross, dass forlgesetzte Beobachtungen viel-
leicht dazu nöthigen werden, die schon von DÖLL , Rhein. Fl. 649, vollzogene Verbindung
beider anzuerkennen. — V. lancifolla TUORE schllcsst sieh, nach Ausweise der lange Jahre
Im hiesigen bot. Garten cultlvlrten ächten Pflanze, unmittelbar an die Hauptart, und ist un-
verkennbar die Sandbodenform von ihr, die bis jetzt Im Gebiet nicht gefunden wurde. Ande-
rerseits grenzt sie unmittelbar an unsere V. canina c. sabulctoruni.
9. V. lulrabili». Verschiedenhlütiges Veilchen»
Stengel aufrecht, einreihig -haarig. — Blattstiele am Riel behaart; Blätter
nicrenrund- herzförmig, seicht kerbig -gesägt, zerstreuet zarthaarig; Ne-
benblätter lanzettförmig, ganzrandig oder schwach gezähnelt; Kelchblätter
spitz, Stengelblüten kronlos und fruchtbar, wurzelständige mit Kronen
und unfruchtbar.
LiNN. Sp. pl. 1326. Chi. han. 181. RocH Syn. I. 94. Reiciienb. Ic.
f. 4504. Jaco. Fl. austr. I. 1. 19.
In schattigen Hainen und Wäldern, auf lockerm humosem Boden,
ziemlieh häufig. April bis Juni. — Juni, Juli.
Anfänglich vom Ansehen der V. odorata, späterbin stengeltreibend, 6 — 10" hoch, Stengel
und lange Blattstiele stark. Bläffer gross, obere Nebenblätter steif- wimperig, Kronen lila,
wohlriechend.
80 TIOIiEAE. Tiola.
fff Griffel kcnlciförmig, mit K r ii gf .i r m i gc r A'arbe.
lO. \* tpicolor. Ifreifarbige* Veilchen. Stengel auf-
reclit oder ansteigend, ästig, fast kahl; Itlätter groli gekerbt, untere lierz-
fonnig-oval, obere länglich oder iiiuglieh - lanzettförmig: I>ebenblätter
leierartig -fiederspaltig mit verlängertem, meist gel;erl)tem mittlem Ab-
sehnitt; Kronen meist länger als der Kelch.
V. tricolor ß. Linn. Sp. pl. 132G. Chi. han. 181. Koch Svn. I. 94 («.).
Sturm Deutschi. Fl. U.U. llEiciiE.Mi. Ic. f 4517 e. f. g. Fl. dan. t. 623.
Engl. bot. t. 1287. IIay.m: Arzneigew. 111. t. 5. — V. bicolor HoFFM. Fl.
germ. II. 170 (i-onn <lic Kronen fast cinfarl.ig l.lau sin.l).
b. spectabilis. Das ansehnliche» Höher und schlanker; Blätter
schmal -lanzettförmig mit keilförmig in den Blattstiel berablaufender
Basis; mittlerer Abschnitt der ^Nebenblätter ganzrandig; Kronen fast
doppelt so lang als der Kelch.
c. artensis* JDas ackerständige. Meist höher und schlanker;
Blätter der Ilauptart oder sciunäler und alsdann der mittlere Abschnitt
der Nebenblätter auch wohl ganzrandig; Kronen so lang als der Kelch
oder kürzer.
Y. tricolor «. Linn. das. Chi. hau. das. KocH das. (ß.). Reiche.\b.
das. f. a. b. e. d. Hav\e das. T. 4.
d. sabniosa. Das sandständige, ]>iedrig, zart mit meist liegen-
den fast fadenförmigen vielästigen Stengeln; Blätter bald mehr bald
weniger zarthaarig und gewimpert; Kronen so lang als der Kelch oder
länger, blass gefärbt.
Y. tricolor v. hispidula und v. procurrens Chi. han. das.
In lichten \^'äldern, auf Äckern und Brachen, auf kies- und sandhal-
tigem Boden auch in Heiden, häufig: die Hauptart vorzüglich auf kiesi-
gem oder steinigem feuchtem Gebirgsboden, und an den in das Flachland
führenden Gibirgsgcwässern; b. auf bumushaltigen "\Yiesen am Harze;
c. auf sandigem Lehmboden; d. im Sande der Heiden und der Küsten.
Mai bis August. — Juni bis October.
IVacli ol>eii gerichtete "i Kronlilätter von a. und b. .samiiielartig iliinkelblaii oder violet,
seitliche blass citronengelh , bisweilen mit blauem Fleck an der Spitze , unterstes goldgelb,
letztere 3 mit »ioleten Aderstrichen an der B.isis, seltener alle blau, noch seltener alle gelb.
Kronen \on c. am häufigsten wcisslichgelb und gelb, »on d. el>en so oder obere Kronblätter
blassblau. Sauimtlicbe Farbenverscbicdcnheitcn kommen bisweilen auf derselben 'Wurzel Tor.
Fortgesetzte l'nfcrsuchungen müssen entweder bisher übersehene, sichrere Charaktere man-
cher unter sich zu nahe verwandten Arten dieser Gattung ergeben, oder die descriptive Bo-
tanik wird sich zur Vereinigung mehrerer als Arten aufgeführten Formen bequemen müssen.
jpharmaceutisch- JIKedicinisches» Fon A. i. die Blüten
(Flores A'iolarum s. Yiolariae) und von A. 10. das tirant (Herba Jaceae
s. Yiolae tricoloris) officinell. f'nrwult. B e s t an d l h. f'iolin als ein
dem Emetin verwandter eif/enthiindielier bitler - seliarf'cr Stoff', ein feines
ätherisches Öl, und blauer e.xtraetiver Färbestoff' in den Kronbl altern.
Anwendung der letztem unter Specics, frisch zur Bereitunf/ des Sy-
riipus Violarum als Zusatz zu Tisanen m. s. w., des lirauts in Pulver-
form auch im Aufijuss bei Brustbeschwerden, auch als harntreibendes.
Brechen errcqendes und reiniffendes Itlittcl, namentlich in llantkrank-
heitin, über dessen ff'irhunff jedoch eben so luic darüber, welche der
von A.10. au f'fjc führten Spielarten die wirksamsten sind, noch nicht be-
seitiqte fVidersprüche vorkommen.
JOechniscJies» Die Kronblätter der Art. 4. auch 10. einen blauen
Reseda. RESEDACEAE. 81
Fürhextoff' Uef'evud, der als chemisches Rcui/ens und in der Zuckerbäckerei
unwendbar ist.
ÖJConotnisches. Art. 4. 9 und 10. Zierpflanzen der Gärten, wo
die letztere Art zahlreiche und schöne Farbenvarietäten bildet.
De Cand. Tlieor. 214.
Kelch 4— 6-tIieilig, ausdauernd. Kronblätter von der Zahl
der Kelchlheile, ungleichmässig mit meistens fingerig getheilter
Platte. Stauhgefässe 10—24, dem oben in eine Iloniffschuppe
endigenden Fruelitträger eingesetzt. Fruchtknote 1 -fächerig,
3 — 6- lappig, an der Spitze geöffnet, mit 3 — 6 wandständigen
fadlichen Samenpolstern. Samen fast ohne Eiweiss. Keim ge-
krümmt, das Würzelchen s,e^^cw den Nabel gerichtet.— BlätTer
Mcchselständig, ohne Nebenblätter, an deren Stelle meist 2
Drüsen.
Torkoninien. Dem l»all.lialtigen, auch dem kiesig-santligeii Boden hold.
Gehalt, Luteolin als schönes gelbes Pigment enthaltend, atisserdem
die gewöhnlichen Stoffe.
1. REJi^EDA. ITAU,
LiNN. Gen. n. 608.
Kronblätter verschiedentlich geschlitzt. Kapselartige, häu-
tige Becherfrucht. Geschl. Syst. XI. 3.
Ein- oder 2-jalirige (Art. 1.2.) Kräuter (selten Stauden), mit ganzen,
3- spaltigen oder liedertbeiligen Blättern, Blüten in endstäntligen Trauben
und deekhlättrigen Blütenstielchen.
1. R. lutea. Gelber J¥^au. Mittlere Blätter doppelt -fieder-
»lieilig, obere 3 -spaltig; Kelcb 6-tlieilig.
LiNN. Sp. pl. 645. Chi. hau. 177. Koch Syn. I. 97. Beichenb. Ic.
f. 4446. .Jacq. Fl. austr. IV. t. 353. Engl. bot. 321.
Auf Äcliern, Wiesen, Weiden und Wegen, auf troclienem kalkhalti-
gem oder sandigem Boden des süd- westlichen Gebietstheils, die nord-
östliche Grenze des Vorkommens in Deutschland in der Linie von Em-
merich am Bhein, Paderborn, Göttingen, Halberstadt, Schwerin, Trave-
münde erreichend, stellenweise. Juni bis August. — September.
Siengel weitschweifig und beiigig- ästig; 1 — 2' liocli. Blüten gestielt, Kronen hell
grüngelb. Früchte länglich, in 3 kurze Ecken ausgehend.
Ä. R. liUteola. Färber- W^au» Blätter lineal- lanzettför-
mig; Kelch 4-theilig.
LiNN. Sp. pl.643. Chi. han. 177. Koch S>n. I. 97. Schk. Handb. II.
T. 129. Beichenb. Ic. f. 4442. Fl. dan. t. 864. Engl. bot. t. 320.
Auf Weiden, an Ackerrändern, \^^egen und Schutt, auf trockenem
kalkhaltigem oder sandigem Boden, durch das ganze Gebiet hier und da,
doch immer wenigzählig. Juli, August. — September.
Stengel aufrecht, '2 — 3' hoch. Äste straff, ruthenförmig. Blüten fast sitzend, Kronen
klein, bleichgelh. Früchte eiförmig- rundlich, holperig, mit 4 zugespitzten , aufrechten und
4 einwärts gerichteten Zipfeln.
technische*» A.2. in allen Theilen, als dauerhaft gelbfürben-
der bitterer Extractivstoff', Luteolin (fVaugelb) enthaltend, welches mit
zur Bereitung des Schüttgelbs angewandt wird, und durch Zusätze man'
che Farbenveränderutigen liefert.
82 DROSERACEAE. DroserH.
ÖJeonOtntJfcheS» Das rieh l'risst dir Pflanze nicht. Die Samen
enthalten (nach S( IlLBLEK) 30 Pior. f'ettex Öl. (L'lfer den Anbau verf/l.
Metzger lan<l>virllisch. Pllaiizciil.iindc II. 991.)
IL. »ROISERACEAE.
De r.AND. Tlicor. in.
Kelch 5-l)lJi((rifi; oder ö-Jheiliff. Krone regolinässia^ ö-l>lä(-
(rie. Stauhgefasse 5 (10. 15. 20.), unterständig, frei; Beutel
endstäiulig. Fruelitknote frei, 1- (3-) fächerig:, uiit ^vandstäii-
digen Samenpolsfern. Keim gerade, mit dem \ynrzelchen zum
Nahel gcAvaiidl. — Blätter einfach , statt der ^NehenhläHer oft
Drüsen oder AYimpern an der breiten Basis des Blattstiels.
Torkoiiinien« Auf sonnig lielegcncn sumpfigen und toifigcu Gründen.
Gehalt, Flüchtifje .teharf'e Stoffe und eisenf/rüncnder Gerbestoff,
auch F ärbc Stoffe , freie Ajtf'elsilure , äpf'elsaures lüili und lialhsah.
1. DROSERA. SOJ^NmNVHA.U.
I>INN. Gen. .1. 391.
Kelch 0-theilig. Kronen 5-hlättrig. Stauhgefässe 5. Griffel
3 — 5, meist 2-snal(ig. Kapsel 1-fächerig, an der Spitze 3 — 5-
klappig. Gesciil. Syst. V.^3.
Zwei- oder mehrjährige, zarte Kräuter, mit langgcstielten , durch car-
minrothe Stieldrüsen geschmüehten, in der Knospe hogig abwärts ge-
linickten und nach Richtung des Hauptnervs gefalzten Blättern. Blüten
in einfachen oder am Grunde getheilten \^'ichelähren.
t. II. rotiiiidifolia. Humlhlättriger Sonnenthau,
Blätter kreisrund -spateiförmig, llaeliliegcnd ; Schaft aufrecht, dreimal so
laug als die Blätter; Narben ganz.
LiNN. Sp. pl.402. Chi. han. 178. Koch Sjn. T. 96. Schk. Handb. I.
T.87. IlEicHENK. Ic. f. 4522. Fl. dan. 1. 1028. Engl. bot. t. 868. Hayne
Arzneigew. III. T. 27.
In Wiesen, Heiden und Waldungen des Gebirges und der Ebene, auf
Sumpf- und Bruchboden, durch das ganze Gebiet, liäufig. Mai bis Juli. ^
Juli, August. •
Blätter in ausgelireitetcn Rosellen auf den SuiupTmooscn liegend, Blalt|il.ilte von 3 — 4"'
im Durchmesser. Blütenscliäfte 3 — 4" lioeli , Kronen «ie die der folgenden Arien weiss,
bei Sonnenseliein gegen Miltag sieli öffnend.
9. D. loiigifolia. Mtänglichhlättriger Sonnenthau,
Blätter unigeheluteirund- spateiförmig, aufrecht- abstehend ; Schaft bogig
ansteigend, etwas länger als die Blätter, Narben ausgekerbt.
LiNN. Sp. pl.403. Chi. han. 178. Schk. llandb. I. T.87. Engl. bot.
t.867. D. intermedia Drev. u. Uayne Abbild, deutsch. Gew. I. 18. T.3.
f. B. Kocii Syn. I. 98. Beichenb. Ic. f. 452-3.
In Wiesen, lleiden und Waldungen der niedrigem Berggegenden iind
der Ebenen, auf Torf- und Moorboden, durch «las ganze Gebiet, jedoch
weniger häufig als A. 1. Mai bis August. — Juli, August.
?»iedrigcr und selimächtiger als A. 1. Blallplatte 3 — 4'" lang, ly^—F/^'" breit.
Schafte nur seilen bis doppelt so lang als die Blatter. Blüten doppell so gross als an A. 1.
3. D. aiiglica. JLanghliittriger ISonnenthau. Blät-
ter lineal -spateiförmig aufrecht; Schaft aufrecht, do])pclt so lang als die
Blätter, Narben ganz oder lappig eingeschnitten.
HcDS. Fl. angl. 135. Chi. han. 179. Engl, bo
neigew. HI. T.29. D. longifolia IIayke in Schrad. Journ. 1800. I. 40.
HcDS. Fl. angl. 135. Chi. han. 179. Engl. bot. t. 869. Hayxe Arz-
gew. HI. T.29. D. longifolia IIayk " ' ~ *"
Koch Syn. I. 97. Reichenb. Ic. f. 4524.
Parnassia. DROSERA€EAE. 83
In «len grossem Mooren, «lurcli das ganze Gebiet; selten im östlichen
Tlicile (Pr. Lodeislebener Forst (T^'allroth); Mk. Penzlin auf den Buig-
wiescn, Malchin, Schwerin am Heidensee — ; Lb.; //u. Gannanoher Moor
l»ei Langenliagen, Ehrenhiirg im Uoyascbcn — ; /f&. Eppendorfer 31oor — ;
Hl.;); zlemlicli häufig im m estlichen Theile {Bv.; Ol. Striielihausen, Ol-
denhrok, Westerstede, Seggern, Loyer Moor, \"mdenloh — ; Pr. fV.
so hiiufig als Art. 1 u. 2.)- Juli, August. — August.
BcträclillicL liölier und anseLnlicLer als die Aif. 1.2. Blatlplattc 9 — l'i'" lang, •2 — 2'/;'"
breit. ScLaft bis 6" lang.
GM nJERBIjICllMS.
technisches» Alle 3 Art. liefern der Zucherhüeherei einen rnthen
und f/elbliche Farheslofj'e.
«. PAR^A$»SIA. miNBJLA.W,
LI^^'. Gen. n. 384.
Kelch 5 -blättrig. Krone 5 -blättrig. -5 strahljg gefraiisete
«Irüsenlragende Nebenkronblätter. Staubgefässe 5. IVarben 4.
Kapsel 1 -fächerig, au der Spitze 4-hlappig. G. Syst. V. 4.
Mehrjährige, unbehaarte Rräuter mit gestielten Wurzel- und sitzen-
den Stengelblättern, die in der Knospe einfach gefalzt liegen. Blüten-
stiele sebaftartig, 1 -blutig.
1. P. palustris. ^umpf.Minhlatt. Blätter herzförmig,
das stengelständige umfassend.
LiAN. Sp. pl. 391. Ghl. han. 179. Koch Svn. 98. Scuk. Handb. I.
T.86. Stirm Deutschi. Fl. H. 13. Engl. bot. "t. 82. Haine Arzneigew.
11. T. 42.
In AYiescn, auf feuchtem moorigem und torfigem Boden, besonders
gern wenn er eisenhaltig ist, häufig. Juli bis September. — September.
Kranblätter oval, dicklieb, milebweiss. Die IVebenlironblältcr berzformige , vertiefte,
1.3 — 1.1-strablige, gelbgrüne Schnpjien ; Strablen mit kopffürmiger Drüse verseben. Die
mittlere der Basis, die übrigen dem Rande der .Scbtippe eingesetzt, die untern allmälig
kleiner und stärker einwärts gebogen.
XI. POIi¥€;AIi£AX:.
MIljCHBljWTMJEWAnrMGJE PVIjA.NXmj¥.
Jrss. Annal. d. Mus. 1LI\ . 386.
Kelch 5 -blättrig, die beiden seitlichen Blätter grösser unjd
oft kronartig. Krone unregelmässig, Kronblätter 3 oder 5,
unter sich sowohl als mit den Staubfäden zu einer im Piücken
aufgeschlilzlen Röhre verwachsen (selten frei). Staubgefässe
8 (selten 4 oder 3), unterständig, oben frei und oft in 2 gleiche
Bündel vereinigt; Beutel 8, l-fächerig, an der innern Seite
von der Spitze her vermittelst^ einer spaltigen Öffnung aufrei-
sscnd. Fruchtknote 2-fäeherig, die Seheidewand den Klap-
Sen entgegengesetzt. Samen hängend mit starkem iXabelwulsl;
?eim gerade, dasWürzelchen zum i\abel(naeh oben) gewandt. —
Blätter einfach. Keine Nebenblätter.
Torkonimen« Meistens bodenvag, wobei einige Vorliebe für Kall;
zeigen, im Gebirge wie in den Ebenen verlireitet.
Gehalt» Ausffezeichnet durch Bitterstoffe, zum Tlieil in vorwalten-
der Mentfe. Nebenbei in meJirern eifjenthiimliche Stoffe: Polyffnlsäure
(Polytfulin, Senegin) und Ki-amer säure; in den ff'urzeln der Polyf/(da-
arten ansserdein Fiirbestoffe, fettes und ätherisches Öl, Harz, Gummi,
Antheile mehrerer nllfjemeiner im Pflanzenreiche verbreiteter Säuren u.s.w.
84 POIiYGALEAE. Polygala.
1. POIiYCiAIiA. MKIiCMEBZiUMK.
iATiV. Gen. II. 8.')1.
KelchliläUcr 5, ausdauernd, 2 seilliclie grö.sscre flügelföiniig.
Kroiihlättcr 3 — (5) /u einer 2-llppigen Uidne yeiwaehsen :
obere Lippe 2- zipfelig, untere mit lingerig g«'tlieiltem Sauui.
Kapsel zusaramengeijrüekt, 2- fächerig. " Samen in jedem Fach
einzeln, mit 3-laj)pigem \Vulst. G. Syst. XVII. 2.
Mehrjährige, an der Basis holzige Kräuter (Art. 1 — 8.) oder Sträuche,
mit wcchselständigen, gaiizraiidigeii IMättern. Blüten in endständigen,
einfachen Traul»en (selten einzeln in den Bladwinkeln).
1. P. COinoSia. Schopfige JOLilchblume, Blätter lineal-
lanzettförmig, untere kleiner, elliptisch -spatelformig, vordere Deckhlät-
ter lanzett-pfriemenförmig, länger als das Blütenstielehen und üher die
Blutenknospen der Trauhenspitze schopiförmig hervorragend; Kclchllügel
kürzer als die Krone.
ScHK.Ilandh. 11.324. T. 194. Fl. d.Königr.lIann. III. Sign. 13. Taf. 5.
Chi. hau. 174. Koch Sjn. l. 99. IIayne Arzneigew. XIIT. T. 2-5. F. A.
Aufwiesen und V^^eiden, an grasreichen Baineu, ZAvischen Gehüsch
und in lichten Gehölzen, auf trockenem kalkhaltigem oder mergeligem
Boden, in der südlichen Hälfte des Gehiets his zur Linie von Osnahrück,
Hannover, Braunschweig, häufig; in der nördlichen Hälfte selten, wenn
nicht überhaupt die rothblühende P. vulgaris dafür angesehen ist (Hb.
um Beinbeck (Sickmann). ///. (Nolte)). Mai bis Juli. — Juni bis August.
Stengel zn 6 — 8—10 von Kolilgcr spindeliger Wurzel , .ii.freol.t ansteigend, ^/t—V
hoeh. Tranben lang, diehtliliitig, in eine duieli die vordem, über die Endlinospen hervor-
ragenden, bald abfallenden Deckblätter gebildete, Spitze auslaufend. Kelehaiigel rund-
lich - elliptisch , nebst den blassern Kronen hellpurpurfarben. — Aariirt mit schmälern,
länglich -elliptischen Kelchflügeln (P. com. v. stenoptera Fl. d. K. Hanu. das. P. eomosa
Reichend. PI. crit. I. f. 54 — •'16), ferner mit blauen Blüten, selten mit weissen Blüten. —
Die untern Blälter kommen an dieser, wie an den übrigen Arten nicht seifen mehr oder
weniger gegenständig vor.
?8. P. Yiilgaris« Gemeine Milchhlume, Blätter lanzett-
förmig, untere kleiner, lanzelt- spateiförmig oder spatelformig, vordere
Deckblätter eirund -lanzettförmig, kürzer als das Blütenstielehen, unter-
halb der Blütenknospen der Traubenspitze zurückbleibend; Kelchflügel
kürzer als die Krone.
LiNN. Sp. pl. 986. Fl. d. K. llann. III. Sign. 16. Taf. 6. Chi. han.
175. Kocu Sjn. 1. 99. Beichenr. PI. crit. I. f. 52. 53. Engl. bot. t. 76.
Hayne Arzneigew. XIII. T. 23. F. 1.3. 4. 5.
b. deciiiiens. I>te trügerische» IViedriger; Stengel gehäuft, obere
Blätter aufrecht und schmal, unterste rosettenartig, umgekehrteirund-
spatelförmig.
P. vulgaris v. decipiens Fl. d. K. Ilann. das. Chi. han. das. (mit Aus-
schluss der Reichenb. sehen Cit.ite). Fl. dau. t. 1169 (P. amara).
o* depressH. Hie niederliegende. Kleiner und zarter; Stengel
liegend, fadenförmig und ästig, Trauben wenigblütig.
P. vulgaris V. depressa Fries J\ov. Mant. II. 41. P. vulgaris v. tenclla
Fl. d. K. Hann. das. Chi. han. das. P. depressa Wender. Schrift, d.
Ges. z. Bef. d. Naturw. II. 239. Taf. 1. Kocii Syn. das. P. serpyllaeea
Weihe Heg. J>ot. Zeit. IX. 2. 745. Havne Arzneigew. XIII. T. 24. f. 4.
Wie die vorstehende, aber auch auf lehmigem sandigem Boden und
Heiden durch das ganze Gebiet, häufig. Die Spielarten b. auf nassen
oder überschwemmt gewesenen Stellen, c. auf sumpfigem Boden in Hü-
gclgegenden und Heiden. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel tu 3 — ^ — 6 aus liegender Basis ansteigend, '/.^ — '■^j^' hoch. Trauben locker-
Polygala. POL.YGAK.EAE. 85
Llütig, mit sliimpfcr, stliopfloscr Spitze. Kelchflügcl elliptisch, violct-kociibltiiueiibla«,
Kronen hellblau. — Variirt mit schmälern, läuglich - heilförmigen Kelchflügeln (P. viilg. >.
stenoptera Fl. «1. K. Hann. das. P. oiyptcra ß. pratensis ReiCIIENB. das. f. 47 — 49);
mit untern gedrängt stehenden, ausgebreiteten Blättern, «eiche 3 — 4 Mal so breit als die
obern aufrecht- anliegenden Blätter sind, und leicht zur Verwechselung dieser Art mit der
folgenden verleiten künncn (Spielart h.), mit fadigen »ielbengigen Stengeln, kleinem heilern
Kronen und kleinem oft zum Theil gegenständigen Blättern (Spielart c. wozu allerdings VaiLL.
bot. par. t. XXXII. f. 3., wenn auch nicht als sehr charakteristische Abbildung, gehört),
ferner mit hellpurpurfarbencn Kronen, und mit weissen Kronen.
3. P. aiiiara. Bittere JULilchblume* BUMcr spniA -lan-
zettförmig;, unterste rosettcnartig grösser, spatcUörmig, oder umgokclirt-
cirund-spatelförmig; vordere Decl.hliitter eirund - lanzettförmig, von der
Länge des Bliitenstielchens^ Reichflügel so lang als die Krone, schmale
Kelclihlätter nach dem Verblühen abstehend.
LiNN. Sp. pl.987. Fl. d. K. Hann. III. Sign. 18. Taf. 7. Chi. hau. 176.
Reicuenb. PI. crit. I. f. 43. 44. (P. amarella). Jaco. Fl. austr. V. t. 413.
Hayne ArzneigcAv. XIII. T. 22. F. 3.
Aufwiesen und in lichten Hainen, waldigen Hügel- und Berggegen-
den, besonders auf magerm kalkhaltigem Boden, im südlichen Gebiels-
theil ziemlich häufig, die IVordgrenze der Hauptverbreitung in Deutsch-
land in der Linie von Osnabrück, Göttingen, Harz, INcuhaldensleben er-
reichend (dann, wenn nicht die Angaben von Langmann und Sickmann,
wie den Umständen nach wahrscheinlich ist, auf einer Verwechselung mit
Formen der P. vulgaris beruhen, noch ein Mal bei Mirow in 31k. und
bei Hb. vorkommend). Mai bis August. — Juni bis September.
Stengel zn '2 — 4 auch uiehrern auf einer Wurzel vereinigt, 4 — 6" hoch, miHlere auf-
recht, äussere aus liegender Basis ansteigend. Trauben vielbliitig. Blüten doppelt kleiner
als an Art. l.'i., Kclchflügel umgekehrteirund - elliptisch , ultramarin oder smalteblau. —
Variirt mit etwas grössern Blüten und breiten Kclcliflügeln (P. ambljptcra a. REICHEND.
Fl. excurs. p. 3ll. P. bujifolia PI. crit. I. f. 50 nach Kocil's Versicherung, die Abbil-
dung spricht mehr für meine P. vulgaris v. dccipiens, und diese fand ich auch früher als
P. busifolia in ReiCHENBACH's mir zur Ansicht mitgclheilter Sammlung), mit scfimolern
Kelchflügeln und meistens kleinem hellem Blüten (P. amara v. stenoptera Fl. d. K. Hann.
das. P. austriaca REICHEND. d.is. f. 39. HatTNE das. T. 22. F. 1.) und zugleich mit
etwas schmäler gegen die Basis zulaufender Kapsel (P. uliginosa REICHEND, das. f. 40. 41.
Hayne das. F. 2.); ausserdem mit fleischfarbenen Blüten, mit weiss und hellblau schecki-
gen , selten mit weissen Blüten.
Phamiaceutisch-Meilicinisches* A. 3. officinell (llerba
cum radice P. amarae). f'orwalt. Bestandth. bitterer Extractivstoff,
der in reiehliclister 3ten(je in der auf trockenem Berrj - oder Hüqelboden
qewach.'ienen Hauptart enthalten ist, während die von feuchtem ßViesen
bodcn gesammelte Pflanze in verschiedenen Graden weniger bitter ist.
Anwendung in Substanz, in Pulverform, als Latwerge oder in Ab-
kochnnq , als reizendes , zusammenziehendes und stärkendes Brustmittel.
ÖlCOnomiSCheS» SämmtUche Arten ein nahrhaftes Viehfutter.
KXiMBNmMäKm]VA.UVKGM PVIiA-N^mN.
De CanD. Prodr. I. 351.
Kelch durch Verwachsung 1 -blättrig, au der Spitze ö- (sel-
ten 4-) zähnig. ..Kronblätter 5 (4), mit den Kelehzähnen ab-
«echsolnd, am Übergange der Platle in INägel von der Länge
des Kelchs oft mit einer Nebenkrone (Schlundschuppen) ver-
86 SILENEAE. Dianthus.
scIicMi, nebst den Stauligcfässen einem mehr otler minder deiif-
liclien Fnielitträger cin'geselzl. SJanhgefasse doppell so viele
als Kronidälter, seilen ehen so viele öder weniger. FrneliJ-
linote frei, l-fäelierig, vom Grunde bis gegen die Mitte 2—5-
taelicrig, oder nur an der Basis schnaehfäeherig, vieleiiff,
mit mittelständigem, oben freiem Samenpolster. GrilVel 2 — 5,
getrennt. Samen mit mehligem Eiweiss. Keim peripherisch,
selten rückenständig und fast gerade , das^ AVürzelchen zum
^"abel gewandt. — JJlaller gegenständig. Keine Nebenblätter.
Vorkommen. Maiulic Ixult-nvag, d.ivon iiidircre mit Vorlit-ljc für
Kall;, «'inigf mit Vorliege für Kies, wciii";c l.allisti-t.
Gehalt. Mit Au.iuahme des Seif'en.ttoff's (Stipouin) vorzüiflieh in den
ff'inzcln einiijer enthalten, ohne eiyenthümliche Stoffe, ohne heilsame
Kräfte und ohne ff^ohlffesehmnch.
1. DIA^THUSÜ. WJEIjKXI.
l.INN. Gen. n. "iO'l.
Kelch röhrigj ö-zähnig, an der Basis mit geschindelten Deck-
blättern. Kronblätler 5, am Schlünde in lincale iVägel zusam-
mengezogen und ohne Schuppen. Staubgefässe 10. Grill'c) 2.
Kapsel 1- fächerig mit 4 Zähnen aufspringend. Samen schild-
förmig, plan-convcx. Gesehl. Syst. X.2.
Zwei- (Art. 1. 4.) oder melirjähi-ige (Art. 2. 3. 5. 6.) Kräuter, seltener
Standen, mit ungetlieilten, meist linealen, grasälmlielien, seltener lan-
zetttormig<'n oder länglichen lUättern. Blüten endständig, einzeln, dol-
deutraubig oder in Büschel zusammengedrängt.
•_■- Bliitcn z u s a 111 in 0 n gc dl ii 11 g t.
1. D. Arineria. Mauhe JVelTee» Blüten in Büscheln, Kelch-
deckblätter lanzett-pfriemenlörmig, brautig, ungefähr so lang als die
Röhre; Blätter lineal , gegen die stum]»fliche Spitze verschmälert.
LiNN. Sp. pl. 586. Chi. bau. 187. Koch Svn. I. 103. Schk. llandb.
I. T. 121. Sturm Deutschi. Fl. H. 28. Beicuenb. Te. i.mil. Fl. dan.
t.230. Engl. bot. t. 317.
An sonnigen Hügeln, zwischen Feldgebüsch, an Ilecben und in lieb-
ten Hainen, auf magerm lehmig -sandigem oder l.alkigem Boden, stellen-
weise durch das ganze Gebiet. Juni bis August. — August, September.
Stengel 1 — 1 '/i' ''"cl' . st<-i''. gal'clästig, nel.st den Blattern und Kelrlitliellen selnvaeli
raiililiaarig. BlattscLeideu kaum so lang als das Blatt lirrit ist. Hronblall|>latte klein,
länglicli, seieilt gezUhnelt, 1)lassjiHr|iiirfarben , dunkler punclirl. V'uriiit mit uulieliaaricr ct«as
scharfer Olierfläebe.
H» D. Cartliiii^iaiioriini. Carthiiuser Nellee» Blüten
in g(!drängten Köpfen, Kelchdeebhlätter später lederartig, umgcbehrt-
eirund mit pfriemlieher, die halbe Kcicblänge überragender Granne ; Blät-
ter lineal, verschmälert zugespitzt, Blattscheiden viermal so lang als das
Blatt breit.
LiNN. Sp. pl.586. Chi. bau. 187. Koch Svn. T. 103. Sturm Deutscht.
Fl. H. 27. Reichenb. Ic. f. 5019. IFI. dan. t.' 1()94.
Auf Triften, Wiesen, an Feldrainen und Gebirgsblippen , auf magerm
lehmig -sandigem Boden, stellenweise durch das Gebiet. Juni bis Au-
gust. — August, September.
Stengel 1 — 'i'/j' lioeli, steif, kahl, seilen et«as h ig. Kelehe, Kelehdeek- und
Ilüllbl.ntler späterhin troekenhaiilig und kastanienbraun. Krunblaltplalle nindlieh - iinige-
kehrleirund, kerhig gezackt , luiriiurn , mit dnnhierir Zeichnung am Grunde. >ariirl mil
grossem und kleinem, heller und dunkler gefurlilcn Kronen.
':<. D. IPiegUierli. !§effUier*« JVeiJee. Blüten meist gezweiel
Biantliiis. SIIiENEAE. 87
oder einzeln, Relchdeekhlätter oval, selimal lanzettförmig begrannt,
kürzer als der halbe Keleb, Kronblattplatten tief und scharf geziilint;
Blätter lineal- lanzettförmig, zugespitzt, lüattscheiden so lang als d;.s
Blatt breit.
ViLL. Ilist. d. pl. d. Dauph. ITI. 594. Reichenb. PI. crit. VI. f. 740.
le. f. 5023. D. Seguierii ß. sylvaticus Roch Syn. I. 104. D. sylvaticus
Hoppe in Stirm Deutschi. F1."^II. 28.
An grasigen, waldigen Hügeln, im süd- östlichsten Theile des Ge-
biets, als IXordgrenze der Gesammtverbreitung (An. Dessau? Lingenau,
Qualendorf—). Juni, .Tuli. — August.
Stengel ausUigcnd, ^/^ — 1 '// Loch, ncl.st den Blaltern glatt, hellgrün, meist bläulich
angcUufen. Kelchzaline und neclihlSHer au den Splfjen mehr oder weniger roth gefarht.
Ki'onhlatter gross, hcllkarraiuroth , dunkler punctirt und meist mit einer dunklem Zackenlinie
über der Basis der Platte. Variirt gelten mit mehrern, büschelig gehäuften Blülen.
■'-■y Blüten doidentraubig oder einieln.
4. It. MiperbllS. Pracht- NelTce. Stengel doidentraubig,
Blüten einzeln, Kelchdechhliitter oval, lanzettförmig zugespitzt, ein Dril-
theil bis halb so lang als der Kelch, Kronblattplatten doppeltfiederthei-
lig-geschlitzt; Blätter lincal -lanzettförmig, zugespitzt.
Lina-. Sp. pl. 589. Chi. hau. 189. Rocu Svn. I. 107. Reichenb. Ic.
f. 5032. Iaco. Observ. I. t. 25. Fl. dau. t. 578.
Auf feuchten Wiesen und an bruchigen Stellen, auf hinmishaltigem
Boden, im südlichen und im nördlichsten Theile des Gebiets, häufig.
Juli, August. — September.
Stengel 1 — "2' hoch, nebst den Blättern hellgrün Blülen gross, schwach wohlriechcud,
Kronen ileisehfarbcn in lila spielend, an der Basis der Platte mit purpurnen Härchen besetzt.
5. II. deltoides. Meiae-WelTee, Stengel doidentraubig,
Blüten einzeln, Relchdecliblätter zu ZMei, oval, pfriemenförmig zuge-
spitzt, halb so lang als der Reich, Rronblattplatten gezähnelt, Blätter
lineal - lanzettförmig.
Lii\N. Sp. pl. .588. Chi. han. 188. Roch Syn. I. 105. Reichenb. Tc.
f. 5040. Fl. dan. t. 577. Engl. bot. t.61.
Auf grasigen Hügeln, Wiesen und Triften, an Waldrilndern und im
Gebüsch, auf humos - sandigem und sandigem Boden, häufig. Juni bis
August. — September.
Stengel ansteigend, schlaff, in geringer Zahl vereinigt oder kleine, lockeie Rasen bil-
dend, flaumig -scharf. Blätter kurz, fein gesägt, grasgrün. Kronen karminrolh mit weiss-
lichen Flecken und einer purpurnen Zackenlinie an der Basis der Platten. — Vaiiirt mit
graugrünen Blättern und weissen oder blassrofhen Kronen unter Beibehaltung der dunkcl-
rotben Zackenlinie (D. glaucus lASS . Sp. pl. .588. REICHENB. Ic. f. .5041.)-
'«. D. caei^ius. Graugrüne NelTee. Stengel dichtbüsche-
lig, meist 1 -blutig. Relchdechbiätter oval -rundlich mit kurzen Stachel-
>itzen, ein Drittheil so lang als der Reich, Rronblattplatten gezähnt;
ätter lineal, stumpflich, graugrün.
S.M. in Transact. of Linn. Soc. IT. 302. Chi. han. 188. Roch Syn. I.
106. Sturm Deutschi. Fl. H. 34. Reichenb. Ic. f. 5044. Engl. bot. t. 62.
b. pluniarioides* Bie Jedernelkenartige» Rronblattplatten bis
gegen die Mitte gezahnt -geschlitzt.
D. caesius v. incisus Reichenb. das. f. 5044. D. plumarius Ehrh.
Beitr. VII. 13.
An nackten, sonnigen Felsen, im südlichen Theile des Gebiets, selten
(Svhw.; Hs. am Uirschsteine im Habichtswaldc bei Cassel — am Schar-
fenstein — am Hohenstein bei Oldeiidorf — ; Pi: an der Rosstrappe — ;
/»)•./?'. Bielefeld?). Juni bis August. — September.
Stengel in flachen, oedrungeneu, kriechenden Rasen, ."i — 6" hoch, aufrecht, steif und
spitze
Blatte
88 SIIiENEAE. Hohlrauschia.
lialil. Ohcrc Bläller selir kurz, das oliersle P.iar aiioli wobl fchlcml. Kelch und dir, zu
4 stellenden , Kclclideckblattcr lucist rolh angelaufen, Krone gesiilligt rosenrolli oline iteieli-
nung, luil purpurnen gegen den Schlund sich >erniehrenden ilarrhcn besetzt.
GM n^MRBZICHMS.
ÖleonomiSCheS» SümmtUche Arten, vorziii/lirh aber A. 4., eifj-
nen sich zu Zierpflanzen.
Ä. KOHIiRAIISCHIA. KOIIMjMtAilSCMIW:.
KlNTH ri. her. I. 108.
Durch IIüll])lättor kopfförinig vereinigic Blüleii. Kt'k'h 5-
zähnig, von 2 DeckbläMeni eingeschlossen. Kronhlätler 5, all-
mälig'^in den Nagel iihergelieiul iintl ohne SchUnulschiij)pen.
Staiihgefasse 10. Grifl'cl 2. Kapsel l-fächerig, mit 4 Zähnen auf-
springend, Samen halbhirncnförmig convex-concav. Geschl.
Syst. X. 2.
Einjäliiige Kräuter, mit ungcllieilli-ii, ganzrandigcii, lincaleii Blättern.
Blüten in endständige Itiisehel zusannnengedrängt.
1» M.. iirolifera. Sprossende Kohlrauschie» IIüll-
und lielclideckhlätter durebseheinend-liäutig und rauseliend; Blätter schmal
lineal, zugespitzt, unterste lineal-spatellormig.
KuiNTK Fl. berol. 1. 109. Beicherb. Ic. f. 5009. DiantLus prolifer Linn.
Sp.pl.. 5S7. Chi. Lan. 188. Rocii Svn. 1. 102. Fl. dan. t. -^il. Engl,
bot. t. 956.
Au sonnigen Hügeln, auf Triften und in Hainen, auf sandigem Boden,
in Heiden und auf Felsgestein, stellenweise durch das ganze Gebiet.
Juni bis August. — September.
Stengel 4" his l'/j'hoch, schwach, kahl. Iliillhlätter elliptisch, die beiden äussersten
sehr viel kleiner und stachclspitzig, Kelchdeckhlätter länger als der Kelch, säiumtlich stroh-
farben. Kronen klein, nur bei Sonnenschein ausgehreitet, roscnroth und »ohlricchcud.
Samen sehr zart gekürnclt.
3. CiYPSOPHIIiA. GYJPSKn^VT.
I>IMV. Gen. n. ."j63.
Kelch 5-zähniff oder 5-spaltig, ohne DcckhläHer. Kronhlälter
5, in einen keilförmigen Aagel verschmälert. Slauhgefässe 10.
Griffel 2. Kapsel l-fächerig, 4— 5 -zähnig aufspringend. Samen
niercnförmig - kugelig.
Mehrjährige (Art. 1.2. ), seltener 1 -jährige (A. 1.) Kräuter mit eingc-
theilten, ganzrandigen Blättern und -vviederholt-gabcltheiligem, rispigem
oder doldentraubigem Blütenstande. Blüten zaiilreich, klein, mit am
Bande häutig -durchscheincndeu Kelehzipl'eln.
I. C fastigiata. Mhensträussiges Gypsicraut» Sten-
gel ansteigend- aufrecht, oben eine gedrängle, drüsig -zarthaarige Dol-
dentraube tragend, Kelche glockig, Kronblätter gerundet. Kürzer als die
Stiiubgefässe.
LiNN. Sp. pl.582. Chi. han. 190. Koch Sjn. I. 101. Beichemj. Ic.
f. 5002. Bupp Fl. Jen. t. 1. f 2.
Auf Gyps- und Kalkhügeln im südlichen Theile des Gebiets , als Nord-
westgrenze der Verbreitung in Deutschland, selten {Schw. Franhenhau-
sen: Kaihberg und Felsen hinter dem Galgcnhcrge, Badra — ; Pr. Au-
leben—; Hn. Alte Stollberg bei Steigerlhal, Steinberg bei Buchholz,
l'ctersdorf — ; Br. Walhenried). Juni bis August. — September.
Wurzel in starke holzige Kopfe ausgehend. Stengel 1—2' hoch. Bluten klein, «ciss
oder blass roscnroth angelaufen. KronblKKer 1'/./" lang. Kapsel fast kugelig.
* ». fjJ. repeii«. Xdiegende« GypsTeraut, Stengel aus He-
Saponaria. SII.EWEAE. 89
gendei- Basis anficclit, in eine lockere, glatte DoldeiitrauLe ausgehend,
Kelche krciselloiinig- glockig, Rionhlätter ausgeherbt, länger als die
Staubgefässc.
LixN. Sp. pl.581. Chi. han. Zus. 744. Koch Syn. T. 101. Reichenb.
Ic. f. 5000. Jaco. Fl. austr. V. t. 407.
An Gypshügcln im südlichen Theile des Gebiets, als IVordgrenzc der
Gesamnitverbreitung, sehr selten (Br. Sachsa nach IHeuhof zu, umveit
Walhenried, wo das Vorliommen von G. l'astigiata endigt). Juni bis
August. — September.
Wurzel vielköpfig, einen üa^n junger Slengcl treibend, Sfengel 3 — 6 — 8" liocL.
Blüten grösser als an A. 1., von derselben Färbung, Kronbhitler 3"' lang.
3. CS. niiiralisi. Mauer -GypsTcraut. Stengel aufrecht,
wiederholt gabelspaltig- ästig, zerstreuete Blüten tragend, Kelche last
lireiselförmig, Kronblätter länger als die Staubgefässc.
LiN,\. Sp. pl. .588. Chi. hau. 190. Koch Syn. I. 102. Sciik. Handb.
I. T. 120;. Sturm Deutschi. Fl. II. 1. Beichenb. Ic. f. 4i)97.
Auf Äckern, Brachen und Triften, auf sandigem Boden, auch an
Mauern und Gestein, häufig. Juni bis August. — September.
Stengel nebst den Ästen zart, fadenförmig, 2 — 4 — ()" hoch. Blüten einzeln in den
Gabcllheilungen und an den Enden der Zweige auf haardünnen Stielen, Kronen blass rosen-
roth mit dnnklern Adern. G. serotlna HaYNE (REICHENB. Ic. f. 4998.) eine üi.|.igcrc,
etwas grösserblütige Form.
Xuuica Saxifraga Seop. Koch Syn. I. 102. vv.icLst nicht in unscrm Gebiete.
ÖleonOtnischeSm A. l. u. 2. Zlcipflauzcn für Fclsenanluyen in
Gärten.
4. $»APO]¥ARIA. ^KEFUNKUA-tTV.
LiNN. Gen. n. 504.
lielcli walzenföriuig, 5-zälinig, ohne Deckhläller. Kronbliil-
ter 5 mit liiiealon IVägehi iiiid paarigen^ Borstenscliiippeii am
Schlünde. Stanljfadeu 10. Griffel 2. Kapsel l-fächeris;, 4-
zähniff aufspringend. Samen zusammengedrückt, gekörnelt.
Gescnl.Syst. X. 2.
Mehrjährige Kräuter mit ungethciltcn , ganzrandigen Blättern und bald
einzelnen end- und blattwinkel - auch gabelständigen, bald doldentrau-
bigen oder büschelig gehäuften Blüten.
1. ^. officinalis. Gemeines SeifenJcraut» Blüten in
huscheligen üoldentrauben ; Blätter eirund- lanzettförmig, 3 — 5-nervig.
LiNN. Sp. pl.581. Chi. han. 191. Koch Syn. I. 108. Schk. Handb.
I. T. 121. Sturm Deutschi. Fl. II. 6. Beichenb. Ic. f. 4995. IIayne Arz-
neigew. II. T. 2. Fl. dau. t.543. Engl. bot. 1. 1060.
An Flussufern, zwischen Gebüsch, an grasigen Feldrainen und Ge-
stein, auf sandigem und kiesigem Boden, hier und da. Juni bis August. —
September.
■\Vurzel kriechend. Auslaufer treibend. Stengel l'/j — '»'/j' hoch, Blätter vermiltelst
einer sehmalen J^eisle zusammengev\aehsen. Blüten gross, kurz gestielt. Kronblätter spalcl-
förmig, ausgerandet, hell fleischfarben in weiss verbleichend.
GE1VMRnZ,ICIKX:S.
JPharntaceutisch'JfKedicinisches, fFunel, auch das liraui
of'ficiiu'll (lladix et llerl)a Sapouariac s. Saponariae rubrac). f'orwnlt.
Bestandth. Kratzend bitterer Extractivstoff' (Seif'enstoff', Saponin) und
(wunuui. Anw en dunij beliuf Einwirkuntj auf die Lytnphf/efässe , Haut,
Lunt/en und Nieren , in Abhochuuf/ oder als Extractum Saponariae.
90 SI1.EÄEAE. Vaccaria.
ÖTCOnontiSCheS» Die ffuizd zum licinifjcu der Zciiye , anslatl
der Si'if'e aitußcndbar.
5. VACCARIA. JfiUMKNmMjMM.
uoi). rcu.j.i. uo.
Kclcli krugfoi'iiiiff , ö-ochig gellügjeU und ö-zäliiiJs, oliiic
Deckhlätlei-. Ki<»nbl;if(c'r 5, uiil linealen Aiigcln oliiio Schluiid-
schupnen. Sfauhget'ässc 10. Griflel 2. Kapsel ^i - fächoiig,
4-zäluiig aul'spriiigeiul. Sauieu fast kugelig. Ciescbl. Sysl.
Jährige, imlifliaaifc Kräiihir, mit iingetlu'ilteii , ganzrandigen Blättern
uikI DÜilcn in l(icl;ern üoldeiitrauhen.
t. V. pyraiitidata. Saat-KuhnelJce* Blüten langstielig
in ga!>elsi>alligen sperrigen Doldenlraubeii, Blätter länglieli - lanzettlörmig
mit gesdil/.l -lierzlörmiger Basis.
VI. (1. >>ellerau 11. 88. Beichenb. Ic. f. 4991. Saponaria Vaccaria
LiMN. Sp. pl.585. Chi. han. 191. Koch Sju. I. 108. Sibth. Fl. graee.
t. .S80 (Gy]»sophila \accaria).
Auf Ä'ekerii unter der Sommersaat, auf Ivallihaltigem oder mergeligem
Boden, eingebürgert, und in der Linie von Helmstedt, Ilildesheim , IIa-
„lelu — die nord- westliche Grenze der Gesammtverbreitung erreichend,
gegen Osten nördlicher gehend {Mk. bei W^enddorf, nach Langmann). ^
Juni, Juli. — August.
Mecigiün uml glatt. AViiizel scliwaeli, splnilelig. Stengel 1—2' hoch, mit augc-
schwoUeiieii Gelciiheii. Blattei ziemlich hrcit ztisaiiimengewaihsen. Kelche wcisslich mit
hiiiitig vortretenden grünen Kanten, nach «lern Verblühen cilormig-iiTraniidal znsammengezo-
gen, Kroublatti.laften kaum halb so lang als der Kelch, prusichblütenfarhcn. Kapsel eilor-
niig, .luf einem kurzen Truchllrager sitzend.
6. CUCUBAIiUS. MMÜIMWEinJBMSS.
Toi RNEF. Inst. 33!). t. 17(i.
Kelch beckenftii-mig- glockig, o-spallig, ohne Deckhlaller.
Ki-onhlalier 5, mit 2-spitzigen Sehhuulsehlippen. Slauhgcfasse
10. GritTel 3. Kapsel l-facherig,heerenarlig. Samen niereu-
förmig. Geschl. Syst. X. 3.
Mehrjährige Kräuter mit nngctheilten Blättern und gahel- und blatt-
»inlielständigen Blüten.
1. C baccifepus. Beerentragender Mühnerhiss.
Blüten abwärts gewandt; Blätter eirund, zugespitzt, in die Basis ver-
schmälert.
LiNN. Sp. pl.591. Chi. han. 105. Rocii Svn. I. 108. Schk. Uandb.
I. T. 121. BEtCHENB. le. f. 5122. Engl. hol. t. 1577. Silene baccifera
BOTH Tent. II. germ. IL 1. 493.
Zwischen Gebüsch, an Bächen, Flussufern und WaldsümplVn, auf
feuchtem humushalligem Boden, im östlichen Theile des Gebiets, ziem-
lich häufig, gegen IMord -^'^'cslcii sich verlierend und hier nur noch sel-
ten westlich der Elbe (//ii. Wchningen unweit Daniienbcrg) vorhom-
mend .
Stengel 2 — 4' lang, liegend oder klimmend, mit gegenständigen, sperrigen, gabel-
spaltigen Zweigen. Kelche aulgebiasei. , Kronblätter halb gespalten, grünlich- oder gelblich-
«eiss. Beeren glänzend seh«arz.
9. I^IIiEIVE:. KJLJSBWJEIjKE.
I.INN. Gen. n. öl)7.
Kelch 5-zalinig, ohne Deckhlätter. KronhläKer 5, in I\ag:el
zulaufend, mit oder ohne Schlundschuppen. Sfauhgefässe 10.
§ileiie. SirEWEAE. 91
Grirt'el 3. Kapsel an der Basis meist 3 -fächerig, 6-zäliiiig auf-
springend. Samen nierenförmig. Gesclil. Syst. X. 3.
Ein- (Alt. I — 8.) oder inehrjälnigc (Art. 4 — 6.) Kräuter mit uiigetheil-
teii, selten ^virteligcn Blättern iinrl verschiedenartigem Blutenstände.
f Mit Schliindscliiippeii.
*1. S. coMica. Kegelige Klebnellce, Stengel oherwUrts
gaheltheilig, grau- flaumhaarig; Blüten gahel- und endständig, Kelche
hauchig- röhrig, 30- streifig mit pfriemlichen Zähnen, Kronhlättcr unige-
hchrt- herzförmig; Blätter lineal -lanzettförmig.
LiNN.„Sp. pl.598. Koch Syn. I. 113. Bkicuemb. Ic. f. 50fi2.
Auf Ächern, auf Sandhodeii, am südlichen Saume des Gehiefs, als
Nordgrenze der GesammtverJireitung, sehr selten (Pi: Querfiirt). 31ai,
Juni. — August.
Stengel V2— 1' l'Ofl'- Blätter 1'/^ — 2'" l.reit. Blüten am En.le des Stengels eine
wenigliliitige TriigdoUlc hildend, Kelch bis fast zur MiUc .')- spaltig, Kronen rosa, Seliliind-
scliiippcn gekerbt. Kapsel sitzend obne Friiebltrhgcr , eiförmig, kegelig ^erli^ngert.
«. S. iioctiflora. JVächtlichblühende Klehnenee.
Stengel gahelästig, kieherig- zottig; Blüten gahel- und endständig, Kel-
che hauchig -röhrig mit ll) geäderten Streifen und pfriemlichen Zähnen,
Kronhlättcr gespalten; untere Blätter spatelförmig.
LiNN. Sp. pl. 599. Chi. hau. 194. Kocii Syn. I. 113. Schk. Handh.
I. T. 122. Sturm Deutschi. Fl. H. 3. Beiciienb. Ic. f.50ö3. Engl. hol.
(. 291.
Anf l>el)aucleii Gründen und an Feldrainen auf Kalli - und Lehmhoden,
im südlichen und östlichen Theile des Gebiets, hier und da eingebürgert.
Juni bis September. — September, October.
Stengel wenig- aiub woUl 1 -blutig. Blatter baarig und gcwimpert, trübgiün. Kronen
nur in der Dämmerung geöfl'net, weiss oder blass fleisebfarben , woblriecbend. Kelebc in
der Frncbtreife dureb die grosse eiförmige Kapsel elliptisch aufgetrieben. — Gleiclit dem
*3. S. Armeria. Garten^KlehnelTee» Stengel obcrwärts
ästig, unbehaart, unter den obern Gelenken ringsun» klebrig; Blüten in
büscheligen reichblütigen Trugdoldcn, Kelche röhrig-keulig, 10-streifig
mit eirunden stumpfen Zähnen, Kronblätter ausgerandet; Blätter läng-
lich-eirund, spitzlich. ,
LiNN. Sp. pl. 601. Koch Syn. I. 113. Sturm Deutschi. Fl. 11.21.
Beichenb. Ic. f. 5079. Fl. dan. t. 559. Engl. bot. 1. 1398.
An Gebirgshängcn, auf sandig- steinigem Boden , selten {Br. im Geröll
des Bodegehirgs an kaum zugänglichen Orten), übrigens hier und da in
der IMähe von Ortschaften verwildert. Juli, August. — September.
Gänzlich nubebaart. Stengel einfach oder nach ol>en zu wenig ästig. Bliitenstiele sehr
knrz, Kelche 0 — 7'" lang. Kronen kirscbroth oder rosenroth , Kapseln länglich mit einem
eben so langen Frudilträger.
4. S. iiiitans. WicTeende Klehnellee. Blüten in einscit-
vvendigen, drüsig- kleberigen Bispen, geknickt- überhängend, Kelche röh-
rig-keulenförmig mit 10 Streifen und spitzigen Zähnen, Kronblätter ge-
spalten; untere Blätter lanzett- spatelförmig.
LiNN. Sp. pl. 596. Chi. han. 194. Koch Syn. I. 113. Schk. Handb.
1. T. 122. Beicheab. Ic. f.5108. Fl. dan. t. 242. Engl. bot. t. 465.
An Hügeln, Bergabhängen und Waldrändern, auf magerm Boden,
auch auf Steingeröllc und Mauern, häufig. Mai bis Juli. — August.
Stengel weicbhaarig, seltener kahl (S. Infracta WaiILENB. Fl. carp. 128.), Blülcnstlcle
gepaart- 3- gabclig. mit 3 — 7 Bliiten , zur Zeit der Fruchtrclfe sich empor richtend. Kronen
Hciss, Staubbeutel »iolet. Kapselzähne zurückgerollt, Fruchtträger kaum ein Diitlhcil so
lang als die Kapsel.
92 SII.EMEAE. Viscaria.
•J-J- Ohne Sclil..n.lsol.iij.i)Cn.
A. ^. OtUem. OhrlÖffei- KiebnelJee. Blüle» in verlän-
gerten Ulspen gedrängt- wirtelstünJig, Kelche rölirig- glockig mit stum-
pfen Zähnen, Hronblätter ganz; untere Itlulter umgekehrteiruud- spalel-
Jormig.
Sm. Fl. hrit. II. 469. Chi. han. 195. Kocu Syn. 1. 111. Keicueab.
le. f. 5094. Cucubalus Otites Linn. Sp. pl. 594. Fl. dan. t. 518. Engl,
bot. t. 85.
An Hügeln, IJergabhängcn nnd Feldrainen, auf sandigem und steini-
gem Boden, im öslliehen und südlichen Theile des Gebiets bis in's Lüne-
burgsche und zum nord- östlichen Harzrand (Uegenstein) , stellenweise.
Mai bis Juli. — August, September.
Stengel und Ulatler l'einLaarig - scliarflioli. Rispenäste kurz, Blüten klein. Kronlilättcr
ivenig aus dein Kelche tottretend, sehr schmal, grünlich. — Bald die Slaukgefassc, bald
die Stempel veikümmeit.
6. S. iiiüata. P ausle elchig e KlehnelJee, Blüten gabel-
und endständig, ül>erhäng(>nd, Kelche lirugförmig, aufgeblasen, netzartig-
aderig und glatt, Kronblätter gespalten; Blätter elliptisch , lanzettförmig
oder lineal - lanzettförmig.
Sm. brit. II. 476. Koch Syn. 1. 112. Reichenb. Ic. f. 5120. Schk.
Ilandb. I. T. 121. Engl, bot.* t. 164. Silene Cucubalus Chi. han. 194.
Cucubalus Beben Lixn. Sp. pl.591. Fl. dan. t. 914.
Auf grasigen Anhöhen untl Uämmcn, auf Triften, trockenen ^Viesen
und Waldplätzen, auf kiesigem Boden, häufig. Juni bis August. —
September.
Stengel und die in Form und Grösse sehr TCränderliehen Blätter bläulich - duftig. Blüten
gross, oft durch Verkümmerung des Stempels nur männlich, Krouen milch» eiss , seltener
Mass fleischfarben, Fruchtknoten braun, glänzend. Kapsel rundlich - eiförmig mit einem fast
halb so laugen Fruchtlräger.
S. conoidea, ehedem in Pr. zwischen Beuclditz und Schiettau vorgekommen (SPHENG.
Fl. hal. ed. II. 201.), wenn die Bestimmung nicht irrig war, ist in neuerer Zeit rerloren
gegangen. S. gallica, bei Driburg angetroffen, ist als verirrcte rflauzc dieser Gattung
zu betrachten.
OTCOnomiSChCS. Die Junfjc» Itliittcr von ./. 6. als Gemüse luid
Salut ijeniessbar. ^irt. 1 bis ■/. als Zierp/lanzen zu empfehlen.
8. VISCARIA. IPJECUJVEIiKE.
RÖHL. Fl. Jen. 126.
Kelch röhi'ig -glocliia;, ö-z;ilinig, ohne Deck])läJter. Kroii-
hlätter 5, in Aägeln zulaiilentl uiuloiil paarigen Schhindschiij)peii
versehen. _ Slaul»gefasse 10. Griffel Ö. Kapsel an der Itasis 5-
fäeherig, 5-zähnig aufspringend. Samen nierenförmig. Geschl.
Syst.X. 5.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.) Kräuter, mit ungelheilten Blättern und
in Traubenrispen <|uirlartig geordneten oder in kopfförinigc Eiiddolden
zusammengedrängten Blüten.
1. V. vulgaris). Gemeine PechnelTee. Kronblätter un-
gespalten ; Stengel unter den obern Gelenkknoten peehartig- kleberig;
Blätter spatel -lanzettförmig, obere lineal- lanzettförmig.
BöiiLiNG Deutschi. Fl. I. 275. Chi. han. 193. Lychnis viscaria Lian.
Sp. pl. 6-25. Koch Sjn. I. 115. Heichenb. Ic. f. 5131. Fl. dan. t. 1032.
Engl. bot. t. 788.
Auf grasigen Hügeln und WahUviescn des südlichen gebirgigen und
Lyclinis. SILENEAE. 93
des norcl- östlichen liügcligen und eheneu (lehietstheils, auf niagerm und
steinigem Boden, ziemlich häufig. Mai his Juli. — August.
Stengel steif aufrecht. 1 — l'/j' '■»'^l' ' 'l'inkelgrün, nebst «Icii au der Basis lOn spinne-
« elligen Haaren wimperigen, an der Spitze meistens braunen Uliittern iinbrbaart. Kelelie
rolh angelaufen, Kronen hellpurpnrrotli, sehr seit
veiss.
GM TVKRSX.ICHMS.
ÖJCOnomiSCheSm Zierpflanze der Gärten, wo sie leicht eine ife-
fiiUte Varietät bildet.
tlNN. Gen. n. 584 zum Tbeil.
Kelch 5-zäliiiig, ohne Deckhlätter. Kronhlätter 5, mehr-
spaltig, in IVägel zulanfend und mit paarigen Schlundschuppen
versehen. Stauhgefässc 10. Griffel 5. Kapsel 1 -fächerig, mit
5 Zähnen aufspringend. Samen nierenförmig. G. Syst. X. 5.
Mehrjährige Kräuter, mit ungetheilten Blättern und gabel- und end-
ständigen Blüten.
1. li. Flos CiicMli. KuJcuJcS'IiichtnelJee. Kronhlätter
4-spaUig mit linealen lingerig ausgespreizten Zipfeln; untere Blätter
Spatel -lanzettförmig, ohere lineal -lanzettförmig.
LiNN. Sp. pl. 625. Chi. hau. 193. Koch Sjn. I. 116. Beichenb. Ic.
f. 5129. Fl. dan. t. 590. Engl. bot. t. 573.
Auf Wiesen, Triften und an Waldrändern, auf feuchtem humosem
Boden, häufig, auf Bruch- und Moorboden oft schaarenweise. Mai bis
Juli. — August, September.
Stengel 1 — 'i' borli , sclilank , sebärnirli , an den Knoten meist rotlibrann gefärbt. Kelolie
glockig, 10-nervig, Kronen rosa. Kapsel eiförmig- kugelig. — Variirt mit weissen Kronen.
lO. ITIEIiA^IlRUJI?!. JSEA^nEKNnÖ^CtimN,
RüHL. Deulsclil. Fl. 274.
Kelch 5-zälinig, ohne Deckhlätter. Kronhlätter 5, gespal-
Icn, in Nägel zulanfend und mit Schlundschuppen versehen.
Stauhgcfässe 10. Griffel 5. Kapsel _1 -fächerig, mit 10 Zäh-
nen aufspringend. Geschl. Syst. X. 5.
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige (A. 2.) Kräuter, mit ungetheilten Blät-
tern und gabel- und endständigen Blüten.
1. ]?I. pratense. Weisses IlKarienröschen, Kapsel
liegel- eiförmig mit auswärts gerichteten Zähnen ; Stengel unter-wärts zot-
tig, ober>yärts drüsenhaarig, Blätter eirund-lanzettförmig, drüsig-kurz-
haarig.
BöuLiAG Deutschi. Fl. 274. Lychnis Tcspertina Sibtu. Fl. oxon. 146.
Chi. han. 192. Koch Syn. I. 116. I^ychnis dioica ß. LI^N. Sp. pl. 626.
ScHK. Handb. T. T. 124. Reichenb. Ic. f. 5124. Uavne Arzneigew. Tl.
T.3. Fl. dan. t. 792. Engl. bot. t. 1580.
An Weg- und Ackerrändern, auf trockenen Wiesen und an unbe-
bayeteu Hügeln, auf magerm steinigem Boden, häufig. Juni bis August. —
September.
•Stengel 1 — 3' bocb, aufrecht, gabelspaltig- ästig. Blüten 2-häusig, gegen Abend sich
öffnend und wohlriechend; Kelche der männlichen Blüte walzig-keölenförmig, der weiblichen
ei -kegelförmig, Kronhlätter weiss, mit breiten einander genäherten La])pen. — Variirt mit
fleischfarbenen, sehr selten mit viclschlilzigen Kronen.
Ä. ]?I. sylvestre. JRothes Marienröschen. Kapsel
rundlich -eiförmig mit zurückgerollten Zähnen; Blätter elliptisch mit kurz
vortretender scharfer Spitze, nebst dem Stengel zottig.
Rohling Deutschi. Fl. 274. Lychnis diurna Sibtu. Fl. oxon. 145. Koch
94 SIIiENEAE. eithago.
Svn. T. IH). Reicuenb. It-. 1". 5126. Lychnis «lioica Linn. Sp. pl. 626.
ScHK. Iliiiull.. I. T. 124. Stlrm Dcutselil. Fl. 11.23. Engl. Lot. t. 1579.
In Hainen, Wal«lgel)iiscli<"ii , an WahlrJiudfin und llcokcn, auf fri-
sthi-ni Inimoscm Roden, allgenicui voiln-eitet. Mai his Juli. — August.
Sloiigpl l'/j — VJ' Iiocil, Geslaltiiiig >ou A. 1. Blüten 2-liHiisig, selten zwitteiig, l.ci
T.ige gcüllnet, geniclilos ; Kolclic wal/.ig, Kronlilalter rosa - iinrimifarbcn , kleiner, niil
s<lnu.ilern, »oiioiiKiiiilerslilicmlen I.^ipprn. > ariirt sollen mit weissen Kronen.
II. UlTUAtiO. nAJDX!.
I>j;sF. rl. .ill. I. ;i()-i.
Kelch liall)-5-s]jallig mit vorliingcflon Zipfeln, ohne Deck-
lilätler. Kronhlätler ö, xmgeMieilt, ohne SehUuulsehuppen.
Slanhgefässe 10. tiiiücl 5. Kapsel 1-faeherig, ö^zähnig auf-
springend. Samen letraedrisch. Geschl. Syst. X. -5.
Ein- auch 2-jährig;e Kräuter, mit ungptheilten ßlättcrn und einzel-
nen langgestielten Blüten.
1. €i. segetum. Gemeine Made. Kronblätter seicht aus-
geiandet, Kelelizii>lVl noch mal so lang als die Krone.
Desf. Fl. atl. I. 362. Reicheab. Ic. f. 5132. Lychnis Githago Chi.
han. lyi. Agrostemma Githago Linn. Sp. pl. 624. ' Koch Svn. I. 117.
ScHK. Ilandh. I. T. 124. Sturm Deutschi. Fl. IL 5. Fl. dan. t. 576. Engl.
Lot. t. 741. .
Auf Ächern unter der Saat, als Lodenvage Pflanze, fast üLerall einge-
Liirgert. Juni, Juli. — August, SeptemLer.
Stengel 2 — 3' Loci., «eissfihig. Bliitlcr llneal, lang isnges,.il/.t , angedrückt - haarig.
Kelcli leJerartig, 10 -rippig. Kronblatter in der Knospe «cclisel» endig gedrehct, purpnr-
roHi, »on der Basis lier .'{-streifig, unterseits mileliig iiberlaul'en und gliinzend. Variirt seilen
mit l,eIlrotlien nnd mit l.lassstroligell.en Blüten.
ÖTCOnontisCheS* tun lUstifjcs Cuhraut der fJ'iutersnaten. Die
bitter schmeckenden Samen sollen, einitfen I{eol>ne/iftin(/en nach, schäd-
liche ff^irkunijen thissern, namentlich an/' Schweine and Federvieh.
XIII. AI.SIIVEAE.
De Cand. Fl. fVanc;. IV. 70Ü.
Kelch 4— 5-hläürig. Kronhlädcr 4— ö uiit den Kelehhläl-
fern abwechselnd. Stauhgefässe doppelt so viele als Kronhlal-
ter, seltener eben so viele oder weniger, frei, nebst den Kron-
blättern einem umständigen oder fast unterständigen drüsigen
Ringe eingesetzt. Fruehtknotc frei, l-fäeherig, mehr- oller
vieleiig, mit miltelständigem, freiem Samenpolster. Gritiel
2— 5, getrennt. Samen der vorigen Familie. — Blatter ge-
genständig, nebenblaltlos, selten mit trockenhäuligen J>eben-
Turkoiiiilieii. Aide sandhold, von denen die mehrsten feuchten Sand
liehen, einige an Salzgehalt geLunden sind; manche Lodenvag, doch rfen
LehmLoden andcrm vorziehend.
Gehalt. Ohne eif/enthümliche Stoffe und ohne fJ'erth für die Arz-
ncibereituntj.
1. iüAGIIiA. VIMMIjING.
LllVTV. Gen. n. 17Ö. nnd n. 580. (Spergula) znm TLe.l.
Kelch 4 — 5 -blättrig. Kronblätter 4 — -5 ganz. Stauhgefässe
Sagina. AliSINEAE. 95
4 — 5, otlev 10. Grlfifel 4 — 5. Kapsel 4 — 5-lilappig. Samen
unregelmässig-telraetlrisch. Geselil. Syst. IV. 3. und X. 4.
Ein- (Art. 1 — 4) oder inehi-jälirige (Art. 5. 6.) , lilcine, ft-instcngeligp,
uiilieliaarte oder zartlia.irige Kräuter, mit faden- oder pfrleiucnl'örmigcn,
an der Itasis selieidcnartig vcrhuiidencn Rlättern. lilüten klein, meistens
lang gestielt, blattwinliel - nnd endstäiidig; Kronen weiss.
f Blüten 4-zäl.lig.
1. S. pro«iHul»eiis. Xiiegender Vierling, Stengel
niederliegend, wurzelnd; Blätter in eine kurze Staclielspitze endigend,
kalil ; Blütensticle nach dem Blühen an der Spitze hahentormig gekriimint,
späterhin gerade, Kelchblätter stumpf, nach der Kapselreife sperrig- ab-
stehend.
LiNN. Sp. pl. 18."j. Koch Syn. T. 118. ScHK.'Handb. T. T. 27. Sturm
Deutschi. n. 11.80. Rkichenb. Ic. f. 4959. Engl. bot. t. 180. Alsine
procumbens CIil. hau. 206.
Auf Ackern, Triften, Rodestellen, an Gräben, Ilainen und "Wegrän-
dern, auf nasssandigem magerm Boden, sehr häufig. Mai bis Septem-
ber. — Juni bis October.
Stengel 4 — 6" lang, kiiiokig nicderliegend , in Act Mitte Blätterbüscliel treibend, im
Umfange AVurzeln sclilageud. Blütensticle in den olirrn Blalfacliseln , anfreclit. Kronblalter
doppelt kleiner als der Kclrb, o>a].
9. S* ciliata. Getvintperter Vierling, Stengel aus lie-
gender Basis ansteigend, drüsig- zarthaarig; Blätter begrannet, an der
Basis gewimpert; Blütenstiele nach dem Blühen a,n der Spitze haken-
förmig gekrümmt, späterhin gerade, äussere 2 Kelchblätter zugespitzt-
stachelspitzig.
Fries Nov. ed. 2. 59. Koch Syn. I. 117. Reiche\b. Ic. f. 4957 (S.
depressa); f. 49.36 (S. ciliata) weicht von unserer Pflanze durch zu kleine
Blüten und Kapseln, welche sie der S. apetala nähern, ab). A. pro-
cumbens v. ciliata Chi. hau. 207.
Auf Ackern, auf lehmigem und sandig- lehmigem Boden, hier und da
(Pr. Merseburg — ; Schiv. Frankenhausen, Sondershausen — ; Pr. fV.
Bünde, Brakel, Münster — ; Hn. Hannover — ; Mk. Neubrandenburg bei
Breda). Juni bis August. — ■ August, September.
Stengel l'/j— 2" lang, «eitäsfig. Blätter kurz,, an der Basis bald mebr bald weniger
(S. depressa SCHULTZ Fl. starg. suppl 10.) gewinipert. Bluten und Kapseln so gross als
an A. 1. Variirt mit ganz kablen Stengeln und Bl.itenstielen.
3. S. maritima. Seextrands -Vierling. Stengel auf-
recht, wenigästig; Blätter dicklich, grannenlos und kahl; Blütensticle
stets gerade, Kelchblätter rundlich -stumpf.
Don Herb. brit. Fase. YTI. n. 155. Hook. Fl. lond. t. 115. Engl. l)ot.
t.2195. Reichenb. Ic. f. 4960. S. stricta Fr. Not. ed. 2. 58. Kocu Syn.
I. 118. Alsine Donii Chi. hau. 207.
An den Küsten der J\ord- und Ostsee und des Unterlaufs der Flüsse,
so weit die Fluth eindringt, ziemlich häufig {Mk. Warnemündc — ; Hn.
Altenbruch, Nordernei, Langeroge, Baltruni — ; Ol. A'arel — ). Mal liis
August. — August, September.
Stengel 1 — ,'J" bocb, steif, ivenigästig, meist rulbbraun angelanfen. Blatter etwas llcisebig,
kurz, stumpf, obere mit kurz vortretendem Spilzcben. Kronblätter kaum sirbflicli ausgebildet.
4. S. apetala. Kronloser Vierling* Stengel aufrecht,
drüsig- zarthaarig; Blätter begrannet, an der Basis gewimpert; Blüten-
stiele stets gerade, Kelchblätter stumpflich, äussere 2 mit einwärts ge-
krümmten Spitzchen.
LiMv. Sp. pl. 559. Koch Syn. I. 118. Reicuenb. Ic. f. 4958. Engl,
bot. t. 881. Alsine apetala Chi. hau. 207.
96 AliSIKEAE. Sperguln.
Auf Äckern, Brachen inul Triften, auf Iclimigcm und lelimig- sandi-
gem Hoden, liiiufig. Juni I»is August. — August, September.
Zarlir, srlilai.kor, liölicr , klciiiLlüligci iin.l Moiiikaiiseliger als die »orlicrgclicndcn Arten.
Stengel in Vielwlil zn Biiseliel.i vereinigt. Kroulilälter selir klein, laiizcttlicli , oder niel.t
f Blüten .5 -zähl ig.
5. S. swfmiata. JPfrietnenblätterigei' Vierling.
Stengel aus liegender Itasis ansteigend, drüsig- zarlliaarig oder lialil;
Illätter zugespitzt und liegraniiet ; JMiitenstiele verlängert, nach dem
liliihen au der Spitze hakig gekrümmt, späterhin gerade, Kronhlättcr so
laug als der Kelch.
WiMMKR Fl. V. Schles. 76. Rocii Syn. I. 119. Spergula suhulata Sw.
Act. holm. 1789. 39. l. J. f. 3. Spergella suhulata Reichenb. Ic. f. 4963.
Spergula larieina Fl. dan. t. 858. Alsine saginoides v. mucronata Chi.
hau. 20(5.
Auf Äckern, Triften und an Grähen, auf nasssaudigem Boden, im
nord-A\estliehen Theile des Gebiets, ziemlich häufig (O/. Dötlingen, z^vi-
seheu Ganderkesee und Immer, Sandersfelde, Delmenhorst, Cloppenburg,
Lüsehe — ; /fu. Iloya, Lingen, Lornp, Wreest — ).
Stengel 1 '/., — "2" lioeli , «oion die Blütenstiele die Hälfte aiismaeheii. Blätter schinal-
lincal, drüsig- ge«inil>ert. Keleli der Kapsel loekcr anliegend, Kelchblätter und Kapsel-
klanpen gegen die Spitze verschmälert.
<;. S. nodosa. Knotenhliitteriger Vierling, Stengel
niederlicgend oder ansteigend, kahl; Blätter stumpflich mit kurz vortre-
tender Spitze; Blütensticle stets gerade, Rronblätter länger als der Kelch.
E Meyer Elench. pl. boruss. 29. Koch Syn. T. 119. Spergula nodosa
LiNN. Sp. pl. 630. ScHK. Haudb. I. T. 125. Fl. dan. t. 96. Engl. bot.
t. 694. Spergella nodosa Ueichenb. Ic. f. 4965. Alsine nodosa Chi.
hau. 206.
Aufwiesen, Weiden und Triften, auf nasssaudigem sumpfigem oder
torfigem Boden, häufig. Juni bis August. — August, SeptemJier.
Stengel meistens in ansgehreiteten Büscheln, 4 — Ü — 9" lang, nnterste Blätter lang,
obere sehr knrz , anfänglich genähert stehend und mit den eingeschlossenen Achselblattkuospcn
knolenähnliche Büschel bildend. Blüten gross.
GEn^JERBLilCHlES.
ÖTCOnoniiSCheS» SämmtUche Arten ijute, aber freilich weniij
stoft'ycbende, Ackerweidekräuter für Schafe.
«. ISPERGUIiA. SPA-UK,
LiNN. Gen. n. .SSÖ.
Kelch 5-hlättilff. Kronblätter 5, ganz. Staiihgefässe 10
oder 5. Griffel 5? Kapsel 5 -klappig. bameii kreisrund mit
Flüeelrand. Geschl. Syst. X. 4.
Einjährige Kräuter mit fadenförmigen, in 2 gegenständige Büschel
geordneten und daher scheinbar wirtelstäudigen, an der Basis freien
Blättern, mit ZAvischenständigen, troekenhäutigen Nebenblättern. Blüten
in sperrigen, rispeuartigen Trugdoldcn end- und gabelständig.
1. S. arveilSiSI. Veld.^parTe. Blätter unterseits rlunig;
Samen kuffelie- linsenförmig, feinwarzig, mit sehr schmalem Flugelraude.
LiNN Sp. pl. 630. WAtfLENB. Fl. suec. 1. 291. Schk. Ilandb. I. T. 12-5.
Fl. dan. t. 1033. Engl. bot. t. 1535. S. arvensis ß. vulgaris Koch Syn.
I. 120. S. vulgaris De Bönmngh. Prodr. 11. inonast. 135. Reichexb. PI.
crit A'I. f. 705. Alsine arvensis Chi. hau. 208.
b. major, ner hohe. Höher und stärker. Samen doppelt grösser.
Lepigoniini. AIiSINE4E. 97
S. inaxiina Weihe, De Hönmngh. das. 136. Reichenb. das. f. 706.
S. arvensis }'. inaxiina Kocii das. A. arvensis v. maxiina Chi. lian. das.
Auf Äcliern, Bsachcn und Wt-idcn , auf Iiiimos -sandigem, leliinig-
sandigem und sandigem Boden, liäufig; b. verwildert auf Leinäckern und
in deren Nähe. Juni, Juli. — August, September.
Slcngcl 74 — l'/o' liocli, von li. 2 '/^ — 3' iiocli, vollMütig, Bliitcnstiele und Rclclie
iiiclir otlcr weniger klelierig - z.irtlia.irig.
9» S. iieiitandra. Fünfntänniger ^parle. Blätter
unterseits flach; Samen zusammengedriieht, glatt, mit breitem strahlig-
gestreiftem Hautrande.
LiNN. Sp. pl. 630. Koch Syn. l. 120. Sturm Deutschi. Fl. H. 12.
Engl. bot. t. 1536 (schleclit; <lie Beschreibung znlreffend). Alsine pcntandra Chi.
hau. 208.
Auf ofl'enen Feldern, Triften und Heiden, auf dürrem sandigem Bo-
den, im südlichen Gebietstheile selten, im mittlem und nördlichen hänfig.
Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel 4 — 6" locli, annblütig. Bliitlcr Inst stlelr.in.l , kiirzer und «liekliclier als an
A. 1. Blütensf.elc und Kelelie unbehaart.
ökonomisches, A. 1. fVcideuijewnchs eistet- Güte. Die Spiel-
art b. dem Futterunbinier , als Brach- oder Stoppclf'rttcht , in Sandffe-
f/endeu , wo Jilee and Gras nicht mehr f/edeihen wollen, zu empfehlen,
wenn sie auch an f Lehm- Sandboden am reichlichsten lohnt. Der nur
S -wöcheniliche f'e(/etationscyf;liis erlaubt eine mehrmalifje tfahresernte.
Der Same beider Art. liefert fettes Öl.
3. liEPICSO^lJIfl. SCBUJPlPmNMimnJE.
Wahlb. n. gothob. 4i.
Kelch 5-hlätlrig.^ Kronblätler 5, ganz. Staiibgefasse 10 oder
5 (3)5 äussere 5 mit 2 Drüsen an der Basis der Träger. Grif-
fel 3. Kapsel 3 -klappig. Samen flach -nmgekehrtei- oder keil-
förmig, mit oder ohne Flügelrand. G. Syst. V. 3. und X. 3
Ein- (Art. 1.4.) oder zweijährige (Art. 2. 3.), niedrige, gabeltheilig-
ästige Kräuter mit fadenl'örmigen, meistens etwas fleischigen Blättern
und mit diesen wechselständigen, Stengelknoten und Blätterbasis scheidig
umfassenden, durchscheinend -häutigen Nebenblättern. Blüten in traubi-
gen Trugdolden auf nach dem Blühen abwärts gerichteten Stielen gabel-,
Seiten- und endständig.
f Blüten 10-inännig.
1. li. riibruin. Itothe iSchuppenmiere» Stengel He-
gend; Blätter beiderseits flach, stachelspitzig; Kapseln kaum länger als
der Kelch. Samen flach -umgekehrteiförmig, scharf gekörnclt, ohne Flü-
gelrand.
Wahlb. Fl. gothob. 45. Koch Syn. T. 121. Arenaria rtibra «. cam-
pestris LiNN. Sp. pl. 606. Schk. Handb. I. T. 122. Engl. bot. t. 852.
Alsine rubra Chi. hau. 210.
Auf Äckern und Brachen, auf trocken- und nass- sandigem Boden,
auch in Heiden, häufig. Mai bis September. — Juli bis October.
Stengel 4 — 6" Loch, von der Basis an ästig, vollblütig. Blätter schmal lineal in die
Stachelsjiitze zulaufend, etwas fleischig, Nebenblätter bis 2'" lang, lang zugespitzt, später
spaltig geschlitzt, silberweiss. Blütenstielc und Kelche zarlhaarig oder kahl. Kronen ge-
sättigt rosa. Samen schwarz- braun mit angeschwollenem (durch das unterliegende Würzcichen
gebildetem) Rüchenrand.
Ä. li. niariiiuiii. Salz •Schuppenmiere» Stengel lie-
gend; Blätter beiderseits conyex, stumpflich; Kapsel etwas länger als
98 AI.SINEAE. Lepigoiiuni.
der Kelcli, Siinieu flach - iinigehrlirlt'iförniig, scinvach gekürnclt, $;iiniiit-
licli ohne oder einige inif Flügelrand.
L. medium Wahlb. Fl. gothoh. 46. Koch Syn. 1. 121. Arenaria ru-
bra ß. marina Link. Sp. pl. R(X5. Fl. dan. t. 740. A. marina Roth Fl.
germ. I. 189. II. 1. 482. Chi. han. 200.
An Salzquellen und Salinen im Binnenlande, am Scestrande des Rü-
stenlandes und der Inseln, auf feuchtem thon- oder huniiishaltigcm Saud
boden, häufig. Juni bis August. — August, September.
Stengel 4 — 6" hoch, aiclilioh, saftig, rielästig und volli.liillg, Blätter fleischig ohne
Stachclspitze, >ehcnhlSller his l'/^'" '^ng. •>"rz gespitzt. Bliitensticlc nn.l Kelche clriisig-
kleherig, Kronen fleischfarben. Samen hellhraim mit angeschwollenem Küchenraml, '2 — •'$
unterste in der Kapsel mit breitem Fliigelrand , übrige ohne Spur eines Randes, und manche
K.ipseln sowohl als Individuen ohne flugelrandige Samen.
3. li. iiiargiiiatnni. Flügelsamige Schuppen-
tniere» Stengel liegend; Blatter halbrund, fleischig, stumpf; Kapsel
doppelt so lang als der Kelch, Samen zusammengedrückt -umgekehrt-
eirund, ungekornelt, mit breitem Flügelrand.
Roch Syn. I. 121. L. marinum Wahlb. Fl. gothob. 47. Arenaria
marginata De Caind. Fl. frani;. Y. 793. Ic. pl. rar. Gall. t. 48. A. marina
Fngl. bot. t. 958 ("ie die den Kelch an Lange doppelt iibcrtreffenden Kapseln der Ab-
bildung und Im Charahter die AVorte «' Seeds compressed , bordercd , smooth" beweisen).
Alsine marina Y^^AHLENB. Fl. suec. 1.281. Alsine marginata Chi. han. 209.
Am Nord- und Ostseestrande und auf den nahebelegenen Inseln, auf
salzig -humosem Boden, ziemlich häufig, nicht im Biunenlandc. Juni bis
August. — August, September.
Stengel 3 — ^>" hoch, dicls , saftig, wenigästig und armblütig, nebst den Terdiekten
Blütenstielcn und Kelchen klebrig - drüsig, seltener kahl. Blüten, Kapsel und Samen dop-
pelt so gross als an den .4rt. 1.2. Kronen blass fleisclifarben , vom Schlünde her in weiss
verbleichend. Samen platt, dünn, glatt uud der Rückenrand nicht angeschwollen.
ff Blüten .5- (3-) mann lg.
A» li. siegetale. JLcTeerSchuppenntiere, Stengel auf-
recht; Blätter fädlich, zugespitzt- stachelspitzig; Reiche durchscheinend-
hautig mit schmalem Mittelncrv, länger als die Kronblätter, Samen drei-
eckig-keilförmig ohne Flügelrand.
Roch Syn. I. 120. Alsine segetalis Linn. Sp. pl. 390. Chi. han. 210.
Vaill. Bot. par. T.3. f. 3.
Auf Äckern und Feldrainen, auf feuchtsandigem Boden, stellenweise
im südlichen Theilc des Gebiets, die INordgrenzc der Gesammtverbrei-
tung in der Mitte des Gebiets erreichend {lis. Steinbrüche bei Wolfs-
anger unweit Cassel — ; Patzen im Schaumburgschen ; Hn. am kleinen
Leinebusch bei Settmarshauscn, Bremke, Dransfeld, ZAvischcn Lühdingsen
und Hettensen, Lauenstein, Drosselkrug am Deisler — ; Pr. Herford — ).
Juni, Juli. — Juli, August.
Zierliches, '2 — 3" hohes, mit haarfeinen Blütenstielcn im Luftzuge zitterndes, glanz-
blütiges Pflänzchen. Stengel zu mehrern auf einer Wurzel , fein, gabellhcilig- vielaslig , nebst
den Blättern unbehaart, hell - aplelgrün, violct angelaufen. Blätterpaarc cinscitwendig. solang
als die Knotenstücke. IVcbenblättchen zerschlitzt, Blütcnstiele lang, sjierrig- abstehend , nach
dem Blühen einseitig abwärts gerichtet. Bliifcn klein, glockenförmig - kugelig, Kelchblätter
elliptisch, eoncav , häutig- silberweiss mit vortretender grüner Rückenschärfc, die an 2 brei-
tern innern Blättern vor der Sjiitze endigt. Kronblätter kaum halb so lang als der Kelch,
länglich, weiss. Kapsel rundlich - eiförmig, etwas kürzer als der Kelch. Samen kaum
sichtbar dornig - gekürnclt , roth- braun.
Vechnisches» ^rt. 2 und 3. :nr Soilngewinminfi anwendbar.
Honkenya. ALSINEAE. 99
4. HO:WKE^YA. BOJVKMNm.
EllRH. Bcilr. II. 181.
Kelch 5- blättrig, _ fleischig. Kronhlättcr 5, ganz. Staiihge-
fässe 10, äussere 5 mit 2 Drüsen an der Basis der Träger.
Griffel 3. Kapsel halb 3-hlappig, Avenigsaniig. Samen halb
birneaförmig, convex-concav. (ieschl. Syst. X. 3.
Mehrjahiigc Kräuter mit kriechendem Wurzelstoefc, kantigem, gabel-
ästigem Stengel, fleischigen Blättern und in den Gabeln und Blattwin-
lieln einzeln stehenden, liurzstieligen lilüten.
1 H. peploifles. JDicTeblättrige MonTeenye, Sten-
gel aus niedergestreckter JJasis ansteigend; Blätter länglich- eirund, spitz;
Kelchblätter stumpf, einnervig, Rronhlätter länger als der Kelch.
Ehrh. Beitr. II. 181. Beichenb. Ic. f. 3670. Arenaria peploides Link.
Sp. pl. ea'i. Fl. dan. t. 624. Engl. bot. t. 189. Alsine peploides Chi.
han. 204. Ilalianthus peploides Koch Sjn. I. 121.
Am Nord- und Ostseestrande und auf den nahe belegenen Inseln, im
fast reinen Sande, häufig.
Sicngel bis 1' lang, vii-le ansteigcnile kurze Asle cniportreibcnd. Blätterjiaaro gcnnheit
stehend, oliere fast «lacLziegelig sicli ilecUeud und mit den Spitzen abwärts gekrümmt, gelb-
griin. Blütenstiele nicbt länger als die Blüten. KelcLdrüsen stark. Kronhlättcr iimgckehrt-
rirund, weiss. Kapsel gross, lederartig, 4 bis .S-sauiig. Samen stark, an der innern
.Seife eingedrückt, stumpf« arzig , orangerotli, später dimkelhraiui und glänzend.
VecHniScHeSt Zur Sodafjewinnung anwendbar.
5. AiiSi:^E. mMEMx:.
AVahlenb. Fl. läpp. rJ9.
Kelch 5-blättrig. Kronblätter 5, ganz. Staubgefässe 10 oder
weniger : äussere 5 mit 2 Drüsen an der Basis der Träger.
Griffel 3. Kapsel halb 3 -klappig, vielsamig. Samen nieren-
förmig. Geschl. Syst. X. 3.
Ein- (Art. 2. 3.) oder mehrjährige (A. 1.), niederige, feinstengelige
Kräuter, meist mit schmal linealen, faden- oder borstenförmigen Blät-
tern. Blüten in traubigen Trugdolden auf stets aufrechten Stielen gabel-,
Seiten- und endständig. Kronen -weiss (selten röthlich).
1. A. verna. Frühlings- Miere, Stengel zwischen rasen-
l»jldenden jungen Trieben aufrecht- ansteigend; Blätter lineal- pfriemen-
förmig, straft" aufrecht; Kronblätter herzförmig- eirund, länger als die
eirund -lanzettförmigen Kelchblätter.
Bartl. Beitr. II. 63. Chi. han. 202. Kocu Syn. I. 124. Arenaria
verna Linn. Maut. 72. Stirm Deutschi. Fl. II. 26.*^ Jaco. Fl. austr. V.
t. 404. Engl. bot. t. 512. A. caespitosa Ehrh. Herb. exs. n. 55. Try-
phanc caespitosa Beichenb. Ic. f. 4927.
b. alpestris. jDie gebirgsständige. Niedriger und vrenigblütig,
Blüten etwas grösser.
Chi. han. 203. Koch Syn. das. Arenaria Gerardi Willd. Sp. pl. II.
729. Tryphane Gerardi Reicuenb. Ic. f. 4928. A. liniflora Jaco. das.
t. 445.
Im Gebirge des südlichen Gcbietstheils, besonders des Harzes, auf
feuchtem steinigem oder kiesigem Boden, an Felsabhängen , Schlackenhal-
den und Flussufern, häufig, auch durch die Gebirgsströme in das angren-
zende Flachland bis nach Hildesheim, Braunschweig, Hannover fort-
geführt. Juni bis August. — September, October.
Stengel '2 — 4." hohe, durch \iele zwischengcwengte dichtbeblätterte junge Triebe oft
100 AI.SINEAE. inneliriiigiH.
goarmigciie Rasen blLU-iid. BliiHcr aufrecht . «lie «ler l.liihcndin Stengel grstreekt, eliraa
steif, lior jungen Triebe meistens leicht einseifig gckrUiiiint. Uliiten meistens zu 3 bis 5,
an b. meistens einzeln bis zu 3 stehend . und etwas grosser, Kelcbblaller breit weisshänlig
gerandet.
Ä. A. temiifolia. Feinblüttrige Miere. Stengel auf-
recht, gabeliistig, unhehaarl; IJIälter stiiinal lineal, zugespitzt, aufrccht-
abstelicnd; Rronblättcr oval, liiirzer als »ler Kelch, Kapsel länger als die
lanzettl'örniigen zugespitzten Kelchhlättcr.
Waulenb. de clim. et veg. Uelv. 86. Chi. lian. 20,5. Koch Syn. I.
125. Arenaria tenuifolia Linn. Sp. pl. 007. Fl. daii. t. 389. Engl. bot.
t. 219. Sabulina tenuifolia Reichenb. Ic. f. 4916.
AufÄchcrn, VSeiden, an Wegrändern und Mauern, auf magerni trocl;e-
nem und steinigen» lioden , ziemlich häufig. Juni bis August. — Sep-
tember.
Wurzel schwach. Stengel bis 6" hoch, vom Grunde auf .nslig oder einfach, vollblütig.
Blatter oberseits flach, unterseits leicht convex , an der Basis zusammengewachsen und wie
die der A. 1. 3-neriig. Kelchblätter schmal weissliäutig gesäumt.
3. A. Tiji^COSa. Klebrige Miere» Stengel aufrecht, ga-
belig-vielästig, nach oben zu drüsig- zarthaarig; Blätter lineal -pfrie-
menförmig; Kronblätter lanzettförmig, nebst der Kapsel kürzer als die
lineal -lanzettförmigen lang zugespitzten Kelchblätter.
ScHREB. Spicil. lips. 30. Alsine tenuifolia v. viscosa Chi. han. 205.
Koch Sjn. T. 125. sabulina viscosa Reichenb. Ic. f. 4917.
Auf Äckern, Feldrainen und Triften, auf magerm sandigem Boden,
im östlichen Thcilc des Gebiets, hier und da (Pr. Quedlinburg: am Stein-
holze, Hoppelberge, der Klus — ; 3Ik. IVeubrandenburg vor dem Nemer-
holze, bei Rostock — ; Lh. — ); seltener im Avestlichcn Thcile {Pr. ff.
Bielefeld: am Spareiiberge?). Mai, Juni. — August, September.
Stengel '2 — '-'/j" hoch, fein, vieltheilig- asiig, meistens violet gefärbt, Bliitenstiele
haarfein, nebst den Kelchen drüsig -kleberig, Blüten um die Hälfte Heiner als an A.'2.,
von der sie sich ausserdem durch den gedrängten Wuchs und die Zartheit aller Thcile
unterscheidet.
«. IflOElIRIWCIA. MÖMUMNGMX:.
LiNN. Gen. u. 494.
Kelch o-(4-)l)lattriff. Kionbläüer ö (4), ffanz. Sfaiihffefä.sse
10 (8). Griffel 3 (2).* Kapsel 6-(4-)hlappIg, wenigsauiig. Sa-
men mit sciuippenaitiffem INabehvulst. Gesehl. Syst. X. 3 und
VIII. 2. ^ ^ ^
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige Kräuter mit Aveitschweifigem gabelästi-
gem Stengel, schmalen fadenförmigen oder breilern eirunden Blättern.
Blüten einzeln oder in wenigblütigen Trugdolden gabel-, selten- und
endständig. Kronen weiss.
1. ]?I. triiiervia. Itreinervige Möhringie, Stengel
schwach, verlängert; Blätter länglich - eirund, gespitzt, 3 — 5-iiervig,
Kelchblätter lanzettförmig mit gekieltem Mittelnerv und 2 schwächern
Seitennervcn, Kronen kürzer als der Kelch.
Clairv. Man. d'herboris. 150. Koch S\n. I. 127. Reichenb. Ic. f. 4349.
Arenaria trinervia Likn. Sp. pl. 605. Chi. han. 203. Schk. Handb. I.
T. 122. Fl. dan. t. 429. Engl. bot. t. 1483.
In schattigen Ilainen und Wäldern, an Hecken, Mauern und in hoh-
len^Bäumen , auf feuchtem an halbvermoderler Laub - oder Holzerde
reichem Boden, häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel meistens liegend oder ansteigend, bis 1' lang, seltener straff aufrecht und mir
2—3" lang, zerstreuet -zarlhaarig. Blällcr zarllaubig, kurz gestielt, obere sitzend. Blü-
tenstiele lang, nach dem Blühen sperrig abstehend und an der Spitze gekrümmt. Kapseln
Arenarin. AI.SINEAE. 101
6 — lO-samig. Samen ziemlicii gross, rundlich - nieieiiformig, am Rückenrande fein quer-
runzlig, scUwdrzbraun und stark glünzcnd , mit »childarligem , scbwielig- häutigem , weiss-
licfaem INahchvulst.
i«. AREIVARIA. SJLl¥nKnJLUT.
Link. Gen. n. 569.
Kelch 5-hlätlrig. Kronblätter 5, g?nz- Stauhgefässe 10.
Griffel 3. Kapsel mit tj Zähnen aufspringend, vielsaniig. Sa-
men ohne Nahehvulst. Geschl. Syst. X. 3.
Ein-, zwei- (A. 1.) oder inehrjahiige Kräuter mit ausgebreiteten ga-
helästigen Stengeln, eirundlichen, lanzett- oder lanzett-pfrienientoimigen
Bliittern. Blüten galtet-, selten- und endstandig. Kronen weiss.
f. A. serpillifolia. Q^uendelhlüttrig es Wandler auf.
Stengel ansteigend oder aufrecht; Blätter rundlicli-cirund, spitzig, durch-
scheinend punctirt ; Kelchblätter lanzettförmig mit starhem Mittelnerv
und 2 schwachem Seitennerven, Kronen kürzer als der Kelch.
LiNN. Sp. pl. 606. Chi. han. 203. Koch Syn. I. 128. Schk. Handb.
1. T. 122. Beichekb. Ic. f. 4941. Fl. dan. t.977. Engl. bot. t. 923.
Auf Äckern, \l'^eiden, an Wegen, Mauern und in Heiden, auf ma-
gcrm trockenem Boden , überall verbreitet. Juni bis September. — •
August bis October.
Stengel stark, schUrflich - zarthaarig und graugrün. Blatter klein, starkhäutig, unterste
kurz gestielt, obere sitzend. Blüten in Trugdolden. Samen klein, rundlich - nierenförmig,
in concentrischcn Kreisen fein qnerrunzlig.
s. HoiiOisTEuifi. spunnm,
I-IlVN. Gen. n. 104.
Kelch 5 -blättrig. Kronblätter 5, an der Spitze gezähnt.
Staubgefässe 3 — 5. Griffel 3. Kapsel mit 6 Zähnen aufsprin-
eend, vielsamig. Samen concav-convex mit Rückenkiel. Ge-
schl. Syst. III. .3.
Einjährige, saftige, meergrüne Kräuter mit einfachem Stengel, an
der Basis verbundenen Stengel- und gestielten Wurzelblättern. Blüten
in endständigen Dolden.
1. H. unibellatiini. Itoldige Spurre. Stengel auf-
recht, oben unbeblättert; Blüten ungleich -langstielig in wenigblütigen
üolden.
LiNN. Sp. pl. 104. Kocu Syn. I. 129. Schk. Uandb. I. T. 20. Rei-
cuENB. Ic. f. 4901. Fl. dan. t. 1204. Engl. bot. t. 27.
Auf Ackern, Triften, an Wegen und Mauern, auf sonnigem sandigem
Boden, sehr häufig. März l>is Mai. — Mai, Juni.
Stengel '2" bis 1' hoch, nebst den Blättern mit bläulichem Duft überzogen; Wurzel-
blätter roseltenartig ausgebreitet, Stengelblütfer breiter, wenigpaarig. Blütenstiele nach dem
Blühen nach unten gerichtet, gerade. Kelchblätter silberglänzend - häutig gerandet. Samen
feiiihdckcrig.
ÖJCOnontiSCheS» Ein (jntes frühes Früjahisf'utter für die Schafe.
9. SÜTEIiliARIA. STMUNMIKUm,
LiNTV. Gen. n. 568.
Kelch .5-blättrig._ Kronblätter 5, 2;gespaltcn oder 2-theilig.
Staubgefässe 10 (5. 3.). Griffel 3. Kapsel 6 -spaltig aufsprin-
gend. Geschl. Syst. X. 3.
Ein- (Art.2. 6. 7.) oder mehrjährige (Art. 1.3 — 5.) Kräuter mit gabel-
thciligem Stengel, breitplattigeu oder schmalen, grasähnlicheii Blättern.
Blüten auf langen, sperrigen, nach dem Blühen abwärts gerichteten
102 ALSINEAE. §tellaria.
Stich'ii, in i-ml- oder selteiistäiuligcn Triigtlohlcii , seilen einzeln. Kro-
nen >veiss.
• Stengel r»«.!.
1. S. ■tenioriuii. MMainSternmiere, Stengel schlall auf-
steigend, schwach langhaarig; lUatter herzförmig- eirund, zuges|titzt,
untere laug gestielt, oherste sitzend, Rronblaller doppelt so lang als
die Kelche.
LiisN. Sp. pl. 603. Chi. hau. 196. Koch Syn. I. 1-29. IIeichenb. Ic.
f. 4906. Fl. dan. t.-271. Engl. hot. t. 92.
In Hainen, Gehiisehen und lichten ATäldern, auf huinosem feuchtem
Boden, l>esonders in der ^'ähe von Quellen und Bachen, ziemlich häufig.
Mai bis iluli. — Juli, August.
Stengel 1 — '2' Loch, schwaeh, zerbrcelilicli , unten J;nicliig, oben sperrig- galjeltheilig.
BLittcr i— 1'/.," Ijrcit, zartkrauti'g, Lellgriin . an <len Blütensticlen in UcikbL-itter gleicher
Substanz iil.crgohend. Bluten ansehnlich, >on 8'" im Durchmesser. Kapsel länglich, langer
als der Kelch.
Ä. S. media. VogelSternntiere* Stengel nicderliegeud,
mit gliedweise wechselnder einseitiger llaarlinie ; Blätter eirund, kurz zu-
gespitzt, untere gestielt, oberste sitzend, KronLliitter kürzer oder so
lang als der Kelch.
ViLL. Ilist. d. pl. d. Dauph. III. 615. Chi. hau. 197. Koch Syn. I. 129.
Beicheinb. Ic. 4904. Engl. bot. t. 537. Alsine media Lian. Sp. pl. 389.
Sturm Deutschi. Fl. II. 1. Hayxe Arzneigew. II. T.47. Fl. dau. t. 4.38. 525.
Auf Gartländern, Äckern, Brachen, Mauern, Dächern und an Wegen,
auflockern! etwas humushaltigem Boden, als eine dem Menschen folgende
Pflanze überall verbreitet. März bis in den Winter. — April bis in
den Winter.
Stengel an den untern Gelenken wurzelnd, mit den Spitzen aufstrebend, schwach,
knickig und zerbrechlich. Blüten meist einzeln in den Blattachseln. Staubgefässe meist •'>
Kapsel eiförmig, eti^as länger als der Kelch. — Variirt an nassen schattigen Orten durch
üppigem hühern Wuchs, Kronblätter so lang als der Kelch und 10 Staubgefässe (S. ne-
glecta Weihe. ReicHENB. Ic. f. 4905.) und kommt als Missbildung ohuc Kronblatter ^or.
" Stengel 4-kantig, Blätter an den Kanten sitzend.
3. S. Holostea. NelTeenhlättrige Sternmiere, Sten-
gel ansteigend; Blätter schmal lanzettförmig, lang zugespitzt, am Bande
und Kiele schärflich; Kelchblätter halb so lang als die Kronen und so
lang als die kugelige Kapsel.
LiNN. Sp. pl.603. Chi. hau. 197. Koch Svii. I. 130. Schk. Ilandb.
I. T.122. Fl. dan. t. 698. Engl. bot. t. 511.
In Hainen, lichten Waldungen und an Hecken, auf grasigem trocke-
nem Boden, häufig. April bis Juni. — Juni, Juli.
Stengel 1 — 1 V/ lioch , an den untern Gelenken wurzelnd, an den Knoten etwas an-
geschwollen und nebst dem Blattkiele mit einzelnen Härchen besetzt. Blätter starr, saftlos,
fast wagerecbt abstehend, unteie zurückgeknickt, an den Blütensticlen in krautige Deckblätter
übergehend. Blüten von 6'" im Durchmesser.
4. S. glauca. Meergrüne Stemniiere* Stengel auf-
recht, Blätter lineal-lanzeltförnlig, spitz, unbehaart, Deckblätter durch-
scheinend-trockenhäutig; Kelchblätter 3-nervig, kürzer als die Kron-
blätter und so lang als die cllipsoidischc Kapsel.
VI'ith. Arrang. of the veget. of G. Brit. 420. Chi. han. 197. Koch
Syn. I. 130. Sturm Deutschi. Fl. U. 63. Beichenb. Ic. f. 4909. Engl.
l»ot. t. 825. S. graminea ß. Li>n. Sp. pl. 604.
Auf Wiesen, an Flüssen, Teichrändern und Gräben, auf nassem
sumpfigem Boden, häufig. Juni, Juli. — Juli, August.
Stengel 1 — 1 '/j' hoch, steif. Blätter dicklich, nebst dem Stengel »öllig kahl und
Stellaria. AI.SINEAE. 103
liald niclir bald »enlgei liecLtblaii ai.gcljiifcn . an scl.alligru Oittn grasgrün, uhnc Duft
(S. Dillcniana MoNCH. REICllENB. lo. f. 4910. S. glauca v. »irens Chi. Iran.). Blüten
»ou 6'" im Diircliinesser. — Variirt mit um ein «rillheil kleinern Blüten.
5. S. graiuinea. Gras . Sternmiere, Stengel ausge-
breitet; Blätter lineal- lanzettförmig, zugespitzt, an der Basis winipei-ig,
Decliblätter clurcbscheiuend- trockenhäutig; Keleb 3 -nervig, so lang als
die Kronblätter, bürzer als die längliche Kapsel.
LixiN. Sp. pl.604. Chi. ban. 198. Kocu Syn. I. 130. Sturm Deutschi
Fl. H.63. «EICHENE. Tc. f. 4911. Engl. bot. 't. 803.
b. Friesiaiia. Hie Ffies'sche. Blätter schmäler, nebst dem Sten
gel am Bande schärllich; Kelchblätter schwach 3 -nervig.
S. Friesiana Ser. in De Cand. Prodr. I. 397. Kocu Syn. das. S.
longifolia Fries ]>ot. ed. 2. 117. Svensk. bot. t. 506. Keichenb. Ic.
f. 4912 (unge«öhnlieh schmalblätirig). Fl. dan. t. 414 (S. gramiuca c). S.
graminea v. scabriuscula Chi. ban. das.
Auf A\iesen, an Wegrändern, Hecken und Feldbüschen, auf magerm
trockenem lehmig- sandigem Boden, häufig; die Spielart im Sandboden
der Küstenländer und Inseln (Hn. Nordernei, Juist — ; Lb. bei Crummesse).
Stengel oft bis zu 2' verlängert und gestreckt liegend. Blatter am durchscheinend - knor-
peligen Rande meistens glatt, auf dürrem Standort aber auch unter der Loupe sehr fein
serrulirt- scharf, stets hell grasgrün. Tnigdoldcn rcichblütig, Blüten lang gestielt. Variirt
mit grössern und kleinern Blüten, mit mehr oder weniger zugespitzten, und mit nur schwach
3- nervigen Kelchblattern. Spielart b. niedriger und zartstengeliger , Blatter schmäler, nebst
dem Stengel am Rande meistens stärker aägezähnig - schärflich. Blüten in Trugdolden oder
auch einzeln, Seitennerven der Kelchblätter oft fast verschwindend. — An schwedischen
Exemplaren von FRIES selbst kommen deutlich 3-nerWge Kelchblätter in einigen Blüten vor,
und lappländische Exemplare zeigen serrulirte und glattrandlgc Blätter, auch 3 -nervige
Kelchblätter.
6. S. uliginosa. Sunipf.Sternniiere. Stengel ausgc
breitet, später durch Verlängerung die Blüten überwachsend , Blätter
elliptisch -lanzettlich, Deckblätter durchscheinend -trockenhäutig; Kelch-
blätter schMach 3 -nervig, länger als die Kronblätter und so lang als die
längliche Kapsel.
MuRRAY Prodr. stirp. gotting. 55. Chi. han. 199. Koch Syn. T. 131.
Sturm Deutschi. Fl. H. 1. (S. Alsine). Engl. bot. t. 1074. Larbrca uli-
ginosa Reicuenb. Ic. f. 3669. S. graminea ;'. Linn. Sp. pl.604. Fl. dan.
t. 415 (S. graminea b.).
In Hainen und Waldungen, auf sumpfigem Boden, an Quellen und
nassen Stellen, häufig. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel meistens 3 — Ö", bisweilen 1' lang, liegend oder ansteigend, nebst den Blät-
tern dicklich, unbehaart und graugrün, diese h — 6'" lang, 2'//" breit. Trugdolden wenig-
blutig, durch Fortwachsen des obersten Stengeltriebes später seltenständig. Blüten klein.
Variirt mit stark .3-ner.igen und fast 1 -nervigen Kelchblättern.
9. S. crassiifolia. mcleblättrige Sternmiere. Sten
gel straft" aufrecht, später durch Verlängerung die Blüten übervvachsend;
Blätter elliptisch - lanzettlich , Blütenstiele einzeln ohne Deckblätter.
Kelchblätter schwach 3- nervig, kürzer als die Kronblätter und die läng-
liche Kapsel.
Ehrh. Beitr. III. 60. Chi. han. 199. Koch Syn. I. 131. Fl. dan.
t. 978 (S. humifusa Kleine im Grase gewachsene Form). Larbrca craSslfoHa Bei-
chenb. Ic. f. 3667.
In Sümpfen und an Landseen, auf torfigein Boden, selten (Pr- f^-
Lippstadt, etwas ausserhalb der Gebietsgrenze bei Coesfeld anderBerkel,
ferner bei Bielefeld in der Senne — ; Hh. Seeburgersee unweit Göttin-
gen, Mellendorf im Lüneburgischen —; HL; Lb.; Mh. Neustrelitz zvyl-
schcn Zicrcke und Torwitz, hinter dem Glamb. See. Schwerin beim
104 AliSlNEAE. iNoenchia.
Pulvertlmriiu', INeuhraiidciihiirg auf den Birlilxiscliwiescn, Kiichnw — ).
Juli, August. — SeptemluT.
Stengel 6 — 8" hoch, meist einlach und straff aufrecht. Im Grase oft ästig un<l schiv.uh,
nelist ilcn Bliitfrrn unbehaart und hlaulich- grün , im Grase grasgrün, letzlere »on Form nud
Grösse der Blätter von A.6., alier dichor und steifer mit sehxviclig angeschwollener Spitze.
Blütenstiele stets einzeln in den Blattaehselii. Blüten dojr|ielt so gross als an A. 6. Keldi-
hlätler mit einem Miltelnerv und '2 sch»acliiTn Seitcnnerien , die hald mehr bald weniger
ausgebildet sind.
GEJnJEBBZICHES.
Ökonomisches* ^vl. 1 und 6. ah Futter für Stiiboivötji-l be-
liebt. Art. 3 — ö. xverden ijern vom Vieh tfef'ressen.
lO. IflOEIVC^HIA. mÖX^CMEM,
EllRH. Beilr. II. 177.
Kelch 4-l)lältrIg. Kroiihlatfcr 4, ganzrandigs Sfaul)gefasse
4 (8). Griffel 4. Kapsel 8-zälinig aufspringeiul. Gcschl.
Syst. IV. 4.
Einjährige, unbehaarte Kräuter mit aufrechtem, entfernt stehende
Blattp-iare tragendem Stengel. Itiüten langgesfielt , einzeln oder in
wenighlütigcn Trugdolden. Kronen weiss.
1. ]?I. erecta. Jiufrechte JVLönchie» Stengel aufrecht,
1— 2-Llütig; Kelchblätter länger als die Krone, Grilfel auswärts gekrümmt.
Fl. d. Welt. T. 219. Koch Sju. I. 131. IIetchenb. Ic. f. 4953. Sa
gina erecta Link. Sp. pl. 185. Fl. dan. t. 845. Engl. bot. t. 609. Are-
naria erecta Chi. han. 202.
An grasigen Hügeln, Ilolzrändern und in lichten A^orhölzcrn, auf
sandig -magerm sonnigem Boden, im süd- östlichen Theile des Gebiets
ziemlich häufig {Pv. ]>auniburg, IMebra, Steigra, Keinsdorf, Eisleben — ;
Ati. Zerbst — •; Schw. Brüchenthal, am Passberge, Franhenhausen — );
weniger häufig im südlichen Theile {Hn. Grafschaft Höllenstein, Göttin-
gen, Gross -Schneen, Münden, Moringcn); seilen im nördlichen Theile
{Hn. am Schwarzenberge bei Harburg). April, 3Iai. — Juni, Juli.
Stengel l'/j — "2" hoch, steif, einfach, wenige rosetfenarligc lineal - spatelförmige Wur-
lelblalter und 'Z — 3 Paar schmale länglich -lanzettförmige Stcngelblätter tragend. Blüte
einzeln oder eine zweite in der obern Blatt]>aarachsel. Kelchblätter aufrecht, lanzettförmig,
scharf zugespitzt mit breitem veissLäutigem Saum. Kapsel walzig.
11. JTiAiiACHiuiTi. nmECMun^u'r.
FKIES Fl. Halland. 77.
Kelch 5-hlätfrig. KronhläUer 5, 2-Uicilig. Slauhgefässe
10. Griffel 5. Kapsel mit 5, au t^er Spilze 2-zähnigeii Klap-
pen aufspringend. Gesclil. Syst. X. 4.
Mehrjährige, schlafle, Aveiche Kräuter mit schwachem oben wie-
derholt gabellheiligem Stengel und lueiten Blättern. Blüten in endstän-
digen beblällerlen Trugdolden, auf nach dem Blühen abwärts gerichte-
ten Stielen. Kronen weiss.
1. ]?I. aqnaticiun. W^asser-Jf^eichlcraut. Stengel am
Grunde liegend und wurzelnd, Blätter sitzend herzförmig - eirund , obere
zugespitzt. Kapsel kaum länger als der Kelch.
Fries Fl. Halland. 77. Koch Sjn. I. 132. Beichenb. Ic. f. 4967.
Ceraslium aquaticum LiisN. Sp. pl. 629. Schk. Handb. 1. T. 12.J. Fl.
dan. t. 1337. Engl. bot. t. 538. SlcUaria a.juatica Chi. han. 196.
An Bächen, Sümpfen, Teichrändern, zwischen Gebüsch, auf nassem
humushaltigem Boden, häufig. Juni bis August. — ■ August, September.
Stengel 1', nn Gras und Gebüsch sich anlehnend bis 3' lang, unten kahl, nach oben
III, nebst der sperrig ausgebreiteten vielblütigcn Trngdolde, drüsig - haarig und hlchcrig.
Ceiastiam. ALSINEAE. 105
Blätter zartkrautig, an Llütcnlosen Tiichea gestielt. Kelclihlatter eirund, gegen die stiiinjifc
Spitze >erseliiuälert, Kronblättcr doppelt so lang als der KeUli. — ÄLiilicIikeit mit Stellaria
ncmorum und mit üppigen Eiemplaren von S. media.
OleonomiSCheS* fJ^ird tjcm vom Fich gefressen.
I.IXN. Gen. n. hS^.
Kelcli 5-hläftrig. KroaLlätter ö, 2-theilig ofler gespalteti.
Staubfi-efässe 10. Griffel 5. Kapsel ffekrümmt, lO-zalinifi-auf-
springeiitl. Ijesclil. ayst. A. i.
Ein- (Art. 1 — 4.) oder melujälu-igc (A. .5.), ausgebreitet- stengeligc
oder locker huschelige, hehaarte, oft drüsig-kleherige Kräuter, mit melir-
fach gestalteten, sitzenden oder in einen kurzen Blattstiel verschmälerten
Blättern. Blüten in traubcn- oder rispenartigen Trugdolden. Kronen
weiss.
•j- AVurzcI 1- oder --jährig. Kronen ausgebreitet.
1. C. $::loineratiini. Knäulblütig es Mornkraut.
Stengel aufrecht oder ansteigend; Stengelhlätter oval, Blüten geknäult,
Fruchtstiele so lang oder kürzer als die härtigen Kelclihlätter , gerade,
Ka])sel doppelt so lang als der Kelch.
Thlill. Fl. par. 225. Koch Svn. I. 132. Sturm Dcutschl. Fl. II. fi3.
C. vulgatum Linm. herh. Chi. han.'20O. Beiche.nb. Ic. f. 4970. Engl. hot.
t. 789.
Auf Äckern, grasigen Plätzen und "Vliesen, auf frischem sandigem
und lehmigem Boden, häufig. Mai bis August. — • Juni his September.
Grau- gell) giün, dielit und kurz beliaart, liald drüsig- fcleberig , bald obne Hrüsen.
Stengel 6 — 8 — li" lang, stark. Blätter breiter als an sämmtlicben lolgendeu .irten. Deck-
blätter krautig. Blütenkuäulc uacb deui Blühen locker. Blutenstiele gerade, Kronblätter
60 lang als der Kelch.
H. C bracliyiietaliuii. Bärtiges BornTeraut, Sten-
gel aufrecht oder ansteigend; Stengelblätter länglich - oval ; Blüten der
ohern Verzweigungen gehäuft, Fruchtstiele 2 — .3mal so lang als die bär-
tigen Kelchblätter. Kapsel um die Hälfte länger als der Kelch.
Desportes in Pers. Svn. I. 520. Chi. han. 201. Koch Svn. I. 1.32.
Reichenb. Ic. f. 4971.
An Hügeln, Felsen und auf grasigen Plätzen, selten {Pr. Naumburg,
Bothenburg, Aschersleben — ; Pr. fV. Bielefeld — ■; Bs. am Bielsjein
unweit Albungen — ; Hn. Othfrescn am Bärenkopfe — ; Ml;.). 31ai bis
Juli. — Juni bis August.
Bläulich - graugrün, mit «eisslichen, ungleich langen, tostig- zerstreucten Haaren besetzt,
meistens ohne, seltener mit Drüsen. Stengel 6 — 8" hoch, schlank und schwach. Deck-
blätter krautig, Blüten kleiner und bedeutend schmäler als an A. 1. Kronblätfer kürzer
als der Kelch.
3* C ij^eiiiidecaiidriini. Kleines Mornkraut» Sten-
gel auf.echt oder ansteigend; Blätter eirund; Blüten gehäuft, Frucht-
stiele doppelt so lang als die am durchscheinend- trockenhäutigen ausge-
hissen-gezähnelten Saume unbehaarten Keb^hblättcr, Kapsel fast doppelt
so lang als der Kelch.
LiNN. Sp. pl.G27. Chi. han. 202. Koch Sjn. I. 133. Sturm Deutschi.
Fl. H.63. Beiciienr. Ic. f. 4968. Fl. dan. t. 1212. Engl. bot. t. 1630.
Auf Äckern, Brachen, Triften und Grasplätzen, auf trockenem san-
«ligem und lehmigem Boden, häufig. April liis August. — Juni bis
September.
Graugrün, kurz und diclilhaarig . drüsig -klckerig, selten ohne Drüsen, sehr selten ganz
106 A1.SINEAE. Cernstiuni.
Kahl. Slcngcl 2 — 5" buch. DcckMiilter zur Hälfte trückiiiLiiulig. Fruclilslicle incisiciis
abwärtsgckiümml. Kroiiblattcr so lang oder wenig kürzer als der Keleb. Variirt mit gelb-
liebsriiiieiu seltener bläulicbgrüneni Kraute, mit mehr oder minder breitem häutigem Antheilc
der Deck- und Kelchblätter, aueh mit grossem und kleinern Uluten.
1. C triviale. Gemeines MKornTcraut. Stengel anstei-
gpiid; Bliittcf läiiglicli oder eiriiiid- laiiglk-li; BliiJeii der ol>eru Verzwei-
gungen gehäuft, Frucbtstiele andcrtliallt Iiis zweimal so laug als die am
durchscheinend -trockenbäutigcn Saume unlteliaarteu KelcliJdätter , Ka|>sel
doppelt so lang als der Kelch.
Link Enum. hört, herol. I. 433. Kocu Syn. I. 133. IUichenb. Ic.
r. 4972. C. viscosum Linn. Ilerb. Chi. hau. 201. Engl. bot. t. 790.
Aul' >'^'iesen, ^Veiden , Äcbern, an W^-grändern und in Yorbölzern,
auf trocbeuem und feuchtem sandigem und lehmigem Boden, sehr haulig.
April bis in den November. — > Mai bis ebendabin.
Meistens dunkel - graugrün und feinhaarig ohne Drüsen, bisweilen stark drüsenbaarig und
kleberig, selten ganz kahl. Liegende Seiteniricbe bisweilen wurzelnd. Stengel 4" bis 1'
lang. Deckblätter krautig oder nach der Spitze zu trockenbäutig gesäumt. Variirt, abge-
sehen von der Bekleidung, stark- und zartstengelig, mit mehr oder minder breiten Haut-
rändero, mit grössern und kleinern Blüten und Kapseln, und mit grössern Kronblättern im
Vcrhältniss zum Kelch. —
Cerastium piimilum, im Gebiete der Flor aufgenommen, habe ich nur für Formen
bald von C semidecaudrum, bald von C. triviale anerkennen können.
•J--J- AVurzel mehrjährig. Kronen glockig.
5. C arveiise. Feld ' MtornJcr auf» Stengel ansteigend
mit unten wurzelnden ]>iel>eiisteugeln , Biälter lineal - lanzettförmig oder
lineal ; Kronen doppelt so lang als der Kelch.
LiNN. Sp. pl.628. Chi. bau. 200. Kocu Syn. T. 135. Schk. Handb.
1. T. 125. Sturm Dcutschl. Fl. U. 8. Beichenb. Ic. f. 4980. Fl. dan.
t. 626. Engl. bot. t. 93.
An Wegen, Acker- und Wiesenrändern, auf Triften, auch in lichten
W^aldungen, auf niagerm grasigem und trockenem Boden, sehr häufig.
April bis Juni. — Juli, August.
Flaumhaarig, nach oben zu auch wohl drüsig, seltener fast glatt. Deckblätter mit brei-
tem Haulrandc. Blüten meistens zu 3 stehend, Blütenstiele stets aufrecht. — Ändert ab mit
6 — 10" hohem ansteigendem oder straff aufrechtem, meist breit- und kurzblättrigem und (in
Waldungen, zwischen Gebüsch) mit 2 — 2'/.,' langem, schlaffem, liegendem Stengel und
schmal linealen Blättern.
GE 1VKRSZ.ICJIEM.
OleonOfniSCheS» ^irt. 4 und 5. fJ'cidenpflanzcn ziucitcr Güte.
Wie die Silcneen und Alsineen unseres Gebiets nach LtNNE sehen Principien ver-
mittelst sichererer Charaktere in Gattungen gebracht werden können, während die hier bei-
behaltene Eintbcilung neuerer Botaniker im Gründe nur dem Habitus huldigt, habe ich.
unter Angabe der Gatfungscharaktere , in der Chloris hauoiorana nachgewiesen.
XIV. EliATIMEAE.
CambeSSKDES in Mcni. d. Mus. I. 22.'>.
Kelch 3, 4, 5-tlicilig. Kronblätier 3, 4, ö, mil den Kelcli-
theileii abwecliselnd, nelist den Staubgefässen unterständig.
Diese von der Zahl der Kronblättcr oder doppelt so viele.
Fruchlknole frei, 3 — 5-fäeheria;, nii^t eben so vielen kopfför-
migen IXarben auf freien Griffeln. Kapselfacher auf dem Rii-
Elatine. EliATlNEAE. 107
ekeii aufspringeiul. Samenpolster iniüelstäiulig-. Samen vvalziff,
eiwcMSslos, das lange WürzelcJien tleni Nabel zngewandt. '—
Biälter gegen- oder wirtelständig, ohne Nehenhlätter.
Torkoniinen. Auf tlein Wasserübertritt ausgesetztem Ulerbotlen.
1. EliATI^E. TÄNNMIi.
LiNN. Gen. 11. Wl.
Keleli 2 his i-theilig. Krone 3 bis 4-blät(rig, nill einfachem
oder doppeltem Staubgefässkreise. Kapsel 3^ — 4-iäeherig, viel-
samig. Gesehl. Syst. VJII. 4.
Ein- (Art. 1 — 3.) otler inebrjäluige (A. 4.), meist Ideiiie, unbebaartc
Kräuter mit saftig-dicklichen Blättern. Blüten einzeln in Jen Blattwinkeln.
1. E. Hydropiiier. Pfeffer-liinnel. Blätter gegen-
ständig, lang gestielt; Blüten sitzend, Kronen 4-blättrig und 8-männig;
Samen bufeisenartig gekrümmt.
LiNN. Sp. pl.527. Cbl. ban. 103. Koch Sjn. I. 137. Scuk. Ilandb.
T. T. 109.b. Fl. dan. t. 156. E. Scblmbriaiia Drev. u. Hayne Bilderb.
T. 71. 4.
Au Fluss-, Bacb- und Teicbufein, aucb an moorigen Stellen, vor-
züglicb auf Sandboden, liier und da intermittirend vorkommend {Pr.
Halle am Saaleufer, Wittenberg aniAngertcich; Pr./7^'. Bielefeld zwischen
Kesselbrink und der Ziegelei? Aschoff — ; Ol. Dötlingen, Hatten, War-
denburg — ; Hn. Eibufer diesseit Hamburg, an der Lese — zwischen
Lesum und der Burg, im Moor liei Euten — ; IIb. Barmbeck — ; Lh.
Bramfelde, Poppenbütteler Schleuse — ; Mk. Mechower See, See zu
Horst, Tessin, Kahuenfelder See, Ludewigslust — ). Juli bis Septem-
ber. — August, September.
Stengpl 1 — ;i" lang, liegend, venvoncn astig und wurzelnd. Blätter l'/^'" lang,
Sflimal Spatel -lanzeHförinig in den etwas längern Ulattsliel versclimalert. Kronen hlass-
idtlilicli. Kapseln flacligedriiekt mit vortretendem Mittelpnnct, das bleibende Mittelbäiitclicn
durch die Scheidenände geflügelt. Samen 2- schcnkelig /.nsaiumengcdriieht, krustig, ge-
gittert, gclblicL. — Ähnelt, wie die beiden folgenden Arten, lilcinen Formen der Montia
lontana.
'%, E. triaiidra. nreimänniger Vännel, Blätter ge-
genständig, fast sitzend; Blüten sitzend, Kronen 3-blättrig und 3-niän-
nig; Samen bogenförmig.
ScHK. Handb. 1. 345. T. 109. b. Koch Sjn. I. 1.37. Sturm Deutschi.
Fl. H.3. Drev. n. Hayne Bilderb. T.71.B.
An Fluss-, Bach- und Teichufern, auf überschwemmtem Boden, sehr
selten {Pr. Wittenberg am EUmfer über der langen Reibe — ; üb. am
Elbufcr? IIübeiver). Juli bis September. — August, September.
Gesammtansehen der A. 1. doch meistens fast doppelt so gross und stark. Blätter schmal
umgekehrteirnnd-länglicli, sehr kurz gestielt. Kelch "i - theil ig, Krone blassrölhllch. Kapsel
in der Mitte nabelartig eingedrückt. Samen durch schwache Kritminiing wenig von der ge-
raden Linie abweichend, meist röthlicli.
3. E. Iiexandra. Sechsntänniger Vännel, Blätter
gegenständig; Blüten gestielt, Kronen 3-blättrig und 6 -männig; Samen
bogenförmig.
De Cand. Fl. franc. YI. 609. Ic. pl. rar. Gall. t. 43. f. 1. Kocii Sjn.
I. 1.37. Reichenb. PI. crit. f. 599. Vaill. Bot. pav. t. 2. f. 1. E. tripe-
tala Sm. Engl. Fl. TT. 243. E. Hydropiper ß. Linn. Sp. pl.527.
An Fluss-, Bach- und Teichufern, auf überschwemmten Stellen, sehr
selten {Ol. Neuenkirchen vor dem Stickteiche. Hb. Eibufer? HtBEivER.
Bm.? TIeiiveken. Ol. Varel). Juli, August. — September.
Gesammtansehen der A. 2. docli zarler. Fruchtstiele mindestens so lang als die
K.<pscl.
108 lilNEAf. Linuiii.
4. K. Als«inastrum. Huirlblättriger Vünnel. Blat
ter wirtelstihulig.
LiNN. Sp. ]>l.726. Chi. Lau. 101. liocii Syn. I. 137. Dietr. Fi. icgn.
Roruss. Ylll. 574. A aill. ßol. par. t. 1. 1". 6.
Iii Seen, Teichen, Grähcii und Sümpfen, selten (/V. llallesche Flor:
Wallendorf, 01>eithau, Eiinlitz — , >\iltenl.eig Lachen am EIhnfer — ;
Hn. llildesheim in der ]>iahe des Fnteiifanges in Ael;ergräl>en , Wasser-
ufer zwischen Ilastede und Arhcrgen— : Bm. llastedl; Hb.? Hibkner.
iW/f. Mechowcr See, hinter Wulhenzien — ). Juli, August.— Septemhcr.
Wiirzclstock kriechend. Stengel 6 — 12" boeli , <Uck , k..ntig, kurzgegliedert. schwim-
mend oder aus dem Wasser emiiorstelgend , seltener erdstiindig. t'ntere Biälter schmal
llncal in 8 — 12 -blättrigen Quirlen, ol.erc eirnnd in 3 - blättrigen Quirlen. Kronen grün-
llch«ciss. Samen fast gerade, gefurcht und .|nergerunzelt. — Hat Ähnlirhlieit mit Uii--
puris vulgaris.
DE CanD. Tiieor. cd. I. 217.
Kelch 4 — o-blätlrig oder -thcilig, bleibend. Kronblättei-
4—5, iinteisläiulia;, in der Knospeiilage links gedrehel, hin-
fällifi:. StaubgefJisse 5, an der Itasis in einen Ring verwachsen,
mit 5 unausgebildeten borstenförmigen frägcrn abweclisehul,
die den KronbläUern gegenüber stehen. Fruchtknote frei, mit
so vielen selten mehrern Fächern als Kelchlhcilen. Fächer
1-eiig, mit hängenden Eichen. Griffel 4— 5. Samen eiweisslos.
Kein? gerade, das kurze Würzelchen zum Nabel gewandt.—
Blätter nebenblattlos.
Vorkommen. Mehrere hallislet oder kalhhold, andere sandigen oder
doch leichten IJoden liehend, wenige dem Seestrandc angehörig.
Gehalt. In den Samen Schleim, der seinen Silz in der Oberluiut hat,
und ein f'ettc.i, austrocknendes Öl vorwaltend, im Kraute ausnahmsweise
ein abführender bitterer Kxtraetivstoff'.
1. lilJ^IJM. JjEMN,
I.fTVN. Gen. n. \^6.
Kelch 5-blättrig. Kronblätter 5. Kapsel 10-fächerig. Ge-
schl. Syst. V. 5.
Ein- (A. 2.) oder melirjährige (A. 1.) Kräuter (seltener Stauden).
Blätter wcchscl-, selten gegen- oder wirlelständig. Blüten meistens in
Trugdolden.
1. li. teiuiifolimii. Schmalblättriger Iicin. Blätter
gedrängt wechselständig, lineal und zugespitzt.
LiNN. Sp. pl. 898. Chi. han. 92. Koch Syn. I. 139. Reichenf.. Ic.
f. 5165. Jaco. Fl. anstr. III. t. 215.
An sonnigen, dürren Hügeln, auf Kalk- oder Saudhoden, im süd-
lichen Gebietstheile selten und in der Linie des südlichen Sollings und
nördlichen Harzes die ISordgrenze der Gesanuntverbreitung erreichend
{Pr. Querfurt linlis von der W^indmühlc, Sclnvarza, Dillstädt — ; Schw.
Fussweg von Kindelbrück nach Franhenhausen ; Schala bei Rudolstadt — ;
Hn. zwischen Lippoldshansen und Atzenhansen, llenieln, zwischen Göt-
tingen und Uohringen, Weender Papiermühle, zwischen Lenglern und
Harste — ). Juli, August. — September.
Stengel 6"— l' hoch, aus gekrümmter Basis ansteigend, steif, hart, oben trugdoldig
äslig, nebst den aufreclilen , starren, fein sägezähnigen Blättern matt grangrün. Kronblättrr
gross, umgekehrteirund mit kurz, vortretender Spitze, blassrosa oder lila in weiss verbleirhend.
Radlola.
I.INEAE. 109
«. li. cathapticuni. Purgier-Itein, Jilätter gcgenstän-
diff, untere niiiselifhiteirund, obere länglich- lanzettförmig.
LiNN. Sn. pl. 401. Chi. han. 93. Koch Syn. I. 141. Schk. Handb.
I. T. 87. Ueichenb. Ic. f. 515-3. Engl. bot. t. 382. Uayne Arzneigew.
Yllf. T. 18.
Auf Wiesen, Grasplätzen und Weiden, auf humosen» feuchtem oder
frischem Boden, überall verbreitet. Juni bis August. — August, Sep-
tember.
.Stengel zait, fast fadenförmig, o).en gabelig- äsUg. Blatter am Rande scharflich , dun-
kelgrün. Kronblatler klein, spateiförmig, iveiss mit gelhlielier Basis.
«. RAVIOTiA. XWEinGJjEIJV.
GmEL. Syst. nat. II. 289.
Kelch 4-spalliff, mit 2— 3-spalli^en Zipfeln. Staiihgefässe
4. Kapsel 8- fächerig. Geschll Syst. IT. 4.
Einjährige, zarte, hleine, unbehaarte Kräuter mit gabcligen Asten.
Blätter gegenständig. Blüten gabel und endständig, einzeln.
1. R. ITIillegrana. Vielleörniger Zwergiein. Blät
ter oval und lanzettlich, ganzrandig oder gegen die Spitze entlernt gesagt.
Sri. Fl. brit. 1.202. Chi. han. 93. Beichenb. Ic. f. 5152. Engl. bot.
893. B. linoides Koch Syn. I. 141. Linum Badiola LiisN. Sp. pl. 402.
Fl. dan. 1. 178. ^ ,
Auf Weiden, Ackern und in lichten Holzungen, aut dem \^ asser-
übertritt ausgesetztem oder doch feuchtem Sandboden, häufig und stets
gesellig in kleinen Ueerden. Juni bis August. — August, September.
Stengel fadenförmig, meist röllillch, mit den schon von der Basis ausgehenden, sperrigen
Ästen kleine, 1—2'//' l'ohe , im Lufthauehc l.ewegliche Büschel bildend. Blüten klein
gestielt, aufreebt. Kronblältcr nmgekebrteirund , weiss.
XVI. IWAIiVACEAE.
Ji:ss. Gen. 271.
Kelch o-spaltig mit klappiger Kiiospenlage, meist mit kelch-
artiger Hülle versehen. Kronbläfter 5, mit spiralig-gedrehe-
ter Knospenlage, nebst den Staubgefässen iinterstandig. Wiese
meistens unbeslimmt viele; '1 räger an der J5a.sis in eine Uohre
verwachsen; Beutel, der in Querrichtiing verbundenen Bacher
weeen, scheinbar 1-fächerig, mit einer halbkreistormigen Langs-
ritze aufreissend. Fruchlknote niedergedrückt- kreisrund, 5-,
10- oder mehrfacherig, Fächer an dei- Achse unter sich oder
an einer aus dem Fruchtboden aufsteigenden Säule qiurlstandig
verbunden, 1- oder vieleiig. Griffel so viele als Jacher. »a-
men ohne Eiweiss. Keim fast gerade, das walzentormige, W ur-
zelchen zum Nabel gewandt, Keimblätter uni;egelmassig zu-
sammengefaltet.— Blätter wechselständig, mit i>ebenblattern.
Torkoninien. Humus- und Salze haltigen Boden liebend.
Gehalt, Durch einen starken Gehalt an Schleim und Gummi in allen
Theilen, am reichlichsten jedoch in der IVurzel, ausrjezeichnet , worin
sieh auch Althäin (Asparaf/in) findet. In den Blüten ausserdem etwas
Bitterstoff und Gerbesäure? und in den Samen fettes Ol. Mehrere Arten
durch einen Bisamrjeruch bemerklieh.
t. ITIAIiVA. MA.XiVm,
LiNN. Gen. n. 841.
Kelch 5-spaltig, Kelchhülle 3-blättrig. Kapsel vielfächerig.
110 MAE.VACEAE. Ittalvn.
Fächer als INüsschen sieh cin/elii ahlosciul, 1-saniiff. Gesclil.
Syst. XVI. 5.
Ein- (Art. 4. 5.), zwei- (A. 3.) oder inehrjaliiige (Art. 1.2.) Rräiifcr,
Stauden oder Sträuclic. Itliitter meistens lappig oder hnndluruiig ge-
theilt. BliUen einzeln oder Jȟscliehveise in den lllattwinkeln.
1. ]?I. AIcea* Hosen- Malve, Stengel aulVeeht; "Wiirzel-
l)lätter herzJ'örniig-rundlieli mit lappigem Saum, Stengclhlätter liand-
förniig-5-tl(eilig mit eingeschnittenen oder eingeschnitten -gezähnten 7A-
i)fein; Bliitenstiele und Kelche filzig; ZNüsschen gekielt, kahl.
LiKN. Sp. pl.97I. Chi. han. 66. Koch Sjn. F. 141. Schk. Ilandh.
II. T.192. a. llEicuENB. Ic. 1". 484-2. Fl. daii. 1. 1882. IIayne Arzneige%v.
II. T.30.
An grasigen Hügeln, Hecken, ^Waldrändern und zwischen (lel)üseh,
auf lehmigem Boden, ziemlich häufig. Juni liis August. — Si'ptemher.
Slciigfl '2 — .'i' liocil, sfarl; , biisclielliaarig. Kronen ^on "2" im Diircliniesscr , ausgc-
srLweift oder aiisgcselinideii , blassrosenrolli olinc solir uierklieiien Geruch.
IS. ^t. tno!^eUata. Bisant'Malve. Stcugel aufrecht; Wur-
zelhlälter herzförmig- kreisruud, eingeschnitten -gelappt, Stengelhlätter
5-theilig mit eingeschnittenen lineal -fiederspaltigen oder doppelt -licder-
spaltigen Zipfeln, Blütciistiele und Kelche rauhhaarig; ]\üsschen dicht-
haarig, ungekielt.
LixN. Sp. pl. 971. Chi. han. 67. Koch Svn. I. 142. Reiche.nb. Ic.
f. 4841. Fl. dan. t. 905. Engl. bot. t. 754.
An Ackerrändern, Wegen und Hecken, auf magerm steinigem und
sandigem Boden, ziemlich häufig. Juni bis August. — September.
Stengel 1 '/^ — 'i' liocIi , schlank, einfach - haarig. Kronen von 1'/./' im Durchmesser,
ausgeschnitten, blassrosenroth. Alle Theile mosrhusarlig riecliencl. Aariirt mit Blattern , die
sammtlirh eingeschnitten - fiederspaltig sind, und mit weissen Kronen.
3. ]?I. sylvestris. MOSS- Malve* Stengel ansteigend;
Blätter herzförmig- kreisrund, 5 — 7-lappig, kerbig-gesägt ; Bliitenstiele
nach dem Blühen aufrecht, nebst den Kelchen haarig, Kron]>lättcr drei-
mal länger als der Kelch.
Li.v\. Sp. pl. 969. Chi. han. 67. Koch Sjn. I. 142. Schk. Handb.
II. T. 192. a. Reichenb. Ic. f. 4840. Engl. bot. t.671. Hayne Arzneigew.
II. T.28.
An AVegen, Zäunen und Mauern, auf liebaueten Plätzen, Düng- und
Schutthaufen, auf hunioscm oder salzhaltigem Boden, sehr häufig.
Stengel bald mehr bald weniger liegend, selten aufrecht, behaart oder kahl. Kronen von
l'/^" im Durchmesser, ausgeschnitten, hellj>urj,urn mit 3 duuklern Längslinien.— Yariirt
mit weissen Blumen.
4. ]?I. vulgaris. Jf^eg-Malve, Stengel nicderliegend ;
Blätter herzförmig -rundlich, seicht 5 — 7-lappig, Blütenstiele nach dem
Blühen niedergebogen; Kronblättcr doppelt so lang als der Kelch; ]>üss-
chen eben, mit abgerundeten Iländern.
Tragus Kräuterb. 16-30. S. 292. nel>st Abbild. Chi. han. 68. Reichenb.
Ic. f. 4836. M. rotundifolia Koch Sjn. I. 142. Schk. Handb. II. T. 192. a.
Engl. bot. 1. 1092.
An \Wegen, Mauern, Zäunen, auf Gartenbeeten und Kulturländern,
auf humosem oder salzehaltigem Boden, allgemein verbreitet. Juni J»is
September. — August bis Oetober.
Blattstiel lang, Blätter ungleich gekerbt. Bliitenstiele meist zu 4. Kronen von G — 7'"
im Durchmesser, lila, gegen die Basis weisslich.
S», ]TI. rotundifolia. Mundbliittrige Malre. Stengel
niederliegend; Blätter herzförmig- rundlich, seicht 5 — 7-lappig; Blüten-
sticlc nach dem Blühen niedergebogen, Kronblätter so lang als der Kelch;
IXüsschen netzig -grnbig mit vortretenden Rändern.
Althaea. IWAI^TACEAE. Hl
LiNN. Sp. i>l. 969. Chi. han. 08. Reichenb. Tc. f. 483.}. M. horealis
Wallm. in LiLJEBL. Sv. bot. nach Fries I>ov. cd. II. 218. Reichere. PI.
crit. I. f. 38. Roch Syn. I. 143. M. pusilla With. Arrang. 612. Engl.
hot. t.241. Fl. dan. t.l825.
An Wegen, Feldrainen und Schutt, auf humushaltigem Roden, im
östlichen Theile des Gebiets, ziemlicli häufig (iWA. Wainemünde, Ro-
stock — ; Pf. Ualberstadt: zwischen den Derenburger \^ egen , im Hars-
leber Felde; "Westerhausen, Halle — ); im südlichen Theile selten (Sehiv.
Radia — ; Br. Rörniclie — ; Lp. Meienberg; Pr. fJ^. Riclel'eld, Münster
vor dem Neuthore rechts am Stadtgraben; hier die Süd -Westgrenze der
Gesammtverbreitung erreichend). Juni bis August. — August, September.
3Ieistens kleiner und Ijellgrüncr, Stengel dicker, saftiger als an A. 4. Kronen von
2 i'/a'" '"" Durchmesser, IiellfleiscLfarlien, fast weiss. Oberfl.iclie der >iissclicn mit seliarf
eingedrückten , viereckigen Vertiefungen.
Verirrte Pflanzen dieser Gattung, einzeln angetroffen, sind M. Crispa (Pr. JV . Ol.
Hb. Mh.) und M. mauritanica (Pr. JV. Mk.).
Pharinaceutisch- JfKedicinisches* Art. 3 u. 4. offieinell
(Flores Malvae vulgaris und llerba Malvae minoris 1. vulgaris). l'or-
walt. Bestandth. Schleim. Anwendutifj des lirauts und der Blüten
im Aiif'fjuss oder Ahhocliunif in Halskrankhciten u. s. w. als beruhigendes
Mittel, äusserlich zu erweichenden Umschläf/en, Bädern tt.s.w.
ÖJCOnOtniJSCheS» Art. 1.2. Zierpflanzen der Gärten. Sümmtliche
Arten yutcs f'iehf'ntter und von den Bienen besucht.
». AliTHAEA. JEMBMSCH,
LINN. Gen. n. 8-39.
Kelch 5-spaltig. Kelchbülle 6— 9-spaUig. Kapsel der vori-
gen Gatfiing. Geschl. Syst. XVI. 5.
Mehrjährige Kräuter (A. 1.) oder Stauden. Rlätter meistens mehr
oder weniger gelappt. Rlüten in den Rlattwinhcln einzeln oder büschel-
weise, auch ährenartig endständig.
•1. A. officilialilS. Ofjicineller Mihisch. Rlätter eirund-
rhombisch, nebst Stengel und Kelchen weichfilzig, untere mit b, obere
mit 3 vorspringenden F.clien, ungleich grob gesägt; Rlütenbüschel kürzer
als die Rlätter.
LiNN. Sp. pl. 966. Chi. han. 69 (Bemerk.). Roch Syn. I. 143. Schk.
Handb. II. T. 192. a. Reichenb. Ic. f. 4849. Engl. bot. t. 147. Hayne
Arzneigew. II. T.25.
An Wiesengräben, Rächen, Hecken und zwischen Gebüsch, auf feuch-
tem etwas sandigem Roden, vorzüglich gern an salzhaltigen Stellen, im
östlichen Theile des Gebiets ziemlich häufig {Mk. Wu«trovv, Markgra-
fenheide, bei dem Schnatermann, am rechten Eibufer (ehedem auch Hn.
am linken Eibufer bei Herrenhof); Br. Revcrstedt — ; Pr. Halberstadt:
Hordorf an der grossen "V^'iesenbreite, nach dem Schiffgrahenbruche zu;
Wegersicben, Egeln, Stassfurth, Auleben, Kölnic, ]>ietleben — ; An.
Schiflgral)eiibruch, Damm — ; Schw. bei der Numburg — ); im westlichen
Theile selten {Pr. f-V. Rielefeld, zwischen den Rruchgärten u. Rrannen-
bruch, Münster, zwischen Rösenzell und Albacht — ). Juli, August. —
September.
Höhe 2 — 4'. Gänzlich mit sammctartigcm grüulicligrancm Filz bedeckt. Blalf|ilalte
länger als der Blattstiel. Bltiten kurz gestielt, in wenigblütigen, gedrängten Tranben mit
nebenstehenden einzelnen Blüten, die ehern ähreoartig genähert. Kronen »on 1'2 — 14"'
im Durchiucsser, hlassrosa.
112 MAI.VACEAE. Lavatora.
«. A. Iiiri^uta. Hteif haariger KihUch, «lättci- g:eKerl>t,
nc'hst «Iciii Stengel, lUütcnstklon iin<l Kclcliiii alistelieiul - stt-ifliaaiig,
liniere nicicnl'öriiiig, 5-lappi^, iniKlcre Iiaiullorinig, obere lier-3-spallig.
LiXi\. Sj>. pl. 96fi. Chi. hau. 69. Koch Sjn. I. 143. Reichem;. Ic.
f. 4816. Jaco. Fl. auslr. II. T. 170.
An Hecken und Feldrainen, auf niagcrni kalklialtigcin Uod'en, im süd-
westlichen Theile des Gebiets, als Aordgrenze der GesanimtverJireitung,
sehr selten (//.v. bei Allendorl"). Juni, Juli. — August.
Der A. 1. sehr tinähnlicli. Ilolii- 1 — 1 '/^'. Ilaare Lorstciiartig, aiif Knülclicn stellend,
einfacb oiler unten ästig, zwisclicu diesen \nme Sternhaare. BlUfenstiele steif und l-liliitig,
äusserer Kelcli tief 8-spallig mit lanzelllicli - linealen Zipfeln, innerer tief .') - sjialtig, uiil
laiiiellförraigen srlimal zugespitzten Zipfeln; Krone so gross h ie an A. 1., Masslila.
Pharmaceutisch-Medicinisches, Officinell (Uadiv, Iler-
ba, Flores Althaeae seu liisnialvae). form alt. liestandth. Schlei'tn,
in der fViirzcl noch Slärlnnchl und Zucker, in Blättern und Blüten auch
Gerbsäure? (Analyse in IJlciineu Ilepert. \LI. .'368 — 383.). An Wendung
vorziußlich der frurzel als Dceoct oder Auf'ijusx , auch in Pulverform
ffefjen JEntzündunfjen , beruhif/cnd und erweichend. Präuarute sind: Sy-
rupus, Pasta, Unguentum Althaeae.
technisches* Die ff'urzel enthält webbnre Fäden, auch hat
man^Papier aus ihr bereitet.
ÖlConOmisCheS» Die ff'urzel essbar. Die Blüten reichlichen
Nahruntjsstoff' für die Bienen enthaltend.
3. liAVATERA. Mj^VJLVMUK,
LlNN. Gen. n. 84"2.
Kelch 5 -spaltig. KelcliliüUe 3-spallig. Kapsel der vorigen
beiden Gattungen. Geselil. Syst. XVI. 5.
Mebrjährige Rriiuler (A. 1.), Strauche oder Bäume. Blätter lappig
oder eckig. Blüten blattwinkcl - oder endständig in Trauben, Rispen
und einzeln.
f • El. tliiiringiaca. Vhüringsche MJavatere, Stengel
aufrecht; Blätter rundlich, nebst den Kelchen filzig, untere 5-, obere
3 -lappig. Blüten einzeln, langgesticlt.
LiNN. Sp. pl. 973. Chi. hau. 69. Koch Syn. I. 144. Reicheinb. Ic.
f. 48.54. Jaco. Fl. austr. IV. 311.
An Wegen, Zäunen und Waldrändern, auf etAvas huniushaltigeni Bo-
den, ziemlicb häufig im süd- östliclien Theile des Gebiets {Pr. lieldrun-
gen, Halle: hinter Krölhvitz, am Lindberge, in der Elsteraue; Qued-
linburg, llalberstadt an den I^andstrassen , am Ilakel hinter Iladmers-
leben, Egeln; Aschcrsleben, Ilecklingen — ; iVc/n»;. Sendershausen, Fran-
kenhausen, ]\auinburg, Badra — ; die nördliche und •westliche Grenze
des Vorkommens in Deutschland am nord- östlichen Harzrande erreicbend,
indem sie bei Höxter (Jüngst Fl. v. Bielefeld) wahrscheinlich nur yer-
wildert vorkommt, am Sollinge aber nicht >yächst). Juni, Juli. — Sep-
tember.
Stengel 2 — 4' lioeli. IHlilter späterhin zum Theil kahl werdend, Blattstiele länger als
die IJlattplatte. Blütensticlc langer oder liiirzer als die Blattstiele. Kronen ^on 'J" im
-riiircbmesser, rosa.
Gmn'i:RBi.iCHES.
OJeonOtniSCheS» Zierpflanze der Gärten. Den Bienen reichliche
I\'ahrttn(f gebend.
Tilia.
TILI ACE AE. 113
XVII. XIIilACEAK.
JVSS. Gen. -^89. Secf. II. G..U. ausgcsclil.
Kelch 1— Ö-Llältiig mit klappiger Kiiospcnlage. Ki-onhläUer
4 — 5, unterstäiulig, meist in unbestimmter 3Ienge, frei oder
an der Trägerbasis selnvaeh in einen Ring oder unbestimmte
Bündel verwachsen^ Beutel aus 2 längs aneinanderliegenden
Fächern gebildet. Fruchlknote 4— 10- fächerig, mit 2 - oder
mehreiigen Fächern; Farben von der Zahl der * aeher, aiit
einen Griffel vereinigt. Samen mit fleischigem Enveiss. Keim
gerade, das Würzelcben zum INabel gewandt , Keimblätter
flach. — Blätter wechselsländig mit hinfälligen i>ebenbla(tern.
Torkoininen. Die bfi uns ciulit'imischen Alten den tiefen liumoäcn
Santlhotlen der Niederungen andeim vorziehend, im Gebirge Granit lie-
bend, aucli in Freilagen und auf flaeligründigem Boden noch gut fort-
liomniend ; strengen Thonboden , eisenhaltigen Boden und Torfgrund
meidend.
Gehalt, ff'cnif/ medtriitischc Nutziiufj anbietend. In den Blüten
viel Schleim, ätherisches Öl, Zucker, Ba'lsaniharz, Pflanzenwachs; in
der Rinde Gerbe sto ff. In der Asche die Erden vorwaltend.
1. TIIilA. IjINnM.
I^INN. Gen. n. ÜÖO.
Kelch 5-blättrig, abfällig. Kronblälter 5, mit oder ohne
Schuppe auf der Basis. INuss durch Fehlschlagen 1 -fächerig,
1-2- sämig. Geschl. Syst. XIII. 1.
Hohe Biiume mit tief und weit gehendem Wurzelbauc, rund abge-
wölbter dichtlaubiger Krone, spaltbarem zähem Bast, wohlriechenden
Blüten, deren Stiele mit herablaufenden Dechblättern versehen sind.
Keimen mit über die Erde tretenden, fingerförmig geschlitzten Keim-
* I^'t. iiarvlfolia. Kleinblättrige (Jnnter-)Xiinae.
Blätter beiderseits unbehaart, unterseits meergrün, mit rostfarbenen Bärt-
chen in den Aderwinkeln; Doldentrauben aufrecht, viel (5— -7 — 9-)blütig,
selten wenig (3-)blütig, Lappen der ]>arl)e später horizontal ausgebreitet;
Früchte krustig, undeutlich 5 -hantig.
Ehru. Alb. e\s. n. 6. Beitr. V. 1.59. Chi. han. 7(i. Koch Sjn. I.
14-5. SciiK. Uandb. II. T.141. Beit. u. Abel Holzart. T. 19 (T. cordata).
Beichenb. Ic. f.blST.a.ß.y. Fi. dan. t. 55.3. Engl. bot. 1. 1705. ^AY^E
Arzneigew. 111. T.46. T. curopaea J'. Linn. Sp. pl. 733.
b. intermedia. Die mittlere. Blätter grösser, unterseits weniger
meergrün und tlie Bärtcheu weniger gefärbt.
T. intermedia ÜE Cand. l»rodr. 1. 513 (mit AussrM.iss von T. »nlgarls Hayne
luul Svcnsk Lot. t.40.). KoCH das. (mit AusscLluss der Citatc von HaynE ii. SWITH).
In Yorhölzern und ATäldern der Ebene und des Gelnrgs, auf lockerm
leichtem auch steinigem Boden, häufig eingesprengt; b. hier und da zwi-
schen der Uauptart, besonders in der Nähe von Ortschaften. Laubaus-
schlag Mitte Mais. Abfall Ende Octobers. Blütez. Ende Juni bis Ende
Juli. — October.
Stamm niedriger und scliwäolior .ils >on A. 2. , Rinde brauner und feinrissiger, Holz
von groliercr Textur, härter und weniger weiss. Bchul.ung weniger diclit, Blätter bcträcbt-
lieli kleiner, rundlicher, meistens tief und regelmässig bemforniig, seltener seichter herzför-
mig ausgeschnitten oder schräg gcsluUt, hläulichgriin , im Herbste dunkel bluugrün. Blüten
klein, bleich (weissgelb); Staubfäden völlig frei. Früchte klein, dünnschalig. — Variiil
mit grössern und dann weniger bläulich gefärbten Blättern, mit plötzlich lang, fast lineal voi-
114 TIL.IACEAE. Tilia.
gezogener, seltener uiit wenig vorlrelcnder Itluilspilzc, und nooli seltener mit last lappig ein-
gescLnillencm Saum (Engl. bot. f. 170.T.), ferner nach Gestalt iin.l Lange der Declil.latter,
und mit Frikliten, die bald langliclier bald rundlicher sind, bald in eine Spitze auslaufen,
bald abgerundet, auch wohl eingedriicht erscheinen.
!3. T. grandifolia. Grossblättrige {Sommer-) Etin-
de» Blätter heitlerseits grün iiml l.iirz Ix-liaart' oder olierscit.s l;;tlil, iiii-
tcrseils mit ungefärbten Bärtchen in den Atlerwinkehi ; Dolileiitraube
hängend, wenig (meist 3-)bliitig, Lappen der Narbe aul'reclit; Früehtc
holzartig, erhaben 5-rip])ig.
Ehrh. Arb. exs. n. 8. Beitr. V. 158. liocii Sjn. I. 145. Sciik. Ilandb.
II. T. 141. T. europaea Chi. han. 70. Reit. u. ^Vbel Holzart. T. 18. T.
pauciflora Uayne Arzneigew. III. T. 48. T. platyplnllos Scop. Tl. carn.
I. 373. Beichenb. Ic. f. 5139. « — y.
b. niultillora. Die reiehblütige. Blätter oberseits meistens kahl,
Doldenlrauben reich (5 — 7-)bliitig, Früclitc oft nur schwach 5- rippig.
Tilia vulgaris Hayne das. T. 47. Beichenb. Ic. f. 5138. Engl. bot.
t. 610 (T. europaea).
In Vorhölzern und \^^äldern der Ebene und des Gebirgs, auf tief-
gründigem leichtem Boden, nicht so häufig als A. 1., in der INähe von
Ortschaften nur durch Pflanzung verbreitet. Latibausschlag Anfang Mai's.
Abfall Mitte Octo]»ers. Blütez. Mitte Juni bis Mitte Juli.— September,
Anfang October.
Blätter gross, weichhaarig, meistens ungleich und nicht tief heriförmig ausgeschnitten,
sehr oft schräg gestutzt, öfter eirund als rundlich, mit meistens nicht sehr lang vorgezo-
gener Spitze, beiderseits gelblichgriin , nur unterseifs blasser, im Herbste trüb braiingrün.
Blüten grösser, Staubfäden an der Basis sehwach in Bündel verwachsen, stärker gelb ge-
färbt, auch die bald mehr bald weniger eckigen Früchte grösser als an A. 1. — '^arürt
auf ähnliche Weise wie diese, und kommt nicht selten mit fast kahlen Blättern vor. Die
Spielart b. unterscheidet sich im Grunde nur durch die reichblütigen Doldentranben , mit
denen häufig, jedoch nicht immer, weniger behaarte Blätter, kaum kleiner als an der Ilaujit-
art, verbunden sind. HayNE's Abbildung der T. vulgaris gie)>t ein treues Bild dieser
Form , nur ist im hiesigen Exempl. seines Werks die untere Blalfscilc irrig meergrün
colorirt, während die Beschreibung sie richtig blassgrün angiebt. Dass diese T. vulgaris
nicht lu T. parvifolia gehöre, ergiebt sich ausserdem durch die in der Abbildung sowohl
als der Beschreibung aufrecht dargestellten Narbenlappen.
Pharmaceutisch-JtKeilicinisches« Die ßlaten beider of'fi-
cinell (Flores Tiliae). t'orw ult. lie s Inndth. ätherisches Ol, eiseui/rü-
nender Färbestoff und Zucker (Analyse in Pharm. Ceutralbl. 1S37. S.615).
Anwendung im Thecauf'fjuss als krampf'stillendes beruhigendes schwach
diuretisches Mittel. Aqua flor. Tiliae als Prihtarat.
technisches u. ÖTe anomisches , Der Baum eine Zierde für
Parks M. Alleen. Brennwerth des Holzes vom Stamm '/a » nl" Knüppel
^li des Buchenholzes ; rasch mit wenig liohlenglut verbrennend. Dauer
im Trockenen mittelmässig , im Nassen gering. Spaltigkeit u. Elasti-
cität mittelmässig. Festigkeit gegen das Zerreissen gross, gegen Zer-
brechen mittelmässig. Dichtigkeit gering aber gleichmässig, daher schi
Textur bei einer i'öthlichweissen Farue. Austrocknung schnell unter
starkem Zusammenziehen , ohne zu reissen oder sich zu werfen. Gewicht
grün 54 Pf. der IMi. F., waldtrocken 40 Pf. Sehr gesucht zu Tisch-
ler-, Drechsler- und Schnitzarbeiten. Bast zur .Anfertigung von Mat-
ten, Bastschuhen, Stricken u.s.w. Laub getrocknet ein niitlelniässiges
Schaaffuttcr , linospen ein gutes Rothwildfutler im fß'inicr. Blüten
für die Bienenzucht besonders wcrthvoll. Saft gleich dem Birkensaft
anwendbar. Kohle leicht, fest und rein, zum Zeichnen, zur Fabrikation
Hypericum. HYPERICINEAE. 115
vo„ Sc/iies.ymlvcr u.s.w. .ischoncytrun von 1000 Pf. Holz 11 Pf.
Asche, 1 Pf. 21 Lfh Pottasche.
forstliches Verhalten, Natürliches Alter 800 bis 1000 J.,
wirthschaftlich vortheilhaftestes : als Baumholz 60—80 J., als Schlaf/ -
holz 20—25J., als Rcisholz 8—10 J. Jährlicher Durch schnit ts-
ZHwachs als Schlatjhholz d. hnnnöv. Morft. zwischen 50 ti. 60 Kuh. F.
Av s schlatf sfähifjkcit vom Stock und der fVurzel sehr gross. IVur
mässifje Bcschattunf/ in der Jugend vertrar/end, später freien Stand
verlangend. Belauhung dunkel und verdämmend, aber gleich der
Buche den Boden verbessernd.
XVIII. HYPERICI^EAE.
I)E CA^'D. rj. fian<^. \\. 860.
Keleh 4 — 5-blättrig o/lcr 4 — 5-thcilig, hleibend. Kronblät-
ter 4 — ö, imterständig, in der Knospe und nacb dem Verblühen
ZHsammengedreht._ Staubgefässe uiibestimuit viele, an der Basis
der Träger in 3, 5 liündel vereinigt (3 — 5 brüderig); IJeutel,
auf dem Rücken angebeftet, beweglich. Fruchtknote frei, 3-
oder 5-fächerig, mit vieleiigeu Fächern. Samenpolster^mittcl-
ständi^ oder an den einwärts gebogenen Räudern der Klappen
befestigt, (iriffel 3, 5, selten in einen verwachsen. Samen ei-
weisslos. Keim gerade, das AVürzelchen zum Nabel gewandt. —
Blätter gegenständig, ohne IXebenblätter.
17nrkoniiuen. Die bei uns einheimischen Arten bodenvag, doch mit
Vorliebe für Sand.
Gehaltt Als eigenthümliche Stoffe rothes Färbeharz und gerbestoff-
artiger gelber Färbestoff, neben bitterm Extractivstoff Gmnmi, Eiweiss — •
in den Blüten mehrerer.
1. HYPERieiJ]?!. UAnTBJEtr.
JLiNN. Gen. n. <M)2.
Kelch 5-blättrig oder 5-lheilig. Kronblätter 5. Keine
Schuppen zwischen den Slaubgefäs.sbündeln. Griffel 3. Kapsel
3 -fächerig. Geschl. Syst. XVIII. 3.
Mehrjälirige Kräuter (Sträuche oder Bäume) mit seitcnrippigen, ganz-
randigen, meistens durchsichtig punctirten Blättern. Blüten in Trug-
dolden gabel-, blattwinhel- und endständig. Kronen gelb.
K c 1 c 1. b 1 ä 1 1 c I
1. H* Kiiiiiifiisiiiii. Iiiegenaes Martheu» Stengel lie-
gend, fadenlormig, sehnüch 2-i;antig; Blätter gleichbreit-länglich, Kelch-
blätter oval- länglich, stumpf mit kurzer Stachelspitzc.
LiNN. Sp. pl. 1105. Chi. hau. 89. Koch Syn. I. 146. IIeichenb. Ic.
f. .5176. Fl. dan. t. 141. Engl. bot. t. 1226.
Auf Triften, Achern, Brachen und lichten Waldpläfzen, auf feucli-
tem Sand- und Lehmboden, häufig. Juni bis September. — August bis
October.
Stengel in bitscheligcn Kreisen am Boden liegend, 2 — 6" lang, dicht beblättert.
Blätter mit wenigen oder keinen Diircbscboinpiincten. Triigdolden kurz und «enigblütig. —
Einige (BEICIIENBACH Fl. .sas. , AViMMER Tl. v. Schlesien, v. BÖTVNINGHAÜSETV — )
geben die Kelchblälter l.ingcr als die Kronbliitter an. Bei uns sind sie um '/j kürzer.
^* H. perforatiint. Gemeines Hartheu* Stengel auf-
recht, 2-kantig, Blätter oval -länglich, Kelchblätter lanzettförmig.
Link. Sp. pl. 1105. Chi. hau. 88. Koch Syn. I. 146. Sturm Deutschi.
116 HYPERICIKEAE. Hypericum.
Fl. II. 18. Reichenb. Io. I". .5177. Fl. d.m. t. 1043. Engl. l.ot. t. 295.
Hay^e AiziK'igi'w. \III. T. 42.
Aufwiesen, an Zäunen, Wegen und in Torliölzcrn, auf lelimigem
und thonlialtigem aber auch auf lioeliencni Sandhoden, sehr häufig. Juni
Ins Septemher. — August his Octoher.
Blätter durchsichtig piinctirl. Triig.lol.lcii rispeiiartig, rcichhlülig. Illiiton gross. Variirt
mit schiiihlcrn und mit Meinern Itlaltrrn.
3. !!• qiiadraiisiiluni. VierTeantiges Martheu*
Stengel aufrecht 4-l.autig; lllätter oval, KelchhliiHer eirund, stumpf.
LiNN. S|>. pl.ll04. Chi. hau. 88. Koch Sjn. I. 146. Ueichenb. Ig.
f. 5178. Engl. bot. t.296 (U. duhiuni).
In Waldungen, Hainen, au Hecken und auf Wiesen, auf feuchtem
hunnishaltigeni, auch auf sandig magcrm Boden, häufig. Juli, August. —
Septemher.
nie Kauten des Stengels fadenslark , die beiden schwächern auf trockenem Standort sich
fast verlierend. Bl.itler' breit , meistens gar nicht oder ivenig durchsichtig punctirt, in an-
dern Fallen dicht punctirt (II. quadrangulum v. jierfoliatum Chi. lian. das., H. dnhium
Leers. , H. commuf.ilum I>oltc REICIIENB. das. f. .SISO.), stets .il.er die Pnnctc ivcnig durch-
sclicinend. Trugdoldcn rispenarlig . rcicidilülig. «il.len gross.
4. H. tetrapteruni. Vierflügeliges Bartheti, Sten-
gel aufrecht, üügelhautig- vicrechlg; Jllätter oval, Keichhlätter lanzett-
förmig, zugespitzt.
Fries TNov. 11. suec. ed. I. 94. Chi. han. 87. Koch Svn. I. 147. Rei-
CHENB. Ic. f. 5179. II. quadrangulare Fl. hrit. II. 801. Engl. hot. t. 370.
Fl. dan. t.640. Hayine Arzneigew. \IIT. T. 43.
In Vorhölzern, aufwiesen, an Rächen, Graben und Sümpfen, auf
nassem huniosem und sauerhumoscm Roden, häufig. Juli, August. —
September.
Die häutigen Kanten des Stengels fast 1'" hreit. Blatter hrcit, dicht und fein durch-
sichtig punctirt. Trngdolden dichthliitig. Blüten li.ilh so gross als au -1. 3.
■* Kclchhlüttei drüslg-ge« impert.
5. H. elegansi. Xierliches Martheu» Stengel aufrecht,
sch-vvach 2-hantig; RläCter aus herzförmig-umfassender Rasis hurz-lan-
zettförniig, stumpf; Kelchblätter lanzettförmig, zugespitzt.
Steph. in Y^iLLD. Sp. pl. III. 1469. Chi. han. 90. Koch Svn. E 147.
Reichexb. Ic. f. 5190. H. Kohlianum Spr. fl. hal. ed. I. 214. t. 9.
An sonnigen Felsen und Hügelabhängen, auf Kall;- oder Saudstein-
boden, im südlichsten Theile des Gebiets selten, und die IXordgrenze
seiner geringen Verbreitung in Deutschland erreichend {Pv. Halle: Renn-
städt rechts von der Chaussee nach Langenbogen, verliert sich indes-
sen— ; Schw. Radra, Frankenhausen — ; in Ilii. am Thosmarberge bei
Hildesheim durch V^'eganlageu untergegangen und vielleicht nur durch
Gärtner ange§äet gcAvescn). Ende Mai bis Juli. — September.
Kanten des unbehaarten Stengels im Hcrablaufen sieh verlierend. Blätter gegen die
Spitze geradlinig verschuiälert , dicht durchsichtig punctirt. Trngdolden astreich, gross,
loeherblutig. Blüten gross, wcisslichgelb. Samen fein punctirt.
6. H. l»1llclir»lll. Schöne« MartheU» Stengel aufrecht,
rund; Rlätter aus herzförmig -umfassender Rasis eirund, stumpf; Kelch-
blätter umgekehrteirund - oval , mit fast sitzenden Drüsen besetzt.
LiNN. Sp. pl. 1106. Chi. hau. 90. Kocu Sjn. T. 148. Reicuenb. Ic.
f. 5185. Engl. bot. t. 1227.
In Wäldern, Vorhölzern, auf Wald-wieseii und Triften, auf warmem
sandigem aber auch auf humosem Roden, liäufig. Juni, Juli. — Sep-
tember.
Stengel entfernt beblättert, unbehaart, meist schon roth angelaufen. Blätter unten meer-
Elodes. HYPERICINEAE. 117
grün, gross und entfernt durclisiclitig piinclirt, gegen ilic Mitteliippc zu unpunetirt. Triig-
dolden rispenartig verlängert und scLinal. Blüten ziemlieli klein, Kronen goldgelb.
9* H. niontaniiin. Berg-Martheti. Stengel auficeht,
rund; Blätter aus hcrzlorniig unifasseiider Itasis eirund- ländlich, unten
schärflich; KelchJ»lättcr länglich -lanzettförmig, mit langstieligen Drüsen
besetzt.
LiKN. Sp. pl. 1105. Chi. han. 89. Koch Sjn. I. 148. Reichenb. Ic.
f. 5187. Fl. dan. 1. 173. Engl. hot. t. 371.
In Wäldern, Hainen und Wiesen der Berg- und Iliigelgegenden, auf
Kalk-, Sand- und Lehmhoden, häufig. Juni his August. — September.
Stengel entfernt nnd naoli oben zu wenig beblättert, unbebaart. Blätter grösser als an
sämnitlleben übrigen Arten ( 1*/.| — 2" lang, ^4 — 1" •"«^'t ) > ""•' «lic obern durcLsicbtig
punetirt. Trugdoldcn wenigblUtig, fast kopfartig gedrängt. Krönen blassgelb. Samen
fein punetirt.
S. H» hirsiitviin. Baariges Bartheu, Stengel auf-
recht, rund, nebst den kurz gestielten, länglichen oder länglich - lanzett-
förmigen Blättern behaart; Kelchblätter eirund -lanzettförmig, mit lang-
stieligen Drüsen l)esetzt; Samen seidenhaarig.
LiNN. Sp. pl. 1105. Chi. han. 90. Koch Svn. I. 148. REICHE^B. Ic
f. 5189. Fl. dan. t. 802. Engl. bot. 1. 1156.
In Wäldern, Ilainen und Gebüsch, auf Kalk- oder Sandboden, häufig.
Juni bis August. — September.
Stengel bald niebr weicb- b.ild rauhbaarig. Blätter mit ungleicb grossen Punctcu dureli-
sicbtig punetirt. Trugdoldeu rispenartig verlängert und sebmal.
JPharmaceutisch-Medicinisches» A.2. bis in neuere Zeit
Dasejn wirliSfinier Kräfte.
ÖlCOnoniiScheS» Rother Färbestoff' (Hypericonroth, Anthokyan),
mit fVcinifeist ans den lironcn nnd qelber Fnrbestoff' ans diesen mit
kaltem ff 'asser f/ezo)/en, ist zum Färben im Hansffebranck anwendbar,
und dient in einirjen fieffenden nanientlieh zum Färben des Branntweins.
Art. 3. 3 und 6. als Zierpflanzen zu empfehlen.
!9. EliODEii». SWTMJPFBmWT.
SpacII Anual. d. scienc. nat. V. 171.
Kelch 5 -f heilig. KronJilätter 5. Bodenständige gespaltene
Schüppchen in abwechselnder Stellung mit den Stanl»s;efäss-
hündeln. Griffel 3. Kapsel t- fächerig. G. Syst. XVIII. 3.
Mehrjährige, feinfilzige Sumpfkräutcr mit nervigen, ganzrandigen,
durchsichtig punctirten Blättern. Blüten in Trugdolden.
1. E. palustris. Kriechendes Suntpfheu, Stengel
niederliegeiul, am untern Ende >vurzelnd, Blätter 5 — 7 -nervig.
Spach das. 172. Beichenb. Ic. f. 5182. Hypericum elodes Linn. Sp.
pl. 110(1. Chi. hau. 91. Koch Svn. I. 148. Scuk. Handb. HI. T. 213.
Engl. bot. 1. 109.
In Sümpfen und Mooren, besonders auf Torfhoden, auf den nord-
westlichen Theil des Gebiets beschränkt, aber hier häufig (Iln. Veen-
husen im Hochmoore bei Aurich, Papenburg, Estcrv^-ege, Bersenbrück,
Yörden, Hunteburg, Diepholz, Lchmförde, Entenfang bei Celle, Hildes-
heim als südlichstes und östlichstes Yorkommcn im Gebiete; Ol. Jever,
Yechta, Edoveclit, Ibbcn]>übren — ). August, September.— October.
,on<ler
.arig.
L'llCU
Basis eir.in.l-,
Trug.1oliU-i. c
l.ra....ca Dri.so..
r..ml
in<h,
uud
flzt;
118 ACERIMEAE. Acer.
Stengel ruu<I , 3 — 6" lang, liUtter aus licrzfurmig unifasi
nel>»t dem Stengel bald mehr liald weniger lerworrcn gliederli,
seitensländig, 5 — 10-I>liilig. Kelclillicilc eirund, mit gislii
Kronen über do]>pelt so lang als der Helcli, lilassgelli.
XIX. ACEKIIVEAE.
De Cam). TliCür. ed. II. -JiJ-.
Kelch 5-, sc'Uenei* l-theilig. Kroiil)lätt('r 5, .sclfciier 4, meist
UDgefärlif, einer unlerstäiuligen drüsigen Scheibe eingesetzJ,
bisweilen gar keine. Slaiihgeftisse 8, sellener 4 — 12, ans elien
so vielen Gruben der Seheibe enisnringend, frei. Frnehlknolc
2-fäeherig, Fächer 2-eiig. GrilVel 1, uiil 2 Farben. Frucht 2
zusammengedrückte ]Nüsse, mit eiuem starken Fliigelf ortsalz
aufdemKieh von unten her vom ausdauernden, fädliehen, ge-
theilten Fruchfträgcr sieh ablösentj. Samen eiwcisslos. l\eim
gekrümmt, mit breiten unregelmässig gefalteten Keimblättern.—
lilätler gegenständig, ohne iXebenbläHer.
Uorkonimen. Die l)ei uns eiiihciiniscliL'ii .Vrtcii gchiigigo Lage lie-
Iteiul, einen tiefen humusreichen Boden verlangend, im nassen oder dem
\'^'^asserühertritt ausgesetzten, im Sumpf-, im magern Sand- und im
Thonltoden nicht fortkommend.
Gehallt Zucherreicher Saft im Stamme, ausser Zucker einiye wcitt-
tind cilroHcnsnure Salze, aber weder Schleim noch freie Pflanzcnsüure
enthaltend, weshalb der Zucher leicht hrystallisirbar ist.
1. AC£R. JLMOnjV.
I.1KN. Gen. n. ll.').i.
Blüten vielehig. Kelche 5-theilig. Kronldätter 5. Staub-
ffcfässe meistens 8(5—10). G«'paarte i -sämige Flügelnüsse.
Geschl. Syst. XXIII. i. (VIII. 1.).
Bäume (Art. 1.2.) oder Striiuche (A. 3. meistens) mit tiefgehendem
Vi^urzelhau, regelmässig ahgewöihten Kronen (Art. I. 2.) und gegenstän-
«ligen Ästen, in den Knospen fächerartig gefalteten, lappigen (selten ge-
fiederten) Blällern. Blüten in Traulien oder üoldentranlten. Keimen
mit üher die Erde tretenden langen, schmalen Keinil>lättern.
1. A. Pseiidoplataiius. ]V^al<l-yt/torn. Blätter hand-
förmig -5- lappig, nuten graugrün, mit stumpf eingesclinilten-gesägten
Lappen; Trauhen hängend.
LiNiv. Sp. pl. 1495. Chi. han. 78. Kocu Syn. I. 119. Scuk. Handh.
TV. T.a5I. F. 1. Beit. u. Abel T. 18. Ueicuenh. Ic. f. 4829. Fl. dan.
t. 1575. Engl. hot. t. .303.
Tu Waldungen untl Yorhölzern, auf humosem Boden, in der südlichen
Hälfte des (Icbiets ziemlich häufig eingesi>rcngt, am Harze his zu 1800'
Höhe steigend, und in der Linie des Deisters hei Hannover und der
Waldungen zwischen Braunsclnveig und dem Harze die jNordgrciize des
Yorliommcns in Deutschland erreichend. Laul)ausschlag Anfang Wai's.
Ahfall Mitte Octobcrs. Blütez. nach Anfang Mai's. — Septemher,
Octol)er.
Variirt mit unterscits weiebliaarigen in der Jugend fast fiUigen Ulättern und Ulaitstielen,
mit stumpfem und spitzem Blaltlappen , die an einzelnen Inditiduen auch schmal und fast
l.is zur Blatlbasis eingeschnitten vorhommen (v. palmifolium Chi. bau. 79.). Eine H Tage
spater blühende und ihre Früchte reifende Spielart bat kleineres Laub, mehr nach der Blatt-
spitze gerichtete Lappen der Blätter und parallel aufwärts siehende Samenfliigel.
«. A. plataiiolde». Spitz- Ahorn. Blätter haudfömiig
Acer. ACEBIMEAE. 119
5 — 7-Iappig; beiderseits grün, mit scharf zugespitzt -eckigen Lappen;
Dol(lentraul>e aufrecht; Samenflügel sperrig- abstehend.
LiNN. Sp. pl. 1496. Chi. han. 79. Koch Syn- I. 149. Schk. Handb.
rV. T.351. Reit. u.Abkl Holzart. T. 14. Reichenb. Tc. f. 4828. Swensk
bot. t.86.
Tn Waldungen und Vorhölzern, auf Irischem humosem Roden, im
südlichen Theile des Gebiets eingesprengt und weniger häufig als A. 1.,
am Harze bis zu 1400' Höhe steigend, und die IVordgrenze der Verbrei-
tung in Deutschland, welche gegen V^^esten sinkt, etwas früher als A. 1.,
erreichend. Laubausschlag Anfang Mai's. Abfall gegen Mitte Octobers.
Rlütez. gegen Ende Aprils. — Ende Septembers.
Stamm weniger liocli und stark als A. 1. Rinde glatt und Blatter freudiggrün. Junge
Triebe und Lauli miklisaflig. Blüten schön grüngelb und doppelt so gross als die grün-
licbcn Blüten ^on A. 1.
3. A. cainpestre. Feld-JLhorn, Rlätter herzförmig-5-
lappig mit stumpfeckigen oder ganzrandigen Lappen; Doldentrauben auf
recht; Samenflügcl wagcrecht gerichtet.
LiNN. Sp. pl. 1794. Chi. han. 79. Koch Syn. I. 149. Schk. Handb.
rV. T. 353. F. 8. Reit. u. Abel Holzart. T. 25. Reichenb. Ic. f. 4825.
Fl. dan. t. 1288. Engl. bot. t. 304.
In Hecken, Feldbüschen und Vorhölzern, auf humosem Roden, sehr
häufig. Mai. — October.
Selten zu einem geringen Baum bcranwacliscnd , meist strauchartig und auch als geringer
Strancb blütcutragend. >'ariirt in der Blatlform und Bekleidung wie A. 1., ferner mit
Kcichhaarigcn Früchten, mit mehr oder weniger wagcrecht gerichteten Samenllügcln und mit
korkig aufgerissener Rinde.
€fJE VrMRBZICHJElS.
technische« »»• ÖTeonomischeS» Baum der Art. 1.2^ eine
Zierde der Parks tind Alleen. Brenmverth des Holzes und der Kohle
dem der Buche f/leich. Dauer nur im Trockenen mittelmässiy. Spaltiff-
kcit, häufifjer Maser- u. Flammenbildunf/ ivet/en, schlecht. Festigkeit
und Hurte beträchtlich und Textur, bei ausf/ezeichnet weisser Farbe,
fein und schön, ohne dem fVerf'en und Reisse'n sehr ausffesetzt zu seyn.
Gewicht fpün der Hub. F. 60 Pf., waldtrocken 50 Pf. Als fVerk-
u. ISutzhölz sehr fjesucht von Tischlern, fVufjnern, Drechslern, Ebeni-
rern, Instrumentenmaehern und Holzschnitzern. Laub getrocknet ein
uahrmu/sreiches Schaaffutter. Blüten für die Bienenzucht werthvoll.
Saft zur Zuckerb er eitiuuj anwendbar , ohne dass der Anbau dadurch
motivirt werden könnte. Zuckerertraif nach neuern Hermbstädtschen
Fersuchen: 1 Quart Saft von A. 2 :='2 Loth, von A.1. u. von A 3 =
P/i Loth Zucker liefernd, der besonders von A. 2. einen Beigeschmack
nach Vanille, von spät im Frühjahr gezapftem Saft nach Manna hat.
Aschenertrag von 1000 Pf Holz 27' Pf Asche, 4'/. Pf Pottasche.—
Das Holz voii A.3. dunkler von Farbe, sehr fest tmd zähe, daher zu
Drechsler- und Maschinenholz vorzüglich nutzbar, die jungen Triebe zu
liürnerpcitschen, Pfeifenröhren u.s.iv.
Forstliches Verhalten, Natürliches Alter von Art.1. U.2.
=z 150 bis 200 J. , wirthschaftlich vortheilhaftestes : als Baumholz
SO — WO J., als Schlagholz 20 — 25 J. Jährlicher Durchschnitts-
zuivachs als Schlagholz d. hannöv. Morgen 40 — 50 Hub. F. Aus-
schlags fühigkeit vom Stock und der fVurzel bis 35 Jahr sicher und
stark, dann beträchtlich nachlassend. Nur wenig Beschattung und
frühe Liehtstellung verlangend. Durch Frühjahrs fröste und f er-
beizung leicht leidend. Belauhung nicht verdammend, den Boden
nur massig verbessernd.
120 CERANIACEAE. Oeraniimi.
DE CAM). 11. Iran.;. 1> . ^t-JX-
Kelch o-bläUrig, liUihciul, die .sciUichcn IJlällcr in der
Knospenlaffc ffeseliiadeH, das unpaarige nach innen und ohen
a:e«aiuU. Kionhläller 5, mit den Kelelihlatleni aJ)>\e(hselnd,
ileiclimä.ssifi; und unlersländig oder ungleich und enbvedei- dem
Kelehe eing>sel/-I oder mit ihm zusammenhängend. Mauhge-
iellen 15, an der IJasIs meislens in ein JSuntlel
..V,» -ang in rinneniormigen > ertieiungei • • i ^ i
ms zur Heifzeit mit diesem verhundcn, dann unten sich losend,
vermittelst elastischer Krümmung die Früchtchen emporhehend.
Samen ohne Eiweiss. Keim gekrümmt, das Würzelchen vom
Wahel ahgcwan(!(.— Unlere Ulatter gegen-, obere meist ^vech-
selständig, mit Nchcnhlättern.
Torkoninien. Olinc eine cntscliicelcnc Yorliclie für besllininte Bo-
(Iniaileii, incistfiis auf niclit ganz liiimusariiiciii , Irliiuigciii oder leliinig-
saiuligcin Boden veibrcitet. Einige die Lage an selialtigem Gestein lie-
bend.
Gehalt. Stark riechende ätherische öle und (icrhcstoff , als vorwal-
tende Bcstundtheile.
1. CERAIVIUJTI. »VOnCM^CUNA-BMIi.
I.IMV. Gin. II. 8«.
Kelch 5-hlättrig. Kronhläller 5. Staubfäden 10, sämmllieh
fruchtbar. Früchtchen durch schiieekenförmig von uulen nach
oben sich rollende, borsienlosc Grannen vom Fruchllräger sich
lösend. Geschl. Syst. XYl. 3-
Ein- (Art. 1 — 6.) oder niehijalnige (Alt. 7— 13.) Riiiiiter , mit ge-
gliedert-knotigen Stengeln und ruiidliclien , inaunielifaeli eiiigeselinilteneu
oder getheilten, selten liedeischnilligen Blättern. Bliilensliele MaKgegen-,
l)lattvinl;el - und galielständig, meistens 2- oder l-l)lii(ig, von Decl>l)iat-
tern unterstützt.
•f- Mcliijiihi ige. Blüten gross (A. (]. ;i,i.sgonommen).
1. CS« pliaeuni. Brauner Storchschnabel, Blätter
liaiidförmig-5 — 7-spaUig, eingesclmilten -gesägt ; Blüleiistiele aufrecht,
Kronblätter fast Ineisrund; Bälge nach oben zu (luerruiizlig, behaart.
LiNN. Si». i»1.953. Chi. han. 83. Koch Syn. I. 83. Scuk. Ilandb. II.
T. 190. a. BEICHE^B. Ic. f. 4891. Engl. bot. t. 322.
An grasigen Orten, z^visehen Gebüsch und an Gräben, auf feuchtem
huinushalligem Boden, im südliehen und nördlichen Theilc des Gcbicis,
selten (iV. Halle : Schützengraben, SchützeuzAvinger ; Pr. ff. Braeli-
wedc, Seppcnrade, Münster nach St. Manritz , Lüljenbech; Zfc. Blaii-
kenburg am Mühlgraben; Hn. Rlostergarten vor MarieuAveider , hier
■wahrscheinlich nur verwildert; Hb. Wandsbecl.erholz , Wcllingsliültcl,
hier wahrscheinlich durch Eibströmungen von den östlichen Gebirgen
Deutschlands heral>geführt ). Mai, Juni. — Se]»«ember.
Slcngol al.slelienil Ccii.li.i.irig. Kelel.l.l.^lle. Umi l..-giannl, Kionl.l.iUer nach, .im r.andc
etwas /.ninekgosclilagcn, an der Basis l>.irlig. mit ganz liurzem >agel , seliwarzl.iaiin.
Ä. Iw. paliistre. SiunpJ". Storchschnabel. Blätter
handlonnig-5-spaltig, eingeschnitten -gesägt; Blütenstiele nach dem Blü-
Oeranium. «EBANlACEAE. 121
heil nieilcrgcliogen, Rronblättcr uingckclirtcinind; Bälge glatt, entfernt
clrüsenlos lieliaart.
LiNN. Sp. pl. 954. Chi. han. 84. Koch Syn. I. 152. Reichenb. Ic.
f. 4892. Fl. aau. t. 596.
In Wiesen, an Waldrändern und zwischen Gebüsch, auf sumpfigem
Boden und an Bächen, häufig, gegen die nord- -westliche Grenze des
Gebiets jedocli abnehmend und an dieser nicht mehr vorhonimend. Mai
bis August. — September.
Stengel obcu gespreizt -ästig, ahivaifs geriilitet Imarig. Blütenslielc sehr lang, Kelch-
blätter lang begrannt, Kronen wolctpiirjiiirn.
3. G. sylvaticuiu. JW^alü.^torchschnahel. Blätter
tief handförniig- 7- spaltig, eingeschnitten -gesägt ; Blütenstiele nach dem
Blühen aufrecht, Rronblättcr umgehchrteirund; Bälge glatt, abstehend
drüsenhaarig.
LiNN. Sp. pl. 954. Chi. hau. 83. Roch Svn. I. 151. Reichenb. Tc.
f. 4882. Fl. dan. t. 124. Kugl. bot. t. 121.
Auf Waldwiesen, in lichten Waldungen und Ilainen, auf feuchtem
oder frischem humushaltigem Boden, häufig. Mai bis August. — Septemb.
Aufrecht. Bliiteusfielc kurz, drüsig -behaart. Kelchblätter lang begrannt, KronbläHer
gestutzt oder schwach ausgeranJet, über der Basis gcwijnpert, rothlieh>iolet.
4. G. iirateiif^e. Jf^iesen.^torchschnahel. Blätter
handförmig-7-theilig, gesägt-eingeschnitten ; Blütenstiele nach dem Blü-
hen zurüel.geschlageu, Rronblättcr umgehehrteirund ; Bälge glatt, ab-
stehend drüsenhaarig.
LiN>. Sp. pl. 954. Chi. han. 8-3. Roch Syn. I. 152. Schk. Uandb.
II. T.190. b. Engl. bot. t.404.
Aufwiesen, an grasigen Wegrändern und Hecken, auf humushalti-
gem Boden, in der südlichen Gebietsliälftc und im nördlichsten Theilc
ziemlich häufig. Juni, Juli. — August.
Stengel aufrecht, dick, fein granfiUig, lielästig und vollblütig. Blüten unter den auf-
geführten Arten die grossten , Kelchblätter lang begrannt, Kronen azurblau.
5. O. sangtiiiieiiin. Blutrother Storchschnabel*
Blätter im Umfange nierenförmig, tief 7-theilig mit lineal-3 — 5-spalti-
gen Zipfeln; Blütenstiele nach dem Blühen etwas niedergebogen, Rron-
blättcr umgehehrteiruud, ausgerandct; Bälge glatt, nach oben zu zer-
streuet drüscnlos bi'haart.
LiNN. Sp. pl. 958. Chi. han. 82. Roch Syn. I. 152. Reichenb. Ic.
f. 4894. Fl. dan. t. 1107. Engl. bot. t. 272.
An sonnigen Hügeln und Felsen, auf trochencm steinigem oder san-
digem Boden, in der südlichen Hälfte und östlich bis zur ]>ordgreuze
des Gebiets {Mk. Rostoch, schon jenseit derselben), ziemlich häufig. Juni,
Juli. — Atigust, September.
Stengel ausgebreitet, gespreizt- ästig, abstellend rauhhaarig, gegen den Herbst meist
blulrolh augelaufen. Blaltzipfel nicht über 'i'" breit. Blütenslielc meistens 1- blutig,
Kclchblätler abgcrnndet , lang begrannt, Kronen gross, karminrolh mit dunklem Adern und
weissem, ]Ȋrtigem ^agel.
<». G. pyreiiaiciint. JPyrenäUcher Storchschna-
bel» Blätter im Vmfange nierenlofmig-kreisrund, 5 — 7-spaltig, mit
abgerundeten, oben herbig - eingeschnittenen Zipfeln; Blütensticle nach
dem Blühen zurüchgeschlagen, Rronblättcr umgehehrtherzförmig; Bälge
glatt, drüsenlos ange|»resst behaart.
LiKN. Maut. 97. u. 257. Roch Syn. I. 1.53. Sturm Deutsehl. Fl. H. 5.
Reichenb. Ic. f. 4881. Engl. bot. t.'4ü5. G. molle Fl. d. Tl'ett. II. 489.
G. umbrosnm Waldst. et Rix. PI. rar. Hung. II. 131. t. 124.
Auf Waldwiesen, in V^ äldern und zwischen Gebüsch, auf humushal-
tigem Boden und besonders gern auf Basalt, im südlichen Thcile des
122 GERANIACEAE. aeranium.
Gebiets ziemlieh häufig (Pr. Meisehur^, Halle, lUelelelil — ; Schw. Soii-
(lershaiisen, an der liotheiilxirg — ; ///•. Ulaiiliciilmig unterm Thiergar-
teii — ; IIs. Cassci: Ilabichtswald ; JJ,,. Ueinhauseu, Harz, Eimbeck,
Ilitzaeker — ). Mai, Juni. — August, September.
Stengel aurreclit, lang feinliaarig. Blüten ziciulicli lilcin (5 — 6'" iin Dnrcliniesscr),
KelcLMältcr l;nrz stacliejspitzig. Kronblätter lila. Samen glatt. — Friilierliln mit G. mnllc
iL'i'wccIiselt. Gesammtaiiselicn der Arten aus der folgenden Alitlieilnng.
ff Einjalirige. Blüten klein.
'S, C lucidiii». Spiegelnder Storchschnabel. Blat-
ter im Umlaiige nicreni'örniig, 5 — 7-spailig mit aJ)g(ruu«lelen ül)eii ein-
gcscliiiilten-berbigen Zipl'cln; IJlütenstiele naeh dem Blühen nietlergebo-
gen, Kronblätter unigehehrteirund-langlich, doppelt so lang als die <|uer-
faltigen kurz begranuten Reichblätter; Bälge nach oben netzartig -run-
zelig und zarthaarig.
LiNN. Sp. pl.955. Chi. hau. 84. Roch Sjn. I. 154. Beichenb. Ic.
f. 4872. Fl.dan. t. 218. Engl. bot. t. 778.
An Felshängen, auf schattigem feuchtem Boden, in den Berg- und
Gebirgsgegenden des südlichen Gebietstheils Jiis gegen den nördlichen
Ilarzrand, häufig. Mai, Juni. — August.
S. C3. i'otundifoliiuii* Mundhlüttriger Storch-
schnabel» Blätter im Umfange rundlich-nierenförnug, 5 — 7-spaltig
mit abgerundeten oben eingeschnitten -herbigen Zipfeln; Blütenstiele nach
dem Blühen niedergebogen; Rronblätter länglieh - umgehehrteirund , Mcnig
länger als die kurz begranuten Relehblälter ; Bälge glatt, abstehend drü-
scnlos behaart.
LiNN. Sp. pl. t»57. Chi. hau. 85. Rocu Syn. I. 154. Beichenb. Ic.
f. 4878. Engl. bot. 1. 157.
Auf Äckern, au Feldrainen und Schutt, auf magerm kalkhaltigem
Boden, selten, auch wohl zum Th<;il übersehen (Pr. Halle; Pr. ßf. Mün-
ster; Br. u. Hn. Harz, ISörthen, Iluntebiirg, Hannover). Mai bis Au-
gust. — September.
Stengel ausgebreitet, ausgespreizt - astig, kleberig - rauhhaarig. Kronlilälfer blassrosa.
Samen fein „etzgrul.ig.
9. O. piisilliun. Mleiner Storchschnabel. Blätter
im Umfange nierenförmig- rundlich , tief 7 — 9-spallig, mit breitlineal-
3 — 5-spaltigen Zipfeln; Blütenstiele nach dem Blühen niedergebogen,
Rronblätter unigekehrtherzförmig, so lang als tlie kurz Ijcgranntcn Reich-
blätter; Bälge glatt, angepresst zarthaarig.
LiNN. Sp. pl. 957. Chi. han. 85. Roch Syn. I. 153. Schk. Handb.
II. T.l90.b. Beichenb. Ic. f. 4877. Engl. bot. t. 385.
An Zäunen, Wegen, auf Gartläiidern und grasigen Plätzen, auf ma-
germ sandigem Boden, allgemein verbreitet. Mai bis August. — August,
September.
Stengel ausgebreitet liegend, kurz, und drüsig- flaumhaarig. Blütenslielc kurz, Blüten
sehr klein (l'/a"' '™ Durchmesser), nur 5 Träger mit Beuteln versehen. Kronblättcr Iilass-
lila, ohne Barthaare an der Basis. Samen glatt. — Die sjiccirisehc Verschiedenheit dieser
TOn der vorhergehenden Art bedarf weiterer Prüfung.
10. Ci. iiiolle. Jf^eichblättriger Storchschnabel,
Blätter im Umfange nierenförmig- rundlich, tief 7 — 9-spallig mit oben
kerbig- eingeschnittenen Zipfeln; Itlütensticle nach dem Blühen nieder-
gebogen; Rronbläller unigekehrtherzförmig, ^venig länger als die kurz
Ixgrannlen Reichblätter; JJälge querrunzlig, unbehaart.
LiNN. Sp. pl. 955. Chi. han. 84. Rocu Svn. I. 154. Beichenb. Ic.
f. 4879. Fl. dan. t. 679. Engl. bot. 1.778.
Auf Bauland, an Wegen, Feldrainen, Stein- und Schutthaufen, auf
iirodiuiii. «ERANIACEAD. 123
Lelim- und Saiidliodeii , zienilicb Läufig. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Sliiigel .i.isgcbrfitct liegend, sclilankäslig , flaiimliaarig. Blüten der A. 9. , aber Blülcn-
sliele dojijielt »o l'ing. Krunhlätter aui INaJiel scliivacli geMinipcrt. Samen glall.
11. G. disisectiini. Schlitzhlättriger Storchschna-
bel» Itlätter 5 — 7-tlieilig mit 3 — 7-sj>aUigen, liueal - lanzettförmigen
Zipfeln; Blütenstiele nach dem Biiilien niedergeliogen, wenig länger als
der Kelch; Kronblätter verliehrtherzförmig, so lang als die langbegranu-
teu Kelchblätter; Bälge glatt, abstehend drüsenhaarig.
Link. Sp. pl. 9.j6. Chi. hau. 85. Koch Syn. I. 154. Reichenb. Ic.
f. 4876. „Fl. dan. t. 936. Engl. bot. t. 753.
Auf Ächern, Gartländern, an Hecken und Wegen, auf lehmigem lial-
kigem und Sandboden, sehr häufig. Mai bis Juli. — August, September.
Stengel ansgelireitet, knrzliaarig. KronblStter über dem Kagel gewiuipert, pfirsicLblü-
tenrolh. Samen fein uctzartig - piinctirt.
1!3. Ci. coliiiiihiiiiiiii. Weintheiliger Storchschna.
hei» Blätter 5 — 7-tlieiIig mit 3 — 7-spaltigen schmallincalen Zipfeln;
Blütenstiele nach dem Blühen niedergebogen, \ielfach länger als der
Kelch; Kronblättcr umgehehrthcrzförmig, so lang als die langbcgrannten
Kelchblätter; Bälge glatt, unbehaart.
LiNN. Sp. pl.956. Chi. hau. 85. Koch Syn. I. 154. Reichenb. Ic.
f. 4875. Fl. dan. t. 1222. Engl. bot. t. 259.
An grasigen Feldhügeln, Ueehcn, Steinhaufen und auf Äcbern, auf
magcäm Lehm- nnd Sandboden, häufig. Juni bis August. — September.
Von der vorbcrgebendeu äbnlicbcn Art durck die langen Blütenstiele leicht zn unter-
selieiden. Blätter kleiner und deren Zipfel scbmäler. Blüten um die Hälfte grösser. Kronen
IkII karminrolh. Samen der vorigen Art.
13. C Robertiauiiiii. SfinJcender Storchschnabel»
Blätter 3 — 5-sclinittig mit doppelt- üederspaltigen Abschnitten; Blüten-
stiole wenig niedergebogen. Kronblätter umgehchrteirund, fast doppelt
so lang als die langbcgrannten Kelchblätter; Bälge netzartig- runzlich.
LiNN. Sp. pl. 955. Chi. hau. 86. Koch Syn. 1. 155. Reichenb. Ic.
f. 4871. Fl. dan. t. 694. Engl. bot. t. 1486.
An Hecken, fllauern. Stein- und Schutthaufen, auf schattigem steini-
gem Grunde, überall verbreitet. Mai bis October. — Juli bis Späthherbst.
Stengel aufreckt, abstehend haarig, oft nebst den Blättern blutrofb. Kronblälter rosen-
rolh mit 3 weisslichen Streifen. Ausgezeichnet durch einen widerlichen Bocks- (Ruprechts-)
geruch.
GMJVMRBTLJCnmS,
ÖTeonomiSCheS» Mehrere, vorziifflich ^irt. 1. 3. 4., cifjnen sicli
zu Zierpflanzen, ^irt.3. i.7. werden vom fielt (je/'resscn, und aus den
(jrösscrbliilif/en entnehmen die Itienen Ilonifj.
IS» ERODIUIfl. MMMMMHSCUIfABXlJD»
I/HekIT. Geran. ined. J)E CanD. Fl. fran^. 1\. H:_i8.
Kelch ö-lilättrig. KronhläiMcr 5. Slaul»fä(leii 10, von denen
5 unfruciilhar. Früchlelien tlurch schraubenföruiig von unten
naeh oben sieh rollende, innerhalb borstige Grannen vomFrueht-
trägcr sieh lösend. Geschl. Syst. XVI. 2.
Einjährige (Art. 1. 2.), (mehrjährige) Kräuter (oder Stauden) mit häufig
fiederschnittigen oder fiederlheiligen Blättern. Blüten in Deckblätter tra-
genden Dolden.
1. E. ciciitai'iiiiu. Gemeiner Reiherschnabel» mat-
ter fiederschuittig mit tief liederspaltigen sägezälinig - eingeschnittenen
Abschnitten; fruchtbare Staubtaden an der Basis beiderseits mit einem
rundliehen Ansätze.
124 BAI.SA]?IIKEAE. Impaüens.
LIIerit. in AiT. Hort. l;ov. K.l. 1. 11.414. Chi. hau. 8(). Kocii Svii.
1. 105. llEiCHE.NR. Ic. f. 4864. Gcraiiiuiu ckiitariiiiu Li.w. S|>. ^>1. yöl.
ScuK. llaii.Ui. II. T. 190. h. Fl. claii. t. 986. Engl. l.ot. M768.
Auf Äcliern, Triften, an \>'<'gcu und Schnttlianfcn , anf niagcrm san-
digem Boden, seJir liänilg. ^lärz J»i.s Seplenilier. — tluni J>is Oetoher.
Wurzel spindelförmig, iiielirsl;ingelig. Stengel meist nicilerliegcud , slarl; , ncl.st den
ItUllern abstehend baarig, oft rotli angelaufen. lilülenstielc blatlaeliseislandig, iNnger als
die Blalter, 4 — 6-blütig. — > ariirt mit niedergestreckten und ansteigenden Stengeln, mit
grossem und mit kleinem, ruudlichem Itlattal>selniilten , deren Zipfel selimälcr und wie die
ganze kleinerbliilige Pflanze stärker bebaart sind (E. cieutarinm (C. pilosum ReiCUENB. das.
Geranium chaeropbyllum SCHK. das.), ferner mit weniger tief fiederspaltigen oft nur cinge-
sebnilten - gesägten Absobnitten (E. pirnjunellifolium ReküENB. das. f. 48G">); und endlich
mit lila, rosenrolben und weissen, über dem Stengel gefleckten und iingefleckten Hronblätlern,
'9. E. ano^cliatuiu. Bisatn-JKeiherschnabei, Blätter
liederselinittig mit eirunden schwaeh eingeschnittenen und ungleich sägc-
zälinigcn Abschnitten; IVuclithare Staubfaden an der er^vciterten Basis
beiderseits mit einem borstenlormigen Zahn.
L'IIerit. in AiT. Hort. hew. ed. 1. 11.414. Koch Syn. T. 156. Sturm
Deutschi. n. 11.5. Beichenb. Ic. f! 4807. Jaco. Hort. vind. I. t. 55.
An Zäunen und Wegen am siid -westlichen Saume des Gebiets, als
Nordgrenze der Gesammtverbreitung, in der !^ähe von Ortschaften und
wahrscheinlich nur verwildert {Pr.fV. llünsler vor dem i^eutliore; wenig
westlicher im angrenzenden llhcinge])iet : Darup — dann Bocbholt, Iles-
sing, Wesel).
Von der sebr äbnliekcn A. 1. zunächst an den Tollem, nicht bis zur glitte eiDgescbnit-
tenen Blattabscbnittcn, breitern ]>eben - und Deckblättern auch durch die grössere Gestalt zu
unterscheiden. — Die verschiedene Bildung der Staubfädcnbasis beider Arten entspricht bei
uns der in der Diagnose bennfzlen, von KocH angegebenen, Bcschaflenbcit. ScIlKlHR und
REICHENBACH dagegen bilden die Zähne bei E. cieutarinm ab, die Flora danica bat an E.
cicutarium keine Zähne, die Engl. bot. hat an E. cieutarinm lange, an E. luoscbalum kurze
Zähne j wonach weitere Beobachtung irünschenswcrlh wird.
XXI. BAIilSATlIIIVEAi:.
KiCll. Dict. class. II. ll-i.
Kelch 5-, liäufigcr 4-blälh'iff, mir egel massig, alifällig, das
urspriinslicli hintci-e, durch lJliilenslieldi;;^ehung äussere oder
obere, IJlall laug gespornt. Kronblälter 5, häuUgcr 4, unre-
gelniässig', die seitiicheu paarAveise zusaniuieiigeA\achseu. Slaub-
gcfässe 5, unlersläudig; Träger au der Basis ringartig ver-
wachsen; Säcke unter sich ziisauimeujiängcud und tliclil den
Fruchtknoten umselilicssend. Dieser ö- fächerig mit mclireii-
gen Fächern, Eichen hängend. Samenpolsler millclständig. Sa-
iucn eiweisslos. Keim gerade, das AViirzelchcn zum Aal)el ge-
wandt. — Ulättcr Wechsel- selten gegenständig, ohne I>cl)en-
J)läUcr.
Torkomnieii. Gehalt des Bodens an feuchtem uuzersctztem Humus
liebend.
Gehalt. I\ühcr zu vulersuchcndcr scharfer Exlractivstoff? als vor-
waltender Bestandlheil.
1. I]?IPATIEI¥«. »PnENGKUA-UV.
riNN. Gen. n. 1008.
Kelch 4-])läUrig. Kronblälter 4, je 2 verwachsen, ^'arben
5^ vereinigt. Kapsel o-fächerig niil^ spiralig beim Aufspringen
sich rollenden Klappen Gcschl. Syst. V. 1.
oxalis. OXALIDEAE. 125
Einjährige, vollsaftigc Kräuter, mit eiiifiiehcii Blättern. Blüten in
blattwiiiKelständigen arnildütigen Traiil»en.
1. I. JVolitaiigere. Gemeines Sprin gier auf» Trau-
Jjen 2 — 5-l»lütig, hängend, hürzer als die eirund - längliehen Blätter und
unter dieselben gebogen.
LiNN. Sp. i»l. 1329. Chi. han. 87. Roch Svn. I. 157 Schk. Ilandb.
IIT. T.270. Sturm Deutsehl. Fl. U. 5. Reichekb. Ic. f. 4483. Fl. dan.
t. 582. Engl. bot. t. 937.
In dunheln Laubholzwäldern , auf nassem modernde Holz- oder LauJ»-
erde entiialtendcm Boden, ziemlich häufig und meistens in hleinen Ileer-
den. Juli, .Vugust. — September.
Stcogcl 1 — '2' Locli, sdftig- diirrLsrbeliicml mit dicken, oft piirpiu-liraiin gerärlitcn Gelen-
licn, ]>lelciigrüii und fcttglanzend , unten gegen- oben wechselstäudig- ästig. Blätter zart-
laiihig, grollgesägt, unten graugrün. Blüten citronengclb , inirendig karminrolli punctirt.
Kapseln beim Druck an der Spitze scLneil elastisch aufspringend.
GMWJERBl.ICItMS,
VechnischeSt Zur Gewinmauj eines f/ellien Färbestoff'.'! aus dem
Kraute anwendbar.
XXII. OXAIilDEAE.
DE CanD. Prodr. I. 680.
^Kelcli 5-blatji-ig_ oder 5-tlielli^. Kronblälter 5, gleichniä-
ssig, uulerstäiulig, in der Knospenlage gedrehet. Staubgefässc
10, häufig an der Basis verbunden. FriiclitknoJe frei, ö-fäche-
rig, ni[t mehreiigen Fächern. Samenpolslcr uiitlelständig.
Griffel ö. Kapsel 5-fächerig. Samen in einem fleischigen Man-
tel, der, sich elastisch zurückrolleiid, die Samen forlschleti-
dert. Eiweiss knorpelig -fleischig'. Keim gerade, das Wurzel-
chen ziim IVabel geA\andt. — Blattei; Aveehsel-, seltener gegen-
oder ^virtclständig, mit odei* ohne iXebenblätler.
Vorkommen. Viele den Sand-, einige den Kalkboden lieliend, die
bei uns einheimischen Arten lockeren liumosen Boden anderni vorziehend.
Gehalt. Ohne eif/enthümliehe Stoffe. Mehrere Arten jedoch durch
einen reichen Gehalt an Sauerhleesäure ausfjezeiehnet. In den fJ'urzcl-
knollen Stärhmehl , Gummi, Zucker.
t. OXAIilüi. l^A.WTMnKMjKm,
l.l'SV. Gen. n. .582.
Kelch 5 -blättrig. Kronblätter 5. Staubgefässe 10. Träger
an der Basis verbunden, 5 äussere kürzer. Grift'el 5. Kapsel
länglich. Geschl. Syst. X. 4.
Ein- (A.3.), ZAvei- (A. 2.) oder mehrjährige (A. 1.), stengeltragendc
oder stengellose Kräuter (seltener StiKiden). Blätter Mcchselständig, an
unsern Arten 3 -zählig, in der Knospcnlagc der Länge nach zusammen-
gefaltet und eingekrümmt. Blütenstiele blattwinkel - oder wurzelständig,
1- Oller mehrhlütig.
1. O. Acetosiella. Gemeiner SauerJclee. Stengellos;
Wurzclstock schuppig, kriechend; Schäfte 1 -blutig mit einem Deck-
blätterpaar über der Glitte.
LiAN. Sp. pl. 6:20. Chi. han. 91. Koch Svn. I. 157. Schk. Handb.
I. T. 123. Reichenb. Ic. f. 4898. Fl. dan. t. 980" Engl. bot. t. 762. Dayne
Arzneigew. V. T. 39.
In schattigen Wäldern und Hainen, auf humosem feuchtem oder fri-
126 OXAIilDEAE. Oxali».
sclicm Boden, Iiüufig und slcls beerdenweis«'. April bis Juni. — Juli,
August.
Blätter lang gestielt, Blättrlien wie ilie der folgemlen Arten, iimgckclirtlier/.rürinig, foin-
Laarig. Kronen dreimal so lang als der Kolcli, weiss mit sclnvaoli rütlilii'liem Anliaiicli und
purpurnen Adern. — Variirt seilen mit nur (l(,|.|Mlt den Kel.li an I-Hnge ül.ertrertendcn Kronen.
Ä. O. »tricta. Straffstengeliger iSauerJclee. Wur-
zel sprosscntreihend ; Stengel aufieelit oder liegend , Blattstiele ohne
IVelienblätter; Blütenstiele 2 — 5-l)lülig, Fruchtstiele aufrecht- al>steliend.
LiNN. Sp. pl. 624. Chi. hau. 92. Kocu Sjn. I. I.'b7. Schk. Ilandh.
I. T. 123. Sturm Deutschl. Fl. II. 1 (O. corniculala). Beichenb. Ic.
f. 489.5. Fl. dan. t. 873 (O. corniculata). Hayxe Arzneigew. V. T. 40.
Auf Gartcnländereien , auch auf Äckern, nuf frischem huinushaltigem
Boden, häufig eingebürgert, und, abgesehen von dem sehr seltenen Vor-
kommen in bänemark, die IXordgrenze der Gesammtverbreilung errei-
chend. Juni bis October. — August bis Octobcr.
Stengel einfach oder ästig, aufrecht oder aus liegendem unterm Thcile ansteigend, spar-
sam feinhaarig. Blütenstiele den Blättern an Länge etwa gleich. Kronhlätter doppelt so
lang als der Kelch, hellgelh mit lichtem Adern. Griflel länger als die innern Stauhgefässe.
3. O* corniculata. Gehörnter SauerJelee» Stengel
niederliegend ausgebreitet; am Gruntle Avurzelnd, Blattstiele an der Ba-
sis mit angewachsenen längliehen ]>i ebenblättern ; Blülrnstielc 2 — 5-blü-
tig, Fruchtstiele zurückgeschlagen.
LiNN. Sp. pl. 623. Chi. hau. 92. Koch Svu. I. 157. Beichenb. Ic.
f. 4896. Engl. bot. t. 1726.
Auf Gartenländereicn, auch auf Äckern, auf frischem humoseni Bo-
den, M enigcr bäußg als A. 2. Mai bis Octobcr. — September bis October.
nicht sprossentreiliender AVurzel , >ielstengelig, ästig und stärker
tiefer herzförmig und dunkler grün. Blütenstielc kürzer als die
Griflel so lang als die innern Stauhgefässe.
JPharmaceutisch-JtKedictnisches. Von A.1. ehedem das
frische lirant (Ilerba Aeetosellae s. Liijulae), unter yinweti dun <f des
Aufipisses zu Frühlinifscuren ii. s. v>., of'ficinell. f'orwn 1 1. li c s t nn d Ih.
saures sauer -kleesanres liali. ISachdem in neuerer Zeit fji/'tiije, bei
stärkerni Geniiss tödtliehc, Eifjenschaften der Snuerldeesiiure (tretjcnmitlcl
Kreide, MaifHcsia , Milch) erwiesen sind, ist nur das Salz als Reaifens
und zum ökonomischen Gebrauch in der Apotheke vorrüthiff zu halten.
OTechnischeSt Alle 3 Art. zur Gewinnunfi des Sauerkleesalzes
anwendbar, vorzür/lich jedoch A.1. Nach S./t'.tliY liefern 30 Pf. Sauer-
klee 25 Pf. Saft, aus welchem 2'/-2 Unze reines Sah erhalten wird. Die
Fabriken im Schwarzwalde (Forbach, Altensteiij und Schwenuinijen) er-
halten aus 1 — 7'/2 Centn, frischer Blätter 1 Pf. Sah. Nach neuern Ent-
dcckuuf/en dürfte jedoch die Gewinnung der lileesäure aus Zucker oder
liartoffelstärke vortheilhafter sein.
fPTConontiJIChes» Der in ijcrinffcr Quantität unschädliche Genuss
des Iirauts von ^i. 1. den ff'aldwanderer in der Sonnenhitze ant/enehm
kühlend. A.2. auf Gemüseländcrn oft ein läslltjcs Unkraut. Das Uich
weidet sie nicht ab.
XXIII. »UXACEAE.
MA.UVJElVAnTIGm GJEffÄCMSE.
Jrss. Gen. •20C). Scct. I. ausgescM.
Kelch 3 — 5-llioilJff, in der Knospenlage geschindelt. Kron-
hlätter 3 — 5, unlersländig an einer drüsigen Scheihe. Staiih-
Kleiner
als A.
2., .
bei
liaart.
Bl:
ittchen
kleii
Bl
älter.
Bli
Uten d.
■T A.
Ruta. RIITACEAE. 127
g'efässe der Selicll»e eingesetzt, von einfacher oder ilo])pelter
Zahl derKelehtheile. Fruchtknote so viel Fächer alsKelchtheile
enthaltend, tlic ohcn getrennt, unten verwachsen sind. Griffel
einfach oder unten nach der Fäeherzahl gcfheilt. Samen mit
fleischigem Eiweiss. Keim gekrümmt oder gerade, das Wür-
zelcheii vom iVahel (oh hei allen?) ahgewandt.— lllätter wech-
selständig, ohne Nehenhlätter.
Torkouimen. Vorzüglicli gern auf Basalt oder Kalk in sonniger
IJerg- odei- Feislage.
Gehalt, ^lusffezeichiiet durch ätherisch - ölirje , harzige und bittere
. Stoffe.
1. RVTA. nA.uvm,
LiNIV. Gen. n. h2'i.
Kelch 4^5-theilig. Kronhlättcr 4 — 5, muschclfürmig mit
kurzem IVagel. Slard)fäden 8—10. Kapsel 4 — 5-fächerig, in-
nere Decke derselhen nicht löslieh. Geschl. Syst. X. 1.
Mehrjährige Kräuter (oder Slräuclie). Rlätter einfach oder zusammen-
gesetzt, durchsichtig punctirt. Blüten in endständigen Trugdoldeu oder
llispen.
1. R. graveoleii!^. Garten- Raute. Blätter 2— 3-fach-
gcfiedert. Blättchen unigeliehrteiruud-spatellorniig; Kapsellappen ahge-
rundet.
LiNN. Sp. pl.548. Chi. han. 70. Koch Svn. I. 151. Schk. Handb. I.
T. 115. Beicuenb. Tc. f.4814. Hayne Arzneigew. YI. T. 8.
An sonnigen Berg- und Felsabhängen, auf Basalt, Kalk und Sand-
stein, im südlichsten Gebietstheile an wenigen Puncten eingebürgert xuid
die IVordgrenze der Gesanimtverbreitung erreichend {Pr. Weinberge bei
Freiburg. /7.v. Isopsberg bei" Jestädt, Badenstein ]>ei Witzenhausen).
Juni, Juli — August, September.
Allen Tlieilen nach <licl;luli, starr und kalil. Stengel einfach, aufrecht I '/j — 2' hoch.
Blnlter grangriin mit hläiilicheni null und eingesenkten ilurchseheinenden Drüsen. Zuerst
sich entwickelnde Blüten in der Mitte der Inigdoldigen Rispen 5-z.4hlig und 10 -männig,
nachfolgend sich entwickelnde seitliehe meist 4 -zählig und 8 -männig. Kronblätter stark
concav, gelli. Saamen eckig, scliwarz. Geruch stark und widerlich, Geschmack sehr bit-
ter. Das leichte Erfrieren der Pflanze spricht für die südliche Abkunft.
GMVrERBZ.ICnMS>.
Pharmaceutisch - JIKedicinisches» Das Kraut officimll
(Herba Butae hortensis). f orwalt. liestandtli. ätherisches Öl und
bitterer Extractii>«toff'. Anwendung der aufregenden und reizenden
Kräfte, iui Attfguss mit ßf'asscr, ff ein oder lässig, gegen f'crduuungs-
beschwerdcn, ff "ärmer, Auifcnverduiiklung it. s.w.; äusserlich als haut-
röthendes Mittel. Sowohl innere als äussere Anwendung in zu grosser
lUasj^e kann giftige ff'irkunrjen herbeiführen.
OJCOnoiniScheSm Das frische Kraut von Alters her als Gewürz
zum Salat und auf Butterbrot im Gebrauch. Auch Zierpflanze der Gärten.
S. »ICTAimVCS. m]PVA.M.
I-I^•N. Gen. n. h'12.
Kelch 5-thcilig, {»hfällig. Kronhl^ätter 5, etwas ungleich.
Stauhgefä.sse 10, niedergehogen. Kajjsel 5-fächerig, innere
Decke derselhen elastisch ahspringend. Geschl. Syst. X. 1.
Mehrjährige, gegen die Basis hin staudige Kräuter, mit unpaarig
gefiederten, durchsichtig punctirtcn Blättern. Blüten in endständigen
Trauben.
128 RVTACEAE. Dictamnus.
1. D. Fra^Klltella. Itlüdcu- einfach ^(-iicaci'l, niiilk'lioii ellip-
tisch spitz oder slmiipflich, fein gesägt; Kionl>lätter elliitlisch- lanzett-
förmig.
Pers. Syn. 1.461. liocii Syn. I. 159. Ueichem). le. f. 4819. D. all.us
LiNN. Sp. pl. 548. Chi. han". 09. Schk. llandb. II. T. 114. Stlrm
Deutschi. Fl. H. fi. Uayne Aizneigew. VI. T. 7.
Au waldigCH Iterghiingeu und Hügeln, auf felsigeui oder steinigem
Kalkboden, im südliehen Theile des Gehiels, die ]>ordgreuze der Ge-
sammtverhreituug im Vorgebirge des nord - öslüeheu Ilnrzes erreichend,
ziemlich häufig (/*r. Naumburg, Bibra — , Halle: Heide, Lindberg, Ilo-
clicn- und Mittclholz — , Ilalberstadt: am Iluy, Iloppelsberg, Steinholz — •;
Ä^.v. Gudensberg, Cassel — ; .Se/iip. Fraulienhauseu, IVuuiburg, llachelbieh,
Jccha, Bebra — ; Br. Kl. Fallsteine, Asseburg bei Wolfenbüttel und
Elm, als nördlichstes Vorliommen). Mai, Juni. — August, September.
Wurzel IioJiig. Stengel 2 — 3' liix'li. Blütldicii etwas Icdcraitig, gliiiizeii«! grün, lianm
merklich zerstrcnt leinliaarig. Traul.en l'.J — JO-Iiliilig. Itliilen 2" iui Durcliuicsser. Blü-
tcnstielc un.l Kelcl.e in sonniger L.-.ge woli'lrolli üliorlaid-en. Kroiililülter l.lass pfirsielihlii-
tenfarben mit purpurnen AJern. .Saamcu Icugi-lig, gliinzenil schwarz. Die ganze Pflanze
starli balsamisch ricclicnil.
JPhartnaceutisch-JfKeflicinisches, Die fVunel oder viel-
ineliv deren Hindi of'fieinell (lladix Diclamui albi s. Fra\inellae) , aber
trocken ohne erhehliehe fß'irhinff und daher, nuxser auf' dem Lande,
vienif/ im (iehrauch. J'orwalt.Bestnndth. ätherisches Öl, Harz und
bitterer Exhnetivstofl'.
ÖTeonomixcheS' Zierpflanze der Gärten, und von den Bienen
in der Blütezeit stets umschwärmt.
Siilielassis II.
Zweite UnterTelasse»
Kelchblätter an der Basis mehr oder Aveiü};er verbunden.
Kronblätter nnd Staiibgefässc einer dem Grunde des Kelchs
aufgewachsenen Scheibe eingesetzt^ oder der an den Frucht-
knoten angewachsene Kelch trägt Kronblätler nnd Staub-
gefässe oder die 1 -blättrige Krone.
XXIV. CEIiASTRlIVEAE.
11. ItR. Gen. rem. •.»i. 1»E CaND. l»r. II. 2.
Kelch 4— 5-thellig, in der Kncspenlage^gosehiiidcll. Kron-
blätter i— ;5, am llaiule einer mit deiii Kelche yer^vacliseiicii
initersläiuHgcn Scheibe eiitsprins;eud. Staiibgcfä.sse so viele
als Kroiiblälter, ebendaselbst odei' auf der Sehcibe eingesetzt.
Frueiitknole frei. 2— 4-fächcrig, riiit 1 — mehreiisen Fächern.
Samcnpolster mittelsländig. Samen mit oder ohne Ei>veiss.
Keim gerade, das Würzelehcn zum I\al)cl gewandl.
Vorkommen. Frischen humoscn Boden liebend.
Staphylea. CELASTRINEAE. 129
Gehalt. Eifjotthiiinliche ehelerref/ende , schar fc und bittere Stoffe,
die noch wenifj untersucht sind, Fitrbestoff'e und in den Samen fettes Öl-
1. Giuppt". STAPHYLEACEAE. PlJttP MRJV UIS8.
GMTi^ÄCMSM.
Samen ohne Mantel und Ehveiss. IJlätter zusammengesetzt.
1. STAPHlfliEA. PEMPmnNWT»^,
LiNN. Goli. n. 374.
Kelch 5-tlieilig. KronbläHer 5. Fruclilknote 2— 3-Jappiff.
Kapsel 2 — 3-fächerig, aufgolilascii-häutig, innen aufspringend,
wenigsamig. Gesclil. Syst. V. 3.
Sträuche mit meist gegenständigen, unpaarig -gefiederten oder 3 -zäh-
ligen Blätlern und ahfallenden IMelienhlättern. Blüten in hlattwinkel-
ständigen Trauhen.
t. S. piniiata. Gemeine Pinipernuss. Blätter gefie-
dert. Blättchen 5 — 7, oval - lanzettförmig; Traul>en hängend.
LiNN. Sn. nl.^Öf). Chi. han. 71. Koch Syn. I. 160. Beit. u. Abel
Holzart. T. 42. Schk. Uandh. I. T. 84. Beichenb. Ic. f. 482:J. Engl.
l)ot. t. 1560.
In Yorhölzcrn und in der Nähe von Ortschaften, auf frischem luimus-
haltigcni Boden, hier und da eingel>ürgert. Mai, Juni. — Septemher.
Hübe 8 — 15'. Uinilc glatt, braiingraii mit feinen weissen Langsslreifen. Aste nnd
Blatter gcgenstiinJig, Blattelien fein sägezälniig. INeLenlilätter nnil BlattcLen selimal lineal.
Tranben langgesticlt. Kelrb nnd Krone gelblicb - weiss, ersterer mit »erblassenden rosen-
rothen Rücbenstrcifcn. Samen beinbart, gelblicbbraun.
GM 1VMRnZ.ICJIJES.
technisches u. ÖTeononiischeS, Eine Zierde der Parkan
lafjen. Das bräunlichweissc , feine, feste und ziemlich dauerhafte Holz
zit tjerinrjen Schnitt -Nutzholzwaaren, Pfählen, Stäben u.s.w anwendbar.
Aus den Nüssen ein Öl zu gewinnen.
Forstliches Verhalten» fn den Forsten] keinen Anbau ver-
dienend.
«.Gruppe. E170NYMEAE. EIGMNTIsICMM SPINinElÄ.
STaAVCKGMJVÄCnSM.
Samen mit Mantel und Eiweiss. Blätter einfach.
LlNN. Gen. n. 271.
Kelch 4 — 5-spaltig, flach, mit schildförmiger Seheihe im
Grunde. Staubgefässe 4—5, der Scheibe eingesetzt. Kapsel
3 — 5 -fächerig und -eckig, fachspaltig aufspringend. Geschl.
Syst. V. 1.
Sträuche mit gegenständigen Ästen und Blättern. Blüten in blattwin-
kelständigen Trngdolden.
t. E. eiiropaeiis. Gemeiner Spindelstrauch» Zweige
glatt; Blätter elliptisch- lanzeltförmig, fein gesägt; Trugdolden aufrecht-
abstehend, Kronblättcr länglich.
LiNN. Sp. pl. 286. Chi. han. 70. Koch Syn. I. 160. Beit. u. Abel
Holzart. T.4o. Schk. Handh. T. T. 48. Beichenb. Ic. f. 5134. Fl. dan.
1. 1089. Engl. bot. t. 362.
In Vorhölzern, Hainen und Hecken, auf frischem humushaltigem Bo-
den, häufig. Mai. — September, October.
Höbe 4 — 6'. Rinde grau , später fein aufgerissen. Die jnngen 4-seitigen Triebe mit
130 RHAJMBIEAE. Rhamnus-
grÜBliäiittgcii Raiilrn. KiüpiI.LiIIit I>I,.:,s gcll.licligriiii. Kajisclii lii-llliarmoi.siii . ilcr de«
Samen gäniLlich cliiliull. ii.U- .^lanl.l nioni.igiolli. Ges.l.n.ack aller Tlieile siliarC iiii.l liil-
ter. — A'arürt mit um <li.- Ilallle sclimalein lUaltcrii un.l um 14 Tage früherer Itliileielt.
technisches n. ÖlCOnontiSCheS. I>er srlnhi/orhir/cn FrUclile
weaen ein Zierstravt-h , besuiideis in llcchcn. Das hcilf/clhc , feine und
zähe Holz von Drechslern , auch zu Sehnitzuierh und Üeincn Spalluiaa-
ren gesucht, zum Zeichnen die beste Hohle ijcbend. Fruchte hef'tiif pur-
ffircnd und brechencrrcyend , für Sehauf'e und Ziet/en unter Umständen
tödtlich, jtulvcrisirl yefjen lirätze und Ungeziefer im tlausgcbrauch.
Kapseln und Samenmän'tel zur (Gewinnung gelber, grüner und rother
Farben anwendbar. In den Samen ein dic'hfli'issiges fettes Öl (worin
sich ein bitteres, harziihnliehes Subalkaloid ( Evonyniiu) verbunden mit
einer flüchtigen Säure findet) enthalten, vielches zunt lirenncn und gegen
Kopfungeziefer anwendbar ist.
JForstlicheS Verhalten, In den Forsten keinen Anbau ver-
dienend.
U. BR. Gen. rem. ^i. UE Cand. Pro.lr. II. li).
Kelch 4 — 5-spaltig inil klaj)j)igc'r Knospenlagc. Kronblättei-
4—5, klein, mit den Kelchzipfeln aliMechselntl. Slauhgefässe
so viele als Kronhlätter, (iicsen gegenühcr stehend. Fruchlknote
dem Kelche mehr oder weniger angewachsen nnd von einem
drüsigen Ringe nmgehen, 2— ^4 fächerigniit 1-ciigen Fächern.
Eichen aufrecht. Griflel 1. Samen mit spärlichem Eiweiss.
Keim gerade, das AYürzelchen dem IXahel zugewandt. — • Blät-
ter Wechsel- oder gegenständig, meistens mit IVehenhlättern.
Torkonimen. Frisclien oder feucliten huiiioscn Walclgrund liebeiul,
mehrere Alten kalkstet oder liaHihold.
Gehalt. Eigenthümliche bittere, ehelerregende Färbestnffe. Die
Rinde reich an drastischen, bittern Extractivstoffcn , ferner ätherisches
Öl, Gummi, Zucker, Ap feisäure enthaltend. In den Samen fettes Öl.
1. RHA]?i]viT$>. Kumuxjfonjv.
I>[NIV. Gen. n. 'Hi'i.
Kelch 4—5 spallig. Saum desselhen_ nach dem Blühen um-
schnitten al)fallend. Pflaume heerenarlig, 2— 4-steinig. Ge-
schl. Syst. Y. 1.
Sträuelie mit oder ohne Dornen. BläKer einfach und ganz. Blüten
klein, einzeln, wenige- oder gelijiul't in den Biatlaehseln, oder in hlatt-
winkel- oder endständigen Tranhen.
t. R* catliartica. Genteiner Kreuzdorn, Äste ge-
genständig, dornig; Blätter cirxuid, spitz, fein gesägt; Blüten vierzählig,
vielehig.
LiNN. Sp. pl. 279. Chi. han. 75. Roch Sjn. I. 162. Beit. u. Abel
Holzart. T.39. Fl. dan. t. 85(). Engl. bot. t. 1629. Hayne Arzneigew.
V. T.43.
An Waldrändein, in Vorhölzern nnd Hecken, auf frischem hunius-
haltigem Boden, ziemlieh häufig. Mai, Juni. — September, Oetober.
Hohe 10—15 — '10'. Rinde hr.inngrau , glatt, .siKiterliin anfgerLssen. Blüten in aeh-
selständigcn diehten Büscheln, grnngclblieh. Früchte erbscngross , schwarz mit grünlichem
Fleisch ton hitterm nidcrliehem Geschmack,
Rhaninus. RHAJVINEAE. 131
». R. Frangiila. Unhewajf neter Kreuzdorn {WauU
bäum), Aste wechselständig, dorneiilos; IMättcr «'lliptisch, ganzraii-
dig; Itlüteii 5-zälilig, ZAvitterig.
LiNN. Sp. pl. 280. Clil. hau. 75. Koch Syn. I. im. Reit. u. Abel
Holzart. T.55. Schk. Haiulh. I. T. 46. Engl. bot. t. 2-50. IIayne Arz-
iieigcw. V. T. 44.
Tu Wäldern, Vorliölzeru und Gel)üschcn , auf fenclitem nassem oder
bruchigem Boden, biiufigcr als A. 1. — Mai, Juni. — Septenil>er.
Hülic 10 — 15'. Rinde »iolcHnaim mit «cisscn runctcn. Blätter bal.l mcLr halil we-
niger s|il(z, mit parallelen Seitcnnervcn. Bliiten zn ti — 5 in den Blaltarliseln . Helrlic
grüiilicli, Kronen weisslieli. Früchte erliscngross , rolli , dann srli»arz1>rann.
Pharfnaceutisch. JfKedicinisches, Die Früchte von A. 1.
officinell (Baccae Illiamn. calh., Spinae ccrvinae s. domcsticae). Vor-
walt. Bestandth. bitterer, f'arbiffer Extractivstoff'. Anwenduuf/ des
Saftes (Syrupus donicsticus) als drastisches Purt/irmittel. Die ähnlich
wirkende innere Rinde, hier und da im Itattsfjebratich, ztiijleieh Erbre-
chen errcfjend.
technische« n. Ökonomisches, Das Holz von A. 1. (feib-
lich, hart, ffchobelt f/länzend, von Drechslern gesucht, von A.2. weiss-
lich, im Hern rjelbroth und weich, liefert die beste Kohle zur Schiess-
jmlverbereitunt/. Früchte von A. 1. zur Bereitunrf des bekannten Saft-
ffrüns, durch Behandlung des einf/edickten Saftes mit Alaun oder Pottasche
(1 Pf. Saft = V2 Drachme Alatm) , dienend. Der Saft der unreifen
Früchte mit Alaun zum dauerhaften Gelbfärben von Leder und fJ'olle
anwendbar, von überreifen Früchten braunroth färbend. Beide Sträuche
der Bienenzucht voriüfjlich nützlich. Laub von A.2. gutes Schaaf- und
Zief/enfutter.
Forstliche Behandlung, Nur A.S. xuo Absatz an Pulver-
fabriken Statt findet, dem Anbau zu empfehlen, und dann als Schlaff-
holz in 16 — -IS -jähriffcni Umtriebe zu behandeln.
XXVI. PAPIIilOTVACEAE.
ISCMMJEVTXniilJVGSBMjÜVMGJE PVMjA.NXKN,
DE CanD. Trodr. II. 94.
Kelch 5-spallig oder Ojzahnig. Krone dem Kelch^runde
eingesetzt, iinregelmässig 5-blättrig: unpaares Kronblatt (Fah-
ne) der Blütenachse zugewandt, in der Knospenlage die übri-
gen umfassend; 2 seitliehe (Flügel) gegenständig, ungleich-
seitig, in der Knospe mit ihrem vordem Rande die beiden
folgenden deckend; 2 vordere (Schiffchen) an der Basis frei,
mit ihren Platten meistens verwachsen. _ Staubgefässe 10,^ eben-
daselbst eingesetzt, entweder alle in eine, den langen Frucht-
knoten umfassende. Scheide verwachsen (1 -brüderig), oder 9
verwachsen und der obere lüte frei (2- brüderig). Frueht-
kiiote frei, mit mehr oder wenigem Eichen am innern, der
Mittelrippe^(Rückennath) entsprechenden, Winkel. Samen ei-
weisslos. Keim gekrümmt mit anliegenden Keimlappen. — Blät-
ter wcchselständig, mit IVebenblättern, selten nebenblattlos.
Torkomnien. Wenige bodenstet und alsdann dem Kalkboden oder
dem Sandboden oder dem Urgebirge angehörig. Tiele Vorliebe für Kalk,
Gyps, Mergel zeigend und durch Zuführung dieser Stofl'e auffallend an
Kraut zunehmend. Mehrere sowohl auf Kalk als Sand vorkommend.
Kinige thonigen Boden verlangend, vtenige Lage am Meere; andere Salz-
132 PAPIMOMACEAE. Ulei.
gcliall «les Ituciciis licltciul. \iole ]iO)li-iiv:i^ und alsdaini hrsondcrs dt-m
feuc]>toii, liiiiiiii.slialtlj^cii Itodcii zug;L*tltau.
Gehalt der hei uns einheimischen Arien: viele sehwe/'el - und slirk-
sloff'nrtige Materien im allf/emcinen , keine Alk(tloide. In. den Hinten
einifjer ätherische Öle, dann viel Gummi, Schleim, ffclbc Färbestoffe,
f fuchs, Harz, fettes Öl, auch Itenzoe-, (Herb- und Callussäure kommen
vor. — • Jm lirnute Zucker, (iummi, Schleim, f/crintje Quantitäten i'on
{ierbesäure , liittcrstoff'e und scharfe Stoffe. — • In den Fruchthüllen i'or-
wiegend Pflanzeneusein (L,e(/umin , BraconnOT^, Zucker, (rtimmi — •,• in
den Samen Pflanzencascin, Stärkmehl, Zucker, bittere Stoffe, fette Stoffe,
Kalisalze , phosphorsauren lialk. In den fVurzeln Stärkmehl , Zucker,
Schleim, Harz, bittere und scharfe Stoffe, Oxalsäure , schwefelsaures
liali und lialk.
t. Gruppe. LOTEAE. H ORJV KI.M!:jEGJEirÄ CHSE»
Friulit «'ine 1 - fiiclierigc oder dureli EinAväitslüegiing einer der Leiden
]>iälhe der Länge nacli '2- f aelierige Hülse. Keiuilappen lleiscliig, iil>er
die Krdc tretend cind sich grün f'ärl>end.
A. SlauhCiiden l-l»rüderig.
1. UliEX. MXCKJEJVSAMJE.
I.ITSTV. Gen. n. 881.
Kelch 2-Jbeilig-2-lJp])ig. Hülse kaum läng'ci- als der Keleli,
aufgedunsen, armsaniig. Samennahel ausgehöhlt. G.S.XVII.4.
INiedrige, vielästige, steife, starre, mit Asten und Blättern in Dornen
und Stacbelspitzen ausgehende Sträuehe. Blüten einzeln, gell».
1. II. europaeiis. lEuropäischer MecJcensame, Blät-
ter lincal, in eine stechende Spitze ausgehend, die hlütenständigen so
lang als der Biütenstiel, Declihlätter am Kelche liegend, eirund und
breiter als der Blütenstiel.
Link. Sp. pl. 1045. var. a. Chi. hau. 174. Koch Syn. f. 165. Guimp.
Holzart. T. 123. Scuk. Uandh. II. 196. Fl. dan. t. 608. Engl. hot. t. 742.
Auf frei liegenden Hügeln und Angern im offenen Fiaehlande, auf
troclicnem Sandboden, in der Nähe von Ortschaften wohl zum Theil au-
gepflanzt, gegen Süden und Osten im Vorhommen abnehmend, auch
an frühern Standorten sich verlierend (Mk. Hl. Hb. Blankcnesc, Jüt-
horn , Bm. Ol. Yarel, Neuenkirchen — ; Hu. Insel Nordernei, Hcrzogth.
Bremen und Terdeu, Osnabrück: Piselsberg, Cris]>insburg; zwischen
Langelagc und Krebsburg, zwischen Mackenrode und Dudersladt, unweit
der Tönniesmühle, Peine — ; Br. Vorsfelde nach Brackstedt zu, Abbes-
büttel, Hedeger, llelmsttvdt — ; Pr. Halberstadt: Spiegeische Berge — ;
Pr. ff. Tecklcnburg am Leederberge , Bielefeld, Gütersloh, Marienfeldc,
Münster — ; Hs. im Kellerwalde, Jesberg gegenüber; Lp. Senne — ).
Juni bis August. — September.
IIolio 3 — 4', slair lind ii^erull starlielspiUig- stcelirnil , mit <Ii<Oit gestellten, wagerccht
al.stelienilen Ästen. Blüten «oliliieelien.l , Krone haxim länger als der zottige, gell.gefärl.le
Keleli. Iluke 6'" lang, 3 — 4- sämig. — Erfriert, als eine .lern Kiisten.lclima ange-
liörigc Pflanze, im ISinncnlan.le hei strenger Kälte mit sainmt der >Vnr7,<l.
GEn'JER»MCHE:8,
Ökonomisches' Auf Mahlen zerfiuetscht ein treffliches Pferde-
futter. Zu Heckenanlarjen, wozu man ihn anwandte, nicht zu empfehlen,
Lirm. Gen. n. 8.78. Art. aiisgcselil.
Kelch 2 -lippig. Fahne fast kreisrund. Griffel Schnecken-
»eiiista. PAPII.IONACEAE. 133
förmiff zusanimena-erolU. IVarbe klein, konfföi-uiia;. Hülse flach-
gedrückt. GeschlfSyst. Xyif. 4. ^ ^
Gerillger Strauch mit aiifrcchteii riithciiföriiiigcii Z^veigcii. Blätter
3-zäblig und einfach, ohne IVebenblätter. Blüten hlattMinI;elständig,
Kronen hoeligclh.
1. S. scopariiini. Gemeine Besenpfriente» Äste im-
heAvaffnet; Blätter uingekehrteirund, stumpf oder spitzlicL; Blüten ge-
stielt, einzeln oder zu zweien.
LiNN. Sp. pl.996 Chi. han. 173. Beit. u. Abel Holzart. T. 60. Schk.
Uandb. II. T. 19.5. Fl. dan. t. 313. Engl. bot. t. 13-39. Hayne Arznei-
gew. IX. T. 10. Sarothanmus vulgaris Wimm. Fl. v. Schles. Ausg. II.
148. Koch Sjn. I. 166.
In Wäldern und Heiden, auf sandigem Lehm- und auf Sandboden,
häufig, das Vorkommen im nördlichen Theile des Geliiets zunehmend und
liier oft scliaaren>veise. Juni, Juli. — September.
Ilülie Vi — 3', aiisnaliuiswcise mannsliocfa und fasl armsdick. Aste gcsireckt, .S - eckig,
iiiilji'liaart, grasgrün. Blatter angedrückt- seuleuliaarig, die 3-zähligeii luelirlacli länger ge-
stielt als die cinfacLcn. Kronen gross. Hülsen 1 '/j — "2" lang, an beiden Seiten gcuim-
pert. Samen zusammengedrückt- eiförmig. — Yariirt mit lieliaarten jnngen Trieben, und
die Blätter legen, wicwoLl selten, alle Haarbekleidung ab. Erfriert in kalten Wintern bis
auf die Wurzel.
GM Jt^EaBJLICMEIS.
VechniScTieS u. Ökonomisches» Der Stvancli eine Zier-
pflanze in Lustifehüschen , als Brundholz , beim Zief/elbrenncn u. s. w.
brauchbar. Das feste, zähe, schön tfeflaunnte Holz, wo der Strauch
stärker wird, zn Drechsler- und einrjelefjten ^arbeiten anwendbar, die
Ruthen zu Hesen. Knospen mit Salz eingemacht als Kappern qeniessbar.
Blätter dem liofhwild, Rindvieh und Schaaf'en angenehm. Blüten eine
dauerhafte gelbe, Rinde eine bratine Farbe, feinen Gerbestoff und eine
zähe Faser zu Gespinnst- u. Flechtwerk liefernd. Samen ülreich. — ■ 7>eJH
Forstbetriebe ein lästiges Unkraut, auf Heiden aber eines reichen Kali-
gehaltes wegen bodenverbessernd.
3. CiEIVIlSTA. GENSTtlR,
lAfifi. Sp. pl. n. 859.
Kelch 2-li])])ig. Fahne länglich -eirund. Griffel pfriemen-
förmiff, aufsteigend. Narbe schief, nach innen ffcboffen. Hülse
flachgedrückt. ^Geschl. Syst. XVir. 1.
Geringe, unbewehrte oder dornige Sträuche. Blätter einfach (selten
3- zählig). Nebenblätter gering oder nicht vorhanden. Blüten end- und
blattwinkelständig, einzeln oder traiibig. Kronen gelb.
1. 0> sagittali». Gejlügelter Ginster* Stengel unbe-
wehrt, geflügelt -2- schneidig und gegliedert; Blätter elliptisch; Blüten
in kopfförinigen Trauben.
LiNN. Sp. pl. 998. Jaco. Fl. austr. III. t. 209. Cytisus sagittalis Koch
Syn. I. 172. Salzwedelia sagittalis Fi. d. Wett. 11. 498.
In Holzungen, auf sandigem Boden, sehr selten im südlichsten Theile
des Gebiets, als Nordgrenze der Gesamintverbreitung (/*»■. Bitterfeld — ;
An. Dessauer und Mosigkaucr Heide, hier häufig). Juni, Juli. — Sep-
tember.
Stengel liegend, mit aufrechten 8 — 12" langen, einfachen, krautigen Asten. Blätter
ton einander entfernt, an den gliedartigen Unterbrechungen der Stengelflügel sitzend. Blü-
lenlragende Äste 4 — 6-flügelig. Bluten gross, Kelche behaart, gelb. Hülsen schwärz-
lich, 4 — 6 - sämig.
Ä. £•• tiuctorla» Färber -Ginster» Stengel imbewehrt,
134 PAPIIilONACEAE. Oenista.
oben angcprcsst-weichhaaiig; Blätter laiizetllich otler elliptiscli; Blüten
in Traulii'n.
LiNX. Sp. pl. 998. Chi. Iian. 172. liocu S\n. I. 167. Beit. u. Abel
Ilolzait. T.fi8. Fl. dan. t. 526. Engl. bot. t. 44.
Auf glasigen Hügeln, Waldwiesen, lichten Holzungen und Heiden,
auf mergeligem oder kalhlialtigem Lehml>oden, auch auf huinos- sandigem
Boden, häufig. Juni, Juli. — September.
Stengel liis '2' Iioeli. «läUer, Hinten im<l Hülsen li.ilil , crsterc jcdocl ranJliaarig. Das
SeJiifTclien so lang als die Faline. Hülsen lineal, 1" lang. — Yariirt mit breitern und
schniKlern Blattern und mit last kalileia Stengel.
3. Gl. i>ilo»a. Haariger Ginster, Stengel unbewehrt,
Blätter länglich -umgeliehrteirund', unterseits nebst den Ästen, Blütcn-
stielen und Kelchen angedrückt seidenhaarig; Blüten seitlieh in Schein-
trauben neben Blattbüseheln.
LiNN. Sp. pl. 999. Chi. han. 172. Koch Syn. I. 166. Beit. u. Abel
Holzart. T. 94. Schk. Handb. II. T. 19.>. Engl. bot. t. 2()8.
In \^^aldungen und Heiden, auf trockenen» sandigem und Sandboden,
häufig. Juni, Juli. — Septemlier.
Stengel bis 1'/^' boeli, iiiederliegend , seltener aufreelit. Blälfer obcrseils kal.l. Faliiic
lind Seliillehen seidenLa. rig, Hiilsen lineal - linglieh, angedrückt - liaarig, .5 — 6 - .sämig.
4. €>• geniianlca. Mfeutscher Ginster, Stengel dornig,
unten blattlos, oben ästig mit rauhhaarigen jungen Trieben; Blätter lan-
zettlich oder elliptisch; Blüten in Trauben, Deckblätter pfriemen formig
halb so lang als das Blütenstielchen.
LiNN. Sp. pl. 999. Chi. han. 173. Koch Syn. I. 167. Beit. u. Abel
Holzart. T. 80. Schk. Handb. IT. T. 195. Sturm Deutschi. Fl. 11.12.
Svensk bot. t. 547.
In Waldungen, Hainen und Heiden, auf steinigem Lehm- und auf
Sandboden, im süd-östlichen Theile des Gebiets häufig, gegen Westen
und IVorden abnehmend. Ulai bis Juli. — September.
Stengel '/.j — 1' Locli, liegend. l ntcrc Dornen einf'aeli, folgende 3-2ackig, obere fast
gefiedert -zackig. Hülsen ranteuforniig- liinglieli , raubbaarig, 2 — .IJ - saiuig.
5. C aiiglica. Englischer Ginster» Stengel dornig,
unten blätterlos, oben ästig mit unbehaarten jungen Trieben. Blätter
lanzettlich oder elliptisch; Blüten in Trauben, Deckblätter blatlähnlich,
länger als das Blütenstielchen.
LiAN. Sp. pl.999. Chi. han. 172. Koch Syn. I. 168. Giimp. Holzart.
T. 121. Fl. dan. t. 619. Eng', bot. 1. 132.
In Waldungen und Heiden, auf feuchtem oder moorigem Sand- auch
Lehmboden, im nord-westlichen Theile des Gebiets sehr häufig, gegen Osten
abnehmend und an der Ostgrenze schon selten. Mai Itis Juli. — September.
Dem vorigen abnlich. Dornen nicbr horizontal abstehend und länger, die altern eiufacli.
Blätter kleiner und dichter stehend. Trauben wcnigerblulig, Blüten kleiner.
e? JE U^MRBJLICMX:^,
PharntaceutiscTi ' JtKedicinisches, Kraut und Bluten von
A.2., flürhtif/cs srhaif'es ätherisches Öl, Schleim und eisennrünenden
Gerbestoff' enthaltend , ist in Abkoehuny als Ab f'ülirtinifs mittel auf dem
Lande noch im Hausgebrauch.
Technisches u. Öle anomisches, A. 2. uuV lialkwasser be-
handelt und mit Alaun und lireide versetzt, eine dauerhafte fjelbe Farbe
(Schütttjelb) liefernd, zerhackt und 24 Stunden in fVasscr eiurjeweieht
ein ffutes Fertilfjunf/smittel der Raupen auf Kohl, indem man diesen mit
dem fVasscr besprengt. Rinde der Art. 4 u. 5. zur Gewinnunff von lui-
sern SM Gespinnsten und Geweben anwendbar. Art. 4 u. 5. fJ'eidepflan-
■zen erster Güte und A.3. zweifer Güte auf Sandboden, und in dieser
onouis. PAPU.IONACEAE. 135
Hin.sicht der C'ullur in Heiden zu empfehlen. Sümmtliche Arien werden
von den Bienen besucht.
Cytisus Laburnuin. Gemeiner Bohnenbaum (Clil lian. 171.) «n den Ruinen
allor BurgPii >ou fruliern Pflanzangiii znrücligeblieben, kann «olil als IJürgrr ilei llor iiiclil
4. 0I10]!¥IS. MAUHXCMtMEi.
I.I.-V1N. Gen. n. 772.
Kelch fast gleichmässig 5 -spaltig, blcihend. SchiflFclieii in
einen pfiiemenf'örmigen Selinabel zugespitzt. Hülse autgedun-
sen, arnisaniig. Gesehl. Syst. XVII. 4.
Kräuter oder Stauden (Art" 1. 2.). Blätter gefiedert -3- zählig, auch
mit 1 Blättchen (selten mehrpaarig -ungleichgefiedcrt). INeltenblätter mei-
stens dem Blattstiele angewachsen. lUüteu blattwinkel- und endständig,
an nnsern Arten rosenroth mit violet und weiss.
1. O. arvensis. ^tinTeender Mauhechel. Stengel ans
liegender Basis ansteigend oder aufrecht, rauhhaarig, Aste in Dornen
ausgehend oder unhewehrt; Blättchen oval. Ins zur Basis scharf gesägt;
Blüten blattwinlielständig, einzeln, seltener zu zweien. Blütenstiele und
Kelche drüsig -zottig; Hülsen kürzer als der Kelch.
O. arTcnsis «. Sm. Fl. brit. IT. 708. Ders. Engl. Fl. fll. 267. Ehrh.
Verz. der um Hannover wildwachsenden PH. in Beitr. 1. 104. Schk.
Handbuch II. 33.5. Chi. hau. 171 (^um Theil). O. hircina Hoffm. Fl. germ.
II. 75 und mehrerer Florenschreiber. ^AV^E Arzneigew. XI. T.42. O.
spinosa «. mitis Linx. Sp. pl. 1006. O. mitis Wender. Fl. hass. 244.
(Die unl.e»ehite Form, nach Ausweise lies Standorts).
b. elatior. ner höhere, Stengel höher, gerade, unbewehrt; Blü-
ten gegen «lie Spitze des Stengels und der Aste gedrängter und meist
zu zweien stehend.
O. arvensis Link. Fl. suec. ed. I. n. 622 (narL Ausweise .ou Ehkhakt z«
I>1N1VES Zeit in lipsala eingelegter Esemplare). W^AHLENB. Fl. SUeC. II. 448. KeTZ.
Obs. II. 21. O. arvensis mitis F.HRti. Verz. der um Upsala wildwach-
senden Pfl. in Beitr. \ . O. hircina Jaco. Hort. vind. I. 40. t. 93. Koch
Sjn. I. 173. Fl. dan. t. 1584.
c. procumben§. ner niederliegende. Stengel hegend mit den
Spitzen aufstrebend. Äste meistens in Dornen ausgehend, Blüten mei-
stens einzeln.
<). repens Kocu das. (nicht X,inne und Smith). Sturm Dcutschl. Fl.
11.72. Hayne Arzneigew. XI. T. 44. O. procuircns VI^allr. Sched.
381. O. arvensis Chi. han. (mm Tbeil). Koch et Ziz Catal. pl. palat. 13.
d. repeng. Her Jcrieehende. Stengel niedergestreckt, der.ganzen
Länge nach wurzelnd, weiss -zottig, unbewehrt, seltener die Aste in
Dornen ausgehend; Blüten meistens einzeln.
O. arvensis v. repens Chi. han. das. O. repens Link. Sp. pl. 1006.
O. repens }'. Sm. in beiden cit. \^'erkcn.
Auf Weiden, Wiesen, lichten grasigen Plätzen im Walde und am
Felde, die Ilauptart und c. auf trockenem Lehmboden, häufig, aber auch
auf humushaltigen Boden übergehend, und wo dieser frisch und nahrungs-
reich wird, auch ohne Dornen (//«. Marschgegenden. Tis. Allendorf, am
Meissner — ); b. scharf ausgeprägt nur im nördlichsten Gcbietstheile (///.
O. arvensis J\olte Prim. fl. hols. 66. — 91k.?), tbcrgangsformcn: hoch
und mit zum Theil zu zweien stehenden Blüten, im südlichen Gcbiets-
theile (Hn. Marschgegenden, Hs. V» itzenhausen, Allendorf, Meissner);
d. nur im tiefen Seesande der Inseln (Hu. INordernei, Langeroge, Bal-
ti-um — ). Juni bis August. — September.
136 PAPILIONACEAE. Anthyllis.
Itlattcheii »ou reiu ov<ilviu l'nifaiigc oder wenig gcsjiilil , an Heu kleinem Formen in <lcn
iinigokelirtciruuil - ovalen übergehend, fast bis an den Itlallsllel siigezähnig mil etwas aiis-
w ärlsgcricbteten Zähnen, zarllaiibig, gelblichgriin. IVcbcnblältcr, auf nahningsreirheui ßodcn
und an der jungem Pflanze , oft sehr gross , in andern Fällen mehrfach kleiner. Blüten gross,
doch bald grösser, bald kleiner. — Die Ilanptart und c. gehen überall in einander über,
so dass letztere kaum die Bezeiclinung als Spielart »erdient. An beiden kouinien eben 80
wie an d. bisweilen zu zweien stehende Itliitcn >or. — IJcr Stengel von b. wird mit Un-
recht "steif aufrecht" bezeichnet. JACHUIIV selbst sagt: " Caules procumbnnt; liinc ddscen-
dunt", der dichtere Rlülcnstand kommt auch locker tor (wie ihn sogar die jACQl'IN'sche
Figur giebt), und häufig findet man einzeln stehende Blüten. Auf >Valdboden hat unsere
Ilanptart eine eben so ährenähnlichc, ja noch tollere Inflorescenz. — I.,I^'^'E sowohl als
Smith geben den Standort ihrer O. rcpens im Seeküstensande an, und ihre Citatc redcD
maritimen Pflanze. Die unseriee, deren Blätter und Blüten halb
gross
an der Ilanptart sind, hat im Sande liegende, 1 — 'i' lange Ranken, die bis an die äusserstc
Spitze Wurzeln in den Sand senken ; c. aber w urzelt nur an der Basis eines oder des an-
dern Zweiges, und selbst dies seilen.
Ä. O. ispinosa. Gemeiner Mauhechel, Stengel auf-
recbt oder ansteigend, mit einem aliwecliselndi-n llaaistreil", Aste in Dor-
nen ühergelicnd; ßlättchcn gleiclibreit-länglieh, ])is unter die Mitte scliarf
gesägt; Blüten Llatt^vinkelständig, einzeln, Dlütensticl und Kelche liuarig;
Hülsen so lang als der Kelch oder länger.
O. spinosa ß. LiNN. Sp. pl. 1006. O. spinosa Chi. han. 171. Koca
Syn. 1. 173. Reit. «. Abel Holzart. T. 76. Schk. Ilandh. IT. T. 194.
Engl. bot. t.682. IIayne ArzneigeAv. XI. T. 43. O. arvensis ß. Sm. Fl.
l.rit. II. 758.
b. angustifolia. Her schmalblättrige. Stengel niedriger, dicbt-
ästiger, dorniger, kürzer und weniger behaart; Itlättcben schmäler.
O. spinosa v. glabrescens und v. sabulctorum Chi. han. das.
Auf Weiden, Triften, an Ackerrändern und Wegen, auf magcrm
Lehm- und Sandboden, sehr häufig; b. am Meeresstrande, im tiefen
Sande, seltener im Binnenlande (//»i. Inseln am Nordseestrande — ; Mk.
Warnemünde — ; Jls. am Meissner). Juni bis August. — September.
Blättchen länglicli, an b. fast lineal , meist nur bis zur Mitte, höchstens zwei Drittel
sägczähnig, mit gerade aufwärts gerichteten Zähnen, von festerer, stärkerer Substanz, trüb-
grün. — Die Blüten variiren in der Grösse, sind aber im allgemeinen kleiner als die \oa
A. 1. — Es ist kaum zu bezweifeln, dass O. anliqnorum LlNN. Sp. pl. 1006. ein Synonym
der Spielart b. ist. Exemplare der erstem >oni Unterlauf der Rbünc stimmen völlig damit
überein, und andere ans Dalinatien sind nur noch ettvas kahler. O. antiipiorum im hiesigen
bot. Carlen seit langen Jahren cultivirt hat keine seniina lae>ia (Kocil das.), sondern, eben
so wie O. spinosa, semina tenuissime tuberculato - scabra.
GE1VJERBX.MCiri:S,
ÖJCOnontiSCheS» A. 1. eine nahrungsreiehe JVcidc- und ifute Fut-
terpflanze. A. S. nicht minder nahruur/sreich , aber der Dornen wetjen nur
im frühem Alter und Frühlinrjszustande dem JVeidevieh zuträf/lieh.
Beide Arten halk- und kalireich und daher hodenverhessernd , wonach
A. 1. den Anbau auf Heiden verdient.
5. AI^THYIililS. WUNnKUA^UV.
J.^^■^^ Gen. n. 77-3.
Kelch walzenförniig, kurz 5-zäliiiig', Jileibeiid und zur Reif-
zeit die Frucht eiuschliesseud, Schiffchen slunipf oder kurz
zufl-esnitzt, Stauhfäden nach oben hreilcr. Hülse armsamifi:.
GescKl. S^st XVII. 4. ^
Mehrjährige Kräuter (A. 1.) oder (Sträuche) mit unpaarig- gefiederten
und durch Fehlschlagen einfachen (auch mit 3- zähligen) Blättern. Blü-
ten kopfförmig- gehäuft, blattwinkcl- und ciidstundig.
Medicago. PAPIIilONACEAE. 137
1* A. Vnlneraria. Gemeines WutulJcraut» Blatter
gelieclert mit giösscrin Endblättcheii; Blüten in gepaarten am Stengel und
den Ästen endstiindigen Köpfen.
LiNN. Sp. pl. 1012. Chi. han. 169. Kocu Syn. I. 174. Schk. Uandl).
11. T. 196. Fl. dan. t. 189. Engl. hot. t. 104.
b. serioea* Das seidenhaarige. Höher, ästiger, mit schmälern,
nelist dem Stengel weiss- seidenhaarigen Blättchen.
Chi. han. das. A. maritima Schweig, in Hagen Chi. l)or. 265. Rei-
chend. PI. crit. Tl. f. 235 (.iliwcidiend). A. vnlneraria ß. maritima Koch das.
Auf hügeligen Triften, Weiden und Berpviesen, auf Kalk- und Sand-
Iioden, ziemlich häufig; i>. im Sande der iSord- und Ostseeliüstcii und
Inseln (//«. Nordernei, Juist — aVA. Benkendorf, Dassow — ) annähernd
auch auf sehr magern sonnigen Kalkhügeln (litt. Lindenberg bei Hannover).
Stengel ans liegender Rasis bogenförmig ansteigend, bis 1', an b. bis 2' liocb. Die
erstem AVurzelblätter einfach, lang gestielt, gleiehbrcit - länglicb , mll einigen tiefer ain
Stiel siebenden Ohrchen, anch ohne diese. Itlütenlioj>fe von anliegenden, fingerig -ges|iallcneu
Deckblättern unterstützt. Kelche weiss - wollig. Kronen citronengelb, auch «ohl am Scbill'-
chen orangefarben angelaufen, an b. «eissljchgelb oder uiattgclb.
ÖTeonomiSChes. Hin ijutes Viehfutter.
B. Staubfäden 2 -brüderig.
6. ITIEDICAOO. SCUJVMCKmNKIiMm,
l.I>N. Gen. n. 899.
Kelch «alzeiiförinlg, 5-zälini^ oder o-spalfig. ScliIffcLeii
slunipf. Fruclilknote und Staubfadeiirölire, das Fähnchen zn-
fückdriiclicndj aufwärts gerichtet. Hülse sclmeeken- oder si-
chelförmig. Geschl. Syst. XVII. -4.
Ein- (Art. 3 — 6.) oder mehrjäbrige (Art. 1.2.) Kräuter (seltener Sträu-
che). Blätter gefiedert -3- zählig. Nebenblätter dem Blattstiele ange-
wachsen. Blutenstiele blattwiukcl- und endständig, 1 — 5-blütig, ähren-
oder traubenartig.
•f- Hülsen unbenehrt.
1. ITE. siativa. Gebaueter SchnecTcenTelee (JDucer-
ne)t Blüten in vielblütigen länglichen Trauben ; Hülsen in 2 — 3 Krei-
sen schneclienförniig gewunden, schwach netzartig -aderig; Blättchen der
untern Blätter umgekehrteirund -länglich, der obern lineal- keilförmig.
LiJNN. Sp. pl. 1096. Chi. han. 168. Koch Syn. I. 175. Schk. Ilandb.
II. T. 212. Engl. bot. 1. 1749.
b, versicolor. Her rcechself arbige. Kronen blassgelb, später
grünlich, dann violet; Hülsen 1- kreisig gekrümmt.
M. sativa ß. Kocndas. M. media Pers. Syn. I. 356. Schk. das. F. A.
In der Nähe der Acker, an grasigen Hügeln und Wegrändern, auf
lockerm sand- oder kalkhaltigem Boden, hier und da verwildert. Juni,
Juli. — August, September.
Aufrecht, l'/j — 2' hoch. Untere IVebenblälter eingeschnitten - sägezahnig. Hülsen mei-
stens mit 2'/2 Windungen, an b., zwischen A. 1 u. 2. stehend, mit 1 — 1'/^ Windung,
angedrückt- zarfhaarig.
«. ]?I. falcata. SichelJ'rilchtiger SchnecJcenJctee»
Blüten in vielblütigen kopflörmigen Trauben; Hülsen sichelförmig, fein
iietzaderig; Blättchen der untern Blätter länglich-, der obcrn lineal -keil-
förmig.
LiNN. Sp. pl. 1096. Chi. han. 168. Kocu Svii. I. 176. Schk, Ilandb.
II T.212. Fl. dan. t. 233. Engl. bot. t. 1016. '
138 PAPI£.IO]«A€EAE. Hledioago.
b. versioolor. Der wechselfarbige. liionen gelh, «lann grün,
zuletzt \i(>l«'l.
M. faicuta ß. Koch das. i>I. lalcata ß. hjl.ii.la Gaud. Fl. l.clv. IV. 611.
o. major. Her grössere, Stengel liegend, verlängert; Trauben
langlieli. Hülsen grösser.
M. falcata ;'. Koch das. 31. procunihens Bkss. I'rini. il. gaiie. II. 127.
An Ackerrainen, Wegen, auf Wiesen und Grasplätzen, auf kalkhal-
tigem Itoden, in der südlielien Gel»ietshälfte «ind im nord - östlichen Theile
ziemlich häufig. Juni, Juli. — September.
Ansteigend, 1 — 1'/'^' ''<"^''' »ielzweigig. Kronen »on cilionen- liis in tlollergcll). Hiil-
scn einen Iiallien Bogen liililenil , steil- nncli «olil stiiegelig- lieLaart. Zwisclieii \. 1 n. Vi.
stehende Mlttclfornicn licneisen die grosse A'erwandtseliall dieser, und »lachen ihre sjiecifische
Versehicdcnheit allerdings ziveifelhal't. Dass jene in Folge \on Bastardhcfrnclilung cnlsL-iu-
den , ist zwar ebenfalls möglich, jedoch weisen die > erhältnissc des A'orkouiinens diese Ah-
stanininng his jetzt nicht genügend nach.
3. ]?I. Iiiiiiilina. Mopfen. l^chnecTeenJclee. Klüten in
vielMütigen ovalen Ähren; Hülsen nicrenrorniig mit kreisrund eingebo-
gener Spitze, concentriseh-netzaileiig; lilättchen umgekehrteirund.
LiNN. Sp. pl. 1097. Chi. hau. 168. Koch Syn. I. 177. Schk. Handb.
II. T. 212. II. dan. t.9<J2. Engl. bot. t. 971.
bi major* Her grössere» Stengel stärker und verlängert; Blätl-
chen doppelt grosser; Itlüten und Fruchtähren cjlindriseh.
Chi. han. das.
O. Willdenowiana. Her n^illdenowsche. Hülsen abstehend-
haarig und drüsentragend.
M. lupulina ß. Willdeno^viana Koch das. M. Willdenovii De Bön-
NiNGii. Fl. monast. 226.
Auf bel»auetem Boden, auf Wiesen, an Wegen und auf Schutt, auf
humosem lehmigem und sandigem, sowohl trockenem als nassem Boden,
häufig. Juni bis August. — • September.
I>iederliegend, ausgehreitet, von 2" his 1 Y^' lang. I>Iiltleres Blüttchen, an c. süniint-
iichc, rauteni'ormig- umgekchrtcirund. Kronen hlassgelh. Hülsen einsaniig, zur Rcil'zcit
schwarz. Fruchtähren von h. his 10'" lang.
ff Hülsen stachlig.
4. ]?I. niiiilnia. Kleinster ßchnecTeenTelee, BUiten-
stielc 1 — 5- blutig; Hülsen in fast 5 Kreisen schneckenförmig gCAvtinden,
2-reihig-hakenstachlig ohne Adcrnctz, nebst den Blütenslielcu und Sten-
geln weichhaarig; Blättchen keilförmig- umgekehrteirund.
Lamarck üict. III. 636. Chi. han. 169. Koch Syn. I. 180. Schk.
Handb. II. T. 212. Fl. dan. t.211.
An Hügeln und Felsen, auf sonnigem Sandboden, häufig im südlich-
sten und im nord- östlichen Theile des Gebiets (//.v. Pr. Schw. 31k.), sel-
tener gegen ]\orden und \^^esten (^/»». am Falkenstein — ; Br. am Begen-
stein — ; //»i. Göltingen: Ileinhauscn — ■; Pr. ff. Bielefeld, als IXord-
Westgrcnze des Yorkommens In Deutschland). Mai, Juni. — August.
Stengel 1 — 4 his 6" lang, hald anlrccht, bald niederlicgend , sperrig- ästig. Kronen
gelh. Hülsen 2'" im Dnrchmesser, 'Windungen loclicr, .Stacheln i.fricmlich . ahstehcnd,
gerade an der Spitze hahig gelirüninit, an der Basis mit einer Furche heiderseits.
*5. ]?l. deutlculata. Gexähnelter Schnecleenlclee,
Blütenstielc vielblütig; Hülsen in 2 — 3 Kreisen schneckenförmig gewun-
den, 2 -reihig -geradstachlig, concentrisch- netzaderig, nebst den Blüten-
sticlen und Stengeln unbehaart; Blättchen umgekehrteirund.
WiLLD. Sp. pl. III. 1414. Koch Syn. I. 180.
Auf Äckern unter der Saat, auf lehmigem mergelhaltigem Boden, sel-
ten und nur im südlichsten Theile des Gebiets, als Nordgrenzc der Ge-
iTfelilotus. PAPIl.IOBiA€EAE. 139
saniintverliri'ituiig , eingebürgert (//.v. Casscl : zwisclieii Scliöiifeld und
Walershauson — ; Pr. IMaunihiirg am Wege nach der Grossjenaer Fähre;
n.iUe: IXiellehen, zwischen Trotha und Brachwitz, zwischen Kollenltet
und Muscliaii; Halherstadt — ; Bi: Blankenhurg unterm Kliislierge — ).
Mai, Juni. — August.
Stengel uiecleigcstrecfct, 1 '/2 — '2' lang, astrcicli und verworren. Blatlrlien biswcileu
iinigclielirtlierzförniig. I>cbcnl)lätter fiederspaltig- gesägt mit borsllielien Sägczalinen. Kronen
golilgelli. Hüken 3'" im Durchmesser, mit l)Ogig in die Länge gezogenen >etzmasolieu,
reif tiefscLwarz, Slacheln unter sich divergirend, au unserer Pflanze mit gerader Spitze
(spinac ajiiee uneinafae KOCII das.), an der IJasis beiderseits mit einer Furche.
'6. J?I. aiilculata. Bespitxter ISchnecJcenJclee* Blü
tenstielc melirhlütig; Hülsen in 2 — 3 Kreisen sclniechenlörmig gewunden,
2- reihig geradstachelspitzig, in die Quere concentrisch-netzaderig, nehst
Blütenstielen und Stengel uni>ehaart; Blättchen umgehehrteirund.
WiLLD. Sp. pl. 111. 1414. Roch Syn. 1. 180. Gaertn. Fruct. II. 349.
T. IbTi (M. coronata).
Aul" Achern unter der Saat, auf lehmigem, mergelhaltigem Boden,
selten und nur im südlichsten Tlieile des Gebiets als ]^lor«lgrenze der
Gesammtverbreitung, eingebürgert (Pr. IMauniliurg — ^; Hs. nach liocii
das., in den Specialfloren nicht aufgeführt). Mai, Juni. — August.
~ Im Gesammtansehen und der wesentlichen Bildung mit A. 5. übereinstimmend, nur durch
die gana kurzen ('/u'" langen), kaum auf den Windungen vortretenden Stachelspitzen ver-
schieden, und daher v<'obl nur eine Spielart jener, worüber weitere Forschungen entscheiden
mögen.
€fM1VMRBJ.ICHM!IS,
ÖJCOnomiSCheS» ^i.l. als einx der vorzüfjUchslen Futterfiewächse
bekannt. A.S. den Anbau auf sehweryriindifjeni, kaltem Hoden verdie-
nend, wo A. 1. nicht reichlich fjenuif lohnt und hier viahrseheinlich einen
eben so hohen Ertraji als A. 1. auf yulem Boden liefernd. A. 3., die im
Felde 1-jähriff, auf fJ'iesen 2-jiihriff ist, fV^'csen- und fVeidenfie-
iviiehs Istcr Güte, und dem Ff'iesenbaue als Bodenfutter zivischen den
Gräsern zu empfehlen. Art. 5. 6. der Stoppelhute vortheilhaft.
9. JVIEIilliOTlJ^. SVJRMJVKJjEX:.
TOUKNEF. lust. 400. t. 'iiy.
Kelch glockig, 5 -zähnig. Krone ahfallend.^ Scjiiffchcu
sliimpf. Fruchtknoten gerade. Hülse rundlich -eiförmig oder
ellipsoidisch. Geschl. Syst. XVII. 4.
Ein- oder 2 -jährige (Art. 1 — 4.), ruthenförmige, aufrechte oder an-
steigende, unbehaarte Kräuter. Blätter gefiedert-3- zählig. ]>ehen])lät-
ter dem Blattstiele angewachsen. Blüten in blattAvinhelständigen, später
verlängerten Trauben. — Von der Gattung Klee nur durch das Gesanimt-
ansehen verschieden.
1* ]?!• deittata. Stachelzähniger Steiniclee, Bläit-
chen stachelspitzig -sägezähnig. INebenblätter an der Basis hammartig-
geschlitzt; Trauben dichtblütig, Flügel Kürzer als die Fahne; Hülsen
ellipsoidisch, netzaderig -runzlich, Samen mit vortretendem Reimhöcher.
Pers. Syn. 11. 348. Koch Syn. 1. 182. M. Rochiana Chi. han. 166.
Trifolium dentatum Waldst; et Kit. PI. rar. Hung. I. t. 42. T. Rochia-
num Havne Arzneigew. II. T. 34.
Auf Wiesen, an Fluss- und Grabenrändern, auf feuchtem oder nas-
sem, besonders salzhaltigem Boden, häufig im süd- östlichen Theile des
Gebiets (Halle: Dieskau, Wannsleben, Possendorf, ]>ietleben, Benn-
stcdt; zwischen Eisleben und Oberriesdorf, Aschersleben — ; 5c/iiu. Son-
dershausen, an der Numburg — ), abnehmend gegen I\ord-\>'esten (Iln.
Leimbach in der Grafschaft Hohnstein — ; Pr. ¥V. Bissen unweit Biele-
140 PAPI1.I09IA€EAE. Melilotus.
i'eld — ) und «laiiii jt-itseit der Ell)«; {III. Uelli^ciihal'eii, — Lniidsclial't
DUhiiiarscii), wieder aurtrelciid, die Grenze der V'erhrcitung in Deutsch-
land erreichend. Juli, August. — Septeml»er.
Stengel anstcigcncl, 2 — 3' hoch. Rispen im hliihciulcn ZiisUmIc '/j — ■'/4" lang, friichl-
ti'iigmtl 1 y.^ — "2" lang. — Durch ilic clichtstehenden in feine SUchcU|iitzen auslaufenden
Siigezahnc von <Ien folgenden Arten leicht zu iinterseheiden.
Ä. I?I. officinalis. JB ehaartfrüchtig er SteinJclee.
ItlUttchen entfernt- sägezähnig ; INehenblätter plricnilic li - Iforstenförniig,
gan/raudig; Trauhen iocl;erl)lütig, Flügel so lang als die Fahne; Hülsen
schief- ellijisoidisch, netzartig- runzlich, zerstreut heliaart, Samen mit vor-
tretendem Keimhöcker.
Wjlld. Enum. hört, herol. II. 789. Chi. han. 166 (das 1'ekson sehe Ciiat
ausgeschlossen). Trifolium MeliloMiHs oflicinalis a. Likn. Sp. |tl. 1078. Fi.
dan. t. 934 (Trif. officinale). Engl. hot. 1. 1340 (desgl.). IIayms Arznei-
gew. II. t. 31. Mciilothus niacrorhiza liocH Sjn. I. 182.
Aufwiesen, grasigen Plätzen, an Wegen und in lichten Hainen, auf
huniushaltigem Lehm- iind Sandboden, liäuiig, gegen Osten abnehmend.
Juli, August. — September.
Stengel anfrecht, 2 — 5' hoch. Blättchen der untern RIatter uuigekchrleirund , der oberu
läiiglieh- lineal, gestutzt- stumpf, säninitlich buchtig- nnd feingespitzt- sägexähnig. Blüten
doppelt so gross als an A. 1., Kronen hochgelb. — Uurch die behaarlen Friichle lon den
übrigen Arten leicht zu unterscheiden. — Es scheint angemessen dieser, arzueilich vorzüg-
lich wirksamen und in den mehrsten rharmakopuen vorgeschriebenen, Art den alten IVamen
zu belassen.
3. ]?I. vulgaris. Jf^eisshlühender SteinJclee. Blätt-
cheu entfernt- sägezähnig, INebeublatler pfiiemlieh-borstenlormig, ganz-
landig; Trauben verlängert, dichtblütig, Flügel hürzer als die Fahne;
Hülsen rundlich -eiförmig, netzartig- runzlich, unbehaart, Samen ohne
vortretenden Keimhöcker.
WiLLD. Enum. bort, bcrol. II. 790. Chi. han. 167. M. alba Thüill.
Fl. par. 378. liocii Syn. I. 183. M. leucantha Koch in De Ca.\d. Fl.
iVane. Y. 564. Trifolium vulgare IIavne Arzneigew. II. T. 32.
An Wegen, Ackerrändern, Dämmen, auf trockenem magerni und stei-
nigem Boden, häufig. Juli, August. — September.
Stengel aufrecht 3 — 6' hoch. Blätter der A. 2. Blühende Trauben 1 '/.^ — 2" lang.
Blüten dagegen so klein, wie die der A. 1. Kronen siels weiss. Hülsen halb so gross
v^•ic an A. 2. , meist cinsaniig, indem der andere Same »erkümmert.
4. ]fl. diffusa. I'eld- Steiniclee. Blättchen entfernt -säge-
zähnig, INebenblätter pfriemlieh -borstenfürniig ganzraudig; Trauben ver-
längert, schlaff, Flügel länger als das Schiffchen; Hülsen länglich -eiför-
mig, fein queri'unzlich, iiubcliaart, Samen ohne vortretenden lleimhöcker.
Koch in De Cand. Fl. franc. V. 664. M. oflicinalis Kocu Syn. 1. 183. T.
M. ol'ficinale Sturm Deutschi. Fl. II. 15. M. Petitpierrcana Willd. Enum.
bort, bcrol. II. 790. Chi. han. 167. Trifolium Petitpierreanum Hayne
Arzneigew. II. T. 33. M. arvcnsis W^allr. Sched. crit. 391.
An Wiegen, Ackerrändern, auf Feldern und Braclien, auf trockenem
magern! besonders kalkstcinigem Boden, im südliehen und nördlichen
Theilc des Gebiets häufig. Juli, August. — September.
Stengel aus meistens liegender Basis bogig ansteigend, 1 — 1 '/j' '""'''• Blattchen der
untern Rliitter rundlich - umgckchrlcirund , der milllern umgekehrteirund, der obern länglich,
buchlig-kurzsägczähnig. Blühende Rispen 1'/.^" lang, Blüten etwas grösser wie die der
A. 3. Kronen hellgelb. Hülsen strohfarben- hellbraun, wodiucli sich diese Art leicht
von den übrigen unterscheidet, die säramtlich dunkelfarbige Hülsen haben. — > ariirt häufig
mit weissen Kronen.
M. parviflova Desf., Wender. Fl. hass. 2i7. Pfeiff. Tl. v. rsicdcrh. «. Mund.
Trifolimn.
PAPILIOMACEAE. 141
104., auol. Lei Güllingcn .nm kl. ll..gen vor^rkommon , k.-.nu . .h.rcl. ne.iclu.ng <oi. «nrcinc.
L„7.e.nesam.n ans l(.-.lien oingeCül.,! , nur als >cii„lo Pllan^c angoselicn «erJon.
IPharmaceutisch'MedicinischeS' Von A.S. das limui
mit den Itlütcn vorsehriftsntässia of'ficiuell (lleiha sch Suinniitales Me-
lilollii) , nhqleieh auch die Art. 3 und 4. zu diesem Zweck einfjesamnielt
werden. Vorwalt. Bestandth. ätherisches Öl, hitlerer Extraetivstoff'
und Benzoesäure (f'OGEL), (über den Gehalt von Coumnrine der Tonho-
hohmn Journ. d. Pharm. Avril 1835. 137.). Anwendunfj nur äusser-
lieh, als erweichendes zertheilendes Mittel, als Pflaster, in Pulverform
zu trockenen Umschlägen , auch in Auf'tjuss u. Abkochunfi zu Bähunf/en.
technisches» Der Bast lässt sich zu Stricken, auch zur Anf'er-
tiqunq ^veisser Linncnzeutje verarbeiten, ohne jedoch den Anbau cmpf'eh-
lenswcrth zu machen. Aus den Blüten lässt sich durch Maccrirumj in
Alkohol Benzoesäure (jewinncn (Fogel).
Ökonomisches. Tuaer zählt Infohuiui^Iolilotluis zu den // le-
senpflanzen Ister Güte. Sichern Erfnhrunfjen nach werden aber sämmt-
liche au f't/e führten Arten des bittern Gcsclimacks wer/en nicht fjcrn, nur
mit audeim Futter (femenr/t, (jefressen. A. 3., die cultivirt 6' hoch wird,
ist dem Anbaue als Gründiinfjerpflanze zu empfehlen. Getrocknet ein
Hausmittel f/eyen Motten.
8. TRIFOIilUIfl. MMjJEM.
LlNN. Gen. n. 89Ö.
Kelch S-spaltig oder 5-zäIiiug:. Krone nach dem Welken
hk'ihend. SclIiiVchen stumpf. Stauhfaden nach oben ehvas brei-
ter, mit der Krone mehr oder weniger verwachsen. Hülse ei-
förmig, 1 — 2- sämig, seltener liinglich, 3— 4-saniig, vom Kelch
oder der welken Krone bedeckt. Geschl. Syst. XV JJ. 4.
Ein- (Art. 5 — 7. 10. 13. 15. 16.), 2- (A. 1.) otler mehrjährige (Art.
2 4.8.9.11.12.14.) Kräuter mit meistens huscheligem, liegendem, auch
kriechendem Stengel. Blätter 3- zählig. ISehenhlätter dem Blattstiel an-
gewachsen. Blüten in koplTörmigeu , durch eine Blätterhülle unterstütz-
ten oder nachten Ähren, hiattwinhelständig auch schcinhar endständig.
+ Kclclisclilun«! mit vcrdicliteni Ringe, Hülse vom Kelclie um scLlo ss en.
1. T. pratense. Jf^iesen-Mlee. Blütenhöpfe kugelig, meist
zu zweien, an der Basis mit llüllhlättern, Kelch feinhaarig, Zähne fäd-
lich, gewimpert; IVehcnhlätter eirund mit pl'riemcnlürmiger Spitze, Blätt-
chen oval oder länglich, fast ganzrandig; Stengel ansteigend.
LiNN. Sp. pl. 1082. Chl.han. 161. Koch Syn. I. 184. Schk. HandJ).
II. T. 210. Sturm Ueutschl. Fl. H. 15. Fl. dan. t. 989. Engl. hol.
t. 1770.
Aufwiesen und grasigen Plätzen, anf bindendem thonhal tigern Boden,
allgemein verhreitet. Mai his September. — August, September.
Wild 1 — 1'/./ Iioch. Kelch 10 -nervig. Krone purpurn, dunkelpurpntn , rosa, selten
weiss. Ist nach FRIES mehrjährig; in der Ciillur zeigt er sich bei uns stets zweijährig.
Ä. T. iiiedinni. JtKittlerer Klee* Blütenhöpfe kugelig,
einzeln, ohne Hüllblätter. Kelch kahl, unpaarer Zahn länger; IVehcn-
blättcr lineal- lanzettförmig. Blättchen länglich- oval, fast ganzrandig;
Stengel kniebeugig ansteigend, weichhaarig.
LiNN. Faun. suec. ed. II. 558. Chi. hau. 162. Koch Syn. T. 184. Stlrm
Deutschi. Fl. II. 15. Fl. dan. t. 1275. Engl. ]>ot. t. 190. T. flexuosum
,1aco. Fl. au^tr. IV. t. 386. Schk. Ilandb. II. T.210.
Auf Waldwiesen, in lichten Hainen, an Waldrändern und Fcldlüi-
142 PAPIIilONACEAE. Trifolium.
selipii, auf l.all;- oder IiuinusLaltigRin Itoden, Lüiifig. Juni, Juli. — Au-
gust, Si'plciiilicr.
Slciigcl 1 — 2' lioch. Blätlclieii liiswcilcn fein gCäiigt. Kelcli 10-ncnig, liürzcr als
«lic II:il(lc der Krone, bisweilen mit einzelnen Ilaaien l.esefzt. Kronen fliinkcl|iur|Mirn.
3. T. alpet^tre. Gebirgs.Klee» Blütc-nköpfc kugelig, meist
zu zweien, an tler Basis mit Ilüllblaltei ii , Kelch zottig, unpaarer Zahn
langer; l>ebenbliilter lanzett-pt'riemenförmig, IJIättelien länglich -lanzelt-
föiniig, fein gesägt, Stengel steif aufrecht, ohne Aste.
LiNN. Si). pl. 1082. Chi. han. 162. Roch Sjn. I. IH5. Schk. Ilandb.
II. T.210. Sturm Üeutschl. Fl. 11.15. Fl. dan. 1.380.
Auf Berg- und llügehviescn, an Waldrändern und zwischen Gebüsch,
auf trockenem lehmigem und sandig -lehmigem Botlen, in der südlichen
Haltte und im östlichen Theile des Gebiets, ziemlich häufig, gegen IVord-
Westcn abnehmend, am süd- westlichen Saume des Gebiets schon selten
(Pf. Höxter am Brunsbcrgc — ; Lp. Ilörster Berge — ) und im nord-
westlichen nicht mehr vorkommend.
Stengel 1 — Vf-i liocli, feinhaarig, nacli ulien zu zoltig. Kelcb "iO-nervig, Kronen
purpurn.
4. T. rilbeUS. IiangJeÖpfiger Mliee. Blütenköpfe läng-
lich-walzenförmig, meist zu zweien, au der Basis mit abgerückten ilüll-
blättern, Kelch kahl, Zähne gewimpert, unpaarer verlängert; j>ebenblät-
ter lanzettförmig gesägt. Blättchen lineal- länglich, feinspitzig -gesägt.
LiNN. Sp. pl. 1081. Chi. han. 162. Koch Syn. I. 185. Scuk. IJantlb.
II. T.210. Sturm Deutschi. Fl. H. 15. Jaco. Fl. austr. IV. 385.
Auf Bergwiesen und Triften, auf trockenem kalkhaltigem oder san-
digem Boden, im südlichen Theile des Gebiets, als ISordgrenze der Ge-
sammtverbreituug, stellenweise aber alsdann häufig (Schtv. Frankenhau-
sen im Kalkthal, Sondershausen am Göldner, Jecbaburg — ; Pr. an der
Rosstrappe, am Huy unweit H.ilberstadt. An. Ilarzgerode, Mctors-
l,öhe — ; Br. am kl. Fallstcin nach Bühne und Rimbeck zu, am Firne,
der Asseburg, Salzdahlum, Ilolzmindeu am Kötherberge — ; JIn. am
Kronsberge bei Hannover, als nördlichstes >orkommen).
5. T. arveiise. F'eld-Ii.lee. Blütenköpfe oval, dann wal-
zig, einzeln, ohne Hüllblätter, wollig-zottig, Kelch durch die welkende
Krone geschlossen, Zähne pfriemlich -borstenförmig länger als diese;
ISebenblätter eirund -lanzettförmig, zugespitzt, Blättchen länglich- keil-
förmig; Stengel zottig.
LiNN. Sp. pl. 1083. Chi. han. 160. Kocu Syn. I. 188. Sturm Deutschi.
Fl. II. 16. Fl. dan. t. 724. Engl. bot. t. 944.
Auf Äckern, Brachen und Triften, auf trockenem sandigem Boden,
aucb im Heid- und Dünensande, häulig. Juni bis August. — August,
September.
Sclimaclitig, anfrctlil, '^ — 1' ''ooh, ästig. Köpfe grauweiss ^on Haaren, welche die
Kronen verbergen, Kelcli 10 -nervig.
6. T. striatiiiii. Gestreifter Klee, Blütenköpfe oval,
dann fast walzig, an der Basis mit Hüllblättern, Kelch rauhhaarig,
Zähne aufrecht, lanzett-pfriemenförmig in eine Stachelspitze ausgehend;
Nebenblätter eirund mit aufgesetzter pfriemcnförmiger Spitze; Blättchen
umgekehrteirund, oben gezähnelt.
LmN. Sp. pl. 1085. Chi. hau. 161. Koch Syn. I. 188. Sturm Deutschi.
Fl. H. 16. Fl. dan. t. 1171. Engl. bot. t. 1843.
Auf grasigen Hügeln, auf trockenem Kalk- oder Mergelboden, häufig
im südlichen und östlichen Theile des Gebiets (IIs. Pr. Sc/nv. An. Mk.),
abnehmend gegen >Vesten und ISord- Westen (//>i. Hildesheim am Krcla,
Herzogthum Bremen: Lesum, Rönnebeck) am süd-westlichen Saume nicht
mehr vorkommend, Mai, Juni. — August.
Trifolium. PAPILIONACEAE. 143
Stengel gesireelil, sIeiC mit abgespenleii auch «olil liegomleii Asien, i — (i — 10'
lang, zollig. Kopfe aelisel - und cnasländig, klein. Kelelie lO-nenig, liei <ler' Fii.elil-
reil'e etwas aufgelllasen, Kronen rosenrolli.
'9. T. seabriiin. Scharf haarig er Klee, Blüteuköpfc
eiförmig, einzeln, an der Basis mit Hüllltlütterii, Helcli rauhliaarig, län-
ger als <lie Krone, Ziiline lanzettförmig in eine starre geliielte Spitze aus-
gehend, später Ijogig abstellend; NelienMätter eirund-lanzettförmig, Itlätt-
chen umgekehrt eirund, oben gezähnelt, mit vcrdicliten bogcnkrünimig en-
digenden Adern.
LiNN. Sp. pl. 1084. Roch Sju. 1. 188. i:ngl. Lot. t. 90.3.
An Hügeln, auf Kalkboden, im südlichsten und nord - östlichen Theilc
des Gebiets, sehr selten {Pr. Halle am Krukenbergs -llügel Spreng. Fl.
hal. ed. Tl. 317. Mk. zwischen Grevismühlen und l)assow Langm. Fl. v.
Meklenb. 301. Exemplare beider Standörter sah ich nicht, weshalb das
Vorkommen näher zu prüfen). Juli. — September.
Gesaniintansclien der A. 6. , ilureL die angegebenen Cliaralitere und die slarren , liaricn
ftliitenköpfe Iciclit zu unterselieiden.
ff Keleliriieken mit den ol>ern beiden Ziihnen nacli dem Bliilien l.lasig
anschwellend.
S. T. fragiferiini. Krdheer.Klee* Dlütenköpfe kuge-
lig, an der Basis mit ilüllblättern, fruchttragende Kelch kugelig aufge-
Itlasen, netzig und behaart, Stengel kriechend.
LiNN. Sp. pl. 1086. Chi. hau. 164. Koch Syn. T. 180. Sturm Deutschi.
FI. H. 16. Fl. dan. t. 1012. Engl. bot. 1050.
Auf Wiesen und Weiden, auf lehmig- thonigcm Boden, häufig. Juli,
August. — August, September.
Stengel an den Gelenken wurzelnd, langstielige Blätter und längerstieligc, nie eniKliin-
digc Blütenküpfc aufwärts treibend. Pfebenblätter häutig. Kronen fleischfarben.
fff Kronen verwelkt auf der reifen Frucht stehenbleibend.
9. T. niOlltaillini. Serg-t£iee. Blütenköpfe rundlich,
dann eiförmig, Blütenstielchcn mehrfach kürzer als die Kelchröhre, nach
dem Blühen zurückgeschlagen, Kelchzähne lanzett-pfriemenförniig, ge-
rade; ISebenblätter eirund, zugespitzt; Blättcheu länglich -lanzettförmig,
feinspitzig- gesägt, Stengel steif aufrecht.
LiNN. Sp. pl. 1087. Chl.han. 163. Koch Syn. 1. 191. Stlrm Deutschi.
Fl. H.15. FI. dan. t. 1172.
Auf Wiesen und Triften der Berg- und Hügelgegenden, auf trocke-
nem, vorzüglich kalkhaltigem Boden, mit Ausnalime des nord -westlichen
Theils, in welchem er nicht mehr \orkoinnit, häufig. Mai bis Juli. —
August, September.
Stengel 1 — 1 '/j' hoch , hart, zähe, behaart. Kelchzähnc ziemlich gleich lang. Kronen
weiss, Fahne gefaltet.
10. T. parvifloruni. Kleinblütiger Klee, Blüten-
köpfe rundlieh, Blütenstielchcn mehrfach kürzer als die Kelchrühre, nach
dem Blühen zurückgeschlagen, Kelchzähne lanzettföimig, bogig aufwärts
gekrümmt, obere zwei länger; IVebcnblätter trockenhäutig, eirund, bor-
stenartig zugespitzt; Blättchen umgekehrteiförmig, feinspitzig -gesägt;
Stengel schräg aufrecht.
Ehrh. Beitr. MI. 165. Chi. hau 161. Koch Syn. I. 191. Waldst.
et Kit. PI. rar. Hung. IH. t. 252. T. strictum Schreb. in Sturm Deutschi.
Fl. H.15.
Auf Hügeln und in lichten Waldungen und Triften, auf steinigem
Sandboden, im südlichen Theile des Gebiets selten, und die I^iordgrenze
der Gesammtverbrcitung erreichend (Pr. Halle: Kröllwitz, vor der Heide;
144 PAPIl.lONA€EAE. Trifoliaiii.
Giaiiiui, liarLy hei «Icn PiörssiiinplVii — ; IIu. Gütliiigcii: Samlstciiifel-
scn Lei lU'inhauscn, Thal bei Brciiikt', früher hier ziemlich häufig, in
tlen letztem Jahren indessen vergeblich gcsncht). Mai, Juni. — August.
Stengel Z.1 3 — 5 aiis einer spin.leligen Wurzel , 1— 3 — ö"LocL, steif, gerieft, kahl.
Blätter lang-, Bliitenstielc kiirigcstielt , letztere erbsengross . Kronen lleis.l.farben.
11. T. repens. Kriechender Klee* Blütenl.öpte rund-
lich, Bliitenstielc länger als die Blätter, Blütensticlchen so lang als die
Kclchröhrc, nach dem Blühen niedergebogen, Kelch hahl, Zähne lan-
zettlormig, obere zwei länger; Nebenblätter trochenhäutig mit aufge-
setzter feiner Spitze; Blättchen unigehehrtherzförmig, fein gesägt.
LiNN. Sp. pl. 1080. Chi. han. las. Koch Svn. 1. 191. Stürm Deutschi.
Fl. H. 15. Fl. dan. t. 990. Engl. bot. t. 1769.
Auf Wiesen, Triften und an Wegen, auf Boden jeder Art, doch den
festen etwas bindenden auch wohl steinigen vorziehend, überall verlirei-
tct. Mai bis August. — August, September.
Stengel wurzehul. Kelcli so lang als «lic liallic Krone, diese weiss oJer fleischfarlicn,
rineu lionigartigen Gerucli vorlireitenil.
1«. T. liybridiini. Zweifarbiger Klee. Blütenköpfe
rundlich, Blütenstiele länger als ihr Blatt, BLütenstielehen mehrfach län-
ger als die Kelchröhre, nach dem Blühen zurüchgeschlagen, Kelchzähne
pfriemenförmig, obere zAvei länger; Nebenblätter häutig, eirund -lanzett-
förmig, fein borstenartig zugespitzt; Blättchen rautenförmig-oval, gesägt.
Lii\N. Sp. pl. 1079. Chi. han. 163. Koch Syn. I. 192. Sturm Deutschi.
Fl. H. 15. Fl. dan. t. 1706.
I». elegans. Her xierliche. Blütenhöpfe um die Hälfte hleiner,
Kronen einfarbig, Blättehen schmaler, Stengel schlanker.
T. elegans Sav. Bot. etrusc. IV. 40. Koch das. 193. Yaill. Bot. par.
t.2-2. f. 1.
Aufwiesen und Weiden, auch an Waldrändern und zviischen Ge-
büsch, auf feuchtem thonhaltigem Boden, häufig, gegen den westlichen
Saum des Gebiets jedoch abnehmend; b. hier und da {Iln. Leineholz
Lei Nörten — ; Pr. fV.). Mai bis August. — August, September.
Stengel 1 '/.^ — 2' liocli, rührig, iinheliaart , nicht wnrzelnd , auf trockenem Boden 10 —
12" hoch, innen gefüllt. Kelch kürzer als die halbe Krone, diese anfänglich wcisslicb,
dann rosenroth, zuletzt hraun , an b. »on Anfang an rosenroth.
13. T. sfiadiceiiiM. Kastanienbrauner Klee. Blü-
tcnliöpfc eiförmig, dann walzig, einzeln oder zu zweien, Blütenstielehen
nach dem Blühen niedergebogen, Kelch kahl, Zähne behaart, obere
zwei kürzer; Nebenblätter länglich-lanzettförmig. Blättchen oval oder
nmgekchrteirund, seicht gesägt; Stengel aufrecht.
LiNN. Sp. pl. 1087. Chi. han. 164. Kocu Svn. 1. 194. Sturm Deutsehl.
Fl. U. 16.
Auf Wiesen, auf torfigcm moorigem oder sumpbgcm Boden, in ber-
gigen Gegenden des südlichen Gebietstheils, häufig, neuerdings auch in
ebenen Gegenden (zwischen Helmstedt und Orbisfelde) vom Prof. Grise-
BACH aufgefunden, jenseit des Harzes im nördlichen und im nord-west-
lichen Gebietstheile nicht vorkommend.
Stengel 3/^ 1' hoch, einfach oder «enigUstig, unbehaart. Blätlchen auf gleich langen
Stlelcheu, Kronen erst goldgelb, dann tief kastanienbraun ; Fahne concav.
11. T. agrariiiin. Goldgelber Klee. Blütenköpfe rund-
lich oder oval, gedrungen, Blütenstielehen nach dem Blühen niederge-
bogen, Kelch kahl. Zähne an der Spitze wenighaarig, obere zwei kür-
zer; Nebenblätter länglich - lanzettförmig. Blättchen länglich -umgekehrt-
eirund, gleich lang gestielt.
LiNN. Sp. pl. 1087. Chi. han. 164. Koch Syn. I. 194. Sturm Dentschl.
Fl. H. 15. Fl. dan. t. 558. T. aureum Schk. Uandb. II. 408. T. 210.
Lotus. PAPIIilONACEAE. 145
In Vorhölzeni und Hainen, aucli an Ackerrainen in der Nähe von
\^'^alduMgen , auf trockenem kalk- oder sandlialtigeni Boden, häufig, ge-
gen Nord -Westen abnehmend. Juni bis August. — August, September.
Stengel 1' lioch, aufrecht, «cnigästig, unbeliaart. Blattstiele liurz ('/j") , Bliittcben fast
sitzend. Kronen goldgelb, später hellbraun; Fahne, wie an den folgenden beiden Arten, eouie\.
15. T. iirociiinbeiis« Itiegender Klee, Blütenköpfe
rundlieh oder oval, gedrängt, Blütenstielchen nach dem Blühen nieder-
gebogen, Reiche kahl, Zähne an der Spitze Avenighaarig, obere zwei
kürzer; Nebenblätter eirund, spitzig, Blättehen unigekehrteirund, mitt-
leres doppelt länger gestielt; Stengel liegend.
LiNN. Sp. pl. 1088. Chi. han. 165. Koch Syn. I. 195. ß. Sturm
Deutschi. Fl. H. 16. Fl. dan. t. 796. Engl. bot. t. 945.
b. inajiis. Her höhere, Blüteuköpfe doppelt so gross, Stengel auf-
recht.
T. procumbens a. Koch das. T. campcstre Schreb. bei Sturm das.
Auf Grasplätzen, Tritten, an Feldrainen, auch auf 'Vl'^iesen und in
Hainen, auf trockenem Kalk-, Lehm- und Sandboden, häufig.
Die grössere Form 6 — 1*2" hoch, vom Gesainmtansehen der A. 14., aber minder stark
lind gedrungen, an den längergestiellen mittleren Bliittchen leicht zu nntcrscbeiden. Die
üauplart, welche man als die LlNN£'sche Tflanze anzusehen hat, feinstengeliger, 2 — 6"
lang, mit kleinern, wenig ToUbliitigen Köpfen. Kronen gesättigt gelb, als A'arietät hell-
eitronengelb.
16. T. filiforme. Wadenstengeliger Klee, Blüten -
köpfe halbrund, >venigblütig, Blütenstiele nach dem Blühen zurückge-
schlagen, Kelclic kalil, Zähne an der Spitze wenighaarig, obere ZAvei
kürzer, Nebenblätter eirund, spitzlich; Blättchen umgekehrteirund -keil-
förmig, ausgerandet, an den untern Blättern gleich lang gestielt, an den
obern das mittlere längcrstielig.
Liiv'iv. Sp. pl. 1088. Chi. han. 16.5, Koch Syn. I. 195 (mit Ansschlnss von
T. minus Sm. Fl. brit. III. 1403., Engl. bot. t. 12.56,, welches zu T. micranthum Kocn
das. gehört, während das zu diesem citirte T. filiforme Sm. das.. Engl. bot. t. 12.57., anch
das unserige ist, wie Besehreibung n. Abbildung ergeben). StURM Fl. Deutschl. H. 16.
Fl. dan. t. 1707. Engl. bot. t. 12.57.
Auf Wiesen, Weiden, Grasplätzen und in Hainen, auf feuchtem san-
digem oder Sandboden, sehr häufig. Juni bis August. — August, Sep-
tember.
Stengel fadlich, aufrecht oder nicderliegend. Blütenkupfe mit 8 — 10 Blüten, Kronen
gesättigt oder blassgelb, später hellbräunlicb.
GM1VMRBI.ICHMS,
Öleonotnisches, A. 1. auf kräftif/ent, schwerem Boden das vor-
theilhaf'teste Futterkraxit für das nördliche Europa. A. 5. das beste
Kraut für fVeiden und fVeidenhau , im Ertrat/e der A. 1. nachstehend,
dem Viehe aber anqenehmer inid nahrhafter, tjbriffe Art. ihrem JVerthe
als Futter- und fVeidekräuter nach in folfjcnder Ranyordnuntf stehend:
A. 2. auf wcniyer nahrunffsr eiche m trockenem Boden den Anbau reich-
licher als A.1. lohnend, Art. 12. S. im jünf/ern Zustande: Art. 4.9.3.;
dann Art. 11. 14. 15. 16. Die mehrsten Arten, besonders Art. 1.5., den
Bienen reichliche Dfahruntf liefernd.
9. liOTIIiÜ. MOniüfKIiMM,
LiNTV. Gen. n. 879.
Kelch 5-zähnlgr oder 5 -spaltig. Schiffchen ansteigend, ge-
schnäbelt. Staubfäden ab^vechselnd nach oben breiter. Griffel
zugespitzt. Hülse lineal, ungellügclt, mit schraubenförmig sich
windenden Klappen aufspringend. Geschl. Syst. XVII. 4.
146 PAPlIilONA€EAE. Lotus.
Ein- oder inelnjäliiigc (Art. 1.2.), aufrechte oder liegciule oft liüsclielig
ausgebreitete Kräuter. Blätter 8-zälilig. Nebenblätter frei, blättehen-
ähnlicb. Blütcnstiele bl.tttwlnkcl- und scheinbar endständig, an der Spitze
1 — 2- oder vielblütig, Blüten in doldigen Köpfclien.
1. li* coriiiciilatiis. Gemeiner MornTclee, Sten-
gel ausjebreitet, ansteigend, l.ahl oder zerstreuet I)ehaart; seitliche Blält-
cben schief- rautcnformig-keilig, IXebenlilättcr breiter oder so breit als
diese; Kclchzähne vor dem Blühen zusaniinenneigend; Schiffchen schief-
eirund mit rechtwinklig aufwärts gebogenem Schnabel.
LiMV. Sp. pl. 1092. Chi. han. 160. Koch Sjn. I. 197. Schk. Ilandb.
IT. T.2I1 (L. arvensis). Fl. dan. t. 991. F.ngl. bot. t. 2090.
b. crassifolius. Oer dicJcblättrige» INiedcrliegend, liurzstengelig;
Blättchen etwas fleischig, meergrün. Hülsen doppelt dicker.
Lotus corniculatus d- crassifolius De Cand. das. L. corniculatus v.
maritimus Chi. han. das.
c. tenuifolius. Der schmalblättrige. Schlanker, dünnstengeli-
ger ; Blättchen schmäler, keilförmig, ]>ebenblätter schmäler oder so schmal
als die seitlichen, lanzeltlieh.
Latus corniculatus y. tenuifolius Linn. das. Fl. dan. t. 1995. L. tenui-
folius Koch das. L. corniculatus v. tenuis Chi. Jiau. das. L. tcnuis Kit.
in >^'lLLD. Fnum. bort, berol. Suppl. 797 (ganz scIimalbläUiige Form).
d. parvifolius. Her kleinblättrige. Büschelig, fadenförmig-Ticl-
ästig; Blätter gedrängt stehend, Blättchen sehr klein.
L. corniculatus t. micropbyllus Chi. bau. das.
Auf Wiesen, Weiden, Ackerrändern und an \^\'gen, auf thonigeni
lelimigem sandigem und Sandboden, häufig; b. am Meeresstrande; c.
ebendaselbst, auch auf nassen, vorzüglich salzhaltigen Wiesen und Gras-
Slätzen; d. Im tiefen Sande der ]>ordseelnscln. Mal bis September. —
uli bis Oetober.
Stengel 1 — 1 V'i' hoch, an den kleinem Formen l>is zu 4 — 6" alineLmentI, an d. Iiis
in eine büsclielige , .'iO — 60 -ästige Zertlieilung iibcrgelieii«! , engröluig l)is ins Diclite, ganz
lidlil , zerstreuet liaarig und rauhhaarig (diese Form, dem ebenfalls als Spielart hierher ge-
hörigen L. %illosus ThiulL. nahe stehend, aber ihu nicht erreichend, nur auf der Insel
Borhum und am Oslseestraiide angelroden) ; BUttchen diclilich, an den Seeküslen oft fast
lederartig-fleischig, andererseits bis in's Dünnlaubige und aus der breiten, umgekehrteirun-
den Gestalt bis in die sehmal keilige und lanzettlicLc von c. übergehend. Kopfchen meistens
.^-blutig. Helehc kahl, an b. und d. Kelchrübre und Zähne oft behaart. Blüten an d.
oft um das Doppelte grosser. Kronen gesättigt gelb, auf Kalkl)odcn auch wohl orange-
farben , bis in's Blassgelbc am Scestrande. Hülsen bald stärker bald soh.vächer in -^ crgleieh
mit A. 2. , wenigsamig. — Wenn man die Küslenformeu in verschiedene Loealitäten verfolgt,
so finden sich so mannichfach abändernde IJbergänge der Blättchenformen von der Hauptart
und der Spielart b. iu die Spielart e. , dass man die sjieeifischc Verschiedenheit der letztem
bezweifeln muss. Die Wnrzel habe icli, abgesehen von jungen 1- oder 2 -jähi igen Pflanzen,
hei denen sie faserig ist, immer spindelförmig und besonders stark in Salzboden gefunden,
9. li. nli$:^illORUS. Sumpf -BornTclee, Stengel aufrecht
oder ansteigend, kahl oder spärlich rauhhaarig, seitliehe Blättchen schief
rautenförmig-keilig, INebenblätter rundlich- eirund ; Kelchzähne vor dem
Blühen zurückgebogen; Schiffchen aus eirunder Basis allmälig in einen
wenig gebogenen Schnabel verschmälert.
Schk. Handb. II. 412. T.211. Chi. han. 159. L. major Koch Syn. I.
197. Engl. bot. t.2091. L. corniculatus yS. major De Cand. Prodr. ll. 214.
An Gräben, Teichrändern und Lachen, auf sumpligem oder nassem
Boden, häufig. Juni bis August. — August, September.
Stengel doppelt höher, saftiger und starkrühriger als an A. 1. Blätter dünner, dunkler
grün. Köpfchen meist 8— 12 -blutig. Kclchzähne abstehend beh.iart. Hülsen länger,
dünner, vielsamiger ; Samen kleiner. — l'ngeachtet der angegebenen Verschiedenheiten, welche
Oxytropis. PAPIMOWACEAE. 147
I'olgp der Wassercinwirl.iing scyn kdnncn, dem lorigen sclir nahe stehend, mul \ivllci('lit
iiieLt mit Inrcclit <on DÖLL Ulieiii. Fl. 801. als Spielart \oii jenem betrachtet.
GJE WMRBJ.ICMMS.
ÖJC onomisch es» A. 1. fViexcn- und fVeidcnyewiichs erster Güte.
Der fVertli der fViesen in manchen Füllen r'on der Jläufifjkeit ihres
Forhommcns abhänf/if/ und danach zu heurtheilen. Die am Seestrande
wachsenden Formen stehen an Quantität f/cffen die Hauptart zurück, sind
aber nahrreicher als diese. Bei JViescnanlafjen der frische Samen zur
Menf/unn mit dem Grassamen zu empfehlen. Beide Art. werthvoll für
Bienenzucht.
lO. TETRAGOJfcOIiOBUS. SPARGEEtMnBSE.
SCOP. Fl. carn. II. 8?.
Kelch ö-spaUlff oder o-zähnig. SchiiFclieu aufsteigeiul, ge-
schnäbelt. GiifFelühernärts verdickt. Hülse lineal mitiFliigel-
rändern. Geschl. Syst. XVII. 4.
Ein- oder iiiclirjährige (A. 1.) Kräuter mit gefietlert-3-zäliligen Blät-
tern, fiist wcchseKständigen lilättclien und freien, Mättclienähnliehen Ne-
LenMättern. Itlütenslielc Itlattwinkelständig, 1 — 2-J>lütig.
1. T. siliiiiiosii$4. Gemeine Spargeierbse. Blüten
einzeln, Blütenstiele so lang oder länger als ihr Blatt, Flügelränder
scliinäler als die Hülse.
Roth Tent. 11. germ. T. 323. Chi. lian. 159. Koch Syn. I. 198. Jaco.
Fl. austr. IV. t. 361. Gärtn. Fruct. t. 153. Lotus siliquosus Link. Sp.
,»1. 1089.
Auf Wiesen und Rieden, auf nassem oder sumpfigem lialklialtigem
Boden, nur im süd- östliclien Theile des Gebiets, die Nordgrcnze des
Vorljommens in Deutschland erreichend, jedoch nicht selten (Pr. Halle,
Eisleben, Auleben, Ohmberge zwischen Gr. Bodungen und Duderstadt
als westlichstes Vorkommen, Halberstadt: am Uuy, bei der Molken-
mühle, Westcrhausen, V^^ernigerode — ; Br. hinter Hedager, an der Asse
nach Grossdenkte zu — ; Schw. Frankenhausen im Kalkthale, bei der
IN'umburg, am Göldner — ; Un. Leimbach im Uohnstcinschen — ). Mai,
Juni. — Juli, August.
Stengel 6" — 1' lang, liegend, von nnten an iistig, kahl oder fein behaart. Itlättehen
raiitenförniig-unigekehrteirund, anf sakhaltigem Boden dicklich (Lotus maritimus LlNN. das.).
Kronen schwefelgelb, bisweilen in riolet oder röthlich ziehend.
GM JtrMRSZ.ICJEMS»
ÖleonomiSCheS. Gute fVeidepflanze.
11. OXYTROPIS. SJPITZKIJEXi.
De CaiVD. Astrag. n. IV. Ed. maj. 19 und 53.
Kelch 5 -zähnig. Schiffchen unterhalb der stumpfen Endi-
gung in eine grannenartige Spitze ausgehend. Hülse aufgebla-
sen oder walzig^ durch die eingedrückte oder eingeschlascne,
eine Längsschcidewand bildende ^ INath (Bauchnath) fast 2- fä-
cherig. Geschl. Syst. XVII. 4.
Mehrjährige Kräuter mit unpaarig -gefiederten Blättern, Blüteustiele
blattwinkel- oder wurzelständig, vielblütig, Blüten in Ähren.
*1, O. pilOSa. Zottiger SpitaJciel, Stengel aufrecht, nebst
Blättern, Kelchen und Hülsen zottig; Blättchen länglich- oder lineal-
lanzettlich; Blütenstiele länger als ihr Blatt, Ähren eiförmig- länglich.
De Cand. Astr. n.27. Koch Syn. 1.202. Sturm Deutschi. Fl. H. 49.
Astragalus pilosus Li\N. Sp. pl. 1065. Jacq. Fl. austr. 1. t. 51.
148 PAPIIilOKACEAE. Astragalus.
Aul" kräulerreichen Hügeln, auf Ralk- oilcr Saiulhoden, im siul- öst-
lichen Thcile des Gebiets, die Nordgrenze der Oesammtvcrbieitiing er-
reichend, selten (Halle: IloUsdorf, Ilöhnstädt, Sceburg, Erdebnrn, Kön-
nern, Laublingen. — Schvi. Franhenhausen am Schlachtbcrg, Badra — ;
^H. Bernburg — ). Juni, Juli. — September.
Stengel '/j — 1' liocli. Äliron dicLtblütig, Kronen bräuuliiligelli ; Hülsen aufrcclit an-
einander liegend, länglich mit kurzer, etwas gebogener, harter Sjjitze.
19. A!§TRACtAIiU$». VUJlG A^N VU,
LiNN. Gen. n. SOi.
Kelch 5-zähnig. SchifFchen stumpf, uii])eAvelirt. Hülse durch
die eingeschlagene, eine Längsscheidewand J>ildei)de, MiUel-
rippe (Rückennath) 2-fächeiig oder halb -2- fächerig. Geschl.
Syst. A.VII. 4.
Ein- oder mehrjährige (Art. 1 — 5.) Kräuter oder Stauden. Blätter
ungleichpaarig -gefiedert. Nebenblätter frei oder unten mit dem Blatt-
stiele oder unter sich verwachsen. Blüten in blattwinkelständigen Köpfen,
Trauben oder Ähren.
•|- Kronen pnrpurn.
I. A. Iiypoglottis. Violeter Traganth. Stengel aus-
gebreitet, aufrecht - haarig ; Blätter 8 — 12-paarig mit länglichen oder
länglich -lanzettförmigen Blättchen, obere INebenblätter unter sich Tcr-
wachsen, blattgegenständig; Blütenköpfe gedrängt, rundlich- eiförmig.
Fruchtknote gestielt. Hülsen rundlich -eiförmig.
LiNN. Mant. II. 274. Chi. han. 157. Koch Sjn. I. 203. Fl. dan.
t. 614 (A. arenarius). Engl. bot. t. 274. A. microphyllus Willd. Sp.
pl. III. 1277.
Auf Triften, an grasigen Hügeln und Ackerrändern, auf trockenem
Kalk- oder Sandboden, im süd- östlichen Theile des Gebiets, die IXord-
grenze des Vorkommens in Deutschland erreichend, ziemlich häufig {Pr.
Halle: Nietleben, Dölau, Schközau, Bennstädt, Auleben, Steinholz,
"Westcrhausen, Südabhang des Huj , als nördliclistes Yorkommen; Sein».
Frankenhausen, Badra, INumburg — ; 7/ji. Steigerthal, Windehäuserholz
im Hohnsteinschen). Juni, Juli. — September.
Stengel 3 — 6" hocL. Bliitenköpfe langgesticlt, über die Blatter hervorragend. Kelche
mit weissen, Zähne mit braunen Haaren besetit. Kronen violet, gegen die Basis strohgelb.
A. arenarius, «len östlichen Sandebenen angehörig, kommt erst etwas jeuseit des
östlichen Saumes unseres Gebiets in Pr. bei Ortrand, in Mk. l"«' Mirow \ot.
■J--J- Kronen gelb.
«. A. glycypliyllos. Süsshliittriger Vraganth*
Stengel nicderliegend, fast kahl; Blätter 5— (5 -paarig mit breit ovalen
Blättchen, Nebenblätter frei, eirund -lanzettförmig, zugespitzt; Blüten-
tranben eiförmig -länglich. Hülsen dreikantig -lineal, leicht gebogen.
LiNN. Sp. pl. 1067. Chi. han. 158. Rocit Syn. I. 206. Schk. Handb.
II. T.209. Fl. dan. 1. 1108. Engl. bot. t. 203.
Zwischen Feldgehüsch, in lichten Hainen und an Waldrändern, auf
Kalk- und Sandboden, häufig.
Stengel bis 'i' lang, dick, ästig. Blättchen bis l'/i" lang, lon süsswiderlichem Ge-
schmack. Blütenstielc kürzer als ilir Blatt. Kronen unrein gelb. Variirt mit kleinem,
untcrseits zarthaarigen Blättern.
3. A. Cicer. Kichernartiger OTraganth. Stengel aus-
gebreitet, haarig; Blätter 8 — 12-paarig'mit länglich-lanzettförmigen Blätt-
chen, obere Nebenblätter verwachsen, lanzettförmig; Blütenähren eiför-
mig-länglich; Hülsen rundlich aufgeblasen und schwarzhaarig.
An Feldrainen, Wald- und Wiesenrändern, auf trockenem Mergel-
Coronilla. PAPII.IONA€EAE. 149
und Sandhoden, im südlichen und östlichen Theile des Gehicts häufig
(Scliw.; Pr.; ^/h.,- Mk.) , gegen "V^^esten ahnehmend (Br. Börnecke, Kat-
tenstedt, Hünenhuig hei Watenstedt, Asse — ; //«. Steigeithal im Hohn-
steinschen, am Knüll zwischen Dicmarden und den Gleichen, als west-
lichstes Vorkommen im Gehiete). Juni, Juli. — Septemher.
Stengel 3-^4' lang, im Gebüscbe ansteigend. Blüttchen juit einer kurzen, feinen
Staclielspitie, Kelche scliwarzliaarig gesäumt. Kronen weissgelb.
'4. A. exscapiis. Stielloser Vraganth, Stcngellos,
langhaarig- zottig; l$lätter 12 — I5-paaiig mit ovalen Blättchen; Blüten-
köpfe rundlich, ühcr der Wurzel gehäuft, sehr kurz gestielt. Hülsen
eiförmig zugespitzt- stachelspitzig, zottig.
Liisx. Want. II. 275. Chi. hau. 158. Kocu Sjn. I. 207. IIayne Arz-
neigew. VI. T. 12. Jaco. Tc. rar. t. 512.
An grasigen Hügeln, auf sonnigem trockenem Kalk- oder Sandhoden,
im süd- östlichen Theile des Gehiets, die ]\ord- und V^^estgrenze der Ge-
sammtverhreitung erreichend, selten {Schw. Frankenhauseu an der Kat-
tcnhurg und Numhurg — ; Pr. Halle: an der Steinklippe, Müllerdorf,
Seehurg, Hettstädt, Ilothenhurg, Könnern, Schraplau, Erdehorn, Aschers-
lehcn — ; An. Sanderslehcn — ; Br. Blankenburg, wo die Pflanze sich
verliert). Mai his Juli. — Septemher.
Hülie 6 — 10", liüsclielig ausgebreitet, Blätter sebr liuri gestielt, Nebenblüttcr eirnnd-
lanzettföriuig an der Basis des Blattstiels angewachsen. Deckblätter häutig, nebst den grünen
Kelchzähnen lanzctt - pfricmenformig, letztere so lang als die wcissliche Röhre. Kronen
schwefelgelb.
JPharntaceutisch'Medicinisches» Die fVnrzel von A. 4.
ehedem, eines bittern eifjenthianlichen JSxtractivstoff's weifen, of'ficinell.
In neuerer Zeit um so mehr mit Becht ausser Gebrauch gekommen, weil
sie mit Sicherheit kaum zu beziehen ist. A.2. unter dem IVamen wilder
Sennrsblättcr als Purt/irmittel hier und da im Hausfjebruuch.
Ökonomisches» Art. 2 u. 3. im Frühjahre bevor die Stengel
hart und trocken werden, ein gutes Viehfutter.
2. Gruppe. HEDVSAREAE. &ij SSK:i.JEMGMVrÄ CJISM,
Frucht eine Gliedhülse, deren Glieder durch Einschnürungen getrennt
sind, oder eingliedig einsamig. Keimlappen über die Erde tretend und
sich grün färbend. Staubfäden 1- brüderig.
13. COROIilTiliA. KMOlfriTMCKX.
I.INN. Gen. n. 883.
Kelcli fflockig, obere 2 Zähne bis über die Mitte verwach-
sen. Schiffchen spitzig geschnäbelt. Gliederhülse lang, stiel-
rund oder vierkantiff, mit 1-samieen Gliedern. Geschl. Syst.
XVII. 4. * * ^
Mehrjährige Kräuter (Art. 1 — 3.), Stauden oder Sträuche. Blätter
ungleichpaarig -gefiedert. Nebenblätter meistens mit den äussern Rändern
zusammengewachsen. Blüten in blattwinkelständigen, lang gestielten
Dolden.
Kronen gelb.
'1. C. vagiiiall». Scheidentragende KronwicTee,
Stengel liegend; Blätter 3 — 6 -paarig. Blättchen elliptisch, endständige
umgekehrteirund, INebenblätter eirund, so gross als die Blättchen, tuteii-
förmig, l)is unter die Spitze verwachsen; Blütendolden 6 — 'lO-lilütig,
Blütenstielchen so lang als die Kclchröhre, Hülsen scharf- vierkantig.
Lam. Dict. II. 121. Koch Syn. I. 208. Reichenb. PI. crit. I. f. 65.
C. minima Jacq. Fl. austr. III. t.271.
150 PAPII^lOiyACEAE. Ornlthopus.
Auf Triften, an nügclii und Felsen, auf IValksteiiibotlen , im süd-öst-
lichcn Theile des Gebiets, die Nordgrenzc der Gesaninitverlireitung er-
reiclieud, sehr selten (//.v. Datterode am GlockenJierg; Pr. Freil»urg — ;
an Kalkklippen des südlichen Harzes Wallr. in Linnaea XJY.631.). Mai
bis Juli. — August.
Slengcl a — 6" hoch, nach iinlcii holzig. BlSllchon 3 — 4"' lang, 2I/2'" l.rcU, dltli-
lirh, meergrün, so wie die folgenden Arten mit einer kurzen Slaehclsjiitzc versehen und
unhehaart, das unterste Paar meistens etwas >om Stengel entfernt. INehenhlältcr durchschei-
nend-häutig. Blutendolden 8'" im Durchmesser, Kronen hcllgclh mit feinen roslfarhencn
Strichen an der Fahne. lli.lsengliedcr 3 — 4 Mal so lang als breit.
9. C coronata. Berg-KronwicTce. Stengel aufrecht;
Blätter meist 5-paarig, Rlattcheu oval, endstäiidige umgekehrteirund,
Nebenblätter länglich, vielfach kleiner als die Blättchen; bis unter die
Spitze verwachsen, obere getrennt und abfällig; Blütendolden 18 — 24-
blütig, Blütenstielchen mehrfach länger als tlie Kelchröhre, Hülsen zu-
sammengedrückt - vierkantig.
LiNN. Sp. pl. 1047. Chi. han. 157. Jaco. Fl. austr. I. t.95. C. mon-
tana Scop. Fl. carn. Ed. II. 72. t. 44. Kocu Syn. I. 208. Sturm Deutschi.
Fl. H. 49. Reichenb. PI. crit. I. f. 68.
In bergigen Waldungen, Hainen und Gebüschen, auf Kalksteinboden,
im südlichen Theile des Gebiets häufig, die IXordgrenze der Gesammt-
verbreitung in Hu. an den Siebenbergen bei Hildes heim und die West-
grenze in Pr. fV. bei Beverungen erreichend.
Stengel 1 — 1 'A' ''och , aus holziger Basis aufrecht, einfach oder wenigSstig. Blättchen
6_8"' lang, 4 — 5'" breit, unterstes Paar stets dicht am Stengel stehend. Blutendolden
12 — 14'" im Durchmesser. Kronen gelb. Hülsen stumjifkantig , Glieder doppelt so lang
als breit.
•■ Kronen roth und « e i s s.
•3. C varla. Bunte Mronwicice, Stengel Hegend; Blät-
ter 10 -paarig. Blättchen gleichbreit- länglich, Nebenblätter frei, lanzett-
förmig; Blütendolden 12 — 18- blutig, Blütenstielchen mehrfach länger
als die Kelchröhre, Hülsen vierkantig.
LiNN. Sp. pl. 1048. Chi. han. 157. Koch Sjn. I. 209. Schk. Handb.
Tl. T.205. Sturm Deutschi. Fl. H. 49.
An Wald- und Wiesenrändern, Ackerraineu und im Gebüsch, auf
sonnigem Kalkstein- oder Sandboden, im südliehen Theile des Gebiets
hüuflg, die Nordgrenze der Gesammtvcrbreilung (Pommern ausgenommen)
in Pr. am nord - östlichen Harzrande, am Huy, den kleinen Fallsteinen
und am Steinholze bei Westerhausen — in Br. am Elm zwischen Wol-
fenbüttel und Helmstädt erreichend. Juni bis August. — September.
Stengel krautig 1 — 2' lang, viehistig. Blaftchen graugrün mit rölhlichen Sticichen.
Fahne lila mit dunklern Strichen, Flügel weiss mit lila Anhauch, Schiffchen rolhlichweiss
mit schwarzpurpurnem Schnabel. Hülse mit schwachen Eiuschuüruugeii.
jPharmaCeUtiSCh'JtKediciniSCheS' Die Anifuhe einer r/if-
lifjen ßVirktiuf/ der A. 3. ist durch fjcniit/eiide f 'ersuche widcrlc<jt wor-
den. ^^ Doch wirkt sie ditirctisch.
Öleonomisches» Art. 2 u. 3. als Zierpflanzen z.ii empfehlen. Das
f'ich frisst die lironwicken f/ar nicht oder tinyern.
14. ORWITHOPUN. VOGXHjFlTfSlS.
I.INIV. Gen. n. 884.
Kelch röhrig, tief 5-zähiiig, obeTe 2 Zahne am Grunde zu-
sammengewachsen. Schift'clien am Ende ahgei-undel. Glieder-
hülse laufir, zusammenffodrüclit, mit i-samiffcn Gliedern. Gc-
schl. Syst* XVII. 4. "
Hippocrepis. PAPIIilOlWACEAE. 151
Einjährige Kräuter mit unpaarig -gefiederten Blättern. IXebenltlätter
klein, dem Blattstiele ange-wachsen. Blütenstielc blattwinkelständig und
scheinbar endständig, 1- oder doldenblütig.
1. O. peppusillus. Kleinster Vogelfuss, Ausgebrei-
tet uiederlicgend; Blütenstiele länger als ihr Blatt, 'i — 4 -blutig, Kelch-
zähne mehrlach kürzer als die Kclehröhre, Hülsen gliedlang geschnäbelt.
LiNN. Sp. pl. 1049. Chi. hau. 156. Koch Syn. I. 209. Schk. Handb.
II. T.206. Fl. dan. t. 730. Engl. bot. t. 369.
Auf Feldern, Triften und in Waldungen, auf Sandboden und sandi-
gem Lehmboden, nicht auf Kalk, häufig. Mal bis Juli. — August, Sep-
tember.
Flach liegende BiiscLel bildend, von 2" bis 1' lang, fein und dicht behaart, anf leh-
iiiigem Boden bisncilen ganz kahl. Blatter 5 — LS-paarig, Blättchen elliptisch, auf naln -
haltcrm Boden oval und gestutzt, gegen die Blalfstielbasis meist vvcchselständig. Fahne
vveisslich mit purpiuncn Adern, Flügel in rüthlich übergehend. Schillchen gelblich. Hülse
klauig gekrümmt, Glieder oval.
15. HIPPOCREPIS. MWTWmi^MNKIiJEm.
LllVN. Gen. n. 885.
Kelch glockig, .5-zälinig, ol)ere 2 Zähne am Grunde zusam-
mengewachsen, »chiffchen zugespllzt-geschnähelt. Gliedhülse
lang, zusammengedrückt, an der Bauchnalh in Zwischenräu-
men huchtig ausgeschnitten. Samen gekrümmt. Geschl. Syst.
Mehrjährige Kräuter (A. 1.) oder Stauden mit unpaarig -gefiederten
Blättern. Blüten blattachselständig, einzeln und sitzend oder in gestiel-
ten Dolden.
1. H. eoniosa. ^chopfiger MufeisenTelee. Ausge-
breitet liegend; Blütenstiele länger als ihr Blatt, Blüten doldig; Hülsen-
glieder gehörnelt, Gelenke flachgedrückt, glatt.
LiMN. Sp. pl. 1050. Chi. hau. 156. Koca Syn. I. 210. Engl. bot. t. 31.
Jaco. Fl. austr. V. t.431.
Auf Triften, trockenen Wiesen und an Wegrändern, auf steinigem
Kalk- und Gypsboden, im südlichen Theile des Gebiets, die Nordgrenze
des Vorkomnrens in Deutschland in Iln. am Süntel im Fürstenth. Calen-
l>erg erreichend, häufig; gegen Osten abnehmend, und jenseit des öst-
lichen Gebietssaums nicht mehr vorkommend. 3Iai bis Juli. — August,
September. ,
Wurzel stark, holzig. Stengel kreisartig ausgebreitet, ansteigend, 4" — 1' lang. Blätter
4 — 6-paarig, Blättchen umgekehrteirund -keilförmig, kahl oder unterseits angedrückt- haarig.
Krone dottergelb mit feinen rolhbraunen Ijinien auf der Fahne. Hülscnbuehten offen, halb-
mondförmig, der Samenlage entsprechend mit rostrotlien , gkinzcnden Körnchen bestreuet.
OTeonomischeS* fVird gern vom Vieh gefressen ttnd gieht den
Bienen Nahrung.
I«. 0]¥OBRY€HI$^. XSSJP^nSKTTX:.
TOURNEF. Inst. 390. t. 211.
Kelch 5-spaltig. Schiffchen schräg ahgeslutzt, länger als
die Flügel. Hülse aus einem rundlichen grubig-netzaderigen,
nicht aufsprinffcnden, 1- sämigen Gliede bestehend. Geschl.
Svst.XVIl'4. ^ * ...
"Mehrjährige (A. 1.), Selten 1 -jährige Kräuter mit unpaarig -gefieder-
ten Blättern. Nebenblätter mit den äussern Rändern verwachsen. Blü-
ten in blattwinkelständigen, langstieligen Ähren.
152 PAPIL.IONA€EA£. Vicia.
1. 0> Hatlva» Genteine JEsparsette- Stengel anstfi^end;
BläUei- 8 — 13-paaiig, IJliittclieii Jiiical- länglich; Hülsen lialbliieisrund,
am Rande dornig -gezähnt.
Lam. Fl. Iran^-. II. 652. Chi. han. 155. Koch Syn. I. 211. llcdjsa-
fiim Onohrychis Linn. Sp. pl. 1059. Sturm Deutsch!. Fl. II. 19. Jaco.
Fl. austr. IV. t. 352.
An Feldrainen, auf halh- oder gypshaltigem Boden, hier und da ver-
wildert. .Tuni. — August.
Uölie 2'. liluttclicn hrviter und stiiiii|>frr variirenil. Kronen roscniolli mit clunKlcin
Strichen. HiiUcn nussarfig, leileiicst , nach dem Riielicn zu liiclig Uachgediiiclit iinil mit
kurzen Dornenspitzen besetzt.
GJEnJERSJLICnXlS.
ÖTeonontiSCheS» Auf einem trochcnen Boden, der über zerklüf-
tetem lialksteiti oder Mergel steht, das vor theilhaf teste Futterijewückx
ztir Grün- und Dürrfutterung , und das beste Cullurtfeiväehs um einen
Boden mit geringer , magerer, kiesiger oder sandiger Oberkrume, v>enn
sieh nur Kalk im Untergrunde befindet, unter Abgewinnung eines Er-
trages, nach einer Reihe von Jahren in Stand zu setzen, ein paarmal
ungedüngtes Getreide und datin eine Hülsenfrucht zu tragen, der wieder
Esparsette folgt.
3. Gruppe. TICIEJlE. IVICKMN GMJWÄCMSE.
Frucht eine ungegliederte Hülse, einfächerig, oder mit feinen aus
locherm Zellstoff gcLildeten Querwänden. Reinilappen dick und mehlig,
heim Reimen unter der Erde zurückhleihend. Stauhiädeii 1-hrüderig.
t». VICIA. I^JCÄJE.
Linn. Gen. n. Si:i.
Kelch 5 -spaltig oder 5-zäIinig. Staubfaden pfricuieiiförmig.
Griffel fatlenföruiig, vorn unter der Narbe bärtig oder ringsum
haariff oder bärliff und behaart. Samen kuffcliü" oder ellii>soi-
disehf Geschl. Syst. XVII. 4. * * ^
Ein- (Art. 1 — 4.14.15.), zwei- (A. 11.) und mehrjährige (Art. 5 — 10.
12. 13.), meistens kletternde Kräuter. Blätter paarig gefiedert, der Blatt-
stiel in eine Ranke seltener eine Stachelspitze ausgehend. Blütcnstielc
blattwinkclständig, 1 — 2- oder trauliig-hlülig.
I. ER^'ILIA. I,JNSMj%ARTIGJ& IVICKMX.
Grifl'el unterhalb der Narbe gleichmässig behaart.
■{• Bliitcnstiele vcrlä n^ e r t , a r m li 1 ü t i g.
1. V. Itirsiita. Maarige Jf^icJce. Blütcnstielc 4— 6-blü-
tig; Blätter meist 6- (8 — 10-) paarig. Blättchen liueal, gestutzt; Hülsen
2- sämig, zarthaarig.
Koch Syn. ed. I. 191. Ervum hirsutum Linn. Sp. pl. 1039. Chi. han.
155. ScHK. Ilandb. II. T. 202. Sturm üeutschl. Fl. II. 32. Fl. dan.
t. 639. Engl. bot. t. 970.
Auf Ackern, vorzüglich unter Wintergetreide, an Hecken, zwischen
Feldgebüschen und in Ilaineii, auf huniosem lehmigem und sandig -leh-
migem Boden häufig. Juni, Juli. — August, September.
Dünnstengclig und zart, liis 2' Ling. Ranhcn 2 — 5 - spallig. Bliitcu lilein , Kronen
milchhlan oder weisslieh. Hülsen länglich.
Ä. V. tetra!ii|ieriiia. Viersatnige WTicke. Blütenstiele
meist 1- (2 — 3-) blutig, Blätter 3 — 4- (5-) paarig, so lang als ihr Blatt,
Blättchen lineal, stumpf; Hülsen meist 4- (selten 5-) sämig, kahl, Samen-
nabel lineal.
Vicia. PAPII.I09IACEAE. 153
Lois. Fl. gall. Ed. 2. II. 149. Eivum tetiaspermum LiNN. Sp. pl. 1039.
Chi. han. 15.3. Scuk. Ilaiulh. II. T. 202. Stukm Deutscbl. Fl. H. 32.
Fl. (lan. t. 95. Engl. bot. 1. 1223.
b. tenera. Die starte. Stengel fadenförmig; Blättchen mehrfach
schmaler, Blütenstiele meist länger als ihr Blatt.
An Ackerrändern, Fcldgebüschen, "Wiesen und Waldrändern, auf leh-
mig-sandigem und sandigem Boden, häufig. Juni, Juli. — August.
Dünnstengclig und zart, J)is 1' lang. BlättcLcn lineal, stumpf, obere meist zugespitzt.
Ranlicn einfacli oder 'i-tlieilig. Blüten klein, Faline I.lass lila mit bliiuliclien Adern, Flü-
gel und Schiffchen «ciss, letzteres gegen die Spitze mit einem bläulichen Fleck. Hülsen
lineal. BlättcLen von b. , die der folgenden Art sehr nahe steht, ^/i'" breit, Blütenstiele
haarfein, häufig .3- blutig.
3. V. gracili». ScÄlanfce J^icfce. Blütenstiele 1—4 -blu-
tig, fast doppelt so lang als ihr Blatt; Blätter 3 — 4-paarig, Blättchen
lineal, spitz; Hülsen meist 6- (5 — 8-)samig, Samennabel rundlich- oral.
Lots. Fl. gall. Ed. 2. II. 148. 1. 12. Ervum gracile Koch Sjn. I. 219.
E. tetraspermum ß. gracile De Caind. Prodr. II. 367.
Auf Brachäckern, grasigen Plätzen, am Holze und in lichten Holzun-
gen, auf lockerm humushaltigem Boden, selten, auch woli! übersehen
{Pr. "^^iltersdorf bei Weissensee, Halle, Delitzsch — ; Iln. Göttingen
im Uossdorferholze, Osnabrück auf dem Donnerkampe). Juni, Juli. —
August.
Bis l'/.j' lang, von der Basis an in mehrere rankende Aste gefheilt. Blättchen kaum
1'" breit, 8 — 9'" lang, sänimtlich gespitzt. Blüten kaum etwas grösser und eben so ge-
färbt als die der .4. *2. , mit deren Spielart h, sie im Gesanimtansehen übereinkommt, durch
die noch beträchtlich langem Blütenstiele und gespitzten Blätlrben indessen leicht zu unterschei-
den. Ob diese Charaktere durchaus constant sind, darüber mag fernere Beobachtung entscheiden.
4. \, utonaiitlioj^. Minhliitige J¥^icTce, Blütenstiele 1-
blütig, so lang oder länger als ihr Blatt; Blätter meist 7- (6 — 8-) paarig,
Blättchen lineal, gestutzt, Webenblätter zweigestaltig, eins ganz, das
andere strahlig- viels]>altig; Hülsen breit-länglich, meist 3-samig.
Koch Syn. Ed.I. 192. Ticia articulata Willd. Eniim. bort, berol. 764.
Ervum monanthos Li^n. Sp. pl. 1040. Sturm Deutschi. Fl. II. 32. La-
thyrus monanthos Willd. Sp. pl. III. 1083.
Auf Ackern und an Feldrainen, auf sandig -lehmigem Boden, selten
eingebürgert (/*r. Halle : Trotha, Lettin; Sangershausen, Wittenberg — ;
5'c/nii. Jecha — ; An.; ffii. Grafschaft Hobnsteiii, Harburg — ; Hl.). Juni,
Juli. — August.
Bis 2' lang, weitschweifig, starkstengclig, vieläslig. I'ngelheiltes Nebenblatt lincal-
pfriemenförmig, abwechselnd zur Rechten und Linken des Stengels dem fingerig in borst-
liche Zipfel getheilten gegenüberstehend. Blüte gross (6 — 1'" lang), Färbung und ZeicJi-
nung der Krone wie an A. 2., jedoch mehr violct. Hülsen 1' lang, 4'" breit, fein schräg-
aderig, kahl. Samen zusammengedrückt, über 2'" im Durchmesser.
ff Blütenstiele vcrliingert, v iel - (tranb en-) hl ü ti g.
3. \, pisiforiiiiH. Mrhsenartige W^iclee. Blütentrau-
ben kürzer als ihr Blatt; Blätter 5 -paarig, Blättchen breit- eirund, INe-
benblätter halbpfeilförmig, sägezähnig-eingeschnitten, vom untersten sten-
gelanschliessenden Blättchenpaarc verdeckt.
LiNN. Sp. pl. 1034. Chi. han. 152. Koch Syn. I. 212. Sturm Fl.
Deutscbl. H.32. Svensk bot. t. 608. Jacq. Fl. austr. lY. t. 364.
In bergigen und hügeligen Waldungen, auf humushaltigem Boden, im
südlichen und östlichen Tbcile des Gebiets häufig, gegen INord-\^'esten
abnehmend und hier (f/ii. an den Siebenbergen bei Hildesbeim und am
Schulenburger Berge unweit Eldagsen) die Grenze des Yorkommens in
Deutschland erreichend. Juni bis August. — August.
154 PAPIWONACEAE. i^icia.
Im GcbiiscL klettciiid 2 — 3' liocli , iinlieliaart. Blällclicii Iii.s 1 '/„" hrcit, fest, spater
fast Icclcrartig, trübe gelbgrün, unten graugrün. Trauben 10 — 18-blütig. Kronen weiss-
gclb, ins Grnnlicbc spielend.
6. V. sylvatica. TTald-WicJee, Blütentranbcn länger als
ihr Itlalt; Ithittir meist 8- ((i — 9) paarig, «lältchcn ciiuiKl-läiiglicIi, I^ic-
]>eiil>lätter halhinoiuiröniiig, ciiigcschniüeii-pfriemeiizaiiiiig; Ilülseii liiiL-al-
länglicli.
LiN.\. Sp. pl. 10:35. Clil.han.iry2. Roch Syn. I. 212. Stlrm Deutsch!.
Fl. 11.31. Fl. dan. t. 277. Engl. hot. t. 79.
In Cyehirgswaldungen und an waldigen Hügeln, auf friscliem hiiinus-
lialtigem Itoden, ziemlich häufig, gegen Westen ahneiimend und am ">vest-
lichen Saume des Gebiets nicht mehr vorliomniend.
Bis 4' bocb kletternd, .Stengel scb«acb, nnbebaart. Blatleben klein (8'" lang, S'/j"'
breit). Tranben loekerblütig, bis 2 1/2" '■"»g- Kronen weiss, mit »luletcr Zeiebnnng.
9. V. cassiibica. Pontmersche If^iclce. lUütentrauben
kürzer als ihr Blatt, Blätter meist 12- (8 — 13-) paarig. Blättchen läng-
lich-oval, Nebenblätter halbpleilförmig, ganzrandig; Hülsen fast rauten-
förmig.
LiNN. Sp. pl. lOa'j. Chi. hau. 152. Koch Svn. I. 212. Stirm Deutschi.
Fl. 11.31. Fl. dan. t. 1395. V. Gerardi Jacq. Fl. austr. III. IH. t. 229.
Tn Bergwaldungen und auf grasigen Hügeln des Flach- und Küsten-
landes, auf Sandboden, im südlichen und östlichen Theile des Gebiets
häufig, gegen den mittlem Tlieil am südlichen Harzrande sich verlierend
(/*r. noch am Hoppelnbergc — ; Br. am Begenstein — ); im süd- westlichen
und westlichen Theile nicht vorhommcnd, im nördlichen am Elbuntcriaufe
wieder auftretend (Li. Steinbech, Schnackenbeck, GrüiihofV, Tcspcr-
budc — ). Juni, Juli. — August.
Wurzel kriecbend und Auslaufer treibend. Stengel fast cinfaeh , aufreebt. Blättclien-
paarc und Blüten diclitstebend , Blätteben Bedernervig, Blütenstielcben aulV.-cbt. Fabne blau
mit dunklem Adern, Flügel und Sebiflcben weiss mit bläulieber Zeiebnnng und einem vio-
leten Fleck an der Spitze des letzlern.
II. VICIAE. JEIGMJWTI^ICnjE ITICKEJV,
Grifl'el an der Spitze vorn bärtig, ausserdem kahl oder riiiidum haarig.
■f- Blütcnsticlc »erlangcrt, v lel - (traubig-) bl ü t ig.
S. \'. dllinetorillll. MecTeen-HTicTcet Blütentrauben etwa
so lang als ihr Blatt, 5 — (i-blütig; Blätter meist 5-(4 — 5-)paarig, Biätt-
chen eirund, Nebenblätter halbmondförmig, eingeschnitten -pfriemenzäh-
nig ; Hülsen lineal- länglich.
LiNN. Sp. pl. 1035. Chi. hau. 153. Koc« Svn. I. 213. Sturm Deutschi.
Fl. U.31. Spr. Fl. hal. t. 7. Fl. dan. t. 14fii.
In Waldungen, in schattigem Gebüsch und an Hecken, auf feuchtem
huniosem lehmigem und lehmig -sandigem Boden, häufig, doch stellen-
weise (im mittlem Ilii. und Ol.) fehlend. Mai, Juni. — August.
Kletternd bis zu 3' borb , scblalTstengelig , nnbebaart. Blätteben denen der A. 5. äbn-
licb, aber zartlaubig und bellgrün. Kronen blass purpurn mit dunklem Adern, gegen den
Keleb zu grünlieb» eiss. Hülsen bellbraun.
9. \, Cracca. Vogel- JVicTee, Blütentrauben gedrungen,
so lang als ihr Blatt oder länger; Blätter meist 10- (8 — 12-) paarig. Blätt-
chen lineal -länglich oder lineal -lanzettförmig, anliegend- zarthaarig, Ne-
benblätter hall>pfeilförniig, ganzrandig; Platte der Fahne so lang als der
Nagel.
LiNN. Sp. pl. 1035. Chi. han. 1.51. Koch Syn. I. 213. Stirm Deutschi.
Fl. H. 31. Fl. dan. t. HOL Engl. bot. t. 1168.
Auf Wiesen, ait Hecken, Zäunen und im Getreide, auf feuchtem hu-
licia. PAPIMONACEAE. 155
mosem, auf Lelun- und auf Sandboden, sehr Läufig. Juni, Juli. —
Klimmend, 3 — 4' hoch. Blältchcn fast »-nenig, der Form und BcHeid.ing nach sehr
yeranderlich; crstcrc in die schmal länglich -lineale , hei zugleich niedrigerm AVnchsc , üher-
gehend (V. tem.ifolia Roth. Tent. £. germ. I. 309. II. 2. 18.J.) , IcUtere his zn einem
grau -seidenartigen ijherzugc zunehmend (V. Cracea v. argcntea Chi. han. das.). Blulcn-
stlelchen aufrecht. Kronen lichtblau und ,iolct, gegen die Kasis weissl.ch. Hülsen 4 — -5 '
hreit. "Wurzel weit nmhcrhriechend,
10. V. teiiuifolia. Schmalblättrige WicJce. Blüte n
tiauluMi gedrungen, länger als ihr Blatt; Blätter meist lU- (8 — 12-) paarig.
Blättchen parallelrandig-lineal, unterseits haarig, IVebenhlätter halhpfeil
förmig, ganzrandig; Platte der l'ahne doppelt so lang als der Nagel.
De Cand. Prodr. II. 358. Sturm Fl. Deutschi. U. 31. V. Gerardi
WiLLD. Prodr. 11. herol. II. 736.
Auf Bergwiesen, Waldtriften, auch auf Feldern, besonders unter dem
Sommergetreide, auf humushaltigem lehmigem und lehmig -sandigem Bo-
den, ziemlich häufig. Juni, Juli. — August.
Der vorigen ähnlich, ausser der ah« eichenden Kronhildung mit Sicherheit an den Langem
mathematisch -linealen Blättchen von allen Formen jener zu unterscheiden. Hiilsen line.il-
länglich, hahi. INahel nur den vierten (hei V. Cracea den dritten) Thcil des Samens umgehend.
11, \. villO^a. Xottige J¥^icTce, Blütentrauben gedrungen,
so lang oder länger als ihr Blatt; Blätter meist 8-(6— 8-)paarig, Blätt-
chen lineal-oval oder lineal- lanzettlich, nebst dem Stengel zottig; I>(e-
benblätter halbpfeilförmig, ganzrandig; Hülsen oval -rautenförmig mit
haliiger Spitze.
llOTH Tent. Fl. germ. II. 1. 182. Chi. han. 1.52. Koch Syn. I. 214.
STtRM Deutschi. Fl. II. 31. V. polyphjlla Waldst. et Kit. PI. rar.
Uung. III. 284. t. 254.
Auf Äckern unter dem A^^intergetreide und auf Brachen, auf lehmi-
gem und lehmig- sandigem Boden, im nördlichen Theil des Gebiets hier
und da eingebürgert (ßm. Yegesack — ; Hl.; Mk. Below — ; Hn. Uitz-
acker). Juni, Juli. — August.
Gesammtansehen und Kronfärhung der A. 9- , zunächst von dieser durch die starke Be-
kleidung mit ahsfchcndem Haar, die lehhaftere Färhung und längere Rühre der Kronen, auch
durch einen nach hinten sackartig erweiterten Kelch zu unterscheiden. AVurzel nicht kriechend.
ff Blüten zu 1 — 6 kurz gestielt in den Bl a tt « ink el n.
1«. V. sepiiini. Xaun- J¥^icJC€. Blüten zu 4—5 auf kur-
zeu traubigen Stielen; Blätter meist 5 -(6— 8) paarig, Blättchen eirund
oder eirund -länglich. Hülsen lineal -länglich, kahl.
LiNN. Sp. pl. 1038. Cht. han. 153. Roch Syn. 1.215. Sturm Dcutschl.
Fl. 11.31. Fl. dan. t.G99. Eugl. bot. t. 1515.
An Hecken, in Gebüschen, an Waldrändern und iu \^^aldungen, auf
humosem lehmigem und lehmig -sandigem Boden, sehr häufig. Mai bis
Juli. — ■ August.
Klimmend zu 2 — 3' Höhe. Blaltpaare dicht stehend. Blättchen denen der A. 8. ähn-
lich, aher gestutzt und schwach ausgerandct. Kelchzähne aus deltaförmigcr Basis pfricmlieh
zugespitzt. Kronen trühiiolet oder lila mit dunklern Adern und Fleck an der Spitze des
Schiffchens. Die Blatlform xariirt durch Ahnahme der Breite bis ins I.anzcttliche , die Kro-
ncnfarbe durch Übergang in Gelhlichweiss.
1». V. sativa. Wutter-WicTee. Blüten zu 2; Blätter meist
7-(fi— 7-)paarig, Blättchen länglich -umgekehrteirund, länglich und läng-
lieh-lineal, gestutzt und meist ausgerandet; Hülsen zarthaarig, Samen
zusammengedrückt- kugelig.
Link. Sp. «1. 1037. Chi. han. 153. Koch Syn. I. 217. Sturm Deutschi.
Fl. 11.31. Fl. dan. 1.522.
156 PAPIl.IONA€EAE. Lens.
Auf Ackprii und in deren IXähe, auf lockenn lehmigem auch lehmig-
saudi^ein Itoden, liier und da verwildert. Juni, Juli. — Juli, August.
Itlatlclicnforiii iler Breite und liüiigc nach selir veränderlich. Helchziihnc lanzctt - pfrieincii-
fürniig. Fahne violcl oder mehr.hlau mit dnnklern Adern durchzogen. Flügel purpurn, SehilT-
clien griinlichwciss mit einem violetsehwärzliclicn Fleck Tor der Spitze. Hülsen hellbraun,
S.iiiien hraun , seltener schwarz, gelblich, weiss.
14. V. angiiptifolia. Verschiedenhlüttrige JW^icTee,
lllütcii zu 2; IJlatter uieisl 5- (8— (j-) paarig, Biätlcli<ii der untern lllät-
Icr unigclu'hrtiuM/.lörniig, der ol>orn lineul - lanzettfürmig oder liucal,
Hülsen zuletzt Kahl, Samen liugelig.
«OTii Tent. fl. germ, 1. 310. II. 1. 186. Koch Syn. I. 217. Schk.
Ilandb. II. T.201. Stirm Fl. Deutschi. 11.31. Engl. bot. t. 334 (V.
sativa). Y. sativa ß. nigra Linn. Sp. j)l. 1037.
Auf A^'eiden, Triften und »intcr der Saat, auf troeliencm Sandboden,
sehr häuüg. Mai, Juni. — Juli.
Itl;ilt<hcn der mittlem und ohcrn lilatter nicht aiisgcrandct , meistens in den Krautstachcl
liurz zugespitzt, varilren auf hesserm Boden durch zunehmende Breite, bei überhaupt üppi-
gcrra Wüchse (V. segctalis TllUILL. Fl. par. Ed. II. 367.). Kebcnblällcr bald mehr bald
>veniger fingerig eiugeschuitten, auch ganzrandig. Ilelchzahue lineal - pfriemlich. Samen dun-
kelbraun oder schwarz. — Ks unterliegt wohl keinem Zweifel, dass diese Art Stammart
der durch Cultur \erUndertcn vorhergehenden ist.
15. V. latliyrolde$^. Platterhsenartige WicTce. Blü-
ten einzeln, fast sitzend; Blätter 2 — 3-( — 5-)paarig, Itlattchcn «ler un-
tern Blätter umgekehrtherzförmig, der obern länglich- keilföi-mig; Hülsen
l;ahl, Samen gekörnelt.
LiNN. Sp. pl. 1037. Chi. hau. 1.54. Koch Syn. I. 218. Sturm Deutschi.
Fl. 11.31. Fl. dan. t. 58. Engl. bot. t. 30.
Auf Triften, Wiesen, grasigen Dämmen, auf Sandboden, ziemlich
häufig, gegen Süd -Osten zunehmend. April, Mai. — Juni.
lluhe 1 — 4", oft im Grase kaum heinerklich, Blattstiel in eine kaum 1'" lange Sta-
chelspitzc endigend. Blüten sehr klein. Kronen hellviolct. — Variirt auf besserm Boden
mit 6 — 8" hohem, fast aufrechtem Stengel, doppelt langem schmal lineal -keilförmigen
BUtlchen der obern Blätter, und zu 1" langen Winkclranken ausgewachsenen Stachelspilzcn
der Blattstiele.
OTCOnomischeSt A. 13. behauntes Cultur(/cv>ächs als Gemüse-
pflanze, (iriin(liiu(jerpflauze, Mehl- und Futterpflanze, deren Cultur auch
mafjerm Hoden einen fjuten Ertrag ahtjewinnt und dem Ökonomen unent-
hehrlich ist, wo lilec und Esparsette nicht (jerathen. f'orthcilhaf'tester
Anbau mit Hafer, Erbsen und Bohnen ffemcufft. Siimmtliche übrifjen
Arten ffutc fVieseti-, fj'ciden- und Futterf/ewächse , Art. 6 — -9. 11. 12.
den reichlichsten Euttercrtrarj i/eviährend. Der Same der mehrsten als
Mast- und Eedcrviehfutter brauchbar ttnd die lilüten aller Arten honif/-
reich. — • A. 1. in manchen Gefjenden, unter dem I\amen Rintjelranhe,
ein lästitßcs Ackerunkraut.
1§. liE^S. XrXJrSJB.
TOIKNEF. Inst. 390. t. 210.
Kelcli lief ö-spaltig. Griffel oben plattgcdrücki und auf der
iiinevn Seife J)ehaari. INarlie nach innen ge>vandt, nickend.
Samen zusanimengedriickt mit i-undberuni laufendem Kiel und
schwaeli gewölhlcn Seiten. Gesclil. Syst. XVII. 4.
Einjährige Kräuter, mit paarig gelicdertcn viclpaarigen Blättern und
in eine Bankc ausgelicnden Blattstielen. Blütenstiele blatt>vinkclständig,
wenigblütig.
Pisiini. PAPIIilONACEAE. 157
i. Ii. eseiilenta.^ Gemeine Xiinse. liMitensfiele 1—2- i:i-)
blutig; Blätter meist 6 -(7-) paarig; Hülse rauteiiföriiiig, 2-saiiiig, liahl.
Mönch Meth. 131. Ervuin Lens LI^N. Sp. pl. 1089. Chi. han. 1.54.
Roch Sjn. 1. 219. Schk. Handb. 11. T. 202. Sturm Deutschi. Fl. H. 32.
Auf ßrachächern und an Feldrainen, auf niagerm lehmigem oder tho-
nigem Boden, hier und da verwildert. Juni. — August.
Keltli so lang als die Krone, diese weiss, gegen den Saum bläulirlnveiss mit liellblaiien
Adern. Griffel unten zusammengedrückt- stielrund , oline äusserlicb wahrnelimbare DreLung.
€fMUMRBI,ICHES.
OJConomiSCheS» Beknunte Gemüse und Fulterpflanze. Ihr Anbau
nur da rathsam, wo der Boden für Getreidebau und Anzucht reichlicher
lohnender Futterijewächse nicht nahrunfjsreich f/enufj ist. In trockener
Laffe , um fjut zu yedeihen thonif/en Boden, in leichterm Boden feuchtes
Klima verlanr/end.
19. pisiJiTi. w.nBsm.
I.IMV. Gen. n. 870.
Kelch o-sj)altig. Griffel durch Zurüclischlagung der Ränder
an der Innern Seite gekielt und hehaart, an der äussern rinnig.
Samen kugelig. Geschl. Syst. XVJI. 4.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.), unbehaarte Kräuter mit paarig gefie-
derten Blättern und an der verlängerten Spitze in Ranken ausgehenden
Blattstielen. ]\ebenblätter breit. Blütenstiele blattwinkelständig, 1—2-
— mehrblütig.
'f. P. niaritiiniiin. Seestrands- JErhse» Blütenstiele
mehrblütig; Blätter 4-paarig, Blättchen elliptisch, Nebenblätter sponton-
förmig; Stengel 4- kantig.
LiNN. Sp. pl. 1027. Roch Sjn. I. 220. *'!. dan. t. 338. Engl. bot.
t. 1046.
Am Scestrande an der Ostsecküste, auf Sandboden, die Südgrenzc
der Gesammtverbreitung erreichend, selten {3Ik. Warnemünde. An der
Nordsee erst nördlicher, jenseit des Gebiets, bei Westerland — in Scliles-
wig häufig). Juli. — August.
Gesammlanscben der Feld -Erbse. Stengel liegend, einfach, hin- und bergebogen.
Blätter selten 5 -paarig, Blaltcben oben und unten scbwacb spitz zulaufend (in der Cultur
stumpf, umgekebrteirund ) , stark netzig - geädert. Blütenstielc so lang als ihr Blatt, 8 —
10 — 15-bliitig. Blüten gross, Faliue \iolet mit rothen Adern und Rückseite, Flügel und
Schiffchen bksslila.
HO, ÜI^SOIilA. JVISSOXiIJE.
TOURNEF. Inst. .566.
Kelch -ä-spaltig. Griffel ahgekürzt, schaufelförniig, einwärts
bärtig. Samen vom IVahel gegen den Rücken keilförmig zulau-
fend.^ Geschl. Syst. XVII. 47 *
Einjährige, aufrechte Rräuter mit einfachen, sitzenden, rankenloseii
Blättern (blattartig erweiterten Blattstielen) nnd pfriemcnförmigen Ne-
benblättern. Blütenstielc blattwinkelständig, 1- selten 2 -blutig, ohne
Deckblätter. Hülsen convergirend- aderig.
1. IV. iiiiiflora. Einblütige Wissolie, Blütenstiele 1 -
selten 2-blütig, kürzer als ihr Blatt; Blätter lineal- lanzettförmig, lang
zugespitzt; Hülsen schmal lineal, überhängend.
Mönch Meth. 139. Lathjrus Nissolia Linn. Sp. pl. 1011. Chi. han.
150. Roch Sjn. I. 221. Engl. bot. t. 112.
Auf Äckern unter der Saat, auf kalkhaltigem Lehmboden, hier und
da hospitirend. Juni, Juli. — August.
158 PAPII.IO]%'A€EAE. Lathyrus.
Siengi-l 1 — l'/j' liorli, mifmclit, kantig, aufreclil - äi.lig. BUltartige, die Dlallcr vcr-
Ircleiidc, Hlallsliclo 3'" l>rcit, 3" lang, geslrcckl, in eine Slaelielspitze fein zngespitit,
.1- neu ig. Bliilensliele fein, nelist Jen KeUlien angepresst-zartliaarig, am l rsprnngc des
IHiilenslielcIicns gllcdarfig ahgesetit und mit einem stielartigen Ansätze »ersehen, auf
dem sieh znwellen eine zweite Blüte entwickelt. Kronen lielllilntrolli mit dunklem Adern.
Hülsen 2'" breit, l'/.)"lang, angenrcsst - zartliaarig. — Alxieirliend lon sammtlielien Arten
der Gallungen I.atliyrus und Orolnis, deren Hulsenadern %on der Uiickennatli scliräg ül.er die
Selialen l>is zur Itauelinalli laufen, gehen die Adern der Hülsen >on Aissolia von dem Rücken
und der Bauelinath schräg gegen die Spitze aus und tred'en convergirend in der Mitte der
Schaalen zusammen.
«1. liATHYRlTS. PI,A.TTmnBS:E.
MMN-, (ien. n. 87J. zum The.l.
Kclcli 5-snalllfi; oder 5-zäliiiifi^. Griffel, meist aiieli Slaiib-
ffcfässe und Sehiffcheii, in AclisenTiehJnng seihväi-ts gediehet und
oben plaltgediüekt. Samen zusaininengedrückt-kugelig, selte-
ner kugelig. Gesclil. Syst. XA'II. 1.
Kin-"(A.2.) oder mehijäiriise (All. l. 3. 4.), nicistoiis l;liiiiinen<le, nnlic-
haarte Rräuter mit paarig gcliedcrtcn IJIättcrii, in Ranlieii aiisgcben<len
Blattstielen xiwA staik aii.sgehiUletcn IVcbenMättcin. IJlüteiisticlc blatt-
Avinlielsländig, 1 — 2 — niehiblütig.
f Stengel kantig.
1. li. tuberosum. Knollige Platterbse, Blütcnsiicle
vielhlülig, länger als ilirltlatl, obere Kelclizäline veiliiirzt- eirund, spitz;
Blätter l-]>aarig. Blätteben länglicb-umgebebrtcirund oder länglicb; Hül-
sen lincal-länglicb.
Lii\K. Sp. pl. 1028. Cbl. ban. 149. Kocii Syn. I. 223. Svcnsb bot.
t.382. CuRT. Bot. mag. t. 382.
Auf Äckern unter der Saat, an Feldrainen und in Fcldgeliüscb, auf
steinigem kalliig-tbonigcm Boden, im südlicbcn und östlicben Theilc des
Gebiets bäufig, g<"gcn I>ord- Westen abnebmend, die Grenze des Vor-
kommens in Deutscbland in der Linie von Hannover (Lindenerberg, Lini-
mer) naeb Bielefeld (Rirebspiel Ilerpen) erreitbend. Juni, Juli. — August.
AVurzel faserig, hier und da zu rundlichen oder eiCdrniigen Knollen verdickt. Stengel
11/ 3' lang, dünn, schwach, niederllegcnd oder kletternd, nchst den Blallern hKiulich
iiherlanfen. Trauhen lockerhlütig, Blüten ansehnlich, Kronen gcsl.ltigt roscnrolh mit dunk-
lern Adern auf der Fahne. Hülsen lineal, längsgezogen- nelzaderig.
^■i. Stengel f 1 ü gc 1 r a n d i g.
«. li. f^ativl■s. JEssbare Platterbse. Blütenstiele 1—2-
blütig. kürzer als ibr Blatt, Blätter 1- selten 2-p.-.aiig, Blätlcben lineal-
lanzettförmig, lang zugespitzt; Hülsen rautenförmig-länglieb, am Bücben
mit doppeltem Flügelrand.
LixN. Sp. pl. 10.30. Cbl. ban. 150. Kocii Syn. I. 222. Cibt. Bot.
mag. t. ll.'i. Gärtn. Fruct. t. 152.
Auf Äckern unter der Saat, auf lebmig-kalbigem Boden, bier und da
hospitirend. Mai, Juni. — Juli.
Stengel und Blatter latichgrün. Blütenstielchcn dem Stiele gliedartig eingesetzt. Blü-
ten gross, hlassrosa mit dunklern Adern oder weiss, Fahne his 8'" hrcit, rnndlich. Hül-
sen i|iiadraliscli-net7.adeiig.
3. li. sylvestris. If^ald. Platterbse. Blütenstiele ^iel-
blütig, länger als ibr Blatt; Blätl.r 1 -paarig. Blätteben länglicb- oder
lineal -lanzettförmig; Hülsen lineal, IXabel den balben Samen umgebend.
LiKN. Sp. pl. 10;«. Cbl. ban. 149. Kocn Svn. 1.223. Fl. dan. t. 32-5.
Engl. bot. t.805.
orobus. PAPIIilONACEAE. 159
b. platyphyllus. Hie breithlättrige. Blättchen doppelt breiter,
liinglich.
Waulenr. Fl. suec. II. 453. L. platyphyllus Hetz. Fl. seaiitl. e«l. II.
170. Kocii das. 443. L. latifolius Link. Fl. siiec. ed. II. 2;j2. und der
Ortsfloreii des nördl. Deutsclil., welche die Pflanze Avihhvachsend an-
gehen.
An AValdrändern, in Ilainen und zwischen Gehüsch, auf kalhhaltigem
oder sandigem feuchtem Roden, sowohl im Gebirge als Flachlande häutig.
Juni bis August. — August.
Stengel l»is 5' Loch, kletternd, Lrcif flügelrandig. BlältcLcn meistens ^J./ hielt, 2"
lang, seltener hreitcr his 1", häufig sehmäler his auf 3'" Brelle herah , «Ue der ohcin
Blatter stets zugespitzt und staehelspilzig. Blüten gross, Kelehzähnc gestreckt eirund, zu-
gespitzt; seitliche um die Hälfte länger als die ohern, unterster doppelt so lang, lanzclt-
pfrienienförmig. Fahne wcisslichgriin gegen die Mitte hlasspurpiirrolh mit dunklem Adera,
Flügel an der äussern Seite, nehst der Spitze des Schifl'thcus, ehen so gefärlil, ührigens
grünlich. Hülsen Jängsgezogen - netzaderig. Samen kugelig, schwach runzlich.
4. li. lieteropliyHiiK* Verschiedenblättrige Vlatt-
erhSCm IthUenstiele vielblütig, läuger als ihr lllatt; Blätter 2- seltener
3-paarig, Biättchen länglich oder läuglich-lanzeltförmig, stumpf; Hülsen
lineal, Nabel ein Drittheil des Samens umgebend.
LiiW. Sp. pl.l034. Chi. han. 148. Koch Sju. I. 224.
Auf GebJrgswiesen und au den Iländcrn bergiger Waldungen, auf
Lauberde haltendem feuchtem Boden, im süd-östlichen Theile des Ge-
biets, die Nord- und Westgrenze der Yerbreitung in Deutschland wahr-
scheinlich mit dem Ilarzgebirge erreichend, ziemlich selten (iSc/tn;. Frauen -
berg — ; Pr. Oalbersladt im Hujwalde am Paulsliopfe, Wernigerode am
Zwolfmorgen — ; An. Selhethal — ; Br. Rübeland am grossen Ilorn — ;
Hn. Elhingeroder bliesen über den Klippen, rothe Hütte bei Königshof,
Steigerthal, A^'indehäuserholz, Goslar am Langenberge—). Juli, Au-
gust. — September.
Grosse und Gesammtansehen der A. 3. , jedoch alle hlattartigen Theile breiter. Blattchen
ehen so in der Gestalt abändernd wie A. 3. , stets aber stumpf oder stiunpflich, mit aufge-
setztem Krautstachel. Blüten grösser, mehr und dunkler pnrpurn gefärbt, oberste 2 Kelch-
zähne aufwärts gebogen, eiförmig, gespitzt; seitliche doppelt so lang, lanzettförmig, fein
zugespitzt, unterster dreimal so lang, lanzett- pfriemenförmig. Hülsen grösser als an A. 3.,
fein langgezogen -netzaderig. Samen doppelt so gross, meist seitlich etwas flach, höckerig-
dickrunzlich. Als Gebirgspflanze, die im mittlem und nördlichen Hannoverschen, Ostfrics-
land, 01. Br. ITb. 31k. nicht vorkommt, Ȋhrcnd der nahe verwandte L. sylvestris dort
allgemein verbreitet ist, scheint das heimische Auftreten der erstem in ///. (IXoLTi: Prlm.
67.) nra so mehr der Bestätigung bedürftig, weil auch li. latifolius als einheimisch dort
angegeben wird.
ißleonontischeSt A.2. nix Futter- tnid Gemüsepflanze in einlfjen,
doch meistens siidliehern, Getjenden in Citltitr, als erstere jedoch der
Futter -/f 'icke nachstehend. Laqe und Boden wie die Feld- Erbse ver-
laufjend. Von A. l. die f Furzelknollen (Erdeicheln) wie liartojf'eln auf
verschiedene fFcisc bereitet essbar, das Kraut ein tjutes Futter, auf
dem bestellten Acker ein lästiges, am besten durch Schweinehute zu ver-
tilgendes, Unkraut. Art. 3. 4. f/ute Futterkräuter. Sämmtliche Arten
den Bienen Honif/ liefernd.
J.INN. Gen. u. 871.
Kelch 5-spalllg' oder 5-zähiiig. Griffel nach oben hin brei-
ter und plattgedrückt, nichl gedi-eliet. Samen kugelig oder zu-
sammengedrückt-kugelig. Geschl. Syst. XVII. 4.
160 . PAPIIilONACEAE. Orobu««.
Ein- (A. 1.) oder mebrjäbrige (Art. 2 — 6.), aufrechte ofler lilcttcrinle,
iiu'istciis unlieliaarte Kräuter mit paarig gefle«lerteu Blättern, in Kanlien
oder einen lirautstachel endigenden Itlattstielen und stark ausgebildeten
Nebenblättern. Blütenstielc blattwinkelständig 1 — niebrblutig.
•J- Blattlose.
1. O. Apliaea. IVehenhlättrige Waiderbse. Blüten-
stiele 1 -blutig; Blattstiele in einfaebe Banl.en ausgebend, IMebeiiblätter
blätlcbenvertretend, eirund mit geölut-pfeiUörmiger Basis.
DöLL Bbein. ¥\. 788. Latbyrus Apbaca Linn. Sp. pl. 1029. Chi. bau.
150. Koch Syn. I. 221. Fl. dan. t. 2245. Engl. bot. t. 11G7.
Auf Äcbern unter der Saat, auf lebmigem balbbaltigem Boden, sel-
ten bospitirend {Pr. Eylau, auf dem Wege nacb ]>iaumbuig; Bibra naeb
Koesen zu, Uengsterodc — ; //»i. Götlingen: Klein -Lengden, Diemarden,
y\o sie in neuerer Zeit nicbt mebr gefunden ist). Juni, Juli. — August.
Stengel bis 1 '/i' '"»g. liegend, weilsch« cifig und rankend. Blattartig ausgeliildele
Nebenblätter bis 1" lang, '/j" '>'■<''(. zaillaiibig, bellgriin. Bliitcnstiele unter dem Stieleben
gliedarllg abgesel/.t , selten 2 -blutig. Kelcbbliitter gleiebbreit- laniettfürmig. Krone blass-
schwcl'elgelb. Hülsen rotlibraun , fein diagonal -netzaderig. Samen glatt, glänzend.
ff Blatttragendc.
■ Blatlstielc in verzweigte 'Wiebelranken endigend.
Ä. O. pratensis. Tflesen-TV^altlerbse» Blütenstielc
vielblütig, Kelcbzäbne lanzett-pfriemenförmig; Blätter 1 -paarig; Blätt-
eben lanzettförmig, fein zugespitzt; Stengel Kantig.
Döi-L Bbein. Fl. 787. Latbyrus pratensis Linn. Sp. pl. 10:33. Cbl.
hau. 149. Koch Syn. I. 223. Fl. dan. t. 527. Engl. bot. t. 670.
Aufwiesen, an Hecken und Gebüseb, auf bumusbaltigem feucbtem
Boden, sebr bäufig, und auf Wiesen oft beerdenweise. Mai, Juni. —
Juli, August.
Liegend oder kletternd, bis 2' bocb , nebst den Blättern wcicbbaarig bis ins Kable,
Blätteben der Breite und Zuspitzung nacb verändcrlicb. Kronen scbön gelb. Iliilsen dia-
gonal-aderig, glänzend.
3. ©.palustris. Sumpf-W^aUlerhse, Blütenstiele viel-
blütig, obere 2 Kelebzäbne abgekürzt-eirund, spitz; Biälter 2 — 3-|)aa-
rig. Blätteben länglicb oder lineal-länglicb; Stengel oben flügelkantig.
Beichenb. Fl. exeurs. 5.37. Latbyrus palustris Limv. Sp. pl. 1034. Cbl.
han. 148. Koch Syn. I. 224. Fi. dan. t. 399. Engl. bot. 1. 169.
Aufwiesen, an Teich- und Grabenrändern, auf sumpfig -hunioscm
Boden, im Flacblaude des nördlichen und westlichen Gebietstbeils häufig
(iWA., JH.; Hb.; Br.; Iln.; OL; Pr. fV.), gegen Süd- Osten seltener und
im Gebirge nicht vorkommend {Pr. Schiflgrabenbruch über Oscbersleben,
Aschersleben, Liebcnau, Döllnitz — ). Juli, August. — September.
Stengel oft steif aufrecht, im Gebnscb klimmend, k.bl. Blattstiele kniekig. Blältelien
gestreckt, etwas steif, aus der oval -länglicben ( '/j" breiten) stumpfen Form in die scbmal-
längliclic, auch völlig lineale (!'//" breite) und zugespitzte (L. palustris v. tcnuifolius Cbl.
lian. das.) übergebend. Kronen purpurn, in blau übergebend. Hülsen diagonal - aderig.
•• nlattslielc in einen kurzen borstenformigcn Tortsat/. endigend.
4. O. tuberosiis. Knollige If^alderhse, Blütenstielc
mebrblütig; Blätter 2 — 3-paarig, Blätteben länglich oder lineal-länglicb,
glanzlos, unterseits meergrün; Stengel oben flügelkanlig.
Linn. Sp. pl. 1028. Cbl. han. 147. Koch Syn. L 2:ij. Sciik. Handb.
II. T. 200. Sturm Deutsehl. Fl. 11.21. Fl. dan. t. 721. Engl. bot. 1. 1153.
In Waldungen und Hainen, aueii an Feldbecken, auf kalkhaltigem
oder sandigem Boden, bäufig. Mai, Juni. — Juli.
orobiis. PAPIIilONACEAE. 161
Wurzel alisefzoiid knollenförmig lerdickt, Fasern und Ausläufer treibend, BInttcIien
oberscits trübgriin , auf dieselbe 'Weise wie A. 4. in der Form abändernd, und bei ganz
scbmalbläftriger Gestaltung (O. tuberosus v. tenuifolius Chi. ban. das. O. tenuifolius RoTH.
Tent. fl. gcrm. 1.305. II. 2. 170.) an Länge zunebmend , « äbrend die INebenblätter nicbt
seifen die Kreitc der gewöbnlicbcn Form beibehalten. Kronen bellkarminrotb mit dunklem
Adern und griinliib« eissen INägeln. Hülsen fein diagonal - aderig, glänzend.
5. O. iilgep. Schwarze jyaUlerhse, Blütenstu-le mchr-
Llülig; Blätter 5 — 6-paai'ig, Blättchen oval-langlitL , stumpf, glanzlos,
iintciseits graugrün; Stengel liantig.
Li\\. Sp. pl. 10:28. Chi. han. 147. Roch Syn. I. 226. Schk. Uandb.
II. T.200. Fl. tlan. t. 1170.
In bergigen un<l hügeligen Laubholzwaldungcn, auf kalk- oder mer-
gelhaltigeni Boden, im südlichen und östlichen Thcile des Gebiets häufig,
gegen Westen abnehmend und im westlichsten Tbeilc {Ol. und Ostfries-
land) nicht mehr vorkommend. Juni, Juli. — August.
Wurzel ästig. Stengel 2 — '^^j-i koeh, steif, unbehaart. Blältcken oberseits dunkel-
grün, gelroeknet fast scbivarz, in der Form niobt erheblich abändernd. Fahne rosa mit
dunklem Adern, Flügel iiHr|iurn , Schifl'chcn weiss in röthlioh übergehend. Hülsen sehr
fein diagonal -aderig, glänzend.
6, O. veriMis. Wrühlings .JTalderhse* Blütenstiele
\icll)lütig; Blätter 3 — 4 -paarig. Blättchen eirund, lanzettförmig zuge-
spitzt, fein gewimpert; Stengel einfach, scharfkantig.
LiNN. Sp. pl. 1028. Chi. han. 146. Roch Syn. I. 224. Sturm Deutschi.
Fl. H. 7. Fl. dan. 1. 1226.
In bergigen und hügeligen Laubholzwaldungen, Hainen und an Feld-
hecken, auf kalkhaltigem oder humos - sandigem Boden, im südlichen und
östlichen Theile des Gebiets häufig, gegen Westen und Nordwesten ab-
nehmend und im westlichsten Theile {Ol. und Ostfriesland) nicht mehr
vorkommend. April, Mai. — Juli.
Stengel aufrecht, 1' hoch. Blättchen zartlanbig, hellgrün, breit-eirund (oft l'/^" breit),
kurz und scharf gespitzt, bis in die schmal lanzettförmige C/'^" hrcite) lang zugespitzte
Gestalt abändernd. Kelche oft theilweise violet gefärbt. Kronen pnrpurroth mit bläulichem
Schimmer, später in blau und blaugrün übergehend. Hülsen fein diagonal - netzaderig.
ÖleonotnUcheS. Die fVtn-elhnoUen von A. 4., den Kastanien
ähnlich hehandeU, essbar. A.2. f fiesen- und Fiittergewächs erster Güte,
dessen Anbau durch Beiinenr/iinfj bei fViesenanlarfen zu empfehlen ist.
Art.1. 4 — 6. f/ute Futterkräuter. Sämmtliche Arten den Bienen Iloniy
liefernd.
De Ca^d. Fl. fran9. IV. 479.
Kelch^glocklgr oder röhrig, 5-spallig, ringsiim ahspringend,
in der hiiosj)cnlage geschindelt. Kronblältei- 5, dem Kelch-
sclilunde eingesetzt^ mit gedreheter Knospenlage. Staubge-
fässe etwa 20, fvei, ebendaselbst eingesetzt. Fruehtknote frei,
1 -fächerig, 2-eiig mit hängenden Eichen. Griffel 1-narbig.
Pflaumen 1- sämig, mit 2 -klappigem nicht aufspringendem
Steinkern. Samen ohne Eiweiss. Keim gerade, mit fleischigen
Keimlappen, das AYürzelehen zum IValiel gewandt. — Bäume
oder Sträuche mit wechselständigen Blättern und freien, hin-
fälligen IVebenblättern.
17orkoniinen. Bodenvag, doch Thon- und Salzboden meistens mei-
dend.
1G2 DRIJPA€EAE. Prunus.
Gehalt. .lusf/ezeidmcl iliirck Illuusiiinu; in den licrnrn , BU'ilen,
ItlälUin lind dir Iti'ndr, lliiils sihiin l'i-ilitf, llicilx dinili Zi-ixrtznni/ des
.tniniidiiUns iiihildfl , imlrlns in den lieiiien nichierer .trlen i'ovLinnml.
.iii'sserdeni in den liliUen iillierisrhes Öl; in dir Rinde Itillersloffe , (ier-
lieslo/l', iiummi; in den l^iielilliiiUen Zneker, I'eelin , yipf'el-, Cilronen-
inid (ierbcsiiure. In den Sinnen riel feHes Öl.
1. PRUT¥US. PWE1A.WIMK,
I-ITVN. Gen. n. (iVjO.
Plaunic safllfj:, iiiclil aufspiinffencl. Kein fflall oder gefiirclif.
r.eschl. Sysl. XH. 1.
ItläUei- eiiilatli, ^.1117.. Illiilen p;csti<ll, «•iiizcln o<1«t zu 7/\vcicii, I)m
>(lK'lift-«loUlig, tiaul>ig. Krimcn w«mss (»der loscnrolli.
I. PRUNI OENUINAE. MIGMSJVTZ,. PWI.AVMMN.
IMiiltn einzeln oder zu zweien aus eiuei- Kndspe, liuiz vor den Bläl-
(eiii ersdieinend. IMlaunien hercift. Die jungen Itläller zusanimengcrolK.
1. P. ti(iiiiio»4a. Schlehen. Pflaume, «lüfeiil.nosi.oii 1-
lilülig, i'iuzclu oder zu zweien und dreien zusanuncngeslelll, lilütenstiele
l.ahl, Kelclizipfel lineal ; l'llaunien hügelig.
LiMN. Si>. i>l. 681. Chi. lian. fö. Koch Sjn. I. 228. Reit. w. Abel
llolzarl. T. 43. Schk. llandb. II. T. 182. Stlräi Tl. Denlsclil. II. 9.
11. dan. 1.926. Engl. l.ot. t. H42. IIavne Arzneigew. IV. T. 44.
In Gel)iisclien , an Waldrändern, Wegen und in Hecken, auf sonni-
gem niagerm Boden, allgemein verbreitet. April, Mai. — September.
Spariig- ästiger , vicliloiniger Strauch. Junge Trielic flauniliaarig, späterhin ruthenfiirniig
un.l \iAA. Blütenstiele bisweilen anfänglich schwach behaart. Frucht sehnarzblau , hechlbl.iu
hercift. süsslich-herhsaner schmerhend. Ändert ab mit später, zugleich mit den Blättern,
erscheinenden Blüten (P. spinosa ß. coaetanea AVlMMER et GRAB. IM. Silcs. II. 1. 748.
P. frnlicans AVEIHE Regensb. bot. Zelt. IX. i. 748. Chi. han. (5(i.) , ferner mit grössern
und hkincn, im Vn.fange runden und o,alcn Früchten.
Ä. P. lusitlcla. Ächte JPflaunte» Blütenknospe meist
2-blütig, Bliitenstiele dicht ilaumliaarig. Kelclizipfel eirund; Pflaumen
liugelig oder fast kugelig.
LiMv. Sp. pl.680. Chi. han. 66. Koch Syn. I. 228. Beit. n. Abel
Holzart. T. 24. Engl. bot. t.841. "_
In Ilainen, Yorhölzern und Hecken, auf Kalk- Lehm- «nd humosem
Sandboden, hier und da. April, Mai. — Ende August nnd Anfang
Septembers.
Oft baumartig, «euigdornig. Junge Triebe kurz, dicklich, sammetartig- naiimhn.irig.
Junge Blätter nntcrscits filzig- flaumhaarig, später doppelt so breit als an A. 1. ISliitcn
etwas Meiner, Früchte doi.pelt grosser als an A. 1. Letztere von hrrbsüsslicheni . beim
I>:Hlircifen angenehm süsslicliem <icsehmacl;. '-egt In der Cultur die Dornen ab.
II. CERASI. KIMtSCKJEJV,
Itliiten zu zweien in einer Knospe oder doldig, mit den Blättern oder
etwas früher erseheinend. Die jungen Blätter zusammengelegt.
3. P. avium. Vogel' Kirsche* Blüten in Dolden, Schup-
pen der Blüleul;nos])eu blattlos; Blätter schwachrunzlig, uuterseits weich-
haarig. Blattstiel mit 2 Drüsen.
LiNN. Sp. pl.680. Chi. han. (w. Koch S>n. I. 229. Beit. u. Abel
Holzart. T. 17. Fl. dan. 1. 1647. Engl. bot. i.706 (P. Cerasus).
In Vorhölzern und Hainen liesonders der Berg- nnd Ilügelgegendcn,
auf lockerm Kalk- Lehm- und lehmig -sandigem Boden, liäuiig, östlich
der Elbe abnchmeiul. Lanbausschlag Anfang Mai's, Abfall Anfang Oc-
tobers, Blütezeit April, l>Iai. — Juli, August.
Prunus. DRUPACEAE. 1G3
HoLcr sclilaulicr Raum (l)is zii 60' Hölic und 1 '/.j' im DurcLiii.) , mit aiifrcclitcii und
.iiifieclit-al(stelieinlen Asten. Rinde uielirscIiicLlig in Kreisen alisebälbar. Blatter dünnlaiiliig.
Blutendolden gebiiiift und zerstrenet. Innere Schuppen der Blutenknospen zwar lilattarlig,
aller nicht in wahre Blätter übergehend. Früchte, rund , sehr klein, mit wenigem Fleisch
nnd grossem Stein, seltener roth ( P. laria a. rnbella EllRU. Beitr. AU. 128.), häufiger
(ioletschwarz (r. nigricans EhRH. das. 1"J6.) , von süsslicbem Geschmack. — Soll sich von
A. 4. auch dadurch unterscheiden, dass die Wurzel keine Auslaufer treibt, dem Forstmann
ist aber bekannt, dass sich die Vogelkirsehe in den Schlaghulzbeständen mehr durch Wur-
zelbrul als durch Sfockausschlag verjüngt.
4. P. CeraSMS. Sauer • Kirsche* Blütt-n in Dolden, in-
nere Sclui])]tcn der IJlütenLnospen an der S])itzc l>latltragend , Bliitter
glatt, glänzend, nnliehaart, Blattstiel ohne Drüsen.
Link. Sp. pl. 679 (mehrere Spielart, ausgeschl.). Chi. lian. 65. RocH Svn.
1.229. GuiMP. Holzart. T. 62. Hayine Arzneigew. IV. T. 42.
An Ilolzrändern nnd in Hecken in der IVälic von Ortschaften, anf hii-
niosem Boden, liier und da verwildert. April, Mai. — Juli, August.
Strauch oder geringer Baum, mit abstehenden oft hangenden Zweigen. Blätter auch in
der Jugend beiderseits völlig haarlos, später etwas lederartig. Früchte säuerlich oder sauer.
III. PADI. TRAVBMJMKIRSCHEjV,
Blüten in Trauben nach den Blättern erscheinend. Die junge» Blätter
zusammengelegt.
5. P. PadllS. Vrauhen- Kirsche* Trauhen reichMütig,
hängend; Blätter schwachrunzlich, Blattstiel an der Spitze mit 2 Drüsen.
LiNN. S]). pl. 677. Chi. han. 64. Koch Syn. T. 230. Beit. u. Abel
Holzart. T. 29. Fl. dan. t. 205. Engl. bot. t. 1383. Hayne Arzneigew.
IV. T. 40. "^ ^
In Vorhölzern, Hainen und in Gebüsch, auch an Flussufern, auf feuch-
tem locherm humushaltigem Boden, häufig. Laubausschlag nach Mitte
Aprils. Abfall Anfang Octobers. Blütezeit Mai. — August, September.
Baum (bis 40' hoch) oder Strauch, Binde grau mit weisslichen Knöpl'chen , der jungen
Triebe dunkelbraun und weiss punctlrt. Blüten betäubend wolilricchend. Früchte erbsen-
gross, glänzend schwarz, mit rundlichem, runzligem Kern.
GE:n^ERBZICHJES.
Pharmaceutisch-HKedicinisches» f'on A.l. die Blüten
(Flores Acaeiarum v. Acaeiae nosiratis) als tjelind eröffnendes Mittel
offieinell, als bli(treini(jendes Mittel im liansfjebraitch, vor tualt. Be-
standth. ätheriselies , blausäurelialtiffes Öl nnd bitterer Extractivstoff';
von Art.S. 4. die Früchte, die indessen, ahff eschen von der Anwendunt]
der fT'^aldkir sehen zur Gewinnung des destillirten Kirschwassers , iiom
knltivirten Baum tfennmmen werden; von A. 5. die Rinde der juntjen
Zwei(je (Cortex l'runi Padi), vorwalt. Bestandth. die von A.l. nebst
eisentfrünendem Gerbestoff', Anwendung iniAuf'f/uss, als Präparat das
destillirte ff'^asser,^ae(/eti Fieber, Rheumatismen v. s. w.
Technisch •ÖKonontiSCheS* A.l. zu Schutzhecken und zu
Gradirwiinden auf Salinen. Das harte, zähe Holz von Brechslern und
zu (jeriufjem Geschirrholz nesucht, Rinde Färbestoff' enthaltend, Früchte
zur Bereitung fjeistifjer Getränke , zum Färben der Obstweine, Einma-
chen n. s. w. anwendbar. A. 3. vorzütjlich schönes, zu Meubeln tfesuchtes,
Nutzholz liefernd, als Brennholz von geringem fVerth. Rinde Fär-
bestoff' enthaltend , das reichlich ausschviitzende Gummi in einigen Ge-
genden Handelsartikel. Die Früchte liefern das Schwarzwülder liirsch-
wasser und sind auf mehrfache ßFeise zubereitet essbar, die Kerne öl-
reieh. A. 5. Zierbaum in Parkanlagen. Das harte, zähe, röthliche
Holz in der Jugend zu Reifstäben , von erwachsenen Stämmen gleich
104 ROSACEAE. Spiraea.
drill rnii .1. S. annxnilbar , doch wcnif/er (jesucht , daf/cf/eu ein hi-s.teres
lirrniiliolz. Früchte ffi-istitfc (iilriinfic und, wie die Rinde, Fürhestoff'e
liefernd, zubereitet esshitr.
forstliches Verhalten. -/. 3. bix zum 50 — 60 jähritjen
Alter zum tjbvriialten im Mitlelwalde -u emjij'ebleu , Uelauhunf/ nieht
verdummend , nls Seliltu/liolz , bei reiehlieher Fortpflanzunii dureh ff'ur-
zelbrut, dorh nur für liurzen Vmtrieb f/eeit/nel. .t. 5. nur für letzlern
auf ijutcm Boden r/etif/nct.
XXVIII. ROSACEAE.
1>E CanI>. Prodr. 'll. 'j'J'j. Gattung, aiisgcsclil.
Kelch 4 — 5 spaKig, oft tliirch Deckhlälter ggtloppelt cr-
sclioineiul. Krone icgelmiissig, .4 — o -blatlrig. SjauJtgclasso
20 oder iiieluer<>, frei, mit den Kionl>lat(ern dem Kelche ein-
gesetzt, in dci- Knospeillage einwärts gekrümmt. Fruehlknolen
mehrere, frei, 1-facherig. GritTel seitlieh. Samen eiweisslqs.
Keim gerade, das AVürzelehen zum Nahel gerichtet. — Blät-
ter wechselständig, mit Nehenhlättern versehen.
t7orkoninien. Lnti-r geringer Abliangigkcit von tlcn Bodenliestand-
Iheilen meistens liodenv.ig.
Gehalt.,, Gerbestoff in Rinde, Blättern, auch den IVurzcln sehr
verbreitet. Älherisehes Öl in den Blüten, auch in den Früchten einif/er.
Als vorwultende^Bestnndtheile in diesen: krystnllisirburer Zucker, Schleim,
Citronen- und Apfel säure , eifjenthihnliche Färbestoffc.
1. r.ruppe. SriRAEACEAE. SVIMRSTAVUMN.
GMH'ÄCMSE,
Freie, meistens mchrsaniigc, an «ler innern Seite aulVeissen.le Selilaiuli-
tVüelite.
1. S^PIRAEA. SPEMn^VAUmE.
LlTVTV. Gen. n. a.iO.
Kelch 5 -spaltig. Kronhlätter 5. Schläuche 2 — 6 -sämig.
Geschl. Syst.'XIirS.
Sträuche (A. 1.) Oller mehrjährige Kräuter (Art. 2 — 1.) mit einfachen,
3 - schnittigen oder (iederschnittigen Blättern. Abschnitte blaHlörmig
(Blättehen), INehenldäder am Blattstiel stehend, seltener nicht vorhan-
den. Blülen ld:iU>vin!iel- oder endständig, meistens in Trauben, Doldcn-
traiiben oder Trugdolden.
.]- SlmuclLirligo.
1. S. salicifolia. JVeidenhlättrige Spierstaude.
Blätter länglieh -lanzelliörmig, ungleich scharf gesägt; Blüten in end-
ständigen dichten Trauiien.
LiNN. Sn. nl.700. Chi. lian. 37. KocH Svn. T. 231. Guimp. Holzart.
I. T. 82. Pall. Fl. ross. I. l. 22. Engl. l>ot. t. 11G8.
An Ileclxen, Wegen und Flussufern, auf feuchten» huniushalligem
Boden, hier und da verwildert. Juni bis August. — September.
Hohe 4 — .'>'. Äste auficclit , steif, gcll.lidi - rostrotl.. Tiaul.eii lang, an «ler Basis
i'is|iig, Kronen nciseli- oiler rosafarln-ii.
ff Kranlarligo.
*». S. Ariiiicii!^. BocJcsbt'irtige Spierstaude. Blätter
mehrfach -fiedcrschniltig mit eirund -länglichen, zugespitzten, eingeschnit-
ten-gesägten Blättehen; Blüten in ährenästigen Bispen.
LiNN. Sp. pl.762. liocH Syn. I. 2:il. Pall. Fi. ross. I. t.2().
Spiraea. ROSACEAE. 165
An Fliiss- und Bacliulern , auf feuchtem Luuioseni Itoden, im siid-
östliclien Theile des Gehiets, die nord- restliche Grenze der Gesnmnit-
verbi-eltung erreichend, selten (Pr. Naumburg, Halle: am Lothariusberge
bei Lodersieben — ; IIx. früherhin bei Klein Allmerode). Juni, Juli. —
Septeml>er.
Stengel an der Basis fast IioUig. t'iilerc Blätter ^ - iaeli , obere iloppell- ficderseliiiitlig.
Bliilrn in zierliclieu, ans sclimalen walzenförmigen ALrcn ziisammeDgesetzteu Rispen. Kronen
gcll)lieli»oiss.
3. $». tJIniaria. ^UntpJ". Spierstaude, ßlatter unter-
brochen-liederschnillig mit eirund -länglichen doppelt -gesägten Blältcheu;
Blüten in vielästigen Trugilolden; Fruchtschläiiche schneckenförmig g(r-
wunden , unbehaart.
LiivN. Sp. pl.Tfß. Chi. hau. 38. Roch Sju. I. 231. Sturm Deutschi.
Fl. 11.18. Fl. dan. t. 547. Engl. bot. t. 960". Uayne Arzneigew. VIII.
T. 31.
An Flussufern, Gräben und Teichen, zwischen Schilf und Gesträuch,
auch auf V^^ald^viesen, auf feuchtem saucrhumoscm oder sumpfigem IJo-
«Icn, häufig. Juni, Juli. — September.
>Vnrzel etwas holzig, melirl<i)jilig. Stengel 2 — 4' liueli, einfaeb, Blätter iinterseils
granfilzig, selten weissfilzig, oder von Filz entblüsst und beiderseits grün (S. Ulmaria v.
mida CU. lian. das.). Bliittcben •2—4:" lang, 1 '/, — 2" breit, das endsfändige liaud-
färinig-3 — .S-lapjiig. Blutenstand prolilieircnd. Kronen weiss, von sehwaebem süsslicbciu
>Voblgerucb.
4. S. Filipeitdiala. Knollemvur selige Spierstaude,
Bläiter unterbrochen -iiederschnittig mit lineal - länglichen , eingeschnitte-
nen und gesägten Blättchen; Blüten in Trugdolden, Fruchtschläiiche
gleichiaiifeud-aneinanderschliessend, zartborstig.
Li\iN. Sp. pl.702. Chi. han. 38. Kocu Syn. I. 231. Sturm Deutschi.
Fl. H. 18. Fl. dan. t. 635. Engl. bot. t. 284. Hayne Arzneigew. YIII.
T. 30.
Aufwiesen, Triften und Grasplätzen , auf humushaltigem Boden, im
südlichen und östlichen Theile des Gebiets häufig (Pr. 31k.), gegen Nord-
westen abnehmend und selten (Br. an der Asse — ; //«. Eiebenburg,
Salzgitter, Gr. Eengden, Meensen auf der Kuliwiese — , nicht mehr in
Ol. und Ostfriesland).
^Vurzelfasern mit Knolltin bildenden, rosenkranzäbnlieb sieb wiederbolenden , Anscbwel
Iniigen. Stengel 1 '/^ — 2' hoch. Blatter ohne Ilaarbefcleidung, Blättehen bis 1" lang,
2 — 3'" breit. Blutenstand der vorigen Art. Kronen weiss, seltener rolhlich , ^üsslich
riechend nnd nach bittern Mandeln schmeckend.
GJE n^JERBZ,ICHJEIS.
ßPharmaceutisch.Medicinisches, Art.3H.4. ehedem of-
fieiuell, jetzt mir noch in wenitfen (wc(/euden, namentlich tjetfen podaifri-
sche IJbel, im Gebrauch. f'orwalt. Bestandth. der erstem üthe
risches Ol und eisenf/riiuender Gerbestoff, der letztern jenes und eisen-
bläuender Gerbestoff'. Blätter und Blüten beider im Theeauf'guss als
schweisstreibendes Mittel im Hausgebrauch. Nach einer neuern Bekannt-
niachuuff (Ilamb. Corresp. N. 34. v. 8ten Febr. 1845.) soll die frisch t/e-
ijrabene pulverisirte ff^urzel von A. 1., einige Mornen zu 1 Thelöff'el voll
yetjeben, ein unfehlbares Mittel f/effen den Tollenhundsbiss seyn.
V'echnischeS, A. 2. zum Gelb- und Schwarz färben,- auch zum
Gerben anwendbar. Durch die Blüten kann fVeinen Blume und Malva-
sicrf/eschmack f/cf/eben werden.
OJeononiischeS, SämmtUch Zierpflanzen. Juufje Blätter und
Stcn(/el der Art. 3 u. 4., auch die IVurzelknollcn von' A. 4. als Salat
oder Gemüse essbar.
166 ROSACEAE. »eum.
«. Giuppr. DRYADEAE. n R YA D E:\ GEWÄ C H SE.
Freie, iiiiss- oder i>llaimicii;irligc, l-ciiftc I" rü< lilclicii auf einem Iro-
eKeiieii oder neiscliigen Friiclithodeii stelieml.
Dry.lS oetopctala «Uclist, uneraclitct <lci neiierlicli (PFEIFFER Fl. Ton ISic.lerlicss.
II. Miiii.i. l.{0.) wieacrLolIcii Aiigal.cn, nidit aui Meissner im llessiselien. Seit dem Jalirc
1«U besiirlilc ich ilicsc Bcrggriii.|.c solir oft iincl weilte dort mel.rinals 14 Tage inii jeden
IJergliang mogliclist genau al.znsnclien , und riildeckte dort aucli niclircrc für unsere (iegend
nene rflan/.en. Die Kall.c (an deren KasaltLlmlxcn ich mauclie meiner licI.enologiscI.cn «eol.-
acl.tungen maclife) und die Gegend lon da naili dein Fraiil.oUenleiclic sind mir so bcliannl,
»ie meine näclisten l mgeljungen. "Weder doit noch an andern Stellen ist eine Spur von
l>rjaS OCtopetala vorhanden. Oassellie Ucsnllat hahcn von Andern, oft in Gesellschaft
vieler junger «olanlher, alljährlich von hieiaus angestellte Kesnche des Meissners ergehen.
«. CEUIVI. 1VMMjK1E]VWUH'£,
I.INN. Gen. n. (j;i(i.
Kelch 5-spaltig mit 5 abwechselnden Deckblättern unler dem
Saum. Kronblätlei- 5. Einem walzigcn (loekenen Fruelitbptlen
cinffcseJzte IViisschen, vom slehenbleibenden unternGnüeltheile
gcsxdinabelt. Geschl. Syst. XII. 5.
.^lelirjälnige Kräuter mit fiederschiiittigen Ayiir/.eil)lättern, und meist
3-sclinitligen oder 3-tlieiligen Stengelblättern , Abselniitte meist lilatttör-
inig (Rlattolien), IVel>eiil»liittcr dem Blattstiel angewachsen. Blüten end-
stiindig, einzeln oder fast doldentrauliig.
1. e. MPbaiiiuii. Miecicen- JVelJeenwurz. Blüten auf-
recht, Kronbliitter unigehchrteirund, ausgehreitet, fruchttragender Kelch
zurücligeschlagen, unterer Theil des Grillels mehrfach länger als der
über dem Gelcnl>e zarthaarige obere.
LiNN. Sn. nl. 716. Chi. hau. 39. Koch Svn. I. 232. Schk. Ilandh.
U. T. 137. Sturm Dcutschl. Fl. H.5. Fl. dan.' t. 672. Fngl. bot. 1.1400.
IIayne ArzneigcAv. IV. t. 33.
X G. rivali-upbaiiiMM. MecJeen-BastardnelJcen'
würz* Blüten aufrecht und nicheud, grösser, Kronbliitter rundlich,
fruchttragender Kelch abstehend; Grifleibildnng der Art, Ilaarbcsatz
des Grißels über dem Gelenke etwas stärker.
Chi. hau. das. G. intermedium F.iiRH. Bcitr. VI. 143. Dess. IlerJi.
exsicc. n. 106. Koch das. Fl. dan. t. 1874.
An Hecken, Gebüsch und in lichten Laubholzwaldnngen, auf frischem
humoscm Boden, häufig, die Bastardbildung einzeln, jedoch nicht sehr
, i'lteu. ]>Iai bis Juli. — August, September.
Stengel 1 !/._, — 2' hoch, ahslchcnd- ästig. "Wurzclhlliller leierfürmig- fiedcrschnitfig.
ISlältchen lartlaiil.ig mit nnlerscits schwach vortretenden Adern, an hcideu Enden mehr oder
weniger zugesiiitil. Rronbläftcr so lang oder kürzer als der Kelch, gelb. Fniclitköpfehen
rundlich, ohne Fruehtträger. Blüten der Bastardhildung um die ILilftc grosser, Kronhlätlcr
5chv^ach ansgerandet, gcslittigt gell., auch wohl rolhlieh angelaufen.
Ä. C ri%ale. B ach -W eile enWUra. Blüten überhängend,
Kronblätter breit - uingekehrteirund mit langem !>agel und ausgerandel,
nebst dein Kcleh aufrecht, unterer am Grunde behaarter Theil des Grif-
fels etwa so laug als iler zottige ohere.
LiNN. Sp. pl. 717. Chi. hau. 40. Koch Svn. l. 2:32. Schk. llandb.
Tl. T. 137. Stlrm Deutschi. Fl. U. 8. Fl. dan. t. 722. F.ngl. bot. t. 10().
Havne Arwiieigew. IV. t. 34.
X €i. urbaiio-rivale. Bach- BastardnelTeenwurz.
Blüten überhängend, kaum kleiner, Kronblätter iiingekehrteiruiid- spa-
telfürinig, l>lasser, Kelche abstehend, Grillelbildung der Art Jiei weni-
gerer Behaarung.
Chi. han. das. G. intemiedium \^ illd. Ilor«. berol. \1. t. 69.
Riibus. ROSA€EAE. 167
All Bäclicn , l-2ili'uln'ücheii iiiul ^vasscfreicIiL'u Sti-llcn im Lauiiliol/-
naldc, Juil" saiicrliiiinosciii oder siimpfigcin Roden, liiiiilig, die liastard-
l)ilduiig seKciier als die der A. 1. (Jene Hn. Solling hinter Lslar, Eilen
riede l)ei Hannover. Ol. Jever). Juni, Juli. — • August, September.
Steiigol 1 — l'/j' liocli. Blätlei und IJJättcLeii mein- geuaLcit, l.-tztere iinigohelirlciriiiul-
niiicllicli, .'>tar)iJaiibig mit iiuterseifs stärker vortrctcndeu Aclerii. Blüten fast tlapjiclt äo gross
als au A. 1., glockig, Helch anliegend, meist liraiinrolli, Kronen gell> mit or.iiigerotbcn
Adern und Auliaiieb. FrucLtköpfeLcn auf einem FrucLtträger stehend.
Pharntnceutisch-JfKedicinisches, Die n'nrzel von ./. /.
(Ulsze n'uayvHh. T.25. F. 2.) of/kinell ( IVadix Caryopli.yllatae, Gei
urbani s. Sanamundae). f'orwalt. B e s tandth. ätherisches Öl und eiscn-
hlimender Gerbestoff', auch wohl Gallussäure (vollst. Analyse in Tromhsd.
n. Journ. II. 1. 53.). Anwcndnnff als tonisches, reizendes und fielier-
widerstehcndes Mittel in Pulverform oder Latwerfje , häufiyer im Aiif-
f/uss , nicht so zwechmässif/ in Abliochunrj. Präparate sind Extractuni
und 'rinetura radieis. .,'/. 2. iihnlich aber viel schwächer uiirhend.
VechniSCheS* .Aus der ffctrockneten ff'urzel von A. 1. ein Ilart-
harz , zu 4,00 und das Nelkenwurzöl zu 0,04 darin enthalten , zu be-
ziehen.
ÖleononitJScheS, Junye Blätter als Gemüse t/eniessbar, die fVur-
zel hier und Hein nelhenartifjen Geruch crtheilend und vor Saueruierden
schützend. Beide Art. der fVcidc und Bienenzucht nutzbar, A. 2. auch
Zierpflanze.
I^INN. Gen. u. 8Ü4.
Kelch 5-spaltig, J»lc'il)eii(l, ohne Derkhlätlei-. Kroiu; ö-lilstl-
Irjg. Fi-iK'lilliiioleii zahlreich, frei. Auf einem kegelföriuifi;en
sch>vaiHiuigcii Friiehlhotlen beereiiartig zusammengehaiifte Püau-
uien. Geschl. Sysl. XII. 5.
Stachelige, meistens rankende (Art. 1 — 4.) oder auf'recbte (A.o.) Sträu-
e!ie, seltener brautartige Stauden (A. 6.). Blätter fiederscbniltig, fuss-
lorniig 5-scbnittig, 3-scbnittig und einfacb, mit gestielten blattförmigen
oder sitzenden, ungleicb - gesägten , oft lappig- eingeschnittenen Abschnit-
ten (Blättchen). INebenblälter tleni Blattstiele angewaclisen. Blüten in
end- seltener seitensländigen, traubigen, doldentraubigen oder doldigen
Bispen. — Unter äussern Einflüssen mannichfach abändernd: in der Be-
setzung mit Stacheln, die sich auf sonnigem und trocbeneni Standort
reichlicher und bräftigcr ausbilden, auf humosem Boden an Menge und
Stärke abnehmen, in Schatten oft schmäler und länger werden; — im
Besätze mit Stieldrüsen, die in nahrungsreicher und zugleich sonniger
Stellung sich zahlreicher einfinden; — in der Bekleidung «ler Blätter und
BlütentrieJie mit Haar, die im geringern Grade eintretend beide Blatt-
"" ' frün " _
und, wenn sie die höchste Ausbildung
grauem oder weisslichem Filz überzieht, während überall unter örtlicher
Einwirkung in trockener, lichtreicher Stellung die Uaarbekleidung dich-
ter.wird, wogegen in feuchter Schattenlage der Filz weniger dicht und
weiss sich ausbildet- — in der häufigem Fünf- oder Dreizahl der Blätf-
ehen, ihrer aus der rundlich -eirunden in die eirund -längliche Form bei
kurzer oder lang vorgezogener Zuspitzung, und der Sägezahiibildung
«les Randes, der zugleich mehr oder minder tief eingeschnitten und lappig-
eingeschnitten vorkommt; — in der Länge, Ästigkeit und Vollblüligkeit
der Rispen, deren Stiel und Stielcheu in vollem Schatten meist länger.
flächen grün lässt, gegen Süden im Allgemeinen zunehmend die untere
sie die höchste Ausbildung erreicht, beide Blattflächen mit
lOd ROSACEAE. - Rubu.s.
sti'ts scliladif iiiul MCiiighliitiger woidi-n, wiihrend der lla:irl>c'salz iiiilcr
Alin.tliinc (Ici- Diüsenltilduii^ au Länge oft zuiiimiiit ; — in der Grösse
und Farlmng der Kronitlätler, deren weisse Favl)e anf lialiilialtigem Bo-
den in die roseiirotlie auf bindendem tlionlialtigem Boden ühcrgelit; — •
in dir mehr oder minder dunklen FärJ»ung der rollien, selnvarz- rotlicn
und -Manen Früehte, ihres Überzugs mit Ileif oder Stanhhaar, der in
seliattiger Stellung abnimmt ; und endlieli im Gescliniael; der Früchte,
der süss - säuerlich , bei derselben Art Itald mehr l>ald minder süss ist und
auf leuchlem Boden meist fade wird, unerachtet den verstliiedeneii Arten
eine Verschiedenheit des Gcschmachs zuhommt.
■|- S tra ucliaifi gc.
1. R. friiticosiisi. Wf^alflSrontbeere, Stengel hantig,
derbstachelig mit J>ogig überhängenden Zweigen; Blätter fussförmig-5-
und 3-sclinittig, oberste einfach. Blättchen sämmtlich gestielt, unterscits
grün oder graugrün und anliegend- weichhaarig , Blattstiel gehrümmt-
stachelig; Bispe eiförmig oder länglich, Blütenstiele weichhaarig mit ge-
raden und wenigem gel.rünimten Stacheln l»esetzt.
LiAN. Sp. pl. 707. Fl. SUeC. 172 (nach Ausweise eiucs von Ehrhakt i. J. 1773
im liolanisclien Garten 2ii L'fisala gcsaiumelten und eingelegten Evcmjilars). Fl. dau. t. 1163.
l\. fiuticosus a. subconcolor Chi. han. 49.
B. plicatus Weih. u. Nees t. E. deutsche Bromb. 15. T. 1. B. nitidus
das. lÖ. T. 4 (mit Aiisscliliiss der citirten, waLrscLeinlicli niclit verglicbcncn, Aljl>ild. in
Engl. Iiot. 1.2072. die einen runden Stengel nachweist, während WEIHE ihn slarh kantig
liesrhreiht und ahhildet). B. fastigiatus das. 16. T. 2. u. mehr. B. corylifolius
IIaY^'E Arzueigew. III. 11. T. 11 (Blätter unterscits schwach oder nur zcrslrcuct behaart).
B. subcrectus Anders, in Transaet. Linn. Soc. XI. 219 (die in der IVaeh-
harschaft von J>ondon "zwischen R. fruticosus eingemischt" gefundenen Exemplare; als Miss-
hildung). Sm. Engl. Fl. II. 406 (znm Theil).
B. vulgaris "\^'eiu. h. IXees t. E. das. 39. T. 14. B. carpinifolius das.
38. T. 13. U. mehr. (Bl.;iler untcrseils stärker, fast sanimetartig behaart, c. sich nähernd).
b. glandulo8U8. Die stieldräsige, Blätter unterscits grau-fllzig;
Bispe länglich, Blatt- und Blütenstiele mit gestielten Drüsen zwischen
den Ilaaren und Stacheln besetzt.
Chi. han. 50. B. Badula Weihe u. Nees v. E. das. 100. T. 39. B.
vestitus das. fJO. T.33. u. mehr.
c. discolor. Die verschiedenfarbige. Blätter unterscits weiss-
lilzig; Bispe verlängert, straÜ", Blüteustiele filzig- weichhaarig oder
filzig, mit langen meistens geraden Stacheln besetzt.
B. fruticosus Lin\. Hort, cliff". 446. Chi. han. das. Koch Syu. I.
233. Weihe u. Nees v. E. das. 24. T. 7. Uavne das. T. 12. B."^thyr-
soideus Wi.mm. Fl. v. Schles. 131.
B. affinis ß. y. Weihe u. IVees v. E. das. 22. T.3. 6; «. T. 3 (letztere
Form, durch untcrseils nicht weiss- filzige Blätter, mehr an unsere Ilauplart sich schliessend).
B. rhaninifolius AVeihe u. I>ees v. E. das. 22. T. 6. B. cordifolius
das. 21. T.5. U. mehr. (Blättchcn breiler, rundlicher).
B. discolor Weihe u. iSjees v. E. das. 49. T. 20 (woran ii. fruticosus Engl.
bot. t. 715. sich schllesst. — AVill man absehen >on den unterscits weiss - filzigen
Blättern, so steht diese Form, der ahgehildeten kürzern Ulspe wegen, unserer Hauplart
am nächsten; nach Exemplaren von WEIHE seihst kommt sein R. discolor aber auch mit
dojipelt längerer Rispe vor).
In ^Valdungen und ^orhölze^n, auch zwischen Gebüsch, auf Boden
1'eder Art, nur nicht auf reinem Sandboden, durch das ganze Gebiet
läufig, doch mehr im gebirgigen und hügeligen Theile als in der Ebene;
b. und c. vorzüglich im südlichem Theile des GeJdels. Juni, Juli. ^
September.
Riibus. ROSACEAE. 169
Unterer Thcil des mehrjährigen Stengels stets stark ö -kantig. Zweige nie rund, Bl.-itt-
chen des ausgewachsenen lilatts stets gestielt. Kelchzipfel eirund , sjiitzig. Kronblätter blass-
rosa, rosa angehaucht, weiss. Früchte kleinpflaiiniig, sehwarzviolet, schwarzroth, hraunroth,
trübroth, nie bereift oder stanbhaarig, von verschiedenem süsslichem Geschmack.
licilierk. 1. Aon EhRIIART zu LinIVE's Zeit in tpsala gesammelte rflanzencxemplare
sind hier und da in der ChJoris han. citirt worden, um die LlNKEsche Autorität für den
gewählten IVamcn nachzuweisen, nicht um Beiträge zur Flora von Upsala zu liefern. Diesem
Zwecke genügte die Angabe, dass die Pflanze zu J^INNE's Zeil in oder bei l'psala gesam-
melt oder eingelegt sey. Einer lielehrnng darüber, dass R. fruticosus bei llpsala nicht
«ild wachse, wie Ur. J. P. ArrIIENIUS Monogr. Ruh. snec. '27. sie geben will, bedürfen
wir nicht; dies ist uns seit mehr als 50 Jahren aus EllRIIARl's "Verzeichnisse der um
Upsala wild wachscwlcn Pflanzen" (Beitr. V. 1.) bekannt. EllRIIART legte aber auch >iele
Pflanzen aus dem l'psaler botanischen Garten ein (" den Sonntag feierte ich gewohnlich im
bot. Garten, und besah die ausländischen Pflanzen, erhielt auch durch die gütigen Hände
meiner Freunde, des Professors v. LlNNE und des Gärtners Broberg, manch seltenes Exem-
plar für mein Herbarium, und halte noch viel mehr bekommen können, wenn icli gewollt
hätte, denn sowohl LlNNE als BROBERG waren mir sehr gewogen, und ersterer munterte
mich sogar auf, die mir damals noch nicht so sehr, als die wilden, an's Herz ge^vachsenen
Gartenpflanzen einzulegen" EhrHART's Selbstbiographie in P. ISTERI Annal. d. Bot. Stück
XIX. 3.). Aon diesen aus den Händen I.miVE's empfangenen Gartenpflanzen findet
sich eine nicht unbeträchtliche Zahl in EhKIIARTs I>achlass. Sie sind auf der Eticjuette rechts
mit H. \] . (Hortus Vpsaliensis) bezeichnet, links ist die Jahrszahl hinzugefügt oder auch nicht.
Das oben von mir citirle Exemplar von R. fruticosus trägt jene Bezeichnung, unter Hin-
zufügung der Jabrszahl 1773 , und liegt einem Jeden zur Ansicht oficn. Dies in Erwie-
derung auf den Angrifl' des Hrn. ArrHENIVS a. a. ü. A ergl. auch Aorrede der Fl. excurs.
It emerk. 2. Hr. ArRHENIÜS lässt p. 27 seiner Monogr. den A erf . der Chi. han. S. 49
vom R fruticosus L. sagen: "hunc esse hjbriditafem quandam," davon steht aber im Buche
kein AA'ort, noch ist die Idee einer hier obwaltenden Bastardbildung angedeutet.
liemerk. 3. Die Aufstellung von R. suberectus beruhet auf einer zufälligen Miss-
bildung, die eintritt, indem das Endblättchen des fussförniig -5 - schnittigen Blatts, durch
Spaltung an beiden Seiten, 2 IVebeublättchen bildet, die, ihre abnorme Entstehung nach-
weisend, keine Stielchen bekommen. Diese Missbildung kommt an einzelnen Exemplaren
von R. fruticosus sowohl als von R. corjlifolius vor und triftt bald nur einzelne Blätter,
bald mehrere. Dr. AAEIHE, der gewiss keinen Umstand unbenutzt liess, um neue Arten
aufzustellen, achtete diese Zufälligkeit doch nur einer Berührung im A orbeigehen werth, indem
er in der Beschreibung seines R. fastigiatns S. 17 sagt: "die Blätfchen stehen zu .5, sel-
ten einmal zu 7, indem sich das mittlere Blältchen bis zum Grunde in 3 Blättchen theilt."
Dies veranlasste Sn. Engl. fl. II. 406. den R. fasligiatus zweifelhaft zu R. suberectus zu
citiren, welches Hr. ArrHENUS (p. '22- Obs. 1.) sich nicht zu erklären weiss.
9. R. corylifoliiis. Mtain-Brombeere* Stengel rund-
lich, stachelig mit lang übeihängentlen stuniplkantigen Zweigen; Blätter
3- und l'usslorniig-5- schnittig, oberste einlach, seitliche Blättchen der
erstem sitzend oder fast sitzend, sänimtlich beiderseits grün, unterseits
anliegend-Aveichhaarig, Blattstiel gerade - oder gebogen -stachelig; Bispe
doldcntraubig, Biütenstielc weichhaarig mit schwachen geraden oder wenig
gebogenen Stacheln besetzt.
Engl. )»0t. t. 827 (nach Ausweise von SMITH, HoOKER, AA'iNCH eingeschickter
Exemplare und der im blcs. bot. Garten cultivirten englischen Pflanzen). Sm. Fl. brit.
II. 542. Chi. han. 48. Kocu Sj n. I. 233. n. 2. Engl. bot. t. 827. B.
dunietorum c<. vulgaris u. ß. pilosus Weihe u. I\ees v. E. deutsche Bronib.
III. T.45. A. F. 1 (mit Ausschluss des Synonyms von R. nemorosus IIayNE).
B. suberectus Akders. in Transact. Linn. Soc. XI. 219. t. 16 (Beschreibung
und Abbildung der in Aberdeen und Pertlishire "zwischen R. corylifolius eingemischt ' gefun-
dene Evemplare, als Missbildung. Nach Ausweise eines aus dem ANDERSOIv'schen Garten
durch HoOKER eingeschickten Exemplars). Engl. bot. t. 2572 (— "prickles scattcred,
nearly straighl , and peculiarly suiall").
170 ROSACEAE. Rubus.
b. subglaber. nie Kahle, Rlättn- ]M>i(lci-$rils ^laii/ciul, oliciscits
kalil, iiiit)-i-si-ils an den .Ydoin scliwacli holiatirl; Uis|H; aiiiiblütig, Blü-
Iciislicle /.erst reuet l»eliaart, fast slacliellos.
|{. <oiyliroliils V. Rlal.n-seens Clil. Iian. 49.
c. toinentosus. Itie Jilxige, J{läl(<r beiderseits filzig, oiterseils
j^raiignin , iiiiterseits A\eiss^raii, Itliitenstiele l'eiiilil/.ig un<l l»e>vehai.
Clil. Iian. 48. 15. eon lifolius d. eaniis Wai.lu. Selied. 2.31.
X K* slaiicliiloi^ö - coryliroliiis. üastartl - Main-
bvOtnbCCTe» Stürher, staelielreielier, mit riindiielien Z^veigen; Itläll-
elieii grosser, regelmässiger gescliuitten; Uispe zusammengezogen, IHatl-
uiid lliülenstiele mit Stieldrüsen zwischen den Staelieln.
U. corjlitolius ;'. Icrox "V^^eihe u. INees v. K. das. T. 40. 1$. einige un-
sichere Synonyme ausgeschlossen ("<lie Früditc aljorliren »icll'ällig oiU-i litslolien
nur uns einzelnen grossen Tbcilfruclitclicn").
In Cjeltüseh, an Hecken, auch in lichten Holzungen, «tut' Itoden jeder
Art, aneli im Sande, häufig, im flachen nördlichen Theilc «les (iehiets
zunehmend. Die IJastardform im südlichen Tlieile des Gebiets gefnuden.
Juni, Juli. — August, September.
Scliwäclicr , yicl langastigcr iinil rankeniter als A. 1. Stengel kürzer- und seliwiiclier-
stackclig, bisweilen etwas bereift. Blätter häufiger S- als .') -sehnitlig. Kronen ziemlicli
gross, lilassrosa, rosa angeliaiielit, häufiger weiss. Kelchzipfcl cirunil , sjiilzig, bald schwach
an der Frucht liegend, bald wagerecht abstehend, nicht selten wie an A. 1. gänzlich zurück-
geschlagen. Früchte mit wenigem, grössern Pflaumen, meist dunkler gefärbt, oft staubig
bereift, und säuerlicher \on Gescbniack.
IJenierk. In der Diagnose von U. suberectus ANDERS, das. heisst es: " Uubus —
aculeis exiguis rectiusculis "; in der Beschreibung: •• Caiiles tereles 1. angulati — —
aculei broes rcctinsculi ; Fructus — acinis paueis"; und in den «eitern Miltheilnngen :
"The habit of the plant approaebes ncirest to that of B. corUifoIins , with which it is fre-
nuentlj intermixcd in tbosc districts" (Abcrdcen etc.), endlich am Schluss: "The whole plant
bears in gcneral a darker huc th.in that of B. corjlifolius." Dies beweist klar, dass der
Anders. 'sehen Beschreibung Exemplare jener Missbildung nicht von B. fruticosus , sondern
von B. cnrjlifülius zum Grunde gelegen haben, an welchem sie bliurigcr vorkommt und ton
AVEIHE (B. duuietorum — der nach ihm selbst synonym mit B. corylifolius ist — ((. a.'^.
S. 111) ebenfalls erwähnt wird, wonach denn auch FRIES die AlVDERSON'scIic I'flanze an-
fänglich richtig als ß. sylvaticus zu B. corylifolius brachte (INov. ed. I. .'j;j.). Ilr. .iRRllE-
NIUS (Monogr. "20.) zu dem citirten B. suberectus ANDERS, in seiner Beschreibung dem
B. frnticosns zukommende Charaktere ("Gaules steriles aculeis validis — basi valde dilal.itis ;
rami floriferi — aculeis falcatis armati" etc.) hinzufügend, vereinigt dieselbe Missbildung
von zwei verschiedenen rflanzenartcn zu einer fingirtcn dritten Art. >ergl. Ilcmcrl«. <i. zu
B. fruticosus.
3. R. glandiiloiüiis. Vieldrüsige ßrontbeere, Sten-
gel rund, vollslaehelig mit bogig -langgestreckten oder liegenden rundlich-
kantigen Zweigen; Itlätler 3-, seltener Insslörmig- 5- schnittig, oJierste
einlach, Itlädclien sämmtlich gestielt, beiderseits grün und zerstreuet be-
haart, Illattrippen gckrümmtstachelig, «lalt und Klütenstiele reichlich
mit geraden Stacheln, Horsten und Slieldrüseii zwischen Filzhaaren be-
setzt, Uispe rundlich -länglich oder pyramidal mit sperrigen meistens ästi-
gen lUütenstielen.
Bellakdi App. ad i\. pedeni. in Mem. d. Turin. V. 2:30. W. IJcllardi
Chi. han. 50. l\. hybridus Kocu Syn. I. 2:34. U. hirtus Weihe u. ]>ees
V. !•:. 107. T. 4:i. Ü. Ihyrsiflorus das. 92. T. :i4. U. Güntheri das. Ö9.
T. 21 (-1 b. sich scbliessend) u. mehr.
b. laxiis. nie schlaffe. Schwächer;' schwachstachelig; Blätter meist
.S-schuiltig, wenig behaart, lHad- unil IMülensliele mit langen Haaren,
Drüsen mit wenigen leinen Stacheln Itcsetzt; Uispi- locker, schlall' und
meist wcnigblütig.
Riibus. ROSACEAE. 171
11. Bellardl Weihe u. TVees v. E. das. 109. T. 44. R. Schleicliovi .las.
72. T. 2:i. R. liiitus Waldst. et Kit. PI. rar. Iluiig. II. 150. t. 141. R.
glaiululosus ScHL. PI. exs. n. .56. Fl. dan. t. 1696 (nicht g.iii« zuticfleiid).
In ücliteii \'^'alilui(gi'ii, Voihölzern niul auf «Ion Gehauen, auf frisoliem
Ininiushaltigeui Roden, häufig; b. in schattigen Gehölzen. Juni, Juli. —
^Vugust, S<-ptenilier
Der runde, schön piirpiirrothc , glanzlose, hisweilen anch schwach hereiftc, mit Stacheln,
Borsten nud rothen Stieldrüscn, hesonders an den Jüngern Trielien, dicht hesetztc Stengel,
in A'erhindnng mit den grossen, aufl'allend regelmässig geschnittenen, eirund - elliptischen
lUättchcn, die plötzlich in eine schmal ^oigezogenc Spitze iihergehen, lassen diese Art lon
den beiden vorhergehenden, wie auch \on der folgenden, der sie näher verwandt ist, leicht
unterscheiden. Bluten kleiner, Zipfel des Fruehlkelchcs ahstchend oder zurückgehogen.
Kronhlättcr schmäler als an Art. 1.2., Früchte grosspflaumig schwarzbraun. Die Spielart h.
ist weniger gefärbt, zartlaubiger, an den Zweigen stärker behaart, und die Blüten sind
etwas grosser. — Die krummen Stacheln der Blattrippen gehen bisweilen einzeln zwischen
die geraden des Blattstiels über, und die rundlich -kantigen Zweige kommen auch wohl
kantig vor.
Renierk. Die in ArrhENIIIS 3Ionogi-. 40. gegebene Beschreibung des P>. glandulosus
Bellardl, der als Hauptautorilit citirt wird, ist ihrer 'Weitläuftigkeit ungeachtet un>ollsfändig,
indem nur "folia ternata" angegeben werden. Auch steht sie dadurch mit den Cilaten im
Widerspruch. BELLARni selbst sagt an dem in der Monographie cilirten Orte "foliis ter-
nalis qninatisvc" und Wali.ROTII unterscheidet in seinen, dort ebenfalls cilirten, Schcdulis
2-30. als Varietäten a. einen R. glandulosus pentaphjllus und b. einen monophvllus.
4. R. caesiiis« A^cTcerSrontheere, Stengel lund, schwach-
staclielig, nehst den Friicliten hiaulicli heicilt, mit liegenden oder hlet-
ternd ansteigenden Z-\veigen; Riätter 3-, seltener fnssförniig -5 -schnittig,
oberste einfach, seitliche Blättchen der erstem sitzend oder fast sitzend,
meist 2 -lappig, säninitlich beiderseits grün, untcrseits anliegend -weicli-
iiaarig; Rispe doldentraubig, Blütenstiele weichhaarig mit feinen geraden
oder scliAvach ge]>ogenen Stacheln und -wenigen Drüsen besetzt.
LI^N. Sp. pl. 706. Chi. hau. 48. Roch Sju. I. 234. Reit. u. Abel
Holzart. T. 87. Schk. Handb. II. T. 13.>. Fl. dan. t. 1213. Engl. bot.
t.826. R. caesius a. aquaticus (weniger mit Stacheln und H.iar bekleidet) und ß.
agrestis "Weihe u. Nees v. E. deutsche Rromb. 115. T. 46. A.
b. nenioro8U8. Jtie schattenständige. Höher, nebst den Früch-
ten unbereift; 5- schnittige Rlättcr häufiger; Rispe länger, meistens
stärker behaart und weniger drüsig.
R. caesius V. nemnrosus Chi. hau. das. R. nemorosus Hayne Arz
neigew. III. 10. T. 10.
c. flacoidus. Itie Jlatterrispige, Sch-wächer, nicdergcstrecht,
vielstachelig, nebst den Früchten uniiereift; Rispe locker, mit meistens
gebogenen Stacheln, Rlütenstiele sperrig und wenigblütig.
R. corylifollus v. flaeeidus Chi. hau. 49. R. Sprengelii Weihe u.
NeES V. E. das. aS (die nicht gerathene Abbild. T. 10. zweifelh.ift). Fl. dan.
t. 1697 (sehr gut).
X R. corylifolio - caei^iiis. Main •ßastardacTeer-
brontbeere. Stäikev und vielstachelig; Blätter meist 3- schnittig,
beiderseits schwach behaart mit lappig - eingeschnittenen Seitenblätt-
cheii; Rispe doldentraubig, Blütenstiele mit wenigen Stacheln besetzt,
Blüten gross.
R. caesMis C. ferox Weihe u. Nees v. E. das. 117. T.46C. F. 2 (;'.l.e
Kelche bleiben nach dem Verblühen ohne Frucht mit aufrechten Absehnilten zurück •).
X R. glaiidiiloso- caesius. Vieldrüsige Bastard'
acicerbrotnbeere. Stachelborstig und stieldriisig; Blätter 3-
sehniltig, Blä(t<!iien regelmässig ohne Lappen; Rispe länglich, Blüten-
sliele mit Borsten besetzt, Blüten klein.
172 ROSA€EAE. RubuH.
R. cacsiiis K liispidiis Weihk ii. TNees v. E. «las. 117. T. 4(i C. F. 1.
(••.li(.- Itl.imon siiul .ii.lrn<l.ll..ii un.l l.iiilcrlasscn a.ifrcci.l sU'l.oii.le Kclclial.scl,i.ilU-').
^ R. Idaco - caesiliim. Mtitnbeer - Bastardaeicer.
bromheere. WenigcT stachi li^; mit nu-isl .scli\vat:li behaaitcn Z^\ci-
gfii; IHallcr 3- sclinitll;; mit ciiclsliindi^ciii 8- lappigem Itlättciicii, olu-n
runzlig, unleii IViii graufilzig; Ri.s|>c loclicr, wcnigblütig.
R. Pscudo -cacsius Lejeunk Rev. «le Ja Flore »I. Spa. 101. R. cai-sius
■y. Pscudo-caesius \'^'eiiie u. ]>ees v. K. das. 117. T. 40 R. F. 1 ("<lic
Bliimeii Vfilroolinien oline Frii.l.tc l\\ I.iiiUi lassen").
Aul" A«l;cru und \(i;< ir.iincu , au llcclicu, iu (ii-lMiscii und iii lichten
Vorholzeru, auf Ro.l.i. jc.l.r Vil , liaud^r; ,|ic Raslar.l forui.ii im südli-
chen Theiic des Gehicls nicht selten. Juni, Juli. — August, ISe|>temlier.
rSicilcrgfstiofl.t oder bogig aiilslrcliciKl. Slaebcln nadcliöruiig. KelcLiij)i'cl läiiglicli-
eirunil in eine lange 8|>itzc ansgclieiul , nacli dem \ erblühen nieiivtcns wagerecht abstehend,
selten zuiüeligescblagen. Kronen meistens gross, weiss, blass - und gesättigtrosa (besonders
an c.). Pllauuien der Früchte beträebtlieh grosser als an Art. 1 — S.
Remerk. 1. In ArrHEN. Monogr. .51. werden dem R. raesiiis "folia senii>er ternala"
zngesehiicben, obgleicli mehrere der von ihm citlrtcn Schiiflsleller (\>EIHE u. i>EES v. E.
S. 11.5. 118. — VVallK. Sehcd. -ilS. — DE Cand. Prodr. I. .'J.W.) auch .S-zahllg-
fiedersehniltige und band- oder fiissförniig 5 - schnittige Blätter, von denen letztere gar nicht
seilen sind (Deulscbl. Fl. v. MerT. u. KocH III. 491., DOLI. rhei... Fl. 7Ö.'.. mehr.),
nachweisen, woraus henorgeht, dass Hr. ARRHENIUS weder seine Cilate sorgfältig >crglicheii
hat, noch die Pflanze gehörig hennt.
Rente rli. 2. In ArRUEN. Monogr. 4.5 folg. heisst es in der Oiagnose von 11. nemo-
rosns llAYNE, der als Art aufgeführt und wozu das llATtNE'sche Werk als erste Autorität
eitirt wird: *'Caule — — e rotundalo angulato, caeslo - pruinoso — — petalis cnnealis";
IIaYIVE dagegen sagt S. 10 "canlc tereti — — ■ pclalis ovatis", und am Schluss; "vom
II. caesius unicrschcidet er (R. neniorosus) sich 1. durch den r
gen Stengel, der niemals bereift ist." — In der wcitläuftigeu Bc
rosus am erstem Orte heisst es abermals: "Canlis sterilis — —
Aculei superiores validiores c basl lalissinia compressa — — versus apiccm ramornni
falcati — . Sarmenta — — aculeis falcatis inunita. — Ranii floriferi — — aculcis vali-
dioribus basi latis conipressis reflexis, curvatis et subfalcatis arniati. — Costa dorsalis aculeis
falcatis munita. — Petioli aculeolis falcatis munili" etc.; HayNE dagegen sagt: "die Sta-
cheln zerstreuet, fast gerade, pfriemcnförmig, ohne an der Basis sonderlich stark er-
weitert zu sejn," und die Abbildung weist an Stengel, »len Blattstielen u. s. w. überall feine,
nadelformige, gerade Stachelnnach. Hr. ArRHENIVS giebt au: " Slipulae inferiores folia-
ccac, magnae, ovali - lanceulatae versus apicein caiilis minores magis e\tenuatae; ÜAlfNE
aber nennt die Aftcrblätter überhaupt "linicnformig." — ARRUENIUS unterscheidet R. ne-
morosus von R. corjlifolins caulc — — obtusangulato, glauco -pruinoso ; aculeis — —
majoribus «alidioribus haud Omnibus conformibus, sed versus apices cauliuni ramorumque fal-
catis, aculeis peliolorum falcatis, haud rectis , stipulis m.ijoribus etc.; UaynE aber
unterscheidet ihn: 1. "durch den Stengel, der slielrund" ist. '2. "Sind die Slaelielu
mehrcnihcils gerade, an der Basis wenig erweitert; nicht znrückgekrümmt mit starker Erwei-
terung" (wie an R. corvlifulius) u. s. w. L'ncrachfet dieser, durch die ganze Beschreibung
laufenden, dircctcn Widersprüche liest man in ARRHENIUS Monographie; " Species bona,
ab IIAVNE jam exacte descripta — — . Fruticis forma qnam in Smolandia legimiis,
optimc convenit cum figura et dcscriplione apud llATINE . Figura IlAYlVEI, haue plan-
tarn optinie repracscnlante"' etc.! Wenn es sich aus diesen Zusammenslcllungen unliiugbar
ergiebt, dass der llr. l>lonogra|ih HayNE's Pflanze gar nicht kennt, so erscheint der Wunsch
gerechtfertigt, dass Hr. ARRIIEIMIS künftig die Werke der Deutscheu gründlicher studiren
möge, beior er sie zur ^ ergleicluing und Iteurlheilung zieht.
4. R. Idaeiii^* Gemeine Himbeere» Stengel aufrecht,
rund, feinstachelig oder fast unhewelnl, 5-Ziili!ig- (ieder- u. 8-sehnittig mit
sitzenden seitlichen Rlättchcn, unterseits ^veisslilzig; Ris])e duldentraiihig,
Rlütcnstielc mit wenigen geraden Stachelhorsten besetzt oder unbewchrt.
ehr ,
oder
weniger
zotti-
chrei
bnng
des R.
nemo-
caes
io - pr
uinosus
Riibiis. ROSACEAE. 173
LiNN. Sp. |>1. 706. Chi. hau. 47. Koch Syn. I. 23:3. Reit. vi. Abel
Holzart. T. 17. Weihe u. INees v. E. deutsche Bioiiili. 120. T. 47. Fl.
dan. t. 788. En^l. l.ot. t. 2442. Havne Arznei^cAv. III. T. 8.
X R. eaei^io-Idaeiis. Bromheer-Bastarilhintheere»
]>iiedri|;er und schwächer mit lanlieiidcn Zweigen ; untere IJIätter 5-
seltener 7 - zählig - fiederschnitli^ , heiderseifs grün, 8citeiihlattcheu
sitzend, unterste lappig eingeschnitten, Itlüten grösser.
11. eorjiifolio-ldaeus Chi. hau. das. (mit Ausscliluss Jos Synonjms von R.
subcrectiis). R. Pscudo - Idacus Lejeune Rev. de la Flore d. Spa. 202.
R. caesius c)\ Pseudo -Idaeus Weihe u. IVees t. E. das. 117. T. 46 B.
F. 2 (niil Aiisschliiss einiger Synonyme "Blumen die ohne Früchte verhockenen'").
In \^'alduiigen und Gehüsch, auf steinigem al»er humushaltigem Bo-
den, häufig; die Bastardt'orm im nördlichsten und im südlichen Thcilc
des Gebiets. Mai, Juni. — Juli.
Kommt anf sehr luimosem Boden, jedoch selten, fast ganz staclicllos vor. Zwischen
Sandsteinklippen dagegen findet man his« eilen die jnngen Triebe dicht mit dunke]pnrj>nrncn,
Iiis 2'" langen Slaelieln besetzt und die l'ntcrseitc der Blatter blendend weiss. Auch kommt
eine schlitzblältrige Spielart vor. Die hellrothen, selten gelben Früchte sind stets mit zar-
tem Flaum bedeckt. — An der Bastardform (in deren in der Chi. lian. gegebener Syno-
nymie das Fragezeichen des zweiten Satzes Linter dem ersten — R. suberectus — hätte stellen
sollen) traf ich, wie dort schon erwähnt ist, zwischen fehlschlagenden Blüten, auch frucht-
bare, wahrend Dr. WEIHE nur unfnichlbare wahrnahm. Es bestätigt sich darin die auf viel-
fache Erfahrungen in audern Pflanzenfamilien begründete Ansicht, dass die hybride Einwir-
kung nicht immer in einem so hohen Grade eintritt, um Sterilität zur Folge zu baben.
Setzt man hiermit die erwiesene Erscheinung in Verbindung, dass Individuen aus unyerdauct
von > (igeln ausgeworfenen Samenkornern aufwuchsen, so ist es begreiflich, dass Bastard- und
Miltelformen, unter mannicbfaehen Schwankungen früher oder später wieder zurückschlagend,
eine grossere A'erbreitung gewinnen und auch ohne die Stainmcltern vorkonimen kiinnen. '\^^ie
sehr aber gerade bei dieser Gattung eine hybride Einwirkung durch Bienen, die von einer
der olfenslebenden, sehr zugängliclien Blüten oft neben einander wachsender Arten, zur andern
schwärmen, begünstigt werde, ist nicht zu verkennen.
•f--|- Krautartige.
5. R. ^axatilis. Welsen- Brombeere» Stengel cchig
und behaart mit niederliegendeii Rauhen; Blätter 3-schnittig, Blättchen
gestielt, oberseits fast kahl, unterseits zerstreuet ]>ehaart; Rispe doldig,
seitenständig. Blütenstielc mit feinen geraden Stacheln zwischen abste-
llenden Haaren besetzt.
LiiMV. Sp. pl.708. Chi. han. 51. Koch Syn. T. 234. Weihe u. Nees
V. E. deutsche Biomb. 32. T. 9. Reit, u, Abel Holzart. T. 19. Fl. dan.
1. 134. Engl. bot. t. 2233.
In gebirgigen Waldungen und Hainen, auf felsigem und steinigem
Boden, häulig. Mai, Juni. — Juli, August.
Höhe '/_, — 1'. Stengel einlach, entfernt mit nadelförmigcn Stacheln besetzt. Blüten-
rispe kürzer als der Blattstiel , an dessen Basis sie entspringt. Kroublätter so lang als die
Kelcbzipfel. Früchte aus 3 — 4 sehr grossen hellrotlien , durcliscLcinenden Pflaumen von
angenehm säuerlichem Gescbuiack bestehend.
Schliesslich die Bemerkung, dass meine im J. 1798 begonnenen Beobachlungen der
Brombeersträuche seitdem öfter wiederholt worden sind, und dass den Cilaten der WeiHE"-
schen Arten zwei von ihm selbst mit INamen bezeichnete an zwei seiner Freunde geschickte
Sammlungen, unter Vergleicliung der Beschreibungen und Abbildungen seines Werks, zum
Grunde liegen. — Durch die von mir gewählle Darstellung der Brombeerarien das Wiss-
fallcn des Hrn. ArRIIENIIJS mir zugezogen zu haben, beklage ich aufrichtig, tröste mich
indessen mit der Hoflniing, dass einst die Zukunft darüber enischeideii «iril, ob der von
ihm oder der von mir befolgte Weg auf die Bahn zur Wahrheit führte.
174 ROSACEAE. Fragaria.
GJE UJEHnL.I€HM&,
M*hnrntacentisch-]fKedicinische.s, Die Früchte der A.5.
of'/iriiKll («;.(•(■:»<• IluJ>i idi.ci), micli wolil div dir ^ttt. 1^4 («accac s.
IViicIiis llulti vulgaris, Wora Hiil>i). f'oiuial t. lies Inndth. der erstem :
Ziirhrr, tiulöslicher Schleiiii, l*/litnzeiixiiiiren, rother Färheslofl' und iilhc.
risches Öl; der letztem: Ztiehcr, (iiiniini, Afif'elsihire und violetrother
Fiivbestoll'. .inwenduuf/ als diäletiseht-s hiihlendes Mittel. Gebräueh-
liehste Priiparulc von yt . t : Syrujuis und A<|iia UiiJ)i idaci.
technisches* IHc Früchte zur lierellunij ffeistiffcr betränke und
Ceuiinnun(i leichter FiirbestoH'e anuiendbar , Blätter und Rinde Gerbc-
slollJ-nlhaUeud.
Ölconomisches» Hie Früchte frisch und mehrfach zubereitet ein
hehanutes i\(ihrun(/sniitlcl. Die Blätter dem ff'eidcvieh, die Blüten den
Bienen I\ahrunfj tfcbend. -/. 4. ein lästii/es Ackertinkraut.
4. FRAGARIA. KUnBlEKRJE,
I,1^•N. Gen. 11. Ö3»'J.
Kelch S-spaltiff iiiil 5 abAvecliselndou Dcckhlalleni iinlei" dem
Saume. Kroabläller 5. Griffel al)fällig. iXüsschen einem nacji
<lcm JJlühcu vergrösserleii saf'lig-fleisciuffcii, meistens abfälli-
gen Fruchtbotlen eingesetzt. Gescbl. Syst. Xfl. 5.
Mehrjährige, biisclieligc , Ausläufer treibende, meist weichliaarige
Kräuter. Stengel aufrecht, schaftförniig, an der Spitze ästig, lllättcr
3-schniltig, Abschnitte blattförmig (Blättchen), lang gestielt. 3ieben-
bläfter am Itlattsticle stehend. liliilen «loldentraubig. Kronen weiss.
1. F. vesca. J¥"^ald- Erdbeere» Kelch bei der Fruchtreife
abstehend oiler zurücl.geschlageu ; Stengel und Blattstiele mit wagerecht
abstellenden — Bliitenstiele, sämmtllch oder doch die seitlichen, mit auf-
rechten oder anliegenden Ilaaren behleidet.
LiNN. Sp. pl.708. ß. und ;'. ausgeschlossen. Chi. hau. 46. Koch Sjn.
I. 234. 443. ScHK. Ilandb. II. T. 135. Sturm Deutschi. Fl. U.2. Engl.
Lot. t. I.'"y21. IIayne Arzneigew. IV. T.2fi.
In Waldungen, Ilainen und Gebüschen, auf troci.encm humusreichem
Boden, sehr häufig. Mai, Juni. — ■ Juni, Juli.
Hohe 4 — o". Bliiteii ■vollstäiidlg 2- gosclilcclifig. Rioiililältei- fast flaeli. Staiil.gcf;isse
k.nim so lang als «las FrHolitl;iiolPiiho|)iVlicn. Friiclitc bald liiigolig Iiald ci - kcgflluimig , sel-
tener kegelförmig, aus grünliclier Basis Lellscliarlachrolli, überall (Innkelscbarlaebiotb , als
seltene AbUnilerung weiss, >on aioinatisebem Geiiicb und Gescbmack.
Ä. F. elatior. Mohe Mrdheere» Kelch bei der Fruchtreilc
abstehend oder zurücl.geschlagen; Stengel, Blatt- und Blütenstiele mit
wagerecht abstehenden Haaren beldcidet; Blüten unvollhommen 2 -häusig.
EiiRH. Beilr. MI. 23. Chi. hau. 46. Koch Syn. I. 234. 443. F. vesca
ß. pratensis Likn. Sp. pl. 709. Hayne Arzneigew. IV. T.27.
In Vorhölzern, zwischen Gebüsch und an Zäunen, auf Gestein oder
sandhaltigem Boden, stellenweise durch das ganze Gel)let. April bis
Juni. — Juni, Juli.
Dopiielt Iiülier und zottiger als A. I. Kronblättcr nach unten gewölbt, mit den Rän-
dern von einander abstehend. Entweder die Stempel oder die Staubgelassc feblsehlagend.
Diese an der fruelittragenden Tflanze so lang als das Fruchtknolcuköpfchen , an der unfrucht-
baren doppelt länger. Früchte grösser, nur an einer Seite gefärbt, fade von Geschmack.
3. F. colliiia» SchliessTe elchige Krdheere, Kelch
an die reife Frucht gedrüchl; Stengel und Blattstiele mit wagerecht ab-
stehenden — Bliitenstiele, sämmtlich oder doch die seitlichen, mit aufrecli-
ten oder anliegenden Haaren bekleidet; Blüten unvollK'ommen 2-häusig.
Khrh. Beitr. VII. 26. Chi. han. 47. Koch Syn. T. 235. 443. Hayne
Arzneigew. IV. T. 30.
Coiiiaruni. ROSACEAE. 175
In Gehüsclicii, auflichten \^^-iltlplätzen untl am Saume «Icr Waldun-
gen, auf grasigem Ualk - oder mergelhaKigem llügeil>o<len , stellenweise
dnreli «las ganz«; Gebiet. Mai, Juni. — Juni, Juli.
Höhe a«-! A. 1. Bläteer beiiU-rscits scidonliaaiig, nntcrseits iiielir o<lci weniger sillici-
gl.iiiz,eiid , oberster Zaim «ler Blättchen vielfach kleiner als <lic übrigen. Kekhhlälter nach
dem Blühen jiusaiuinenschlicssend den Frnchfhoden bedeckend. Krnnblüllcr fast flach mit
den Rändern sich berührend oder übergreifend, ins Gelbliche spielend. Die nicht abfällige
Frucht fest am Kelch kingcnd, carniinroth, härtlicher und weniger angenehm scIiDicckend als
die der A. 1.
Pharniaceutisch- JtKedicinisches» ffm-zel, Ivaut und
Früchte zunächst von A. 1. besonders ehedem of'fiet'nell (Radix et Ileiba
Fiagaiiae, Fraga v- haeeae Fragariae) , jetzt ivenifj mehr im Gebrauch,
f'orwult. Bestandth. der fl'nrzel tind__Blätter: eisenbläuender Gerbc-
sfoff'; der Früchte: Zucker, Schleim, slfifcl- und Citronensnure , nebst
.iromn. Anwendunfj der Beeren als diiilctischcs und antiscorbutisches
Mittel, äusserlich in Umschläf/en hautreinifjend.
JPechnischeS* Früchte zur fVein-, Branntwein- und Essifjije-
uiinnuni/ anwendbar.
iPJe Oft Otitis Ch€St Die jjinrjen Blätter rasch fjetrnchnet einen f/e-
sunden und anfjenehmen Thee lielernd. Der mannichf'ache Gebrauch der
Beeren als fjesandcs (am (jesundesten mit H'ein) und antjenehmes ISah-
runfjs mittel bekannt.
5. COlTIARUIfl. BM4UVA^tfGM,
LlNN. Gen. n. 6-38.
Kelch 5-spaltig' mit 5 abwecliselntlen DookMätfeni iinlcv dem
Saume. Kroiihlätter 5. Griffel ahfällig. INiisscheu eiiiem nach
dem Blülien anschwel Icudeii schwammig bleibeudeu Fruchlho-
<lcn eingesetzt. Geschl. Syst. XII. 5.
Melujährige, im Sumpfe krieeliende Kräuter mit fiedersclinittigcu Blät-
tern und hlattartigcn Abselinitten (Blättclien). INebenblätter dem IJlatt-
• ijliele augewaelisen und den Stengel scheidig umfassend. Blüten hlatt-
gegen- und endständig, doldentraubig.
1. C palustre. Sumpf -Blut äuge, Kelch mehrfach
grösser als die Krone; Blätter 5 —7- zälilig - liederschnittig, Blältchcu
länglich-lanzettförmig, gesägt, nntcrseits graugrün.
LiNN. Sp. pl.718. Clil. hau. 4.>. Koch Sju. I. 235. Schk. Ilandb.
11. T. 138. Fl. dan. t. 63(5. Engl. bot. t. 172.
In lichten Waldungen und auf Wiesen, auf sumpfigem meistens torf-
haltigem Boden, ziemlich häufig. Mai bis August. — September.
Stengel ^on kriechendem AVurzelslock ansteigend, 1 — 'S' hoch. Blältchen fingeri^ ein-
ander geniihert, lederartig, nntcrseits anliegend seidenhaarig. Kelch und die sehr kleine Krone
braunpurpurn. Frnchtl)odcn zur Reifzeit eiförmig- kugelig.
GM n^KRBI^ICUMS,
VechniSCheS» Zum Gerben und Rothf'ärben anwendbar.
6. POT£I¥TIIiIiA. FMJVGJEUKnAUT.
. I.INN. Gen. n. Ö-Üi.
Kelch ö-snallig mit 5 abwechselnden Decliblattewi unter dem
Saume. Kronbläüer 5. Griffel abfällig. INüsschcn einem eiha-
benen trockenen Fruchtboden eingesetzt. Geschl. Syst. XH. 5.
Ein- (Art. 3. 4.) oder mehrjährige Kräuter (Art. 1.2. 5 — 14.), seltener
Standen oder Sträuche. Blätter fieder-, handförmig- oder 3 -schnittig.
176 ROSACEAE. Potentilla.
mit meistens gestielten l>lamorniij2,en Absclinllten (lllätlchen). IVeJien-
blälter am RiaKsliele stellend. IMütenstiele gal.el-, blaltwinliel - , l.lalt-
gegeii- nn«l endstänilig, einzeln, ol't «lolilentraubig oder rispig zusanunen-
stellt.
I. Fiüclitclicn l;alil. F i-nelilboilen behaart.
f «lütter fiocU-rscl.iiUlig.
1. P. aiiserina. Gänse- FingerJcraut. Stengel ran-
kcnlönnig, wnrzeln.I; IMäller unlerliroclien-liederselinitlig, IJIättt lien viel-
{ »aarig, oval, kaniinarlig eingeselinilli'n -gesägt, unterseits weiss -seiden-
laarig, Nebenblätter niehrspallig; IJliiten einzeln, Kronblätter länger als
der Keleb.
LiNX. Sp. pl.710. Chi. han. 40. Koch Svn. I. 237. Sturm Oentschl.
Fl. 11.4. Fl. dan. t.5I4. Engl. bot. t. SGI. IIayne Arzneigew. IV. T. 31.
Anl" Angern, Weiden, an AVegen, Gräben nnd Flussufern, auf hu-
inosein lehmigem und sandigem IJoden, sehr häufig und oft heerdenweise.
Mai, Juni, im Herbst meistens zum zweitenmal. — August und October.
Blällclicn vulzälilig (bis zu '^5 — 31). Bliiteiistiele aus den Gelenken des Stengels,
lang, aufreebt, einblütig. Bluten anselinlieli, Kelclideekblätlcr auch die Zipfel oft spallig
eingesebniUen, Kronen nel)st den Staubgcfässen goldgelb. — Ändert ab mit beiderseits
silberbaarigen nnd mit unterseits nur scliwaeb behaarten, griingcfarblen Blattern.
Ä. P. riipestris. Welsen. JPingerTer auf, Stengel auf-
recht, oben gabeitheilig, untere Blätter üedersehuiKig, obere 3- schnittig.
Klätlchen rundlieh oder länglich - rundlich, endsländige halbrantenförmig,
ungleich cingeschnitten-gesägt, INebenblätter ganzraudig; IJlüten in lö-
chern Doldentrauben, Kronblätter länger als der Kelch.
LiNN. Sp. pl.711. Chi. han. 41. Kocu Syn. I. 23G. Jacq. Fl. austr.
TI, 1. 114. Engl. bot. t. 20-58.
An Felsabhängen und zwischen Geröll, auf troehencm sandhaltigcm
Grunde, im süd- östlichen Theilc des Gebiets, die Nordgrenze des Vor-
kommens in Deutschland erreichend, selten {Pr. Ilalle: Heide, Mittcl-
holz, Seebensche Holz; Barby, Abhänge im Bodethal von der Rosstrappe
bis Trcsebnrg — ). Mai, Juni. — August.
Stengel 1 — V/^' hoch, meist von driisentragcnden Haaren, besonders nach oben hin, •
klcbcrig und rotli angelaufen. Blatlabschnitlc .'» — 7, selten 9. Bluten gross, Kelchdcck-
blatler oft "2 -zipfelig eingescbuilten , Kronen weiss (getrocknet gelb), Staubgefässc gelb,
Säcke innen dunkelbraun.
3. P. siipina. Niedriges FingerJeraut. Stengel beu-
gig ansteigend, gabelästig, untere Blätter Ucdersehniltig, obere 3- schnit-
tig. Blättchen länglich mit heiliger Basis, eingeschnitten -sägezähnig;
Blüten einzeln, gabelständig, Kronblättcr kürzer als der Kelch, Frucht-
stiele zurückgehrümnit.
LiNN. Sp. pl.7Il. Chi. han. 41. Koch Syn. I. 235. Jaco. Fl. austr.
V. t.406.
Auf Triften, Ackern, an V^'^egcn und Ufern von Gewässern, auf über-
schwemmt gewesenem oder nassem sandigem Boden, im südlichen und
östlichen Theile des Gebiets, die Nordgrenze der Gesamnitverbreilung
erreichend, ziemlich häufig, gegen Nord - V^^esten abnehmend {Pr. Hop-
pelnberg bei Langensteiu — ; Br. Pabstdorf, Börneke — ), östlich liöher
gegen Norden gehend (Mk. am Ausfluss der Tollense). Juni, Juli. — August.
Stengel 1 — 1 72* l""g' schwach, meist liegend nnd in mehrfachen Krümmungen anstei-
gend, oder kürzer und aufrecht. Wurzelblälter mit 7 (bis 11) Abschnlllen. Blüten gabcl-
und blattwinkelständig, klein, Kronblättcr blass schwefelgelb.
4. P. norvegica. Norwegisches VingerTeraut» Sten-
gel aufrecht, oben gabeitheilig, nebst Blättern nnd Kelchen rauhhaarig,
unterste Blätter 5-theilig-ficderschnittig, obere 3- schnittig. Blättchen
hoci., stark, steif, olt rötl.licl. angelaufon. Blatter hellgrim.
Illätt-
noit. Kelcluipfcl riinaiielieiruml , spitz. Kronl.l.ilfer kaum ..
io l.reil
..ssel.en sclnvarl. ru..7.1icb.
Potentilln. ROSACEAE. 177
iiingclieliitfirund-länglicli, groJ» siigcziilinig, iintci-c ßlütt'ii l)lattgegcii- un<l
gahelstäiidig, oliere trauliig gcliäuft, Rroiililätlcr liürzer als tlci- Reich.
LiNN.Sp. 1)1.715. Chi. lian. 41. Koch Smi. I. 2:35. Fl. dan. t. 171.
Auf Äiigern und in Ilol/.uiigen , an Teich- und Flussrändern, auf
ühersclnveniuit gewesenem oder feuchtem Sandhoden, im nördlichsten
Tlicilc des Gehiets, die Südgrenze des Vorhommcns im westlichen und
mittlem Deutsehland (hei Würteinherg wohl nur zufällig) am Unterlaufe
der Elhe erreichend, stellenweise (III. Ilahnenheide hei Trittau, Dänen-
hcidc, Steinhorst, Moorsec — ; Hb. Farmsen — ; Hn. zwischen Laaclie
und Stapel unweit Neuhaus an der Elhe. Gegen Osten südliclier l>is in
Schlesien gehend). Juni, Juli. — August.
Stengel «" bis P/, '
elien liis 'l" lang, 1"
al.s jene, l.lassgell.. >
f-j. Blatter 1, a n ,1 f n r n, i g ge s el, n i 1 1 e n.
5. P. pecta. steifst engelig es Fingerlkraut, Stengel
aufrecht, nehst Blättern und Reichen von langen und zwischengemeng-
ten kurzen Haaren zottig; Itlädcr 5 — 7-sehniltig, Itlättchcn länglich mit
lieiligcr Basis, eingeschnitten -grohsägczähnig; INüsschen mit feinem häu-
tigem Rüclienkiel.
LiNN. Sp. pl.711. Chi. hau. 42. Roch Syn. I. 23(5. Fl. dan. 1. 1820
(gen.iu unsere Pflanic .larstellend). HeICHENB. PI. Crit. IV. t. 340 (P. ohscura).
An altem Gemäuer und an Flussufern, auf steinigem oder sandigem
Boden, selten aus Gärten entflohen verwildert (iS'e/iiw. Budolstadt ; Iln.
Burg Adelehsen, Artlenhurg; Hb. am hohen Elhufer; ///. Ottensen hei
der Bolandsmühle — ). Juni, Juli. — August.
Stengel l^^—'' '""'li, einfaeli, stark, steif, »iulellnaim angelaufen, Blätter meist .5 -schnit-
tig, aneli ivolil ein o<ler «las andere der untern 7-scliniltig (so namentlich die Elliexeni|ilarc \on
Dr. Soivn£R (die in KocH Sjn. zu P. pilosa gezogen werden, die nur 5-seLniltige Blatter
I.al.en soll). rSclienlilälfer hald ganz, bald eingeschnitten - geschlitzt. Kronl.lalter an unserer
rilanzc von der Länge des Kelches oder etwas kürzer, gesättigt gelb. — Es ist kanm zu
bezweifeln, dass AViLLDElVOW nur durch die hier wie bei mehrern Arten der Gattung ab-
ändernde Grösse der Kronen und die wandelbare Fünf- oder Siebentheilung der Blätter lur
Trennung der V. ol>scnra und P. pilosa von P. rccfa , welcher er die grossem blasscrn Kro-
nen zuschreibt (REICHEND, das. t. 339.) , veranlasst worden ist. Biese grossblütige Form
ist meines Wissens im Gebicic bis jetzt nicht gefunden. Wcrtbhcimscbc Exemplare von
AAlEBEI, stimmen mit unserer Pflanze überein.
*«. P. iiicliiiata. Gebeugtes FingerJeraut, Stengel
ansteigend, zottig-filzig, untere Blätter 5-, selten 7-, ohere 3-schnittig,
Blättchen länglich mit heiliger Basis, tief eingeschnitten - sägezähnig, nn-
terscits fein graulilzig, am Bande und den Adern lang behaart; Blüten
in Doldentrauhen, IMüsschcn mit gerundetem fein gelneltem Rüchen.
ViLL. Hist. d. pl. d. Danph. III. 567. Roch Sjn. I. 237. P. recta
Jaco. Fl. austr. TV. t. 383.
An Mauern, selten und wahrscheinlich nur verwildert (Pr. fV.\Uit]u>).
nie Charaktere der vorigen und folgenden Art im .Mitlel in sich vereinigend, doch
letzterer näher stehend und eine iipi>igc breitblältrige Form derselben darstellend. Aon jener
zunächst durch die geringere Statur, um die Hälfte kleinere Blüten, schmälere, unterseits
filzige Blatl.ibschnittc — von dieser durch grössere Statur und breitere, weniger eingeschnittene
Blallabsebnitte zu unterscheiden.
«. P. argeiitea. ^ilherweisses TingerTeraut» Stengel
ans liegender Basis ansteigend oder aufrecht, lilzig; Blätter 5-schnittig,
Blättchen umgehchrtcirund-länglich, länglich oder länglich- lineal mit
keiliger Basis, fiederspaltig- eingeschnitten, am Bande unigerollt und un-
tcrseits weissfilzig. Blüten in vielästigen Doldentrauhen.
178 BOSACEAE. Potentilla.
LiN\. Sp. pl. 712. Clil. hau. 42. Koch Svn. f. 237. 443. Sturm
Deutsclil. II. II. 17. Fl. (lau. t. Sfi.'j. Engl. Iiol. t. 89.
b. septeiuHCct«. üas siebenschnittige. IJlätlcr meistens 7-sclmit-
tig, lllattclu-n breiter, iinterseits graufilzig mit zwischeiigemengten lan-
gen Ilaaren.
An Wegen, Feldrainen, Dämmen, Hauern und Gestein, auf sonnigem
niagerm Lehm- und Sandhoden, sehr häufig (h. Iln. z. B. lleiuhausen
hei Göttingen — ). .Hai, Juni. — Juli, August.
Alle gtiincn Tlieilc lial.l mehr hal.l weniger mit einem lockern, wulllgcn Flh iiherzogcn,
in der Regel ohne die z« isrlicngemengten langen Haare der P. inelinata und der naiic ver-
wandten im llabiliis lind durch nach dem Blühen zurüel>gebogenc IJlütensfieJe ahweichenden
P. collina Wieb. Doldentrauhen reichhlütig, nlütenstiele gestrecht, INiisschen mit abgerun-
detem Rüchen. — Ändert ah mit ficderspaltigen an den Ziiifeln Miederum geschlitzten
Blattern; durch Vhcrhandnahme des Filzes, der auch die obern Blattseiten überzieht und
durch Aerminderung desselben, womit beide Blatlseiten grün erscheinen (Sjnonymie Chi. han.
das. mit Ausschl. von P. arg. ^. vireseens 'WÄHLEND, zu P. collina WlEB. gehörig). Hin-
sichtlich dieser noch die Bemerhuug, dass nach dem Blühen gehrümmte Blütenstiele nicht
immer ein sicheres Unterscheidungszeichen der Arten sind. Sic kommen hei magern fcin-
stengeligen Formen mehrerer Arien vor, die im kräftigen, dieherstengeligen Zustande ganz
straHe gerade Blütcnsliele haben, welches physiologisch leicht erklärlich ist. Vgl. Art. 11. l'J.
8. P. reptaiis. Kriechendes WingerTeraut, Stengel
ranhcnlormig und wurzelnd; Blätter 5- schnittig, Ahschnitte läuglieh-
umgeliehrtciruiid, tief und stumpflich sägezähnig, am Rande und uiiter-
seits zerstreuet angedrücht- haarig; Blütcnstielc einzeln, INiisschen ge
körnelt.
LiNN. Sp. pl. 714. Chi. han. 44. Koch Syn. I. 238. Schk. Ilaudh.
II. T. 136. Fl. dan. t. 1164. Engl. bot. t. 862. IIayne Arzneigew. IV.
T. 32.
::^ P. procuntbentl - reptans. Kriechendes Ba-
stard Jlng erler aut, Bliitentheile meistens 4-zälilig.
P. mixta I>OLTE in Beichenb. 11. gerin. cxsicc. n. 1743. Kocii das.
An Feld- und \^^aldräudern , Wegen und Graben, auf feuchtem lo-
chcnn etwas humushaltigcm Boden, häufig. Juni, Juli.— August, Sep-
tember.
Sicngel bis lu 3' lang, in Zwischenräumen wurielschlagend , langstielige Blälter und
längergestielle, ansehnliche Blüten treibend. Kronen goldgelb.
». P. prociliiibens. Nieder gestrecTetes Winger.
1er aut, Stengel ranl.enförmig, ol»en ästig, im fVuehttrageiiden Zu-
stande wurzelnd; Blälter 3- und 5-schnittig; Blätleheu umgekehrteirund,
bis zur Mitte tief und scharfspitzig sägezähnig, ]>iel»enhlätter ganz oder
2 — 3-zähnig: Bliitentheile 4-zählig; INiissclien gerunzelt.
SiBTH. Fl. oxon. 162. Koch Sju. I. 239. P. Tormentilla v. diffusa
Chi. han. 43. Tormentilla reptans LiN\. Sp. pl.617. Engl. bot. t. 864.
In Uainen und Wäldern, auf frischem moosigem humushaltigcm Bo-
den, hier und da. Juni, Juli. — August, September.
Der vorigen sehr ähnlich. Stengel weniger rankend, aber vielästig, Blältchen kürzer,
weniger keillurmig in die Basis verschmälert, die hei jener geraden, gestreckten Sägezähiie
hier leicht gegen die Spitze der Abschnitte gekrümmt nnd scharf zugespitzt. Blüten last
um die Hälfte kleiner, INüssehco uur auf dem Rücken etwas gekornelt. Ändert selten mit
.5 -zähligen Blütentheilen ab.
lO. P* Tormentilla. Tormentill-WingerTeraut,
Stengel liegend oder aufrecht ; Blätter 3-seliuiltig, sitzend, Wurzelblät-
ter 5- schnittig, kurz gestielt. Blättchen länglich-lanzettförmig, der Wur-
zclblättcr iimgekehrteiriind, bis gegen die gauzrandige Basis eingeschnit-
ten-sägezähnig, Nebenblätter tief 3 — 5-spaltig; Bliitentheile 4-zählig.
SiBTH. Fl. oxon. 162. Chi. han. 43. Koch Syn. I. 240. Tormentilla
Potentilla. ROSACEAE. 179
erecta Linn. Sn. pl. 716. Schk. Haivlh. II. T. 1-36. Sturm Deutsclil. Fl.
H.31. Fl. «lau. t. 589. Engl. bot. t. 863 (T. offlcinalis). Hayne Arznei-
gew. I. T.48.
Auf Trilten, Angern und Heulen, aucli in Ilaincn und an Waldrändern,
auf sandigem lehmigem und Luniosem IJoden, häufig. Juni, Juli. — Au-
gust, September.
AViirzelstock \erclickt und kiinlig, braun, innen rötlilicb. Stengel meistens kreisartig am
Bo.lcn ausgebreitet, seltener steif aufreebt, bin- und bergebogen und astreieb, nebst den
Bliiltcrn angedrückt -baarig. AVurzelblättcr zur Blütezeit meistens nicbt mebr »orbanden;
INebenbLilter oft gross und den Blätteben ähnlicb. Blüten klein, auf langen feinen Blülen-
stielen eine Iiebl.itterle Bispe bildend. Kronblätter gelb mit safranfarbenera Punct an der Basis.
ti. p. venia. Frühlings -IFingerlcraut» Stengel aus
liegender Basis ansteigend, nebst den Blattstielen aufrecht behaart; Blät-
ter 3-schnittig, sitzend oder l;urz gestielt, untere 5 — 7- schnittig. Blätt-
chen umgehehrteirund-keilig, nach der Spitze zu eingeschnitten - säge-
zähnig mit kürzerm Mittelzahn, am Bande und unterseits oder beiderseits
mit einfachen Haaren besetzt.
LiMN. Sp. pl.712. Chi. han. 43. Koch Svh. I. ^41. Stlrm Deutschi.
Fl. 11.17. Engl. bot. t.37.
b. calcarea. nie tealkständige. Gedrungen; armblütig; Stengel,
Blätter und Reiche Ton doppelt längern, verworren -abstehenden Ilaa-
ren weisszottig.
c. cinerea. Die graiifilsige, Stengel, Blätter und Kelche von
dichtstcheuden Sternhaaren aschgraufilzig.
P. verna v. cinerea Chi. han. das. P. cinerea Chaix in Yill. Hist.
d. PI. d. Dauph. III. 567. Koch Syn. das. P. incana Fl. d. \^'ett. II. 248.
Auf Triften, Weiden, an Waldrändern und Wegen, auf trockenem
magerm Lehm- und Sandboden, häufig, b. an dürren sonnigen Kalkfel-
sen; c. nur im südlichen Theile des Gebiets bis an den Harz. April bis
September. — Juni bis October.
Abgesehen von der ^eränderlicben Grosse %on 2" bis 1', ändern die Ilauptart und die
Spielart c. ab: mit tiefer eingescbnillenen , mit fast bis zur Basis sägezähnigen Blätteben;
mit feinern lerlängerten Stengeln und doppelt langem Blütenstielen (v. filiforniis Clil. bau.
das.); mit geraden und wenn die Individuen fcinstengelig sind bäufig nach dem Blühen zu-
rückgekrümmten Blütenstieleu; mit grossem und kleinern Blüten; mit an der Basis durch
einen Fleck bezeichneten und ungefleckten gelben Kronblältern. — Der Bildungsgang der
Spielart c. , durch Einfinden von Sternbaaren , «elcbe die einfachen langen Ilaare mebr oder
weniger verdrängen, ist derselbe, der ähnliche Abänderungen in der Gattung Cistus, Bubus
etc. hervorbringt.
t«. P. opaca. Bläulichhaarige« JPingerTeraut*
Stengel aus liegender Basis ansteigend, fadenförmig, nebst den Blattstie-
len, Blättern und Kelchen von vvagerecht abstehenden Haaren zottig;
Blätter 3— 5- schnittig, sitzend oder kurz gestielt, untere 5— 7-schnittig,
Blättchen länglich -keilig, eingeschnitten -sägczähnig mit kürzerm Mittel-
LiNN. Sp. pl.713. Chi. han. 44. Koch Svn. I. 242. Sturm Deutschi.
Fl. 11.17. Jaco. Ic. rar. t.91. Fl. dan. 1. 1648 (P. verna). Engl. bot.
t.2449 (im culti>irten, vom «ildeu sehr abweichenden Zustande).
Auf hügeligen Triften, an "Waldrändern, Bergabhängen und Felsen,
auf magerm steinigem oder sandigem Boden, im südlichen und östlichen
Theile des Gebiets häufig, gegen IVord- Westen abnehmend. Mai bis
Juli. — August, September.
Aon der vorigen, an deren Spielart c. sie nahe angrenzt, zu unterscheiden: durch die
zierlichere, feinerstengelige Gestalt, die schmälern, gewohnlieh bis zur Basis und liefer ein-
geschnitten - sägezähnigen Blättchen, nicht gelbgrünes, sondern trüb oder graugrünes Laub,
und das rechtwinkelig abstehende, lange, bläuliche Haar. — Die Blütcnstiele krümmen sich
180 ROSACEAE. PotentiUn.
pgcn <lic Fru<lil«<iligiii>g
«■i.gillgoii Exoiiiplaicii ist
,l.-i. Rclli-ncr .o.l.o.nmcn.1.-
^Viii/vll.nMU'i l.oinnK'K hi^
II. riiichlflH'ii ülx-rali oder tlocli ainlNaltcl mil IlaaiMii
l»csc(/.l. FriichtlxMl fii rauhliaai-ig.
13. P. alba» 19^€is«es VingerTeraut. Siin^cl schwach,
aiislcigciul, aii.i- (iiH-isl :}-)I.Wilis, n«l>s( ,l.n lilaltsli.l.ii auliccht -haarig;
Wui/.fll)l:itti:i- 5-stlininig, IJIättchcii oval o<l«n- oval - hmy.M loiinig gegc-ii
die Basis veiscliniälril , nach dci; Spitze hin ziisaiiiiiKMigfiuigl - siigezäh-
nig, iinlciscils iiii«! ain Uandc silhergläiizciid - seidciihaarig.
LiNN. S|i. pl.71:5. Chi. hau. 45. Mocii Syn. I. 243. Sri rm D.utschi.
Fl. II. 4. Jaco. Fl. aiislr. II. (.115. Fngl. hol. t. 1381.
X P. Fragariastro-alba. Weisses Bastard flnger-
TeraWt» Stengel nnd Blätter von vageiecht ahslilienden Ilaaien
zottig; Blattei- 3- his 5-sch»ittig, Ahsehnitte oval-nnigeliehi(einnid.
schwaeh zusanimenneigend - sägezähnig.
IIampe Piode. fl. heic. 34. P. hyhiida Wallr. Sched. 247. I». l'ia-
terna ders. in Linnaea XIV. 578. "P. splendens Bam. in I)k Cand. Fl.
fiane. IV. 407. Koch Syn. I. 243.
Ant' WahUviesen, liehlen grasigen Stellen im Walde und an Gc-
hüsch, auf sonnigem sandhalligem Boden, im süd- östliehcn Theile des
Gehiets, am Harze die INordgrenze des Vorkommens in Deutschland er-
reichend, hier und da {Pr. Wittenherg, Halle: Gutcnherg, Klitlelholz,
Heide; Ilalherstadt : am Iliiy, Steinholz, Ilosstrappc — ; ./«. llägde-
sprung — ; .Sc/um. Frauhenhau'sen , Badra, Sondershausen—; Bi-. Ilühe-
land — ; Iln. Königshof, Sleigcrthal, hier unweit der Miltelmiihle ilie
Bastardl'orm — ). Mai, Juni, und meistens zum zweitenmal August, Sep-
Icmher. — Juli, Septemher.
Slcngcl .liiiiii. Vi— l' I«o<li. Wiirzoll.I^ltoi- laiiggcsticU, später iihor .1<-n Stengel lier-
Tornigeiul, olierseits tiiiligiüii iinil niKlt. Bliiloii gross, liroiililätter riiiullitli -iiiiigekclirteiriiixl.
iuisger-milel , kürzer als ilie Kelclizipfel , iiiileli« eiss. — Die zwiselien ileii lieideii Staiiiiii-
arten gefundene, liier .nls Bastard anfgefiilirtc Form Jialt niebt allein das Mittel der Geslal-
tnng, sondern schwankt aiieli l)ald zu dieser liald 7,n jener der Staminarlen Liniilier: diireli
hald sänimtlieli 3-, l.ald sämnitlieli .'»- schnittige , bald 3 — 4- nnd .5 - sebnitligc Bliiltcr auf
einem Inditiduum, dnreb bald mehr bald weniger nntcrseits geidenbaarige nialler, dnreb bald
den Kcicb an Länge übcrtrelVendc , länglieb - iiingekebrleirunde , Iiald ibm an Länge gh'iebc
mebr rnndliebe Hroublatter. Ob jedueb das Vorkommen in andern Gegenden diese Meinung
der AbslMuimung bcsllilige, ist mir unbekannt, weslialb icb sie ,iuf «eitere Beobacbtung bc-
grimdeter Prülung enipleble.
11. P. FragariaiBitruin. Mrdheer. VingerTeraut,
Stengel schwach, ansicigciid und liegende Banhen Ireihend, arin-(l — 2-)
hlütig, nehsl den Blattstielen von wagcreeht ahsichendcn Haaren zottig;
"Vl^irzelhlätler 3-schnittig, Blältchcn umgehchrleirormig- rundlich, groh
sägezjihiiig, uuterseits giau -seidenhaarig.
EuRH. Ilerh. exs. n. 146. Chi. hau. 4;j. Koch Syn. 1.243. Fragaiia
sterilis LiNN. Sp. pl. 709. Schk. Handl». II. T. 135. Fl. dan. t. l."j7y.
Engl. hol. 1.1785.
in llchlen Holzungen, an grasigen Plälzen zwis» heu (ichüsch, an
Baincn und Wegen, auf hügeligem Kaihhalligem — in den l^hcncn auf
mergeligem Boden, ziemlich häufig, auf den I'>heiien gegen Worden jedoch
ahnchuiend (hier noch //«. Sehönlieck unweit Bremen — ; III. unweit Ilam-
hurg im letzten Bedder vor Beinheck, Jüthorncr u. ]>iendorfer Holz — ).
April, Mai. — Juli.
Vom Gesammtanseben der Wald -Erdbeere. Uläller in der Jugend nnlersoits und am
Rande weiss scideubiiarig- zottig, später die Höhe des Stengels erreiebend nd oben last
Agrimoiiia. ROSACEAE. 181
Kalil. Kronen niilcliweiss , Sfaulit'a<lcn «ciss, If.iitil g.ili , . m s.ifi;.ii!ai henei l)iai,ciiUi,nu
z«iscbon <lcn StanbgofKSsen nn.l Fniclitknotcii.
GM jrjERVjLICHMS.
Pharmaceutisch-JtKedicinisches« /'«" -/. 10. die ßf'tnzel
(Hlxxk n^iarcuk. T.Sl. I'.l.) ofßchull (Uiuliv Toimcnlillae). foi-
vialt. Best and th. eisenfjrünender Gerbestoff' ttud Stärkme/il. Anwcn-
duntf in Pnlverf'orm oder in .Ibkochuntf , besser im .inff/itss , als wirk-
sames .hlslrinifens. /*j«/yrt»«f KxtraLtuiii Tovnieiitillaf. Branntwein, durch
die einr/etei/le fJ'urzel roth rjcf'ärbt , ist beim Landmann als matjenstär-
kendes' Mittel und ijeijen den Durchfall im Gebrauch.
VechniSCheS» fJ'ur-el mehrerer Arten, besonders der .irt.10 u.7.,
zum Gerben, zum Roth- und Schwarzfarben des Leders und durch f^er-
setzeu mit IJisenvitriol zur Uerstcllunif einer Dinte anwendbar.
ÖlCOnomiSCheS. Art. 2. 4 bi.^ 7 u. 13: Zierpfhnizen. Die mehr-
sttn, v/. r. ausf/enommen , tjutc fJ'eidekräuter ; die fVurzeln von A. /
II. iO. zur Schiveinef'ulierunij vorzüfjlich; siinimtlich den Bienen llonitj
liefernd.
H. AI^RIITIO^IA. OnMUMMWJVIG,
I.IIVN. Gen. n. ()07.
Kelch mit krelselfÖiuiigei- aussen inll liakenfcMiiiigen Slaehel-
borsteii besetzter Röhre, durch einen tlriisigen Ring verenger-
tem Schlünde und 5-theiligem Saum. Kronen 5-hlattrig. 2
vom verhärteten Kelch eingeschlossene i>iisschen. iieschl. Svst.
Xf. 2.
Mcbi-jährigc Kräuter mit uiiterhioclicii fietlersclinittigi'ii Blältt-rn und
«lern Rlattsticlc augi'wacliscneu TSebinldättcin. Blüten in endstäuiligen
ahrouföruiigcu Tiaulicn, Blütcustielclien mit 1 Decklilatt an der Basis
und 2 Deci.Mältelien unter dem gliedartig eingesetzten Kelehe. Kronen
lioeligell..
i. A. Eiiiiatoria. Gemeiner Oderntennig. Frucht-
l.elelie verkelirtljegelförmig, Ims zur Basis tief gefurcht, untere Keleli-
Itorsten wagercclit al)stel>end; Blaltabschnitte länglieli.
LiNN. S|). pl.618. Chi. hau. 52. Kocii Syn. I. 245. Schk. Ilandh.
II. T.128. Fl. dan. 1.588. Fngl. I.ot. {.\Mb. Haynk Arzneigew. II.
T. 19.
An Gehüscheu, Zäunen und Wegen, auf trockenem hesouders nicr-
gclhaltigeni Boden, häutig. Jiuii l)is September.— August, September.
Stengel auficolit, enif.icL oiler «enigastig, '2 — -i' Iioeli , laiililia.rig. BlStlelion giol>
nna tiel' gesägt, ol.eisells giiin , niilerseits grauUa..iig. Bliitenstielclien sehr km/,, De.k-
l.latt der Basis 3-tlieilig. l'iuelitäluc rutlienförmig , bis im V lang, mit kleinen, last
siUenden, kleltenälinlielien Fiücl.ten.
«. A. odorata. StarTeriechender Odermennig*
Fruehtbelche kugelig -glocbenförinig, bis zur Mitte leicht gefurcht, untere
Kelcliborsten zurückgeschlagen; Blatfabschnitte länglich- lanzettförmig.
l>lii.L. Oict. n. 3. Koch Sju. l. 245. A. procera Wali.r. Linnaea
\1V. 573.
In Wäldern, Gebüschen und an Ackerraiuen , auf trockenem niergel-
oder kalkhaltigem Boden, im mittlem bergigen Gebietstheile ziemlieh
häutig {Hs. Cassel : zwischen Simmersbausen u. Ihringsbausen — ; Pr,
IVordhausen — ; Hn. im Hohnsteinseben am Harz, am Solling in mehrern
Gegenden, z.B. zwischen Oneusen und Adelebsen, bei Nienover u.s.w.).
Juni bis August. — September.
Ber vorigen sein aluilieli' nn.l daher IViilier iihersehen , je.lorh hühei (his zu 4-') nn.l slar
ker, Blaltahsehnlltc langer nn.l inges|.itiler , lucisleus hri.lerseifs grün , nnlerscils reiu.lriisig.
182 ROSACEAE. Rosa.
sUrli tcrpcnliiiaiiig ricclieiul. Bliilcn und Fniclilliclqjic gnisscr , Kelcliliorstcn zalilrciclior «ntl
welir iiacli iiiilcn goricLivt.
PhartnaceutiSCh ' Medicinisches. Das liraut beider ehe-
dem als ncrvenstärheiides , heilendes, wiirmlieibeudes Mittel of'ficinell
(Ilcrha Agiiiiiouiae), jetsf mir noch vieniff im Gebrauch, f'orwalt. Be-
slundtheile: Ätherisches Öl und eisenyrünender Gerbesio/f.
technisches* Die Blüten liefern einen dauerhaften tjelben Für-
bestoff.
3. Gruppe. ROSEAE. JEIGMX TI,ICH: M MiOSJEJV.
Mehrere von tler fleiseliig gewordenen Kelcliröhrc eingeschlossene nuss-
arlige Früchtclien.
9. RO$i>A. MOSX.
LtlNN. Gen. n. 6.31.
Kelch mit krugföriiiiger, nach ül>cn zusammengezogener
Röhre, durch eine ringformifi;e_Schelhe verengertem Schlünde
und 5-theiligem Saume. Kron\' 5-hlätlrig. Einsamige iVüssehen
von langen aus der Kelchröhrenmündung hervorragenden Grif-
feln gekrönt. Geschl. Syst. XII. 5.
Den Wald, die Yorhölzer und Fluren schniüeliende Striiuehe mit sta-
cheligem Stamm, ungleich gefiederten (selten einlachen) Itlättern und au
der Spitze der Jahrestrielte stehenden, einzelnen und declihlattlosen,
oder in Mehrzahl vereinigten Blüten, deren Doldentrauhen von Deck-
bliittern unterstützt sind, die durch das Zusammenwachsen von je 2 S\c-
henhlatteru unter Zurückziehung des zwischenstehenden Blatts entstan-
den. A'om VA- bis in das Kugel- und Lmgekehrteil'örmige ühcrgehendc
orange, purpurn, blutroth Lis in's Schwarzrothe gefärbte , drüsenborstige
oder borstenlose Früchte. — Der Ilaarüberzug der Blatter und Blatt-
stiele, ihr Drüsenbesatz, die Bekleidung der Früchte und Fruchtstiele,
wie auch die Fruchtlorm an derselben Art unter äussern Einflüssen man-
nichlach abändernd, wonach sich die Charakterisirinig der Arten zunächst
auf die Form und das Zusammenscyu gleichförmiger oder verschieden-
artiger Stacheln, auf die Zahnbildung des Blattrandes, das Verhalten
der Reichzipfel, die Beifzeit und die ßeschairenheit der Fruchtsubstanz
bei der Reife zu beschränken hat.
f Blüten meist clnicln und dann d e ch 1. 1 a 1 1 1 o s. Sehüsslingc d.cJ. l * la cl. cl i g.
'1* R. lutea« Geibe Hose* Stacheln ungleich, gerade, stär-
kere pfriemenförmig, schwächere borstenlormig, an den altern Zweigen
etwas gekrümmt; Blättchen zu .5 — 9, umgekehrteiruiid- elliptisch, gleich-
farbig, scharf doppelt gesägt; Früchte aufrecht, niedergedrückt -kugelig,
von den wagcrecht abstehenden oder zurückgeschlagenen lielchzipfeln
gekrönt.
MiLL. Dict. n.ll. Koch Syn. T. 246. Reit. u. Abel Holzart. T. 03.
Bed. et Thor. Bos. T. 69 m. Abb. Jaco. Hort. vind. t. 1.
Zwischen Gebüsch und an Ilcckei», auf liumushaltigem Boden, hier
und da im südlichen Theile des Gebiets verwildert (/*»•. Halle: Passen-
dorf, Schiettau, ]>laumburg — ; .Se/iu;. Arnstadt — ). Juni, Juli. — Sep-
tember.
Sliauoli tun .'>—(> Ilnlio. sc'lilanh uul i.hoiliangenden Zwcigrn. Itlnlrn ciiurln am
E..dc diT Zwoigo, auch »Olli zu 2, seilen z» :i nnd dann die zweite oder drille mit einem
DeeklilatI an der Basis des Bliilensliels. Kronen gross, fast doppelt langer als der Heli'Ii,
knclilend Ijoelieelb. Triielilc seliarlaclirotli.
Rosa. ROSACEAE. 183
9* R. pimiiinelllfolia. Biehernellblättrige Mose.
Stacheln iiii^lcich, gerade, stiirliere ptrieineiifonnia;, scinväcliere horstcii-
lorinig; Itlättchen zu 5 — 9, ruiidlicli oder lundlicli-oval , scharf kerbig-
gesägt; Früchte niedergedrückt -kugelig, von den ganzrandigen aufrech-
ten KelchziptVlii gekrönt.
De Cand. Prodr. II. 608. Chi. han. 54. Koch Sjn. I. 246. Red. et
Thor. Ros. I. 84 m. Ahl». R. spinosissima Ehrh. Reitr. Y. 161. Fl. dan.
t.398 (R. spinosissima). Engl. bot. t. 187 (<lesgl.).
Iin Flachlande der Nordseeküsten und Inseln, auf Sandboden, selten
(Bn. Nordernei, Juist, ehedem auch bei Harburg (Ehrh. a. a. O.) — ),
im Innern zwischen Gebüsch, auf sonnigem magerm Hügelboden, hier
-wahrscheinlich nur verwildert (//«. Hildesheim am Rottsberge — ; Pr.
Halle: Erdeborn, Wieskau, Schiettau an der Fuhne).
niclitästiger, wclstaclieliger, 1 1/,^ — 2' hoher Strauch. BlUtcn auf kurzen, der Länge
nach am Stengel geordneten Xstchcn, Kronen blass rosenroth in weiss verbleichend. Friichte
gross, nebst den Stielen borstenlos, schnarzroth, als seltene Abänderung purpiu-n (R. siii-
nosissiuia REIT. n. Abel T. 77.).
*3. R. alpllia. A.lpen.M,OSe. Stengel und Äste stachellos;
Blättchen zu 5 — 7, eirund -elliptisch oder oval, doppelt-gesägt; Frucht-
stiele zurückgekrümmt, Früchte eiförmig oder ellipsoidisch, von den auf-
recht-zusammenneigenden Kelclizipfeln gekrönt.
LiNN. Sp. pl. 703. Koch Syu. I. 248. Sturm Deutschi. Fl. H. 26.
Red. et Thor. Ros. III. 15 m. Abb. Jaco. Fl. austr. III. t. 279.
An Berghängen, auf felsigem Grunde, als nördlichstes Vorkommen in
Deutschland, sehr selten {Br. an den Felsen des Bodegcbirgs neuerlich
aufgefunden durch Hrn. Apotheker Hampe in Blankenburg, dessen Scharf-
blick und Sachkenntniss die Flora des Gebiets manche, stets freundlich und
offen mitgctheilte, Entdeckung verdankt). Juni, Juli. — September.
Unsere Pflanze ein kaum über 1' hober, niederliegender, ästiger, unbetvehrtcr Strauch.
Blätter mit meist h bis 7, elliptischen, stumpfen oder spitzen, doppelt- und 3-fach-ge-
sägten, ■ »öllig unbehaarten, oberseits grünen, unterseits veisslichgrünen Blättchen, die an
den jungen Trieben oft purpurn angelaufen sind. Blattstiele mit wenigen, sehr kurzen , ge-
raden oder etwas gebogenen Stacheln und zwischen diesen mit kurzgestielten Drüsen besetzt,
die sich hier und da auch am Saume der Blättehen hinaufziehen. IVebenlilätter durch ge-
stielte Drüsen dicht gewinipert. Blüten gross, Helcbzipfel länger als die abgerundeten,
schwach ausgcrandcfen Hronblätter, lanzcftforuiig in eine lange schmale, gegen das Ende
an Breite wieder etwas zunehmende, ganzrandige oder hier und da mit einem schmalen An-
hängsel Tcrsebene Spitze auslaufend, am Rande und auf der Aussenüäche mit gestielten oder
sitzenden Drüsen besetzt. Fruchtstiel gekrümmt, mit wenigen, schwachen, meistens drüsen-
tragenden Stachelborsten »ersehen, welche auf die Basis der Frucht übergehen. — Unsere
Form stellt demnach den Übergang der R. alpina in R. pyrenaica GOUAIV dar und wird,
unter Mitberücksichtigung der Zwerggestalt, als eine »ar. rupestris zu betrachten seyn.
f-J- Blüten meist zu 3 — .5 in deckblättrigen Doldentrauben, seltener
zu 1—2.
Schösslinge dichtstachelig.
4. R. ciiinaiiiomea. Zitnniet-Mose, Staclieln ungleich,
fast gerade, stärkere pfriemenförmig mit herablaufendcr Basis, schwächere
borstenförniig, an den Ästchen meist ncbenblatfständig; Blättchen zu 5 — 7,
oval -länglich, unterseits grau und flaumhaarig, einfach -gesägt; Früchte
kugelig, von den ganzrandigen zusammenneigenden Kelchzipfeln gekrönt.
LiNN. Sp. pl. 703. Chi. han. 55. Koch Syn. I. 248. Red. et Thor.
Ros. III. 133 m. Abb. Fl. dan. t. 688 (R. mutica). t. 868 (R. fluvialis).
Engl. bot. t.2388.
b. foecundissinia. Blüten ganz oder halb gefüllt, Kelchröhre krei-
sclfürmig angeschwollen.
1S4 ROSACEAE. Rohh.
MtKCiiiiAis. llinisv. A'. 279. Clil. Iiaii. das. R. cinnamoiiiea ß. Kocu
das. ri. daii. t. 1214 (U. ro.riiiulissinia).
In Voiliölzoiii und liclileii V^aldiingt-n , auf hall;- und gypslialtigem
Hoden, scilon (lln.xi.Pr. am alten Stolll»ergc, hier häufig und an vielen
Stellen, z.B. am Wege von Stenn»eda nach Steigerthal, an den süd-
lichen Abhängen nach Uottleherode zu u.s.w.); h. meistens in der I>lähe
von Oitschallen in Gehüselicu und liechen veiAvildort.
S.hlanluT, 5 — 8' hoher St..M..h mit .l,.nh.l|..MiMmolh.-n , gliinz-cndcn o.lcr bcrciacn Z,v,i-
gcii. rSchoiiMätter ticr hlühciulfii Ä^U■hcIl mit rundlich - Iiuizsi>il7.igcii Zi|ifc]n uiul sehr <cr-
behinülcrter, iinifasscniler Basis, an den bliitenlosen Zweigen mit rühreiiartig zusammennei-
genden Rändern. Friiehle klein {i — ö'" im Dnrchm.) , roth.
5« R> tiirbiiiata b. plena. Kreiselbliitige Hose, mit
gefüllten Blüten. Stacheln ungleich, stärkere last sicheHörniig,
schwächere horslenlormig mit ZAvischeugemengten Drüsenhorsten, säninil-
lich im Alter verschwindend; Blättchen zu 5 — 7, breiteirund, grob ge-
sägt; Kclchröhre hreiselartig angeschwollen mit aJ»gesj>errtcn Zipfeln.
U. turJ)inata AiT. Hort, hew . Ilf. 24(5. Chi. hau. 56. Jaco. Ilorf.
schocnbr. IV. t. 415. Red. et Thor. Ros. I. 127 m. Abb. R. turbinata ß.
plena Koch Sjn. I. 249
In Gebüsch und an Hecken, auf huniushaltigem Bo<l<'n, hier und da
verwildert {Hs. Jestedt ; Pr. Halle: Lehndorf, Westewitz, INic-tleben,
Granau — ; Sehw.; tin. Petersberg bei Goslar — ; 311;.). j>Iai, Juni.
Grünzweigiger, 6 — S' hoher Strauch. Blältehcn gross, «inerfaltig, obersclts lichlgriin,
nnterscits ivcisslich - grün. ßlaflslicle dicht hehaart. IN'ebenlilaller halb umfassend, liurz, «o
sie in «eckhlUller übergehen breiter, fast kreisrund. Blütenstielc nebst Kelehrühre drüsig-
borstig oder fast glatt. Kronen roscnrotL mit bliiulichcm Schimmer. — Über die bei >Vicu
entdeckte Stammart, deren Kelehrühre «ie bei R. ranina nach oben zusammengezogen ist,
»ergl. Kocu a. a. O.
Stacheln derb. Schosslinge zcrstreuelstachelig.
f». K« Canilia. MundS-Hose» Stacheln gleichartig, aus
Itreiler Rasis kurz sichelförmig gekrümmt, an den Ästchen zum Tlieil
nebenblattsländig; Rlättchen zu 5 — 7, länglich- elliptisch, elliptisch oder
eirun<l, unbehaart, scharfs]>ilzig-gcsägt mit bogig gegen die Rlättchen-
s])itze gerichteten Sägezähnen; Früchte eiförmig oder ellipsoidisch, nebst
den Fruchtstielen borstenlos.
LiNN. Sp. pl. 734. Chi. han. 57. Fl. d. Königr. Ilannov. Beschreib.
Thl. II. T.ll. Roch Svn. I. 250. u. vulgaris. Reit. u. Abel Holzart.
T.61. Red. et Thob. Ros. II. 51 m. Abb. Fl. dan. t.555. Fugl. bot.
992. IIayne Arzncig<-w. XI. T. 32.
b. duiiietoruiii. Die xarthaarige. Meist stärker und kurzästiger;
Blättchen eirund o<ler elliptisch, Itesonders unterseits nebst dem Blatt-
stiele mehr oder weniger behaart , seltener kahl; Früchte kugelig oder
kugelig -eiförmig, nebst den Fruchtstielen kahl oder letztere mit eini-
gen Stieldrüsen.
R. canina ß. dumetorum Koch das. R. dumetoruni Thuill. Fl. ]>ar.
Ed. II. 250. Red. et Thor. das. II. 85 m. Abb. R. canina v. puberula
und v. subvillosa Chi. han. .57. 58. R. sepium Borkh. Forstbot. 1-327.
R. collina De Caivd. Fl. IVane. IV. 441.
c. oollina. Die borstenstielige. Blättchen eirund oder rundlich-
eirund, besonders unterseits nebst dem Blattstiele behaart; Fruchtstiele,
oft auch die, meistens eiförmigen Früchte, drüsig-borstig.
R. canina ;'. collina Koch das. R. collina Jaco. Fl. austr. II. 58. 1. 197.
Engl. bot. t. 1895. It. canina v. setosa Chi. han. 58. B. dumetorum
Fngl. bot. t. 2.579.
.' X R. piibisiiiomo.eaiiiiia. Jf^ein.Bastanihund«-
Rosa. ROSACEAE. 185
rose» Stacheln scliwäclier und weniger gekrümmt; Blättclien beson-
«lers iinterseits zerstreuet -»Irüsig, doppelt gesägt mit aufrecht -abste-
henden Sägezälinen; Früchte eiförmig nebst den Fruchtstielen I»ahl,
seltener mit einigen Drüsenborsten.
11. cnuina cl\ sepium Koch das. 25'2. R. canina d. inodora Fries
Summ. veg. Scaud. 173. Fl. dan. t. 2233 (U. inodora). 11. Rluchii Wimm.
et Grab. Fl. siles. II. 1. 88.
U. sepium Thuill. das. 252 (nach Evcmpl.)- 1\. myrtifolia IIai.i,. üi. in
Schleich. PI. exsicc. (<ler Straudi sdiwäclier iiiul die Blältclifii kleiner).
In Gebüschen, Hecken, an Wald- Weg- und Ackerrändern, auf fri-
schem Boden, allgemein verbreitet; c. auf magerni sonnigem Bodeii der
südlichen Gebictshälfte ; tlie Bastardform sehr einzeln (//*. Witzen-
hausen— ; Pr. Kaitene]»cr — ; //n. üuderstadt — ). Juni, Juli. — Oc-
tober.
AiifrccLler, iveilscliweifiger, 4, Ö — 12' LoLcr Slraucb, an Ilolzrändern oft, der R.
ar^cnsis älinlicli, lange «eit iiberliiingeude oder an der Erde liegende Ranken treibend (R.
sannentacea Engl. bot. t. VJÖOÖ.), an den Spiebirten b. c. meist sliimuiiger nnd kiirz,Tstiger.
Rhittcben glänzend dnnkel - unterseits bellgriin oder besonders auf Kalkboden blanlieb bereift
(R. glaucesrens UESV. Joiirn. 1813. p.ll4.), einfach oder dojipell sagezäbnig, durch ver-
schiedene Grade unterseits beginnender Behaarung, oft ebenfalls in Verbindung mit Reif
(R. cacsia Engl. bot. f. 2.367. R. nncinell.i Bess. Enum. 64.). in graugrüne FSrhung über-
gehend, auch die einfachen Sägczähnc in .3 — .1-fache Zähneheubildiing abändernd; nebst
den Bliilen, deren blassrolhc Kronen oft bis in weiss ausbleichen (R. leneanlha Red. et
TllOK. das. I. 129 m. Abb.) und deren freie Stempel nicht selten mehr oder weniger nnler
sich ier«achsen (R. systjla Bast. KoCH das. 254. R. slvlosa Desv. Red. et TlIOR. das.
!1I. 31 m. Abb., auchR. eollina Engl. bot. t. 189.1.), "oft doppelt kleiner (R. canina v.
mi.ranlha Chi. hau. .58. R. hibernica Engl. bot. t. 2196.) , auch dreifach kleiner (R. aei-
phvll.i Rau Enum. Ros. 69. RED. et TllOR. das. II. 3; beide m. Abb.). Zahl der Früchic,
die in den Trugdolden der Hauptart zu 3 — .5, und denen der Spielart b. oft zu 7 — 9
sieben, bis zur einzelnen Stellung abnehmend, und ihre Gestalt von der vorherrschenden ei-
förmigen bis in die kugelige, auch wohl umgekehrteiförniige der mittelständigcn Blüte, ab-
ändernd. — Von R. rubiginosa durch die Gleichfürmigkeil der Stachclbildung (wenn auch
die kleinblättrigen Formen weniger gebogene Stacheln beigemengt haben) und den Mangel
des ]iflaumenarligen Geruchs der zerriebenen Blätter, von der geradstachcligen R. lumentosa
und R. villosa eben dadurch, ausserdem aber durch bogig begränzte, gegen die Blättehcn-
spilze ziisanimenneigende Sägezähne zu unterscheiden.
9. R. rilbisinosa. If^ein-Hose» Stacheln ungleich, stär-
kere aus breiter Basis schlank sichelförmig gekrümmt, schwächere fast
gerade, an den Astchen zum Theil nebeiiblattständig; Blättcheii zu 5 — 7,
eirund oder rundlich -eirund, unterseits mit Drüsen besetzt, doppelt-ge-
sägt mit geraden abstehenden drüsig -gewimperten Sägezähnen; Früchte
eiförmig-kugelig, nebst den Fruchtstielen drüsenborstig.
Lina-. Mant. II. 564. Chi. hau. 59. Koch Syn. I. 252. Schk. Uandb.
II. T. 134. Red. et Thor. Ros. I. 93 m. Abb. Engl. bot. t.991. Reit.
u. Abel Holzart. 53 (R. Eglanteria). Fl. dan. t. 870 (R. suavifolia).
R. micrantha Engl. l>ot. t. 2490 (weuigblütig u. mit »enlgern Stacheln).
b. laeviüj. Die glattfrüchtiye. Blättchen oberseils drüsenlos und
unbehaart; Früchte und Fruchtstiele borstenlos.
R. rubiginosa V. glabella Chi. han. das. (mit Ausschluss von R. sepium).
c. pinipinelloides. nie biebernellblättrige. J>iiedriger und sclnvä-
cher; Stacheln «lichtstehend, lang pfricnienförmig ziigespitzt und ge-
rade; Blättchen kleiner, rundlich; Früclite meist einzeln, Fruchtstiele
>venig borstig.
Chi. hau. das. R. rubiginosa t) . aculeatissima De Cand. Prodr. II.
616. Red. et Thor. das. II. 97 ni. Abb.
d. »«plniilifolia. Die stachelblättrige. ]>iedriger mit schlanken
186 ROSACEAE. Rosa.
Zweigen; Stncbeln tliclitstcheixl, aus rtiiidiiclier Basis lang pfiicnicn-
förmig zugespitzt und gerade ; Itlättcben rundlicli, wenigdrüsig, uuter-
scits an den Adern mclir oder weniger mit feinen Stacheln besetzt.
11. rul>iginosa ju. spinulit'olia Dk Cand. das. lt. s|>iiiulilolia Dhmatra
Essai. 8. Koch das. 250. IIed. et Thor. das. III. 8 ni. Ahb.
In Gebüsclien, Hecken, an Wegen, Waldrändern und in lichten Wal-
dungen, auf magerni sonnigem Boden, häufig; e. auf Gyps- und dürrem
Kalkboden, selten (//»i. Dorstc — ); d. in lichten Geholzen, selten (am
Deister bei Kloster Itarsingbausen). Juni bis August. — October.
■\oll- iiiiil meistens kiirzästiger Strauch, 4 — h' hoch, mit dichter, matlgriiner, durch
Drüscnhcsatz unlerseils in das Rostbraune spielenden, wein- oder pflaunienarlig riechender
Belauhnng, kleinen Blüten und gesättigt- rosenrothen Kronen. In Waldungen weniger- und
schlankcrästig, auch minder drüscureich (U. nemorosa LlBERT. in Lej. Fl. d. Spa 11.311.
R. nrmoralis Red. et TllOR. das. II. -3 m. Abb.). >Veniger als R. canina in der Form
der Blättrlien abändernd, die jedoch oft kleiner vorkommen. Blüten bisweilen wie jene
eine svstjla bildend. Früchte stets kleiner nnd rundlicher, borstig oder glatt, seltener in
der Spielart b. auch die Borsten an den Fruchtstielen .iblegend. — Spielart e. 1 '/j — -'
hoch, vom Gcsammtanschen der R. pimpinellifolia. Blattehen von 4 — ^"' im Durchmesser,
Blüten der Hauptart, Früchte glatt. — Spielart d. der vorhergehenden ähnlich, ausser durch
schlankere Zweige und schmälere, an der Basis weniger flach gedrückte Stacheln der Zweige,
durch den Stachelbesatz der Blättchen sich unterscheidend. Es kouinien aber auch K\cmplare
vor, an denen diese Blattstachcln sich zum Thcil oder ganz verlieren.
S. R* tomeiito^a. Wilzhlättrige Mose, Stacheln un-
gleich, fast gerade, stärkere aus zusammengedrückter llasis allmälig zu-
gespitzt, schwächere pfriemenförmig, au den Ästchen meist nebenblatt-
ständig und gebogen; Illättcben zu 5 — 7, eirund oder elliptisch aschfar-
ben-hellgrün, oberseits zerstreuet behaart, unterseits filzig -weichhaarig,
spitz -doppelt -gesägt mit geraden Sägezähnen ; Früchte rundlich - eiförmig
bis ins Kugelige, nebst den Fruchtstielen drüsenborstig oder borstenlos,
reif knorpelig und meist von den zurückgeschlagenen abfälligen Kelch-
zipfeln entblösst.
Sm. Fl. brit. II. 539. Engl. bot. t. 990. Koch Syn. I. 253 (mit Aus-
schluss einiger zu R. villosa gehörigen Synonyme). ReD. et ThOR. IloS. II. 39 Hl.
Abb. 11. villosa Chi. han. 56 (zum Tl.eil). Fl. dan. t. 1458 (R. villosa).
R. hispida Borkh. Forstbot. 1332.
b. scabriusoula. IBie scharj haarige. IViedriger; Stacheln schwä-
cher; Rlättchen oberseits schwach behaart bis ins Kahle, unterseits
scharfhaarig- filzig; Früchte nebst den Fruchtstielen wenigborstig.
R. scabriuscula Engl. bot. t. 189fi. Red. et TiiOR. das. I. 131 m. Abb.
c. nuda. Hie abgehaarte. Niedriger, ästiger; Rlättchen eirund,
zugesj>itzt, lederartig und beiderseits haarlos; Früchte kugelig und
borslenlos, Fruchtstiel drüsenborstig.
R. marginata Wallr. Ann. bot. 68.
d. laevis. Hie glattfrüchtige. Früchte nebst den Fruchtstielen
borstcnlos.
R. farinosa Rechst. Forstbot. 243 u. 1046. Red. et Thor. das. III.
61 m. Abb.
In Gebüschen, Hecken, an Ackerrainen und Waldrändern, auf ma-
gerni besonders auf kalkhaltigem Boden, häufig; die Spielarten einzeln.
Juni, Juli. — Ende Septembers, Octol»er.
Kurzästiger Strauch von 4 — 5' Hohe, die Spielarten niedriger. Blättehen meist spitz,
unterseits mit oder ohne Brüscn. Blüten meistens zu 3 — 5, an den Spielarten zu '2, oder
einzeln. Kronen bleirhrotli mit weissen Nägeln, oder weiss mit rothem Anhauch, selten
ganz weiss (am Meissner, wozu wahrscheinlich R. alba MÖNCH Knum. pl. Hass. I. 2.56. ge-
hört). Kronblätter am Saume nie drüsenwimpcrig. Früchte aufrecht, bei ihrer späten Reife
orange- oder mennigroth, nicht mussig. — Von den vvcichh.iarigca Spielarten der R. canina.
Rosa. ROSACEAE. 187
ausser den dort angegebenen Yerscliiedenlieiten, durch das nicbt abrcibbarc Gran der lilätt-
cben zu unlerscbciden.
9. R. villosa* Sammefblättrige Mose, Stacheln ge-
rade, stärkere aus kurzer Itasis pfriemenförniig zugespitzt, schwächere
horstenlörmig, au den Ästchen oft nehenhlattständig; Blättchen zu 5 — 7,
oval -elliptisch, grünlichgrau und beiderseits sammetartig- weichhaarig,
spitz -doppelt -gesägt mit geraden Sägezähnen; Kronhlätter oft drüsig-
govinipert; Früchte kugelig, nel>st den Fruchtstielen drüseuborstig, sel-
tener borstenlos, reif von den aufrechten Relchzipfeln gekrönt und mussig-
lleischig.
LiNN. Fl. SUeC. 463 und Herbar. (Früchte borstig). Chi. han. (einige Syno-
nyme anders zu stellen und R. tomentosa ausznscbliesseu ). R. villosa U, sylvestris
De Cand. Prodr. II. 618. l\. villosa ß. Sm. Fl. brit. II. 538. II. mollis
Engl. bot. t. 2459. R. moUissima Willd. Prodr. n. 1237 (Früchte horstenlos).
Fries Summ. veg. Scand. 174. R. ciliato-petala Koch Sjn. I. 253.
b. pomifera. Hie grossjrüchtige. Höher und stärker; Blättchen
länger; Früchte zum Thcil nickend und doppelt grösser.
R. villosa LiNN. Sp. pl. 704. Sm. das. Engl. bot. t. 583. R. villosa
ß. pomifera De Cand. das. Red. et Thor. Ros. I. 67 m. Abb. R. po-
mifera Herrm. Diss. 17. Koch das.
In lichten Waldungen, Hainen und Gebüschen, auf humushaltigem
Roden, weniger häußg als R. tomentosa; b. an Zäunen und in der IXähe
von Gärten hier und «la verwildert. Juni. — Mitte Septembers , b. Ende
Augusts und Anfang Septembers.
Höhe 5 — 6', der Spielart 6 — 10'. Blättchen untcrseits. nebst Kelchzipfeln und Ne-
benblättern, bald mehr bald weniger drüsig und besonders an b. bleberig. Blüten einzeln
oder zu zweien. Kronblätter bleichrotb. Früchte unreif meist violet angebaucht , zur Reifzeit
blutroth und glänzend, die der Spielart bis zu -^f^" im Durchmesser stark, dunhelpnrpurn,
blau angelaufen. — Der Besatz des Saumes der Kronblättcr mit Stieldrüsen ist nicht con-
stanf. An überhaupt drüsenreichen Individuen tritt er häufig ein, an weniger drüsenrcicheu
vermisst man ihn mehr oder weniger, ja auf demselben Strauche kann man diese Verschie-
denheit an einzelnen Blüten wahrnehmen. Dies gilt sowohl ton der Haupt- als der Spielart,
während letztere doch meistens drüsenreicher ist. .5 Exemplare des EllRHART'schen Nach-
lasses, welche dieser bei Upsala zu lUNlVE's Zeit sammelte und mit dem Namen R. villosa
L. bezeichnete, entsprechen der hier von der Ilauptart gegebenen Charakteristih , wie nicht
minder dem, was FäIES von seiner R. moUissima sagt. Nur an einem dieser, offenbar von
demselben Strauche entnommenen, Fxenipl. ist der Saum einiger Ii.runblätter mit gestielten
Drüsen besetzt. — Als Cnterscbeidungsmerkniale der R. villosa von der unverkennbar nahe
)cr«aridlcn und änsserlich sehr ähnlichen R. tomentosa dienen der höhere Wuchs der erstem,
die geradern, feinern Stacheln, die beträchtlich verschiedene Reifzeit, Substanz und Färbung
der Früchte.
'lO. R. gallica» Französische Mose* Stacheln ungleich,
stärkere aus zusammengedrückter Basis leicht sichelförmig, schwächere
pfriemenförmig, fast gerade, mit zwischengemengten Drüsenborsten; Blätt-
chen zu 5 — 7, lederartig, rundlich- elliptisch oder elliptisch -umgekehrt-
eirund, zweifarbig, unterseits graugrün und fein beliaart, grosszähnig-
gesägt; Früchte unigekehrteiförmig oder kugelig, nebst den Fruchtstielen
drüsenborstig, reif knorpelig.
LiNN. Sp. pl.704. Koch Syn. I. 2.55. Hayne Arzneigew. XI. T. 30.
R. pumila Jacq. Fl. austr. II. 59. t. 198.
Auf Ackern, im südlichsten Theile des Gebiets die Nordgrenze der
Gesammtverbreitung errei(;hend, sehr selten (Pr. Halle: im Sonimerge-
traide bei Bibra, hier häufig). Juni. — September.
AVurzel weit umher kriechend, Strauch 1 '/.^ — 2' hoch, mit liegenden an der Basis wur-
zelnden Asien. Blättchen hart, fast steif. Blüten meistens einzeln, Kronen gross, ausge-
breitet, robcn - oder dunkclroth mit vveissliehcn Nägeln. Früchte gross.
183 ROSACEAE. Rohm.
II. R. arveiii^ls. Wianleen-Wtose. Sinclidn /.(Msti<>nti,
^Ick'liai'lip;, »I<tI> iiikI lViiis|>i(y.ig g'i-hi'üiiunt, Zwfigi- ranliciiartig iiit-clcr-
liegciul; lUätlclieii zu 0 — 7, riiiullicIi-elllpUscIi oder elliptisch, /.>v<'il'i«r-
l>ig, iiiilcrscits >v<'is.sli<'ligi("m , grossIvcrMg- gesägt; Gi'ißel in eine Siinle
von il(!r Länge tier Slanltr;i<leii /.usaniniengewaeliscn ; Früchte riiiidlieh-
elli|is<)i(liseh oder fast liiigelig, borstenlos, reil" von den He]ehzif>relii
enthlüsst und weich.
Hlds. Fl. angl. ed. II. 219. Chi. han. .55. Koch Syn. 254. IIed. et
Thor. IVos. I. 89 m. Al.h. Engl. bot. t. 188. 11. serpens Ehrh. Beitr. V.
159. 11. sylvestris Roth Calal. I. 59.
In Yorhölzcrn, an W'^ahlrändcrn nnd in Feldgehüschen, an!" Kalk-
boden, im westlichen Theile des Gebiets, selten (f*r. fV. Slroniberg,
Oclde, Münster bei Sentrnp — •; //«. Eggermühlen am Sussumer Felde,
Piepenberg bei Nörtcn, Siebenberge bei Brüggen, Knebel bei llildes-
Lciin — ; III.). Juni bis August. — Ende Septembers.
INicdcrIicgcudcr, lang- niiil scliLifflistigcr, im Geliüscli fui'truiil;i'ii<lcr Strauch. ßlältclicii
aus riiiulliclici Form bis in die cllijitiscli - laiizclllicLc variiioiid , olirii diiiikclgriiii , glatt und
glänzend, iinterseils slarkadcrig, matt, fein bcliaavt oder kalil , \on denen der R. eanina
Iciclit zu nntersclieidcn an den grossen cinfaclicu oder gcdoj>|icIten Kerijzlilinen der Itlältei.
Itliiten einzeln oder zu *2 — 3. Fruclitstlele knrzstielig- drüsig oder driisenlos.
Bosa Incida Elirh. Koch Syn. I. 44'.. in ]>ordamorilca einl.eimisd., und ,.n. Her de,
Elbe bei Hamburg und des Meeres bei Uoslock angelroffen , kann bis jetzt nur als lerirrle
Pflanze betrachtet werden.
B enterb. VnvcrUennbar stehen Bastardbildungen, deren Erzengung durch den Uliilen-
liau so sehr bcgiinsligt »ird, unter den manchen ton den Schriftstellern aufgeführten Arten
und >arieliilcn der liosen. Ihrer sichern Ermittelung stellen sich um so mehr Sclinierig-
lieiten entgegen, «eil die lijbridc Vermischung selten bis zur Stcrilillit einuirl.t. Durch
Samen fortgepflanzt und durch Vogel >erbrcitet, eutzicjien sich daher die Millelfornien sehr
häufig dem Consortinm der Eltern.
Pharmaceutisch-JtKedicinisches. ron A.io. die hVou-
hlaltcr of'licincll. (Flores Uosaruni rubrarum), von .i.G. nur etwa noch
die Flüchte (Fructus Cynosliati). f'orivalt. B c x t und theile : AVseii-
(friinender Gerbcstoff und ätherisches Öl. ^inivendnntf der erslern zur
Bcreitutuf der Tinctura und des Acetiim Bosarum, der letztem zur Con-
serva^ cynorrhodoii, als Adstrinijcns.
ÖTConontiSCheS, ^ht. 1. 2.4 u. 10. Zierpflanzen, von denen letz-
tere zahlreiche f'arieliiten bilden. ^Irt. 7 — '9. zur ^infi/lanzunrj auf liirch-
liöf'en und an liapcllcn , ^i.6. zum Pfropfen hochstiunniiijer Centifolien,
zu Schutzzäunen u. s. iv. fjeeifjnet. Früchte der .Irl. 0. 7 u. 9. ijetrocknct
zu Suppen etc., die der Art. 9 h. zum Einmachen im Haustfebrauch.
Sämmlliehe Arten, vorzüijlich die durch ff'ohlffcruch anlochenden Art.
7 u. 9., der Bienenzucht i/ünstitj. A. 10. ein schädliches ^ickcrunhraul.
XXIX. ISA]V€ilJI§ORB£AX:.
I.ITVDL. Sju. 10-'.
Kelch (lauernd. Saiiiii 3 — ^5- nicisleii.s 4-HieiIig lull hlap]>igei'
liiiospeiilage, Utilirc au der Spllze zusauiniengezogeu, Schlund
durch eiiieii Hing vercugerl. Kelue Krone. " S(au])gerässe von
der Zaiil der Kejchzipfel oder durch Fehlschlagen weuiffei-
oder unhestiuinil viele, vor dem Schlundringe eingeselzl. Fi-uchl-
knolen 1. 2 oder 4 mit je einem Ei. IVarhe kopfTörmig^ pinsel-
Alcheiiiilla. SANGVISORBEAE. 189
förmig oder l)artig. Von vcrliärlctcm Kelch eingeschlossene
iNüsschen. Samen eineisslos mil geradem Keim.— JJlätler mil
Nehciihlätfern versehen. Itliifen oft vielehig.
Torkoinnien. Helle, oUenc Lage liebciul. Einige inil Vorliege lur
Kalk; die in<-]irs(eii Iiodeiivag.
Gehalt. ^idxtri'iK/ireude Stoffe, hcsonder.i in den ff'urzcin. Giillns-
uhne, nillcrsloff'e vud iilherische Öle in den melnstin Tlirilen der Pflanze.
1. AliCHEJfllliliA. FnA^UmNMANVKIj.
I.INN. Geil. n. lös.
Kelch glockig mit 4-theiligem Saum und 4 kleinem Deck-
hlätierii zuischen <len Zipfeln. Stauhgefässe 1 — '4 mit den
Kelchzipfeln ahwechselnd. Griffel seitlich, Aarhe kopfförmig.
Ein eingeschlossenes INüsschen. Gesehl. Sysl. IV. 1.
Mehrjährige Kräuter mit lireisruiulcii gelappten oder handlorniig-ge
theilten Blättern und dem IMaltstiele angewachsenen l^ehenhlättern. Blü-
ten in endständigen Doldentrauben, klein. Kronen grünlichgelb.
1. A> vulgaris!* Genteiner Frauenmantel» Wurzel-
l)lättcr nierenl'örmig- kreisrund mit 7 — 9-lappigem, bis tief in die Buch-
ten gesägtem Saume, weicIJu'haart bis ins Kahle; Blüten lockerlraubig.
Li^'N. Sp. pl. 178. Chi. han. 52. Koch Svn. T. 256. Schk. Ilandb.
I. T.26. Stirm Deutschi. Fl. II. 2. Fl. dan. 't. 693. Engl. bot. t. 597.
b. nioiitana. Die geJtirg ständige. Kleiner; Blätter seidenartig-
■weichhaarig ; Blüten geknäuelt- traubig.
A. muntana Willd. Enum. bort, berol. 170. Chi. han. 58. A. vul-
garis ß. subsericea. Koch das. A. vulgaris ß. Liän. das.
In liebten >Yaldungen, an W^aldräudern , auf Vliesen und Weiden
besonders der Berg- und Hügelgegenden, auf feuehtem humusreichem
Boden, häulig; b. auf hohem Bergwieseu. .luni, Juli. — Seplember.
Ans fiHgcisdicki-iii , siliiiigcin AViirzclstock in Büsohein dnsteigeiulc Stengel. Anfänglich
in Rieliliing \on Radien gefaltete, mit «lern Rande tntenförniig aufwärts gebogene Blattei,
»olilie die Thauliopfen tragen, bis die Sonne sie »erdiinstet. Die angegebenen Cliarahteie
der S|.ielart, verbunden mit 14 Tage si-Sferer Blütezeit, erbiellen sieb im biesigen bot.
Garten seit langen J.ibren unverändert, weshalb der verst. ScHRADER mit AVlLLBElNOW
diese Form als eigene Art betrachtete.
C?JE UJERBZICHMS.
JPharniaceutisch- Medicinisches* Nicht mehr offieinell,
aber im Ilatixfjebrunch der Landleute , f'rixch in Utnschläifen als Heil-
mittel bei ferletzunr/en, (fctroeknet zttm Riiuchern getjen liopfijieht u.s.w.
ÜPechnisches» ff'urzcl und Blätter, viel (eisen(jriinenden) Gcr-
hestnff enthaltend , zum Fürben nnwendbai
ÖTeonontischeS. Lin Liebling sf'utter für Kühe und Sehafe, und
dernd in der yllpwirthschaft in einsehen stehend.
als besonders milchfö
LlNIV. Gen. n. lüG.
Kelch glockig mit 4-theiligem Saum, uud 4 sehr kleinen
Deekhlättcrn /vvisclieu den Zipfeln.^ Slauhgefass 1, einem Kelch-
zipfel segenständiff. Griffel seitlicli,^ JNarhc kopfförmig. Ein
eingeschlosseni's INüsschcn. Gesehl. Syst. IV. 2.
Einjährige Kräuter mit üug<'rig - getheilten Blättern und den» Blalt-
stiele angewachsenen I\el»enblätlern. Blüten in scitenstäudigen Knäueln,
klein, Kronen grünlieh.
1. A. arven^is. Feld -OhmJer auf. Blätter tingerig-3-
tbeilig mit 3 — 5-spaltigen Lap]icn; Blüten in blatigegenstäudigen Knäueln.
ig. (ieschl. Syst.
190 SANGUISORBEAE. Sanguisorba.
LiNN. Sp. pl.l79. ScHK. llaiull». I. T.26. Fl. «lan. t. 973. Engl. J.ot.
t. 1011. Alcheinilia arvensis Scop. Fl. cain. I. 115. Chi. hau. 53. liocii
Sjn. T. 257.
Auf Äckeni und Brachen, auf trochcncni uiagcrin Boden, allgemein
veihreitet. 3Iai bis September. — Juli l)is Oetolier.
Klein, aiicrlirli und seiiU-nliaarig- grau. Wurzel fadenförmig. Stengel meist 2 — ."J",
selten his 1' hoch, einfach oder wenigastig. Blätter 3 — -S'" lang, an der Basis keilför-
mig, Zipfel der Lappen lineal stumpf. Blüten in dichten Büscheln >on der Länge der
rundlichen eingeschnitten -gesägten I>chenhlättcr.
S. ^iAIlOUISORBA. IW'EI&^MNKNOPW.
LlNlv. Gen. u. 14(i.
Kelch liantiff mit 4 - theiligt'in gefärbtem Saum uiitl 2 — 3
Deekhlättcin au der Basis. Slauligc'fiisse 4, Griffel eudstkucliff,
Narbe kopfförmig, uiil läuglieheu ^Veiclnvarzeu besetzt. Ej
fesehlosscue IVüsscheu 1 — 2. JJlüteu vielehig
V. 1.
Mehrjährige unbehaarte Kräuter mit aufrechtem oben ästigem Stengel
und unpaarig gefiederten Blättern. Nebenblätter dein Blattstiel ange-
wachsen. Blüten in endständigen , dichten Ähren.
1. S». officiiialis. Gemeiner JfiesenTenopf, Blüten-
ähren eiförmig- länglieh, Staubfäden von der Länge der Kelchzipfel;
Blättchcu länglich mit tief herzförmiger Basis, grob- und scharfzahnig
gesägt.
LiNN. Sp. pl. 169. Chi. hau. 53. Koch Sjn. T. 2-57. Schk. Ilandb.
I. T.24. Fngl. bot. t. 1-312. Ha\ne Arzneigew. \11I. T. 22.
Tu Wiesen und auf Weiden, auf humusreichem feuchtem Boden, Iie-
sonders im südlichen und südöstlichen bergigen Theile des Gebiets häufig,
gegen Norden in den sandigen Ebenen sich verlierend und erst in den Elb-
und Küstenmarschen wieder auftretend. Juli, August. — September.
Schlank und steif, his 3' hoch. Stengel kantig. Blätter oherseils gesättigt grün , unter-
geits weissliehgrün. Blütcnstielc sehr lang, nackt, Blütenkopfe ins >Valzenformige uhcr-
gehend, dicht, pu.purbraun. Staidjfäden , Grillel und Narhen purpurn, Beutel schwarz.
GM njERBriCHMS.
JPharntaceutiSCh'JflediciniSCheS» Jetzt nur noch zur Thier-
arzni'ihi'rciiumf im (iebrnuch.
Vechnisches. Itci einem starken Geluilt an Gcrhestoff zum Le-
derif erben , aueh zum Dunkelviolet- und Schwarzfurhin anwendbar.
ÖTconontische«* Die junt/en I'lätlir dem Salat beitjemenijt er-
höhen dessen ff'ohlfjeschmack. Ms fficscnp/lunze zweiter Güte ein gutes
Kuh- und Schaf'f'ut'ter , ohne jedoch den Anbau zu verdienen.
4. POTERHII?!. BJECMtJEItBJDUJttE,
LlNN. Gen. n. lOÜil.
Kelch 4-ecliig mit 4-theiligem Saum untl 2—3 Deehblältern
an der Basis. Staul»fäden 20—30. Griffel endslandig, IVarbe
lanfffädig-pinselförmig. Eiu^eschlossne INüsschen 2—3. Blüten
vielehig. Geschl. Syst. XXI. 8.
Mehrjährige Kräuter (A.I.), Stauden oder Sträuche mit unpaarig ge-
fiederten Blättern und dem Blattstiele angewachseneu Nebenblättern.
Blüten in endständigen dichten Ähren.
f. P. S^tangiiisorba. Jf'tesenTenopf ähnliche B echer-
hlunte* Blütenähreu eiförmig oder hügelig, Staubfäden und Stengel
länger als die Kelchzipfel, Fruchthelche ellipsoidisch -4 -hantig, netzig-
runzlich; Blättchen länglich, grob kerbig -gesägt.
Crataegus. POmACEAE. 191
LiNN. Sp. pl. 1411. Chi. lian. 54. Koch Syn. I. 258. Schk. Ilaiull..
III. T.300. Engl. bot. t. 860. IIa\ne AizncigcAv. VIII. T. 23.
Au Hügeln, hohen Feldrainen, auf AVeiden und an grasigen Orten,
auf sonnigem troclienem oder steinigem Kalkboden, häufig. Mai bis
Juli. — September.
Stengel aiisteigcna, 1 — Vf-^' IioeL . eeKig, Blätter l.eulerseits fast gleiehfarLig, grün
oder iiDterseils giaiigriin (P. glaiicescens REICHENB. Fl. sas. 3'i8.). Unterste Blüten meist
niinnlicL, übrige «eiblich, oft mit eingemischten Z« ittcrhlüten in der Mitte. Kelihsaum
grünlich - imrimrn , Farben rosa. — Ändert ab mit unbehaarten und unten steifhaarigen
Stengeln (P. guestjihalicum DE BÖNNINf.H.) , mit kürzern fast runden Bluttchen , mit an der
Basis gestutzten und herzförmigen Blattchen.
JPharntaceutisch'Medicinisches» Ehedem offidnell, jetzt
fast ^ausser Gchrmtch .
ÖTeonontiSCheS» Die Blatter, unter dem lyumen von Pimperuell
oder Biebernell, ein beliebtes Suppenkraut , aueh mit den fVurztln als
Salat essbar. Das Kraut ein besonders tjutes ff'interschaff'utter, der
Anbau jedoch nur da zu empfehlen , wo andere Futterkräuter nicht mehr
(jedeihen wollen, namentlich auf dürrem Kalk- oder Kreideboden.
XXX. POIflACEAE.
LlNDL. Transact. I.inn. See. Xlll. 93.
Kelclirölire mit dem Fruchtknoten verwachsen; Saum 5 -zäh-
nig oder ö-theilig, auf der Frucht einschrumpfend. Kronhlät-
ter 5, mit einnärtsgekrümmler Knospenlage. Slauligelasse 20
—30, mit den Kronhiättern einem den Kelehsehlund umgehen-
den Ringe eingesetzt. Fruchtknoten 2— 5 -fächerig mit je 2
oder mehrern aufrechten Eichen und mittelständigen Samenpol-
stern. Grifl'el 2 — 5. Fruclit fleischig (l)eeren-, apfel- oder
pllaumenartig). Samen eiweisslos; Keim gerade, Würzelchen ge-
gen den IVahel gerichtet.— Blälter wechsclsländig, mit iVehen-
hlättern verselien. Kronen weiss oder röthlich.
irorkonimen. Meistens Berg- und Ilügelboden liebend. Einige mit
Vorliebe für Irgebirge, Kalh und Sand. Mehrere bodenvag.
Gehalt, In den Stammrinden Gerbestoff, in der frisehen_Rinde der
fVurzeln einiger Phloridzin. Im Fruchtfleische der mehrsten Apfelsäure.
1. CRAXAEGIJS. ir*:JSSJ»OJlJir.
LlNN. Gen. u. 622.
Kelchsaum 5-theilig. Kronhlättcr 5. Fruchtknoten 5 oder
weniger, vom Kelchfleisch eingeschlossen. Slirnscheihe der ohen
zusammengezogenen, 1 — 5 -steinigen Plaumen kleiner als der
Querschnilt derselhen. Steine 2- oder durch Fehlschlagen 1-
samig. Geschl. Syst. XII. 2.
Dornige Sträuche oder geringe Bäume. Blätter einfach, ganz, ein-
geschnitten oder gelappt, in der Knospcnlage nach Richtung der Uaupt-
nerven gefaltet. Blüten in endstandigeu Doldentrauben.
f. C Oxyacaiitlia. Genteiner ¥¥^eissdorn, Blätter
umgehehrteirund-heiliormig, 3 — 5 -spaltig mit vorgestreckten rundlichen
eingeschnittenen und gekerbten oder gesägten Lappen; Blütenstiele kahl;
Früchte 1 — 3-steinig.
LiNN. Sp. pl. G83. Chi. han. 64. Koch Syn. I. 258. Reit. u. Abel
Holzart. T. 40. Schk. Ilandb. II. T. 132. Fl. dan. t. 634. Engl. bot. t. 2504.
192 POJnACEAE. Cotnneaster.
An AValdräiiclern, in Ilninrn und Gchüsclton, angepflanzt in Ilcrl.i'n,
aul' Iclimigcni und huniuseni Boden, allgemein vi'ibreitet. Mai, Juni. —
Sepleuil>ei'.
Strauch >oii ti — 10' II»lie. Itlätlcr stiiiii)>l', (liclilicli iiiul hart, iirlist ,\cu jungen Tric-
licn slcls iiulif'liaart, an «Icn Jalircslriclicn grösser, groltcr gesägt niul an <lcr Basis lianm
kellfürmig. «liilen mit meist 2, seltener 3 (IrifTeln. die n.iler iler Mide lerl.nndcn sind,
aueli mit 1 GrilVel indem der /.»(ilc al.gcslurl.en oder nirlil enl«ieliell ist. Friielilc seliar-
laelirolh.
9. C'. iiionogyiia. Fiederschniitiger JW'eissdorn»
Rläller eirund - lauUnrörniig, 3 — 5-llieiJig mit auseinanderweieliendcn,
gleit IiImcHcu, S]>il/.igen, eingesehnillenen oder gesagten, seltener ganz-
randigen l.a]>|>eu; Itlütenstiele zarlliaarig; Fiüelile I -sieinig.
Jaco. Fl. auslr. III. 50. t.292. f. 1. Güimp. Holzarten T.73 (.^lespüus
nionogjna). Fl. dan. t. 11G2. Fngl. l>ot. t 2504. C Oxyaeanllia v. mo-
nogyna Clil. hau. (id.
in Wäldern, Ilainen uud Geliüselieu, aut l.allilialligem oder sandigem
Boden, liier und da. Ende Mai's, .luni. — Sepleuiher.
Slraneh oder Banm (l.is zn 30 — 40' Il.il.e). Rinde aller Stamme seh« ärzlieli , slarlj
rissig. Bliilter älterer Äste tief 3-tlicilig mit meistens cingcsclinittenem Endlappen , jnnger
Triebe h — 7 3Ial fiedcrarfig cingeselinitlen mit untern sperrig abstehenden Lajijien nnd nicht
selten lieliaart. Doldenlranbcn in reichlicher Zahl, Rlitten meistens 1-grifl'clig oder der
zweite Grill'el nicht ausgebildet. — ^ ariirt mit weissen, rosenrolhen und gefüllten Kronen,
rotlien, gelben und «eissen rriichlen , die bald gleich. denen der vorigen Art ellipsoidisch,
bald mehr Kugelig sind.
«?JE If^EBBXJCff JES.
technisches u. ÖTCOnomiScheS, Das weisse, biauiuideiitje,
sehi- feste und dituerliafle Holz beider ^irt. zu kleiiieti Mitschiuen- und
Drcchsleriviiaren sehr i/esiuUf. Rinde des Stammes und der fj'urzel
zum Braun- und Gelhfarhen zu benutzen. Bl titter juiiff einen iiesunden
Thec liefernd. Friiehte eine i/nle ff'ildäsuntf, zur Essitj- und Brnnnt-
iveinf/ewinnuufj, aueli zur Scltuieinefüllerunrf anwendbar. Zur ^inleyuntj
von lleeUen die beste Holzart, und die rolhbliiliende Spielart von .i.S.
eine der (friissten Zierden in iiHrten und Parlis.
«. COTOMEASTER. STMIJVMM^JRMXi,
MedIK. Krit. Bemerk. 1793. I.WDL. Transact. I.lnn. !Soc. XIH. 101.
Pflaiiiuo mit 3 — 5 iinler sich zusainnicnhiiiigcnden, der Stirn-
scheil)o mir oiiigodrüclilcn, an der Spilze freien Steinen. Übri-
gens Avie Crataegus. Geselil. Syst. XII. 2.
Sträuche mit einlachen, ganzrandigen, unterseiCs Aveissfilzigen , in der
Knospenlage einfach gefalteten Blättern. Blüten in seiteusländigen Dol-
dcntranlien. Kronen hiein.
f. C vnlsari»» Gemeine Steinniispel* Bläti.r oval
oder oval-eirun<l; BItiten zu 'S — 5, Kelche und Früthte halil.
LiNDL. Transact. Liuu. See. XIII. 101. Chi. hau. G3. Koch Syu. I.
259. Mespilus Coloneastcr Linn. Sp. pl. 6HG. Beit. u. Abel Holzart.
T.51. Fl. dan. t. 112.
In hergigen Waldgegenden, auf felsigem Boden des Kalk-, Basalt-
und Irgehirgs, im süd- Mcslliehen Gehielslheile, die I^ordgreuze des
Vorhoiumeus in Deutschland am Harz (lln. Sophieuhof — ; Pr. Boss-
trappe — ; Br. Blankenhurg am Krahstein) und am Süntelgehirge (Iln.
am Suthweih und am Ilohenstein) erreichend, häufig. .ipril, Mai. —
Juli, August.
Hohe 1—1'. Äsic gerade, rolhbraun , alt gefurcht und grau. Hli.lter bald spitz., bald
mespiius. fohaceae. 193
al.gcrnnclet, auch wolil aiisgerandet , obeiseits diiiikelgriin. noldentraiiben iiickena. Kion-
liliittcr klein, rüllilicli. Friiolite erbsengross , olieii nachgedrückt- offen , mit einwärts gerich-
teten Kclchzipleln, hlntrolh.
3. ]?IESPIE.1JS. MMSJPJEX,,
laNN. Gen. 11. 6'2't. Art. aiisgeschl.
Stiriisclieihe der Pflaume erweitert, fast so breit als clerQuer-
selinltt derselben. Übrigens wie Crataegus. Gesehl. Syst. XII. 2.
Geringe Bäume oder Sträuclie mit Dornen, welche sich in der Culhir
verlieren. Blätter einfach, ganzrandig oder t'eiu gesägt, in der Knospeu-
lage ge-svöllit. Blüten an der Sjtitze der Ästchen, gross mit ausdauern-
den Uecl;l.lätl<rn.
f. ]?I. germanica. Gemeine Mispel. Blätter länglich -
lanzcttlorniig, untcrseits zarlfil/.ig; Blüten einzeln.
LiNN. Sp. pl.648. Chi. han. 62. Rocu Svn. I. 259. Reit. u. Abkl
Holzart. T. 32. Engl. l.ot. t. 1523.
In ftchüschen, an Hecken und in Weinhergen, auf humushaltigem
sonnigem Boden, hier und da verwildert. Mai. — Octoher, Novcmlier.
Äste meistens dornig. Kinde im Alter aschgrau. Junge Triebe feinfilzig. Blatter sehr
kurz gestielt, «eich, untcrseits starkaderig, gegen die Spitze meistens kleindrüsig- gesagt.
Blüten ku.z gestielt, gross, Kclchziplcl länger als die rundlichen, weissen oder röthlichen
Kronblallei rrüchtc »on Wallnussgrüsse, mngekehrteilörraig, abgestutzt, zottig, reif hrann.
VechniSChe* «. ÖTeon OtniSCh es» Der Sta m m zum Pfropfe» ,
das feste und zähe Holz zu kleinen I\utz(/ernthschaften. Rinde, Laub
und unreife Früchte zum Gerben anwendbar; letztere reif im rohen
Zustande sowohl als eingemaeht essbar, auch zur fVein- und Brannt-
weingervinnunfj tauijlich.
4. CYIlO^Iit. auKTvm.
TOURNEF. Inst. 632. t. 405.
.. Fruelitfächer viel (8— 1 l:)-saniig. Samen mit Schleim umhüllt.
Übrigens wie Pyrus. Gesehl. Syst. XII. 4.
Sträuche oder geringe Bäume. Blätter ganz, gesägt oder ganzrandig,
untcrseits oft wollig -filzig, in der Knospenlage gewölbt, schwach ge-
rollt. Blüten einzeln oder in wenighlütigen Dolden.-
1. C. VUlsarlSi. Gemeine Quitte. Blätter eirund, ganz-
randig, untcrseits gleich den Kelchen filzig.
Pers. Syn. II. 40. Koch Syn. I. 260. Pyrus Cydonia Lin\. Sp.
pl.687. Reit. u. Abel Holzart. T. 50. Jacq. Fl. austr. IV. t. 342.
In Gehüschcn, an Bachufern und an Heclscn, auf feuchtem humoseni
Boden, hierund da verwildert. Mai. — Septemlier.
Hohe 6 12'. Junge Triebe, Bl.ilt- und Blütcnsticle filzig. Blätter olt etwas herz-
förmig. Blüten gross, »oldriechcnd. Kronen blass rosenrolh , in Weiss verbleichend.
GEn^EHBZ,icn:x:s.
PharmaceutiSCh.MediciniSCheS. Früchte und Samen (Cy-
donia, Scmina Cydoniorum) officinell. Vorwalt. B c s tandt heile :
Zucker und Äpfclsäure. ^Anwenduntj zur Bereituni) mancher Präparate.
technisches u. ÖTe onomisch es» Stamm, Holz u. die roh
nicht fjeniessbaren Früchte gleich denen der vorhergehenden Gattung
anwendbar^ letztere von der cultivirten Pflanze genommen, wohlschme-
ckendes Eingemachtes und einen trefflichen Liqueur liefernd.
194 POOTACEAE. Pyru«.
lielrhsauin ö-lht«ili^-. Kronl.liiKcr 5. Äpfd 2-Ö QjdKilg,
Fiichc'i- 2-sainig mit kiuHiM-lliauligcr » aiul. 1.. NjsL \ll. t.
«iniiiK- oder Stiäucln- mil oiiil:i(li<ii, ■ran/.ii, in <I.t Knos|n-nl:.gc von
iK-idcn Seit.n . h.g;<iolll.i. Rliidoin. lUiitin im drv Spilzc; der Astclun
in .inraclicn o(l<i- /nsaninMiis<'s((/.lin DohlcnfiaiilH-n , Kronen weiss oder
ro Ulli eil. , ^, ,
fl. P. e Olli Hill nlf<)* Wlltler Btrnbaum, Inuiit am
Stielende niclil veiticri: (;nir.l iVei ; »ladsliele so lang als die Kliilter.
LiNN. S|>. i>l. (Mi. Chi. hau. fil. Jiocii S>n. I. 2()(). IIeit. ii. Abel
llolzaif. T.21. Kngl. l.ol. «.1784.
In WäUlern, Vorliöl/.ern und Geliiiseiien , auf lelnnigem und leliinig-
linnioseni Hoden, einzeln liier nnd da. Kndc \|.rils. Anlang Mais. —
Octolier.
Holicr IJ^uim mit scli« i.r/,li.ligiai..T , aMfgespriii.gri.rr , in l;ii.gliclien Scliiippcn .sich Insen-
dcr Rindo. Zweige hin uiul »ie.le, .Inrnig. Blätter i... sel.»ael.en Stielen l.änge.ul , einin.l,
gesägt, nicht selten in der Jugend hclii.»rt. Doldentraiihen auf langen, dünnen, leicht be-
haarten Stielen. Krouhlälter rnndli<h, hohl, weiss, Stauhbentel rolii. Flüchte rundlieh
oder am Grunde <orge7.ogen. liomml auch mit rölhlichen Blüten Mir.
«. P. jflalllgi. Jf^iltler A^pfelbaum, Fmelit am Stiel-
ende vertiert; Griffel au der Basis vervaclisen; IJIatlsliele halh so lang
als die Itlatter.
LiNN. Si). 1.1. ()86. Chi. hall. 60. Koch Syn. I. 261. Heit. h. Abel
Holzart. T. 22. Schk. llandh. If. T. 134. Fl. dan. t. 1101. Engl. hot.
t. 179.
In Wäldern, Vorhölzern nnd Gehüsehen, auf tielgründigcm humus-
halligem oder lockerm sandreiehem Roden, einzeln hier nnd da. Anlang
oder Mitte Mais. — Septeinl.er.
Weniger hoch als A. 1., sperrig- ästig, jnng mit glatter, aschgr-uihrauner , im Aller
rissiger Rinde. Blätter hreil - eirund , stumpf- gesägt. Doldentrauben fast ungestielt, arni-
bliitig. Kronl.läller rolh angehaucht oder rothaderig, Staubbeutel gelb. Friichle gcn..bell-
technischen u. ÖlConomiSChe*. Dns feste »nd -.Uhc, bräun-
Uchffclbc, f/ute Politur utnifliinendc Holz beider ^irt., jedoch rorzüt/lieh
dns' des Birnbaums, von Tisehlerit, Drcehsicrn und Musehincnbauern sehr
t/esucht ; «/.v lirenn - und h'ohlholz nur mittelmüssitj. Fruchte eine
fjitte Asutitf für das ßf ild.
Forstliches Verhalten. fJ'eder im Hoch- noch ISicdcrwalde
Bcibehtdlunij und lorl/i/lanzunt/ i'crdicncnd.
e. ARO^IA. BSJEnJttMS^MI,,
l'EKS. Syn. II. ;i!>. Art. ausgcsrhl.
Kclclisauni ö-tlicilifi:. Kioiihläller 5. Fiiicliihnolo 5-fJirl|C-
riff mit je 2 Eiflion , Fächer diiich unvollsläiHligc Schcidc-
Avändf unvoIllioiuiiU!ii-2-kainmeiig. IJcere 3— 5-sauiig uiit wcMch-
häiiligeu Fruehhvänden. Geschl. Syst. XII. 4.
Sträuehe mit ganzen, sägezälmigen Blättern. Blüten in Trauheu,
Kronen >veiss.
1. A. Anielancliier. Gemeine Beerntispel. Blattei
oval oder eirund, unterseils im Jüngern Zustande wolllilzig; Kronhiätter
lihiglicli-heillormig, Früeht«; rundlich.
Reichenb. Fl. sax. 349. A. rotundifolia Pers. Syn. IT. 39. Koch
Syn. I. 261. Amelanchier vulgaris Chi. han. 63. Mcsjiilus Amelanchier
Sorbus. POiriACEAE. 195
LiNN. Su. pl. 685. Reit. u. Abkl Holzart. T. 8. Jacq. Fl. anstr. III.
t. 3fJ0.
In waldi^ni GebirgsgogcMideii , auf felsigem oder steinigem Boden,
im süd-ösflioiien Tlicilc des Gebiets die INordgrenze der Gesammtver-
IfreJtung erreielicnd, zienilicli selten (Us. Allendorf: zum Hain, Ilörne-
liuppe, Sleilewand, Enlenköpfe — ; Pr. lleiligenstadt : z^vischen Lutter
und Kalteneber; Elisa]»etliol liei Udra ; vicfleiclit auch am süd- östliclien
Ilarzrande). Mai. — Juli, August.
Holic 3 — ■'}'. Zweige lolhbraun, junge Triebe weisswolJig. Biälter oberseifs kabl,
iliinkeigrün. Itliiten »ohlricchenil, Kelche noilig. Trücbte starfc erbsengroxs , anranglicli
gnin, dann rolli , endlich schwarz, stark glänzend. Fleisch weisslich, Samen schwari.
I-INIV. Gen. n. lö-ii.
Kciclisaum ö-theilig. Kronlilättcr 5. Friich(knoteH ö-fäclic-
rifi^ mit je 2 Eichen, lieere, doreii Fächer mit einer diinniiäu-
tigenWand versehen sind, 1 — ösamig. Gesehl. Syst. Xlf. 3.
Bäume oder Baumelten mit ganzen, gelappten, fiederspaltigcn oder
unpaarig gefiederten Blättern, die in der Knospenlage nach lUclitung der
Hauptnerven gefallet oder einfach zusanimengefalzt sind. Blüten in Dol-
dentranlten oder Trugdolden. Kronen «eiss.
1. S. domef^tica. ^pierling« -Vogelbeere» Blätter
gefiedert, im Alter liahl , Knospen liahl und lileherig; Früchte hirnförmig.
LiNN. Sp. pl.684. Koch Syn. I. 2(32. Reit. u. Abel Holzart. Fort-
setz. T. 3. Jacq. Fl. austr. V. t. 447. Engl. bot. t. 3.50. Pyrus dome-
stica Chi. hau. Gl.
In Gebirgswäldern, auf humosein Lehmboden des Ur- und Kalkge-
birges, selten und als wildwachsemler Baum auf den Harz und dessen
Torgel»irgc beschränkt (//h. Steigcrthal — ; Br. Achtermaniishöhe — ;
Pf. Rosstrappe, BIcehhülte — ). Mai, Juni. — September, October.
Hohe und GesammlanscLen der folgenden Art. Junge Zweige, Blatt- und BlütenstieJe
weisslieh-wolJig. Bl.itipaare 7 — 8, Blältchen länglich, zugespitzt, scharf und geradlinig
gesägt, jung oberseits zerstreuet behaart und unterseits weisslich -filzhaarig. Doldeotrauben
reichblütig, Blüten doppelt so gross als bei der folgenden Art, Kelche stark weiss - wollig.
Früchte »on der Grosse einer Herzkirsche, etwas birnenförmig. — A'ariirt mit bald mehr
birnen- bald mehr apfelähnliehen Früchten.
9. I$i. aiiciiparla. Gemeiner Vogelheerhaum, Blätter
gefiedert, im Alter kahl und glänzend; Knospen filzig; Früchte rundlich.
LiNN. Sp. pl.684. Koch Svn. I. 262. Beit. h. Abel Holzart. T. 2.S.
ScHK. Handb. II. T. 133. Fl. dan. t. 10.34. Engl. bot. t. 337. IIayne
Arzneige-vv. IV. T. 45. Pyrus aueuparia Chi. hau. 61.
In VVüldern, Yorhölzern und Gebüschen der Berg- und Ilügelgcgen-
den bis zu den äussersten Gebirgshöhen, auf linmushaltigem steinigem
auch felsigem Boden, in den Ebenen meistens auf humushaltigem feuch-
tem Sandboden, ziemlich häufig. Mai. — August, Scpjember.
Schlanker Baum ^o» mittlerer Grosse. Junge Zweige, Blatt- und Blütensliele fein be-
haart, BlaKknospen dick, filzig. Rialichen etwas mehr abgesperrt als an A. 1., gesägt.
Doldentrauben breit, reichblütig. Bluten klein, Kronen lon süsslichem Geruch. Früchlc
kugelig oder rundlich- cllipsoidisch, scbarlachrolb.
Si. ^. Aria. JtKehl -Vogelbeere* Blätter eirund oder ellip-
tisch, seicht eingeschnitten und ungleich gesägt, unterseits weissfilzig;
Früchte cllipsoidisch.
Crantz. Stirp. austr. II. 46. T. 2. f. 2. Kocii Syn. I. 263. Beit. u.
AliEL Holzart. T. 24. U. Fortsetz. T. 17 (Wurzel trieb; als Crat. hybr.da). Fl.
dan. t. 302 (S. hybrida). Pyius Aria Chi. hau. 62. Engl. bot. t. 18.58.
Crataegus Aria Linn. Sp. pl.681.
196 POMACEAE. Sorbus.
lu Itcr^- iiihI Gchii'gswälck'iu ck-s süiUicIuMt Geltielsllieils, auf fri-
siliciii LcliinJioiUn ilcs IJr-, Kalk- iiikI Basallgcliiigs, die TVordgicnzc
des VoiKoinineiis in Deutsclilaiid am Harze (//>i. Scliar/.l'eld, zwisclien
lllVId niul llothesiitte — ; ßr. Illankeiilmrg — ) erreicliend , ziemlich liiiii-
lig. Mai. — Scpteml)(?r.
Slr:nicli oder Baum milllcrcr Grösse. Junge Zweige wollig. BlSItcr mit zalilreirUeii,
genalierteii starken Rippen lerselicn, oliersciU glänzend - grün , kalil oder zerstreuet liaarig.
in friilier Jugend lieiderseils ueissfilzig. Kronen weiss oder blassrosenrotli. Früelitc rotli,
mit gellicm meliligem Fleisch.
4. S. torininall». Kla -Vogelbeere» BlaUer eirund, ein-
geschnitten-lappig, Lappen zugespitzt," iingk-ich gesagt, unterste grösser
und al)stehend; Früchte oval.
Crantz. Stirp. austr. II. 45. Koch Svn. I. 2(53. Crataegus torniinalis
LiN>. Sp. pl. 681. Umt. u. Abel Holzart. T. 20. Jaco. Fl. austr. V.
t. 443. Fl. dan. t. 798. Fngl. l>ot. t. 298. I»y'us torniinalis Chi. hau. 62.
In Rergwaldungen, aul" huniushaltigem Lehmhoden, in der südüeheu
Gelnetshäirte die I\ordgrenze der Verhreitung in Deutsehland (//»i. an
den Siehenhergen hei lirüggen und am Deistergehirge) erreichend (in Mk.
wahrscheinlich nicht vvild), einzeln aher ziemlich häufig. Mai. — Sep-
temher, Octohei'.
Slraiich oder Baum (bis /.« ÜO' Scliaflliölie). Blatter meist 7-lappig mit wenigen, ent-
fernt stellenden, in die Lappenspitzen auslaufenden Bippen. Doldentraulien sperrig, flaeh,
Blüteostiele und Relelc weisslicli- filzig. Früchte gelhlichbrauu mit weissen rnncten.
GEIVMHBIjICMMS.
technisches ». Ökonomisches, Art. t. 3. 4. des schönen
Laubes wci/en eine Zierde der Pnrkunlufjen. Das sehr zähe itnd feste,
politiirf'ähifje Holz derselben , ivenifjer das an Güte nachstehende der
A.S., von 3Jaschinenbaiiern, ßf'at/nern, Drechslern, Forntschneidern und
Tischlern sehr f/esuchl. Kinde and unreife Früchte zum Gerben an-
wendbar. Die reifen Früchte eine f/ute ff'ildäsuny, zum f'otjelfanfj,
zur f'ichfütterunfj , Essiij- und Branntuiein(/ewinnunq , Darstellunfj der
Apfelsäure (A. 2.) , zum Einmachen (Art.' 3. 4.) , Klusskoehen u. s. iv.
nutzbar.
Worstliches Verhalten» A.4., in 100 Jahren eine zu Nutz-
holz fiassliehc Stärke erreichend, im Mittel- und Niederwalde mit For-
theil überzuhalten. Art. 1 — 3. uienitf Ilolzmasse liefernd, noch am i'or-
theilhaftesten im Nicdcrwalde bei einem 20 ^ 25 -jähriijen Umtrieb zu
nutzen, im Hochwalde aber in den Durehforstuntjen wetjzunehmen.
JUSS. /Inn. Mus. 111. 31'». Galt, ausgcsohl. DE CanD. Trodr. III. 35.
Kclcliröhro mit dem Fruclitkno^ten vevAvacliscn, Saum 2—5-
(meist 4-) spaltig, mit klappiger Kiiospeiilage. Kronhlälfer von
der Zahl der Kelelilappen, ^mit diesen ahweeliselnd dem Kelch-
schlunde eingesetzt, in der Kiiospenlage rcchfs gedreliet. Staub-
gefässe mil den Kron]>lältern eingesetzt, von gleieher, dop-
peller oder um die Hälfte geringerer Zahl. Fruchlknote 2 —
mehrfäeherig mit mlUelständigen Samenpolslern. Ein Griflfel,
Narhe kopttörmig, keulenförmig oder gelheilt. Samen ohne
Eiweiss. Keim gerade, das AVürzelchen zum Nahel gewandt.—
Blätter gegen- oder wechselständig, ohne Nehenhläller. Blü-
ten zwitterig.
Vorkommen. Die einheimischen Arten bodenvag, und uncmpnnd-
Oenothera. ONAGBARIAE. 197
Ikli gegen das Klima, von den Ebenen liis aul' die Gebirgshöhen ver-
lueitet.
Gehalt, ffcnitj bchinmt. In den fViirzeln wcfiii'ier Zucl;cr, Schleim
und walirschcinlich Sturhmehl.
1. Gruppe. ONAOREAE. MIGJEIV TIjK C HE XACHT.
XJEH XEJW 6r JE irÄ CHS MC.
llöbi-e des Kelelies länger als der Frucbtbuolen , der freie Tbeil mit
dem Saume abfällig. Trucbt eine Kapsel.
1. OEIVOTHERA. ]¥ JLCH TKJERZE.
I.INN. Gen. u. 4Ü9.
Kelchzipfel iiiul Kronblätfer 4. Sfaubge fasse 8. Kapsel läng-
lich oder keiilenförmifi-. Saiiien an der Spitze kahl. Geschl.
Syst. VIII. 1.
"Ein-, 2- (Art. 1. 2.) oder mchrjäbrigc Kräuter (selten Stauden) mit
wecbselständigeu, gezähnten, bucbtigen, eingescbnittenen oder fiederspal
tigen Blättern. lilüten blatt\\ inlielständig, einzeln, sitzend oder sehr
liurz gestielt, in endständige Äbren vereinigt.
1. O. blennis. Gemeine Nachtleerze» Blätter länglich-
lanzettförmig, ausgeschweift-gezähnelt; Kronblätlcr länger als die Staub
gelässe und halb so lang als die Kelchröhre.
LiNN. Sp. pl.492. Chi. hau. 93. Koch Syn. I. 268. Sturm Deutschi.
Fl. 11.5. Fl. dan. t.446. Engl. bot. t. 1534.
An Flussufern, auf Weiden und an\^^egen, auf kiesigem oder sandigem
feuchtem Boden, ziemlich häufig eingebürgert. Juni, Juli. — Septembei-,
October.
Wurzel spindelföriuig mit rother Oberhaut und rothen Kreisen im weissen Fleische.
Stengel '2. — "i'/j' hoch, zerstreuet behaart mit zwischengcmisrhten wenigen, auf Drüsen sitzen-
den Borstenhaaren. Blätter weich, hogig mit etwas aufwärts gerichteten Rändern, meistens
kahl und glänzend. Kronen von 1 '/i" im Durchmesser, hlasscitronengelh und schwach wohl-
riechend.
». O. nnipicata. Borstige ^Nachtkerze, Blätter lan-
zettförmig, ausgeschweilt gezähuelt; IVronblätter so lang als die Staub-
gefässe und nur ein Drittheil so lang als die Kelchröhre.
LiNN. Syst. nat. II. 263. Chi. hau. 94. Wirr. Comment. Gott. 1775.
24. t. 1. Fl. dan. t. 17-52.
Am Elhufer, auf sandigem Boden, ziemlich häufig eingebürgert (Hl.
von Lauenburg bis Blanheuese, lim. bei Steinbeck — ; Hn. Hohnstorf — ;
Mh. bei Boitzenburg — ). Juni, Juli. — September.
Gesammtansehen der A. 1. aber schlaiiher und steifer. Stengel «elchliaarlg mit häufig
zwischengemischten auf Drüsen stehenden Borstenhaaren, meist purpurn angelaufen. Blätter
schmäler, flach, härflich, mehr oder weniger behaart. Kronen um die Hälflc kleiner, Kron-
blätlcr umgelichrtherzforinig, heller eitroncngelb.
GX:iyt:HBX-ICHJEIS.
ÖJC onomisch es* Ttic l-jnkritfc fVvrzel von A. 1. (Uapontica
(Jer (iärtHCv) (jcliocht einen trefflichen Salat rjcbend.
Ä. EPIIiOBIlJITI. SCMtOVJEJVrTMMniSHICM*
LlNN. Gen. n. 471.
Kelchzipfel und Kronhlälter 4. Stauhgefässc 8. Kapsel pris-
matiseh-lineal. Samen in einem Haarsehopf endigend. Gesehl.
Syst. VIII. 1.
Meistens mehrjährige Kräuter mit gegen- und oben wechselständigen
ganzen Blättern. Blüten blattwiukelständig, einzeln oder in endständi-
198 ONAGRABIAE. t^pilobium.
gen Tiaulnii. Saiiii u lici di'v lU'il'v «lie Mittclsäuli' M'ilassciul und mit
licm ll:iarsrlio|>f den K.-.psrlklappfii aiiliäiigiMul. — Sehr vcränacilu li in
Höhe und Astiglicit, die l)ei dcnselJ»en Arten von der liohen bis zur
Zwerggestalt, von Vieläsligkeit bis zur einlachen Siengelbildung al>:in-
dern; in der IIaarl>el;leidung, die bis in's anscheinend Kahle üliergeht,
Moniit Glanz der niatl<n IJIätter eintritt; in den Blaltgrösseii ; in der
Grösse der Itlüten, die liei denselben Arten um das Dopjfelte abändert;
endlicli in der mchrern oder mindern Entvvickelung von ^Turzcltrieben.
Der anseheinenden \ eriinderliehkeit der Narbe einiger Arten liegen viel-
leicht nur zeitliche Ilezieliungen hinsichtlich der Eutwichelung und Be-
fruchtung der Blüte zum Grunde.
t Bl
atibgcfass.- iMid Griffel (
Blatter « e r li s e 1 s t ä n a ; g.
1. E. angiistlfoliiini. lianghliittriger Schoten-
weiderich, Blatter lang- lanzettförmig, fast ganzrandig mit sehwa-
chen entfernt stehenden Drüsenzähnchen , unterseits w eisslichgrün und
dicht netzartig-geädert; Rronblälter umgehehrteirund mit langem INagel.
LiNN. Sp. 1)1.493. Chi. han. ül. Koch Sjn. T. 2(54. Schk. Ilaudb. I.
T. 106. Sturm Deutsehl. Fl. 11.81. Fl. dan. t. 289. Engl. bot. t. 1917.
In Wäldern und Vorhölzern, auf lockerm humos - sandigem Boden,
häufig und stets heerdcnweise. Juli, August. — August, September.
Stengel 2 — .^' hoch, einfach, habi, reiehl.el.lällert. Blatte, lang z>iges,.ilU , unl>ehaart.
Blüten in schönen langen lockern Tranben, mit grossen hell - purpurnen Kronen. — Kommt
bisweilen mit weissen Kronen vor, anch triflt man im Gebirge völlig ausgcbiiaete lili.ben.le
Exeniplare, die nur 4 — ■ •^" hoch sinil.
ff Blüten regelmässig; Staubgefasse u n .1 Griffel aufrecht. Untere
Blätter gegen-, obere w ee hs el stän d i g.
«. E. Iftlrsutiiiii' Hauhhaarig er Schotenweiderich,
Blätter lanzettförmig- länglieh, stengelumfassend und etwas herablaufeiul,
einwärtsgeliogen-sägezähnig; Stengel rund, hleberig- zottig und vielästig;
Narbe 4-thcilig; Wurzel Ausläufer treibend.
LiNN. Sp. ul. 494. Chi. han. 95. Koch Svn. I. 205. Stlrm Deutsehl.
Fl. 11.81. Fl. dan. t. 326. Engl. bot. t. 838. E. grandillorum All. Fl.
ped. l. 279. . . ,
An Gräben, Fluss- und Teichrändern, zwischen Gebüsch, aul (euch-
tem oder sumpfigem Boden, häufig. Juni bis August.— September.
Stengel 3 — 4' hoch. Blätter bald mehr bald weniger dicht und «eich behaart, bis ande-
rerseits in's Kable, mit Aiusnabme der Adern auf der untern Seite, bei zugleich wenig zotti-
gem Stengel (E. birsnium v. glabreseens Chi. han. das.). Blüten gross, Kronblätter doppelt
so lang als die Kelchziplel, umgebcbrlberzförmig- rundlich , rosapurpurn, mit gelblirlmcissen
>ägeln.
3. E. parvifloriini. Weichhaariger Schotenwei.
derich, Blätter lanzettförmig, sitzend, schwach drüsig -gesägt , matt,
untere kurz gestielt; Stengel meist einfach, rund, weichhaarig oder hurz-
zottig; Narl>e 4-theilig; Wurzel ohne Ausläufer.
ScHRKB. Spicil. 146. Chi. han. 95. Koch Syn. I. 265. Sturm Deutschi.
Fl. 11.81. Fl. dan. t. 347. Engl. bot. t. 795. E. hirsutum ß. Limv. Sp.
pl. 494.
b. Bubglabrum. Her kahlblättrige. l^Ieistens höher, Blätter lang
zugespitzt, entfernter drüsig - gesägt , fast Kahl und glänzend; Stengel
anliegend zartliaarig. ^
E. paruflorum ß. subglabruni KoCH das. E. parvillorum v. gl
ens Chi. h.iii. das. E. rivularc der deutsch. Florenschr.
scens
3 ^^111. Iltlll. 11(19. MJ. laftiitiav. »»,- . ,^. ..«^^... - - .-
Wiesen und zwischen Gebüsch, auf Sumpfboden, an Gräbei
Epiiobiiiin. ONAGRARIAE. 199
Flüssen und IJiiclicii, liäiilig; li. •scltiMit-r. Juni liis August. — August,
St-ptemhcr.
Stengel 1 — 2' liocli , Malfeireieli, iiclisl den nulir oilci »cnlgcr zngespilztcu , sellcnei
^lnulp^icllen Blättern grauhaarig, letztere an l>. nur noeli mit kurzen, angepressten Härclien
liesetzt, grün unil gl.inzend. Blüten lilein (Y3 so gross als an .1. 'l.\ und liei uns wenig
in der Grösse variirend. Kronblättcr dojipclt so lang als die lielrlizipfel , otal, spitz aus-
gerandet, an der innern Basis heliaai t , gesättigt fleisclifarlen. Die Spielart 1). meistens
liolier als die Ilauptart; docL kommt sie aueli beträchtlich kleiner und sehmallilaltriger \or
E. ri»nlate AVAlll.EtVB. ist griisserlilutige Form der Spielart l>. mit zugleich dunkler gefärbten
Kronen. So grossblutig kommt sie in unserni Gebiete ujelit >or.
4. E. ■nontaiiiini. Berg - Schotenweitlerich» ßlüttei
eirund, zugespitzt o«ler eirund - länglich, ungleicli spitzig-gcsägt, am
Rande und auf den Adern flauniliaarig, untere auch Mohl alle liurz ge-
stielt; Stengel rund, angepresst-krausliaarig; Trauben vor «lern Aufblüben
nickend, !^arl»e 4-tbeilig; \'\'^urzel ohne Ausläufer.
LiNN. Sp. pl.494. Cbl. ban. 9(5. Kocii Syn. I. 205. Stürm Deutscbl.
Fl. U. 7:2. IlEicHENB.PI.crit. 11. 1. 189. Fl. dan. t. 922. Engl. bot. I. 1177.
b. oblongiiiii. Her länglichblättrige. Stengel strafl'; Blätter
sännntlicb gestielt, dichter stehend, bleiner, läiiglieb mit ganzrandiger
Rasis; häutig liurze Asteiieii in den RIattachseln.
F. niontaiium y. lanceolatiiin Kocu das. auch F. lanceolatuin Koch
111. 1022 (nach Exeinpl. von ■\VlRTr.EIv).
c. minus. Ber niedrige. I>iedrig; Stengel beugig und ästig; Rlät-
ter kleiner, t'iriind -länglieh, stunipflich Juichtig- gesägt.
^^ iMM. et Grab. Fi. siles. I. 371. E. muntanum v. ccrnuum Chi. bau.
das. F. niontanuni ()'• collinum Hoch das.
In ^^'älderii, Hainen und in Gebüsch, auf niagerm trockenem oder
steinigem Roden, häufig; b. und c. in Gebirgsgegenden. Juni bis Au-
gust. — Juli bis September.
Hohe 1— I'/.j', der Spielarten b. 10— 1'2", und c. 4—"«". Stengel einfach oder
nach oben ästig, häufig brauiirotli angelaufen. Blätter fast kahl, lirbtgrün, schwach glänzend,
au b. etwas länger gestielt mit bald rundlicher bald etwas keilig tcrsebmalert«^ Basis. Blüten
fast doppelt so gross als an A. ci. , aber auch kleiner abändernd. Kroublätter an der innern
Basis unbehaart, jifirsichblütcnfarben. — Es kommen selten gekreuzt und zu drei stehende
Blätter ,or.
5. E. roseuni. Stielbtättriger Schotentveiderich.
Rlätter elliptisch, ungleich scharf gesägt, sämintlich länger gestielt; Sten-
gel durch 2 — 4 hera]>laufende erliabene Linien sclnvacli kantig, nach oben
zu zarthaai'ig; Narbe keulenförmig, spätcjr stumpf vierlappig.
ScHREB. Spicil. 147. Chi. han. 97. Koch Syn. I. 267. Sturm Deutschi.
Fl. 11.81. RE1CHE^B. PI. crit. 11. f. 190. Engl. bot. t. (593.
b. puniiluni. Her niedrige. Niedrig; Stengel einfach, Rlätter sehr
klein, spitzig; Rlüten 1 — 3, oft nickend.
Chi. han. das.
In lichten Wäldern, Wiesen, an Wegen und Gräben, auf feuchteni
«juclligem oder sum]>rigcm Roden, ziemlich liäufig; b. im Gebirge (//ii
Moosberg am SoUing, an Waldbächen hinter Adelebsen — ; ßr. Rlan-
kenburg — ).
Stengel 1 — 1^/2' l'oeh , meistens ästig. Blätter zartlaubig , an beiden Enden zngesjiitzt,
wodurch in Verbindung mit dem Gcslicllscju aller, auch der liaubensländigen Blätter, diese,
im Gcsamnilansehen der »orhergcheudeu am nächsten stehende, Art lon sämmflichcn übrigen
leicht zu unterscheiden ist. Trauben rcichblütig. Blüten klein, Kronblätter blassrosa. —
Ändcit ab mit am Sanme und dem Millelnerv zarthaarigen und fast kahlen, glänzenden Blät-
tern. Die Spielart '2 — 4" hoch, zarlliaarig, mit 4 — 6 Blätterpaaien. Kronen blassrosa.
Hier wird die , erschmälerte Basis der Bläller kaum noch merklich und die Blattstiele .er
kürzen sich. Kleine Exemplare des alsdann sehr ähnlichen F.. jUmefolium Vll.I.. sind an
200 OI^ylGRARlAE. * EliUobiuin.
«Jen fast silzonilcii , weniger ge$|iitzten ISlältrni , Her dicliliclicii Substanz «liesor nn<1 den
grossem Blüten ui nnleisclieiden , E. aliiiiiiim I-. duieli lUn runden Stengel, die stumiil-
lielieu, dieklidien, fast ganirandigen Blaller, und »euiger rul>eseenz; lieide dureli die unter
spitK-ru AViukcIn vom Miltelnerv .•.«sgelieudcn . gestrcktern Seilcnuer.en , die bei allen i-or-
lucn des E. roseiun einen stärker gekiiininiten rundliclien Bogen bilden.
6. E. iialiiHtre. Sumpf . Schotenweiderich, «läiter
schmal lanzettförniig, zugt-spitzt, mit keiliörinig vcrschmälerU-r Basis,
sitzend, gaiizrandig und schwacli ausgeschweift; Stengel rundlich, ange-
drückt liiaushaarig mit 2 vom Vereinigungspunct der Blattpaare herab-
laufrnden dichterhaarigen Linien; Trauhen vor ilem Aufhliilien üherhän-
gend, I>iarhe heulen lormig; "Wurzel Ausläufer treibend.
LiNN. Sp. pl 495. Chi. hau 96. Roc« Svn. I. 2(K). Sturm Deufschl.
Fl. II. 81. Fl. dan. t. 1571. Fngl. bot. t.316.
b. nanuui. Der xirergige. Niedrig und feinstengclig; Blatter lan-
zettförmig, lanzetllich-lineal oder lineal, stumpflicli; Blüten 2 — 3.
Chi. han. das. E. palustrc b. hj ssopifolium Beichenb. Fl. sax. 353.
PI. crit. II. t. 197 (E. nutans). Als hochnordische Form schliesst sich
hier an: E. palustre ß. lapponicum Wahlekb. Fl. läpp. 95. E. palustre
ß. albcsccns Ders. Fl. suec. 1. 234. und ungeachtet der dagegen erho-
benen Einwendungen sehr wahrscheinliel» auch E. lineare Mlhlenb.
Fries Summa veg. Scand. 176.
In \^'^iesen und lichten Waldungen, auf Sumpf- und lloorboden, be-
sonders an quclligcn Plätzen, häufig und oft heerdenweise ; I». auf Berg-
höhen (Wh. Sollinger Wablungeii — ; Pv. Heinrichshölie am Brüchen).
Juli, August. — September.
SIengel 1 — l'/'^' '">c''> ^" Spielart b. 4 — ti", eiufacL, oben, seltener sebon.ion der
Wurzel an, ästig. BUtter meistens am Rande fein umgerollt, bier auf der Oberüäcbe und
unterseits am Mitfelnerv zerstreuet zartbaarig, oder beiderseits kahl und dann scbwaeb glänzend ;
Blaltbasen niebt selten dureb kurze kaum erliabene Linien ein ucnig berablaufcnd , häufig
obnc eine Spur dieser, h ie denn auob an grössern üppigen Exemplaren der dichter behaarte
Sircif oft gänzlich unmerklich wird. Blüten klein, blassrotb, auch in weiss verbleichend.
Kapseln zartbaarig- grau. ■> ariirt mit etwas grössern Blüten.
t. E. tetragoiiuni. Vierkantiger Schotenweitle.
rieht Blätter lineal-lanzettförmig, gesägt, mittlere mit blättriger Basis
hurz-herablaufend-an«cwachsen, untere hurz gestielt ; Stengel fast hahl,
durcli 4, seltener 2 herablaiifendc erliabene Linien hantig; Traube auf-
recht, I>arbc keulenförmig; Wurzel auslreil»end.
LiNN. Sp. pl.494. Chi. han. 98. liocit Svn. I. 267. Sturm Deutsehl.
Fl. 11.81. Beichenb. PI. crit. II. t. 198. FL dan. t. 1029 (mit grossem Bli-
len). Engl. bot. 1. 1918.
b. lirgatuiii. Der ruthenäsiii/e. Meistens schlanker und sehr ästig;
Blätter schmäler mit rundlicher Basis ohne hcrablaufenile Blattsubstanz
aufsitzend, Stengel durch 2, seltener 4 herablaufende erhabene Linien
kantig, Ausläufer treibend.
Waulenb. Fl. suec. 233. E. virgatum Fries Fl. hall. 66. Summ.
veget. Scand. 177. Kocti das. I. 267. III. 1023. E. tetragonum v. ra-
mosissimum und v. puberuhim Chi. hau. das. Stlrm «las. II. 81. E.
nbscuriim Beichenb. das. t. 199. E. tetragonum ß. Fl. dan. t. 1267.
c. montaiiuni. Her bergständige. iSlicdrig; Stengel einfach oder
wenigästig; Blätter lineal - länglich , stumpflich; Blüten 1 — 3, in hoher
Lage oft nickend.
Chi. han. das. E. nutans Schmidt Fl. boh. Cent. IV. 82. Tausch in
Begensb. Fl. 1828. II. 4(iO. IIornem. Fl. dan. t. 1387. E. alpinum ß.
nutans KoCH das. 2(i8.
Die Hauptart an Gräben, Bächen, Teichen, auf nassem oder sumpfi-
gem Boden, häufig und oft heerdciiwcise; J). meistens auf weniger nassem
Isnarditt. ONAGRARIAE. 201
Kodon, in ausgetrockneten Gral)eii u. s.w.; c. auf liöhcru Bergen und
Gcitirgen (llii. Sollinger \^"aldungen, Ilarzgeliirge — ; Pr. am Brocl.en
auf der lleiuiielisliölie — ). Juni, August, im Gebirge bis Ende Septem-
bers. — August liis Octol)er.
Stengfl der IlaupUrt und h. 1 '/j — 3' hoch, von c. 4 — 6 — 8" hoch, aufrecht, steif,
meist röthlich .ingelaufen. Blallor trühgrün , am Rande und am Miflelneiv zaithaarig oder
kahl und glänzend. Die Blaltsnlistanz hcstimmt , al.er nur sehr kurz am Stengel herahlaufend
und dann in 4, oder, indem '2 Linien an einander grenzender Blalthasenränder zusanimen-
fliessen, in 2 erhahenc ISälhc ühergchena. An der Siiielart h. die herahlanfendc Blallsuh-
stanz nicht vorhanden oder kaum hemerklich. Blüten klein, HrDohLitter an der Basis he-
haart, rosa oder fleisclifarhen. — Die Entii irkelnng von Ausläufern sieht unter einigem
Eindnss der BodenheschalTenheit , und ein alpiner Standort hewirkt erfahrungsmässig leicht
Krümmung zarter Stengel. — Die Spielart c. unterscheidet sich von dem ähnliehen E. al
piuum I.. noch durch kürzer gestielte, schmälere dünnerlauhigc Blätter und mehr Flaumhaar.
Bemerk. E. alpiuum LIMV. Sp. pl. 495. mit gegenständigen, gestielten, cirnnd-
länglichcn, stumpflichcn Blättern von dicklicher Suhstanz (Engl. hot. t. 'JOGI, vortreftlich,
Fl. dan. t. 3"2"2, wo die Bläller spitzer als sie gewohnlich vorkommen dargestellt sind), ist his
jetzt im Gehiete der Flor auch am Brocken nicht gefunden worden. Ycrgl. E. roscum b. und
E. palustre h., die nehst K. telragonum c. in Herbarien mitunter als E. aipinum vorkommen.
■Wenn auch unter die Zahl der Bastardformen dieser Gattung (REICIIEIVB. Fl. sai. 303.
führt deren lö anf) Spielarten und Abänderungen aufgenommen sevn mögen, so kommen
doch nicht zu verkennende Bastarde vor, z.B. ein E. parvifloro - palustre zwischen den beiden
Eltern wachsend, womit E. virgatum FK. zusammenfallen dürfte. Bei zum Theil so nahe
verwandten Arten als diese Gattung enthält, uulerliegt die sichere Feststellung und noch mehr
die Charakterisirung der Bastarde annoch zu vieler Insicherlcit , als dass man in einer Flora
darauf eingehen konnte.
VechniSCheS» Man hat das seitlcnartiffe Samenhaar der A. 1. 2.
mit vcrscliiedenen Zusätzen zur Anf'ertifjung von feinen Gespinnsten, Pa-
pier .^ liastorhiHen, Lampendochten u.s.%v. anfjewandt.
ÖJCOnOiniSChes» Die junaen Sprossen von A.1. csshar, die jun-
(/en Blätter der Art. 1.2. 5. zur Theebereitunfß und als Gemüse nutzbar.
Die mehrsten Art., besonders 1 u. 2., zu Zierpflanzen der Gärten t/eeifjnet.
Ä. Gruppe. JU§SII:jIlI:. JUISSIJEE]¥GE¥VÄCHSX;.
Böbre des Kelelis niclit ülx'r den Fruebtknoten verlängert, Saum
4 — 6-spaltig, ausdauernd. Fruclit eine Kapsel.
3. is:wARiiiA. MSJ¥^nm:E.
I.INN. Gen. n. 469.
Kelchsaum 4-tlieilig. Kronbläfter (4) oder nicht vorhanden.
Stauhgefässe 4. Grifl'el fadcnföriuig abfällig. jXarbe kopfför-
mig. Kapsel 4 -klappig, 4 -fächerig, vielsamig, fachspaltig.
Ge.schl. Syst. IV. 1.
Ein- oder mehrjäbrige (A. 1.) Wasser- oder Sumpfkräuter mit gan-
zen, Wechsel- oder gegenständigen Blättern. Blüten blattwinkelständig,
sitzend oder kurz gestielt.
1. I. palustris« ^untpf-Esnardie* Stengel an der Basis
wurzelnd; Blätter gegenständig, oval -spateiförmig, spitz; Blüten ohne
Kronen.
LiNN. Sp. pl.l75. Chi. han. 100. Roch Syn. I. 268. Schk. Uandb.
I. T. 2^j. Stlrm Deulsehl. Fl. II. 22.
Auf Triften und in Heiden, auf sandig -sumpfigem torfigem Boden,
besonders gern an und in Gräben und Teichen, im westlichen Gebiets-
thcile von der Südgrenze his nach Hamburg, hier die ISordgrenze der
202 OMAGRABIAE. Ciicaea.
((•uro|i:iisc]i<'n) <icsaniin(vcil>iciliiii^ crrcicliciul, /.iciiilicli li:iiilig, im Oslcii
ilcr Linie von (Hassel, llannovci', Liincl)ur^ im tircl)ict(> niclil niclir vor-
linmmcn.l (/V. //'. Iliinslcr, y.wisclicii Kalidfn nnii Twiolianscn , Wieso
am Oslcilicis.T Miilil.-iiliicli Ini Lohe — ; llii. ^cucnl.iic licn am Slirl;-
t(-i('li<-, ilclihur^, ISniTraoil', Kolinlioist , Lavcisluli . I»i<'|i<'iiau , Itonnc-
inülil.ii — ; Ol. VVcsttüsl.dc, AVcsliiloy — ; Hm. i:|.|..n.loi Ici- »liililcn-
teicli).
Unl.eliaarl. Strngcl im Wasser .■.iilioclit , l — 1 '/i' '""•''. 'i"'' 'l^'»' •'■"'<''■ "'» nir.l.r
liegender Basis anstr.l.e.i.l , (i — S" liocli , geglie.leil ■>ill elivas a.igoscl.» ollri.cn (i.Unl.in.
meist riitlilicli angelanl'en. Asie al>gcs|iorrt , grgensländig. Itinli'n Miin, gninllili.
3. Gruppe. CIRCAEEAE. MJEXEJVJKRAUTGEMÄCHSE:.
l\öliiM> des Kelches nicht iil»er den Friichtlniotcn verliingeit , Sanni
2— 4-spaUig, ahfallig. Frucht kapselartig.
LlNN. Gen. n. 44.
Kelchsauiii 2-lhellig. Kronitläller 2. Slaiihgefassc 2, inil
«leu KronhläHcrii Avcelisolsläiulig. Geschlossene ln'rnföriuige
Ka2)sel, 2-faoherig mit 1-saiuigen Fächern. lleschl.Sysl.il. 1.
Melirjahrige, schwaclistengelige, zartlauliige, an der Kasis >vnr7,elnde
Kräuter. Illatter gegenstandig, ganz. Blüten in cnd- und seitenstiindi-
gi'u , einfachen Trauben. Früchte mit llakenhorsten liesctzt.
1. C liitetlana. Gemeines MeacenTcraut. Rlättcr ei-
rund, 7,uges(»itzt, schwach ausgeseliweirt-gczähnclt; IMütensticIcIun ohne
DccIJ.Iätler.
LiNN. Sp. pl. 1-2. Chi. hau. 100. Koch Sjn. T. 2m. Scuk. Ilaudh.
I. T.2. a. Sturm Deutscht. Fl. 11.2.-?. Fl. dan. t. 210. Fngl. hot. t. 105(5.
In schattigen LauhholzAvaldungcu und ilainen, auf humj>sem IVischeni
Boden, hauHg. Juni, Juli. — August, Septcnil)er.
Stengel 1 — l '// l'ocli , aufreolit, einfach, flaiimliaarig, selten fast Kalil. Uläticr I '/.^
Mal so lang als breit, oberseits ohne Glanz, Blattstiele laug, stielriind. BlUlentragender
Tlieil der Tranbe bis 4" lang. Kronen rotldicLiveiss oder weiss. Friielitc unreif uuigc-
liolirteiriind- kugelig, reif kugelig- keulenförmig und alsdann die Fruebtstielc unter spitzem
Winkel zurüokgescblageu. — Ändert ab mit seicht Iierzforniigeu Bliillern (C. lutetiana v.
eordifolia Chi. hau. das.) und unterscheidet sich alsdann von der sehr iihnliehcn grossbliitigrn
rorm der folgend. Art durch den Mangel (oder ganz friilieu Ablall?) dir I)eckblatter, den
schwachbuehtigcn Blälterrand und die grossem, l.inglichern, schrofl' ahiiarts gerichteten Friiclile.
9. C*. liiterinetlia. Mittleres MEeacenTeraut, Blätter
Lerzlörmig- eirund, spitzig ausgeschweift- sägczähnig; hinfällige Itorsteu-
förmige Deckblätter am Grunde der Blütenstielehen ; Früchte umgehehrt-
clrund- kugelig.
Ehr«. Bcitr. IV. 42. Koch Syn. I. 269. Fl. dan. t. 2-56 (C. alj.ina,
die unten erwähnte griisserbliilige Form der C. intermedia darstellend und von C aljiina
durch doi-pelt grossere Blüten abueichend).
In l»crgigen W^aldungen, auf hnmosem feuchtem Boden und an Bächen,
hier und da. Juli l)is jVugust. — August, September.
Gcsanimtansehen der A. 1., doch meistens etwas niedriger und in der Bildung zwischen
den Art. 1 und 3. stehend, doch letzterer Art näher verwandt. — Kommt grossblülig vor
mit Blüten die so gross als die der A. 1. sind (C. alj.ino - lutetiana Chi. hau. das. C. lu-
tetiana ß. intermedia WahlENB. Fl. suee. I. 4., nach Exempl.), und kleincrbliitig, mit
nlnlen die nur etwas grosser als die der A. 3. sind (C. luteliano - aljiina Chi. han. das.).
Vnreife Früchte umgekch.leirnnd - kugelig , reife sah ich noch nie.
3. C alpllia« Gehirgs.JteaOenlSraut. Blätter herzför-
mig-eirund, spitz, atisgcschweift-sägczähuig; hinfällige borstenförmige
DcclvJ)lätter am Grunde der Blütcnstielc ; Früchte länglich-liculcnförmig.
Trapa. ONACRARIAE. 203
LiNN. Sp. pl. 12. Chi. hau. 101. Kocii Sjn. T. 269. FI. clan. t. 1321
(sein giil). Kngl. bot. t. 10.')7 (nur Slcngil iin.I Bl.-iflcr. Die Bliitcii sind ül.ei Joi.-
pelt zu gross iiiiil m .iliiscliciiilicli >on der grosshiütigeu Tonn der C. intermedia entleLiit).
lii bergigen Waldungen, auf feuchtem Boden der reicli an unzersetz-
tem vegetaJ)ilischem Uiinius ist, namentlich an faulenden Baumstämmen.
Juli l>is August. — August, Septeml)er.
Zarler ii.id Meiner als die Art. 1. '2. Stenge] 4 — G" lioeli , ansteigend, dicklich, saf-
tig, hald , gegen die Basis angescliwollen und rolli , selten zerstreuet lieliaart . meist vicl-
trauliig. Bllilter so breit als lang, fctlglünzend. Blattstiele flach, hautig gerändert. Blü-
tentragender Theil der Traube bis 1" laug. Bliiten fast "i'/j Mal kleiner als an A. 1.
Kronen blassrosa. Früchte auch wenn sie noch unreif sind schon kneuelföriuig, meist wa-
gerecht abstehend oder unter stumpfem AVinkcl abwäits gerichtet.
Bemerk. Fortgesetzte Beobachtungen haben bald für bald gegen die in der Chi.
hau. nachgewiesene h\bride Abkunft der A. 2. gesprochen. Bis die Zukunft Sicherheit
hierüber gicbf , mag sie als eigene Art dastehen. Als Spielart lon A. 3. kann ich sie bis
jetzt nicht anerkennen.
4. Gruppe. HITDROCARYES. W^AISSJER]¥ VSS.
llölire des Kelchs angewaclisen , Saum ausdauernd. Frucht nussartig,
heinhart.
5. TRAPA. n^A^SSmUNUSS.
I^INN. Gen. n. G.3.
Kelchsaum i-tlieilig. Kroiililätfer 4. Staubgefässc 4. Grif-
fel 1. rVai']>e kopfförniig. Von den vergrösserten Kelchzipfeln
Jiedeckte un<l 2— 4- dornig-gekrönte IVnss mit 1 Samen. Ge-
sehl. Syst. IV. 1. ^ ^
Finjährig(! schwimmende Kräuter. Untere untergetauchte Blätter ge-
genstandig, haarförmig-fiederschnittig, oliere wechsclständig, schwim-
mende rosettenartig ansge])reitet, gestielt, rhomlienförmig. Blattstiele der
blühenden Pflanze über der Mitte aufgeblasen -angeschwollen, Blüten
blattwinl.elständig, einzeln, kurz gestielt.
1. T. nataiis. Gemeine Jf^assemuss. Blätter säge-
zähnig, Früchte 4 -dornig.
LiNN. Sp. pl. 17.3. Chi. hau. 111. Koch Sjn. I. 2G9. Schk. Ilandb.
f. T.25. Sturm Deutschl. Fl. 11.30.
In Teichen und stehenden Gewässern, auf lehmigem schlammigem Bo-
den, die IXordgrenze der (europäischen) Gesammtverbreitung erreichend,
selten und sich verlierend {Pr. Wittenberg, Barby — ; Br. Vorsfelde,
Wipperteich, l^Ioerse? Neuhauss? Hasslingcu? — Ljt.^'innKw — ; Pr. fV.
Herford — •; Hu. ehedem im Teiche bei Scinvöbber und l»ei Northeim).
Juni, Juli. — September.
Stengel gegliedert, schwimmende Bliitler lederartig und glänzend. Blüfenslielc zottig,
Kronen weiss. Horner der Nuss an den Spitzen einwärts bärtig. ]>'nss gross, grau- oder
schwärzlich -braun. Sanienlappcn von ungleicher Grösse.
GEVrURBJLICXEEllS.
OTconomischeS» Hie meldiijen Nüsse von kastHuienarfiffem Ge-
schmack (jekoclit und tfcbraten essliar.
R. |;r. Gin. rem. 17. liE Cand. l'rodr. 111. 65.
lielcliröhre mit dem Fruchtknoten verwachsen; Saum 4-thei-
lig. Kronhiätter so viele als Kclchzipfel und mit diesen ab-
204 HAliORAGEAE. Myriophyllum.
woeliselnd (lemKolchschliinde eingesotzl. Slauljgcfässe doppelt
odiT eUvn so viele als Uronhlällei-. FriM-lilknoleii 1 — luelirfä-
ciierif? mit je 1 hängenden Ei. liein tirillel. Narben so viele
als Fäeher des Frnelilknolens. Samen mit Eiweiss. Keim ge-
rade, mittelsiändis:, das Würzelehen zum Nabel ffe^vandt. —
«lütter ohne Nebenbliilter. *
ITorkniiiinen. im A\ asscr.
Gehalt. ßf'cui(f hrhinml , tvalirschcinlivli reich an (rcrbestolF, unter
Vmsländen lialU aüssrlicidcnd.
1. JTIYRIOPHlTIiliU]?!. VA.USMN n B Mj^VT.
I.ITVN. Gcu. n. lOÖÖ.
Einhäiisig oder Zwitter. Obere Blut, männl. : Kelchsaum 4-
theilig, Kro'nblätler 4, hinfällig. Staubgelasse 8. Cnfere IJIül.
weibl.: Saum des 4-kantigen Kelchs 4-spaltig;, kleiner. Kron-
blalter kaum bemerklich, zähnehenförmig. Narben 4, zottig.
Nüssehen 4-facherig, 4 -sämig, (iesehl- Syst. \Xf. 8.
Mehrjährige, untergetauchte mit den hlühenileii Spitze» über die Was-
serfläche sich erhebende Kräuter mit gefiedertem Stengel, gegen- oder
wirtelständigen, kammartig -fiederschnittigen Blättern. Itlütcn blattwin-
kelständig, einzeln, sitzend, in Qnirlen oder <|uirlartigen Ähren mit Deck-
blättern an der Basis.
1. Tn., vertlcillatiint. Q,uirlblütiges Vausendhlatt»
Blüten in <^)uirlen, Deckblätter sämmtlich kammförmig-fiederspaltig, mehr-
fach länger als die Blüten.
LiNN. Sp. pl. 1110. Chi. han. 108. M. vcrticillatum a. ß. Koch Syn.
I. 270. Fl. dan. l. 1016. Engl. bot. t. 218.
b. subspioatum Bas nacRthlütige. Deckblätter kaum die Blüten
überragend.
Chi. han. das. M. vcrticillatum J'. Kocu das. M. nectinatum De
Caxd. Fl. frane. Y. 529.
Tn Sümpfen, Grälien und Teichen, häufig. Juli, August. — Septem-
ber, October.
Stengel einfach oder wenigiislig, aufrecht, dicklich, saftig. Blatter ({iiit'lständig (zu 5
und 6), aus den borstenförmig- fiederschnittigen Blattgerüsten hestehend. Deekhlätter der
Hauptart 3 — 6 Mal langer als die Blüten, der Sjiiclarl h. etwa su lang als diese oder
kürzer, womit hei zugleich genäherten Quirlen die Blüten in nackten Ähren zu stehen sehei-
nen. Unter dem Zurücktritt des Wassers hilden sich bisweilen die neckblälter zu Blattern
aus, wonach alsdann die Blüten sämmtlich in ilcn Blattachselii stehen, und in auslrockncu-
den Sümpfen triflt man nicht selten fast stengcllose, nur 4 — 6" hohe, steif aufrechic , \oii
unten her Blütenstiele treibende Esemi.lare (M. verticillalum y. acaule Chi. han. das.).
«. J?I. !^i»lcatuin. Ährenhlütiges Tausendblatt.
Junge Ähren aulrecht, Blüten in (J>uirlen, l>(cld)lätter der untern Blüten
eingeschnitten -gesägt, der obern ganzrandig und kürzer als ihr Blüteu-
«juirl.
LiNN. Sp. pl.l409. Chi. han. 107. Koch Syn. I. 270. Schk. Ilandb.
in. T.296. Fl. dan. t.68I. Engl. bot. t. 83.
In Teichen, Gräben und fliessenden Gewässern, häufig. Juni bis Au-
gust. — September, October.
Zarter und schmächtiger als \. l. Stengel gestreckt, oft mehrere Fusse lang, meist
in ruscnartigen Büscheln flutend, und nach oben ästig. Blätter meist zu 4, haarförmig-
liederschniltig. Gesaninitansehen der Blülenährcn wie das der Spielart h. der A. 1., an
den nicht eingeschnitten - gesägten Deckblättern der obern Blütcnqnirlc jedoch leicht zu un-
terscheiden. Die eingpschnilteneu Beckblättcr der untern Quirle nie länger, «Is hüchslens
doppelt so lang wie die Blüten. Kronblätlcr umgckelirlcirund , schwai h aiisgerandet.
3. I?I. alteriilfloriiiii. JP'echselblütiges Tausend'
ilippurls. HIPPIJRIDEAE. 205
blntt» Junge x^hren überliängend, in:innlichc Blüten wecliselstiindig,
weihliclie unti-ilialb dieser in Quirlen.
De Cand. Fl. fian?. V. 529. Cli). I.an. 107. Koch Sjn. I. 270.
In Fiscliteielien, Gräben und stehenden Gewässern, bis jetzt nur im
westlieben Tbeile des Gebiets beobaebtet und bier nicbt selten , walir-
scbeinlicli aber weiter verbreitet und nur übersehen (//ii. Bentheim und bei
mehren Ortsehat'ten nach der holländischen Grenze zu, Amt Himleburg,
Fischteich der Scbarncbecljer- Mühle unweit Herrmannsburg, Gräben auf
der Insel Wilhelmsburg — ; Ol. bei Herzebrock auf der Heide — ). Juni
bis August. — September.
Abermals zarter, kleiner- und feinerlilällrJger als lieüle »orlicrgeLende Arten. Blattei
meist zn 4 stellend, 4 — 5'" limg. »n'l liärrlienleinen Zipfeln, die bei allen 3 Arten eben
so wie die Äste, meistens weelisel-, weniger liänfig gegenständig stehen; wälirend die
Zipfel der Deeliblälter Iiänfiger gegen einander über als abweebselnd stehen. Stengel naeh
oben oft viele Bliifenäbren treibend. Diese 1 — 1 '/>" lang, solimäebtig und kleinbliitig.
Deokbliillerbildiing « ie bei der vorigen Art, deren specifisclie Verschiedenheit noeh nSher
zn prüfen bleibt.
C? JE li^JBÄJti JrCÄJEÄ.
ÖTCOnomiSCheSt Frisch (jehncht ein ijtites Schweinefulter , tro-
cken lur rerfiitternntj an Pferde und Schafe braiiclfbar, beim auswerfen
der Teiche und Grüben zur Achcrdiinijunij zu verwenden.
:s:xxiii. mmiKiUEAE.
1.[>K Ennm. bort. ber. I. r>.
Kelclirölii-»' mit tleui Friichtkiioleii verwachsen. Saum sehr
laiiz, iiiuleiillleh 2-lap])ig. Kioii])lätlei- iiielit vorhamlen. Staul>-
ffefäss i, dem vordem Lappen des Kelehsauuis an der Basis
eingesetzt. Träger kurz. Beutel mit 2L;ingsritzen aufspringend.
Fruehtknote l-faeherig mit 1 hängenden Ei. Gritfel fadenför-
mig, in einer Furche des Slauhheutels ruliend. Same mit Ei-
weiss. Keim aufrecht. — Blätter wirtelständig.
Torkoiuinen. lui \^'asser.
Gehalt, Unbekannt.
1. HiPPURii^. TA^NNW^rnnmii,
I>INN. Gen. n. 11.
ZvviKcr oder vielehig. Kelehsaum veruischl. Kronhlälter
niciü vorhanden. Stanhgefäss l. aus dem Bsuule der Keleh-
röhre. Einsamiges Nnsschen mit knorpeliger Schaalc. Gcsclil.
Syst. I. i.
" Mehrjährige, im Wasser lebende Kräuter mit fast einfachem Stengel
und wirtelsläudigeu, sitzenden, ganzen und gauzrandigen Blättern. Blü-
ten in den Blallwinkeln , tjuirlsländig, einzeln und sitzend.
fl. H. vulgaris. Gemeiner JTannwedet. Blätter liuea",
zu 6 — 12 in jedem Quirl.
LiiMN. Sp. pl. 6. Chi. han. 110. Koch Syn. T. 270. Schk. Handb.
T. 1. Sturm Deutschi. Fl. H. 44. Fl. dan. t.87. Engl. bot. t. 763.
b. maritima. Her seestrandständige. Blätter lanzettlich, zu 4
bis G in jedem Quirl,
Wahlekb. Fl. suec. I. 2. Koch das. H. maritima Linn. Suppl. 81.
In Teichen, Gräben und Bächen, häufig, b. am Meeresstrande (3Ik.
in der Warnow zwischen der Fähre und Cheelsdorf, an der Klbe bei
(iothmann, Below). Juni, Juli. — September.
206 CAIililTRICHEAE. Callitiiclie.
■Wiirzclsloel; lang, al>H cclisclnd vcriivcigt. Stengel einlach, »eilen mit einem Ast,
1 — 1 '/./ liocli , gegliedert. IJliiller anlanglieli aufrccLl , dann abstellend. Frnelit langlieL.
In reisseudem Wasser oft flutend ästig und unfruelilliar , mit lerhingerlcn dnrelisclieinenden
Ulallern (II. »nlgaris v. Iluitans Cid. h.in. .las.).
XXXIV. CAIililTRlCHEAE.
Link. Knum. liorl. l.eiol. I. 7 (Caliilriel.iMeae).
Kelcli nielif vorliaiulen (oder aiigodculet 2-l)läHng). Keine
Krone. I)eckl)l;itl_cr 2 an der IJasis der lilüte. Stauh^efäss U
Bentel nierenförniig, 1-fäeherig, «juer aiifreissend. Friiehfknotc
1, 4-fäelierifi^, mit je l'Ei. (irift'el 2, ladenförinigj ^'ai-he uii-
sethcilt. Keim abwärfs gericlijel, iniKel.ständis' in lleisehigem
Eiweis.s. — Blätter gegenständig, ohne jNehenblätter.
Vorkommen. Im Wasser iiiul iStlilaiiiin.
Gehalt. Unbekannt.
I. eAliliITRICHE. WAS» JEUS VE Bl¥.
I.INN. Gen. n. 1;J.
Zwitter oder öfter eingeschlechtig. Kelch und Krone nicht
vorhanden.^ Declihlätter 2. Stanhgefäss l. GrifTel 2. Ge-
schlossene in 4 IXiisschcn zerfallende Kapsel. Gcschl. Syst. I. 2.
Melirjälu'ige, sehr zarte, l'atleiistengelige, iniheliaarte Wasser- oder
Schlaininliraulcr. Itlättcr eiiilacli, ganzramlig (mit Aiisiialune der oft
ausgeraiuleten Spitze), in der Form veränderlicl». Rlüteii Ijlattwiukcl-
ständig, einzeln, sehr hlein.
1. C> istagnall». Sumpf- W^asserstern» Alle Blätter
umgekehrteirund- spatell'örmig ; Friiclite fast hreisrund, ■weit aiisgerandet,
Fruehtlaclier von einander gerichtet, hreit llügelrandig.
Scop. Fl. cain. II. 2.'JI. Koch Sjn. 271. Reicuenb. PI. crit. IX. t. 882.
Ic. f. 4747. C. verna Chi. hau. 108 (zum Tl.eil). C. verna ß. Linn. Sp. pl. 6.
b. versifolia. Her blattabändernde. Ohere Itlätter umgehehrt-
eiiuud- Spatel förmig, untere umgekeluteirund - länglich, länglich -heil-
förmig, licilförinig oder lineal, auch vcohl alh; lineal.
C platycarpa KlJTZiKG in Linnaea VII. 181. Koch das. IIeichenb.
PI. crit. IX. t. 883— 889. Ic. f. 4748.
In stehenden und Hicsscnden Gewässern , ]>csonders auf lehmigem
schlammigem Boden, hier und da. April his llerhst. — Juni Jiis iJerbst.
Die grösstc und breitbliitterigsle Art. Olieic Blaller l>is za 4'" l>ieit ; die unlern der
Spielart b. dnreli manniclifaehe Mittelslufen der Form bis in die schmal linsale bei einer
Breite von '/<;'" übergehend und oft an der S]>itie ausgerandet. DecKblülter siclielförmig
gegen einander gebogen, kürzer oder ISnger als die Frucht. GrilVel bleibend, s|>ätcrhin
zurüeligebogen. Friiehle gross, Frucbtfiicher mit dem etivas zngesehärften Uüeken von ein-
ander gerieblet, Flngclrand '/., so breit a's das zugehörige Fach.
Ä. C. venia. Wrühlings-TVTass erstem. Obere Blätter
umgekehrteirund -spateiförmig, untere schmal spatclförmig oder länglich-
keilförmig; Früchte oval, sclimal ausgerandet, Fruchlfächcr zusamnicn-
iieigend, sehr schmal llügelrandig.
LiNN. Sp. pl. 6. Chi. hau. 108 (zum Tl.eil). ScHK. Haudh. I. T. I. f. a— d.
Reiciienb. Ic. f. 474(5 (C. fontaua Scop.). Fl. dan. t. 129. Fngl. bot.
t. 722 (C. a(|ua(ica).
b. lieteropliylla. Der verschiedenblättrige. Obere Blätter um-
gekehrteirund- s]>atelförmig, untere lineal, gestutzt oder ausgerandet.
Chi. h;in. das. C. intermedia IIoffm. Fl. germ. 1. 2. C. verna Kitz. '
Linnaea VII. 175. C. vcrualis Koch Sju. I. 271. Schk. das. f. e.
Callitriehe. CAI.I.ITRICHEAE. 207
ÜEicHENB. PI. ci-Jt. IX. t.881. i: 1179—1182 (C. venia). Ic. f. 471() (C.
st.'llatii lloppi.).
c. linearis. Oer linienblättrige. Alle Blültei- iinlorgetaiielit und
schmal lliieal.
Chi. iiaii. (las. Ueichenb. Fl. eiit. «las. f. 1183. I. . f. 4746 (C. iiiJ-
iiiina Hoppe).
d. caespitosa. Der rasenstengelige. SlrngL-l ahgelnirzt, rascn-
iiluiliclt zusaiiiineiistflH'iul, Blätter klein, gedrängt, umgekehitciiund-
länglieli oder liinglicli.
Clil. hrin. das. C. caespitosa SciitLTZ Prodr. 11. starg. 3. Reichenb.
Te. f. 4746 (C. caespitosa Schultz).
In llächen, Gräben und Lachen, häufig; die Ilauptart meistens auf
iehniigeni oder thonigci« Hoden; b. häufiger als jene, mehr auf magerin
Boden; e. meistens auf Sandboden; d. ausserhall) des Wassers. A|»ril
l)is Herl»st. — Juni bis Herbst.
Weniger Ineiflilallrig als A. 1. Griffel kürzer, meist aiifreolit und liliifallig. Mit Si-
clKrlieit an den Früchten zu nntcrselieiden. Diese l.eträclillieL Heiner als an den Art. 1
und a, Fruililfäelier weniger krenzförniig, melir p-ualK-r oder zu einander hinneigend ge-
richtet, an der Kante aligernndel und mit einem dem Mossen Auge kaum sichtbaren Flü-
gelrand eingefasst.
3. C. aiitiininaliN. Merbst-W^asserstern. Blatter aus
lanzettförmiger Basis lineal zugespitzt, gestutzt und ausgerandet; Flüchte
fast breisruu!, Fruchtfächer von einander gerichtet, ziemlich breit llü-
gelrandig.
LiNN. Sn. i>l. 6. Chi. hau. 110. liocu Syn. I. 272. «eichene. Ic.
f. 4749. b. (sehr gut). GmEL. Fl. Sib. III. t. 1. f. 2 (roh "l-er richtig). Fl. dan.
t. 2120 (das unlirslc vergrösserte Blatt die richtige Form nachweisend, iihrige zu gleich-
ni.issig l.reit).
In Teichen und in stehendem Wasser des nördlichen Gebietstheils,
selten und wahrseheinlich die Südgrenze der Gesamiiitverlueitung errei-
chend (//ii. Cananoher Moor, zwischen Müden und Uelzen; bei Norden
— ; Mk. Mechower See, Strclitz am Wege nach Kalhhorst, F.ichhorst
hinter dem Hofgarten — ).
Zart, dunkelgrasgriiu , an der angcgehenen Form der einander genähert stehenden, ins
Kreuz gerichteten, schmalen IJlälter von sämmtlichen >orhergelicnden Arten und Spielarten,
deren Dlattlormen sich insgesaninit gegen die Basis verschmälern oder völlig gleicLhrelt zu-
laufen, leicht zu unterscheiden. > on C. vcrna ausserdem durch die Uiehlung der Frucht-
fächer und deren hreitern Flügelrand verschieden. — In Herliarien findet man nicht selten
die lincalhlättrigen Formen der Art. 1 u. "2. unter dem Kamen C. aufumnalis.
C. hamulata Kürz. Koch Sjn. I.271. wird in Reichenb. Fl. sax. 418. als "ge-
mein" angegehen und auch in SiCKMANN Enum. slirp. c. Hamli. crcsc. 1. hei Haniliurg
angeführt. Ich enthalte mich ihrer Aufzählung, weil ich sie im lebenden Zustande nicht
sah und sie in der Fruchtform mit C. verna übereinkommt.
ökonomisches» IHc f'risvlien, hru/'lifj f/cf'arbtcn Horste derart.
1 u. 2. aus flicsscndem ff^asser weiden in ciniqcn Gerjeiidiu im ff'iiiter
unter dem ihnen mit Montia foutana f/emeinsehaf'tlichen Namen "Ifock-
auf'" als Salat ff e ff essen.
XXV. CEKATOPHYIiliEAE.
Gray brit. pl. arr. II. .'j)4.
Einhäusig. Deckblätter 8 — 12, gleiclibreit-länglich, ahgc-
slutzt mit 2—3 kurzen Spilzen. Kelch und hrone nicht vor-
208 CERATOPHYIil^EAE. Cerntopliylluin.
Iiaiulcii. Slaulihenicl iiiiheslimiiit viele (ö — 27) iiiU sein- hnizeii
Trümern, läiifflleh-nnigekehrleiruiid, luil einer in 2^ — 3 Spil/en
verlaiifeiulen Aiisraiulniig und 2nacli oben in eine genieiiiselian-
lielie OefViinng aiisgelieiideii F;ieliei;u. Friielilknote 1 -fächerig
Uli) l liiiiigeiKlen Ei. (irifVel l, I>leil(en(l. Samen fast oJnie Ei-
^veiss. Keim auCreelil, tias AViirzelehen naeli iinlen gei'ielilet,
das Federehen zn 2 nalie an eiiiandcr steheiulen Itlaltpaaren ent-
mckelt, daher scheinhai- 4 wirtelsländige Keimhliiller. — Blät-
ter ^virlclständig, ohne Aehenhlätter.
17orkoininen. Im >Vasscr.
Gehalt. Reich an Thoncrile.
1. CERATOPHl^I.IilJI?I. JTASSEUZMJVKEilf.
J.INN. den. n. 1005.
Hülle von Deekhlällern. Sfanhheutel zahlreich in mchrern
Kreisen nm eine verkürzle Achse geoi-dnc(. Ein frciei- Fi-ucht-
knote mit 1 Grifl'ej nnd plVienienrörmiger iNarhe. Einfäeherige
1-samige lederartige i\nss. Gesehl.Syst. XXI. 8.
Mehrjährige, viflästi^e, iiiitiMgctauchte, widrig rieclu'nde Wasser-
kräuter. Stengel rund, knotig-gegliedert, zerhreehlieh. Itlätter gahelig
in horsten- oder f'adeiiähnliehe , aussenseits sagezäiinig - stachelspitzige
Zipfel gclheilt. Blüten hlatt^vinkelständig, sitzend, männliche und weib-
liche unregelmässig verlhi-ilt.
1. C deinersuin* Itreidorniger W^asserzinJeen,
Blätter meist 1 — 2 -fach gahellheilig mit 2 — 4 schmal linealen zugesi)itz-
tcn Zipfeln; Früchte mit. 2 schräg ahwärts gerichteten Dornen oder Hö-
ckern an der Basis der rrucht und 1, der Frucht an Länge gleichen oder
langem, an der Spitze.
Lina. Sp. ,.1.1409. Chi. hau. 111. Koch Syn. 1.272. Schk. llandh.
III. T.297. Engl. bot. t. 947.
In Teichen, Gräben und langsam fliessenden Gewässern, häufig. Juli
bis September. — September, Octobcr.
Stengel l'ii.lenfürinig, oben in Äste zerllieilt, ilielit bcl>]at(eil. nliitt.niiilc genabelt, ge-
gen die Spitzen iler Äste znsanimcnneigenil , kegelförmige EnJigungen clurslellentl ; Bliitter
späterhin starr, cliinlielgriin. Friielite ellipsoidiscb oft zum Inigekclirleiförmigen liinneigenil,
trocken fast glall ; Dornen bald inebr bald weniger ausgebildet und oft tcrschiedenailig gekrümmt.
«. C. siitoiiiersuiu. Mindorniger Tf^asserainJcen,
Blätter meist 3 -fach gabelthcilig mit 5 — « borslenförmigen Zipfeln;
Früchte an der Spitze mit einem mehrfach als die Frucht bürzern Dorn
oder ilöcbc!-.
LiNN. Sp. vi. 1409. Chi. han. 112. Kocii Syn. I. 142. Fl. dan. 1.510.
Engl. bot. t. 679.
In Teichen, Gräben und langsam Hiessendeii Gewässern, seltener als
A. 1. Juli bis September. — September, üctober.
In allen Tbeilen feiner und zarler als A. 1. Bläller entfernter stcbend , fast seblaff,
liellgriin. Früeble kleiner, frisch fast glatt; trocken durch Grübchen und AVärzchcn un-
eben. — Vergl. SciILElDEN in I.lnuaea XI. .513. T. 11. über die dort bestrittene Vcr
scbledenheit der beiden Arten. Jedenfalls sind weitere Beobachtungen hierüber, wie über
«las annoch zweifelhafte C. platyacanihum Chamm. Koch das. 273. wünsehcnswerth.
XXXVI. liYTHRAItlEAE.
Jl SS. l>ict. sc. nat. 27. 4.53. DE CA^'D. Prodr. 111. 7.5.
KelclirÖhrc walzen- oder glockenförmig, Saum gezähnt mit
klappiger oder offener Knospenlage. Kronhlätter dem Kelch-
Lythrum. 1.¥THRARIEAE. 209
Schlünde zwischen den Zähnen eingesetzt, bisweilen nicht vor-
handen. Stauhgefässe frei, der Kelehröhre nnter denKronhlät-
tern eingefügt, Bentel einwärts mit 2 Längsritzen aufreissend.
Fruchtknote^frei, 2 — 4-fächerig,_ vieleiig mit miltelständigcn
Samenpolstern. Ein Griffel mit einfacher Narbe. Samen ohne
EiM'ciss. Keim gerade, das Würzelchen znm Nabel gcAvandt. —
Blätter gegen- oderwirtel-, seltener wechselständig, ohne Ne-
VorkoniMien. An feuchten Orten auf saucrhumosem otlei- saudigem
Boden.
Gehalt, Gerhestoff', Schleim und Färbestoffe.
1. liYXHRUifi. irmmmniCM,
I>i>:y. Gen. n. (504.
Kelch walzenförmig mit 4 — 6 innern und eben so viel äussern
Zähnen. Kronblälter 1—6. Sfaubgefässe von gleicher oder dop-
pelter Zahl. Längliche 2-fächerige Kapsel, mit 2 oder 4 Zäh-
nen aufspringend. Geschl. Syst. XI. 1.
Ein- (A. 2.) oder mehrjährige Kräuter (A.I.), (selten Stiäucher) mit
einfachen, ganzraudigen und drikseulosen IJIättern. lUüten hlattwinkel-
ständig, einzeln oder zu mehrern auf kurzen Stielen. Kronen violetioth.
1. li. $»alicaria. Gemeiner If^eiderich, TiV^üev \xcr7.-
lanzettiörniig, untere eirund, stunipflich; Itlüten I2-mänuig, in endstän-
digen, gequirlten Ähren, Dechldätter der Reiche früh ahl'ällig.
Lh\N. Sp. i>1.64n. Chi. hau. 102. Kocu Sjn. I. 273. Schk. Ilandb.
II. T. 128. Fl. dan. t.671. Engl. hot. 1. 1061. Ha^ne Arzneigew. Hl. T. 39.
An Flussul'ern, Gräben und Sümpfen, besonders zwischen Gcbüs/;h,
auf nassem saucrhumosem Boden, häufig. Juli bis September. — Sep-
tember, October.
Stengel 2 — 4' lioch und liölier. Untere Bialler gegen- nnd ivirtelständig, malt dunkelgrün,
etwas l.eLaarl, Iiis ins Filzige (L. Saliearia v. tonieutosum Chi. Lan. das.), seilen ganz lialil.
BliilenäLren reicIiLlütig und zuletzt rnibenförmig verlängert. Staubfäden langer als der Releli,
Griflcl von 3-('ach veränderlicher I..Tnge. — A ariirt mit grossem und kleinem Bliiten und
mit monströs ausvvaehsenden Deckhliittcrn.
«. li. Hyssopifolia. Ysophlättriger Jf^eiderich,
Blätter lineal oder länglich; Blüten 6-männig, einzeln in den Blattwin-
keln, Kelche mit beharrenden Dechblättern an der Basis.
LiNN. Sp. pl. 642. Chi. hau. 102. Koch Syn. I. 274. Schk. Ilandb.
II. T. 128. Jaco. FI. austr, II. t. 133. Engl. bot. t. 292.
An Sumpfrändern, auf Äckern, AVicsen und an "Wegen, auf feuch-
tem oder Überschwemmungen ausgesetztem sandigem Boden, ziemlich
häufig und heerdenweise. Juli bis August. — September, October.
Stengel '/j — 1' hoch, einfach oder mit abstehend - ansteigenden , ruthenförimigen Zwei-
gen über der Wurzel. Blätter vvcchselständig, seltener einige der untern gegenständig,
blcichgrün. Blüten unansehnlich, Staubfäden im Kelche eingeschlossen, Deckblätter klein,
anliegend, pfriemenförmig.
GM WMRBJ.ICBMS,
Technisches* A. 1. den Zuckerbäckern einen guten rothen Färbe-
stofflJief'eritd.
ÖTC anomisches» A. 1. Zierpflanze. Beide Arten jung ein gutes
Vichfutter.
Ä. PEPIilS. BJLCttEBUUGMXi.
LlNN. Gen. n. 446.
Kelch glockenförmig mit 6 innern und eben so viel äussern
Zähnen. Kronblätter 6, hinfällig oder keine. Fast kugelige
210 CUCURBITACEAE. Bryoni«.
2-fii<'li(Mi^e iiniM'gcluiässig zerreissciule Kapsel. Gesclil. S\'«t.
kiiijaliiise, klein«;, iiifiloigostrccVife , ästige, ^vnrzeliulc liiihiter mit
<r,.<r.n- o.lcr wecliselstiiiidiseii, einraclieii , gjinzi-itn<lip;<ii Rl.iUcin. Rlülcn
hlalbvinliclstaiulig, «iii/eln oder /.ii 2. iiiil 2 üeeliMäUfiii veisclKii.
1. P. Poptula. Gemeine Bachhurgel. liläit. i lailioi
niiff-umgokchrteiiuiKl; Rliileii last sitzend.
LiNN Sp. 1.1.474. Chi. Iian. lO-S. Koch Sjn. I. 274. Sciik. Ilandl..
I. T. 9i). Sturm Dcutsclil. Fl. H.l. Engl. Lot. t. 1211.
AnBaeh- und Teiclirandem und auf ül.eiscliwcniint g.M csenen Platzen,
auf unliegrasteni sandhaltigcni feutliteni Buden, liäufig. .luni bis August. —
September.
rnluhaul. meisl; roll.lUl. :>ng,-la..lVn, SU-ngol 1 — 4" lang. Bli-Ifcr ..n.l BlUlen Ulrin,
einzeln o.lor ,),i,rl, siK.lcro A..s1.il.lung von .SrilenMiilcu in A^ .rtoln stel.cn.l , Aencn des
Kelilis lolli, Kronl.lülfoi blassrosa , liüiifig nirlit »orlian<lcn. K.i|)scl lianlig, »on ans<laiicrn-
«lem Kelrl.c lie.lockt.
PliiladelpIlUS eoi-uuarius, i" <-inig.-.. nor.l.lpulscl..n Flo.cn .nfgrfi.lMl, ist .l.i Fl«.
XXXVII. CUCUKBITACEAE.
MÜMBISAnTlGH ^WIiA.N^MN.
JUSS. Gen. 89-J. I>E Cand. Trodr. Ili. "J!)/ .
Kelch mit dem Fiiielilknolen verwachsen, 5 -zähnig. Krone
5-snal(Ig oder ö-thcilig, unten mit dem Kelehsaume verwach-
sen Slauhgcfässe meist 3, von denen 2 zwei vollständige, 1
nur ein«n halhen (1-fiicherigcn) Beutel trägt (^o Stauhffelasse,
deren 4 paarweise verhunden und der 5te frei sind), iruelit-
Isnote 1 — 5 -fächerig mit wandst.indigen Sainenpolstern. h,in
GrilTel. Narhen 3 — 5. Samen mit einem Mantel, ohne Liweiss.
Keim fferade, das Würzelchen zum Nahel gcjvantlt. — J><V"S^''
mit Wickelranhen. Blätter Avechselständio:, ohne i>ehenhla(«er.
Vurkoinnieii. Auf bumusreiehem jedoch saudhaltigem loekerin «o-
den, ui.isleus in <leu Avännein liliniaten zu Hause.
GehttU. .iu.u/ezrirlini-t (hirch schürfe, drastisch bittere, Ptirfjiren
iiitd Erbrechen errcijcude Stoffe.
1. BRYOIVIA. Z^fJJVJti/ÄJB. •
.INN. Gen. n. 1093.
3-fächerig(
Mehijahiigc Kräuter mit rübenlormiger Wurzel und Idetternden, ästi-
gen Stengeln. Wiehelrauhen neben den Bladslielen siebend, meist un-
getheilt. Blätter eckig oder bald mehr bald >veniger tief 8 — 7- lappig.
Blüten in blattwinkelständigen Trugdolden, seltener einzeln.
1. B. alba. Schwarzbeerige Zaunrübe. Blüten ein
- - ■ - - • ■ ■■ '-' Narben kahl.
häusig, Kelche der weiblieben Blüten so lang als die Krone, Narben kahl.
Link. Sp. pl. 1488. Chi. ban. 112. Kocu Sjn. I. 277. Scuk. Ilandb.
IlT. T.aifi. Sturm Dentsehl. Fl. 11.80. Fl. dan. t. 818. Havnk Arznei-
gew. VI. T. 23.
An Hecken und Zäunen in der Nähe von Wobnungen, auf frischem
humushaltigem Boden, durch da.s ganze Gebiet ziemlich häufig, jedoch
wahrscheinlich nur eingebürgert. Mai, Juni. — September.
Portulaca. PORTIJIiA€EAE. 211
W.irzrl «elssrn Mil.hsaft füliron.l nixi iibc)riofl>cn<l , Sicngel 6 — S' Iiocli ompor-vin-
•loii.l. Bliitler haiulförniig 5 — T-lappig, gpzäliiir, >o.i scluvi.-jigen Krliabcnlicilcn ^liarf.
^Veibliclic Tiiigdoldcn lang geslielt. Kronen gelligriinlicli. Beeren soliwarz.
9. B. diolca. ^oth früchtige Zaunrübe, Blüten 2-
liäuslg, Kelche der ^veiMicIicn Itliite um die Hallte liürzer als die Rroiie,
I\arlieu raulthaarig.
Jaco. Fl. aiistr. II. .59. t. 199. Chi. hau. 113. Koch Syn. I. 813.
Sturm Deutschi. 11. H. 80. Engl. bot. t. 439. IIayne Arzneigew. \I.
T. 24.
An Heclven und Zäunen in der Nähe von Wohnungen, auf fiischem
humushaltigcm Boden, im süd- westlichen Theile des Gebiets ziemlich
häufig, -wahrscheinlich nur eingebürgert {Pr. fV. Münster — ; Ha. Cassel:
Möncheberg, Weinberg, Kratzenberg; Bettenhausen, Enger — ; //»I.Oste-
rode, Hameln am Klüt, Gertrudenberg l»ei Osnabrück, als nöidlichstes
Vorbommen). Juni, .Tuli. — ■ September.
Wurzel, Gesaniinfanselicn inul Blalfer <Ier A. 1. Weihlirlie Triig.Iolden last siUenil.
Kronen unrein weiss. Beeren scliarlaelnotli.
GM nJERBIsICHMS.
Pharmaceutisch - JtKedicinisches» Die fViirzel (Kvisze
JJ'narenh. T. 39. F. 1.) heider Art. (lladix Brjoniac s. Vitis nlbae s.
IJvae anginae) officinell, doch meistens nur noch zur Thierarzneiberei-
tunfj. f'orw allendc ß e s tandth. Zuunriibenbitter (Bri/onin , drastisch
jnirtjirend und tfif'tiff) und Stärkmehl. Anwendunfj innerlich in Pulver-
form, Aufffuss oder Abhochunfj ; ätisserlich auf Quetsehunfjen und Ge-
schvjülstc frisch oder die Abkochtinff.
ÖTconomiscTieS» Das ausf/ewaschene Stiirhmehl der netrockneten
fVurzel zum Brodbacken anwendbar; die jungen Sprossen aoyekocht als
Gemüse ijeniessbar.
XXXVIII. PORTVIiACGAK.
JUSS. Gen. 313. Gatt, ansgcsclil.
Kelch tief 2-theiIig, in der Knospenlage geschindelt. Kron-
hlälter meistens 5, hisweilen an der Basis verhunden, mitunter
niclit vorhanden. Stauhgefassc hald von der Zahl der Kron-
hlälter und dann diesen entgegengesetzt, oder ein 3Iehrfaches
derselhen, seilen weniger. Fruchtknote 1 -fächerig mit mittel-
ständig'em, freiem Samenpolster. Ein hisweilen ohen gelheilter
Griffel mit mehrern Narhen. Samen mit mehligem Eiweiss.
Keim ringförmig.— Blätter gegen- oder wechselslandig, meist
ohne rVelienhlätter.
Vorkommen. Auf sandigem Boden. Die meisten in wärniern Kll-
maten zu Hause.
Gehalt. Apfelsnurer Kalk, in einirjen Sodn; ührifjens wcniy bekannt.
I. PORTiJiiACA. ponvtri,A.K,
I.INN. Gen. n. Ü03. Art. ansgcsclil.
Kelch von hleihender Basis ringsum ahspringeud. Kronhläl-
ter 4—6. Slauhgefässe 8 — 15. Fruchlknolen rundlich. Kapsel
umschnitten aufspringend. Geschl. Syst. XI. 1.
Einjährige, etwas #eischige, saflvoUe Kräuter mit Wechsel- und ge-
genständigen, einfachen, ganzraudigen, unbehaarten Blättern. Blüten
klein, cnd- und oft achselständig, einzeln und zu zweien oder mehrern.
Kronen gelb.
212 PORTVIiACEAE. monÜA.
1. P. oleracea. Gemeiner PortulaTc, lHüii.r läng-
lich-lieiHoimig oder uingclieliilfiriiiid; Ulütcii silzeiul, Kdchziplel stumpf
gcliicK.
LiNN. Sp. pl.638. Chi. hau. 211. Koch Syn. 1. 278. Schk. ll.iiulh.
II. T. 130.
Auf GartcnlänilcTeicn, Aclicrii und an Wegen, auf sandig -humoscm
Boden, hier und da verwildert. Juni bis A-Ugust. — September.
Stengel niedergestreckt, GS" lang, gabclästig, flelseliig, saftig, rolh angelaufen.
Ein Ilaarring an der Basis der Kronen.
GM n^X:RBI.ICHJE&,
ÖTeonOmiSCheS» Du- Blätter als Salat, Gemüse, in Suppen u. s. w.
essbnr.
Ä. ]HO]¥TIA. MONVEM.
1>1NN. Gen. n. lül.
Kelch l)loil)eiid. Kionbliider 5, aii der Basis verLuiiden, 2
ffrössfi- als tlie iibrJfi-cn. Slaiihgefässt- iiu-islons 6, vor dcii 6 klei-
uerii Kronl)lalk'iii. FiiK'lillinoteii kiciselforniig, Griüel sehr
kurz inil 3 ttaumliaaiigen IVarhcn. Kapsel S-klappig. Geseiil.
Svsl. Ilf. 1. (3.). ^ ' , ,
"Ein- oder mehrjährige, an den untern Gelenken Avurzelude, saltige,
etwas fleisehige, unbehaarte Kräuter mit gegenständigen, kleinen, ein-
fachen, ganzrandigen Blättern. Blüten in end- und später blattwinliel-
stäudigen, wenigbliitigen Trauben an abwärtsgekriimmteu Stielen. Kro-
nen mit einem bis zur Basis gehenden Spalt, Aveiss.
1. ]fl. foiltana. Q,uell-Montie» Stengel etwas straU" und
ansteigend; Samen körnig- scharf und matt.
LiNN. Sp. pl. 129. Chi. han. 211. Schk. Ilandb. T. T. 20. Stürm
Deutschi. Fl. 11.11. Fl dan. t. 131. Engl. bot. t. 1206. M. fontaua a.
minor Koch Sjn. 1. 278. M. minor das. 415. M. aquatica minor Mich.
Gen. 18. t. 13. f. 2.
b. rivularis. nie Jlutende. Stengel verlängert, flutend, Samen
schuppig- körnig und glänzend.
M. rivularis Gmel. Fl. bad. T. 301. Koch das. 445. M. fontaua ß.
major das. 278. M. aquatica major Mich. das. f. 1.
An quelligen Stelleu, Lachen, Bächen und Gräben, auf lehmigem und
thonigem Boden; b. in Bächen und Gräben, anf lehmig -sandigem und
sandigem Boden, häufig. Mai bis September.— Juni bis September.
Stengel 1 — 4" liocli, ästig. Blätter Spatel - lanzettförmig, lanzettfürmig oder längliili,
blassgriin oder rotliliehgriiu. Blüten iicnilicli gedrängt an der Spitze der Äste. Spielart Ii.
liis zu 1' lang, Blätter grösser, grün. Blüten wegen der gestreckten Stengel entfernter
und mehr Llalfttinkelständig. — Vergl. WlBlM. Fl. v. Scliles. 80. hinsiclitlicL der beobach-
teten Übergänge der beiden Formen, die aucb spätere BeobacLiungen bestätigen.
GmvrMRBi^icnMS»
ÖJeonomiJSCheS» IUe in Bücken flutende Spielart wird in eini-
gen (jlcyenden unter dem IXamen Flachsalat (jcijessen.
XXXIX. PAROafXCmEAE.
St. IIIL. Mem. plar. lib. 56. DE CaiVD. Prodr. 111. AGh.
Kelch 5-theilifl;, ausdauernd, in der Knospenlage geschin-
delt. Kronhlätier 5, dem Kelchschlunde zwischen den Aipteln
einffeselzt, klein oder nicht vorhanden. Staubgetasse dem Wel-
che unter der Krone eingefügt, von der Zahl der helchlappen
Corrigiola. PARONYCHIE AE. 213
oder weniger. Friichtknote 1- oder 3 -fächerig mit miltelstän-
digem Sauienpolster oder 1-eilg, das Ei an einer vom Grunde
aufsteigenden IVahelschnur hängend. IXarhen 2 — 3, meist durch
eineu kurzen Griffel verhunden. Samen mit mehligem Eiweiss.
Keim peripherisch, seltener miltelständig und gerade, das Wür-
zelchcn zum Nahel gewandt. — Blätter mit trockenhäutigen
Nehenhlädern. ^ , , ,. , ,
Vorkbinuien. Den Sandboden heuend.
Gehalt. Unbekannt.
t. CORRIGIOliA. STMAJirnXiMJVG.
LiNN. Gen. n. 378.
Kelch 5-theilig. Kronhlätter^ 5, mit den Kelchtheilen von
gleicher Breite. Stauhgefiisse 5. Narhen 3, sitzend. Nicht
aufspriugende, 1- sämige Kapsel. Geschl. Syst. V. 3.
Einjährige, niedergestrcclite, unbehaarte, graugrüne Kräuter, mit
wechselständigeu, ganzrandigen, etwas fleischigen Blättern. Blüten in
end- und seitenständigen, au unserer Art abgeliürzt- knäuelartigen Dol-
dentrauben.
I. C litoralis. Gemeiner Strandling, Stengelblätter
lineal-keillormig; Doldentrauben beblättert.
LiisN. Sp. pl. 388. Chi. hau. 212. Koch Syn. I. 279. Schk. Handb.
1. T.85. Fl. dau. t.334. Engl. bot. t. 668.
An Flussufern, Bächen, Gräben und auf feuchten Weiden, auf san-
digem oder kiesigem Boden, häufig, gegen ISord- Westen des Gebiets
zunehmend. Juli, August. — September.
Stengel zaiilreirh, nacli allen Seiten niedergestreckt, 6 — 10" lang. Nebenblätter diircli-
solieincnd-sillierwciss. Kronlilätfer weiss, etwa so lang als die rötliliclien weissgcsäitmten
lielckzipfel. FrncLt vom Kelche bedeckt.
Ä. HEKI¥IARIA. BnUCMKMA^UT.
LlNN. Gen. n. 308.
Kelch f5-theilig, innen kronartig gefärbt. Kronblätter aus
verdickter Basis fädlich, sehr klein oder nicht vorhanden.
Stauhgefässe 5. Narben 2 auf sehr kurzem Griffel. Nicht auf-
springende, 1 -sämige Kapsel. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, niedergestreckte, sehr ästige, gelblichgrüne Kräuter, mit
gegen-, oder durch einseitiges Fehlschlagen wechselständigen kleinen
Blättern. Blüten klein, in blattgegen- oder blattwinkelständigen Knäueln.
1. H. glabra. Mahles BruchTeraut. Blätter oval oder
elliptisch, nebst den Stengeln und Kelchen unbehaart; Blütenknäuele
^"^Li"n. Sp. pl.317. Chi. han. 212. Koch Syn. I. 280. Schk. Ilandb.
I. T.56. Fl. dan. t.529. Engl. bot. t. 206. Hayne Arzneigew. IV. T. 37.
Auf Triften, Brachen und an Flussufern, auf sandigem oder kiesigem
trockenem Boden, häufig. Mai bis Herbst. — Juni bis Herbst.
Stengel im Kreise nicderliegend , angedrückt, Blatter am Rande bisweilen schwach gc-
»iin|iort, an der Basis beiderseits ein eifürraiges, weisses, gewimpertes INebenblalf. Blüten
in rundlichen Knäueln mit den ISebenblatteru ähnlichen Deckblättern. — Ucruiaria hir-
Suta, nur durch Behaarung abweichend, ist wohl ohne Zweifel eine dem wärmern Klima
von Mittel- und Siiddcufschland angchbrigc Spielart, deren Verbreitung am Rhein oberhalb
Culn beginnt.
GM WMRBL.ICJtMS.
ÖTeoflOtttischeS* fVird, eines etwas scharfen sahiyen Geschmacks
xvcfjen, betjierifj von den Schafen abgeweidet.
214 PAROMirCMlEAE. Illecebrum.
8. IliliECEBRUJTI. M.1VOHP E I, B XiUME.
LlNN. Gen. n. VjfJO. Art. aiisg.-s.l.l.
Kc'lrli ö-lheili^ mit vorn vciMllckten kappcnföiniigcn in eine
SJachelspilze zulanfendcn Zipfeln. lironhliidfr ö, horsU'n-
förniig. Staubgefässc 5. >'ail)en 2 _auf kurzem (iriffol. Längs-
gcfurelite, den Furchen entlang ö- oder 10-spalUg aulrei-
ssende, 1 -sämige Kapsel. Geschl. Sysl. Y. 1.
Mchrjiiliris«'» niedci ru-g<Mul(*, unJuli.-x.irte Krauler mit gcgcnstiindigi-ii,
etwas lleiscliigeii, gaiizraiidigcn , l.leinen Blättern. Itliiteiistiele in den
IJIaftwinkeln gegeiisf findig, 3— 5 -l>lülig.
f. I. Terticillatiun. Gemeine Knorpelblume. Blät-
ter ruiidlicli-eirun<l oder elliptisch. Kurz gestielt; Blüten in Scliein-
(luirlen.
LiNN. Sp. i>1.28Ü. Chi. han. 213. liocii Svn. I. 280. Schk. Uandh.
1. T.50... Fl. dan. t.335. Engl., hot. t. 89-^.
xVnf Ängcrn, Weiden und Ächern, aul" unbegrastcm feuchtem Sand-
und 3Ioorhoden, in den Ebenen häufig, seltener im Gel)irge. Juni bis
August. — August, September.
Stengel 2 — 6" lang, im Kreise an den noitcn ge<5iückt, failenfüruiig. rölLlieli. >el.eii-
und Deckblnller sillier« eiss. Reiche fast knorpelig, selllirb 7..isaminengc<lri.cla , blcn.len.l
»eist, die Kapsel zur Rcirzcit cinscliliessend,
Link Enum. Hort, licrol. I. 417. IlE C.ANn. Troilr. III. 377 (trilms raronjcbianim).
Kcleb ausdauernd, mit glockiger Röhre, 4 — 5, in der Kiios-
enlage geschindelten Zipfeln, an deren IJasis ein drüsiger
_ling umherläuft. Krone nicht vorhanden. Staubgefasse vor dem
Ringe eingesetzt, 5 oder 10. Fruchtknote frei, 1-fächcrig mit
2 Eiern an einer aus dem Fruchtknotengrunde entspringenden
Nabelschnur hängend, von denen nur eins sich ausbildet, vrif-
fel 1 oder 2. Samen mit mehligem Eiweiss. Keim peripherisch,
das Würzelchen zum Nabel gewandt. — Blätter gegenständig,
ohne Nebenblätter.
Vorkommen. Den Sandboden liebend.
Gehalt. Vnheluinnt.
t. JSCIiERAIVTHim. MJVÄUMX,.
LiNN. Gen. n. ."SÜi.
Kelch S-spalliff. Slaubgefässe 10, seltener 5 oder 2. Grif-
fel 2. Vom Kelch bedeckter Schlauch. Geschl. Syst. X. 2.
Ein- (A. 1.) oder 2 -jährige Kräuter (A.2.) mit knotigen, gabeltheilig-
vielästigen Stengeln. Blätter gegenständig, lincal, an der Basis verliun-
den. Blüten dotdentranbig, in den Gabeltheilungen einzeln und an den
Enden der Zweige gehäuft, klein, weisslichgrün.
I. S. aiiniiiiiH. Einjähriger Knäuel. KeUhzipfel ci-
d, spitzlich, sehr schmal hautig-gerändert , an der Frucht abstehend.
LiNN. Sp. pl.580. Chi. han. 213. Koch Sjn. 1.281. Fl. dan. t.5ÜI.
Engl. bot. t.351.
Auf Äckern, Brachen und Triften, auf lehmigem und sandig-lehmigem
Boden, sehr häufig. Mai J)is August.— Juni bis September.
Ifal.l schlaft'- hal.l hteilerslengelig, nialtgnin , hal.l reielihliilig mit h.iriern Blalleru,
IjaM sparsamerhliitig mit langem Dlaliern.
«. S. iierennis. Mehrjähriger Knäuel. Kclchzipfd
yf
run
Biilliarda. €RASSUI.A€£AE. 215
gl«'Ichl»rcit-l;iiigllcli, runtllicli - sCiiiiii»f , breit hiinlig -geiäiulcrt , an tlor
Fruclit geschlossen.
LiXN. Sp. pl.580. Cl.l. lian. 213. Koch Svn. I. 281. Schk. Ilan.ll..
I. T. 1-^0. Fl. tian. t.563. .Engl. bot. t. 352.
Auf Ilaulen, Triften, Acliern «incl Brachen, auf trociieneni Sandbo-
den, häufig. 31ai bis August. — Juli bis Ootober.
Aiilrcclitci- una steifer .ils A. 1., l.liiullcLgrüu , Stengel oft rolli .ing.-Jaufen. Blüten
gedrängter, iliircli den breiten Uaiilrand weiss erscLeinenil. — Beide Arten liililen gegen-
seitig sich näliernde Abweielningen von der gegebenen CliaralderistiU , ohne jedoch bestimmle
Übergänge wahrnehnieii lu lassen.
VechniSCheSt ^/»i den ff'urzeln beider Arten , vorzufjlieli jedoeh
der A.2., findet xie/i auch bei iinx bisweilen die polnische Lacksehild-
Inus (Coecus |>ol()nicus) , die in Polen zur Bereitiintj einer schönen coche-
nillej-othen Farbe einijesauunelt viird.
Öle anomisches. Die Schafe fressen beide Arten ijern.
DE Caind. BnJl. j.h.lon.. 1801. n.49. \>.l. Prodr. JIl. 381.
Kelch 3- (meist 5-) bis 10-spaltig oiler thellig. KrouJjJätler
so viele als Kelchlappen, mit diesen ahweehselnd der Ueleh-
röhre eingesetzt, bisweilen au der Basis verwachsen. Stauh-
gefässe am Kelche angeheftet, von der Zahl der Kronhlätter
oder doppelt so viele. Friichtlinoten so viele als Kronhlätter,
diesen entgegenstehend, frei, seltener unten verbunden und an
der Basis mit einer Honigschuppe versehen. Gritt'el kurz. Eier
meist zahlreich an der hintern INaht des Fruchtknotens befe-
stigt. Samen mit wenigem fleischigem Eiweiss. Keim gerade,
das Würzelchen zum iXahel gewandt. —^ Saftreiche Kräuter mit
fleischigen Blätlern ohne INehenhlätter.
VorlToininen. Meistens Jjodenvag, jedoch trockene steinige Orte und
Felsen liebend. Manche Vorliebe für Kaligehalt des Hodens zeigend.
Gehalt. Schleim und Apfelsäure vorherrschend , auch lialh, mei-
stens in f'crbinduntj mit letzterer. In den flurzeln eini(jer Stärhmehl.
1. BUIililARDA. BUEiI,MA.nnJß.
De Cand. ßnll. philoui. 1801. n. 49. j.. 1.
Kelch 4-theilig. Kronblätler 4. Staubgefässe 4, mit eben
so vielen linealen" Schuppen Avechselnd. Kapsel 4-theilig mit
mehrsamigen Fächern. Geschl. Syst. lY. 4.
Finjährige, sehr bloine, ^vasserliebende Kräuter mit gegenständigen
Blättern und bleiiien blattwinhelständigen Blüten.
1. B. aqiiatlca. Jt^asser-Bulliarde. Blätter länglich
oder lineal ; iSlüten sehr burz gestielt oder sitzend.
De Cai\u. Bull, philuni. n. 49. Roch Syn. I. 282. Tillaea aquatica
LiNN. Sp. pl. 187. Schk. in Rom. Annal. St. 2. T. 3. Fl. dan. t. 1510
(T. prostrata).
An Flussufern und in der INähe stehen<ler Gewässer, auf feuchtem
Sande oder im W^asser, sehr selten {Hn. im Osnabrüchschcn zwischen
Ahe im Amte Vördcii und Rottinghausen, am X"^ ittenberge bei INeiien-
birchen. Pr. fV. am blanken Pol im Westerfelde unweit Lotte — -. Pr.
Wittenberg am Eibufer). Juni bis August. — August, September.
Kleines, sehr «artes, nnbchaarles rilauiehen. Stengel ästig, im Wasser bis 'i' hoch.
216 CRASSUL.ACEAE. §ediini.
aiilreclit »ntl grün; auf «Irm Saink- '/.^ — 1" hoch, liegcml unil an Jen untern Gelenken
«urzelnil, nieisl rüthlich, lHältpr 1 — 1 '/./" lang, spitz, an iler liasls znsammcngewathsen.
IJIi.tei. enueln, •»echselstän.lig. Kelch Vj gesi.allen mit stumpfen Zipfeln. lironhlätter
liii.gei als «1er Kelch, weiss. .Sl.mhgefasse linr/.er als die Krone, unterständige ^chiippcn
fast SU lang als die Träger der Stanl.gcfässe.
«. 2S£DU]TI. WMVTUJBNN:B»
I>1NN. Gen. n. .579.
Kelch Ö-theilig. Kronbläüer 5. Slaul)fi;efässc 10, 5 rundliche
JjodcnsläiHligcIIünigschii|)[)cn vor den Fruchtkuolen. Schlauch-
kap-sclii 5, viclsauiig. Gcschl. Syst. X. 4.
Ein-, 2- (A. G.) otk-r moliijaliiige (Alt. 1. 3—5), fltiscliiffc Kräuter
(sellfiier SträucLo). Bliitter AvVcliselst:hi<lig, auch woLl sclieiin)ar gcgt'u-
oiler wirtelstaiidig, flach halhrund oder slielrund. Blütcu meistens in
Trugdoldcu hlattwiiiliel - und endstäudig.
f Blätter flach.
i. S. Telepltium. Breitblättrige Wetthenne. Wur
zel knollig; Blätter länglich oder eirund -länglieh, sitzend, obere mit
geöhrtcr Basis schwach stcngelumfassend, ungleich herhenarlig gesägt;
Trugdolden endständig, gedrungen.
LiR.n*. Sp. pl.616. f^f. Chi. hau. 33 (S. Telephium und v. maximum).
IIaynk Arzneigew. \I. T. 13. S. maxinuim Suter Fl. helv. 1. 270. Kocii
Syn. 1.283. Beiciieinr. PI. crit. III. t. 727. S. latiloliuin Bertol. Amoen.
ital. 36(5. Sturm Deutsehl. Fl. H. 83.
b. piirpurascens. INiedriger; Blätter länglich oder umgehehrteirund-
läiiglich, untere last gestielt; Kronen röthlich.
S. Telephium v. florih. purpurasccntih. Chi. han. 31. S. Telephium
Beichenb. das. t.726. Fl. dan. t. 686. Engl. bot. t. 1319. S. Purpu-
rascens Koch Syn. I. 284. S. Telephium ß. purpureum Likn. das.
In Waldungen, Hainen, zwischen Gehüsch und im ofl'enen Felde, an
Felsen, Steinhaufen, Gemäuer, auf trocl.encm sandigem Boden, häu-
tig, die Uauptart vornelimlich im bergigen Theil des Gebiets. Juli, Au-
gust. — September.
Stengel aufrecht oder aus gebogener Basis ansteigend, 1 — S'/j' hoch, dick, steif, ührr
der Wnriel oft fast hokig. Blätter 1—3" lang, '/j — 1" hrcit , untere oft lu 2 — 3
scheinbar wirlelständig, an schattigen Orten lichtgrün, an offenen sonnigen Stellen nehst dem
Stengel und Blüten mehr oder weniger roth angelaufen. Trugdolden gedri.ckt- rundlich.
Kronen der Spielart hiass purpurn. — Die in der Chi. han. mitgelheilten Beoharhlungen,
Jen tjljcrgang der heideii Tormen in einander helreffend , sind seitdem durch WtMMEH
(Fl. V. Schles. 88.) und Dül.L (Rhein. Tl. 608.) bestätigt worden.
f-J- Blätter stielrund.
' Kronen gelb.
«. S. rnpestre. Welsen.Wetthenne. Blätter lincal-pfrie-
menförmig, stachelspitzig, an der gelösten Basis mit einem anliegenden
Fortsatz, abstehend oder zurüchgebogcn, bläulich oder grau bereift, die
der iinfruchtltaren Triebe locker 5 -reihig.
Li>N. Sp. pl.618. Chi. h:.n. 34 (nebst S. reflexum v. glaucum). Sturm
Deutschi. Fl. 11.12. Beichenb. PI. ciit. III. t.276. Fl. dan. t 1818.^ S.
reflexum ß. glaucum Kocii Syn. I. 288. S. glaueum Engl. bot. 1.2477.
b.viride. Bie unbereifte. Blätter meistens dünner, spitziger, grasgrün.
S. reflexum LiNN. das. Chi. han. 34. Beichenb. das. t.286. Fl. dan.
t. 113. S. reflexum a. virlde Koch das.
In Holzungen, Feldern und Heiden, an felsigen steinigen Orten und
auf sonnigem magerm Sandboden, häufig; die Spielart seltener, meist an
schattigen, feuchten Orten. Juni, Juli. — August, September.
Sedum. CRASSlJIiACEAE. 217
Blühende Stengel 6, 10 — 12" hoch, steif, mit leicht ahfallendcn. locker gestellten
Blättein hesotzf, die der Stärhe, Ziisjiitziing und Richtung nach raannichfach \ariiren, und
bald mehr hald weniger l>ereil't, seltener ganz nnhereift und dann grasgrün sind; unfruchtbare
Stengel 2 — 4" l^ng, etwas dichter beblättert. Trngdoldeu lockerblutig, Kroublätter etwa
doppelt so lang als der Kelch.
3. S. sexaiignlare. Sechsreihige Wetthenne, Blätter
liiieal, stumpf, an «ler gelösten IJasis mit einem kurzen abwärts gerich-
teten Fortsatz, die der untruchtbaren Triebe gegen deren Spitze zu dicht
6 -reihig.
LiNN. Sp. pl.313. Chi. han. 3fi. Koch Syn. 1.287. 11.1024. Fl. dan.
t. 1644. Engl. bot. t. 1946. IIayne Arzneigew. I. T. 16.
Auf Triften, an Feldrainen, auf sonnigen Hügeln und Heiden, auf
steinigem sandigem Roden und Gemäuer, häufig. Juni, Juli. — August,
September.
Stengel büschelig, aus liegender, kriechender Basis ansteigend 3 — 4" hoch, schwach,
gegen die blattlose Basis fadenförmig. Blattei schlank, gleich dick, an den unfruchtbaren
Trieben nur gegen die Spllze sich deckend, untere locker abstehend, ohne scharfen Ge-
schmack. Äste der Trugdolden '/j" l-^ng, 4, 6 selten 8-bliitig. Kronen blassgelb.
4. S. acre. Scharfe Wetthenne, Blätter eiförmig, spitz-
lich, mit gewölbtem Bücken und auf sitzender, stumpfer, wenig vortre-
tender Basis, die der unfruchtbaren Triebe 6- reihig dicht geschindelt.
LiNN. Sp. pl. 619. Chi. han. 36. Rocii Syn. I. 287. Scuk. Handb.
1. T. 123. Fl. dan. t. 14.57. Engl. bot. t. 839. IIayne Arzneigew. I. T. 15.
Yorkommen der vorigen Art, jedoch häufiger, und öfter auf Mauern.
Juni, Juli. — August, September.
Gesaiumtansehen der vorigen A. Durch die dickern, kurzem, nicht glelchbreiteu , an
den unfruchtbaren Trieben bis zu deren Basis gedrängt stehenden und anliegenden Blätter
von scharfem pfetferartigem Geschmack leicht zu unterscheiden. Äste der Trngdolden mei-
stens kürzer und wenigerbliitig. Blüten grösser und gesättigter gelb.
■ ■ Kronen weiss oder rosenroth.
5. S. albuni. W^eisse Fetthenne» Blätter walzenförmig-
länglich, oberseits etwas llaeh, stumpf, mit aufsitzender, stumpfer Basis,
die der unfruchtbaren Triebe locker und abstehend.
LiKN. Sp. pl.619. Chi. han. 37. Kocu Syn. I. 286. Fl. dan. t. 66.
Engl. bot. t. 1578.
Auf Mauern, Felsen und Strohdächern, auch auf unl>ebaHtem magern»
Boden in sonniger Lage, ziemlich häufig, gegen Osten abnehmend. Juni
bis August. — August, September.
Stengel 4 — 8" hoch, fast steif. Blätter locker, später fast nagerecht abstehend, Blü-
ten kurz, rundlich, Kronblätter fast dreimal so lang als die sehr kurzen, rundlichen Kelch-
la])pen, weiss in rosa spielend, Beutel pnrpnrbraun.
€8. S. Yillosiiin* Jtrüsenhaarige Fetthenne, Blätter
lineal, oberseits etwas flach, sltnnpf, mit aufsitzender stumpfer Basis,
nebst den rispenartigen Trugdolden drüsenhaarig.
LiNN. Sp. pl.62Ö. Chi. han. 37. Kocu Syn. 1.286. Sturm Dcutschl.
Fl. II. 6. Engl. bot. t.394.
In Wiesen, auf cpielligem sumpfigem torfhaltigem Boden, selten,
gegen Osten zunehmend (//*. Cassel hinter dem Octogou, Ilabichtswald
auf der Höhe und am Fusse an der Dörnbergerstrasse, Meissner: am
Frau Hollen -Teiche, zwischen dem ehemaligen Lusthäusclien und der
Kalbe — ; Hm. Göltiiigen : Wiesen am Seeburger See, als nördlichstes
Vorkommen in Deutschland). Juni bis August. — Angust, September.
Stengel 4 — 6" hoch, aufrecht, schlank, einfach oder unten mit wenigen, aufrechten un-
fruchtbaren Ästen, meist rölblich oder blassviolet angelaufen, Blüten ziemlich lang gestielt,
Kroublätter doppelt so lang als die eirunden, spilzlichcn Kelchlappen, blassrosa mit einem
218 CRASSUIiACEAE. Seiupervivum.
(Iiiiiklcin Rückcnslrcil'. Uk> innere Fladiv <k'i Kelche iiiul Kronen ausgenoiumen inil Kiirz-
gcsliclten , klebrigen, rotlieii Driiscu hesetit.
JPharniaceutisch-JJKedicinischeS' Fon .1.4. die liUuier
ol'/ieiiicll (llerha Setli iniiioris acris, Setli ininliiii scu Verinicularis), doch
wenitj imGchrauch. forwultcnde Bcstandth. Saurer (ipf'clsaurcr tialli
lind ein eiffcnthninlt'rher scharfer leicht zerstörbarer Stoff'. .Jnwendniitj
als aittiscorbutisches , diiirctisches lirech- tind Purifiriniflel. ^1.1. als
hiihlciidfs , heilendes und sehnierzstillcndes Slittcl im iltins(febrauch.
ißTeotlOttliSches. Jilätlcr der Art.l.3.u.5. als Salut ifcuiessbur.
f'on yi.S. die Illiillcr der cultivirten Spielart unter dem i\anieii Trip-
madamc ein beliebtes Suppenkraut. Das f'^ieh f'rissl die Blätter der
Art. 1 — 3. 5. und die Bienen besuchen sämnitliche Arten.
3. «EJflPERVIVUITI. MA^USXi^trCU.
I.INN. Gen. n. (Jl'i.
Kelch 6 — 20-, meist 12-Jlicilig. Kronblälter eben so viel,
meist am <jruntle ziisammenhäiigeiul. Geziihnlc oder gewim-
pertc J)otlenstän(lige lloiiigschuppen und Selilauchkajiselu so
viele als liroiihlätler. Geselil. Syst. XI. (5.
Mehijähiige Kräuter (oder Sträucbe), an der ISasis aul" kiir/.eu Sten-
geln überwinternde Itlätterroselten treibend. Blätter wccbselständig,
fleiseliig, diekgeliielt , ganzraiidig. Blüten in Trngdolden.
1. S. tectorilin. üach-BEaUSlaUCh, Kronblätter frei,
nebst den Kelcblbcilen steriilörniig ausgebreitet.
LiisN. S|>. pl. G()4. Cbl. ban. ^3. Koch Syn. 1. 288. Sturm Deutsebl.
Fl. H. 23. Fl. dan. t. 601. Engl. bot. t. 1320. Haynk Arziieigew. VI.
T. 14.
Auf Däcbcrn, Mauern, seltener an Felsen, hier und da verwildert.
Juli, August. — September, October.
Blälter der Rosetten abstehend, runcnieh - eiriincl , ,in .1er R.isis »er.sebn.hlerl , liurj zngc-
sjütit uu.l sfarhelsplfiig. Bliilenstengel 1 — 1 1// hueb , «lieh und «eiebba-irig. Kronblallcr
rosa mit dunklem Streuen und griinlicben. Ki.l.
'!3. ^. globiferiiiii. Sprossendes Mauslauch. Kron-
J)lätter verwaclisen, glockig geordnet, mit y.Hrücl;gelK)genen Spitzen.
LiNN. Hort, cliir. 180. Cl.l. bau. .33. Reichkinb. PI. erit. IX. t. 839.
S. sobolil'erum Sims Bot. mag. t. 1457. Koch Syn. I. 290.
Auf l>Iauern und üäcbern, seltener an Felsen, im südlicben Tlieile
des Gebiets, bier und da verwildert (Pr. Naumburg, Kötsebau, Kisleben,
Mannsfeld, Oberriesdorf, V^'^estcrbauscn — ; ./»i. am Falbenstein bäiilig — ;
Br. Blanl^enburg — ). Juli, August. — September, October
Blätter der Rosetten zusammengeneigt oder aufwärts gerlelitel, rundlieh - eirund , stunijif-
lieh zugespitzt. Blütenstengel Ü — 8" hoch. Kronen grüngelb. — ]> ach den Mittbeilungen
>on FkiES (Summ. icg. Seaud. 17!^.) muss diese Art «obl Acn >amen S. globilerum behalten.
GEJ9MUBZ,I€HJES.
JPhartnaceUtiSCh'MediciniSCheS. nidller beider Art., be-
sonders jedoch der erstem, überall im llaustjcbrauch. Anwcndunt/
des aus;jepressten reinen oder mit fVeinyeist vermischten Saftes inner-
lich und äusserlich, als kühlendes, reiniffendes, Fasch bei Hindern ver-
treibendes, die Haut tftiiltendcs Mittel, der tjcijuelschten Blätter als er-
weichendes, Brand, ausziehendes Mittel.
ÖleonomiScheSt Die jungen Blätter in Suppen cssbar. Schafe
und Zicfjen fressen beide Arten.
Ribes. GROISSIJIiARIEAE. 219
De V.ASU. Fl. fraur. l\ . 40(j. Troili. HI. 477.
Kelchröhro mit dem Friiclilknoten verwachsen, Saum 4 — 5-
theilig. Kroiililäfter 4 — 5, zAviseljeu deiiKelchzipteln am Kelcli-
schluiule bef'estigl, mit letztem welkend ohne ahzut'allen. Vier
oder 5 freie Staabgefässe zwiselien den Kronhiättern. Frucht-
knote 1 -fächerig mit 2 seiflichen, randsfändigen Samenpolslern
und vielen Eiern. Zwei Griffel mit stumpfen iVarbcn. Samen
wagerecht liegend au langen iNahelschnüren und mit hornarti-
gem Eiweiss. Keim sehr klein, die Samenlappen^ dem iXahel
zugewandt. — Blätter hüsclielförmig, von einem fingerig ge-
theilten oder einfachen Stachel unterstützt, oder einzeln wech-
selsfändig mit oder ohne jNebenhlätter.
Vorkuiiiiuen. Bodenvag, doch die niehrsteu Gestein liel)end.
Gehalt. Die Fruchte reich an Schleimzncker, Citronen- und Apf'el-
siinrc; ausserdem Gummi, Fürbestoff'e und Extractivstoff', in den Samen
Gerbest off.
J.INN. Ge... n. •_'81.
Kelch mit o selten 4 ohersfändigen kronartigen Kelchzipfeln.
Ehen so viele kleine Kronhlätter. ^ Sfauhgefässe 5, selten 4.
Vielsamige Beere. Geschl. Syst. V. 1.
Dornige oder wehrlose Sti-äucher. Blätter mehr oder %venigcr tief
gelappt. Blütenstiele hlattwinlielständlg oder aus hesondern Knospen,
1 — 3-blütig oder traubig, Blütenstielchen mit 1 Decliblatt an der Basis
und auch wohl mit 2 DecUblättchen an der Mitte oder an der Spitze.
f Stacbcüg. Bliitensticlc 1 — 3-l)]Utig.
I. R. Gros8iilai*ia. Gemeine ^tachelheere» Stacheln
3-tlieilig; Kelch glochig mil länglichen zurikcKgeschlagencn Zipfeln, Kron-
bl.itter unigelichrteirund; Beeren borstig.
LiNN. Sp. pl.'291. U. Uva crispa A. Grossniaria Chi. hau. K. Gros-
sularia c. glanduloso - setosuni Kocii Svn. 1. 29*2. Stürm Üeutschl. Fl,
H. 4. Engl. bot. t. 1292.
b. inibesceiis. Die Jtaumjrüchtige. Beeren kurz zarlhaarig, spä-
ter hahl.
B. Lva crispa Linn. das. Chi. haTi. das. B. Grossniaria ß. pubes-
cens Koch das. Reit. u. Abel Holzart. T.67. Sturm das. Engl. bot.
t. 2057.
In ^orliölzern, Gebüschen und llechen, anf niagerm steinigem oder
felsigem Boden, die Spielart ziemlich häutig, die Ilauptart seltener und
diese wahrscheinlich nur verwildert. A])ril, Mai. — Juni, Juli.
Stacheln selten einfach oder i-lLcilig. Blätter haniUüraiig 3 — 5 -lappig. Beeren
liugelig, seltener länglich, weisslichgriin , oder rütlilich, mit Drüsenborsten oiler Borsten be-
setzt; an der Spielart meist gelblich, mit zartem weichem Flaum, der sich späterhin >crliert.
•j-|- Staehellos. Blüten in Tranbcn.
*. R. al|>iiiiiiii. Gebirgs-*rohannisbeere, Trauben
aufrecht, drüsig-behaart, Kelch fla'ch, kahl, Kronblätter spateiförmig;
Deckblätter lanzettlich, länger als die Blütenstielchen.
Li>N. Sp. pl.291. Chi. hau. 114. Koch Syn. I. 292. Bkit. u. Abel
Holzart. T. 64. Sturm Deutsch!. Fl. U. 51. Engl. bot. t. 704.
Im bergigen und gebirgigen Theile des Gebiets, auf huniushaltigem
220 GROSSlJIiARIEAE. Ribes.
Boden zwischen Gestein und an Felsen auf Kalli, Gyps, Basalt und
Grauwaclic, ziemlich häutig. Aitiil, Mai. — Juli, August.
Hohe 3 — i', sehr iistig, Rin.le wcis.sgr.iu , an ilcn jungen Zweigen dnnliler. Blätter
5 -lappig, langer als breil, nnl.ehaart. IJliitcn '2-haiisig: mannliche Trauben lang und »iel-
blütig. weibliche U„TZ, 3 — 5 -blutig. Beeren rolh , schleimig- »iisslieh uu.l nnschmackhaft.
3. R. iilgriini* Schwarze JTohannigbeere» Trauhen
hängend, weichhaarig, Reich glockig, weichiiaaiig und drüsig punctirt,
Kronhlätter länglich; Dcchhlätter pl'riemlich , Kürzer als die Blüten-
stielchen.
Link. Sp. pl. 290. Chi. han. 114. Koch Syn. I. 292. Reit. u. Abel
Holzart. T. 65. Fl. dan. t.556. Engl. bot. t. 1291. Uayne Arzneigew.
III. T. 26.
In niedrigen Waldgegenden an Fluss- und Bachufern, auf sanerhuino-
sem Boden, auch in Mooren und an Brüchern, ziemlich häufig. Mai,
Juni. — Juli, August.
Hohe a — 4', mit kurzen, «licklicLcn, dunhelfarhigen Ästchen. Blatter .l-lappig, grösser
als an der folg. A. Kronhlätter wcisslichgriin , innen roth. Beeren gross, schwarz. Der
ganze Strauch widerlich (katzennrinartig) riechend und ühclschmeekend.
4. R. riilirum. Mothe Johannisbeere, Trauhen hän-
gend, fast hahl, Kelch heckenformig, kahl, Kronhlätter spateiförmig;
Deckblätter eirund, beträchtlich kürzer als die Blülenstiekhen.
LiNN. Sp. pl. 290. Chi. han. 114. Koch Syn. I. 293. Beit. u. Abel
Holzart. T. 66. Schk. Uandb. I. T. 48. Fl. dan. t. 967. Engl. bot. t. 1289.
Hayne Arzneigew, III. T. 25.
An Gebirgsbächen, namentlich des Vorharzes, auf steinigem feuchtem
Boden, wild; verwildert in der INähe von Ortschaften an Gestein, Mauern
und im Gebüsch. April, Mai. — Juni, Juli.
Höhe des wildwachsenden Strauchs 3 — ^'. Rinde grün. Äste bengig, dicklich, dun-
kelfarbig. Blätter jung tinterseits etwas graußlzig, später au den Adern weichhaarig. Kronen
gelblichgriin. Beeren kleiner als am cultitirtcn Strauch, stets roth, unangenehm sauer.
Weisse Beeren traf ich eben so wenig als die Tar. ß. sylvestris KocH das. mit braun ge-
sprenkeltem Kelchgrnnde.
GM IVMRüXICItMS.
JPharmaceutisch- JtKedicinisches, Die Beeren von A.4.
(Baccae llibium s. Uibesiorum rubrorum) und von A.3. die Juntjen Triebe
(Stipites ctFolia Bibis nigri s. Bibesiorum nigroruni) of'ficincll. Forwal-
tende Bestandth. ersterer: Schleimzucker, Citronen- und ^ipf'clsäurc
Anwenduntf als beruhi(/cndes, herabstimmende.i, kühlendes Mittel inForin
von Syrupus uiirf Gclatina. Vorwaltende Bestandth. der letztern:
ein eif/enlhuniliches flüchtir/es Princip und eisenbläuender Gerbestoff.
Anwendung als Thce bei Bheumatismen und als Diureticum; dochwcnitj
im Gebrauch. Jn einif/en Gegenden die Blätter ein Zusatz zum Maitrank.
VechniSCheS* Benutzung der Beeren von Art. 1 und 4. zu treff-
lichem fVein, Essig und Branntwein, auch, so wie die der A.3., zur
Bereitung i'crschicdcncr Farben.
ÖTcÖnontisCheS» Die mannichf'ache Benutzung der Früchte von
Art. 1. u. 4. als Nahrungsmittel roh und zubereitet, bekannt. Übrigens
beziehen sich sämmtliche erwähnte Nutzungen zunächst auf die cultivirte
Pflanze. Den Bienen geben besonders die Art. 1. u. 4. eine frühzeitige
Nahrung und das Vieh frisst das Laub sämmtlichcr Arten.
Xlilll. SAXIFRAGEAE.
VENT. Tabl. III. 277. DE CAND. Prodr. IV. 1.
Kelch 4 — 5 -spaltig oder thcilig, die Röbic mil dem Frucht-
Snxifrag«. SAXIFRAGEAE. 221
knoten zumTheil oder gar nicht verwachsen. Kronblätter 4 — 5,
zwischen den Kelchzipfeln, selten nicht vorhanden. Stauhge-
fässe frei, 4 — 5, oder doppelt so viele, der Kelchröhre oder
einer damit verwachsenen, den Stempel nmgehendcn, Scheibe
eingesetzt. Frnchtknotc 2-fächerig, in 2 Schnäbel zugespilzt,
welche in 2 ausdauernde Grift'cl mit einfachen INarben überge-
hen, sel(en 1 -fächerig. Eier unbestimmt viele an den Rändern
der Fruchtblätter, wonach die Samenhalter der 2- fächerigen
Fruchtknoten mittelständig, die der L- fächerigen wandsländig
sind. Samen mit fleischigem Eiweiss. Keim gerade, das Wür-
zclchcn zum Nabel gewandt. — Blätter meist wecliselsländig,
ohne rVebenblätter.
Vorkommen* Meistens den felsigen Boden uer Gebirge wntl Alpen
bewohnende Pflanzen. Manche l^alkstet, andere bodenv:ig.
Gehalt, ff'eniy bekannt. Doch scheinen adstriiujiicnile, bittere und
sauere Stoffe vorhanden zu seyn.
1. S^AXIFRAGA. SVMKNnnMCME,
Ll>N. Gen. n. 764.
Kelch 5-spaltig. Kronblätter 5. Kapsel 2-schnäbclig, 2-
fächcrig, zwischen den Schnäbeln sich öffnend. G. Syst. X. 2.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige (Art. 2 — 4.) Kräuter. Blätter Wechsel-,
sehr selten gegenständig, ganz oder mehr oder Aveniger tief fingerig oder
bandförmig eingeschnitten, ohne oder mit oft rosettentragenden IVeben-
trieben. Blüten an den Spitzen der Stengel einzeln, kopfförmig, traubig,
doldentraubig oder rispig.
f Oline nel>cns»ändige Bl ä tter 1 1- i cl) e.
1. S. tridactylite.s. Itreifingeriger Steinbrech.
Stengel einzeln, aufrecht, drüsig - behaart ; unterste Blätter spateiförmig,
folgende 3- (bis 5-) spaltig, oder thcilig; Kronblätter wenig länger als
der Kelch; Wurzel einfach, dünn.
LiNN. Sp. pl. 578. Chi. han. 105. Koc« Syn. I. 304. Scuk. Ilandb.
I. T. 119. Stlrm Deutschi. Fl. U. 33. De Sterne. Bev. Saxifr. t. 17. f. 3.
Engl. bot. t.501.
Auf Äckern, Brachen, Ileideplätzen, an Mauern und Felsen, auf san-
digem oder doch magerm dürrem Boden, häufig und oft in lileineu Heer-
den. April, Mai. — Juni, Juli.
Stengel 2 — 4" liocb, einfach oiler abgesperrt ästig, meist rötblicli angelaufen. Blü-
ten dolilentraiibig, klein, Kronen weiss. — Ändert ab mit zum Tbeil ganzen Stengel-
blätlern.
%. S$. granulata. Knollentragender Steinbrech,
Stengel einzeln, aufrecht, am (irunde durch liugelige Knöspchen linol-
lig; untere Blätter nierenrund, herbig - gelappt , folgende Keilförmig,
3 — 5-sp.iltig; Kroublätter doppelt so lang als der Kelch.
LiNN. Sp. pl. 576. Chi. han. 106. Koch Sjn. I. 305. Schk. llandb.
I. T.119. Sturm Deutschl. Fl. U. 6. Fl. dan. t.514. Engl. bot. t. 500.
Hayne Arzneigew. lil. T. 23.
Auf Triften, Wiesen und Grasplätzen, auf sonnigem magerm beson-
ders kiesigem Boden, häufig. April bis Juni. — Juni, Juli.
Stengel 1 1 'A' botb, rauhhaarig und schwacb kleberig, mit 3 — 5 Blättern. Blüten
in Doldentrauben, schwach wohlriechend, Kronblätter länglich -umgekeLrteirund, weiss.
ff 3Iit nebenständigen Blättertrieben.
3. S. Hirciiliis. Gelhhlütiger Steinbrech. Stengel
aufrecht; Blätter lanzettförmig, ganzrandig, Kelche unterständig. Krön-
222 SAXIFRAGEAE. Chrysosplenlum.
blätter viclnerviff mit 2 Schwielen an der Basis; Blättcrtiicbe fadenför-
niiß^, niedergcstreclit.
LiNN. Sp. pl.675. Chi. lian. 104. Kocii Syn. 1.298. Stlrm Dcutschl.
Fl. 11.35. Fl. dan. t.200. Engl. bot. «.1009.
Auf Wiesen, auf moorigem und lorligcui Boden, im nördlichen Ge-
liietstheilc stelleuAveise und zienilieh selten (fll. Trittau — ; J/A-. Iln. Be-
Tcrstädter Mühle, Hochmoor bei Aurich — ). Juli, August. — Septem-
ber, October.
Stengel 4 — 6" liocli , rosfrotli - loHig , wenigMiitig. Itlallrr fl.icli , gaiizraodig. Kron-
blällnr gross, gol.lg.ll. mit saCninfarl.enpn ruiiclcii an ilcr Basis.
4. S. cae$«pitosa. üasenartiger Steinbrech» Stengel
anlrecht, 1 — 3-blülig, Bialter gestielt, untere handl'üiinig .5 — 9-spaltig,
folgende 3 -spaltig, sämmtlich mit länglichen oder länglieh -lanzettförmi-
gen stumpflichen Zipfeln; Blättertriebe rasenartig, rnsettentragcnd.
LiNN. Sp. pl. 578. Chi. han. 104. Koch Syn. \. .301. Fl. dan. t. 71.
Engl. bot. t. 794 (zoergige Form, einhjülig, «ler S. grociilandiea L. enfsjireclicnd ).
t. 455 (S. ,ialmata. Form mittlerer Grosse, 4-I.liilig).
b. decipieiis. Der Ehrhartsche. Höher, Stengel 3 — 5-blütig,
Blattzipfel lanzettförmig, spitzig oder zugespitzt.
S. decipiens Ehrii. Beitr. V. 47. Sturm Deutsehl. Fl. 11.27. Dk
Sternberg Bev. Saxifr. t. 23. S. palmata Panz. in Sturm Deutsehl. Fl.
11.27. und S. Sternbergii \Tilld. Enum. hört, berol. 462 («enn die Zotten
sieh l)is auf «eilige Randliaar« verloren liahen). S. TÜlosa A^'lLLD. daS. (wenn die
niätter langzotlig sind).
c. aiigiistata. Oer seJimallappif/e. Schlanker, Stengel schlafl",
zottig, 3 — 5-blütig, Blattlappen sehmal lanzettförmig-lineal oder lineal,
fein zugespitzt.
S. caespitosa v. angustifolia Chi. han. das. S. sponhemica Gmel.
Fl. bad. 2:24. t. 9.
Tn Wäldern zwischen Felsritzen und an Bergwänden, auf sonnigem
steinigem Boden (Ifn. Bothehntte bei Königshof, Elbingerode, Christia-
ncnblippe bei Bübeland — ; Br. im Bodethal z. B. bei Treseburg, Mar-
mormiihle — ; Ils. Basaltb'appen des Scbarfensteins und Madenersteins).
Mai, Juni. — Juli, August.
In iiolsterlormigen gcdriiiigenen oder lockern Rasen waehsend , Stengel lon 3" bis l'
hocli. Blätter >on gegliederten, klelirigen Haaren zottig bis ins fast Kable, Blallzipfel von
'2'" lang nnd 1'" breit , bis 9"' lang und '/j'" breit abändernd, obne oder mit Staibelspilze
(S. birla Engl. bot. t. 'J-Jöl). Blüten gross, Kroublalter etiva doppelt so lang als der
Keleb, milebweiss oder gelblieb.
Das A orbommen von S. rotundifoüa und S. AlZÖon (JlNGST Fl. v. Bielef. 138.)
.Ulf den Kalbfelseu der böebstcn Gebirge bei Medcbacb ist «obl mehr als ZMeifclbaCt.
GJE UMüBI^ICHJES,
ÖTConOtniSCheS, Art. 1 u.2. könucn ihres säuerlichen Geschiiiachs
weifen als Sulal hcnnlzt werden. Das ß'ieh f'risst sie nicht. Letztere
ist Zierpflanze der (•arten, two sie sich leicht füllt.
». CHRY.SOStPIiE^IlJIfl. MIXiZKnu£rT,
I.irs'Pf. Gen. u. 558.
Kelch flaoji l-spallig, 2 gcgciiübiM-liegende Zipfel kleiner^
kronarllg. lirone nicht vorhanden. Ka|).sel 2-schnahelig, 1-
fächcrig, his zur Hälfte in 2 Klappen aufspringend. Geschl.
Syst. X. 2.
"Mehrjährige, kleine etwas fleischige Kräuter. Stengel an der Spitze
tloldentraubig- ästig. Blällei- abwechselnd gegenständig oder gekreuzt-
Chrysosplenliini. SAXIFRAGEAE. 223
gegeiistäiulig. lilütcn einzeln, endständig mit zuletzt gekreuzten Seiten-
blüten, Ton sitzenden gelhen Blüf enliliittern nnJeistützt.
t. C. alteriiif oliiini* n^echselhlättriges MtlxTeraut,
Blätter wecliselständig, kreis -nieieniund, tief gekerlit.
LiNN. Sp. pl.569. Chi. Lau. 1(K5. Koch Sjn. 1. 306. Schk. Handli.
II. T. 108. Sxir.M Dentsehl. Fl. II. 12. Fl. dan. t. 366. Engl. l.ot. t. 54.
In ^Väldern und Yorliölzern , auf sumpfigem oder c|nelligem Boden,
häufig. April, Mai. — Juni, Juli.
Stengel cinfaeli, atifreelit, 3 — 6" liocli, glas.irlig glänzen«), zart und zerbiecMicIi. nlhller
gestielt, oherseits mit borstlielien Saftliaaien besetzt. liliiten selir kurz gesliell , i.ebsl ilen
hullcaitigen Blütenblättern gnl.lgelb.
«. C. oppositifoliMiM. Paarblättriges MitzTcraut,
Blätter gegenständig, hall» kreisrund,, schweilig gekerbt.
LiAN. Sp. pl.ü68. Chl.han. 106. Roch Svn. I. 306. Stirm Dentsehl.
Fl. H. 4. Fl. dan. t. 3(55. Engl. bot. t. 490. "
In Wäldern, in Berg- und Gebirgsgegenden, seltener in der Ebene,
auf schattigem (|iulligem Boden, weniger häufig als A. 1. März, April. —
Mai, Juni.
Kleiner un.l zarler als A. 1., in aiebteru Büsehcln «acliscnil, Stengel an der Basis
«nrzelnd. Blüten kleiner und blasser.
XlilV. UJflBEIililFERAE.
JUSS. Gen. 218. DE Ca^D. Brodr. \\. .5.1.
Kclchröhre mit dem Fi-iiclitknoten verwachsen. Saiiui 5-zäli-
nig oder iindeutlicL. Kionblätter 5, am Selilmide zwisehen den
Zahnen eingesetzt, in dei- Knospenlage eingerollt. Slauhge-
fasse ö, zwisehen <ien Kronhlättern eingefügl, in der Knospe
eingerollt. Fruehtknote 2-fäeherig mit je 1 Ei, oben von einer
polsterförmigen Honigdrüse (.Stempelpolster) bedeekt. Griffel
2, fadenförmig. Frueht aus 2 (nussartigen, häufiger korn-
früehtigen) Ilalbfriicblen bestehend, ander äussern Seile von
der gespaltenen Kelehröhre bekleidet, von der Sj>itze eines
stielföi-migen, oft..gespallenen oder getheilten, Fruehtträgers
herabhängend. Äussere Seite mit vortretenden Rippen, dazwi-
schen befindliehen JVillen und oft unter diesen liegenden Strie-
men durchzogen. Samen meist mit der Samenschaale verwach-
sen. Eiweiss gross mit einem an der Spilze hängenden kleinen
Keim. Das Würzelchen zum INabel gewandt. — Blattei" Mceb-
sel-, selten gegenständig mit scheidiger Basis. Keine INeben-
Vorkoniinen. Die melirsten ]>odenvag, manche kalkstct oder kalk-
hold, viele an Wasser, einige an Sumpf gebunden.
Gehalt. Reich an anstjezeichneten Stoffen, oft scharfen und narko-
tischen, die zum Theil noch nicht hinlünfjlich untersucht sind. Unter
den orfjanischen ätherische Öle und daraus entstandene canijtherartiife
Substanzen , dann Harze, Zucker und Stärke, vorwaltend; daneben oft
(fiftine zum Theil alkaloidischc Stoffe. In den fViirzeln , die nicht sel-
ten Milchsaft enthalten , ausserdem Gummi, Schleim, Stärke, liittcr-
stoffc , Zucker, Schleimzucker. Die Samen besonders reich an ätheri-
schen dem Terpentiniil analotjen Ölen, auch fette Öle und ^Ikaloidc ent-
haltend.
A. GMHAn&AMIGK n OIjÜ EJV WJLA ]l XX:.\.
Ei-weiss auf der iniiern Seite tlach.
224 VlIBEIil.IFERAE. Hydroootyle.
1 Grupno. HYDROCOTVLEAE. U^ASSMRM ABML..
DoMcii Solu- ainililütig. rnidit von der Seite flach zusaininciigcdrüclit
Spitze der RronJdalter iiielit oder mir wenig eingebogen.
1. Hl^DROCOTVIiE. irASSmMJVjABJEI,,
M>N. Ocii. n. 3-2).
Kclchsamn iindoullicli. Fiiiclit von tler Foiui eines Doppel-
schildes, ohne Striemen. Geschl. Syst. \ . 2.
Meistens melirjäbrigc, zarte, wasserliehende li runter. Dolden ein-
fach, aehselständig, Hüllen vvenigblättrig. Kronen weisslich, seltener
röthlich. , ^ , „, ,,
t. H. vulgaris. Gemeiner Jf^assernabel, Blatter
schildförmig, hreisrnnd, seicht eingeschnitten -gekerl>t; Dolden kopfför-
miff, 3 — 6-hlütig.
LiNN. Sp. pl.a38. Chi. han. 240. Koch Syn. I. 307. Schk. Ilandh.
I. T.59. Fl. dan. t.90. Engl. bot. t. 751.
In W^icsen und Ilainen, an Gräben, Teichrändern und Rriichern, auf
sauerhumoscm oder torligein Sumpfboden, ziemlich häufig. Juli, Au-
gust. — September.
Stengel kriecbeod, aus ilen wurzelnden Knoten Blattstiele und blattlose Hlülensticle
4 8" lioib euiportreibend. Blätter 7 — 9-ner»ig, Llassgrün, untciselts meist einzelne
Härclien tragend. Blütensticle sehr zatt, BlütenköpfcLen selir klein. Frucht .5 -rippig mit
ti nndeutlicben Zwiscbenrippen.
». Gruppe. §ANICULEAE. SAN M CKKJ.GMWÄCnSM.
Dolden biischelig oder hopfförniig. Frucht im (Querschnitt kreisriind-
lich; llalbfriichte mit 5 gleichförmigen Hippen ohne JXebcnrJppen. Spitze
der Rronblätter Avie geknickt eingeschlagen.
I.INN. Gen. 11. ."{"iü.
Kelchsauni 5 -zipfelig. Fruchl fastkugelig^ dicht mit haki-
gen Stacheln hesetzt ohne deutliche Kippen, vielstiiemig, nicht
IVeiwillig vom Fruchlhaltei- sich lösend. Geschl. Syst. > . Z.
Mehrjährige Kräuter mit aufrechtem, ästigem oder schaftartigem Sten-
gel. Wurzelblätter bandförmig -lappig. Dolden zusammengesetzt, we-
nighlütig mit männlichen und weiblichen oder Zwitterblüten. Hülle we-
nig-. Hüllchen yielbiältrig. KronbläHer weiss oder rölhlieh.
1. S. ewro|»aea. Muropäischer SanicJcel. Wurzel-
Matter handförmig-getheill mit 3-spaltigen, ungleich eingeschnitten - ge-
*"'^Li"n. Sp.'^pl.339. Chi. han. 239. Kocu Syn. I. 308. Schk. Handb.
I. T.GO. Fl. dan^. t.283. Engl. bot. t. 98.
In Hainen und Wäldern, auf hunuishaltigem schattigem und etwas
feuchtem Boden, ziemlich häufig. 31ai, Juni. — Juli, August.
Wurzel braunscbwarz, scharf und hillcr. Stengel 1' hoch, 1-hlr.lliig. Bliileu hle.u.
3. ASTRA^TIA. JL^VHANTEM.
I>11VN. Gen. n. »11.
Kelchsaum ö-zipfelig:. Frucht spindelförmig mit aufgel.lase-
nen queifaltig -zackigen Rippen und in deren Höhlung einge-
schlossenen scinvächern Rippen, ohne Striemen und deutlichen
Fruchtträger. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, aromatische Kräuter mit bandförmig -lappigen Wurzel-
Llättern. Dolden uuregclmässig, meist 3-theilig, Doldcheu regelmässig
Erynginni. USIBEI^IilFERAE. 225
mit viollilättrigcn Hüllclien. Blüten oft vlelebig, nur die vceiMichen frucht-
l»ar. Kronen weiss oder röthlicL.
t. A. major* Grosse Astrantie» Wurzelblätter handför-
mig-5-tlieilig, mit ungleich eingeschnitten -gesägten Lappen, Kelchzipfel
staclielspitzig.
Lixjj. Sp. pl. aSO. Chi. hau. 239. Koch Svn. I. 309. Schk. Handh.
I. T. 60. Sturm Dcutschl. Fi. U. 29. Hayne Arzneigew. I. T. 13.
In Gehirgswiesen , auf humushaltigem etwas feuchtem Boden, die
Nordgrenze der Gesanimtverhreitung am östlichen und südliclien Harze
erreichend, selten (Pr. Wendelstein und Zingst an der Unstrut, ISord-
hausen, Echhartsherge — ; Hti. Windehäuserholz hei Rodcnherg, alte
Stollherg, Junherholz unweit Steigerthal). Juni bis August. — Sep-
tember.
Stengel 1 — '2' bocli, ästig. Dolden mit .5 — 8 UDgleich langen Stralilen, Döldclien
meistens zu S, das mittlere doppelt länger gestielt, Hiillclienblätter sternförmig gestellt, re-
gelmässig, lanzett- Keilförmig, ganzrandig oder an der -Spitze 2 — 3 - üipfelig eingesclinillen,
vreisslieli oder blassrosa mit 3-ncrngem liellgrünem Adernetz.
ÖTConontiSCheS* Zierpflanze der Gärten.
4. ERY^'Giij]?!. MAN:x-»vnmu.
LlNlV. Gen. n. 324.
Kelchsaum 5 -zipfelig. Frucht umgekehrl eiförmig, schup-
pig oder warzig, ohne'deutliche Rippen und Striemen. Frucht-
träger hleihend mit den Halhfrüchten verwachsen. G. Syst. V. 2.
Ein-, zwei (A. 2.) oder mehrjährige (A. 1.) starre, trockene, meistens
dornig -sägezähnige Kräuter (oder Sträuche). Dolden fast trugdoldig.
Döldchen kopflormig mit hüllartigen in Spreublätter übergehenden Deck-
blättern.
1. E. caiiipesitre. Feld-lXannstreu» Untere Blätter 3-
zähiig-doppelt-fiederspaltig, dornig- sägezähnig; Spreublätter ganzran-
dig, Kelche länger als die Krone.
LiMV. Sp. pl. 337. Chi. hau. 240. Koch Syn. I. 309. Schk. Handb.
I. T.59. Fl. dan. t. 554. Engl. bot. t. .57. Hayne Arzneigew. II. T. 1.
An Ackerrainen, Feld- und Wegrändern auch Flussufern, auf magerm
und sandigem Boden, besonders der Ebenen, häufig. Juli, August. —
September, October.
"Wurzel spindelförmig, geringelt. Stengel 1 — l'/^'Iiocli, sperrig- ästig. Blätter grau-
grün , mit beiderseits »oi tretendem , weissliehem Adernctz. BInfenköpfchen klein, rnndlieh,
Hiillblülter lineal -lanzettförmig, entfernt dornig- sägczäbnig. Kronen «eisslich mit bellapfel-
grünem Anbaueb.
Ä. E. inaritininni. Meerstrands "Mannstreu. Un-
tere Blätter herzförmig -nicrenrund, gelappt -dornig -sägezähnig; Spreu-
blätter 3- spitzig, Kelche so lang als die Krone.
LiNN. Sp. pl. 337. Chi. han. 239. Koch Sjn. I. 809. Fl. dan. t. 875.
Engl. bot. t. 718.
Am Nord- und Ostseestrande und auf den nahe belegenen Inseln, im
Kästensande, hier und da {Hb. Ritzebüttel — ; Hn. Juist, Nordernei,
Baltrum, Spickeroge — ; Ol. Wangeroge — ; Mk.). Juni, Juli. — Sep-
tember, October.
■Wurzel weit nmherkriecbend. Stengel 1'/.; — 2' lioeb, diek, steif, weisslicb. Blätter
derb, lederartig mit beiderseits vortretendem Adernetz, meergrün mit araelbystblanem AnOng.
Blütenköpfe stark, eiförmig - kugelig , Hüllblätter breit- eirund , dornig -lappig. Kronen
bellMau.
226 IJJIIBELIilFERAE. Ciouta.
JPharmaceutisch' Mediclnisches* Von a. 1. die rTuncl
of'ficinell (Radix Eryiigü s. Lyriiigü s. Aeiis Vencris), doch uienitj im
Gebrauch, f'orwaltende B e s tun dth. Schleimzucker und Schleim. An-
tvendntiij in Abhoehnnff^^nls diurefisrhp.<; und .itimulirendes Mittel.
technisches u. ÖTeonomischeS^ yi.2. ihrer hytfrometrischcn
Einenschaf't ive(/en den Inxelbewohnern ein nn der Decke ihrer Zimmer
auf'gehänfjter ff'etterjnophel. — • Die Itlälter junf/ als Salat yeniessbar.
3. Gruppe. AMIÜIXEAi:. AMMIGMWl^ÄCnSM.
Dolden vollständig. Frucht von der Seite zusaniniengedrüclit, meist
2-köpfig. Ilalbfrüclitc mit 5 gleieliniässigen fiederförmigen selten schmal
geflügelten Rippen, die seitlichen (Berula ausgenommen) am Rande der
IlalbtVüchte.
5. CICIJTA. JrA.»SKnSCUIJEUIjING.
I<INN. Gen. n. 354.
Kelchsaum 5 -zipfelig. Kronblättei- durch Einhioffung iimffe-
kelirthcrzförmig. Frucht zusammcngedrückt-kug'clig, uiit fla-
chen Rippen. Rillen 1- striemig, Striemen die Rillen ausfül-
lend. Fruchtträger getheilt. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, unbehaarte \^^asserhräuter mit rundem riilirigem Stengel
und mehrfach -fiederschnittigen Blättern. Hülle armblättrig oder nicht
vorhanden, IlüUchen vielblättrig. Krone weiss.
1. C. virosa. Genteiner W^asser Schierling. Wur-
zelstock qucrfächerig, Blätter 3-fach-flederseliuittig mit lineal lanzettför-
migen sehr spitzen scharfgesägten Abschnitten.
LiNN. Sp. pl. .368. Chi. hau. 238. Koch Syn. I. 311. Schk. llandb.
I. T.71. T.80f. 679. Engl. bot. t. 479. IIavne Arzneigew. I. T. 37.
In Gräben, an stehenden Gewässern, Teichen, Seen und Flussufern,
besonders auf humos -sandigem Boden, häufig. Juli, August. — August,
September.
Stengel 2 — 3' hoch, dick, unten geglicilert und aus den Gelenken ringförmig Wurzel-
fasern treibend. Blattstiele rund, röhiig, Bliiller gross, Ahschnille 2 — 3-theilig. Seit-
liche Dolden oft blattgegensländig, kleiner als die Erddolden. Frucht klein, 2 Knoten
bildend, breiter als lang, mit dem bleibenden Kelch und 2 fast « agerecht gerichteten Grif-
feln gekrönt, branngelb mit dunklern Striemen. — Ändert in Gebirgsgegenden mit niedri-
germ Stengel ab, mit schmälern seicht sägezähnigen Abschnitten und kleinem, wenigstrahli-
gen Dolden.
GM WMRJBZ.ICITMS.
JPharmaceUtiSCh-JttediciniSCheSm Nur in den nordeuropiU-
sehen Liindern, mit neuerlicher Ausnahme der JVurzel, of'licincll. Ein
harziffer, am reichlichsten in dieser enthaltener, Giftstoff' ist tödtlieh
(Gegenmittel: Brechmittel, ölioe lilisfiere, f/erbestoff'halti(je Abkochungen
und Säuren, als fVeinessig , Biersauer).
6. APIIIITI. SMIiXiiilLI.
LiNN. Gen. n. 307.
Kelchsaum undeutlich. Kronhlätter rundlich ohne Ausran-
dung.^ Stempelpolster flach. Frucht zusammengedrückt-kugj?-
lig_ mit fädlichen Rippen. Rückcnrillen 1-, Seitcnrillcn 2 — 3-
striemig. Fruchtlräger ungetheilt. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige Kräuter mit spindeliger, in der Cultur knolliger Wurzel,
gefurchtem, ästigem Stengel und tiederschnittigeu Blättern. Dolden auf
Llattwinkclständigen Ästchen oder an der Spitze des Stengels sitzend,
ohne Hülle und Hüllchen. Kronen grünlichweiss.
Petroselinum. VlIBEIililFERAE. 227
1. A* sraveolens* Gemeiner Selleri» ßlätter ficder-
sclinitlig, mit rauteiirörinigen eingeschnitten -gesiigten oft gelappten Ali-
sehnitten, oliere 8 -schnittig.
LiNN. Sp. pl. 379. Chi. han. 238. Koch Syn. I. 311. Schk. Handh.
I. T.78. Kngl. hot. t. 1210. Hayne Aizneigew. VII. T.24.
An See- wnd Flussufern, auch auf V^'^iesen, auf salzhaltigem beson-
ders humos- sandigem Boden, daher im Binnenlnndc in der l>äbe TOn
Salinen, ziemlicli häufig. Juli, August. — Septeniber.
Stengel 1 — 1 '/.^' hoch, sehr ästig. Äste abstehend, ohere oft (juirlig. Blällcr dunkcl-
griin, spiegelnd. Dolden klein, 6 — 10-slrahlig. Blüten sehr klein. Eitveiss der Früclife
höckerig gewölht, auf tler innern Fläche ehen.
9. PETROSEIillVV]?!. PmVMnSIMj GIB,
HOFVM. Irab. geu. 78.
Kelclisaum undeutlich. KronLlätfer rundlich, einwärts -ge-
krümmt, durch Einhieg-ung der Spitze kaum ausgerandet. Frucht
zusammeng'edrücht- eiförmig mit gleichartigen fadenförmigen
Rippen. Rillen 1 -striemig. Fruchtträger getheilt. Geschl.
Zweijälirige Kräuter. Blätter mehrfach -fiederschnittig. Hülle arm-
blättrig, Hiillchen vielblältrig. Blüten der Scheibe häufig unfruchtbar.
1. P. ««ativiini. Gemeine IPetersilge» Blätter 3-fach-
fiedersehnittig, spiegelnd, mit eirund -keilförmigen gesägten Abschnitten,
obere 8-thcilig mit lanzettförmigen ganzen oder 3 -spaltigen Abschnitten.
IIoFFM. Imb. gen. 78. 1. 1. A. f. 7. Roch Syn. I. 311. IIayne Arznei-
gew. YII. T.23.
In der ]\ähc von Gärten und Heclven, auf humosem Boden, hier und
da verwildert. Juli, August. — September.
'Wnrzel sjiindelig, weiss. Stengel \^ji — -' hoch, eckig, sehlankästig. Blätter eigen-
thiiralieh stark riechend. Kronblätter klein, grünlicligelli.
GM n^MnariCHEs.
Pharmaceutisch - Medicinisches» fT'urzel, Kraut und
Früchte of'fieinell (Radix Herba et Semen Petroselini s. Apil bortensis).
Vorwaltende Bestandth. der fVtirzel und des Krauts: Schleimzucker,
Schleim und ätherisches Öl, der Früchte letzteres mit Stearopten, schlei-
mif/em, f/allertarfigem Stoff ti. s. w. ^nivendunr/ der fVurzel im Auf
fjuss , der Früchte in Pulverform als eröffnendes, blähunrfen- und harn
treibendes Mittel. Präparat ist Aqua dcstillata.
OTeonomischeS» Kücheurjelrauch hehannt.
8. lIEIiOSCIADIIJI?!. SUMJPFSCBMHM,
Koch Cmb. I2ö.
Kelchsaum 5-zähniff oder undeutlich. Kronhlätter rundlich
mit eingehogener Spitze. Frucht zusammcngedrückt-kugelig
oder länglich, mit fädlichen Rippen. Rillen 1-striemig. Frucht-
träger uhgetheilt. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, schwache Kräuter mit zusammengesetzten Dolden, mit
verschiedenartigen Hüllen, kleinen Blüten und weissen Kronen.
li H. repeii^«. Kriechender Sumpfschirm, Blätter
ficderscbnittig mit rundlich- eirunden, eingeschnitten -gesägten oder lap-
pigen Abschnitten; Dolden blattgegenständig, kürzer als der Blattstiel;
Stengel niedergestreckt und wurzelnd.
Koch Syn. I. 312. Siuni rcpens Linn. Sp. pl. 182. Chi. han. 234.
Jaco. Fl. austr. III. t. 260. Fl. dan. t. 1514. Engl. bot. t. 1431.
Auf Triften und Wiesen, auf sandigsumpfigem oder moorigem Boden,
228 VinBEIililFERAE. Faloarin.
im nordwestlichen Thoile tles Gcliiets zicmlicli selten (Pr. Dülmen, Coes-
fel<le, Benthcim, Mastliolt, Ileiligcnlnok hei Lotte — ; Iln. Ortschlump
bei Hililesheim, Iluiitelturg, Osnahrücl; z. IJ. auf dem Greteschen und
Gesmerhruehe, Nenenljirchen — ; Ol. Varel. Hl. an der Stechnitz, Däni-
schehurg, Küchenitz, V^'aldliusen — ; 31h. Blalcliin.).
Sleng«;! fadenförmig, 4 — 6" lang, fast aus allen Gelenken wurzelntl. Blätter lang ge-
stielt. Dolden 3 — 6-strallig, IIiiUc 3 — 6-blattrig. Fruclit 'i-linotig, Y./" lang. Strie-
men etwas vortretend.
H. H. iiiiindatuiu. Schwimmender Sumpfschirm,
Blätter liederschnittig mit keilförmigen an der Spitze 3-spaltigcn Ah-
schnitten, untergetauchte vielfach in haarförmige Zipfel gespalten; Dol-
den hiattgegenständig, 2- strahlig; Stengel an der llasis kriechend.
Koch Syn. I. 312. Sison inundatum Linn. Sp. pl.363. Fl. dan. t. 89.
Engl. hot. t. 227 (Hydrocotyle inundata).
In Grähen, stehenden Gewässern und Sümpfen, besonders auf sandi-
gem Boden, im nördlichen und nord- westlichen Thcile des Gebiets, im
Münsterschen die Südgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, häufig.
Juni, Juli. —• August, September.
Stengel 6 — 8" lang, halb untcrgetancLt , oberer Tbeil aufstrebend oder schwimmend.
Untergetauchte Blätter mehrfach grosser. Blatlscheidcn breit, in einen kurzen Blattstiel iiber-
gehend. Blütenstiele in 2 »on einander gesperrte Theile ges|>alten , Doldehen 4 — .5 - blutig.
Früchte ^A'" l3°g> oval -länglich, gelbbraun, Striemen schwarzbraun.
H. nodiflorum Chi. han. '234. ist in nenercr Zeit an den aufgeführten wenigen Stand-
orten nicht bemerkt worden ; weshalb ich es bis zur Bestätigung der frühern Angaben zurücklasse.
9. FAIiCARIA. SMCUXXillOIiJDJE.
Host Fl. austr. I. 381.
Kelchsaum 5-zälinIg. Kroiihlätter umgekelirteirund mit ein-
geschlagerier Spitze. Frueht zusammengedrückt- länglich., mit
fädlichcn Rippen. Rillen 1-striemig. Fruchtträger frei, ge-
spalten. Geschl. Syst. V. 2.
Zweijährige, unbehaarte Kräuter. Blätter fiederschnittig. Dolden
blattgegen- und endständig, viclstrahlig. Hülle vielbläftrig, Ilüllchen fast
halbirt, Hüllblätter und Blättchen fadenförmig. Blüten zwitterig mit
eingemischten männlichen.
1. F. Rivinil. Hivin« Sicheldolde. Blätter meist 3-
schnittig, Abschnitte ganz oder I — 2-, mittlerer meist 3-theilig mit herab-
laufenden, lineal-lanzettförmigen, gedrängt stachelspitzig-gesägten Lappen.
Host Fl. austr. I. 3S1. t. 257. Chi. hau. 2a5. Koch Syn. 1. 313, Sium
Falcaria.LiNN. Sp. pl.362. Scuk. Handh. I. T. 80. F. 670.
Auf Äckern und an Ackerrändern, auf kalkhaltigem Lehmboden, iu
der südlichen Gebictshälfte die Nordgrenze der Gesammtverbreitung er-
reichend (jenseit Hildesheini und Hameln nicht mehr vorkommend) ziem-
lich häufig. Juli, August. — September.
Stengel 1 — l'/j' lioch, meist von unten sperrig- ästig. Blätter graugrün. Dolden lang
gestielt, Düldcbeu klein, innere Ilüllchenblätter mehrfach kürzer als die äussern. Früchte
bräunlich mit rnstrothen Striemen.
lO. AEGOPODIVITI. GMMSFUSS,
LlNN. Gen. n. 368.
Kelchsaum undeutlich. Kronhlätter umgekehrteirund, durch
Einbiegung der Spitze ausgerandet. Frucht ziisammengedriickt-
länglich mit fädlichcn Rippen. Rillen ohne Striemen. Frucht-
träger kurz gespalten. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige Kräuter, Blätter 2 — 3- schnittig. Dolden zusammengc-
Carum. IJjnBEIiI<IF£RAE. 229
setzt, vielstrahlig. Keine Uülleii und Ilüllelieii. KronLIätter weiss, Keu-
tel anfänglicli purpurn.
1. A. Podas«*««**»""« Gemeiner Geisfuss, Wurzel-
bliitter doppelt-3- schnittig mit eiruntl-langlichen, zugespitzten, ungleich
gesägten Abschnitten.
LiNN. Sp. pl.379. Chi. han. 237. Koch Svn. I. 315. Schk. Ilandb.
I. T.79. Fl. dan. t. 670. Engl. bot. t. 940.
An Ilecken, Zäunen, zwischen Gebüsch und in Grasgärten, auf schatti-
gem etwas feuchtem Boden, aligemein verbreitet. Mai, Juni. — Juli,
August.
Wurzel kriechend, knölerig. Stengel 2 — 3' boch, steif, holil , zcrhrcchllch, kahl, sel-
tener fein behaart. Blatter lichtgriin, Seheiden bauchig. Ändert in Gebirgsgegenden inil
ruthlichen Kronblättero ab. Früchte dunkelbraun, ohne Gerncli.
GM U^MHBJLICHMS.
ÖTConomiSCheSt Die jungen Blätter nebst den Stielen werden
unter dem Namen Strcntjel , (iesel, Giersch u.s.iv. vom tjerint/en Mann
häufig als Salat und von den f'ornehmen als ein Theil der ISetinstärlie
im Gemüse gegessen. Unter Umständen ein lästiges Unkiaut.
11. CARIJ]?!. KÜMMÜIi,
IjINN. Gen. n. Ü^S.
Kelclisaum undeutlicli. Kronblättcr umgekehrteiriind, durch
Einbiegung der Spitze ausgerandet. Frucht zusammcngedriickt-
länglicli, mit fiidlichen Rippen. Rillen 1- striemig. Fruchtlrä-
ger frei, kurz gespalten. Geschl. Syst. V. 2.
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige, aufrechte Kräuter. Blätter fieder-
schnittig. Hüllen und llüllcht-n mehrartig. Kronen weiss.
1. C Carvi. Genteiner Mümmel, Blätter doppelt-fieder-
schnittig mit fiedertheiiig-vielspaltigen Abschnitten ; Blüten ohne Hüllen
und Hüllchen.
LiNN. Sp. pl. 378. Chi. han. 237. Koch Syn. I. 314. Schk. Handb.
I. T.77. Fl. dan. t. 1091. Engl. bot. t.l503. Hayne Arzneigew. YII. T. 19.
Auf Y^'^iesen, Triften, an Acbcrrainen und Wegen, auf Boden man-
cher Art, sehr häufig. April, Mai. — Juni, Juli.
Wurzel spindelförmig. Stengel eckig, sperrig- ästig. Blatlabschnitle lineal, spitz. Dol-
den etwas hohl. Frucht braun mit breiten Striemen, zerrieben stark gCHÜrzhaft riechend. —
Bisweilen finden sich einige Uüllblällchen ein.
GJE n^MRnZICHES.
JPharntaceuti*ch'JO[edicini*ches* Früchte officinell (Se.
mina Carvi). Forwalt ende B e s tandth. ätherisches Öl. Anwendung
in Pulver und im Auf'guss, als tierven-, mngen- %md augenstärkendes
Mittel; von den Landleuten besonders gegen Colik gebraucht. Präpa-
rate sind: Oleum Carvi (1 Unze von 1 Pfunde), Aqua M/irf Spiritus Carvi.
Vechnisches* Über Bruntwcin abgezogen diesem einen feurigen,
fewürzhaf'ten Geschmack ertheilcnd und mit Zucker einen feinen Liqueur
iefernd.
ÖJCOnomiSCheS» fVurzel und Blätter im Frühjahr ein gesundes
Gemüse. Früchte ein bekanntes Gewürz an Speisen, Käse u. s.w. fVird
vom Viehe begierig gefressen.
113. PI]?IPI]!V£IiIiA. BMBMUJVMM^MjB.
LlNN. Gen. n. 366.
Kelchsaum undeutlich. Kronhlätter umgekehrteirund, durch
Einbiegung der Spitze ausgerandet. Frucht zusammengcdrücKf-
230 UJÜBELIilFERAE. Pimpinella.
eifÖrmi«' mit kissciiförmigcm Steugclpolstcr untl zuriickgcboge-
neii Griflclii. Rippen fath-nförmig. Rillen vielstriemig. Frucht-
träger iVei, gespalten. Gesclil. Syst. V. 2.
Melujjilirigc, aufrechte Kräuter. Illätter fiederscliuittig, selten eiut'acli.
Dolden und Döldciieu vielstrablig, ohne Hüllen und Ilütlehen.
f. P. magna. Grosse Bibernelle» Untere Blätter fie-
derschnittig mit eirunden oder länglichen eingeschnitten -gesägten oder
gelappten Allschnitten; Stengel eckig-furchig; Früchte länglich-eiförmig.
Link. Mant. 219. Chi. hau. 23,5. Koch Sju. 1. 316. Schk. Ilandh. I.
T. 80. F. 718. Jaco. Fl. austr. IV. t. 396 (P. major). Fl. dan. t. 1155.
Engl. Lot. t. 408. Hayke Arzneigew. \II. T. 21.
b. laoiiiiata. JDie gesehlitxtblättrige. Itlattahschnitte handför-
njig-fieders])altig mit lanzeltförmigen eingeschnitten - gesägten Zipfeln.
Chi. hau. das. Koch das. Jaco. das. t. 397 (P. orientalis).
o. tlissecta. Die aiersehnittenblättrige. IJIattahschnitte hand-
lormig-doppeltliederspaltig oder -schnittig mit lineal -lanzettförmigen
Zipfeln.
Chi. hau. das. Koch das. Rktz. Obs. IIl. t. 2 (P. dissecta).
Auf Wiesen, Triften und zwischen Gehüscli, auf fruchtharem etwas
bumushaltigem Boden , die Spielarten auf niagerm trockenem Boden,
ziemlich häufig. Juni bis August. — August, September.
Stengel 2 — ä' Loch, lief fiircbig. Blätter dicklieb, gl.inzeiid. Hionco weiss oder
Massroseiiroth. Griflel langer als der Fnielitlinoten. Früchte 1 '/j'" '""g'
Ä. P. ISa3iLifrag:a. ^tein- Bibernelle. Untere Blätter
fiederscbnittig mit rundlich - eirunden , eingeschnitten -gesägten oder ge-
lappten Al)scbnitten; Stengel rund, fein gestreift, oben fast unbeblättert;
Früchte eiförmig.
LiNN. Sp. pl. 378. Chi. hau. 236. Koch Syn. I. 316. Schk. Ilandb.
I. T.89. F. 715 — 717. Fl. dan. t. 669. Engl. bot. t. 407. Uayne Arznei-
gCAv. \H. T.20.
b. dissecta. Ute xerschnittenhlättrige. Blaltabs<hnitte sämmt-
lich doppelt- liederspaltig oder -schnittig, mit lanzetlförniig-linealen
Zipfeln.
P. Saxifraga v. laciniata Chi. hau. das. P. Saxifraga ß. dissectifolia
Koch das. P. hircina Leers Fl. herb. 79.
Auf Triften, grasigen Plätzen, an Ackcrrainen und Waldrändern,
auf sonnigem magcrm und steinigem Boden, liäuiig. Juli, August. —
August, September.
Wurzel von krenneudseliarfem Gesclini-iek und stark riechend. Stengel 1 — 1 'A' toch.
Blattabsehnitte uiehrfueb kleiner als au A. 1., glanzlos, bald kahl, bald nebst dein Stengel
fein behaart. Kronen weiss. Griflel während des Blühens kürzer als der Friichlknofen.
Früchte 1'" lang. — Auf sehr niagerm Boden bleibt die Pflanze klein und die Blattab-
sehnitte sind fast rund (P. Saxil'r. v. poteriifolia KocH das.). Es kommen Übergangsformen
zwischen a und b. vor.
Pharntaceutisch- ülKetlicinisches. ron A.2. die frurzd
of'fictnell (Badi.v Pimpinellae alliae v. minoris v. nostratis, bircinae v.
Tuagoseliui. licxzE fVaurcnh. T. XXVII. F. 2.). Vorwaltende Be-
standth. ätherisches Öl und scharfes Hurz. Einwendung als Pulver
oder im ^uftjuss als Reizmittel. Präparat eine Tinctura. Im Ilausge-
hrauch äusscrlich ein gutes fVundmittel.
OTeonontiSChe's* Die jungen Blätter von A. 2. als Salat cssbar,
dem Bier einen angenehmen ticschtnack tjebend, und die fVurzel den
Brantwein blau färbend. Beide Arten ein nahrhaftes Viehfutter. Doch
geben Kühe nach häufigem Genuss der fVurzel von A.2. blaue Milch.
Berula. IIMBELIilFERAE. 231
13. BERUrA. BXinXiJE.
Koch in Mert. h. K. Deiitsclil. Fl. II. 433.
Kelchsaum S-zähnig. Kronblälter umgekohrteiruiitl, durch
UmbJegung der Spitzeausgerandcf. Frucht zusamniengedrückt-
kugelig niit hegel förmigem Stengclpolster und zurückgesehlage-
neu Griffelu. Rippen fadenforuiig, seitliche vom Rande abste-
hend. Rillen vielstriemig, mit hedeckten von aussen nicht wahr-
nehmbaren Striemen. Fruchthalter getheilt mit kaum unJer-
scheidbaren den Halbfrüchten auffeivachseneu Schenkeln. Ge-
schl. Syst. V. 2. *
Mi'hijähi-ige, aufrechte, ästige "V^'"asserkr:iutcr. Blätter fledersclinittig.
Dolden blattgegen- und cndstäudig. liülle und Ilüllcheu vielblättrig.
Kronen weiss.
1. B. aiigiistifolla. Genteine Berte, Blattabscbnitte
eirund -länglich oder länglich -lanzettförnug, eingeschnitten -sägezäbnig,
seltener lappig; Hüllblätter meistens ficderspaltig.
Mert. u. Roch Deutschi. Fl. II. 433. Roch Syn. I. 317. Siuni angu-
stifolium LiNN. Sp. pl. 1672. Chi. ban. 2.33. Jacq. Fl. austr. I. t. 67.
Engl. bot. t. 139. Uayxk Arzneigew. I. T. 39.
In tiefen Gräben, an Teichrändern und in Brücbern, auf schlammi-
gem und sumpfigem Boden, häutig und heerdenweise. Juli, August. —
September.
Stengel scliluif, Iiolil , l>is •' lioch ; an kleinen , meist liegenden, rankenilen Formen oft
nur .5 — 6" lang. Allererste Blätter unter Wasser liaurig - \ieltheilig. Blattabschnitle von
1 y2" lang und 1" breit, oft bis zur Grösse weniger Linien abnehmend. Dolden kurz ge-
stielt, kurzstrablig, flaeb. Friicbte aus der eiförmigen bei der Reife in die kugelige Gestalt
iibergebend, alsdann einfarbig dunkelbraun. — Die kleine rankende Form (S. angustif. ».
rcjiens Chi. han. das.) Arten der Gattung Helosciadium gleichend.
14. SlUin. JVJEMEC.
LiNN. Gen. n. 348. Art. ausgeschl.
Kelchsaum 5 -zähnig. Kronblätter umgekehrteirund, durch
Einbiegung der Spitze ausgerandet. Frucht länglich mit kis-
senförmigem Stengelpolster und zuriickgebog"eneuliriffeln. Rip-
pen fadenförmig. Rillen 3 -striemig mit der Oberfläche ge-
näherten Striemen. Fruchtträger getheilt, frei oder angewach-
sen. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige Wasser- oder Sumpfkräuter. Blätter fiedersehnittig. Dol-
den blatt-, gegen- und endständig, zusammengesetzt und vielstrahlig.
Hülle und Ilüllcheu vielblättrig. Rronen weiss.
1. ^. latifolllllll. Gemeiner JüerTe, Blattabscbnitte läng-
lich-lanzettförmig, lanzettförmig oder lanzettförmig -lineal, scharf ge-
sägt, seitliche an der Basis ungleich.
LlN^. Sp. pl. 361. Chi. han. 233. Roch Syn. I. 317. Schk. Handb.
I. T. 80. F. 666. Jaco. Fl. austr. I. t. 66. Fl. dan. t. 246. Hayne Arznei-
gew. I. T.38.
An Gräben, Teichen und langsam fliessenden Gewässern, gern auf
sandigem Sumpfboden und in dcr]>ähe von Salinen, häutig. Juni, Juli. —
September.
Stengel 2 — 5' hoch, starr, hohl, markig, eckig gefurcht. Allererste Blätter unter dem
Wasser kämmig geschlitzt oder dopjielt-fiederspaltig. Blattabschnitte bis 3" lang, die schiefe
Basis abgerechnet regelmässig, ohne lappige Einschnitte , Sägezähne fast stachelspitzig. Dol-
den etwas con\eü. — Variirt mit länglichen, stumpf abgerundeten uud mit sehr schmalen
scharf zugespitzten BlattabscLnitten.
232 U91BEL.MFERAE. Bupleuruni.
ÖTCOnoniiSChCS» Hie fVinicl HHrkoiisck wirkend und schädlich.
Blätter mit i^ssitj und Öl nls f/esnnder Salut (jeniessbar und Gänsen ein
unijcnchincs Futter.
15. BUPIiEURtJ]?!. MASJEJVOMMt,
LlNN. Gen. n. 3"J8.
Kelchsauiu iindcullieh. Kronblälter kreisrumllich eingerollt
mit ahgestulzfer Spitze. Frucht länglich mit flachgedrücktem
Stengelpolster. Kippen fadenförmig oder geschäifl oder geflii-
eelt. Killen mit oder ohne Striemen. Fruchlträgcr frei. Ge-
fchl. Syst. V. 2.
Ein- (Art. 1.4.) oder mehrjährige (Art. 2. 3.), unbehaarte Kräuter oder
Sträuche. Blätter ganz und ganzrandig. Dolden zusammengesetzt. Hül-
len verschiedenartig. Kronen gelb.
■ F r 11 c h t c g c k 0 r n c 1 1.
1. B. tenulssiiiiunt. JPeines Masenohr, Blätter und
Ilüllchenhlätter lineal, janzettlörmig zugespitzt, untere Blätter gegen die
Basis verschmälert; Bippen körnig -gekräuselt.
LiNN. Sp. pl. 343. Chi. han. 233. Koch Syn. 1. 318. Beichenb. PI.
crit. II. 1. 167. Fl. dan. t. 1090. Engl. l.ot. t. 478.
Auf trockenen Wiesen, an Gräben, Wegen und Seedeiehen, auf salz-
haltigem Boden, im südlichen Theil des Gebiets ziemlich häuflg (Pr.
J\ietleben, Auleben, Pfitzenburg, Wansleben, Büblingen, Barby, Stass-
furt — ; Schw. Frankcuhausen), im mittlem und nördlichen Theile selte-
ner (B. Salzdahlum — ; Hn. Ilildesheim am Haseder Länderberge,
Emden — ; Ol. Stollhaninier-Siel, Eckwarder Schafhollig, Mürrwarden,
Jever beim Marien -Siel — ; Hl. Heiligenhaven — ; Mk. Dassow). Juli,
August. — September.
Stengel 4, 6 — 10'' liocli, fein, hin- und liergeliogen , nxeist scfar ästig, Aste abstellend,
Blatter 1 — 1 V^'" lireit, 3-nenig. Enddoldcn a-stralilig, Döldclien 1, 3 — -S - l.liilig,
IIüllcLenblatter langer als die Uliilcn.
*■ Früchte in den Rillen glatt.
9. B* falcatiim* Sichelblättriges Masenohr» Blät-
ter lanzettförmig, untere elliptisch oder spatelförmig; Bippen <ler Früchte
schmal geflügelt, Billen 3 -striemig.
LiMs. Sp. pl.341. Chi. han. 232. Koch Syn. I. 319. Jaco. Fl. austr.
II. t. 158.
An Feldrainen, auf Hügeln und ZAvischen Gebüsch, auf sonnigem
Kalkstein haltendem Boden, die Nordgrenze der Gesammtverbrcitung am
Harze und dem Solling erreichend, ziemlich häuüg. Juli, September. —
Octobcr.
Stengel 1 — '2' hoch, hin- und hergebogen, sjierrigästig. Blätter o — 7-nenig, schwach
sichelförmig gebogen, graugrün. Blüten klein, Hüllcbenblätter lanzettförmig, fein gespitzt,
so lang als die Duldchen.
3. B. longifoliiuii. Iiangblättriges MKasenohr,
Blätter eirund oder eirund -länglich, unterste in den Blattstiel yersclmiä-
lert, folgende mit tief herzförmiger Basis stengelumfassend; Bippen der
Früchte scharf, Billen 3 -striemig.
LiNN. Sp. pl. .341. Chi. han. 232. Koch Syn. I. 320. Moris. Ilij,t.
Sect. XI. t. 12. f. 4. Camerar. Hort. ic. 38.
In Berg- und Vorgebirgswäldern auf kalkstcin- und basaltfelsigem
Boden, im südlichen Theile des Gebiets, die IVordgrenze der Gesammt-
verbrcitung in ^11. an den Siebenbcrgeii bei Alfeld und am Külf liei
oeiianthe. IJJIBJEI^IilFERAE. 233
Duingeii erreichend, ziemlich hüuflg. Juli, August. — September, Oc-
tober.
Stengel bis 2' hoch, stark, einfach oder oben ästig. Blatter bis 4" lang nnil 1 '/j"
breit, bläulich bereift. Uüllchenblätter breit ellii.tisch, kurz; feingcspitzt , (loj.pelt so lang
als die »öldcben.
4. B. rotiindifoliuni. IRundhlättriges Masenohr»
Blätter eirund, durchwachsen, untere gegen die Basis verschmälert und
stengelumfassend; Bippen der Früchte fadenförmig, Billen schmal und
striemenlos.
LiNN. Sp. pl.341. Chi. han. 231. Koca Sjn. I. 321. Schk. Handb.
I. T.60. Sturm Deutschi. Fl. H. 5. Engl. bot. t. 99. Hayne Arzneigew.
\II. T.l ^ ^
Unter dem Getreide und an Acherrändern, auf kalk- oder mergclhal-
tigem Boden, in der südlichen Gebietshälfte ziemlich häufig eingebürgert.
Juni , Juli. — August.
Siengel 1 — 1 '// hoch, rfnfach, oben gabelästig, weisslich. Blätter graugriin. Ilüllchcn-
blätlcr elliptisch -rundlich mit »ortrcfender Stachelspitze, über doppelt so lang als die Blüten.
ÖTCOnomiScheS» Blatter von .1. 4. zusnmtnenziehender Kräfte we-
ifen nock beim L,andmnnn als fJ'nndmittel im Ilausfjehrmich. Stirnen
s iimmtl icher ^Irten ein scliar/ex und ein fettes Öl ijehend und für Hühner
und Tauben ein rjutes Futter.
4. Gruppe. §ELIXI:AI:. SElSMI.€fMn^ÄCM8E,
Dolden vollständig. Frucht im Querschnitt kreisrundlich. Bippen
fadenförmig oder geflügelt, die seitlichen am Bande der Halbfruchte und
bisweilen breiter.
I.INN. Gen. n. 3Ö'2.
^ Kelchsaum 5-zä]inig. Kronblälter umgekehrfeirund, durch
Einbiegung der SpiJze ausgerandet. Frucht birnenförmig oder
ciförmig-läiiglicli mit langen aufrechten driffeln. Hippen stumpf,
seitliche breiter. Rillen 1- striemig. Fruchthalter undeutlich.
Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, unbehaarte, wasserlicbende Kräuter. Blätter fieder-
schnittig mit ganzen oder fiederspaltigen Abschnitten. Dolden meist ge-
wölbt. Hüllen verschiedenartig, oft nicht vorhanden. Hüllchen vielblät-
trig. Blüten vielehig, Kronen weiss.
1. Oe* fistiilosa. Mtöhrige JRehendolde, \^'urzel bü-
schelig mit fadenförmigen, länglichen und rübcnförmig verdickten Fasern;
"V^^urzelblätter meist doppelt -fiederschnittig mit linealen, einfachen und
3- spaltigen Abschnitten; Früchte birnenförmig mit verwachsenen Bippen.
Liis.\. Sp. pl. 365. Chi. han. 230. Koch Sjn. I. 321. Scuk. Handb.
I. T.70. Fl. dan. t. 864. Engl. bot. t. 363.
An Gräben, Teichrändern und auf "Vliesen, auf sumpfigem Boden,
häufig. Juni, Juli. — August.
Stengel 1 — 1 '/j' hoch, dick, ganz hohl, an den Gelenken zusaiuiuengeschnürt , am
Grunde Ausläufer treibend. Fiederscbniltiger Theil der Bläller kürzer als der rohrige ßlalt-
sllcl. Blaflabschniltc gering ausgebildet. Doldchen halbkugelig, äussere Blüten männlich,
innere zwiticrig und frucbllragend.
%• Oe. liaclieiialil. MJachenals Mehendolde, Wurzel
büschelig mit fadenförmigen und schmal keulenförmigen Fasern; Blätter
einfach- oder doppeltfiedcrschnittig, unterste mit eirunden oder keilför-
migen, stumpf eingeschnitten -gesägten, obere mit schmal linealen, spitzen
Abschnitten; Früchte birnförmig unter dem Kelche zusammengezogen.
234 IiaiBEIililFERAE. Aethusa.
Gmel. Fl. baa. I. 678. C1.1. hau. 231. Koc« Syn. I. 321. Oe. iiie-
g;ai)olitaiia \^'illd. «ei-l. Mag. II. 297. FI. dan. t. 1454 (Oc. pinipiiielloi-
des). Engl. bot. t. 347 (.iesgl.).
Auf \'^'iesen xind Weiden, auf nassem grasigem Boden, in den Küsten-
gegcnden der IVord- und Ostsee, hier und da (//»i. Inseln Borkuni und
JXordcrnei; Imsuni im Jtrenischen, Gestendorf, Wremcn, Weddewar-
den— ; Br.; OL; HL; Lb. Möllcn an der Steclienitz — ; Mk. Markgra-
fenheide, Dassow).
Wurzel f.i Sern meist hinilfadciidick mit untergemiseliten starkem , gegen das Ende bis zu
2V2'" keulenlörn.ig verdickten Fasern. Höl.e der A. 1. Wiirzell.latter oft fehlend. Fie-
dersclinilliger Tlieil der Blätter langer als der Blattstiel. Dolden der A. 1. Bliitcn kleiner.
Uüllc 4 — <>-l>l:,(lrig. Griffel liall> so lang als die Friielit. — Ändert mit grossem Blüten ali.
3. Oe.Phellandi'iiini. FenchelsamigeMebendolde*
Wurzel spindellönnlg; lllatler doppelt oder 3- faeli -fiedersohuittig mit
liederspaUigen Abschnitten und länglieh-liiiealen stumpfen Zipfeln; Früchte
eiförmig -länglich.
Lam. Fl. traue. III. 432. Chi. hau. 231. Koch Syn. I. 322. Phellan-
drium aijuaticum LiNN. Sp. pl.566. Sch. llandb. I. T.71. Fl. dan. t. 1154.
Fngl. bot. t. 684. IIakne Arzneigew. I. T. 60.
In Gräben, Sümpfen und stehenden Gewässern, häufig.
Wurzel raolirenförmig mit feinen Fasern. Stengel wurzelnd und oft Ausläufer treibend.
Untergetanebte Blätter in baarförmige Zipfel gefheilt. Dolden kurz gestielt, flaeb, diel.t-
bliilig. Bliitcu regelmässig. Früchte sämmtlicU gestielt. Griffel kleiner, halb so lang als
die Frucht.
c?jB n^jERBijiejrjss,
Pharmaceutisch- la^edicinisches, Samen von A.3. (der
oft verfälscht wird) of'ficinell (Semina riiellandrii s. Foeuiculi aquatici).
Vorwaltende Bestandth. ätherisches Öl und Extractivstoff'. Anweti-
dunif in Pulver, Pillen, Latwerne und im Auffjuss, t/ff/en Brustbe-
schwerden, Lunfjenschwäche , auch Fieber, ferner in Tliierkrankheiten.
Geifuetscht auf fVunden in Uausqebrauch, auch innerlich als Thee, wo-
bei indessen Vorsicht zu empfehlen, weil die Pflanze, wie im höhern
Grade A. 1. , ffiftartif/ ist.
ÖJConomiSCheS. A. 1. wird von keinem Vieh nefressen. A. 3.
ist frisch ein tjutes Pferdefutter , Kühe fressen sie nicht.
19. AETHIJSA. GEiMM^SM,
I.INN. Gen. n. Hl.
Kelclisaum imdeullicli. Kronblalter unigekchrleirund, durch
Einblcffiinff der Spitze ausgerandet. Fiuclit e^tförinig- kugelig,
mit dicken scharfkieligen Rippen, seilliclic breiter und kuiz
geflügelt. Rillen 1-strieuiig. Fruchthalter getheilt. Geschl.
Syst.^V. 2.
Einjährige, aufrechte, unbehaarte Kräuter. Blätter 3- fach-fieder-
schnitt'ig mit fiederspaltigen Abschnitten. Dolden blattgegen- und end-
ständig. Hülle 1- blättrig oder nicht vorhanden. Hüllchen aussenseitig,
zurückgeschlagen.
1. A. Cyiiapiiini. Garten. Gletsse. Ilüllchenblätter zu
3, länger als dieüöldehen; BlattabschniUe rhombcnfoiinig, doppelt-he-
derschnittig und geschlitzt.
LiiNN. Sp. pl.367. Chi. hau. 230. Koch Syn. I. 323. Schk. Uandb.
I. T.72. Engl. bot. 1. 1192. IIayne Arzneigew. I. T. a5.
Auf Gartenland und Ächern, an Schult, Mauern und IIecl.cn, auch
in Yorhölzcrn, auf frischem humosem auch auf troclinem magerm Boden,
sehr Läufig. Juni bis September. — August bis October.
Stengel 1 — 1'/.^' Loch, auf humosem Boden big 3' hoch, auf sehr magerm oft nur 3— i"
Seseli- rJüBEIiLIFERAE. 235
Loch (A. Cjii. V. agrcslis CLL Lan. das.)- Blätter dunkelgrün, untcrseils glänzend. Hiillc
nicLt vorLandcn. Au den bärtig LeraLLängenden lanzeltlicL-linealen HüllcLenblattem , dem
scLnaolieu ab« eichenden Geruch, und den weissen, nicLt giüulicLgelben Kronhiätlern IcicLt
von der l'etersilgc zu unterscheiden, z«iscLen der sie in Gärten Läufig wäcLst.
PharmaceutiSCh-JtKedicinischeSt Für den Menschen ein
Gift, fjetjcn dessen fVirkuny zunächst saure Flüssiffkeiten (Essiy, saure
Milch, Ittiltermilch) , dann Brechmittel in Anwenduntf zu bringen sind.
Zieffcn fressen sie; doch erhält deren Milch dadurch nachtheilif/e Eir/en-
schaften.
Li:nn. Gen. n. 3(J0.
Kelchsauui mit 5 kurzen dicklichen Zähnen. Kronljlätter um-
gckehrteiriind. Früchte eifönnig oder länglich, im Querschnitt
kreisrundlich mit zurückgehogenen Griffeln. RiFJpen vorragend,
dick und rindig. Rillen l-(2— 3-)striemiff. Fruchthalter ffe-
Iheilt. Geschl. Syst. V. 2. * *
Zwei- (A. 2.) oder mehrjitlirige (A. 1.) meist graugrüne Kräuter. Blät-
ter ein- oder drei- auch nielirtacb-fiederschuittig. Hülle fast nicht Tor-
handen, Hüllclien mehrhlättrig.
'1. S. ]ti|>i>oiiiaratliriiiii. Moss-Sesel. Blätter doppelt-
oder 3-fach-liederscbniUig mit lein linealen, stachelspitzigen Zipfeln;
Hüllehenl)lätter manschettenartig Terwachsen.
LiMV. Sp. pl. 374. Chi. hau. 280. Koca Syn. I. 324. Scuk. Handh.
I. T.7ü. Jaco. Fl. austr. II. t. 143.
An sonnigen Ilügeln, auf l»all\steinhaltigem Boden, in der südlichen
Hälfte des Gebiets die Nordgrenze der Gesammtvcrbreitung erreichend,
selten (Pr. Halle: Bennstedt, Kulme, Eisleben, Querfurt, Aschersle-
ben— ). Juli, August. — September.
Stengel 1 — 1 '/2' ''OeL , meist ästig, nebst den Blättern seegriin. UUlIc nicht vorhan-
den oder 1- blättrig. DöldcLen conrci, gedrungen. Zähnchen des Hüllcbens, dessen Blätter
bis ^/3 verwachsen, breit randLäulig in eine Haarspitze ausgehend. Kronen weiss. Junge
Früchte zerstreuet feinhaarig.
Ä. S. coloratiini. GeJTürhter Sesel. Blätter doppelt oder
3-facb-fiederschniltig mit fein linealen, spitzen Zipfeln; Hüllchenblätter
frei, schmal lanzettförmig, lang zugespitzt.
Ehru. Herb. exs. n. 113. Roch Syn. I. 325. S. annuum Linn. Sp.
pl.373. Chi. ban. 229. Schk. Handb. I. T.80. Jaco. Fl. austr. T. t. 35.
An Hügeln, auf trockenem steinigem oder sandigem Boden, im süd-
lichen Tbeile des Gebiets, die Noidgrenzc der (europäischen) Gesammt-
verbreitung am Harze erreichend, ziemlich häufig. Juli bis September. —
Septemlier, October.
Hübe der A. 1. Stengel meist einlach, nebst den Blättern bläulicligrün , graugrün, oft
röthlich. HUlIe bald nicht vorhandcu, bald wenig- bald mehrblättrig, Uüllrhenbintter mit
breitem, weissllchcm, wimperigem Räude, meist länger als die fast kugeligen Doldchen; Kro-
nen oft röthlich.
19. IiIBA]VOTIS. UMEIiJrunX,,
Crantz. Siirp. austr. 222.
Zähne des Kelchsaums lang pfriemenförmig, ahfallcndj übri-
gens wie Seseli. Geschl. Syst. V. 2.
Zweijährige, hohe Kräuter. Blätter mehrfach -fiederschuittig. Hülle
viclblättrig
1. 1ä* iMoiitana. Berg'Heilwura» Blätter doppelt -fiedci-
236 U]nBEl.I.IF£RAE. Cnidiuni.
schnittig mit keilförmig -rlioinliischcn ficderspaltig-eingescliiiittcuL'ii Al»-
sclinitteii und lanzcttlörniigL-n, kurz gespitzten Zipfeln; Früchte luirz-
haarig.
Allion. Fl. pedcm. 11. 30. t. (52. Koch Syn. I. 825. Seseli Lihanotis
Chi. han. 229. Atliainanta Lihanotis Lixn. Sp. pl.^öl, Jacq. Fl. austr.
IV. t. 392. Fl. dan. t. 754. Engl. l.ot. t. i;%.
An grasigen Gehirgshiigeln und in Waldgehüschen, auf felsigem son-
nigem Uoden, in der südlichen Gebietshälfte , die Nordgrenze des Yor-
kommens in Deutschland an den Siehenhergen hei Hilde sheini erreichend,
ziemlich liäufig. Juli, August. — Septemher.
Stengel 1 '/^ — 4' hoch, stark, an der Basis seliopfig, eckig, stark gefurtlit , selten etwas
beliaarl. lilatter gross, nnterseits grangrün, mit ansgesperrlen Abseliiiitlen nnil an ileren
Spitzen lieralilaiifend-ZHsauiinenflicssemlen Zipfeln. Dolden gross, reicliblUtig. Kronen »ciss
oder rollilicli.
90. CIVIllIU]?!. BBX]¥]¥J90X,nX:,
Cass. Mem. soo. med. par. 178-2. p. "iSO.
KelchsauDi umleiillicli. Kronl)läl(cr uiiigekclirlcii'iin(l, tlurcli
Einbiegung der_ Spitze ausgerandet. Frucht iui Quersclinilt
krcisnintllich mit dünnhäutig getlügelten Rippen. Killen 1-
striemig. Fruchthalter frei. Geschl. Syst. V. 2.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.) Rriiuter. Blatter ein- oder mehrfacii-
Jiederschnittig. Hülle verschiedenartig. Hüllchen mchrhlättrig. Kronen
weiss.
1. C %'enosiiin. Aderige Brenndolde. Blätter dop-
pelt-fiedersclmittig mit 2 — 3 -spaltigen oder ganzen, linealeu Zipfeln,
Scheiden länglich, untere schlaft", obere den Stengel einhüllend.
Koch Umb. 199. Syn. I. 327. Chi. han. 228. Selinum sylvestrc LiNN.
Sp. 350. (nach Fkies). S. lineare Wahleab. Fl. suec. I. 169. Seseli veno-
sum HoFFM. Fl. germ. I. 217. S. dubium Schk. Ilandb. I. 217. T. 80.
F. 698.
Auf "\Yiesen und grasigen Waldplätzen, auf sumpfigem oder feuchtem
Boden, hier und da durch das Gebiet. August, September. — Octobcr.
Stengel 1 — ll/j'lioch, einfach, steif anfrceht, untere Blätter, der langen schlaffen Schei-
den «cgeii, wie welk herahliängend , hellgrasgrön , Zipfel durchscheinend, «jueraderig und
punctirt, am Bande fcinsägeiahnig- scharf. Hüll- und Ilüllchcnblatter horstcufurmig, Döld-
chen stark conici.
«1. Sil. AUS. »EJjJLtr,
Besser in Rom. Schult. Sjst. vcg. M. 3Ü.
Kelchsaum undeutlich. Kronblätter umgekehrteirund -läng-
lich, in eine eingeschlagene Spitze verschmälert zusammenge-
zogen. Frucht im Querschnitt kreisrundlich mit etwas geflügel-
ten Kippen. Killen vielstriemig. Fruchthalter gctheilt. Geschl.
System V. 2.
mehrjährige, unbehaarte Kräuter. Blätter mehrfach -liederschnittig.
Hülle wenigblättrig oder nicht vorhanden. Hüllchen vielblättrig. Kro-
nen blassgelb oder grünlich.
1. S. pratensis. Jf^iesen- Silau. Blätter doppelt- bis 4-
fach -liederschnittig mit lanzettiich - linealen, stachelspitzigen Zipfeln,
Scheiden kurz -stcngelumfassend.
Besser in Böm. Schult. Syst. veg. YI. 36. Koch Syst. T. 329. Cnidiuni
Silaus Chi. han. 228. Peucedanum Siiaus Linn. Sp. pl.354. ScHK.Uandb.
I, T. 79. F. 638. Jaco. Fl. austr. 1. 1. 15. Engl. bot. t. 2142. Hayne Arziici-
gew. XI. T. 5.
Aufwiesen, auf humushaltigcm frischem oder feuchtem Boden, häu-
fig. Juni, Juli. — August, September.
IVeuui. riHBEIililFERAE. 237
Stengel an der Basis schopfig, 2 — 3' hoch, atifrecLt, abstehend ästig, Aste lang und
diinn. Scheiden kurz. Hülle meist 2-l>läilrig. Dolden etnas concav. Doldchen conrei.
Hroniilatirr blassgelh. — lui Gesammfanselicn und den ßlältern nach dem Cnidium Tenosiim
ähnlich. — Wnrzcl und Samen aroiuatisch riechend und letztere scharf gewürzhaft scfanieckend.
««. ]?iEU]?i. nÄnxwwunx,
TOURNEF. Inst. 312. t. 165.
Kelchsaum undeutlich. Kronblätter ganz, elliptisch; übrigens
wie Silaus. , /. , i . .
Mein jährige, unbehaarte Kräuter. Blätter mehrfach -ncderschnittig.
Hülle last nicht vorhanden. Hüllchen vielhlättrig. Kronen weiss oder
purpurn.
1. I?I. atliaiitaiiticiiiu. Gemeine Bärenwur«. Blätter
mehrfach -liederschnittig mit ficderspaltig- vieltheiligen Ahschnitten und
fast quirligen, haarförmigen Zipfeln.
Jaco. Fl. austr. IV. 2. t. 303. Chi. han. 227. Koch Syn. I. 329. Atha-
manta Meum Linn. Sp. pl. 353. Aethusa Meuni Murr. Syst. veg. 287.
Hayne Arzneigew. VII. T. 12.
Auf Gehirgs- und ßergwiesen und Triften, auf frischem humosem Bo-
den (Hn.u.Br. am Harze, die ]>ordgrenze der (europäischen) Gesamnit-
vcrlireitung erreichend, häufig. Hs. am Hirschherge l»ei Gross -Allme-
rode oben auf den Wiesen vor dem Holze). Juli, August. — Septem-
ber, October.
Stengel '/.^ — 1' hoch, an der Basis langfaserig- schopfig. Scheiden eirnnd - länglich,
kurz. Blätter grasgrün, aus kurzen, dicht stehenden, fadenförmigen, spitzen Zipfeln zu-
sammengesetzt, untere lang gestielt, ohere auf den Scheiden sitzend. Dolden uiiltelgross,
conver. Blätter der Hüllen und Hüllchen lineal- fadenförmig. lironhlätter gelblich- auch
wohl rüthlicfaweiss. — Die Wurzel aromatisch und reizend.
GM imnBriCHMS,
öle anomisches* Die ßVwzel ätherisches Öl nnd Harz enthaltend,
bei den Gebiifjsbewohnern , in den Brantwein ffclerjt, als magenstürken-
des Mittel selir beliebt. Ausserdem als Thierarzn'ei im Uausfjebrauch.
5. Gruppe. ABfOELlCEAE. A]¥ GJEX,IKAGMUÄ CMSE.
Dolden vollständig. Frucht von hinten und vorn plattgedrückt. Mitt-
lere 3 Hippen geflügelt oder fadenförmig, seitliche doppelt breiter ge-
flügelt und von den übrigen abstehend. Fruchtträger frei und getheilt.
«3. SEIil^UITI. SJXCfJB.
LllVN. Gen. n. 3.37. Art. ausgescbl.
Kelchsaum undeutlich. Kronblätter umgekehrteirund, durch
Einbiegung der Spitze ausgerandet. Fugenfläche zu einem hiel
verschmälert, Rippen häutig - geflügelt. Killen l-s!rieuiig, äu-
ssere oft 2-striemig. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, unbehaarte Kräuter. Blätter mehrfach -fiederschnittig.
Hülle armblättrig. Hüllchen vielblättrig. Kronen weiss.
1. S. Car^ifolia. Kümmelblättrige Silge, Blätter
mehrfach -fiederschnittig mit fiederspaltigen Abschnitten und lineal -läng-
lichen stachelspitzigen, fein -sägezähuigen Zipfeln.
LiNN. Sp. pl. aJO. Chi. han. 227. Koch Syn. I. 330. Schk. Handh.
I. T. 79. F. 636. Jaco. Fl. austr. I. 1. 16. Fl. dan. t.667.
In schattigen V^^äldern, Gebüschen und auf V^'aldwiesen, auf humus-
haltigem feuchtem auch wohl sumpfigem Boden, ziemlich häufig. Juli,
August. — September.
Stengel 2 — 3' hoch, kantig- furchig mit scharfen unter den Gelenken fast flügelartigen
238 UHBEMilFERAE. Ostericum.
Kanten. ßlaltcr grasgrün. Slralilon iUt Dnltlrn auf ilcn inncrn Kanten etwas feinhaarig.
KronliL-itter Ijisweilcn aussen rütliliclj. — rriscli von cUirclidringendem Geriicb, der sich ge-
Irochni-t verliert.
A4. OSTERieill?!. MUTTXnjTUnZ,
IlOFFM. Umb. gen. 1(J4.
Kelchsauin 5-ziibnig. Kronlilälfer rundlich -umgckclirtlierz-
förmiß' mit eingeho^cner Spitze. Frucht zusainniengedrückt.
l>rei Mittelrippca fadeijföi-niiff kiclrandig, 2 scilliclie hreitflü-
sreliff, alle innen röhriff. Itillcn hedcckt l-stricniiff. Gesehl.
Syst! V. 2. ^ ^
Mdirjülirig«; Kr;iutcT. lUältw iiielirrafli- ficdcrspaltig. llülk- arnihlät-
trig, llüllchi-n vicll>l;i(trig. Kronen Mciss.
*1. O. palustre. Sumpf - Mutterwurz, RläUor 3—5-
fach-fietlcrschnittig, Absclinilte lierzförniig- eirund, grob gekcrbt-sägc-
ziihnig, säninitlicli getrennt und gesliclt.
Bess. Enuni. \^^. volb. 94. Koch Syn. T. 331. Reichenb. PI. crit. V.
t. 402. O. pratense IIoffm. Unib. gen. 164. Angeliea pratensis M. Bie-
BERST. Cat. bort. Gor. 1812.
Auf "V^'iesen, auf feucbteni oder sumpfigem Boden, im südlicben Ge-
lüetstbcile die Nordwestgrenze der Gesamnitverlireitung erreicliend, sebr
si'llen, al»er dann meist bäuüg (Pr. Halle: Osendorf gegen dem Dreier-,
bause über, ]>ei Canena, Alperstedt). Juli, August. — September.
AViichs und Gesammtansehen einer Angeliea. Stengel his 4' liocli. Blatter iiuterseits
und am Rande der Blattstielverästungen scharf. HüUchenblälter lanzett - pfriemenfiirniig.
Kruuhlattcr in einen ]>agel verschmälert. Früelifc bräunlichgrün, roctallartig scbimroernd.
95. ANGEIilCA. j±NGJEI>IKA,
LiNN. Gen. n. 347. Art. ausgeschl.
Kelclisaum undeutlich. Kronhlälter lanzetlföruiig, zugespitzt,
gerade oder cingehogcn. Fugeniläche sehr schmal. Drei Mit-
fclrippeu vorragend, fadenförmig, 2 seilliche geflügelt. Rillen
3 -striemig. Gesehl. Syst. V. 2.
Zwei- oder mebrjiibrige (A. 1.), bobc Kräuter. Blätter mebrfacb-fie-
dersebnittig mit breiten Abscbnittcn. Dolden end- und blattwinl.elstnii-
dig. Hülle niebt vorbanden oder einzeinblältrig, Ilülliben vieiblättrig.
1. A. sylvestris. Wald-Angelilca, Blätter d<,ppelt- bis
3- facli-fiederscbnittig, Abscbnitte eirund, zugespitzt, ungleieb sebarf ge-
sägt, endständig, meistens ganz; obere Blatlscbeidcii bcu(elig aufgeblasen.
LiNN. Sp. pl. 361. Cbl. ban. 226. Koch Syn. I. 331. Schk. Uandb.
I. T.68. Engl. bot. t. 1128. IIayne Arzneigew. \II. T. 9.
b. niontana. JJte bergständige. Höber, Blattabscbnitte eirund-
länglieb o«ler lanzettförmig, endständiges bäufig 3 -lappig mit keilför-
mig berablaufender Basis.
A. sylvestris v. montana und v. longifolia Cbl. ban. das. A. monCana
Koch das.
An den Ufern von Flüssen, Bäcben und Tcicben, aucb in Waldun-
gen und "V^^-ildwiesen, auf feucbteni aucb sumpfigem Boden, sebr häufig;
die Spielart in Bcrgwaldungen (Harz, Solling, Wesertbalwaldungen) nicbt
selten. Juni bis August. — September.
Stengel 2 — 4' hoch, stark, röhrig, oft fein behaart und vveissllcb bereift. Blätter
bald mehr bald weniger sehärflich , obere auf den rundlichen Seheiden sitzend. Blattabsehnitte
meistens von regelmässigem Umfange. Dolden gross, geuölbt. Hiillehen so laug als die
Doldchen. Kronblätter vveisslich, unrein rothlieh oder gelblich. Die Spielart bis 6' hoch,
straff, mehr l;ahl und meist unbercift. Blatfsubsfanz slärl>er. Ausser dem Eudabschnilt der
Blätter oft auch das folgende Paar keilig in den Blattstiel herablaufend.
Archaiigelioa. USIBELIilFERAE. 239
JPharmaceutisch-JSteaicinisches. fT'urzel nudSamc um-
»och zur hereitutifj von Tliterarznei im Gebvtnich.
VechniSChiBS* Blätter mit fj'issmiith vorbereiteter fVollc eine
gelbe Farbe verleihend.
UOFFM. Umb. I. 168.
Kelchsaimi 5 - zähniff . ^ Kronblätter elliptisch, ganz, zug-c-
spitzt mit einffel)Ogener Spitze. Fiigenfläche schmal. Drei Mittel-
rippen dicklich mit tliigelarlie:cm Kiel, 2 seitliche hreit getliigelt.
Fruchtschale lose. Samenschäle vielstriemig. Geschl.Syst. V. 2.
Mebrjähi'ige, hohe Riüiiter. Blätter mchrfach-fietleischiiitlig mit lirci-
ten Abschnitten. Dolden end- nnd blattwinlielständig. Uiille fast niclit
vorhanden, Ilüllchen lialbirt, vielblättrig. Kronen >veiss oder grünlich.
1. A. litorali!^. Küsten -MngeltLurx, Blätter doppelt-
bis 3 -fach -fiederschnittig. Abschnitte eiruntl- rbonibenlorniig, ungleich
sägezähnig, endständige 3- lappig nnd iheilig herablaufend; Ilüllchen nebst
den Strahlen scharflich- zarthaarig, halb so lang als die fast kugeligen
Döldchen.
Fries Fl. hall. 52. De Cand. Prodr. IV. 170. A. Archangelica v. li-
toralis Chi. hau. 22.5. A. officinalis Kocu Svn. I. 332. III. 1024. Engl,
bot. t. 2561.
An den Ufern des Auslaufs der Flüsse in die Nord- und Ostsee, und
auf den Inseln jener, auf sumpfigem Boden, häutig und oft heerdcn-
^veise, von dort ab, in abnehmender Uäufigkeit, an den Flussut'ern bis
Hannover und Braunscbweig, dann als südlichstes Vorfcomnien noch ein
Mal östlich vom Harze in Pr. an der Bodc bei Stassfurt und bei Egeln,
■Nviovobl sparsam auftretend. 31ai, Juni. — Juli, August.
Stengel 6, 8—10' hoch, au <Ut Wurzel off 2 — 'i'/j" stark, bänfig nel.sl den blatl-
arligen Theilen rotlihraun angelaufen und bläulieh bereift. Dolden bis zu 10" im Dureh-
inesscr haltend. Rronblätter weisslich, schwach gelblichgriin, seltener unrein rolhlich. —
Die AVurzel riecht angenehm aromatisch. Über die zweifelhafte specifische Verschiedenheit
von A. officinalis vergl. Chi. hau. a. a. O. und EhRII. Bcitr. III. 33., der unsere Pflanze
Angelica sativa officinalis nennt, indem er hinzufügt, man könne sie ihrer Riesengrösse wegen
bald für A. atropurpurea L. ballen. A. atropurpurea WiLLD. Enum. bort, berol. 331. scheint
nach lebenden Exemplaren aus dem Berl. Gart, (die hier nur grünliche Kronblätter zeigen)
von unserer Küstenpflanze nicht verschieden. — Eine andere Archangelica als diese wächst
im nördlichen Deutschland nicht.
GJEWURBJLICHEIS.
:PharntaceUtiSch- UKediciniSCheS, Die fVurzel (am kräf-
tigsten im Frühjahr des zweiten Jahrs) ist of'ficinell (Radix Angelicae
sativae Ulsze ßVaarenh. t.XXVI. F.I.). f'orwaltcnde Bes tandth.
ätherisches Ol nnd Harz. j4nwendung in Pulverform, in Pillen und
im Aufguss , als eins der vorzüglichsten einheimischen Reizmittel; im
Ilausgebrauch ein magenstärkendes Mittel. Präparate sind: Extractus
Aug., Tinctnra Ang. , Spiritus Ang. compositus s. theriacalis.
technisches. Die fVmzel ein ätherisches Öl (nach Raybavd
ans 100 Pf. trocii. fVurz. 4'/2 Unze), ein Balsamharz und einen geisti-
gen, den Brantwein veredelnden, Stoff liefernd.
e. Gruppe. PEÜCEDANEAE. JBEAARSTRAXGGMIVÄCMSjE,
Dolden vollständig. Früchte linsenähnlich zusammengedrückt, ringsum
durch die fest an einander liegenden 2 Seitenrippen breit einflügelig oder
dickrandig eingefasst. Mittlere 3 Iliefcn fadcuförmig, oft kaum sichtbar.
240 VinBElililFERAl!. PeuoedAnnm.
«9. PEUCEMAIVU]?!. MJLAMSVnAJVG»
Koch Umb. 9i.
Kel«^hsauin 5-z;ilinIa;, seltener fast zahnlos. KronbläHer uingc-
kehrtehund und in eine eingehogene Splfzc zusammengezogen.
Frucht mit breitem glattem Rande. Mittlere Rippen gleiehweit
von einander entfernt, seitliche in den Rand id>ergchend. Ril-
len 1 — 3-striemig. Fruehthaller getheilt. Geschl. Syst. V, 2.
Mehl jährige Kräuter mit mehrlach 3- schnittigen oder mehrfach fieder-
schnittigeii Blättern. Dolden endständig. Hülle verschiedenartig, Ilüllchen
viclhlätlrig.
f Die Striemen «ler Fiigcnflaclic lon aussen sichH>ar.
f. P. officinale. jAraneilicher Maarstrang, Blätter
viell'ach-3-schnittig. Abschnitte lineal, nach Leiden Seiten verschmälert;
Hülle meist 3-blättrig, ahlallig; Fruchtstiele 2—3 Mal so lang als die Frucht.
LiNN. Sp. pl. aj3. Chi. han. 22:}. Koch S>n. I. 333. Scuk. Handh.
1. T. 63. Engl. bot. 1707. Ha\i\e Arzneigew. MI. T. 4.
Auf "Vliesen und an Waldrändern, auf humushaltigem Boden, im süd-
östlichen Theile des Gebiets, die Nordgrenze des Vorhommens in Deutsch-
land zwischen \^'^olfenbüttel und Braunschweig erreichend, ziemlich häufig.
Juli, August. — September.
Wurzel liis 2' lang, 1 '/j — 2" stark, scliopfig, scliwarzlirann, innen gelb. Stengel 3 —
4' boeli, gestreift. Aeste selilank. BUttabscbnitte 1'//" breit, oberste 3 fast sitzend,
etwas starr, an den untern Blattern oft bangend, oberseils matt glänzend. Dolden gross,
locber. Hiillcbcn borstlieb. Kronblalter blassgelb. Frucbt oial.
Ä. P. Iniperatoria. JIKeisterwurz-Maar sträng, Blät-
ter doppelt -3-schnittig, Abschnitte breit eirund, doppelt gesägt, seitliche
ungleich 2-lappig oder ganz, endständige 3-lappig ; Hülle 1-blättrig oder
nicht vorhanden.
Impcratoria Ostruthium Linn. Sp. 371. Chi. han. 225. Koch Syn.
I. 336. ScHK. Handb. I. T. 74. Engl. bot. t. 1380. Hayne Arzneigew.
Yll. T. 15. Selinum Impcratoria Crantz Stirp. austr. 174. Peucedanum
Ostruthium Koch Fmb. 95.
An Hecken in der IVähc von Wohnungen am Oberharzc, auf hnmo-
sem Boden, verwildert (//u. Altenau, Borkenhrug, Königshof; Br. Braun-
lage; Pr. Schierhe).
Wurzel dick, braun und milcbcnd. Stengel 4 — 6' Loch, Blattabscbnitle bis 3" breit,
endständige bald keilförmig in den Blattstiel verschmälert, bald mit den seitlichen Ab-
schnitten zusammenlaufend und dann rundlieb. Dolden gross, flach bis 80-strahlig. Frucht
last kreisrund, strohgelb.
3. P. CJervarla. Birsch-MMaarstrang, Blätter 3-fach-fie-
derschnittig, Abschnitte eirund-rhombenförmig, stachelspitzig-sägezähnig,
untere sperriglappig-ciiigeschnitten, obere zusammenlliessentl, Hülle viel-
blättrig; Striemen der Fngenlläche parallel.
Lapeyr. Ilist. abr. d. Pyrcn. 149. Chi. han. 224. Koch Syn. I. 334.
Athamanta Cervaria LiNX. Sp. pl. 352. Schk. Handb. I. T. 79. f. 641.
Jaco. f. austr. I. t. 69.
Auf Bergwiesen , Triften und in lichten Waldungen, auf troehenem
felsigem oder steinigem Boden, in der südlichen Gebietshälfte, die Nord-
grenze der Gcsammtverbreitung am Kronsberge bei Hannover erreichend,
häufig. Juli, August. — September.
Wurzel scbopfig. Stengel bis 3' hoch, gerieft, oben meistens 3-theilig. Blattabschnilte
derb, fast lederartig, bell graugrün. Dolden gross, flach mit inwendig schärflichcn Strah-
len. Hüllchen von der I.änge der Döldchen. Kronen weiss, bisweilen röthlich.
4. P. Oreoi^elinnni. Berg-Itaarstrang. Blätter 3-fach-
fiedcrschnittig mit mehrseitig knichbogig- ausgesperrten Blattstielästen,
Anethum. r]IIBEl.IiIFERAE. 241
Altsclinitte unifcekelirteiruud-lieilig, eingeschnitten -sägezälmig, untere fie-
dcrspaltig: Hülle rielblättiig; Striemen der Fugenfläche bogenförmig.
Mönch Metli. 82. Cl.l. lian. 224. Koch Sjn. 1.335. Athamanta Oreo-
selinum Lian. Sp. pl. 352. Scuk. Ilandb. 1. T. 64. Jaco. Fl. austr. I.
t. 68. IIayäe Arzneigevv. TU. T. 3.
lii liebten Gebölzen, zwischen Gebüsch, auf Triften, auch an Fluss-
ufern, auf hügeligem sonnigem auch sandigem Boden, durch das ganze
Gebiet hier und da, und mit dessen nördlicher Grenze die Nordgreuzc
der Gesammtverbreitung erreichend. Juli, August. — September.
Wurscl scilopfig. Sieiigcl bis 3' liocb , gerieft. A'erSsliingcn der Blatter nach »erschie-
Jeneii Rioliluiigcn aiiseiiinnilcrgespeii t. Blaltabsclinltlc derli uiit l;norpelig- weissen Spitzen
der nnterseits nctzaderlgen Zipfel. Doldcnbildiing der A. 2. Fruelit mehr kreisrund. Kro-
nen weiss.
j-j- Striemen der F ii g e n f 1 ii t he bedeckt.
3. P. paliistre. Suntpf.Mt aar sträng. Blätter 3— 4-fach-
fiederschnittig, Abschnitte tief fiederspaltig mit lineal- länglichen, stumpf-
lichen oder spitzen, am Bande schärflichen Zipfeln; Hülle vielblättrig.
Mönch MeUi. 82. Chi. hau. 224. Thysselinum palustre Hoffm. Umb.
gen. I. 154. Koch Syn. I. 336. Selinum palustre Linn. Sp. pl. 350. Fl.
dan. t. 257. Engl. bot. t. 229. S. sylvcstre Jaco. Fl. austr. II. t. 152.
Auf \'^'iesen und lichten Waldplätzen, auf nassem oder sumpfigem
Boden, auch an Fluss- und Teichufern, häufig. Juli, August. — Sep-
tember.
Wurzel milchend. Stengel 3 — 5' hoch, abstehend - astig. Blätter sehr gross, untere
oft bis 6 -fach- fiederschnittig, Blatlabschnilte im Umfange dreieckig, Zipfel ganz oder
2 — 3 - theilig. Dolde gross, >ollslrHhlig, conves. Frucht oval.
Phamiaceutisch.Meaicinisches» f'on A. 2. die fVurzel
officinell (Badi\ Iniperatoriae albae KUXZE fVaarenk. T.XXf^II. F.I.).
f^oriv a Itende Be s tan dth. Iinperatorin (verfjl. HliAyD. Archiv X.\Xf'II.
344 — 859). Anwendunij in Pillen, Pttlver und im Auf'fjtiss , äuxser-
lich in Salben , als ein vorzi'ifjliches Reizmittel, f'on Art.1.4. u. 5. die
fVurzel, von A.3. fVtnzel und Früchte, sämmtlich ätherisches Ol ttnd
harzitjen Stoff' enthaltend, meistens nur noch zur Thierarzneibereitunr/ im
Gebrauch; doch ist A.4. auch in die Pharmac. hanov. aufgenommen.
»8. AJ¥ETHUI?I. JtMIiIi.
TOURNEF. Inst. 317. t. 69.
Kelchsaum undcutlicli. Kronhlättev riiiidllcli, eingerollt^ mit
vieiecliigem Zipfel. Frucht mit breitem plattem Rande; mitt-
lere Rip'pen gleich weit von einander entfernt, scharf gekielt,
seitliche undeutlich und in den Rand verlaufend. Rillen 1-strie-
mig, Striemen die Rille ganz ausfüllend. Geschl. Syst. V. 2.
Einjährige, unbehaarte Kräuter. Blätter mehrfach - fiederschnittig.
Keine Hülle und Hüllchen. Kronen gelb.
1. A. graveoleili^. Gemeiner JOill. Zipfel der Blatt-
abschnitte lang lineal -borstenförmig; Frucht elliptisch.
Linn. Sp. pl. 377. Chi. han. 223. liocu Syn. L 337. Schk. Haudb.
I. T. 77. Ha\nf, Arzneigew. \TI. T. 17.
An Schutt und "V^'egen in der INähe von Wohnungen, und auf salz-
haltigem Boden, hier und da verwildert.
Stengel 2 — 3' hoch, nebst den fädlicb - zcrlhi-ilten Blallabschnitten meergrün.
GMU^JERBZ-ICMMS.
JP harntac cutis ch-Medicinisch es. Kraut und Samen of'fi-
242 rMB£I.I.IFEKAE. Pnstinaca.
cinell (Ilcil.a rl Semen Anetlii). Vorxvullcnde Itc.ttandth. iiihert-
sclies Öl (nach B.IHTELS 8 Vnicn in '48 Pf. troch. Snmen). .tnwcu-
dunff in Pulverform und yiufffuss , als qcliud reizendes , kramp f<itillen-
des, milchförderndes Mittel, meistens jedoch zur Thieranneibereilunff im
Gebrauch. Präparate sind Aqua und Oleum acllieieum, auch Oleum
AiieHii coetum.
Öle anomisch es, Als Gewürz im Ifausijehrauch.
«». PASTI]\ACA. PASVIJVA^K.
I.INN. Gen. n. 3(i~.
Kclchsaiiin undeullicli ojlcr kleiiizäliiiig. Ki-onl»läUer rund-
lich eingerollf. Frucht mit l)rcitcin pluKeiu Kandc Mllllcre
Rippen sehr feinfädig, sciliiche neiter ahslehc'iid in den Itaiid
üherfi;ehend. Rillen l-sli'ieuiig, Striemen so lang als die Ril-
len. ^Geschl. Syst. V. 2.
Zweijährige Kräuter mit oft spindelförmiger, tleiscliiger Wurzel.
Blätter fie«lersclniitt!g. Hüllen und Hüllclien entweder nielit vorbanden
oder Avenigltlältrig. Kronen gell).
1. P. Sativa. Gemeine PastinaJC, Blätter oherseits glän-
zend, unterseits weicliliaarig; Blattal>Ncliiiitte eirund - länglieli oder läng-
lich, her])ig-sägezähnig, seitliche meist an der Basis lappig, obere
3- lappig.
LiNiv. Sp. pl.370. Chi. ban. 2-23. Koch Syn. I. 337. Schk. Handb.
I. T.77. Fl. dau. t. 12fK5 Engl. bot. t. 556. IIavne Arzneigew. VII.
T. 16.
Aufwiesen, an Waldrändern und Wegen, auf leichtem trockenem
Boden, ziemlieb häufig. Juli, August. — September.
Slcngcl 1 — 2' liocli, eckig -gcfurolit, meislens ^ - tlieilig. SeiHid.e Dlattabschnaic an
«Ici- untern Hälfte breiter, 1- oder n]elnla|ipig, aucL »olil gleic'li den pndstäniligen 3-la|i-
j)ig. rriiclife oval, nnrein stroligelli , FugenQaclic 2 - striemig.
GJEnJEJRBriCHSS.
ÖkonotnischeS' fUe ff'urzel (jedoch meistens der cultivirten
Pflanze) des süsslichen , fjeviiirzhaften Geschmacks werfen, als Gemüse
beliebt und ein treffliches ß'iehfutter. —- Schädliche ßf'irkunfjen , die
man beobachtet haben will (?laq.f.Pharmac.XX.305) scheinen auf f^er-
wechseltinifcn zu beruhen.
30. H£RAeiiEU]?I. nÄnMNKMjA.U.
LiNIV. Gen. n. '^iS.
Kclchsauni ö-zähnig. Kronhlällei- umgekehrleirund, durch
Einhiegunff der S|)ilze ausgerandet, äussere oft strahlhildend
und gespalten. Striemen der Rillen nur jus zu deren llälfle rei-
chend und nach unten keuliff verdickt. Ührifi-ens wie Paslinaca.
Geschl. Syst. V. 2. *
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige, starke Kräuter. Blätter fiedcrsehnil-
tig, 3- schnittig oder bandfürmig-Iappig mit breitseheidigen Blattstit^ien.
Hülle meist wenigblätlrig, hinfällig, Hülicheii vielblättrig.
1. H. Siipondyliiiin. Gemeine BärenTelau» Blätter
fiederscbnittig oder tief lietlerspaltig, Blattabsehnitte 3- oder mehrlappig
mit ungleich sägezähnigen Lappen; Kronen im Umfange der Dolden grösser,
Fruchthnoten feinhaarig, Früchte oval.
LiNN. Sp. pl. aj8. Chi. hau. 222. Kocii Syn. I. a38. Schk. Handb.
I. T.67. Kugl. bot. t. 93<J. IIavne Arzneigew. VII. T. 10.
Aufwiesen, zwischen Gebüsch und in Wäldern, auf frischem hu-,
mosem Boden, häufig. Juni bis August. — September.
, breit, r
aul.Laarig ikkI s.
charf, untcrseils l)al<l niolir
oss, flael..
Kronen weiss
, oft mit 2 grünen Piincten
itral,ll,il.le
n.1. — Ändert
al) mit sehmälern, längern
Tordyliuiii. U3IBEI.I.IFERAE. 243
Stengel 2 — 4' hoch. Blatter g
bald weniger weisslicli. Dolden sebr gro
an der IJasis, änssere doppelt grössere sl
Lappen der Blatfabschnitte.
GJE n'MRBX.ICnKS.
ÖTCOnontiSCheSt Hie fVurzel als Gemüse essbar, dock nach
einitfen Erf'ulnunffen besonders von nassem Standort entnommen, nurli-
theiiit/ wirkend. Stenfjel und Blätter ein gesundes f'iehfutter. Auf fJ'ic-
sen ein Unkraut.
31. TORDYiiUJifi. xinrnrnv.
LlNN. Gen. n. 880.
Kelclisanm 5 -zähnig. Ki-onblättei- umgeliehiteiruiul , durch
Eiiibleguna: tler Spitze ausffcrandet. Frucht plattgedrückt von
einem wulstigen runzelig-höckerigen Rande umgehen. Mittlere
Rippen sehr fein, seitliche weit ahstehend, dem Rande anlie-
gend oder von demselben bedeckt. Rillen 1- bis 3 -striemig.
Gesehl. Syst. V. 2.
Ein- (A. 1.) oder 2-jälirige liolie Kräuter. Blätter fiedersclniiltig.
Hülle melirblättriff. Kronen ^Teiss.
*1. T. niaxiiniim. Moher Xirmet, Stengel rückwärts steif
behaart; Blattahsclinitte lierhig-sägezähuig und eingescbnitten , der un-
tern Blätter eirund, stumpf, der obern lanzettforinig-lineal und lineal ;
Frücbtc anliegend -steifhaarig.
LiNN. Sp. pl.34o. Chi. bau. 222. Koch Syn. I. 339. Jacq. Fl. austr.
II. t. 117. Engl. bot. t. 1173.
In -waldigen Berggegenden an Heeken, Wegen, auf trockenem stei-
nigem oder sandigem Boden, hier und da verAvildert {Pr. Halle: Heide,
Bischoffsberg; Barbi — ; An. Meisenberg — ).
Stengel einlaeb, 2 — 4' boch. Blatter scbarlliaarig, untere auf rinnigen Stielen, obere
in der Form der Absehnittc sehr abweichende, auf kurzen Scheiden. Doid n gross, flach,
rrüchlc oval, braun, durch den dicken hellgelblichen Knorpelrand aiisgezei' ü, späterhin kahl.
'J.Gruppe. SILERINEAE. ^ IZ.MR GMl^. '"> CMSM.
Dolden vollständig. Frucht plattgedrückt - linsenförmig. , nit 5 Haupt-
rippen, deren 2 seitliche den Band bilden, und in den 4 Rillen je eine,
weniger vorragende, Nebenrippe.
»9. SIIiER. nO^^KtfMMMXi,
SCOP. Fl. carn. I. 217.
Kelchsaum 5-zähnig. Kronhiälter umgekehrteirund, durch
Einschlagung der Spitze ausgerandet. Hauptrippen fadentorniig,
stumpf; ]\ebenrippen weniger vortretend. Rillen unter den
Hauptrippen 1- striemig. Gesehl. Syst. V. 2.
Mehrjährige, unbehaarte Kräuter mit mehrfach-3 -schnittigen Blättern.
Hüllen und Hüllcheu wenigblättrig und hinfällig. Kronen weiss.
1. S. trilobum. AJeeleiblätfriger nossTcüntTtnel,
Blätter 3- fach -3- schnittig, Abschnitte rundlich -eirund, dreilappig, ein-
geschnitten - breitkerbig - sägezähnig.
Scop. Fl. cain. I. 217. Chi. Iian. 222. Koch Syn. I. 340. Süer aqui-
legifolium Gakrtn. Fruct. T. 22. t. 22. Laserpitium trilobum Likn. Sp.
pl.3.>7. Jaco. Fl. austr. II. t. 117 (L. aqullegifoniim).
In Bergwaldungen, auf trockenem steinigem Boden, im mittleren Ge-
bietsfheile, die IXordgrenze der (europäisehen) Gesammtverbreitung er-
reichend, selten {Hn. Münchhausenscher Berg bei Bodenwerder, Finken-
244 HiHBEIiLIFERAE. LHaerpitiuin.
Iicrg bei Hihlesheiin, Salzlicmmenilorf — ; Br. Warpsen hei Ilolzniin-
deii — ).
Stengi'l l)is 6' hoch, aufrecht, sfralT, glatt. Blätter oherseils hellgrün, unterseits meer-
grün. Abschnitte bis ü" lang iinil 2" J.rcit. Dolilco his 10" im Durchmesser, luclier.
Ilüll - und Ilüllchenlilattcr pfricraenfürmig.
8. Giupuc. THJlP§IEAI:. THAPSIMXGKTVÄCniSE.
Frucht im Queistlmitt liieisruiidlicli. Ilalhriiiclito mit 5 fadenförmi-
gen Hauptrippen, deren zwei seitliche nach innen auf der Fugenllache;
4 Webenrippen , zwei fadenförmig, zwei gefliigeU, oiler alle vier geflügelt.
33. liASERPITIU]?!. XtASJEUKnAUr.
LlNN. Gen. n. 344.
Kclclisaum 5 -zähnig. Kronl>lälter unigekehvtciruntl, tlurcli
Einl)iegung der Spitze au-sgerandet. Alle Neheurippeii gclliigeU.
Rillen unter den IXebenrippen l-striemig. Gesehl. Syst. V. 2.
Mehr- (A. 1.) oder 2-.jährige (A.2.) Kräuter. Blätter mchrfach-fie-
der.schnittig. Hülle und llüllchen vielhlattrig. Kronen weiss, selten gelb.
t. Ij. latifolliiin. Sreitblätiriges JLaserleraut. Blät-
ter dreizählig- do|>pelt- liederschnittig, Abschnitte herzförmig- eirund, sta-
chelspitzig-sägezälinig, ganz oder 3-lappig; Stengel rund.
LiNN. Sp. pl.356. Chi. hau. 221. Koch Syn. I. 340. Schk. Ilandb.
1. T.67. Jaco. Fl. austr. II. t. 146. Fl. dan. t. 1513.
Tn Berg- und Hügelwaldungen, auf frischem kalkfelsigem Boden, die
IXordgrenze des Vorkommens in Deutschland in der ]>Iitte des Gebiets
bei Hildesheim erreichend, ziemlich häutig. Juli, August. — September.
AViirzcl milchend. Stengel l)is 6' hoch, kahl, gestreift, hlaulieh bereift. Blatter derb,
graugrün, beiderseits kahl oder unterseits nebst den Blattstielen scbärflich -kurzhaarig. Kron-
blaltcr «eiss. rriichtdügel wellig.
9. li. i>rutenicuni. Preussisches JLaserTcraut, Blät-
ter doppelt -liederschnittig, Abschnitte liederspaltig mit lanzettlichen Zi-
pfeln; Stengel eckig -gefurcht, mit rückwärts stehenden Haaren.
LiNN. Sp. pl. 3.57. Chi. hau. 221. Koch Syn. I. 342. Schk. Handb.
I. T.80. F. 051. Jaco. Fl. austr. I. t. 153.
In lichten 'V^'^aldungen und auf Waldwiesen, auf feuchtem Boden, im
nördlichsten Gebietstheile, die Nord -Ostgrenze der Gesammtverbreitung
erreichend, ziemlich häufig. Juli, August. — September.
Stengel bis 2' hoch , schlank. Blätter rauhhaarig oder kahl. Hüll- und Hüllchenhlätter
lanzettförmig, letztere breit wcisshäulig gerändert. Kronen «eiss, getrocknet gelblich.
GEU^ERBZICHES,
Pharntaceutisch' UKedicinisches» Die fVurzel von A.1.
zur Tliicrarzneibcreitunfi im Gebrauch; im Aufguss mit Bier ein magen-
stärkendes Mittel der Landleute.
9. Gruppe. mÖMRJEJVGEU^ÄCHSIE.
Frucht linsenförmig-zusammengedrückt oder fast kugelig. Halbfrüchte
mit 5 fadenförmigen Hauptrippen, deren zwei seitliche auf der Fugen-
fläche; 4 stärker hervorragende, mit Stacheln besetzte oder in einen
stacheligen Flügel ausgehende, Nebenrippen.
34. ORIiAYA. OMMjAYA.
IIOFFM. Umb. gen. I. .58.
Kelchsaum 5-zälinig. Kronhlälter iimgekehrteirund, durch
Einbiegung der Spitze^ ausgerandet, äussere strahlhildend und
lief gespalten. Hauptrippen borslentragend, Nebenrippen mit
Daiicus. UmBEIililFERAE. 245
je 2 oder 3 Stachelreihen besetzt^ oft etwas geflügelt. Killen
unter den NehenrJppen 1 -striemig. Gesclil. Syst. V. 2.
Einjährige Kräuter. Bliitter inelu-t'ach ficderspaltig. Hülle verschie-
denartig, IJüUchen vielblättrig. Mittlere Blüten männlich, randständige
zwitterig, kurzgriftelig, in andern Dolden weiblich und langgriffelig.
1. Orlaya graiidiflora. Grosshlütige Orlaya. Blät-
ter doppelt -liederschnittig, Abschnitte tiel" tiederspaltig mit schmal linea-
len Zipfeln, Kronblätter der Strahlblüten mehrfach länger als der Frucht-
linoten.
IIoFFM. Umb. I. 58. Chi. han. 219. Koch Sjn. I. 353. Caucalis
grandittora LiNN. Sp. pl. 34fi. SciiK. Handb. I. T.'79. F. 625. Jacq. Fl.
austr. I- t. 54.
Auf Äckern unter dem Getreide, auf Kall:- oder Mergelboden, in der
südlichen Gebietsbälfle, die Nordgrenze der Gesammtverbreitung am Harze
und am Ith erreichend, ziemlich häufig aber intermittirend, eingebür-
gert. Juni, Juli. — August.
Stengel 6— 10"I.ocli, gabelspallig - astig, kabl. Bialter fein zertheilt, scharfikh-liaarig
oder kahl. Scheiden länglich, etwas aufgeblasen, oberste oft blatrios. Hiillblatler lanzelt-
lieh, fast so lang als die liiinen Strahlen, Hi.llchenblalter elliptisch, beiderseits zugespitzt,
blendend weiss, strahlbildendc Kronblätter bis
ngekehrteirund- länglich. — Die grössten Blüten
die
sc wie
j«
ue breit
«eissrandig.
Krön,
5'"
lang.
bi:
5 inr Bas
is gespalten .
Zipfel
.1I<
■r eiuheim
ischen D
oldengcwächs.
35. DAUCIJ^i. JaOBUM.
I.INN. Gen. n. 333.
Nebenrippen gleichbreit..mit einem in eine Reibe von Sta-
cbeln zertbeilten Flügel. Übrigens wie Orlaya. G. Syst. V. 2.
Meistens 2-jährige Kräuter. Blätter mehrfach -liederschnittig. Hüll-
uiid Hüllchenblätter meistens fiederschnitlig oder 3-tbeilig. Kronen weiss
oder gelblich, die centrale oft unfruchtbar und schwarz - purpurn.
1. D. Carota. Genteine Möhre. Blätter 2— 3-fach fie-
derschnittig, Abschnitte ficderspaltig mit linealen Zipfeln; Hüllblätter
oft der Dolde an Länge fast gleich.
LiNN. Sp. pl.348. Chi. hau. 218. Koch Svu. I. 343. Schk. Handb.
I. T.61. Fl.dan. t. 723. Engl. bot. t. 1174. Hayne Arzneigew. \ II. T.2.
Auf Wiesen, Weiden, an Acber- und W^cgrändern, auf trockenem
Boden, sehr häufig. Juni, Juli. — September.
Wurzel spindelförmig, nicht fleischig, weisslich. Stengel und Blätter abstehend rauh-
haarig. Dolde nach dem Blühen sich zusammenziehend und tief concav. Zipfel der Hiill-
blälter sperrig.
€fX: n^MRBX,ICHMS.
JPharmaceutisch - Medicinisches» Früchte der wilden
Pflanze (Semina Daiici sylvestris) nicht mehr im Gebrauch, die fJ'urzcl
der cidtivirten {^AA\Ti. Dauci sativi) officinell. l'orw altende Be s tandth.
Sehleimzncker und ätherisches Öl. Anivendunq des Saftes als Boob
Dauci bei llalsentzündunff, Brustbeschwerden, auch gefjen fVürmcr h.s.w.
ÖTeonomisches» Gebrauch der fVxirzel als Gemüse, Kaff'eesur-
roijat, zur Vieh- und Hausfjcflüf/elmästunff u.s.w. bekannt. Der einge-
dickte Saft im Landhaushülte als Zucker, auf Brot gestrichen u.s.w.
im Gebrauch.
B. ROX.X.I'RVCHTIGJE B 01,0 EIM PF'I.AX XEX.
Eiweiss am Rande oder ganz eingerollt, oder atif der innern Seite
mit einer Längenfurche versehen.
246 UiTIBEIil.IFERAE. Caucalis.
10. Gruppe. CAVCALIXEAE. M A FTD OI.niS]% .
Frucht zusaiiiincngediüclit oder last sticlruiid. Han)f'iücbtc mit 5
fadpiifoiiiii^en mit Doistcii oder Staclielii besetzten Hauptrippen, deren
zwei seitliche innen auf der Fugenfläclie; 4 !>'el)enrippen stärher vortre-
tend und mit Stacheln besetzt oder durch die Menge der die Uillen Acr-
declienden Staclieln undeutlich.
36. CAUCAIilS. M^FVnOX^JDJE,
UOKFM. Vnili. gm. .'j4.
Kclclisauni ö-xähnig. Kronhiatter miigcliclirlclruiul, durch
Einbicffunfi^ der Spitze aiisa;erandet, äussere strahlhildend und
gespalfc'u." Ilaupfrippeu Iioi-stig oder slaehelig, iNeljenrippen in
eine einfache Reihe von Staclieln lief gespalten. Rillen unter
den iNehenrippen 1- striemig. iicsehl. Syst. V. 2.
Einjährige Kräuter. Blätter niehrlach -liederschnittig. Hülle nicht
vorhanden oder 1 — 2-blättrig, Ilüllchen 3 — 8-blättrig. Blüten der
Scheibe nnlVuehtJjar.
1. C. dancoides« Möhrenartige Mtaftdolde» Blät-
ter 2 — 3- fach -liederschnittig, Abschnitte liederspaltig mit schmal ünea-
Icn Zipfeln; Stacheln der ]>lebenrippcn glatt, am Ende bahig.
LiNN. Sp. pl.346. Chi. han. 219. liocu Sjn. I. 344. Schk. Handb.
I. T. 79,. F. 626. Jaco. Fl. austr. II. t. 137. Engl. bot. t. 198.
Auf Ächcrn unter dem Samengetreide, besonders auf halh- oder mer-
gclhaltigem Boden der Hügel und Berggegenden, häufig eingebürgert.
Mai bis Juli. — August.
Stengel 6 — 10" iioeli, zerstreuet laiil.I.narig, seltener lial.1. Blätter der Orlaya gr.in-
ilillota. Dolden meist 3- tlieiiig. Bluten lilcin , Hronblätter anfänglieli rötklick, dann »eiss.
C Icptopbylla L. wächst «cder iira Gültingen noch im Gebiete iikerliaiiiit.
39. T1IR€iE:nfIA. TUMGEIJVMX.
IIOFFW. l luh. gen. öiK
Frucht von der Seite zusammengezogen, fast 2-liöplig. Jlip-
pen mit 2 — S-reihiffen, gleichgrossen Stacheln, mit Ausnahme
der beiden einreihig - hleinstaeheligcn auf der Fugenfläche.
Übrigens wie Caucalis. Geschl. Syst. V. 2.
Einjährige Kräuter. Blätter llcderschnittig. Hülle und HüUcbeii
3 — .5- blättrig. Bluten der Scheibe unfruchtbar.
t. T. latlfolia. Breitxip feiige pPurgenie, Blätter
fiederschnittig, Abschnitte länglich oder lineal, tief liederspaltig mit ein-
geschnitten - sägezälmigen Zipfeln; Fruchtstacheln feinhaherig.
HOFFM. Umb. gen. 59. Koch Syn. 1. 344. Caucalis latifolia Lunn.
Svst. nat. 203. Chi. han. 219. Schk. Handb. I. T. 79. F. 627. Jaco. Hort,
vind. II.. t. 128. Engl. bot. t. 198. Tordyüum latifolium Linn. Sp. pl. 345.
Auf Äckern unter dem Getreide, meistens auf trocKenem lialhbaltigeni
Boden, ziemlich häutig eingebürgert. Juni, Juli. — • August.
Stengel Y, — 1 '/./ liock, stark, steif kakerig. Blaltabscknitte 1" lang, 4 — ü'" l.relt.
Dolden 'J — 3 - straklig, Döldcken meist .S - l.lütig. Hüllckcoklalter eirund - länglick , breit
neisskäiitig gesäumt.
3S. TORIIilS. KEtmWmNKKRBmMj»
ADANSON. HofKN. Imb. gen. 4!).
Frucht von der Seite zusammengezogen. Rippen kurzborsfig,
INehenrippen durch viele die Rillen bedeckende Stacheln undeut-
lich. Lebrigens wie caucalis. Geschl. Syst. V. 2.
Tnrilis. IJJMBEI.L.IFERAE. 247
EiiijäLrigc Kräuter. Stengel rückwärts-, Dohlenstrahlen aufreclil-
steifiiaarig. Blätter mehrfach- tiederspaltig. Dolden hlattgegen- und end
ständig. Hülle 1—5-blättrig, Ilüllehen 5 — 8 - hlältrig. Blültii der Seheihc
uiilViichthar. Kronen weiss.
1. T. Aiitliriseiis). Gemeiner KlettenTcerbel, Äste
aufrecht; Blätter doppelt - liederscimittig, Ahschnitte eirund - länglich,
tiederspaltig mit sägezähnig - eingeschnittenen untern Zipfeln; Dolden
lang gestielt, Ilülle mehr-(5-) blättrig; Fruchtstaehcln einwärtsgekrüninit,
spitz.
Gmel. Fl. Lad. 1. 615. Chi. hau. 220. Koch Syn. I. 344. Tordj
lium Anthriscus LiNN. Sp. pl.SWi. Schk. llandh. I. T. 79. F. 623. Jacq.
Fl. austr. 111. t.261. Fl. dan. t.919 (Caucalis Anlhr.). Engl. hol. t. 987
(desgl.). IIayke Arzneigew. 1. 36.
An Hecken, Wegen, auf Schutt und in lichten VS^ildungen , auf hu
moscni nahrungsreichen) Boden, sehr häufig. Juni, Juli. — August.
September.
Stengel l'/z — 2' hoch, iliinn, schlank, nehst den ISUltein von sch«i.i/.llchgrüner oft in
violet iibergchencler Farbe. Dol.tcn 6 — 12-stiahlig. Kronen weiss oder blassroth.
Ä. T. Iiel%etica. Sperrig listig er KlettenTeerhel.
Aste ausgespreizt; Blätter doppelt- fiederschnittig , Abschnitte eirund-
lanzettförmig, üederspaltig, endständige der obern Blätter lineal verlän-
gert; Dolden lang gestielt, Hülle 1-blättrig oder nicht vorhanden; Frucht-
stacheln au der Spitze widerhakig.
Gmel. Fl. bad. I. 617. Koch Syn. 1. 345. Jaco. Hort. vind. lll. t. 16.
Caucalis infesta Mkrt. u. Koch Deutschl. Fl. 11. 364. Chi. han. 220.
Engl. bot. t. 1314. Scandix infesta Linn. Syst. nat. II. 732.
Auf Ackern besonders im Wintergetreide, auf trockenem kalkhalti-
gem oder mergeligem Boden, in der südlichen Hälfte des Gebiets, die
iSordgrenze des Vorkommens in Deutschland in der Linie von Braun-
schweig, Hannover, Osnabrück erreichend, hier und da eingebürgert.
Juni bis August. — August, September.
Stengel 6 — 10" hoch, steif, hin und hergehogen , von unten auf rielästig. Äste fast
ivagereeht abstehend. Kronen weiss, oft blassviolet. — Sicher >on der Torigen Art spcci-
fisch »erschieden und nicht ursprünglich cinlieimisch.
3. T. nodosa« Knotiger KlettenJeerbel* Blatter dop-
pelt-fiederschnittig, Abschnitte üederspaltig; Dolden sämmtlich blatt-
gegenständig, fast sitzend und gekuäuelt.
Gaertn. Fruct. 1. 82. Chi. han. 221. Koch Syn. 345. Tordylium
uodosum Lira Sp. pl. 346. Scuk. Handb. I. T. 79. F. 624. Jacq. Fl.
austr. \ . App. t. 24. Engl. bot. t. 199 (Caucalis nodosa).
An den Elb - und INordsecküsten , auf trockenem steinigem oder san-
digem Boden, wahrscheinlich durch Schifi'sballast eingeführt und ange-
siedelt.
Stengel 6" bis 1' hoch. Aste sperrig, einfach, gclioge». Blatter trübgrüu , o't rolh
lieh, Ziplel der Abschnitte lineal, spitz. Dolden "i- strahlig, die iiusseni Früchte laug-
slachclig uiit A^'iderhafcen , die inncrn kurzsiachelig oder scharfhörnig, in der Kultur saninil
lieh langstachclig.
11. Gruppe. SCANDICINEAE. JVA n MZ-KJERB HI..
Früchte zusammengedrückt oder zusammengezogen, meist gesehnä
belt. Halbfrüchte mit 5 fadenförmigen, gleichartigen selten gellügeltcn
oder am Grunde versehwintlendeu llippen, deren seitliche die Bänder
bilden, ohne Ncbetirippen.
248 VIHBEI.I.IFERAE. Scandix.
39. i<$€it^uix.. :x^A.nmEiK:xinBmij,
^I^•>I. Gen. 1). 357. All. ansgcsdil.
Kclclisauin undcullleii. Frucht ziisamniengeilrüclit, sehr lang
gesclinäljelh Kippen stumpf. Killen ohne oder mit undculli-
ehcn Striemen. Eiweiss mit tiefer Furche. Geschl. Svst. V. 2.
Jiilirigc Kräuter. Itliilter tiederschnittig. Dolden und Döldclien we-
nigstralilig. Ilüllc nicht vorhanden oder 1 -blättrig, lliillehen 5 — 7-bIät-
trig. Kronen weiss.
1. S. Pecteii- Veneria. Kantntf'örtniger Watlei-
Teerhel, IJlätler 3-raeh-fiedersehnillig, Ilülihlätter an der Spitze
2 — 3-sj)altig oder ganz; Fruchtschnahel vom Ilüel.en her znsamnienge-
drückt, 2- reihig- steilhaarig.
LiNN. Sp. pl.368. Chi. han. 21.J. Koch Syn. I. 346. Schk. llandh.
I. T.80. F. 684. Jaco. Fi. austr. III. t. 263. Fl. dan. t. 844. Engl. bot.
t. 1.397.
Auf Ackern, vorzüglich unter der Sommersaat, meistens auf liallihal-
tigem oder mergelhaltigem Boden, häufig, gegen Osten abnehmend. Mai,
Juni. — August.
Slengcl 6 — 10" hoch. Zipfel «1er Blatlabschnilte dichtsleLciul , hiirz, schmal lin.?al,
ziigespiUt. Dolde meist 3-slrahlig. Friichtschuahel über 1" lang.
40. A^THRISCVlf^. KJEUBMIj.
IIOFFM. t'inb. gen. 38.
Kelchsaum undeutlich. Frucht von der Seite zusammenge-
zogen, geschnäbelt. Ilalhfrüchte stielrundlich, nur der Schnabel
5-rippig. Eiweiss mit tiefer Furche. Geschl. Syst. V. 2.
Einjährige (Art. 2. 3.), 2- oder mehrjährige (A. I.) Kräuter. Blätter
mehrfach -fiederschnittig. Dolden blattgegen- und endstäudig. Keine
Hülle, Ilüllchen vielblättrig.
1. A. «sylvestris. Wald- I£erbel, Stengel unten rauh-
haarig; Blätter do])pelt- oder 3-fach- üederschnittig, an den Hauptrippen
nnterseits borsllich- feinhaarig, Abschnitte liederspaltig mit eingeschnit-
tenen untern Zipfeln; Ilüllchen 5 — 6-blättrig; Früchte länglich, glatt,
viermal so lang als der Schnabel.
HOFFM. Umb. gen. 40. Chi. han. 217. Koch Svn. I. 346. Chaero-
phyllum sylvestre LiisN. Sp. pl. 369. Schk. Handb.' I. T. 7-3. Jaco. Fl.
austr. II. t. 149. Engl. bot. t. 752. Hayne Arzneigew. I. T. 33.
An Zäunen, aufwiesen, in Gras- und Obstgärten, auch an Gräben
und Flussufern, auf frischem humushalligem Boden, allgemein verbreitet.
Mai, Juni. — Juli.
Stengel 3 — 4' hoch, nach ohcn zu kahl. Blätter glänzend. Scheiden am Rande zottig.
Dolden vor dem Blühen iil)erhängcnd. Hiill - und Hüllchenblättcr wimperig. Frucht länglich-
lanzettförmig, glänzend seh» arzhrann , Griffel etwas länger als das Stempelpolster.
«. A. C^erefoliiiiii. G arten -tierhel. Stengel über den
Gelenken feinhaarig; Blätter 3-fach-liedersclinittig, nnterseits an den
Rippen mit zerstreuetcn Haaren; Ilüllchen 1 — 4-blättrig, halbirt; Früchte
lineal , kahl, doppelt so lang als der Schnabel.
HoFFM. Vmh. gen. 41. Chi. han. 217. Koch Syn. I. 347. Scandix
Cerefolium Linn. Sp. pl.368. Schk. Ilandb. I. T. 73. Jacq. Fl. austr.
IV. t. 390. Engl. bot. t. 1268. Havne Arzneigew. TU. T. 14.
An Wegen und Schutt, bisweilen auch unter der Saat, auf hiimns-
haltigem Boden, hier und da verwildert. Mai bis Juli. — August.
Stengel his 1' hoch, übrigens nnbehaart. Blätter zart, von cigenthiimlichem aromatischem
Geruch und Geschmach. Dolden lairz gestielt oder sitzend. Friichle schwarz, Griffel län-
ger als das Stempelpolster. — Ändert ab mit steifhaarigen Früchten.
Chaerophyllum. UJÜBEMilFERAE. 249
3. A. vulgaris. Munds - Kerbel» Stengel kahl; Blätter
3-l'acli -liedt'iscliiiiltig, unteiseils an den Kippen mit zerstreueten Haa-
ren; Ilüllclien 2 — 5-J)l:ittiig, Laihirt; Früchte eiförmig, mit pfriemen-
l'örmigeu eingehogenen Stacheln besetzt, dreimal so lang als der Schnabel.
Pers. Syn. I. 329. Chi. han. 218. Koch Sjn. I. 347. Scandix An-
thriscus Lin^. Sp. pl. 368. Schk. Handb. 1. T. 80. F. 686. Jacq. Fl
austr. II. t. 154. Fl. dan. t. 863. Engl. bot. t. 818.
An Zäunen, Mauern und Häusern in Dorfschalten, auf humushaltigem
oder feuchtem Boden, hier und da. Mai, Juni. — • September.
Stengel G" bis 1'/./ horli, nehst den Blällcin der A.2. Slinlicli, d.ircli Form und Obcr-
lläcLe der sperrigslelieuJen Früclite leicLt zu iinlersclieiden. Stemjielpolster und Griffel der-
selben sebr kurz.
JPharmaceutisch-Metlicinisches, f'on A.Z. das Kraut
of'ficinell (Herba Cerefolii v. Chaerophylli). Vurw alt ende B e s tandlh.
ätiierisehes Öl. Anwendunif des frischen Krauts zu Kerbelmolhen oder
für sich, auch eintjedicht , besonders bei Brustkrankheiten Auch hat
man Oleum aethereum und Aqua destillata Cerefolii. Die frischen Blät-
ter iius serlich als zertheilendes Mittel.
ÖTeonontischeS» Von A. 1. ist die ff'urzel essbar. Durch Über-
handnähme auf (jnten ff^'iesen kann sie datjetjen nachtheilitj werden.
Benutzung von A. 2. als Küchenrjewächs bekannt. A. 3. hat auf den
Menschen iiachtheilif/ wirkende, betäubende und Schviindel erregende
Eigenschaften.
41. CUAEROPHYliTiUlfl. KÄJLJBEHKnOJP F.
I^INN. Gen. n. 308.
Kelclisaiim Hndeiitlicli. Fruclit von der Seife zusammenge-
zogen, länglich oder lineal. Rippen gleichförmig, stumpf.
Rillen 1 -striemig. Uehrigens >vie Anthriscus. G. Syst. V. 2.
Zwei- (Art. 1. 2.) oder mehrjährige (Art. 3. 4.) Kräuter. Blätter mehr-
fach-fiederschnittig. Hülle nicht vorhanden oder weuigblältrig, Hüllchen
viclblättrig.
1. C. teniiiliiin. Betäubender tlälberTeropf, Sten-
gel unter den Gclenhen angesehwollen, unten steifhaarig, oben kurz-
haarig; Blätter doppelt-fiederschnittig, Abschnitte gelappt -fiedcrspaltig
mit uiiten stumpfen eingeschnittenen Lappen ; HüUchcnblätter eirund-
lanzettförmig, feinspitzig gewimpert. Griffel seitwärts gebogen, etwa
so lang als das Stempelpolster.
LiNN. Sp. pl.370. Chi. han. 217. Koch Syn. T. 348. Schk. Handb.
I. T. 80. F. 691. Jaco. Fl. austr. I. t. 63. Fl. dan. t. 918. Engl. bot.
t. 1521. Hayne ArzneigCAv. I. T. 34.
An Hecken, Zäunen, zwischen Gebüsch und in Vorhölzern, auf hu-
mushaltigem Boden, allgemein verbreitet. Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — 1 '/i' ''o*^'' » nebst den Blättern trübgrün, häufig scbwärzlieb - violet gefleckt.
Kronen unrein iveiss, oft rötblieb angeflogen.
Ä. C biilbosiiiti. Knolliger WiälberTeropf. Unten
steifhaarig, oben kahl; Blätter 3 — 4 -fach -fiederschnittig, Abschnitte tief
ficderspaltig mit schmal linealen beiderseits verschmälerten Zipfeln; Hüll-
chen lanzett-pfriemenförmig, kahl; Griffel seitwärts gebogen, etwas län-
ger als das Stempelpolster.
LiNN. Sp. pl. 370. Chi. han. 316. Koch Syn. I. 348. Schk. Handb.
1. T.80. F. 960. Jaco. Fl. austr. 1. t.33. Hayke Arzneigew. I. T. 32. j
An Hecken, Zäunen, Wegen, in Grasgärten und Hainen, auf humus-
haltigem frischem oder feuchtem Boden, durch das ganze Gebiet, mit
250 UMBEIililFERAE. Myrrliis.
«licscin <lie !Noi<lftreii/.e »Icr (ciiropäisclieii) Gcsaiunitvcrlireituiig ciieicliciitl,
Iiaiili^. Juni, Juli. — Scptciultcr.
^^uiicl si)inclclig mit rül>cnl'öiinig »ertlicktein Kopf. Stengel 3 — -l' liocli . Iiolil , ol.cn
»iclüslig, an der Basis meistens liolet gefleckt. Äste lein. Ulattstielier.istnngcn mit ein-
lelncn aiifieelit sielenden langen Haaren. Kronl.latter rein weiss.
3. C. aiireiim. Gelbfrüchtiger üälberTeropf, Si.n-
gL'l an tU-n untern (ifU-nlicn etwas angeschwollen, unten rauhhaarig;
Üiätter 3-l'ach-ge(iecieit, Ahschnitte aus eirunder llasis lanzettlörinig,
eiiilstämligcr besonders an den obern Blättern langvorgezogen - zugespitzt,
mit gesägten auch wohl liederspaltigen Zipfeln; llüllehenblätler Jireil
lanzettförmig haarspitzigNind gcwimpert, Grifl'el zurücl.gebogen , etwas
länger als das Stempelpolster.
Li\N. Sp. pl.370. Chi. han. 21G. Kock Svn. I. 348. Jaco. Fl. austr.
I. t. 64. Engl. bot. t.21Ü3.
An Waldrändern, llechen, in Gras- und Obstgärten, an Gräben,
auf humosem feuchtem Boden, am ganzen L'nterharze l)is zu der Höhe
von Schierbe, häufig; übrigens im Gebiete nicht vorkommend. Juni,
Juli. — September.
Stengel '2 — 4' l.oeli , l.ls» eilen gan» kabl ; bald rotl. geneckt, l.ald ungefleckt. Blätter
und Blattstiele kurz behaart, selten fast kahl, anf trocknem Boden bisweilen dicht gr.inhaarig
(». incanum Chi. han. das.), Ahschnllfe und Zipfel dicht einander genähert, gelhlichgriin.
Dolden stets aufrecht. Kronblalter grünlichweiss. Früchte erst grünlichgelb, dann stroh-
gelb bis ins lichtbraune. — Zunächst zu verwechseln mit Anthriscus sjUestris. Der tnter-
schied in der GrilVelUnge der Art. 1 — 3. ist unbedeutend.
4. V. Itir^iitiiiii' nauhhaariger Kälherlcropf»
Stengel fast gleichdicl;; Blätter doi>pelt-3- sehniltig, Absehnitte herziör
mig- eirund, spitz, fiederspaltig mit eingeschnitten - gesägten Zipfeln;
Hüllcbenblätter breit- lanzettförmig zugespitzt, nebst den Rronblättern
gewimpert; Griffel gestreckt, mehrfach länger als das Stcmpelpolster.
LiNN. Sp. pl.371. Chi. han. 216. Koch Svn. I. 349. Scuk. Ilandb.
I. T.80. F. 692. Jaco. Fl. austr. II. 1.118.
An Gebirgsbächen und Quellen, auch auf Wiesen, auf sumpfigem oder
nassem Boden, am Unter- und Oberharze, die IXordgrenze der Gesammt-
verbrcitung erreichend, häufig, südlicher selten (/*»•. Halle: Schmon,
Lodersieben). Juni bis August. — September, October.
Stengel 1 — 4' hoch, hohl, gefurcht, nebst den hellgrünen Blättern rauhhaarig bis ins
fast Kable (i . glabrum Chi. han. das.). Kroub].-.tter weiss oder roseurulb. — Der Stengel
icrricbcn durch einen eigenthümlichen den Meilerkohlen ähnlichen üeruch ausgezeichnet.
ÖTeonontiSCheS, Der Geuuss von ^/. /. wirhl ivie Anthriscus
vulgaris uuf den Menschen betäubend, Sciuvindel, Erbrechen u.s.w. er-
reiiend. f'on ./. 2. hunn das Hrant , v>ie Sfiinnt zubereitet, (jenossen
werden. Die fJ'urzel tjiebt ein wohlschmeckendes Getnüse.
4«. IflYRRHI!^. uA]VISM£jEMBBJj.
SCOP. rl. carn. '20'.
Kelchsauni uiuleuliich. Frucht von der Seile ziisamuieiige-
driickt. Rippen scharf gekielt, innen hohl. Innere Sainenscliale
von der äussern ahstehend und mit dem Samen dicht verwach-
sen. Striemen nicht vorhanden. Geschl. Syst. V. 2.
Mehrjährige Kräuter. Blätter mehrfach - fiederschnittig. Hülle nicht
vorhanden. Hüllchen vielblättrig. Blüten der Scheibe unfruchtbar. Kro-
nen weiss. » , «1
1. ]?I. odorata. IlTohlriechender JLmsTeerbel. Blat
ter 3-fach-tiedcischnitlig, uutciseits nebst dem Blatlslengel ieinzottig;
Hüllchenblätter lanzeKfönnig, lang zugespitzt und zurücl.geschlagcn.
Coniuiii. lJlIBEM.irERAE. 251
Scop. Fl. carii. 207. Chi. Iian. 21.5. Kocu Syii. I. 350. Scandlx
odorata Liisiv. Sp. ])1. 368. Schk. Haiulh. I. T. 80. F. 683. Jacq. Fi.
austr. Y. App. t 37. Engl. hot. t. 697.
In GebiigSAviesen und an HecKeii, in der TVäbc von "V^'^olinungcn , aui
tiefgründigem liumosein Boden, selten verwildert (//.«. unweit Allcndorf
am Meissner—; Br. Braunlage, i>euwerk, Hüttenrode am Harz — ; Pr.
Tccklcnhurg im Blünsterscben auf Fritzenwiese). Juni, Juli. — Septem-
ber, October.
AViirzel 3 — 4' lang, oft fast armstlick. Stengel 3 — 5' hoch. Blätter selir gross,
mittlere Blattal..s<l)nillc mit breiter Basis aiifsilzeiul , ol.ere zusun.menQlessen.l. Zipfel einge-
selinilfen-sagezalinig, unterste der untern Blätter fiederspaltig. Dolden flach mit zarthaarigen
Strahlen. Friichte 8 — 9'" lang, lichll.raun und firnissartig glänzend. Fruchtrippcn mit steifen
Bor.sten besetzt, die später zum Theil sieh Terliercnd scharfe Zähnehen zurüchlassen.
JPharntaceufiSCh'MedicinischeS' Das frische Kraut wird
zu l'rüldinijscuren benutzt, der ausyeprcsste Saft als Brustmittel uud
fVurzel uud Früchte in fVein oder Brantwcin fjeleyt als matjenstiirken-
des Mittel.
18. Gruppe. SMITRXIEAE. SIfIY'H]V XJV KRA U T.
GMUÄCUSJE.
Frucht geschwollen, oft von der Seite zusammengedrücbt oder zusam-
mengezogen, ohne Schnabel. Ilalbfrücbte mit 5 meist dicken bisweilen
undeutlichen Rippen, seitliche am llande oder vor dem Rande stehend.
43. COIVUJI?!. SCUIMUJjMNG.
LlNN. Gen. n. 469.
Kelchsaum uiuleutlicli. Frucht eiförmige etwas zusammenge-
drückt. Rippen vortretend, m ellig: -gekerbt. Rillen vielstrei-
fig ohne Striemen. Geschl. Syst. V. 2.
Zweijährige Kriiuter mit spindelförmiger AVurzel. Blätter mchrfach-
fiederschnitlig. llülie und Hüllchen 3 — 5- blättrig, letztere halbirt. Blü-
ten alle fruchtbar. Kronen weiss.
1. C inaeiilatiini. Genteiner Schierling, Blätter
doppelt -liederschnittig, nebst dem Stengel völlig unbehaart, Abschnitte
tief fiederspaltig mit eingeschnitten -gesägten Zipfeln; Hüllchenblätter
lanzettförmig, halb so lang als das Döldchen.
LiiMN. Sp. pl. 349. Chi. hau. 214. Roch Syn. T. 351. Schk. Handb.
I. T.62. Jaco. Fl. austr. II. t. 156. Engl. bot. t. 1191. Hayne Arznei-
gew. I. T.31."
An Wegen, Hecken, Schutthaufen, in Gärten und Gartenländern in
der Nähe von Ortschaften, auf frischem etwas humushaifigem Boden,
häufig und zwar intermittirend, bald truppweise erscheinend, bald in an-
dern Jahren verschwindend. Juli, August. — September.
Stengel 3 — 6' hoch, röhrig, rund, glalt, nur oben fein gerieft, bläulich bereift und
am Grunde »ic angesprützt blutroth gefleckt. Blätter in warmer Zeit widerlich wie Mäusc-
urin riechend und scharf schmccliend. Samen, an deren Form und kraus - welliger Ober-
fläche die Pflanze leicht zu eikenuen und namentlich »on dem äusserlich ähnlichen aber uutcu
sicifhadrigen Antliriscus sylvestris alsbald zu unterscheidcu ist, 1 '/j'" lang, 1"' dick.
€rM WMRBI'ICMMS.
Phartnaceutisch-JOLedicinischeS' Bas liraut, hin vor
dem Blühen ffisnmmelt, ist of'ßcinell (Uerhn Cicutae s. Conii). f or-
wnlte)ide Beslandth. ein eigenes Alkaloid (Coniin, Conicin), welches
flüchtifjer yafur ist und schon heim Trocknen des Krauts beträchtlich
252 VJnBEIil.IFERAE. Pleurogpermn.
vermindert luird. ^nwendunej in Substanz tmd in Pulverform inner-
lich f/ef/en Nervenzuf'älle , Scropheln , Verstopf uni/en und melircre Übel,
äusserlich in Umsclilatjcn fjeficn Drüsenf/eschwülste. Priipurat ist Saccus
iiispie.ttus s. Extraclus Conii v. Cicutae. tjbrif/ens ein bekanntes betäu-
bend wirkendes, den Tod herbeiführendes Gift (Getjenmiltcl starke Brech-
mittel und später verdünnte iteijetabilische Sauren, Citronensaft, Essitf,
ßVein — ', auch Buttermilch u. s. w.).
44. PliElIROSPIlRIflA. MOMEItnMPP.
HOFFM. Uuib. gi-ii. )). IX.
Kelclisaum 5-zälinig. ^ Fi-uclit eiförmig , uiil aufgeblasenen
hohlen Rippen, vvelciie innere llipjjen des Kerns in sieh auf-
nehmen. Unter den llillen in der iunern Fruchthaut 1 bis 3
Striemen. Gesehl. Syst. V. 2.
Meliijährigc, iiiihi-liaaite Kräuter. Blätter doppelt- oder nielirfach-fie-
derschnillig. Hülle und Ilüllclien viellilättrig. Kronen -weiss.
'1. P. auj^triaciini. Östreichische Mtohiripp. Hlätter
2 — 3-facli-liedersehnittig, AhscliuUte eirund- lanzettlörniig mit einge-
schnitten-gesägten Zipfeln; Ilüllbiätter iauzettt'örniig, tiederspaltig ein-
gesclinitteu oder ganz und zurücljgesclilagen.
IIOFFM. Uml». gen. ]>. ix. Rocu Syn. I. 351. Ligusticuni austriacum
Link. Sp. pl. 3(50. Jacq. Fl. austr. lt. t. 151.
In IJerg-waldungen und zwischen Gebüsch, auf steinigem oder felsi-
gem aber humosem Boden, im südlichen Theile des Gebiets die ISord-
grenze der Gesammtverbreituug erreichend, sehr selten (Schw. Franken-
hausen). Ende Juni's bis Anfang Augusts. — September.
Stengel 2 — 'S' liocli, daiimenstark , liolil lind gefurcht. Wurzelbläller selir gross , mehr-
fach - ficdersclinittig. Endilolde des Stengels 6 — 8'' im Durchmesser, seitliche, die sich
späterhin über jene erheben, beträchtlich kleiner, ßlüten alle fruchtliar, wohlriechend. Früchte
eifürmig, braun.
Eiweiss ausgehöhlt, halbkugelig oder sackartig.
13. Gruppe. CORIANDREAE. CORIAIVBJER.
GMn^ÄcnsjE»
Frucht kugelig oder 2 -kopiig -doppelkugelig. Ilalbfrüchte mit 5, etwas
wellig hin und hergebogenen Hauptrippen, seitliche 2 vor dem scharf-
kantigen Rande stehend, und 4 mehr vorragendeu IXebenrippcn; sämmt-
lich ungcllügclt.
45. CORIAI¥DRUITI. COniAlVIfJEM,
LiNN. Gen. n. 850.
Kelehsaum^5 -zähnig. Fruclit kugelig. Randbliifen grösser,
und äussere Kronblätler derselben strahlbildend. Nebenrippen
scharfkielig. Rillen slriemenlos. Gesehl. Syst. V. 2.
Einjährige unbehaarte Kräuter, einfach- oder mehrfach -tiederspaltig.
Dolden 3 — 5-strahlig. Hülle nicht vorh.inden oder 1-blättrig, Hüllehen
etwa 3 -blättrig. Stempelpolster kegelförmig. Kronen weiss.
1. r. .sativum. Gemeiner Coriander» Untere Blätter
1-fach- obere 2 — 3-facli-fiederspaltig; Blattabschnitte jener umgekehrt-
eirund, 3-lappig und eingeschnitten, dieser schmal lineal, tief gespalten ;
Uüllcheu halbirt.
LiNN. Sp. pl.356. Koch Syn. 1.353. Sturm Deutsehl. Fl. H. 3. Schk.
Handb. I. T.72. Hayne Arziieigew. \1I. T. 13.
In der INähe von Ortschaften, auch wohl unter der Saat, auf magerm
Hedern. ARAK.IACEAE. 253
oder steinigem Boden, selten verwildert {Hs. auf dem Kratzenberge Iiei
Cassel in der l>iähe der Steinbriielie). Juni, Juli. — August, September.
Stengel I — "2' hoch, AliscliniUe der gnincUfändigen , sich meistens bald verlierenden
Blätter '/j" breit, die den oliern sehr fein zcitheilt, kaum '/a'" breit. Dolden lang ge-
stielt. Durch die kugeligen hiass graugelhen Früchte sehr ausgezeichnet. — Der Geruch
«anzenartig.
GM n'MRUIjICIfms.
Phartnaceutisch-JfKeiliciitisches* Früchte officmell (Se
mina Coriandri). f'orwaltender Iteslnndth. ätherisches Ol; ausser-
dem Elain nebst mehrern Stoffen. Anwendiinfß als Pulver oder im
Auf'rjuss. Präparate sind Confectio seniinis Coriandri, als blähunfftrei-
bendes tnaf/custärkcndes Mittel.
Ökonomisches» Gewürz an Speisen, dessen häufifjer Gennss
indessen Schwindel , Heiserkeit u. s. w. veranlassen soll.
XliV. ARAIilACEAE.
JUSS. Diet. II. 348. Araliaceac u. Corneae D£ CaIVD. Prodr. I^^'. 2.51. 271.
Kelchröhrc mit deiu Fruchlknoten vervyachseiij Saum 4 — 5-
zähnlg;. Kronhlattcr 4 — 5, oder 10 — lÖ^^ dem Rande einer
obersfändigen^Scheihe eingefügfj in der Knospenlage klappig.
Staubgefässe Ö, mit den Kronblättern eingesetzt und mit diesen
abwechselnd, oder 10. Frucbtknote 2- oder mebrfächerig, Fä-
elier mit i bangenden Ei. Griffel 1 oder mehrere. Frucht bee-
ren- oder pflaumenartig. Samen mit fleischigem Eiweiss und
geradem Keim, das Würzelchen zum iXabel gewandt. — Sträuche
mit ncbenblattlosen Blättern.
1/^orkoiiiiuen. Humus-, mergel- oder kallilieliend.
Gehalf. Hedera ausgezeichnet durch eine harzitje Sttbstanz, Gummi,
Harz, Ajjfelsäure, Holzfaser u. s. ru. enthaltend, Coriius sanguinea durch
Gehalt von Zucker und Pflanzensäure in den Früchten , daneben fettes
Öl, Färbestoff' u. s. v).
1. H£DERA. JEPMJEU»
LlNN. Gen. n. 283. mit Abander.
Kelchsaum mit 5 kurzen Zähnen. Kronblätter 5 oder 10.
Eben so viele Staubgefässe und Griffel. Beere 5- oder 10 -fä-
cherig. Gcschl. Syst. V. 1.
Kletternde oder rankende, Luftwurzeln treibende, immergrüne Sträu-
che (Bäume). Blätter einfach, ganz oder gelappt. Blüten in Dolden.
1. H. Helix. Gemeiner JEpheU, Stengel mit wurzelarti-
gen Fasern sieli anklammernd, Blätter winkelig-gelappt, an den blühen-
den Asten eirund, spitz; Blütendolden einfach.
LiN\. Sp. pl.r292. Chi. ban. 242. Koch Syn. 1. 333. Beit. u. Abel
Holzart. T. 2.5. ScuK. Handb. I. T. 49. Fl. dau. t. 1027. Engl. bot.
1. 1267. IlAyNE Arzneigew. IV. T. 14.
An Bäumen, Mauern «ind Felsen, in schattiger Lage, auf feuchtem
humushaltigem Boden, sehr häufig. September, October. — April des
folgenden Jahrs.
Blatter lang gestielt, leJerartig, dunkelgrün und glänzend, oft bunt geädert. Kronen
grünlich- weiss. Beeren blauschwarz, — INur alte starke Stöcke kommen zum Blühen.
ge: irjERBZ,iciiE:is.
JPharmaceutisch' JBEedicinisches* Die frischen Blätter
auf Fontanellen, ß^F^undeu und Geschwüre , geqtietscht zur Vertreibung
254 ARAlilACEAE. Comus.
i'on Uttfjezicfer bei Menschen tind Thicrcn im GehrnMch. Die jmrfjirende
lirnf'l der Heeren wird nur noch vom Landmunn benutzt, und selten noch
das Harz in Pulver- und Pillenf'orm innerlich in Anwendung kommend.
VechnischeSt I\ur in südlichem Getjendcn fliesst das Ilarz , ein
Balsam und ein Gummiharz enthaltend, so reichlich aus, dass es zur Fir-
nisshereitunfj u.s.w. benutzt werden kann. liliitter und junge Triebe,
Gerbestoff' enthaltend , färben fVolle (jelbbraun.
^, CORPUS. H^RVMMJEGXXi,
LINN. Ge... n. US).
Kelolisanm 4-zäliniff. luonbläitcr und Staubgcfässe 4. Pflau-
me mit 2 -fächeriger Schaale, Fächei- 1-sauiig. G. Syst. IV. 1.
Baume (A. 2.), Sträiiclic (A. 1.) oder melirjälnige Kräuter (A. 3.).
Blätter gegen- (selten Avechsel-) ständig, ganz. Blüten end- und ast-
acliselständig, in Köpfen und Dolden mit Hüllblättern, oder in Trug-
dolden oline Hüllblätter.
I. C sangiiiiica. Hother Martriegel. Blätter ellij.-
tiseb, spitz; Trugdolden llach, ohne Hülle.
LiKN. Sp. pl. 171. Chi. bau. 241. Koch Syn. I. 334. Reit. u. Abel
Holzart. T.48. Sturm Deutscbl. Fl. H.52. Fl. dän. t.481. Engl. bot. t.249
In Gebüschen, Hainen und im INiederwalde, auf frischem lehmigem
oder mergeligem Boden, häufig. Juni, ,1uli. — September, October.
Rinde alter Stammclien aScligraii. Zweige gerade, scIilauU, im Herbste Miitrotli, oft
mit einem grünen Sfrcil'. Blatter breit, im Herlisle gelb und rolli sieh färbend. Kron-
blätter lanzeltlicb, weiss. Friiehte kugelig, seliwarz mit griinlicliom Fleiseb.
«. C inaseula. Gelbhlühender Martriegel. Blätter
elliptisch, lang zugespitzt; Dolden kugelig, vor dem Blattausbruche
blühend, Hüllblätter etwa so laug als die Dolde.
LiNi^. Sp. pl. 171. Chi. hau. 240. Koch Syn. I. 354. Beit. u. Abel
Holzart. T. 31. Schk. Handb. I. T. 24. Sturm Deutschi. Fl. H.52.
In Gebüschen und an Zäunen, auf humosem Kallistein im Untergrunde
führendem Boden, hier und da veiwildert. März, Anfang Aprils. —
Ende Se])tembers, October.
Rinde alter Stämme stbwai*7.grün , der Zweige grünlich oder grünröthlich. Blüten die
Zweite voll bidcckend. Kronblulter goldgelb. Früchte ellipsoidiscli, knorjielig, gläniend-
kirschrolb.
». C siiecica. Schwedischer Martriegel. Stengel
krautig; Blätter eirund, fast sitzend, 5 — 7-nervig; Dolden gabelständig,
Hüllblätter doppelt so lang als die Dolde.
LiNN. Sp. pl. 171. Fl. läpp. t.5. f. 3. Chi. hau. 241. Koch Sjn. I.
355. Fl. dau. t.5. Engl. bot. t. 310.
In lichten Holzungen, auf sumplig-torfigem Boden, im nord-wcstlichen
Theilc des Gebiets, die Südgrenze der Gesammtverbreitung erreichend,
auf einen geringen Umkreis beschränkt {Hl. zwischen Rendsburg und der
Glashütte—; Hn. Friedelnng in Ostfriesland im llopelsbusch — ; Ol.
unweit des Försterhauses bei Upjever, auf dem Ammerlande, im Burg-
dorfer-Holz und an den Wiesenrändern, Langenhörne zwischen "Wester-
stede und Burgforde, Seggern, Mansier Eseh, Elmeudorfer- Büsche am
Zwischenahncr Meer, bei Zwischenahn nach Oldenburg zu). Juni, Juli. —
August.
Stengel 6"— 1' hoch, buschige Horste bildend, i-kanlig, unten in Bläller überge-"
hende häutige Sehupj.en tragend. Blätter sämnitlich gegenständig, kurz gestielt oder sitzend.
Dolden zwischen 2 unfruchtbaren Seitenzweigen endständig, lang gestielt. Hullc kromihn-
lieh, 4 -blättrig, weiss oft röthiich angehaucht. Blüten klein, zum Theil fehlschlagend.
Kronen brnunroth. Früohle zu 10—15 in nickende Köpfe zusammengedrängt, fast so
gross als ■Vogelbeeren, kugelig, am INabel eingedrückt, fleischig, scharlaehroth.
riscuui. I.ORANTlIA€EA£. 255
e je; i§^x:bbx,ichx:s.
technisches u. ÖJconomisches. ^n. 1. und 2. zu Heckcn-
anlaqcn im Gebrauch. Das ffelbliclnucisse , sehr feste und dauerhafte
Hotz von A.2. so wie das röthliche , harte und zähe Holz von A.l. zu
Drechsler-, Fabrik- und gerinrjen Geschirrhölzern vorzüglich. Früchte
von A. S. auf mehrfache ff 'eise eintfemacht , einackocht und (/ebackcn
essbar, auch einen vorzüglichen hrantwein liefernd; von A. 1. iilfjebend.
Rinde, Zweitje und Blätter beider Arten in der Gerberei und Fär-
berei brauchbar. A.3. sowohl blühend als fruchttragend eine Zierpflanze
der Gärten.
XliVI. IiORA]\fTHACEAE.
JULMISVKJjAnT'MGM P FIj A.N'EMW.
noN Tiodi. fl. i.oij. 14-2. DE Cand. Prodi. IV. -m.
Kelcliröhre mit dem FriiclitUnoten verwachsen. Saum fi;anz.
■blind
en Kron-
en,
gezähnt oder lappig. KronJilaller 4, oft an der Basis vc
mitklappiger Knospenlage. Vier Staubgefässc vor d
blättern siebend, oft obnc Träger. Frnebiknote 1-fäeberig mit
einem aufreebten Ei und kopfförmiger oder sitzender IVarbe.
iFrucbt eine Beere. Same mit fleisebigem Eiweiss. Keim um-
gekebrt, das Würzelcben vom Nabel abgewandt.— Blätter ge-
genstäncüg", obne Nebenblätter.
17orkouiiuen. Paiasitiscb. Die mcLrslen Arten in den Iropcnlän-
tlein /ii Hause.
Gelialt. Ausgezeichnet durch den Vogelleim (Fiscin). Ausserdem
eifjenthümlicher Extractivstoff, Schleim, vielleicht auch ätherisches Öl.
1. VI SC UM. MISODMIi,
I.INN. Gen. n. llO.i.
Blüten 1- oder 2-bäusiff. Männl. Kein Kelch. Kronblätter
an der Basis verbunden. Stanbgefässe ohne Träger den Kron-
blättern angewachsen. Weibl. Kelehr.Mid ganz, kaum wahr-
nehmbar. Kronblätter getrennt. Kein Griffel, Narbe sitzend.
Einsamige Beere. Gesebl. Syst. XXII. 4. -
Strauch- ofler baumartige Gewächse mit oft immergrünen leclerarti-
gen oder fleischigen, meist ganzrandigcn Blättern. Blüten hlaltwinlsel-,
astachsel- oder endständig, einzeln oder auf mehrfache Weise vereinigt.
1. \» allllllll. Gemeine Mistet, Stengel gaheltheilig- viel-
ästig; Blätter lanzett-spatelförmig; Blüten endständig, zu 3 — 5 geknäuelt.
LiNN. So. pl.l451. Chi. hau. 243. Koch Syn. I. 354. Reit. u. Abel
Holzart. T. 85. Scuk. llandh. IV. T. 320. Fl. dan. t. 1657. Engl. bot.
t. 1470. Havkk Arzneigew. IV. T.24.
Als Schmarotzgewächs in den Kronen von Linden, Apfel-, Birn- und
V^^allnussbäuincn, Eichen, Vogelbecrbäumen, Pappeln, Birken und meh-
rerer Laubhölzer, auch auf Riefern, seltener auf Fichten. Februar bis
April. — October, November.
Riiiiilliclie, iimiiorgelbgriine claslisrL - zälie Siräucbc von 1 — 2', selten hi.s 4' lliilie, mit
ninilcn Ä.slen nnil stiellosen, scluvach 3 — 5'-nervigen, Blättern. Blüten unanselinlieJi.
Beeren \on der Grösse der Joliannisbeercn , weiss, srlileiniig und süss. — Die heiigige
Wurzel dringt diirih die Rinde, treibt »erlangerle Fasern dnreli den Bast in den sal'ligen
Splint der BSnnie nnd entnimmt ans diesem die unterirdisclie I>'.ilirung der Pflanze.
GM 1VJER1BI.ICMES.
VechniSCheS» Der aus den Beeren bereitete Fogelleim ist zum
f'ogelfanf/c nicht brauchbar.
256 €APRIFOI.lA€£AE. Adoxa.
OJcononiiSChes, Diosselartiyen Vö(]cln sind die Beeren eine ijnte
I\alitinii/. Zweiije und Blätter f'risst das f'ieh.
ULIiVII. CAPRIFOIilACEAE.
JUSS. Gen. 110. AI.Hi. •-'. aiisgosoLl. ItE C.Ayn. I'ro.tr. IV. 321.
Kelch mit der Friich( röhre verwachsen. Krone auf dem Frnchl-
knoten silzendj regelmässig oder unregelmässig, Saum 4^ 5-
spaltig. Staubgefässe der Krone eingesetzt, mit den Zipfeln der-
selben abwechselnd, und von gleicher oder geringerer Zahl.
Fruchtknote 3 — 5-fächerig, mit 1- oder mehreiigen Fächern.
Eier hängend. Samen mit fleischigem Eiweiss und geradem
Keim in dessen Mitte, das Würzelchen zum INabel gewandt.—
Blätter gegen- oder wirtelständig, mit oder ohne INebenblätter.
TorkuniJiien. Mancli«; liodeiivag, (locli incistens Feuehtiglicit lieljciid,
elnis«; l.alklxild.
Gehalt. In den Blüten mehrerer ätherische Öle, in den Früchten
der mehrsten und in den Rinden einitfer Färhesloff'e. In den erstem
mancher scharfe und purijirende Stoffe. Mehrere Stoffe noch nicht hin-
reichend untersucht.
1. Gruppe. SAMBüCEAi:. Fl.Emn MRGMirÄCHSH.
Krone radföriiiig. Griflel oder Narlien 3 — 5.
t. AIIOXA. BI^JiMKUjäflT.
LlNN. Gen. n. .'Sül.
Kelch halb obersländig mit bleibendem 2—3-, seltener 4 — 5-
lappigem Saum. Kronröhre sehr kurz mit 5;, an der Gipfelblüte
4- spaltigem flachem Saum. Staubgefässe 5 oder 4, tief gespal-
ten zwischen den Sanmzipfeln.^ Griffel 5 oder 4. Viersamige
Beere mit häutig geränderten Samen, Geschl. Syst. VIII. 4.
Mchrjalirige, zarte unl)el»aarte Kräuter mit tvriccliender Wurzel. Sten-
gelblatter gegenständig, 3 -schnittig, \^^urzell»lätter lang gestielt, doppelt-
3 -schnittig. Blüten in einem E^ndköpfchen.
I* A. ITIojiicliatellina. Genteine* BisantJeraut* Wur-
zelstock mit lleiseliigen Schuppen; Blattahschnitte 3 — 5 -lappig.
LiNN. Sp. pl.527. Chi. han. 242. Kocu Sjn. I. 3-j5. Scuk. IlandJi.
I. T. 109. a. Fl. dan. t. 94. Engl. bot. t. 453.
In Wäldern und Ilainen, auch zwischen Gebüsch, auf schattigem oder
feuchtem, Baummoder und unzersetzten Humus haltendem Boden, ziem-
lich häufig. März, April. — Mai.
Stengel '2 — 4" hocli, einzeln otler oft paarweise, >iereeliig, ilnrclisclicinend. Blätter
zart, Llassgrün. Wurzelblatler 1 — 3, Stengellilätter 2, liurz gestielt, Bliitenköpfehen eckig,
Blüten ganz kurz gestielt, gelblicligriin , nach Moschus rieclienil.
9, SAIflBUCUlS. FIäEMB^EM.
LiNN. Gen. n. 372.
Kelch bleibend, 5-zähnig. Kronsanm 5-spaltiff, zuletzt zu-
rückgebogen. Staubgefässe 5. Drei sitzende Narben ohne Grif-
fel. Beere 1 -fächerig, 3 — 5 -sämig. Geschl. Syst. Y. 3.
Bäume, Sträuche (A.2. 3.), oder Stauden (A. 1.). Blätter gegenstän-
dig, ftedcrsehnittig, an der Basis mit 2 Nebenblättern oder 2 Drüsen.
Trugdoldcn oder ilispen endständig, einzeln.
1. S. Ebiiliis. Zwerg-Flieder {Attich), Stengel krant-
artig; IXebcnblätter eirund, gesägt; Blüten in 3-spaltigeu Trugdolden.
vibiirimni. €APRIFOL.lA€EAE. 257
LiNN Sp. pl.385. Chi. Iian. 359. Koch Sjii. I. 356. Reit. u. Abel
Holzart. Forts. T. 10. Schk. Ilaiulh. 1. T. 83. Fl. daii, t. 1156. Engl,
liot. t. 475. IIayne Arzneigew. IV. T. 1-5.
Auf A^'i^ililplätzen, Triften und Äcl;crn, auf feucliteni Lindeiicl-lelinii-
gem Oller thoiiigem Boden, hier und da, heerdenwcisc. Juli, August. — ■
September.
llühe 2 — 4'. BIStler meist mit 7 — 9 lineal - lanzettförmigen Ahsclinitten. Blüten
stark widerlich riecliend, Kronen weiss, aussen rötLlicIi, Beutel dunhelrotli. Beeren sebwar?,.
3. S. nigra. Gemeiner Fiieder* Siamm strauch- oder
baumartig; Webenblätter nicht vorhanden oder durch W^arzen angedeu-
tet; Blüten in rispenartigen, 5 -spaltigen Trugdolden.
LiNN. Sp. pl.385. Chi. hau. 360. Koch Syn. I. a)6. Reit. h. Abel
Holzart. T. 37. Schk. Ilaudb. I. T. 83. Fl. dan. t. 545. Engl. bot. t. 476.
Hayne Arzneigew. IV^ T. 16.
In Hainen, Vorhölzern, Hecken und an Gewässern, auf feuchtem
humushaltigem Boden, allgemein rcrbreitet. Juni, Juli. — September.
Rinde geÜilicligran mit Warzen, junge Äste mit starker Markrolne, Mark fein, wei.ss
und leiclit. Blallalisclinilte eirund - elliptiseli , zugespitzt. Blüten etwas ketüuhcnd ricehend,
Kronen gelliliclnveiss , Beutel gell). Beeren schwarzpurplnn.
3. ^. raceiiio^a. Vrauben' Flietler» Stamm strauch-
artig; l^ebenblätter hinfällig; Blüten in eiförmigen Rispen.
LiNN. Sp. pl.386. Chi. han. 360. Koch Syn. I. Sö6. Reit. u. Abel
Holzart. T. 38. Schk. Handb. I. T. 83. Jaco. Ic. rar. I. t. 59.
In Gebirgs- und Bergwaldungen, auf frischem humosem aber stein-
haltigem Roden, die Nordgrenze der (europäischen) Gesammtverbreitung
in der Linie von Hannover (Deisler) und Osnabrück erreichend, ziemlirh
häufig. Mai. — August.
Hube 8 — ^10'. Binde der A. 2., ohne den uuangciielimen Gerucb derselben. Die
jungen, anfänglich krautartigen Triebe rülblicb. Knospen gross, aufgescbwollen, rothbraun.
Blattabscbnilte lanzetliormig, lang zugespitzt. Kronen grünlichgelb, dann gelliliehweiss.
Beeren scharlachroth.
GM WrMRBZ.ICHJES,
PharntaceUttSCh-]f£edicinisches, Blüten und Beeren von
j4.2. of'ficinell (Flores et Raccae Sambuci). f'orwal tende Be s tnndth.
ätherisches Ol in den Bliinten und f'avhi<jcr Extractivsto/f' in den Beeren,
^nw endutnj der Blüten innerlich im Theeniifffiiss und in Mixturen,
als schvieisstreibendes Mittel; üusserlich in Pulverform zu erweichenden
und zertheilenden Cmschlfir/en. Präparate sind Aqua destillata und Acc-
tum Sambuci, von den Beeren Roob Sambuci. Roob Ebuli von den
Beeren der A. 1. stärher als jenes xvirhend, fast nur noch im Ilausye-
hraurh.
VechnischeS» Bie Blüten von A. 2. ein ätherisches Öl liefernd.
Binde und Beeren aller 3 Arten Färhestoffe enthaltend und letztere von
Art. 1. und 2. zur fJ^ein- und Brantweinijewinnunrj anwendbar, erstere
esshar, zum ff 'einfärben, zutn f'ütjelfauff , f'öfjelfütterunfj u.s.w. zu
f/cbrauchen. Das harte, zähe und f/elbliche Holz der Art. 2. und 3. vom
Tischler und Drechsler , auch zu einffeletjten Arbeiten fjesucht.
ÖJcononiiScheSt Art. 2. und 3. Zienjewächse in Lustfjebüschen.
Die Blätter aller 3 Arten werden vom f'ieh ff e fressen. Die Beeren der
A. 2. sollen für hühnerartirjc f'öfjel ein Gift seyn (?).
Forstliches Verhalten, f'erdienen als schlechtes Brandholz
selbst im Niederwalde die Fortpflanzung nicht.
3. VIB1JRI¥UI?I. SCMUjIWGSTUAUCM.
I.I1NN. Gen. n. 370.
Kelch oberstäntlig, bleibend, ta'it 5-zäbiiigera Saum. Krone
258 CAPRIFOI.IACEAE. Lonicera.
etwas filocliig otler röhrig, 5-lappig. Slaul»gef;issc 5. Drei
sltzcndo I\arl)en. Beere 1-saniig. Gcsclil. Syst. Y. 1.
Baume oder Stiäucln- (Art. 1.2.). «lättcr s<M;cusliiii(lig, eiiilacli, ol.iu-
odr-r mit hinfälligen .^clx'nljialtorn. Tiiigdoltlen «ndständig, einzeln.
f. V. Tiaiitaiia. Jf^olliger Schlingstrauch, Blüüer
eirund mit licrzlörmiger Basis, fein gesägt, nelist den Astciieu stern-
haarig, unterhalb runzelig- tilzig; Trugdoldc mit Ilüllltlättern.
LiNN. Sp. pl.34Ö. Chi. han. 360. Koch Syn. I. 6ä(]. Beit. u. Abel
Holzart. T. 41. Schk. Ilandb. 1. T. 81. Sturm Dculschl. Fi. H. 27. Jacq.
Fl. anstr. 1\ . t. 341. Kngl. bot. t.331.
In Berg^valdungen un<l Hainen, auf thonigcm l.allilialtigem Boden, die
Nordgrenze des Yorhomniens in Deutsehland am Harze erreichend, an
einzelnen Stellen aber dann meistens häufig {Pr. Halle, Gutenberg, im
Hagen bei Esperstädt, WarkBölitz; Halberstadt, Bleicherodc — ; Schw.
Franl<enhausen, Sondershausen — ; Hu. Steigcrthal, Windehäuserholz — ;
ly.v. Bielstein, Höllenthal, am Altenstein, Langenberge — ). Mai, Juni. —
October.
Hühc 4 — 6'. Rimle bruiiiigrün , iinlcn rissig. Junge Zweige liiegsam, mit gclblicb-
weissiT Wolle überzogen. Blätter gross, fast Icder-irlig mit starken weisslichen Adern,
ßlütcn in srbüucn Tnigdolilon, ivoblriecbend , Kronen neiss. Friirble |>flaumcnartig , eirnnd-
licb, zusaninu'ngcdrürkl , erst gelbjjrün , dann bocbrolb, zuletzt scbwarz.
». V. Opiilus. Gemeiner Schlingstrauch, Blätter
3 — 5-lappig, grob sägczähnig; am Bande der Trugdolden stehende Kro-
nen mehriacli grösser, strahlbildend.
LiNN. Sp. pl.384. Chi. han. 361. Kocii Syn. I. 356. Beit. u. Abel
Holzart. T. .52. Schk. Handb. I. T.81. Sturm Deutschi. Fl. H. 27. Fl.
dan. t.661. Engl. bot. t. 332.
In Hainen, an Waldrändern, Fluss- und Teichufern, auf feuchtem
Boden, häuilg. Mai, Juni. — August^ September.
Höbe 10— l'j'. Kinde IVin , bcllascbgran, an den Zweigen glalt, graubrann. Ge-
stielte r>riison und '2 abfiilligo, jifrieuicnlorniige Nebenblätter an der Basis di-r Bliillslii'lc.
Trugdolden gross und (lacb. Kandbliiten nnl'rucbtbar. Beeren ellipsnidiscb - rundlieb , dnieb-
scbeinend sobarlacbrotb , meistens den Winter über sitzen bleibend.
Technisches u. ÖTeonontisches, A. 1. des weichen hief^sn-
menlloHes lucfjen zufl'ieden, I'^assreif'en, Schlinffen anwendbar, die jun-
gen schlanken Triebe die türkischen Pfeifenrohre liefernd. Das harte,
zähe Holz von A. S. zu Drechslerwaaren und hleinen Gcrüthsehaften.
Die Früchte beider Arten Färbestoffe enthaltend (Annal. d. Pharinae. EF.
287.), zur Branteweinbereitunff anwendbar , und eine Nahruufj drossel-
artit/er f'of/cl. A. 2. Zierstrauch in JLusttjebüschen , wo sie leicht die
bekannte Abart mit lauter Strahlblüten (Schneebälle) liefert.
Forstliches Verhalten, f 'erdienen als schlechtes Braudholz
auch im ISiederwalde die Fortpflanzuntf nicht.
2. Gruppe. LONICERE AE. i: 0]V I CMREJW G EUt^Ä CH SU,
Kronen röhrig oder glochcnförmig, oft unrcgelmässig. Grifl'el faden-
förmig.
4. liO:^ICERA. XiOWMCXnX!,
LiNN. Gen. n. 233. Art. ausgescbl .
Kelchsauiii kurz, 5-zähing. Krone röhrig oder triehter-
glockciiförmig mit unreffelinässigem ö-spaltigem Saum. Staul)-
gefässe 5. INarhe kopfförmig-. Beere den Kelclisaum ahwerfendj
2-3-fäeherig. Gcschl. Syst. V. 1.
iJnnaea. €APRIFOI^l4€EAE. 259
Aufrecht oder -wiiuloml. Blätter gcgcnsliindig, gestielt oder sitzend,
ohne INeljenl)lätter. Blüten hlattwinkelständig in verscliledeiier Ziisani-
nicnstelhing.
•j- Blüten liopri'üiin ig- " i r tel ig. Beeren i n in K c I e li e gelirünl.
S(eiigel_ windend.
i. li. Caprifoliiiin« Ächte MJonicere (Geisblatt),
Das endständige Blütenköpfcben sitzend, ohere Blätter paarig verwachsen.
LiNN. Sp. pl. 246. Kocii Syn. I. 857. Gihmp. Holzart. T.6. Jaco.
Fi. austr. IV. 357. HAY^E Arzneigew. II. T.37.
In Ileclien, auf huniosem Boden, hier und da halb verwildert. Juni,
Juli. — September.
Bh.ller iiuigehelirteirun.l-liinglieli. Blüten in 6 -Mutigen Quirlen, Kronen raclienfürmig,
aussen weiss, »on der Basis lier riitliliili, innen anfänglicli weiss, dann gelblieli.
Ä. li. Perl clymen Will. Jteutsche Iionicere (Geis-
blatt), Blütenliöpfcbcn gestielt; Blätter säninitlich getrennt.
LiNN. Sp. pl. 247. Chi. han. 358. Roch Sjn. I. 357. Reit. u. Abel
Holzart. T. 71. Sciik. Ilandb. I. T. 40. Fl. dan. t. 908. Engl. bot. t. 800.
Hayne Arzneigew. II. T. 38.
In Hainen, Vorhölzern, an "Waldrändern und in Ileclsen, auf frischem
Lehmboden, häuiig, gegen Süd-Osten abnehmend. Juni bis Septem-
ber. — September, Octobcr.
Blätter eirund -ellipliscli, unten beliaart und auch buelitig- eingeschnitten variirend (L.
Periclym. t. pu!)escens und v. .[uerelf. Chi. han. das.). Blüten hald mehr bald weniger
drüsig -haarig, wohlriechend, Kronen rachenformig, aussen riithlich, später gelh , innen
gelhluh- weiss.
ff Blüten zu ziveien. Kelehsaum abfallend. Stengel aufrecht.
3. li. Xylosteniii. MKecTeen- Mjonicere {MecTeenkir.
sehe), Blütenstiele 2 -blutig, zottig, so lang als die elliptischen, weich-
haarigen Blätter.
LiNN. Sp. pl. 248. Chi. han. .359. Koch Syn. I. 357. Reit. u. Abel
T. 46. Fl. dan. t.808. Engl. bot. t. 916.
In llecheu, Hainen und Vorhölzern, auf kalkhaltigem Boden, ziem-
lich häufig. April bis Juni. — September.
Ilolie 4 6'. Binde aschgrau. Junge Triebe behaait. Kronen hlassrülhlich , später
weiss, dann gelblich. Beeren frei oder verwachsen, rolh.
GM nERBriCHJES,
ÖTcononiisches, yirl.l.u.2. Zierpflanzen, besonders zu Lauben
ttnd n^mulbeklcidunffen tfceifjnet. Das sehr harte, zähe Holz von .4.3.
zu LadestiicUen und ähnlichen fVaaren vorzüfflich. Genuss der Erbre-
chen ttnd Purf/iren bewirkenden Beeren kann sehr ffef'ährlich tverden
(C^SPER rVochenschr. Mai 1S34. ScnMIDT Jahrbb. f. d. tjesamnite
Medic. III. 146.).
5. lillV^AEA. JjINNÄK,
GRON. in I.INN. Gen. n. 77-4.
Kelehsaum 5 -lappig ml» lanf? ziigespilzteii abfälligen Lappen.
Krone gloekig mit fasrglcichmassig 5-spalligem Saum. Staiih-
fi-efässe 4, von denen 2 länger. Beere trocken, 1-samig. Ge-
sehl. Syst. XIV. 2.
Mehrjährige, kriechende, immergrüne Stengel mit aufrechten, kurzen
Ästen, welche endständige, einfache, 2-blütige Stiele treiben. Blätter
gegenständig ohne INebenblätter. Zwei Deckblätter unter jeder Blüte.
1. li. borealiS«. JVÖrtlliche Xiinnäe. Stengel zarthaarig;
Blätter rundlich -oval, sägezähnig gekerbt; Blüten überhängend.
260 STEIiliATAE. »lierardia.
LiNN. Sp. p1. 880. Chi. han. a59. Roch Syn. I. 358. Schk. Ilanclh.
11. T.176. Sturm Deutschi. Fl. 11.17. Fl. da», t. 3. Kngl. hot. t. 433.
IIaynk Arzneigew. IV. T. 13.
In Natlelholzwaldungcn der Ebenen und im Gcl)irgc, auf schattigem
oder feuchtem mosigem Boden, an einzelnen Puncten (Hl. im Wesse-
loenscr "V^'^alde bei Lübecli : Jflk. Mirow im Holm, Ramelow bei Fried-
iand, Mandelshagen unweit Rostock; Ol. Stenum — ; /*r. hinter Röpernih
in der Kropstädter Heide, nordöstliche Seite des Brocliens unterhalb des
Schncelochs). Juni, Juli. — August, September.
Etwas holzige, fadenförmige, nicdergestreekt im Moose kriccLende, l.is '2' lange Sten-
gel. Blatter etwas lederarlig, 6 — 7'" lang und 5'" l.reit, l;nrz gestielt. Kronen 3 — 4'"
lang, weiss mit inwendig rolbeu, aussen gellilitlien Adern.
XliTIlI. SXEIiliATAE.
LiNN. Ord. nat. R. BROWN in Congo. Rnhiacearum trib. 1)E CaivI). Prodr. IV. p. 580.
Kelcliiölire mit dem Fruchtknoten veijvachsen, mit 4— 6 -lap-
pigem oder undeutllehem, an der reifen Frucht versclnvindendeni
Saum. Krone auf dem Fruchtknoten stehend mit 4 — 6-spaIti-
gem Saum. Stauhgefässe der Krone eingesetzt, von der i^alil
der Kronzipfel und mit diesen ahwechselnd. Fruchtknote 2-fa-
cherig. Fächer mit 1 aufrechten Ei. Zwei meistens unten ver-
wachsene Griffel. Keim gerade in der Achse des hornartigen
Eiweisses, dasWürzelchen gegen den Nahel gerichtet.'— Blätter
ohne Nehenhlälter, oft wirlelsländig.
Vorkommen. Bodenvag.
Gehalt. Eiijcnthümliche, hei manchen Arten übereinstimmende Stoffe,
die theils unvollständifj , theils ffdr nicht untersucht sind. Fiirbestoff'e
vorziujlich in den fVrirzeln , zum Theil auch im liraute , orfjanische
Säuren, bittere Stoffe, ätherische Öle.
1. ;shi:rariiia. sBEnu^nnMXi.
I.tNN. Gen. n. IJO.
Kelchsaum 4-zähnig. Krone Irichlerförmif? 4-spaltig'. IVar-
ben kopfförmig. Zwei verbundene nussartige Friichle, jede mit
1 ganzen und 2 halben Kelchzalinen gekrönt. G. Syst. IV. 1.
Einjährige, sehr ästige, haherige Kräuter. Blätter wirtelständig.
Blüten endständig, büschelig gehäuft, fast sitzend.
1. S. arveiisiN. AcJeer-^herardie, Blätter lanzettlieh,
fein gespitzt; Blütenköpfchen von einer 8 -blättrigen an der Basis ver-
wachsenen Hülle umgeben.
LiNN. Sp. pl. 149. Chi. han. 372. Hoch Syn. I. .3.58. Scuk. Handb.
I. T. 22... Fl. dan. 1.4.39. Engl. bot. t. 891.
Auf Äckern und Brachen, vorzüglich auf mergeligem oder kalkhalti-
gem Boden, häufig eingebürgert. Juni bis September. — August bis
October.
Wunel kriecliend, rötblicb. Stengel 6— 10" liocb, sclilaffästig. Blätter scbärflicb.
Blüten zu 4 — 6. Krunen rosa -lila.
GJE U^ERBZ^ICMMS.
technisches» Die fJ'urzel ist zum Rothf'ärben anwendbar.
ÖJeonovniScheS» Den Schafen ist, mehrern Erfahrungen nach,
der Genxtss des liratits nachtheilig.
Asperula. STEIil^ATAE. 261
». ASPERUIiA. WJLXiltlfEJEISVMn,
I-INIV. Gen. n. I-Jl.
Kelchsauin sehr kurz. Krone trichter- oder glockenförmig
mit abstchenilem Saum. IVarhen kopfförmig. ZMei verbunilene
nussartig'e Früchte ohne Kelchsaum. ^ Geschl. Syst. IV. 1.
Ein- (A. 1.) oder mehrjaluige (Art. 2 — 5.) Rräutcr (selten Striiuclie).
Blätter ^virtelständig. Blüten end- und hlattacliselstäudig, kopfförmig
geliiiuft. üoldentraubig oder rispig- doldentrauliig.
1. A. apvensis. Feld- Waldmeister» Blätter in den
untersten Wirtein zu 4, umgekehrteirund, in den mittlem und obern zu
6 bis 8, lineal- lanzettlich oder lineal ; Blüten büschelig von borstig ge-
winiperten Hüllblättern überragt; Früchte kahl.
LiNN. Sp. pl. 150. Chi. han. 370. Kocu Syn. I. 359. Lob. Icon.
t. 801. f., 2.
Auf Äckern und Brachen, auf kalkhaltigem Boden, in der südlichen
Hälfte des Gebiets bis in die Provinz Göttingen, ziemlich häufig, dann
sich verlierend und durch seltenes Yorkommen im Mk. (Mirovv) die ]\ord-
grenze der Gesammtverbreitung erreichend, eingebürgert. Mai, Juni. —
Juli.
Wurzel rofh. Stengel ausgesperrt- ästig. DL-ittcr stumpf, am umgerollten Rande und
untcrseits besonders am Mittelnerv scliurflicb. Blütenbüschel dicbt von 6 — 8 sternförmig
ausgebreiteten, neisshorstigen Ilüilblättern uiufasst. Kronen lila mit dunklem Adern, Rölire
viermal so lang als der Saum. Früchte gross.
Ä. A. tiractoria. Wärhe-W^aldnieister» Blätter in den
untern Wirtein zu 6, in den obern zu 4, lineal; Blüten doldcntraubig,
Deckblätter eirund spitz, Kronen aussen glatt. Bohre kaum länger als
der Saum; Früchte glatt.
LiKN. Sp. pl. 150. Chi. han. 371. Koca Syn. I. 359. Svensk Bot.
t. 244.
In lichten gebirgigen W^aldungen, auf trockenem steinigem Kalk- oder
Sandboden, die ]^ordgrenze des Yorkommcns in Deutschland am Harze
erreichend, hier und da (Pr. Halle: in der Heide, ])ei Gütenberg; Ldra
unweit Heiligenstadt, — Hoppeinberg, Steinholz, Bosstrappe, Angst-
berg— ■; Schw. Frankenhausen, Badra, Todtenberg — ; Br. Begenstein ;
Iln. Steigerthal am alten Stollberge, Windehäuserholz — ). Juli, Au-
gust. — August, September.
Stengel bis '2' hoch, aufrecht, vierkantig, an Jen Gelenken verdickt. Blätter am Rande
scharf. Kronen unbehaart, vieiss.
3. A. cynaucliica. Mügel-Jf^aldmeister, Blätter zu
4, schmal lineal; Blüten doldcntraubig, Deckblätter eirund stachelspitzig,
Kronen aussen schärflich. Bohre so lang als der Saum; Früchte gc-
körnelt.
LiNN. Sp. pl. 151. Chi. han. 371. Koch Syn. I. 3;59. Engl. bot. t. 33.
Torkommen, Boden, Verbreitung und Standörter der vorigen Art (auch
US. am Hohenstein), doch häufiger als jene. Juni bis August. — Au-
gust, September.
Stengel ans holziger AVurzel kreisförmig ausgebreitet, dann aufsteigend, schlank, fein-
ästig. Blätter sehr schmal, die untern stumpflichen ausgenommen, mit kurzer Stachelspitze.
Kronen innen weiss, aussen anfänglich röthlich , später ebenfalls iveiss.
4. A. odorata. VFohlriechender W^aldmeister,
Blätter in den untern Wlrteln zu 6, in den obern zu 8, breit, länglich-
lanzettlich; Blüten in gestielten Doldentrauben; Früchte hakig -borstig.
Link. Sp. pl. 150. Chi. han. 371. Koch Syn. I. 359. Scuk. Handb.
I. T.2:3. Fl. dan. t. 562. Engl. bot. t. 755.
In schattigen Waldungen, auf frischem humusreichem Boden, häufig
und stets heerdenweise. Mai, Juni. — Juni, Juli.
262 STEIiliATAE. Oalium.
Stengel »ufrccilt, cliifacli. Ulallcr gläiizeiul , .llc der miltlcrn Wlrtel l.is zti '/.•" '"■'"'••
Ulüteii in '2 — 3 lierliclieii, meist ;}- galicligeii, « eiiigliliiligeii Hohleutraulieii. Kroiicu weiss,
Saum so laiig als die Rüliie. — Die ganze rilanzc beim AVelken eine» angenelimcn Gc-
rueli annel.n.en.l.
5. A. galioide!^. MJahTcr autartig er Waldmeister,
Blatter zu 8, lincal ; Itlütcn lispig- doldL-iitrauliig; IVroneii glocla-ulör-
niig; Frücbte glalt.
31. RiEBERST. Fl. taur. cauc. 1. 101. Koch Syii. I. 360. Galium glau-
cum LiNN. Sp. pl. 156. Chi. hau. 369. Jaco. Fi. austr. T. t. 81.
In lichten bergigen A^'aldiingen , anl" sonnigen liallj- odci" sandstein-
felsigeni Hoden, im südlichen Theile des Gebiets die >(>idgienzc der
Gcsammtverhreitung am Harze erreichend, hier und da {Pr. AVeissen-
fels, Dürrenherg, Godula, Freiburg, Huy, Kosstrappe — ; Schw. Fran-
fcenhausen , Sondersliausen — ; Bv. Fallstcinc — ; Hn. alte Stollbcrg,
Kohnstein beim hannov. Zoll).
Bis 3' liocli, grangiiin, Stengel kahl, mit angeschwollenen Gelenken, nnlen bisiveilen
rauldi.n.-i.ig (G. glauc. v. Iiiitum CM. lian. das.). l nfiuchthare Äsleknri, l.lüliende rispig
Tt-rlängert und gelianlt. IJlatler slarr, in eine steile Staclielspitze ansgelicnd. Kronen liis
iilier die Mille 4-si)allig mit ganz kurzer Ilulire, weiss.
GJEU'JEnBX.ICHJES.
Pharntaceutisch-JfEedicinisches* Von ./. i. dax L'ihui
mit den Blülen oj/iciiitll ( llerba Matrisjlvae s. Ilepaticae stillatae).
f'orwaltendc Bcs tandth. ätherisches Öl, Bitterstoff und eisenfjrünen-
der Gerbestoff'. Ausserdem auch Benzoesäure. Anwendung im Thee-
auf'fjuss auch mit ff'ein oder Bier als Diureticum, doch weniij i/ebräuch-
licli. Daf/ef/en zur Bereitung des Mnilranks allgemein im Gebrauch.
technisches» Die vor dem Stenneltreiben zu sammelnden fVtir-
zeln von Art. 1 — 3. u. 5. rothe Färbestoffe liefernd, welche zur Färbung
von f Volle (unter Zusatz einer Säure), Haaren tnid linochen dienen können.
3. OAIillllfl. IjA.BMnA.UV.
I.IISN. Gen. n. 25.
Kelchsaum undeutlich. Krone ratlföiuiia; mil 1-, scllcner 3-
spalligeni llaehem Sauui. ^ Griffel gelrennl. Z>\ei verijundeiie
nussarllge Früclüe ohne Kelchsaum. Gcschl. Sy.st. IV. 1.
Ein- (Art. 1 — 4. 6.) oder niehrjijhrige Kriiutcr (Art. 5. 7 — 12.) mit
meistens vierkantigen Stengeln und Ästen. Blätter wirtelsländig, Blüten
an, der Spitze blattwinkelständiger Zweige einzeln, zu zweien, dreien,
oder doldentrauhig und doldcntraubig- rispig, zwitterig oder vielehig.
f Dl Uten viel eil ig, li lat twink el s tä n d i g.
1. CJ. Criiciata. M£reuzblättriges JLabkraut, Blat-
ter zu 4, elliptisch, 3-nervig; Stengel rauhhaarig, Blütenstielc sciten-
stiindig, ästig, fruchttragend abwärts gel)ogen; Früchte kahl.
Scop. Fl. carn. I. 100. liocu Syn. I. 361. G. cruciatum Sim. in Engl,
bot. t. 14.3. Aalantia Cruciata Linn. Sp. pl. 1491. Sturm Deutscbl. Fi. H.7.
Zwischen Gebüsch, an Wald- und Wegrändern, Flussulern , auf
feuchtem humushaltigem Boden, häufig. April, DIai. — Juni, Juli,
Stengel 1' lioeh , seLwaeli , einfaeli oder von unten langaslig. Itlaltcr ineist 3-nenig,
hellgrün. niüteu starkriechend, endständige zwitterig, seitliche männlich. Kronen grünlich-
gelh. — Ändert ali mit behaarten und g.inzlich kahlen IJlütenslielen.
«. C saccliaratiiin. Candirtes Xiabkraut, Blätter
meistens zu 6, lineal- lanzettlich, am Bande aufwärts stachelig -scliarf;
Stengel liegen«l, rückwärts scharf; Blütenstielc seitenständig, 3 -blutig,
fruchttragend zurückgekrümmt; Stielchen derselben kürzer als die dicht
krystallwarzigc Frucht.
«aliujii. STEI.I.ATAE, 263
Allion. Fl. ped. I. 9. Chi. hau. 862. Koch Syu. I. 362. Valaulia
Apariiic Li\N. Sp. pl. 1491. Scuk. Ilaiidl). IV. T. 345. Schrad. Spie.
18. t. l.r. 3. G. vcriucosuiii S.m. Engl. Fl. I. 204. Engl. l.ot. t. 2173.
Aul' Aclicin, auf Lehmboden, in der südlichen GebiL-tshälfte bis Brauii-
schweig, llannovei', hier und da hospitircnd. Juli, August. — September.
Stengel ).is 1' lang, scLlaff. Bliilcnsliele so lang als die Blatlcr, mittleres Stielclicn
sehr kurz, eine Znittcrlilüle — , sciflielie langer und uiännliclie BiUten tragend, letztere narli
dem BlüLen abfallend und der Hauptstiel mit der .grossen , durclisclicinend - «artigen FrucLl
sich ahwärts biegend. Kronen blassgelh. — Von der folgenden sehr ähnlichen Arl durcli
die Stellnng der Blattrandstachcln , die beiden seitlichen in der Begol uuIVuehthare niule»
und das kurze Fruehtstielchen mit Sicherheit zu unterscheiden.
ff Blüten zwitterig.
■ Blaltiviukelslandig oder zuletzt risjiig.
3. C(. tricoriie. JDreihörniges ItahTeraut. Blatter
meistens zu 6, lineal - lanzcttlieh, am Uande nebst dem liegenden Stengel
rüch>värts stachelig -scharf; Itlütenstiele seitenständig, meist 3 -blutig,
fruchttragend zurüchgclirümnit; Stielchen derselben länger als die warzig-
körnige Frucht.
WiTH. Arrang. ed. 2. 153. Chi. han. 362. Hoch S>n. 1. 362. Engl,
bot. 1. 1641. G. spurium Roth Fl. gerni. 1.66. II. 1. 185. Schrad. Spie.
18. t. 1. f. 2.
Auf Ackern, auf lehmigem und auf mergeligem Boden, ziemlich häufig
eingebürgert. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel bis 1 '/j' lang, einfach, schlaff, Stachelhesatz der Blätter stark. Bliileusticlc
kürzer als die Blatter. Kronen klein, ueisslicli oder gelldichweiss. Frucht gross mit
sjiitzliehen 'Wärzchen und feinen Kürncben zniscJien diesen besetzt — ^ergl. die ähnliche
vorliergehcudc Art.
4. G. Aparlite. Kletterndes JLabJcraut, Blätter zu
6 oder 8, lineal- lanzettlich, am Rande und Kiel, nebst dem kletternden
Stengel, rückwärts stachelig- scharf ; seitenständige Blütenstiele in Bispen
ü]>ergehend mit fruchttragenden geraden Stielchen; Früchte hakig -bor-
stig; Kronen beim Abfallen so gross als der Fruchtknoten.
LiNN. Sp. pl. 157. Chi. han. 362. Koch Syn. I. 362. Fl. dan. t. 495.
Engl. bot. t. 816.
b. niicrocarpum. Bas kleinfviiclitige. Niedriger: Blätter schmä
1er; Früchte kleiner, hakig -borstig bis ins Lnbewehrte.
G. infestum W'ald.st. et Kit. PI. rar. Ilung. III. 224. t. 202 (»cnu die
Früchte, bewehrt sind). G. Spurium LiNN. das. 154 (wenn die Früchte unbcwehrt
sind). Engl. bot. t. 1871. G. Apariue v. angustifoliuni u. t. leiocarpuiu
Chi. han. das. G. Apariue ß. Vaillantil u. y. spurium KocH das.
Auf Äckern, Gartenläntlern, an Uecken und zwischen Gebüsch, auf
humosem, lehmigem und sandigem Boden, häutig; b. vorzüglich auf Leiu-
äckern. Juni l)is September. — August bis October.
Stengel bis 4' lang, schlaff, überall anhakend, an den Knoten behaart oder kahl. Blätter
auf beiden Flächen fein stachelborstig. Blülenstiele ausgespreizt- ästig , die längern doppelt
so lang als die Blätter, 3 — 12-blütig. Kronen weiss oder grüulichweiss. INach FRIES
Summ, TCg. Scand. 182. soll G. spurium L. dennoch eigene Art seyn , während G. infe-
stum W. K. zu G. Aparine gezogen wird. RülCHENB. Fl. sa.v. 133. trennt G. Aparine
und G. spurium als Arten, zieht aber richtiger G. infestum zu lelzterni. Bis jetzt fehlen
sichere Charaktere zur Trennung beider -irten. Ein G. spurium „fructibus majoribus lac-
vissimig, politis, nitidis, snccosis,'« «ie FRIES a.a.O. es charakterisirt , kommt bei uns
nicht »or, wohl aber finden sieh die entschiedensten Übergänge der hakig- borstigen nicht glan-
zenden Früchte von G. Aparine in meistens kleinere glatte und glanzende Früchte des G. spurium,
an denen sich über die Spuren einer Basis nicht ausgebildeter Haken-Borsten an einzelnen Frürh-
tcu JuTfindcD lassen, während beide Pflanzeu übrigens keine specifisr-he VcrschicdcnLeit zeigen.
264 STEW.ATAE. Oalium.
5. im. llllgillOSIint. Morast- Mjabicraut. Blailer mei-
stens /u ü, scliniul lanzett-keillörmig, am IVaiule iiiul Kiel, iiel)st «len
sclilaft'en Stengeln, selnvaeh rücliwiu'ts staehelig- scharf ; seitcnstiindige
Itlütenstiele in l\is])(Mi üheigehend mit fruchttragenden geraden Stielchen;
Früchte fein scharf- körnig; Kronen )»eim Abfallen dreimal grösser als
der Fruchtknoten.
Li^N. Sp. pl. 1Ö3. Chi. han. 363. Kocu S\n. I. 363. Fl. dan. t. 1509.
Engl. bot. t. 1972.
Amilande vonGräl>en, Pfützen und Teichen, auf Wiesen nnd Wei-
den, auf morastigem nassem oder feuchtem Boden, sehr häufig. Juni,
Juli. — Juli, August.
Siengcl »Oll 3" bis 1' lang, schivacb , elwas starr und zerbrcclilick, hald einfach bald
»iclästig. Blatter bis Lückstcns '/j" lang. Kronen weiss, breiter als die reife Frucht. —
Ändert ab mit steifem Stengel, genähert stehenden Blattwirteln nnd etwas kleinern Blüten
(G. uliginos. V. strictum Chi. han. das.). Auch lerlieren sich nicht selten die schwachen
Randslacheln der Blältcr, oder richten sich fast aufwärts.
€S. (■• aii$:;licuni. Kleinblütiges JjahTcraut. Blätter
meist zu 6, lincal- lanzettlieh , am Bande aufwärts feinslachelig- scharf.
Stengel schlafl'und sehr ästig, rückwärts feinstachclig- scharf ; seitenstän-
dige Blütenstiele gerade in Bispen übergehend; Früchte sehr fein gekörnelt.
HuDS. Fl. angl. 69. Engl. bot. t. 384. G. uarisiensc a. leiocarpum
Chi. han. 365. Koch Sjn. I. 363.
Auf Ackern, auf lehmigem, kalkhaltigem und sandigem Boden, in der
südlichen Gebiclshälfte, die IVordgrenze des Yorkonimens in Deutsch-
land in der Linie von Aschersleben — Quedlinburg erreichend, hierund
da eingebürgert (im süd- westlichen Deutschland vielleicht wild) (/V. zwi-
schen Gleina und Lauchstädt, Teutschcnthal und Opphausen, Halle,
Bennstedt, Aschersleben am Westerberge und >^'olfsberge, Wassers-
leben — ). Juni bis August. — Juli bis September.
Sehr zart und fein. Stengel fadenfurmig, \oll- und diehtästig. Blüten sehr klein.
Kronen grünlichgelb, aussen rolh. Früchte grosser als diese.
9. C pallistre. ^umpf-Ijableraut, Blätter zu 4, lineal-
länglich, stumpf ohne Stachelspitze, am Bande, nebst dem schlaffen,
weitschweifigen Stengel, rückwärts stachelig- scharf ; Bispc weitschweifig;
Fruchtstiele gerade, wagerecht abstehend, Früchte glalt.
LiNN. Sp. pl. 153. Chi. han. 366. Koch Syn. I. 363. Fl. dan. t. 423.
Engl. bot. 1. 1857.
b. oaespitosuni. üas huschelige. Kleiner; Stengel niederliegend,
vielästig rasenbildend und hier und da wurzelnd. Blätter in genäherten
Wirtein, umgekehrteirund oder umgekchrteirund- länglich; Bispen arm-
blutig.
G. palustre v. rcpens Chi. bau. das.
An Teichen, Gräben, auf Wiesen und in lichten Waldungen, auf
sumpfigem oder nassem Boden, sehr häufig. Mai bis Juli. — Juli bis
September.
Von 4" bis 1'/^' lang, kahl und wenig scharf, bisweilen gänzlich glatt. Stengel fein,
oft fadenförmig, schlaflF. Blätter weich, ohne Stachelspitze. Kronen weiss, aussen oft röth-
lich angehaucht, etwa so gross als die Frucht. — Die Spielart, welche der \efst. Sehrader
als Art in der Fl. germ. aufzuführen bcabsichligtc, dem G. saxalile ähnlich.
Blüten endsLindig-
otiintlifol
Blätter zu 4 _ , ^ ^ _ ^,
!n sperrig -ästig, armblütig; Früchte steilborstig.
aiistr.
Blüten endsl.nndig- rispig.
S. €>. rotiindifoliuiii. Mundblättriges MjabTeraut,
„Jätter zu 4, elliptisch, 3 -nervig; Stengel flatterig, kahl oder rauh-
haarig; Bispen sperrig -ästig, armblütig; Früchte steif borstig.
LiNN. Sp. pl. 156. Chi. han. 370. Roch S\ni. I. 365. Jaco. Fl. a
I. t. 94. . .
Galiuui. STEMiATAE. 265
In Berg- und Gebirgswäldcin und in Hainen, auf feuchtem moosigem
Boden, in der südlichen Hälfte des Gebiets, am Harze die Nord -West-
grenze der Gcsammtverbreitung erreichend, hier und da (Pr. Merseburg,
Ziegenriich , Schierke — ; 5cA(w. Bachstedt, Gösselberg — ; ^jj. Harz-
gerode, Gernrode; JIn. Elbingerode — ).
■\Viirzel kriecliciul. Stengel 10 — 1-" Locli , ansteigend, scliwacli uiul zcrlireclilicli.
Blätter oft riii.dlicl.-cllii)tlscli, auf fnicLUiareiu Slaiuloit auch cUii.tiscL - langlicli , am Ramie
zarlhorstig, kurz staclielspilzig, hellgrün. Rispenlij,tc lang und fein. Kronen weiss.
9. Ci. boreale. Wordisches Mjabicraut, Blatter zu 4,
lanzettlich, 3-nervig, am Bande scharf; Stengel steif aufrecht , kahl oder
schwach flaumhaarig; Fruchtstiele aufrecht- abstehend, Früchte borsten-
filzig.
LiNN. Sp. 1)1. 156. Chi. han. 366. Koch Syn. I. 364. Fl. dan. t. 1024.
Engl. bot. 1. 105.
b. leiocarpuiu. üas glattji'üchtige. Meist niedriger; Früchte
völlig glatt.
Chi. han. das. G. hyssopifolium Hoffm. Fl. germ. I. 71.
Auf Wiesen, an Waldrainen und in lichten Wäldern, auf sumpfigem
oder nassem auch auf Heldboden , häufig. Juni bis August. — August,
September.
Stengel stark, straff, 1 — 1 V/ Loili. Blätter kaLl mit uiitcrseils stark vortretendem
Mitlelnerv. Rispe inramidal , diehtMülig. Kronen »veiss. TrücLte mit kurzen , dicLlsteben-
den. Lakigen Borsten besetzt.
10. Ci. veriiiu. Gelbblühendes XtabTeratit. Blätter
zu 8 bis 12, lineal, staehelspitzig, unterseits sanimetfilzig, am Bande zu-
rückgerollt; Stengel steif aufrecht, vierrippig, feinhaarig- sehärflich. Bis
penästc gedrängtblütig, Kronzipfel stumpflich kurz bespitzt; Fruchtstiele
wagerecht abstehend, Früchte glatt.
LixN. Sp. pl. 155. Chi. han. 367. Koch Syn. I. 364. Scuk. Handb.
I. T.23. Fl. dan. t. 1146. Engl. bot. t. 660.
b. ninltioaule. Bas vielstengelige. Niedrig, Stengel niederge-
drückt, büschelig, sehr ästig und behaart; Blätter nadelähnlich; Blü-
ten kleiner.
Chi. han. das. G. verum t)'. maritimum De Cand. Prodr. IV. 603.
Auf Wiesen, an Ackerrainen, Wegen und in Heiden, auf trockenem
sandhaltigem Boden, auch in reinem Sande, häufig; die Spielart am
Meeresstrande und auf den Inseln. Juni bis August. — Juli bis Sep-
tember.
Wurzel gelbrotb. Stengel 1 — ~', der Spielart 6 — 8" Loch. Blätter dunkelgrün, ober-
seits glänzend. Kronen goldgelb, >on süsslicbem Gerucb. — Ändert ab mit unbebaarten
Blättern und Stengeln, aucb mit blassgelben und weissen Kronen, worauf wahrsclieiulicü Ba-
slardbefruchtung von Einfluss ist.
11. CS. sylvaticiiiii. Jf^ald-XdabTcraut, Blätter zu 8,
länglich- lanzettförmig, stumpf mit Stachelspitze; Stengel rund und vier-
rippig, Bispe ausgebreitet, Blütcnstiele vor dem Blühen nickend; Frucht-
stiele aufrecht- abstehend, Früchte kahl, schwach runzelig.
LiNN. Sp. pl. 155. Chi. han. 369. Koch Syn. I. 365. Fl. dan. t. 609.
b. pubescens. üas weichhaarige. Stengel und Blattnerven unter-
seits zart behaart.
Chi. han. 370. Koch Syn. das.
In Wäldern und Hainen, auf huniushaltigem trockenem Boden, häufig.
Juni, Juli. — Juli, Atigust.
Bläuliebgrün. Stengel bis 4' boch , mit knotig angescbwollcnen Gelenken, abstehend-
ästig, weisslich. Blätter in die umgekehrleiruud - keilige Form , seltener in die fast lineale
(G. sylv. V. angustifolium Chi. han. das.) abändernd, auch zu 5 und 6 vorkommend. Blü-
tcnstielchen baarfdrmig. Kronen weiss, Zipfel kurz bespitzt.
266 STEIiLATAE. Oalium.
19. €■. JVIollugo. Gemeines MJableraut. UlL^ttei- zu 8,
laiizctt-keill'örniig mit Stacliolspitze, iinterseils matt; Stengel vierlfantig;
Rispe verlängert mit altstelienden Asten und sprcitzcndcn Friiclilstielclien.
Kronzi]»tel fein zuges|>itzt; Früclite kahl, seinvaeli runzelig.
LiKN. Sp. pl.l55. Chi. han. 367. Rocu Sjn. I. 365. Fl. dan. t. 455.
Engl. bot. t. 1673.
b. elatuui. Bas hqehstengelige. Stengel aufrecht, steif, stark,
mit wenigen hiirzeu Asien; llis)>e lang und schmal.
Chi. han. 368. G. elatum Tulill. Fl. par. ed. 2. I. 76. G. tyrolensc
W'^iLLD. Fnum. hört. her. 1. 153. G. erectum Uuds. Fl. angl. 67. Engl-
l)ot. t. 2067.
c. soabrum. Bas seharj'haavige. Stengel und Blätter bald mehr
bald weniger steif- oder schärflich -haarig.
G. Müllugo y. hirtum und v. scaltrum Chi. han. das. G. stabriim
WiTH. Arrang. ISJO.
d. nrenariuui. Das sandständige. Niedrig; Stengel fadenförmig,
liegend, sehr ästig; Blätter in genäherten Wirtein und klein.
Chi. han. das. G. arenarium Lois. Fl. gal. 85.
An Hecken, Wegen, Waldrändern, in Gebüschen und auf Wiesen,
auf magerni trockenem Boden , allgemein verbreitet ; 1). auf feuchtem
Boden; d. im Küsten- und lusclusande. 3Iai bis Juli. — Juni bis Sep-
tember.
Stengel meist anstcigcnil, von 6" (Spiela. d.) bis 4' (Spiela. b.) bocb, au den Gelenken
stark gescb« ollen, weisslicb, glänzend. Blatter oft bis znr lioealeo Form au Breile abneh-
mend, uberscils sebwaeb glänzend. Kronen weiss, ins GelMicbc tlelleiebt dnrrb Baslard-
belruebtung abändernd.
13. G. »axatile. JPelsen-Mjablcraut. Blätter zu 6, sta-
cbelspitzig, untere umgekehrteirund, obere lauzett-keilförmig; Stengel
vierkantig, niederliegend, blütentragende aufstrebend; Blüten in dolden-
traubigen Hispen, Ilronzipfel spitz; Früclite spitzlich, gekörneil.
LiNN. Fl. su«c. cd. 2. 4(33. Chi. han. 365. Rocu Svn. I. 36(5. Fl. dan.
t. 1633. Engl. bot. t. 815. G. harcynicum Weig. Observ. 25.
b. elatum. Bas hohe. Stengel aufrecht -ansteigend, ausgebreitet-
ästig, \^^irtel entfernt stehend, Blätter lineal- keil förmig.
Chi. han. das.
Auf den Gebirgshaien und in Heiden auf steinigem oder sandigem
feuchtem Boden, häufig. Juni bis September. — August bis October.
Stengel -4 — 10" an der Spiela. b. bis 1 '/.,' bocb, unten bisweilen zartbaarig. Unl'rucbt-
bare Triebe oft diebte üaebe Rasen bildend. ' Blätter Ilacbrandig. Blütenstiele kurz, fast
gleieblang. Kronen weiss.
tä:, CS. sylvestre« Wald-IdahTcraut, Blätter zu 8, lineal-
keilförmig, zugespitzt mit Stachcls])ilzc, untere umgekehrteirund- lanzett-
förmig, am Bande borstlich- scharf. Stengel ansteigend, vierkantig, Blü-
ten in doldcntraubigcn Bispen, Rronzipfel sjiitz; Früchte schwach stumpf
gekörnelt.
POLL. IFisl. pl. Pal. 151. Roch Syn. I. 367. G. pusillum Chi. hau.
363. Engl. bot. t. 74.
b. glabruiii. Bas Kahle. Ilöhcr; Stengel und Blalträuder ohne
Uaar und Borsten.
G. sylvestre «. glabrum Roch das. G. austriacum Jacq. Fl. austr.
I. 51. t. 80. G. laeve Thuill. Fl. par. ed. 2. I. 77.
c. hirtum. Bas steij'haariffe. Stengel von unten liis gegen die
Mitte nebst den Blättern kurz steif behaart.
Chi. Lau. das. Roch das. G. scahrum Jaco. das. V. t. 422. G. Boc-
coni All. Fl. ped. I. (i. G. nilidulum Thuill. das. 76.
d. alpestre. Bas gebirgständige. Zwergig; Stengel fadenförmig.
Valeriana. TAI.ERIANEAE. 267
iiicderlicgpnd, sehr ästig, büscliel- oder rascnbildeiid; Blätter schmal
lineat, steil", grannig zugespitzt; Doldcntrauhen arnihlütig.
Chi. han. das. G. pumilum Lam. Dict. II. 580. Kocu das. G. tenue
YiLL. Ilist. d. ])1. d. Dauph. 32:2. G. triehophylluni Allion. Auct. ad
Fl. ped. 1.
In lichten Waldungeu und Hainen, auch auf Heiden und Triften, auf
sonnigem niagerm steinigem oder saudigem Boden, häufig; 1». auf feuch-
term oder humushaltigem Boden. Juni his September. — Juli bis October.
Stengel von 2" l.is l'/j' lang, aiifieelit, ansteigend oder liegend. Slachelspilze de.
Blätter mit alnieltniender Breite dieser in eine pfriemenälinliclie Spitze zulaufend und daher
fast begrannt erscheinend, am Rande nnigerollt. BlUtenstielchen kurz, fein, von einander
gerichtet. Blüten und Früchte l;lein, Kronen «ciss oder gelhlichweiss , schwach «ohlrie-
chend. — Im Gesammtansehen, Stengel- und Blatthildnng dem G. uliginosum am nachstcu
stellend, dem Blutenstände nach aher an G. saxatlle sich schliessend.
GJE irjER»Z.ICMMS.
OPechniSCheS» Die n^urzeln der tnclnsteii Arten, hei einitfen auch
das liraut, und von A. 10. die lilitten, dauerhafte ijelbe und rothe Fi'trbc-
stoff'e der I'entitzuntj anbietend. Samen von A.4. ant/eblich in Irland
als Snrroijat der Kaffeebohnen im Gebrauch.
OTeonomischeS» SämmtUchc Arten (fute fVeidekräuter und die
Blüten crt/iebiij an tloniij. A.4. ein lästitjes Unkraut fiir jun(je Hecken,
Uaump/lanzunijen und auf licinäckeiii.
XlilX. TAIiERIAMEAE.
De" CanD. Fl. fran.;. IV. 237. Prodr. IV. Ü2-J.
Kelchrölirc mit tlem Friichll»nolcn verwacbsen; Saum 3 — 5-
tlieilig', antaiiglieh eingerollt, nach dem Bliilien in einen abfäl-
ligen llaarschopf sich aiisbreitenti, oder gerade, gezähnt «nd
bleibend, auch wohl verkümmert.^ Krone auf dem Fruchtknoten
stehend, mit ungleichmässig 3 — 5 -spaltigem Saum. Staubge-
fässe J:, seltener ö, 3 oder 1, der Kronröhre eingesetzt. Frucht-
kuole 3-fächerig, 2 Fächer leer, im drilten ein hängendes Ei.
Frucht eine 1- sämige iVuss. Samen ohne Eiweiss. Keim ge-
rade, (las AVürzelclien dem Nabel zugewandt. — • Blätter gegen-
ständig-, ohne ^Nebenblätter.
Vorkommen. 31eistens bodcuvag, doch mehrere mit Vorliebe für
Kalk. .
Gehalt. Durch ein flüchtiges Ol ausijezeichnet, welches am reich-
lichsten in der ff^urzel, in (jerinfjerer Menye aber auch in den Blüten
und Blättern enthalten ist; ferner durch eine eiifenthümlichc Säure, die
sich aus dem Ol entwickelt, thciliueise aber auch fertia vorfindet.
1. VAIiERIAXA. B^IinUMJLJV.
Ll>N. Gen. n. 44.
Kelchsaum 5-theilig, während des Blühens eingerollt, nach
demselben^ als fiederhaariger Schopf entwickelt, späler ab-
fallend. Krone trichterförmig, an der Basis höckerig, mit 5-
spalligem Saum. Gesehl. Sysl. HI. 1.
Mehrjährige Kräuter (Art. 1.2.) oder Stauden. Blätter versehicdcu-
artig. Bluten in Doldentrauben, Köpfen oder Kispen.
1. V. officiiialis. Officineller Baldrian. BläUer
liedersehiiittig, 5 — 10-paarig, Abschnitte lanzettförmig, unterbrochen
sägezähuig; Wurzel sprossentreibend.
268 TAI.ERIANEAE. " Valeriaiiella.
LiNN. Sp. pl.45. Chi. hau. 372. Kocii Syn. I. 3(59. und V. sanihiici-
folia das. (namentlich die Hanibiirgisclie rüanze). ScilK. Ilaiulh. I. T. 5. StL'RM
Fl. Deutschi. 11.9. Fl. da», t. 570. Engl. hot. 1.698. Uayne Aiznei-
gew. III. T.32.
b. major. Hie grössere. Höher; Blattahschnilte breiter, sänimt-
licli giol» siige/.ahnig; ohne Wurzelsprossen.
V. exallata Kocii das. V. olficinaiis a. altissima Koch Syn. ed. 1. 337.
c. angustifolia. Die schmalblättrige. IXiedriger; Blattahschnitte
lineal-lanzcttlörniig, hätilig, bald mehr bald weniger ganzrandig.
V. officinalis ß. minor Koch das. Y. ofßcinalis ;'. angustifolia Kocu
Syn. ed. 1. 337.
In Wäldern, Gebüschen, an Flussufern, Bach- und Teichrändern,
die Ilauptart auf hnmosem frischem Boden; b. auf sumpfigem Boden,
oder in der I\ähe von Wasser; c. auf felsigem oder steinigem Boden.
Mai, Juni. ^ Juli, August.
>Viirzelstoeli stark, selir kurz, weiss, schief al)stcigencl , mit »ieicn langen, einfachen
Fasern besetzt, häufig Ausläufer treibend, und dann die oberirdische Pflanze meist wcuiger
hoch und kräftig ausgebildet. Stengel 2 — 4', der Spielart b. bis Ö' hoch, gefurcht. Obere
niattabsehnitlc etwas zusarouienliängend herablaufend, an c. uieistens gesondert. Hronen
weisslichfleischfarbcn. Früchte der mittelbohcn und der schmalblättrigen Formen bald mehr
oder weniger behaart, seltener kahl, die der hohen Formen von nassem Standort in der Regel
kahl. V. exaltata MiK. , aus Samen von ihm selbst bezogen, gab im hiesigen bot. Garten
nur die gewöhnliche V. officinalis. V. uliginosa Wend. FI. hass. 7 (ohne Diagnose) sah
ich nicht. Sie dürfte schwerlich von unserer Spielart b. verschieden seyn.
Ä. \» «lioica. Kleiner Baldrian» Wuizelblätter unge-
theilt, oval oder suatelformig, folgende fiederspailig ; Blüten zweihäusig.
LiNN. Sp. pl.44. Chi. hau. 373. Koch Syn. 1. 370. Fl. dan. t.687.
Engl. bot. t. 628. IIayne Arzneigew, 111. T.31.
Auf VSHesen, auch in Hainen und Waldungen, auf sumpfigem oder
nassem Boden, häufig und meist truppweise. Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel sprosscnlreibcnd. Stengel '/^ — 1' hoch, einfach, mittlere Blätter, als IJber-
gangsformen von den untern zu den obern , leierförmig, folgende fiedcrspaltig mit grösscrm
Endabschnittc. Weibliche Blüten, nebst der ganzen Pflanze, kleiner als die männlichen.
Kronen weiss oder röthlichwciss.
JPharvnaceutisch-Medicinisches, Von A.1. die rVurzel
(iivxxE fl'aarcnk. t. XXXß'l.) of'/icincll (itadix Valcrianae minoris s.
sylvestris), f'on trochenem Gebirtjsboden zxt entnehmen. Vorwaltende
Bcstnndth. bitteres Princip, ätherisches Öl und Baldriansäure. An-
wendung im Auf'guss , Pulverform, Latwerge, Pillen, als erregendes,
nervenstärkendes , krampf'stillendes und schiv'eisstrcibendes Mittel. Prii-
parate sind Oleum, Aqua, Extractum und Tinctura Valerianac.
OTCononiischeS* Die jungen Blätter dienen im Frühjahr zu
liräntersalat. luihc und Schafe fressen das liraut gern.
«. VAIi£RIAWEIil.A. FMEiH^A-Ii^V.
POLL. Palat. I. 29.
Kelchsaiim slels aufrecht, s;ezähnl und l)leibeiul. Krone trieli-
terföruiifi; ohne Höcker an der Basis, mit fast gleichniässiff-5-
spalfigcin Saum. Geschl. Syst. Ifl. 1.
Einjährige, kleine aufrechte Kräuter. Stengel nach oben gabelig.
Blätter ungetheilt oder die obern von der Basis her eingeschnitten säge-
zähnig, auch wohl fiederspailig. Blüten in den Gabellheilungen einzeln
oder büschelig -doldentranbig, hiein und mit Deehblällern versehen.
I. V« Olltorla. Gemeiner X'eldsalat. Kelchsaum schwach
l^aleriauella. YALERIAKEAE. 269
3-zäIinig; Fiüclite eiförmig -luiullicli, ziisaninicngcJrücltt, vorn un<l hin-
ten mit einer scliwachen Furclie mul an jeder Seite mit 2 feinen Kippen.
POLL. Palat. I. 30. Chi. han. 373. Koch Syn. 1.372. Betcke Diss.
10. m. Abi.. Reichenb. PI. erit. I. t.GO. f. 121 (Fedia Locusta) u. f. 122 (v.
dasycarpa). Fl. dan. t. 1681 (Fedia olitoria). Engl. bot. t. 811 (Valeriana
Locusta).
Auf Äckern und Gartländern, auf lehmigem mergeligem oder Kalk
enthaltendem Boden, sehr hiiufig eingebürgert. Ende März bis3Iai; die
Nachkommenschaft Juli, August. — Juni, September.
Bis y.j' Iiocli, meistens kalii , diinkelgrasgrün , Stengel eekig. Untere Blatter nel/sl iler
Stcno-elliasis scbivaoL gOHinipert, iinigekelirtcirund oilcr spalellürmig, obere ziingrnfdrniig
Oller lineal, bei üjipigem AVucbs an der Basis zipl'clig eingcscbniltcn. Kronen iveiss oder
blasslila. Frücble scbief, grosserer Zabn über dem frncbibaren Facbe , 2 lileinere über den
unfruchtbaren, erstcres grosser als die beiden letztern zusammen. — Ändert bisweilen ab
mit fein behaarten Früchten (Y. olitoria v. dasjcarpa Chi. han. das. REICHENB. f. 122.).
Ä. \, carinata. Schmalfrüchtig er Feldsalat» Kelch-
sanm schwach 1 -zähnig; Früchte gleichbreit-länglich, fast 4-seitig, vorn
schwach conrex, hinten rinnig- concav, an beiden Seiten mit einer Längs-
furche versehen.
LoiSEL. Not. fl. d. France 149. Chi. han. 373. Koca Syn. L 372.
Betcke Diss. 15. m. Abb. Ueicuenb. PI. crit. I. t. 161 (Fedia carinata).
Auf Äckern, lehmigem auch steinigem kalkhalteiidem Boden, im süd-
lichen Gebietstheile, selten eingebürgert (Thüringen Koch das. Scinv.
Frankenhausen; lir. Blaiikenburg, anderwärts auch wohl übersehen).
April, Mai. — Juni, Juli.
Gesammtanseheu der vorigen Art. Höbe bis 6". Stengel rundlich. Untere Blatter schmal
umgekelirteirnud, oberste lineal, nebst dem kurzen Stengel zart behaart oder kahl. Blüten
in grossem Doldentrauben. Fruchtbares Fruchlfacb so gross als beide unfruchtbare.
Die specifische Verschiedenheit der V. carinata >on V. olitoria wird von Einigen bestritten.
3. V. AiiricMla. Geöhrter Feldsalat* Kelchsaum eng
zusammengezogen, schief al>gestutzt und 4 — 5 -zähnig; Frucht kugelig-
eiförmig, fein 5- rippig, vorn convex, hinten mit einer Furche.
De Cand. Fl. franc. Suppl. 492. Chi. han. 374. Koch Syn. I. 373.
Betcke Diss. 11. m. Abb. Reicueinb. PI. crit. I. t. 63. f. 128. 129 (Fedia
Auricula_ «. leiocarpa).
Auf Äckern, auf magerin kalkhaltigem Boden, nicht häufig. Juni,
Juli. — August.
Höhe 3/3 — l'/i'. Stengel str.ilT aufrecht, undeutlich kantig. Blätter der A. 4. , doch
meist etwas breiter und die obern öfterer und stärker zipfelig eingeschnitten, sämnillich auf
beiden Seiten und am Rande etwas scharflich. Der Zahn des fruchtbaren Fruchtfachs grösser
und scbief abgestumpft. Die leeren F-icher aufgeblasen und »iel grosser als das fruchtbare.
4. 1^. deiitata. Gezähnter Feldsalat. Kelchsaum schmal
zusammengezogen, schief gestutzt und fein gezähnelt; Früchte ei -kegel-
förmig, vorn convex, schwach 1 -rippig, hinten fast ilach und 5-(4-)rippig.
PoLL. Palat. I. 30. Chi. han. 374. V. dentata «. leiocarpa Kocu Syn.
I. 373. Betcke Diss. 23. m. Abb. Y. Morisonii ß. leiocarpa De Cand.
Prodr. TV. 627. V. Locusta d- dentata Link. Sp. pl. 47. BEICHE^B. PI.
crit. I. t.62. f. 124. Fl. dan. t. 738. Engl. bot. t. 1370.
Auf Äcker», auf lehmigem mergeligem auch sandigem und steinigem
Boden, häufig. Juni und oft abermals im August. — August, September.
Höhe 8 — 12". Stengel fast 4-kantig, rückwärts scharf. Untere Blätter länglich - spa-
telförmig, mittlere glcichbreit- länglich , obere liueal - lanzettförmig, an der Basis eingeschnit-
ten - sägczähnig. Kronen blassblau. Früchte 1 - fächerig, indem die beiden unfruchlbarcn fast
verschwinden. — Ändert ab mit rauhhaarigen Früchten {\ . dent. v. dasjcarpa Chi. han. das.
f. 127. Koch das. V. ß. lasiocarpa. V. Morisonii DE CanI). das.).
* 5. V. eriocariia. Scharffrüchtiger Feldsalat,
270 DIPSÄCEAE. Dipsacus.
Kelclisauin glockig crwcilert, so l»rcit als der liniere Thcil der Frucht,
schief ahgestiitzt und 6 - zähnig. Früchte scliarfliaarig, eiförmig, vorn
Cüiivex mit 1 Rippe, hinten flach, 5 -(4-) rippig.
Desv. Jour. hot. II. 314. t. 11. f. 2. Koch Svn. I. 372. Betcke Diss.
25. m. ALI.. Reichenb. PI. crit. I. t. &j.
xVuf Achern, im östlichen Thcile des Gehiels, sehr selten und wahr-
scheinlich nur hospitirend {Pr. Lauchstiidt Reicuem!. Fl. Sa\. 129.). Blai,
Juni. — August.
Hohe 8—V2". Stciigi-1 soliwarl, 4 -kantig. Bladiorni und Bclia.irung <Icr vorigen Art.
Äslc scharf niigclhantig. IMiifcn gclrlingl, fast einscitivcndig. Fnichtsauu. netzadriig, Frucht
streifig scharlliaarig oder ganz hchaarl , 3 hintere Zahne des Saums doppelt Icleiner: un-
fruchthare Fächer undenllirh, daher fast l-fäehrrig;.
\. COronata einst lom TCrst. RoiIDE bei Götlingcn gefunden, hann nur als verirrte
POance angesehen werden.
GX:n'ERBI.lCHJES.
ÖTconontiScheSt Die jiiu(jen noch nicht dmchffeschoxseuen Pflan-
seti, besonders der A.l. hei uns, und der ^i.S. in der IHieinf/effcnd des
midiern iJeiitschlnnds (wo diese häufiijer als jene ist) ttnter dem I\anien
Rapunzel oder Nisselien und ff 'infjerts - (ff'einberfjs -) Salat mit Essirj
und Ol eine bekannte beliebte Friilijalirsspcise. Sämwtlichc Arten fjutes
fj'cidefntter für Sehaf'e.
I>E CanD. Fl. fran,^. W . ill Trodr. IV. 643.
Blüleii auf einem gemeinscliaflliclien Friielilhoden, cliireh
Haare oder Spreuhlälter gesondert, in endsländigen, von üeck-
hlättern gcstiitzfen Köpfen stehend. Kelch doppelt, heide aus-
dauernd: der äussere eine Hülle mit trockenem Saum, die reife
Frucht als äussere Deehe eng umsehliessend; der innere mit der
Röhre ffanz oder nur ohen mit dem Fruchtknoten verwachsen.
Krone dem Saume des innern Kelchs eingesetzt, meist unregel-
mässiff 4 — 5-spallig. Slauhgefässe 4, der Kronröhre eingre-
fügt und frei. Ein Griffel, Narhe einfach. Fruchtknote. 1- fä-
cherig mit 1 hängenden Fi. Frucht eine häutige, ^vom innern
Kelchsaume gekrönte Nuss. Samen mit geradem Keim in der
Achse des Ein eisseSj das Würzelchen zum jNahel gewandt.—
Blälter gegen-, sehr selten wirlelständig, ohne ^'ehenhlätler.
Torkomnien. Bodenvag; einige l.alhhold.
GeJialt, Iui\-t iiniintersncht; nur Gcrhestoff und eisenr/riinender Für-
hestojf' in den fVarzcln mehrerer ist bekannt.
1. DipsAeiJ§. KAnnm.
Kinn. Gen. n. 114.
Fruchthoden mi.t Spreuhlättern. Äussere Ilüllhlätter die Blü-
ten üherragend. Äusserer Kelch 4-kanlig, b-furehig, uiil kur-
zem gekerhlem oder gezähntem Saum, innerer heckcnformig, viel-
zähnig oder ganzrandig. Gesehl. Syst. IV. 1.
Zweijährige, aufrechte, behaarte oder stachelige Kräuter. Blätter
oft an der Basis unter sich verwachsen. Blütenhöpfe endständig, ellip-
soidisch oder rundlieh.
1. II. sylvestris. Gemeine Karde. Blätter sitzend;
Hüllblätter gebogen ansteigend, Spreublätter gerade, liahl, länger als
die Blüten.
Knaiitia. DIPSACEAE. 271
D. fullonuin c. Linn. Sp. y\. 140. Clil. lian. 452. Kocir Syii. I. 374.
Sf;HK. Haiulh. I. T.21 (I>. fullonuin). Jaco. Fl. austr. Y. t. 402. Fl. «lan.
t. 965. En^l. l)o(. t. 1032.
Auf Triften, an Acker- und Wiescnräntlern und an Wegen, beson-
ders auf tlionlialtigem oder mergeligem Boden, häufig. Juli Lis Septem-
ber. — August, September.
Stengel 3 — 5' Locli, mit zcrstreucten, riicK-Harlsgekriimiutcn, wcisslichen Stacheln besetzt.
Blaller kerliig- gesägt, mittlere am Stengel Iireit lernaclisen, unzerllieilt oder ficderspalfig
(1). sjlv. V. laeiniatus Clil. lian. .las.). Bhitenkopf gross, ellipsoicnscl. , oft au <lor Spilze
durch VerlaDgeriing der olicrn SpreiililSIfcr scliopfig: diese biegsam, länglieli - keilförmig,
fein grannenarlig zugespitzt. Kronen lila, als Abänderung weiss.
Ä. D. i>iio!Siiis. Behaarte Kartle, Blätter gestielt, an
der Basis mit Ohrläppchen; Hüllblätter niedergebogen, Spreublälter bor
stig -gewimpert.
LiNN. Sp. pl.l41. Chi. hau. 453. Jaco. Fl. austr. III. t. 248. Fl. da«.
1. 1448. Engl. bot. t. 877.
In Feldbiischen, Hainen, an ^^'aldränderii und Ufern, auf frischem
feuchtem Boden, ziemlich häufig. Juli bis September. — September,
October.
Im Gesaramtanscbcn von A. 1. giinzlicli abweichend, dagegen an die Galtungen Cepha-
iaria nnd Scabiosa sieb anschliessend.
Stengel 2 — 3' hoch, sehr ästig. Bläffer mehr oder weniger zerstreuet borsten - haarig,
untere gross und breit - eirund , lang gestielt, mittlere elliptisch, etwas in den Blattstiel
hcral.laulend, am Kiel mit einigen Stacheln besetzt. Blütcnköple klein , fast kugelig. Kro-
nen gelblichweiss , Beutel dunkeliiolet.
PhartnaceutischmJfEedicinisches» Die fVurzel von A.l
liefert, stark abyelioclit nnd mit braunem Zucker versetzt, dem Uausije-
hrunehc der Landbewohner ein unschädliches und wirksames Brustmittcl.
%. K]VAUTIA. MWA^UTMM.
COILT. Dips. -28.
Fniehlljotlen raiilihaariff. Äusserer Kelch glatt mit 4 kleinen
Zähnen, innerer mit 8 his 1(5 pfriemlich -horstliehen Zähnen.
Geschl. Syst. IV. 1.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.), aufrechte Kräuter. Blätter ganz, Iclcr-
förmig oder fiederschnittig. Blüteuliöpfe endständig, rundlich, Kronen
gleichförmig oder äussere strahlbildend.
f. H.. arven^i«^. JFeld' Knautie, Stengel rauhhaarig-.
Blätter länglich -umgebehrteiruud , spitz, in die Basis lang verschmälert,
mittlere oder alle licderspaltig; innerer Kelch um die Hälfte länger als
die Frucht.
CouLT. Dips. 29. Koch Syn. I. 37fi. Scabiosa arvensis Linn. Sp.
pl. 143. Chi. hau. 4.55. Schk.' llandb. I. T. 22. Fl. dan. t. 447. Engl,
bot. t.fö9. Haykk Arzneigew. V. T.38.
b. iiitegrifolia. Bie gansblättrige. Sämmtliehe Blätter ganz,
sch^vach geschweift- sägezähnig oder fast ganzrandig.
Chi. hau. das. Scabiosa sylvatlca Schwabe Fl. anhält. 63. und meh-
rerer norddeutscher Florenschreiber.
An Aclierrändcrn, Wegen, auf A^'iesen und Triften, auf trocl.enem
aber humushaltigem Boden, sehr häufig. Mai bis August. — Juli bis
September.
Stengel 1 '/j' hoch, oben meistens 3-gahelig mit 1 - blutigen Ästen, seltener einfach.
L'ntere Blätler meisten.s ganz, fast zungenförmig, lang und allmülig bis zum Stengel ver-
scbmilert, wenn sie fiederspaltig sind, die Zij.lcl aufrct^if - abstehend , Zipfel der fiederspal-
272 DIPSACEAE. Succisa.
tigen miltlern Rlätler langer und fast wagerccht alistelicnd. IlüUlilätler eiriiiiJ- lanzcUfürmig
Blüfenkopfc flach gcwöllit, Randblütcii grösser, selten alle >on gleicher Grüssc (S. arvcnsis
Umliil.l. Cl.l. lian. ilas. S. eanipesliis nESS. Enum. pl. A'olh. 7.)- Kronen Leiler oder dunkler
lila, im letztern Fall gegen das Verblühen ins bläuliche ziehend.
S. Sjlvatica L. JacQ. Fl. anstr. IV. t. 362. mit elliptisch -lanzettförmigen, in eine
schmal vorgezogene Sjiilze endigenden, scharf sägezähnigen Itlättern, deren «nlere aus breiter
Basis verschmälert gegen den Stengel zulaufen, die mittlem oder obern mit breit eirunder
Basis den Stengel umfassen, ist bis jetzt im Gebiete nicht gefunden »orden.
3. SUCCISA. uAJBBISS.
Mekt. u. Koch Deutscbl. Fl. I. 14:3.
Fruchlbotlcn mit Spreiiblätfern. Äus.sofer Kelch 8-furcliia;
mil 4-tlieiligcin, krautigeiu Saum; innerer mit scüiltUormigem
Saum. Kronsaum 4-lap])ig. Geschl. Syst. IV. 1.
Wie die \oilieio;eIieii(le Gatliiiig.
f. S. pratensis. Wiesen' JLbhiss, Blatter länglich- lan-
zettförniig in den Blattstiel verschmälert; ISauin des iiinerii Kelchs in 5
Borsten auslaufend.
Mönch Meth. pl. 489. Chi. han. 453. Koch Sjn. T. 377. Seahiosa
succisa LiN!v. Sp. pl. 142. Fl. dan. t. 279. Engl. hot. t. 878. Havne
Arzneigew. V. T. 37.
Auf Wiesen, hesonders in Waldgegenden, auf feuchtem humushalti-
gem Boden. August, Septcmher. — Septeniher.
Wurzclslocli abgebissen mit langen dicken Fasern. Stengel oben 2 — 3-gaheiig oder
einfach, mittlerer blutentragender Ast beträchtlich langer als die seitlichen. Blütenköpfe
klein, später kugelig. Bliilcn fast regelmässig und gleichartig, Kronen lila -himmelblau,
hellblau, selten «eiss.
4. SCABIOSA. SCA^BKOSm,
RÜM. et Schult. Syst. III. 2. I.IMV. Gen. n. 11.5. mit Abänder.
Fruclit])Oileu mit Spreuhlätlern. Äusserer Kelch 8- furchig
otlcr 8-rippig mit glockigem otler radförmig'em, durchschei-
nend Irochenhäutiffem Saiim; innerer schüsselformig, meist mit
5 borstlich auslaufenden Zähnen. Geschl. Syst. IV. 1.
Wie die vorhergehenden beiden Gattungen.
1. S. Coliinibaria. Gemeine IScabiose. WurzelLlätter
umgekehrteirund -spatellöruiig, ungetlieilt oder gleich den untern Stengel-
blättern leierförniig, seltener wie die oberu Stengelblättcr liederschnittig,
länglich -lincal oder lineal, tief fiederspaltig- gesägt oder licderspaltig,
an den obersten Blättern ganzrandig; Borsten des innern Kelchs 3 — 4-
fach länger als der Saum des äussern.
LiNN. Sp. pl. 143. Koch Syn. I. 378. Reicuenb. PI. crit. IV. t. 354.
Fl. dan. t. 314. Engl. bot. t. 1311.
b. nemorosa. Die hainständige. Höher, ast- und lilätterreicher;
Wurzelblätter leierförmig-fiederschnittig, Stengelblätter doppelt-fic-
derschnittig; Blütenhöpfe grösser.
Asterocephalus Columb. v. dissectus Chi. han. das. Scabiosa agrestis
Waldst. Kit. PI. rar. Ilung. III. 226. t. 2Ü4.
o. oohroleiica. Die gelbblühende. Meist schwächer; Blattßedcrn
schmäler; fruchttragende Köpfe meist ellipsoidisch.
Asterocephalus v. ochroleucus Chi. han. das. Scabiosa ochroleuca
LiNN. das. 146. Koch das. Beichenb. das. t. 355. Jacq. Fl. austr. V.
t. 439.
An Ackerrainen, AVegen, auf Triften, Wiesen, in Hainen und Wald-
gebüschen, auf sonnigem trockenem Boden, häulig; b. in Hainen, auf
schattigem frischem oder feuchtem humushaltigem Boden , häufig und meist
§cabio8a. DIPSACEAE. 273
truppweise, gegen Osten zuncliniend; c. nur im süclöstlicLen TLeile des
Gebiets, nicht nordMcstliclier als Duderstadt und auch da nur einzeln
gefunden. Juli, August. — August, September.
Wiirzelblättcr der eiiijalirigcn Triebe Jänglicli -umgekelirtciriinil , ganzraiidig oder säge-
zäLnig-eiDgescLnitten. Steogel 1 — 2' liocli , l>all, seltener nach olien schwach behaart, der
Spielart b. bis 4' hoch. Kronen lila. Borsten der abgcbiühcten Köpfe fein, biegsam
schwärzlich. — Die Angabe länglicher ISlütenhöpfe der Spielart c. gebt nohl \orzüglich
von jACaUIN's Abbildung aus, ist aber, wenn auch nicht ungegriindct, doch nicht constant.
Ich besitze zahlreiche Ejcmplare mit hügeligen Itlütenhöpfcn und Exemplare der lilablütigen
üauptait mit stark cllipsoiden Köpfen, wenn diese auch häufiger hügelig sind. Von der
BodeuhesebafTenhcit hängt die gelbe Kronfarbe allerdings nicht ab, dagegen scheint sie, wie
die Farhenveränderung mancher andern Pflanzenartcn , unter einem klimatischen Einflüsse zu
stehen. Gegen Süd- Osten und Osten verdrängt die gelbe Färbung allniälig die violefe.
In Schlesien ist die letztere schon die seltenere (WlMMER). Die Angabe, dass in der
Aussaat niemals die Farbe sich ändere (REICHENB. Fl. sai. 127.) ist nach hiesigen Erfah-
rungen ungegriindct, und das 'Vorkommen von Indiwduen mit mannichfachen Übergangsfär-
bungen ist so verbreitet und häufig, dass eine Erklärung dieser Erscheinung durch Bastard-
befruchtung aller AVahrscheiulichkeit widerspricht. Zudem kommt derselbe Farbenwechsel bei
mehrern andern Arten dieser Gattung vor. Auch die Aussaat von KlTAIBEL bezogener Samen
der S. agrestis gab im bies. bot. Garten violet- und rein gelbblühendc Individuen. — S.
bjnatlca WalDST. et KiT. a. a. O. I. 10. t. 12. weicht von S. Columbaria nur durch schwache
Behaarung der Blätter und der Stengelbasis ab, welche sich in der Cultur verliert.
H» S- »iiaveoleii!!!. Jf^ohlriechende Scabiose» Wnr.
zelblättev lanzctt-spatelförnjig, spitz, ganzrandig oder unterbroeben ein-
geschnitten, Stengelblätter fiederschnittig mit schmal linealeu, gauzran-
digen Fiedern; Borsten des innern Kelchs 1 '/^ — 2-fach so lang als der
Saum des äussern.
Desf. Cat. pl. bort. par. 110. Koch Sjn. I. 379. Reichenb. pl. crit.
t. 76. Asterocepbalus suaveolens Chi. hau. 434. S. canescens V^'^aldst.
et Kir. PI. rar. Hung. I. 53. t. 53. S. Columbaria ß. Linn. Sp. pl. 111.
Au Triften, Wegen und Waldrändern, auf trockenem magerm und
sonnigem Boden, im östlichen Gebietstheile, die ]\ord- Westgrenze der
Gesammtverbreitung am süd- östlichen Harzrande erreichend, nicht häufig
{Pr. Bibra, Kölme, Aulcbcn, Rosslebcn, Halle: am Donnerberge hinter
Rrölhvitz, am A^'^ege nach Bennstädt, am Bienitz, Hoppellierg bei Bör-
necke, Steinholz bei Quedlinburg — ; Schw. Frankenhausen im Kalk-
thale, Mittelbcrg bei der Numburg, Hachelbich — •; Hn. Steigerthal — ;
Mk. östlich der Gebietsgrenze bei jXeubrandenburg — ). Juli bis Sep-
tember. — September, October.
Blätter der einjährigen Triebe biischelig auf fadenförmigen Sprossen, länglich- nmgekehrt-
eirund , kurz zugespitzt, lang und allmälig in einen Blattstiel verschmälert, ganzrandig, kanm
eins oder das andere gegen die Mitte zipfelig eingeschnitten. Stengel 1 — 1 '/'i' ^o<^^> schlank,
kahl, nebst den Blättern fein graufilzig bis ins Kable. BlUtenköpfe kaum halb so gross,
wie an A. 1. Kronen. hell scbleferblau , seltener hläulichlila. Abgcbliihete Köpfe durch
die kurzen , steifen , weisslichen Borsten ausgezeichnet.
ökonomisches» Beide ^rten Zierpflanze der Gärten.
lil. COlflPOSITAE.
AnANS. Fam. II. 103. DE CanD. Fl. fran.;. IV. 1. Sjoanihereae RiCH. Bot. med.
Deutsche Ausg. II. .579
Blüten in Köpfe vereinigt auf einem gemeinschaftlichen, von
einer vielhlättrigen Hülle umgebenen, Fruchthoden, selten ein-
274 COjüPOISITAE. Eiipaforiuin.
zcln In jener Hülle. Keleliröhre nii( dem l'nielilljnolen^ ver-
waeiisen, auch wohl üher denselhen slielarlig verlängert. Heieh-
sauni ])ald ein schmaler (roekenhäulig'er Hand odel* nicht vor-
tretend, hald spreuartig-la|)|tig, am häutigsten später zu einem
ans haarförmigen oder getiederten IJorstcn hesteheiiden Schopf
ausgebildet. Krone der Kelehr<>hre aufgesetzt, Saum dersel-
ben 5- (selten 4-) spaltig, in der Knosp"enlage klappig, hald
gleichmässig bald ungleiehniässig, oder auch einzuugenförmi-
ges, gezähntes Bläljtchen bildend. Stauhe<'fässe 5, der Kron-
röhre eingesetzt; Träger fast immer frei,^ Beutel zu einer Röhre
verwachsen, nach innen sieh ötTnend. Fruchtknote 1 -fächerig
mit aufrechtem Ei. Ein In 2 iXarhen gespaltener GritlVl. Frucht
eine einsamige schalhäutige INuss. "Same ohne Eiueiss mit ge-
radem Keim, das Würzelchen zum Nabel gc^\andt. — IJIaltslel-
lung manniehfaltig, keine Nebenhlältcr.
Torkoiuiueii. Von den Elit-ncii, ^velclie die Welirzalil l)evvoliiit, bis
auf »lie Bcrgliolicn des Gcliiets verlireitet. Die nieliisten l)odenvag, nian-
cbe Ixalliliuld, andere Sand und Kies Hellend, ^venige an Salzgelialt des
Bodens gebunden. Oft in gcosser Individuenzalil obne eigentlicbe Yer-
cinigung vorlioniniend , andere trujip- oder beerdeuAveise waelisend.
Gehalt. In de» meln-stcn bitlerer li.xtrartivstoff, eiscufjriinender
fierhestoff' und ätherisches Öl, wonach vielen medicinisehe liriifte zti-
fiommen. In manchen exlraetivc and harzige Fürhcsluff'e, Harz, fJ'eieh-
harz, Gummi, Zacher, Schleim, seltener Salze. Als eii/enthümlichc Sub-
stanzen kommen vor: Inulin und yllanthamphor, Calennulin, Namillenöf,
JVermuthöl, als näher zu untersuchende jnoblentatischc Stoffe: Arnicin,
Pyrethrin, Tnraxacin. In den Samen einiger auch fettes Öl und in den
fVurzeln mehrerer bitterer, harziger Milchsaft, der bei einigen giftig ist.
i. Gruppe. EFPATORIACEAE. n'ASSMHnOST.
GJSU^ÄCHSjE.
Sclienliel des Griffels verlängert, balbrund oiler l.eulenlörniig, von
unten lier drüsig oder l'einliaarig.
1. ElIPATORirifl. JTAISISJEMnOSV.
l.iisiv. Geil. II. 93'>.
Köpfe walzenförmig, wenigblütig, IlüUblätler geschindelt.
Blüten sämmtlieh zwitteris, röhrig .^trichterförmig. Kelehsaum
haarig. Geschl. Syst. Xl\. 1.
aiebrjälirigc Kräuter (A. I.) (oder Sträuebi). liliilter gegenständig,
selten (|uirlieli oder vvecliselsländig. Kopte oft doldenlraubig oder rispig.
Fruebtlioden flaeli und naebt.
1. E. vaiinabiiKiiii. Gemeiner J9"asserdost, Blätter
gestielt, 3 — 5-tbeilig, Zipfel lanzettförmig, gesägt, mittlerer länger als
«lie übrigen.
LiNN. Sp. pl.lI73. Cbl. ban. 414. Kocii S>n. I. 382. Schk. Ilandb.
111. T.237. Fi. dan. t. 745. Engl. bot. t.ü48. IIayne Arzneigew. \lll.
T. 44.
An Bächen, Teichen und Gräben, in Waldungen und Ileidgegenden,
auf feuchtem oder sumpfigem Boden, häutig. Juli, August. — September.
Steugol 3 — 6' liocli, auir<clit, dirl; , brUuiilichrolli. Oberste Bliiller iiicisl iingellieilt.
Kopfe klein, in cnilständigen rispigen Dol(1entraiii>cii. Kroncu fleis<lil':irlieii.
GM n^MRJti.icums.
Pharmaceutisch • JtKedicinischeS' Die bitter und scharf
schmeckende, ehedem offxcinelle gegen fß'cchselfxeber und fVasser.<!ueht
Tugsilago. COinPOSITAE. 275
(iiufcwnndte fJ'urzel ist jetzt vielleicht mit Unrecht ausser Gebrauch.
Die Blatter ijeqvetscht auf Geseh wülste , fJ'nnden als Hausmittel im
Gebrauch .
«. TUISI§>IIiACiO. MUI'IiAWMG.
LlNN. Gen. 11. 9-Vi.
Köpfe eiiiliäusJg^ IIüllMiilfer einreiliig mit kelchähnllcheii
kurzem an der liasis. StraLlhliilcn iveihlltli, mehrreihig, zun-
genförmig. Scheiheii])lü(en zwitlerig, i-öhrig, 5-zähiiig. Ä'ar-
beii fälllich. Kelchsaum haarig. Geschl. Syst. XIX. 2.
3Iclirj;ilirigc Kräuter. Illiitler nach ileiii Itlülien erscheiueiul. Bliitcn-
scliäfte l-l;öptig, tleclil>la(tcr{ing('ii<I. Kronen gell».
1. T. Farfara. Gemeiner Mujflattig, Blätter herzför-
mig, ausgeschweift -eeliig uml gezähnt; Schäfte einltlülig.
LiNN. Sp. pl. I2I4. Chi. han. 414. Koch Sjn. 1. 383. Schk. Ilandh.
IIT. 242. Stlrm Deutsch!. Fl. II. 2. Fl. tlan. t. 595. Engl. hot. t. 429.
IIavne Arzneigew. II. T. 16.
Auf Ächern, au Dämmen, Grähen, Bach- und Flussufern, auf tho-
nigem lehmigem und halkhaltigem, seltener auf sandigem Boden, sehr
häufig und meist truppweise. März, April. — 3Iai.
Blütenseliüfte meist in Biisclielii , 6 — 10" liocL. B)iilfei fast le.lcrartig, iiiileisclrs «eioli-
Jiaaiig oder graiifilzlg. Kolclisaiiin aus ziirürkgekriiiiiiiilrn Ilaaicii gcliililot.
GE U^ER»Z.ICHMS.
JPhartnaceutisch . JtEediciniJsches. fVurzd, liraut und
Blüten of'ficinell (Ilerba et Flores Farfarae s. Tussilaginis). J'orwal-
tende B es tandth. Schleim, eisenffrünender Gerbestoff mit etwas bil-
term Extractivstojf und salzifjen Theilen. Anwcnduntj selten in Sub-
stanz; vorzüfjlieh das Kraut im Auftjusse oder Abhochtintj (ferjen Brust-
kranhheiten im Gebrauch, der ausyepresste Saft f/eijen skrofelartitfe Aus-
schläge u. s. w.
OTCOnomiScheS* Die junffeu Blätter als Gemüse tjeniessbar;
herantjeivachsen werden sie von den Pferden ijern gefressen.
3. PETASITES. PMSVWUni,,
Gartiv. Fi,„t. II. 406. t. 166.
^Ilüllhlälter einreihig mit kclcharligcn kijrzern an der Basis.
Köpfe fast zweihänsig: mehr männliche mit wenigen randstän-
digen fadenförmigen weihlichen, und zahlreichen röhrigen zwit-
terig-unfruchlharen Scheihenhliilen; mehr weihliche mit meh-
rern Reihen randständiger weihlicher Blüten und einigen zwit-
terig-unfruchtharen in der Mitte. IVarhen ellipsoidisch oder
fadenförmig. Kelchsaum haarig. Geschl. Syst. XIX. 2.
Mehrjährige Kräuter. Blätter nach dem Blühen erscheinend. Blüten-
schäfte mit Dechhlättcrn besetzt, einen vielköpfigen Strauss tragend.
Kronen klasspurpurn oder weisslich.
1. P. Oflleinalis. Gemeine PestWUrx. Blätter herz-
förmig-eirund, ungleich gezähnt, unterseits graufilzig, Lappen des Aus-
schnitts gegen den Blattstiel vortretend; Narhe der Zwitterblüten ellip-
soidisch.
Mönch Meth. 568. Koch Syn. I. 383. Petasites vulgaris Desf. Fl.
atl. II. 270. Chi. han. 412.
Xwitterige Pjlanse. Strauss eiförmig.
Tussilago Petasites Linn. Sp. pl. 1215. Scuk. Handb. III. T. 242.
Fl. dan. t.842. Engl. bot. t. 431. Havne Arzneigew. II. T. 17.
Weihliche P,fians!e. Strauss länglich; Köpfe um die Hälfte kleiner.
276 COMPOSITAE. Peiasites.
Tussilago hyluida Linn. das. SciiK. das. Engl. l>ot. t. 430. Uayne
das. T. 18.
An Flussnlern, Itiicbcn und auf qutlligi-n Wiesen, auf nassem llion-
lialtigcm Boden, Läufig und meist truppAveise. März, April. — illai.
Blülonstliäfte '/o '>'* 1' •">tl>> frHoliUragcml 1 '/j — 2' Jiocli. Ulalter späterhin bis 1 Y^'
im Durclimcsser. Bliilcnsliclelicii meistens einfadi; Kruiien licllpiir])nrn, Terlileichend. Seliafte
,le. »eil.liclicn Pdanze .lünner un.l langer, Hülle l.aurliiger, Blüten kleiner.
Ä. P. albus. Jf^eiSSe Pestwurz» Rlätter herzförmig- rund-
lich, ausgcschAYcift- eckig, stachelspit/.ig-gczähnt, unterseits Aveissfilzig,
Lappen des Ausschnitts rundlich ahgewandt, ]>arben der Zwitterblüten
lineal- lanzettförmig, zugespitzt.
Gaertn. Fruct. II. 406. Chi. ban. 413. Koch Syn. f. 384.
a&witterige PJlanze. Strauss cilormig, Bliiteustielcben fast gleich-
zipfelig, meistens einfach.
Tussilago alba Linn. Sp. pl. 1214. SciiK. Uandb. III. T. 242. Sturm
Deutschi. Fl. 11.21. Fl. dan. t. 524.
Weihliche PJlanxe. Strauss länglich -eiförmig, Blütenstielchen mei-
stens ästig.
Tussilago ramosa Hoppe Cent. getr. Pf. Stlrm das.
An Gebirgsbächeu und nahe belegenen Waldwicsen, auf nassem bu-
luushaltigem Boden, am Harze häufig {Pr. an der Ilolzemme bei Werni-
gerode — ; -ßr. ]\euwerl«, Rübeland, zwischen dem Ilsensteiu und der
Cascade — ; Hn. am IVetzberge bei Ilfeld, Lauterberg, Rothe-IIütte,
Altenau, Oderbrüch, Ilebbergergraben — ), dann wieder nördlicher in
Hl. (am Bache bei Warendorf unfern Lehnsahn) auftretend und in das
östliche Scblcsswig übergehend. März, April. — Mai.
Niedriger als A. 1. Scliäfte «liclier, «eisswollig Ijis ins Kalile, mit Hoppelt hrcitern
Dcoklilattern. Kronen gelhlicliweiss.
3« P. »imriws. ^tront- Pestwurael, Blätter drcicckig-
odcT nierenrund -iierzförmig, gezähnelt, unterseits dicht scbneeweiss -fil-
zig , Lappen des Ausschnitts gegen den Blattstiel vortretend, stum]>f
2 — 3 -lappig oder ganz.
IlEicHEAB. Fl. excurs. 279. Chi. hau. 413. KocH Syn. I. 384. T. io-
mcutosa Ehrh. Beitr. III. 65.
I^icitterige jPJlanse. Strauss rundlich -eiförmig; Grififel der weib-
lichen Blüten hürzer als die Krone.
Tussilago spuria Retz. Observ. 1. 29. t. 2. Stürm Deutschi. Fl. II. 21.
. Fl. dan. t. 1828.
Weibliche JPJlanxe. Strauss verlängert ; Griffel der weiblichen
Blüten länger als die Krone.
Pctasites tomeutosus ** subfoemineus De Cand. I'rodr. V. 207. Tus-
silago paradoxa Roth Fl. gerni. II. 2. 349.
Am Unterlauf der Elbe, vom Auslauf bis nach Dömitz, als südlich-
stem Puncte der Gesammtverbrcitung, auf sandigem Boden, häufig und
meist heerdcnweise.
Höher als die vorhergehenden Arten. Blatter laug gestielt, anfänglich oherseits mit
icrrcihlichem weissem Wollhaar bedeckt, unterseits blendend weissfilzig, späterhin oben
grün, unten graugrün. Strauss der Zwitterpflanze meist wenigblütig, untere verlängerte
Blütenslielc fast so lang als die obern kürzern; Strauss der weiblichen Tflanzc vollblütiger,
schmäler und doppelt länger. Kronen blassfleischfarhen, in weiss verbleichend.
GM TW^MRBI.ICHMS.
JPharntaceUliSCh'jnLedicinische», Die stm-h riechende, bit-
terscharf'e fViirzel von A. t., ehedem of'fieinell, »lur noch im Hnustje-
hrmijrh; eben so die frischen Blätter auf Geschwüre und fVunden.
ÖTConomiSChes» Art. 1. und besonders 3. (Lorken, Lorkenblume
Chrysooojua* COMPOSITAE. 277
in eininen ElbijCffvnden) ein winhcrndes lä.^tines Unkraut auf fVeidcn
und ff'iescn, welches weder liiihe noch Pferde abweiden.
8. Gruppe. ASTEROID EAE. AS TEHGUW^ÄCttS E.
SclieiiKtl des Griffels »Ut Z\vitterl»!üt('ii liiieal, aussen altgeplattet,
nacli oben zu zart liehaast, zur Blütezeit einander anliegend.
a. ASTERISfEAE. MIGEXTZ,. ASTMRGmTÄCHSJE*
Staubbeutel ungescbwanzt.
4. CURY^OCOIflA. GOJLMiMAJLR.
I.t>tv. Gin. u. 939.
Hüllblätler wenigreihig, blattartig-scliiippig. SämuiUlche
Itlüteii z^vittcrig„^ röhrifi^. Früchle zusammengetlriickl. Kelcli-
saiiii) haarig. Geschl.'Sjsl. XX. 1.
MebrjaUrige, aufrecbte Kräuter. Blatter weebselstäudig, ganz. Kopie
einzeln an den Spitzen der A«<te in Doldentrauben.
1. C* liiiioiiiyris* neutsches Goldhaar* Stengel ein
facb; Blätter diehtstebend , liiieal; IJüllblätter loeker.
LiNN. Sp. pl.ll78. Cbl. bau. 409. Schk. Handb. lll. 238. Llnosjris
vulgaris Cass. in De Cand. Prodr. Y. 352. Koch Sjn. 1. 384.
Aul" bewaldeten Hügeln und \^''aKhviesen, auf trocbenem sandigem
und steinigem Boden, im süd -östlicben Tbeile des Gebiets, die Nord-
grenze des Yorkonunens in Deutschland am Harze crreicbend, stellen-
weise {Pr. Kekbartsberge, J>aumburg, Freiburg, Halle: Lettin, Heide;
Halberstadt: am Huy über dem weissen Brunnen, Steinbolz, Bosstrappe — ;
ßr. Fallsteine, Budegebirge, Holzminden; 5'c/nw. Frankcnbauscn, Badra,
Ilacbelbicb — ; Wii. Steigerlbal). Juli, August. — September, October.
Stengel l'/j— 2' l.ocli , Hiinn , Blätter fein unil scharf gezülinclt, kahl. Blütenköpfe
fast flacL, Hüllliläftcr lineal - lanzcttlurmig , zugespitzt. Kronen goldgelb.
3. A^XER. JLSTmM*
I.INN. Geu. u. 9i4.
Hüllblätter gcscbiiiilelt. A"on der Scbeibeversebiedeufarbige
Strahlblüteii weiblich, ziiiigenföruiig, 1-reihig. Scheibciiblütea
zwitteriffs i'öhrig. Früchte zusammeiigedrüelif. Kelclisaum haa-
rig. Gtschl. Svst. XIX. 2. *
Zweijährige (A.8.), mehrjährige Kräuter (Art. 1.2. 4.) (Stauden oder
Sträuche). Stengel aufrecht, Blätter wechselständig, ganz. Köpfe meist
rispig oder doldentraubig. selten einzeln. Strahl violetroth oder weiss,
niemals gelb.
*1. A. al|linUS. Alpen- Aster» Blätter 3- nervig, haarig;
untere spatcl- oder ziingeuförmig, obere lineal- lanzettförmig; Stengel
1 -köpfig.
LiNN. Sp. pl. 1226. Chl.han. 411. Koch Syn. 1.385. Sturm Deutscbl.
Fl. H.37. Jacq. Fl. austr. I. t. 88.
Im Gebirge, auf felsigem Boden, auf einen Punct des Vorkommens
beschränkt {Pr. in der Gegend der Heuscheune im Bodegebirge am Harz).
Juli, August. — October.
Wurzel vielköpfig. Stengel ansteigend, 4 — 6" Loch, raiüiliaarig. Blätter Lellgrüo,
bebaart und gewiuipert. Küpfe gross, Strabl violetblau, Scheibe goldgelb.
Ä. A. Alltel Ins. Vir gil*« Aster» Blätter 3- nervig, schärf-
lich-kurzhaarig, untere elliptisch, mittlere und obere länglich -lanzett-
förmig; Stengel doldentraubig; Hüllblätter gleich lang.
LiNN. Sp. pl. 1226. Chi. ban.412. Koch Syn. I. 385., Jacq. Fl. austr.
V. T. 425 "^ "^ ^
278 COMPOSITAE. Belli«.
In BL-rghaiiicn iiiul auf licigwiescii, auf trockcuein steinigem oder
felsigem Boden, im süd- östlichen Gehietstlieile , die INordgrenze der Ge-
saninilverlueilung in der Linie des Harzes erreichend, stellenweise (Pr.
Eelihartsherge, Frcihurg, Naumhuig, Bennstädt, Uaibcrstadt : am Ilny
üher dem weissen Brunnen, Ileiligenstadt im Fahrhach, zwischen Luttcr
und Kalteneher — ; Br. am Fallstein — ; Schw. Frankenhausen, Badra,
hei der _^umhurg — ; IIs. Allcndorf zum Hain, Ashaeh an der I\ase — ;
Hn. Steigcrthal, Göttingen an der Plesse). Juli, August.— Sei>temher.
■\Vu™-l üslig. Stengel 1—1'// liodi, Ulalle. ciilCeint .liid sricl.l sagciälinig bis in
das Ganzran.ligo. Dül.Ui.tiaul.ni » .M..gl.l..lig. Hi.lll.lMlci la.igliili, .sliiini.f, clwas ab!,lc-
hcnil, innere an der Spilze gcfarlit, Siralil sebou blan.iolet, Scbeibe goldgelb.
3. A. Tripoliiini. Meerstranas-^ster, Blätter etwas
Heischig, hahl, lineal- lanzettförmig, Stengel doldcntrauhig; innere Hiill-
Idatter dopiiclt länger.
LiMV. Sp. pl. 1227. Chi. han. 411. Kocu Syn. I. 385. Fl. dan. t.61.5.
Engl. hot. t. 87. Tripolium vulgare Aees ab'Fsenb. Monogr. 153. De
Gand. Prodr. V. 2^53.
Am Mecresstrande auf schlammig- humoscm salzhaltigem Boden, häu-
fig und hcerdenweise, im Binnen!and(' hcsonders in der I>ähe von Sali-
nen. Juli his Septemher. — Scptemhcr, Octohcr.
Hube bis 3', kabl. IJlaller saftioll, seiebt gesägt bis iu das Ganzrandige, itnfcrslc
lauglieb, stumpf, fast 3-ner>ig. Strabl lilarosenfarbe.i , _Scbeibc gelb. Friicbte an der
Basis mit einem Kränzcbcii kurzer Borsteben umgeben. — Ändert ab auf magerm Boden im
Binnenlande mit 3 — 4" bohen Stengeln und in allen Tbeilen kleiner; ferner obne Slrabl-
blfiten, und selten mit weissem Strabl.
4. A. saligiius. Wf^eidenblättrige A.ster» Blätter lan-
zettförmig, beiderseits verschmälert, zugespitzt und am Bande scharf,
obere sehwach stengelumfassend, untere in der ]>litte seicht sägezähnig;
Stengel rispig mit doldentraubigen Ästen.
WiLLD. Sp. pl.IIl. 2040. Chi. hau. 411. Koch Syn. I. aS6. A. sali-
cifolius ScfiOLL. Fl. barh. 328. m. Abb.
An Flussufern, auf lehmigem feuchtem Boden, stellenweise (Pr. Barby
an der Elbe, Quedlinburg an der Bode, an der Angermühle, am Graben
bei Dittfurth — ; Hs. Cassel an der Fulda, zwischen Allendorf und El-
lershausen an der AVerra — ; Iln. Göttingen zwischen der .llaschmühlc
und Bovenden an der Leine, Grafschaft Benthcim an der Dinhel). Sep-
tember. — Oetober. ,.
Stengel S — h' bocb, meist rutblicb. Blalter dunkelgrün. Sliabl blasslila oder «eiss.
Sebeibe gplb, •später bräuiilieb.
ÖJCononiiJfcheS' SämmtUche ^trtcti Zicip/Iatneii.
e. BEIililf^. GÄNSKBIitlJUKCMIMN,
I.INTV. Gen. n. iJÜ'i.
Ilüllhiaüei- gleichförmige 2-rcihiff. Stralilhlütcn vveihlicli,
/.ungenfüiiniff , l-reihig; Schcihenhlüleu zvvitleriff, lölirig.
Früchte flach zusammenffediückt, gcraiulet, ohne helchsauui.
Geschl. Syst. XIX. 2.
Ein- oder mehrjährige (.\. 1.), stcngellose oder stengcltreibende Kräu-
ter. Stengelblättcr w cehselständig. Blütenstiele einzeln, laug, l-l;öpfig.
Strahl weiss, aussen oft carminroth.
1. B. iiereiinii^. Gemeines Gänseblümchen. Blätter
spateiförmig, gekerbt; sehafhirtiger Stengel 1- blutig; AVury.cl vielköpfig.
Lii\N. Sn. pl. 1248. Chi. han. 410. Koch Syn. 1. 387. Schk. Uandb.
lll. T.254. Fl. dan. t. 503. Engl. bot. t. 424.
Erigeion. COMPOSITAE. 279
Auf Wiesen uml Triltcn, auf liuinoseiii li-hinigciii und sandigem Bo-
den, allgemein verl»reilet. März bis November. — April bis Winter.
Itlätlcr in wiirzekt^.iuligeii Uoselten , Listvelleii einige lilätter .im scli^if'tai tigcn Sfcngol.
Ilnllhhiller sein slui»))!', meisl 1-3. Sclieilic gell.. — Änileit. «Icwol.l selten, mit slralil-
losen Blütcnl.uplen al..
öle onomisch es. In Gürten verpflanzt rothe und fjcf'illlle Spiel-
urtoi bildend.
'S. ERIGERO^. JHjVMA^WN^KUJLUV.
I.INN. Gen. n. 9')!.
HülUilällcr geschhidelt. Strahlblüten weibliclia inehrrcihig,
«MilM'cder sämiutlich zuiigciiföi-uiifi; oder die iniicni fadenförmig';
Sclicihenblüteii zwitlerig. Kelcirsauin haarig. G. Syst. XIX. 2.
Einjährige (A.I.), 2-jäbrige (A.2.), oder melirjälirige Kräuter. Blät-
ter wecliselst!>ndig. Köpfe einzeln, doldentraubig oder ris])ig. Slraltl
Ter schieden farbig.
1. E. canadensis. Canadisches Altmannsleraut.
Bläüer iineal-laiizettföiniig, beiderseits verschmälert, kurzhaarig, bor-
stig-gevvinipert, unterste in der Mitte entfernt scharf sägezähnig; Sten-
gel langrispig.
LiKN. Sp. pl.951. Chi. hau. 410. Kocii Svn. I. 388. Hoffm. Fl. germ.
ed. 1. t. 11. Fl. dan. t. 1274. Engl. bot. t. 2019.
An Flussufern, Wegen, W^aldrändern , auf Triften und in Steinbrü-
chen, auf sandigem Boden, häuiig trH|)p- oder heerdenweise eingebür-
gert. Juni bis September — Juli bis October.
Stengel l'/j — 3' lioeli, sleii anfreclit, cinfacli, dirlit liebL-ilteit. Uispe zaIilreicLköpfig,
Kö])fe klein, Slral.lMülen winzig, gell.Iielnveiss.
Ä. E. acris. Scharfes Altmannslcraut* Blätter lineal
lanzettförmig, rauhhaarig, borstig -gcwimpert; Stengel traubig; innere
Strahlblumen fadenförmig.
Li.\N. Sp. 1)1.1211. Chi. han. 410. Koch Sjn. I. 388. Schk. Handb.
111. T. 241. Engl. bot. t. 1158. Hayne Arzneigew. 111. T. 30.
Atif Triften, in Heiden, auf Mauern und an W^gen, auf sonnigen»
sandigem Boden. Juni und oft im Herbst abermals. — August, October.
L'm die Hälfte niedriger. Stengel anfreclit oder ansteigend, meist l>ranurotli. Blätter
kurz gesjiitzt, ganzrandig, selten eins oder d.is andere der untersten mit l — - schwachen
Sägezähnen. Köpfe 3-f.ich grösser, Str.ild lila. — Ändert all mit » olligen Blältcrn ;
schmälern und 3 -fach hreitern Blättern, Ton denen die untersten hreit spateiförmig; mit Jän-
gerin und knrzerm Strahl; mit weissliohcra und mit hraunrothem Rclchsaum. — K. droc -
hachicnsc Tl. dan t. 874. KocH das. kann ich nur als Spielart auschen.
GM irERBZ.ICHJES.
ÖTeononilSChes. Beide Arten werden des scharfen, besonders
von ^i. 2. pl'efl'erartitjen, (jlesclimnclcs wefjen vom f'ieh nicht (je fressen.
». i^OIilDAGO. GOJLnnfTVMJE.
LlVlS. Gen. n. 95.1.
liiillhlättcr geschindelt. Der Scheibe gleichfarbige Strahl-
l>liilen weiblich, zung'enförniig, einreihig. Scheibenblüten zuit-
terig, röhrig. Früchle walzenförmig. Kelchsaum haarig. Ge-
schl. Syst. XIX. 2.
Mehrjährige Kräuter. Blätter vvechselständig, ganz. Köpfe in Trau-
l)en oder Trngdolden mit oft einseitwcndigen , gc^krümmten Blütenästen.
Kronen goldgelb.
!• S. Virga aurea. Gemeine Goldruthe. Blätter ei-
280 COMPOSITAE. inuln.
rund -laiizctlfönnig in einen gcllügelteu Stii-l veiscbuiälert; Stengel trau-
hig oder trauhig- rispig.
LiNN. Sp. pl. 1235. Chi. hau. 412. Rocu Sjn. I. 389. Sturm Deutschi.
Fl. II. y. Fl. dan. t. GG-S. Engl. hot. t. 301. IIayne Arzneigew. VIII.
T. 12.
In lichten V^'äldern, Ilainen, in Heiden und auf Waldwicsen bis zu
den Gebirgshöhen, auf trockenem niagerm Boden, häufig. Juli bis Sep-
tember. — September, Octobcr.
Stengel 2' liocli. Blalter sägezaliiilg, scliarflieli behaart, unterste meist elliptisch, obere
in Kcciiblätter üb.rgehcnil. Traiibcu aiilrecht. — Äntlerl auf den Gebirgen 8 — 10" hoch,
mit ganzrandigen , fast l.alilen Blallern und etwas grössern Köpfen ab (S. alpestris WALDST.
et Kit. PI. rar. Hung. III. t. 208.); ferner mit schmalem und ganzrandigen Blattern.
ÖTeonomiSCheS» ff^ird vom f'icke des bitlern Geschmacks ive-
fjen nicht gefressen.
b. INVLEAE. AZAJVTGEU^ÄCHSX:.
Staubbeutel geschwänzt.
LlNN. Gen. n. 956.
Hüllblätter geschindelt. Der Scheibe gleichfarbige Skahl-
blüten weiblich^ zungenförmig; Scheibenblütcu zwilleiig, röh-
rig. Kelehsaum haarig. Geschl. Syst. XIX. 2.
Meistens mehrjährige Kräuter mit aufrechtem, einfachem oder ästigem
Stengel. Blätter wechselständig, ganz. Röpfe meistens doldentraubig
oder einzeln. Kronen gelb.
;^ Früchte kahl.
I, I. Heleillllin. Ächter ^iant, Blätter gezähnt, untcr-
seits filzig, wurzelständige gestielt, cllipliseh - Länglich , stengelständige
eirund, spitz, umfassend; innere Hüllblätter lanzett-spatelförmig; Köpfe
einzeln.
LiNN. Sp. pl. 1236. Chi. hau. 407. Koch Syn. 1.393. Fl. dan. t. 728.
Engl. bot. t. 1546. Uayne Arzneigew. VI. T. 45.
Auf V^'^lesen, an Zäunen und in Grasgärten in der ISähe von Dörfern,
auf humoseni feuchtem Boden, hier und da verwildert und an frühem
Standörtern sich wieder verlierend.
^Vnrzel dick, ästig, gewürzhaft- bitter schmeckend. Stengel 3 — ^' hoch, dick, steif,
nlättcr gross mit meistens stumpfen kerbähnlichen Zähnen, runzlicb, obersells kurzhaarig, etwas
scharf. Köpfe einzclo, gipfclständig, von ansehnlicher Grösse, hellgelb. Früchte 4 -kantig,
v^odnrch diese Art, so wie durch das Gesammtansehen, lon den übrigen Arten abweicht.
*Ä. I« geriliailica. deutscher JLlant, Blätter gleich-
breit-länglich, luirzspitzig, ganzraudig mit einzelnen schwach vortreten-
den Zähnchen, stengelständige mit herzförmiger Basis aufsitzend; Sten-
gel dicht doldentraubig.
LiNN. Sp. pl. 1239. Chi. hau. 408. Koch Svn. 1.392. Jaco.FI. austr.
II. t. 134.
Auf Triften, Busch- und Ackerrändern im südöstlichen Gebietstheile,
auf sonnigem trockenem Boden, die IVordgrcnze der Gesammtverbreitung
am Ilarze erreichend, selten (Pr. Halle: Gcrsdorfer Feldmark, Böglitz ;
Westerhausen, Steinholz bei Quedlinburg, Auleben — : Schw. Badra,
Sondershausen). Juli, August. — September, Octobcr.
Wurzelstock kriechend. Stengel aufrecht, einfach. Blätter aderig, unlcrscits wollig-
feinhaarig. Köpfe rundlich -walzig, Hüllblätter anliegend, nur an der Spitze etwas abge-
bogen. Strahlblütcn nur wenig länger als die Seheibenblüten.
Pulicaria. COÜIPOSITAE. 281
3* I« ^aliciiia. Jf^eiüenhlättriger Alant. Blätter
lanzettförmig, scliurf doppelt -gezühiielt, luiderseits lialii und glänzend,
stengelständige lierzförniig umfassend; Stengel doUlentiaubig- aimköpfig.
LiNN. Sp. pl. 1238. Chi. ban. 407. Roca Syn. I. 393. Fl. dan. t. 78(5.
Zwischen Gehüsch, in Ilainen und an Hecken, auf troclienem lialk-
haitigeni sowohl als auf feuchtem Boden , ziemlich häufig, gegen IN'orden
abnehmend. Juli, August. — September, October.
Stengel f — 2' liocli, einfach, schlank. Itlälter oft bogig abwärts gekrümmt, aderig.
Kupfc 2 — 3, auch einzeln auf abstellenden langen Stielen. Uüllblätler wimperig, innere
an der Spitze etwas umgebogen. Stralilblüten weit über die Scheibe vortretend. — Ändert
ab mit slrahlloson Köpfen.
4. I. Iiirta. Kur «haariger JLlant, Blätter länglich oder
lanzettförmig, entfernt gezähnelt oder ganzrandig, nebst dem Stengel
abstehend haarig; Stengel 1-liöpfig.
Li.\N. Sp. pl.l239. Chi. han.408. Koch Syn. 1.393. Jaco. Fl. austr.
IV. t. ;358.
In Hainen und zwischen Gelȟsch, auf trockenem steinigem Boden, im
südlichen Gebietstheile, die Nordgrenze der Gesanimtverbrcitung am Harze
(Uosstrappe, Steigerthal) und bei llolzminden erreichend, ziemlich häufig.
Stengel aufiecht oder ansteigend, 1' hoch. Blatter oft bis in die elliptische lind ei-
lunde Form an Breite zunehmend, meist untcrseits leicht glänzend. Uiillblätter liueal-lan-
xellfüruiig, rauhhaarig, länger als die Scheibe, doppelt kürzer als der Strahl.
Früchte rauh- oder weichhaarig.
5. I. britaniiiea. Wa«ser- Alant. Blätter nebst Stengel
langhaarig- wollig, entfernt gezähnelt, untere elliptisch in den Blattstiel
verschmälert, übrige lanzettförmig mit herzförmig- umfassender Basis;
Stengel doldentranbig - armköpfig
Ll^N. Sp. pl. 1237. Chi. bau. 407. Kocu Svu. I. 394. Schk. Handb.
III. T.247. Fl. dan. t. 413.
An Flussufern, Bächen, Gräben, auf ül>erschvremmt gewesenen Plätzen,
auf feuchtem lehmigem und sandigem Boden, häufig.
Stengel 1 — 1 V2' hoch, aufrecht, spinnweb wollig, l—.S-köpfig. Hüllblätter lineal-
lanzctlförniig, zugespitzt, so lang oder etwas länger als die Scheibe, doppelt kürzer als der
Strahl. — Ändert, wiewohl selten, ohne Strahl ab.
GMUJERBX.ICHMS.
Pharmaceutisch-JtKedicinisches. f'on A.l. die fl'urzel
(KviSZE fVaarenk. T.XXt III. F.S.) officinell (Badix Inulae, Enulae,
Helenii). Vorwaltende Be s tandth, Aluntkamphov und Imdin. An-
xvenduny in Pulver oder Latwetf/en, auch im Auf'ijuss tind Abfiochunt/,
als zertheilendes , schweiss- und harntreibendes , magenslärkendes Mittel.
Präparate sind Tinctura und Lnguentum Enulae. Auch bereitet man
überzuckerten Alant und Alantwein.
Ökonomisches» Art. 2—i. als Zierpflanzen zu empfehlen.
10. PUIiieARIA. WXiÖMKKMAUV,
Gairtn. Frnct. II. 461. t. 17-3. f. 7.
Kelchsaum doppelt; innerer langhaarig, äusserer ein kurzes
kleingekerbtes oder zersclililztesKrönchen. Übrigens wie Inula.
Geschl. Syst. XIX. 2. *
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige (A. 2.) Kräuter. Blätter wechselstän-
dig, ganz. Köpfe einzeln, Kronen gelb.
1. P. vulgaris. Gemeines WlÖhTeraut. Blätter läng-
lich-lanzettförmig wellig, mit rundlicher Basis schwach umfassend ; Strahl
die Scheibe nicht überragend, äusserer Kelchsaura zerschlitzt.
282 COJÜPOSITAE. Cunyza.
Gaert.n. Fniet. II. 401. l. IT-i. 1'. 7. Chi. Iiaii. 1U8. Ivocii Syii. I. 3ü"}.
Iiuila PulK-aii.i LiNN. S|>. |.l. 1238. Fl. .lau. t. 613. liiigl. h..l. t. 119(5.
Auf Triftcu, au Laclicu iu Dorfciii, au Tfieli- und Gralfcuranderu,
aul" reuchtcui otler sclilauiuiigcm besoudcrs üiHMScInvemmt geweseucui
Lcliin- und Saudl>odt'n, häufig.
>„ii trul.em Ansehen nn.l «i.lrlgem Geruch. Stengel <) — li" hoch, al.stehend - asllg,
schwach »ollig liis ins Kahle. Knple Klein , lasl liiigelig. Kionen nnreingclh oder lölhlicLgelh.
«. P. flyseiiterica. nuhr.FlöhJcraut. Blattei laug
lull, Miit lircitiTiT tief licizföiuiigcr IJasis uinfassciid ; Strahl die Scheihe
weit ü he nagend, äusserer Helchsauiu hronförmig , lilein gelierht.
Gaertn. Frnct. II. 4G:2. Chi. han. 409. Rocii Svu. I. .395. Inula
djsenterita LiNN.Sp. |.l. 1238. Schk. llandh. H?. T. 247. Fl. dan. t.410.
Fngl. hot. t. 1115.
Au Grähen, Siuu|)fen und Flussuferii, auch in Dörfern, auf nassem
huniushaltigem ISodeu, häufig. Juli, August. — Septeinher.
Stengel 1'/.^ — 2' hoch, anfrccht, nach ohcn weiss» ollig - f.Uig. lÜatlcr nnregelmässig
sagciahnig, unlerscits graiifilzig. Köpfe ühcr iloi-pclt so gross als an A. 1. Kronen hcllgclh.
ÖTCOttOtniSCheS» ff 'erden ijrün vom fielt nicht f/c/'rcssen , A.S.
jedoch im trocltcncn Zustande.
LtNN. Gen. n. !).jO.
llüllhläder gesehiiulell. Säuimlliclie Klüleii löluig, jaiul-
sliiiuliffe AveJhlicli^ 3-zälinig; sclieihensläiidigj' zwillerig, ö-ziih-
nig. Holchsauiu haarig. Gcschl. Sysl. XIX. 2.
Meistens mehr- oder 2-j:ihrige (A. 1.) Kräuter mit aufrechtem ästigem
Stengel. IJläKer ^^eellseJsiäudig, ganz. Köpfe iu Doldeutrauhen.
1. C jsqiiarrosa. Gemeine üürrivura, Blätter elli})-
tiseh oder elli|itiseh - lanzellförmig, untere in einen Stiel verschmälert;
Köpfe in gedrängten Doldentrauheu.
Link. Sp. pl. 1205. Chi. han. 406. Fl. dan. t. 622. Engl. hot. 1. 1195.
Inula Conyza De Ca!\d. Prodr. Y. 464. Koch Syn. I. 391.
Auf Waldplätzen, au Hainen und Waldrändern , auf steinigem troclie-
nem Boden, häufig. Juli Iiis Septemher. — Septeinher, Octoher.
Stengel 2 — 3' hoch, steif, ästig. Blätter seicht sägeziihnig, nnlerseits schwach filz-ig.
Köpfe an <len Spitzen der rispigen Xste auf knrzcn Stielen zusammengehäuft. Uiillhlallcr
vielzKhlig, locher, gegen ilie Spitze hin uolet, Kronen unrein weissgclh.
I GM IVMR BIjICHES,
Ökonomisches» W<?.« stnrhen fast bctänhenden Cciurhs vieijen
hier und da zur fertreibuni/ der Flotten und Erd/löhc im Gebrauch,
ff'ird vom f'ieh nicht tjef'resscn.
3. Gruppe. SENECIONIDEAE. KRJEUXKRAUT.
GMnÄCH&M.
Scheul^el des GrilVels der Zwitlerltliiten lineal, ölten mit einem Kreise
abstehender Ilaare umgehen, üher diesem abgestutzt oder in einen bald
kurzen, liegelförmigen, bald langen, schmalen, schärfliclien Fortsatz aus-
" GalinSOga parviflora CaV. Ic. III. 41. t.281., in Peru zu IIa„se mul .Inrch
Zufall in einigen Gegenden des Gehiets (z.B. hei Uanno.er) ins Freie nhcrgegangcn , ist
nur als verirrte , der Flor nicht angchnrigc, Pllanze zu hctraehten.
a. HELIANTHEAE. SO]%]VMlVBI.VMK\'GMWÄCnSM.
Staubbeutel ungeschwänzt. Kelcbsauin spreublättrig.
Bidens. COMPOSITAE. 283
1«. B1U£IVIS. ^JTMEXJLMN,
LlNN. Gen. 11. !)3'J.
Iliillljlältcr 2-reilug, äussere aljslehentl, Blüleii säniinllicli
zwillerig und rührig, oder sliahlbij(leiulezuiigeiiföi-mig und ge-
schlechtslos. Kclchsauui aus 2 — o mit Widerhaken versehenen
Grannen. Gesehl. Syst. XIX. 1.
Meistens 1- jährige Krauter. Äste und Blätter gegenständig, oberste
liisweilen wecliselsländig, ganz, getheilt oder gesclinitteu. Köpfe end-
stäudig, einzeln oder doldentrauliig.
1. B. tripartita. ItreUheiliger Xweizahn. lilätier
3-tlieilig mit lanzettförmigen Abschnitten; Köpfe aufrecht, Früchte um-
gekehrteiförmig.
LiNN. Sp. pl. 1165. Chl.han.405. Koch Sjn. I. 396. Engl. bot. 1. 1113.
An Teichen, Gräben und in Siinipfen, auf nassem sowohl lehmigem
als stark saudigem Boden, häufig. August, September. — October,
IVovcm]»cr.
Aon y" bis IV2' hoch, faslkahl, diinhelgrün oder röthlUh angelaufen. IJlaftabschniKe
lanzclll'ormig, eingcsehnitlen - gesägt. Kronen unrein - dunkelgelh. Köpfe meistens ohne
Strahl, selten mit Strahlhliilen. — Ändert ah mit nur fiederspalligen Blattern. Eine zwergige
1 — 3" ),ohc Vorm hommt auch mit nngelheilten Blättern lor und verdient nähere Vntersuehung.
Ä. B. cermia. NicTeender Xtveiaahn. Blätter lanzett-
förmig, an der Basis etwas verwachsen. Fruchtliöpfe uichend, Früchte
umgelu'hrteiförmig - heilig.
LiNN. Sp. pl.ll65. Chi. hau. 405. Roch Svn. 1. 396. Schk. Handb.
III. T. 235. Fl. dau. t. 841. Engl. bot. t. 1114.
Höhe der A. 1. lehhait grün. Strahlhliilen schön gelh. — Kommt elienfalls ohne
Strahl lor, jedoch häufiger mit Strahlhliilen, die in mehrfachen Stufen der Grösse abändern.
Eine sehr grossstiahlige Form ist Coreopsis Bidcns LllNN. Sp. pl. 1281., und eine zwergige,
1—2" hohe, 1-hlüligc Form B. minima ^lN^f. das. 1165. Fl. dan. 1.^12.
GM nMRBI^ICJlMS.
technisches» Beide bitten zum dauerhaft Gelbfinhen anwendbar.
b. ÖNAPH.^LIEAE. HVIKRKRAVTGEtyÄCaSM,
Staubbeutel geschwänzt. Kelchsauin meistens haarig.
13. FIIiAGO. WIZtZMUAUT.
L.INN. Fl. succ. ed. II. 302.
Köpfe 5 -kantig, Hüllblätter geschindelt. Scheihenhlülen
zwilterig, röhrig, 4- zähnig; Slrahlhlüten vveihlich, fadenför-
mig, gezähnelt, in mehrern, zum Theil zwischen den llüll-
und Siireuhlättern des keulenförmigen Fruchlhodens stehenden,
Reihen. Kelehsaum feinhaarig abfallend, den äussern Blüten
fehlend. Gesehl. Syst. XIX. 4?
Einjährige, aufrechte oder ausgebreitet- ästige, vreisswolligc Kräuter.
Blätter wechsciständig, schmal, ganzrandig. Köpfe gehuäuelt, Knäuel
end-, Seiten- und astachselständig.
1. F. germanica. JDeutsches Filxleraut, Stengel ga-
beltheilig-ästig; Knäuel gabel - und endständig; Blätter lineal-lauzett-
lich oder spateiförmig - lanzettlich ; Hüllblätter stachelspitzig.
LiNN. Sp. pl.l311. Chi. hau. 393. Koch Svn. I. 397. Schk. Ilandb.
TU. T.266. Fl. dan. t. 997. Engl. bot. t. 946 (Gnaphalium germauiciim).
Stengel '/.^ — 1' hoch, einfach und oben ästig, oder von der Basis an .islig , nchsl den
Bladern «eissfiUig- oder gelblicbfihig- ,< olllg. Knäuel hiigelig, vielköpfig, haselnnssgross,
geaen die Enden der Hüllen anlTallend kahl, gelblich oder rolhlich und glänzend.
284 COSIPOSITAE. Gnaphaliuiu.
S. F* nioiitaiia. Berg-JPliaJcraut» Steiig;ci lispig; Knäuel
seitfii- iiiul i-ii«lstainlig; BläKcr l:ui/.L-ttlicl> ; Ilülllilätter stuuipflicli, tliclit-
■wollig.
LiNN. Sp. pl. 1311. AYahlknb. Fl. suec. II. 539. Chi. Lau. 393. F.
aivnisis Kocu Sjn. I. 398. Stürm Di:utscbl. Fl. 11.38 (Giiaphalimn ar-
vciis.). Fl. (lau. 1. 1275 (F. aivensis).
Auf Ächerii uinl Triften in Berg- und Uügelgegenden, gegen die Klie-
nen almcliniend, auf tioclienem niagciiu Buden, Läuüg. Juli bis Sep-
tember.
Grüssc lind Astbildiing der A. 1. , weisser iintl feinuolligcr als diese. Knäuel weni-
ger liugcKormig, weniger dicblküpfig und etwa halb so gross. — Die >on EURIIART in
seinen IIerl>. exsiec. l>ec. IX. unter INr. 90. gegebenen Exemplare sammelte derselbe uii
LlNNE's Zeit bei l psala unter den. !>aincu F. niontana E.
3. F. arveiisis. Weld-WilzTeraut, Stengel gabcltheilig-
ästig; Knäuel gabel-, seilen- und endstantlig, wenigkö|>llg, Blattei- laii-
zetllicb-lineal, niebt länger als diese; Ilülllilätter spitzlicb, unbewebrt.
LiNN. Sp. pl. 1312. Wahlenb. Fl. suec. II. 539. Cbl. ban. 393. Sturm
Deutscbl. Fl. 11.38 (Gnapbalium montanum). Fl. dan. t. 1276 (F. nion-
tana). Filago minima Fries IVov. ed. II. 268. Koch Syn. I. 398. Gna-
pbalium minimum Sm. Fl. brit. 873. Engl. bot. t. 1157.
Auf Triften, Ackern und Heiden, auf magerm sandigem trockenem
sowobl als feucbtem Boden, sebr häiiiig und in den Ebenen zunebinend
Juli, August. — September, October.
Gestalt und Astbildung der A. 1., aber doppelt fcinstengcligcr »md soLlaiiker , weniger
und dünner filzig als die Art. 1. u. 2. Blatter aufreebt oder anliegend. Kupfe kleiner,
gegen die Spitze schmäler, meist, zu 1 — 3, selten bis zu 'i in einem Knliucl. — Die
von EhRHART in seinen Uerb. cxsicc. Dec. X. unter ISr. 100. gegebenen Exemplare sind
bei Hannover gesammelt und stimmen mit den Exemplaren seines Herbariums überein, die
von ihm zu LilIVlNE's Zeit in Lpsala eingelegt wurden, es mögen diese nun in der IVähc
von Upsala, oder ferner davon oder aus dem dortigen bot. Gart, eingelegt worden seyn.
'4. F. g^allica. französisches JPUzTeraut* Steng«;l ga-
beithiilig- ästig; Knäuel gabel-, seilen- und endständig, ^veuigl.öplig;
Blätter lineal-pfriemenfürinig, doppelt so lang als jene; Hüllblätter spitz-
lieb, unbewebrt.
LiNN. Sp. pl. 1312. Koch Syn. I. 398. Sturm Deutscbl. Fl. U. 38.
Engl. bot. t. 2:369.
Auf Äckern und Triften, auf trockenem mergeligem Boden, sebr sei-
len {Pr. Ualle: Lettin und Cröllwitz Wallroth; Pr. fV. I>ienbergc, Al-
tenberge; Hl. zwiscben Poppenbüttel und Wollingsbüttel IIIJbeiser). Juli,
August. — September.
Von den zunächst verwandten, im Gesammtansehen Uhnlielien ^orhergcbenden Arten leicht
durch die 2 — 3 .Mal so langen Blätter und durch stärker -zugespitzte Kopfe zu unterscheiden.
ÖTe anomisches. Das rieh fVissl sämmtUehe .4rten nicht. Eben
so wenitj liefern sie den Bienen JSnnrunfj.
14. CS^APHAIilUIfl. nUMMKUJLUV,
LlNN. Gen. n. 94().
Köj)fe_Lal])kugelig oder vvalzig, IlüUltläHer goscliindell, tro-
ckenliäjilig, oliiic zwiselienstehende IJlüten. Scheihciihlüleii
zwilterig, röhrig, O-ziilinig; ^Strahllilülen weil)licli, l"a<lenför-
luig, gczäliuelt. Ilaare ties Kelchsaums fadenförmig. Fruchl-
hoden llach, kahl. Gesehl. Syst. XIX. 2.
Eiiijäbrigc (Art. 2. 3.), melirjährige (Art. 1. 4.) Krauler (oder Stränebe),
meistens filzig -wollig. Blätter wechselständig, ganzraudig. Köpfe gc-
Qiiaphaliuni.
eOJHPOSlTAE. 285
knäuclt, enclstän.lig, dolclentiaul.ig oder älnig. Ilüllhlätter -sveiss, gelb,
selten roseiiroth. „ , , ^ ,:,. ■ •
1. O. sylvatlcmii. Wald-XtuhrTcrauf. Stengel cm-
facl»; Blätter schmal lanzettförmig, obere an Lange abnebmena , Inieal,
uuterseits weissfilzig, oberseits znletzt kahl weidend; Kopie in einer
verlängerten Ähre. ^ -, >^ „ w, ,.
LiNN. Sp. 1.1.1200. Chi. ban. 395. Koch Syn. I. 399. Schk. Handb.
III. t. 243. Fl. dan. t. 1229. G. reetum Sm. Fl. brit. II. 870. Engl. bot.
t. 124. , ,. , c ,
In \^'äldein. Ilainen nnd Heiden, auf troclienem sandigem und Sand-
boden, häufig. Mai bis Juli. — August.
Stengel 1 — 2' hocli, steil aiifrechf, weissfilzig. Blätter In der Breite Tariirend. Blu-
tenäLre bis unter die Hälfte des Stengels reieliend , aus 1 — 3 Köpfen auf l.lattwlnkelstan-
digen, kurzen, etivas von einander entfernten Stielen, die bei üppigerer Ausbildung zu niebr-
blütigen Ästen aus»achsen, zusammengesetzt. Köpfe walzenförmig. Hiillblütfer nnlen grün,
gelbbraun und glänzend gesäumt, mit dunlielbrauncm , in böliercr Lage braunsebwarzera Streif
unter der .«pitze. — G. norwegieum GUNN. (G. syK. v. eonfertum Cbl. Lan. das. G.
sjlvalieum Engl. bot. t. 913.) ist nur eine alpine Form von G. syl.aticum mit zusammenge-
zogener, längliger fnflorcsccnz und dunkler gefärbten Hüllblättern. Stiebe von Inseetcn
(Schaumevcaden), « elebe die Entwirkelung der Blülenäbrc behindern, bringen nitbt selten
dieselbe Form hervor.
9, C:. iiligiiiot«iini. Schi amm^Xtuhr Ter auf. Stengel
von unten auf veitsebwellig - ästig; «lätter spatelformig- lineal , beider-
seits graufilzig; Köpfe in blattwinhelständigen Endl.näueln.
LiNN. Sp. pl. im). Chi. haii. 393. Koch Syn. I. 400. Fl. dan. t. 859.
Engl. bot. t. 1194.
b. nuduni. nas Jcahlblättrige. Kleiner, scbmalblättnger, Blatter
beiderseits l.ahl und grün.
Cid. hau. das. G. nudum IloFFM. Fl. gcrm. II. 138. Beichenb. Tc.
f. 999.
Auf überschwemmt gewesenen Plätzen, an Lachen, Deich- und Fluss-
ufern, auf feuchtem schlammig -sandigem Boden, sehr häufig; die Spiel-
art selten. Juli bis September.
Stengel 6 — 8" hoeb, weiss« ollig. Äste scLlalF. Blätter gegen die Basis stark ver-
schmälert. Knäuel 2 — 6-k„pfig. Hüllblätter gelbbraun.
3. CJ. luteo.albnm. Blassgelhes MohrTeraut, Sten-
gel einfach oder an der Spitze ästig -doldentraubig; Blätter lineal -lan-
zettförmig, untere spatel -lanzettförmig, wollig -filzig; Köpfe in unbe-
blätterten Knäueln.
LiNN. Sp. pl. 119C. Chi. hau. 394. Koch Syn. I. 400. Stirm Deutsclil.
Fl. H.38. Fl. dan. 1. 1763. Engl. bot. 1. 1002.
An Teich- und Flussufern, an Bainen und AVegen, auf nassem oder
feuchtem sandigem Boden, stellenweise. Juli bis September. — Septem-
ber, October.
Stengel 1' hoch, wcisswoUig. Blätter oberseits mit dünnenn Überzüge und grünlich.
Knäuel kirschengross, blass strohgelb und glänzend, Hüllblätter gleichfarbig nnd etwas
durchscheinend.
4. Ci. areiiariiiiu. I&and-Huhrleraut» Stengel einfach
oder an der Spitze ästig -doldentraubig; Blätter lineal, stumpHich, untere
Spatel -lanzettförmig, filzig; Köpfe in zusammengesetzten Doldentrauben.
LiNN. Sp. pl. 1195. Chi. hau. 394. Stürm Deutschi. Fl. II. 38. Fl.
dan. t. 641. Hayne Arzneigew. A'. T. 5. IlelichiYSum arenarium Koch
Syn. I. 401.
Auf \A'eiden, in Heiden, an Waldrandern und in AA'aldungen der
Ebenen und Uügelgegenden, auf trocb-enem Sandboden, stellenweise.
Juli bis October. — September, October.
286 COmPOSITAE. ilntennaria.
Sfengcl 1' iiodi, oft in Mcliiialil rasciiaitig »cioi.iigt, ausl.-lgci.d. Uülll.ialfcr mIkiii
citroiiciigi'lli, Kronen oi-.ingcfarbcn. — Änilcil ali mit spitzen StcngclIiLiKcrn inul seilen
mit nrangcf'arlicneii Uiillblütlern.
ÖTCOnoniiSches, .itt.S. u. 4. wvrdcu zu IiinnnrtcUcuhränzen f/v
butiden zum tcrhauf auf den Marld fjtbraclif.
GaerTIN. l-met. II. 410. t. 107. Ileform. U. ItK.
Hülll»^l;iHer gescjuiidelf:, trockenhäiitig. IJliilcii z^\ eiliiiiisig,
rölirig, ö-zali!iig: Kelclisnuin tier fruchfl»aren ^vcihliclicii IJlüten
aus fadciiCönuigcn Haaren, tler iii)friiclitl)areji Z^villcfldülon aus
kculenförmifi-eu Haaren. Fruchlhoden fi;cvvöll>(. Gcschl. Sysl.
XIX.. 2. ^ ^
Wie Giinplinliiiiii.
I. A. dioica. Gemeines Katzenpfötchen, Stengtl
einl'acli , hricclicndc Aii.släiil'cr Iii-ümmuI ; >'\ iirzelhlättcr sjiateHonnig ;
Kü|>fc in Doldi-ntiaiilxii.
Gaertn. Fiuct. II. 410. t. 167. f. 2. CM. I.an. 39-2. Gnapl.alimii «lioi-
cum Link. Sp. pl. 1199. Koch Syii. I. 40(). Stirm Dciitstlil. Fl. 11.38.
Fl. (lan. t. 1228. Engl. Iiot. t. 267. IIaynk Arzneigew. V. T. 6.
Auf Triften, Waldplälzen und Heiden, auf sonnigem niageim und
sandigem IJoden, tiup]nveise oder in lileinen Heerdeii liiiufig. I>iai bis
August. — August, September.
Stengel 4 — 8" liocli. Ausläufer Blütlerrosetien trriLeud. Itlätler untcrscils weisswotlig,
<Uc Jes Stengels lineal, anliegend. liiipfc gcilrängt. Hüllblätter weiss, rosa, seltener
Ixarminrotb.
c. A^fTHEMIDEAi:. CU A miI,I.MN GMlVÄCHSi:.
Staub]»eutel ungeseliwänzt. Kelelisauin nicht vortretend oder ein kur-
zes Kränzchen bildend.
16. ARTEIfllSIA. BJEMWUSS.
I.IIVN. Gen. n. 945.
Köpfe kugelig oder eiföruiig, Ilüllblälier sescliindcll. Schci-
henhliilen zwiUerig, i-öhrig, 5-zälinig; SlralilbliUen fadenförmig,
etwas gezähnelt; oder alle zwillerig. Kelcksaum nicht vortre-
tend. Gesehl. Syst. XIX. 2.
Ein- oder mehrjährige Kräuter (Art. 1 — 7.) (seltener Sträuche). Blät-
ter wechselständig, verschiedenartig fiederlappig, selten ganz. Köpfe in
llispcn oder Trauben, Islein und bei den mehrsten Arten um die Hälfte
grösser abändernd. Kronen gelblich, röthlieh oder bräunlieh.
• Frnchtboilen baarig.
1. A. AbHintliiiiiti. Bitlerer Beifuss, Stengel auf-
recht, oben rispig; Wurzelblätter 3-fach, Stengelbläller 2- fach - ficder-
spallig mit lint^il - längliehen , stumpfen, seidenaitig-grauen Zipfeln, blü-
tenständige ganz; Köpfe fast kugelig, nickend.
LiNN. Sp. pl. 1188. Chi. han. 396. Kocu Syn. I. 401. Fl. dan. 1. 1654.
Engl. bot. t. 1230. IIaynk Arzueigew. II. T.ll.
An Mauern, Ruinen, Aekcrrändern, Wegen und Zäunen, auf dürrem
liesonders kalkhaltigem Boden, häutig eingebürgert. Juli, August. —
Septeniher, October.
Ausgezeielinet bitter und von widerlieb -aromatisebem Gerncb. Stengel 2 — 4' boch , bii-
scbig. Blätter nngeöbrt, blülcnständigc lanzcttlieb. Äussere Hüllblätter länglicli, inuerc
unigckcbrteirund n:it breitem, troekcnbUiitigem Saum. Kronen bellgelb.
Arteiiiisla. COIÜPOSITAE. 287
!9. A. riiiie$4tris. felsen-Beifuss» Stengel ansteigcixl,
cnii'.icli oder m eilig -iistig , olien sclmialrispig ; Sleiigelltlälter (lo]>pelt-,
Miilenständige haiiunartig-fietlerspaUig mit sehinal laiizettiicli-liiiealeii,
iiiil)eljaai'teii Zipfeln; Röpl'e Kugelig, niel.encl, Iliillbl:iller iingleielif'ör-
mig, äussere ahstebend.
LiNN. Sp. pl. 1486. Chi. han. 897. Koch Syn. I. 40:2. Wallr. Selied.
t.ö. Svensli hot. t. 317. Reichenb. PI. ciit. tV. f. 573 (A. viiidifolia).
Aul" Triften, anf niagerni lialK- oder salzhaltigem Itoden, sehr selten
(/In. Klein -Gussitorn unweit Dannenherg im Lnnehurgschen ; Pr. Stass-
fiirth, Borhsleben nnweit Artern, als sudliehstcs Yorliommen in Deutsch-
land). August, SepteniLer. — October.
In Hörsloii. Unfrnflill>arc Zweige liogciul. Blülientlc SCengcl -'^ — 1' liorli , nach
ohcii mit »eiligen kurzen Asten verseilen, alisteliend kiirzliaarig. ßliifter iiellgriin, mit '/g — '/<,'"
breiten, aicklielien , in eine breite Spitze zulaufenden Zipfeln, n urzolslänJigc fast .3 - facli-
fieilerspaltig. Köpfe um ilie Hälfte grösser als an A. 1., äussere Hiilllilätter kelcli.irtig ali-
steliend, lineal, mit einem oder dem andern seitlichen Zipfel, innere llinglirli, trnekenliautig
eingefasst nnd geniinpcrt. Kronen unrein gclli. Fruclitboden halbkugelig.
•■ Frucbtboden kabl.
'3> A. laciiiiata* Weintheiliger Beifuss. Stengel an-
steigend, einfach, in eine ührenförmige Traube endigend; Blätter 2-iach-
fiederspaltig mit linealen, ganzen oder eingeschnittenen, zartliaarigcn Zi-
pfeln, bliitenständige ganz, lineal - lanzettlich ; Köpfe laigelig, nickend,
llüllblätter gleii hformig, anliegend.
WiLLD. Sp. pl. III. 1843. Koch Syn. T. 403. A. Mertensiana Wallr.
Schcd. 4fi6. t. IV.
Auf Triften, auf salzhaltigem Boden, sehr selten {Pr. Stassfurth,
Borlislelien unMcit Artern. Juli, August. — Angust, September. — October.
Im Gesaniintanscbeu der lorigen Art zunächst stehend. Stengel in 3lchrzahl auf einer
Wurzel, .'} — 8" hoch, ohne alle Äste, dünn, zarthaarig. Bl.itter ungcohrt, spiiteihiu kahl,
gesättigt grün, untere Stengelbkitter mit den Wiirzelblättern iibereinkouimend , mittlere ein-
fach-fieilerschnittig mit lineal -lanzettlichen Zipfeln, in die nngetheilten, kürzern, lanzett-
lichen der Traube übergehend. Kopie halb so gross als an A. 2. nnd kürzer gestielt. Hüll-
blätter sämmtlich o^al mit trockonliäutigoiii , zerschlitztem Saume. Friichtbodcn kegelförmig.
4:« A. Canipei^tl'i!«* Welfl-BeifuSS, Stengel ansteigend,
lispig; Blätter 2 — 3- fach -fiedertheilig mit schmal linealen, feinspitzigen,
kahlen oder schwach seidenhaarigen Zipfeln, obere einfach fiedertheilig,
blütenständige ganz; Köpfe rundlich -eiförmig, späterhin abwärts ge-
richtet.
LiivN. Sp. pl.ll8r,. Chi. han. 397. Koch Syn. I. 405. Scuk. Ilandb.
III. T. 240. Fl. dan. t.ll75. Engl. bot. t. 338. Hayne Arzneigew. II. T. 9.
Auf Triften, Heiden, an Acherrändern, Wegen, auf Sandboden der
Ebenen, auch an Berghängen auf steinigem saudigem Boden, häufig.
August, September. — September, October.
Blätterhüschel bildende unfruchtbare Triebe liegend, blühende Stengel I — 1 '/j' hoch,
rüthlich. lilätter ungeuhrt. Rispenäste abstehend , einfach, dicht mit einzelnen Blütenkopfen
besetzt. Köpfe noch kleiner als an A. •'j. , grünlieh. Kioncn braiinroth. — Die seideuhaa-
rige Form bei uns selten.
5. A. poiltlca. Kömischer BelfuSS. Stengel aufrecht,
oben rispig; Blätter 2- fach -fiedertheilig mit schmal linealen, stumpfiichen,
unterseits silbergraufilzigen Zipfeln, bliitenständige ganz; Köpfe kugelig,
nickend, aussen graufilzig.
LiNN. Sp. pl.ll87. Koch Syn. I. 404. Jaco. Fl. anstr. I. t. 99.
Auf Triften, an Wegen und in der Nähe von Wohnungen, anf tro-
ckenem sonnigem Boden, in der südlichen Hälfte des Gebiets hier und
da verwildert. Juli, August. — September.
288 COJHPOSITAE. Ariemisia.
Stengel 1 — l'/o' hocli, steif aul'reclit, aber mit aiilVeclit- alislehendcn Asien iin.l selini.iUi
(oUliliiligei Hispe. Blatter oberscits ans «lern Graufilzigen ins Griingrauc bis ins Kalile ali-
anderutl. Koiile linsengross, Iliillblättcr anliegend , ansscre krautig, länglich- lanzetlfürwig,
innere länger, nnigekeln teirnn«! uiit Irookenliäntigeni Saum.
6. A. iMaritinia. Meerstrand« •Beifuss. Sitngel an-
steigL'iul oder aufrecht; Ulätter 2 — 3- tath-liederllieilig mit schmal liiiea-
Icn, stumpfen, lieidcrseits schneeweisslilzigcn Zipfeln, oherc hliiteu-
ständige ganz; Köpfe länglich, nebst den Z\veigsi>itzpn ahwiirts gekrümmt
LiNN. Sp. pl. 1186. Chi. han. 398. Koch Syn. I. 406. Fl. dan. t. 16.%.
Engl. l>ot. t. 1706.
b. stricta. nie straffstengelige. Weissfilzig; Äste gedrungener,
neJist den Köpfen aufrecht.
Chi. han. das. A. maritima ß. gallica Kocu das. A. gailica WiLLD.
Sp. pl. 111. 1834. Engl. I.ot. 1. 1001.
c. sallna. Hie binnenlandständige. Graufilzig bis ins Kahle;
Köpfe wenigerblütig, deutlicher gestielt, meistens hängend.
A. maritima y. salina Koch das. A. salina Willd. das. Spr. Fl. hal.
cd. T. t. 12.
An den Nord- und Ostseeküsten auf Sandhoden, häufig; c. im Biu-
ncnlande, auf salzhaltigem Roden, besonders in der Nähe von Salinen.
Kräftig riechend. Gesamnitanseben der A. pontica, doch meistens dichter und weisser-
fiUig. Unfruchtbare Triebe liegende Blatterbiisehcl bildend. Blühende Stengel 1 '/.^ — '2'
hoch, sehr ästig. Köpfe dichlfilzig. Hüllblätter länglich - liueal, innere troekenbüutig, äussere
kürzer, kraulig. Abweichend »ou der vorhergehenden nud der nachfolgenden Art alle Blüten
zHitferig.
'S, A. viilg^ari». Genteiner Beifuss, Stengel aufrecht,
rispig; Ulätter fiederspaltig mit lauzettlichen zugespitzten eingeschniltc-
nen, unterseits >veissfilzigcn Zi|>feln, blütenständige ganz; Köpfe eiför-
mig, aufrecht -abstehend oder abwärts gerichtet, fast sitzend, aussen
'^lInn. Sp. pl. 1188. Chi. han. 397. Koch Syn. 1.406. Fl. dan. t. 1176.
Engl. bot. t. 978. Havne Arzneigew. il. T. 12.
Zwischen Gebüsch, an Hecken, Wegen und Acherrainen, auf Lehm-,
Sand- und steinigem Boden, häufig. Juli bis September. — August bis
Octobcr.
Von bitterlichem Geschmack und schwach aromatischem Geruch. Stengel 2 — -5' hoch,
aufrecht, stark, eckig, rothbraun. Wurzelblätter gestielt mit lanzeft-rhombenförmigen , dop-
pelt - eingeschnittenen , gegen die Blattspitzc zusammenlaufenden Zipfeln, stengclständige ge-
übrt. llispenäste aufrecht- abstehend. Köpfe einzeln oder zu 2 — 4 knäuclarfig genähert.
Kronen hrauuroth, lioletrolh, selten weiss.
GM n^JEBBX,ICHMIS,
JPharmaceutisch' Medicinisches, Art. 1. 5. u. 7. of'fici-
nell. füll A.1. liiaiit oder die blüheuden Spitzen (Ilerba v. Summilates
Absinthii). f'orxvnltcnde B es tand th. ätlicri.sclics Öl, fVermuthöl,
bitterer Extractivstoff' u. Gerbestoff', f'on A. 7. auch die ßf'nrzel (Uadix,
Ilcrba V. Summitates Artemisiae). Vorwaltende B e s t andth. ätheri-
sches Öl, scharfes Uarz und Eisen grau (?) fallender Gerbestoff'. A n-
ivenduHtf in Pulverform, Aufguss oder Abkochunff , als reizende und
stärkende Mittel; A.2. auch neuerlich gegen Epilepsie. Präparate sind
jetzt nur noch Oleum aethcreum, Extraclum und Essentia Absinthii.
A.3. ist mehr im Auslande int Gebrauch. Auch die übrigen Arten haben
ähnliche zunächst dem Grade der Stärke nach abweichende fVirkungen.
Der von A.6. gewonnene Extract , zur Hälfte mit dem der Erythraca
linariaefolia versetzt, ist ein in iinscrn Hüstengegenden beliebtes mn-
gcHstarkcndes Mittel.
Taiiacetuiii. COJÜPOSITAE. 289
VechniSCh€S» ^Jrt. 1. u. 7 . eiijncn sich besonders zur Gewinnntii/
des ätherisc/icn Öls und sümmtliche Arten liefern Pottasche.
ÖTeonOtniScheS» A. 1. f/etrocknet Mittel i/erjen Motten H)id an-
deres Unfjezicf'er.
I». TA^ACETIJ]?!. JB^ZilTJP^JliV.
LiNN. Gc... ... 944.
Köpfe halbkugelif?, Hiillbläücr geschindelt. Blüten entweder
alle zwitterig^ röiirig, 5-^zähnig, oder randsfändige AveihlicJ»,
fadenförmig 8-zälinig. Kelchsauni nielil vorhanden oder ein
kronartiger Rand. Geschl. Syst. XIX. 2.
Mehrjährige, .-»iifrechte , ästige Kräuter, lllättcr wechselständig, ilop-
pelt-lieclerspaltig. Kö])le in encl- und hlattwinhelstündigen Doldentrnuhen.
1. T. vulgare. Gemeiner Main/arn, Blätter fieder-
sehnittig, Abschnitte mit tiedersp.iltigen gesägten Zipfeln.
LiNN. Sp. pl.ll48. Chi. hau. 396. Koch Syn. I. 407. Stlrm Deutschi.
Fl. U.20. Fl. dan. t. 871. Engl. bot. t. 12:29. Hayne Arzneigew. II. T. 6.
An Feld- und Ackerrainen, \%^egen und Flussufern, auf sandigem
oder Sandhoden, trupp- oder liecrdenweise häufig. Juli bis Septem-
ber. — August, October.
Stengel steif aiifrecLt, 2 — 4' l.o.l. , staik, eckig. Blätler gross, UM, licllg.ii.. , sun
starkem wi.lerlicli - aromatischem Gei.icl. iin.l l.itteim Gosclim,.fk. I)ol<Ientr.Ti.l..M. Iiieil, llaili.
Köpfe gross . Kronen gell).
GEU^ERBIjECHJES.
PharmaceUtiSCh-MedicinischeS- Kraut, Blüten und Sa-
men officincll (Herba, Flores et Semen Tanaceti). f^or waltende Be-
standth. ätherisches Öl und bitterer Extractivstojf'. Anwendunij in
Substanz, Pulverform, Latwertje und Aufuuss , als reizendes , erhitzen-
des, marjenstärkendes und wurmwidrifjes Mittel. Präparate sind Oleum
acthereum und Fxtractuin Tanaceti.
VechniSCheS» Blätter zum Grün-, Blüten zum Gelbfürben an-
wendbar.
ÖJCOttOntiscIieS» Blüten (jcfjcn Motten und anderes Unrjeziefer
im Gebrauch. Auch hat man sie statt des Hopfens dem Biere zuf/esetzt.
Das Vieh frisst die Pflanze nicht, und auf fViesen und fVeidcn im
nördlichen Gebietstheile ist sie ein schädliches Unkraut , uielches am be-
sten durch den Abstich der JJ'urzel vertiUft wird. In Gärten wird eine
krausblättriije, anrjenehmer riechende Varietät yezoffcn.
IS. rOTUIiA. MUUJDMlJIiJE.
LlNN. Gen. n. 9(j8.
Köpfe halbkugelig:, Hüllblätter geschindelt. Scheibenblüten
zwitterig, röhrig mit 4-kerbigeni Saum; Randblüten weiblich,
1-reihig, gestielt, kronlos mit unten beiderseits vorlretendem
Flügelrande. Kelchsauni nicht vorhanden. Geschl. Syst. XIX. 2.
Einjährige, Meine, ästige Kräuter. lUätter unregelmässig fiedcrtheilig
mit schmalen liappen. Äste an der Spitze blattlos, blütenstielartig, ein-
zelne Köpfe tragend.
1. C coronopifolia. KrähenfussbläUrige Muh.
dillet Blätter liueal, scheidig stengclumfassend, eingeschnitten- säge-
zähnig, 3-spaltig oder fiederspaltig, unbehaart; Stengel ansteigend oder
aufrecht.
LiNN. Sp. pl. 12-57. Chi. han. 398. Koch Syn. I. 407. Schk. Handb.
III. T.254. Stürm Deutschi. Fl. II. 7. Fl. dan. t.341.
Auf Triften, an Gräben, Deichen und Wegen, auf feuchtem beson-
ders im Winter überschwemmt gewesenem und daher salzhaltigem Boden,
290 COJVIPOISITAE. Aohille«.
an (l(Mi Nord- uiul vonlern Ostsrelsüstcn , aucli anf den nahe lielegenen
Inseln, liänfis (Ol. Vaielei- lJns«ti, DangasJ, J^etienltnig, Wegast, Bock-
liiun, gohlene Linie — ; llii. Emden, Friedel)nrg, l>ordernei; Wulsdorf,
(;reslendort', Rienicil.lie , Ilagen, llienieivöi«le — ; l/fc. IXienstedlen,
Kpiundoif, lloistel — ; 7//. LnJgeultiiig, lloelmaclit, Oldenburg). Juli
l>is September. — September, <)ctol»er.
Sirugel 4 — 6" lioili , liiisclielig, ans liegriider Itnsis aiislcigoiul , seilend' aufrerlit , oft
au <leii untern Gelenken Wmzelu Ircibend , kalil. nialtei mit liäntigei , rühriger ItasU sIen
gelnmlnssend , iilirigen.s neiseliig, glatt und glänzend, bald ganz und \o» der Itasis her mehr
uder weniger sägczkhnig, bald 3 - spaltig und g.mzrandig oder ficderspallig mit g.inzen und
bagezähnigen Zipfeln, ßliitenstiele verlängert, naokt. Kopie erbsengross , dichtblütig , goM-
gelb. Fruehlbodeu warzig.
VechnigCheS» 1» ß'ei-hiuduuff mit inchroii audern liüslenpflanzcii
ztir Sodatjcwinnunfj zu benutzet».
19. ACHIIiliEA. SCHAVGAnBX.
I.IINN. Gen. n. 646.
Köpfe eiförmia; oder länglich, Ilülll>lä(ter geschindelt. Schei-
henblülen zwilterig, röhrig, oben ztisaininengedrückl , 5-zäh-
nig; StrahlhUimcu weildich, zungenförmig mir kurzer rundlicher
Platte. Kelchsauni nicht vorhanden oder kurz, randförniig.
Geschl. Syst. XIX. 2.
Melirjährige Kräuter (Art. 1 — 3.), seltener Stauden. Blätter weebsel-
ütändig, meistens mehrfach -fiederschnittig, seltener ganz. Köpfe in end-
ständigen, vielästigen, vielblütigen Doldenl rauben.
1. A. Ptarnilca. Sumpf . Schafgarbe. Blätter lineal
lanzettförmig oder lineal, gesägt; Platte d<'r Strahlblüten so lang als die
Hüllblätter.
LiNN. Sp. pl. um. Chi. hau. 401. Koch Syn. I. 407. Sturm Deutschi.
Fl. II. 10. Fl. dan. t. 643. Engl. bot. t. 757. IIayne Arzneigew. IX.
T. 44.
Auf Wiesen, Triften, an (»räbcn und Bächen, auf feuchtem oder
sumpfigem Boden, sehr häufig. Juni bis August. — August, September.
Stengel '1 — 3' hoch, eiul'aeli, steif aulVecht. Ulallrr fein- und staehelspitzig- gesägt,
bisweilen au der Basis eingeschnitten - gesägt. Köpfe gross, Strahlbliitcn gegen 10, weiss. —
in.cr das Ycrhältniss zu A. alpin» »ergl. Chi. hau. ^Oi.
9. A. iriillefoliuin. Genteine Schafgarbe. Blätter
lanzettförmig-lineal oder lineal, doppelt-fiederschnittig; Abschnitte mit
lincalen 2 — 3-spaltigen, zugespitzten Zipfeln; Mittelrippe breit, gegen
das Ende mit einem oder dem andern Zwischenzipfel versehen; Platte der
Strahlblüten um die Hälfte kürzer als die Hüllblätter.
LiNN. Sp. pl.l267. Chi. hau. 40"2. Koch Syn. I. 410. Schk. Handb.
III. T. 255. Sturm Deutschi. Fl. H. 10. Fl. dan. 1. 737. Engl. bot. t. 758.
b. niagnn. JDie grosse. Höher, Blätter fast 3- fach -fiederschnittig,
kurz behaart; Doldentraubc mehrfach zusammengesetzt.
Chi. han. das. A. magna Beicheab. Fl. sax. 139.
0. aliiestriH. nie gebirgständige. IMiedriger; Blätter fcinzipfelig,
untere 3- fach - fiederschnittig; Hüllblätter schwarzbraun gerandet.
Chi. han. das. Koch Syn. I. 410.
d. Hetaoea. nie borsiliehe. Schmächtiger, wollig - rauhhaarig.
Blaltzipfel lineal -borsteurürmig; Doldentraube zusammengezogen.
Chi. han. das. KocH das. A. sctacea Waldst. el Kit. PI. rar. Ilung.
1. 82. t. 80.
Auf Wiesen, Weiden, an Acker- und Waldrändern, W^cgen und
zwischen Gebüsch, auf humoscm und auf Lehmboden, allgemein verbrei-
Antheniis. COJfIPOSITAE. 291
tet; 1». auf Gchirgsbodeii; c. auf Sandboden an Flussufern und Bcrg-
hüngcn. Juni bis October. — August bis IVovembcr.
Stengel aiifreclit, steif, 1 — 3' hoch. Bialter in der Umfangsform iinil Zerlhcilnng ver-
änderlich, untere Blätter an der Hauptart und k. auf frnchtbarein Boden oft doppelt breiter,
länglich, an d. sammtlich schmal lineal. Slittelrippe meistens breiter als die Blaltabschnitte .
diese spitz, feinspitzig oder stachelspilzig, kahl bis ins Wollig- haarige und Wollige (A.
lanata Beiciienb. Fl. sax. 139.). Sfrahlblüten meistens 4, weiss, seltener gelblichneiss,
häufig blassrosa.
». A. noblllst. Mdele Schafgarbe. Blätter oval oder
länglich, doppelt- oder 3- fach - ficdersebuiltig, Abschnitte mit linealen,
sägezähnig- eingeschnittenen Zipfeln, Mittelrippe schmal, gänzlich oder
von der Witte ab mit Zv\ischenzipfeln besetzt; Platte der Strahlblüten
um die Hälfte kürzer als die Hüllblätter.
LiNN. Sp. pl. 1268. Chi. hau. 403. Koch Syu. I. 412. Schk. Handb.
III. T.255. MoRis. Hist. pl. Sect. VI. t. 11. f."4.
In Feldern, an buschigen Bergabhängen und an Mauern, auf magerin
sonnigem und steinigem Boden, im südlichen Gebietstheile, die INord-
grcnze der Gesammtverbreitung am Harze erreichend, ziemlich selten
{Pr. Halle: Lindberg, bei der Frässnitzer Windmühle, Querfurt, Eis-
leben, Sangershausen, Stolberg, Nordhausen — ; Schw. Franheiihansen
und Sondershausen, hier häufig; Hs. Witzenhausen — ; litt. IVeustadt
im Hohnstelnschen — ; Br. Blaukenburg: Begenstein und Teufelsmauer).
Juli bis September. — October.
Gesammtansehen der A.VJ., doch niedriger und schmächtiger, »on angcnebroerni und stär
kerm Geruch, kahl oder behaart,
trauhcn der tieferstehenden Aste
um die Hälfte kleiner als A. 2.
GMW3ERB1.ICHMS,
Pharmaceutisch- Medicinisches, f'on A. 3. Kraut und
blühende Spitzen of'ficinell (Uerba et Flores s. Summitates Millefolii).
Vorwaltende Bestandth. bitterer Extractivstoff' und eisent/rünender
Gerbestoff'. Anwenduntj im Auf'guss als Nerven- und Gef'üsssystem
stärkendes tind anregendes Mittel, auch des ausyepressten Saftes als
Frühling skur , und des Krauts zu Bädern. Präparate sind Aqua <le-
stillata, Oleum aethereuni und Extractum Millefolii. A.3. besitzt diesel-
ben Kräfte und wahrscheinlich in höherer Masse.
^TeonomiSCHett Bas Kraut als Gemüse f/eniessbar und zur Thee-
bereitung in manchen Getjenden beim Landmann im Gebrauch. Bas f'ieh
frisst sämmtliche aufgeführten Arten.
»O. AWTHEIfllS. KAMJHjJjM.
I.INN. Gen. n. 64Ö.
Könfe halbkugelig oder fast flach, Hüllblätter geschindelt.
Scheibeiiblüteii zwitterig, mit flach zusammengedrückter Röhre
und 5 -zähnigem Saum;^ Sfrahlblüten weiblich^ zungenformig
mit länglicher Platte. Kelchsaum ein vortretender Kantl oder
nicht vorhanden. Fruchtboden spreublättrig. G. Syst. XIX. 2.
Ein- (Art. 2. 3.) oder mehrjährige (A. I.), ästige Kräuter. Blätter
wechselständig, mehrfach fiedertlieilig oder -schnittig. Köpfe endstän-
dig, einzeln; Scheibe gelb, Strahl weiss, selten gleichfarbig.
i* A* tiiictoria* färb er -Kamille, Fruchtboden schwach
gewölbt mit lanzettlichen, stachelspitzigen Spreublättern; Früclite 4 -kan-
tig-zusammengedrückt mit einem scharfen Bande gekrönt.
LiNN. Sp. pl.l263. Chi. hau. 404. Koch Syn. 1.413. Fl. dan. t. 741.
Engl. bot. t. 1471.
Idcniraube
mehräs!
l.g z
usammengeselzl
ens über
die Ha
uptlr
anbc henorragei
.Iblüten m
,eist 4,
ein .eissgelb.
292 COMPOSITAE. Maliicnri«.
AuF llra<li;i(l;crii, an Wegen , auf Maiicin und iu liebten Wahlungeii
aiit' (i'oelieiH'ni steinigem meistens l<allilial(ig(.'m lt<i<len, in der südlielieii
Gehietshält'te häufig, gegen Aord- Westen alnielimend (////. zwischen
IHanl.enesc und INienstädten).
Stengel 1 — 2' hoch, sleif, aiifreihl , g..iii l.cli.i.iil. Zweige aufrecht - ahsl.heiid. ISh.ltei
lie<l<-rtheilig, I.a|)|ieii fic()ers|<altig mit sfachcls|)ilzig - i^agezUhnigcii Ziplelii . behaart liis ms
Kahle, Mitlclrij.j)c so lireit als die Ahschiiitle, nnt Z« ischcir/.i|>(Vlii i.rsehen. Scheibe iiiiil
Strahl poiiicranzcngelh. — Variirt selten ohne Strahl.
18. A. arveii««is. AcJcer- Kantille, rmchthod.n kegel-
förmig mit lanzettlichen stachelspitzigen SpreuMättern ; Früchte stumpt'-
4 -kantig, äussere mit einem stumpfen, innere mit einem scharfen Uande
gekrönt.
LiNN. Sp. pl.l2Gl. Chi. hau. 404. Koch Syn. 1. 414. Sturm Dcutschl.
Fl. H.27, Fl. dan. t.ll78. Kngl. bot. 1.602. Havne Arzneigew. I. T.r>.
Auf Ackern und Brachäckern, auf Lehm- und Sandhoden, allgemein
eingebürgert. Mai bis Juli. — August, September.
Von schwachem liilter - aromatischem Gerach. .Stengel '/o — 1' hoch, liegend oder an-
steigend, unten meistens roth. Aste aufrecht - abstehend oder abstehend. Blatter doppelt-
tiedertheilig, Ijappen genähert, lineal - lanzettförmig, fein zugespitzt, weichhaarig )>is ins
Kahle. Hüllblätter mit trockcnh.iutigem br.äunlicheni Rande. Scheibe gelb, Strahl weiss.
3. A. Cotllla. Stinicende Katnille* Fmehtboden kugel-
förmig mit lineal - borstenförniigen Spreublättern ; Früchte umgekehrt-
eirund - walzenförmig, mit einem gekerbten Rande gekrönt.
LiNN. Sp. pl. 1261. Chi. hau. 404. Koctt Syn. I. 414. Schk. Ilaudb.
m. T.254. Fl. dan. t. 1179. Engl. bot. 1772. IIayne Arzneigew. T. T.6.
Auf Äckern, Schutt und an Wegen, auf lehmigem und thonigcm Bo-
den, weniger häufig als die vorhergehende Art, eingebürgert. Juli, Au-
gust. — September, October.
Der >origen ähnlich, von widerlichem Geruch. Stengel ansteigend oder aufrecht. Blatter
3 - fach - fiederschniltig mit schmal -linealen , staehelspitzigcn Lappen und Zipfeln, hahl nnik
hellgrün. Hüllblätter mit trockenhäutigem weissem Rande. Scheibe gelb, Strahl weiss.
GEIVMRBjLICHM&,
VechniSChes, ./. /. zum Gelhfürbcn nnwendbnr.
ÖJeonomiScheS, .in. 1. u. 2. weide» vom f'ieh ff e fressen , sind
aber als .ickcrunkräuter tinehtheilifj . .i. 3. wird nirbt vom f'ieb ife-
t'ressen.
«1. IVIATRICARIA. JltlTVTt^RtinAtir,
1>1NN. Gen. u. 967.
Köpfe hall)kiigelig, IIüllblHUoi- geschiiulelt. Sclioihenblütcn
zwilteriff mit zu.samuicngctlrücktor Röhre und 5-zälinigein Saum
Strahlhlülen vveililicli, zuiigenförmig mit ohcii zusammcngedrück-
ler Röhre. Fruchtl)oden walziff-keffclförmiff , nackt. Geschl.
Syst. XIX. 2. ö s h.
Hinjälirigc, aufrechte, oben doldentraubig- ästige, vielköpfige Kräuter.
Blätter wechselständig, mehrfach fiedertheilig oder -schnittig; Scheibe
gelb, Strahl weiss.
t. ]?I. CliaaMoinilla. Kamillen. KKutterTer aut ijichte
Mamille), Blätter doppelt -fiedertheilig mit lineal- fadenförmigen,
ganzen oder gespaltenen Zipfeln; Fruchtboden innen hohl.
LiNN. Sp. pl. 1256. Chi. hau. 400. Koch Syn. T. 416. Schk. Handb.
III. T. 253. b. Fl. dan. t. 1764. Fngl. bot. t. 1232.
Auf Ackern, auf Lehm-, Kalk- und Sandboden, allgemein eingebür-
gert. Juni bis August. — August, September.
Angenehm und starb .iromatiscb riechend. Stengel 1 — 1'/./ hoch, lueint in Äste ge-
Cliiysantlieinuni. €011P0SITA£. 293
llieill. Blallci etuas Ikisiliig, Kahl, mit last l.eilfurmigcr Miltcli ippf. üliilciisliclf gr
furcbt. Frutlitc ohne fcioiiaillgiii Hau«!. — Durch den lioth liegcllöiiiiigcii , kahlcii , iuiun
hohlen Finehthoilen loii ileii ähnlich.» Alten <Iei Gattungen Anlheuiis iiikI Cliiysanllicin.im
leicht zn iinterscheiilen.
GM n^MJttm.ICHES.
Pharmaceutisch- JtKed^icinisches. Blüten und liruut of-
ficiuell (Flores et Hi-rba Cliiiiiioinillae vulgaris s. Cliainaeiufli). f'nrival-
tcndc Be standth. ätherisches Öl (Kamilleiiöl) und bitterer Extractin-
stoff'. Anivendnn<i in Substanz, Pulverform, Pillen und Latwerr/en,
häufifjer aber im Theeauf'iiuss , als ein vorzüf/liches kramp f stillendes,
sehw'eisstreibeudes und zuijh-ieli mafjenstärkendes Mittel. Präparate sind
Extracttiin, Aqua iloriiiii ('Jiamoni.' siniplex et anisata und Oleum aetltc-
reuni (1 Pf. 12^14 (iran liefernd). Auch hat man Oleum coctum s. in
iusum, Syrupns und Esseutia Chamoniillae.
Vechnisches, Blüten und livaut zum fieUifärhcn anwendbar.
ÖTeonotniSCheS, ßf'ird vom Vieh gefressen.
««. CHKl^SAllTHEJfllJIfl. J^UCUERBMjUMJE.
I.INN. Gen. n. 9t)G._
Fi'uchtboden flach chIci' gewölbt. Üljrigcns wie Matricaria.
Gesclil. Syst, XIX. 2.
Ein- (Art. 4. 5.) oder melirjälirige (Art. 1 — 3.) Kräuter (selten Stau-
den). Stengel aul'reeht oder aiisteigend, 1 - köpfig oder ästig- doldeutrau-
l)ig und wenigl<ö|»lig. Blätter wechselständig, ganz, eingeschnitten- säge-
zälinig, fiederspaltig oder fiedersclinittig. Strahl weiss oder gelh.
• Strahl »eiss.
1. C lieiicaiitlieiniii». ff^eisse ff^ucherhlunte» Sten-
gel wenigköplig; urttere Ulätter lang gestielt, umgekehrteiriind -spalel-
tormig, eingeschnitten- lierhig, oliere sitzend, länglich - lineal , entfernt
sägezähnig; Früchte ohne Kelchsaum.
LiNN. Sp. pl. 12.51. Chi. han. 400. liocii Sjn. I. 416. Schk. Haudh.
III. T.253. Sturm Deutschi. Fl. II. 2. Fl. dan. t. 994. Engl. bot. t.601.
Auf Wiesen, Triften, an Acher- und Wegrändern und in lichten
Holzungen, auf Lehm- Thon- und Sandboden, häufig. Mai bis Au-
gust. — September, Oclober.
Stengel aulrecht I — 1 '/./ hoch, eiufarh o.ler mit wenigen Ästen , Blatter kahl, nnterc
gegen den Stiel zn oft fast fiederspaltig. Köpfe gross, nach, Strahlhliitcn vielzahlieh. —
Ändert ah: auf W'aldplälzen mit rauhhaarigen Blättern (C. leueanlh. v. hirtum Chi. han. das.),
mit halbseitigem geährteni Helchsaume der Früchte, mit kurzsäumig gekrönten Früchten der
Strahlhliitcn und mit schnärzlich geränderten Iliillblättern.
H» C corynibosiim. Jtoldentraubige W^ucherhlu-
nie* Köpfe in DoldenUauben ; Blätter fiederschnittig, Abschnitte lan-
zettförmig, fiederspaltig mit scharf gesägten Lappen; Kelchsaum der
äussern Früchte ein häutiger gezähnter Band, fast so lang als die Kronröhe.
LiNN. Syst. nat. 11.-5(32, Koch Syn. I. 418. Jaco. Fl. austr. IV. t. 379.
C. eorymbiferum Linn. Sp. pl.l251. Pyrethruni corymbosum Willd. Sp.
pl. Ili: 215.5. Chi. han. 400.
In Berg- und IIügelNvaldungen der südlichen Gebietshälfte, auf son-
nigem trockenem kalksteinigem oder felsigem Boden, die Nordgrenze der
Gesammtverbreitung an den Siebenbergen bei Alfeld unweit Hildesheini
erreichend, ziemlich häufig. Juni bis August. — • August, September.
Stengel 2 — 3' hoch, steif aufrecht, ohen ästig, kahl oder behaart. Blattahscbnitte bald
mehr bald minder tief fiederspallig , obere schwach zusammenlliessend , uutcrseits mit wenigen
anliegenden Haaren besetzt oder dicht grauhaarig. Köpfe bis 1 '/.j" im Durchmesser haltend.
Platten der Strahlhliitcn b,.lcl hi.rzer bald länger, weiss, selten gelblich.
294 COJWPOSITAE. Chrysanthemum.
3. C'. Partlieniiiin. ^rzneiliche W^ucherhlume»
liöptV in l)()l<icutraiil)(;n, JUättt-r fiedersclmittig, AhscliniUe hiiiglicli - ei-
niiul, sliiinpf, fietlerspallig, mit kerl»ig- siigczäliiiigi'ii Lappen; lielcli-
saiim ein sein- Kurzer, häutiger, gezälinelter Ilantl.
PtKS. Sjn. II. 462. Koch Sjn. 1. 418. Pyretliniin Partlienium Sm.
II. hrit. II. 900. Engl. bot. t. 12Ö5. Hayne Aizneigew. \I. T.20. I»Ia-
liiearia Partlienium Linn. Sp. pl. 1255.
An Uuinen, Mauein, Schutt, meistens in der Pl'ähe von Ortschaften,
auf trockenem steinigem Boden, ziemlich häufig verwildert. Juni Jtis
-\ugust. — August, September.
Stark riiclicnil. Stengel '1' liocli , ansteigciul , ästig. Blatter düniilaiilrig, kahl, seltener
etwas ivciclihaarig. Roplc G — 7'" im I>iiri'Lincsser Iialtend, Hüllblätter lanzettförmig- lineal,
spitzig, gekielt.
4. C. liiodoriiiii. Geruchlose HTucherblume. Sten-
gel wenigköpfig; IJIätter doppelt- oder 3- fach - fiedcrschnittig mit lineal-
fadenföimigcn Zipfeln; Fruclilboden halbkugelig.
Li.NN. Sp. pl. 1253. Koch Sjn. 1.419. Fl. dan. t. 696. IIayne Arznei-
gew. I. T. 4. Pyrelhrum inodorum Sm. Fl. brit. 900. Fngl. bot. t. 676.
Chi. hau. 399. Tripleurospernium inodorum C. 11. Schi ltz Tanacet. 31.
Koch Sjn. III. 1026.
b. maritimum. Hie seestrandständige. Stengel ästiger; Blätter
etwas fleischig; Früchte etwas grösser.
Chi. han. das. Chrjsanthemum maritimum Linn. Sp. pl. 1;256. Pjre-
thrum maritimum Sm. das. Engl- bot. t. 979. Tripleurospernium ma-
ritimum Koch das.
Auf Äckern und Gartenländern, auf huinos - sandigem oder sandigein
Boden; b. auf salzhaltigem Boden der Küsten sowohl als im Binnenlande,
häufig eingebürgert. Juli, August. — August, September.
Stengel 74 — 1'// liocli, «citscIiHeiEg-ästig. Blrittcr kahl, dunkelgrün. Köpfe his
zu 1" im Durchmesser, fast geruclilos. Platte der Strahlhliiten länglich- lineal. Früchte
iiinollkonimen 4-kantig mit ronie>em Uückcn und 3 - ripjiigem Bauch. — Ich habe weder
die >on RoCH a.a.O., noch die »on l'RIES Summ. »eget. Scand. 186. zur specifischeu
I nterscheidung lon C. inodorum und C maritimum angewandten Charaktere constaot gefunden.
•• Strahl gelh.
5. C se$?etuiii. Saat -Wucherblume, Stengel wenig-
köpfig; Blätter lineal- länglich, vorn breiter, grob sägezähnig- einge-
schnitten oder fast fiederspaltig , obere herzförmig- stengelumfassend;
Kelchsanm ein kurzer Band.
LiNN. Sp. pl. 1254. Chi. han. 401. Koch Svn. I. 419. Schk. Ilandb.
III. T. 253. Fl. dan. t. 995. Engl. bot. t. 540."
Unter der Saat, auf sandigem und auf Sandboden , sehr häufig eingc-
bütgert, nie auf bindendem Lehm- und Thonboileii. Juni bis August. —
August, September.
Stengel l — 1 '/■;' hoch, ästig. Blätter etwas dicklich, kahl, blaugrün, Zähne oder
Zipfel stachelspitzig. kupfe his P/4" im nurchmesscr haltend. Hüllblätter eirund -oval
mit breitem gegen den Strahl zunehmendem, trockenhäutigem Strahl, Platte der Strahlblütcn
dunkclrannnkclgelb, Früchte 10 -rippig.
GE IVMRBZ.ICHES.
Pharmaceutisch-Medicinisches, ^l.S. den BcstandiUei-
len, tiräf'ten und der Anwendunif nach der jllatricaria Chamoinilla nahe
stehend, in neuern Zeiten aber weniij im Gebratich.
ÖleonOtniSCheSt Art. 1.2. 4. und 5. werden vom f'ich fjefres.ien.
A. 5. ein lästitfe.t , .tchxver zu vertilnendes Unkraut, ivelchcs in Sandffe-
(j enden , bei nächlässir/er Ackcrwirilisehaff , eine wahre Landplat/e wer-
den kann.
Doroiiicuiii. €OJ»POSITAE. 295
d. §ENEClONEAE. MEGJEIV TZ.E C HK UHKV XKH AV T-
GMU^ÄCnSM.
Staul>l>eutel ungescli« iinzt. Hciclisaiiin liaarl'öiinig.
tS3. nORO^IClJITI. GMMSWUnX.
I.INN. Gen. n. 9)9.
Köpfe halbkugelig Oller fast flach, Hüllblätter 2 — 3- reiliig,
ffleichmässig. Seheihenhlüten zwitterig, iMthrig mit ö-zähniffeui
Saum und kopfförniig-ge-stutzten Narben; Strahlblüten weiblich,
zungenförmig. Früchte der Scheibe mit haarigem, des Strahls
ohne Kelchsaum. Geschl. Syst. XIX. 2.
Mehrjährige Kräuter. Itlälter wcchselständig, Aviirzelstaiulige ge*.«ielf.
Stcngclblätter mehr oder ^veiiigcr uinfasseiiil. Köpfe einzeln oder meh-
rere gestielt. IJlüten gellt.
*1. II. Pardaliaiiclies. fifeifi^lftc «?e»t*M'Mr«. IMatter
eiriiiul., gezähnt, wurzclsfäntlige tief herzförmig, stengelständige mittlere
auf geöhrten Blattstieleu , ohere sitzend und stengclumfassend.
Link. Sp. pl. 1247. var. /l Koch Sju. I. 419. Schk. Handh. III.
T. 249. Sturm Deutschi. Fl. II. 21. u. 80. Jaco. Fl. austr. I\ . t. aW.
Engl. bot. t. 2654. Haynk Arzueigew. \I. T.2I.
In Ilainen, auf humosem Boden, nur in Hb. (Wandsbech, Wellings-
hüttel) verwildert, un«l nur desshalb im Gebiete der Flor aufgezählt,
weil Belgien zu ihrem \ «rbreitungskrcise gehört. Mai, Juni. — Sep-
tember.
AVurjclstock liHechend, linollig. Stengel 1 — 1 '/j' hoch, ncl.st den Illatlerii r.inhhd... ig.
Kujifc 1 — 3. Früchte des Strahls kahl oder etwas behaart.
I>INN. Gen. n. 9.S8. Art. aiisge»clil.
Köpfe walzig, Hüllblätter 2-j-eihig, gleichmässig. Schei-
benblüten zwitlerig, röhrig mit 5 -zähnigem Saum und abwärts
verdickter kegelspitziger^ flaumhaariger Narbe; Strahlblüten
weiblich, zungenförmig; Kelchsaum schärflieh haarig. Geschl.
Syst. XIX. 2.
" Mehrjährige Krauter. Blätter gegenständig, ganz. Köpfe gross, ein-
zeln an der Spitze des Siengels oder gegenständiger Äste.
f. A* niOUtaiia. Her g -Wohlverlei* Wurzelblälter läng-
lich-umgekehrteirund, 5 — 7-nervig; Hüllblätter drüsig -weichhaarig.
LiN\. Sp. pl. 12.%. Chi. han. 389. Koch Syn. I. 422. Scuk. liandb.
III. T. 248. Fl. dan. t.(«. Hayne Arzneigew. VI. T. 47.
Auf Gebirgstriften und Waldwiesen, auf Hügeln unil Heiden, in
rauher Lage und auf magerm oder sandigem Boden, häufig. Juni bis
September. — September, Oetober.
Stengel 1 — 1 '/.^' ho<li, einlach oder gahelig- .3 - ästig und 3-ko|>fig, kurz hch.iait.
IJlalter dicklich, ganiiandig, nntcrseit.s hlassgrün , untere am Boden ansgel.reitel , am Stengel
nur 1 — 3 entfernt stehende Paare. Köpfe gross, pouieranzcngelb , selten hl^issgell..
GM WMHJtl.ICHMS.
Pharnt,aceuti«ch' medicinisches. fVurzel, Kraut und
muten of'ficincll (Badix, Ilerba i't Flores Arnicac). Vor w alt ende B t-
standth. Extractivslojf', scharfes Harz und tilherisrlics Öl, ^Irnicin als
noch näher zu untersuchende Substanz. Anwendunff in Pulverform,
häüfifjcr im Auftjuss , als reizendes , diuretisches und auflösendes Mittel.
Präparate sind Ertractiim und Tinclura florum Arnicae. Die (jetmck-
neten und r/epulverten Blätter sind hier und da als I\iess}iulver im
Gebrauch.
29G eOJXIPOSITAE. Cincrari«.
Ökonomisches» Eine Zierfiflunzc. TItiere fressen sie nicht, nurli
hesuehen die liienen sie nicht.
«5. eilVERARIA. A.SCUMNKnA.UT.
I.iisN. G.... n. 957.
Köpfe lialhkugeliff, Ilüllhläüer 1-reiliig, g[eich lang, ki-aul-
artig. ScJicihcnhliUen z^viltcrig, röhrig mit 5-zähiiigcui Saum
iiiul halbrundeis koj)lTörmig- gesliilztei; piiiselförmig-heliaarler
Narbe; Sfralilblüten/weihlich, ziingcnformig. Kelcüsaum baa-
rlg. Gescbl. Syst. XIX. 2.
Ein- (A.2.) o«ler mehrjährige (A.l.) aufiechte Kräuter (selten Sträu-
che). Blätter wcchselständig, ganz, selten fiedersjialtig. Köpfe meist
(lohlentraubig. Strahihliiten gell), orange oder purpurn.
t. C?. caiuiiesti'is» Veld-JLschenTeraut» Blätter nehst
dem Stengel oherseits leicht, unterseits stärker spiunweh- wollig, ganz-
randig oder unterbrochen sclnvach gezähnt, wurzclständigc eirund oder
eirund-länglich, gestielt, folgende länglich mit verschmälerter Basis,
()Ijerste lanzettlich oder lineal; Stengel und Ooldentrauhe einfach.
Betz. Prodr. 11. scand. ed. 2. 19ß. Ohscrv. I. 30. Koch Syn. T. 424.
Ueichenb. PI. crit. II. t. 132 (var. procera). t. 131 (var. humilis). t. 133
(var. dentata; Übergang /,» 1«.). Fl. dan. t. 1177. C. alpina y. inti-grifolia
LiNN. Sp. pl. 1234. C. integrlfolia v. campestris Chi. hau. 391. Jaco.
Fl. austr. II. t. 180 (C. integrifolia pratensis). Engl., bot. t. 152 (C. in-
tegrifolia; kiimmerliclie Form REICHENB. t. 131. ciilsjirccliend). TephrOSeris Bei-
CHENB. Fl. sax. 146.
b. spathulaefolia. Itas spatelblättrige. Höher, üppiger; Blätter
beiderseits spinuweb -wollig, gezähnt, wurzelständige und untere sten-
gelständige länger gestielt; Doldentranben vollblütiger.
C. spathulaefolia Gmel. Fl. bad. III. 454. Beiciienb. das. t. 12(5.
t. 106 (O. ScHKUiiRii) II. melnere. C. integrifolia Chi. hau. das. SCHK.
Ilandb. III. T. 110. Jaco. das. t. 179 (C. integrifolia alpina). C. lon-
gifolia Sturm Fl. Deutschi. 11.40. Jaco. das. t. 181.
Auf Triften und Wiesen, auf sonnigem magerm kalkhaltigem Ilügel-
boden; b. in Hainen auf fruchtbarem humosem Boden, am südlichen und
östlichen Harzrandc die ISord- Ostgrenze des Yorhonimens in Deutsch-
land erreichend, hier und da (Pr. Halle, Vogelsberg bei Bennstädt,
Ilornburg, Farnstädt, Rossleben, Auleben, V^'^ernigerode — ; Schw. Fran-
kenhausen, Numburg, Kcula, b. bei Furra — ; /l.v. b. bei Allendorf zum
Hain: Ilörnerkuppe, steinerne Wand, Otterbacherstein, Hegeberg hin-
ter dem Soden — ; Iln. Windehäuserholz, Steigerthal — ; Br. Trauten-
stein — ; Mk. Satow im Amte Doberan).
Stengel 1', >on b. bis '2' botli , gerade. Blätter trübgrün, liinsicbtiicb der Belilciiliing
bis ins Kable variircnd. Blattstiele mit bcrablaiifendem Fliigelrandc , der sieb auf magerm
Boden fast verliert. Doldcntraiibe 3 — lO-biiiifig, Kiipl'e ungleicb und milllerer 3 — 4 - faeb
kürzer gestielt als die übrigen, bald grösser, bald kleiner. Hüllblätter lineal, slumj.riieb,
>on der Mitte bis zur Spitze, bald nur an dieser, biannrolb gefärbt, bald gänzlieb grün.
Slrablblüten bellcitionengelb bis ins Orangenfarbene (Cbl. lian. Abundcr.*) >ariiiend, selten
febleud Kelcbsaum bald ctnas länger bald etwas kürzer als die Krone. Frücbte bald diebler
bald weniger dicht scLärflicb- haarig. — leb habe bis jetzt keine Acranlassung gefnnden,
die in der Cbloris, nnter aiisfübriiebeier Mittliellnng der Sjnonymie, naebgewicsene Bereini-
gung lon 8 Arten unserer Scbriftslellcr als Formen dieser einen Art für iirig zu ballen,
.iiicb wird sie dnreb die BcobacLtiingen , « elcbe FKIES Summa »eget. Scan.!. "J. u. IST.
giebt, bestätigt.
«. C palll«ltrl8. SunipX-A.SChenTeraUt, Behaart; Blät-
ter länglich -lanzettförmig halbslengelumfassend , untere eiiigeschnitteii-
sägezähnig, Stengel ästig.
Senccio. COJHPOSITAE. 297
LiNN. Sp. ]>l. 1243. Chi. han. 390. Koch Syn. I. 425. Scuk. Uandl..
III. T. 246. a. FI. (lau. t. 573. Engl. bot. t. 151.
An Teicliiinulern, Gräben und slelu-ndcn Gewässi-rn , auf sumpfigem,
moorigem und torfigeni Boden, ziemlich häufig. Juni, Juli. — September.
Stengel bis 3' Iiocli, dick, ircissliili. Bliitlei- licllgell», untere l>is ins seioLl FicJerspal-
ligc al>Un(lein<l, niid uielit seilen fast Ifalil. noMeiitraulicn am Hanjitslengel nnd den Ästen,
»iellioplig. Kuplc gross, kurz gestielt, Kronen lilass scbn efelgell). KcIcLsanui blendend «eiss.
ÖTeon Ofttisches* ^l- 1- Zierpflanze der Gärten.
JilNlV. Gen. n. 953.
Köpfe walzig oder walzig- eiförmig, Hüllblätter l-reihi_g,
ffleiclilang-, mit kelclLirligeiij meistejis ^kürzcrn an der Basis.
Scliciljenljlüteii zvvitlerig, rolirig, mit f5-zaliiiigem Saum und
lialbrnnder, kopfförmig- gestutzter, pinselförmig - behaarter IVar-
be: Strahlblüten weiblieh, zuns;enförmifi-. Kelchsaum haarig,
der des Strahls oft hinfällig. Gesehl. Sylt. XIX. 2.
Ein- (Art. 1—3.), 2- (A. 5.) oder mehrjährige Kräuter (Art. 4. 6— 8.)
(oder Sträuche). Blätter vvechselständig, ganz oder verschiedenartig ein-
geschnitten. Köpfe einzeln, meistens in Doldentrauben. Strahl gelb.
• Blatter in e li r oder ueniger fiederartig eingeschnitten.
1. S. vulgaris« Gemeines KreusTcraut, Blätter hahl
oder spinnweb-Mollig, buchtig- liederspaltig, untere in den Blattstiel ver-
schmälert, obere mit geöhrter Basis stcngelumfassend ; Hiillblätter mit
brandflecliiger Spitze ; zungenförmige Strahlblüten nicht vorhanden ;
Früchte sparsam anliegend- feinhaarig.
LiNN. Sp. pl. 1216. Chi. han. 389. Koch Syn. I. 425. Fl. dan. t. 513.
Engl. bot. t. 747. Hayne Arzueigew. \III. T. 10.
b. 8qualidu8. üas blanke Blätter fleischig-geschwollen, stark glän-
zend, dunlieigrün; üoldeiitraube -wenigblütig. Köpfe grösser.
(]hl. han. das.
c. radiatug. Itas strahlblütifje. Kopfe mit zungenförmigen Strahl-
blüten.
Koch das. S. denticulatus IXoltk T\ov. fl. hols. 71 (mit Ausseblnss >on
Fl. dan. t. 791.).
Auf Äckern, Gartenländern, Schutt und an Mauern, auf Boden jeder
Art, als dem Menschen folgende Pflanze, allgemeiu eingebürgert; b. in
der ]>!ähe von Salinen, auf salzhaltigem Boden; c. sehr selten (HL).
März bis December. — April bis December.
Stengel '/j — 1' Loch, nacli oben zu ästig oder einfach. Blattzipfel länglich, obere
breiter und zusainmenfliesscnd. Doldentranben fast gedrängt.
Ä. S. viseoimis. Klebriges KreuaJcraut. Blätter buch-
tig-fiederspaltig, nebst Blütenstielen und Köpfen kleberig-behaart; äu-
ssere kürzere Hüllblätter locker, Strahlblüten zurückgerollt; Früchte
kahl.
LiNN. Sp. pl. 1217. Chi. han. 389. Kocu Syn. l. 426. Engl. bot. t. 32.
In lichten Hainen, besonders auf Schlägen, auch auf Schutt und an
Mauern, auf sandigem und steinigem Boden, häufig. Juli bis August. —
September.
Gesamnitanseben der A. 1., oben überall mit feinen Drüsenbaaren besetzt und » idrig
riechend. Blätter etwas tiefer eingeselinillen nnd bisweilen fast doppelt - fieder.s])altig. liopfe
länger gestielt. Strahlblüten goldgelb.
3. S. »ylvativiiti!. ffald . Kreualcraut. Blätter tief
298 COmPOSITAE. Sencoio.
J»uclitig-fi»;ilers|>allig, zart spiiiiiwcli- haarig ; äussere llüllblatler sehr
kurz und angedrückt, Strahihlüteu zurückgerollt; Früchte grauhaarig.
LiNN. Sp. pl. 1217. Chi. hau. 388. Roch Sjn. 1.42(5. Fl. dan. t. 1280
(S. visCOSUS; voUkouimon ziitren'cud) , T. 869 (S. SylvaticHS, «liircli breitere 7,ii.sam-
.MC.lIiessen.le Blalllapj.eii al.wcicI.ciiHc Form), t. 791 (S. dcnticuiatus, verl.i.mmeite
rorm).
b. aurioulatus. Das breitgeohrte. Grösser und üppiger, Itasis
der Blätter itreitöhrig- stengcluinfassend.
Chi. hau. das. S. iividus Sni. Engl. hot. t. 2515. Fngl. fl. 111.429
{nicht LlNNli's, «lesseii S. liii.liis ScilK. Haii.ll.. III. T. •_'4.'j rielilig aliliildcl). ]>iOLTK
IXOV. H. hols. 72 (mit Aiissebluss von Fl. dan. t. 869.).
In Hainen und W^aldungcn, auf san<ligem Itodeii, liiiung und beson-
ders da, wo Itraiid oder Rodungen eingetreten, heer<leiiweisc erscheinend.
Juni bis August. — September.
Stengel 1 '/o — -' l'ocli, schlank und schnurgerade. Ulatlzipfel regelmässig stehend,
gleiehhreit, bald mit kurzem Ziviscbenzipfeln , bald ohne diese. Itlütcnstielc kürzer und
feiner als au dein ähnlieben S. viscosus, aber nebst den Kupfeu ebenfalls, jedoch siiarsanicr,
mit klebrigen Drüsen besetzt und unangenehm riechend.
4. IS. eriicirolius. JEiauJeenhlättriges KreuxTeraut.
Itlatter fiedertheilig, spinnwebig oder kahl, Lappen keiHöruiig oder gleich
breit, eingeschnitten -sägezähnig oder fiederspaltig; äussere Hüllblätter
die halbe Länge der Hülle erreichend, Strahlblüten gestreckt, Früchte
haarig- scharf; Wurzel kriechend.
LiNN. Sp. pl. 1218. Chi. han. 387. liocii Syn. I. 427. Schk. Handb.
IIL T. 267.' ' ^
b. teiiuifoHiis. Das SChmalxipJ'elige. Itlatlzipfd schmal - lineal,
meist ganzrandig und am llandc umgcrollt.
Chi. han. das. IIeicuenb. PI. crit. t. 325. S. tenuifolius .Iaco. Fl.
austr. III. t. 278. Schk. das. Engl. bot. t. 574.
In Vorhölzern, zwischen Gebüsch, an Fehlrainen und Wegen, auf
frischem oder etwas feuchtem Boden, häufig; b. seltener und meistens
.luf dürrem Kalkboden.
Stengel '«J — iJ' hoch, steif aufrecht. Blätlcr dunkelgrün, im F'mfange kurz eirund, hin-
sichtlich der Tiefe der Eioschiiille sowohl als der Itreite und I'^orm der Itlaltla|ipen veränder-
lich, indem letztere an Breite zunehmend und die obern '6 bis 5 zusanimenfliesscnd dem
l>eierfürniig- fiederspaltigen sich nähern und dann Qachrandig sind, oder mit abnehmender
Breite aus der keiligen in die lineale Form übergehen und dann mit Ausnahme »eniger ein
fach und mit znrückgehogenen Rändern erscheinen (Engl. bot. a.a.O.), an der Spielart b.
endlich nur die Breite von '/,/" erreichen. Holdcntrauben vielköpfig, llüllbläller lauzell-
spatclförmig.
A. S. «laeobaea. J^acohs-KreusTeraut. Wurzel und
untere Stengelblättcr gestielt, länglich -eirund, leieilörmig, höhere all-
mälig fiedertheilig und mit vieltheiligen Ohrchen stengelunifassend; Stralil-
blütcn gestreckt; Früchte der Scheibe scharf-haarig, des Strahls mit wenig-
haarigem abfälligem Kelchsaum; Wurzel gestutzt, büschelfaserig.
LiNN. Sp. pl. 1219. Chi. han. 386. Koch Syn. I. 427. Schk. Handb.
111. T.267. Fl. dan. t. 944 (S. Jacobaea; durch et»as sperrige Blütensticlc und grosse
Köpfe in c. übergehend und dessen Gesammtansehen enisprecliend). Engl. bot. t. 1130
(alle Blätter fiedertheilig, Kopfe kleiner).
b. napifoliu». Jtas rübenblättrige. Blätter länger, Lappen an
der Spitze breiter, Endlappen eirund - länglich und gross.
Chi. han. das. S. erraticus Bert. Amoenil. ital. 92 (nach Originalciem
plarcn). KocH Syn. 1. 428. Heichknb. PI. crit. IV. t. 357.
o. ovnlifolhig. Das ovalblättrige. Stärker- und sieiferslengelig;
Wurzel- und untere Blätter ganz, eirund - oval : Früchte weniger haa-
rig bis ins Kahle.
Senecio.
COmPOSITAE. 299
Chi. hau. das. S. aquaticus Huds. Fl. angl. 56. KocH das. Fl. das.
t. 784 (S. aiiiiaticiis; diircli f.ist aufrcci.lc Blirtcnsticlc iiud l>lcine Köpfe hl die Hauptart
übergehend). Engl. l>ot. t. 1131 (Uli.tcnstiele niclit sperrig).
Auf Wiesen, freien Waldplätzen, an Aeker- und Wegrändern, aul
lehmig-liuniosem Boden, sehr häufig; h. auf nassem Bodeit, hier und da;
c. auf thonig-humos.ein Boden, Itesonders im nördlichsten Gehietstheile,
häufig. Juli his September. — September, October.
Stengel 1 — 2' hoch, nel.st den Bliiltern liald ganzlich kahl, bald schwach spinnwehig.
Blattform « ie angegeben »ariirend, eben so die Ilichtung der bald abstehend -anfrechlen,
geraden oder bogigen, bald etwas bogig- sperrigen Blufenstiele , ilie Grosse der Köpfe und
die bald dunkler bald bellergclh gefärbten Strahlblüten. Selten kommt auf Sandboden (Insel
Borkum) eine Spielart ohne Strahlblülcn Tor. — Fortgesetzte Beobachtungen haben mich
von der Unrichtigkeit der schon in der Chloris gegebenen Vereinigung der erwähnten Arten
als Formen einer nnd derselben, mannichfach abändernden Art nicht übertengcn können, die
gegebene Ansicht vielmehr bestätigt.
•■ Blätter ganz.
«. S. iientoreiisis. Main- Kreualeraut, Blätter lan-
zettförmig oder elliptisch-lanzettförmig, schlank zugespitzt, sägezäbnig mit
gerader Spitze derZähne, an der ganzrandigen Basis keilförmig verschmälert;
Strahlblüten meistens zu 5 (6 — 8); Früchte unbehaart; V^'urzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 1221. Chi. han. 38-5. Koch Syn. 1.430. 111.1027. Bei-
CHENB. PI. crit. III. t. 294. Jaco. Fl. austr. II. t. 184. S. ovatus Willd.
Sp. pl. III. 2tX)4 (wenn die Blätter breiter und zugleich unbehaart sind).
b. angu8tifoIiu8. nas schmalblättrige. Blätter schmal lanzett-
förmig. Köpfe schmäler, untere Hüllblätter borstenförmig.
S. nemoreiisis f. Fuchsii Koch das. S. Fuchsii Beichenb. das. t. 293.
In Berghainen und Waldungen bis in die Ebenen hinab, auf frischem
humosem Boden, sehr häufig. Juli, August. — September.
Stengel bis ')' hoch, aufrecht, schLink , einfach oder oben ästig, oft schlängelig hin-
und hergebogen, roth angelaufen, im Schatten grün. Blätter krautig, unterseits seltener auch
oberseits zart kraushaarig und am Rande gewimpert, bis ins gänzlich Kahle, bald sitzend,
bald in einen kurzen Blattstiel verschmälert. Doldentraube vollhliitig, schlaff. Köpfe vvalzig,
unbehaart, äussere lliillhlälter locker, so lang als die IIi.llc, schmal lanzettförmig- lineal,
his ins Lineale und Linealborslenlurmlge. Strahlblülcn schmal und l.M.g.
9. S. SaPacenlcUS. Ufer.üreUsTeraUt. Blätter läng-
lich-lanzettförmig, kurz zugespitzt, scharf sägezähnig mit hakig nach
oben gebogner Spitze der Zähne, an der Basis keilförmig verschmälert;
Strahlblüten zu 7—8; Früchte kahl; Wurzelstock kriechend.
LiNN. Sp. pl. 1221. Chi. han. 386. Koch Syn. I. 431. III. 1027. Bei-
CUEXB. IM. crit. III. t.295. Jaco. Fl. austr. II. t. 186. Engl. bot. t.2211.
IIaVNE Arzneigew. Vlil. T. 11 (nicht überall richtig gezeichnet und wahrscheinlich
aus Art. 6. u. 7. zusammengesetzt).
An Flussufern zviischen Gebüsch, auf lehmigem sandig- lehmigem und
sandigem Boden der Ebenen und Thäler, ziemlich häufig, nicht im ei-
gentlichen Gebirge. Juli, August. — September.
Wurzel tief in die Erde dringend und mit wagerecbtcn Armen weit umher wuchernd.
Stengel 3 o' hoch, dick und steif. Blätter etwas lederartig, immer zur gleichbrciten
Form hinneigend, unten wcisslichgrün und mit Ausnahme der obern unentwickelten, bisweilen
flaumhaarigen Blätter beiderseits unbehaart. Sägezähne fast stachelspitzig, Mittelrippe breit,
«leisslich. noldenlraubc vollblütig, steif. Köpfe kurz, fast eiförmig, doppelt so dick als
an der vorhergehenden Art und weichhaarig, äussere Hüllblätter meist um halb so lang als
die Hülle. rlallc der StrahlbUiten meistens breiter als an jener.
S. S. paliidosus. Sumpf' Kr eusTcraut, Blätter sitzend,
lineal- lanzettförmig, lang zugespitzt, entfernt scharf sägezähnig, unter-
seits spinnwehig -filzig, zuletzt kahl; Strahlblülcn zu 12 — 14; Früchte
feinhaarig.
300 COMPOSITAE. Calendula.
LiNN. S|). pl. 1220. Chi. hau. 38ü. liocu Syii. 1. 431. Fl. <laii. l. 38.j
Engl. I.ot. t. 650.
An Fliissufern und Grähcn, auf sumpligeni oder torfigcni Bodrn und
im SuniplV sellist, stfllenwcisc durch das ganze Gcliict, mit Ausschluss
der Saudehcuen. Juni bis August. — Septcnihcr.
nis iiianiisliüili. Stengel gerade, eiiif-icli. Blätter Lei iler geringen Breite »on '/^ _ '/.,"
his j" lang. Si)it/;cn «ler .Sägeialinc ult verlängert. Kuiile gross und tluk.
OTeonontiSCheSm SämmlUche Arien wcrdcu rmii fielt t/r fressen,
liic der Islen Abtlieiliuifj zur Fütterunfj der StuhcHvofjtl , welche den
Samen sc/ir nacltychen, anwendbar; die der 2ten .tblheil. Zierji/lanzen.
4. Gruppe. CVKAREAE. U M STMI.G EVfÄ C US E.
Gridel der ZwilterMiiteu oben unter den Sclienl;eln l.uoteuartig ver-
dii'IU und daselbst meistens mit einem Ilaarliranze vers<-lien.
99. CAIiE^UtlliA. nEWGMMjBMjUMm.
l-INIV. Gen. n. 990.
Kiipfe halbkugelig, Jlüllhlätter 2-ieiliio:, gleit lilaiig. Sehei-
Lenl>liilei) iinvollkomiiien, zwittcrig untl iiiiiVuchlh.ii-, rölirig mif
kuplTöriiiigem GriiVel; Stralilljliileii weililiclij fruelilhar, zuii-
genförmig. Geschl. Syst. XIX. 4.
Einjährige drüsig- zarthaarige Kräuter (oder Stauden). Itlätter ganz,
meist imchtig-gezähnelt. liöple eudständig, einzeln, aulVecht. Kronen
safrangelb oder gelb.
't. C. arvensti». Telil'Mtingelblunie* Blätter länglich-
lanzettförmig, entfernt und seicht drüsenzähnig, untere gegen die Basis
verschmälert, fast gestielt, obere mit gerundeterBasis halbstengelumfasscnd.
LiNN. Sp. pl. 1303. Koch Syn. II. 451. Scuk. Handb. IIT. T. 265.
Gaertn. Fruct. II. T. 168.
Auf Äcliern, im südlichsten Theile des Gebiets (Pr. Halle) die nord-
westliche Grenze der Gesamnitverbreitung erreichend, liier und da an-
gesiedelt.
Stengel 6—8" liooli , ansteigend, «citseli» eiOg - hslig , seliHacli. Kruiien liellgell..
9S. ECHlIVOPli. KUGJEMjItMSVMlj.
I.IIVN. Gen. n. 999.
Köpfe kugelig, niil kegelföroiigen Köpfchen hescizf. Kelch-
saum kronformig^ kurz gefranzt. Gesehl. Sysl. XIX. .5.
Mehrjährige, aufrechte, ästige, dornige Kräuter. Blätter 1 — 3-fach-
fiedertheilig, Lajipen und Zähne in Dornen oder Staehelspitzen ausge-
hend. Köpfchen einem liugelförmigeu Frnchtboden eingesetzt, 1 -blutig.
Kronen bläulich oder Mcisslich.
* 1. E. ^pltaeroceplialiis. Getneine Kugeldistel,
Blätter buchlig-fiederspaltig, oberseits hleberig- llaumhaari'g, unlerseils
graufilzig, La])]>en auseinander weichend, Jiuchtig- sägezähnig und sla-
chelspitzig.
LiNN. Sp. pl. 1314. Koch Syn. 11.452. Lam. Illuslr. I. 709. f. 1. Bot.
reg. t. 356 (E. paniculatus).
In der Nähe von Buiuen und Gartenanlageii , auf magerm steinigem
oder sandigem Boden, an wenigen l»uncten verwildert und haum als der
Flor angehörige Pflanze zu betrachten (l/.v. Gassei an den Felsen des
Weinbergs; /'r. Barby: Bösener Marl; ; ///. Lauenburg am hohen Ellmfcr
in der TMähe eines Gartens; MA-. Güstrow am Schlosslierge der Schön-
iuscl). Juli, August. — September.
Cirsiuin. COMPOSITAE. 30t
Stengel 2 — 5' liocli. Kupfc 1 V/ im l>iirrliiiios»ei lialtcml. Kioiuii weisfilicli, Slaiili-
heutel bleila.l.CM.
ÖTeonontisCheS' Zierpflanze.
%9. CIRSmifl. KUATXnMSTJElj,
TOIIRNEF. Insl. 'iö'). IIaLL. Ilist. I. 73.
Köpfe hauchiff, HüllhliÜtcr geschiiulelt stacbelspUzig. Säuinil-
liche Blüleii zwiüeiig, löhiig^ 5-spallig. Kelchsaum aus ge-
fietlerten, uuteii durch einen fleiseJiigen Hing verbundenen Ilaa-
ren bestehend. Fruchtboden borstig- snreublältrig. C.eschl.
Syst. XIX. 1.
Zwei- (Art. 1 — 3.) oder niehrjälii-igc (Art. 4 — 7.), aufreclitc , ästige
Kräuter. Blätter ganz, gesclilitzt oder fiederspaltig, sägezähnig- dornig,
oft lieral>laufend. Köpfe endständig, einzehi am llauptstengel oder au
diesem und den Ästen stehend, selten gehäuft. Kronen purpurn oder
gell», als Ahänderung weiss.
f Blatlci oliorseils <1 o r ii i g - s t e i l'li a a r i g.
1. V. lanceolatiini. Mjanzettliche Kratsaistel.
Blätter heralilaul'end, unterseits kahl oder sclnvaeh spinnweh-wollig, aus-
geschweift-tiederspaltig, Zipfel meist 2-spaltig, nehst den lanzettliclien
Lappen in einen starken Dorn endigend; Köpfe einzeln, rundlich -eiför-
mig, spinnweh -wollig, Hüllhlätter lanzettlich in einen ahstehenden Dorn
zulaufend.
Scop. Fl. carn. 11.73. Koch Syn. 11.452. Carduus lanceolatus Linn.
Sp.pl. 1149. Chi. hau. 444. Fl. dan. 1. 1173. Engl. l.ot. t. 107. Cnicus
lanceolatus Willd. Prodr. herol. n. 798.
b. neuiorale. Bas hainständige. Doppelt und 3 -fach höher;
Blätter seicht fiederspaltig, unterseits spinnweh -tilzig his ins Kahle;
Köpfe fast kugelig.
Waegeli in Koch Svn. 111. 990. Carduus lanceolatus v. sylvaticus
Chi. hau. das. Cirsium nemorale Reichenb. Fl. exe. 286.
An Weg- und Ackerrändern und auf Schuttplätzen, auf magerm und
sandigem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, häulig einge-
hiirgert; 1». in lichten Holzungen, auf frischem humushaltigem Boden.
Juni his August. — August, Septemher.
Slciigel "2 — 4', von b. bis 6' Loch. Dornen weissgelblicli, glänzend. Küpfe mit bjalf-
.ilinlielien DeckblUllern , ilie l.üizcr als die lliille sind. Kronen pfirsicbblülenfarben. —
Ändert al. mit mehr oder minder berablaiil'enden , mit seicht oder tiefer fiedersj>altigcn nnd
mit olierseits nur steilliaarigen Itlättern.
9. C erioplioriini. Jf^olllcöpfige Kratadistel, Blät-
ter nicht herahlaufend, unterseits lilzig, tief tiederspaltig, Zipfel meist
gelheilt, nehst den lineal -lanzettlichen Lappen in einen starken Dorn
endigend; Köpfe einzeln, kugelig, weiss -wollig, Hüllhlätter lanzettlieh,
an der unigekrümmten oder ahstehenden Spitze in einen Dorn verschmälert.
Scop. Fl. carn. IL 13(). Koch Syn. 11. 453. Carduus eriophorum
LiNN. Sp. pl. 11.53. Chi. han. 445. Cnicus eriophorus Roth Fl. gerni. 1.
345. Jaco. Fl. austr. IL t. 171. Engl. hot. t. 386.
An Wegrändern, Triften und in Waldgegenden, auf magerm trocke-
nem Boden, im südliehen Gehietstheile, an der Asse im Braunschweigi-
schen die nördliche Grenze des Yorkommens in Deutschland erreichend,
selten (Pr. Hüncburg hei Eisleben im Kessel, Aulehen, Quedlinburg im
Steinholze, an den Fallsteinen — ; Schiv. Rathsfeld bei Frankenhausen,
Badra, TVumburg — ; Br. Asse). Juli bis September. — September,
October.
302 COinPOSITAE. Cirsinm.
Sicngfl 3 — 5' lioch. Itlällcr denen «lei .i. 1. iilinlicli, grosser und srliniälcrlappig.
Kn|ire do|i|>elt so gross. Kronen dunk(l|iurj>urn , selten «eiss. — Ändert ab mit unter-
seits last kalilen Itlättern und uolllosen Köpfen.
ff IJliitter überseils nicht d o rn i g - s t ei f lia a r i g.
Rlalter nielir oder weniger lierablanfcnd.
3. C iialustre. Stumpf -Kr atedistel, Bl.ittci- zusam-
meiiliäii^ciul licrahlaiit'eiul, zerstreuet lielianrt, tief fiederspaltig, Zipfel
2 — 3 -lappig, iieJist «len Lappen «Inriispitzig; Köpfe trauhig - gehäuft,
Ilikllblätter aiiliegeml, dornig- stachelspitzig. . .
Scop. Fl. carn. IT. 128. Koch Sjii. II. 453. Carduus palustris Li^n.
Sp. pl. 1151. Clil, hau. 443. Fl. dan. t. 1341 (C. acauthoides). Fngl.
bot. t. 974. Cnieus palustris Willd. Prodr. herol. n. 799. 8ctiK. llandh.
III. T.229.
Auf Wiesen, Weiden, Äckern und in Wäldern, auf sumpfigem oder
moorigem Boden, sehr häufig. Juni bis August. — September.
Stengel • — 6' boeh , steif anfreebt, einfach, durch die von einem bis zum andern herab-
laufenden Blütler sobmal gefliigelt. Wurzelbl.ifter rosetlenförniig. Illütensliele sehr kurz,
etwas wcisswollig. Köpfe niitlelgross , ohne Deckblätter, bisueilen lockerer gestellt und etnas
*on einander entfernt (Fl. dan. t. 1341.). Kronen purpurn, selten weiss. — Ändert ab
mit obcrseits kahlen, mit untcrseits spinnweb - wolligen Bliittern. Im Herbst von der Stengel-
basis austreibende Aste sind durch nicht völlig herablaufende Blätter, länger gestielte und
kleinere Köpfe ausgezeichnet. — Als Bastardform ist im Gebiete vorgekommen ^ C.
lanceolato -palustre.
4. C arvense. Weld-Mratxdistel* Blätter etwas herab-
laufend, länglich -lanzettförmig, dornig- wimperig, ganz oder fiederspal-
tig-geschweift, an der Spitze und den Lappen in einen Dorn endigend;
Köpfe eiförmig, in rispigen Doldentrauben, Ilüllblätter anliegend, sta-
chelspitzig, fast wehrlos.
Scop. Fl. carn. 11. 126. Kocii Syn. II. 457. Carduus arveiisis Sibth.
Fl. oxon.245. Chi. hau. 445. Senatula arvensis Linn. Sp. pl. 1149. Schk.
llandh. III. T.234. Fl. dan. t. 644. Engl. bot. t. 975.
Auf Ackern, an Feldrainen und V^'^egi-n, auf inagerm trockenem Bo-
den, allgemein verbreitet. Juni bis August. — September.
Wurzel kriechend. Stengel 'Z — 3' hoch, kahl, oben äslig. Blätter sitzend, nur die
untern etnas herablanfend , untcrseits bläiilicbgriin , bald mehr bald neuiger eingeschnitten,
als seltenere Abänderung untcrseits wcisslichfjlzig, eben so selten sämnitlicb ganz, oder kraus
und stärker mit Dornen besetzt. Köpfe 'J- häusig, Kronen rosapurpurn, als Abänderung
fleischfarben, seltener weiss.
•■ Blätter nicht herablanfend.
5. C oleraceiiin. Kohlartige SLratxtUstel, Blätter
zerstreuet behaart oder kahl, ungleich, dornig -wimpi-rig, stengeluinfas-
send, untere fiederspaltig mit lanzettförmigen Zipfeln, obere ganz und
nebst jenen sägezähnig; Köpfe gehäuft, von grossen eirunden Deckblät-
tern umgeben, Ilüllblätter lanzettlich, in einen kurzen abstehenden wei-
chen Dorn verschmälert.
Scop. Fl. carn. II. 124. Koch Syn. IL 455. Cnieus oleraceus Li\n.
Sp. pl. 1156. Chi. hau. 446. Scuk. Uandb. III. T. 229. Fl. dan. t. 860.
An Bächen, Gräben und auf Wiesen, auf humosem nassem oder
sumpfigem Boden, sehr häufig. Juli bis September. — August bis
October.
Stengel 2 — 4' hoch, aufrecht, einfach. Blätter gross, hell gclbgrün , wurzelständigc
elliptisch -länglich in den Stiel verschmälert, seicht buehtig, alle zwischen den stärkern Dor-
nen feinborstig gewinipert. Köpfe über roiltelgross, Kronen weisslichgelb. — Ändert selten
ab mit ganzen Blättern (C. oleraceus v. integrifolius Chi. hau. das.). — Als Bastardfornien
*ind im Gebiet vorgekommen ^ C. acauli - oleraceillll ScHlEnE De plant, hybr. 46.
Carduus. COHPOSITAE. 303
Clil. lian. das., licuilicli häufig ; iiiiil X t>. pallistli - oleraCCUlll SCHIEDE ilas. 53.
Olli. han. aas.
6, C» biilbosuni* Knollige Kratzdistel» lUütter obei-
seits zerstreuet lieiiaart, iiiilerseits sehwach spinnwebig, iingleieh doriiig-
gewimpcrt, tief fiederspaltig, Zipfel 3 — 4- spaltig mit lan7,ettlic)ien Lap-
pen; Köpfe 1 — 3, einzeln am verlängerten, nur mit einigen iinenlen Ilocli-
iiliittern versehenen Hauptstengel und rispig gestellten Asten, Hüllblät-
ter mit kurzer abstehen«ler Stachelspitze, untere eirund- obere lineal-
lanzetlli<h.
De Cand. Fl. frane. IV. 118. Hoch Syn. II. 456. Carduus tubcrosus
ß. LiNN. Sp. pl. 1154. Chi. han. 445. Cnicus tubcrosus Koth Fl. gerni.
l 345. Engl. bot. t. 25(52.
Auf Wiesen, Triften und an FcKIrainen, auf nassem Boden, sehr sel-
ten (/*}•. Uoitsch, IJenndorf, Sehen — ; Iln. an der Saale bei Kapellen-
hagen im Fürstenlhiim Calenberg Fhrh. ; Lp. Detmold im IJnchenberge
neben der J>lühle). Juni bis September. — September, October.
Wiirzelfasern in der Mille «cidickl. Siengcl 2 — -'/-i' hoeJi , sthmal , spinntveb - ti-ollig,
eiiii'acli oder über der Mitte mit ti — 3 aiifreeliten , kurzen. Köpfe tragenden A«>ten verseilen.
Blatter seiclit fiederseLniltig alländernd und die Lajijien >on der eirunden liis in die lineal-
laDzeillielie Form iiiiergeliend. Hüpfe mitlelgros.s, Kronen purpurn. — Al.s Bastardform
ist im Geliiele gefunden X C. olcraceo luilbosUlU. I>ÄGEL[ C. d. Seliweiz l'J3.
*. C» viewnle.^tengellose Kratzdistel, Blätter ober-
seits unbehaart, länglleli- lanzettförmig, buchtig -fiederspaltig, Zipfel ei-
rund, eckig -3 — 4 -spaltig mit kurz dornig - gewimperten , in einen stär-
kern Dorn endigenden Lappen; Köpfe grundständig, einzeln oder zu
2 — 3 geknäuelt, Hüllblätter anliegend, kurz staehelspitzig.
Allion. Fl. pedcm. Koch Syn. II. 457. Carduus acaulis Linn. Sp.
pl. 11.5fi. Chi. han. 446. Cnicus acaulis Willd. Prodr. berol. n. 8(X).
ScHK. Haudb. III. 1.229. Sturm Deutschi. Fl. 11.24.
b. caiilescens. Hie stengeltreibende. Köpfe auf kurzem, beblät-
tertem Stengel.
Chi. han. das. Cnicus dubius "V^'^illd. das. t. 6. f. 11.
Auf Triften und an Waldrändern, auf magerm sonnigem Boden, häußg
und nicht selten truppweise. Juli, August. — September.
Wurzelfaserii aus dielser Basis versehmalert zulaufend. Blatter rosettenfürniig, unterseils
an der Mittelrippe steifhaarig. Kiipfe in deren Mittelpunete , aufsitzend oder sehr kurz ge-
stielt, millelgross, untere Hüllblätter eirund, obere 3 — 4 Mal länger lanzetllieh -lineal , an
der Spitze gestutzt. Kroneu lila- liarininroth, seilen fleisehfarben. Stengel der Spielart bis
10" hoch. Als Ba.stardfornien sind im Gebiete gefunden worden X C. palustri - acnulc
HaivipE Prodr. fl. berc. 48. und eine auf C. aeaule zurüebgehendc Übergangsform (B. re-
eedens Kocil das. III. 999.). ferner X C. oleraCCO - aCaulc HampE das.
technisches» SämmtUche Arten eifjenen sich zur Gewinnung von
Pottasche und die Samenwollc zur Polsterunt) von Kissen u. s. %v. für die
ärmere folksklasse.
ÖTCOnontiSches» Art. 3. u. 5. sind juntj als Gemüse und Salat
geniesshar. Art. 3 — 5. 7. tfcben vor dem Durchschiessen des Stengels
ein gutes f'iehf'utter. A. 4. ist ein schvjcr zu vertilgendes Ackerunhraut.
30. CARDUUS. ItlSVMEi,
I.INN. Gen. n. 9-.'>. Art. ausgesehl.
^ Köpfe, Ilüllblätler, Blüten und Fruclilhoilen wie hei Cirsiiiui.
Kelchsaiiiu aus einfaelien, clureh einen lleisehigen Ring verbun-
denen, Borstenhaaren bestehend. Gesehl. Syst. XIX. 1.
Wie bei Cirsium. Art. 1 — 3. 5. zwei-, A. 4. inchrjälirig. Kronen pur-
purn, als Abänderung weiss.
304 COMPOSITAE. Carduus.
'1. C. teii»ifloi*ii>^. iSchtnaiblütige m»tel, lUättcr
7.iisiiiiiiiu'iili.inst'ii<l-li<;i;il>laiiri'ii(l, ol)eiseits scli>vacli, untersi-its starl; wciss-
wollig, l>iiclitig-fn'dcis]»altig, Lap])cn eirund, eckig, dornig; Köpfe ge-
liänl't, sitzend, scliinal ^valzcnl'örniig.
CiRT. Fl. lond. Fase. YI. t.55. Koch Syn. II. 159. Fngl. l>ot. t. 412.
An Wegen und ungel>au(!ten Stellen, auf niag(;rni troel.eneni Uoden,
am siid- westlichen Saume «les Gebiets, die IXordgren/e des Voriiommens
in Deutschland erreichend, selten {Pr.fV. Münster — Darnp, Coesfeld
jenseit der Gebietsgrenze). Juni bis August. — September.
Stengel 1 Y2 — 2' liocL, steif aiifreelit, wenigästig. Blatter oberseils giün. Köpfe an iler
Stengclspitze iinil auf Kurzen trauliig gestellten Asten zu 2 — 'i ziisaiumengedriingt, dreimal so lang
als breit, Hüllblätter lanzcltlieh, ilornig-ziigespitzt, gerade, dach und kahl. KrüiuMi M isspinjmrn .
Ä. C acaiitlioldesi. Vieldornige üistel, lilatter zn-
samnienliJingend- herablaufend, l.ahi oder unterseits an den Adern lang-
haarig, tief fiederspaltig , Zipfel 3 — 5- lappig mit dornig-ge\viin|)erten,
an den Spitzen in lange und starke Dornen ausgehenden La|>pen; Köpfe
rundlich auf kurzen krausgellügeltcn und dornigen Stielen.
LiNN. Sp. pl. 1150. Chi. hau. 443. Koch Syn. II. 459. Reichenb. PI.
erit. X. f. 1319— 1321. Jaco. Fl. austr. HI. t.'249. Engl. bot. t. 973.
An \^'egen, Ackerrändern und auf nnbebaueten Platzen, auf trocke-
nem kalk- oder mergelhaltigem Boden, stellenweise häufig und oft trupp-
weise, als dem Menschen folgende Pflanze, eingebürgert. Juni bis Sep-
tember. — September, October.
Stengel 1 '/i — 2' Loch, »leiästig und daber die Köpfe fast doldenlraubig. Hüllblätter
lineal -pfriomenl'örniig, untere staehelspitzig und mit der obern Hälfte sperrig abstehend,
obere oder innere lineal - verlängert; weieh und unbctvelirt, Kronen hellpurpurn. — Ändert
ab hinsichtlich der Tiefe der ISlatleinscbnitte, der Behaarung, des starkem oder geringern
Besatzes mit Dornen und der mehr oder minder sperrigen Stellung der Blattzipfel und der
Hüllhlällcr, auch mit grössern und kleinem Bliitenköpfen. — Als Bastardforra ist im Ge-
biete gefunden worden ^ C. nufanti - acantlioides Koch 4ö2.
3. C CriSf llj^. Krause JDistel. Blätter zusammenhän-
gcnd-herai»laufend, ofierseits zerstreuet behaart, unterseits schwach spinn-
web-wollig oder filzig, l»uchtig- fiederspaltig, Zipfel 2 — 3-la]>pig, säge-
zühnig und fein dornig -gewimpert; Köpfe rundlich, einzeln oder gehäuft
auf kurzen, wolligen, dornig- flügelriefigen Stielen.
LiNN. Sp. pl. 1150. Chi. han. 443. Koch Sjn. II. 4fiO. Schk. Ilandb.
III. T. 2:28. Fl. dan. t. (521.
In lichten >'^'aldungen , zwischen G<;büsch, an Gräben, Flussrändern
und V^^'gen, auf feuchtem humushaltigem Boden, häufig. Juli bis Sep-
tember. — September, October.
I>em Cirsium paluslrc ähnlich. Stengel bis .5 — 6' hoch, ästig, meist vielköpfig. Blätter
länglich, obere bisweilen ganz, seltener alle tiefer fiederspaltig. Blütenstiele bisweilen ohne
.schmalnögelige Bieten. Köpfe kicttenähnlich , UiiUhlätter schmal lanzctllicli- lineal, locker,
äussere mehr oder weniger abstehend.
4. C defloratiiis. Itangstielige mstel» Blätter halb-
hcral>laufend, obcrseits kahl, unterseits blaulicligrün und oft an den
Adern behaart, länglich- lanzettförmig, grob sägezähnig oder eingeschnit-
ten-sägezähnig und fein dornig- gewimpert ; Kö|>f'e einzeln auf verlän-
gerten nackten Stielen.
LtNN. Sp. pl. 1152. Chi. han. 444. Kocu Sjn. II. 461. Jacq. Fl.
austr. I. t.89. Hall. Enuni. stirp. helvet. t. 18. f. 2.
In lichten Berghainen, an Kalkfelsen und auf kalksteinigem sonnigem
Boden, im südlichen Gebietstheile, die IXordgrenze der Gesammtverbrei-
tung erreichend, an wenigen Puncten {Hs. Allendorf: zum Uain an der
Ilörnekuppc, steilen Wand, Eulenkopf, Sommerkopf, Stein, gelben Hain,
IVasc bei Asbach — ). Juni bis August. — September.
Silybum. COJÜPOSITAE. 305
Warzcl holzig, fiiigeriliek , vielköpfig, scliwarzliclil.rauu. Stengel 1 '/a — 2V2'l'Oili, .ms
meistens liegender Basis schief ansteigend, einfach, seltener mit einini oder dem andern Ast
versehen. Blätter etwas dicklich und steif, nnicrstc roseltcnartig, folgende genähert iin<l
hisweilen seicht ficderschniltig, ohere entferntstehend und sehr schmal. Blutenstiele meist
2, länger als der Stengel; Köpfe unten miltelgross , aufrecht, nach dem Blühen meistens
nickend. HüllMältcr lanzeltlich - liucal , slachelspitzig, untere und mittlere ahstehcnd , ohere
dicht anliegend. Kronen hellpurpurn.
5. C> niltans* NicTeentle JDistel* Itlättcr zusammenhän-
gend-liciablaulend, oherscits fast kahl, iinterseits an den Adern lang^
haarig, tief fiederspaltig, Zipfel sperrig-3— 5- lappig, dornig -gewimpcrt
und nehst den Lappen in stärherc Dornen endigend; Köpfe auf mittcl-
langen Stielen nickend, Ilüllhljitter lanzettförmig, dornig. stachcispitzig,
über der Lreitern Basis verschmälert und gekrümmt auswärts gerichtet.
LiNN. Sp. pl. 1150. Chi. han. 442. Koch Svn. II. 462. Schk. Handb.
III. T. 228. Fl. dan. t. 675. Engl. bot. t. 1112.
An Ackerrändern und "V^'^egen, auf Lehm-, Sand- und Thonboden,
häufig und oft truppweise als eine dem Menschen folgende Pflanze ein-
gebürgert. Juni bis September. — September, October.
Stengel 1 '/.^ — 2' hoch, einfach oder mit kurzen, in 2 — 3" lange, graufilzige, 1- blutige
Blütcnstiele iihergchenden Ästen. Blätter bis in's Kahle ahändernd. Köpfe gross. Hülle
meist rolh angelaufen. Kronen bläulich -karminrotli , schwach honigaitig riechend. — Als
Bastardform ist im Gebiete gefunden X C. acanthoidi - uutans KoCH das.
VechniSCHeS» SämmtUchc Arten (jewähren die bei der vorherye-
hcnd^eti (iattuug erwähnte Beniitzunf/.
OTeonomigcheS» Art. 3. m. 5. sind vor dem Durehschiesscn ein
gutes Sehiueinef'utter.
31. !SIlii:BlJI?I. JtKA^UMmNnKSTMMj.
Vaill. »lern. d. l'acadcm. roy. Paris 1718. 172.
Staubfäden zur Rohre ..verwachsen ; Beutel ungeschwänzt.
Kelchsaum etwas federig. Übrigens wie Carduus. Geschl. Svst.
XIX. 1. . .
Einjährige, aufrechte, steife, ästige Kräuter. Blätter stengelumfas-
send, unbehaart. Köpfe endständig. Kronen purpurn.
t* S. ITIariaiiiini. Gemeine Mariendistel. "V^'urzel-
blätter fiederspaltig, stengelständige länglich, buchtig- eckig und dornig-
sägezähuig, glänzend; Hüllblätter in einen strablig abstehenden starken
Dorn ausgehend.
Gaertn. Fruct. II. 378. t. 162. Chi. han. 441. Koch Syn. II. 458.
Schk. Handb. III. T. 228. Engl. bot. t. 976.
An Stadtwällen, Wegen und auf Schutt, .luf magerm sonnigem Bo-
den, hier und da verwildert. Juli, August. — September.
Stengel 2 — 6' hoch, Blätter dunkelgrasgriin , meistens aderartig weisslich marmorirt,
seltener einfarbig. Köpfe kugelig, gross. Hüllblätter mit gerundeter dornig- gewimperter
Basis dicht anliegend, über derselben rinnig zusammengezogen und lanzettförmig. Flüchte
schwärzlich, glänzend.
GMWX:Rni.lCMMS»
OTeononiiXCheS» Zierpflanze der Gärten.
39. O^OPORDO^. JESmiiSnE^VME,.
LiNN. Gen. n. 927.
Fruchtboden bienenzellia*. Übriffens wie Carduus. Geschl.
Syst. XIX. 1. öS
Zweijährige, harte, grosse und ästige Kräuter, selten stengellos. Sten-
306 COIHPOSITAE. Lappa.
gvl häufig von tlcu hevablaufeudon Blättern geflügelt. Röpfe grossdornig.
Kronen purpurn.
1. O. Acaiitliliini. Gemeine Wiselsdistel» Blätter el-
liptisch-iänglicli, buchtig, dornig-gezähnt und spinuweh - wollig; Kopie
auf geflügelten Stielen, IlüUhlätter aus eirunder Basis lincal -pfrienun-
lormig, die untern hogig abwärts gekrümmt.
LiNN. Sp. pl.ll58. Chi. han. 442. Koch Syn. II. 462. Schk. Ilandb.
III. T. 230. Fl. dau. t. 909. Engl. bot. t. 977. Uatne Arzneigew. \I.
T. 44.
An Ackerrändern, Wegen und auf Schutt, auf magerm sandhaltigem
Boden, als eine dem Menschen folgende Pflanze hier und da eingebür-
gert. Juli, August. — September, October.
Stengel 2 — 6' hoch, dick, steif, durdi die herablaufenden BlStter geflügelt und dornig.
Blätter etwas fleischig und steif, unterste 1 — 1'/.^ lang und '/._,' breit. Ko|.fc aufrecht,
Hülle gross. Blütenscheibe beträchtlich hleiner als jene. Kronen rosapurjiurn , als Abän-
derung weiss. — Es honimf eine grössere und eine kleinere Form vor, von denen letztere
wolliger und hrausblättriger ist.
ökonomisches» fVurzel tmd junge Sprossen, auch der Blumen-
boden als Gemüse fjeniessbar und die Blätter ztim Laben der l\lileli in
Anwendung. Die Samen liefern ein mildes, fettes Öl. f'on den Eseln
soll die Pflanze vorzüglich gern gefressen werden.
33. liAPPA. HJjMVTm.
TOURNEF. Inst. 450. t. '206.
HUllhlälter geschhulelf , in eine hakenförmige Spitze ausge-
hend. Blüten säuimtlich zwittevig, Slaulifäden frei. Kelchsaum
aus mehrern Reihen unten nicht verbundener Haare bestehend.
Geschl. Syst. XIX. 1.
Mehrjährige, sehr ästige Kräuter. Blätter gestielt, ganz, eirund oder
herzförmig- eirund, unterseits weisslichfilzig. Köpfe doldentraubig oder
trauhig, länger oder kürzer gestielt. Kronen mehr oder weniger purpurn.
.1. li. major* Bohe Klette» Köpfe eiförmig-kugelig, nach
dem Blühen kahl, Hüllblätter lanzett-pfricinenförmig.
Gaertn. Fruct. II. 379. t. 162. Chi. han. 446. Koch Syn. II. 463.
Schk. Ilandb. III. T. 227 (Arctium Lappa maj.). Arctium Lappa Link.
Sp. pl. 1143. Hayne Arzneigew. II. T. 35.
b. minor. JDie kleinere. IMedriger, Köpfe kleiner und dichter ge-
stellt.
Chi. han. das. SciiK. das. (Arct. Lappa min.). L. minor Koch das.
Engl. bot. t. 1228 (A. Lappa).
In Waldungen, Hainen, zwischen Gebüsch, auf frischem humushalti-
gem Boden; b. auf Schutt und an W^egen, häufig. Juli bis September. —
September, October. — Die Spielart der sonnigen Lage wegen etwas
frülier blühend als die schattenständige Ilauptart.
Stengel bis 6' hoch , auf magerm steinigem Boden '2' hoch. Blätter unterseits fein
weissfilzig. Köpfe wenigivollig, besonders an der Hauptart, später fast hahl und weisslich-
grün , bald doldentraubig auf längern Stielen, oder gedrängter stehend und kürzer gestielt,
bald völlig trauhig und kurzstielig (Engl. bot. t. 1-28). Kronen hellhlniroth, mehr oder
vreniger in lila spielend, als Abänderung weiss.
9. JL. tomeiitosa. W^ollleöpjige Klette» Köpfe kuge-
lig, spinnweb -wollig, Hüllblätter lineal-]>friemenförmig.
Lam. Dict. I. 377. Chi. han. 447. Koch Syn. II. 463. Schk. Ilandb.
III. T. 227 (Arctium Lappa tonieut.). A. Bardana Willd. Sp. pl. III.
1632. Engl. bot. t. 2478, Ua\ne Arzncigcw. II. T. 36. A. Lappa Fl.
dan. t.642. A. Lappa ß. Linn. Sp. pl. 1243.
Carlina. COMPOSITAE. 307
An Rainen, Mauern, Wegen und auf Schutt, auf magevm trockenem
Boden, allgemein verbreitet. Juli Lis Septemhcr. — September, Octoher.
Stengel 2 — 'S' liocL. Blülter giolicrfilzig als von A. 1. Köpfe baiicliig, zwischen den
Ilülllilättern slaik mit weisser Spinniveb - AVoile iimnickelt, meistens doldentraiibig auf län-
gern Stielen. Rronen purpurn in violet übergelienti , seltener Llutrolli , als Aliänilerung
weiss. — Kommt auch als kleinere Form mit gedrängter stehenden Köpfen \or. — Die
specifische Verschiedenheit der heiden aufgeführten Arten ist sehr zweifelliaft. Verfolgt man
sie durch mehrere Lohalitäten, so lassen sich keine bestimmten Grenzen der Bildung fest-
halten.
Pharntaceutisch-HKedicinischeS' Die fVurzel beider of-
ficinell (Uadix Bardanae s. Lappae majoris). f'or waltende Be standth.
Zucker, Schleim, bitterer Extractivstojf (oder Harz?) und Gerbestoff';
nach Einigen auch Inulin (Gl'lBOVRT). Anwendunfj in Abkochung oder
Auf'tjuss, selten in Pulver, besonders als blutreinigendes Mittel gegen
Hautkrankheiten im Gebrauch.
ÖTCononiischeS* Die jungen fJ'urzcln, Sprossen und Blätter als
Gemüse essbar. — Bei Überhandnähme auf Schaf'triften ein nachtheili-
ges Unkraut.
34. CARiii^A. mBMnjrtrnz.
LiNN. Gen. n. 9J9.
Ilüllhläfter gescLIiulelt, innerste stralilbiklend und trocken-
häutig. Blüten sämnitlich zwitterig und röhrig. Kelchsaum aus
ästigen gefiederten, an der Basis'durch einen Ring verbunde-
nen, Ilaaren bestehend. Geschl. Syst. XIX. 1.
Mehrjährige, dornige, harte Kräuter. Stengel 1-höpfig oder dolden-
traubig-wenigköpfig. Blätter tiederspaltig oder geschweift -sägezähnig
und dornig, nicht herablaufend. Köpfe durch stengelblattähnliche Deck-
blätter ausgezeichnet.
f. C acaiilis* TJTeissstr ahlige Mherwurz» Stengel
1-köpfig, sehr kurz.
LiNN. Sp. pl. 1160. Chi. han. 441. Kocu Sjn. II. 463. Schk. Handb.
III. T.232. Fl. dan. t. 1174. IIayne Arzneigew. X. T. 4.5.
b. oaulescens. IUe steng eltreihende. Stengel gestreckt.
Chi. han. das. C. simplex Waldst. et Kit. PI. rar. Hung. II. t. 152
(nach Ausweise der vom Graf STERNBERG dem hies. bot. Gart, gelieferten Samen).
Auf Triften, auf hügeligem steinigem Boden, selten; b. häufiger als
die Hauptart {Pr. Bibra, Querfurt, Halle: Berge an der Lnstrut, Burg-
scheidungen— ; Ä'c/uii. Frankenhausen — ; /7*. Allendorf, neben der Halb-
mark am Waldrande — ; Pr. IV. Medebach; Hn. zwischen Dransfeld und
W'ellersen, Nörten, Hardegsen, Rottsberg bei Hildesheim als nördlichstes
Yorkommen In Deutschland). Juli, August. — September.
Wurzelblätler roscitenartig , ficderspaltig mit eckig- gelappten Zipfeln, beiderseits kahl
oder unterseits sehwach spinnweb -wollig. Bliilenkopf 2 — 3" im Durchmesser haltend, sitzend
oder auf 1 — 1 '/j" langem Stiel. Strahlblätter der Hülle beträchtlich länger als der Kopf,
auf der Oberseite glänzend silberweiss. Durchschicssender Stengel der Spielart 6 — 8" hoch,
Blütenkopf um die Hälfte kleiner.
%* C viilgariü«. Gemeine Mhertvura* Stengel beblät-
tert, ästig, 2- bis vielköpfig.
LiNN. Sp. pl. 1161. Chi. han. 441. Roch Syn. II. 464. Schk. Handb.
UI. T.232. Fl. dan. 1. 1174. Engl. bot. t. 1144.
b. acaulis. Ute stengellose. Ein — 2-köpfig, Köpfe fast sitzend.
Cid. han. das.
Auf Triften, grasigen Hügeln und an Waldrändern, auf magerm stei-
nigem und trockenem Boden, häufig. Juli, August. — September.
308 COmPOSITAE. Serratula.
Stengel 1 — l'/^'Loch, ileif, hart, oben tloldenlrjubig-ästig, selten oinfacL iinil l-
kopfig. Blällcr steif, länglich- lanzettfurmig, geschweift- siigeziilinig und dornig, iinterseits
oft etivas spinuweh-« ollig. Kopfe viel Ixleiner als an A. 1. Strahlhildendc IlüUhläller
lineal, zugespitzt, glänzend, blassgclh.
35. SERRATlIIiA. SCMABTE.
LiNIV. Gen. n. 9'24. Art. ansgesel.l.
Köpfe 1- oder 2-häusig. Ilüllhlätlcr gescliiiuleU, säuiinlllcljc
Blüten i-öhrig;, Staublatleii ■»varzig-.scIiHff'Iich. Kelfhsauui haa-
rig, mclirreihig. Friieiithodea horstlich-spreuig. Gesclil. Syst.
Mflnjäliiigc Kräuter mit schwach dornigen oder unhewaflneten Blättern.
Stengel 1- oder melirho])lig, kahl oder scliärl'liehhaarig. Kronen purpurn.
1. S. tlitctoria. Färber- Scharte, Blätter schärflich,
eirund -lanzettförmig, ganz, leierf'örmig oder liederspaltig, scharf ge-
sägt; Köpfe doldentrauhig, untere Hüllblätter eirund spitz, obere liueai-
lanzettförmig.
LiXN. Sp. pl. 1144. Chi. han. 452. Kocii Syn. II. 466. Scuk. Ilandb.
III. T.234. Fl. dan. t. 281. Engl. bot. t. 38.
Auf Wiesen und in Waldungen, auf feuchtem humushaltigcm Boden,
im südlichen und mittlem Gebietstheüe ziemlich häufig. Juli bis Septem-
ber. — September, October.
Stengel 2 — 3' hoch, aufrecht, ohen doldentrauhig- ästig. Blätter lieiderseits grün,
selten alle ganz, bald niu die obern bald sämmtlich seicht oder tief eingeschnitten. Köpfe
länglich, Hüllblätter purpurn - violef.
•Ä. !$• cyaiioidejit. KombtumeU' Scharte» Blätter tief
fiederspaltig, Zipfel lineal, ganzrandig, oberseits fein s]>innwebig, unter-
seits graufilzig; Köpfe einzeln, Hüllblätter lineal -lanzettförmig.
Gaertn. Fruct. II. 379. De Cand. Diss. comp. III. 30. Jurinea
cyanoides Reiciienb. Fl. exe. 290. Chi. han. 451. Koch Syn. II. 467.
Carduus cvanoides a. monoclonos Linn. Sp. pl. 1152. Carduus cyanoides
ScHK. Handb. III. T.22S. Spr. Fl. hal. ed. I. 1. 11.
Auf grasigen Triften und an Ackerrändern, auf magerm sonnigem
Boden, im südlichen Theile des Gebiets, die IVordgrenze der (europäi-
schen) Gesammtverbreitung am Harze erreichend, selten (Pr. Lettin, nach
der Gersdorfer -wüsten Mark zu, Quedlinburg, W^esterhausen — ; Br.
Blankenburg — ). Juni bis September. — August, September.
Stengel 1 '/.^ — 2' hoch, laogästig, 1 bis 3-köpfig. Bl.iller am Rande unigerollt. Zipfel
2'" breit oder schmäler, spitz. Ktipfc kugelig. Uüllblälter locker abstehend, stachclspilzig,
filzig.
GJE irjERBl.ICHJES,
technisches» ^/. /. enthalt in der fVurzel eitien dauerhaften
Färbestoff', der mit Biaxin und fJ'einstein oder mit Zinnsolution tjebeiz-
tem Tuche eine schöne fjelbe Farbe tficbt.
36. CEIVT AUREA. WIiO C KKNUIiUMm.
I.INN. Gen. n. 984.
HüllbläJtcr geschindelt. Sämmtliche Blüten röhrig: lland-
blüten geschleehtslo.s, Röhre allmälig^ in einen f riehterförmig'en
Saum erweitert; Seheihenhlüten Izwitterig, Röhre unter dem
Saum eingesehnürt abgesetzt. Kelchsaum haarig,, mehrreihig,
Fruchtboden borstig-spreuig. Gesehl. Syst. XIX. 3.
Zweijährige (Art. 7 — 9.), häufiger mehrjährige (Art. I — 6.) Kräuter,
von mannichfach verschiedener Form. Köpfe kugelig eiförmig oder el-
lipsoidisch, mit oder ohne grössere Randblüten. Kronen unserer Arten
lila, durch purpurfarben bis in himmelblau, selten gelb.
Centaurea. COKIPOSITAE. 309
f Hüllblaller unbewchrt.
1. C* Jacea* Gemeine WlocTeenhlume* Anhängsel der
lockern Hüllblätter oval, ganzrautlig, zerrissen oder die untersten käm-
mig-gefranset ; kein Kelchsaum ; Blätter länglich - lanzettförmig, ganz,
entfernt ausgeschweift -sägezähnig oder fiederspaltig.
LiNN. Sp. pl. 1293. Chi. han. 448. Koch Syn. II. 468. Schk. Handb.
in. T.261. Reichenb. Pl.crlt.X. f. 1293. Fl. dan. t.519. Engl. bot. 1. 1678.
b. pectinata. JJte kämmiggeschlitate. Köpfe braun oder sehwärz-
lichbraun; Hüllblätter anliegend, locker oder etwas abgebogen, An-
hängsel mit Ausnahme der obersten Reihen kämmig -gefranset.
Chi. han. das. C. decipiens und C. pratensis Thuill. Fl. par. ed. II.
44.5 u. 444. Reichknb. PI. crit. Cent. X. f. 1316 u. 1294.
Auf Wiesen, Triften, an Wegen, Acker- und Waldrändern, auf
Lehm- Sand- und steinigem Boden, sehr häufig; b. besonders auf feuch-
tem Sandboden Ostfrieslands bis in Pr. IV. nicht selten. Juni bis Sep-
tember. — September, October.
Sclir verändcrlicli Linsiclitlicb der Höhe und Ästigkeit des Stengels; der Grösse und
AniaLl der Blütenköpfe; der Form der Blätter, die auch leicrartig vorkommen ; deren si)inn-
wchigen , weichhaarigen oder seLärflichen Bekleidung; der Farbe der Hülle, die aus dem
Gclblichbrannen in licht-kastanienbraun, als der gewöhnlichen Farbe, in dunkelbraun und
schwarzbraun übergeht; hinsicbtlich der Anhängsel, die regelmässig kanimig- eingeschnitten,
anliegend und gekräuselt vorkommen. — Auch findet man Exemplare mit unvollkommenem
Ansatz eines Kelchsaums, wonach die Annäherung an O. nigra durch die in der Mitte ste-
hende C. nigrescens AVlLLD. unverkennbar ist.
«. C. nigra. Schwarze WlocTeenhlume* Anhängsel
aufrecht anliegend und dicht stehend, üedcrtheilig-fransig, obere zer-
rissen-geschlitzt; Reichsaum dreimal kürzer als die Früchte, Blätter lan-
zettförmig oder länglich -lanzettförmig, untere länglich- elliptisch, buch-
tig-fiederschnittig, sägezähnig oder ganzrandig.
LiNN. Sp. pl.l288. Koch Syn. II. 471. Fl. dan. t.996. Engl. bot. t.278.
Auf Triften, auf feuchtem 'thonhaltigem Boden, sehr selten {Hu. zwi-
schen Hedemünden nnd Münden — ; Pr. fV. Darup am Ilövcler Felde).
Juli, August. — September.
Von der Spielart b. der vorhergehenden Art nur durch dichter stehende, anliegende und
fast schwarze Anhängsel und einen Ansatz von Kelchsaum abweichend. Über das Verwandt-
schaftsverhältniss ^crgl. jene.
3. C plirygia. Wiederleöpfige flocJeenhlume, An-
hängsel der Hüllblätter lanzctt - pfriemenförmig, zurückgekrümmt und
krausborstig-fiedertheilig, die der obersten Reihe rissig-geschlitzt; Kelch-
saum dreimal kürzer als .die Früchte; Blätter länglieh -elliptisch oder ei-
rund-lanzettförmig, stachelspitzig-sägezähnig oder ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 1287. Chi. han. 449. Koch Syn. IT. 470. Reichenb. PI.
crit. IV. t.375. Fl. dan. t. 520.
Auf ATald wiesen, an Wegen und zwischen Gehüsch in den Bergge-
genden, auf humushaltigem Boden, häufig. Juli, August. — September,
October.
Anhängsel, mit Ausnahme der obersten HUllblättcrrcihe, lang haarartig- gefiedert, wo-
durch die Köpfe in der Entfernung ein lichtbraun- wolliges Ansehen erhalten. Drei oberste
Reihen der Hüllblätter ohne Fiedcrborslen bilden die C. austriaca WlLLD. Sp. pl. III.
2283. REICLIENB. das. t. 376, die kaum den Namen einer Spielart verdient, und zu der
als alpine Form die meistens cinfachstcngclige, 1-köpfigc (ich besitze ästige Esemplare mit
3 und mehrern Köpfen) C. ncnosa WiLLD. Enum. bort, berol. II. 92-5. gehört.
4. C inontana. Berg •T'locTeenhlunte. Hüllblätter
schwarz gerandet und sägezähnig-gefranset; Blätter herablaufcnd, lang
lanzettförmig, untere elliptisch-lanzettförmig, fein spinnwcb-wollig. ganz-
randig oder schwach geschweift -sägezähnig.
310 COMPOSITAE. Centaurea.
LiNN. Sp. i>l. 1289. Chi. hau. 449. Koch Sjii. II. 472. Jaco. Fl. austr.
IV. t. 371. Waldst, et Kit. IM. rar. llung. III. t. 219 (C. moiiis).
In Waldungen der Vorge])irge, auf Kallvstcinunterlage, die Nord-
grenze der Gesammtvcrbrcitiing am Sollinge erreichend, stellenweise und
gegen Osten abnehmend (Pr. Halle: hinter Bennstüdt nach Schmon zu.
Lutter am Ostcrberge, L'dra am Elisaltethhol, Ileiligenstadt im Fahr-
bach— ; Hs. Cassel: im Anethal des IIa]>ichts>valdes, Stahlherg, Sehar-
tenberg; Allendorf: am Meissner, zwischen der Albunger Schenlie und
Hitzerodc, W'^eiubusch bei Ludenbaeh, Ilörnekuppe u. s. w. Hn. Göttin-
gen: am Zwült'geren; Ililwartshauscn, Münden im Knick, Ziegelei unter
der Ilaarth, am SoUing bei Adelebsen, u. s w. Juni bis August. —
Septeml»er.
Stengel 1 — 1 '/.j' Locli, ciiifaeli, 1- blutig oder mit wenigen Ästen, wie die hellgrü-
nen Blatter sjiinuwel) - uolllg. Ilülllilültcr grün mit scliarf gezeichnctchi seliwarzem Saum.
Köpfe gross, Scbeibenlilüteu >iolct, Raiiilliliitcn aznriilaii. — Variirt mit nnten ncisslilzigen, mit
selinial linealen, und selten mit aiisgoscln\ elft-fiedersjialligcn Blattern, aucli mit weissen Kronen.
5. C« CyailU$«. Morn- flock enblUtne. Hüllblätter schwarz-
braun gerandet und sägezähnig -gefrauset ; Blatter lanzctti'ürmig-lineal
oder lincal, ganzrandig oder entternt selcht sägezähnig, untere schmal
umgehehrteirund- länglich, 3 — 5- theilig-fiederspaltig, wurzelständige bis-
weilen ganz.
LiNN. Sp. pl. 1289. Chi. han. 4-50. Koch Sju. II. 472. Sturm Dcutschl.
n. H. 4. Fl.dan. t. 993. Engl. bot. t.277. Havne Arzneigew. MI. T. 32.
Unter dem Getreide, auf Lehm- und Sandboden, allgemein eingebür-
gert. Juni bis September. — September, October.
Stengel l — 1'/,^' bocli. Äste 1-blütig. Blätter scbr schmal, unterseils schwach spinn-
web-wollig. Kronen der Scbcibcnhlüteu liolet. der Strablblütcn aznrblau, seltener fleischfarben
oder weiss.
6. C §cal>io!$a. Scahiosenartige FlocJeenblutne»
llüllblätter eirund, schliciit, mit schwarzbraunen, dreicciiig- spitzen, fran-
sigen Anhängseln; Blätter, mit Ausnahme der ganzen w urzelständigen,
fiedertheilig, Zipfel ganz oder fiederspaltig mit ungleichen lineal- läng-
lichen Lap])en.
LiNN. Sp. pl. 1291. Chi. han. 450. Koch Syn. IL 472. Fl. dan. 1. 1231.
Engl. bot. t. 56.
b. coriaoea. Bie leäerblättrige. Blattzipfel breiter, elliptisch-
länglich, meistens ganz, kahl und glänzend.
Chi. han. das. C. coriacea Walust. et Kit. PI. rar. Ilung. II. 214.
t. 195.
Auf Wiesen, Triften, an Ackcrrändern und A^'^egcn, auf Lehmboden
meistens mit Kalljunterlage, häufig; b. in W^aldungen, auf humushaltigem
Boden.
Stengel bis 3' hoch, stark, ästig. Blätter scbärflieh, bald etwas wollhaarig, bald kahl,
seltener glatt und leicht glänzend, bald breiter bald schmäler fiedcrlajuiig , ■\Vnrzelblalkr
meist umgekehrteiriind -länglich, in den Blatlsliel »erschmälert. Köpfe gross , kugelig, kahl
oder leicht wollig. Kronen dunkel pfirsichblutroth.
*. C. paiiiculata. Mispenblütige FlocTeenhlume,
Hüllblätter eirund, erhaben 5 -nervig, mit braunen dreieckigen gefranse-
tcn Anhängseln; Kelchsaum nur ein Drittheil so lang als die Frucht;
Blätter 1-fach oder doppelt -fiedertheilig mit schmal linealen Zipfeln;
Stengel rispig -ästig.
Lmiv. Sp. pl. 1289. Chi. hau. 451. Kock Syn. IL 475. Jaco. Fl.
austr. IV. t. 320.
An Feldrändcrn, W^egen , auf Triften und Mauern, auf dürrem son-
nigem Boden, im südlichen TJieilc des Gebiets, die Nordgrenze der Gc-
sammtvcrbreltung am Harze {Pr. Wcstcrhauseu — ; Br. Timmenrode,
.apsann.
COmPOSITAE. 311
lllankenburg — ; /Zn. Petersdorf Im Holmsteinschcn — ) evi-elcheiid , ziem-
lich liäufig.
Stengel 1 — 2' liocL, steif, dünn, meist von unten auf sperrig- ästig, oft loth augelaufen
und etwas suinnwcb - flockig. Blätter scharf, Zipfel 1'" breit oder sclimäler. Hüpfe am
Hauptstcugel und allen Ästen klein, eiförmig. Kronen pfirsichblüteniotb.
ff Hüllblätter in Dornen ausgebend.
9. C siolstitialis. Sommer -VlocTeenhlume. Hüll-
blätter wollig, haiultöiiiiig- dornig mit lang vortretendem mittlem Dorn,
Köpfe endständig; Blätter grauwollig, herahlaufend, untere leierförmig
oder fiedertbeilig, obere liucal -lanzettförmig, ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 1297. Chi. bau. 451. Roch Sjn. II. 475. Schk. Handb.
III. T. 261. Engl. bot. t. 243.
An Ackerrändern und Wegen, auf magerm sonnigem Boden, im süd-
lichen Theile des Gebiets, einzeln und intermittircnd eingebürgert. Juni
bis August. — September.
Stengel stark, sperrigästig. Äste mit je 1 Blütenkopf. Köpfe klein, nebst den Dornen
weisslicligclb. Kronen schwefelgelb.
9. C Calcitrapa. SterndistelartigeVlocJeenhlume.
Hüllblätter gänzlich kahl und glänzend, bandförmig- dornig, mit lang
vortretendem mittlem Dorn, Röpfe end- und seitenständig, kurz gestielt;
kein Kelchsaum; Blätter scharf, untere tief fiederspaltig, obere lineal-
lanzettförmig, ganzrandig oder mit einem und dem andern sägezähnarti-
geu Zipfel.
LiNN. Sp. pl. 1297. Chi. han. 451. Roch Syn. II. 475. Schk. Handb.
III. T. 261. Sturm Dcutschl. Fl. H.4. Engl. bot. 1. 125.
An Ackerräuderu und Wegen, auf magerm sonnigem Boden, hier und
da durch das Gebiet einzeln und intermittircnd eingebürgert. Juli bis
September. — Oetober.
Stengel steif, sperrig- ästig. Meiste Köpfe seitlich an den sie überragenden Asten,
eiförmig, Kronen pfirsichblüfenrotb.
JPharmaceutisch-Jttedicinisches» Von A.5. werden noch
hier und da in den Ajwtheken die Blüten (Flores Cyani) aufbewahrt, und
von A.9. Kraut, fViirzel und Samen (Herba, Radix et Semen Calcitra-
pae s. Cardui stellati), meistens jedoch ohne in Gebrauch Sit kommen.
OTechnischCSm SämmtUche Arten enthalten in den Blüten Färhe-
stoff'e, von denen der blaue der Art. 4. it. 5. die mehrste Anwendung (je-
stattet.
ÖTCOnomischeS» Art. 3 bis 7. Zieryflanzen der Gärten. A. 5.
wird zu liränzen fjebunden zu Markte ijebracht. Art. 1 — 6. frissl das
ß'ieh, und sänwitiiche Arten werden von den Bienen besucht.
S. Gruppe. CICHORACEAE. JTEGWARTEIV.
GMIVÄCIESJE.
Grlftel cjiindrisch (ohne glicdartige Unterbrechung); Schenkel fa-
denförmig, zurückgebogen und aussen flaumhaarig. Blüten sämmtlich
zwitterig und zungenförmig. Gcschl. Syst. XIX. 1.
LiNN. Gen. u. 990.
Köpfe walzi^, Iliillblätler 8 — 10 in einer Reibe, mit einigen
kurzem kclchartigen an der Basis.^ Früchte zusammengetlrückl,
fleiehmässig gestreift, ohne dentlichen Kelchsaiiiu, dem kahlen
ruehthoden gelenkarlig eingesetzt.
312 COMPOSITAE. Arnoseris.
Ein- (oder inclii-) jährige, autVechto, sclilanhe, ästige Kräuter. Köpfe
locl.er rispig, Ideiii, gestielt, kalil. Kronen iiellgelJ».
f. El. coiniituiii«^. Genteiner JRainJeohl, Blätter un-
gleich eeliig-gezähnt, untere leierlörnüg; Stengel ästig- rispig.
LiNN. Sp. pl. 1141. Chi. han. 440. Kocii Sjn. 11. 477. Schk. Uan.lh.
in. T. 225. Fl. clan. t.5l30. Engl. bot. t. 844.
An Hecken, Wegen, Achcrrainen, Mauern, auch in lichten Waldun-
gen, auf humoscni Lchin^ und Sandboden, sehr liäuiig. Mai bis Sep-
tember. — Juli bis October.
Milclicnd. Stc-ngel '2 — 3' lioeli , bald kalil , bald mehr oder weniger ranbkaarig. Aste
ubslclicnd, mitllero liliilter eirund, spitz, oberste lanzettförmig, ganzrandig. FriicLtc Icicbt
^brüllend.
GM vrMRBI^ICHMlS.
JPharmaceutiSch- KKediciniSCheS» Beim Landmann noch
im IJfnttxffebratirh , namentlich bei Svliaden der Itrüste.
OJConontiSCheS» Dicjumjcn Blätter als Gemüse t/eniessbar. fVird
fjern vom fielt (je fressen.
SH, ARIVO^ERIS. JDÄMJU:EnSA.X,^V,
Gaektn. Frnct. II. 3üa. t. 157. 1. ',i.
Köjjfe friichtlragencl kugelig. Ilüllblällef zalilrclcL^ in einer
Reihe, mit kürzern kelcharligen an der Basis; Früchle gestreift
inil ZTvisclienstehenden Kanten, Kelclisaum ein ungelheiller Hand.
Einjährige, stengellose Kräuter. Blätter alle Avurzelständig. Schaft
1 — 3-blütig. Kronen gelb.
1. A* piij^illa. Kleiner Etiimniersalat, Blätter umge-
kehrteirund- länglich; Blütenstiele keulenförmig verdickt.
Gaertn. Fruct. II. 355. t. 157. f. 3. Chi. han. 440. Koch Syn. II.
477. llyoseris minima LiNN. Sp. pl. 1138. Schk. Uandb. III. T. 224. El.
dan. t. 201. Engl. bot. t. 95 (Lapsana pusilla).
Auf Äckern, auf Sandboden, häufig eingebürgert. Juni bis August. —
August, September.
Spanneliing. lilaltcr roseltenartig, dicklicb, saftig, sägezähnig. Hin oder nicbicre
Rljitonscbäftc, einfach oder langästig, gegen die Basis ziegelroth gefärbt.
39. eiCHORIlIIfl. WBGl¥^A.nVE.
I-IlVN. Gen. n. 921.
Ilüllldätter in zwei Reihen, an der Rasis verwaclisen, äussere
Reihe 5-, innere 8 — 10-hlättrig. Kelehsaum aus Sj)reuhlättehen
gebildet.
Zwei- oder mehrjährige (A.I.), ästige Kräuter. Untere Blätter schrot-
sägenförmig. Köpfe unterbrochen ährenartig gestellt. Kronen blau.
i. C*. lutybus. Genteine J¥^egwarte» Köpfe zu 2 oder
mehreren sitzend und ungleich lang gestielt; obere Blätter aus breiter
stengelumfassendcr Basis lanzettförmig; Kelchsaum mehrfach kürzer als
die Frucht.
LiNN. Sp. pl. 1112. Chi. han. 439. Koch Syn. 11. 478. Schk. Handb.
111. T. 226. Sturm Dcutschl. Fl. 11.6. Fl. dan. t. 907. Engl. bot. t. 539.
IIayne Arzneigew. 11. T. 24.
An W^egen und Ackerrainen, auf trockenem Lehmboden, mit Aus-
nahme der höhern Berggegenden allgemein verbreitet, aber vielleicht nur
eingebürgert. Juni bis September. — August, September.
Steif, dirkslcngclig, sperrig -ästig. Blätter nnlerscils am Kiel so nie der Stengel slcif-
ha.iiig. Äussere HüUbliiller absttbend - zuriickgebogen. Kronen langiungig, als seltene Ab-
änderung roth oder wefss. Fruclitbodon am Rande narl.t und in der Mitte spreuig.
Thrinci«. COMPÖSITAE. 313
GEU^MRBX,ICHJES.
Pharmaceutisch • JOLedicinisches, Die fVurzel (Iladix
Cichoiii KvyzE IFaarenk. T.S9. f'.3.) of'/icinell. Vorwaltender Be-
standth. bitterer Extractivstoff. Anwendunfj in Abkochung, fjewöhn-
lich in Form von Species mit passenden Zusätzen; als eröffnendes , blut-
reinifjendcs und maycnstürkendcs Mittel. Präparate sind: Extractuni
Cicli.piii und Syriipus C. cum Rhco.
ÖTCOnOtnischeS» Die fVurzel der cultivirten Pflanze fjeröstet als
Surroijat des liaffee's oder Zusatz zu demselben ein wichtitfer Uandels-
artikel. Die frischen fVurzeln als Salat essbar, (jetrocknet und (fcmalen
ein Zusatz zum Brotmehl, auch ein Mastungsmittel für Sch^veine. Die
Blätter ein gutes Schaffutter.
40. THRIWCIA. MUJVnSIiJLTTIG,
Roth Cat. bot. I. 97.
Hüllblätter geschintlelt, mit einigen locker stclicntlen seliup-
pcuartigeu an der Basis. Friiclife in einen Sclinahel ver-
schmälert, Kelelisaum der randständigen kurz^ kronförmig, der
sciieibenständigen lang und fiederliaarig. Fruchtboden ohne
Sehuppcnblättchen.
Mcliijäbrige, fast striigellose Kräuter. Blätter fiederspaltig oder scbrot-
sägeuförniig. Blütenstiele 1-scLäftig, l-köpfig. Kronen gelb.
1. X. Itirta. Steifhaariger JBLundslattig, Wurzel-
stock mit starken Fasern l)esetzt, dann abgebissen; Scbälte unter zu
nebmender Dicke allniälig in die Hülle übergebend.
Roth Cat. bot. I. 98. Cbl. ban. 438. Koch Syn. II. 479. Leontodon
birtiim LiKN. S|>. pl. 1123. Schk. Ilandb. III. T. 220 (Apargia birta).
IlEicHENB. PI. crit. VIII. f. 993 (Tbrincia liispida). 1. 990. 991 (Thrincia
Levsseri; kleinere Form. An allen dreien das Cliaraklcristisclie der abgebissenen Wurzel
nicht ausgedrückt, viclleicLt weil 1 -jährige Exemplare zur Abbildung angewandt wurden).
lüigl. bot. t. 555 (Hedypnois birtuni).
Auf Tritten und Wiesen, auf feuebtem sandigem oder Lebnil>oden,
bäutig. Juni ]»is September. — Juli ]>is October.
S|i.inne- bis fnsslang. Schalt kurz behaart, seltener kahl. Blatter umgekehrteirund-
liinglich, seltener lanzetllirh, regelmässig lieders|>altig- buchlig oder buclitig- gezähnt, rauh-
haarig. Hüllblätter lineal , stumjiilich , behaart oder gegen die Spitze kahl oder ganz kahl.
Früchte in einen kurzen rauhen Schnabel »erschmälert.
41. liEO^TODOIV. IiÖWMNXA.M]X^.
J^INN. Gen. n. ül'2.
Hüllblätter geschindelt. Mittlere Früchte in einen Sehnabel
verschmälert. Kelchsaum fiederhaarig, bleibend^ Strahlen an
der Basis trockenhäulig- erweitert, sämmtlich gleichtoriuig oder
äussere haarförmig und kürzer. Fruchtboden ohne Sehuppen-
blältchcn.
Mebrjäbrige, stengellose Kräuter. Blätter ganz, scbrotsägenförniig
oder fiederspaitig. Blütenstiele sebaftartig, Kronen gelb, goldgelb oder
orangefarben.
f. li. autuninaliis. Merbst- MJöwenzahn* Scbaft we-
nigköplig, Blütenstiele allmälig verdickt und oben Scbuppenblältcben tra-
gend, vor dem Blüben aufrccbt; Blätter lanzettförmig, ausgesebv^'eift-ge-
zäbiit oder fiederspaitig; Strablen des Kelcbsaums gleicblang und sämmt-
licb gefiedert.
LiNTV. Sp. pl. 1123. Cbl. ban. 437. nebst V. pinnatifidus. Kocii Syn. II.
480. Schk. llandb. III. T. 220. Engl. bot. t. 830 (Uedypnois autumnalis).
314 COJVPOSITAE. Pioris.
b. Taraxaci. Oer butterblumenartige. Schäfte l-liö|)lig, IlüU-
blätter luauii- oder scliwarzhaarig.
L. autumnalis v. alpinus Clil. liaii. das. Apargia autumnalis y. Ta-
raxaci IIampe Prodr. H. Iierc. Fl. dau. 1. 1523 (Apargia Taraxaci). Kngl.
bot. t. 1109 (desgl.), vielleicht Ilieracium Taraxaci Link. Sp. pl. 1125.
Aufwiesen, Triften, au Feldrainen, in Waldern und Hainen, auf
frischem feuchtem Boden, häußg; I). auf den Höhen des Harzes. Juli
bis September. — September, October.
■\Viiizcl abgcliisscn. S.lialt bis 1'// hoch, gahelig, 3 — 5-hlüHg. Blätter lanzettfiir-
inig, beiderseits lang zugespitzt, ans dem Ganzraudigen his ins tief Fiederspaltige mit haroiu-
formigcn, his 1" langen und 1'" breiten Zipfeln abändernd. Hüllblätter kahl, grau oder
bräunlich behaart (Apargia pratensis I>INk) oder wie in b., zusammentrell'cnd mit 1-kopGgen
Schäften, schwärzliih behaart. Kronen der Randblüfen aussen grünlich - rothlich. Strahlen
des Kelcbsaums 1 -reibig.
Ä. li. pyreiiaicus. Pyrenäen^ IJ'öwenxahn» Schaft
1-liöplig, allmäiig verdicht und oben Schuppenblättchcn tragend, vordem
Blühen nickend; Blätter lanzett-spatclförmig oder umgekehrteirund- läng-
lich, seichtbuchtig-gczähnt, bahl oder mit einfachen Haaren besetzt; iu-
nere Strahlen des Kelcbsaums gefiedert, äussere kürzer, ungleich lang
und schärflich -rauh.
GoiAN Illustr. 55. t.22. f. 1. 2. Koch Svn. II. 481. Apargia alpina
"V^^iLLD. Sp. pl. 1547. Sturm Dcutschl. Fl. 11.37. Picris saxatilis Att.
Fl. ped. I. 211. t. 14. f. 4.
Auf den Gebirgswiesen des Harzes, auf frischem humushaltigem Bo-
den, hier und da. Juli, August.' — September, October.
Der A. 1. ähnlich, die Blattform jedoch meist dem Lmgchehrteiruuden sich nähernd,
während die Randbildung wie bei jener abändert, doch nie ganz so tief fiedcrig eingeschnit-
ten. Mit Sicherheit .on A. 1. durch die angegebene Verschiedenheit in der Bildung des
mcLrreiliigcn Kelcbsaums zu unterscheiden, naher verwandt aber mit der folgenden Art.
3. li. liisipidiiS' Jtauhhaariger Idöwensahn, Schaft
1-köpfig, unter dem Kopf etwas verdickt, kahl oder mit 1 — 2 Schuppen-
blättchcn versehen; Blätter länglich- lanzettförmig, gezähnt, buchtig-ge-
zähnt oder fiederspaltig, mit 2 — 3 gabeligcn Haaren besetzt; innere Strah-
len des Kelchsaums gefiedert, äussere kürzer, ungleich lang und schärf-
lich-rauh.
LiNN. Sp. pl.ll23. Chi. ban. 436. L. hastilis «. vulgaris Koch Syn.
II. 482. Apargia hispida Willd. Sp. pl. 15.52. Scuk. llaudb. lll. T. 122.
Fl. dau. t. 8G2. Kngl. bot. t. 5.54 (lledypnois hispida).
b. glabrescens. Schaft, Blätter und Hüllen gänzlich kahl oder kaum
mit einigen Härchen.
Chi. ban. das. L. hastilis v. glabratus Koch das. 482. L. hastile Link.
Sp. pl. 1123. Jaco. Fl. austr. II. t. 164. Apargia hastilis Willd. Sp.
pl. III. 1845.
Aufwiesen, Triften, Heiden, in Hainen und Waldungen, auf ma-
gcrm lehmigem und sandigem Boden, häufig; b. auf Berg- und Gebirgs-
wiesen, auf humushaltigem Boden, hierund da. Juni bis October. —
September, October.
Grösse und Gesammtansehen der vorhergehenden Art, durch die angegebenen Unter-
schiede und an der Spitze kurz 2 — 3 - theillge Haare der Blätter zu unterscheiden. Die Haare
der Kopfe dagegen siud einfach, selten eins oder das andere gabelig. — Auf den Ge-
birgen nimmt die Höhe ab und dagegen oft die Grösse der Köpfe zu: auch färben sich die
Hüllblätter sowohl als die Kronen duuklcr.
4«. PICRIS. BMTTEUKUJIUV.
I.INN. Gen. n. 907.
Innere HüUblälter anliegend, äussere kürzer und locker.
Helniintia. COMPOSITAE. 315
Früchte kurz geschnäbelt. Strahlen des abfälligen Kelchsauins
in einen Ring verwachsen, innere liederig, äussere haarförmig.
Fruchtl)oden nackt.
Zweijährige, ästige, steifhaarige Kräuter. Blatter ausgeseliweitt- ge-
zähnt. Köpfe meistens «loldentraubig, Kronen gelh.
1. P. liieracioide.s. MahichtsTer autartig es Bitter-
leraut» Blätter länglich -lanzettförmig, Luchtig- gezähnt, Stengel dol-
dentraubig- ästig.
LiNN. Sp. pl. 1115. Chi. han. 432. Koch Syu. II. 484. Scuk. Handb.
III. T. 216. Fl. dan. t. 1.'322. Engl. bot. t. 196.
Auf Wiesen, an Feld- und Waldrändern, auch in Hainen und zwi-
schen Gebüsch. Juli bis September. — September, October.
Stengel 2 — 3" Loch, stark, steifLajrig, häutig violel angelaufen. Stengelblätter umfas-
send, in der Ranilbildung veiänderlicb , aucli sägczäJinig, TOrkoinincnd. Doldentraube sperrig,
äussere, etwas abstehende, Hüllblätter auf den Rilcken steifhaarig, oft aber .auch wie die
inuern längern kahl, schwärzlichgrün.
43. H£IiI?II%TIA. WWTUMI£nA.trV,
Juss. Gen. n. 170.
Hülle doppelt, innere 8-blättrig, äussere 5 -blättrig, Blätter
gleichniässig. Früchte an der Sj)itze abgerundet mit verlän-
gertem baarförmigem Schnabel. Fruchtboden nackt.
Ein- (A. 1.) oder 2-jährige Kräuter oft mit dornartigen Borsten be-
setzt. Blätter ausgeschweift. Stengel gabelästig. Kronen gelb.
I. H. ecliioides. J^atterTcopf artiges I§^urnileraut.
Äussere Hüllblätter herzförmig- eirund, zugespitzt.
Gaertn. Fruct. II. 368. 1. 159. f. 2. Chi. hau. 432. Koch Syn. II. 484.
ScuK. Handb. III. T.216 (Picris echioides). Engl. bot. t. 972 (desgl.).
An Ackerrainen und Stellen der Schiffsausladung, an wenigen Puncten,
angesiedelt (iVA-. Warncmünde auf der Ballaststelle; Br. Börneke un-
weit Blankenburg).
Stengel bis 2'/.^' hoch, stark, nebst den Blättern mit Dörnchen und steifen, an der Spitze
knrzhakig getheilten Borsten besetzt. Wurzclhlätter uuigekehrteirund , stengelständige Sten-
gel um fassend, länglich- lanzeltiürmig, steif, glänzend. Äussere Hüllblätter in einen kurzen
Dorn ausgehend, innere lanzettförmig, unter der Spitze mit einer Gederborstigen Granne.
Kronen hochgelb.
44. TRA€iOPO€iO^. nOCMSBA.MT,
I.INK. Gen. n. 905.
Hüllblätter 1-reihiff, gleichlang, an der Basis verwachsen.
Früchte in einen stielförmigen Schnabel verschmälert. Kelch-
saum vielreihiff, fiederhaarig. Fiedern unter sich verwebt. Frucht-
boden knorpclschuppig.
Zwei- (Art. 1 — 3.), seltener mehrjährige, hohe, blätterreiche Kräuter
mit dicker milchender Wurzel. Blätter schmal verlängert, gleichlaufend-
nervig, ganzrandig, stengelumfasscnd. Köpfe meist gross. Kronen gelb
oder purpurn.
' 1. T. porrifoliii.«. MJauchblättriger BocTeshart»
Blütcnstiele nach oben allmälig keulenförmig- verdickt; Hüllblätter 8,
länger als die Kronen; randständige Früchte stumpfeckig, schuppig-gekörnt.
LiNN. Sp. pl.lllO. Chi. han. 434. Koch Syn. II. 485. Scuk. Handb.
III. T. 214. Fl. dan. t. 797. Engl. bot. t. &38.
Aufwiesen, an Ilainen, Wällen In der Nähe von W^ohnuugen, auf
humushaltigem Boden, hier und da verwildert (Br. Bremen — ; HL; Mk.
Bostock, Hohen Gubkow, Ankersliagcn, Ludwigslust — ; ///. llodenkir-
cheii (ob noch?). Juni bis August. — September.
316 COaiPOSITAE. Scorzonern.
Ulaltci aus nvaler Basis lang lanzcliruniiig xiigcsi)itzt , flach. Blütcnküpfe plalt, friiclit-
tiagciid, sclir dick, IIülll>l:iltcr meistens iloppelt so lang als die liraiinpurjiurnen, auch in gelbe
Färhiing iihcrgehcnden Kronen. Der folgenden Art nahe verwandt.
S. T* major. Moher JSocTeshart, Blütcnsticlc nach olx-n
allniJilig heiilig- verdickt; llülllilättci- 10—12, länger als tlic Kronen;
ramlstäntlige Früchte scharfkantig, sehHp]>ig-gel;örnt.
Jaco. Fl. austr. 1. 19. t. 29. Chi. lian. 435. Koch Svn. II. 485. Scuk.
Ilanai.. III. T. 214.
An Wegen, auf Feldern und an waldigen Hügeln, auf trockenem
kalksteinhaltigeni Roden, im südlichen Theile des GeJ>iets, die ]\ord-
Westgrenzc der Ilauptverbrcitung in Deutschland am Harze (//»i. Slei-
gerthal) erreichend, östlich höher gehend {/V. am Hui bei Haiherstadt — ;
Lh. Lauenlturg an der Elhe — ; Mk. Dömitz, Rostock — ), stellenweise.
Juli, August. — Septemlier.
Stengel und ßlältcr der vorhergehenden Art, doch niedriger. Köpfe concav. Ilüllbläller
wenig länger als die gelhen Kronen.
3. T. pratenj^is. Wiesen- BocJcsbart, Rlütensiielc un-
ter dem Kopfe nur wenig verdickt; Hüllhliitter 8, etwa so lang als die
Kronen, Früchte von der Länge des Schnabels.
LiNN. Sp. pl. 1109. Chi. han. 434. Kocu Sjn. II. 486. Schk. Handb.
III. T.214. Kngl. bot. t. 434.
b. tortilis. Der imnJcelblättrige. Niedriger, stärker. Rlätter stark
wellig, an der S]iitze S]>irallörniig gewickelt.
Chi. han. das. Koch das. T. undulatns Fr. Nov. suec. 56. Reichenb.
Fl. excurs. 277 (nicht .Tacq.). Fl. dan. t. 906 (T. pratcnse).
c. graminifnlius. Der grasblättrige. Höher, schlanker; Blätter
verlängert, lineal, schlalf überhängend.
Chi. han. das. T. minor Fr. das. 241. Kocu das. 485.
d. grandiilorus. Der grossblütige. Kronen länger als die IIülU
blätter; Früchte meist etwas Iäng(!r als der Schnabel.
Chi. han. das. T. Orientale Ll^N. Sp. pl. 1113. Koch das. 486.
Auf Wiesen, Triften, an Feldrainen und Wegen, auf kalkhaltigem
mergeligem lehmigem und sandig -lehmigem Roden, häufig; c. zwischen
Gebüsch; d. auf feuchten humosen Wiesen. Mai bis Juli. — Juli, August.
BLitter ans schmal länglicher Basis lang lineal, pfriemenförmig zugespitzt, an der Ilauptart
strafl'. Bliitenstielc fast gleichmässig. Kronen gelb. Früchte scliarfl.anlig, grösser und
dicker als an den vorhergehenden Arten und der Schnabel kürzer. Die J..angenverhaltnissc
der Hülle zu den Kronen und der Früchte znm Schnabel variiren um etwas. — Fl. dan.
t. 424., in Kocu Syn. zur Ilauptart citirt, enthält Hypochoeris glabra.
ÖlCOnomiSCheS» rHe ff'nrzeln sünnntlicher ^rfen können wie
Spnrijcl t/enosxen wcrdcu ; auch die Blätter und Stengel liefern Gemüse.
Sic werden vom f'ieli gefressen.
45. SrORZOWERA. MEjAFJEUWUMXJEX,.
LiNN. üeu. n. 906. Art. ausgeschl.
HülUilättcr geschhulelt. Früchte verlängert ol)en kaum vcr-
scliinalert, an (Icr IJasis mit einer kurzen Schwiele versehen.
Kelchsaum gleichförmig, fiederhaarig, Fiederu unter sich ver-
weilt.
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige (Art. 2. 3.), meistens unbehaarte Kräu-
ter mit milchender Wurzel. Stengel 1- oder mehrköpfig, bisweilen
schaftartig. Rlätter gleichlaufend-nervig, ganzraudig. Kronen gelb oder
purpurn.
1. S. liispaiilca. ^panUche Mtaferwurxel, Blätter
Pndospernium. COIÜPOSITAE. 317
länglich oder lanzettförmig, zugespitzt, untere Hüllblätter eirund- drei-
eckig, obere lanzettförmig; Stengel ästig niehrliöpfig; Wurzel schuppig
geschöpft.
LiNN. Sp. pl. 1112. Chi. han. 433. Koch Syii. Tl. 488. Blackw. Herb.
V. t. 406. Cn s. Ilist. CXXXVII. m. Al.i..
b. angustifolia. Hie schmalblättrige. Blätter lineal- lanzettför-
mig oder lineal.
Chi. han. das. S. glastifolia "VI^illd. Sp. pl. III. 1499. S. hlspanica
ß. glastifolia RocH das. S. graniinifolia Roth Fl. gerni. 1. 334. IL 2. 249.
Aufwiesen, grasigen Uügeln und zwiselien Gebüsch, auf huniosem
feuchtem Boden, in der südlichen Gebietshälftc häufig eingebürgert; b.
häufiger als die Hauptart. Juni, Juli. — August.
Stengel '2 — 4' hoch, Blätter stengeliimfasscnd, breiter und schmäler, entfernt kurz sliimpfzäh-
nig und g.inzrandig aliänilernil. Köpfe gross. I^ängskantcn der Früchte gekornelt auch ganz glatt.
». S. liuniilis. Niedrige Maferwurzel. Blätter lan-
zettförmig untl lineal -lanzettförmig, beiderseits verschmälert; Hüllblätter
sämmtlieh lanzettförmig, stumpflich; Stengel einfach, 1 — 3-l;öpfig, Wur-
zel schuppig geschöpft.
LiKN. Sp. pl.lll2. Chi. han. 43.3. Koch Syn. II. 487. Fl. dan. t. 816.
S. plantaginea Beicueivb. FI. sax. 165.
b. angustifolin. Hie schmalblättrige. IVIedriger; Blätter lanzett-
lich-lineal oder lineal; Stengel 1— 2-l;öpfig.
Chi. han. das. Fl. dan. t. 165.3. S. humilis ß. angustifolia Gmel. Fl.
sib. Tl. t. 1.
Aufwiesen, auf feuchtem sumpfigem und moorigem Boden der Ebenen,
ziemlich häufig; b. im Sandboden besonders der heidigen Gegenden im
nördlichen Gebietstheile, häufiger als die Hauptart. Mai, Juni. — Juli.
Stengel 6 — 12" hoch, bald locker und löslieh wollig (S. lanata SCHRANK Baiersch.
Fl. II. a06.), bald ganz kahl. Blätter voui Elliptisch - I.anzeltföruiigen mit 8—10 IVerren.
bis in das Lineale mit 3 — 5 IVerven abändernd. Kronen sehwefel - goldgelb. Längen-
kanten der Früchte glatt.
:i. S. piirpiirea. Mothhlühende Kafervcurasel» Blät-
ter lineal oder lineal -lanzettförmig; untere Hüllblätter eirund-lanzett-
förmig, obere lanzettförmig oder lineal; W^urzel haar- schopfig.
LiNN. Sp. pl. 1113. Chi. han. 434. Roch Syn. II. 488. Jacq. Fl.
austr. I. t. 35,
Auf Triften und zwischen Gebüsch, auf trochenem kalkhaltigem Hu-
gelbodcn, im südlichen Gebietstheile, die IHordgrenze der Gesammtrcr-
breitung am Harze erreichend, selten {Pr. Halle: am heitern Berge;
Bossleben am Sehlachtberge, Barby, Steinholz bei Quedlinburg — •; Schw.
Frankenhausen, bei der IVuinburg — ; ^it. Steigerthal). Mai bis August. —
August, September.
Stengel 6 — 12" hoch, schlank, Blätter lang, 1 — 3'" breit. Hüllblätter meist dicht
sternfilzig. Kronen purpurn, hellpnrpurn auch fleischfarben. — Längenkanten der Früchte
eben so wie bei S. hispanica, glatt oder schwach gekornelt (S. rosea Waldst. et KlT.
PI. rar. Hung. II. 127. t. 121, wenn die Kronen zugleich heller gefärbt sind — so auch
am Harze) variirend.
OleonomiSCheS, Die fVwtd der cuUivirten A. 1. ein hchanntes
Gemüse, und auch als liajf'eesurrorfat im Gebrauch. Die Blätter zu früh-
zeitigem Futter der Seidenraupen empfohlen.
*6. PODOISPERITIUITI. SVMJEJLSJIMX:,
De Cand. Fl. Iran.;. IV. 61.
Früchte gestutzt, auf fussförmiger Seliwiele stehend. Ühri-
gens wie Scorzonera.
318 COOTPOSITAE. Hypoclioeris.
Zwei- (A. 1.) oder mehrjährige, iiiiliehaailc Kräuter. Itliilter fieiler-
spalHg. Kö|)('e endslantlig, einzeln, vor <lcni Itliihen 8-eel;ig. Kronen gell».
1. P. laciiiiatHiu. Spitshlättrig er Stielsatne* ülät-
ter fieJerspaltig mit linealen zugespitzten Zi|)iV'ln; Ilnlllilätter etwa so
lang als die raudständigen Blüten.
De Cand. Fl. frane. IV. 6:2. Chi. hau. 436. Kocii Syn. II. 489. Scor-
zonera laciniata LiNN. Sp. pl. 1114. ScuK. Ilandh. III. T.215. Jaco. Fl.
austr. IV. t.3:j6.
b. integrifolia. Her ungetheilte. Sämmtliche Blätter ganz, lineal-
pfri emenlo rmig.
Chi. han. das. Scorzonera graminifolia V^'^eb. Spie. fl. gott. 21.
Auf Triften, an Ackerrändern und Wegen, auf niagerm halhliaitigcm
Boden, die Nordgrenzc der Gesamnitverhreitung am Harze {Pr. AVerni-
gerodc, Bürnichc — ; Br. Blanhenhurg, Benzingerodc — ) erreichend,
ziemlich häufig. Mai bis Juli. — August.
Stengel von 4" l>is 1 y.^' hoch, aufreebt oder ansteigend. Blatter unten liüsclielig ge-
liauft. Blattzipfcl scliinal, endständigcr verlängert nnd etwas breiter. Hliilensliele lang,
untere Ilüllbl.ntter locker, dreifaeb biirzer und scliuiäler als die obersten, Fnss der Frücble
'/3 SO lang als diese, und banm etwas stärker.
div. iii:po€hoi:ri§. fsukeiiKbaut,
I>INN. Gen. n. 918.
Ilüllblälter geschimlclt. Früchte säDimtllcli oder nur die der
Scheibe in einen langen Schnabel verschmälert. Kelchsaum fic-
dcrhaarig. Fruchlboden abfallend- spreuig.
Einjährige, bald mehr hald weniger Lehaarte Kräuter. Stengel schaft-
artig, ästig, Deckhlättcr tragend und wenighöpfig. Blätter ausgeschweift-
gezähnt, schrotsägenförmig oder ficderspallig, wurzclsländige rosetten-
förmig, sehr hurz gestielt oder sitzend.
1. H. ^labra. Gemeines WerJeelTeraut, Randständige
Früchte ungeschnähelt, Ilüllhlätler so lang als die Ilandblüteu; Stengel
blattlos, ästig, kahl.
LiNN. Sp. pl. 1110. Chi. han. 438. Koch Syn. II. 490. Schk. Ilaudh.
III. T. 22.5. Fl. dan. t. 424. Engl. bot. t. .575.
Auf Äckern, Brachen und grasigen Plätzen, auf sandigem und kiesi-
gem Boden, häufig. Juni bis August. — August, September.
Stengel 6 — 10" lang, gegen die Blute an Dicke zuncbmend. Blätter wccbselständig,
umgekebrteirund-länglicli, gegen die Basis verscbmälert, bucblig- gczäbnt bis iq's seicLt Fie-
derspallige, mit Härclieu bestreuet und etwas gewimpcrt oder kabl. Kopfe klein, Kronen
aussen griinlicb. — Ändert ab mit Friicbten , die .sämmtlifb gescbnäbelt sind.
«. H. radicata. Ij angwurzelig es WerTeelTeraut,
Säminlliche Früclite lang geschnäbelt; Hüllblätter kürzer als die Iland-
l)lüten; Stengel blattlos, ästig, kahl.
Li>N. Sp. pl. 1140. Koch Syn. II. 490. Fl. d.in. 1. 150. Engl. bot.
t. 831. Achyrophorus radicatus Gaertn. Fruct. II. 370. t. 159. Chi. han. 439.
Auf Triften, Wiesen, an Ackerrändern und in lichten Hainen, auf
feuchtem sandigem und Sandboden, häufig. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Stengel 1 — l'/.,'bocb, steil', lang, gabelästig. Blätter länglicb, sebrolsägenförmig,
raulibaarlg. Kopfe doppell so gross als an der vorigen Art. Kronen aussen griinlicb.
3. H. niaeiilata. GeflecTctes TerTeelTeraut, Sämmt-
liche Früchte lang geschnäbelt, Hüllblätter beträchtlich kürzer als die
Raudblüten und steifhaarig; Stengel 1 — 2 -blättrig.
LiNN. Sp. pl. 1140. Koch Syn. II. 491. Schk. Ilandb. IIT. T. 225.
Fl. dan. t. 149. Engl. bot. t. 225. IIayne Arzneigew. VI. T. 43. Achy-
rophorus maculatus Scop. Fl. carn. II. 116. Chi. han. 439.
Taraxaouiii. COHPOSIXAE. 319
Auf Vl^icscu niul in liebten Waldungen, hcsonders der Berggcgendeu
und Heiden, auf sandigem oder steinigem Boden, hier und da meist ein-
zeln. Juni, Juli. — August, September.
Stengel l'/^ — -' liocL, stark, sIcifLaarig, meistens l-l>öj)fig. AViiricIlilSIlcr lünglirli,
stiirapflich, zolilircit, mit breiter Ulitlelrippe , nnregeliuässig bnclitig - gezuljnt , aucb wohl
scbrotsägenföriuig, oberseits mit streifig gezogenen braunrotben Flecken gezeicbnet, seltener
nngefleekt. Stengelblätter scbr viel kleiner, zugespitzt. Bliitenstiele lang, glcicb dick.
Köpfe kugelig, ■'/■l" '™ Durchmesser baltend.
gjeu^jerbx.ich:es,
OJe anomisch es, SämmtUche ^rten vierden frisch von Scliaf'en
und Schweinen gern yef'ressen. f'on A. 3. sind die Blätter als Gemüse
ijeniesshar, weshalb sie in einigen Gegenden gebanct wird.
48. TARAXAClJIff. JBWTWMnBXiWIMJE»
JUSS. Gen. n. 169.
Hüllblätter geschindelt mit kleinem lieleharligen an der Ba-
sis. Blüten vielreihig. Früchte in einen langen fadenförmigen
Schnabel ^zusammengezogene^ nach oben knorpelig -Aveichsta-
chelig. Kelchsaum haarig. Fruchtboden kahl.
Mcbrjäbrigc, stengellosc, meistens unbebaarte Kräuter. Blätter scbrot-
sägenförmig oder ganz. Bliitenstiele scbaftartig, l-büpfig, bobl. Kro-
nen gelb.
f. Taraxaciim officiiiale. Gemeine MCuhblume*
Blätter scbrotsägenförmig, kabl ; llüliblätter lanzettlieb-lineal , untere
alnvärts gebogen.
WiGG. Prim. fl. bols. 56. Cbl. ban. 428. Koch Syn. IT. 492. Lcon-
todon Taraxacum LiNN. Sp. pl. 1122. Schk. Handb. IH. T. 219. Fl. dan.
t. 574. Engl. bot. t. 510. Hayne Arzneigew. II. T. 4.
b. hirtiim. Die behaarte. Blätter besonders auf der untern Seite
von sehr kurzen steilen Härcben scbärflicb; untere Hüllblätter lanzett-
lieb-lineal; Schäfte wollig-haarig oder fcabl.
Chi. han. das. Leontodon serotinum Waldst. et Kit. PI. rar. Hunff.
II. t. 114. *
c. arenarium. Bie sandständige. Magerer; Blätter scbrotsägen-
förmig-fiederspaltig; untere Hüllblätter lanzettlich -lincal, wagerecht
abstehend, obere unter der Spitze oft schwielig; Schäfte meist wollig-
haarig.
Chi. han. das. Leontodon glaucescens M. Bieberst. Fl. taurico-canc.
III. 530. L. corniculatus Kit. in Schult. Östr. Fl. II. 406 (wenn die
obern Hüllblätter schwielig verdickte Spitzen baben).
d. alpestre. Bie gebirgsständige. Schlanher und kleiner; Blät
ter schrotsägenförmig-fiederspaltig; untere Hüllblätter eirund- lanzett-
licb, abstehend, obere an der Spitze oft schwielig.
Cbl. ban. das. Leontodon alpinus Hoppe in Sturm Deutscbl. Fl.
H.41. L. taraxaeoides Hoppe das. (wenn die obem Hüllblätter schwielig sind).
e. palustre. nie sumpfständige. Kahl; Blätter bucbtig- fieder-
spaltig oder biiehtig- gezähnt bis in's Lineale und Ganzrandige; untere
Hüllblätter anliegend, eirund mit kurzer Spitze.
T.officinalc v. palustre und v. salinum Cbl.han. das. T. palustre DeCand.
Fl. franc. IV. 45. Fl. dan. t. 1708 (breiterblätlerige Form). Engl. bot. t. 553
(Übergang zur Hauptari). T. Scoizouera Beichekb. Fl. sax. 166. Lcontodou
lividus Waldst. et Kit. das. II. 120. t. 115. L. salinus Hoppe in Sturm
das. und wenn die Blätter scbm.il und gauzrandig sind L. tenuifolius HoPPE das.
Auf Wiesen, Triften und an grasigen Wegrändern, auf bumosem Bo-
den, allgemein Terbreitet ; b. an den Meeresküsten; c. auf Sandboden,
magerni Hügel- und Kalksteinboden; d. auf Berg- und Gebirgsboden ;
320 COinPOSITAE. Chondrilla.
e. auf sumpfigem moorigem toifigem und nasssalzigem Boden, auf le(z-
terni vorziiglieli die ganz sciunalblältrigc Form. April Lis Sej)teml»er. —
Juni J>is October.
Blatter hellgrün, nebst Schäften und Ilütleii hesondcrs in der Jugend mehr oder weniger
Hoeliig, später fueistcns kalil, glalt, glänzend, oft hlnnlich liereift. Kronen goldgclli, sdnve-
fclgelb, blassgell). Überall sind die Übergänge der aufgeführten Formen, die keine «cscnt-
liclie Verschiedenheit in der Fruchtbildung wahruehnien lassen, zu verfolgen. Auch die
Spielart c., durch die fest anliegenden breiteirunden untern Hüllblätter am meisten ausge-
zeichnet, lässl, wenn man sie von Sum|ifstellen auf trockenen Roden > erfolgt, durch allniä-
lige Verschniälerung und lockeres Abtreten der untern Iliillblätter, Übergänge in allen Stufen
wahrnehmen.
Pharntaceutisch' Medicinisches, fVurzel und Krmit der
llauptart (Itadix et Ilerlia Taraxaci s. Dentis Leonis) o/'ßcinell. f 'nr-
wall en de litstandlh. bitterer Extracttvxlojf', Schleinizneher und Itiulin.
Anwendtinfj , kurz vor der Blütezeit fjesnmmelt , besonders als auf-
lösendes und eröß'ncndes — • nach der Blütezeit qcsamtnclt mehr als tonisch
wirkendes Mittel, in Abhoehuiitj , der frische Saft als Frühlinqscur.
Präparate sind Krtraetum und Mcllngo Taraxaci. Auch ist die fP^urzel
ein Antheil mehrerer Spccies.
ÖTeottOmiSches, Die (pünen Blätter und Stentjel im Frühjahr
wie Endivieu benutzbar und letztere auch roh ein f/csundes Essen. Das
Kraut wird i'Oh allem f'ieh fjern fjefressen.
49. CHOIVIlRIIiljA. MJITOMJPXXiSAXiuAV.
LlNN. Gcu. u. 910.
Köpfe 7— •12-JiliUiga^Hüllbl:ilier meist 8, mll kürzern kelcli-
artigeu an der Basis. Friielite gescLnähelta nach oben siaehe-
liga an der Basis des Schnabels mit einem Kranze knorpeliger
Schlippen.
Zwei- (A. 1.) oder melirjälirige Kräuter mit rutlienförmigen oft gabel-
tlieiligen Asten. Wurzelblätter meistens sclirotsägenförmig. Köpfe scbmal.
Kronen gelb.
1. C juncea. Binsenartiger Knorpelsalat* Wur-
zelblätter scbrotsägenförmig, Stengelbiätter lanzettförmig, obere lincal ;
Köpfe blatte inkelständig.
LiNN. Sp. pl. 1120. Chi. ban. 420. Koch Syn. 11. 493. Jaco. Fl.
austr. Y. t. 427. Fl. dan. t. 1652.
b. setosa. Her borstige, Stengel nach unten zu nebst den Itlatt-
ränderu stachelborstig.
Chi. hau. das. C. juncea ß. spinulosa Kocu das. C. acanthophylla
BoRKH. in Beck. Fl. v. Frankf. 311. Beicheab. Fl. sax. 169. Schk.
Handb. III. T.218 (C. juncea).
An Ackerrainen, Wegen und Ilolzrändern, das höhere Gebirge aus-
genommen, auf trockenem magerm und sandigem Boden, hier und da.
Juni bis August. — August, September.
Stengel 2 — 3' hoch, rund, anfänglich meist flockig- wollig. Blätter hellgrün, bald
breiter bald schmäler. Köpfe dünn, walzig, fast sitzend. Schnabel der Früchte bald 1 1/.^
Mal so lang als diese, bald von derselben Länge. Knorpelschuppen der Früchte lanzclllicli-
lincal oder länglich -lincal.
50. PREI^Al^THES. MASKJVIiATTMG.
LllVN. Gen. n. 911. Art. ausgeschl.
Köpfe 5- blutig., Hüllblätter meist 8, mit kleinem geschin-
delten an der Basis. Früchte nicht geschnäbelt. Kelchsaiim
haarig. Fruchtboden kahl.
Lactuca. COJTIPOSITAE. 321
Mehrjabrigo, aufrechte, iiiibeliaarte Kräuter. Illätter ausgesclnveift-
gczähnt, seltener fiederscliiiittig, obere meistens gauzrantlig. Kopie in
Tranben oder IVispen. Kronen purpurn.
"1. P. piirpiirea. Purpurner Masenlattig* Klatter
mit berzlormiger Rasis stengelumlassend, untere unigel>elirteirund oder
länglich, in den geflügelten Blattstiel verschmälert, ausgeschweift-gezähnt,
obere lanzettförmig und ganzrandig; Köpfe in Rispen.
LiNN. Sp. pl. 1121. Koch Syn. II. 494. Schk. Uandb. III. T.218.
Jacq. Fl. austr. IV. t.317. Gaertn. Fruct. II. t. 158. f. 1.
In Bergwaldungen, auf schattigem feuebtem Boden, die Nordgrenze
der Gesammtverbreitung erreichend, selten {Br. Stadt-Oldendorf amllolz-
berge — ; Pr. Naumburg im Mordthalc). Juli, August. — September.
Stengel 2 — 4' bocli. Blatter iinterseits graugrün, jartlaiibig und schnell welkend.
Rispe traiibig. Blüfensticle fein, Kopfe nickend, walzig und sclimal.
51. I.ACTIJCA. XiA^WIG.
LlTVN. Gen. n. 909.
Hüllhlätfer gesclundelf. Blüten in 2 — 3 Reihen. Flüchte
zusaniuicngodrückt, Jii einen fadenförmigen Schnaliel ausgehend.
Kclchsaum haarig. Fruehthoden kahl.
Ein- (A.4.) 2- (Art. 1—3. 5.) seltener mehrjährige (A.Ö.), aufrechte,
oben rispig- oder doldcntraubig - ästige, kahle Kräuter. Blätter bucbtig-
gczähnt, sebrotsägenförmig oder fiederspaltig. Kronen gelb, selten blau.
• Früchte hciderseits mehrrippig. Kronen gelh.
1. li. virosa. Giftiger liattig. Blätter oval -länglieh,
untere umgebehrteirund, pfeilförniig, stachelspitzig-gezähnt, ganz, sel-
tener bnchtig- eingeschnitten; Früchte häutig gerändert, an der Spitze
glatt, Schnabel etwa so lang als die Frucht.
LiNN. Sp. pl. 1119. Chi. ban. 430. Koch Syn. II. 495. Schk. Ilandb.
III. T. 217 (mit Ausschluss der Früchte, die zu L. Scariola gehören, wie denn auch im
Teste irrig der L. virosa an der Spitze liorstlgc Früchte zugcschriehen «erden). FugS-
bot. 1. 1957. IIayne Arzneigew. I. T. 47.
In der Nähe von Ruinen und Ortscbafteu, auf felsigem steinigem Bo-
den, hier und da, wahrscheinlich nur verwildert. Juli, August. — Sep-
tember.
Stengel 2 — 5' hoch. Blütter flach gerichtet, aiu Kiel der Unterseite stachelig, Früchte
tief schwarzbraun, mit regeluiässig-3 - eckiger Spitze, Schnabel auch wohl '/j länger als die
Frucht.
». li. jiicariola. Jf^ilder IJattig* Blätter oval -länglich,
pfeilförmig, stachelspitzig-gezäbnt, fiederspaltig-schrotsägenförmig, sel-
ten ganzrandig; Früchte häutig gerändert, an der Spitze feinborstig,
Sthuabcl etwa so lang als die Frucht.
LiNN. Sp. pl. 1119. Chi. ban. 430. Koch Syn. II. 495. Fl. dau.
t. 1227. Engl. bot. t.268. IIavne Arzneigew. I. t.46.
An Wegen, Dämmen, Mauern und Gestein, auf trockenem steinigem
Boden, ziemlich häufig. Juli, August. — September.
Stengel 2 — .5' hoch. Bllittcr mit dem Rande nach oben und unten gerichtet, am Kiel
der Unterseite bald stachelig bald unhewalTnot. Früchte hell - graubraun , die Borsten der
Spitze fein nnd kurz. Rer Schnabel oft auch langer als die Frucht.
3. I.. sialigiia. JTeidenhlüttriger liattig. Blätter
schmal liiieal, pfeilförmig, ganzrandig, unterste sebrotsägenförmig- fieder-
spaltig; Äste rutheiiförmig, traubig -ährig; Schnabel doppelt so lang als
die Frucht.
LiNN. Sp. pl. 1119. Chi. ban. 430. Koch Syn. II. 495. Jaco. Fl.
austr. III. T.250.
322 COHPOSITAE. LHctilca.
An Ackci'i'äiidern , Wegen, culluiios liegende» Plätzen, aul niiigcrni
teockcneni Boden, in der südlichen Geliietsliälfte, die INordgrenze der
Gesanuntverbreitnng in Pi-. bei Barby — ; //«. bei Ilildesbeim erreichend,
hier nnd da. Juli, August. — September.
Stengel 1'/.^ — 3' iioc-li. Blätter bei 3" Länge 3 — 4'" breit, mit weisslicher Mitlelrippe,
ol't untcrseils ,im Kiel etivjs slatliel - liaarig. Früclilc schmal sili«aclirij)j)ig, an der Spitie
etivas scliarf, liraiin.
4. li. nturallsi. JtKauer-Iiattig» Blätter gestielt, leierför-
niig-fiederspaltig mit eiruntlen, eckigen, gezähnten Zipfeln; Köpfe in
aasgebreiteten Rispen, Schnabel mehrfach kürzer als die Frucht.
Fre.sen. Taschcnb. 484. Chi. han. 481. Koch Sjn. II. 496. Mycelis
muralis Ueichenb. Fl. sax. 170. Prenanthes muralis Linn. Sp. pl. 1121.
ScHK. llandb. III. T.218. Fl. dan. t. 509. Engl. bot. t. 487.
In Wäldern, Hainen, an Hecken, Mauern und auf Schutt, auf son-
nigem steinigem aber bumushaltigem Boden, sehr häufig. Juni bis Au-
gust. — September.
Stengel Vjr, — 2'/2' hoch, schlank, oft violet angelaufen mit bläulichem Reif. Dlälter
zartlaubig, kahl, unterseits graugrün. Blütenstielchen haarfein, Köpfe meist 5-blütig. —
Variirt selten mit ganzen Blättern.
5. li. quercina. Jßichenhlättriger Jüattig. Blätter
beiderseits glatt, untere scbrotsägenförmig-leierartig, obere schrotsägen-
förmig-fiederspaltig; Köpfe in doldentraubiger Rispe, Früchte an der
Spitze feinborstig, Sehnabel um die Hälfte kürzer als die Frncht.
LiNN. Sp. pl. 1118. ScHK. Ilandb. TU. T. 217. L. stricta Waldst.
et Kit. PI. rar. Hung. I. 47. t. 48. Chi. han. 431. Koch Syn. II. 496.
b. integrifolia. Oer ganzblättrige. Blätter ganz.
L. sagittata \I^aldst. et Kit. das. 1. 1. t. 1. Koch das.
In W^äldern und Hainen, auf steinigem Boden, im südiiehcn Theile
des Gebiets, am Harze die Nordgrenze des Yorkommens in Deutschland
erreichend, stellenweise (Pr. Rossleben, Halle: Sehen, Röglitz, am Bi
scbofsberg auf der Heide; Barby, Steinholz bei Quedlinburg, Huy, Ross-
trappe, Blechhütte — ; Hu. Steigerthal—).
Stengel 2 — 4' hoch, einfach, straff aufrecht. Blätter gross, zart, unterseits heller,
Zipfel zerrissen -unregelmässig und buchlig - gezähnt , oberste lineal unil ganzranclig. Früchte
nebst Schnabel schwarz. — Die Spielart weicht nnr durch die Blattforra ab.
Früchte beiderseits 1-rippig. Kronen blau.
* <S. li. perenni». Mehrjähriger MJattig. Blätter fie-
derspaltig mit lineal - lanzettlichen am obcrn Rande spitzlappigen Zipfeln ;
Köpfe in doldentraubigen Rispen.
LiNN. Sp. pl.ll20. Chi. han. 431. Koch Syn. II. 496. Mill. Dict.
t. 157. ■
In lichten Bergwaldungen • und an Triften, auf trockenem steinigem
oder felsigem Hügelboden, die Novdgrenze der Gesammtverbreitung am
Harze erreichend, selten {Pr. Rotheburg bei Kelbra, Steinklippe, Ross-
trappe — ; Scluo. Jechaburg — ). Mai bis Juli. — August.
Stengel bis 3' hoch, rulhtnformig- ästig. Wurzel- und untere Blätter häufig leierförmig-
schrotsägenformig, seltener ganz und umgekehrteirund. Rispe viel - lang- und sperrig- ästig.
Köpfe grosser als an der vorhergibenden Art. Früchte Qaeligedrückt mit dicklichem Räude
und beiderseits im Mittelfelde mit einer schwachen Rippe, sehr fein querwurzelig, hell-
braun. — Variirt mit fast ganzrandigen Zipfeln.
Pharmaceutisch • Medicinisches» Von A. 1. Kraut und
Samen (Herba et Semen Lactucae virosae s. Intybi angusti) of'ficinell.
f'o rival tendc Bestand th. narkotiseh - bitterer Extractivstoff und Harz.
Sonchus. COnPOSlTAE. 323
Anwendiinfj selten in Siibslanz oder ^hif'fjitss , nm gewöluilichsten als
Extiactuin yetjen ff^asserxiieht, und in iServenkrnnkheiten als Ersatz, des
Opiums. Die ff'irkuuf/ der (jleiehe Bestandtheile in einem andern f'er-
hältniss enthaltenden Ji.2. ist dieselbe, nur in scliwäeherm Grade, wes-
halb letztere anstatt der erstem, die selten und nicht in hinreichender
JUentje vorkommt, tinter f'erstärkuirff der Gaben anfjewandt werden
kann. — - Beide wirken unter Umständen als betäubendes Gift.
5«. SOIVCHUS. GÄJVSianMSVMIj.
lAisy. Goii. n. 908.
Hülle gescliiiulelf. Blüten viclreihig. Früchte ziisaniuienge-
diückf, ungesehnäbelt. Kelchsaiim haarig. Fruchlbodeii nackt.
Ein- (Art. 2. 3.) oder inelnjährige (Art. 1. 4. 5.) Rräutcr, seltener
Sträuche. Blätter meistens schrotsägenlormig oder tiedcrspaltig. Köpfe
doldentraubig, trugdoldig oder rispig. Kronen gell» oder hlau.
,ge
ISörstcIicn umgeben. Kronen bli
1. Sii. alpiltUS. JLlpen- Gänsedistel, Stengel einfach;
Köpfe in cndstäudigen Trauben mit drüsig- behaarten Stielen und Hüll-
blättern, Blätter gezähnt, leierförmig mit spiess-deltaförmigen lang zu-
gespitzten Endlappen, obere in den geflügelten Blattstiel verlaufend und
stengelumfassend; Flüchte vielrippig.
LiNN. Sp. pl.1117. Chi. han. 4-23. Fl. dan. t. 182. Svensl; bot. t. 6-57.
Sonchus coeruleus Sm. Fl. brit. II. 815. Engl. bot. t. 2425. Mulgedium
alpinum Less. Sjn. 142. Roch Syn. If. 498.
In Gebiigswäldern, auf humushaltigem feuchtem Boden und in der
Nähe von Bächen, am Harze die Nordgrenze des Yorkommens in Deutsch-
land erreichend, in wenigen Gegenden (Pr. Schierhe am Brocheii — ; Iln.
am Oherharze ziemlich häufig, z.B. am Uehbergergraben , bei Oderbrück,
Altenau, Zellerfelder Zug am Einhange nach Lautenthal).
Eine ansebnliclie oft mannslioLe Pflanze. Stengel ditk, sicif aufieclit, meist violetrotl.
angelaufen. Blüller bis 10" lang, liabl, unlen gr.niigrün. Zipfel wagerecbt abstehend. Köpfe
in enilsländigen, oft ästigen, vielblüligen Traube». Kelcbsaum steitbaarig, unrein gelbliclnveis.s.
•" Kelchsaum ohne Haarring. Kronen gelb.
«. S. oleracew». Garten-Gänsedistel* Stengel ästig;
Köpfe fast doldig mit unbehaarten Hüllblättern, Blätter länglich schrot-
sägenförniig-fiederspaltig oder ganz, stengelständige herzfüimig umfas-
send mit spitzen Öhrchen; Früchte qucrrunzelig, beiderseits mitSRippen.
LiNN. Sp. pl. 1116. ('.. ß. Chi. han. 42:^. Koch Syn. II. 497. Schk.
Handb. III. T. 2.56. Fl. dan. t, 682. Engl. bot. t. 843. IIavne Arzneigevv.
1. T.48.
b. bipinnatifidus. nie doppeltßederspaltiije. Blätter tief fieder-
spaltig, Zipfel mit lanzettlichen scharfspitzigen Lappen.
Chi. han. das. S. oleraceus }'. pilosus Roth Fl. germ. II. 276 (nach
Eierapl.).
Auf Gartenländereien, Äckern und an Schutt, auf Boden jeder Art,
fast allgemein eingebürgert. Juni bis September. — August bis October.
Kabl, mit Ausn.,bme iler wolligen Blülenslicle. «l.ilter zart, meistens oben duftig, sel-
tener leicht glänzend, der Form nach sehr »eränderlicb , auch leierförmig mit grossem Eod-
zipfel. Kelcbsaum «eicbbaaiig, rein weiss, Kronen blassgclb oder «eissgelb.
3. S. asper. S^tacheUpitzige GtinsedUtel, Steiigel
ästig; Köpfe fast doldig mit unbehaarten Hüllblättern; Blätter stachel-
spitzig-gezähnt, ganz oder schrotsägenförmig, stengelständige oval-lan-
zettlich oder lanzettförmig, umfassend mit rundlichen Ohrchen; Früchte
glatt, gerändert; beiderseits mit 3 Rippen.
324 COMPOSITAE. Crepis.
ViLL. Fl. .1. Daiipli. III. 158. Chi. hau. 497. Koch Syn. II. 497.
ScHK. Ilandb. III. T.256. Fl. «lan. t.843. S. olcraccus y. cF. Linn. Sp.
pl. 1117.
Auf Gavteiiliiinlereion, Ackern und an Schutt, auf Roden jeder Art,
weniger hiiufig als A. 3. eingebürgert.
GesainmUnselioii der <oiIieigclicnJcn Arl. Wurzel si.in.lelforiiiig. Dläder steifer, >oii
weniger >eriin(lerliclier Form , aber auch tief fiederspalfig \orKoiiiiiieu(l , oberseits meistens glän-
zend. Kronen gesättigt gelb.
ät. S. arveiisis. Feld- Gänsedistel. Stengel einfach;
Köpfe in endständigeu Doldentrauben mit drüsig -behaarten Stielen und
Hüllblättern; Blätter stachclspitzig-gezähnt, lanzettlich- schrotsägenför-
niig, stengelständige herzförmig-umfassend, oberste ganz; Früchte niehr-
rippig, Riiipen querrunzclig.
LI^^. Sp. pl. IIIG. Chi. han. 424. Koch Syn. II. 498. Schk. Ilandb.
III. T.217. Fl. dan. t. 1109. Engl. bot. t. 93:j.
Anf Äckern, auf thoiiigem o«lcr bindend-lehmigem Boden und im
Marschlande, häufig. Juni bis August. — August, SeptemLcr.
Wurzel weit umher kriechenil. Stengel 2 — 4' hoch. Blätter oberseits glänzend, sel-
tener duftig. Drüsen stark, gelb oder braun. Kopfe gross, Früchte kastanienbraun. —
Ändert ab mit schmälern, nur 3 — 4'" breiten Blättern (S. arvensis v. angustifolius Chi. han.
das.), selten mit ganzen Blättern und arm- bis 1- blutiger Doldentraube, auch mit drüsen-
loscn Blütenstielen.
5. -S. palustris. SumpJ^- Gänsedistel, Stengel einfach;
Köpfe in endständigen Doldentrauben mit drüsig -behaarten Stielen nnd
Hüllblättern: Blätter stachelspitzig-gezähnt, lincal -lanzettförmig, schrot-
sägenförmig-fiederspaltig mit lang zugespitzten Zipfeln, stengelständige
pfeilförmig; Früchte dickrippig, Rippen querrunzelig.
Linn. Sp. pl. 1116. Chi. hau. 424. Kocu Syn. II. 498. Schk. Handb.
III. T.217. Fl. dan. t. II09. Fngl. bot. t. 935.
In Sümpfen, an Gräben und Flussufern, auf nassem sauerliumosem
Boden, hier und da. Juli, August. — September.
Wurzel keine Ausläufer treibend. Stengel bis 6' hoch, steif, dick. Blätter regelmässi-
ger geschnitten als an A. 4. , unterseits graugrün, Zigifel der untern Blätter gross, meistens
gegen die Basis zurücligebogen, Drüsen sch»arz. Köpfe kleiner, Früchte schmäler, scnimelgelb.
ÖTe onomisch es, ^rt. S-—6. .tind ein vorziUßliches Schweine ftit-
ter. Die jun<]en Blätter der A. 2. sind als Salat oder Gemüse geniesshur.
53. CREPIJÜ. l^M^PAWT,
lAyji. Gen. n. 914.
Hüllblätter mit kleineni kelchartigen an der Basis, seilen fast
geschindelt. Fi-üclife stielrund oder sclnvaeh zusammengedriiclif,
10 — 30-rippiff, an der Spitze verschmälert oder in einen Schna-
bel verlängert. Kelchsaum haarförmig.
Ein- (Art. 1.3.4.), 2- (A. 2.) oder mehrjährige (Art. 5 — 7.) ästige,
selten stengellose Kräuter. Blätter von veränderlicher Form, meistens
schrotsägenförmig oder fiederspaltig. Kronen mit wenigen Ausnahmen
gelb. Kcichsaum silberweiss, seltener gelbliehweiss. — Zwischen dieser
und der folgenden Gattung keine hallbare Grenze.
K e 1 c h s a u m \r e i c li , s i 1 b e r w e i s s .
1« C foetlda. Übelriechentler Pippau, Blätter schrot-
sägenförmig-liederspaltig, nebst dem ästigen Stengel borstig, oberste
lanzettförmig mit fieders])altiger Basis; Köpfe vor dem Blühen nickend,
Randfrüchte kurz — Scheibenfrüchte lang geschnäbelt.
Crepis. COaiPOSITAE. 325
LiNN. Sp. pl. 1135. Koch Sjn. 11.500. Engl. bot. t. 406. Baikbausia
foetifla De Cand. Prodr. VIl. 158. Chi. lian. 428.
Auf Ächcni, Brachen, Triften, an Wegen und auf Schutt, auf lua-
germ kallihaltigem Boden, ziemlich häufig. Juni bis August. — August,
ISeptembcr.
Stengel 1 — l'/j' Locli, aufrecLt, abstehend - vielästig. Blätter seilen iiiigetlieilt, nur
gezälint, Hüllblätter graiiborstig, länger als die kiirzscbnäbeligen Randfrüehte und kürzer als
die niittlcrn Früclite. KelcLsaura etwas sieif.
Ä. CMennis. Xweijähr ig er :Pipp au. Blätter schrot-
sägcnförinig-fiedcrspaltig, nebst dem doldentraubigcn Stengel kurz scliaif-
haarig, oberste lineal und ganzrandig; Hüllblätter länglich - liueal, un-
tere abstehend, Früchte gegen die Spitze schwach verschmälert, 10 — 15-
rippig.
Link. Sp. pl. 1136. Chi. hau. 426. Kocu Syn. II. 504. Schk. Handb.
III. T. 222. Gaertn. Fruct. II. T. 158. f. 8. Engl. bot. t. 149.
b. runcinata. Der buchtigblättrige. Blätter regelmässig schrot-
sägenförmig-buchtig, mit umgekehrteirund- länglichen Endlappen.
V.. bienuis «. runcinata \^'immer Fl. v. Schlesien 201. C. biennis v.
obtusiloba Chi. hau. das. C. lodomeriensis De Cand. Prodr. \II. 163.
Auf Wiesen, in Gras- und Obstgärten, an Acker- und V^^'grämlern
und in lichten Hainen, auf frischem oder feuchtem humushaltigem Boden,
häufig; b. in Waldungen. Mai bis Juli. — Juli, August.
Stengel 2 — '6' bocli, steif, einfach, oben ästig. Unterste Blätter bis fiisslang, sämmt-
lich der Tiefe und Bichtuug der Einschnitte nach veränderlich, selten nur scichtbuchtig - ge-
zähnt. Hüllblätter fein granhaarig, innen schwach scidenhaarig, bisiveileu nebst dem Knde
der Blütensticle mit vveisslichgrüncn steifen Borsten besetzt. Früchte oben kaum etwas
schmäler als in der Mitte, feinrijipig.
3. C tectoriiiu. Gemeiner Pippau. Blätter schmal
lanzettförmig, ausgeseinveift-gezähnt, schrotsägenformig oder fiederspal-
tig, nebst dem doldentraubigcn Stengel schwach behaart, obere lineal,
pfeilförmig, meist am Bande zurückgerollt; Hüllblätter lineal-lanzettlich,
untere abstehend; Fruchtboden kurzfaserig, Früchte gegen die Spitze
schnabelartig verschmälert, 10- rippig und schärflieh.
LiNN. Sp. pl. 1135. Chi. hau. 426. Koch Svn. II. 504. Schk. Handb.
III. T.222. Fl. dan. t.501.
b. integrifolia. Her gansblättrige. Stengel strafl'i Itlätter un-
eingesclinitten, unterste seicht entfernt gezähnt, übrige ganzrandig.
Chi. han. das. C. tectorum ß. segetalis Both Bot. Abhandl. 37.
c. diffusa. Der weitschweijige. Stengel beugig, sperrigästig; Blät-
ter gezähnt oder seicht tiederspaltig; Köpfe kleiner.
Chi. han. das.
Auf Brachen, an Feldrainen, \'^'egränderii, auf Schutt und Mauern,
auf niagerm sandigem oder sandiglehmigem Boden, häufig; b. unter der
Saat; c. im Grase. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel 6" bis 1' hoch. Blütenstiele bald mehr bald weniger granfilzig, bisweilen mit
einer Linie schwärzlicher Borsten in der Mitte. Ohrchen der Stcngelblätter abstehend oder
aufwärts gebogen. Untere Hüllblätter bisweilen .luch anliegend, obere innen angedrückt-
haarig. Früchte fein querrunzelig, kastanienbraun. — Die Spielart c. vom Gesamratansehen
der folgenden Art.
4. C vireiis» Grüner Pippau. Blätter lanzettförmig
ausgcscliAveift- gezähnt oder sclirotsägenförmig- fiederspaltig, nebst dem
ästigen doldentraubigcn Stengel kahl, obere lineal, pfeilförmig, flach;
Hüllblätter lineal, zugespitzt, untere anliegend; Fruchtboden nackt, Frücht<r
an der Spitze schwach zusammengezogen, 10- rippig, Bippen glatt.
YiLL. Hist. d. pl. d. Dauph. III. 142. Chi. han. 427. Kocu Syn. II. 50.^
C. tectorum Poll. Fl. palat. II. 399. Engl. bot. t. HU.
326 COJUPOSITAE. Crepis.
b. stricta. ner steifstengelige. Stengel sliaÜ'; Blatter sclirot-
siigenröiiiiig, stengclstäii(ligc kaniinförmig- licderspaltig.
Chi. Iian. das. C. piiinatifida WiLLn. Sp. pl. 111. 1604.
c. agrestis. J>er grossköpjige. Üppiger; Blätter scbrotsägciiför-
iiiig; Köpfe fast doppelt grösser.
Roch das. C. virens v. runciuata Chi. hau. das. C. agrestis Wai.dst.
et Kit. PI. rar. lliing. III. 244. t. 220.
An Wegen, Triften, Wiesen- und Aelierriindern , anf etwas humus-
haltigein Boden, häufig; e. meistens auf Äckern. Juli Itis September. —
Septemiter, Oetohcr.
Stengel 4" liis 1'/^' hoch, einfach, aufrecht, oilcr mehrere büschelförmig und ansteigend,
niattor wie die der vorigen Art veränderlich. Köpfe halh so gross als an jener, nur an der,
allen Tlicilcn nach grössern, Spielart c. eheii so gross. Hüllblätter auf der innern Fläche
kahl und glänzend. Früchte nicht zugespitzt, sondern oben stumpflich »usammengczogen,
abgesehen von den Rippen glatt, leicht glänzend, haselnussfarbcn. Kekhsaum leicht abfallig. —
Koramt ebenfalls mit schwarzen B.iisicbcn auf den HnJlblällern vor.
5. C. praeniorsa. Vraubenblütiger Pippau, Blät-
ter entfernt schwach gezähnt, oval -länglich in den l.urzeu Itlattstiel ver-
schmälert, nebst dem blattlosen Stengel kurzhaarig, untere Blütenstiele
kurz verzweigt, obere einlach; Früchte 10 — 15- rippig.
Tausch Bot. Zeit. XI. 1. Ergänz. Bl. 79. Chi. han. 42,j. Koch Syn.
ir 502. Ilieracium praemorsum Likn. Sp. pl. 1126. Sturm Deiitschl. Fl.
11.39. Fl. dan. t. 942. Geracium praemorsum Beiciiekb. Fl. sax. 171.
Auf Waldwiesen und Triften, auf humushaltigem Boden, in der süd-
lichen Gebietshälfte, die IXordgrenze des Yorkomniens in Deutschland
am Harze erreichend, ziemlich häutig. Mai bis Juli. — August, Sep-
tember.
Wurzel abgebissen. Stengel 1' hoch. Blätter fast roscttcnarlig. Untere Bliilcnstiele
der schmalen Traube 2 — 3-höpfig, obere 1-fcopfig, sämmtlich kurz. — Kommt auch last
habl vor; ferner auf weniger frucbtbaicm Boden mit fast sitzenden Blättern, und auf fcmb-
tem Boden mit fast rispigor Infloreszenz.
«. C. siicci^iaefolla. Abbissblättriger Pippau,
Blätter seicht ausgeschweift -gezähnt oder fast ganzrandig, wurzelstän-
dige umgekehrteirund -länglich in den Blattstiel verschmälert, stengel-
ständige länglich, umfassend, nebst dem wenigbläftrigen oben dolden-
traubigen Stengel kahl oder mit wenigen zerstreucteii Härchen besetzt;
Hüllblätter nebst den Blütenstielen drüsenhaarig, unterste anliegend;
Früchte 20- rippig.
Tausch Bot. Zeit. XI. 1. Ergänz. Bl. 79. Koch Syn. II. 506. Sturm
Deutschi. Fl. H..39 (Hicracinm integrifolium). Crepis hieracioides Waldst.
et Kit. PI. rar. Ilung I. 71. t. 70. Chi. han. 425. Geracium succisae-
folium BeicheiVB. Fl. sax. 171.
b. niollis. Her behaarte. Stengel und Blätter beiderseits kurz be-
haart.
Koch das. C. hieracioides v. niolHs Chi. han. das. Ilieracium molle
Jaco. Fl. austr. II. t. 119.
Auf Gcbirgs- und Bergwiesen, auf nassem und sumpfigem Boden, im
südlichen Tbeile des Gebiets, die Nordgrenze der Gesammtvcrbreitung
am Harze erreichend, hier und da (Pr. Eislebeii , Ziegelrodc, alte Stoll-
berg, Wernigerode — ; Scliw. Frankenhansen — ; Hx. Meisner — ; /**•.
IXeuwerk, Ilüttenrode, Marmoriiiühle — ; Iln. Stcigcrthal, Neustadt — ).
Juli, August. — September.
Stengel 1 — 2' hoch, aufrecht, schlank, hohl, oben gabelthcilig - doldcnliaubig , 4— ()
köpfig. Stcng. Iblätter entfernt siebend, mittlere
den Stengel umfassend, ubcisle lanj.ltförmig, sil
bcb.>art. schwärzlich. KionrM. ^nld «.ifrancclb.
leiter werdender
abgerundeter
Basii
Bliitcnstielc um!
1 Huliblaltcr .
Iriisig.
Hieiaciuiii. COJfIPOSiTAE. 32 7
*. C pallldosa. Sumpf. Pippau, Untere Blatter uinge-
lehrtciriind- länglich, spitz, sclirotsägenartig gezähnt und in die Basis
verschmälert, nehst dem wenigblättrigen ästig - doldentrauhigen Stengel
kahl, obere eirund- lanzettförmig, lang zugespitzt, berzi'örmig- umfassend,
untere Hüllblätter sehr kurz, drüsig- behaart; Fruchte 10 -rippig.
Mönch Meth. 535. Koch Sjn. II. 506. Hieracium paludosuni Linn.
Sp. pl. 1129. Chi. han. 418. Schk. Handb. III. T.221. Fl. dan. t. 928.
Engl. bot. t. 1094. Aracium paludosum Lessing Syn. comp. 142.
In \^^aldungeu, Hainen und zwischen Gebüsch, auf sumpfigem und
moorigem Boden, häufig und meist truppweise. Juni bis August. — • Au-
gust, September.
Stengel 1'/.^ — 3' hocli, selten unten beliaart. Stengclblätter entfernt stehend. Hiill-
)il.Ktter vom Dräsenliaar scliwarz, selten fast kahl. Kronen unrein röthlichgelh.
ÖJCOnomiSCheS* SämmtUche Arten werden vom Fiehc tjcfrcsscn.
54. HIERACIlIIfl. MAßMCMVSBinAWTT,
LlNN. Gen. n. 913.
Ilüllblälter geschiiulelt. Früchte gleicliföiniiff und bis zur
Spitze gleich l)reit, lO-rippig, au der Spitze zartkerhig geran-
det. Kelchsaum haarföruiig, Strahlen spröde.
Mehrjährige, schaftartige oder stengeltrageude, meistens behaarte Kräu-
ter. Blätter ganz, meistens sägezähnig oder gezähnt, selten fast fieder-
spaltig, in Stellung, Zahl und Form veränderlich. Köpfe einzeln, sel-
ten gehäuft in Doldentrauben, Trugdoldc u oder Rispen, der Grösse
nach veränderlich, namentlich in hoher Gebirgslage oft um das Doppelte
stärker. Kronen schwefelgelb, gesättigt gelb, goldgelb, selten orange-
farben. — Auf die Überladung dieser Gattung mit einer lästigen Syno-
nymie scheint, abgesehen von der grossen Yeränderlichkeit der Formen
an sich, Bastardbefruchtung von Einfluss zu seyn , doch fehlt es durchaus
an sichern Beobachtungen hierüber.
f Stengel schaftartig, nackt oiler 1-blättrig, oft Ausläufer treibend.
1. H. Pilosella. Gemeines Habicht* Je raut. Schaft
blattlos, 1-köpfig mit niedergestreckten, bisweilen mehrköplig nachblü-
henden Ausläufern; Blätter spatel-lanzettförmig oder lanzettförmig, ober-
seits borstenhaarig, unterseits sternliaarig- graufilzig.
Linn. Sp. pl. 1125. Chi. han. 415. Koch Syn. IL .509. Sturm Deutschi.
Fl. H. 37. Fl. dan. t. 1110. Engl. bot. t. 1093. Havne Arzneigew. III.
T. 42.
b. robustins. Oas stärkere. Alle Theile grösser, Kopie dicker,
Blätter breiter, meist länger und starker behaart aber unterseits weni-
ger dicht filzig.
Koch das. und wenn Gabeltheiliiug des Stengels eintritt : IL stoloniflorum
Waldst. et Kit. PI. rar. Hung. III. 303. t.273. Koch das. 510. IL
bifurcum Wimm. Fl. v. Schles. 203.
c. furcatum. Das gabelstengelige. Stengel über der Mitte gabelig
2-köpfig mit langen Blütenstielen oder wlederholt-gabelig 3— 5-köpfig;
Blätter beiderseits borstenhaarig, unterseits schwachfilzig oder nur
zerstreuet sternhaarig.
Chi. han. das. IL bifurcum M. Bieberst. Fl. taurico -cauc. IL 2-51.
HL 532. Koch das. 510. H. flagellare Willd. Enum. h. berol. Supp. 54.
d. acaule. Das schaftlose. Köpfe fast sitzend, grösser.
Chi. han. das.
328 COHPOSITAE. HieiHciuiu.
Auf Tiirttn, Feldern, Wiesen, an Wegen und Diinnnen , auf niageini
sandigem und Sandboden der Heiden, sehr haulig und truppAveise; b. u.
c. auf bessern! etwas buniusbaltigeni Roden, besonders auf W'iesen, hier
uAd da. Mai bis August. — Juli bis Septeml)er.
Stengel 4 bis 6" lioeh. Ausläufer an der Spitze gekrümmt, später ansicigenil unil auf
fnielitbarem Hoiliii bis« eilen bliitcutrcibend. Blatter meist am BoJen liegend, die Borslcn-
iind Filzbeklcidung derselben »criinderlicb , lelzlerc bis ins Kable übergebend (U. Tilosolla
V. glabrescens CM. ban. das.). Kronen bell sebwefelgelb , randsl;.ndigc unterseits mit rolb-
licbcm Mittelstrelf. — Variirt mit blcincrn und grüssorn , besonders unten dickern Köj.fon,
mit dicbtweissfilzigen Hüllblättern fast oline Borsten- nnd »rüscnbaare, und mit scbivacb-
fihigen von bunligi'ren Borsten und StieldrUsen scbwarzen Hüllblattern.
Benterli. 1. Die dojipelte Bekleidung mit sebr kurzen, filzbildcnden Sternbaaren und
einfacbon laugen Borsteiibaarcn sebliesst sieb (wie bei Cistus , Hcliantbeuium und maucbcn
andern Gattungen) einander aus. ^Venn die Sicrnbaarc (auf Blattfliicben , HüllbläUern, Sten-
geln, Blütenstielen) überband nebnien , verlieren sieb die Borstcnbaarc , und «o diese vor-
lierrschcn , sebliessen sieb die Stcrnbaare nie zum Filz zusaiunion , verlieren sieb aueb «obl
ganz.
Benierl«. 2. Uie Spielart e. wird von Mebrern für eine Bastardform (^on H. Pilo-
sella mit H. dubium, H. ecbioides, H. tlorentinum I.ASCII, von II. Tilosilla mit H. prae-
altum DÖLL) .gebalten. Sie siebt der Bildung nacb, wenn die Kopfe grosser sind, aller-
dings zvviscben den erstgenannten Arten, und wenn die Köpfe kleiner sind, zwiseben den
letztgenannten. Ibr häufiges '^orkomnien und ibre Fortpflanzung dureb den Samen steht in-
dessen dieser Annahme sehr entgegen
Bemerk. 3. Die Gabeltheilung einfacher Stengel, wodurch der Blütenstand auflal-
leud verändert ersclieint, ist bei den Hieracien dieser Abtbeilung eine häufige Erscheinung,
worauf bei Feststellung der Arten gar kein Werth zu legen ist. >ergl. auch H. Auricula,
cvmosura nnd mnroruin.
H, H. Auricula. JOEauseohr'BahichtsJcraut» Stengel
blattlos oder 1 -blättrig, doldentraubig- 2 — ■ö-köplig mit liegenden oder
ansteigenden, selten nachblülienden Ausläufern; Blätter spatel- lanzett-
förmig, am lliinde und oberseits mit einzelnen Borstenhaaren besetzt,
bläuliehgrüii.
Li>N. Sp. pl.ll26. Chi. han.415. Koch Syn. 11. 511. Fl. dan. t. 1 111.
II. dubium Sm. Fl. bril. II. 828. Engl. bot. t. 2332.
Auf Wiesen, Triften und an grasigen Weg- und Waldrändern, auf
humushaltigeni oder feuchtem Boden, häufig. Mai bis Juli. — Juni bis
August.
Stengel 6 — 10" hoch, kahl, nur oben nebst den Hüllblättern mit Sternhaar und schwärz-
lichen Drüsen besetzt, meistens '2 — 3-köpfig. Köpfe meistens kurz gestielt, bisweilen aber
auch langstielig, seilen einzeln- und noch seltener viel (8 — 10)-blütig. — Kommt auch
ohne Ausläufer vor. II. angustifolium Hoppe AVlLLD. Sp. pl. III. 1.56.5. KoCH Syn.
II. .511. ist nur eine grossblülige alpine Form dieser Pflaoze. — Es kommt nicht selten,
«ie II. Auricula, bifurcum ^or. ■\ergl. Bemerk. 3. zur .orbergehenden Art.
3. H. cyniosüiiin* Vrugtloidiges MahichtsTcrautt
Stengel unten i- oder wenig- blättrig, mit und ohne Ausläufer, nebst
den länglich -lanzettförmigen Blättern mit Sternhaaren und einfachen Bor-
stenhaaren bestreuet; Trugdolden zusammengezogen, vielböpfig, leicht
graufilzig, borstenhaarig und stieldrüsig, Blütcnstiele büschelig.
LiKN. Sp. pl. 1126 (ohne Ausläufer). Chi. han. 416. Beichenb. PI. crit.
I. t.l7 (II. eym. (i. Columnae) und t. 56 (H. cym./S. longifolium). 11. IXestleri
liocH Syn. il. 515.
b. coiigloineratiiin. üas geknäueltbliitige. llppiger; Stengel
unten 2 — 5- blättrig, Blütensliele gedrängtblülig, gr::ulil/.ig und mit
schwarzen Borstenhaaren und Stieldrüseii besetzt; B'äticr weniger
sternhaarig oder ohne Steriihaare.
Chi. han. das. II. eollinum (Jochn. De plant, cichor. I. 1. II. pra-
Hieraciliin. COHPOSITAE. 329
teiise Tausch Bot. Zeit. XI. 1. Krgänz. Itl. 56. Koch das. H. Auricula
WiLLD. Sp. j.l. 1564. Fl. daii. t. 1044 (H. cliihiuin).
c. setosiiDi. Bas vielborstige. Stengel 1 — 3 — 6 -blättrig. Trug-
doUlcii bald locker bald dichter, Avenigerliöpfig, stiirlier graufilzig und
nebst Stengel und Blättern mit reichlichem und längern Borstenhaaren
besetzt.
Chi. lian. das. H. cymosuni Spreng. Fl. hal. ed. 1. t. 10. f. 2 (als
forma bilurca). H. echioides "V^'aldst. et Kit. PI. rar. Ilung. I. 85.
II. echioides ct. Setigerum Koch das. uml wenn ilic Borstenhaare langer, dichter
stehend und weisslich sind H. gabinum KoCH 516. H. Cymosum \lLL.
d. strigosuni. Bas steifborstige. Stengel 1 — ^3 — 6-blättrig; Trug-
doiden meist gedrängt, dicht hellgraufilzig, wenigborstig; Blätter lineal-
lanzettt'örmig, beiderseits dicht mit fast anliegenden steifen Borsten
besetzt.
Chi. han. das. H. echioides Lomnitz. FI. poson. 782.
In Hainen, lichten Waldungen, auf Waldwiesen, an Felsen und
Mauern; die Hauptart nebst b. auf humuslialtigem Boden, häufig; c. und
d. auf magerni oder steinigem Boden, letzteres in sonniger warmer Lage
nur im südlichen Theile des Gebiets. Mai, August. — Juli liis Septemlier.
Stengel stark. Dlalter grün, mit Ausnahme der Uaarhehleidnng in bluulichgrüne Für-
huug übergehend.
Bemerk. 1. Das Heraufsteigen mehrerer unterer Biälter am 1 — 'J-blüttrigen Stengel
gieht keinen Beleg für speciRscIic Verschiedenheit. Man findet Esempl. von H. echioides
W. K. (abgebildet mit .5 Stengelblättcrn) mit 1, 2 bis 8, ja 10 Blättern am Stengel.
Am auft'allendsten tritt diese Stengelblattzuuahme bei II. niurorum ein.
Bemerk. 2. Der zusammengezogene trngdoldige (doldentraubige) Blütenstand mancher
Hieracicn geht in den gestrechten rispigen über, indem der Stengel sich wiederholt in ver-
schiedener Höhe theilt, womit ungleich verlängerte Blülenstiele cnisteheu. Einen solchen
Zustand weist die zur Spielart c. citirte Sprcngelsche Abbildung nach, die zugleich nur 3
Stengelhlätter gicbt. Dass sie nicht zu H. praealtum gehört (KocH .514.), beweisen die
doppelt grössern Köpfe und noch überzeugender Ualle'scLe, auch mit 6 — 8 Steogelblättern
versehene, Exem]ilare von SPRENGEL selbst.
Bemerk. 3. Richtung und Farbe der Borstenhaare sind Veränderungen unterworfen.
W. K. sagen in der Beschreibung \on II. echioides ,,sclis autrorsum decumbenfibus siibad-
pressis," in der Abbildung sind sie unter rtO — 400 abstehend gezeichnet. Die Beobachtung
ergiebt, dass sie sieh meist mit zunehmender Steifigkeit steiler richten. An Exempl. von
H. echioides I-OMNITZ. von der Türkenscbanzc bei Wien liegen sie den Blättern dicht an.
Die schvvaize Farbe der Borsten, bei II. pralense votherrschend, geht, meist unter dem Einflüsse
einer trocknern Lage, in die braune, fnrhsige und weissgraue über. Vergl. auch H. alpinuni.
"i. H. praealtiini. KleinTcöpJiges MahichtsTeraut,
Stengel unleu 1- oder wenigblättrig, mit oder ohne Ausläufer, nebst
den lanzettlich -linealen, blaugrünen Blättern mit einzelnen Borstenhaaren
bestreuet oder kahl; Trugdolden locker, Tielköpfig, sternhaarig-grau-
filzig mit einzelnen schwachen Borstenhaaren, Köpfe sehr klein.
YiLL. Vov. bot. 62. t. 2 Fig. links. Chi. han. 417 nebst v. flaccidum.
SpRE^G. Fl. hal. ed.l. 1. 10. f. 1. Beichenb. PI. crit. I. t. 55. f. 114 und
f. 115 (H. obscurum, »enn die Hüllblätter schwärzlich behaart sind). H. praealtuni
a. florentinuin Koch Syn. II. 513 (ohue Ansl.) und ß. Bauhini (mit Ausl. , das
Svnon. von H. Auricula WiLLD. ansgeschlossen). H. cymosum Fl. dan. t. 810.
H. florentinum Willd. Sp. pl. III. 1.566. Spreng. Fl. hal. t. 10. f. 1.
b. fallax. Stengel 2 — 4-blättrig; Trugdolden langästig, auch wohl
gabeltheilig, weuigerköpfig ; Blätter unterseits bald zerstreuet, Jiald
dichter sternhaarig.
II. praealtum f. hirsutum (ohne unfruchtbare Ausläufer) und f. setosum (mit
liegenden Ausläufern). Kocudas. II. c ymosuin V. laxum Chi. han. 416. H.
fallax WiLLT). Fnum. h. berol. II. 822. Reiciienb. PI. crit. f. t. 39.
330 COmPOISITAE. Hieraoiuoi.
c. teneruiii. Das sartere. Sclilanher, clümicrslengelig und schnial-
hlättrigor; Stengel kahl; Klätter zerstreuel-borstenliaaiig bis ins Kahle;
Trugdolclen sperrig -blutig mit wenigen Sternhaaren und fast ohne Bor-
Chi.'ban.das. O. pilosclloides Vill. Ilist. d. j.l. d. Dauj.h. 111. t. 27.
Koch das. Ueichenb. das. t. 38 (II. fhirenliniini).
In lichten Hainen, auf Triften , Grasplätzen nnd anHIauern, auf nia-
gerni und steinigem Boden, ziemlicli liaufig. Juni, August. — September.
llnlcrscliciilcl sich von der lorliergclienilcn Arl diircL fast nui die Hälfte kleinere Blii ■
tenküpfe, eine lockerere feinerästige Trngdoldc, den Abgang der langen Borsteriliaare an
den Blütcnslielen , schinnlcre, immer hläiilicbgriine Blätter nnd sclimäcliligere Gestalt.
Item erb. Hie un> erkennbare "\ cränderlicLkcit in der Grösse der Bliitonkoiifc und der
Stiirke des Besatzes der Blülenstiele mit Borstenbaaren (H. obscnrnm BEICHENB. a. a. O.
bat bei kleinen Bliitenküpfen scbon einen so starken Besali mit schwarzen Borstenhaaren, wie
er II. cjmosum zukommt), in Verbindung mit der ^yabrnchmung, dass die grüne Farbe der
Blätter mit Abnahme ihres Borstenbesatzes stets mehr iu die hlänlichgrüne übergeht, luacben
CS wahrscheinlich, dass DÖLL Rhein. Fl. .5'22 uiciit mit L'nreclit H. cymosum und H. prac-
allum zu einer Art verbindet.
f-j- Stengel 1- oder ra eh rb 1 ä 1 1 r i g, ü b er w i n t cm de W u rz e 1 b 1 ä t Icr treibend,
die beim Blühen noch grünen, bisweilen mit Auslänfern.
5. H. niuroriini. Mauer-MabichtsJeraut, Stengel 1- bis
2-l>lättrig, unten nebst den eirunden, eirund- länglichen oder länglich-
lanzettlichen, grob sägezähnigen oder gegen die Basis sägezähnig- einge-
schnittenen Blättern zerstreuet rauhhaarig, oben sternhaarig; Dolden-
traubeu meist sperrigästig, sternhaarig-filzig, oft auch, Avie die häutig-
gesäumten Hüllblätter, zugleich mit schwarzen Drüsenhaaren besetzt.
LiNX. Sp pl.ll28. Chi. hau. 418. Koch S.>n. II. 522. nebst ß. sjl-
Taticuni (mit gegen den Blattstiel gerichteten untern Sägczabnen). StIRM Deutsclll.
Fl. II. 39. H. murorum ß. Liniv. Fl. suec. 273. H. incisum Hoppe in
Sturm das. Koch das. 523 (als kümmerliche Form). II. ]>iridum Kit in Hornf.m.
bort. hafn. II. 761. Koch das. 523 (als eine schwächere Form mit längeräsliger,
Hcnigköpriger Doldentraube, nach Ausweise langjähriger Cultur im hies. bot. Garten). F.Ugl.
bot. t.2082. — II. maculatum Sm. Engl. fl. III. 360. Engl. bot. t. 2121
(wenn die Blätter geOeckt sind).
b. ovale. Das ovalblättrige. ]>(iedriger; Stengel fast blattlos,
Blätter oval, ganzrandig oder kaum seicht sägezähnig; Doldeutrauben
weiiigköpüg.
Chi. hiin. das. 11. murorum (T. ^Villd. Sp. pl. III. 1578. Barr. Ic.
342 (IMilmonaria Gallorum rotnndifolia laevior).
c. Sohiiiidtii. Das Schmidtsche. Stärker und dJckerstengelig;
Stengel fast 1 -blättrig; Blätter eirund -lanzettförmig, gegen die Basis
verschmälert und sägezähnig - eingeschnitten ; Doldentrauben wenig-
It'öpfig, Köpfe grösser.
II. murorum v. alpestre Chi. han. 419 (II- rüpestre All. und H. Lansonü Sm.
ausgeschlossen). H. Schmidtü TAUSCH bot. Zeit. XI. 1. Ergänz. Bl. 65.
Koch das. 522. H. pulmonarium Sm. Engl. 11. III. 362. Engl. bot.
t. 2307 (H. pulmonarioidcs ViLL. ausgeschlossen). 11. pallcSCCnS WaLDST. ct KiT.
PI. rar. Iliing. III. 241. t. 217. KocH das.
d. sylvaticum. Das vielblätirige. Höher und schlankstcngclig;
Stengel 3 — 6 — 10-blältrig. Blätter eirund -lanzettförmig oder lanzett-
förmig, gegen die Basis verschmälert, sägezähnig oder sägezähnig-eiu-
gcschnitten.
Chi. han. das. II. murorum ß. svlvaticuui Willd. das. II. sjlvati-
cuni(a) GouAN lllustr. 56. Fl. dan. t. 1113. Engl. bot. l. 2031. 11. mu-
rorum ElNN. Fl. suec. 273 (nach EHRlIARr'schcn ui.salschcD Exemplaren mit 3 Sien-
Hieiaciuni. COMPOSITAB. 331
gelllättcrn). Ehrii. Heib. cxs. II. 147. H. vulgatiim Fries Fl. ball. ViS.
Koctt das. .521. H. Lachcnalii Gmel. Fl. bad. III. 322 und H. aiigusti-
folillin 323 («enn die Blatter scLmaler siud). H. raillOSUm WaLDST. et KiT.
PI. rar. Ilung. III. 211. t. 216. KOCU das. («enu die Blatter sägezähnig-eln-
gescbnitteii sind).
In 'Wäldern, Hainen, an Felsen, Ruinen und Mauern, die Hauptart
und b. meistens auf steinigem troebenem Boden, erstere selir büufig; c.
meistens in böherer Gebirgslage (Rosstrappe); d. auf buiuusbaltigem
scliattigem Waldboden , bäiifig.
Bemerb. 1. AVeno die BeoliacLtung im ersten besten Haine nachn-eist, wie die au
der Basis gerundete oft etwas herzförmige Form der Wnrzellilälter, deren lange Sägezahne
alsdann nicht anders als abwärts gerichtet sevn können, in die gegen den Blattstiel »erschmä-
lerte übergeht, womit die Sägezähne der Richtung nach vorn folgen müssen, und wie der
1-blättrige Stengel ganz allmälig 2 — S — 5- bis (zwischen Gebüsch, wo der Wachsthum in
die I^änge getrieben wird, und die Wurzelblätter meist schwinden) 8- ji 10-blättrig wird;
so muss man die I^cichtferligkeil bewundern, womit in neuerer Zeit diese gemeine PHanzc
mit unnützen Namen belegt ist.
Beinerb. 2. H. decii>iens Fkoel. in De C.Ayn. Prodr. VII. -230. Kocii Sjn.
II. ^20. H. Mongcoli FROEL. in lit. fällt mit H. murorum c. Schmidlii zusammen. Die
schmalen, fcingespitzlcn Hüllblätter, welche ersteres bei übriger gänzlicher Übereinstimmung,
nur auszeichnen könnten, kommen, wie unsere Pflanze au der Rosstia|ipe nachweist, bei
letzteren in derselben Masse vor.
Bein erb. 3. Die Bemerk. 3 zu II. cjmosum, die Farbe der Haare betreffend, gilt
.uich hier, wie wahrscheinlich bei allen Hieracien. Auf magerm Boden zwischen sonnigen
Kalkleisen, werden die Stern- wie die Borstenhaare oft fast gänzlich weiss. Solche Eicmpl.
deren Blätter meistens schmal und die Doldentraubc wenigköpag, die Köpfe kleiner sind,
bilden das U. pallcsccns AV. K. In den hies. bot. Galten gebracht, ging die Farbe der
Haare schon im 'Jlcn Jahre in die gewöhnliche über. Vergl. auch Bemerk. -3 zu II. alpinnm.
' G. H. aliiiiimn. Alpen. Mabichtsicr auf, Stengel l-
Itis niebrblättrig, wenig (1 — 3)-böplig; nebst den elliptiscb - langlicben,
liinglich- lanzettförmigen oder lanzettförmigen gegen die Basis fast ganz-
randigen oder seicbt sägezäbiiigeu Blättern raubbaarig, oben sternbaarig-
iüzig; Köpfe gross, Hüllblätter lang, zottig, oft nebst den aufrecbt-ab-
stelienden Bliitenstielen mit zerstieueten scb>varzen Stieldrüsen besetzt.
Li\N. Sp. pl. 1124. Cbl. ban. 420 nebst v. pumilum. Koch Syn. 11.
527 c. geiiuinum ii. ß. pumilum. Stlrm Deutscbl. Fl. H.37. Fngl- bot.
t. 1110. H. pumilum Hoppe in Willp. Sp. pl. 1562. H. alpinum integri-
foliuin Ehrh. Herb. exs. n. 79.
b. nigrescens. Das schtrarsköpjige. Stengel böber, ästig -mebr-
(3 — 5)-böplig; Blätter eirund, elliptiseb oder lanzettförmig mit vcr-
scbmälerter Basis, sigezäbnig oder sägezäbnig- eingescbnitten ; HüU-
!»!ätter nebst den Blütenstielen von Stieldrüsen sclnvarzbaarig.
II. alpinum ;'. Halleri und *. nigrescens Koca das. H. Halleri Willd.
Sp. pl. lil. 1587 u. II. nigrescens 1574. Willd. Hort, berol t. 10. II.
aipinuin v. raiiiosuin Chi. bau. das.
Auf den UöIk n des Broebens am Harze (Pr. Heinricbsböbc und Kö-
nigsberg). Juli, August. — Sep!einl)er, Oetober.
Bern erb. 1. Ich wiederhole meine sihon in der Chi. ban. ausgesprochene Ansicht,
dass H. alpinum in den hier aufgeführten Formen nur eine Alpenform von H. mnrorum sei,
durch zwergige Gestall, grössere Blütenkö|>fe und reichlichem Haarbesalz besonders der IIüll-
blälter — sämmtlich Einllüsse des Hoehgeliirgsstandes — abweichend.
Bcnierb. 2. Nach AVimm. u. Gkab. (Koch .V26) und >Vimm. Fl. ,. Scblcs. 203.
soll H. alpinum >ou H. murorum u. II. mur. v. syKalienm (II. lulgatum FR ), deren grosse
-ibnlichkeil mit ersterm eingeräumt wird, sogleich durch die nicht sperrig-abstehenden fast
aufrechten Blütenstiele zu unterscheiden sevn. Diese Beschaffenheil , wnhl zunächst eine Folge
des gedrungenen. Wuchses, mehrerer Dicke und Steitigkeil der BlMlensIlelc — ist indessen
332 eOraPOSITAE. Hieracium.
II.
•W.
i. 189
Ic»
eil Itl
»ttt'iii.
tcrs
icl.ei.l
Ich, uih
«C
in e r \i
onj
■u vu
11 H. a
keineswegs «lern II, al|iiiiiiiii eigen; sie tritt selion bei II. niiirorum c. Seinnidtii , .in welclies
sich II. alpinuiu durch die Spielart I>. nnniittcliiar anschlicsst, in demselben Grade ein.
I) e III e r It . 3. Sowohl von EllRIIART als ton mir selbst sind am Brocken gar niclit
selten l' liohe, 4- und .'> - köpfige Exemplare von H. alplnum gesammelt viorden. II. "i-
grescens AVlLLD. wurde hier im bot. Garten 1 — l'/.^' hoch, trug nicht selten 8 bis 10
Kopie und legte einen grossen Tbeil der langen Zotten der Iliillblatter ab.
BeillCfk. 4. U. gland.ililerum UOPPE in STUKM Deulsehl. Fl. II. .IJ». KotU
Syn. II. .520 ist II. alpinnm mit weissen Stern- und Borstenhaaren. Vcrgl. die Bemerkun-
gen 3. zu H. cymosum und H. mnrorum.
IJeillcrls. 5. H. Jaequini Till. Kocil Sjn. II. .524. H. pumilum JACQ. Fl. austr.
gehört zu H. alpinnm h. nigresccns mit etwas tiefer sagezühnig- eingeschnit-
In den Garten gebracht ist es von H. nigicseens WlLLD. durch nichts zu un-
d weist eben so wohl als dieses den Übergang von II. murorum in H. alpinnm nach.
;. 6. H. Schraderi SCIIL. pl. exs. KocIl Syn. II. .519 ist ein müssiges Syn-
ilpinum, wogegen der verst. ScilKADER selbst nichts einzuwenden hatte.
fff Stengel dicht beblättert, keine überwinternde B 1 ä 1 1 er bii s cb e 1
treibend und ohne Auslauler.
9. H. Nabaiidiini. Mochstiiinmiges MahichtsTeraut»
Slcngcl stiiininig, «liclithiättiig, scliarlliaaiig oder zeisUeiiel Jieliaait ;
Blätter eiruiul, spitz, sägezäLiiig otler sagezähiiig- eingeschnitten , iiiit<'io
in einen lairzen Stiel verschmälert, obere mit Ju'citer schwach herzför-
miger Basis dicht aufsitzend; llispe doldentrauljig endigend mit steiii-
haarig-fiizigcn, oft auch Iiorstenhaarigen 1 — 2-schuppigen Blütenstielen.
LiNN. Sp. pl.1131. Koch Syn. 11. 529. Allion. Fi. ped. t. 27. f. 2.
Fl. daii. t. 872 (scbmalblaiirigc Form). Engl. bot. t. 349. II. sahaudum V.
ovale Chi. han. 422.
b. sylvestre. üas waldständige. Stengel zerstreuet behaart oder
kahl; Blätter dünnerlanhig, eirund - lanzettförmig, obere mit schmälerer
fast etwas gestielter Basis sitzend; Bisp<; mit längern mehr (3 — 6-)
schuppigen Blütenstielen, Ivöjife etwas kleiner.
H. sabaudum LiNN. Fl. suec. 274. Chi. han. das. H. svlvestre Tausch
Bot. Zeit. Ergänz. Bl. 70. II. boreale Fries. Nov. cd. II. 161. Koch das.
c. laevigntum. üas liehtgriine. Blätter eirund - lanzettförmig,
lanzettförmig oder lanzeltlieh-lineal ; Blütenstiele weisslich-sternhaarig,
Hüllblätter weisslich gesäumt.
H. laevigatum Willd. Sp. pl. 1590 (schmalblättrige Form). H. rigiduin
HaRTM. SCaild. 11. ed. I. 300. KOCU das. 530 (breiterblättrige Form). II. vi-
rescens Sonder in Koch das. III. 1027 (nach Exempl. .on Sonder).
Auf Triften, zwischen GcJ>üsch, in Hainen und Waldungen anf leh-
migem kalksteinigem Boden, häufig; b. auf schattigem iVuchlbarem Boden,
häutiger als die Ilauptart ; c. auf sandigem und Sandboden, weniger
häufig als jene. Juli, August. — September.
Stengel '2 bis 5' hoch, dick, steif, der ganzen Länge nach dicht mit stufenförmig an
Grösse abnehmenden Blattern besetzt. Blätter unten hläulichgiiin , an der Hauptart dicklich,
dunkelgrün, au h. u. c. dünnerlanhig und lichter grün. Rispenäste abstehend. Hüllblätter
der Hanplart und b. dunkelgrün, beim Trockenen schwärzlich werdend, der Si>ieljit c. heller-
grün mit vvcissliehcm Saum , beim Trockenen nicht schwärzlich werdend : eine Veränderung
des Parenchynis, die man bei manchen Pflanzen wahrnimmt, wenn sie vom friichtharern auf einen
trocken - sandigen Boden übergeben. — Blätterbreite, Astigkeit und Vollköpfigkeit der Rispe,
auch Grösse der Köjife, womit die stärkere Anschwellung an deren Basis in Verbindung
steht, veränderlich. U. sabaudum v. pcdiinculatum Chi. han. 422 ist eine forma bifurca.
I)er Stengel theilt sieh 1 bis 3 Mal g.ihelig, ohne dass sich eine Rispe bildete, wodurch
die einzeln stehende Köpfe l.inggesticlt erscheinen.
Bemerk. I. Hie geringe Anschwellung der Blütensliele gegen den Kopf zu, an b.
mehrcutheils bcmcrkliclicr als an iler Hauptart, und die grössere Anzahl der Schnppeubl.illcben
Hiernciuiii. COÜPOSITAE. 333
an jenen, von der grössern oder geringern Hinneigung zur Verästelung der Bliitenstiele ali-
Langig, Labe icli zur Begründung einer Sjiecies nielif eonsfant genug befunden. l:nd eben so
wenig trifl'tdie bemerkliebere Verdickung der Itliilenstiele immer mit der grossem Zabl der Schuji-
lienblältcben zusammen. Gleicbes gilt vom Längenverbältiiiss der Hüllblätter zur Blütcnknosjic,
vvodurcb man c. in Verbindung mit der wenigem Saftigkeit der Hüllblätter und einer frübern
Blütezeit als Sjieeies bat unterscbciden wollen. Um den Werlh des Eintritts der Blütezeit
für Feststellung von Arten benutzen zu können, bat man — was ziemlieb allgemein noeh
vernacblässigt wird — ausser auf klimatische Lage aucb auf Bodenbescballeubeit Rücksicht
zu nehmen. Der Einfluss der letztern ist oft so gross, dass er sogar die AVirkung jener
inneibalb gewisser Grenzen aufzubeben vermag. Im leichten warmen Sandboden des Land-
strichs zwischen Hannover und Lüneburg tritt der Laubausscblag und die Blütezeit vieler
Pflanzenarten durebschnilllieh 14 Tage früher ein, als in der südlicher belegenen Gegend
von Göttingen, wo ein bindender kälterer Lehmboden vorherrscht.
Bemerk. 2. H. raecmosum AValdST. et Kit. Pi. rar. Hung. II. '211. t. 193.
KOCIl Sjn. II. .V28. ist eine Form von H. sabaudum , nur durch üppigem "Wuchs, ansge-
sprochen in der Entwickeluug von blühenden Asten in den obern ßlattaehseln und von zahl-
reicbcrn Köpfen an den Endungen der Blütenstiele, abweichend. Die den Blütenstielcn an Länge
gleichen Deckblätter der Abbildung verloren sich bei der Cultur im hics. bot. Garten so
gänzlich, dass jene vielmehr 3 — i Mal so lang wurden als diese. — Auf buuiosem Boden
kommt von H. umbellatum eine eben solche üppige Form vor.
S. H. iiiiibellatiiin. Jtoldenblütiges Mabichfs.
kraut, Stengel tliclithlättiig, scliailLaaiig oder lialil; Blätter lanzett-
licli-liiieal oiler liiieal, entfernt scbwacli sägezäluiig, nnleie in einen kur-
zen Blattstiel versehniälert, obere sitzend; llispe doldig endigend, untere
IlüllMütter locker mit zurückgebogenen Spitzen.
LiNN. Sp. pl. 1131. Cbl. bau. 421. Roch Syn.IT.530. Fl. dan. t. 680-
Engl. bot. 1771.
I». cornnopifoliuni. Bas krähenjussblättrige. Blätter schmal
lanzettlich, beiderseits mit 2 — 3 vortretenden schari'eu Sägezähnen.
Chi. han. das. Rock das.
c. linariaefolinni. Das löwenniaulblättrige. Blätter schmal
lineal und ganzrandig.
Cbl. han. das. II. umbellatum }'. angustifolium Roch das.
d. dunale. Das dünenstäiidige. Stengel verkürzt, von unten auf
in bogig ansteigende Äste getheilt; Blätter gedrängt, lineal, Blüten-
köpfe doppelt und 8 -fach grösser.
Chi. han. das.
In Hainen, an Waldrändern, auf Triften und Heiden, auf Lehm- und
sandigem Boden, häufig, b. auf etwas Iiumushaltigem Boden; c. im rei-
nen Sande der Nordsceinseln. Juli, August. — September.
Stengel 1 '/.^ — 2' hoch, meist kahl und glatt, oder zerstreuet behaart, seltener rauh-
haarig. Blätter gelbgrün, von c. dicklicher und gesättigt grün. Hüllblätter kahl, bald
gleiehmässig grün, bald weisslich gesäumt. Kronen goldgelb. — Die Spielart d. bei einer
Höhe des Stengels von 4 — 6" durch die fusslang in den Sand dringende Wurzel und un-
gemein grosse gegen 2" am Saume im Durchmesser haltende Blüten ausgezeichnet, deren
Kronen über doppelt so lang als die Hüllblätter sind. — Küstenklima, in Aeibindung mit
sandig- magcrm Boden, wirkt auf Zunahme der Blülengrosse der hoben Gebirgslage ähnlich.
Dies gilt für manche Pflanzengruppen auch für die zunehmende Bekleidung mit Haar.
Bemerk. 1. Die angegebene Stellung der äusseren oder untern Uiiilblätler ist zwar
bei H. umbellatum constant, aber nicht immer zur Unterscheidung von der vorhergehenden
Art mit Sicherheit zu benutzen, weil sie bei dieser auf sehr trockenem Boden nicht selten
in demselben Giade vorkommt. — Übrigens trifi't man häufig Eicmplare , die der Lnbe-
fangene leicht für Übergangsfomien zwischen beiden Arten nehmen wird, indem der Unler-
scbied sich auf die etwas breitere Basis der Blätter von H. sabaudum rcducirt.
Bemerk. 2. H. eriophomm De CanD. Prodr. VII. 227. im Küstensandc Süd-
frankreichs vorkommend, ist, ungeachtet seiner schönen, ausgezeichneten Bekleidung mit
334 AUBROSIACEAE. Xanthiuiii.
ÖTCOnontiSCheS» Hie meltrstcn Arten dieser Gnttunff werden nur
von Schweinen nnd Pferden tjefressen; mir die mehr ziirtlaubitjen wei-
den auch die Eühe ab.
Link Ilan.ll.. z. Erl>c-iiiitn. .1. GchhcI.sc 1. 81Ö.
Mämillclie und weibliche Organe in vei-scliietlenen Blüten.
Männliche Blüten in einem Kopf mit vielhlättriger oder viclthei-
liger Hülle; Krone l-hjäflrig, 5-zähnig mit fclappiger hnos-
ßenlaffe; Stauhgefässe 5 mit verHachscnen Fäden nnd freien
euteln; Fruchtknolc verkümmert mit fädlichcni Griffel iind
stnmpfer Narbe Weibliche Blüten zu 2, ohne Krone in einer
borstlichen llüUe; Fruchlhnote frei, 1 (iriffel mit 2 verlänger-
ten Narben. Frucht nussarlig in der verhärlelcn Hülle einge-
schlossen.— Blätter wechselstäiulig, ohne Nebcnblalter.
l^orkoninien und Gehalt dieser l.leinen, bei uns nur diiroli eine
Pflanzenart vertretenen, Familie noch wenig beliannt.
1. XAIVTHIU]?!. »PIVXKJjMTVM,
LlNIV. Gen. 11. lÜJÜ.
Einhänsig. Männliche Blüten röhrig, durch Spreublätter ge-
trennt, von einer vielblättrigen Hülle umschlossen, neiblichc
Blüten paarweise in einer 2-fächerigen spater verhartctenHuIle.
Geschl.'Syst. XXI. 5.
Einjährige, ästige, liisweih-n dornige Kräuter. Blätter lappig oder
eingeschnitten. Biütenliöpte büschelig oder ährenartig gehäuft, oben
männlich unten weiblich.
f. X. I§triiiiiafiiiin. Gemeine ^pitzTelette, Ohne Der
uen; untere Blätter herzlörniig, 3 — 5-lappig.
LiNN. Sp. pl. 1400. Chi. hau. 406. Koch Syn. II. 531. Schk. Handb.
lll. T.291. Fl. dan. t.Ü70. Engl. bot. t. 2.544.
Auf Schutt, an ^Vegen, Zäunen und Mauern in der ]\ähe von Ort-
schaften, auf magerni sandigem oder steinigem Boden, hier und da als
eine dem Menschen folgende Pflanze eingebürgert. Juli bis Septemtier. —
October, November.
Slciigcl 1— 3'l.ocli. .lick, slolf, sperrig -Kstig. Bläller striegelliaarig , unlerseils grau.
Lappen sägezäLnig. Blüten Mattwinkclstündig, l.üsoLell'ormig, klein, unanscLnllcIi, gell.-
licliweiss. FriicLllragcn.lc Hülle 7« — 1" l»"g °''' lialicnförmigcii Dornen bescUl.
Lobelia. I.OBEI.IACEAE. 335
VechniSCheSt Hraut, ff'urzcl und Früchte zum Gelhfilrhen an-
wendbar.
lilll. liOHKIilACEAE.
JUSS. Ann. .1. M.is. XVIII. 1.
Kelcliröhre mit dem Fruchtknoten verwachsen, 5-spalfifi; oder
ganz. Kionc l-hlä(trig, dem Kelche eingefügt, iinregelibässig'
5-spaltig, ohen derLiinge nach aufgeschlitzt. Stauhgcfässe 5,
dciii Früchtknoten vor der Krone, ahwechselnd mit deren Zi-
pfeln, eingeselzt. Stauhhcutel mit dem Träger verwachsen.
Fruchtkuole 2— 4-fächerig, Fächer vieleiig mit mittelsländigen
Samenpolstern. Ein Griffel, IVarhe von einem kraushäiitigem
Rande oder llaarringe umgehen. Frucht kapselarlig. Keim ge-
rade in der Mitte des Eiwcisses, das AVürzelchcn zum i>al)cl
gewandt. — Blätter wechselständig, ohne Nchenhlälter.
17orkoiniiien. Meistens in den wärnicrn Rliinatcn zu Hause ; in
Deutschlanil nur durch eine, dem sumpfig -sandigen ßoden ungehörige,
Art vertreten.
Gehalt. Durch einen eif/enthümlichen, scharfen Stoff' (Lohelin), des-
sen Natur noch nicht hinläntjlich untersucht ist, avsf/ezeichnet.
f. liOBEIilA. IiOBmitEM,
LlNN. Gen. n. 1006.
Kelch 5 -spaltig. Krone ohen tief geschlitzt, 2 -lappig,
Saum 5-theiliff. Slauhhcutcl verwachsen. Kapsel 2 — 3-fächcrig,
an der Spitze 2-3-klappig. Gcschl. Syst. XIX. 6.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.) Kräuter (seltener Stauden). Gesanimt-
ansehen und Blütenstand mehrlach. Blüten oft trauhig- ährig, mit lilatt-
winliel stand: gen Bliitenslielcn.
1. \i, Dortniaiina. JOortvnanns EdOhelie. Blätter
lineal, durch eine Längsscheidewand 2- fächerig, ganzrandig , Stengel
fast nacht.
LiNN. Sp. pl. 1318. Chi. hau. 348. Kocu Sjn. II. 5.32. Fl. dan. t. 39.
Svcnsk bot. t. 452. Engl. bot. t. 140.
In flachen stehenden Gewässern, auf Sand- und Moorboden, die Süd-
grenze der Gcsanimtverbreitung im süd -westlichen Gebietstheile errei-
chend, selten {Ol. Sager Meer, Jever — ; Iln. Uelzen, Celle beim Enten-
fange— ; Pr. fV. In den 3Ioorteichen im Ladbcrger Felde 1 '/j Stunde
von Tecklenburg, zwischen Schöppingen und Metelen, bei Telgtc — ).
Juli, August. — September.
Rabl uud inilcliend. AVuizolfasern einfach, lang, «clss. Blatter imter dem Wasser in
einen Biisclicl anf dem Wnrzelkopfc vereinigt, 1 '/.^ — 2" lang, dick, stumpf, mit den
Spitzen abwärts gekrümmt, Stengel aus dem Wasser emporsteigend, 1 — 1 '/.^' lang, auf-
recht, einfach, rund, röhrig, mit 1 — 3 kurzen, decklilatt.irtigcn Blattern versehen, in eine
wenig- und entferntMütige Trauhc endigend Blüten kurz gestielt, nickend, Kronen milch-
weiss iu lila&shimmelblau Uliergehend.
lilV. CAIflPAlVUIiACEAE.
Gi,ocii:m]VBi,UMmNA.nvE€tm pvjja:k-xkn,
JusS. Gen. n. 163.
Kelchrölye ganz oder zum Theil'mit dena Fruchtknoten ver-
wachsen. Krone 1-hlättrig, dem Kelche eingeselzt, selten un-
336 CAMPANlJIiACEAE. Jaslone.
regelmässig^ Stauhgofassc ö, dein Fruehlknolen vor der Ki-one
mit dcrcii Zipfeln ahwecliseliul eingefVigl , Träger meisf mit
hreiJerer Basis den Frueldkiioleu decheml; IJeulel 2-faelierig,
bisweilen an (ler IJasis znsanimenliängcnd. Friieliihnole 2— ö-
faelirig, mit vleleiigen Fäehern und miltelständigen Samenjiol-
steni. Ein Griftel mit 2 — ö-theiliger i\arlje. Frucht kapselig.
Keim gerade, in der Mitte des Eiweisscs, das Würzelclieu zum
]\al)el gewandt. — Blätter wechselständig.
Torkoninieii. Kinigc Kalk, einige Kies und Sand, melirere Urge-
Lirgc liebend, manche l>odenvag.
Gehalt, ff'eitifj bekannt. Doch scheinen Stoffe von besonderer Ei-
f/onihiimliehhcit nicht vorhanden zu seyn , und keine der nnr/ehörifjen
Pflanzen ist im ^Jrzneitjebraarhc. Die ßf'arzcl mancher Arten milchend.
1. JASilOIVE. .J^^^XOJITJS.
I.INPf. (ien. 11. lOO'j.
Krone 5-tlieilig mit linealen^ anfangs verbundenen, später von
unten nach ohen sieh lösenden Zipfeln. Staubfäden pfriemen-
förmig, Staubbeutel unten zusammenhängend. Kapsel 2- fäche-
rig, an der Spitze mit eii\cr Jiitze aufspringend. Geschl. Syst.
XIX. 6. u. V. 1.
Ein- bis niehrjä lirige Rräiitei" mit schmalen Blättern. Blüten gestielt,
doldig in dichthlütige, von einer vielblättiigen Hülle unterstülzte, end-
ständige Köpfe vereinigt.
f. «f. lliontaiia» Berg-J^asione» Wurzel einfach, meist
vieistengelig; Blätter lineal - lanzettlich.
LiNN. Sp. pl. 1317. Chi. han. 383. Koch Syn. II. 532. Sciik. Ilandb.
III. I.2(in. Stfrm Deutsehl. Fl. II. 9. Fl. dan. t. 319. Engl. bot. t. 882.
b. major. Uie grössere. Höher; Blütcnkö]>fe last doppelt grösser.
Chi. han. das. (<las I.AMARk'scIic Sjn. etwa ansgcstlilosscn). KoCH das.
c. litoraHs. Die küsteiiständige. IXiedriger, rasenl'örmig ausge-
breitet; Blütenliöpfe kleiner.
Koch das. J. montana v. maritima und v. litoralis Chi. han. das.
In lichten Waldungen, Ilainen, und zwischen Gebüsch, auf Tritten
und in Heiden, auf dürrem sandigem oder Sandboden, häufig und meist
hcerdenAveise; b. meist in Gebirgswäldern {Hn. Harz — ; //*. Meissner;
Pr. Halle, Bosslebcn); c. am Ostsee- seltener am IVordseestrande. Juni
bis August.
Wurzel olinc Ausläufer meist biisclielig- vielstängelig , nicht selten ancL 1- stengelig.
Stengel ansteigend, auch wolil halb liegend, wenn einzeln gerade aufrecht, äslig, sehr ästig
oder einfach, nehst den Blättern bald behaart bald kahl. Blältcr 3 bis 4 Mal so lang als
breit, »ellig- krausraudig oder schlicht. Blütenküpfe halbkugelfürniig , Uüllblälter eirund-
länglich mit 2 — 3 Sägezähnen an der Basis, selten ganzrandig. Uroncn blassschiefcrblau, schwach
bisamricchcnd. — Variirt ausserdem mit weissen Kronen. Unsere Pflanze ist häufig mehrjährig.
GjEUKRBI.I€MKS.
Vechnisches» Zur liefesHyunfj des Diinensandes in J'erbinduny
mit andern dazu dienenden Pflanzen anwendbar.
OTeonotniSChes, Ein yntes Futter für luihe, Schafe und Ziegen.
«. PHlTTEUJflA. jrA.MjIin^PtfWKKI,.
LlNN. Gen. n. Vj'iO.
Krone 5-theilig, mit linealen, anfangs verbundenen später
von unten nach oben sich lösenden, Zipfeln. Slaubfädcn an der
Basis breiter, Slaubbeutel frei. Kapsel 2— 3 -fächerig, mit seit-
liehen Löchern sich öffnend. Gesehl. Syst. V. 1.
Campamila. CAiHPAMri-ACEAE. 337
Melirjälirigc Kräuter. Blätter ganz, wiirzelständige gestielt, von den
stengelstäniligen meist verschieden. Blüten lioptTörniig- gehäuft oder ährig,
selten doldig, tr.iuhig oder rispig.
f. P. orbicillare. Ktigelbliitiger W^aldrapünxel.
Blütenköpfe kugelig, nach dem Blühen oft eiförmig, äussere Hüllblätter
eirund- lanzettlich; \^'urzelhlätter aus eirunder oder sch>vach herzförmi-
ger Basis länglich oder länglich -lincal.
LiNN. Sp. pl.242. Chi. han. 388. Koch Syn. TT. 534. Jaco. Fl. austr.
V. 437. Engl. bot. t. 142. P. hemisphaericnm Mönch Fnum. pl. Hass.
in f. 97.
b. angilstifoliiini. Bie schmalblättrige. Schlanker; Wurzelhlät-
ter lanzettförmig, in die Basis verschmälert.
Chi. han. das. P. lanceolata Till. Hist. d. pl. d. Dauph. TT. .517. t. II.
f. 1. und als Übergangsform P. cllipticifolia Vill. das. t. 11. f. 2.
Auf Waldwiesen und Weiden der Gebirgs- und Berggegenden, auf
frischem liumosem Boden, in der südlichen ITälfte des Gebiets, östlich
bis zum ITarze, westlich bis in das nördlichste Oldcnhurgsche (Zetel),
ziemlich häufig. Juni bis August. — September.
Wiirzclstock «alzcnfürnilg. Stengel '/j — 1' liocli. ■\V<irzell.Jäller lon veräuderjlolicr
Form und hal.l gleicher, l.al.l (I.iicli tieferes Vortreten einer Blafllialffe nngleiclier Basis,
sägezälinartig-flaclilierJiig, Stengeliilälter scliinal - lanzettlieli oder linea). HüUhlatter ans ei-
runder Basis lanzettlich, bald Iireller bald selimäler, meist %on der Jjänge der liopfliasis oder
langer, bis fast dojipelt so lang, gerade oder gekrümmt. Kronen vor dem Blühen einwiirts
gekrümmt, dunkelblau.
Ä. P. «iiicatiini. Ährenhlütiger Jf^altirapünael.
Blütenköpfc länglich oder walzenförmig, llülir>lätter lanzettlich oder lincal;
"V^'urzelblätter aus tief herzförmiger Basis eirund, spitz.
Lmiv. Sp. pl.242. Chi. han. 381. Koch Syn. Tl. 535. Schk. TTandb.
I. T. 39 (die weissbliihende Abänderung). Fl. dan. t. 3fi2 (desgl.). P. nigrum
Schmidt Fi. boh. Cent. Tl. 87. t. 228. Koch das. (die brombeerfarbene Abän-
derung).
Auf Wiesen, in lichten Wäldern und Hainen, auf feuchtem humosem
Boden, die blaublühende Stammform seltener als die häufige weissblühcnde
Abänderung; die schwarzblaue oder brombeerfarben blühende östlich am
wenigsten häufig, westlich (im Oldenburgschen) häufiger als die weiss-
blühcnde, doch sowohl in der Ebene als im Gebirge vorkommend. Mai
bis Juli. — August.
Wurzelstock rübenförmig. Stengel bis zu 3' hoch. Blätter ungleich kerbig- sägezähnig,
wurzelständige bis 2" breit. Hiillblälter um das Doppelte der I^änge variirend und von '/.,"
Breite bis in das Borstenförmige an Breite abnehmend. — Die Übergänge der drei Blüter-
färbungen, bei übrigens unveränderten BeschalVenheiten , kann man, wo mehrere zusammen vor-
kommen, bänfig wahrnehmen. Den in KoCH Syn. a. a. O. zur Trennung von P. spicatum
und P. nigrum eingeführten Unterschied in der Blattrandbildung finde ich nicht bestätigt.
Bei beiden sind die kerbenartigen Sägezähnc bald mehr bald weniger unregelmässig, indem
ein Sägezahn oft in 1 — 2 auch 3 schHächere Zähne eingelheilt vorkommt.
ÖJCOnOfnischeS, Die fVinzeln von A. 2. im Frühjahr mit Essiif
und Ol einen wohlschmechenden Salaf liefernd, und d icBlätter als Spinat
bereitet ein annenehmex Gemüse. Heide Arten werden von Kühen und
Zicfjen f/ef'ressen. Aneh verdienen sie in Gärten als Zierpflanzen einge-
führt ZH werden.
3. rAlflPAliUIiA. GJDOCM£M]¥BX,WTMJE.
LiNN. Gen. n.218.
Kelchröhre kreJselförmig. Krone gloekiff mit 5-spalfigem
338 CAUIPAMJIiACEAE. Campannla.
Saum. Staiilifäden mit ihren ln'citeni hall)kugelig zusaninieii-
schliessendeii IJascn (Ion ol»ern Tlieil dos Friiehlknolons hodo-
ckend. Kapsel 2 — 3-faoliorio-, mit seitlichen Lochern sich öff-
nend. Gcsohl. Syst. V. 1.
Z^vei- (Art.2. 3.f hiiufigpr inehijälirige (Art. 1. 4 — 10.) Kriiuter. Blät-
ter ganz, wurzelstäiidigc oft von den strngclstän«ligen vcrscliicden. IJIü-
ten end- oder end- und Itlaltwinkelstündig, einzeln, rispig, tranhig älirig
oder kopflormig-geliäni't, Rvone blau, violct, seltener milchweiss.
■]■ Dl Uten gestielt, am ni eli i 1. 1 ü t i gc n Stengel risjiig o rl c r trau big.
Slengell>lätler schmal.
f. C rotiiiidifolla. Gemeine GlocTeenhlume, My^r-
zelhlätter gestielt, eirund oder rundlieli, Slengelltlätter lineal - lanzettlicli ;
Stengel rispig-ästig; Kclelizipfel ptViemenspitzig- fadenförmig.
LiNN. Sp. pl.232. Chi. Iian. 375. Koch Syn. II. 537. Fl. dan. 1. 1086
(grossl.liitigc Form). 1. 189 (C. rotundlfolia y. Lm\. Sp. pl. 232; kleinere 1- blutige
Torrn). Engl. bot. t. 866.
b. tenuifolin. Bie schmalblättrige. Stengel hölier, scliwacli und
beugig; Wurzelblättcr länglich in den Itlattstiel verschmälert, Stengel-
blätter lineal, lang zugespitzt.
Chi. hau. das. C. tenuifolia IIoffm. Fl. gerni. I. 100. Fl. dan. t. 865
(C. Rapunculus).
c. liiiifolia. Hie leinblättrige. Stengel niedrig und schwach;
Wurzelblätter länglich in den Blattstiel verschmälert, Stengclblätter
schmal lineal, spitz; Rispe 1 — 3 -blutig.
Chi. ban. das. C. rotundifolia y. LinN. das. («ach Ausweise der Lappländi-
schen Pflanze, ivclehe I.ITVNEE am angegchencn Oric citirt. C. eXClSa ScHL. PI.
exs. n.23. Koch das. Reichenb. PI. crit. I. f. 1.59. 160 («o die Glocken
für das gewöhnliche Vorkomuien etwas zu bauchig gezeichnet sind).
d. Pupestris. Hie felsständige. Stengel ansteigend, steif; "V^^ir-
zelblätter elliptisch, Stengelblätter gedrängt am untern Thcil des Sten-
gels, Rispe zusammengezogen, wenigblütig.
Auf Wiesen, Triften, an \^^egen und Mauern, auf trockenem Boden
jeder Art, allgemein verbreitet; b. auf frischem oder feuchtem etwas
humushaltigem Boden ; c. und d. zw isehen Gestein und an Felsen in Berg-
gegenden. Mai bis August. — Juni ]>is September.
Stengel rmidlich, kahl oder zart kurzhaarig. Blüten bald nickend bald aufrecht. Kro-
nen himmelblau.
Bemerk. I>ic Spielart b. wird nicht durch abgefaulte Wurzelblälter gebildet (Kocil),
obgleich die Hauptlorm ofl in dieser Beschafienhcit vorkommt und dann b. ähnlich sieht. —
I dieser Art wie an mehrern der folgenden bald etwas zusani-
rundlicber oder bauchiger. .Man findet nicht selten einzelne
n uiil unverkennbar stärker gerundeter Basis. Aicht minder
lim das Doppelte. Deshalb sind aller Wahrscheinlichkeit nach
n. II. .'>38 und C. pusilla Haenke KocII das. .'J37 nur alpine
«. C patiila. Sperrigblütige GlocTeenhlutne, Wur-
zelblättcr umgekchrteirund- länglieh in den Blattstiel herablaufend, Sten-
gelblätter lineal -lanzettförmig, aufsitzend; Stengel weitschweifig -rispig-
ästig; Blüten aufrecht, Kelchzipfcl pfriemenspitzig, an der Basis warzig-
gezähnelt.
LiNN. Sp. pl.2'32. Chi. han. 376. Koch Sjn. II. 540. Fl. dan. t. 373.
Engl. bot. t. 42.
Aufwiesen, Triften, an Hecken und in Hainen, auf etwas feuch-
tem Boden jeder Art, sehr häufig. Mai bis August. — Juli bis Sep-
tember.
Die
Bas
is der Hl
ron
e vai
iirt ai
men
igezo,
gen bald
et
was
mehr
Ind
ividu<
fn zwiseh
en
den
iihrlg.
variirt di
Ic Grosse
d,
;r Kronen
C.
Scheuchzeri Vi
ill.
Ko
eil S\
Tor
men
von C. r,
jtnndifo
lia.
Canipanula. CA]flPAMlJI.ACEAE. 339
Höher und sfarKerslengclig als .4. 1. Stengel eckig, unten meist kurz steiiliaarig, <lir
Haare abwärts gericlitet, oben in iliinne, lange, sperrig- abstehende , 1 — 4-bliitige Äste
gelheill. Kelche kahl oder schwach behaart. Kronen violclblaii. — Auch »on dieser Arl
findet man nicht selten Indiwd.ien , deren Kronen nach der Basis /.n rundlicher oder banchigei
als gewöhnlich sind.
3. C Rapuneuliis. Salat- GlocJeenblume, Wurzel-
blätter umgekebrteirund- länglich, in den Blattstiel lierahlaufend, Sten-
gelblätter lineal- lanzettförmig, sitzend; Stengel traubenhiütig mit anf-
recbten Ästen; Kelchzipfel lineal-pfriemenspitzig.
LiNN. Sp. pl.232. Chi. han. 376. Koca Svn. II. 541. Schk. Ilandb.
T. T.39. Fl. dan. t. 1326. Engl. bot. t. 283.
Aufwiesen, Triften, an Ackerrändern und Wegen, auf sonnigem
trockenem Boden, ziemlich häufig. Mai bis Juli. — Juli, August.
"Wurzel siiindclförmig. Stengel 2 — 3' hoch , steif, unten kurz borstenhaarig, Haare ab-
wärts gerichtet. Bli.fcnstand lang pyramidal. Äste unter der Mitte 1 — 3- ästig oder ein-
fach. Blüten der vorhergehenden Art bald aufrecht, bald hängend. Kelchzipfel länger, aber
eben so, wie an sämmtlichen vorhergehenden Arten, von verä.rderlicher Länge.
4. C iierslelfolla. PJirsiehhlättrige GlocTeenblu.
me* Blätter starr, Wurzelblätter keilig -lanzettförmig, in den Blattstiel
herablaufend, Stengclblätter lanzettlich -lineal oder lineal, sitzend; Sten-
gel traubenhiütig mit wenigen einzeln stehenden Blüten; Kelchzipfel lan-
zettförmig.
LiNN. Sp. pl.232. Chi. han. 377. Koch Syn. 11.541. Fl. dan. t. 1087.
SiBTH. Fl. graec. t. 205.
b. dasycarpn. nie horstigfrüchtige. Kelchröhre mit abwärtsge-
richteten weissen Borstenblättchen besetzt.
Chi. han. das.
Tn Bergwaldungen und Hainen, auf kalkhaltigem oder mergeligem
Boden, ziemlich häufig. Juni bis August. — Juli bis September.
Stengel bis 3' hoch, einfach. Blätter bis 2%'' lang, '2 — 3'" breit, sehr flach und ent-
fernt kerbig. Blüten meistens 3 — 5, Kronen gross, breiter als lang, gegen die Basis bald
etwas zusammengezogen, bald bauchig, hlasshimmelblau. — > ariirt mit kahlem und scharf-
haarigem Stengel, auch mit um die Hälfte grössern Kronen.
•• Blätter breit.
5. C. boiionlensis. Bochhlütige Glocicenblume.
Blätter unterseits filzig-grau, untere herzförmig, lang gestielt, mittlere
eirund, spitzig, oberste lanzetHich; Traube lang, einfach oder unten
ästig, Kelchzipfel lanzettförmig, während des Blühens aufrecht -abstehend.
LiNN. Sp. pl. 234. Chi. han. -379. Koch Syn. Tl. 538. Sturm Fl.
Deutschi. U. 72. Reichenb. 1»I. crit. II. f. 221. und f. 222 (C. Thaliana;
wenn die Traube mehr zusammengezogen ist).
In Vorhölzern und zwischen Gebüsch, auf trockenem kalkhaltigem
oder mergeligem Boden, ziemlich selten (Ü/A. Rostock, Penzlin, Lübbers-
dorf, Krickow, Hohenzieritz — ; Pr. Steinholz bei Quedlinburg, Stein-
klippc, Rossleben, Halle: an den Hügeln der Heide, besonders bei Rög
litz — ; Schw. Frankenhausen, Numburg, Hachelbich — ; Hn. Grafsch.
Hohenstein zwischen Rothcsütte und Hasselfelde). Juli, August. — Au-
gust, September.
Stengel "2 — 4' hoch, rnndlich, oben slumpfkantig. Blätter nach oben zu dichlstehend,
sitzend auch wohl etwas stengelumfassend, die nnlerseilige Bekleidung bis ins Kahle variirend.
Blüten sehr zahlreich, kurz gestielt. Kronen klein (halb so lang als an der folgenden Art),
länglieh -glockig, blan.
6. C. rapiinciiloidei^. Jf^uchernde Glocicenblume.
Blätter kurz behaart, untere herzförmig -eirund, lang gestielt, obere ei-
rund-lanzettförmig; Traube lang, meist einseitwendig, Relchzipfel lineal-
lanzettlich, zurückgebogen; W"urzel kriechend.
340 CAJnPANIJIiACEAE. Campaiiula.
LiNN. S|). |>1.2.S4. Clil. han. 278. Koch Syn. 11.539. Reicuenb. IM.
ciit. \l. r. 700. und 1". 701 (C. traclielioides). Fl. dan. t. 1327. Engl. bot.
t. 1369.
Aul" .IcKerii, in Grasgärten, an Zäunen und in lichten Hainen, auf
frischem etwas humushaltigein Itodcn, ziemlich häufig und oft truppweise.
Juni bis August. — August, September.
Stengel bis 4' hoeli, sleif, .sl.irk , mcl.r oder weniger lelwart. Traube reiebbjütig, oft
1'/.^ — 'i' lang, nicht immer cinscilwenclig. Blülenstiele aut'reehf, etwa so lang als die
nickende Krone oder kürzer, 1 -blutig, Krone kcgclfürmig - glockig , blassviolel.
9. C Tracltelliiin. J¥esselhlättrige GlocJeenblume*
Blätter grob doppelt-sägezähnig, raulihaarig, untere dreieckig -herzför-
mig, lang gestielt, obere länglich, sitzend; Blütenstiele blatlwinlielständig,
1 — 3- blutig in entferntblütiger Traube, Kclchzipfel eirund - lanzettförmig.
LiNN. Sp. pl. 235. Chi. han. 378. Koch Syn. II. 539. Fl. dan. t. 1026.
Engl. bot. t. 12.
b. dasycarpa. Die borstigjrüchtige. Kelchröhre mit abstehenden
steifen weissen Haaren besetzt.
Chi. han. das. C. urtieifolia Schmidt Fl. boh. Cent. Tl. 73. t. 200
(wenn die Blüteustiele zugleich 1 -blutig sind).
In Wäldern, Hainen, zwischen Gebüsch und an Zäunen, auf troche-
uem besonders kalkhaltigem Roden, häufig.
Stengel bis 3' hoch, stark, steif, scliarfkanlig. Blätter oft fast zipflig- sägczähnig,
licbtgrün. Blüten zu 3, •5 bis S. Kronen länglich - glockig, gross, 1 — I '/j" lang, am
Saume etwas bärtig.
8. C latlfolia. Breitblättrige GlocJeenblume.
Blätter grob doppelt-sägezähnig, weiehhaarig, elliptisch -lanzettförmig,
kurz gestielt; Blütenstiele blattwinkelständig, 1 -blutig, in einfacher Traube,
Kelchzipfel elliptisch-lanzettförmig, Kronzipfcl lang zugespitzt.
LiNN. Sp. pl.233. Chi. han. 377. Koch Syn. 11.539. Sturm Deutschi.
Fl. H. 72. Fl. dan. t. 782. und t. 85 (mit weissen Kronen). Engl. bot. t.302.
In Gebüschen, Hainen und Bergwaldungen, auf feuchtem Boden und
an Bachufern, selten (iW/,-. Ribnitz, ]>eubrandenburg, Kräppelin — ; Pr.
Wernigerode, im Brühl bei Quedlinburg — ; Iln. Grafsch. Hohenstein in
einem Seitenthale des Behrthales unweit Sophienhof — ). Juli, August. —
September, October.
Stengel bis 4' hoch, dick, scbwachkantig. Blätter bis .V lang, '2" breit, Haarbeklci-
dung bis ins Kable variirend. Blütenstiele so lang als der Kelch oder kürzer. Kronen sehr
gross, bis ti" lang. Zipfel am Saume etwas bärtig, »iolet, häufig weiss.
ff Blüten sitzend, in Köpfe vereinigt.
9. C gloiuerata. Knäuelblütige GlocJeenblume.
Blätter gesägt -kleinkerbig, nebst dem Stengel scharfhaarig bis unterseits
ins Graufilzige, eirund oder eirund -lanzettförmig mit gerundeter oder
herzförmiger Basis, untere lang gestielt, obere herzförmig- umfassend;
Blüten in blattwinkel- und endständigen Köpfen.
LiNN. Sp. pl.235. Chi. han. 379. Kocu Syn. II. 542. Reicheinb. PI.
crit. YI. t. 553. .554. Fl. dan. t. 1328. Engl.' bot. t. 90. C. aggregata
WiLLD. Enum. bort, berol. Suppl. 10. ReICHENB. das. t. 557 ("cnn die Blatt-
stiele etwas breiler sind).
b. elliptioa. nie schmalblättrige. Untere Rlätter eirund -läng-
lich, länger gestielt, obere kaum stengelumfassend.
Koch das. C. elliptiea Kit. in Schult. Ocsterr. Fl. I. 410. C. con-
glomerata v. pratensis Chi. han. das.
Auf Waldwiesen, Triften, an Waldrändern und grasigen Wegen, auf
trockenem kalkhaltigem Boden, in der südlichen Gebietshälfte, häufig.
Juni bis September. — August bis October.
Siieciilaria. CAMPANUIiACEAE. 341
Der BekleiiluDg und Ulattforiu nach sehr reränderlich , ohne Ueeintrachtigiilig «Ics Gc-
Sdiuiulansehens, welches die Pflanze nicht verkennen lässl. Auch hier, wie bei manchen an-
dern Pflanzen, verlieren sich die einzelnen langern Haare der iiiitcru Blattseilcn, suhald Filz-
hildnng eintritt. Kronen schon dunkelblau.
lO. C Cervicaria. WatterTeopf blättrige Glocleen
blume» Blätter kleiiikerliig, neJ>st dem Stengel steifliaarig, wiirzel-
stäiidige lanzettförmig- länglich, stumpf, in den kurzen Blattstiel berah-
ufend, stengelständige lanzettförmig - lineal , mit umfassender Basis
sitzend; Blüten in blattwinkel - und endständigen Köpfen.
LiNN. Sp. pl.235. Chi. hau. 380. Koch Sjn. 11.542. Beichenb. PI
crit. ^/I. t. 572. 573. auch t. 574 (C. lingulata). Fl. dan. t. 787.
In \'\'^äldern, Hainen und zwischen Gebüsch, auf magerm vorzüglich
kalkhaltigem Boden, ziemlich häufig. Juni, Juli. — August, September.
>"on kurzen, starken, allseitig gerichteten, weissen Ilaaren graugrün. Stengel dich und
steif. Blätter lang, fast znngenfurniig. Bliitenköpfe klein, bisweilen nur am Ende des
Stengels. Kronen länglich - glockig, hellblau.
€? JE U^MMtBZ.ICME&.
technisches* hii- ßtHtm mehrerer .Irten , besonders von 1. 6. u.
(f., zum lildufärben und mit ^ilaun versetzt zum Grünfürhen anwendbar.
ÖJC onomisch es. Die ßl'urzeln der Art. 3. u. 6. im Frühjahre
und Herbst tnit Lssiy und Öl einen wohlschmeckenden Salat liefernd,
wozu letztere in mehrern Gcfjenden ifehauet wird. Die Blätter beider ein
dem Spinat ähnliches Gemüse liefernd, .^rt. i. 5. 7 — 10. Zierpflanzen
in Gärten. A. 6. auf Ackern und in Gärten ein lästiges Unkraut.
4. ISPEeUIiARIA. Vmi¥VSSPi:EGMEi,
HeiST. Syst. j.l. 8. nach Alph. DE Cand. Camp. 346.
.. Kelchrölire prismatisch. Krone radförmig mit flachem Sauoi.
ÜJ)rigens ivie Gampaiuila. Gesehl. Sysl. Y. 1.
Einjährige, niedrige Kräuter. Blätter ganz. Blüten einzeln, end-,
blattwinkel- und achsclständjg, sitzend.
1. IS. I^iieciiluin» Ächter Venusspiegel» Stengel ästig;
Blüten entfernt stehend, Kelchzipfel lineal -lanzettlich, beiderseits ver-
schmälert, so lang als die Krone oder kürzer.
De Cand. Prodr. \1I. 490. Koch Syn. H. 544. Prismatocarpus Spe-
culum I'Herit. Sert. angl. 8. Chi. han. 380. Campanula Speculum Linn.
Sp. pl. 238. CuRT. Bot. mag. t. 102. Sibth. Fl. graec. III. t. 216.
Auf Äckern unter dem Getreide, auf lehmigem und sandig -lehmigem
Boden, durch das Gebiet bis Hamburg hier und da eingebürgert. Juli,
August. — September.
Stengel 8 — 10" hoch, meist von unten auf sperrig- ästig. Blätter länglich, sitzend mit
stengelumfassender Basis, schwach ausgeschweift- gekerbt und wollig, unterste umgekehrt-
eirund in den Blattstiel verschmälert. Kelchzi]ifcl ausgebreitet. Krone purpurn -violet, aussen
weiss überlaufen und mit weisser Röhre. — Variirt fast kahl und mit kurzen Härchen be-
setzt (P. Spec. V. hirtus Chi. han. das.). Kronen kommen nicht selten weiss vor.
Ä. S. Itybrlda. WTnächter Venusspiegel. Stengel meist
einfach; Blüten an der Spitze einander genähert, Kelchzipfel elliptisch,
doppelt so lang als die Krone.
De Cand. Prodr. VII. 490. Koch Syn. II. 544. Prismatocarpus hy
bridus I'Herit. Sert. angl. 3. Chi. han. 380. Campanula bybrida Linn.
Sp. pl.239. Engl. bot. t. 375.
Auf Ackern und unter dem Getreide, auf kalkhaltigem Boden, im
südlichen und mittlem Theile des Gebiets hier und da eingebürgert.
Juli, August. -^ September.
Schärilich. Stengel 2 — 6" hoch, nur bisweilen von unten auf ästig. Blatter der A. 1.,
342 CAinPANlJIiACEAE. Wahlenbergia.
Kelclizipfc) Joppelt so iiriit iiiiil oiir halb so laug als ao jener. Kronen ein A'iertheil so
gross, Iilassiiolet.
5. IfAHIiEXBERGIA. jrA.UEiBiNMmnGKM,
SCIIKAD. Cat. seni. Iiort. gotl. 1814.
Kapsel halb olierstämlig, von cler Spitze her in 3 bis 5 schei-
(levvaii(itrj»gciule Klappen aufspringend. Uebrigens wie Caui-
paniila. (jeschl. Sysl. V. 1.
Ol't 1- (A. 1.), selten inelirjälirige Kräuter von verschiedenartiger
Tracht. Unsere Art sehr zart, mit gaheltheijigeni Stengel, gestielten
Blättern und langen, feinen, 1 -Mutigen Blütenstielen.
'1. MV, liederacea. Mpheuhlättrige W^ahlenhergie,
Stengel liegend mit abstehenden Aesten ; Blätter rundlieii- herzförmig,
eckig-5— 7-lap|)ig; Blütenstiele hiattgegen- und endständig.
ScHRADER in Üiss. de Blumenhachia 38. Chi. han. 375. Kocu Syn.
II. 544. Beichenb. PI. crit. V. t. 480. Fl. dan. t. aSO. Engl. hot. t."73.
Auf waldigem, moorigem Boden zwischen Sumpfmoosen kriechen<l,
nur an einer Stelle {Ol. bei Neuenburg nach Bockhorn zu) und auch hier
sparsam. Juli, August — September.
Stengel 3 — 6" lang, faileiifiirmig, meistens sehr ästig. Blätter gestielt, zartlaiihig,
kahl oder nebst ileni Stengel mit einzelnen kurzen Härchen bestreuet, hellgrün. Itlutenslicle
1 — 1 '/^" '-"'g» baarfcin. lilüten einzeln, Kelchzipfel pfriemcnspilzig , Kronen schmal,
dreimal so lang, blasshimmelblau.
liT. VA€€1MI£AE.
MXMHJEIiBJEMMJlMrMGXi WE,JINXMJ¥.
De Cand. Theor. elem. 216.
Kelchröhre mit dem Fruchtknoten verwachsen, Saum 4 — 5-
zähnig oder gaiiz. Krone l-blattrig, 4^5-zipfelig. Staubge-
fässe, mit den Kronzipfeln abwech.seliid oder von doppeller Zahl
derselben, vor einer untersläiuligen Seheibe ohne Verwachsung
mit der Krone eijigeselzt._ Staubbeutel 2-fächerig, 2-Jiörnig.
Fruchtknote 4 — 5 - fächerig mit mehrciigcn Fächern und mit-
telständigen Samenpohtern. Ein Griffel mit einfacher i\arbe.
Frucht beerenartig. Keim in der Milte des Eiweisses, das Wür-
zelchen zum Nabel gewandt. — Sträuche mit wechselständigen
Blättern ohne IVebenblätter.
Torkomnieii* Nördliche oder hohe Lage, kiesigen und Moorboden
liebend.
Gehalt. Die Blätter t/erhsäurehaltifj und adstringirend. Die Früchte
reich an organischen Säuren, besonders an Citroncn- und ^inf'elsäure.
1. VACCI]¥IUI?I. MIMMnXJjBMmnJE,
I.INIV. Gen. n. 483.
Kelch 4— 5-spaltig oder -zähnig, bisweilen fast ganzrandig'.
Krone 4 — 5-spaltig oder -zähnig. lieerc kugelig. Geschl.
Blätter einfach, ganz, oft lederartig. Blüten blattwinkcl- und ciid-
ständig. einzeln, zu 2, 3, oder traubig, mit Deckblättern versehen.
1. V. Iflyrtlllus. Gemeine Meidelbeere. Blätter ei-
rund, fein gesägt, beiderseits grün; Blüten einzeln,, nickend, Krone
kugelig.
LiNN. Sp. pl.498. Chi. han. 356. Koch Syn. 11.545. Schk. Uandb.
I. T. 107. Beit. u. Abel Holzart. T. 79. Fl. dan. t. 974. Engl. bot.
t. 465. Hayne Arzneigew. II. T. 7.
vacciiiiuni. TA€CIJK£A£. 343
lu Wäldern und Heiden der Gebirge und Ebenen, aul' tVeiliegendein
magern! sandigem und Sandboden, hüuiig und scliaureiiweise. Alai, Juni. —
Juli, August.
Aste scLarffckig, grün- Rroneii n cissgriiiilicli , losa angeliaiiolif . Ittcrcii schnaizlilau
mit graiiI.lai.om Reif »n.l , ioletrotliem Fleiscli.
IS» \, iillgliiosum. iSumpf-Beidelbeere, Blätter um
gekebrteirund, ganzraudig, unten graugrün; Blüten gehäuft, nickend,
Krone eiförmig.
LiNN. Sp. 1)1.499. Chi. hau. 357. Koch S>n. 11.545. Sturm Deutsehl.
Fl. H. 12. llEiT. u. Abel Holzart. T. 78. Fl. dan. t. 231. Engl. bot.
t. 581.
In Waldungeu und Heiden der Gebirge und Ebenen , auf sandig-
moorigem Boden, ziemlich häufig und trupp - oder heerdenweise. Mai,
Juni. — Juli, August.
Aste sticlruiid. Kronen unrein grünlieliweiss. Beeren fast doppelt so gross als von
A. 1., seliwarz, lielll.lau l.erelft m'it «eisslicbem Fleiseli.
3. \. \fiti» Idaea. Hothe Meidelbeere X^reissel.
oder Kronsbeere)» Blätter immergrün, umgehehrteirund-länglieli,
schwach gekerbt, unteiseits punctirt; Blüten in nickenden Trauben, Krone
glockig.
Link. Sp. pl. 500. Chi. han. 357. Koch Syn. IT. 545. Beit. u. Abel
Holzart. T. 93. Fl. dan. t. 40. Engl. bot. t. 598.
In Waldungen und Heiden <ler Gebirge und Ebenen, auf sandigem
und torfigem Boden, häufig und heerden - oder truppweise. Mai, Juni. —
Juli , August.
Aste stielrunil. Kronen rölLlicIitTeiss oder weiss. Iteeren seharlacbrotk mit weissem,
mehligem FleiseL.
4. V. OxyeoCCOS. JOCOOf-Meidelbeere» Stengel kriechend;
Blätter immergrün, eirund - länglich, unterseits aschgrau; Blüten langge-
stielt, hängend, Krone radförmig mit länglichen Zipfeln.
LiNN. Sp. pl.500. Chi. han. 357. Koch Syn. II. 545. Schk. Ilandb.
I. T.107. a. Beit. u. AiiEL Holzart. T. 88. Fl. dan. t. 80. Engl. bot.
t. 319.
In Waldungen und Heiden der Berggegenden und Ebenen, auf Moot-
und Torfboden, besonders wo derselbe mit Sphagnum überzogen ist,
häufig und meist truppweise. Mai bis August. — September bis October.
Aste niedergestreckt, fadenforniig , liranu. Itlatter Mein , spilzlicb, mit ziiriickgekriimui
tem Itande. Kronen weiss und lilasspnrpurn. lieeren kugelig- gross , roth mit weissliclier
L'asis.
Pharmaceutisch- JttLedicinische«» l'on A. 1. die Beeren
of'ficinell (Baccae Myrtillorum). f'or waltende Bt standlh. vt'oletrother
farbifjer Extracth'xtojf' , Schleimzuc.ker , Apfel- und Citronensänre ncbsi
ndstrinf/irenden Theilen. Anw endunfj (jettocknet (jeyeii Durch' all. Aueli
hat »naii als Präparat Syrupus Myrtillorum. — f'on A. 2 kommt in
Apotheken auch wohl Aqua und Boob Vitis ideae vor, auch bereitet man
aus den frischen Beeren ein (jetjen cfastrisch-nervöse oder Schleimfiebtr
xvirksames Getränk (Berl. Mcd.'Ceniral-.eit. 1837. S.Ö02).
technische«» Zweiye und Blätter der Art. 1—S. zum Feinijer-
ben anwendbar , die Beeren zur Gewinnunrj von Brantwein, fVein(/eisl,
fVein und Essiff , A.1. zum Blau-, Violet- und Bothfärben von Fliis-
sif/keiten (nach Faube Braunschw. Liineb. Annal. der Landwirthsch. H.1.
wurden ehedem aus der Lüneburtjer Heide für 80,000 Blhl. Beeren nach
Hamburg und Bremen zum fVeinfärben verkauft) , Zenijen, ff 'olle, Pa
pier, Backwerk u.s.w.; die Beeren von A.4. zum ff^eisskochen des Sil-
bers, indem das enthaltene liupfer nuff/clöst wird.
344 ERICINEAE. Arctustapliylus.
ÖTCOnontiSCheS» Heeren der Art. 1. 3. u. 4. roh, (jckochl und
vintjemaeJit auch als Honiij und Gallert zu mannichf'achem, behunntem
häuslichem Speiseifebrauch, auch eine ijute Mast für ff'ild und Gefliifjel.
Der Saft der Beeren r>on ^trt. 3. u. 4. zu kühlenden Getränken (in Peters-
burg besonders die Beeren von A. 4. mit f Fässer) und zum Punsch als
Surrogat des Citronensafts anwendbar. Beeren der A. i. besonders in
Enqland zum Einmachen und Füllen der Torten beliebt (zu Lonijtown,
an' der Grenze von Cumberlund , kommen 5^6 t Fachen lanf/ tiujlich für
20—30 Pf. Stcrl. zu diesem Zweck in Ferkauf). Blüten der Art.1. 3.
einen anf/enehmen, fjesundtn Thee liefernd. Biälter und juntje Triebe
frisst das fFeidevieh, und der ijanze Strauch der Art. 1. . u. S.ist zur
Streu , zum Besenbinden und zur Feurunij anwendbar.
»ESV. Jot.rn. I.ot. 1813. 28. DE Cat^D. Fl. fran^. III. 671. 67.1.
Kelcli 4 — 5-spaltig odt>r -thcilig, aiistlauerud. Kiqiic l-hliit-
Irig, 4 — 5 sjjaUig otler -ibeilig, , seltener 5-l)läüiig, iinfer-
stäinl%, in der Knospenlage gesehindelt. Slauhsef'asse mit den
Kronzipfeln abwechselnd oder von doppelter Zahl derselben^
einer unterständigen Scheibe, ohne Yerwachsung mit der Krone,
eingesetzt. Frucbtknote viclfächerig, mit vieleiigen lächern
lind mittelständigen Samenpolstern. Ein GritVel und 1 iMarbe.
Frucht kapselig oder beercnarlig. Keim in der Mitte des Ei-
weisses, das Würzelcben zum Nabel gewandt. — lilätter ohne
Nebenblätter. , ,.. , c. i /■»
Torkoinnien. TVördlicIio Lage uiul die mehrstcn Kies und fSaiid olt
in Yerliindung mit Gehalt an Säure liebend, ohne eigentliche Boden-
stetigkeit.
Gehalt. Ein narkotisches Princip , und viel Gerbesäure im Kraut,
übri(/ens ohne ausffezeichnete Substanzen.
I.Gruppe. ARBUTEAE. EHU B EJERB AVIUGE:U^A CMS X.
Frucht l)e('renar!ig.
1. ARCTOSTAPHlfliUS. JBÄMElJVn MJEHM,
Adaivs. Fdui. II. 16.5.
Kelch 5-spaltig. Krone eiförmig mit 5 -spaltigem Saum.
Staubgefässe 10; Staubbeutel an der Spitze mit Löchern sich
öffnend. Beere (Pflaume) 5-fächerig mit 1 -sämigen Fachern.
Geschl. Syst. X. 1.
Sträuche (A. 1.) oder Stauden. Blätter wechselständig, meist leder-
artig. Blüten in endständigen Trauben, gestielt und mit Deckblättern
versehen.
1. A. IJTa «irsi. Gemeine Bärenbeere, Blätter läng
lich-umgehehrteirund, ganzrandig, immergrün, netzartig-aderig mit bei-
derseits eingedrückten Adern; Blütentrauben kurz.
Spreng. Syst. vcg. U. 287. Chi. han. 352. A. officinalis "V^^imm. et-
Grab. Fl. siles. 1. 391. Roch Syn. Tl. 546. Arbutus Uva ursi Linn.
Sp. pl. 566. ScHK. Ilandb. I. T. 118. Reit. u. Abel Holzart. T. 91.
Sturm Deutschl. Fl. II. 6. Fl. dan. t. 33. Engl. bot. 714. Hayke Arz-
neigew. IV. T. 20.
In lichten Bergwaldungen und in Heiden, auf sandigem und Sand-
boden, ziemlich häufig und meistens truppweise. Mai, Juni. — Juli,
August.
Aiidroineda. ERICINEAE. 345
IViederlicgend mit ansteigentlcii Zweigspitzeii, »ieliistig, 1 '/j — 'l^/i' lang. Blätter «lick
letlerai'tig, oberscits glliiizeiul , im Jüngern Zustande am Rande scLwacb beliaart. Blüten zu
3 — 9. liroacn weiss mit bellharmiiirotliem Saum. Beeren erbsengross , scUarlucLrotb.
GM IVMH BJDICHMS.
JPharmaceutisch-Medicinisches, Blätter officinell (Folia
Uvae ursi). f'or waltende liestaudth. cisenbläuender Gerbestojf, Gal-
liis säure und bitterer Extrnctivstoff'. Anwcndunfi in Substanz oder
Pulverform, häufifjer im Auf'fjuss und Abkochiinfj als Diureticum, wel-
ches bei Steinbeschwerden von (juter fVirkunij se;jn kann.
technisches t Die qanze Pflanze zum Gerben, zur Bereitunf/ fei-
nerer Lederarten und ziim Schwarzfärben anwendbar.
ÖJCOnomiScheS» Im Auslande mehr als bei uns geschätzt und
daher unter Umständen ein guter Handelsartikel (während der westph.
Occupation wurden aus dem Lüneburgschen und Bremenschcn von engli-
schen Schiffen Ladunfjen gegen Austausch von China eingenommen).
3. Gruppe. ANDROMEDEAE. AJVnBOlHJEnjEI¥.
GM irÄ cnsM.
Frucht eine faelispaltig aufspringende Kapsel mit Scheidewänden in
der Mitte der Klappen. Krone ahi'ällig.
%, AIVIlROJflEIlA. AJmnOMJEnM,
LlNN. Gen. n. öii).
Kapsel o- fächerig, ö-klappi^^ wenigsaniig. Übrigens wie
Arcloslapliyliis. Geschl. Syst. X. 1.
näume oder Sträuche (A. 1.). Blätter wcchselständig, oft lederartig.
Blüten einzeln, traubig oder rispig, blattwinkel - und endständig, mit
Deckblättern versehen.
1. A. polifolia* Poleihlättrige uAndromede» Blü-
tenstiele endständig, fast doldig; Blätter länglicli-liueal , spitz, mit zu-
rückgerolltem Bantle, unterseits I)läulieh- graugrün.
LiNN. Sp. pl.564. Chi. hau. 351. Koch Syn. II. -547. Schk. llandb.
I. T. 118. Beit. u. Abel Holzart. T. 92. Fl. dan. t. 54. Engl. bot. t. 713.
ÜAYivE Arzneigew. III. T. 22.
In Bergwaldungen und den Heiden der Ebenen , auf torfigem und
Sumpfboden, häufig und meist truppweise. Mai, Juni. — August, September.
Höhe Va — !'• ^*'e ansteigend. Blätter scbmal, lederarlig und steif, oberseils dun-
kelgrün, glänzend. Blütenstiele und Kelche so wie der Saum der länglich -knigformigeu
weissen Krone, rosa angehaucht.
GM IVMRBIjMCHMS,
Vechnisches» Die Blätter zum Gerben m. Schwurzfärben anwendbar.
3. Gruppe. ERICEAE. IKMinMlVGMJVÄCIESM.
Frucht kapselig, auf mehrfache ^'^'eise sich öftnend. Krone verwelkend.
3. eAl4lilJ]VA. BJESXllVMMMnJE.
SalISB. in LiKN. Transact. M. ^17.
Kelch 4 -blättrig. Krone 4-spaltig. Staubgefässe 8. Kapsel
4-fächerig, 4-klappig3, mit der Mittelsäule anhängenden von
den Klappen gelösten Scheidewänden. Geschl. Syst. VIII. 1.
Geringe, sehr ästige Sträuche. Blätter gegenständig, im jünger?» Zu-
stande vierseitig geschindelt, fast nadelartig. Blüten blattwinkciständig
oder an der Spitze kurzer hlattwiiikelständiger Äste. Deckblätter 6,
paarweise gegenständig; 4 äussere blattartige, kleinere fast häutige.
34G ERICINE AE. Erica.
1. C* vulgaris. Gemeine Besenheide* itlüttci- ins Kreuz
ffesh'llt, iinlcii (»leillörinig.
lIijLL. «lit. Fl. I. 114. Chi. Iiaii. 3.j0. liocu Syii. 11. 547. Krica
vulgaris Linn. Sp. pl. ö<)I. SciiK. llaiuU». I. T. 1Ü7. a. Ueit. u. Abel
Ilol/ait. T. 89. Sturm D.utschl. Fl. U. 1. Fl. dan. t. 677. Engl. I>ot.
t. 1013. IIayne Arziieigcw. IV. T. 17.
In Waldungen bis aul" die Geljirgsliölien und in den Heiden der Kl»e-
nen, auf sandigem und Sandhoden, heerden- oder scbaareaweise. Juli,
August. — September, Oetober.
Blätter 3-scitig, h.irt, bisweilen fein I.eliaart (C. vnlg. ß. imbescens Kocil. ilas.).
Kranen klassviolet , als Abänderung weiss.
€fJEirMHBI,ICHE&.
technisches t Zum Gerben, in der Seide- und ßf oll/ arberei zu
fjr,
robeni Fleekhverli , Besen u.s.vi. anwendbar.
ÖTe anomisches» Zur Feuemufj, Sireu und Dünf/uny nutzbar,
zur lieliiituntj mit ifroben Sehaf'sorten und zur ffitdäsuntj taut/licli , für
die Bienenzucht wielitifj , und zur Torf'bildunij beitragend.
4. ERICA. MJEIJ9X,
L.INN. Gen. n. 484. mit Abander.
Kelch 4-blättriff oder 4-theilig. Kronsaiim 4-spalfig. Slauh-
a;efässe 8. Kapsel 4-fächeriff, 4-klappig mit Scheidewäiuleii
auf dei-MItle der Klappen. Geschl. Syst. Yllf. 1.
Mebrjabrige Sträuche. Blätter meistens lineal , nadelartig mit einge-
rollten iläuderu , quirl- oder wechselständig. Blüten auf einblütigen
Stielen blattwinkel -, end-, quirl-, köpf- und doldenständig. Deckblätter
meistens 3 : 2 gegenständig, das 3te, selten fehlende, tieferstehend.
1. E. Tetrall^l. Sumpf. Meide. Blätter zu 3 oder 4, steif-
baarig-gewimpert; Blüten endslandig, in kopfförmigen üüldehen.
LiNN. Sp. pl..'J02. Chi. hau. 351. Koch Syn. 11.547. Beit. n. Ahei.
Holzart. T. 90. Fl. dan. t. 81. Kngl. bot. t. 1014.
In lichten Bergwaldungen und den Heiden der Fbenen , auf nioiirigeni
oder torligem Boden, ziemlich häufig. Juli bis September. — Oetober.
HubeS— l'i". Äste ansteigend, meist einfacb. Ulaller 3"' laug, unten gran. Itliilen
niekeud, Kelcbz-lplel nm die ILilfle kürzer als die Krone, grün. Kronen lungli.b - krng
förmig, rosa. StaubgelHsse eingeseblossen , Beutelläcber an der Basis des BücUens gebörnt.
Narbe bervorlretend.
4. Gruppe. RHODOREAE. AZ-^XIV R08 E]V GJE U^Ä C HS E.
Frucht kapselig, durch üandtheilung sieh öllnend. Krone abfällig.
5. liEUUITI. POBSV,
I-INN. Gen. n. .540.
Keleh sehr klein, 5-zäliiiig. Krone ö-hlatlrig.^ Sfauhheiitel
oben mit Löchern sieh öffnend. Ka^isel ö-faeherig, von unten
nach oben in 5 Klappen aiil'spriiigend, mit Scheidewänden aus
den eingeschlagenen Klappenrändern gebildet. G. Syst. X. 1.
Mehrjährige Sträuche. Blätter wechselständig, lederartig mit zurück-
gerollten Rändern. Blüten in endständigen Doldentrauben, Blütenstiel-
chcn mit 1 Deckblatt an der Basis.
f. li. paluiatre. Sunt,pf.JPorst. Ästchen und Blätter un-
terseits rostrotlililzig; Blüten lO-männig.
LiNN. Sp. pl..5()l. Chi. hau. 352. Koch Syn. II. 350. Schk. llandb.
1. T. 117. Beit. u. Abel Holzart. T. 83. Fl. dan. t. 1031. Hook. Fl.
lond. t. 210. Havne Arzneigew. III. T. 21.
pyrola. PYROIiACEAE. 347
In Wäldern und Heidgegenden, auf Sumpf- und Torflioden, stellen-
weise, gegen Westen und Südwesten sicli verlierend (il/A.,- Lt.Seballsee,
Grünau an der Wacknitz, Linau am Kobherger Sumpf — ; Hn. Gartow,
im Meppenscben, Amt Iluntelmrg im Osnabrücbsclien — ; Pr. Witten-
berg, Halle: binter Poucb, bei Crina, Scbwemsal — ). Mai, Juni. —
August, September.
Von aromatisoli - ii.irtiotiscliem Geruch und bitteim adstringirendem Gescliniack. Höhe
'i — « V'^'' Steogel buschig -verzweigt. Blüten fein- und langstielig. Kronen weiss, sel-
ten rothlich.
GM WMRBI.ICMMS,
Pharmaceutisch- Medicinisches* Die Blatter ofßciuell
(Folia s. Herba Ledi palustris v. llosmarini sylvestris). yorwaltendc
B e s t iindth. ätherisches Ol und eisenf/rünender Gerhestoff'. Anw en d u n f/
im Anff/nss innerlich bei uns wenig im Gehrauch , äusserlich als Guryel-
und ff'aschwasser, die Abkochuntj äusserlich zum ß'ertreiben des Unye-
zief'ers.
ÖTCOnomiScHcS» Die juntfeti Zweige zum Gerben feinerer Leder-
arten nutzbar. Die Anwendung zum Bierbrauen statt des Hopfens soll
Kopfschmerz, Schwindel und andere gefährliche Zufälle i>erunlassen.
liVII. PYROIiACfiAE.
I^IIvnL. Syst. deutsehe Ausg. '283. Gatt, ausgcschl.
Keine iinlerstäinlige Scheibe. Sauieii sehr klein, in einen
Ijeträehdich grossem^ rührigen, netzartigen Mantel eingeschlos-
sen. Übrigens wie Ericineae.
Vorkommen. Den sebattigen , bumusreicben Roden liebend , und
meist in geselligem Zusammenseyn mebrerer Arten waebsend.
Glehalt. Der vorigen Familie ähnlich , reich an adstringirenden
Stoffen und Gerbestoff im liraute; einige auch narkotische Substanz ent-
haltend.
1. PYRoiiA. w^MJwmnetntfN.
LlIVIV-. Gen. n. 340.
Kelch 5-lheilig. Krone 5-blaltrig. Kapsel 5-faciierig, in
5 Rilzen fachspalfig von unten nach oben aufreisscnd unter
Beibehaltung des Zusauinienhangs mit der Mittelsäule an bei-
den Enden der Klappen. Die Spaltungsränder durch Fadenfilz
verbunden. Gesehl. Syst. X. 1.
Mebrjäbrige, wintergrüne, unbebaarte Kräuter mit sprossender Wurzel
und wecbselständigen, langstieligen, fast lederartigen, glänzenden Blät-
tern. Blüten endständig, in Trauben oder Äbren.
■ Blüten allseil wendig.
1. P. rotiindifolla. Mundhlättrige» Wintergrün,
Blätter rundlicli- eirund, üedernervig; Kronblätter abstebend; Kelcbzipfel
lanzettförmig, balb so lang als die Krone, zurückgekrümmt; Staubge-
fässe aufwärts und der gekrümmte Griffel niederwärts gebogen.
LiNN. Sp. pl. 567. Cbl. bau. 353. Fl. d. Königr. Hannov. Bescbreib.
Tbl. III. T. 12. Koch Syn. II. .550. Schk. llandb. I. T. 119. Fl. dan.
t. 1816. Engl. bot. t. 213. Hay^e Vrzneigew. IV. T. 21.
b. arenaria. Hie sandständige. Kleiner und gedrängter, Blätler
kreisrund; Kelcbzipfel breiter, kurz gespitzt; Griffel verdickt.
G. F. W. Mever, über die Veget. d. ostfriesiscben Inseln in Hannor.
Wag. Jabrg. 1823. St. 18. Koch das.
In ^Valdungen und Hainen auf scbattigeni bumusbaltigem Boden, bäufig
348 PYROIiACEAE. Pyrola.
und meistens truppweise ; l>. im nassen SnniUioden der Nordseeinseln
(IVordernci, ßaltrum). Juni. — September.
Hülic l'. Uiiitter über «Iciii ^Vurzcllialse last kreis.irtig ziis-iiumengeilrängt , l l)is 1 '/j"
gross, scLr scicbt kcrliartig- sägczüliiiig. Kcichzijifcl lang zugespitzt. Kroiicu injtt weiss.
Bemerk. 1. Die weissen, zarten, spinncwebarligen Fäden, womit tlie Klappen der
Kapseln gleicbsani zosaiuinengcwelit sinil , besteben aus den Spiralgeiasseo des Mitlelnervs
der die Kapsel bildenden •'} Fruchtblätter, welcher sieb zur Zeit der Saiuenreife von seiner
Mlltc bis zur Spitze in diese Fiiden auHüst.
Kemerk. 2. Unrichtig wird der Pollen der Tyrolcn 3 -lappig angegeben und abge-
bildet (HayNE, IIOOKER Fl. lond.). Er ist 4-liüpeg. Die Anatomie desselben ist auf dei
citirten Abbildung der Flora d. Konigr, Hannover in einer Yergrössernng von I.SO Mal im
Durchmesser dargestellt. ,
9. P. chloi'antlta. Grünblütiges Wintergrün, Blät-
ter ifreisrund, iüull'.Mlincrvig; lironliliillei- abstellend; IVcleliziplel anlie-
gend, eirund, ein A icrtel so lang als die Krone; Stanl>gel'üssc aufwärts,
der gelirümnite Grill'el niederwärts gebogen.
Sw.inVet.Acad.IIandl. 1810.190. Chi. lian. 354. Fl. d. Rönigr.IIaunov.
Kescbreib. III. T. 13. Koch Syn. II. 550. Stürm Deutschi. Fl. 11. 13.
Fl. dan. t. 1693. P. rotundifolia IIa\ne Aizneigew. IV. T.22.
In Waldungen und Ilainen, auf humushaltigein feuchtem moosigem
Boden, stellenweise, einzeln oder in kleinen Horsten (iWÄ. Mirow, Base-
dow, zwischen Karow und Hohen -Wangeliu, Sehwartof — ; ifc. Lübeck,
lleinbecfc — ; Hn. Göttingen: Meensen, unter den Gleichen, zwischen
lleiuhauscn undBrenikc, zwischen Ilessendreisch undWaake, llfeld — ;
An. Selkethal — ; //*. Allendorf zum Hain, am Hegeberge, Meissner
gegen Abterode und Wölfterode, Rasemellen bei \l^ilhelmsliöhe, am Herz-
stein bei Elgershausen — ; Pr. Halle: zwischen Wendelstein und Zicgel-
rode, Allstedt, Pouch, Crina — ). Juni. — September.
Gestalt der vorigen, jedoch in allen Theilen Ixlelner und zarter. Hohe 6 bis 9".
Stengel und Stiele rothbraun überlaufen, Blatter .5 bis 8'" breit, am Rande leicht zurücli-
gebogen, sehr seicht kcrbig- sügezabnig , oben dunkel- unten «veisslieh - grün , sehr ausge-
zeichnet durch die paarweise Stellung der untern 4 Seitcnnerven. Kelchzipfel kurz gespitzt.
Kronen gelbgrünlich (bell zeisiggrün).
3. P. media. JIKittleres J^intergrün, Blätter rnndlich-
eirnnd; Kronblätter fast kugelig ziisamniensehliessend ; Staubgefässe ge-
gen einander geneigt; Grillet senkrecht, etwas gekrümmt, länger als die
Krone.
Sw.inVet.Acad.IIandl. 1804. p. 257. t. 7. Chi. han. 3 53. Fl. d. Königr.
Ilannov. Beschreib. III. T. 14. Koch Syn. II. 350. Rad. de Pyr. et
Chim. diss. t. 3. f. 1. Fl. dan. t. 110 (P. rotundifolia). P. groenlandica
das. 1. 1945. Fngl. bot. t. 1945.
In lichten Bergwaldungen, auf humosem Boden, selten (J/A-. Lingen,
zwischen Schwartow und Badekow — ; Us. Allendorf am Hegeberge hin-
ter dem Sodon, zum Ilain, am Meissner neben dem Frau Hollentciche,
im Ansteigen des Berges über Frankenhausen, am Ilirschberge — ; Pr.
am Iluy bei Quedlinburg, Pouch (nach Sprengel, nach Dr. Garke neuer-
lich hier nicht gefunden). Juni, Juli. — September.
Grosse der V. rotundifolia, Blätter runder mit kaum merklicher Spitze, seicht und ent-
fernt sägezähnig. Kcicbzipfel eirund - lanzettförmig, mit etwas abstehender Spitze. Gestalt
der Kronen wie an der folgenden Art, aber doppelt grosser, weiss mit blassrosenrothem
Saum. rVarbe so dick als das Griffelende.
4. P. niillOl*. Kleines Jf^intergrÜn, Blätter rundlich-
eirund; Kronblälter kugelig zusammenschliessend ; Staubgelässe gegen
einander geneigt, Grillel senkrecht, gerade, von der Blumenkrone einge-
schlossen.
LiNN. Sp. pl.567. Chi. han. 354. Koch Syn. II. 550. Sturm Deutschi.
ChiiiiophilM. PYROIiACEAE. 349
Fl. II. 13. SCHK. Ilaiulb. I. T. 119 (P. rotundifolia, mit AnsscLlnss Her Figmcu
f. bis i.). Fl. (lan. t. 55. Engl. liot. t. 158 (....ngclLaft). t. 2543 (P. i-osea).
Hayne IV. T. 23.
In Hainen un«l lichten Wahlungen, auf liumoseni Boden, Läufig trupp-
weise. Juni, Juli. — September.
In allen Tl.cilcn fast um die Hällle kleiner als die vorige. Blätter der T. rotundifolia.
Traul)c dicht. Kronen weiss, melr oder weniger rolh angeLancIit. INarlic doppelt dicker
als das Griffelende.
■■ Blüten ein seitwendig.
5. P. scciinda. Minseitblütiges Wintergrün. Blatter
eirund, gespitzt; Kronblätter glociiig zusaninicnschliessend; Staubgefässc
gegen einander geneigt; Grifl'el last gerade, länger als die Krone.
LiNN. Sp. pl.567. Cbl.ban.354. Koch Sjn. II. 551. Stlrm Deutscbl
Fl. U.13. Fl. dan. t. 402. Engl. bot. t. 517.
In Waldungen und schattigen Hainen, auf buuiosem Boden, häufig
truppweise. Jnni, Juli. — September.
Höhe 6 his 7". Stengel verlängert und an der Basis oft ästig getheilt. Blätter höher
hinaufgeriickt als bei den vorigen Arten , weniger lederartig und scharf s.igezähnig. Traube
dicht, einseitwendig, gegen die Spitze oft hogig gekrümmt. Kronen grünlichweiss , Kron-
blältcr fein gczähnelt.
gx:ue:rbi.ichmis.
Vechnisches» Die Blätter sfiinmtlicher eilten zum Gerben feine-
rer Lrdcrttrten und zum Schwarz färben anwendbar.
ÖJCOnoniiJScheSt SämmtUch Zierpflanzen , die sich durch Thei-
Inna der ffurzcln leicht fortpflanzen lassen.
«. rHiJfioPHiiiA. vriNOPxnx,EmB,
VVRSH Fl. amer. scpt. I. -J?!).
Kelcli 5-(heilig. Krone 5-lilä(trig. ^Kapsel 5-f;icherJff, in 5
Ritzen faelispallig an der Spitze anfreissentl, unkr Beibelialtiing
des Znsanunenhaiigs mit der 3Iittelsäule an lieiden Enden der
fadenfilzlosen Klappen. Geschl. Syst. X. 1.
Mehrjährige, wintergrüne, unbehaarte Kräuter (Art. 1. 2.) oder Stauden
mit sprossender W'^ttrzcl. Blätter in Schein(|uirle geordnet, hurzstielig,
fast lederartig. Blüten in Doldentrauben oder einzeln stehend.
1. eil* unibellata. Ifoldenhlütiges Winterlieh.
Blüten in Doldentrauben; Blätter lanzett-heiirörmig.
IVuTT. Gen. pl. amer. bor. 1. 274. Chi. hau. 355. Pyrola umbellata
LiNN. Sp. pl.567. Koch Syn. II. 551. Gmel. Fl. bad. II. t. 2. Fl. dan.
t. 1336. CuRT. Bot. mag. t. 778. Hayne Arzneigew. 13. T. 13.
In schattigen Waldungen, auf humosem zum Moorigen s'ch neigendem
Boden, stellenweise (/7Z. Wesseloh, Mollen, Trittau in der Uasenheide — ;
illA.,- Rn. Pferdethurm bei Hannover — ; Pr. Halle: zwischen Sollnitz
und Oranienbaum). Juni, Juli. — September.
Höhe 1'. Stengel ansteigend, von Rabenfederdicke, bolzig. Blätter gegen dessen Mitte
meist in 2 unregeliiiässige AVirlel gestellt, entfernt gez.nhnt, dick lederartig und stark glän-
zend. Blüten abwärts gewandt, Kronen blass rosenrolh. Träger auf einer halbrund erwei-
terten Basis stehend. Griffel verkürzt, I>arbe kaum breiter als das Griffelende, 5-hückerig.
Bemerk. 1. nen Kapseln mangeln die spinnwebartigen Fäden, weil keine Auflö-
sung des Nervs der Fruchtblätter eintritt, wie diese hei P. rotundifolia (vergl. Bemerk. 1.)
nachgewiesen worden ist. Es bildet sich daher kein Fadenfilz, welcher die normale Öffnung
der Kapseln an der Spitze behinderte, wie dies bei der vorhergehenden Galtung der Fall ist,
deren Kapseln unten aufzureissen genöthigt werden, weil oben der Filz die Klappen fest zu-
sammenhält. Die Samen entschlüpfen bei Chimophila aus der klaffenden Spitze der Kapsel,
während gegen die Basis zu die Klappenränder dicht znsammenschliessen. Dieser Inisland,
in Verbindung mit einer abweichenden Bildung der Staubbcutelträger und einer stärkern Aus-
350 jnOll'OTROPEAE. irionotropa.
Iiilctiing Her Naibeii, aüifte ilatii lierccliligei. , die olmclics im Ualiitiis sich aiiszeicLiieiidiu
Arien ilcr Galtiing Pyrola, ilert-n Ii;ipsel von olien luificisst, nnler <lcn von T' KSCIl für I".
lunlielhila eingel'iilii Ben J>amen Cliimopliiid , als eigene Gatinng ziisamnicnznslellen. Aussei ilen
beiden eiDbeimisclicn Arten werden V. uiaculata und P. Menziesii zu dieser Galliing geburen.
Itcmerk. 2. I>er >'anie bonimt zwar von Xflßlt nnil <f ikoc, ber, wird aber dennoeb <un
Mebrern nnriebfig Cbima]ibila geschrieben , weil nach den Regeln der Ableiinng durcb Zn-
saininensclzung im Grieebiseben in solchen Fällen das « in o verwandelt wird.
9. eil. iiniflora. Minhluntiges Winterlieb, Stengel
eiiiMütig; Blälter riiiullicli -spatelturiiiig.
Pyrnla uniflora LiNN. Sp. pl.568. Chi. han. 358. Koch Syn. Tl. 551.
ScuK. Haiull». I. T.119. FI. daii. t. 8. Engl. l.ot. t. 14fi.
In schattigen \^''al(lungt'n , vorzüglich Nadelholzwaldiingen , auf liiimo-
sem Roden, ziemlich häuflg. Juni, Juli. — September.
Hübe 6". Stengel ansteigend, schwach. Blälter in "2 genäherte, nnregelniässige AVirlel
gestellt, seicht gekerbt- sägezähnig. Blüten überhängend, gross, flach, sehr wolilriechend.
Kronen weiss. Hörnchen der Staubbeutel lang, divergirend ; >arbe dreifach dicker als das
Griffelende, .5 -zackig.
liTjUI. IflOlfOTROPEAE.
Kelch untl Krone 4 — ö-l)lättt;lg mil geschindelter Knospen-
lage. Stauhffcfässe unterstäntli^^ frei ^ doppelt so viele als
Kronhlätter, deren ahwechselnd 5 aus der Miile_ZAvcier warzen-
förniiger Drüsen entspringend. Fruchtknote 4 — 5 -fächerig. Ein
Griffel mit trichterförmiger Narbe. Kapsel 4 — 5 -klappig, fach-
spallig, von oben his unter die Mitte aufreissend. Samen in ei-
nen lockern, röhrigen, netzartigen Mantel eingeschlossen.
IZorkoiunien. tJ]>ei' Bauinwurzeln oder in unzersetztcm Humus, pa-
rasitisch.
Gehalt. ISicht bekannt.
1. ITIO^OTROPA. OHJVSMjATV.
LlNN. Gen. n. .536.
Kelch 5 -blättrig. Kroiiblätler 5, an der Basis mit einer !Ho-
niggrube. Geschl. Syst. X. 1.
Mehrjährige, fleischige, grünlose Kräuter. W'^urzel einfach und faser-
los oder knäuelig gehäufte saftige Fasern treibend. Stengel Matllos,
schuppentragend. Blüten endständig, einzeln oder in Trauben und mit
Deckblättern versehen.
1. ]?I. HypopltyH. Gemeines Ohnhlatt, Zarthaarig;
Traube nickend, nach dem Rlühen gestreckt; Kronhiätter gezähnelt.
LiNN. Sp. pl.555. Chi. han. 355. Koch Sjn. il. 551. Beichexb. PI.
crit. V. t.481. Fl. dan. t. 232.
b. glabrn. üas kahle. Unbehaart.
Chi. han. das. Schk. Handb. I. T. 116. Reichenb. das. t. 482 (M.
Hjpophaegea). Fl. dan. t.205I. Engl. bot. t. 69.
In Waldungen, auf schattigem, aus halbverwesetem Holz oder Laub
bestehendem Humus, stellenweise und intermittirend, oft wenigzählig-
truppweise; b. seltener. Juni, Juli. — August, September.
Bleicbgelb, trocken braun werdend. Wurzclslock dickfleischig mit vielen Fasern. Stengel
'/.^ — 1' hoch, mit 4 — 8 Scbniipen besetzt. Traube dichter oder enirernterbliitig, End-
hliite .5-zäblig, übrige 4 -zählig, Deckblätter rbombenförmig. Staubgefäss und Grifl'el an
der Hauptart struppig behaart. Klappen der Kapsel in der Mitte von der Alittelsänle sich
läsende Sainenpolster tragend.
Hex. Aai]IFOl.lAC£AE. 351
Subclasslit III.
COROIililFIiORAE.
Jßritte WTnterIclasse,
Kelch frei, vei-vvaehsenbläflrig (elnbläürig). Krone einblät-
trig, unterständig. Staubgefässe der Krone eingesetzt. Frucht-
knote frei.
lilX. AQUIFOIilACEAE.
De Cand. Tlieor. elem. etl. I. ,l\l ■
Kelch 4— 6-zähnig, Krone regelmässig, 4— 6-theilig: beide
in der Knospenlage geschindelt. Staubgefässe mit den Kron-
zinfcln abwechselnd. Fruchtknote 2— 6-fächerig, Fächer 1-eiig
mit hängenden Eichen. Narbe gelappt, fast sitzend. Frucht
pflaumenartig. Keim klein, im starken Eiweiss gerade stehend,
das Würzelchen zum INabel gerichtet. — Blätter meist leder-
artig, ohne Nebenblätter.
Torkoninien. Meistens im ■warmem Amerika und am Cap zu Hause,
l>ei uns durch eine Art repräsentirt, deren Yerhreitung IjeschränKt und
eigentbümlicli ist, indem sie Deutschland, Ton Westen aus sieb theilend,
in Norden längs den Küsten und in Süden den beiderseitigen Alpen-
abfall entlang, mit Ausschluss des Innern, umfasst.
Gehalt. Zu wenif/ bekannt. In den Rinden mehrerer bitterer E.\-
tractivstoff (als Ilicin) und f^ofjelleim.
I. IliEX. MÜMjSXJV.
I.INN. Gen. n. 17'2.
Kelch 4— 5-zähniff. Krone rad/ormig-4— ötheiliff. Narben
4 — 5, fast sitzenil. Pflaume 4 — 5-steinig. Geschl. Syst. IV. 3.
Sträuche oder Bäume. Blätter immergrün wecbselständig, lederartig,
gekerbt oder dornig-gezähnt. Blütensticle blattwinbelständig, 1- oder
mehrblütig, Dcchblä(tei- tragend. Kronen weiss.
I. I. Aquifoliiim. Gemeine Mülsen. Blätter ellip-
tisch, spitz, dornig-grosszähnig, oder ganzrandig; Blüten doldenbü-
scbelig.
LiNN. Sp. pl. 181. Chi. han. 78. Koch Syn. II. 552. Reit. u. Abel
Holzart. T. 82. Schk. Handb. I. T.28. Fl. dan. t. 508. Engl. bot. t. 496.
Havne Aizneigew. \'11I. T. 25.
In Waldungen, Gebüschen und Heiden, auf frischem sandhaltigcm
Boden, von der ganzen westlichen Grenze des Gebiets (HL; Hu. Ost-
friesland; Pr. fV.)., unter Erreichung der Südgrenze für ISorddeutsch-
land am Sollinge und in der nord- östlichen Harzgegend, gegen Osten
(iWA. Warlow, Güstrow) fortziehend, häufig. Mai, Juni. — September,
October.
Meistens Strauch von 4 — 6' Höhe, selten baumartig his 18' hoch. Rinde aschgran,
der jungen Zueige grün. Blütter gestielt, steif, am Rande «ellig, stark glänzend, unten
niatlgriin und starhaderig. Kronen unrein «ciss oder hlass fleischfarben. Früchte erbsen-
gross , scharlachroth.
GJSn^MRBMCHMS.
Pharntaceutisch- JOiedicinisches» Die Blätter of'ficinell
(Folia Ilicis Aquifolii). Vorwaltende Be s tnndlh. bitterer Extractiv-
352 OLE ACE AE. Ligustrum.
Stoff als Ilicin. Anwcndumj in Puluer oder yiuffjuss, besonders wie-
der in neuerer Zeit f/enen fVeehselfieher; nuch das Ilicin als Snrrotiat
der China. Die durch ^iuf'kochen breiartiij rjcwordene Rinde zu Lm-
schläffen auf Gcschwiilsje im Haustfebraueli.
technisches u. ÖTeonOtnischeS, Das harte, zähe und weisse,
eine feine Politur annehmende Holz zu P'ournir- und Drechslerarbeiten,
die junffcn Triebe zu Peitschenstielen , die Rinde zur Bereitung eines
f^of/elleims anwendbar. Die Knosjten eine Nahrtiufj des ff-^ildes und der
Schafe, die Beeren der wilden tauben und Drosseln. — Sehr fjecifjnet
zur ^nlefjunff undtirchdrintjlicher Hecken und als Baum eine Zierde der
Gärten (EuUlI. Beitr. II. '55.).
liü.. OliKACEAE.
ÖXiBAtTJttJLnVMG JE J»*'i^JVZ JEJV.
I>INDL. Syst, iloutscli. Ausg. 305.
Kelch gezähnt oder gelLeilt, selten nicht vorhanden. _ Kroue
regelmässig mit 4-spalfiseni Saum, oder fast 4-hlättrifi;, mit
lilap[)Ia;er Knqspenlage. Zwei aus der Kronröhre entspringende
oder mit je einem Paar der Krontheile verwachsene Stauhge-
fässe. Fruchlknofe 2-f;icherig, mit 2 hängenden Eichen im
Fache. Die Frucht kapsei-, heeren- odeji- pflaumenarlig. Sa-
men mit fleischigem Eiweiss und geradem Keim, das Würzelehen
zum Nahel gewandt. — Blätter wechselsländig.
Torkoninicn. An lieinen ])estiiiiiuteu Bodeiigelialt gebuiulen, aber
liiiiniisliclx'nd.
Gehalt. Sichrere eifjenthiimliche Substanzen kommen vor (Olivil,
Olivin oder Olivit , f'autjuelin, Phillyrin, Lilncin, F'raxinin) , deren
ZusUHitncnsetzunfj zum Theil noch nicht hinreichend bekannt ist.
1. lilGlISTRlJ]?!. nAEJVJW^mMIiJE:
J.IIVIV. Gen. n. 18.
Kelch 4-zähnig. Krone röhrig mit l-theiligem Saum. Frucht
beerenartig. Geschl. Syst. II. 1.
Doriilose, unhcliaaite Sträuche. Blätter gegenständig, ganz und ganz-
randig. Ilispen endständig. Rroncn weiss.
1. Ij. vulgare* Gemeine Mainweide, Blätter länglicL-
lanzetti'örmig, in der Knospenlage geschindelt; Bispe gedrängt.
LiNN. Sp. pl. 10. Chi. han. 254. liocii Sjn. II. 554. Beit. u. Abel
Holzart. T. 44. Schk. Ilandh. I. T. 2. a. Sturm Dentschl. Fl. II. 14.
Fl. dan. t. 1141. Engl. hot. t. 764. Hayne Arziieigew. V. T. 25.
Zwischen Gel)üsch, an Ilechen und W^egen, auf frischem etwas hii-
mushaltigem Boden, sehr wahrscheinlich nur verwildert. Juni, Juli. —
Octobcr.
Höhe 6 — 8', schnell wachsend und schlanliästig. ISlätlcr gestielt, diinlielgriiii , glän-
zend. Früchte erbsengross, erst roth, dann schwarz.
GEn^MRBI.ICXES,
technisches u. ÖTeonOtniScheS- Das zähe Hol- zu kleinen
Geräthschaften und Drechslerarbeiten anwendbar, die bicf/samen Zweige
zum Korbflechten, die Fruchte zur Bereitung rother, violeter und schwar-
zer Farben. Die süsslich riechenden Blüten werden von den Bienen be-
sucht. — ■ Ein vorzüglicher Strauch zur Anlegung schnell, dicht und
schönwüchsiger Hecken.
Fraxlims. OliEACEAE. 353
19. FRAXIIVUSii. JESCBE.
LiNN. Gen. n. 1160.
Kelch und Krone 3— 4-tlieiHg oder nicht vorhanden. Frucht
eine stark zusauiuicngcdrücktCa geflügelle A'uss. Geschl. Sysl.
Höht- Räiinio. Blätter gegenständig, unpaarig gefiedert (sehr selten
einfach), in der Knospenlagc gefalzt. Bliitenrispen aus den ohcrn seit-
lichen Knospen, vor «lern Lauhausbruch, sich entwiclielnd.
f. F. excelsior. Gemeine JEsche* Blätter 3— 6 -paarig.
Blättchen sitzend, länglich -lanzettförmig, zugespitzt, sägczähnig.
LiNN. Sp. pl. 1509. Chi. hau. 80. Roch Syii. II. 554. Reit. u. Abel
Holzart. T. 5. Schk. Handh. IV. T. 357. Fl. dan. t. 969. Engl. hot.
t. 1692.
In Wäldern und an Flussufern, auf feuchtem lochcrm humosem Lehni-
hoden, zerstreuet durch das Gehiet. Lauhausschlag Mitte Mai's, Ahfail
Mitte Octohcrs. Blütez. Ende Aprils. — Octoher.
Holicr (80 — 1-0'), giadscli.iffiger Bunin mit hr:iiinlicligraiier, glatter, später rissiger
Rinde, i1icl.cn Jülircstrieben und schwarzen Knospen. Bliitenrispen Ssfig, sclilafT, vieleliig-
z,veil.ä.,sig.
technisches ». ÖTeonomischeS, Eine Zierde in Pnrknnln-
fjen und in Alleen. Bvennxvertli des Holzes dem der liuche ylcic/i.
Dauer im Trochcnen (jut , in abwechselnder Feuchtifjkeit mittelmiissirj.
Spaltiijkeit ziemlich f/ut , Ziihifjkeit und Festiifkeit beträchtlich. Ela-
sticität, Textur und Diehtiffkeit mittelmässifj. Härte nicht ausr/czeiehnet.
fJ^erf'en und Schwinden nicht beträchtlich. Gewicht t/rün der Hub. F.
60 Pf., waldtrocken 50 Pf. Treffliches fVaf/ener-, Tischler- und Ma-
schinenbauholz, starke Stämme zu Rudern, die junqen Stämme zu Rei-
fen sehr f/esueht. Aschenertray von 1000 Pf. Holz IS'/-^ Pf. Asche,
1 Pf. 18 Loth Pottasche. Rinde zum Braunfärben anwendbar. Laub
ein treffliches Futter für Pferde und Schafe , der Ituhmilch theilt es ei-
nen bittern (tcschmnck mit.
Forstliches Verhalten, Natürliches Alter 150 — 180 J.,
wirthschaftlich vorlheilhnftestes im Hochwalde SO — 100 J., im Nieder-
walde bis 30 «/. Durchs rhnittsz u w aehs als Batimholz dem der Ulme,
als Schlatjholz dem des Ahorns sich nähernd , der Buche nachstehend.
Aus schlaf/ sfühiykeit i>om Stock und der fVurzel nur bis zu 25 J.
fjut; dann der Ausschlag i'om Stock r/ er in ff , weshalb der Hieb im jun-
gen Holze fjefuhrt werden muss. Mässiffe Beschattunrj nur in den er-
sten Jahren vertragend, dann Licht s tellu nfj und räumliehen Stand
verlanijend. Durch Verbeitzuntf und durch Spätfröste in warmer
Lufje leicht leidend. Belaubuny nicht verdammend, den Boden nur
mässifj verbessernd.
SCBWJLXtBJEJVWUnZAMVMGM PF1jA.NXMN,
R. BR. in AVcrn. Soc. I. li.
Kelch .5-thcilig. Krone 5-spaltig mit geschindelter Knospen-
lage, ahfällig. Slauhgefässe 5, der Basis der Krone eingesetzt;
Träger oft verwachsen; Blütenstauh in bestimmt geformte Mas-
sen verbunden und den Drüsen der Narbe anhang'end. Zwei
Fruchtknoten mit 2 Griffeln , eine beiden gemeinschaftliche
schildförmig - fünfeckige ]\arbe mit drüsigen Ecken tragend.
Zwei Schlauchkapseln mit einem nathständigcn später sich ab-
lösenden Samenpolster. Samen dachziegelförmig gereihet, hän-
354 ASCIiEPlADEAE. Cynanchum.
gend. Elwciss dünn. Keim gerade, das WiuzelcLen zum ^Nabel
Vorkoiiiuien. Im GcLiete mir durch eine, Kallvboden licbeiulp, Art
vertreten.
Gehalt. Bi-cchencrreqendc Substanz, Ilurz, ätherisches Ol, festes
fettes Öl, Gallertsntire, Salze.
U. IJR. iQ Wcrn. Soc. I. IJ.
Krone fast radförmig. Staubfäden in ein 5 -lappiges Kröii-
clien verwaehsen, dessen Lappen zwisehcn den Kronzipfeln
stehen. Blütenstaubmassen bauebig, bangend. Samen seiden-
schopfig. Geschl. Syst. V. 2
Mehrjalnigc (A. 1.) oder staudige Kräuter. Stengel meistens vvindend.
Blätter gegenständig. Blütensliele zwischen den Blattstielen stehend,
seltener Idattwinkelständig, 1 — niehrblütig. Blüten doldig, trugdoldig
oder trauhig.
1. C Viiicetoxicum. Gemeine Schwalbemi'ura.
Stengel aufrecht; Blätter herzförmig -eirund, zugespitzt; Blüten in blatt-
winhclständigen einfachen oder zusammengesetzten Döldchen.
Pers. Syn. I. 274. Chi. hau. 255. Koch Sjn. II. 5:35. Asclepias
Yincetoxicum LiNN. Sp. pl. 314. Schk. Handh. I. T.55. Sturm Deutsehl.
Fl. H. 9. Hayne Arzneigew. VT. T. 30.
In Waldungen, Hainen, zwischen Gebüsch und an Hechen, in Gc-
birgs- und Ilügelgegenden, auf hallssteinhaltigem Boden, die Nordgrenze
der Gesanimtverbreitung westlich in Iln. am Deister errclcliend, östlich
durch iWA. bis zur Ostseeküste, stellenweise verbreitet. 3Iai bis August. —
September, October.
Wiirzclfaserii lang, llciscliig, dick, nielircic Stengel (ragend. Stengel 1 '/.^ — 2'/2'liocli,
hisweilen oben windend, mit einer gegenstandig doppelten Uaarlinie liezeiclinet. Blätter
ganirandig, kurz gestielt. Kronen weiss, seltener gclbbrann überlaufen. SclilaucLkapsclu
lünglieb -spindelförmig, kaLl.
GKn^MR:BJLlCnKS.
Pharmaceutisch- Jttedicinisches, Die fVurzel offidncll
(Uadix Yincetoxici s. Uirundinariae. HvxzE fVuarenh. T.33. F.2.). For-
waltende Bestunilth. brecheuerretjeiide , dem Emclin iihnliehe , Suh-
statiz, Harz und ätherisches Öl. Anwendung in Pulverform oder als
Infusum, als Diajjhoretieum und Diureticum; die Abhochuntj als Emetico-
catharticum wirkend. Häufig als Thierarznei im Gebrauch. tlbritjens
als (fiftartif/e Pflanze zu betrachten.
VechntSChes» Der Stenijel des zähen Bastes %uetjen zur Hanfbe-
reituntf nutzbar, die Samcnhaärc , ffleich denen der Asclepias syriaca,
zur Herstellung eines seidenartigen Stoffs.
ÖTeonOI/niSChes» Nur die Ziegen fressen die obcrn Blätter.
liXII. APOCYI¥EAE.
B[W7NJiSWtfnGmMA.UVEGm PFIiA-NIKN,
R. BR. Prodr. 40}.
Kelch 5-tbeilig. Krone 5 -spaltig. Blätter 5 -spaltig mit
schief gedreheter Kuo.spenlage. Staubgefässe 5, der Krone ab-
wechseln«! mit deren Zipfeln eingeselzt; Träger frei; Beutel
auf der IVarbe liegend; Blütenstaub körnig. Fruchtknoten viel-
eiig^ 2, 1 -fächerig oder 1, 2-fäehcrig; Griffel 2 oder 1; eine
Narbe. Frucht: Schlauchkapseln, Ka2>seln, PUaumen oder Bee-
viHca. APOCYNEAE. 355
ren. S.ime eiweissballig. Keim gerade, das Würzelchen zum
Nabel a;ewandt.
l/^orliommeii. Im Gebiete nur durch eine Kalkgestein liebentlc Art
repräscntirt.
Gehalt. IVicht hinlänglieh unlcrsucht. In mehrern ein tfif'tartiif-
scharf'er , Kautschnck enthaltender Milchsaft , Gallnssimre , ein bitteres
Princip (^Ipocynin) und Gerbestoff'.
f. VIIVCA. SMJVJVGnÜW,
LiNN. Gen. n. 29.5.
Krone tellerförmig mit 5-eckigem Schlünde^ Saumzipfel schräg
gestutzt. _ Narbe scheibenförmig mit einem darüberstehenden
sternförmigen Haarschopf. Geschl. Syst. V. 2.
Aufrechte oder liegende St.tuden. Blätter gegenständig, immergrün.
Blütenstiele blattwinkel - und ■wechselständig, einzeln, 1- blutig.
1. V. minor. Kleines Sinngrün, Blätter elliptisch oder
lanzettlich, Relchzipfel unbehaart; Stengel kriechend, Blütenäste aufrecht.
LiNN. Sp. pl. .304. Chi. hau. 255. Koch Syn. II. 557. Reit. u. Abel
Holzart. T. 7. Schk. Uandb. I. T. .51. Fl. dan. t. 1813. Engl. bot. t. 917.
In T^^äldern und Hainen, auf steinigem, besonders kalhsteinigcm oder
felsigem Boden in schattiger Lage, häufig und in stellenweiser Ausbrei-
tung den Bndcn bedeckend. April, Mai, oft zum zweitenmal im Sep-
tember. — Juni, October.
IMcderliegend, kriechend und selten oder sparsam hliiliend. Blätter lederartig, dunkel-
grün und glänzend. Kronen gross, lielllilau , selten violet oder weiss.
GMnMRBT.ICMMS.
ÖTconontiScheSt Eine Zierpflanze der Felsenanlar/en in Garten.
Nur die Zietjen fressen das Laub.
Jrss. Gen. 141.
Kelch bleibend. Krone 4 — 8-spaltig. Staubgefässe der Krone
abwechselnd mit deren Zipfeln eingesetzt. Fi-uchtknote mit 2,
thcilweise oder ganz verAvachsenen Griffeln; Narben 2 oder 1.
Frucht eine vielsamigc, 1-halb- 2— 4-faclierige, 2-klappige
Kapsel (selten Beere) mit wandstandiffcn Samcnpolstern. Keim
gerade, in der Mitte des fleischigen Fiiweisses, das VVürzelchen
zum Nabel gcAvandt. — Blätter gegen- selten wechselständig.
Vorkommen. Die mehrsten bodenvag; einige kalkhold, andere Hu-
mus verlangend.
dehalt. Fast ohne Ausnahme durch einen noch nicht hinlänr/lich be-
kannten, vorzüglich in den ff'urzeln enthaltenen Bitterstoff (Gentianin),
ausqezeichnet, daneben Gummi, Vorjelleim — ■; im Iv-aute derselbe Bitter-
stoff', Menyanthin, Essiff- und Apfelsäure. — •
1. Gruppe. MENYANTHEAE. B ITTJEnUX-JEM-
Fruchtknote auf einer unterständigen Scheibe stehend oder mit Drüsen
umgeben.
1. JflElVW^AIVTHES. BMWXin KI, JE JE,
LrlNlV. Gen. n. 164. Art. ausgeselil.
Kelch 5-theilig. Krone trichterförmig mit 5-fheiligem, innen
bärtigem Saum. Kapsel 1-fächerig, neben der Klappennath auf-
356 GEJVTIAMEAE. Lininauthemum.
reissend. Samcnpolslcr in <lev 3IiUe der Klappen. Gesclil.
^'Mlliijähiige Suinpfkiiiuter mit goglieaeitcin, liiieclHiulom, oI>pii von
Rl.-ittsclicideu Lcdiclitein StocU. Blattir vvceliselsläiKlig, 3 - scliniUig.
Scliaft aufrecht, eine einfache Blütentraul»c tragend. Blütenstielchcn an
der Basis mit einem Deel;l>latt versehen.
1. ]?I. trifoliata. Gemeiner Bitterlelee* Blattahschnitte
unigehehrteirund-länglieli oder länglich; Blütentrawhe dichthliitig.
LiNN. Sp. pl.208. Chi. han. 260. Koch Sjn. 11.558. Sciik. Ilandh.
I. T.35. Sturm Deutschi. Fl. H. 8. Fl. dan. t.541. Engl. hot. t. 495.
Hayne Arzneigew. III. T. 14.
Auf Wiesen, an Teichen und Gräben, auf Sumpf- und Torfhoden,
häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Wlirzelstock «.igercclil, an den Gliciteiungcn mit Lingcn , starken Tascrn lieseUt, in den
schräg ansteigenden, kurzen, runden, saftigen Stengel iiliergelicnd. Blätter langgcstiolt,
Abseliiiittc lederartig, glänzend, seicLt kerl.ig - gcscliwelft oder fast gnnzrandig; Blaltslicl an
der Basis sclicidig. Blüten kurz gestielt. Kronen « eisslicli - rosa.
GK ivmr:bz.ichms*
jPharnt,aceutisch-Jn:edicinischeso #>«< lirdut of'fieinell
(Ilerha Trifolii fihrini). f'orw alt ende Bcstandth. bHlerer Extvactiv-
Stoff. Ob das vorhandene Menyanthin (RliAXDES) vom Imdin verschie-
den sey, ist noehiuufewiss. yinwendunfj im Auf'cpiss oder in Abkochnnfj,
auch bisweilen der frisch ausf/epresste Saft, als auflösendes , eröffnen-
des und antiscorbutisches Mittel. Präparate sind Extractum und die
jetzt wenifjer r/ebräuchliche Tinctura T. fihr. Als Thicrarznei bewährt
sieh das Kraut besonders (jenen Uvanhheiten der Schafe.
Technisches, Der Saft färbt mit Alaun bereitete Stoße lebhaft t/rün.
ÖTC anomisch es» Die Blätter als Hopfen amjewandt t/ebcn dem
Biere ein auf/enehmes und kräftirjes Bitter. liie fJ'urzeln yetrncknct und
(lemalen können dem Getreidenichl zum Brote zur/esctzt werden. Das
f^ieh, besonders Schafe, fressen das bittere liraut dennoch gern.
«. IiI]?II¥AI¥THi:]?IlJ]fI. TMECUBIiWJMM.
OMEL. Act. Ijctrop. 17t>!).
Kelch 5-tlieilig. Krone radformlg mit bärtigem Schlünde.
Fünf Drüsen zwischen den Stauhget'iissen an der IJasis des K rut-ht-
knotens. Kapsel 1 -fächerig, unrcgelmässig aiifrcissend. Sa-
menpolster an der Klappennath. Geschl. Syst. > • 1.
Mehrjährige Wasserkräuter. Blätter gegenständig, lang gestielt,
schwimmend. Blüten in sitzenden, blattvvinkel- oder hlattstielständigcn,
unregclniässigen Doltlen.
1. li. iiyiniilioides. Seerosenähnliche Veichhlunne,
Blätter herztörmig- kreisrund; Blüten in hlatt-vvinkelstäudigen Dolden.
Link Fl. portug. I. 344. Chi. han. 261. Koch Syn. II. 558. Meuyan-
thes nymphoides Linn. Sp. pl. 207. Sturm Deutschi. II. 18. Fl. dan.
t. 339. Engl. hot. t. 217.
In Landseen, Teichen und Gräben; auf schlammig -sumpfigem Boden,
die Südgrenze des Vorkommens im Gebiete in der Linie von Münster
(Pr. fVT), Dannenberg (Hn. Prov. Lüneb.), Dömitz (Mk.) erreichend,
häufig und meistens trupp- oder hcerdcnweisc. Juli, August. — Sep-
tember.
Stengel lang gestreckt, slielrund, gal.elllieilig- ästig. Bläller der Nympliaea alba,
bcträclillicb kleiner, rundlielier nnd seicbt ausgeschweift, oben grün und glänzend, i
bleich -graugrün oder rolhlich. Blüten schwimmend, nach dem Blühen unler die W.i
Oäche sich zurückziehend, Kronen von 1" im Durchmesser, cilronengelb.
nur
Sweertia. «ENTlA^fEAE. 357
8. Gruimc-. OENTIANEAi: VERAE. KIGMN TT, I CHE
ElVXIANGMjyÄ CHSE,
Oliiic uuterstautligc Scheilie.
3. Sll'EERTIA. »WX.mnVEM,
I^l^N. Gen. u. 3'il.
Kelch 5-lheiHg. Krone radförmig mit flaehem 5-tLeillgeni
Saum, an der Basis jedes Zipfels 2 gevvimperfe Drüsen. Kaj)sel
1-fäclierig. Samen an den Uändern der Klappen. Geschl.
Mebrentiicils iiu-hijährlgc Kräurcr. Blätter spatelt'örniig , uiiteistc
meist ivecliselstäiidig, obere oft gegenständig, Blüten in traubigen Trug-
dolden.
*1. S. pereiinis. Mehrjährige Sweertie- Stengel ein-
fach; Wurzelblätter elliptisch oder unigehehrteirund -spateiförmig; Blü-
tenstiele fast flügelig-4-kantig.
LiNN. Sp. pl.328. Koch Sjn. II. 5.59. ScHK.Uandb. T.58. Reichenh.
PI. crit. Y. f. 0X5. Jaco. Fl. austr. III. t. 248. Engl. bot. t. 1441.
Auf Wiesen, auf moorigem Boden, im nordöstlichen Theile des Ge-
l>iets, selten {Lb. zwischen Lauenburg und Mölln auf den Besenthalcr
Wiesen an der Stechuitz, bei Siebenelchcn am Seeburger Canal — ; Mk.
Schwerin und Wendorf, Sülz, INeu- Brandenburg —). Juli, August. —
September.
Stengel '/.^ — l'/j' ''Ocl>. Blätter ganzrandig, untere gestielt, obere sitzend. Bliilcn in
einer endsländigen Traul.e, Blütcnstiele gegenständig, einfach, 2 — 3-lheillg, durcU ein
Dcckblalt unterstützt; Kronen triilniolet. Samen linsenförmig.
4. GEJVTIA^A. MJVZMAJV,-
I>INN. Gen. u. 322.
Kelch 4— 9-spaltiff oder -theilig, selten schcidig-2-theilig.
Kronröhre eylindrisch oder glockig mit 5 — 9-spalligem Saum.
Zwei Narben. Kapsel 1- fächerig, Samen an den Rändern der
Klappen. Geschl. Syst. V. 2.
Ein- (Art. 4— 6.) oder mehrjährige (Art. 1—3.), meistens unbehaarte
Kräuter. Blätter gegenständig, ganzrandig. Blüten end- und blattwni-
helständig, einzeln, büschelig, scheinbar quirlig oder in traubigen Trug-
dolden. Kronen blau', purpurn, violct oder gelb.
• Sclilund der Krone nackt.
1. €i. CrilClata. Kreua-Mnzian. Blüten in Wirtein, Kro-
nen 4-spaltig mit heulenförmiger Bohre ; Blätter 3- nervig, länglich oder
lanzettförmig, an der Basis verbunden und scheidig umfassend.
LiNN. Sp. pl.334. Chi. han.2.j6. Roch Syn. 11.561. Jacq. Fl. austr.
IV. t. 372.
Aufwiesen, Bergtriften und an Ilolzrändern, auf trockenem sonni
gern Boden, die ]>ordgrenze der (europäischen) Gesainmtverbreitung in
der Linie von Darup (/>,-. /f.), Hannover, Hildesheim (//n.), Neu-Bran-
denburg {Mk.) erreichend, stellenweise. Juli, August. — September.
Stengel ansteigend, dick, V2— 1' '""^''' ""='*' ''"'''' angelaufen. Blatter genähert ste-
hend, bis ins Länglichlincale au Bieile abnebmend. Krone ziemlich kiciu, innen azurblau,
aussen tief »iolct. Staubbeutel frei. — Endhlütc oft .5 - spallig.
«. G. Pueiiiiionaiitlie. Itungen-JEnzian, Blüten ge-
gen- oder wcchselständig, Kronen 5 -spaltig mit heulenförmig- glockiger
Bohre; Blätter lanzettlich-lineal oder lineal, stumpf.
LiNN. Sp. pl.330. Chi. han. 2:56. Koch Syn. IL 561. Sturm De«tschl.
Fl. U.30. Fl. dan. t. 2G9. Engl. bot. t. 20.
358 «ENTIANEAE. Gentinna.
Auf Wiesen und Triften, auf nassem, sumpfigem und moorigem Bo-
den, stellenweise. August, September. — September, October.
Stengel 1' liocli. Biälter am Ramie schnacL unigerollt, an der Basis zusaiuinenliäiigend,
unterste tlurcli Abnalime der Lange in Scliujipen iibergcLenil. Bluten am Stcngelendc und in
den obern Blattwinkeln meist einzeln stebend. Kronen lang gestreckt, tief kornblumenblau
mit Reihen grüner Punote. Staubbeutel verbunden.
'3. G. acaulis. Stengelloser JEnzian. Stengel 1-blütig;
Kronen mit baurliig erweiterter Möhre ; Wurzclblätter rosettenartig, schmal
elliptiscli oder laii/.ettlich.
LiNX. Sp. pl. 330. Koch Sjn. II. 56:2. Sturm Deutschl. Fl. H. 4.
Jaco. Fl. austr. II. t. 136.
Auf Triften, auf magerm bergigem Boden, sehr selten (nur Pr. Halle:
bei Freiburg über dem Mühlholze, und auch hier selten). Juni, Juli. —
September.
Stengel '2 — 4'' bocb. Zipfel des keulenförmig- röbrigen Kelches der Kione anliegend.
Piese 1 '/j" lang, azurblau. Staubbeutel liueal, verbunden.
*■ Schlund der Krone bärtig.
1. €r. canipestri». Feld- Mnzian. Kclchzipfel ungleich,
2 äussere 4 — 6 Mal breiter, elliptisch, Kronen 4 -spaltig; Blatter eirund-
lanzettförmig, -«'uizclständige spateiförmig.
LiNN. Sp. pl.334. Chi. han. 257. Kocu Sjn. 11.564. Fl. dan. t. 367.
Engl. bot. t.237.
Aufwiesen und Triften der Berg- und Hügelgcgendeii , auf magerm
meist kalkhaltigem Boden, im nördlichen und mittleren Tlieile des Ge-
biets häufig, im südlichen allmälig abnehmend und gegen die Grenze
schon selten. Juil bis October. — September bis November.
Stengel 3 — 6" hoch, bald einfach bald sehr ästig und vollblütig. Blätter klein, spitz.
Bluten mittclgross, Kronenröhre vveisslieh, Saum bläulich- violet, INarbe gespalten mit nach
dem Blühen abstehenden fast zurückgerollten Lappeu. Kapsel kurz gestielt. — Variirt mit
pyramidal - ästigem Stengel, breitern und kürzern Blättern (^G. camp. v. chloraefolia Chi. han.
das.), auch mit .^- spaltigen Kronen.
5. €r. Ainarella. Bitterer Xnzian, Kclchzipfel fast
gleich, liueal -lanzettlich oder lanzettlich, Kronen 5- (4-)spaltig, Blätter
eirund lanzettförmig, wurzelständige spatelförinig.
LiNN. Sp. pl.334. Chi. han. 258. Koch Syn. II. 565. Fl. dau. t. 328
(gewöhnliche Form). ReICHENB. PI. Clit. II. f. 2.50 (G. axillaris ; kleincrblütige
zunächst an die Spielart b. grenzende Form), f. 248 (G. obtusifolia ; dieselbe zivergig
und ästig). Engl. bot. t. 236 (grösserblütige zur Spielart C. übergehende Form).
b. ericetoruni. Her sandständige. Niedriger und feinerstengelig;
Blätter schmäler, länger zugespitzt; Blüten kleiner, Krone schmäler.
Chi. han. das. G. uliginosa Willd. Prodr. 11, berol. n. 293. Rei-
CHENB. das. f. 118. 119.
o. grandiflor«. Der grossblütige. Ilöhcr und stärker; Blätter
breiter, kürzerspitzig; Blüten doppelt grösser.
Chi. han. das. nebst der Form a. minor. G. germanica Willd. Sp.
pl. I. 1346. Koch das. 564.
Auf Wiesen und Triften, auch in lichten Holzungen, die llauptart
auf feuchtem aber auch auf trockenem kalkhaltigem Boden, ziemlich häufig;
b. auf nassem oder sumpfigem Sandboden, stellenweise; c. auf lockerm
humosem Lehmboden, am häufigsten. Aug«ist, September.— October.
Stengel stets aulreclit, meist reichblütig. Zipfel desselben Kelchs oft um die doppelte
Breite variirend. Kronen liolet. — Die Pflanze ändert ausserdcu> ab: in der Hube sehr
beträchtlich, nnd zwar bei säramllichen Formen von 2" bis 1'/./ (mittlere Hube der llaupt-
form 6", der Spielart b. 2 — 3", der Spielart c. 8'', . letztere auf magerm Boden bei der
Gehrdencr ^Vindmühlc (Hu.) 2" hoch mit 1 — 3 Bluten und in einer Fichtcnpflanzung uu-
Erythraea.
GENTlAIWfiAE. 359
weit Heiligenstadt (Pr.) auf kimiisreichcin Thonbodcn , 1 '/j' hoch, sehr astieich, mit 120
Blatcu); ferner mit 4 — 6-faeh langem Knotcnstiicken des Stengels und hiernach uahe oder
entfernt stehenden Blaltpaaren ; mit einfachem, wcnigäsligem , oder von der Wurzel an pyra-
midal - vielasligem Stengel; mit im Vergleich zum Kelche hürzerer oder längerer Kronröhre;
mit einein von '/s ^''^ "^'" Vi cingeschniltenen Kronsaumc und mit spitzen, zugespitzten oder
hreitern, stumpflichen Kronzipfeln; mit blassvioleten , dunkelviolelen und gesättigt blauviolc-
ten Kronen, mit wcisslichcr und gelblicher Rühre.
Beinerk. Bei dieser grossen Veränderlichkeit möchte für die specifische Verschie-
denbcit von G. Amarclla und G. germanica kaum mehr als der Unterschied einer ungestiel-
tcn Kapsel weiterer Beobachtung sich empfehlen; wobei indessen zu berücksichtigen, dass
auch bei G. Amarclla die Kapsel nicht völlig sitzend ist, die Verlängerung des Kapselstiels
hei G. germanica demnach von der Verlängerung aller stengel - und stielartigen Thelle aus-
gehen dürfte. Grosse und klelue Formen der G. campestris , welche indessen nicht so be-
trächtlich in der Hohe variirt , lassen , bei einer ebcnlalls nicht völlig sitzenden Kapsel , eine
ähnliche Verschiedenheit wahrnehmen.
••• Krone mit gefransetcn Zipfeln, Schlund nackt.
e. G. ciliata. Gefranseter Mnzian, Blüten endstän-
tlig, Kronen 4 -spaltig mit gelVanscten Zipfeln; Blatter lineal - lanzettlicb
""^".ilTsp. p1. 334. Chi. han. 2-37. Kocu Sjn. II. 566. Sturm Deutscbl.
Fl. 11.23. Jacq. Fl. aiistr. II. t. 113. ,„ , , o e ^ ,
Anf Wiesen und Triften der Berg- und Hugelgegendcn, auf feuchtem
sowohl als auf trockenem magerm Boden, die Nordgrenze der Gcsammtvcr-
breitung in der Linie von Gchrden (unweit Hannover), Uildesheim, Braun-
schweig, Ilalberstadt — erreichend, ziemlich häufig.
Stengel 4" bis 1' hoch, bogig oder leicht hin und her gekrümmt, kantig, meist einfach
und 1 -blutig, seltener von unten auf ästig und mehrhlütig. Kronen mittelgross, trlchtcr-
fürmiff, tief himmelblau.
GJSUMRBIjICHJES.
Pharmaceutisch - Medicinisches» Art. 1 -- 4 m nllcn
Theilen bitter, ehedem of/ieiuell, jetzt noeli als maijenstarhemlcs Blittcl
hei Mensehen und (jenen Miufeniibel des f'iehes im Hausnehranch.
Technische'*» Die Blüten mehrerer, besonders der A. £., sind
Blau färben, wo es nicfit auf Dauer ankommt, anwendbar.
ÖleonontiSCheS. Besonders Art. 1 — 8. u. 6. Zierpflanzen der
Gärten. Pferde und liiihe fressen die Blätter in ErnmnijeluMj besserer
Nahrunr/.
5. ERlfTHRAEA. TAUSMJVnGÜIinXiNIinAUT.
BORKH. In ROM. Archiv f. d. Bot. I. 30 (1796).
Kelch Ö-spaltiff. Krone tiicbteiförmig mit ö-spaltigem Saum.
Staubbeutel Vacb^ dem Verstauben scbraubenformig gewunden.
Narbe 2-lapplg oder kopfförmig. Kapsel ^ "^l«»', f«4»T V I"
cbcrig, Samen an den Rändern der Klappen. Geschl. Syst. V. Z.
Ein- (A. 3) oder 2-iahrige (Art. 1. 2.) Kräuter mit aufrechtem mei-
stens gahelästigem Stengel. Blätter gegenständig. Blüten in meistens
endständigen gabeltheiligcn Trugdolden, oder Doldentrauben, sitzend oder
gestielt. Kronen roth, gelb oder weiss. , •-, ,^^
1. E. eeiitaiirium. Gemeines Vausendgulden.
leraut. Stengel einfach, 4-ka..tig; Blätter 5-nervig, eiriind-oyal, un-
terste oval -spateiförmig; Doldentraube endständig aus gle.chhohen hu-
scheligen Trugdöldchen zusammengesetzt, Kronrohre fast doppelt so
lang als der Kelch, Saumzipfel rundlich -eirund. „ rar r
1»ERS. Syn. I. 283 (1805). Chi. han. 259. Koch S/"- "• '^'^p, ^''""
tiana Centaurium LI^^. Sp. pl. 332. Schk. Ilandb. I. f. 59. Fl. dan.
360 C^ENTIANEAE. Erythraea.
t.617. Chiionia Ccutauriuin Schmidt Tl. boli. I. n. 130. SruniM Dcutschl.
Fl. II. 12. Engl. hot. t. 417.
b. capitata. Jias gedrängtblätige. IMicdriger; Trugdöldclien liopf-
aitig diclitblütig.
Koch das. E. capitata Rom. et Schult. Syst. veg. IV. 163. Fl. daii.
t. 1814 (E. litoralis; wie Blutenstand und Blattform beweisen zu E. Ccntaurium und
iiic-lit zu E. liiiarifolia gehörig).
In lichten Waldungen, zwischen Gebüsch und auf Triften, auf son-
nigen» trochenem Boden, ziemlich häufig. Juni bis August. — Septem-
ber, Octobcr.
Stengel 1' lioch, steif, aufrecht, durch heralilaufende rSäthe kantig, nehst den BlUltcrn
unlieLaart und glatt, in ein gestieltes Triigdöldchen endigend. Angegebene Form der Steu-
gclbliilter lanzetlfürniig-liinglieb und lanzettfürniig — der rosettenartig stehenden Wurzel-
blattcr unigekchrtcirund- länglich und l.inglich abändernd. Blüten genähert stehend. Kronen
rosenroth. • — • Die Spielart 6 — 8" hoch.
«. E. liiiarifolia. Schmalblättriges Vausendgül.
denleraut* Stengel einfach, 4-l.anlig; Blätter 3-nervig, am IVaiule
scliärllich, lineal oder lineai -länglich , stumpf, unterste lineal - spatelför-
niig; Trugdolde endständig, aus Trugdöldchen mit rispig - ungleichen
Blütcnstielchen zusammengesetzt; Rrouröhre kaum länger als der Kelch,
Saumzipfel eirund, spitz.
Pers. Syn. I. 283. Chi. hau. 2-59. Koch Syn. II. 5GG. Reicuekb. PI.
crit. t. 88. Fi. compressa Hayine in Kunth Fl. berol. 65.
b. capitata. Bas gedrängtblütige. Niedriger; Trugdolde kopf-
artig dichtblütig.
Chironia litoralis Engl. bot. t. 2305.
Auf Triften am Nord- und Ostscestrande , auf salzhaltigem Sandbo-
den, häufig und meist truppweise; im Binnenlaiide im inittlern und süd-
lichen Theile des Gebiets, auf sandigem salzhaltigem Boden, selten (Hu.
Süddünen der Insel Baltriiin, Inseln INordernei, Boihum; Ol. Insel Wan-
geroge; M/>-. Warnemünde, Dassow. — ■ Pr.ff'.l — iV. Aschcrrslebcn, Ase-
leben. Artern, zwischen Stassfurt und Bernhurg — ; Halle: Wiesen bei
llüblingen. Exemplare aus dem Binnenlande sah icli nicht).
Stengel meistens biisclielig, ans liegender Basis bogig ansteigend, oder c_lnzeln und
gerade, 4 — 6", hüclistcns 8" lang, unten an den Kanten nebst den BlatlranderiT >on feineu
knorpeligen Zähnchen schärflieb, nach oben glatt,' in eine sitzende Blüte endigend, zu deren
beiden Seiten die gestielten Trngdoldchcn sich erbeben. Wurzelblättcr rosettenarlig gedrängt.
Blüten locker siebend. Kronen blass rosenroth. — Die Spielart, deren sämmtliche Blüten
in 1 Kö])fc]icn zusammengezogen sind, I '/j — -" hoch.
3. E. rainosij^siina. Vielästiges Tausend gülden.
Tcrawt* Stengel scharf 4 -hantig, in sperrige Äste sich auflösend; Blät-
ter 5-nervig, eirund, wurzelständige umgeliehreirund ; Saumzipfel der
Krone eirund -lanzettförmig.
Pers. Syn. I. 283. Chi. han. 259. E. pulchella Fr. Nov. 11. suec. II.
30. Fl. dan. 1. 1637. Chironia pulchella Willd. Sp. pl. I. 1067. Engl.
bot. t. 458. C. inapcrta Willd. das. 1069. IIavne Arzneigew. I. T. 30.
Gentiana Centauriuin ß. Link. Sp. pl. 333.
Auf Wiesen und Triften, auf feuchtem sandigem auch auf lehmigem
Boden, stellenweise durch das Gebiet. Juni bis August. — September,
October.
Aufrecht, 2 — 4" hoch. Stengel abgekürzt, durch diesen überragende fast gleichbobe
Äste einen runden Büschel bildend, selten wenigästig oder einfach, in eine kiirzgcsliclte
Bliilc endigend, zu deren beiden Seiten die mehrfach gabcllbeiligen Aste sich erbeben.
Blüten locker, kleiner lyid scbniälcr als an Art. 1. n. 'i. , rosenroth.
Pharmaceutisch-Medicinisches. f'on A. t. das Kraut
Cioendia. «ENTIANEAE. 361
oder die blühenden Spitzen officinell (Herba s. siiminitates Ceiitauiii iiii-
iioris). Forwaltende Bestandth. bitterer Extructivstoff (Gcntianin?
vielleicht nach HULOXG ein eifjenes Alkaloid , Centaurin von ihm be-
nannt). Anwendung im Auf'tjuss und in Pulverform, als magcnstür-
kcnde.i , schtveisstreibendes, auch bei fVcchselfiebern wirksames Mittel,
als Theeauffjuss in häufigem Haus gebrauch. Präparat ist Extractuin
Cent. min. — A. 2. besitzt dieselben Kräfte und wird in Apotheken der
Iiusten(jegenden für A. 1. eingesammelt. Der Extract derselben, mit dem
von Aitcmisia iiiaritinia zu gleichen Theileu vermischt, ist dort ein ma-
genstärkendes IlausmitteL
Technisches u. OJconomisches* Das Kraut von Art. 1. u. 2.
der fVolle eine haltbare gelbe und der Leinwand eine grüngelbe Farbe
uiillheilend. Auch enthält es Gerbestoff, und kann dem Biere statt des
Hopfens zurjesetzt ^Verden. Vom f'ieh wird es der ungemeinen Bitter-
keit wegen nicht gefressen.
6. eiCE]!¥DIA. FAUJEWKBAUT.
ArANS. Farn. a. pl. II. i)03.
Kelch 4-zähniff. Krone trichterförmig mit^4- iheiligeui Saum.
Slaubheutel rundlich. INarhe kopfförmig. Kapsel i- oder halh
2-fächerig:. Samen an den Rändern der Klappen. (lesclil.
Syst. IV. 1.
Eiiijäbrige, niedrige, zaitc, fatlenstengelige IViäuter, mit Ivleincu Blü-
ten tiHtl gellten oder rosenl'arhcnen Kronen.
f. C. filiforinis. Sand- JFadenJeraut. Äste 1-hlütig;
untere IJlätter lineal- lanzettlich, obere lanzettlieh-ptiiemcnförniig; Blii-
tcnstiele verlängert, Reiche glochig mit eirnnden, spitzigen Zähnen.
Rkichenb. Fl. excurs. 421. Chi. han. 2G0. Koch Syn. IT. 56G. Mi-
crocala fililormis Link Fl. port. I. 359. Exacum lilil'ormc WiLi.n. Sp.
pl. T. G38. UooK. Fl. lond. Fase. II. t. 86. Engl. bot. t. 235. Gentiana
filitormis LiNN. Sp. pl. 335. Fl. dan. t. 324.
Auf Triften und Heiden, auf feuchtem Sand-, Moor- und Torfboden,
im nördlichen Theile des Gebiets die Südgrenze der A^erbreitung in
Deutschland in der Linie von Birhenfeld an der Nahe (jenscit der Ge-
bietsgrenze), Paderborn, Hannover, Grabow (Mk.), erreichend, häufig
(südlichste Punete: Pr. fV. Paderborn; Hn. Yarenwald bei Hannover,
Missburg, Alt -Warmbücher Moor; Mk. Grabovv, Neustadt). Juli, Au-
gust. — August, September.
Stengel l'/o — 4" hoch, aufreclil, scLr zart, einfach oder von unten auf ästig, unI)C-
Jiaart uuil weuigMaltrig. Blätter etwas fleischig. IMiiten einzeln auf 1 — 1 '/.." langen, 4-
hauligcn, nackten Stielen. '6 — 4'" lang. Kelehzahnc gekielt, «cisshäutig gesäumt. Krone
<iopi>elt so lang als der Kelch, mit ausgebreiteten Zipfeln, gesättigt gelb.
liXiv. poi.c:]?ioi¥IA€s:ai:.
I.IIvnL. Svn. 1{J8.
Krone 5-spalfig mit geschindelter Knospenlage. Stauhge-
fässe 5, der Krone al)wechselnd mit deren Zipfeln eingesetzt.
Fruchtknote 3 -fächerig, wenig— vieleiig, mit mlttelständigcn
Sameiipolstcrn. Ein Griffel mit 3 -spaltiger Narbe. Kapsel 3-
klappig; Klajipcn in der Mitte scheidcvvandlragend oder mit
einer vorlretcndcn Rippe versehen, SamenpolsTcr zu einer 3-
seitigcn Mittelsäule verwachsen, deren Kanten den Scheidewän-
den oder Rippen anhängen. Keim gerade in hornigem EiweisSj
das Würzelchen zum Nabel gewandt.
362 GENTIANEAE. Polemonium.
Vorkoiiiiiien. Nur diircb eine Art bei uns vertreten.
Gehalt. Unbekannt.
1. POIiEITIO^IUIfl. XiJSITEnBXiATT.
I.INN. Gen. n. 217.
Kelch ö-spaltlff. Krone Irichterarlig-radförrnig mit o-lap-
1)igein Saum, Scliluiul cliireh die schuppeiirörmig hreilerc ])C-
laarte Basis der Staubfäden geschlossen. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige Kräuter. Blätter wecliselständig, fiederscbnittig mit gc-
trenntou Aljseliuilten. Blüten dohlentranltig.
'1. P. coernleiiiii. Blaues EdCiterblatt, Rlattuhscbnitte
eirund -Innzeltl'ürniig, unlieliaart ; Jtlüten in sjiäter rispig verlängerten
driisenlianrigeu üoldentrauben, Kelche länger als die Kronröhre.
LiNN. Sp. pl. 162. Chi. hau. 261. Kocii Syn. II. 568. Sciik. Ilandb.
I. T.88. ri. dan. t.255. Kngl. bot. t. 14.
Auf Wiesen und ofl'enen Plätzen, auf feuelilcni oder sumpfigem Bo-
den, in den Gebirgswaldungen des südlichen und öslliehen Harzes, sel-
ten und vielleicht nur verwildert {Iln. Ilfeld — ; Pv. im Bodetbal unter
der Ileuscheune — ; Br. am Kronstciu und unter der Bielshöhle Lei llü-
beland).
Stengel 1 '/j — 2' Iiocb, sleif aiifrcclit, BLittaliscIiniUe vielpaarig, fast gegenständig,
dicht und schief gestellt, ganzrandig. Blüten etwas gedrängt stehend, Keleh2ij>fcl lanzett-
lich. Kronen himinelhlan , Zipfel ansgelireilet.
GE irERBZieiTES .
ÖTeonomiSCheSt Eine schöne Zierpflanze der Gärten.
liXV. €OI¥VOIi villi A€EAE.
JUSS. Gen. 132.
Kelch 5-spallig. Krone abfällig mit 5-spaltigcm Saum und
fällig -zusammengedrehelcr Knospcnlagc. Slaubgefässe dem
Grunde der Krone abwechselnd mit deren Zipfeln eingeselzt.
Fruchtknote meistens auf einer unterständiffen ringartig vovlrc-
tenden Scheibe stehend, 2—4-, selten 1- fächerig, Fächer mit
1 oder 2 aufrechten Eichen. Ein, bisweilen gelheiltcr , selte-
ner 2 Grilfcl. Kapsel 2— 4-fächerig. Scheidewände unvollstän-
dig, an der 3Iillelsäule bleibend. Samen am Grunde der in-
nern Scheidcwandwiukcl befestigt. Eiweiss gering, schleimig.
Kcimlai)pcu runzelig, das AVürzelchen zum i>'abcl gewandt. —
Oft windende und Milchsaft führende Pflanzen. Blätter wechsel-
ständig oder nicht vorhanden. ,. , ,
1/orkoiiiuieii. Tbeils bodenvag, theils Ries, tbeils Salzgehalt liebend.
Gehalt. In den fVnrzeln hnrtharzigc scharfe Stoffe, ein nicht hin-
läntjlich bekannter Extractivstoff', Slärkmehl, Gummi. — Übritjens ^ijif'el-
und Essigsäure , flüchtiges Öl, Bitterstoffe. — •
1. Gruppe. aENUINAE. EIGEIV TZICUJE WlJVnXlX.
GMlVÄCnSE.
Stengel mit Blättern verseben. Kapseln längs aufspringend.
1. COJVVOIi Villi US. IVIJXUM.
lilNN. Gen. n. 21Ö.
Krone ffloekig-trlchterförmig, eckig-5-lanpig mit 5 Falten.
Griffel ungetheilt mit 2 Narben. Kapsel 2-4 -fächerig, Fächer
2-samig. Gcschl. Syst. V. 1.
Cuscuta. CONTOrVUl-ACEAE. 363
Melirjälnige Kräuter (Art. 1 — 3.) otler Stauden, tlieils mit IJegeiuleni
liriecheudem oder -windendem Stengel. Blätter wechselständig, ganz,
selten lappig, eingesclinitteu oder gctbeilt. Blüteustiele blattwinkel - und
endständig, 1 — mebrblütig.
1. C apvensis. JLcleer- Winde» Blätter pfeilfömiig mit
seitlich abstehenden sieb verschmälernden Öhrchen; Deckblätter von der
Blüte entfernt.
LiNN. Sp. pl.218. Chi. han. 262. Koch Syn. II. 569. Fl. dan. t. 459.
Engl. bot. t. 5-29.
Auf Äckern und Gartenländcreien, auf Boden jeder Art, überall ein-
gcl)ürgcrt. Mai bis Juli. — August, September.
INiederlicgenil uutl am Boden sieb foitwiiidend , fcahl' oder zariLaarig. Blätler seLmäler
und breiter, Blattöbrcbcn stumpf oder sjiitz. BlUtensticle meist 1 - bliilig. Blüten mandel-
artig riecbend. Kronen \reiss oder blass fleiscbfarbcn , Falten biswericn aussen grün. Kapsel
durcb Randtbcilung in 2 Klappen aufspringend.
Ä. C seilium«. ^aun-W^inde. Blätter pfeilfömiig mit
winkelig abgerundeten Öhreben; Kelch von 2 herzförmigen Deckblättern
eingeschlossen.
LiNN. Sp. pl.218. Chi. han. 262. Koch Syn. II. 568. Schk. Ilandb.
I. T.38. Fl. dan. t. 458. Engl. bot. t. 313.
An Zäunen, Hecken und im Gebüsch, auf feuchtem oder sumpßgem
Boden, häufig. Juni bis September. — August bis October.
Links windend 4 — ü' bocb emporkletternd. Blüteustiele 4 -kantig, 1- blutig. Kronen
doppelt so gross als an A. 1., rein weiss, ohne Geruch. Kapsel in uorcgelmässigen Längs-
ritzen aufreisscnd.
"3. C. $4oldaitella. Meerstrands-Winde» Blätter nie-
renförmig, winkelig-seichtgeschweift, Blütenstiele geflügelt-kantig.
LiKN. Sp. pl. 226. Chi. han. 262. Kocu Syn. II. 569. Engl. bot. t. 314.
Am Sord- und Ostseestrande, auf salzhaltigem Sandboden, sehr sel-
ten und intcrmittirend (Of. Insel Wangeroge — ; iWA. Warnemünde). Juni,
Juli. — September.
]%'iederl legend. Stengel kurz und wenigblütig, meist rötbücb angelaufen, nebst den
Blättern flcisebig. Deckblätter etwas vom Kelebe abgerückt, gross, eirund, stumpf. Blü-
ten etwas kleiner als an A. 2. Krone mcbr glockenförmig, fleisclifarben mit gelbgrünlicbcn
Falten. Kapsel kugclig-4 -köpfig. Samen gross, eckig.
GM WMRB1.ICHMS,
ÖTCOnomiSCheS* Art. 1. u. 2. schädliche Unkräuter , ersterc auf
Äckern und letztere besonders in Gärten und an Hecken. Die fVurzel
der letztern wird von Schweinen f/ern (/ef'ressen.
2. Gruppe. Cr§CUTINAE. WAÜMJV SEinjENT.
GM nÄ CJBEISM.
Stengel blattlos. Keim schneckenförmig gedrehet, ohne Keimblätter.
». CUSCUTA. FJLnEJVSJEMnJE,
LiNN. Gen. n. 170.
Kelch 4 — 5 -spaltig. Kronen ^^locken- oder krugförmig-,
4— 5 -spaltig. (irifl'el 2 oder l. Kapsel rund um aufspringend
Gcschl. Syst. IV. 2.
Einjährige, fadenförmige, nach dem Keimen in der Erde an andern
Pflanzen sich fortwindende und vermittelst Saugwarzen schmarotzende
Kräuter. Blüten auf mehrfache Weise gehäuft. Sämmtliche Arten des
Gebiets mit schuppenförmigen Blättchen in der Kronröhre unter den
Staubgefässen versehen.
1. C eiiropaea. Gemeine Fadenseide» Ästig; Krön
364 CONVOLVUE.ACEAE. Cuscula.
röhre walzig, so lang als der Saum, mit aufrecliten der Ilülire anlie-
genden Schuppen; Griflel nicht langer als die Krone.
LiNN. Sp. pl. 180. «. Chi. han.2G:i. Koch Sjn. 11. 569. Scuk. Ilandb.
T. 27 (ohne Scliiippcn). Sturm üeutschl. Fl. H. 10. Keicuenh. PI. crit. t. 497.
Engl. Jiot. t. 378 (oLnc ScLui.pcD). C. major De Cand. Fl. IVane. II. 644.
l'rodr. IX. 452.
Schmarotzend auf IVesseln, Disteln, Weiden, Hopfen, Hanf u. s. w.,
auf feuchtem oder schattigem Boden, häußg. Juli, August. — September.
INicLt seilen 4 — 5' hoch cmporklcttcrnil. Slengel scUwaeli bindfailenilicl; , glasailig
glänzend und gelblicli - rütlillcli. Bliitcnknäuel dicLt, mit DeeliblaU, »ciss oder sch^aeli-
lutlilicli. Sclin|ij)en fingerig geschlitzt. Griffel von der Basis an schwach anscinanderlrc-
tcnd. Kapsel rnndlieh - eirürniig.
Bcmerli. Scuk. und Smith gehen auch in der Beschrcihung ausdrüclilirh an, dass
keine Hronschnppen vorhanden wären, «onach es wahrscheinlich wird, dass diese nicht immer
zur Anshildnng Icommen.
13. C Epitliyniuni. Meid- Wadenseide* ^stig; Krou-
röhre walzig, so lang als der Saum, durch die zusammenneigenden Schuji-
pen geschlossen, Griflel länger als die Krone.
LiNM. Syst. veg. ed. Murr. 140. Chi. hau. 263. Koch Svn. II. 569.
Reichekb. im. crit. V. t. 499. Fl. dan. t. 427. Kngl. bot. t. 55 (conf. p.378.).
C. curopaea ß. Likn. Sp. pl. 180. C. minor De Cand. Fl. frane. II. 644.
Prodr. IX. 453.
Schmarotzend meistens auf Heide, Quendel, Ginster u. s. av., auf
trockenem sonnigem Boden, vorzüglich in den heidigen Ebenen häufig in
stellenweiscr Ausbreitung den Boden überziehend.
Tcinfadig, meist dicht »erweht, purpurn - seidenglänzcud. Blüten doppelt lilcincr als an
A. 1., in wenigblütigen Knäueln, auch wohl zu 2 oder einzeln, blasspurpuru. Schniipeu
rundlich, gelranscl. GrilVel nur oben hopig anseinandcrgespcrrt.
3. C Epililiuni. JL ein- Fadens eide. Einfach; Kron-
röhre fast hügelig, doppelt so lang als der Saum, mit aufrechten, der
Röhre anliegenden Schuppen, Griffel so lang als die Krone.
Weihe Archiv d. Apothehervereins. 51. Chi. hau. 263. Kocu Syn.
11.571. Beichekb. PI. crit. V. t.500. Fl. dau. t. 1987.
Schmarotzend auf Lein, mit welchem sie wahrscheinlich eingeführt
ist, ziemlich häufig. Juli, August. — August, September.
Stark zwirnsladendick, hlassgrnn. Blüten der Grosse nach zwischen Art. 1. u. 2. ste-
llend. Schuppen kurz, hreit, im stumpfe Fransen zerschlitzt. Griflel gerade, späterhin von
einander gerichtet. Kapsel kugelig.
*4. C;. inoiiogyna. Jßingriffelige Fadenseide, Istig;
Blüten unterbrochen -ährig, verwachsen - 1 -grillelig; Krouröiirc walzig,
doppelt so lang als der Saum, mit aufrechten, der Uöhre anliegenden
Schu|)pen, Griflel eingeschlossen.
Yahl Symb. II. 32. Koch Syn. 11. 570. Heichenb. PI. crit. V. t. 498.
C. lupuliformis Kroch. Fl. sil. 261. t.36.
Schmarotzend in Gebüsch, besonders an Weiden, bis jetzt nur in
Lb. (Trittau) angetrofl'en. Juli, August. — September.
Dicksfengelig, farblos - hlass oder gelblich. Blüten grosser als »on A. 1., an den Eji-
dungen des Stengels und der Äste in 2 — 4 -blutigen Knäueln ähren - oder traubenartig
einander genähert, sehwach gestielt und von einem Deckblatte unterstützt. Schuppen sehr
klein, 2-lhcilig, beiderseits meist 3 -spaltig.
C suaveolens Sekinge Ann. d. scienc. phys. etc. III. C hassiaca Tfeifer Bot.
Zeit, »on MOHL u. ». ScHLECHTEND. I. 706. iu rochrcrn Gegenden (//,v. Cassel zwischen
Schönfeld und Wahlershansen , am Kralzenl.crge, Wilzenhansen an der neuen Gerlenbachcr
Strasse — ; //»l. Gottingen am kleinen Ilagen; /*,-. Halle an der Magdeburger Eisen-
bahn— ) auf Mcdicago sativa schmarotzend augetrofl'cn , bald aber wieder \erschwnnden , ist
mit dem Samen dieser yoa Chili eingeschleppt, nur als verirrte rilanzc zu hclrachtcii.
Asperugn. BORRAGIB^EAE. 365
ÖICOnomiScHeS» SUmmtUch Unhrimter, von denen jedoch nur
Art.S. u. 4 (letztere wo sie auf Hopfen schmarotzt) dem Landbaue nach-
thcilig werden.
liXTI. BORRAOITVEAE.
B Onn JE TS CBAMTMG JE {UAUMBMjÄrOPJ^JiGX)
PJFJjJLJVZJRJV,
Jlss. Gen. 128.
Kelch 5- (selten 4-) spaltig otler -thcllig. Krone o-spaltig,
meist regelmässig. Stauhgefässe der Krone abwechselnd mit
<leren Zij)f'eln eingesetzt. Frnelilkn'otc anf einer nnterständi-
gen Scheibe stehend, ans 2 zweifächerigenj mehr oder weniger
getrennten, Fruchllheilen (einem vordem und einem hinlern)
bestehend. Fächer l-eiig^ zusammenhängend oder getrennt.
Eichen hängend. Ein Griffel in der Mitte der Fruehltheile.
Vier vom Kelch eingeschlossene JXüssehen. Samen ohne Ei-
weiss mit geradem Keim, das AVürzelchen nach oben gekehrt. —
Blätter wecliscisländig, ohne IVebenblätter.
l/^orkoninien. Aide Kies iiml Sand verlangend, manclie bodenra«;,
•wenige Kalkliold. Wit wenigen Ansnalmien nur die niedrigen nnd niittel-
holicn Gegenden liewohnend, oft in geselligem Zusammensein verbreitet.
Gehalt. Ätherische Öle fehlen meistetis. Sehleim, dann Kieselerde,
scheinen vorwaltende Bestandtheile , ferner Halksalze , Säuren, Färbe-
stoffe, Harz. — IVenitje im Verhültniss zur ^rtenzahl der Familie fin-
den, des indifferenten Gehaltes ruerjen, noch arzneiliche Anwendunfj.
Über narkotische ffirkunt/en einifjer fehlen sichere Aufschlüsse.
1. Gruppe. CirNOGLO§SEAE. JEVfNn SXTJX GMX.
GMIVÄCMSE.
Vier ]>üsse, der Kasis eines ausdauernden Griflels angewachsen.
1. AII^PIIRUCiO. ISCB[ÄnFI,M]¥G,
LlNlv. Gen. u. 189.
Nüsse niedergedrückt, mit ihrer sehmalen Seite dem Griffel
angewachsen. Kelch nach dem Blühen sich ver^rössernd, mit
parallel zusammengedrückten flachen Lappen. G. Syst. V. 1.
Einjährige, ästige Kräuter mit länglichen Blättern. Blüten an deu
Blattvsinkeln stehend, sehr hurz gestielt, später zurücKgekrümmt. Kro-
nen klein, röthlich-hlau.
1. A. procunibens. JLiegender Schärfling, IVieder-
liegend, ausgehreitet -ästig; Blütenstiele zur Fruchtzeit zurückgehogen,
Kelche huchtig-gezähnt.
LirvN. Sp. pl. 193. Chi. han. 275. Koch Syn. II. 571. Schk. llandh.
I. T.31. Fl. dan. t. 552. Engl. hot. t.661.
An Mauerwerk, auf Schutt und auf behaueten Ländcreien , auf dür-
rem sonnigem Boden, stellenweise und unbeständig. April bis Juni. —
Juli bis Septemlier.
Slengel 1 — l'/o' lang, 2- llicilig- langästig , diucli riickwärls gcriclilctc feine Staclieln
rauli. Bläller staclielhorstig-gewimpcrf , gestielt, obere in die Dasis verseliinälert nnd sitzend.
Blüten den Itlattern zu 'J — 3 gegenüberstellend. IVüsse fein knorpelwarzig.
GE\rEnBI.ICMKS.
Ökonomisches* Das liraut juntj als Salat und Gemüse es.ibar.
366 BORRAGINEAE. Erhinosperniiim.
SWARTZ in I.EIIM. Asperif. 11.3.
Nüsse 3-kanlIg, am Rande weicli^slachclig', mit der Riiclien-
kante dem GrilVei angewachsen. Krone präsentirlellerformig.
Geschl. Syst. V. 1.
Zwei- (Art. 1. 2.) oder niebrjälirige, oft grauliaarigc, meist aufrcclitc
Kräuter, mit längüclicn, lanzettlormigcii oder liiiealen Blättern. Rliiten
in meist clecl;l»iättrigen Trauben, vergissnieinnichtartig, Kronen l>lau.
1. E. liappiila. Gemeiner Mgelsame» Fruclitstiele auf-
recht, IXüsse mit 2 Reihen Aviderhaliiger Stacheln am Rande.
Lehm. Asperif. 121. Chi. han. 274. Kocu Syn. II. 571. Sturm
Dcutschl. Fl. 11.43. 3Iyosotis Lappula Linn. Sp. pl.'lSO. Fl. dan. t. 692.
An Mauern, Ruinen und Wegriintlern, auf magerm steinigem Hügel-
Loden, ziemlich häutig. Juni, Juli. — August, September.
■Widerlich riechend und hilter schmeckend. Stengel aufrecht, ästig, oherc Aste fasl
gleich lang. blaller länglich oder lauzeitlich, stumpf, anliegend hläulich weiss behaart und
gcwinipert. Blütentrauhen anfänglieh kurz, sputer verlängert. Rlütcu klein, Kelch so lang
als die Kronrohrc oder länger (wenn letztere Form mit weniger graiischimmernder Färbung
der Blätter zusammentrifft. E. sijuamosum ReichEKB. Fl. sai. "JK). E. I.app. t. »ircns
Chi. han. das. SxiRM das.). Kronen hellhimmelblaii.
'fS, E. defle^K^iini. Krummatielig er Igelsame» Frucht-
stiele abwärtsgehriimmt; IMüsse mit einer Reihe widerhakiger Stacheln
am Rande.
Lehm. Asperif. 120. Chi. han. 274. Koch Syn. II. 571. Stlrm
Dcutschl. Fl. H. 43. Myosotis deflexa Waulenb. Fl. läpp. 55. Fl. dan.
t. 1568.
Zwischen Gebüsch, auf steinigem schattigem Gebirgsboden des Har-
zes, selten {Br. zwischen der Marniorliöhle und IXeuwerk, wo die Pflanze
Läufig ist).
Gesammtansehen der A. 1., nur niedriger, rispig- ästig. Blütentrauben lockerer, Blü-
tenstiele feiner und länger. Kronrühre sehr kurz.
3. eVjyOGIiOISNlIJVI. »trJVZlÄZtrJFCfJE.
Linn. Gen. n. \S'-i. Art. ausgeschl.
Nüsse oberselts abgeplattet, Aveiclistachelig, slunipfrandlg
odermit einem vortretendem Rande versehen. Krone trichter-
förmig. Geschl. Syst. V. i.
Ein-, zwei- (Art. 1. 2.) oder mehrjährige Kräuter mit wecLselständi-
gen, ganzrandigen oder kaum etwas gezähnten Blättern. Blüten in äh-
renartigen Trauben. Blütenstiele 1- blutig. Kronen bläulich -purpurn
oder weiss.
1. C officinale. JLrzneiliche Munds sunge» Blätter
dünn graufilzig, untere elliptisch, in den Blattstiel verschmälert, obere
aus fast herzförmiger stengeluml'assender Basis lanzettförmig; Trauben
dichtblütig.
LiA'N. Sp. pl.l92. Chi. han. 273. Kocii Svn. II. ,572. Schk. Handb.
1.30. Fl. dan. t. 1147. Engl. bot. t. 921. HÄyne Arzneigew. I. T. 26.
An Landstrassen, Dämmen, auf Triften und zwischen Gebüsch, auf
magerm sandigem Buden, ziemlich häufig.
Widerlich niäuseartig riechend. Stengel 2 — 3' hoch, Tielästig, Aste aufrecht, weich-
zottig. Blüteutrauhen ohne Deckblätter. Kronen purpurbraun. !>üsse von einem ^ortretcnden
dickliehen Rande umgeben. — Ändert selten mit weissen Kronen ab.
Ä. C iitoiitaiiiini. Berg-MMundsaunge. Blätter zerstreuet
behaart, unterseits schärf lieh, leicht glänzend, untere elliptisch in den
Blattstiel verschmälert, oLere aus rundlicher stengelumfassender Basis
länglich, kurz zugespitzt; TrauLen lockerLlütig.
ojiiphalodes. BORRAGOEAE. 367
Lamarck Dict. II. 237. Chi. lian. 273. Koch Syn. II. 572. C. syl-
vaticuni Hänke in Jacq. Coli. II. 77. Engl. hot. t. 1(342. E. officinalc ß.
Link. Sp. pl. 193.
In Hellten Bergwaldungen, auf humuslialtigem feuelitem Boden, sel-
ten (US. Cassel : am Uerzstein, grossen HerlistLaus und Baunsberg — ;
Pr. nicht in der llalleschen Flor; Br. hei der Marmormühle am Harze — ;
Hn. im Bärenthaie und IVetzherg bei Ilfeld, Sophienhof, Steinmühlc, Lauen-
steiu im Furstenthum Calenberg, als nördlichstes Yorkommen in Deutsch-
land). Juni bis August. — August, September.
Der A. 1. ähiilieli, alier anstatt grau- Tielmcbr freudig liclitgrün , weniger hoch und stark,
Blatter breiter, spitzer, inittclsländige über der Basis Terschmälcrt, Äste und Bliitenstielc
alistehend weichhaarig, Traulien ohne Deckhhilter. Blüten doppelt so weit von einander cnt-
lerut. Kronen violctrüthlich , später mehr hlau sich färbend. I>üsse ohne vortretenden Rand.
PJiarmaceutisch-JlKedicinisches» Von A. 1. die fJ'urzel
und das lirnut officinell (Badix et Ilerba Cynoglossi majoris). Vor-
waltende Btstandth. flüchtiffe narkotische Substanz? und Sehleim.
Jetzt meistens nur noch das Pulver zti der Massa pilularum de Cynoglosso
fjefjen Husten und ähnliehe durch Reiz oder Schärfe verursachte tjbel in
Anwenduntf , das Kranit zu schmerzstillenden Brciumschläf/cn.
4. OITIPHAIiOȣS. GMUMNMMMMEN,
TouRNEF. Lehm. Asp. I. ISO.
Nüsse oben eingedrückt, dureb einen aufwärlsgebogenen
bäutigen Rand napfförmig. Krone tellerförmig. G. Syst. V.l.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige Kräuter. Wurzelblätter gestielt, sten-
gelständige meistens sitzend. Blütentrauben endstündig, schlaff. Kro-
nen blau oder weiss.
1. O. scorpioides. Vergissmeinnichtartiges Ge-
denTeemein, Stengel niederliegend; Blätter scharf, wurzelständige
spateiförmig, stengciständige lanzettförmig, sitzend; Blütenstielcheu ga-
bel- und blattwinkelständig.
Lehm. N. Schrift, d. nat. Fr. in Berl. VII. 100. Koch Syn. II. 572.
Cynoglossum scorpioides Haenk. in Jaco. Coli. II. 3. Sturm Deutschi.
Fl. 11.21.
In Waldungen unter Gebüsch, auf humushaltigem Boden, sehr selten
{Hn. Othfresen im Ilildesheimchen an den Köpfen {3ter Kopf) — ; Br.
am östlichen Harze). April, Mai. — Juni, Juli.
Stengel '/j — 1' lang, schlaff, angedrückt -borstig, laugästig, Aste oben gabelig getheilt.
Blätter beiderseits mit knütchenständigcn Borsten besetzt, untere Stengelblätfcr gegen-, obere
«echsclständig. Blütensliclchen nach dem Blühen verlängert und abwärts gebogen. Kronen
hellblau mit gelblichem Stern.
2. Gruppe. ANCHUSEAF. O CMSÜIV XUIWGHIV.
GMnÄcnsK.
Tier Nüsse, der unterständigen Scheibe eingesetzt, an der Basis mit
einem gedunsenen, faltig -gerieften Binge versehen und innerhalb dessel-
ben ausgeholt. Griffel frei.
5. BORRACiO. BOMUJEVSCU.
I.INIV. Gen. n. 188.
Krone radförmig, mit fünf kurzen ausgekerbten Scbuppen
am Scblunde. Staubfäden 2-scbenkelig5 der innere Scbenkel
beutellragend. Gescbl. Syst. Y- !•
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige, steifborstige Kräuter. Blüten gestielt.
368 BORRAGINEAE. Anchusa.
Kronen Man. Nüsse Lei der Reife sclnväizlicli mit wcisslielicr Fa<leii-
sclnviele an der Basis.
f. B. officinali^. Araneilicher Borretsch, Untere
Blätter elliptisch, stinn]>t', gegen die Basis versclunülcrt; Blüten nickend,
Kronzipl'el zngespitzt, flaeli.
LiNN. Sp. pl. 197. Kocu Syn. Tl. 573. Schk. Ilandl». I. T.31. Sturm
Deutscbl. Fl. II. 8. Engl. hot. t. 3(5. IIayne Arzneigew. III. T. 38.
In der Nähe der Wohnnngen nnd Gärten, anf hebaneteni Boden «ind
Sclmtt, hier und da verwildert und intermittirend. Juni bis August. —
September.
Fiissliocli, ästig, saftig. Kronen gcsältigl iiimmclbjaii. Staiiblicnlel liPgclföimig gegen
einander geneigt, sclnvärzlioli.
Pharmaceutisch.JMLedicinisches, Blätter und Blüten of-
fieinell (llerba et Flores Borraginis). f'orwallen de B e s tandtti.
Sehleim und mehrere Salze, auch Salpeter. Bei uns wenirj , in Franh-
reieh und Euffland mehr im Gebrauch, theils im Theeauf'fjuss , theils als
Extractnm Bor., besonders in leichten Ltintjenkatarrhen u. Hautkrankheiten.
ÖleonomiSCheS» fiie Blätter können als Salat und Getnüsc f/enos-
sen ^Verden und r/eben dem Lattifjsalat beifjemeuf/t einen Gurkenrfcschmack.
6. AIVCHUSA. OCHSMN'EITNGM.
I.INN. Gen. n. 18'i.
Krone trichterförmig mit gerader llölire und fünf flach ge-
wölbten, den Schlund schliessenden Schuppen. Saum regel-
mässig. Geschl. Syst. V. 1.
Ein-, zwei- (A. 1.) oder mehrjährige steil'haarige Kräuter. Blätter
meistens ganzrandig, Blüten in ährenlormigen oft deckblätterigen tuid
paarig verbundenen Trauben, Blütenstiele ansserwinlselständig.
f. A* offlciiialis. JLrxneiliche Ochsenzunge. Blät-
ter lanzettförmig; Kelche mit spitzen Zipfeln und abstehenden Haaren,
Schuppen am Schlünde sammelartig.
LiNN. Sp. pl.l91. Chi. hau. 272. Koch Syn. IT. 573. Schk. Ilandb.
I. T.29. Sturm Deutschi. Fl. II. 18. Beichenb. PI. crit. TU. t. 296. Fl.
dan. t. .572. Engl. bot. t. 662. IIayne Arzneigew. I. T. 25.
An Wegen, Ilainen, zwischen Gebüsch, auf magerm saudigem Bo-
den, ziemlieh häufig. Mai bis Juli. — August.
Stengel l'/i — -i' l'ocli, nel.st den Bliiltcin steifliaarig. Trauben einseitig, mit einer
Blüte in der Gabelll.cilnng. Declililätter eirund - lanzcltlicL. Kronen gewüliulieli hrennend-
violet, bisweilen violet mit blauem Streif, seltener ganz azurblau (A. analis BEICIIENB. das.
l. 297.). — Die Haarbekleidnng der Pllanze .ändert ab nach %ersebiedenen Graden der
Stärke, die Ulaller und die (wie bei Sjmjiliytiun officlnalc) bald mein- bald weniger anfreelil
stellenden Kelcbziiil'el liinsielillitli ihrer Breite nnd Znsjiilzung ; die Traulien kommen locker
und dichter blutig vor.
'S. liYCOPSiis. KnumMUA^ijS,
LlNN. Gen. n. liiO.
.. Kronröhre eingehnickt -gekrümmt, Saum schief 5 -lappig.
Übrigens Avic AncJiusa. Gesehl. Syst. V. 1.
Einjährige, im natürlichen Charakter mit Anchusa ül»erciukommende,
Kräuter.
1. I4. ar%'eiisi.«i* A.cTeer-I£rumnihals, Blätter lanzett-
förmig, ausgeschweift gezähnt, untere in den Blattstiel verschmälert,
obere halbstengelumfassend.
LiNN. Sp. pl. 199. Koch Sjn. IT. 574. Schk. öandb. T. 731. Fl. dan.
t. 435. Engl. bot. t. 938. Anchusa arvensis Chi. han. 273.
Nonnen. BORRAGINEAE. 369
Auf Äckern, auf sandigem und lehmigem Boden, häufig eingebüigcrt.
Mai I)is August. — Juli l)is Septenjhcr.
Stengel 8" Ijis 1' Locli , auficcht, üstig oder einfach, nebst den lileieligriiuen , matten
Blällern steifliaarig. Traiihenbildung und Blnlenstelinng wie liei Anclitisa. Kronen azurblau
mit weisser Rölire. — Auf fruchtbarerem Boden werden die Blätter breiter, fast eirund
und am Rande stark wellig; auf sehr magerm Boden kommen »ic lanzelllich -lineal vor, die
rflanze bleibt niedriger und ist sieifstengeligcr.
ÖTCOnoinischeS» Die Blätter dienen zum f'iehfutter und können
auch im Frühjahr als Salat benutzt werden.
Med. rhil. bot. 1. ai.
Kelclischliind offen, bärtig- oder mit sehr kleinen l)eliaarten,
den Sclilund kaum verengernden Schuppen versehen. Uehrigcns
wie Anehusa. Geschl. Syst. V. 1.
Ein-, 2- (A. 1.) oder niehrjährige, dem natürlichen Charahter von
Anehusa entsprechende, Kräuter.
1. Utk, pillla. Braune JVonnee, Blatter lanzettförmig, an-
gedrückt-steifhaarig; Kelch zur Fruchtzeit aufgeblasen, Kronsaum so
lang als die Röhre.
De Cand. Fl. fran(,-. 111. 626. Koch Sjn. II. 575. Lycopsis pulla
LiNN. Sp. pl. 198. Chi. hau. 279. Jaco. Fl. austr. II. t. 188.
Auf Äckern und an Feldrainen, auf kalkhaltigem Lehmhoden und auf
sandigem Boden, in der Südhälfte des Gebiets, die nord -westliche Grenze
der Gesammtverbreitung am Unterharze erreichend {Pr. Thale, Warn-
stedt — ; Br. Wienrode, Hüttenrode, Kattenstedt — ; Iln. Bösenrode,
zwischen Goslar und Liebenburg, als nord - westlichstes Vorkommen),
ziemlich häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Aon wcicheu Driisenhaaren und zwischenstehenden steifen Borsten graugrün. Stengel
1 — ly^' hoch, kantig, in gabelförmige, später sich »erlä.igernde BlUtentrauben übergehend.
Kronen purpurbraun, sehr selten blassgelb (bei AVarnstcdt), mit wcisslicher etwas gekrümmter
Röhre.
». SY]?IPHYTU1?I. BJßENJTtrnX,
LiNN. Gen. n. I.l8.
Krone walzig -glockenförmig, mit pfriemliehen, kegelförmig
gegeneinander geneigten, den Schlund verschliessenden Schup-
pen. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige, aufrechte, meistens steifhaarige Kräuter. Wurzelblättcr
gestielt, obere Stengelblätter lanzettförmig, sitzend oder hcrablaufend,
oberste oft gegenständig. Trauben meist gezweiet.
f. S. ofAciiiale. Araneiliche Beinwura. Wurzel
spindelförmig, ästig; Blätter herablaufend, untere eirund- lanzettförmig,
in den Blattstiel Tcrschmälert, obere lanzettförmig.
LiNN. Sp. pl 195. Chi. han. 275. Koch Syn. IL 575. Schk. Ilandb.
T. T. 30. Sturm Deutschi. Fl. H. 17. Fl. dan. t. 1569. und t. 664 (mit
weissen Kronen). Engl. bot. t. 817.
Aufwiesen, an Gräben, Bächen und Flüssen, auf feuchtem oder
nassem humushaltigem Boden, häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel spindelförmig. Stengel 1'/.^ — 3' hoch, dick, saftig, nebst den Blattern kurz
steifhaarig. Diese geschweift, auch wohl wellig, unten weisslichgrün. Trauben deckhlatl-
los. Blüten abwärts gerichtet. Kelehzipfel bald aufrecht bald abstehend. Kronen leicht
abfällig, in verschiedenen Gegenden bald vorherrschend weis», bald rosen - , l'«ld dunkcl-
violetrolh. — Die Länge des GriHels ändert ah.
370 BORRAGINEAE. Eohium.
Pharntaceutisch']tKe€lieinisehes, Of'jicincll ist die H'ur-
zei (Uadix Sjiiipliyti, Coiisolidat- in.ijoris, liiyZE fJ'aitrenk. T.39. F.S.).
f^orw ultcnde lic s tundth. viel Sehleiin und etwas eiscnijrünender (ier-
bestoff'. Anw cndunii theils frisch, theils ffetrockuet in Abkochunfjen,
als linderndes , heilendes und zusammenziehendes Mittel, doch weniij im
Gebrauch; äusserlich zu erweichenden und zerlheilenden Uinschliifjen.
VechniSChes» Kraut und fVurzel fjeben eine f/ute Lohfjahre.
Die pulverisirtc fVurzel ist mit Gummilach zur Ilerstellung einer Car-
moisinfarbe anwendbar, auch lässt sich daraus ein Leim zur Bearbei-
tung^^der sotjenanntcn liamelhaare (/ewinnen.
ÖTeon Otitis ch es» Hie junr/en Blätter sind als Gemüse und als
Salat zubereitet essbar. Rindvieh und P/erde fressen das Laub gern.
3. Gruppe. LITHOSPERMEAE. STMIX SAMMJV-
Vier Nüsse der uiitersländigcn ScheiJte eingesetzt, an der Basis nicht
ausgehöhlt, sondern mit einer kleinen flachen oder etwas convexen Flii-
clie angeheftet.
lO. £OHIUITI. JVJLWMnUOPW.
I.INN. Gen. II. 191.
Krone trichterförmig mit schiefem fast 2 -lippigem Saum,
ohne Schuppen am Schlünde. Stauhheutel oval, frei stehend.
Geschl. Syst. V. 1.
Sträuche, 2- (A. 1.) oder mehrjährige Kräuter mit braunrothen Wur-
zeln und meistens scharfhaarigen Blättern. Trauben ährenartig, oft
rispig gestellt. Griflel meistens ganz oder von der Basis bis zur Mitte
haarig.
1. E. vulgare. Gemeiner JVatternTcopf, Blätter lan-
zettförmig; llispe aus genäherten an der Spitze nngetheilten Ähren be-
stehend; Kronröhrc kürzer als der Helch, Griflel an der Spitze ge-
spalten.
LiNiv. Sp. pl.200. Chi. han. 27fi. Koch Sjn. II. 577. Schk. Ilandb.
I. T.32. Sturm Deulsehl. Fl. U. 18. Fl. dan. t. 448. Engl. bot. t. 181.
IIa-vne Arzneigew. I. T. 27.
An Ackerrändern, \^^egen. Dämmen und Mauern , auf dürrem magerm
und sandigem Boden, häuHg. Juni bis August. — August, September.
Wuiicl l,ing spindelförmig. Stengel 2 — 3' bocli, von steifen auf scliwärzliclien Rnöt-
rhen stehenden Rorstea rauh. Die einseitigen Blütenahren anlänglich eingerollt. lironen
unregeluiiissig, .5 -la]>|)ig, obere 2 Lappen länger, unterer kleiner, völlig ausgebildet schöu
blau, sehr selten (« ie die Knospen immer) rosenrolh oder weiss.. — Ändert ab in der
Grösse der Blüten, in der Lange der Staubfäden (E. Wieribickü wenn diese kürzer sind)
und des GrilTels.
GM n^MRBEICHJES,
technisches u. ÖTe anomisch es, Die innere rothe Ilaut der
fVurzcl liefert mit ^ilnun eine schöne rothe Farbe. Die sehr honif/rci-
chen Blüten sind der Bienenzucht nützlich.
11. PUIilflOIVARIA. IirJVGJEIfKnAUV.
I>1NN. Gen. n. 184.
Kelch .5-spaltig. Krone glockig -trichterförmig, durch 5 in
einander verlaufede Haarhüschel im oflenen Schlünde behaart.
Geschl.. Syst. V. 1.
Mehrjährige, steifhaarige Kräuter. Blätter der Wurzclköpfe gestielt
und meistens nach dem Blühen an Grösse zunehmend; Stengelblätter
Pulnionaria. BORRAGINEAE. 371
sitzend. Trauben end- und blattwinkelständJg. Blüten (wie in mehrern
Gattungen dieser Familie und der Jippenhlütigen Pflanzen) zu vieleliig-
2-liäusiger Bildung hinneigend, indem hald die Staubbeutel dem ei-wei-
terten Schlünde bei verkürztem und daher in diesem verborgenen Griffel
eingesetzt sind, bald bei verlängertem Griffel in der Mitte der Röhre
stehen.
1. P. orflicinalis. Araneiiiches MJungenJeraut* Äu-
ssere Blatter der blütenloseu Wurzelköpfe herzförmig mit schmal geflü-
geltem Blattstiel, Stengelblätter eirund- elliptisch oder elliptisch, obere
sitzend; Kronsaumlappen fast flach.
LiNN. Sp. pl. 194. Chi. han. 277. Koch Syn. II. 578. Schk. Handb.
I. T.30. Sturm Dcutschl. Fl. H. 17. Reichenb. PI. crit. VI. f. 699. Fl.
den. t. 482. Engl. bot. t. 118 (mit AusscMhss der zur folgenden Art gehörenden
WurzeJliopfl.laller). HaYAE ArzncigCW. II. 44.
In lichten Hainen, besonders auf den abgetriebenen IXiederwaldschlä-
gen, zwischen Feldgebüsch und an Zäunen, auf etwas humus- oder kalk-
haltigem Boden, häufig. Hlärz bis 3Iai. — Mai, Juni.
RauliLaarig mit zwlscliengeuiengton kurzem Driiscnliaaren. Stengel '/.^ — 1' hoch. Blätter
bisweilen scLwarli «eissgeffeckt , die der Wurzelköpfc lieim Vcrbliilien ersolieinend , lang
gestielt, Platte meistens 2" breit und 3" lang. Kronen im Aiifblüben blass pnrmirrotli,
dann ,iolet.
9. P. angiistifolia. Schmalblättriges Itungen-
TCratlt» Blätter der blütenlosen Wurzelköpfe lanzettförmig oder ellip-
tisch-lanzettförmig, allmälig in den Blattstiel verschmälert, Steugelblät-
ter lanzettförmig oder länglich - lanzettförmig ; Kronsaum glockig.
LiNN. Sp. pl. 194. Fl. dan. t. 483. Engl. hol. t. 1628 (mit violetblauen Kro-
nen). P. aznrea Bess. Prim. ff. galic. I. 150. Koch Syn. II. 579. Chi.
han. 278. Reichenb. PI. crit. YI. t. 501 (mit am.blauen Kronen).
In lichten W^aldungen und zwischen Gebüsch, auf trockenem meistens
kalkhaltigem Boden, in der südlichen Gebietshälfte, die Nordgrenze des
Vorkommens in Deutschland am Harze erreichend, stellenweise (Pr. Halle:
Dölauer Heide, Mittelholz, Abbatissine, Bienitz, IVaumburg;^ Halberstadt:
Huy, Hoppelberg, Steinholz — ; Schw. Mehrstedt, Peukendorf — ; Hn.
Stcigerthal; Windehäuserholz -^). April, Mai. — Mai, Juni.
Ranbl.aarig mit zwiscLengemengten kurzem Drüsenliaaien. Stengel 1 _ 1 '/j' bocb, bald
dichter bald entfernter beblättert. Blätter der AVnrzelköpfe 1 bis V/.^" breit, 8 bis 12"
lang. Kronen kleiner nnd mit mehr gewölbtem Saum als an A. 1., im Aufljlühen blau-
rötblich, dann in violetblan oder in azurblau übergehend.
Bemerk. Es kommt im nördlichen Deutsrbland nur eine schmalblättrige Pulmonaria
vor. Sic entspricht der BESSERschen P. aznrea und unterscheidet sich \on P. angustifoliu I>.
nur durch eine meistens mehr blaue als violete Färbung der Kronen, eine Verschiedenheit,
die bei P. ofticinalis (-die ich z. B. von England mit rein azurblauen Kronen besitze) auch
vorkommt. Das Kahlseyn der Kronrohre unterhalb des Haarkreises hängt von ziemlich will-
kürlicher Annahme ah und steht jübrigens zu der nicht überall gleichraässigen, mehr oder minder
starken Haarbekleidung der ganzen Pflanze im Terhältniss. INimmt man einen schmalen Haar-
gürtel an, so ist die Rohre unterhalb desselben noch etwas haarig, giebt man ihm melircrc
Breite, so ist sie kahl. Die sorgfältigen REICIlENDACirschen Abbildungen geben den
Haarhesatz der P. angustif. und P. aznrea völlig gleichmässig an. lu der AVctterau (im
Wäldchen zwischen Seekhacb und der Hanauer Cli;iussee) gesammelte reichliche Eiemplare,
die ich dem verst. ScHRADER vorlegte, um über seine nenen Mamen Gewissheit zu erhalten,
erklärte er für seine P. oblongata, welche bekanntlich allgemein für eine breiterblättrige P.
angustifolia anerkannt wird. Jene ivelteraner Exemplare stimmen aber mit unserer Haizpflanze
gänzlich überein. Damit im Einklänge zieht denn auch FRIES SiiDim. leget. Scand. 12..
dem die LtNNE'sche P. angustifolia bekannt sejn muss, die BESSERsche P. uzurea ohne
weiteres als Synonym zu jener, und ElIRIIART bezeichnete ebenfalls unsere Harzjifianze mit
dem INameu P. angnstifolia E. — Vcrgl. auch Chi. han. da«. Bemerk.
372 BORRAGINEAE. Llthospermuni.
€?JE n^JERBriCHJSS.
JPharmaceulisch-Jnedicinisehes* Das Kraut von A. 1.
(Ilcrba l'uliiionariae niaculosac) , ehedem ein Mittel fjeijen Luuyoiübel,
wird noeh jetzt in den Apotheken aufbewahrt , kommt aber kaum noch
in Amvendunff.
ÖTCOnontiSCheS* Die Blätter heider Arten sind jung als Gemüse
(jeniessbar.
1«. IiITUOSP£R]?EUI?I* SaPJEXJVÄ^ittJE.
I.INN. Gen. n. 181.
Kelch 5-tlieiHg. Krone trichterförmig. Schlund durch 5 be-
haarte Falten etwas verengert. INüsse steinhart. G. Syst. V.l.
Sträuche, ein- (A. 1.) oder inelirjähiige (Art. 2. 3.) Kräuter von ver-
scliiedenem Gesamnitanselien. Blätter wecliselständig, ganz, meistens
scLarfbaarig. Blüten in Äliren oder Trauben.
1. li. arvense* JLcJeev' Steinsame» Stengel oben ästig,
Blätter glciibbreit- lanzettförmig, stumpllich , sebarfliaarig : Kronröhre
heträchtlich länger als der Saum; INüsse körnig- runzelig, braun.
LiNN. Sp. pl. 190. Chi. han. 276. Koca Svn. 11.580. Fl. dan. t. 456.
Engl. bot. t. 123.
Auf Ächcrn, auf niagerm lehmigem und sandigem Boden, häufig ein-
gebürgert. April bis Juni. — Juli, August.
Wurzel gering. Stengel scliwaeL, einfach, o.ler an der Basis mit Ncbenstengcln ver-
sehen, dicht heblälterf. Blattbekleldung wie an der folgenden Art. Blüten klein, Kronen
tveisslich, selten röthlich, Rohre mit einem >loleteo Bing, innere Oervorragungen schwach.
IViissc fast glanzlos.
!3. li* officliiale. JLrzneilicher Steinsame. Stengel
sehr ästig, Blätter lanzettförmig, zugespitzt, gegen die Basis verschmä-
lert, scharfhaarig; Kronröhre vom Kelche überragt, länger als der
Saum; INüsse glatt, glänzend periweiss.
LiiNTV. Sp. pl. 189. Chi. han. 277. Koch Syn. II. 579. Schk. Handb.
I. T.29. Sturm üeutschl. Fl. H. 5. Fl. dan. t. 1084. Engl. bot. 1. 134.
HA•v^E Arzneigew. \I. T. 29.
Zwischen Gebüscl», an Feldwegen und Waldrändern, auf unfrucht-
barem steinigem Boden, ziemlich häufig (vielleicht nur eingebürgert).
Wiirzelstock dick, Stengel aufrecht, 1 — 1 '/j' hoch, dicht beblättert. Blatter >on an-
liegenden auf weisslichcn Knötchen sitzenden Haaren rauh. Blüten klein, Kronen grünlich-
weiss, aussen mit einem \erlieften Punct am Enae jedes Sanmlappcns und innen mit ent-
sprechenden schuppenahnlichen Hcriorragungcn.
3. li. piii*itiireo-eoeruleiini. JPurpurhlauer ßtein-
Same» InlVuchtbare Stengel liriecliend; Itlätter lanzettförmig zuge-
spitzt, gegen die Basis verschmälert, sebarfliaarig; Knonröhre den Kelch
etwas überragend, so lang als <ler Saum; I^üsse glatt.
LiNN. Sp. pl. 190. Chi. han. 277. Koch Sjn. II. 580. Jacq. Fl. austr.
I. t. 14. Fngl. bot. t. 117.
In Gebüsch und in lichten Holzungen, auf hallisteinhaltigem Boden,
die ISordgrenze des Yorl.oininens in Deutschland in Iln. (bei Ilildesheim)
erreichend, ziemlich häutig. April, Mai. — Juni, Juli.
Stengel unten fast holzig, blühende aufrecht, 1 — l'/^' hoch, oben 2 — 3-theilig.
Blaltbeklcidung wie an den Art. 1. "2. Kroue etwa doppelt so lang als der KelcL, rüth-
lichviolct, später blau.
GX:n^JEMtBl.ICHMS.
technische*» Die fl'urzel der Art. 1. 2. enthält rothen Färbe-
stoff, der vorzüfjlich zum Färben von f Fachs , Brantwein, Butter ife-
eifjnet ist, in nördlichen Ländern auch ztim Schminken dienen soll. Die
Itlyosotig. BORRAGINEAE. 373
Blätter liefern dem Landmann einen Thee, und aus den Samen lässt
sich ein Mehl und fettes Öl gewinnen. A. 3. eif/net sich zur Zierpflanze.
13. ]?Ii:O^OTIS. VJEBGISSMJEMJVJVMCMIV,
LlNN. Gen. n. 180.
Kelch 5-spaltig. Krone trichter- oder tellerförmig mit flach
gewölbten, unbehaarten, den Schlund schliessenden''Schuppen.
iSüsse mit punctförmiger Fläche angeheftet. G. Syst. V. 1.
Ein- (Art. 3. 6— 8.), 2- (Art. 2. 4. 5.) oder mehrjährige (A. 1.), mei-
stens steifliaarige Kräuter. Wurzelständige Blätter in den Blattstiel
verschmälert, stengelständige sitzend. Trauben endständig, fast einsei-
tig, später verlängert, Blütenstielchcn ausserwinkelständig, Kronen rosa-
farhen sich entwickelnd, dann in himmelblau übergehend.
* Reich haare anliegend.
1. ]?I. iialiij^trlj^. Sumpf .Vergissnteinnicht. Wur-
zelstock schief, kriechend; Stengel dünnhäutig, unten kantig, aufrecht-
abstehend behaart; Blätter länglich- lanzettförmig, stumpfiich; Kelche
bis auf ein Dritlheil in breit deltaförmigc , den Griffel nicht überragende
Zipfel gespalten, im fruchttragenden Zustande offenstehend.
WiTHER. Arrang. of biit. pl. II. 225. Chi. han. 267. Koch Syn. II.
580. ScuK.IIandb. 1. T.29 (Fig. k. ansgeschlossen). Sturm Dcutschl. Fl. 11.42.
Fl. dan. 1. 1988. Engl. bot. t. 1973 (Fig. 2 ausgeschlossen) auch t. 480. Fig.
rechts. M. scorpioides ß. palustris Linx. Sp. pl. 188.
In Sümpfen, an Teichen und Gräben, auf nassem Boden, sehr häufig
und oft heerdenweise. Mai bis September. — Juli bis October.
Stengel 1 — 1'// l'och, aufrecht oder ansteigend, auch wohl theihvcisc liegend, an den
untern Gelenken wurzelnd (M. repens REICIIENB. in STURM das.). Äste anliegendhaarig,
Kelch glockig; Kronen gross, Saum länger als die Rühre, flach. — Ändert ab mit we-
niger abstehenden Stengelhaarcn (M. sirigulosa REICHENB. in STURM das. Fl. sax. 214;
mit ganz anliegenden sah ich sie nie), mit fast kahlem Stengel, mit schlafl"ern Trauben und
verlängerten Blütenstielchcn (M. laxiflora REICIIENB. in STURM das. Fl. sax. 214. M.
jial. V. flaccida Chi. han. das.) mit kleinem Blüten, mit kürzerm GrilTel.
!S. in. caespitosa. Itasenartiges Vergissmeinnicht.
Wiirzelstock in Fasern zertheilt; Stengel dickhäutig, rundlich, anliegend
behaart; Blätter lineal - länglich , stumpf; Kelche bis auf die Mitte in
längliche, den kurzen Griffel überragende Zipfel gespalten, im frucht-
tragenden Zustande offenstehend.
Schultz Fl. starg. suppl. 11. Chi. han. 268. Roch Syn. IT. 580.
Sturm Deutschi. Fl. II. 42. 31. palustris b. caespitosa Döll Bhein. Fl.
403. M. scorpioides ß. parviflora Wahlekb. Fl. suec. I. 119.
Auf Wiesen, Heiden, in der ]\ähe von Sümpfen, auf feuchtem oder
nassem Boden, seltener im Sumpf selbst, häufig und meist truppweise.
Juni bis August. — Juli bis September.
Gesammtansehen der vorigen. Stengel hoher bis 'Z'/n', unten dicker und fleischiger.
Blütentrauben hcträchllich lUnger, schlaffer und vollblüliger. Blüten um die Hälfte kleiner. —
Von s'ämmtlichen zwischen dieser und der vorigen Art hier angegebenen TJnterschcidungs-
meikmalen, ändert oft bald das eine bald das andere ab, wonach DÜLL's Verbindung beider
»ielleicht richtig ist; jedoch sah ich voUsl.andige Übergänge bislang nicht.
*• Untere Kclchhaare an der Spitze hakig znrü ck gekrümm t.
3. ]?I. (^parsiflora. Xerstreuefblätiges Vergis»-
ineinnichtt Stengel schlaft", mit abwärtsgekrümmten Haaren besetzt;
Blätter, mit Ausnahme der obersten, zungenförmig; Trauben armblütig,
nach unten beblättert, Kelche fast bis zur Basis gespalten, im frucht-
tragenden Zustande offenstehend, untere Fruchtstielchen gekrümmt, mehr-
fach länger als der Kelch.
374 BORRAGINEAE. myogotis.
MiKAN. Pohl in Hopp. Taschenh. 1807. S. 71. 12-3. Chi. lian. 269. Koca
II. 582. Sturm Dcutschl. Fl. H. 42. Fl. tlan. t. 1688.
In Hainen, Waldungen und zwischen Gel>üsch , auf humoseni,
schattigem oder feuchtem Boden, in der nördlichen Hälfte des Gchiets
selten, in der südlichen häufiger, jedoch stellenweise (Pr. Halle: Ge-
büsch an der Saale zwischen dem Schwalchloche und Lettin, Trothai-
scher Werder, nördlicher Ahhang des Petersherges zwischen Klosch-
witz und llumi»in, Eislehen; Ascherslehen; Halhcrstadt; Spiegelshcrge,
Hoppclberg, Brühl bei Quedlinburg; Schierhe — ; y/(i. Dessau, Oranien-
baum — ; Hn. Elbingcrode — ; Hb. nach Rocu (nicht in Sickm. Fnuni.);
Mk. Friedrichshof bei Friedland). Mai, Juni. — August.
ScLiT'dclislengelig, «eilsclnvcifig-äslig, zarllaiibig, Lellgriiii und scl.iicU «clkcn.l. Stcn-
gcUiaarc weich, oft etwas flocl;ig. Kelcl.zipfcl liiieal - laiizetllicli , Kronen klein, liillMa«,
Fruclitsticlchen der untern Blüten 3 — 4 Mal so l.ing als der Kelcb. — An den entlcrnt
mm Theil zwischen BlütlciD stehenden Blüten leirht zu erkennen.
4. ]?I. sylvatica. Jf^ald-VergUsnieinnicht, Stengel
abstehend -haarig; Blätter länglich, obere lairz gespitzt ; Kelche fast bis
zur Basis gespalten, Zipfel im fruchttragenden Zustande aufrecht- zu-
sammenschliessend, Fruchtstielchcn etwa um die Hälfte länger als der
Kelch, Kronsaum flach.
HoFFM. Deutschi. Fl. 1.8.5. Chi. hau. 269. Koch Syn. II. 581. Stlrm
Deutschi. Fl. II. 42. Fl. dan. t. 583 (Figur links; M. scorpioldes). M. scor-
pioides sylvatica Ehrh Herb. exs. n. 31.
b. alpestris. nie Gehirgsständige. TSledrigcr, dichter behaart;
Trauben lairz und gedrängt, Blüten etwas grösser, Kronen dunhler blau.
Koch das. M. alpestris Schmidt Fl. boh. 26. Stirm das. (31. al-
pestris u. M. suavcolens). W. sylvatica v. montana Chi. han. das. M.
rupicola Engl. bot. t. 2559.
In Vorhölzern und Waldungen, auch zwischen Gebüsch in Heiden,
auf etwas humushaltigem frischem oder schattigem Boden, häufig und
meist truppweise. Mai bis Juli. — August, September.
Stengel V^— l'/a' '""■''• »'' '" Mehrzahl huschelig ansteigend. Blätter hellgrün, doch
M,n Haar granschimniernd. Tranl.en etwas entlernthlulig, rruchtsticle der untersten Blüten
last wagerecht stehend. Kronen last so gross als die der A. 1., hellhimmclhlau , schwach
wohlriechend. — Bildet im dichtem Gehüsch, ehen so wie A. 1., eine laiiflora, kommt
selten kl.inorhlülig vor, häufig mit weissen Kronen, und ist als variegata gleichzeitig mit
hlauen nnd gelhcn Blüten in derselben Trauhe von mir gefunden worden (Chi. han. das.).
5. I?i. arveiisis. JlcTeer-Vergissuneinnicht. Stengel
abstehend- haarig; Blätter länglich, obere hurz gespitzt oder stumptlich;
Kelche fast bis zur Basis gespalten, Zipfel im fruchttragenden Zustande
zusainmenschliessend , Fruchtstielchen doppelt so lang als der Kelch,
Kronsaum concav.
Chi. hau. 270. Fries Summ. reg. Scand. 12. M. scoipioides «. ar-
vensis Link. Sp. pl. 188. Fl. dan. t. 583 (Figur rechts; M. scorpioides). M. in-
termedia Link Enum. hört, bcrol. I. 164. Koch Syn. II. 581. Sturm
Dcutschl. Fl 11.42.
b. nemorosa. JDas hainständige. Doppelt und 3 -fach höher;
stärher und weisser behaart; Trauben verlängert, rcichblütig.
Chi. han. das
Auf Ächern, an Feldrainen und 'V^^egen, auf lehmigein und lehmig-
humosem Boden, sehr häufig und meist heerdenweisc ; b. an Vorhölzern,
wo Äclicr in diese eingreifen. April bis Herbst. — Juni bis Herbst.
Stengel V2 — 1' '""''• '"«'**' '" Mehrzahl huschelig zusammenstehend, oft sehr asiig.
Blätter von dichten Haaren grau. Blnl.n kaum halh so gross als von A. 4., an welche
diese Art sich nahe anschliesst, abgesehen von den angegebenen l nlersche.duugsmerkmalen.
«. ]fl. hlspida. Steifhaarigeg Vergissmeinnicht.
Myosotis. BOBBAGIKEAE. 375
Stengel abstehciul- stelfliaaiig; Trauben gestielt, Kelche glocUig, bis auf
die Mitte gespalten, im f'rucbttragenden Zustande offen, Frucbtstielcbeu
nicht länger als der Reich, Kronröhre eingeschlossen.
Von Schlechtendal Mag. d. naturf. Fr. z. Kerlin "VIII. 229. Dess. Fl.
berol. I. 121. Chi. hau 270. Kocii Syn. 11.582. M. colliiia Reichenb. in
Sturm Deutschi. Fl. H. 42. Fl. sax. 213. M. arvensis Link Enum. bort,
berol. Engl. bot. t. 2Ö58.
Auf grasigen Triften, anW^egen und Ackerrändern, auf niagerm Lehm-
und auf sandigem Boden, stellenweise. Mai bis Herbst. — Juli bis Herbst.
Stengel fein, schlaff, '/j— 1' I'ücl" . ncljät den Blättern ton aichtstelicnden weissen
Haaren raiih , meistens von der Basis an äslig. Tranben ziemlich entferntblütig, meistens
unlerhalh der nnlersten Blüte l.lattlos verlängert. Blüten sehr klein, Kelche kurz mit rund-
licher Basis, Zipfel länger als die Kronröhrc, Kronen gesättigt blan.
*. M. versicolop. ITechselfarhiges Vergissmein.
nicht, Stengel abstchcnd-haaiig; Trauben gestielt, Kelche länglich,
bis unter die Mitte gespalten, im fruchttragenden Zustande fast geschlos-
sen. Fruchtstielchen wenig länger als der Kelch, Kronröhrc fast doppelt
so lang als der Kelch.
Sm. Engl. bot. XXXYI. t. 25.58. u. YII. t. 480. Chi. han. 271. Kocii
Syn. II. 582. Sturm Deutschi. Fl. H. 42. M. arvensis ;'. versicolor Pers.
Syn. T. 156. M. scorpioidcs y. Link. Sp. pl. 189. M. scorpioides colliiia
EuRti. Herb. exs. n.51.
Auf grasigen Triften, an Acker- und "V^^aldrändern und in Hainen,
auf magerm kiesigem oder sandigem Boden, truppweise häufig. Mai
bis Juli. — Juli bis September.
Höhe 6". Stengel in Büscheln, ästig, nach ohen schlaff nnd hogig. Behaarung stark,
am Rande der Blatter mit 7.« ischengemengten längern AVimperhaaren. Trauben unterhalb
der Blüten blattlos verlängert. Blüten sehr klein, Kronen erst schivefeigelb , dann helllilau,
zuletit gesättigt blau. — Ändert ab mit lauter gelben Kronen und niit_ lauter blauen Kro-
nen. Letztere Abänderung an den nach oben schlaffen Stengeln und Asten und Jen ge-
stielten Trauben von M. siricia zu unterscheiden.
8. ]fl. stricta. ^teifstengeliges VergUsnieinnicht»
Stengel steif aufrecht, abstehend -haarig; Trauben stiellos, Kelche läng-
lich, bis unter die Mitte gespalten, im fruchttragenden Zustande fast ge-
schlossen, Fruciitstielchen kaum halb so lang als der Kelch, Kronröhrc
eingeschlossen.
Link Enum. bort, berol. I. 164. Koch Syn. II. 582. M. arenaria
SciiRAD. in briefl. Mitth. Chi. han. 271. M. arvensis Reichenb. Fl. sax.
213 (das Sjn. von SlBTIl u. Engl. bot. t. 25.78. aosgeschl.). StURM Deutschl. Fl
H. 42.
Auf Äckern, Heiden und an Flussufern, auf Sand- oder Kiesboden,
heerden- auch wohl schaarenweise, häufig. Mai bis Herbst. — Juli bis
Herbst.
Als kleinste der einhciralsclien Arten 4 — 5" hoch, Stengel meist in dichten Büscheln,
seltener einzeln, kantig, nebst den Blattern dicht grauhaarig. Trauben 3 - fach länger als
der sehr kurze Stengel, bis auf die Blätter mit Blüten besetzt, Blüten sehr klein, Kelche
der vorhergehenden Art aber kürzer gestielt, oft fast sitzend. Kronen blau.
ÖJConomischeS* Art. 1. u. 4. werden zu Kränzen (jebunden auf
den Markt ;/ebracht. Auf Tellern, halb mit fVasscr f/eßllt, wachsen
und blühen Kränze der erstem Art längere Zeit fort. A. 4. eignet sich
vor den übrigen zur Zierpflanze in Gärten. Den Kähen soll der häu-
fige Genuss mehrerer Arten nachlheilig seyn, von den Ziegen werden
sümmtliche Arten gefressen.
376 SOIiANEAE. Solanum.
Jlss. Gcii. rj-4.
IJclch ö-spallig oder -theiliff, daueind oder an der Basis sich
ringsum ablösend. Krone abfallig, mit 5-tJjeiligem selten etwas
ungleichem, in der Knospenlage faltig zusammengredrehetem
Saum. Stauhgefässe 5, der Kronröhrc abwechselnd mit deren
Zipfeln eingesetzt. IJeulel an der versebmälerfen Spitze der
Tiäffer 2-facherig. Fruchlknole 2-faclierig, vieleiiff, mit mit-
telsländigen, breiten und wulstigen Samenpolslern. Ein (drittel
mit einfacher oder 2-lappifi:er iSarbc. Frucht kaj)sel- oder bee-
renartig. Eiweiss fleischig. Keim aufrecht ^ mit dem einen
Rande beider Keimblätter gegen das Würzelchen gekrümmt.
Blätter wecliselständig.
Vorkommen. Mehrere einen sandigen kalireiehcn Iio<len, andere
einen liuniosen sticijstoiriialtigen IJoden lielicnd, einige kall.liotd.
Gehalt. Aiistjeicichnct durch scharfe, hnrzifje Stoffe und narkotisch
tjiftit/e Alkaloide.
1. SOIiAMdlTI. NA.CUVSCMKA.WJEN.
LlNN. Gen. n. "J.il.
Krone radformig. Staubbeutel kegelförmig gegeneinander ge-
neifft, an der Spitze mit einem Loche sich öÜncnd. Beere
2-3 selten 3— 4-fächerig. Geschl. Syst. V. 1.
Ein- (A. 1.) oder mclirjäluige Kräuter, Sträuche (A.2.) oder Bäume.
Blätter bisweilen gezweit, ganz oder mehraitig getheiJt. Blütenstand
verschiedenartig, meistens aussei blatt winkeis tändig, hiattzwischens tändig
oder Idattgcgenständig, seltener endständig.
f. S. iilspom« Gemeiner Nachtschatten, Stengel auf-
recht; Blätter eirund -dcltafürniig ausgeschweift- oder luichtig -gezähnt ;
nebst dem höckerigen Stengel schwach zarthaarig; Blüten in einfacheu
üoldcntrauben.
Solanum nigrum vulgatuni LiNN. Sp. pl. 266. Chi. han. 264. nel.st der
Spielart .itrii.liciioliiiin. KocH S>n. II. 584. SciiK. Ilaudb. I. T.46. Sturm
Deutschi. Fl. IM. Beiciie^b. PI. crit. X. t. 9.j3 und t. 954 (S. pterocau-
lon). Fl. dan. t. 460. IlAT^E Arzneigew. II. T.40.
b. miniatuui. Her rothbeerige. Blätter und Stengel oft stärker
behaart; Beeren mennigroth.
Chi. han. das. S. miniatuni Bernhardi in Willd. Enum. hört, bcrol.
236. Koch Syn. das. IIayne das. T.41 (S. villosnni).
c. villosuni. JDer aottige. Blätter und Stengel mehr oder weniger
liurzzottig; Beeren gell)liciibraun.
Chi. han. das. S. villosum Lam. Dict. IV. 289. Koch das. S. nigrum
y. villosum LiNN. das.
Auf Gartenländcreien, Äckern, Schutt und an Mauern, auf Humus
oder Ammoniak enthaltendem Boden, häufig eingebürgert. Juni bis Au-
gust. — August, September.
Stengel von 2 — 3" bis '2 '/j' liocli. ästig, mit bald stärkere bald scbiTäcbern Kanten
und weicbslaclielartlgen Höckern. Blatter selten ganzrandig, iiald mebr bald minder tief
bucblig, widerlich rieebcnd nnd von hilterlicb- salzigem Geschmack. liliiten klein, Kronen
„ciss. — Es sind zwischen der schwarzbeerigen Hanplart und den angegebenen Spiclarlen
keine scharfe und eonstanle Grenzen vorhanden.
«. S. Uiilcaniara. Bittersüsser Nachtschatten.
Stengel geschlängelt oder windend; Blätter eirund- herzförmig, obere
pfeilförmig; Blüten in fast blattgegcnständigcn ästigen Üoldcntrauben.
Fhysalis. SOI^ANEAE. 377
LiNN. Sp. ,.1.266. Chi. han. 264. Koch Syn. 11.584. Stürm Deutschi.
Fl. H. 18. Fl. dan. t. 607. Engl. bot. t. 565. Hayne Aizneigew. II.
T. 39.
b. pubescens. Her weichhaarige. Blätter und junge Triebe weich-
haarig.
Chi. han. das.
Zwischen Gebüsch und an Zäunen, auf feuchtem Boden und an FIuss-
ufern, häufig; b. im Hüstcnsande der Nordseeinseln. Juli bis August. —
September, October.
Stengel lioUig. liliiten nickend, Kronen tiolet mit je 2 grünlichen Honigdrüsen an
der Basis der Zipfel. Beeren eiförmig, saftig gliinzendrotL , an der Spitze mit einem Punct
bczeicLnet.
Pharmaceutisch-Medicinisches» Von A.2. die Stem/el
of'ficinell (Stipites Dulcamarae s. Amarae duicis). Vorwaltende Be-
st an dt h. ein bitter-siisser Extractivstoff' (Picrorjlycian, Dulcamarin nach
DesfosSES) und Solanin. Anwendtinff im ^uf'giixs oder in ^bko-
chunff als auflösendes , eröffnendes, bltitreinir/endes Mittel. Als Prä-
parat hat man ein Extractum Dulcamarae. Die narkotische fVirhing
der Pflanze erheischt i'orsichtifjen Gebrauch. Der Gewiss der, Erbrechen
und Purffiren erretjenden , Beeren beider Arten hann tödlich werden.
LiNN. Gen. u. 200.
Staubbeutel längs aufreissentl. Beere vom aufgeblasenen
Kelebe umgeben. üebrigens wie Solanum. Geschl. Syst. V. 1.
Ein-, mehrjährige (A. 1.) Kräuter oder Sträuche mit bisweilen ge-
zweiten, ganzen oder gelappten Blättern. Blüten blattwinkclständig,
einzeln oder gehäuft.
I. P. Alkekengi* Gemeine JTudenlcirsche. Blätter
unten einzeln, oben gezweit, eirund, spitzig; Blüten einzeln, nichend.
LiNN. Sp. pl.262. Chi. han. 205. Koch Syn. 11.584. Schk. Ilandb.
I. T. 45. Hayne Arzueigew. VI. T. 4.
In Vorhölzern , zwischen Gebüsch und an Heclicn, auf sonnigem und
trocl»enem halhsteinigem Boden, die ]>ordgrenze der Gcsammtrerbreitung
unter Steigen gegen Osten (Hameln in /7ii., Bostock in il/A.) erreichend,
stellenweise ziemlich häufig. Juni bis August. — September, October.
Wnrzelstock kriechend, dünn. Stengel bis 2' lioch. Blätter in den Blattstiel herab-
laufend, seicht ausgeschweift und »ogig. Blüten gestielt. Kelch 5-seitig- glockig, lilei-
bciid, netzartig geädert, später mennigroth. Krone trüb weiss. Beere scharlachrotb, Samen
lUsammengcdrUckt - nierenrund.
3. ATROPA. VOliltKinSCMm,
I>INN. Gen. n. 249.
Krone glockig. Sfaubfäden auseinanderstellend mit zusam-
menneigenden Beuteln. Beere kugelig auf dem ausgebreiteten
Kelebe stebend. Gcscbl. Syst. Y. 1.
Mehrjährige Kräuter (A. 1.) oder Sträuche mit meistens gezweiten,
ganzrandigen Blättern. Blüten blattwinkclständig, einzeln, zu zweien
oder mehrern.
t. A. Belladoiina. Genteine TollTeirsche. Stengel
gabelästig; Blätter eirund, spitz, obere zu zweien, von denen eins grosser.
LiNN. Sp. pl.260. Chi. han. 266. Fl. d. Königr. Hanuov. Beschreib.
Abth. I. T. 3. Koch Syn. II. 585. Schk. Handb. I. T. 45. Sturm
Deutschi. Fl. 11.3. Fl. dan. t. 758. Engl. bot. t. 592. Hayne Arzneigew.
I. T. 43.
378 80I.ANEAE. Hyoscyaniiis.
Tu Vorhölzern und Hellten Lauliwäldern , auf Iiumusbaltigoni etwas
leuclitein Boilen der Berg- und Ilügelgegendcn , ziemlieli liiuilig. Juni
bis August. — • August bis Octoljcr.
Stengel 3 — 4' Loch, alien 3-llicilig mil gabelUiciligen Asien. Blätter am Hauiilstengel
Heeli.-,elslaiidig, an den Asien iinlei li.ill.cm reclitcm AVinkcl scheinbar gejiaail, in den Oaljcl-
llieiliingen gegenständig Irnligriin. ßliilen einzeln, gestielt, naeli anssen iikerliiingend, Kronen
gross, liräunlicli- juirjuirn; UlUtenstielc mit znnelimcnder Fniclitreife unter allinäliger Ausbrei-
tung der Kelcliilprel sich aufwärls richtend. Uecrcn von liirschengrüsse, violetschwarz, glän-
zend, saftig und angenehm süsslich schniechend,
GM UMRBL,I€MIX:S.
Pharmaceutisch- Jftedicinischeso nie fVinzel (Uvxze
¥Vaarenk. T. 15. F. 3.) und das Ikrimt officinell (üadlx et Herba Bel-
ladonnae s. Solani furiosi). f'orwaltendcBestandth. Atropin. An-
ivendunrj innerlich in Pulverform in sehr kleinen Dosen yetjen lirebs,
Driiscnverhärlunffen, Huilensie , Melancholie, Gelb- und ff^assersucht,
lieuchhusten, Tollenhundsbiss, chronische Erbrechen — • iiusserlich zu auf-
lösenden Umschliufen, Puvillenerweiterunif u.s.w. Präparate sind Ex-
tractum und Kmplastruni uelladonnae. Alle Theile der Pflanze, beson-
ders die Beeren, ein heftirf wirketides narkotisches Gift enthaltend (Ge-
ijenmitlel starke Brechmittel, Öl, P/lanzcnsäurcn , nach neuern Empfch-
lunffen auch Zinkoxyd).
ÖTeonontischeSt Die Samen geben ein fjutes Brennöl.
4. HITOSCYAITIIJS. JB MI, SJEJVKIt^UT.
I.INN. Gen. n. ^47.
Krone (richlerfürniig'. Kapsel vom Kelche bis au den iiiu-
sclinitten abfallenden lieekel eng; einffesehlossen, 2-fäclieria:.
Gesclil. Syst. V. 1. & &
Ein- und 2- (A. 1.) oder mehrjährige, meist klebrige Kräuter mit
meistens eekigen oder gezäliuten IJlättern. Blüten blaltwinkelständig,
einzeln, oft l.iirz gestielt und ährenartig genähert.
1. H. ni^er. Gemeines Bilsenkraut» Blätter eirund-
länglich, buelitig- liederspaltig, unterste gestielt, stengelständige halb-
umt'assend; Blüten fast sitzend.
LiKN. Sj). i>l.457. Chi. hau. 26fi. Roch Syn. II. 585. Schk. Handb.
I. T.44. Sturm Deutschl. Fl. 11.00. Fl. dan ." t. 1452. Engl. bot. t. .591.
Ha\ne Arzneigew. 1. T. 28.
b. aniiuus. üas jährige. Einjährig; niedrig; Blätter weniger
bnchtig.
Sims Bot. mag. t. 2394. Chi. bau. das. H. agrestis Kit. in Schult
Österr. Fl. I. .383.
An \^'^egcn, Mauern, Zäunen und auf Schutt, auf Ammoniak haltigeni
Boden, liäuiig. Mai bis Juli. — August, September.
Widrig narkotisch riechend. Stengel "2 — 3' hocli , nelisl den hellgrünen Blättern kle-
brig-zottig. Blüten eine clnscltHendige Ähre bildend, Kronen trübgclb mit juirjiurncn
Adern netzartig durchzogen.
GM n'MRBZ.! CUMS,
IPharntaceUtisch- ItKediciniSCheS, tiraut und Samen of-
ficinell (llerba et Semen llyoscyami). f'orwaltende Be standth.
Ilyoscyamin. Anmenduntj des Krauts in Pulver- und Pillenform in-
nerlich tinter ähnlichen fVirlmnyen wie Atropa, im Aufffuss innerlich
und äusserlich, auch das frische lirnut und Pulver äusserlieh. Präparate
sind Extraetum, Emplastrum und Oleum coctum llyoscyami. Alle Theile
der Pflanze wirken narkotisch tfiftitj (Gegenmittel die der Atropa, in
Datura. SOLANEAE. 379
Ev man (feiung jener vorläufig starker Kutnillenthee , viel TVeinessig mit
fV asser u. s.w.).
5. DATVRA. ^VMCBL^PWmi,.
lilNN. Gen. 11. 246.
Kronen tricliterfürmig mit ö-lappig-faltigem Saume; Kapsel
4-fächerJg, i-klapjiig, auf dein sclieibeiilormigen Boden des
über demselben umsclinitten abfallenden Kelches, (k. Syst. V.l.
Ein- (A. 1.), iiieliijälirige Ki-äiiter, Stauden oder Hallisträuclu', mit oft
eckig -gczäljnten Blattern. Kliiten astacbselständig, einzeln, meist gross
1. II . Strainoiiiuni. Gemeiner Stechapfel* Blatter
eirund, eckig -ge/ahnt; Ka]>scln aiitVeclit, dornig.
LiNN. S,). pl.'Z'iö. Chi. ban. 267. Koch Sjn. II. 586. Schk. Handh.
I. T.43. Fl. dan. t. 436. Engl. hot. t. 1288. Hayke Arzneigew. IV. T. 7.
Auf Scliutt, an Acker- und \^'cgrändern, auf Humus oder Ammoniak
haltigem Boden, hier und da verwildert und unlieständig. Juni bis Sep-
tember. — September, October.
Widerlich rieclieii.l. Stengel 1 "/^ — 3' Iiocli, 2- »heilig verzweigt, hahl. Blälter an
der äussern Seite der Stengelthcilnngen ; Bliiten luirz gestielt, aufrecht, Kronen gross,
weiss. Samen flach - nicrenrürmig, kaHeehraiin.
GM M 'MRBZ.ICMMS.
:Pharniaceutisch- JtKedicinisches» liraut und Samen of-
ficinell (llerba (-t Semen Üaturae). f'orivaltender B e s tandtli. Daturin.
Anwendung innerlich in Pulverform oder in Pillen, seltener in Ab-
kochung, vorsichtig in kleinen Gaben unter ähnlichen fJ^irkungen wie
Atropa und Ilyoscyamus, äusserlieh als Kraut, auch als Rauchtabak
gegen einige Brustkrankheiten. Präparate sind Extractum und Tinctura
Stranionii. Alle Theilc der Pflanze enthalten ein narkotisch wirkendes
Gift (Gegenmittel ausser Brechmitteln Essig, Citronen, Johannisbeeren
M. s.^ui.).
ÖJC anomisch es, Itic Samen liefern ein fettes Öl.
Serophiilarinaceac G. üeniham in DE C.AND. rrodr. \. 186.
Kelch 5— 1-spaltig oder -theiljg, dauernd. Krone mit o-
oder 4-theiligein oder durch Verbindungen der Zipfel 2-lappl-
genia in der Knospenlage 2-lippigem oder unregelmässig ge-
schindeltem Saum. Staubgefässe 4, 2 oder 5, der Krone ab-
wechselnd mit deren Zipfeln eingesetzt; Beutel 2-fächerig3 auch
zusauimenfliessend oder halbf heilig- 1 -fächerig. Fruchtknote
2- fächerig, vieleiig, mit 4 bei der Reife gelösten oder bald
durch die Klappenränder, bald durch die Mitfelsäule mehrartig
verbundenen Samenpolstern , ein Griffel, bisweilen an der
Spitze sehr kurz gespalten, IVarbe einfach oder 2-lappig. Frucht
kapsei-, selten beerenartig. Eiweiss fleischig. Keim gerade,
selten leicht gekrümmt, das AVürzelehen gegen den INabel oder
gegen die Spitze der Frucht gewandt.
I. ANTIRRHINIDEAE. I.Ön^E]¥ IttAUI-GKIVÄ CHSE.
Knospenlage der Krone geschindelt -2- lippig, hintere Lippe die .äussere.
I.Gruppe. IZERBASCEJti:. WOriiKRAUTGEn^ÄCHSJE,
Krone radförniig, 2 -lippig mit breiten fast flachen Zipfeln. Staub-
380 SCROPHIJI.ARINEAE. iZerbasoum.
gcfiisse niedergebogen, Beutel schräg auf der an Breite zunehmenden
Spitze der Träger liegend. Blutenstand gleichförmig ccntripetal. —
Blätter wechsclständig.
17orkoniinen. Meistens Sand und Kies liebend.
Gehalt. ßJ'enif/ näher bekannt, doch ohne erhebliche medicinische
Kräfte so ivie ohrn- Giftstoffe.
1. VERBASieVJfl. Tror,Eii£nA.uv.
LlNN. Gen. n. 245.
Krone radformig uiit ungleichem 5 -lappigem Saum. Staub-
gefässc 5, ungleich. Ka2)sel au der Spitze 2-klappig. Gesclil.
Syst. V. 1.
Zwei- (Art. 1 — 5.) oder mehrjährige, meistens hohe, stämmige, wollig-
filzige Kräuter. Biälter häufig licrablaufend, ohne der Artenbestimmung
sichere Charaktere hierdurch anzubieten. Blüten büschelig, selten ein-
zeln oder zu 2, in endständigen, verlängerten, einfachen oder rispig-ästi-
gen Trauben. Kronen meistens gelb.
• f Blüten in Büsclicln. Wolle iler Staubfäden weiss.
Blätter mein- oder weniger berablaufend.
1. V. Tltaiifmis. Mohes Wollkraut* Blätter nebst Sten-
gel wcissgelblich dicktilzig, stengciständige lang herablaufend, länglich,
in die Spitze verschmälert, ungleich feinhcrbig; Traube gedrängt, Blü-
tenstiele sehr liurz, Kronen fast trichterförmig mit ovalen Zipfeln, freier
Theil der längern Staubfäden mehrfach länger als der sehr Isurz herab-
laufende Beutel.
LiNN. Sp. pl. 252. V. Schraderi Chi. han. 326. Koch Syn. II. 586.
Fl. dan. t.631. Engl. bot. t. 549. IIavne Arzncigcw. t. 38.
b. inontanum. Das bergständige. ]>iiedriger; Blätter mehr ellip-
tisch, kürzer und schmäler herablaufcnd ; Blüten etwas grösser.
"V. montanum Schrad. Hort. Gott. Fase. II. p. 18. t. 2. 3Ionogr. gen.
Verb. p. 33. Koch das. 587.
An Wegen, Wällen und Mauern, auf sonnigem trockenem auch auf
steinigem humoscm Lehmboden, häufig; b. selten (Pr. Hallc'sche Flor
nach Schrader's Citat). Juni bis September. — August l)is October.
Stengel 3 — 6' bocb, von oben ber dnrcb die berablaiifenden BUtIcr gelliigelt. Wur-
zclblältcr Ungllrb oder I.inglicb - lanzeltfürniig, starbberbig. Traube steif aiifrecbt, meist
einfaeb, scbr lang, cyliiidriscb, Blutenstand nur bisweilen gegen die Basis unterlirocbcn.
Blüten klein, fast obne Gerucb, Blülenstiele kürzer als der Keleb. Kronen von '/j — V4"
im Durcbnicsser, anfrccbt- abstebender Zijifel wegen etwas liobl. Längere '2 Staubfäden
kabl oder an der Spilic spärlicb bebaart, kürzere 3 dicbt weisswullig. Staubbenlel kurz,
nacb der Ausleerung ov.il - nicrenforniig. Yariirt selten mit weissen Kronen (V. clongatum
WlLLD. Enum. bort, berol. I. 223.). — Die Spielart 2 — 2'/2' '«ocb , weniger dicknizig.
Die Blätter beträcbtllcb scbmäler berablaufend, der berablaufende Tbcil bald scbon in der
Mitte des Knolenslücks endigend, bald fein bis gegen dessen Ende forlgesefit. Blütenbil-
dung in Grösse und innerer Struktur (der ScilRADERscben Abbildung wie seinem Eicmplare
nacb) in der Mitte zwisrben V. Tbapsus und V. pblomoides siebend. Der freie Trägcrantbeil
der längern Slaubgefässe 2 — 2'/.^ Mal so lang als sein Beutel.
Bemerk. 1. INacbdcm Bentham in De Cand. (Prodr. X. 22.'}.) vorstehende Art als
V. Tliapsus des LlNNEEseben Herbariums bezelcbuet bat, scbeint es angemessen, die Beocn-
niing wieder lierzuslellen, ivenn es aucb keinem Zweifel unterliegt, dass derselbe INanic bis
dabin, dass ScHRADER V. ibapsiformc als Art aufstellte, aucb auf dieses in Anwendung
kam. Die Besitzer von EHRIIAKT PI. off. Dce. XII. (1788) werden unter INro. 111. dieses
letzlere nebst der gedruckten Eti(jucUe „\. Tbapsus E. l psaliac" finden, und eben so ist die
rilanze in dem gedruckten Verzeichnisse des Umschlags dieser Deeade bezeichnet. Dieselbe
rilanze führt er, nach Ausweis seines Herbariums, 1789 in seinem »Versuche eines Ver-
Terbasoum. SCROPHlIIiARlNEAE. 381
zcicLnisses der um L'psal wild wachs. PH.« (Beiträge V. 12.) ebenfalls als V. Tliapsus auf.
Diese CMoram iipsaliensem schrieb EllBHART in l'psala (das. 4.) und sagt daton : „Jede
Pflanze wurde gleich auf der Stelle, wo ich sie zum ersten aialc fand, nach den Gencrihus
planlarum und der Flora succica des Ritters >on LiNNEE examinirt, und wenn sie zweifel-
haft war, >ergllch ich solche nachher mit dessen herbario. Gewöhnlich legte ich auch eine
gute Anzahl von Exemplaren davon ein, und trocknete solche, wie man dieses aus meinem
Phytophjlacio und den übrigen Sammlungen meiner getrochneten Pflanzen sehen kann« (das.
3.). Von dieser guten Anzahl finden sich noch 10 Exemplare im EllRHAKT'schen Nach-
lass, die Jeder für V. tbapsiforme erkennen wird. EllRHART gehörte aber nicht zu den
Botanikern, die — wie gewisse moderne — gewissenlos genug sind, Etiquetten und Pflanzen
beliebig zusammenznlegen ; noch wird man ihn, hiervon abgesehen, wohl ebensowenig be-
schuldigen mögen, von zwei auf den ersten Blick zu unterscheidenden Pflanzen eine für die
andere genommen zu haben.
Jetzt wächst T. tbapsiforme S. nach Versicherung der schwedischen Botaniker nicht bei
Upsala, wohl aber in der schwedischen Provinz Golland auf Oeland (FRIES Nov. V. 67.
Wahlen«. Fl. suec. I. 140.). "'so "^'«a 2.5 — 30 iMeilen südlicher als Vpsala. Kann
nicht unter dem EinHusse fortschreitender Bodenkultur, diese, durchaus st.arken Sandgeball
des Bodens verlangende Pflanze (während V. Thapsus auch auf Lehmboden, ja im humosen
Boden der Walduogen sich erhält) so viel südlicher herabgedrängt sevn ? In unsern Cnltur-
ländern sind ähnliche Erscheinungen in Mehrzahl nachzuweisen. Wenn nun ferner WAIILENB.
Fl. suec. I. 140 von V. Thapsus sagt: „ob coroUas flavas magnas non p^a r u m s n a-
vcolentes nota nomine Succis Kongsljus vel I.jusbrand, Norrlandis TroUkaringsslSnda,
Namen, welche auch LlNNE Fl. suec. ed. '2. 69. für V. Thapsus angiebt. so wird das kein
Kenner beider Pflanzen auf das kleinblumige, geruchlose V. Thapsus beziehen können.
Bemerk. 2. Dass V. montanum ScilKAD. keine eigene, nur im untern Wallis vor-
kommende, Art sey, hätte man schon daraus entnehmen können, dass ScilRADEB Monogr.
I. 33. (fide speciminis) als Sjnonjm citirt : V. phlomoides SPRENG. Halens. n. 231.
Übrigens steht die Bildung so genau in der Mitte zwischen V. Thapsus und V. phlomoides,
dass hier eine hybride Erzeugung sehr wahrscheinlich ist. Auch spricht das Consortium dafür,
wie nicht minder der Umstand, dass die Traube verkümmert erscheint. In Hort. golt. giebt
SCJIRADER deren Länge nur zu 2 — 4" an, in der Monogr. heisst es von ihr: „in speci-
minibus minoribus 2 — 3-uncialis in vegetiorihus semipedalis et ultra." Weitere Beobach-
hingen hierüber sind jedeulalls wüusclicnsuertb.
Ä. \. iiliiontoidei^. Phlomisartiges WollTeraut,
Blätter gekerbt, nebst Stengel gelblich aickfi4zig, stengelstiindige stark
herablaufend, mittlere länglich -eirund, obere eirund zugespitzt; Traube
gedrängt, oder gegen die Basis unterbrochen, Blütenstielchen sehr kurz,
Kronen radförmig mit ausgebreiteten iimgekehrteirunden Zipfeln, freier
Theil der längern Staubfäden kaum zweimal so lang als der lang herab-
laufende Beutel.
Y. thapsifornie Schrad. Monogr. I. 21. II. 51. Koch Syn. II. 587.
Hayne Arzneigew. XII. T. 39. Y. euspidatum Schrad. das. 23. 1. 1. f. 1.
Fl. dan. t. 1810 (wenn die obern Blätter in eine längere Spitze vorgezogen sind und die
Ähre stärker unterbrochen ist).
b. austräte. Oas südliche. Schlanker; mittlere stengelständige
Blätter länglich, spitz, halb oder -sveniger herablaufend, obere eirund
oder rundlich -eirund mit vorgezogener schmaler Spitze, kurz herab-
laufend oder mit rundlicher Basis aufsitzend; Traube länger, bald mehr
bald weniger lockerblütig.
V. phlomoides L. Sp. pl. 253. Chi. han. 327. Koch das. Schrad.
das. 30. Hayne das. T. 40. V. australe Schrad. das. 28. t. 2. Y. con-
densatum Schrad. das. 31. t. III (wenn die obersten Blätter breiter, mehr rund-
lich-eirund sind und die nur an der Basis unterbrocbcnblütige Ähre dichter mit Blüten-
büscheln besetzt ist).
c. nemorosuui. Das hainständige. Höher, und weniger filzig;
Blätter schmäler, länger, stengelständige wenig herablaufend, mittlere
382 8CROPHVL.ARINEAE. iZerbAScum.
länglich-lanzettförmig mit verschmälerter Basis, obere länglich, allmälig
zuges|>itzt; Trauhe entfernthiischelig.
V. nemorosum Scurad. «las. 32. T. T. F. 2.
AnAVegen, auf Triften, in jMedcrungen, Uaiden und an Flussufern,
auf sandigem und Sandhoden, besonders -»venn er feucht liegt, häufig;
b. in ähnlichen Lohalitäten, auf mehr trochencm hügeligem Boden, an
Steinbrüchen, zwischen Geröll und an Felsen, weniger häufig, in man-
chen Gegenden selten (^WA-. Schlossgarten zu Priihvitz ->eubrandenburg
hinter Belvedere — ; Hn. Hildesheim, Westerhof — ; IIs. Rarlshafen,
am Meissner, Cassel am Weinberge, bei Wolfsanger — ; Pr. am süd-
lichen Harzrande bei Sachsa, Ellrieh, IVordhausen, Bossla, bei Halle:
Wettin, Delitzsch); c. auf Haien an Nadclholzrändern des Lnterharzes,
auf humos- sandigem Boden, selten {Hn. Westerhof). Juni bis August. —
August, September.
Gesammlanschen der A. 1. iloch niedriger, breitblätfrigcr und grossbliitig. Stengel 1 /.^ — 3'
(von c. 4 5') hoch. Bläller dick und grohfiliig, mit sUrkcrm AdernDctz als A. 1. Der
T\\l an diesem und den BlaUründcrn ins Fiiebsigc ülieigeLend (an e. graiigriinlich). Traube
3y^_iy,^' lang, bäufiger als bei A. 1., nnlen mit einigen INcbeniislen , mll seltener Aus-
nahme (V. eondensatnm S.), durch nicht sieb berührende, anoh «ohl etwas von einander ent-
fernt stehende Bliitenbüsehel locber. Bliitenstielchen meist von der Lange dos Kelchs, Blüten
gross, stark wobiriccbend, Kronen von l bis Vj-^" im Durchmesser, citrnnengclb. Beklei-
dung der Staubfaden wie bei A. 1. Staubbeutel grösser, länger, nach der Ausleerung länglich
bleibend. — Wie übrigens die rflanze varilrt, gebt aus den aufgestellten Formen hervor.
Bemerk. Aus dem offenen Felde in Vorböher und Waldungen übergebend erleiden
die Verbasca dieser Abtheilung gleichartige Veränderungen : durch zunehmende Höhe, womit
die Knotenstücke sieb verlimgern, und die Blatter weniger tief herablaufcn ; durch abnehmende
Dicke der Blattsubstanz und Übergang des groben gelben Filzes in einen feinern graugrünen,
der sich auf der Oberflacbe der AVurzel - und untern Stengclblätter oft fast verliert; häufig
auch durch etwas abnehmende Grosse der Blüten.
•• Blätter nicht berablaufend.
3. V. liyclinitisi. MdichtnelTcen artig es W^ollTeraut,
Blätter gel.erbt, obcrseits fast hahl, unterseits staubfilzig - grauweiss,
untere stengelständigc elliptisch -länglich in den Blattstiel verschmälert,
mittlere und obere sitzend, letztere eirund, spitz oder zugespitzt; Traube
pyramidenförmig-rispig, mit aufrecht -abstehenden Asten, Blütenbüschel
löclier gestellt, Blütenslielchen doppelt länger als der Reich.
LiNN. Sp. pl.235. Chi. hau. 327. Kocu Syn. II. 327. Fl. dan. t. 586
(mit weissen Kronen). Engl. bot. t. 58 (mit blassgelben Kronen).
X V. Tliaiiso.T^yclinitis. Moh-lichlnelJcenartiges
ßastardtVOllJeraut, Blätter oberseits dünn, unterseits dick
graufilzig, stengelständigc länglich, halb hinablaufend, Kelche dick-
filzig, Blütenslielchen fast so lang als der Kelch.
Mert. u. Koch Deufschl. Fl. II. 212. Koch Syn. das. 589. V. Schi-a-
dero-Lychnitis Chi. hau. das. V. thapsoides Hoffmanseg. et Link Fl.
lusit. l. 214. ScHRAii. Moiiogr. I. 25.
X V. i»lilon»oi€ll-l<ycliiiitis. Phlomis-lichtnelTeen.
artiges BastardWOllTeraut, Blätter oberseits dünn- unten
dick giaufilzig, stengelständige länglich -eirund zugespitzt, etwas her-
ablaufend; Kelche dickfilzig, Blütenstielchen so lang als der Kelch,
Bluten grösser.
Y. thapsifoimi-Lychnilis Schied, de pl. hybrid. 38. Koch Syn. das.
590. V. Schradero-Lychnitis Chi. hau. das. V. ramigerum Schrad.
X V. nigpo-liyclmitls. X,angschweijig-lichtnellcen~
artiges BastardWOllTeraut» Blätter oberseits fast kahl, uu-
Verbasoum. SCROPIIIJLARIIVEAE. 383
terseits feinfilzig, untere stengelständige länglich -eirund mit stumpfer
in den langen Blattstiel zusammengezogener Itasis, obere eirund- läng-
lich, fast sitzend; Kelche dichtfilzig, lilüteustielchen doppelt länger
als der Reich.
Schiede das. 40. Koch das. 592.
An Wegen, Mauern, auf Triften und an Flussufern, auf liiesigem
oder sandigem Boden, häufig; die Bastarde einzeln und selten (der er-
stere Hn. Scharzfeld, ein Exemplar zwischen den beiden Stammarten;
der zweite Mk. Stargard hinter dem Schlosse— Hn. Scharzfeld am Ufer
der Oder; der dritte IIs. an den Grauwaekenklippen am Wege von Klein-
Vach nach Abungen). Juli bis August. — August l>is October.
Stengel 2 — 4' hocli , Sslig, Äste aiifieeht al.sliliend. IJhillcr olierseits gesätligtgrün,
oft etwas glänzend, gehen niolil selten unter Abnahme der Breite in die lanzettförmige Form
iil.er. Rispige Trauten bis 1' lang, mit scharfkantigen Xsten. Blütcnbiischel ]ocl;ere,
schmale Trauben bildend. Kelche und feine Bliitenstlelcben dichlfihig. Blüten kaum halb
so gross als von A.'2. , K-chlriechend. Kronen gelb, am Grunde oft mit braunen Flecken,
nicht selten weiss. — Variirt mit stürkerm Filz der Traube und mit grossem Blüten. Beim
Trocknen färben sich die Blätter sehirärzlicL.
ff Blüten in Büscheln. ^Volle der Staubfäden purpurn.
4. \» nis^riiiii. Schweifhlütig es W^ollleraut, Blätter
geherbt, oberseits fast hahl , unterseits dünn graufilzig, untere stengel-
ständige lang gestielt, länglich - eirund mit herzförmiger Basis, mittlere
und obere kurz gestielt oder fast sitzend, eirund, zugespitzt; Traube
verlängert, meist einfach, untere Blütenbüschel locker, obere dicht ge
stellt, Blütenstielchen doppelt länger als der Kelch.
LiNN. Sp. pl. 2^33. Chi. hau. 328. Koch Sjn. II. 588. Fl. dan. t. 1088.
Engl. bot. t.oU.
b. tomentosuni. Bas Jilsige. Meist niedriger; Blätter beiderseits
graufilzig.
Chi. hau. das. V. lanatum Schrad. Monogr. II. 28. t. II. f. 1. Koch
das. 589.
X V. iililoinoidi-nigrnni. ^hlomis artig -schweif -
blutiges BastardUOllTeraUt. Blätter oberseits feinfilzig
oder fast kahl, unterseits graufilzig, stengelständige, mittlere und obere
etwas herablaufend oder sitzend ; Traube nach oben zu dichtblütig,
Kelche dickfilzig, kurz gestielt, Blüten gross.
V. nigrum, Scheinart thapso-nigrum Chi. hau. das. V. thapsiforme-
nigrum Schiede das. 36.
X \'* tltapso-nigriiiii. BLoch-schweifhlütiges Ba-
StarÜtVOllTeraUt* Blätter beiderseits dick gelbgraufi'lzig, sten-
gelständige mittlere tind obere länglich, kurz herablaufend; Traube
unterbrochen -büschelig, unten mit einem oder dem andern Seitenast,
Blütenbüschel filzig, sehr kurz gestielt; Blüten klein.
Schiede das. 32. Koch das. 590 (durch längere Blütenstielchen abiveichend).
Y. Schraderi, Scheinart V. nigro-Schraderi Chi. han. 326. V. coUinum
Schrad. das. I. 35. t. V. f. 1. Fl. dan. t. 1811 (genau mit unserer Pflanze über-
einstimmend).
An Wegen, Hecken, W^aldrändern , zwischen Gebüsch und an Fluss-
ufern, auf lehmigem sandigem und kiesigem Boden, häufig; b. nicht
häufig {Hb. bei Hamburg; Hii. Roniienberg im Calenbergschen). Erster
Bastard einzeln zwischen den Stammarten {Hn. Scharzfeld am Oderufer —
Mühlberg bei ]>iedersachswerfen — ; Hs. zwischen Witzenhausen und Al-
lendorf am Werraufer, zwischen Wilhelmshausen und dem Wildhaus
am Fuldaufer). Z^veiter Bastard ziemlich häufig zwischen den Stamm-
arten uud auch ohne diese {Mh. IVeubrandenburg, Dassow; Hn. Münden,
384 SCROPHlTI.ARlNE.UB. Verbagoum.
Göttinger Wall, Eicljciilirug, Oltcriülliiigsliauscn, I\cinbauscn — ■; Br.
Ilübeland; Hs. Alieiulorf, Alltiingcn; Schw. am Güidner; /V. Lettin bei
Halle). Juni, August. — ■ August, September.
Stengel l'/j — '^' ''<><-•''. meist ciiilaeii. Blätter der Ilanptart schHarzIicIigriin, gewölin-
liili eiiifaeh, bisweilen doppelt und dreifaeli gekcrlit, nicht selten tJliergängc in b. zeigend,
aiieli liisH eilen fast beiderseits l<alil. Traube bis Vj^' lang, meist cini'acb, Blüteobüscbel
anliegend, Blüten mittelgross, in der Grösse ettvas variirend, schnaclt woldriecliend , Kelche
klein, Kronen gelb, selten weiss. Staubbeutel sämmtlick nierenforiuig. — >ariirt ausserdem mit
3 — 4 Mal die Blüteubüschcl an Jjänge übertreffenden, sehr schmalen, pfricmenformig iiige-
spilzten Deckblättern (V. nigrum v. braclealum Chi. Lan. das.) und selten mit fast rispigen
Trauben.
IJenierl;. 1. Ber aufgeführte zweite Bastard kommt nicht selten ohne die Sfamm-
cltcrn \or, welches zum Theil darin seineu Grund haben mag, dass die Bastardrormen öfters
mehijahrig sind, während jene meistens im 'Jten Jahre eingehen. Vlbrigcns traf ich V. col-
linum mehrmals mit Trauben, deren sammtliche Kapseln nicht zur Ausbildung gelangt waren.
IJemerli. 2. "Wenn Fries (Summa veg. Scand. 17) Y. phlomoides L. und V. phlo-
moidcs ScilRAD. als lerscbiedene Arten betrachtet und zu erstcrm die Baslardformcn V. nigro-
Thapsus, V. nigrothapsilorme und V. Thapsonigrum , d.h. V. collinum S. z.ihlt, so geht
daraus hcnor, dass ihm die bei uns mit diesen IVamen belegten Formen nicht bekannt sind.
Itcmcrli. 3. Zu den Bastardformen dieser Art scheint das, mir unbekannte \. rn-
deralc PFEIF. Fl. t. TS'iederh. u. Mund. I. 319 zu gehören Die Diagnose lautet: Blatter
beiderseits Glzig, gekerbt, lanzettlich, an der Basis in den Blattstiel >erschmälert. säiunitlich
gestielt, die obern fast sitzend; Stengel kaum kantig, Büschel der einfachen, vcilSngertcn
Traube meist 3 -blutig; Blütenstielehen so lang als der Kelch. Blume radfürmig mit sehr
kurzer Röhre, gelb; die 2 Lingern Staubfäden nackt mit kurz herahlaufenden Sfaubkolbcn,
die 3 kürzern pnrpurwollig. INur auf einer Schultstcllc in der Kallcnburg (in Casscl) ge-
funden.
•f-ff Blüten zu zwei oder einzeln.
' 5. V. iilioeniceiiin. Violetes Jf^ollTcraut, Blätter
oberseits babl , unterseits zartliaaiig , ^vurzeiständige gestielt, eirund-
länglieb, unglcieb oder gescbweil't -gekerbt, obere slengclständige sitzend,
eirund, zugespitzt; Traube verlängert, Ulütenstieleben einzeln, viel län-
ger als die Deckblätter.
Ll^^. Sp. pl.254. Cbl. ban.328. Koch Syn. II. 589. Jacq. Fl. austr.
II. t. 12.5. CcRT. Bot. mag. t. 885.
Auf bügeligen Triften, auf sonnigem magerm Boden, die >Vestgrenze
der Gesammtverbreitung am östlicben Harze erreicbend (Pr. Quedlinburg
an der BoeUsbornssebanze, Westerbauscn am liönigsstubl , Halle : zwi-
scbeii Wettiu und Dösel, Steinbiippe bei Wendelstein, Gross -Kübnau,
amTborliause zwiseben Dessau und Aken). Mai bis Juli. — Juli, August.
Stengel 1 — 3' hoch, wenigl.lättrig. Blätter dunkelgrün, wurzelständige rosettenartig,
oberste Stengelblätter plötzlich bciräclitlich kleiner, an der Basis oft etwas licrzfurmig. Rispe
so lang als der Stengel. Blüten entfernt stehend, ohne Geruch, Kronen dunkelviolet,
Staubbeutel nicht hcrablaufcnd , nierenförmig. Staubbeutel gleielifürmig. — Variirt mit
stärker behaarten und mit beiderseits fast kahlen Blättern.
'«. V. Blattaria. Schaben. JfoUlcraut, Blätter kabl,
■wurzelständige umgekebrteirund-länglicb in ilen Blattstiel verscbmälert,
gesclnveift-gezäbnt, mittlere stengelständige länglieb, sitzend, obere mit
berzförmiger Basis balbstengelumfassend, zugespitzt; Traube verlängert,
Blütcnstielcben einzeln, doppelt Jänger als die Deckblätter.
LiNN. Sp. pl.2.54. Koch Syn. II. 589. Kngl. bot. t. :3y3.
An Wegen, Weinbergen und Zäunen, auf kiesigem oder sandigem
Boden, im Süden des Gebiets die INordgrenzc des Vorkommens in Deutsch-
land erreicbend, selten, aucb unbeständig und wabrsebeinlich nur ver-
wildert (Pr. etwas jenseits der östlicben Gebietsgrenze Wittenberg, Wein-
berge bei IXaumburg, vor demWirthsbausebeiUollsdorf). Juni, Juli. — Aug.
«crophularia. SCROPHVIiARINEAE. 385
Stengel I — 2' liocL, kalil. Blälter etwas runzelig, I>ald grob gezälint, lialtl mehr ge-
licrbt. Bliitenstielclicn und Kelclie mit gestielten Drüsen besetzt, lilüten etwas grösser als
an der vorliergelienden Art, Kronen gelli , selten weiss. Staubbeutel gleiclifürniig.
Beinerk. Die bler aufgeführten Bastarde erbalten sieb niebt immer sieber in den an-
gegebenen Charakteren, scbwanben vielracbr oft bald zn dieser bald zu jener der beiden
Slamuiellern hinüber j zum Tbeil deshalb, weil ancb IMittelformen zwiseben fruebtbaren Ba-
starden und den Stammeltern erzeugt werden. Die Synonjmie kann daher niebt anders als
schwankend ausfallen, und unsere Diagnosen werden unter dem Einflüsse fortgesetzter For-
schung nach Bastarden znm Theil in Beschreibung von Individuen ausarten, wenn die descrip-
ti»e Botanik sieb nicht auf die Angabe beschränken will, dass Bastardformen zwischen diesen
und jenen Arien vorkommen.
Pharntaceutisch-JItedicinisches, Von A.2. das Kraut
und die hronen of'ficinell (llerha et Flores A\'rbasci). f^orxvaltende
Besiandth. frisch etwas fluchtige narkotische Substanz, getrocknet
Schleim und besonders bei den Blüten auch ätherisches Öl und Schleim-
zucker. Anwendung der Blätter bisweilen noch unter Species, frisch
auf entzündliche Geschwüre. Die Blüten als Thee gegen Husten und
Brustschmerzen , auch gegen leichte Fieberanfälle ein beliebtes Volks-
mittel mancher Gegenden. Blüten der A. 4. sollen ein erprobtes Mittel
gegen Lungenentzündung des Rindviehes seyn (8 Loth getrocknet '/4 Stunde
mit 2 Maass fVasser gekocht und IS Loth Glaubersalz zugesetzt).
OlCOnomischeS, Die gestossenen fVurzeln der Art. t. 2. mit
Mehl oder Grütze iiermiseht sind ein Mastfutter für Hühner. Ihre ge-
trockneten Blätter sind zu Dochten, Feuerschwamm rt.s.w. anwendliar.
Sämmtliche Arten sind Zierpflanzen der Gärten.
3. Gruppe. SCROPHÜL ARINEAE. JEIGJEJV TZ.I CH E
BBA umir vnxGM irÄ cmse.
Krone röhrig, Zipfel «les 5-l.Tppigcn Sauines fast gleich oder in 2
Lippen vereinigt. Kapsel 2 — 4 -klappig. Vliitenstaud zusammengesetzt.
Torkonimen. INässe liehend, sonst bodenvag.
Gehalt. Ätherisches Öl und ein nicht hinlänglich bekannter bitterer
Extractiv Stoff.
9, SCROPHlJIiARIA. BBAUJVWITMX,
LlNN. Gen. n. 7.56.
Krone bauchiff oder fast liugelig, mit schmalem 5 -lappigem
Saum und ziirückgebogener Uiiferlippe. Staubgefässe 4, zvvei-
mächtig,^ oft mit dem^ Ansatz eines fünften unter der Ober-
lippe. Gescbl. Syst. XIV. 2.
Mehrjährige Kräuter (Art. 1. 2.) oder Stauden mit eckigem Stengel.
Blätter gegenständig oder obere wechselständig. Blüten in Trugdolden,
an der Spitze des Stengels zu einem einfachen oder ästigen Strauss ver-
einigt. Kronen trüb braun, purpurn, grünlich, gelb.
fl. $$• aciiiatica» Wasser 'Braunwurz, Stengel sehr
scharf- oder flügelkantig; Blätter eirund länglich, ungleich gesägt; Blatt-
stiele geflügelt, Kelchzipfel kreisrundlich mit breitem Uautrande.
LiNN. Sp. pl. 864. Chi. hau. 322. Schk. Handb. II. T. 173. Sturm
Deutschi. Fl. H. 23. Fl. dan. t. 507. Engl. bot. t. 854. Hayne Arznei-
gew. V. T.36. S. Ehrharti Rocu Syn. IE 593.
An Bächen, Gräben, Teichen und Flüssen, auf nassem Lehm- und
Sandboden, häufig. Juni, Juli — August, September.
"Wurzel cylindrisch, dicht mit dicken Fasern besetzt. Stengel Vj — 4' hoch, 4-seitig
Bliitter kahl, selten etwas herzfürniig. Stranss verlängert und vollblütig. Kronen braun
grün. Kapseln zugespitzt.
38G S€ROPmiI.ARlNEAE. iJnaria.
9. $ii. nodosa. Knotige Braunwurai» Stengel scharf
kantig: Illätter eirund - liinglicii niil oft herz loiinigcr Basis, scharf <lop-
|ielt gesägt, Itlattstiele ilügellos; Helchzipl'el hreit eirund mit sehr schina-
ieni Ilantrande.
LI^N. Sp. pl.863. Chi. han. 322. Koch Syn. II. 593. Sturm Deutschi.
Fl. 11.23. Fl. dan. t. 11G7. Engl. hot. t. 1.544. IIavae Arzneigew. V. 35.
Zwischen Gehüsch, in ^'ählern, an huschigen Gr;il»en- und Fluss
ul'ern, auf feuchtem humosem oder lehmigem Boden, sehr hiiulig.
Wurzel knollig iii.a l.elascrl. Stengel 2 — 4' l.o.li, >irl s<li»acl,ci als :.n A. 1. Bläller
.lenen iler A. 1. ähnlieli. Straiiss kürzer, laiigliili, itliitenslielelien nieUt langer unil selilan-
ker, drüsig. Kronen liraunroth «n<l grün, seltener diiriliaiis gellilicligrün. Kapsel spitzig. — •
Beide Arten, im liöliern Grade letztere. dnrcl» widcrIicLen GerncL und l.illerlicU - seliarfen
Gesrliinark ausgozeielinet.
S. vernalis «ird von ScIIKUHR etwas jenseit der öslliclien Gehielsgrrnze bei Witten-
berg angegeben, jedoch »or dem Sclilossthore liinter Gartenzätinen , Konaeb sie der I-lor
«ohl niebt angcbi.rt.
GM UMRBI.ICHMIS,
Pharmaceutisch.Medicinisches» Beide nicht ineln- offi.
einell, obffleicli A. 1. zertheilende und erxveicliendc tiräfte besitzt. Die
Abkochunij der bitter schmeckenden Blätter fjeyen Baude der Schafe an-
wendbar.
ÖTeonontiSChes, Nur die Zier/en fressen Blätter und Triebe.
3. Gruppe. ANTIRRHINEAE. MIGMJV TI.I C HM
X. Ö HJEJl lUA I7i GM IVA CHSM.
Krone röhrig, oft sackförmig oder gespornt. Ka]>sel mit Löchern sich
öffnend. — Blätter, wenigstens die untern, gegenständig oder wirtelig.
Uorkoninien. Bodenvag, einige sandliehend.
Gehalt. Bitterer E.xtractivstoff und salziye Theile. t]bri(fens zu
wcnl(f bekannt.
3. lilJKARIA. IiMMNKMA^UV.
TOUKNEF. Inst. 18Ü. t. 76.
Krone an der Basis gesporul, 2-li|)pi^5 tlurcli den am Scliliinde
vorlretcnden Gaumen mein- oder weniger geschlossen. Jeties
Fach der Kapsel an der Spitze mit einem gezahnten Loeh auf-
springend. Geschl. Syst. XIV. 2.
Fin - (Art. 1 — 5.) oder mehrjährige (A. 6.) Kräuter oder Stauilen.
Obere Blätter wechselständig. Blüten einzeln und entfernt in den ühcrn
Blattwinheln oder tranhig zwisclien Dcchhiättern , Kronen Klein oder
miltelgross
• Dreifblaltrige.
1. li. Cyiubalaria. JEpheubitittriges MJeinlcraut,
Blätter herzförmig -rundlich , 5-iappig, kahl; Blüten einzeln, l>latt>vin-
kelständig.
MiLL. Gärtnerlexic. n. 17. Chi. han. 318. Koch Syn. II. 399. Antir-
rhinum Cvnihalaria Lii\\. Sp. pl. 851. Sturm Deutschi. Fl. 11.70. Fngl.
hot t. 50-2.
An Mauern, seltener in Felsritzen oder zwischen Gestein, besonders
gern in der IXähe des \^'«ssers, hier und da truppweise. April his Au-
gust. — Juli his Septemher.
Kriechend nnd vielastig- rankend. Blatter dicklich. Krone blassviolct mit weissem Gau-
men und 2 gelben Hockern.
13. li. Elatliie* Spiessblättriges Mieinicraut, Blätter
eirund - spiessförniig, unterste rundlich - eirund ; Sporn gerade, Blüten-
sticle kahl.
Linaria. SCROPHUIiARlNEAE. 387
MiLL. Gäitneilexic. ii. 16. Chi. lian. 318. Koch Syn. 11. 599. Stdrm
Deutschi. Fl. U. 70. Antirrhinum Elatine Linn. Sp. pl. 821. Fl. dan.
t. 426. Fngl. Lot. t. 692.
Auf Ackern, auf liallihaltigem hindendcm Itoden, hier und da einge-
bürgert. Juli l>is September. — August bis October.
Liegend, 4 — 12" lang, feinstcngclig, an <lei Basis ästig, zottig. Bliitenstiele fast
haarfein, lang. Krone I.lassgcll.lieli , Interllppc selnvefelgel)., Oberlippe inwendig violet.
3. Ii> spuria* Mundblättriges l/einicraut. Blatter
rundlich -eirund; Sporn gekriiinnit, Ulütenstiele zottig.
MiLL. Gärtnericx. n. 15. Chi. han. 318. Koch Sjn. IT. 599. Sturm
Deutschi. Fl. H. 70. Antirrhinum spurium Linn. Sp. pl. 851. Fl. dan.
t. 913. Engl, bot t. 691.
Auf Achern und Brachen, auf kalkhaltigem Lehmboden, in der nörd-
lichen und mittlem Hälfte des Gebiets selten (/Zu. Kronsberg bei Be-
merode, Rossdorferholz bei Göttingen — ), in der südlichen ziemlich häufig
eingeJiürgert. Juli bis September. — August bis October.
Stengel 4 — 8" lang, slark, elivas steif, diclitzoltig. Blätter bis zollbreit, bald ausge-
schweift-gezähnt, bald ganzrandig. Krone an der Basis »eissllrh mit diinheltioleter Ober-
lippe und gelber Unterlippe.
•• Schmalblättrige.
4> 1j, wninov. Kleine* MJein^raut, Drüsig behaart; Blät-
ter lineal -spateiförmig, stumpf; Blüten in kurzen beblätterten Trauben.
Desfont. Fl. atl. II. 46. Chi. han. 319. Koch Sjn. II. .599. Stlrm
Deutschi. Fl. H. 70. Antirrhinum minus Linn. Sp. pl. 852. Fl. dan.
t. 502. Engl. bot. t.2014.
Auf Äckern, Brachäckern, Gartenländereien und auf Mauern, auf
kalkhaltigem Lehmboden, häufig. Juni bis August. — September.
Stengel aufrecht, 3 — 6" hoch, etwas sjierrig- ästig. Untere Blätter spatelfürmig. Kro-
nen bIass>iolet mit h eissllchgelben I^ippen.
5. Ii. arveiijüis* Blaues MJeinlcraut, Kahl; Blütenstiele
undKelche drüsenhaarig; Blätter lineal, beiderseits verschmälert; Kelch-
zipfel lineal, stumpf, Samen glatt.
Desfont. Fl. atl. II. 45, Chi. han. 319. Koch Svu. II. 600. Sturm
Deutschi. Fl. H. 70. Antirrhinum arrense c. Linn. Sp. pl. 855. Schk.
Handb. II. T. 172.
Auf Ackern, auf lehmig- sandigem und sandigem Boden, die Nord-
grcnze der Gesammtverbreitung in der Linie von Bcntheim, Hannover,
Mecklenburg erreichend, ziemlich häußg eingebürgert. Juni bis Septem-
ber. — August, September.
Stengel aufrecht, 1 — l'A' hoch, einfach oder ästig, untere Blätter zu 4, qnirlförmig.
Traube anfänglich ho]ifforniig, später verlängert. Blüten kleio, Kronen hellblau mit dunk-
lern Streifen. Gaumen »eisslich mit zartem violeten Adernnelz. Samen flach mit Flügel-
rande.
IS. Ii. 1'tilgari». Gemeines MJeinJeraut, Kahl; Blü-
tenstielc drüsenhaarig; Blätter dichtstehend, lanzettlich- lineal , spitzig,
Traube dichtblütig, Samen erhaben -punktig.
MiLL. Gärtnerlexic. n.l. Chi. han. 319. Koch Syn. II. 602. Antirrhi-
num Linaria Linn. Sp. pl. 858. Sturm Deutschi. Fl. H. 18. Fl. dan.
t.982. Engl. bot. t. 658 (Pelorien- Bildung t. 260.). Hayne Arzneigew.
VI. T. 33. 6 ^ S
Auf Brachen, an Fehlrainen, Wegen, Schutt und auf Mauern , auf
magerm steinigem Boden, sehr häufig. Juni bis August. — September,
October.
Stengel aufrecht, 1 — 2' hoch. Blätter am Rande zurückgerollt, mit unten stark ror-
tretendem Slillelnerr. Bluten gross, eine die andere halb deckend, Kronen blassgclh mit
»afiangelbem Gaumen. Samen scb.vach angeschwollen mit breitem Flügelrande.
388 SCROPHriiARlNEAE. Antirrhinum.
Phnmiaceutisch-Medicinisches» f'on A.6. das litmit
{llei)>a l.iiiaiiat) zur lii-rcituntj des ( ngiienliini de Linaria , ijff/cn llii-
ntnrrlioidiillnioten , of'fieinrll.
VechniXCheS» A. 6. enthält in den Blüten einen yelhcn Fürbeslolj .
ÖTCOnOiniSChe»» Die Art. 1 — 5. werden vom f'ielie nirltl f/e-
fressen. A.6. frisst alles fiehfjerti, besonders netroeknet; auch ist sie
eine Zierpflanze der fiärten, so wie A.l. zur l erzierunij von Grotten
und Felsanlagcn sieh eiijnel.
4. AÄTIRRHIIMJITI. ItÖWJENMA^UMj,
LlNN. Gen. n. 750. Art. aiisgcsdil.
Krone au der Basis mit einem llöeker, 2-lippiff, dureli tlen
am (irnnde vorlretcnden Gaumen gesclilosseu. Hinteres * acli
der Kapsel an der Spitze mit 1 Loeh, vorderes mit 2. Loehera
aufspringend. Gesclil. Sysl. XIV. 2.
Ein- (A. 2.) oder iiu'hijaiiiigf (A. 1.) Rriniter. lU.itt.-r ganzrandig,
seltener lappig. Blüten einzeln nnd enllVint, in den AVinl;eln der obern
Stengelblätter oder Iranhig zwischen Deel,l>lältern, Kronen oft ansehnlich.
I. A. majiis. Grosses Itöwenmaul, Blätter lünglich-
lanzettförmig; Kelchtheile eirund, stumpf, mehrfach liürzcr als dieKron<-,
Traiihe dichthlütig.
LmK. Sp. pl. 859. Koch Syn. 11. 598. Engl. hot. t. 129.
Auf IWauern, hier und da, hesonders im südlichen Thcile des Gehiels,
verwildert. Juni his August. — September.
Stengi-l 1— a' liocli, meist ciiifaeli. nistlei- kalil , iiacli ol>eii iicl.st <Ien Bliilen Ji iisig.
Kronen 1 '/.," lang, inirpurn , «Innkelrosa . seilen «eiss o.ler sel.eckig. liafsc\ an der Sj.iUe
geliriinunl.
«. A. Oroiitimii. JPeia. Miöwenmaul, Blätter lanzeit-
förmig-lineal, Kelchzipfel lanzettlich, länger als die Krone; Tranhc nn-
terhrochen.
LlN^. Sp. pl.860. Chi. han. 317. Koch Syn. 11.598. Sciik. Ilandh.
II. T. 172. Sturm Dcutschl. Fl. 11.27. Engl. bot. t. 1155.
Auf Ackern nnd Brachen, auf lehmigem und sandigem Boden, häufig
eineebürgctt. Juli his August. — September.
Von I.i7le.-niae,llel.en. Geselimael.. Stengel 7^ — l'A' Iioeh, nael. oben feinl.aarig.
Kronen 'A" lang, rosa mit blasserer Riihre , selten «eiss.
ÖJconomischeS» A.l. bekannte Zierpflanze der Härten. A. 2.
wird nicht vom ß'ieh f/e fressen, und soll betäubende Kif/enschaf'tcn ha-
ben, worüber nähere l'ntersHchun(/en ivünsehenswerth sind.
1. Gruppe. CtRATIOLEAE. GNADMIMKRAVT.
Gm u ÄcnsM.
Krone röhrig, weder sachförinig noch gesperrt. Kapsel 2 — 4-hlappig.
Blütenstand einfach, Eiitwickelung centripetal.
Vorkommen. Die einheimischen Arten INässe und Kiesgehalt des
Bodens liebend.
Gehalt. Hitler -scharfes ff 'eichharz, bitterer lixtractivstoff, l.ummi
mit stiekstolfhaltii/er Substanz.
5. GRATIOIiA. GJVA.JDXiJ¥IlMAUT.
I.INN. Gen. n. 2^.
Krone 2-lipi)i8', gähnend, Oherlippe zuriiekgebogcu, ausge-
randet, Staubgefässe 2 und Ansatz zu einem z>\eiten Paar.
Narbe 2-lappig. Kapsel halb 4 -klappig. Geschl. Syst. II- 1.
Lindeiiiia. SCROPHULARINEAE. 389
]>lelirjälirige Kräuter mit gcgciistäiuligcii, gaiizrandigi'n odi-r siigczäli-
iiigeii Blättern. Itlüteiistielc hlattwinliclstäiidig, 1 -blutig, öfters im Kcl-
ebe mit 2 Declililättcbeii.
1. e. officinalls. ^rsneiliches GnadenTeraut, Blatter
sitzend, lanzettförmig, 3- nervig, klein gesägt, au der Basis ganzrandig;
Blütenstiele kürzer als die Blätter.
LiNN. Sp. pl.24. Cbl. ban. 322. Koch Sju. 11.595. Schk. Ilandb. 1.
T.2. a. Fl. dan. t.;^3. Engl. bot. t. 363. Hayne Arzneigew. III. T. 13.
Auf Wiesen, an Gräben, Fluss- und Teiebuferu, auf nassem Moor-
uud Sandboden, zerstreut aber in den Ebenen meist bäufig. Juli, Au-
gust. — September.
Wiiizi-lstocii kricclicnd, entlciiil hiauiistliiippig. Stengel aiilreolif, l' iiocli, k.ilil. Dllillei
ins Kreuz gegenständig. Hione weiss oder lil.issiiitlilieli mit gelbliilier Rolne.
GM n^MRBL.ICIlMS.
JPharmaceutisch- Medicinisches, Die Pflanze ohne ßl'ur-
zcl (Ilerba Gratiolac), oder iiiivli die ßf'urzel (Uadix Gratiolae liCNZK
fVaarenk. T. 35 . F. 3.) für s ich of'ficin eil. Für waltende Bestandth.
scharfes, bitteres fVeichharz. Anwendunfj des livauts in Pulverform
und in ^hhochuufj in nerinr/en Dosen als drastisches Pur<jirmittel; im
frischen Zustande auch brechenerregend; äusserlich frisch, bei Gicht,
Geschwüren, alten Schäden. Präparat ist Extractum Gratiolae. Die
ffurzel soll tvirksumer sein. Bei zu starken Dosen scheint die fVirkunij
fjiflarti,j.
I.,1NN. Gen. II. laLi.
Ki'Oiie 2-li|>|)i^, obere Lippe aiisgerantlet, untere ffrosser,
3^-1appiff. Staiibgefassc 4, iiweimäehtig. ^ INarbe koplTörinig.
Kapsel 2-klappig mit freier Mittelsäule. Gescbl. Syst. XIV. 2-
Einjährige niedergestreckte Kräuter mit gegenständigen ßlättern, Blü-
tenstiele l»lattwinkelständig, 1 -blutig, deekblattlos.
'1. Ij. pyxiflaria. Genteine Iiindernie» itlätter eirund-
länglicb, ganzrandig, 3- nervig.
Allion. Mise, taurin. III. 178. Kocu Syn. II. 612. Stlrm Deutscbl.
Fl. 11.30. Capraria gratioloides Linn. Sp. pl. 876.
An Flussufrrn, auf überschwemmt gewesenem feuchtem Lehmboden,
am östlichen Saum des Gebiets die Wonigrenze der Gesammtverbreitung
erreichend (nur Pr. Wittenberg ScHK.).
Stengel 4^6" lang, rasenförniig , saftig, glänzend, Lräiiulich - grün , iinlickaarl. Blü-
ten Idnggeslielt, hinfällig. Kronen lilaroseurotli.
II. RHINANTHIDHAE. KZ.APBERKOVjK'AHTEGM
GMU^ÄCHSE.
Kronen in der Knospenlage geschindelt, Hintere Lippe des Kroii-
saums niemals die äussere.
.5. Gruppe. DieiTALEAE. MIIV GMRH V TGJEITÄ CMSM.
Krone röhrig oder glockig mit 2-lippigem Saum, in der Knospenlage
die zwei Scitenzipfel der Unterlippe die ätissern. Kapsel meistens facTi-
spaltig anfreissend. — Blätter wechselständig.
1/^orkoninieii* Mehrere Kies, Schiefer, Grauwacke liebend; andere
Kalk.
Gehalt. Bittere und scharfe Stoffe , bei mehrern stark ijiftarlif/
wirkende Substanzen , namentlich ^ilkaloide , deren tVirkung bei andern
durch reichlichen Gehalt an Schleim auf'tjehobcn wird.
390 SCROPBIJI.ARINEAE. Digitalis.
■?. DIGITAIilS. JPENGJEttUUT,
Mnn. Gen. n. 708.
Krone glockig mit röhriger Basis und schräg aligeschnide-
neni 4-spaltigcm Saum. Zwei Paar ungleiche Stauhgcfässe.
Kapsel 2-fächerig', Sauienpolster tragende 31itlelsäule ohen frei.
Geschl. Syst. XIV. 2.
Mcbrjälirige Kräuter (Art. 1.2.) seltener Sträuche. Stengel einfach.
Untere Blätter gehäuft, gestielt, obere oft stengclunifasscnd. Itlülen
meistens in langen einfachen Trauben.
1. D. purpurea* Xtother Fingerhut» Blätter cirund-
lanzettfürniig, runzelig, gekerbt, unterseits saniniethaarig, untere Reich-
zipfel oval, kurz zugespitzt, Krone breilglochig; Unterlippe mit Augen-
flecken.
LiNN. Sp. pl.866. Fl. d. Rönigr. Ilannov. III. Sign. 1. Taf. 1. Chi.
hau. 323. Koch Sju. II. 596. Lindl. Digit. monogr. t. 2. Scuk. Haudb.
II. T.274. Sturm Deutschi. Fl. U.U. Fl. dan. t. 74. Engl. bot. t. 1297.
Uayne Arzneigew. I. T.45.
In Bergwäldern, besonders des westlichen Gebictstheils, auf frischem
kiesigem oder grobsandig -humosem Boden des Ur- und Übergangsgebir-
ges (am Harze bis zur Ileinrichshöhe, 3168' hoch), häufig und nu-ist
schaarenweise ; gegen Osten abnehmend nud im süd- östlichen Gebiets-
theile (Halle) nicht mehr vorkommend. Juni bis September. — August
bis Oetober.
Auf ilen INadellloUliaicn des Harzes, wo diese Praclifpflanze oft zu vielen Tausenden
die Bergliange sclimückt, erreicht sie nickt selten Mannsliülie und prangt mit liiindert und
meinem Gloel>en an einem Stenge). — In der ausriilirliel.cn Besel.reilning der Pn^nze in
der FJora des Konigr. Ilannov. lialie icli unter den Itubriken; ))AI>K'cicluingeu der liildung'*
und „Verwandtsehafl" nachgewiesen, dass l>. tomcnlosa HOFFMANSEGG. et LINK (eine Form
analog der Spielart h. oblusiflora von 1). an.higua) , I). Thapsi L. und D. minor L. von l>.
purpll
ifisch nicht verschied
Bemerk. In den .lufzählungen der Bastarde der Gatt. Digitalis habe ich ehenda-
selhst I). pnrpurasccns ItOTIl Cat. hot. II. 62 als eine Basfardfonn von D. pur]uirca und
It. lutea unter dem >amen !>. purpurco - lutea aufgeführt. In KoCH Syn. II. .)9ti. wird sie
als Art aufgrzlihlt u.id die hjl.ride Ahhunft durch die Worte: „in iocis men.oratis sacpe
suüfarie creseit, neque inler afliucs , seiuiuihusi|tie pro|>agatar<' iu Zweifel gezogen. Dieser
Ansieht folgt der Bcarheilcr dieser Galt, in DE CanD. Prodr. X. 4.',.». indem er hinzu-
setzt; „ Speeies dubia, hiuc iude separatim crescens iuter D. luteum et D. purpureum ambi-
gens eoloreque »arians et ideo a pluribus pro liybrida habita ; sed capsulae seminihus perfeclis
implentur, et specics supra memoratae rarius in iisdem Iocis crescunt. D. lutea uempe tii
nisi in solo caleareo iget, ubi I). purpurea saepissinie deest." Diese Conjecturen berichtigt
nach Beobachtung liÖLL, Uhcin. Fl. 334. indem er von D. purpuraseens ROTH, sagt:
„von D. purpurea und D. lutea stammend, in deren IVahe diese nur zum Theil unfrnehthare
Pflanze immer «Sc' st.«
Z, II. aniblgiia. Blassgelber Fingerhut» Blätter
länglich-lanzettförmig, sägezähiiig, unterseits längs der Bippen zarthaarig,
Kelchzipfel lineal- lanzettförmig , Krone glockig, Unterlippe netzartig
geädert.
MuRB. Prodr. stirp. Gotting. 62. Fl. d. Königr. Ilannov. III. Sign. 4.
Taf. 2. Chi. ban. 323. Sturm Deutschi. Fl. H.H. D. ochroleuca Jacq.
Fl. anstr. I. 36. t. 57 Lindl. Digit. monogr. t. 8. D. grandiflora Lam.
FI. franc. II. 332. Beigiienr. PI. crit. II. t. 1.39.
h. obtusiflora. JDer stumpf Mutige. Blätter breiler, obere eirund.
spitzig. Unterlippe der Krone kürzer und stumpfer.
Fl. d. Königr. Uannov. das. Chi. han. 324. D. ambigua Sciik. Handb.
II. T.74. D. ochroleuca Bkichf.nb. das. 1.160.
Digitalis. SCROPHUI.ARINEAE. 391
c. excelsH. Mter hohe. Traube verlängert, Itlüten kleiner, Unter-
lippe kaum merklich netzartig geädert.
Chi. han. das.
:=: D. iiiirpureo-aniblgiia. Hoth.hlatsg eiber Ba-
Stttrdfingerhut* Blätter länglich, spitz, sdnvach sägezähnig, uu
terseits zerstreuet behaart, Relchzipfel eirund- lanzettförmig, Krone
röiirig- glockig (hellgelb, oben roth überlaufen), Unterlippe kaum netz-
artig geädert.
Fl. «I. Königr. Hannov. III. Sign. 6. Chi. han. das. D. lutescens
LiNDL. das. 22. t. 21 (nach einer im Heidelberger liot. Garten unter dem INamen D.
ami.igua ciiltiiirten Pflanze gezeichnet). D. fucata EhRH. Beitr. VIU 157.
In Gebirgswaldnngen, auf magerm steinigem Boden des Übergaugs-
und Urgebirgs (am Harze zwischen 800 und 2400' Höhe), die Nordgrenze
der Gesammtverbreitung am Siintelgehirge unweit Hameln erreichend,
ziemlich häuiig; b. und c. seltener. Juni bis September. — August bis
Üctober.
Ris|ie vor der Entwickelung der ohern Blüten an der Uaiijit - «ie jn den S|)iclarteu an
der Spitze schlau' ülierhängeod. Kronen (deren r.irlmng idi in keiner Beschreibung Dorh
Abbildung richtig angegeben finde) aussen l'ellig - flaumhaarig, blass stliMcfelgelb , mit dem
Verblühen in die blass ochergelbe Farbe übergehend, inn endig den Bauch entlang mit rost-
rolhhrauner netzartiger Zeichnung , an den Vervrachsungspuncten der Staubfäden mit dem
Kronhalse mit einem braunen und am Saume zu beiden Seilen des Miltelzipfels der Unler-
lippe mit einem blassorangegelben Fleck. — Die Abweichungen »on dieser >ormalfärhung,
so wie die mancherlei Al>änderungen der Stellung, Form und Bekleidung der Blätter, Deck-
bhlter und Kclchziplel , der Länge der Blütrnslielchcn , der Grösse der Blüten, der Saum-
bil.Iung, der Stanbgel';.sse und des Griftcls. habe ich in der Flora d. K. Hannov. a.a.O.
ausführlich nachgewiesen.
Bemerk. 1. ,,ner Bastard im Herbst 18'i7 in der Hannoverschen Flor am Schu
lenberge am Harze, nahe hei der Weissenwassrr- Sägemühle neben dem Julianer - Graben
gefunden. Eine einzelne Pflanze, welche in einem Horste der D. ambigua stand, und sich
schon aus der Ferne durch ihre schmalen, roth überlaufenen Kronen auszeichnete. In der
nächsten Lmgebnng stand nur I). ambigua, etwa .50 Schritte entfernt zog sich D. purpurca
um den .Saum des mit Buschwerk bewachsenen Districts. Es war am ganzen gen.iu duicli-
suchten Beige kein zweites Evemplar von ähnlicher Bildung zu finden. ' Fl. d. K. Hannov.
a. a. O.
Bemerk. 2. ,,Eine interessante Hindeutung auf die TValur des Blütenbaues der mit
eiii>;m Sporn versehenen Gattung der Scrophularinen : I..inarid , Antirrhinum u. s. w. gewährte
die mehrere Male von mir beobachtete Spornbililung bei D. ambigua, indem sie jenen Blüten-
bau als gesetzlich gewordene abnorme Bildung, und die Pelorien - Bildung der Linaria vul-
garis als Rückkehr zum regelmässigen Bau bestätigt. Am häufigsten triflt die Spornbildung
einzelne Blüten einer Traube, sehr selten die sämmtlichen Blüten. Der Sporn tritt aus der
.Mltle oder dicht unter der Mitte des Bauchs der Glocke lierior, ist '2^.^ bis 3"' lang, läuft
kegelförmig zu und macht mit dem untern Theil der Glocke einen Winkel von 70, 80 — 90''."
Fl. d. K. Hannov. das.
Bemerk. 3. JO. AnDR. MirRAY »ar der erste Botaniker, der unsere Harzpflanze
genauer untersuchte, und im J. 1770 in der Enum. pl. gott. als eigene Art, unter dem
Manien D. ambigua, aufstellte, worin ihm I-tNNE in der ViUa Ausg. des Sjst. legct. folgte,
im J. 177a beschrieb sie JacQ. in der Fl. austr. unter dem ]>amen D. ochroleuca , 1778
führte sie Eam. in der Fl. fran9. als D. grandiflora auf, und 178-1 All. in der Fl. pedem.
unter demselben IVamen. Hiernach kann üb. r die Wahl des i>amens kein Zweifel stallfinlen.
GJE vrjERBIjICHMS»
Pharnt,aceutisch-Medicini«cheg» Ion A.1. das livmii
of'ficinell (Herlia Digitalis purpiireae). f'or waltende Bestandth. bit-
terer, drastisch -narkotisch wirkender Extractivstoff (Ditjitalin). An-
wendung in Substanz und Pulverform, auch im Auftjuss^ in Abkochung,
392 SCROPHIJIiARlNEAE. Veronica.
Hiirf der ausyejtrfsstc Saft des frischen liratiles innerlich und üusserlich
in sehr (jcrinijcn Dosen , mit f'orsicht ! Zur Ite/'örderitng des Jirüsen-
Murf Lymphsystems und der absondernden Orfjune, wie andrerseits zur
Herabstimmunij krankhaft erhöheter Thätifjkeiten, auch zur Rctardirunij
des Itlntumlaüfs. Präparate sind mehrere Arten Tinctura, ferner l'2x-
traetuin, Acetuni und Lngueiitum Digitalis, tlhriyens ffehört die Pflanze
zu den sehr scharfen Giften (Geycnmittel Milch in welcher Foeiuim grae-
cum abnekocht worden, Opium, üusserlich Vesicatorien). Die Samen
sollen Vöijeln tödtlich scyn. — • ^/. 2. besitzt dieselben IJiycnschaften,
nach den Amjaben Einiyer in schwächertn , nach denen minderer im glei-
chen Grade. In Unterh'essen ist sie beim Landmann ijeijen bösurtii/e Ge-
schwüre im. Hausgebrauch.
ÖJConOtniSCheS» Beide Arten werden vom f'iehe iiicht gefressen,
aber i'on den Bienen besucht. Sic sind eine Zierde der Gärten wie un-
serer fValdinnjen. A. 1. erhöhet die Ctilturkosten der ISadelholzbesamun-
yen und wird ihnen als Unkraut nnchtheiliy.
6. Gruppe. 17ERONICEAE. HURJEN PRMISGEW^ÄCU SM.
Krone radförmig oiler radföriiiig-glociiig. Saum oft'en, 4 — 5-lappig,
einer der seitlichen Lappen der äussere. Kapsel meistens dureli lland-
tbeilung aufspringend. — Ulätter meist gegenständig.
Torkonimen. Meistens Itodenvag und sehr verhreitct.
€kehalt. Bittere und salzige Stoffe, übrigens zu wenig untersucht.
8. V£ROIVICA. KBMMNPnMES,
I>INN. Gen. 11. -i-'j.
Saum der Krone 4-theiliga obere Zipfel breiter. Staiibge-
fässe 2, Beutel 5-faeherig längs aufreissend. Kapsel zusam-
mengedrüekt, meist ausgei-andet. Gesclil. Svst. II. i.
Ein- (Art. 12— 20) oder mehrjährige (Art. 1 — II.) Kräuter, Sträuche
oder Bäume. Stengelblätter gegenständig, selten wirtelig, hlütenständige
stets abwechselnd, oft deehblatlartig, bei einigen den Stengelblätteru
gleichförmig. Itliiten in end- oder blattwinhelständigen Trauben, oder
einzeln in den Dechblattwinkeln. Hinterer Kelchzipfel (wenn 5 da sind)
meistens lilcin. Kronen blau, lleischfarben, Aveiss.
f Tr.iiil.en li Ii renf ü im i g . e n .1 s t ä n il i g- ci 112 cl n oder ziigl.Mcli aus den
ol>erst<n B 1 a II h i iik c 1 11. D c c kl. 1 ii 1 1 e r klein.
1. V. paiticillata. Mispiger Mhrenpreis, »läder
länglich -lanzettförmig oder lanzettförmig, spitz, einlach oder fast dop-
pelt fein gesägt; Trauben meist rispig, loeber, Jiechbiätter lineul-lan-
zettlieh, so lang oder kürzer als das Illütenstielclun.
LiNN. Sp. pl. 18. auch V. spuria Linn. das. 13. Chi. hau. 3:i0. Spreng.
Fl. hal. t. 1. f. 1. Y. foliosa Waldst. et Kit. IM. rar. Ilung. II. 106.
t. 102 (wenn die Biälter breiter, ellipliseli - lanzcttfürinig sind).
In Ilainen, auf schattigem humushaltigeni Boden, im südlichen Theile
des Gebiets die I>ordgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, sehr
selten (Pr. Iloppelberg bei Böi nicke, Halle: im Lindenberge häulig, spar-
sam auf dem Bisehofsherge in der DöIauerUeide, im Mittelholze). Ende
Juni bis August. — September.
Stengel "2 — i' lioch, l;alil oder zartliaarig. Blatter oft zu 3 — 4 in Quirlen, etwas
<!ielilicli, Sägeialine l.ald lein und genähert, liald entfernter und herliailig. Traulicn ineii-t
iU iiielirern, selilanli , Blütensliclelien in der Länge veräuderlieii, Kronen l.lasslilau. Kajisel
rundlioli, gedunsen, ansgerandet.
9. V. longifolia. MJangbiättriger JEhrenpreis. Blät-
ter aus herzförmiger oder eirunder Basis lai'izcttförmig, lang zugespitzt,
l'eronioa. SCROPHVI.ARINEAE. 393
scharf doppelt gesiigt; TrauLen verlängert, sehr dichthlütlg, Dechhlätter
lineal-pfrieiiieiiföiniig, etwa so lang als der Kelch.
LiNN. Sp. pl. 13. Chl.han. 380. Koch Sjn. II. 60(5. Schrad. Yeronic.
Spicil. t. 2. f. I. Y. inarilinia IIoffm. in Conunent. gott. 1800—1803. t. 3.
Fl. dan. t.374.
b. angustifolia. Her schmalblättrige. Schwach weiehhaarig ;
Blätter schmäler, tief doppelt -gesägt.
Chi. han. das. T. maritima Linn. das. Schrad. das. t. 1. f. 1. V.
longifoüa Hoffm. das. t. 4. Reichenb. PI. crit. I. t. 35.
c. ouneifolia. Der keilblättrige. Blätter in eine heilförmige Ba-
sis auslaufend.
V. media Schrad. das. 23. 1. 1. f. 2. Chi. han. 329. V. longifolia Fl.
d. Wetterau I. 16.
Auf %^'iesen, an Grähcn und Flussufern, zwischen Gchüsch, auf nas-
sem oder sumpfigem Boden, ziemlich häufig; b. und e. seltener, mehr
auf magcrin kiesigem Boden. Juni bis August. — September.
Stengel steif aufrcclit, 2 — 4' hoch. Biälter niclit seilen »u 3 oilci 4, nehst jenem I)al<l
lialil, Lalcl mehr oder weniger zarlhaarig. Trauben einzeln, 8 — 10" l^mg, oder mit einer
und der andern tiefer stehenden >elientraube. Kronen gesättigt Mau. Kapsel der A. 1.
3. V. spicata. Ährenblütiger Mhrenpreis» Blätter
eirund-länglich oder lanzettförmig mit verschmälerter Basis, untere stumpf,
obere spitzlich, gekerbt -gesägt, gegen die Spitze meistens ganzrandig;
Traube meist einzeln, sehr dichtblütig; Deckblätter lanzett-pfrlemenför-
inig, länger als das Blütenstielchen.
Linn. Sp. pl. 14. Chi. han. 329. Rocu Syn. II. 607. Fl. dan. t.52.
Engl. bot. t.2.
b. latifolia. Der breitblättrige. Gekräuselt- oder drüsig --weich-
haarig; Blätter mit eirunder oder herzförmiger Basis.
Chi. han. das. Koch das. Y. hvbiida Linn. das. 14. Schrad. Journ.
f. d.Bot. 1799. IL t.3. Engl. bot. t.673.
Auf Triften des hügeligen und Berglandes, auf sonnigem trockenem
sandigem oder kalkigem Boden, im südlichen und süd- östlichen Theilc
des Gebiets, ziemlich häufig, im nördlichen ziemlich selten (Hl. zwischen
Altona und Flottbeck; Lb. zwischen Reinbeck und Beigedorf; 3ik. ]>eu-
strelitz, Ludwigslust, Güstrow — ; J¥n. Ilitzacker, Yietze, Steigerthal
am Märze — ; Br. am Begenstein, b. am Iloppelnherge — ; Pr. an der
Winzenbuig, Rosstrappe, Halle: an vielen Orten) Juni, August. —
September.
Stengel aus liegender Rasis ansicigcnd , 1' hoeh , von gekriinsellem Haar grau srhiinniernd,
selten UM. Blätter paarweise gegenständig, der Form nach rundlich, oft lineal - länglieh
mit keilförmiger Basis. Kronen hlau, selten rütlilieh. Kapsel der Art. 1.2.
ff Trauben locher, in den Blaltwinheln gegenständig.
■ Kelch 4-theilig.
4. \, scutellata. ^childsamiger Xhrenprei«, Blät-
ter sitzend, lanzettförmig-lineal , spitz, sehr entfernt und schwach ge-
zähnelt; Traubenstiele fadenförmig. Fruchtstielchen verlängert, rechtwin-
kelig abstehend; Kapsel breit -rundlich, flach zusammengedrückt, ausge-
schnitten -2 lappig.
Linn. Sp. pl. 16. Chi. han. 331. Koch Syn. II. 603. Sturm Dcutschl.
Fl. 11.58. Fl. dan. t. 209. Engl. bot. t. 782.
b. pubesoeiis. Her weichhaarige. Stengel, Blätter und Blüten-
stiele, oft auch Kelch und Kapselrand dicht zart behaart.
Chi. han. das. Koch das.
An Gräben, Teichen, Sümpfen und auf Y^'^iesen , auf huuios-schlain-
niigem Boden, häufig. Mai bis Juli. — August.
394 SCROPMU1.ARINEAE. Veronica.
Steiigc-l l — l '/./ liocli , anstrigciid , sclnvacli, liiii iiiiil licrgcbogcu. Kioiie »cisslicli,
lotlilicli o.ler M.MI g.slicifl. — „Uetroisnin .lenlic.ilata" lial.r i<li <lic Uhilli-r nie griiinden.
5. V. Anagallis. Jf^aaser-MKrenpreis, Itlatu-r sit/.ciul,
liiiiglich oder elliptisch, spitzlicli, cntlcrnt gcsiigt ; Friiclilslielclieii ul»-
stcliciid, Kapsel kreisrund, sclnvjicl» aHSgeraiidet.
LiNN. Sp. pl.l6. Chi. han. 3:32. Kocu Syn. U. 603. Fl. dan. t. 90J.
Engl. bot. t. 789. llayne Aiziieigew. IV. T. 1.
An Teichrändern, in Giälien und Lachen, auch an Flussul'ern , auf
schlaniniigeni und auf sandigem Boden, häufig. Juni bis August. — Au-
gust, Septcinher.
Sleiigol 1—3' Iiocli, lioM, aiifieclit oder Iiall» liegend, nebst den «liillorn kalil. Diese
etwas flciscliig. Kroiu-n l.lasslila oder «oisslieli mit diinhiern Adern. — Blätter >ariireii
lineal-langl..!,, fast gestielt „nd g.,n.,a„dig
<S. \. Beccabnn^a. Q,ueUen.JEhrenprei*. Blatter ge-
stielt, oval oder länglich - oval , gel.erht-gesiigt ; Fruchtstielchen abste-
hend; Kapseln gedunsen, breit rundlich , schwach - ausgcrandet.
LiNN. Sp. pl. 16. Chi. han. ^2. Koch Syn. 11.603. Sturm netitschl.
Fl. II. 12. Fl. dan. t. 54. Kngl. bot. t. 65-5. Uayne Ar/.neigew. IV.
T. 2.
An Quellen, in Bächen und auf nassen Vl'iescn, auf Boden jeder Art.
sehr häufig. Mai, Juni. — August.
Stengel liegend oder ansteigend, 1 — "2' lioeli , «iiriclnd, nelist den glanzenden Blät-
tern kahl, sadig, etwas lleiseliig und dnnkelgriin. Kronen gesattigt hlau mit dunklern
Adern, selten nillilieli.
■J. V. Clianiaedrys. J§^ald-Mhrenpreis, Blätter fast
sitzend, herzfö:iuig- eirund oder eirund, eingescliiiittcn - Kerliig-gesägt ;
Trauben vollblütig. Fruchtstielchen ansteigend, Kapsel unigeljchrthcrz-
förinig; Stengel abwechselnd 2 -reihig behaart.
LiNN. Sp. pl. 17. Chi. han. 333. Kocii Svn. II. 603. Sturm Deutsehl.
Fl. 11.58. Fl. dan. t. 448. Kngl. bot. t. 623." Uavne Arznrigew. IV. T. 4.
Aufwiesen, in Grasgärten, an llechen, Wegen un<l in Hainen, auf
huinoseni lehmigem Sandboden, häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel ansteigend, '/.^ — l '/./ i.orli, Iiisiveilcn auch iwisehen den Linien behaart. Blätter
runzlich, mehr oder weniger weiss behaart, der Form und der Bandbildung nach veränder-
lich. Bliitcn gross, Kronen gesättigt, klein mit duuklern Adern, seilen «eiss.
8. \. moutaiia. Berg . mhrenpreU, Blätter lang ge
stielt, eiiuiul, tid'i.erhig-gesiigt ; Trauben \> eiiigbliitig, Kapsel breiter
als lang, oben und unten ausgcrandet, am Bande gczähnelt und gcwim-
pert; Stengel ringsum behaart.
LiN\. Sp. pl. 17. Chi. han. 333. Koch Syn. II. 604. Sturm Deutschi.
Fl. 11.58. Jaco. Fl.austr. II. t. 109. Fl. dän. 1.1201. Engl. bot. t. 766.
In Laubholz-, seltener in INadelhoizwälderu der Berg- und ebenen
Gegenden, auf frischem humosem Boden, häufig, gegen Süden abneh-
mend. Mai, .luiii. — Juli, August.
Trüb -dunkelgrün. Stengel aus liegender, wurzelnder Basis ansleigend, schlaft-. Blatter
entfernt stehend. Kronen weisslieh mit violeten Sirirhen. Ka|iseln 4'" breit.
9. \. offlciiialiH. A.rzneilicher Mhrenpreis, Blätter
liurz gestielt, umgehehrteirund oder elliptisch, herbig-gesägt ; Traube
reichblütig, gedrungen. Fruchtstielchen liürzer als die umgekehrtdelta-
lormige, kaum etwas aiisgerandcte Kapsel.
LiNN. Sp. pl. 14. Chi. han. 33-3. Koch Syn. II. 604. Schk. llandb.
I. T.3. Sturm Deutschi. Fl. 11.58. Fl. dan. t.248. Engl. bot. t. 765.
IIayne Arzneigeyv. IV. T.3.
In Wäldern, auf Triften, grasigen IMälz<ii und Heiden, auf magerni
trockenem Lehm- oder Sandboden, häufig. Mai bis Juli. — Juli, August.
Kurz rauhhaarig. Stengel liegend, wurzelnd, mit den Enden aufsteigend, bis 2' lang.
Teronioa. SCBOPHIILAROIEAE. 395
Blüller liis in die i'un>llicbe Form variirend, aiicb wolil um Ys kleiner als gewölinlich. Kro-
nen blass vcilelienblaii oder lila, selten weiss.
•• Kelcbe 5-tbeilig.
10. V. Teiicrluin. Wünftheiliger Ehrenpreis» Blät-
ter sitzend oder untere kurz gestielt, eirund- länglich bis ins Lanzettior-
luigc, tief kerbig-gesägt oder eingescbnitten -gesägt ; Trauben volil>lütig,
Rclcbziplel sehr ungleich, Kapsel kreisrund, unter spitzem Winkel aus-
gerandct.
LiNN. Sp. pl. 16. Chi. ban. 334. Lodd. Bot. cab. t. 425.
b. latifolia. Der breitblättrige. Höher; Blätter aus fast herz-
förmiger Basis breit eirund oder eirund -länglich.
Chi. han. das. V. latifolia Linn. das. 18. RocH Syn. II. 605. V.
pseudochamacdrys Jaco. Fl. atistr. 1. 37. t. 60.
C. prostrata. Her liegende. ]>iieder liegend, ästiger, kleiner, und
stark behaart; Blätter länglich oder lanzettlich bis ins Lineale; Trau-
ben kürzer.
V. Teucrium (kleinere znm Tbeil liegende Form) Chi. han. das. V. pro-
strata Link. das. 22. Koch das. 604. Curt. Bot. mag. t. 3683.
d. angiistifolla. Der schmalblättrige. Kleiner, feinstengelig;
Blätter lanzettförmig- lineal oder schmal lineal, entfernt gesägt oder
fast ganzrandig, seltener kammartig eingeschnitten.
Chi. han. das. V. dentata Schmidt Fl. höh. Cent. I. 20. Sturm
Deutschi. Fl. 11.58. Y. austriaca «. dentata Kocu das. 605. V. satu-
rejaefolia PoiR. et TuRP. Fl. par. t. 22.
In Wäldern, Ilainen, auf Triften und Wiesen, die Hauptart und b.
auf frischem, etwas humushaltigcni grasigem Boden, auch an Flussufern;
c. und d. auf dürrem, niagerm, kalkhaltigem oder sandigem Boden in son-
niger Lage, sehr häufig. April bis Juli. — Juli, August,
Stengel der Ilaiiptart d ilVecbt oder ansteigend. Blätter der Spielart b. meist bcrzformig
umfassend. Kronen siuunitlielier Foimen blau, (leiscbfarbeu oder weisslicb. Kapsel bald
niebr bald »reuiger ausgerandet, bald breiter, bald sebmaler. — Die in der Chi. ban. ans-
fübrlicber nacbgcw iesenc Synonymie der I.lNNEE'scben Arten ist in I)E Cand. Prodr. X.
•469. nacb Ansiebt des I^INNEE'seben Herbariums bestätigt worden.
f f t Trauben e u d s t ä n d i g. 1» e e k b 1 ä 1 1 e r gross, in die S I c n g c 1 b 1 ä 1 1 e r
11. V. tserpyllifolia. Quendelblätiriges Mhren.
preis» Blätter eirund oder länglich, schwach kerbig-gesägt, unterste
gestielt, kleiner, kreisrundlich; Traube verlängert, locker, Ulütenstiel-
chen länger als der Kelch, Kapsel breit rundlich, stumpf ausgerandet.
LiNN. Sp. pl.l5. Chi. han. 331. Koch Sju. 11.608 Sturm Deutschi.
Fl. H. 58. Fl. daii. t. 492. Engl. b«t. t. 1075.
Aufwiesen, Ackern, an Feldrainen, auf Grasplätzen und in lichten
Hainen, auf nassem oder feuchlem Boden, häufig. April bis Septem-
ber. — Juni bis October.
Stengel '/.^ — 1' '""g» ansteigend, oft an der Basis ästig, übrigens einfacb. Blätter diek-
lieb, bahl, fast glänzend. Traube scbmal , Deeliblätler länglieb - lauzetlförmig, ganzrandig.
Kronen weisslicb mit blauen Adern. — >arijit in allen Tbeilen zarler und kleiner («ar.
tcnclla Cbl. ban. das.).
19. \, arveilsiS. feld-Xhrenprei«, Blätter herzförmig-
eirund, grobkerbig-gesägt, unterste kurz gestielt; Trauben locker, Blü-
tenstielchen kürzer als der Kelch, Kapseln umgekehrtherzförmig-2-lappig.
LiNN. Sp. pl. 18. Chi. han. 335. Koch Syn. IL 609. Sturm Deutschi.
Fl. H.58, Fl. dan. t. 515. Engl. bot. t. 734.
Auf Ackern, Drachen, grasigen Hügeln und an Mattem, auf lehmig-
sandigem und feuchtem Sandl)odcn, bÄnfig. April, Mai.— Juni, Juli.
39G SCROPUlJIiABlNEAE. Veiouica.
Sloiigcl .'i — 6" hoch, oinfacli oilcr an clor iintcrn lliill'tc asiig, etwas wcissiieli licliaart.
DecKULitlcr lanzvttfuruiig, gaiiziaiiilig. Hroiicu klein, blau. üriirel wenig länger als ilie
Ka|..s.'l.
*13. V. peregrina. fremder JEhrenpreis. IJIüii.r
umSekeluteiriiiul- länglich, in <leii l{l:illsti<;i IseiHoiiitig VL-iscIimälcrt , cnt-
l'eint lind scliwacli gesiigl; Tiauhe» loclior, llliil(;iisUclcli('ii kürzer als
der Kelch, Iin]>s<;l uingckehrtlicrzfVirinig, liaiiiu etwas ausgerandel.
LiNN. S|>. pl. 20. Koch Syu. II. OÜU. IIeichekb. PI. crit. f. t. 86.
f. 74 — 76. Fl. dau. t. 407.
Tu der INähe von Anlagen, auf trockenem Roden, nur in einer Gegend
(IIb. am Wege nach Flotthek liei der liolien F^nl't), verwildert, unlie-
stündig und der Flor kaum augehörig. Aj>ril, Mai. — Juni, Juli.
Blatter otivas flcisrliig. DecIiLlatler liinglich- lincal, ganziaiiilig. Kronen n eisslicL oder
ljlassl)lau. Giiflel nicht ülier den Kapsclansschiiilt hervorragend.
14. T. verna* JPriihlings.Khrenpreis» Itlätter lingerig-
liedertheilig, unterste gestielt, eirund und last ganz; Tranken straf!', IJlü-
tenstielchcn kürzer als der Keleli, Kapsel rundlich -umgckehrlherzforniig.
LiNN. Sp. pl. 19. Chl.han.337. Kocu Syu. II, 60ü. Sturm Dcutschl.
Fl. 11.13. Fl. dau. t.22:j. Kiigl. hot. t.25.
Auf Äckern, Brachen und Triften, auf soiinigcin saudigem IJoden,
liäufig. April, Mai. — .Tuni.
Stengel einlach oder ästig, etwas hehaart , Blaltiiiil'cl lineal, stnmjif. I)ecl;l.lätter gani-
randig. Kronen hlaii. Kapseln spärlich knri gewinipcrt.
fffj- Bli.ten einjicln in den III a 1 1 « 1 n k e 1 n.
ßliitensticlehen ansteigend.
15. V. tripliyllosi. üreitheiliger Ehrenpreis, «lät
ter gestielt, lingerig 3 — 5-theilig, unterste eirund und ganz; Itlüten-
stielchen langer als der Kelch, Kai)sel unigekehrtherzforniig - rundlich.
LiNN. Sp. pl. 19. Chi. hau. 337. Koch Syn. 11.609. Stukm »eutscbl.
Fl. II. 8. Fl. dan. t. 627. Fngl. hot. t. 26.
Auf Äckern, Tritten, Mauern, auf niagerni Boden, sehr häufig. März
bis Mai. — Juni.
Stengel schwach, äslig, 3 — 4" lang, driisig - larthaarig. IJlatIcr dicklich, Irüligrun,
unten meist röthlich. Kronen blau.
1«. V. praecox. Früher Mhrenpreis. Blätter herzför-
niig-eirund, stumpf, tief kerhig-gcsägt ; Blülensticlchen länger als <ler
Kelcii, unigekehrtherzforniig- oval, gedunsen.
Ai.LiON. Auct. ad 11. pcdem. V. t. I. f. 1. Chi. hau. 333. Koch Sy«.
II. 609. .Sturm Deutschi. Fl. 11.58.
Auf Ackern, auf sonnigem mageriu, Iiesondcrs kalkhaltigem Boden,
häufig eingekürgcrt. März, A|>ril. — Mai.
Stengel anl'recht oder ansteigend, 3 — 4" hoch, drüsig behaait, meist rolh angelaufen.
Blätter dicklich, bisweilen bis gegen die Mitte eingeschnitten, Deckblätter slcngtlblalt-
ähnlich, nur schmäler, untere üliilcn in den Achseln der Stcngelhlälter stehend. Kronen
dunkelblau.
■• Blutensticlcbcn abwärts gekrümmt.
n. V. BiKbaiimil. Buacbautn*« Xhrenpreis. Blätter
kurz gestielt, eirund- rundlieh, grol> kerltig-gesägt; Blütenstiele länger
als die Blätter, Zipfel des fruchttragenden Kelches wagerecht abgesperrt,
Kapsel umgekehrtherzförmig mit weitem Ausschnitt und von einander ge-
ricbteten Lappen.
Tenor. Fl. neap. 1.7. t.I. Chi. hau. 336. Kocn Syn. II. 610. Sturm
Deiitscbl. Fl. U. 56. Beichenb. PI. crit. III. t. 268. Fl. dau. t. 1982.
Engl. bot. suppl. t. 2769.
l^eronica. SCROPHVIiARlNEAE. 397
Auf Garteiiläntlercicii und Aclu-rn, auf Iniinuslialtigein Boden, Iilci-
und da cingel»üigert. April, Mai. — Juni.
INiedoilicgcnd, l.is !•/./ lang, wcitsdiwcifig - ästig, Blaller oft 1" lang iin.l '■*|^" l.rcit.
Blüten gross, Kronen scliün blan. Kapsel fast doppelt so breit als lang, erhaben aderig.
18. V. ai^resti». A.cTeer - Mhrenprei«, Blattei- gestielt,
eirund oder länglich -eirund mit scinvacli herzförmiger Basis, hcrltig-ge-
sägt; Blütenstielcheu so lang oder kürzer als «lie Blätter; Kapsel breit
kreisrund mit engem spitzem Ausschnitt und aufrechten Lappen.
LiNN. Sp. pl. 18. Chi. hau. 33.'j. Kocii Syn. II. 610. Sturm Deutschi.
Fl. H. rjö. Beichenb. PI. crit. III. t. 277. Fl. dan. t. 449. Engl. hot.
t. 783.
b. opaca. Oer glamelose. Blätter rundlich -eirund; Blütenstielcheu
so lang oder länger als die Blätter, Kapseln zarthaarig, Fächer wenig-
samig.
V. agrestis v. ovata Chi. han. das. V. opaca Fries Nov. cd. II. 3.
Koch Syn. das.
Auf Ackern und Gartenländer«, auf frischem etwas humushaltigcm
Boden, häufig eingehürgert. März, April. — Juni, Juli.
Aus liegender Basis .insteigend, fingerLing, Stengel und Blätter dieMirli, saftig, dun-
kelgrün. Kronen blassblau bis in's fast Weisse, sehr selten blassgelb variirend.
19. V. didyiua. XweiJcnotiger Xhrenpreis. Blatter
eirund -rundlich mit schwach herzförmiger Basis, eingeschnitten -kerbig-
gcsägt; Blüteiistielcheii kürzer oder so laug als die Blätter, Kapsel kreis-
rundlich mit engem spitzigem Ausschnitt, Fächer stark gedunsen, viel-
saniig.
Tenor. Fl. neapol. prodr. 6. V. polita Fries Nov. ed. II. 1 (wenn die
Pflanze kabl ist). Beichenb. PI. crit. III. t. 246. V. agrcstis V. inciso-cre-
nala Chi. lian. 336.
Auf Äckern und Gartenländereien, auf frischem etwas humushaltigcm
Boden, selir häufig eingebürgert. März, April. — Juni, Juli.
Blätter dichter stehend, kleiner, tiefer kerbig eingeschnitten als an der vorhergehenden
Art. Kronen blau, Kajiseln meistens dicht behaart, Fächer S — 10-saniig.
ÄO. \. liederaefolia. JEpheubliittriger Mhren-
preis» Blätter herzfürinig-rundlich, kerbig-fünflappig; Blülenstielcheu
so lang oder länger als die Blätter; Kapseln kugelig- vierla]>pig.
LiNN. Sp. pl.l9. Chi. han. 336. Kocii Syn. II. 611. Sturm Deutschi.
Fl. H.56. Fl. dan. t. 428. Engl. bot. t. 784.
Auf Ackern untl Gartenländereien, auf Boden jeder Art, jedoch be-
sonders auf Sandhoden, sehr häufig eingebürgert. März I»is Juni. —
Juni, Juli.
Liegend, l.is 1' lang, viel- und langästig. Blätter lang gestielt, 3 7 -lappig, der
mittlere Lappen grösser. Kronen rothlichblan. Kapsel mit unvollkommener Scheidewand,
meist 4-saraig. Variirt mit stumpfen und spitzen Blattlappcn.
Pharfnaceutisch.JfKedicinische«, Fon den Art. 9. u. 6.
die Blatter of/iciiiell (Ilerba Ycronicae ». Beccabiiugae). f'orxvaltende
Be standth. der erstem Bitterstoff' und eisengrünender Gerhestoff'. An-
wcnduufj im Theeauffjuss nls nervenstärkendes, balsamisehes Brusl-
mittel (wozu auch A.IÖ. und die ff'urzel von A.4. benutzt werden kann),
bei den Landleuten f'riseh nls fVundmittel in Benutzung, f'on letzterer
nur der frisch nnsfjepresste Saft als Frithjahrscur , antiscorbutischer
Kräfte wetfen, im Gebrauch. Auch Kann A.5. mit (/Icichem Erfolij in
Anwendunfj kommen.
technisches» Mit Eisenvitriol yiebt das Jiruxit von A. 9. eine
schwarze Farbe.
398 SCROPHIILARINEAE. Limosella.
Öleonoinigches» /tnx zmle juntje h'iaut von den Art. 5. und 6.
liefert im i'rühjuhr Salat und (temiisc. A. 7 . verdient als ein ijutex Fut-
terhraut Kwpf'eklunff. A.SO., welche im frühen Frühjahre (iartenli'in-
dereien oft dicht überzieht , bietet alsdann ein willhomniencs Schweine-
futtcr an. Die mehrsten Arten sind ein /jutex f'iehfutter, von Schweinen
werden jedoch die Art. 1 — 3. 5. und 7. nicht (je fressen. A. 6. fressen
Pferde und Schafe nicht. A. 3. soll den letztern nachtheiliii seyn.
Sämnitliche Arten liefern den Bienen frühzeitif/e Nahruntj und die Art.
1 — 3. 7. und 10. empfehlen sich zu Zierpflanzen der Gärten . Der Scha-
den, den die Art. 15. 18 — 20., als Unkraut, Gärten und Achern zufüfjen,
ist nicht von Bedeutunij.
9. lillTIOJ^EIiliA. StTMJPFBMJÄTVCUJEJV,
Mnn. Gc... n. 77<i.
Saiiin der Krone 5-thcilig, gleiclimässig. Sfauhgefasse 4,
zweiinäclidg. Staubheutelfacher in ein ringsum aufreissendes
Fach zusammengeflossen. Kapsel runtl, bis zur Mitte 2-fäclierig
mit oben freier walziger Mittelsaule. Gescbl. Syst. XIV. 2.
Einjährige, kleine, biisclielige, unbehaarte, sehlaniniliehende Krauler.
Blätter huschelig gehäuft mit an der Rasis scheidigen Blattstielen. Blü
tenstiele hlattwinkelständig, 1-hlütig ohne Dcchhiätter.
1. li. aqiiatica. Gemeines ^umpf blättchen, Blätter
scliinal -spatellörniig-lincal, langgeslielt.
LiNN. Sp. pl. 881. Chi. hau. 337. Kocu Sjn. II. GI2. Schk. Handh.
II. T. 176. Sturm Dcutschl. Fl. H.30. Fl. d:.n. t. 69. Fngl. bot. t.357.
Auf Ächern, Triften, Weiden, nn Teich- und Fhissrändern, auf üher-
schwenimt gewesenem oder nassem schlammigem Boden, häutig. Juli bis
September. — September, October.
Ilnlic 1 — 2". An <Um. Knoten »nizcln.lc AnslSnfrr, ilie I.isweilcn kurze aiifreclite Sten-
gel treilien. Blüten gehäuft znisclien ilcu Itliiltern. Krone rölirenformig - glockig, griinlicb
mit rötlilichn eissein Sauin.
6. Gruppe. RHINANTHI:AI:. JEIGMJV TI.ICMJE
XZ.AjPPMnGMlfÄCUSM.
Krone röhrig mit 2-lip])igcm Saum. Seitenlappen der llnterlippe in
der linospenlage die helmförmige Oberlippe umfasscntl. Stnubbeutel-
fächer oft weichstachelig oder begranut.
lO. i:UPHRA$»IA. JLUGEJVTROST.
I.INN. Gen. 11. 741.
Kelcb gloehig. Oberlippe der Krone bolil, an der Spitze
ausgerandet oder ganz. Staubgefässe 4, zweiniäcblig. Kapsel-
faclier vielsamig. Samen hängend, langsgereift. Geschl. Syst.
Ein- (Art. 1 — '3) oder mehrjährige, ästige Kräuter. Aste und Blätter
gegenständig. Blüteu in eiuseitweudigen ähreiiartigen Trauben.
f Unteres U e n t e I la c li <1 e r kürzern Staubgefässe mit einer länge rn
Slaclielspltze.
1. E. oflicinalls. Gemeiner -Augentrost, Blätter ci-
run<l oder länglich- eirund , spitz und scharf gesägt ; Oberlippe 2-zipfelig
mit ausgerandeten Xipfeln, ein Fach der hieinern Staubbeutel mit län-
gerer Stachelspitze, Kronröhre so lang als der Kelch.
Lim. Sp. pl.841. Chi. hau. 314. Schk. Handb. II. T. 169. Fl. dan.
t. 10.37. Engl. bot. t. 1416 (Übergang zur Spielart 1..), E. parviflora Fries
Summ. veg. Scand. 19.5. E. micrantha Reichenb. Fl. sax.219 (aU Zwergfomi).
Euphrasia. SCROPHIIIiARINEAE. 399
b. pratensis. "Der wiesenständige. Niedriger, schlaff, Zwe'ge an-
steigend; Blätter zartliaarig; Uühre der Iireif erlappigen , Leiter gelärj)-
ten Krone last doppelt so lang als der Kelch.
Chi. hau. das. Koch Syn. II. (5:28. K. pratensis Reichenb. das. E.
officinalis Fries das. E. ItnstKoviana Havne Arzneigew. IX. T. 7 (mit
etwas liloinern Kronen). E. minima ScHL. PI. CXS. KOCU das. (als Zwergfoim).
o. uiaritiiua. Her strandständige. Uöher, vielästig; lilätter dicklich
mit umgerolllen Rändern, last steil" behaart, Kronen stark flaumhaarig.
Chi. han. das.
d. nemorosa. Her hainständige. Höher und schlanker. Zweige
gestreckt aufrecht; Blätter un<l Blüten kleiner und dunkler gefärht.
Chi. han. das. E. olTieinalis ß. nemorosa Pers. Syn. pl. II. 149. Koch
das. E. officinalis Hayne das. T. 8.
Auf Triften und Heiden, auf trockenem magerm Boden; b. auf fri-
schen humushaltigen Wiesen; c. am Meeresstraude, d. in grasigen Hai-
nen, zwischen Gebüsch auch auf Heiden, mit Ausnahme von c. sehr
häußg. Juli bis September. — August bis October.
Stengel 4" l>is 1' Jioeli, stets anliegend lieLaart, rütlilicli angelaufen, l>al>I inelir Iialil
iveniger behaart oder drüsig- Laarig. bis ins Kable niid Glanzende; SagezSbne bald mebr
iislaufend. Krone blass lila mit bellcitroncngelbeni Fleeli zu
; erslere Farbe in b. in weiss übergebend, in d. gesättigter
bald
n
enigcr
stacbelspiti
beid
en
Seiten
der l'nle.
bis
in
<iolet i
.hergebend
•J--]- S 1 a u b be u t el f a cb er g 1 c i e b m ä s s i g s t a c b c 1 s |i i t z i g.
9. E. Odontites. JRother JLugentrost, Blätter aus
eirunder Itasis lanzettförmig oder lineal - lanzettförmig, entfernt gesägt,
Oberlippe rund mit schwacher Ausrandung, Beutelfäclicr gleichmässig
stachelspitzig, an der Spitze wollig.
LiNN. Sp.pl. 841. Chi. han. 315. Koch Syn. II. 629. Schk. Handb.
II. T. 169. Fl.dan. t.625. Engl. bot. t. 1415 (Bartsia Odontites). Odon-
tites rubra Pers. Syn. pl. II. IfjO.
b. litoralis. Her küstenständige. Einfach oder wenigästig, strall',
Blätter meistens fast ganzrandig; Blüten etwas grösser.
Chi. han. das. O. litoralis Fries Summ. veg. Scand. 19. Euphrasia
litoralis das. 196.
Aufwiesen, Weiden, Äckern, an Gräben- und Teichrändern, auf
feuchtem etwas huniosem Boden, häuGg. Juni bis August. — Juli bis
September.
Stengel steif aufreebt, '/j — l'borb, sperrig - ästig, nebst den ISlatlern zartbaarig. Dccli-
blätter länger als die Hinten der srblalTen Tranben; Kronen trüb bellpiirpiirn , selten weiss.
' 3. E. lutea. Gelber JLugentroat» Blätter schmal lan-
zettförmig-lineal mit entfernten stumpfen Sägezähnen; Oberlippe zusam-
mengedrückt, gestutzt, kürzer als die Staul>gefässe, Beutel kahl.
LiNN. Sp. pl.84r2. Chi. han. 316. Koch Syn. 11.629. Jaco. Fl. austr.
IV. t.398. Odontites lutea Ueichenb. Fl. excurs. 359.
An Waldrändern und in lichten Hainen auf dürrem kalkfelsigem oder
sandsteinfelsigem Boden, im süd-östlichen Gebietstheile, die IXordgrenze
der Gesammtverbreitung am südlichen Vorderharze erreichend, ohne Zu-
sammenhang ziemlich häufig {Pr. Halle: Bennstedt l)is Kölme und Lan-
genbogen, zwischen Wannsleben und Rollsdorf, Naumburg, Freiburg,
Aschersleben, Sandersleben; Fallsteine bei Osterwiek, Iluy über Sarg-
stedt. Langenstein, V^'^ernigerode — ; Hr. am Apenberge und im Hasen-
thalc beiKattenstedt — ; So/ii»/. Frankenhausen, Hachelbich, Badra, Scher-
fenthal).
Stengel ^j^ — l' lioch , steif aufreebt, sperrig- «ieläslig. Blätter nicht über 1'" breit.
Kronen dottergelb.
400 8€ROPHIJI.ARINEAE. RhinanthuN.
ÖJeonomiSche»» f*c\ bitterlichen zusammenziehenden Geschmacks
der Blätter ivcyen f'risst das fielt sämmtliche .irtcn im frischen Zustande
nicht.
11. RHI^A^THU§. I£EiA.JPP:En,
J.INN. Grn. II. 740.
Kelch flachhauchig aiifgchlasen, au der vcrengcrlen Mün-
chiiig kurz 1-zähnig. Oherlippc der Krone zusaiuuiengedrüclif,
an der Spitze aiisge>andel mit 2 Anhäng.scln. IJiilerlippe vor-
geslreekt, 3-lappig- Stauhgefasse 4, zweiuiäelitig. Kapselfäclicr
vielsaniig. Samen glatt mit Flügelrand. Gesclil. Syst. XIV. 2.
Einjährige, aulrcclitc, Avcnigiistigc Krauler. Blätter grgeiistäiiilig.
Klüten sitzend in den BIatt\vinI>eln, einzeln, obere in eine einsei twendige
Ähre zusammengereihct. Kronen geih mit zahnälinlichen blauen An-
hängseln.
1. R. minor. Kleinere Mlapper, Kelche kahl, Kron-
röhre gerade, kürzer als der Kelch, Grifl'el eingeschlossen, Samen breit
getlügelt; Blätter länglich -lanzettförmig.
EuRH. Beitr. VI. 144. Koch Svn. II. G2ß. U. Crista galll Linn. Sp.
pl. 840 (zum Tl.cil). Chi. hau. 312." Engl. bot. t. 657 (grössere l.rcit.rl.lSHerige
Form). Ali'ctoroiophus minor Beichenb. PI. crit. \III. t. 731. f. 974.
b. angustifniius. Hie schmalblättrige. Schwächer; Blatter dop-
pelt schmäler, lanzettförmig -lineal oder lineal. Deckblätter meistens
tiefer kammartig gesägt.
B. minor y. angustifolins Koch das. Beichenb. das. f. 973.
Auf Wiesen und Weiden, auf feuchtem seltener auf troclicnem Boden,
sehr häufig und heerdcnweise; b. auf Gebirgswiesen am Ober- und Un-
Icrharze. Mai bis Juli. — August, September.
Stengel '/.^ — l' Iiocli, meist eiiifarli, glalt, meist gleiclimässig rütlilicUbraiin angelaufen.
Blätter und »eekl.läller diiiil.elgriin , letilcre oft gleich <leni Stengel bräunlicL. Kronen
triihgelli. Anliüngsel iler Olierli|>j)e violct, seltener gell).
Bcmerli. Es ist zu untersuel.en, ol> A. minor ß. fallas WiMM. et GRAB. Fl. sil.
IT. 213, mit liülierm , iliirrli dunklere linienlurniige Fleeke gezcielinetem Stengel, etwa Ba-
stardl.ildung von I\. minor und R. major se\. Ist dies niclit der Fall, so dürlten die beiden
Iclztern zu einer Art »ereinigt «erden, indem alsdann um erkennbar eine iJbcrgangsform »Or-
banden ist. Mir sind Übergänge nie vorgekommen.
^, R. major. Grosse Klapper, Kelche hahl, Kronröhrc
etwas gebogen, so lang als der Kelch, Griflcl hervorragend, Samen breit
gelliigelt; Blätter länglich- lanzettförmig.
Ehrh. Beltr. \ 1. 144. Chi. hau. 313. Koch Syn. 11. 626. Scuk. Handb.
IE T. 169. Fl. dan. t. 981 (R. Crista galli). Engl. bot. Suppl. t. 2737.
B. Crista galli Linn. Sp. pl. 840 (zum Tbeil). yVlectorolophus major Bei-
chenb. PI. crit. YlII. t.733.
b. alpesiris. Ute gebirgsständige. ISiedriger; Blätter doppelt
schmäler, fast lineal, Üeclihlättcr tiefer Laiumartig gesägt.
IIabipe Prodr. H. hercyn. 40. B. alpinus Baurig. Enum. stirp. transs.
IE 194. Koch das.
Auf Wiesen und Weiden, auf nassem oder suuii>figem Boden, weni-
ger häufig als die vorige Art, meist truppweise; b. auf Gebirgswiesen
des l^ntcrliarz<>s. Juni bis September. — August bis October.
Stengel 1 _ 1 '/j' boeb , meist kabl mit liuicnformigen rolbbrauneu Flecken bezeiebiirt.
Itllilter bcllgriin, ncckblaltcr bleicb- oder n eisaliebgrün. Kronen bellgelb. Anhangsei der
Oberlippe stets blau.
3. R. AlectorolopUiis* Mauhhaarige Klapper,
Kelche rauhhaarig- zottig, Kronröhre etwas gebogen, so lang als der
Pedioularis. SCROPHIJIiARIIKEAi;. 401
Kelch, Griffel hervorragend, Samen mit schmalem Hautranile; Blätter
länglich - lanzettförmig.
PoLL. Fl. palat. II. 177. Koch Syn. II. 626. Chi. han. 31.3. 1\. Crista
galli Link. Sp. pl.840 (zumXheil). Alectorolophus hirsutus All. Fl. pcdem.
I. 58. IIeICHENB. PI. Crit. Till. t. 733 (wo der Grifl'el irrig elngescLJossen angc-
gebeD ist).
Auf Ächcrn, auf sandig -lehmigem odet kalkhaltigem sowohl trocke-
nem als feuchtem Boden, die ]\ordgrenze der Gesammtverhreitung am
südlichen Unterharze erreichend, ziemlich häufig eingebürgert (Iln. Stei-
gerthal, Buchholz, Petersdorf, Harzungen in der Grafschaft Hohnstein — ;
Schxu. nicht selten — ; H.<t. zwischen ^^''eissenhach und Bransrode, bei
Witzenhausen, Gross -Alhncrode, Wickersrode, Rommerode, Hel^a — ;
Pr. Lenterode, Kreuzeber, Halle: Naumburg, Weissenfeis, Gross-Wan-
gen). Juli, August. — September.
Der A. '2. überall älinlicli, «loch von eigentbiinilichen Gesamnitansehen. Stengel in der
Mitte meistens .ilisleLend ästig, ohne streifige Flecken, nebst den bleichen Deckblattern mehr
oder weniger behaart.
Bemerk. 1. Für die specifische Eigenthiimlichkeit dieser Art spricht iinierkennbar
der ihr eigene Aerhreiliingskreis. R. minor und major sind bis in den liöchsfen europäischen
Korden airf nassen Wiesen allgemein verbreitete Pnanzen. R. Alectorolophus erreicht seine
IVordgrenze im nördlichen Deutschland, und kommt nur auf geackertem Boden unter dem
Getreide »or. Meiner Ansicht nach stammt er aus südlichem Gegenden ah und ist mit dem
Getreidebau bei uns eingeführt «orden.
Bemerk. 2. ReichETVBACII kämpft noch gegen Koch in Flor. sax. 2*22 — den
nnberufenen Schiedsrichter in der Reg. bot. Zeit, «erden sich « ohl beide »erbitten — mit
durchschossener Schrift für »nngeflügclte Samen" des R. Alectorolophus. Ich habe reife
Samen von R. minor und major stets breit geflügelt, und Samen von R. Alectorolophus stets
mit schmalem Flügelrande angetroffen, wobei dem Mehr oder 'Weniger der Flügelbreite noch
der Spielraum einzuräumen ist, den die Örtlichkeit bedingt. Auf magerm , besonders kalk-
oder grpshaltigem, Gebirgsboden sieht man die Flügelbreite abnehmen, der schmale Haut-
rand der Samen von R. Alectorolophus erscheint alsdann nicht selten nur noch als eine etwas
durchscheinende Rückenscharfe, welche zwischen den beiden mit ihm parallel laufenden Kanten,
yvelche durch die Dicke des Samens gebildet werden, wenn dieser eintrocknet, etwas vor-
tritt. — Oh R. major stenopterus und apterns FR. Summ, veget. Scand. 19. nicht mehr zur
Ausgleichung der Schriftsteller aufgestellt als aus der Natur entnommen sind ?
öle onomisch es» SUmmtUchc Arten enthalten wenig Nahimugs
Stoff' für das Vieh, auch werden sie von den Bienen nicht besucht. Be-
sonders erstere beiden sind daher den fViesen nachtheilige Unkräuter.
t«. P£DIClJIiARIS. XiÄUSXMBAUT,
LiNN. Gen. n. 746.
Kelch röbrig oder aufgeblasen -glockig, 5-zälinig, hinterer
Zahn kleiner oder fehlend. Oberlippe der Krone zusammen-
gedrückt. Unterlippe 3-lappig. Slaubgefässe 4, zweimächtig.
Samen grubig -runzelig. Geschl. Syst. XIV. 2.
Zwei- (Art. 1.2.) oder mehrjährige, einfache oder ästige Kräuter mit
wechselständigen oder •wirteligen sehr selten fast gegenständigen Blät-
tern. Blüten ährenförmig, seltener traubig, ohne Deckblättchen.
t. P. sylvatica. Jf^ald-IJäuseTcraut* Kelch 5 -zähnig,
Zähne oben blattartig; Blätter fiedertheilig mit breiten eingcschnitten-
gezähnten Abschnitten ; Ilauptstengel aufrecht mit niederliegenden Asten.
LiNN. Sp. pl. 845. Chi. han. 317. Koch Syn. II. 6:23. Schk. Handb.
II. T. 171. Sturm Deutschi. Fl. H. 13. Fl. dan. t. 225. Engl, bot t. 400.
Hayne Arzneigew. Till. T. 34.
402 SCBOPHVI.ARINEAE. melarapyrum.
In Waldungen, auf Waldvviesen undWi-idt-n, auf hiimuslialligciu feuch-
tem oder moorigem Hoden, liauiig. Mai bis Juli. — Juli, August.
Haiiptstengcl 4 — 6" hoch, an der Basis schuppig. TraiO.e eiförmig- länglich, Kronen
l,lassroscnrolh, Echcn der Oherlippe in einen ilreieeliig - pfriemlichen Zahn verlängert.
«. P. palustris. Sum,pf'ljäujse1craut. Kelch 2 -lappig
mit eingeschnitten -gezahnten krausen Lappen, lUiilter einfach oder dop-
pelt üedeitheilig mit länglichen eingeschnitten -geziihnten Abschnitten;
Stengel aufrecht von unten auf abstehend- ästig.
LiNN. Sp. pl.84.5. Chi. hau. 316. Kocu Sjn. II. (523. Schk. Handb.
II. T.171. Fl dan. t.2055 Engl. bot. 1.399. Uayeme Arzneigew. YIII.
T 33.
Auf Wiesen und an Teichrändern, auf sumpfigem saucrhumosem Bo-
den. Mai bis Juli. — Juli, August.
Stengel steif aufrecht, 10 — 1-" hoch, selten einfach, meist rolh angelaufen. Traube
länglich, Kronen rosemoth , Eclieu der Oberlippe in ein pfriemliches Zähnchen verlängert. —
Beide Alten kommen selten mit «eisser Kroue vor.
ÖTCOnomischeS» Frisch werden beide Arten vom f'iehe nicht
gefressen.
13. IflEIiAIflPl^KCJfl. JTA.CUVMIjJt^mE'LMN^
I.INN. Gen. n. 74-2.
Kelch rührig, 4-z:ihnifi;. Oherlippe der Krone kurz ziisam-
meiiffedriickt mit zurückgehoffenen Rändein. Slauhgefasse 4,
zweiinächtig. Kapsel geschnähelt, Fächer 1— 2-sauiig, Samen
länglich-rund. Geschl. Syst. XIV. 2.
Einjährige, aufrechte, ästige Kräuter. Itlälter gegenständig, ganz.
Deckblätter gleichförmig oder breiter und oft gefärbt. Blüten in Aehren
oder entfernt in den Blattwinkeln, einzeln und fast sitzend.
t. ]fl. cristatiim. Kantmähriger Wachtelweisen,
Ähren 4- eckig, dicht geschindelt, Deckblätter mit herzförmig -kreisrun-
der, kämmig -gezähnter Basis und nach oben gefalzter, abwärts gerich-
teter eanzrandiger Spitze.
LiNN. Sp. pl 842. Chl.han.320. Roch Syn. II. 620. Fl. dan. t. 1104.
Engl. bot. t. 41. ,, . f
In Lanbholzhainen, zwischen Gebüsch und auf "Waldwtesen, aui
trockenem meistens kalkhaltigem Boden, ziemlich häufig.
Deckblätter weissgrünlich und rosa. Kronen weisslich, gegen die Spitie weissgelb mit
doHergelbcr Unterlippe, seltener rnlhlieb mit citronengelber Unterlippe.
Ä. Ifl. arveiise. Veld- WTachtelweizen* Ähren locker,
allseitwendig; Deckblätter eirund- lanzettförmig, in borstliche Zähne ge-
schlitzt; Kelche zarlhaarig- schärflich, Kronen geschlossen.
LiNN. Sp. pl.S42. Chi. hau. 320. Koch Sjn. II. 620. Fl. dan. t. 911.
Engl. bot. t.53. .
Auf Äckern unter der Saat, besonders auf kalkhaltigem oder thoni-
gem, jedoch auch auf Sandboden, häufig eingebürgert. Juni, Juli. —
August, September.
Deckblätter unterseits 2 -rclhig- schwarz - punetirt. Kelcliiähne aus eirunder Basis borsl-
lich zugespitzt, fast so lang als die Röhre der Krone. Diese nebst den Deckblättern pur-
purn, in der Mitte mit weissem Ringe und gelbem Fleck an der Basis der Unterlippe, seltener
blassgelb mit weissem Ringe. ^
3. ]?I. neniorosiim. Blauer JW achtelwetzen, Ähren
locker, einseitvvendig; obere Deckblätter herz - lanzettförmig, gezahnt;
Kelche rauhhaarig. ,, ^-., t! n ii
LiNN. Sp. pl.843. Chi. hau. 321. Koch Syn. II. 621. Schk. Dandb.
II. T. 170. Sturm Deutschi. Fl. H. 29. Fl. dan. t. 305.
melampyrum. SCROPHVI.ARIJKEAE. 403
In Wäldern und Ilnincn, auf schattigem liumuslialtigem Boden, ziem-
lich häufig. Juli, August. — September, October.
Declililaflcr violctblaii. obere obiie Blüten scliopfartig einander geuüLerf, als seltene Ab-
änderung rosenrotb. Kronen goldgelb mit rostbrauner Röhre.
4. ]?I. iiratenise» Wiesen - Wachtelweizen» Ähren
schlafl', einseitvvcndig; Deckl)lätter lanzettförmig, obere an beiden Seiten
der Basis mit 1 oder 2 zugespitzten Zähnen, Kelche l;ahl, haum halb so
lang als die fast geschlossene Kronröhre.
Li!»N. Sp. pl.84.3. Chi. han. 821. Rocei Syn. II. 621. Schk. Handb.
IT. T. 170. Sveush bot. t.286. Engl. bot. 1. 113.
In lichten Waldungen, Ilainen und auf Waldwiesen, auf frischem
humushaltigem Boden, häufig. Mai bis Septeml»er. — August bis October.
Blüten viagerccht abstehend. J>eekblalter grün. Kronen meistens blassgelb mit gelbem
Saum und 2 orangegclben Flecken auf der Unterlippe, seltener weiss und nach dem Saume
zu gelb, oder ganz glelchl'urmig gelb. Kapsel ziemlich gross, zusammengcdrüclit. — Der
Käme irreführend, weil die Pflanze auf >Viesen von Waldungen abliegend nicht vorkommt.
5. ]?I. sylvaticuni. lyald" Wachtelweizen, Ähren
schlaff, einseitwendig; Deckblätter lanzettförmig, meistens ganzrandig,
sehr selten an der Basis 1 — 2 -zähnig, Kelche kahl, so lang als die
offene Kronröhre.
Link. Sp. pl.843. Chi. han. 321. Koch Syn. II. 621. Fl. dan. 1. 145.
Engl. bot. t. 804.
In Gebirgswaldungen, sowohl im Holze als auf Wiesen und an Wald-
rändern, auf frischem humushaltigem Boden (nur im nördlichsten Theil
des Gebiets Ul. Trittau, Oldenburg, Glücksburg — ; und am Uarze und
in dessen nächster Umgebung, aber hier häufig). Juni bis August. —
August, September.
I>cm lorigen ähnlieh. IViedriger und schwächer. Blüten aufrecht, Früchte nickend.
Kronen kleiner, nach dem Saume zu jedoch breiter, goldgelb, Kronröhre gekrümmt. Kapseln
kleiner aber dicker, zugespitzt.
GE W^ERBTjICHES,
Technisches* Die Blatenähren der Art. 2. und 4. zur Gewin-
Hunff^^iton Färbestoff'en anwendbar.
ÖJCOnomischeSm VorzüfjUch die, den JVeizenhörnem ähnlichen,
Samen von A. 2 . zur Gewinnunf/ eines brauchbaren etwas bläulichen Mehls
zu benutzen, f'om IVeidevieh werden besonders die ersten 3 Arten gern
gefressen; A.2. ist sogar zum Mästen des Rindviehes anwendbar befunden.
Art. 2 und 3. eigenen sich zu Zierpflanzen der Gärten.
JüSS. in Ann. d. Mus. XII. 445. Orobanchaceac REUTER in DE CAND. Prodr. XI. 1.
Kelch ausdauernd, 2-tLeilig oder 4 — 5 -spaltig. Krone glo-
cliig oder rölirig, 2-lippig,"in der Knospenlage geschindelt.
Oherlippe ausgerandet- 2 - lappig^Unterlippe S-lappig. Staub-
gefasse 4, 2-niäch(igj der Kronröhre eingesetzt. Beutel 2-
fäclierig, an der Basis meist pfeilförmig, bleibend. Frucht-
knote 1 -fächerig, mit 2 Paar seitlichen breiten Samenpolstern
und vielen umgewendeten Eichen. Griffel einfach, INarbe kopf-
förmig-2-lappig. Kapsel l-fiicherig. Samen sehr klein. Keim
fast seitlich neben dem Nabel. — Statt der Blätter Schuppen.
l/^orkonimen. Auf den Wurzeln anderer Pflanzen mit wurzelförmi-
gen, aus einem unter der Erdoberfläche befindlichen verdickten Stocke
entspringenden, Fasern befestigt; übrigens besonders Sand und Kalk
baltigen Boden liebend.
404 OROBANCHEAE. Orobanohe.
Gehalt. .Idstrinijircndi- und billere Stojl'f , die tuclil /liiihuKflicIi
untersucht sind; uucli flürhtiye liiechstoff'e.
1. OROBAi^CHE. JTÜnGMH.
Ll>N. Gen. n. ^^[).
Kelch 2-lheilig oder 4 — 5-spaltig. Krone raehenfin-mig, mil
zuiückl)lcil>ende;- Jtasis ringsum ahspriagend Oberlippe aus-
gekerbt^ Unterlippe 3 -lappig. Kapsel l-lacherig mit gegen-
überstehenden wandstandigen Samenpolstern. G. Svst. XIV.2.
Ein- (Art. 6. 9.) oder ineliijahrise (Art. 1— .5. 7. 8.) auf den Wurzeln
anderer Gewächse parasitisch waclisende, grüiilose meist hlassgclhliche,
röthliclie, violete oder purpurliraune Kräuter mit einfachem, seltener
ästigem, scliuppigem Schaft. Blüten einzeln, aufrecht oder fast wagc-
recht in den W'inheln der Schuppen sitzend. — Das Vorkommen unbe-
ständig.
■!■ Kelch -,£ Ihcllig. Bluten vun 1 Deckblatt unterstützt, ohne Dccli-
hlättchen.
1. O* Rapiiin. Mübenstengeliger Würger» Kclch-
theile mehrnervig, in fast gleiche lanzettförmige Zipfel gespalten oder
ungetheilt, fast so lang als die Kronröhre oder kürzer; Krone glocliig
mit vorn kröpfig vortretender Basis, im Bücken gekrümmt, Lippen wel-
lig, schwach rundlich -gezähnelt, Oberlippe kappenförmig, seicht ausge-
randet mit abstehenden Seitenrändern, Lappen der tnterlippc rundlich-
rautenförmig, mittlere fast doppelt so lang als die seitlichen; Staubfä-
den unten kahl, oben nebst dem Griffel drüsenhaarig.
THtiLL. Fl. par. ed. II. 317. Chi. hau. 309. Kocii Syn. IL 61.3. O.
major Sutt. Transact. of Linn. Soc. IV. 175. Engl. bot. t. 421. Beicheab.
PI.' crit. VII. t.fi68.
Auf Triften und in lichten AValdungen , auf sandigem Boden, auf den
W^urzcln von Spartium scopariura, im süd- westlichen Theile des Gebiets
bis an den nord -östlichen Harzrand, ziemlieh häufig {Pr.fV. Höxter,
Münster, IVienberge, Lotte, hier besonders am Schafberge —; /7h. Osna-
brück, Eggermühlen, IXeuenkIrchen — ; ßr. am Bcgenstein). Juni, Juli. —
August.
Schall 1'/.^ — 2' hoch, unten finget silick. Ähre dichlblütig, Deckblätter und Kelchtheile
mehlig- haarig. Kronen gross, im trockenen Zust.in<le eisenrostfarhen, die Staubbeutel weiss.
Warbe durch starke Aus. andung 'i-köi.Gg, ungerandct, blasscilronengelb , am Rande rotblich.
Bemerk. >on den mehrern einer und derselben Art unter verschiedenen INamcn ge-
widmeten RElCHENBACH'schen Alibildungcn citire ich hier nur diejenige Abbildung, die mit
unserer nianzc am meisten übereinstimmt. In der Chloris hau. habe ich die ausrührliche
Synoujmie dieser Abbildungen gegeben, welcher der Bearbeiter dieser Gattung in DE Cand.
Prodr. XI. fast durchgängig gefolgt ist.
18. O. major. Grosser Würger» Kelchtheile mehmervig,
in gleichlange o.ier ungleiche, parallel gestreckte Zipfel gespalten, halb
so lang als die lironröhre; Krone glockig mit erweitertem Saum und
gekrümmtem Bücken, Lippen gleich lang, rundlich gezähnelt, Oberlippe
vorgestreckt, kaum ausgerandet, Lappen der tnterlippe rundlich -eirund,
fast gleich gross; Staubfäden dicht behaart, gegen die Spitze nebst dem
Griflel drüsenhaarig.
LlNN. Fl. SUeC. 219 (nach Ausweise *on EHRIIART lu LlNNE's Zeit in Schweden
gesammelter Exemplare). Sp. pl. 882. O. Caryophvllacea SlW. TraUSact. of
Linn. Soc. IV. 169. O. Galii Duby Bot. ga'l. I. 349. Kocu Syn. 11.615.
Beichenb. PI. crit. VII. t. 662 — 664. O. vulgaris De CXnd. Fl. fran?.
III. 489.
In Hainen, an V^'^aldrändern und auf Triften, auf sonnigem trockenem
Boden, auf den Wurzeln von Galium jllollugo, G. verum, Trifolium,
Orobanohe. OROBANCHEAE. 403
Medicago, Centaurea Scabiosa — häufig (z. U. Hn. am Weinlieige bei
Hitzacker, Grund am Harze — ; hr. am llegejistein, au der Christians-
lilippe bei Rübeland — ; Pr. an der Rosstrappc, den Spiegelscben ller-
gen, am Steinholze, Huy, Hoppelberge, Halle: selten an den Abhängen
des Bucbberges bei Rosslebeu — ; //*. zum Hain bei Allendorf — ; Pr. fV.
Brilon). Juni bis August. — August. September.
Angenehm riechend. Schaft ^/^ — V/^' hoch. Deckhiälter und Kelchtheile schwach
mehlig -haarig bis ins Kahle. Kronen weit, rulhlichliraiiu , violetbraiin , seltener flcischroth
bis i.is Weissliche oder Gelbliche. I>atbp stets d.inkcl - i.nrpnrn.
'3. O. Epitliyiuuin» Q^uendel-W^ürger, Kelchtheile
mehrnervig, lanzettl'örniig zugespitzt, ungetheilt oder in 2 von einander-
trctende Zipfel gespalten, fast so lang als die Kronrohre; Krone walzig-
glockig mit gekrümmtem Rücken, an der Röhre ausserhalb und am Saum
beiderseits drüsenhaarig, Lippen spitz gezähnelt mit etwas krausem Rande,
Überlippe ausgerandet, schwach aufwärts gebogen, mittlerer Lappen der
Unterlippe grösser als die seitlichen; Staubfäden unten zerstreuet be-
haart, an der Spitze nebst Griffel und oberm Theil des Fruchtknotens
drüsenhaarig.
De Cand. Fl. fnin?. IIL 490. Koch Syn. II. 614. Reichenb. PI. erit.
VII. t. 658 — 659.
Auf Triften, auf magerm Boden, auf der Wurzel von Thymus Ser-
pyllum, sehr selten {Pr. Halle: am Pfortenberge bei IVaumburg).
Angenehm riechend. Schaft meistens h — 8", selten bis 1' hoch. Ähren wcnigblütig.
Biüteu unterbrochen stehend, gelblich, roth überlaufen. Staubbeutel im trockenen Znstande
unhelpurpurn. — Variirt in der LUnge der Kelchtheile,
rhommen; ferner in der Grosse der Unterlippelappen,
(Reichenb. t. 656. und die in De Cand. Prodr. als
Varietät hierhergezogene O. rubra Engl. liot. t. 1786.), mit wenig oder gar nicht aufwärts
gebogenem llande der Oberlippe. Die specifische Verschiedenheil von der »orhergchenden
.4rt, mit der sie in der Kronform übereinkommt, ist hiernach ungeachtet der mindern Grosse,
die von dem geringern Substrat ausgebt, noch iivcifelhuft.
4. O. elatior. Moher W^iirger, Kelchtheile schwach mebr-
nervig, in schmal lanzettförmig zugespitzte Zipfel gespalten, kürzer als
die Kronröhre; Krone aus bauchiger Basis walzig-glockig, fast gerade,
oben kappeuförmig gekrümmt, Lippen nach aussen gebogen, rundlich ge-
zähnelt mit wellig -krausem Rande, Oberlippe ausgerandet - 2- lappig,
Lappen der Unterlippe eirund, spitz, gleich gross; Staubfäden unten
behaart, oben nebst dem Griffel kahl oder letzterer mit einigen Drüsen
besetzt, Narbe 2 -lappig.
SuTT. Transact. of Linn. Soc. IV. 178. t. 17. Chi. hau. 308. De CA^D.
Prodr. XI. 2b. Fl. dan. t. 13.38. Engl. bot. t. 568. O. Buekiana Koch
Syn. II. 619. De Cand. das. 30. O. brachysepala Schultz Arrang. des
11. de Fr. et d'Allem. 69. De Cand. das. 30. O. macrosepala Schultz
das. 70. De Cand. das. 31 (beide Arten in so weit die Allendorfscbe Tflanse citiit
wird, die aber keine schwarz - purpurne I>arlie hat, wie sie >on O. macrosepala in DE CaND.
Prodr. angegeben wird, sondern eine gelbe).
b. puberula. Her drüsiggriffelige. Griffel besonders nach oben
zu mit drüsentragenden Härchen besetzt.
Chi. han. das. O. rubens Wallb. Diasc. Orob. gen. 46. Koch das.
61.5. O. elatior Reichenb. PI. crit. VII. t. 669— 670.
In lichten Waldungen, Hainen und zwischen Gebüsch, auf sandigfin
oder kalkhaltigem Boden, auf den Wurzeln von Trifolium, Medicago
sativa und falcata, Centaurea Scabiosa, Libanotis montana — , häufig (z. B.
Hn. am Nesselberge bei Brüggen, Ilardegsen am Solling, alte Stollborg
bei Steigerthal; Br. am Regenstein, am Apenberge und im H:iscnthale
bei Kattenstedt; Sehw. am Göldner. Frauenberg, Straussbcrg — ; Us.
h.
■11
braun
, IVa
irbe sei
,cht ,
»usger
audet.
d
ie
auch
kürz
;er als
die
Kronröhrc
d
ie
auch
fast
gleicl
' g«
>SS »Ol
rkomn)
406 OROBA]V€HEAE. Orobanohe.
zum Hain bei Allendorf — ; Pr. an den Spiegelsbergcn, im Falirliacli 1»p1
Heiligenstadt, Aulcbcn, Halle: hinter Kröllwitz, Krosigherholz , l\ög-
litz, iNaumburg u. s. w.). !>Iai bis Juli. — Juni bis Aug.
Scliaft 1 — 2' hocli, ßngcrdicl;, Traube voll- iinJ diehlblülig, Kronen meistens fast aiif-
recbt stebcnd, blassgelblich oilcr, besonders an b., rölblicb, auch wohl in violet übergebend,
Piarbe schwach ausgerandet, wachsgelb.
Bemerk. Ich wiederhole (»ergl. Chi. han. a.a.O.), dass WalLROTII selbst ohne
Etiquettc ihm vorgelegte englische, von HoOKER und BORRER eingeschiehle , Esemplare der
O. elatior SUTT. mit dem bcigcschriebeoen Manien O. rubcns Wai.LK. bezeichnet hat. Die
kahlen Griffel zeigen uieistens eine oder die andere Drüse nnd geben mit dereu Zunahme
in drüsige Griffel über. — Die Synonyme von O. brachysepala und O. macrosejiala gründen
sich auf die Autorität vom Bearbeiter dieser Gattung in DE CanD. Prodr. (UeuTER) mit
diesem tarnen bezeichneter, zum Hain l)ei Allendorf von Wurzeln der Libanotis montana
entnommenen Exempl. der O. elatior SCTT. , von denen das erstbenannte dicht an der Basis
der matris, das letzbenannte, von niedrigerer Statur, auf einer zarten >ebenfascr der Libanotis
sich entwickelt hatte.
5* O. minor. Kleiner Würger. Relcbtheile mebrnerTig,
aus eiiund-lanzettlormiger Basis in eine oder zwei pfriemlicbe Spitzen
auslaufend, so lang oder länger als die Rronröbre; Krone drüsig, röh-
renförmig, an der Basis starli abstehend gebogen, in der Mitte gerade,
an der Spitze schwach übergehrümmt, Lippen stumpf, wellig, schwach
rundlich -gezähnelt, Oberlippe stark ausgerandet mit abstehenden Lappen,
Lappen der Unterlippe rundlich, mittlerer wenig grösser als die abste-
henden seitlichen; Staubfäden unten spärlich behaart, oben nebst dem
Griftel kahl.
ScTTON Transact. of Linn. Soc. IV. 178. Chi. han. 310. Kocu Syn.
II. 618. Reichenb. PI. crit. \1I. t. 652—653. Fl. dan. t. 1219. Engl,
bot. t. 422.
b. puberula. Der drüsig griffelige . Griffel besonders nach oben
drüsig.
Chi. han. das. O. loricala Reichekb. Fl. exe. 355. PI. crit. VII.
t. 682—683. Roch das.
c. glabriuscula. Der kahle. Staubgefässe und Grifl'el kahl.
Chi. han. das. O. nudiflora Wallr. Diasc. gen. Orob. 34.
In lichten Hainen, zwischen Gebüsch und auf Triften, auf Trifolium
medium und T. pratense; b. auf Artemisia campestris, selten (Hu. >Vein-
berge bei llitzackcr, Osnabrück, am Winterberge bei Grund, c. bei
Ilfeld? ^; Br. an der Staufenburg und bei Rübeland — ; Schw. Nuni-
burg — ; Pr. ff. Lotte — ; Pr. b. bei Aschersleben; c. bei Rossleben;
W^einberge amlVroppenthale, zwischen Schönburg und Welau, Goseck — ).
Juni, Juli. — August.
Schaft 6 — 10, selten 12' hoch. Blüten klein oft fast wagerecht abstehend, trocken
schmutzig braungclb , Griffel bisweilen aus der Krone vortretend. IVarbc stark ausgerandet,
violet oder purpurn.
Bemerk. Ob O. loricata hier richtig cltirt ist, bleibt weiterer Beobachtung empfoh-
len. Ich sah nur ein unvollständiges Exemplar und nicht minder un»ollsländig sind die
Diagnosen in KoCIl Syn. und die nachgeschriebene in DE CAND. Prodr. indem die Angabc
der Beschaffenheit der Narbe unerledigt geblieben ist. AViener Esemplare die ich sah , wei-
chen von unserer Pflanze ab. — Eben so wenig kann ich mit Sicherheit über ein bei Ilfeld
gesammeltes unvollständiges Exemplar urtheilen, welches sich allerdings nahe an O. minor
»chliesst, von BEUTER aber für O. pallidiflora ? AVlMM. u. GRAB, bestimmt ist.
6. O. Picpidis. Xtlassblütiger Würger» Relchtheile
1- oder bei eintretender Theihing 2-nervig, aus eirunder Basis plötzlich
in pfriemenförmige Spitzen übergehend, so lang oder etwas länger als
die Rronröhre; Rrone drüsenhaarig, röhrenförmig, an der Basis stark
abstehend gebogen, im Rücken schwach gekrümmt; gegen den Saum wenig
Orobaucbe. OROBANCHEAE. 407
erweitert, Lippen gleich lang, stumpf gezähnelt, obere vorgestreckt und
gestutzt, Lappen der untern gleich gross; Staubfäden unten stark be-
haart, Griifei gegen die Spitze spärlich drüsenhaarig.
ScHLLTZ in Koch Deutscht. Fl. IV. 453. Koch Syn. 11.616. De Cand.
Prodr. XI. 26. Tauch. Monogr. Orob. 60. t. 12.
In Hainen und zwischen Gebüsch, auf kalkhaltigem Boden, auf den
Wurzeln von Picris hieracioides und Crepis bicnnis truppweise, bis jetzt
nur in einer Gegend, aber hier häufig (/Zii. am Knebel bei Hildesheim,
am Haniberge uud Kassebusch bei Salzgitter). Juni, Juli. — August.
Älinlicli der O. minor der sie am näclisfen steht, im Gesamintanschen diircli liuLcrii,
sclilankcrn >Viichs und durch eine hlasswachsgelhe Farhe , im hesondern und mit Sicherheit
aber durch die 1- oder 2 -nervigen Kelchtheile zu untersrheiden. Kronen eben so abstehend
aber nach dem Saume zu weniger gekrümmt. ^'arbe schmutzig violet.
ff Reich 4 — .^-spaltig oder - z ä h n i g. Blüten von 2 D e ck b 1 ü 1 1 c he u und
1 Deckblatt unterstutzt (Phelipaea DE CanD. Prodr. XI. 4.).
Ve 0> COerillea* Blauer Jf^Ürg er. Kelch o-zähnig, hin-
terer Zahn sehr klein, übrige lanzettförmig; Krone rührig, schwach vor-
wärts gekrümmt, gegen die Mitte vereng(;rl, Lappen der Lippen spitz
und flach; Staubbeutel an der Basis mit wenigen Härchen besetzt oder
kahl; Schaft einfach.
ViLL. Ilist. d. pl. d. Dauph. II. 406. Chi. hau. 311. Kocu Syn. IL
619. Beichexb. PI. crit. \II. t. 692. Engl. bot. t. 423. O. laevis Lam.
Fl. frane. IL 327. Schk. Ilandb. IL T. 176. O. purpurea Jaco. Fl. austr.
IIL t.276.
Auf Triften und in lichten Holzungen, auf lehmigem und sandigem
Boden, auf den \^^urzeln von Achillea JVIillefolium und Centaurea Jacea,
ziemlich selten (J/A. Pleetz im hohen Holze — ; Hn. Göttingen: am Seese-
bühl , bei Dransfeld, am Amtsl>erge bei Beinhausen, im Holze unter den
Gleichen — ; Br. am Begenstein — ; Scluv. Frankenhausen — ; Pr. fV.
Bielefeld am Blömkeberge und an den Brackweder Bergen, bei Linnen
im Münsterschen — ; Pr. an den Spiegclgbergen , am Steinholze, Halle:
bei Naumburg zwischen Eulau und Guseck — ). Juni, Juli. — August,
September.
Schaft V2 — 1' hoch. Ähre bläulich- rostfarben, Kronen blassblau, >arbe weisslichgelb.
' S. O« arenaria. Sandliebender Würger. Kelch 5-
zähnig, Zähne lanzett-pfriemenförmig; Krone rührig, fast gerade, in der
Miste zusammengezogen, am Schlünde etwas aufgeblasen, Lappen der
Lippen stumpf mit zurückgeschlagenem Bande; Staubbeutel an der Basis
dicht mit krausen Haaren besetzt und an der Diath spärlich gewimpert;
Schaft einfach.
BoRKUAis. in BöM. n. Ulagaz. 6. Kocu Syn. IL 619. Beichenb. PI.
crit. \TL t. 193 — 194. Juli, August.— September.
In lichten Holzungen, auf Triften, auf sandigem oder kalkhaltigem
magern! Boden, auf den Wurzeln von Artemisia campestris, ziemlich
selten, doch häufiger als die vorige Art (itfA-. Bemplin, Waren — ; Br.
am Begenstein; Schiu. am Kifl'häuser, Frankenhausen, Hachelbich — ;
Pr. Halle: Bollsdorf, zwischen Seeburg und Wormsleben, Naumburg,
häufig, z.B. in Weinbergen am Kroppenthale, zwischen Schünburg und
Wetau, auf dem Pfortenberge, an der Steiiiklippe bei Wendelstein).
Juni, Juli. — August.
Schaft 1/2 — l'A' lioch, sehr selten auch ästig. Krone .imetfaTstblau , gegen die Basis
vvcisslich, Oberlippe scharfkielig, mittlerer Lappen der Unterlippe etwas länger als die seit-
lichen. Staubgefässe kahl, Fruchtknoten und GrifTel drüsig, Narbe vvcisslich - gelb.
'9. O. ramosa. Ästiger Würger. Kelch 4- zähnig, Zähne
eirund-deltaförmig, pfriemlich zugespitzt; Staubbeutel kahl; Schaft ästig.
408 OROBANCHEAE. Lathraea.
LiNN. Sp. pl.882. Kocu Syn. II. 620. Ueiceenb. PI. crit. YII. t. 696.
Engl. bot. t. 184.
Auf Äckern, auf sandigem Boden, auf den Wurzeln von Hanf, Tabak
und Bucbweizen, heerdcnweise, hier und da eingebürgert (III.; Mh. "War-
liu — ; IIs. Ilelsa; Pr. fV. Lengerig bei dem Gute Jetrup , Höxter — ;
/*r. Ilaile: Wiche, Donndorf, Ilossleben). Juni bis August. — August,
September.
Scliaf't iinfcn ästig, 6 — 10" hoch, behaart. Itlüteo hlein und getrennt stehend, Kro-
nen weisslieh oder hläulieh, INarbe gelblich- weiss.
Bemerk. »Die Insertion der Staulifäden ist Veränderungen unterworfen, indem hei
derselben Art die Staubfäden bald etwas hoher bald niedriger inserirt >orI>omnien. — Man
bat in neuerer Zeit hinsichtlich der Artenbeslimmung dieser Gattung einen zu grossen Wcrth
darauf gelegt, auf welchen Pflanzen die Orobanchcn schmarotzen. Es ist allerdings ge-
gründet, dass die verschiedenen Arten gewissen Gewächsen den Vorzug vor andern geben,
und sich daher am häufigsten auf diesen einfinden, bald vorzugsweise auf gewissen Pllanzeu-
artcn , bald auf nichrcrn Arten derselben natürlichen Familie. Keineswegs ist ihr Vorkommen
aber ohne Ausnahme hieran gebunden. — Mit der Veränderung der vegetabilischen Basis
ist häufig der Eintritt geringfügiger ■Veränderungen der Bildung, Behaarung oder Färbung
des Parasiten verbunden." Chi. hau. 311.
Dieser frühem Mittheilung füge ich als Resultate späterer Forschungen Folgendes hinzu :
Ja, es können schon in der Ausbildung des Parasiten Veränderungen durch den Lnistand
herbeigeführt werden, ob er auf der starken Hnuptwurzel der Mnllerjiflanze oder auf der
Spitze einer zarten Wnrzelfaser sich erhebt, die ihm beträchtlich weniger J>ahrung zuführt als
jene. Indem dies auf die ganze Statur einwirkt, treten auch Veränderungen einzelner Theilc
ein. Die Krümmung einer im Wuchs zurückgebliebenen kürzern Krone erscheint anders als
sie an einer längern Krone derselhen Form dem Auge entgegen tritt. Einen ähnlichen Ein-
fluss scheint man dem Umstände einräumen zu müssen, ob der Parasit auf einem blühharen
Exemplare perennireuder Pflanzen sich entwickelt, oder auf den noch schwachen einjährigen
Individuen. Fortgesetzte Beobachtungen dieser Einflüsse dürften dahin führen, eine grosse
Zahl von INamen zu slielchen , womit in neuerer Zeit die Gattung der Orobancheu überladen
worden ist.
«. liATHRAEA. S €MUP mJVirUHX,
LlNN. Gen. n. 743.
Kelch 4-spallig. Krone mit unversehrter Uasis abfallend.
Fruchtknoten vorn durch eine freistehende Drüse unterstützt,
üebrigens wie Orobanche. Geschl. Syst. XIV. 2.
Mehrjährige, auf den Wurzeln von Bäumen und Sträucheu parasitisch
•wachsende, grünlose Kräuter mit einlachem schuppentrageiidem Schaft.
Blüten in einer dichten, cinseitwendigen, deckblättrigen Traube.
1. Ii> l$4«ianiaria. Gemeine Schupp enwura, Blüten-
traube nickend, Oberlippe der Kronen helmförmig, Unterlippe 3- lappig.
LiNN. Sp. pl. 848. Chi. hau. 312. Koch Syn. II. 620. Schk. Handb.
II. T. 170. Fl. dan. t. 136. Engl. bot. t. 50.
In schattigen Laubholzwaldungen, auf den Wurzeln holzartiger Pflan-
zen, besonders Buchen und Haseln, auf frischem oder feuchtem hunius-
haltigcm Boden, häufig. März bis Juni. — Juni, Juli.
Saftig, fleischig, weiss, bald mehr bald weniger blassrosenroth überlaufen. AVurzel-
stock stark walzig, vielästig, mit grossen Schuppen bedeckt. Schäfte meist mehrere auf einem
Wurzelslock , '/j — •'Z^' hoch.
liXX. liABIAXAE.
JlSS. Gen. 110. BlilVTII. in DE CanD. Prodr. XII. 27.
Kelch bleihend, meist S-zähnigj oft 2-lippig. Krone 2-lipi)ig
ElshoUzia. liABlATAE. 409
oder ungleich 4 -lappig, Lappen in der Knospenlage geschin-
delt. Slaubgcfässc 4, zweiniachlig oder nur 2. Fruchtknote auf
einem kurzen fleischigen Fruchtträger sitzend, tief 4-theilig,
4-facherig und 4-eiig. GriftVl 1 mit 2j\arl)en. Frucht 4, selten
durch Fehlschlagen, 1 — 3 freie kleine IVüsse oder Pflaumen.
Samen aufrecht, heinahe ohne Eiweiss. Keim aufrecht, gerade
(selten nehst dem Samen gekrümmt). Würzelchen sehr kurz,
gegen den Nabel gewandt. ^ Blätter gegen- oder wirtelständig,
ohne Nebenblätter.
l/orkouimen. Viele Italkliold, einige l;aikstet. Einige Sand, andere
Iliiniiis verlangend. Manche liodenrag.
Gehalt» Ansfjezeiclmet durch ein reiches und sehr verbreitetes f^or-
hommen von ätherischen Ölen in den Blüten und unter der Oberhaut der
tßrünen Theilc, wonach eine beträchtliche Zahl zu den luirhsamsten of-
ficinellen Gewächsen fjehören, oder stark aromatische Riechstoffe liefern.
Ausserdem viel Gerbesäure , Bitterstoffe und udstringirende Substanzen,
die zum Theil noch zu wenig untersucht sind; dann auch Harz, fVachs,
Gummi und Säuren. In den Samen mancher Öl und Schleim.
I.Gruppe. SATÜREJEAE. SATUREIG EITÄ CB^S JE.
Staul>gefasse 4 oiler 2, von einander entfernt, gerade, ol)en von einan-
der tretend oder unter der üherlippe zusamnionneigend. Kronlappen flacL.
1. EliSHOIiXZIA. MXtSaOXtTZMJE,
WiLLD. iu tSTERI Mag. II. 5.
Kelch glockig, 5-zähnig. Kronsaum kurz 4-spaltig, oberer
Lappen fast aufrecht, etwas hohl, ausgerandet, untere abstehend.
Staubgefässe 4, oben von einander weichend, Beutelfächer ge-
spreizt. IVüsse fast eben. Geschl. Syst. XIV. 1.
Kin- (A. 1.) oder nielirjälirige Kräuter oder Stauden. Quirle viel-
blütig, in schmale rispige Ähren geordnet. Blüten sehr klein.
' 1. E. cristata. BahnenTeammiformige Mlsholtaie,
Blätter gestielt, eirund-elliptisch, Iserbig-sägezähnig; Ähren dicht, schlank,
etwas überhängend.
WiLLD. Sp. pl. III. 59. Koch Syn. II. 631. Cavan. Ic. rar. IV.
t. 360. f. 1.
In der Nähe von Ortschaften, hier und da durch Zufall verwildert
und im Grunde der Flor nicht angehörig (Hb. vor Ilitscher, bei Nien-
städten — ; Of. bei Jever; 37 A. IV. Strelitz, N. Brandenburg). Juli.— Sept.
Stengel 1 — 1'/.,' Loch. IlliilcnstäDclige Blatter breit eiiimd , spitz, Deckblatter sehr
klein, lineal. ReicLe randliaarig- rauh, Kronen blass liolet.
Ä. IflEarXMA. JBTXJVZJB.
I^INN. Gen. n. 713.
Kelch glockiff oder röhrig, 5-zähnig oder fast 2-lippig.
Kronsaum glockig fast gleichmässig 4-lappigj oberer Lappen
schwach ausgerandet. Staubgefässe 4, von einander tretend,
Beutelfächer parallel. Nüsse eben. Geschl. Syst. XIV. 1.
Mehrjährige, aromatisch starkriechende Kräuter mit 4 -kantigem, kno-
tig-gegliedertem Stengel, gegen- oder wirtelständigen, ganzen, selten
zerschlitzteu Blättern, die bei denselben Arten bald kahl und flach, bald
rauhhaarig, filzig, runzelig und wellig - kraus vorkommen. Blüten in
Ähren und Köpfe bildenden oder von einander entferntstehenden Quirlen,
zu viclehig 2- häusiger Bildung hinneigend und deshalb bei denselben
Arten bald grösser mit hervortretenden,* bald kleiner mit eingeschlossen^»
Staubgefässen. Kronen blassviolet oder lila bis in weiss.
410 E.ABIATAE. mtentha.
f Kelchschluna l.al.l.
' 1. I?l. rotiiiidifolia. Hundblättrige JUinae. Blätter
sitzend, ruiullicli- oder ländlich- eiriiiul, eiitternt sagezahnig, runzelig,
oLcrseits zerstreuet, uiiterseits dichter und weisslicli l'emliaarig; Ähren
schlank walzenförmig, Kelche steifhaarig, fruchttragend eiförmig-liugclig,
Zähne aus eirund -lanzettförmiger Basis zugespitzt, zuletzt sich zusam-
menneigend.
LiNN. Sp. pl. 805. Koch Syn. II. 632. De Cand. Prodr. XII. 167.
Engl. bot. t.446. M. sylvestris Sole Menth, brit. t. 3 (nicbt t. 4. vcrgl. M.
sylvestris).
Auf Triften und Wiesen, an Gräben, auf feuchtem oder nassem Bo-
den, die nord- östliche Grenze des Vorkommens in Deutschland errei-
chend, sehr selten (Pr. Halle: \Tiescn bei Burg Liebenau, Reideburg,
Bischdorf — ; Pr. ff. Paderborn in Elsen — ; Ol. in Stickgras undllolz-
kanip — ; Br. Bremen?), .luli, August. — September.
Stark aromatisch- (melisscnartig) wolilricchc-iid. Steogcl 1 — l'/^'l'odi, steif aiifrfrlil.
Blätter oberscits graugrün, iintcrscits mit ziincliincnder Haarliekleidiing oft welsslicLIilzig.
Xbrcii scliiiial, kegelförmig zulaufend, hlütenständige Biälter lanzeltlicli, Blüten sehr klein,
auch etwas grösser variirend , Kelche kurz., Kronen lilasslila liis in weiss.
Ä. ]?I. sylvestris. W^ald • IfKinze, Blätter fast sitzend,
länglich -lanzettförmig oder lanzettförmig, sciiarf sägezähnig, oberscits
zarthaarig, unterseits fein graulilzig; Ähren walzenförmig, dicht, Kelche
wollig- filzig, Zähne schmal lanzett-pfriemenförmig, späterbin etwas zu-
sammenneigend.
LiNN. Sp. pl. 804. Chi. hau. 289. Koch Syn. II. 632. De Cand. Prodr.
XII. 166. Reichenb. PI. crit. t. 982. 893. Engl. bot. t. 686. M. villosa
Sole Menth, brit. f. 1.2. M. gratissima Roth Fl. germ. I. 247. II. 6.
b. latifolia. nie breitblättrige. Blätter länglich- eirund, weicher
filzig, oberscits grünlich, unterseits fein weissfilzig.
Chi. han. das. M. sylvestris f. nemorosa De Cand. das. 167. Rei-
chenb. das. t. 984. M. nemorosa Willd. Sp. pl. III. 7.5. M. sylvestris
Fl. dan. t. 484. M. rotundifolia Sole das. t. 4 (nicht t. 3. nach Sni. Fl. brii.
610 und der Abbild.). IIavne Arzueigew. XI. T. 34.
c. viridis. Jtie grüne. Stengel und Blätter fast kahl und grün;
Ähren schmäler, Quirle locker stehend, Kelche spärlich behaart, sel-
tener ganz kahl.
Chi. bau. das. M. sylvatica d. glabra Koch das. M. viridis Linn.
Sp. pl. 804. De Cand.' das. 168. Sole das. t. 5. Engl. bot. t. 2424.
Fl. dan. t. 1876 IIayne Arzneigew. XI. t. 36. Wenn die Blätter die
Form der Spielart b. haben: M. lacvigata W^illd. Enum. hört, berol.
II. 609.
d. crispa. Hie krause. Blätter kahl, blasig -runzelig, eingeschnit-
ten - sägezähnig.
Chi. hau. das. M. sylvestris f. crispata KoCH das. 31. viridis y. erispa
De Cand. das. M. crispata Schrad. Cat. seni. bort. gotl. Willd. Enum.
pl. bort, berol. II. 608. Uavne das. T. 35. M. hercynica Röhl. Deutscbl.
Fl. 328.
X ]?I. aciiiatica-syli estris. JTasser.Wald'Bastard'
minze» Blätter gestielt, eirund, rauhhaarig; Ähren länglich-walzen-
förmig.
Chi. han. das. M. nepetoides LEjEtiv. Fl. d. env. d. Spa. Revue 116.
Koch das. M. sylvestris Fl. dan. 1. 1932.
An Ufern, Gräben und W^egen, gern zwischen Gesträuch, auf feuch-
tem oder nassem Boden, sehr bäufig; b. hier und da; e. ziemlich selten;
A. selten (erstere Hn. Stade am Eibufer, an W^ieseubächen bei Neuen-
kirchen im Osnabrückschen — ; Pr. IV. Minden, Wiedenbrück — ; Pr.
mtentha. liABlATAE. 411
Halle: Sümpfe der Elsterauc — ; letztere Hii. am Harz an mehrerii Or-
ten, z.H. unterhall» Andreasberg — ; Br. IJlankenburg bei der Marmor
mülile — ). Die Bastardform selten und einzeln (Hti. Adelebsen; Scinu.
an der Beber; jPr. bei Bibra). Juli bis September. — September, October.
Gerucb der Ilatiptart iinaDgenehra balsaiiiiscli , der Spiela. c. abweichend, stärker und an-
gencbiu , der Spiela, d. mit dem der vorhergebenden übereinkommend. Stengel '2 — 3' hoch,
ästig. Blattforui »om Eirunden bis in's Scbmal-lanzeltliche »ariirend. Bekleidung nicht min-
der veränderlich. Blüteoständige Blätter schmal lineal - pfrieraenförmig. Kronen hellviolet
oder lila, bisweilen dunkler gestreift. — Die Abweichungen der Ahrenlorm an der Spielart c.
haben ihren Grund lediglich im Mangel der Filzbekleidung. BüNTIIAM in DE Cand. Prodr.
a. a. O. glaubt HI. viridis als eigene Art von M, sylvestris verschieden, weil sie constant völlig
kalilen Stengel und Blätter habe. Dies ist indessen nur bei der cultivirten Pflanze etwa der
Fall, an der wildwachsenden haben der Stengel, besonders an den Knoten, und die Aste
meistens Härchen, und auch die Blätter kommen, wie schon KoCH erwähnt, besonders in
den untern Winkeln an der Mitlelrippe, behaart vor. Es würde indessen auch dieser Unter-
schied in der Bekleidung zu der speciCschen Trennung nicht hinreichen. M. citrata EllRH.
unterscheidet sich auf dieselbe AVeisc von M. aqnatica, ohne dass man deshalb ihre spccifi-
sche Trennung in Anspruch nehme — Exemplare der Spielart d., an denen nur an den ober-
sten Blättern die Serraturen in Einschnitte überzugeben anfangen, sammelte schon EtlRUART
bei Andreasberg. Dass der krausblättrige Zustand, der bei den meisten Minzen vorkommt,
eine Krankheit der Blätter sey, scheint sich dadurch zu bestätigen, dass stets die normale
Ausbildung der Blatiform und des Blattstiels, der an den krausen Formen immer kürzer
bleibt, dadurch behindert wird.
3. ]?I. aquatica. Wasser • Minze. Stengel rückwärts
rauhhaarig; Blatter gestielt, eirund, spitz mit rundlicher oder schwach
herzförmiger Basis, ungleich sägezähnig, beiderseits bald zerstreuet bald
dichter kurzhaarig; Quirle in den obcrn Blattwinkeln , endständige läng-
lich-kopfförraig zusammengedrängt, 1 — 2, selten 3 folgende entfernter
und kugelig. Kelche röhrig-trichterförmig, gerieft und steifhaarig, Zähne
gestreckt, aus lanzettlichcr Basis pfriemlich zugespitzt.
Chi. han. 290. M. aquatica Linn. Sp. pl. 805. Koch Syn. II. 634.
De Cand. Prodr. XII. 170. Sole Menth, brit. t. 10. 11. Fl. dan. t. 638
(Origanum vulgare), t. 2057 (M. latifolia ; mit breitern Blättern). M. aqua-
tica ((. nemorosa De Cand. Prodr. XII. 170 Wenn die Pflanze stärker
behaart ist: M. hirsuta LiNX. Mant. 81. Engl. bot. t. 447. M. aquatica ß.
hirsuta De Cakd. das. Wenn die Beliaarung weicher und weisslicher ist:
M. hirta Willd. Enum. bort, berolin. II. 608.
b. citrata. Die citronenduj'tende. Stengel, meist rundlichere Blät-
ter und Kelche kahl.
Chi. han. das. M. citrata Ekrh. Beitr. YII. 150. Beichenb. PI. crit.
X. t. 977. M. odorata Sole das. t. 9. Engl. bot. 1. 1025.
c. piperita. nie pfefferminsähnliche. Stengel und eirund -läng-
liche Blätter weisslich, fein und weichhaarig, von Pfefl'erminzgeruch.
Chi. han. das. M. canesccns Willd. Gott. bot. Gart, (aus Samen des
Berl. Gart.).
d. vertioillata. Hie gequirlte. Quirle sämmtlich in den Blattwin-
keln von einander entfernt stehend und kugelig; Stengel, Blätter und
Kelche mehr oder weniger behaart.
Chi. han. 291. M. verticillata Linn. Herb, (nach Smith's Angabe). Mill.
Dict. n. 17. BOTH Fl. germ. I. 249. II. 2. II. M. sativa Koch Syn. das.
Engl. bot. t. 448. M. rivalis Sole das. t. 20. M. acutifolia Sm. Transac.
Of Linn. SoC. V. 203. Engl. bot. t. 2415 (Übergang der Hauptart in d. mit zu-
gleich schmälern Blättern). M. palustris ReICHENB. das. t. 976 (Übergang in die
Hauptart). M. paludosu SoLE das. (desgl.) M. arvcnsis «. sativa De
Cand. das.
e. rubra, nie rothe. Quirle sämmtlich in den Blattachseln von
412 liABlATAE. Mentha.
einander entfernt stellend und kugelig; rötliliclier Stengel höher, ästi-
ger, nchst Blättern und rüthliehen Kelchen kahl.
Chi. hau. das. M. rulira Sm. das. (nicht Huds. und Fries Smum. %eg. Scand.
196.). 205. Engl. bot. t. 1413. M. sativa ß. glahra Roch das. — M.
arvensis t)'. ruhra De Cand. das.
f. crispa. Hie krause. Blätter kürzer gestielt, runzelig und irre-
gulär eingeschnitten -sägezähnig.
Clil. hau. das. De Cand. das. M. crispa Lmx. das. Kngl. hot. Supjil.
t. 2785. M. sativa d. f. Kocii das. M. dentata Mönch Meth. 3H0 (.uli
kahlen Blattern). RoTH Manual. 815 (mit behaarten Bl.iltern).
An Teichen, Bächen, Flüssen vnd in Sümpfen, auf nassem Boden,
nebst d. sehr häulig und oft truppweise; h. und c. sehr selten (erstere
Hn. Königshof am Vorharzc; Ol. Stad- und Butjadingerland — ; letztere
im Thale hinter Waake hei Göttingen an dem Bache am Wege nach Eher-
götzen); d. ziemlich häufig an grössern Flüssen in sonniger Lage; e. sehr
selten (Hn. 'V*'ietzenhruch hei Celle; Pr. fV. Minden). Juli his Septem-
ber. — - September, Octoher.
Geruch der Haiiptart sowie von d. und e. stark gemein oder roh lialsaraiseh, alier nicht
selten den ludividuen nach verschieden, von b. feiner citronülartig, Ton r. wie der der cul-
tivirtcn M. pipcrita , nur schwaclicr; von f. wie der der Hauptart, aber edler. Stengel stark.
1, 2 — 3' hoch. — nie Blätter variircn länger und kürzer gestielt. Die Blaltl'orm geht
selten in die elliptische über, indem die Blattbasis Terschmälcrl gegen den Blattstiel zuläuft;
diese Formen sind besonders, wenn sie bei der .Spielart d. rubra eintreten, von M. gcntilis
kaum zu unterscheiden, vielleicht auch in Wahrheit speci6sch nicht verschieden. Bie Haar-
bckleiduog des Stengels und der Blätter nimmt auf trockenem Boden bis ins Weisslich-
filzige zu. Die tiefer stehenden Bliilenköpfc sind in der Regel gestielt, seltener alle fast
sitzend. Kronen blass , selten dunkelrosa oder lila bis in fast weiss.
Bemerk. 1. Die von KoctI (Sjn. II. (iM.) eingeräumten Übergangsformen zwischen,
M. aquatica L. und M. sativa. oder der kopfförinigen und der entfernt quirligen Stellung
der Blüten, kommen in so grosser Menge und so weit ich zu beobachten Gelegenheit hatte,
stets fruchtbar vor, wcsshalb eine hybride Einwirkung hier schwerlich anzunehmen ist. —
Der von FriES Summ. veg. Scand. 197. festgehaltene Unterschied, wonach seine M. satiia
von quirlständigeu Formen der M. aquatica durch den Blätlerschopf sich kenntlich macht, ist
keinesweges haltbar. Wenn die Blatientwiehelung vorwallet, bilden die obern Quirle sich
weniger aus und es bleibt ein Blätlerschopf. Begünstigen die Lmstäude eine frühe und starke
Blülenentwickclung, so verkümmern dagegen die Blätter der obern Knoten. Übergänge und
Extreme dieser Art trifft man nahe bei einander an Individuen, die unzweifelhaft derselben
Art angehören, und bei 31. Tulegium kann man die auffallendsten Gegensätze dieser Art auf
einer Wurzel linden.
Bemerk. 2. Wie ein so trefflicher Forscher als BENTIIAM ist. dem MissgrilTe un-
terliegen konnte, die quirlblütigeu Formen der M. aquatica zu M. arvensis zu bringen, deren
Kelchbildung beide auf den ersten Blick und sicher von einander unterscheiden lässt, würde
unerklärlich sevn. fiele nicht die Ursache alsbald in der beibehaltenen Abtheihn.g der Minzen
in köpf- und wirtelblütige ins Auge. Die Treunung der bloss ([uirlblütigcn Formen der
M. aquatica von den kopfbluligen war hiervon fast nothweudige Folge.
Bemerk. 3. Über M. sativa I.INN. giebt BENTHAM, obgleich er sie im Herbarium
sah, aus eben jenem Grunde keinen genügenden Aufscbluss. Er wirft sie mit M. arvensis
L,. und M. gcntilis L. in seiner eomponirten M. arvensis zusammen. Aller Wahrscheinlich-
keit nach ist es jedoch unsere 31. aqnatica d. verticiUata.
4. ]fl. gentilis. Mdle Minae. Blätter kurz gestielt, ellip-
tisch, gegen Basis und Spitze mehr oder weniger verschmälert, ungleich
sägezähnig, beiderseits zerstreuet kurzhaarig; Quirle sämmtlich von ein-
ander entfernt in den Blattwinkeln; Kelche röhrig-glockig, gestreift und
steifhaarig, i^ähne gestreckt, dcita - lanzettförmig.
LiNN. Sp. pl.805 (nach Ausweise zu I.INNEs Zeit im Garten zu Upsala cultiviricr
ton EhKIIART eingelegter Exemplare). Chi. han. 292. KOCB Syn. II. 635. SOLE
Iflentha. liABlATAE. 413
Menth, brit. t. 15 (mit sclimhlcrn Blättem). Engl. bot. t. 449. M. pratensis
Sole das. t. 17. De Cand. Prodi-. XII. 168.
b glabra. Hie Kahle. Stengel, Klätter, Basis der Kelche und
deren Stielehen kahl.
M. gcntilis v. angustifolia Chi. han. das. M. gentilis y. gracilis Hoch
das. i>l. gracilis Sm. Transact. of Linn. Soe. V. 210. M. gentilis Sole
das. t. L5.
An Bächen und Flussufern, auf feuchtem Boden, selten (/?«. Ärzen,
zwischen Kassebrock und Gesmold im Osnabrückschen — ; Pr. ff^. ]>Iin-
den, j^lünster, W'iedenbrück — ). .luli, August. — September, October.
Geruch wie Basilienni. Der ganzen Bildung nach genau in <Ipr Mitte stehend zwischen
SI. aquatica e. rubra und IVI. arvensis , im Gcs.innutansehen dieser am nächsten kommend; von
ersterer zu unterscheiden durch schwächer geriellc (gestreifte) , gegen die Mündung mehr er-
weiterte und etwas breitere, weniger lang und lein zugespitzte Kclclie; während M. arvensis
sich unterscheidet durch kürzere glockige Kelche und ganz kurze dreieckige (dellaförmige)
Zähne. Die Gestalt ist schlanker, zarter, schnialstengeliger als die sänimtlichen Formen von
M. aqualica, die Stengel nicht üher 1' hoch, Blätter in der Foim und in der Länge des
Stiels variirend. Ührigens triflt man auch hier sowohl Ejemplare an, denen nach der Spitze
des Stengels zu hald die Blatibildung hald jedoch seltener Blütenentwickelung vorwaltet.
Vergl. M. aquatica.
5. ]?I. arvensii^* Feld- Minze» Blätter gestielt, eirund
mit wenig verschmälerter Basis, sägezähnig, beiderseits mehr oder Aveni-
ger kurzhaarig; Quirle sämiutlicli von einander entfernt in den Blatt-
winkeln, Kelche glockig, steifhaarig, mit gestreckten, deltaförmigen, nicht
längern als breiten Zähnen.
Linn. Sp. pl.806. Chi. han. 293. Koch Syn. Tl. 635. Beichenb. PI.
crit. X. t.968. Sole Menth, brit. t. 12. Engl. bot. t. 2119. M. arvensis
*. vulgaris De CanD. Prodr. XII. 172 (die mehrstcn der nachfolgenden Spielarten
mit eingesclilosseu).
b. subrotunda. Die rundlichblättrige. Blätter rund -eirund mit
gerundeter oder sehwach herzförmiger Basis, etwas runzelig.
Chi. iian. das. M. arvensis Linn. Fl. SUCC. 201 (nach Ausncise einer Anzahl
von EllJJHART zu LlNNE's Zelt in Upsala eingelegter Exemplare). BeiCHENB. das.
t. 967. M. agrestis Sole das. t. 14. Engl. bot. t. 2120. Beichenb. das.
t. 971.
e. glabrinsculi^ Die Jast kahle. Stengel und eirund -lanzettför-
mige, schwach sägczähnige Blätter kaum etwas behaart, Basis der Kel-
che und deren Stielchen kahl.
Koch das. M. arvensis v. lanceolata Chi. bau. das. 31. gentilis Sm.
Transact. of Linn. Soc. Y. 208. Engl. bot. t. 2118. M. sativa Sole
das. t.21. M. arvensis C. De Cand. das.
d. riparia. Die uj'erständige. Höher; Blätter lang gestielt, grösser,
elliptisch, beiderseits oder nur nach der Spitze zu stark verschmälert;
Kelchzähne etwas zugespitzt.
Chi., han. das. M. arvensis v. parietariaefolia Beichenb. Fl. cxcurs.
306. PI. crit. X. t. 970 (als zunächst angrenzende noch üppigere Form).
e. gracilis. Bie schlanJce. Stengel meist einfach, schlank; Blätter
kleiner, lanzettlich; Quirle wenigblütig, Blüten kleiner.
Chi. han. das. M. acutifolia Beichenb. PI. crit. X. t. 973. M. austriaca
Jacq. Fl. austr. V. 14. t. 430.
Auf Äckern, auf feuchtem oder nassem Boden, besonders nach der
Ernte, sehr häufig und oft heerdenweise ; b. daselbst, weniger häufig;
c. meist auf überschwemmt gewesenem Boden, hier und da; d. an Lferii
von Flüssen und Bächen auch in Sümpfen; e. hier und da mit der Haupt-
art. Juli bis September. — October.
Geruch der Uauptart, b. und e. widerlich minzenaitig, von d. schwächer und aiigeneh-
414 liABlATAE. Lycopus.
mcr, von C. lic-blicb melissCDaitig. Stengel lialli liegend, ilann ansteigenil , 6 — 8" Loch,
meist vielastig, von d. bis 1 '/i' lioeb , seliwaeli. Kronen lilein, lila, Slaiiligefässe meist
eingcsolilossen. Die glockigen, kurzen, nicht gerieften Kelclie und deren kurz-dreieckige Zähne
sind die einzigen mit Sicherheit zu benutzenden Kennzeichen dieser übrigens dennoch sehr
variablen Art. Es scheint keinem Zweifel unterworfen, dass unsere Spielart d. bei manchen
andern Schriftstellern als M. genlilis und als M. saliva vorkommt.
ff Kelchschlund durch einen llaarkranz geschlossen.
18. JTI. Plllegiuni. JPolei-JMinae» Stengel niederliegend
und sehr astig; Blätter eirund elliptisch, stumpf, verloren sägezäbnig;
Quirle sänimtlicli von einander entfernt in den Blattwinlieln, Heiehe röh-
rig, obere Helchzähne zurückgclirünimt.
LiAN. Sp. pl.807. Chi. lian. 293. Fl. dan. 1. 1755. Sole Menth, l.rit.
t.23. Engl. bot. t. 1026. Pulegium vulgare Mill. Uict. INr. 1. Koch
Syn. II. 636. Havne Arzneigew. XI. t. 39.
In Auen, auf Triften, an Ufern, auf sandigem nassem oder über-
scbwemnit gewesenem Boden, ziemlich häufig. Juli, August. — Septem-
ber, üctober.
Gernch stark widerlich minzenartig. Stengel .in der Basis kriechend, dann ansteigend,
'/j — 1' hoch, blätter- und blutenreich. Kelch i-lijijjig, Kronen lila, oberer liappen nicht
ausgerandet.
€?JE lVMR»Z.ICItMS,
Pharntaceutisch-JIledicinisches. Officmcll sindvonA.2.
die Spielart c. viridis und d. crispa, von A. 3. die Spielart f. crispa (Ilerba
Menthae acutae s. romana und Menthae erispae). tfedoch wird von ihtien
nur die cultivirte Pflanze antjewendet. Auch kann A. 7 . (Uerba Pulegii
s. Pulegii regaiis) benutzt werden. Vorwaltende Bestandth. sämmi-
licher Arten ätherisches Öl und eisenifrünender Gerbestoff. Anwendung
IH Substanz, Pulverform, viel häufiger im Theeaiif'f/uss als magen- und
nerven stärkendes Mittel, äusserlich besonders in Bädern.
OlCOnOfnischeS. SämmtUche Arten mit Ausnahme der A. 3. wer-
den gern vom l'iehe gefressen.
3. iii:roPus. w^oxiFSJFuss.
LiNN. Gen. n. 33.
Kelch glockig, 47-5 - zähiiig. Krone trlchlerförmigj fast
glelchmässig 4 -lappig, oberer Lappen ausg^l•an(let. Stauh-
"jefasse 2, mit oder ohne Ansatz zu einem zueilen Paar. Beu-
eilacher parallel, ]\üsse mit einem verdickten knorpeligen
Rande.. Geschl. Syst. II. l._ . . ^ *
Mehrjährige, sumpfliebcnde Kräuter mit tief- sägczähnigen oder fieder-
spaltigen Blättern. Blüten in dichten, blattwiulvelständigen , von den
Blättern weit überragten Quirlen, lilein und sitzend.
1. li. europaeiis* Gemeiner IM^olfsfuss» Blätter ge-
stielt, eirund-lanzettförmig, grob buchtig- sägezähnig, untere an der Ba-
sis fast fiederspaHig.
LiNN. Sp. pl. 30. Chi. hau. 305. Koch Sjn. II. 636. Scuk. Handb.
I. T.4. Fl. dan. t. 1081. Engl. bot. t. 1105.
An Teichen, Gräben und Bächen, auch in Sümpfen, auf nassem Bo-
den, bäuHg. Juni, Juli. — Juli, August.
Stengel aufrecht, 1 '/., — 3' hoch. Kliilter feinha^.rig, seltener kahl. Blüten klein,
Kelcbzipfel stachelspitzig, Kronen wci^s mit rosa ruiicten.
GJEirjERBZ,ICHES,
technisches» Unter Zusatz von Eisenvitriol zum Schwarzfürben
von JLeiuen anwendbar.
ÖTCOnonniSCheS. fVird vom Viehe gefressen.
fe
Origanuin. I^ABIATAE. 415
4. ORI»A]VlJ]VI. JOOSV.
LlNN. Gen. n. 7'26.
Kelch eiförmig-glockig, 10 — 13-nervig, fast glcichmassig 5-
zälinig. Krone 2 -lippig, Oberlippe aufrecht , aiisgerantlets
Unterlippe ahstehentl, 3 -lappig. Staiihgefässe 4, oben von
einander tretend^ Beutelfacher getrennt mit zwischenliegendem
3-eckigcm liandc. Gcschl. Syst. XIV. 1.
Melirjalnige Kräuter (A. 1.) oder Halbstautlcn mit ganzrandigen oder
gezähnten Blättern. Klüten in Aliren mit geseliindelten Decl>blättern ge-
ordnet.
1. O. vulgare. Gemeiner JOost. Blätter eirund, spitz;
Blütenäliren fast l.ugelig in Duldentraulien geordnet.
LiNN. Sp. pl.824. Cbl. han. 288. Koch Syn. 11.639. Schk. Handb.
II. T. 164. Sturm Oeutscbl. Fl. H. 8. Fl. dan. t. 1581. Engl. bot. t. 1143.
Hayne Arzneigew. Till. T. 8.
An Feldrainen, Ileclsen, "V^^aldrändern, zwisehen Gebüsch, auf troclie-
nem niagerm und steinigem Boden, häutig. Juli, August. — September,
October.
Vicleliig-2- Iiäusig. Stengel 1 — '-'/,;' hoch, unten weicLhaarig. Blätter oberseits dun-
kel, unterseits hlassgrün, durchscheinend, punctirt. PecUlatter bald länger bald kürzer als
die Blüten, nebst dem Stengel meist dunkel rioletroth augelaufen. Kronen trüb pfirsich-
blütfarben, selten weiss, an der weiblichen Blüte kleiner und die Staubgefässe kürzer als
die Hronröhre, bei der männlichen die Staubgefässe länger als diese.
GXUJERBI,ICHES.
PharntaceutiSCh- JtKedicinischeS» Kraut mit den blühen-
den Spitzen officinell (Herba s. Sununitates Origani vulgaris), f'orwal-
tende Bestandtli. ätherisches (Dosten-) Ol und eisenffriinender Gerbe-
stoff. Anivendunt/ in ähnlichen Fällen wie Quendel und andere aro-
matische Kräuter, meist äusserlich im yäuftfuss , zu Bähunfjen , Bädern
U.S.W. Beim Landmann als Theesurrogat und als krampf'stillendes Mittel
bei f'ichlirankheiten im Gebrauch.
technisches» Das Kraut färbt f Volle braun- und hochroth.
ÖTCOnomiSCheSm Dem Biere kann es statt des Hopfens zugesetzt
iverden, den Speisen als Gewürz. Das Vieh frisst das Kraut. In Gür-
ten soll man damit den eindrang der Ameisen von den Bäumen abhalten
können.
I.INN. Gen. n. 727.
Kelch eiförmig, 10— 13-ncrvig, 2-lippig, Oberlippe mit 3
kurzem, Unterlippe mit 2 längern Zähnen. Kronsanm 2-lip-
pig, Oberlippe vor^estreckta ausgerandet, fast flach, Unterlippe
3-lappig. Staubgefässe 4, oben von einander absiebend, Beutel-
fächer ffctrennt mit zwischenlicffendem 3-eckiffem Bande. Gc-
schl. Syst. XIV. 1. ^ *
Niedrige Stauden (A. 1.) oder Sträuche mit kleinen, ganzrandigen
Blättern, die in Grösse, Form und Behaarung bei derselben Art man-
nichfacb abändern. Quirle wenigblütig, bald sämmtlich gesondert, bald
in Köpfe, Trauben oder Ähren geordnet. Kronen purpurn.
1. T. Seriiylliim* Gemeiner Q,uendel. Blätter ellip-
tisch, stumpf, an der Basis in einen kurzen Itlattstiel verschmälert, un-
terste oft elliptisch -umgekehrteirund, flach; Blüten kopfförmig.
Pers. Syn. II. 130. Chi. han. 280. Koch Syn. II. 640. Fl. dan.
1. 1165. Fngl. bot. t. 1514. Hayne Arzneigew. XI. T. 1 (die Hauptfigur; —
Annäherung an die Spielart c. Chainaedrjs).
416 I.ABIATAE. Thymus.
b. aiigustifolius. Der schmalblättrige. Niederlio^ciid, aufstro-
Itend - hurzästig; Bliitler liiical - länglich oiler lineal, gegen die ßasis
meist lieilloriiiig veiscliiiiälert ; Blüten kopfloiniig.
Chi. han. 281. Rocii das. Havne das. (Figur links). T. angustifoliiis
Pers das. Sturm Deiilsehl. Fl. 11.70. T. acicularis Waldst. et Kit.
PI. rar. Ilung. II. 157. t. 148. T. Serpillum Linn. Fl. suec. n.535 (nacli
Ausweise der von EllRHART zu LlNNEs Zeit zu Upsala eingelegten Eieinplare).
c. Chaniaedrys. Der grössere. Höher; ansteigend vielhengig-äslig;
Blüten trauhig oder trauhig- kopt'förinig; Blätter eirund -elliptisch.
Koch das. T. Chaniaedrys Fries IVov. Tl. 197. Summa veget. Scand.
197. IIaYNE das. (Zweig recLts).
d. vertioillatus. Der quirlige. Höher, schlanker, geradästig;
Blüten in (4 — ^8) gesonderten Quirlen; Blätter eirund-elliptisch.
Chi. han. das. und V. SuhspicatuS das. (wenn die Quirle sieh zu einer walzi-
gen Ähre zusammenseliliessen). VaILL. Bot. par. t. XXXII. f. 9.
e. niontanus. Der gebirg sständige. Dickstengeliger und grösser-
Itlälterig; Blüten ko]>rförniig; Blätter elliptisch - rundlicli auch fast
kreisrund.
V. niacrophyllus Chi. han. das. auch v. alpestris das. (weun ISlütenköpfe
und Blatter kleiner sind, den XJliergang in die Hauplart uacliweisend). T. niontanus
Waldst. et Kit. das. I. t. 71. T. nummularius SIarscu. Biererst. Fl.
taurico - cauc. II. 58. III. 403.
Auf Triften, Heiden, an "V^^egen und "V^^aldrändern, an lichten Stellen
in Hainen und Waldungen, die Hauptart nchst c. und d. auf lehmigem
und lehmig -humosem Boden, ersterc sehr häufig und meist truppweise,
letztere heiden ziemlich selten (//h. Eichsfeld, z.B. zwischen Holzerode und
Kreheck, zwischen Ebergötzen und Duderstadt, Landolfshausen — ); h. auf
Sand- und sandigem Boden, namentlich auf Heiden sehr häufig, trupp-
auch heerdenweise; c. auf steinigem oder felsigem Gehirgshoden liäufig
(am ganzen Unterharz, sehr charakteristisch an der Bosstrappe — weni-
ger grosshlätterig IIs. Bielstein, Meissner). Juni bis September. — Au-
gust, September.
Sümmtlichc Formen variiren in der Behaarung des Stengels (vcrgl. Bemerk.) ; mit an der
Basis gewimpericn und kalilen Blältcrn, mit kalilen und seltener rauh- oder sieilliaarigen Blät-
tern, die dicht weisszoltig behaarte Form (T. lanuginosus ScHK. Handli. II. T. 1()4.) kommt
aher nicht im Gebiete, sondern erst südlicher (zunächst bei Coesfeld in i*r. ff^. auch hier
nur seilen) vor; mit kleinern und doppelt grössern Bliiten; mit eingeschlossenen und aus der
Krone rorlretcndcn Gesebleebtstheilen ; mit lila -purpurnen , selten weissen, sehr seilen wciss-
roth punelirten Kronen (Pr. /Jf''. f • BiiNNlNGIIAUSEN) ; mit starkem gemeinem Qncndelgeruch
und seltener mit feinem Citronengerueh. — Seilen trilTt mun Esemplare, an denen alle Blätter
nmgekehtteirund, unterste fast kreisrund sind (HAYNE das. Zweig unten in der Milte).
Bemerk. Die jungen Triebe sind gedrückt 4-seitig, wodurch allcrnircnd 2 gegen-
ständige breitere und '2 etwas schmälere Flächen entstehen. Bei geringer Ilaarbckleidung
sind diese 4 F'läehen spärlich mit kurzen Härchen besetzt und zwar die beiden schmalen Flä-
chen meistens etwas stärker als die mit ihnen abwechselnden breitern. Die zwischenliegenden
4 Kanten aber sind häufig dichter und länger behaart als die Flächen, welche auch wohl fast
kahl vorkommen; alsdann erscheint der Stengel ((uadrifariam pubescens (FRIES Fl. dan. in
der Diagnose von T. Chamaedrjs t. 2237.). Legen sich die Haare der beiden, die schmä-
lern Flächen einschliessenden. Kanten fast znsammenlliessend auf diese letzteren, so erscheint
der Stengel, besonders an der getrockneten Tflanze, bifariam pilosus (FRIES Summ. Vcg.
Scand. 197. in der Diagnose von T. Chamaedrjs). Träfe diese 2- oder 4-streiOge Sten-
gclbehaarnng stets mit den übrigen, dieser vermcinilicben Art beigelegten, Charakteren:
quirlig -kopfförmigem Blütenstande und eirunden Blättern (wogegen T. Serpyllum umgekehrt-
eirunde haben soll (FR. a. letzt. Ort)) zusammen, so würde man wohl T. Chaniaedrys als eigene
Art ansehen dürfen. Dies ist nun aber gar nicht der Fall. Man trifft Exemplare der Form,
welche Fries T. ChamaedrTS nennt, so wie von der ihr nahe stehenden Form d. verticillatug,
Sntureja. T^ABIATAE. 417
die elienfalls liüufig caiileiu 4-fAriani pilostini liat, mit überall gleicbmässig fein bcliaartrin
aiicb mit kaLlem Stengel .111. l'nd niclit inintler kommt die Haiiptart sowobl, als auch die
Spielart b. angustifoliiis , nelcbe beide am bäiiiigsten allerdings gltiobmlisslg feinliaarig er-
scheinen, besonders dessfaalb, weil die Stengel kürzer und weniger üppig ausgebildet sind,
mit sehr bestimmt 2- und 4-linig behaarten Stengeln ^or.
GM 1VMMtBZ.ICItm8,
Pharmaceutisch.JtKedicinisches» Das Kraut mit den Bin
ten of'ficinell (llerhn Seipilli). Vor waltende Bes tandth. ätherisches
(Quendel-) Öl, Gerbesto/f' und bitterer Extructivstoff'. Anwendtinfj,
als sehweisstreibendes , nervenstärkendes , auflösendes Mittel, in Sub-
stanz, zu Species, zum Überschlaif , KräuterUissen , im Auf'tfuss mit an-
dern aromatischen Kräutern zu Bädern und Bähunf/en. Innerlich wird
er selten angewendet. Präparate sind ausser dem ätherischen Öl Spiri-
tus Serpilli. Beim Landmann ist der in Bier zerquetschte Samen eine
Thierarznei , auch wird das Kraut zu einem stärkenden Thee benutzt.
ÖTCOnontiSCIieSt Die dtronenduftende Spielart dient als Gewürz
an Speisen. Schafe und Ziegen fressen das Kraut und die Bienen be-
suchen die Blüten vorzutfsweise gern.
6. ^»ATIJREjrA. SA.VUnME*
I.INN. Gen. n. 707.
Kelch glockiffj 10-ncrvig, 5 -zähnig. Krqnsaum 2-lipnig,
0])erlippc gerade, ausgeraiitlef, Unterlippe gleieliniässig 3-lap-
pig. Staubgefässe 4^ von einander entfernt, unter der Oberlippe
zusaninienneigend. Gesehl. Syst. XIV. 1.
Einjährige Kräuter oder Stauden (A. 1.) mit kleinen ganzrandigeu
lllüttern. Quirle doldentraubig; Menigblütig mit kurzen Deeliblättern,
auch ohne solche, oder kopfförmig-mehrhlütig mit Deckblättern.
'1. S>. liorteii8is* Garten -Satur ei. Blätter lineal-lan-
zettlich, spitz; Quirle meist 5 -blutig.
LiNN. Sp. pl.795. Koch Sjn. 11.642. Schk. Ilandb. IT. T. 156. Sturm
Deutschi. Fl. H.5. Hayne Arzneigew. VI. T.9.
Auf Garteiiländereien, im süd- ■westlichen Theile des Gebiets auch auf
Feldern, hier und da verwildert (Pr. fV. auf Ackern am Sparenberge
und an der Nordseite der Brackweder- Berge). Juli, August. — Sept.
Stengel krautig, büsehelig, 6 — 8" hoch. Blätter schmäler als an der folgenden Art und
ohne Stacbelspilze, an der Basis stärker als jene gewinipert. Blüten fielehig -t2- häusig.
Kronen blasslila mit purpurnen Puncten am ScI.lunde.
'9. $». moiitaiia* Berg-Saturei* Blätter lanzettlich, in
die Basis verschmälert, obere stachelspitzig; Quirle lilattwinkelständig,
meist 3 -blutig.
LiNN. Sp. pl. 794. Koch Sjn. II. 642. Schk. Handb. II. T. 156. Sibth.
Fl. graec. VI. t. 543.
An Mauern, sehr selten verwildert (Pr. fV. am Gemäuer des Sparen-
bergs bei Bielefeld). Juli, August. — September.
Stengel büsehelig, 6 — 8" hoch, scbärflicb - flaumig. Blätter dicklich, steif, am Rande
und Mittelnerv flaumig, dunkelgrün, glänzend, beiderseits drüsig- punctirt. Blüten kurz ge-
stielt, Krone blassräthlich, Unterlippe am Schlünde purpurn puRClirt, Röhre doppelt so laug
als die Unterlippe.
ge:iver»x.ichx:s.
PharmaceutiSch-llKedicinischeS* Das Kraut mit den Blü-
ten von A.l. officinell (Herba Saturcjae). Vorwaltende Be s tundth.
ätherisches Öl und eisengrünender Gerbestoff. Einwendung nur noch
äusserlich zu Bädern. Präparate sind Oleum, Aqua und Tiuctura Sa-
turejae.
418 I.4BIATAE. Calaniintha.
OleonontiSCheS, '>*<• IlltUhi vo» .t. I. ein viclijclnaurliles de
würz (III Sjicisfu.
ItKNni. in I>E C.AIVI). Pro<lr. Ml. 'i'Jf).
Kelcli röhrl^, Di-iicrvig, 2-lii»[)ig, ^Olierlippe meist absle-
hcnd, niil 3, Uiilerlippo iiiil i Zähnen. Hronsiniui 2-llj)pig, Ohei-
lippe Jiufreehf, ganz oder ausgerandct. Stauhgelasse 4, anstei-
gend, mit den Spitzen paarweise zusammenneigcnd. iNüsse eben.
Ein- (A.l.) oder inelirjiihrige (A.2.) Kräuter ocIim- Stauden mit ganz-
randigcn oder gcxülinten Blällern. Blutenstellung nurbrartig. Kronen
purpurn, weissliih oder gell>.
1. C Acinos. Weld.Bergminze. Bläiier elliptisch, spitz,
entfernt siigezälmig, Mütenständige laiiger als die Blüten; (Quirle (i-l)lütig,
Zähne des Fruchthelchs zusammenneigcnd und den Schlund last schliessend.
Clairv. in Gau». Fl. helv. IV. 84. Benth. in De Cand. Prodr. XII.
23(). Chi. hau. 282. Kocii Syn. 11. 643. Thymus Acinos Linn. Sp. pl.
826. ScHK. Ilandh. II. T. 164. Engl. bot. t. 411.
Aul" Triften, Heiden, zwischen Gebüsch und an Waldrändern, auf
hügeligem, trockenem, kalkstcinigcm oder sandigem Boden , ziemlich häu-
fig. Juni bis August. — August, September.
Geruch unangenehm scharf. Stengel bis 1' hoch, ästig, anf 2 Selten «lichter flaumig
hehaart, selten liahl. Blatter un^ Bliiten<|nirlc leiterartig gestellt. Kelch am Grunde höclicrig.
Kronen rulhlichhlau , selten weiss.
!3. C. Clinopodiiini. Borstenhlütige Bergminxe»
Blätter eirund, stumpf, seidit sägezähnig. (Quirle kugelig, vielblütig,
von pfriemlich -borstenförmigcu Deckblättern eingehüllt.
Benth. in De Cand. Prodr. XII. 233. Clinopodium vulgare Linn. Sp.
pl.82l. Chi. hau. 283. Koch Syn. II. 644. Schk. Ilandb. II. T. Ift^.
Fl. dan. t.930. Engl. bot. t. 1401.
An Vk'egen, Hecken, in Hainen und in Waldungen, auf magcrni oder
steinigem Boden, häufig. Juli, August. — September.
Stengel V/^ — 'i' hoch, ansteigend, zottig. Blätter kurz gestielt, mit ahgeruudeter Basis,
ohcrseits zarthaarig. Kelche nchst den elieu so laugen Deehblallern zottig rauhhaarig. Kro-
nen hell|inriiurn.
LlWN. Gen. n. 709.
Kelch röhrig, 15 -nervig, gleichmässig 5-z;ihnig. Krone 2-
lippif?, Oberlippe aulVochl, flach, tief ansgerandel, Unterlippe
abslehend, 3-lappig, mitllerer Lappen gespalten. Stauhgelasse
4, oben von einander weichend, Beutelfächer ausgespieizt
Gesehl. Syst. XIV. 1.
Ständig."^ Blätter sitzend, am Bande umgcroUt. Blüten in ährcnför-
niig geuäiicrteu Quirlen.
1. H. oflleiiiali». Arzneilicher Msop» Blätter liueal;
Quirle einseilwendig.
Linn. Sp. pl.796. Chi. hau. 288. Kocu Syn. II. 645. Schk. Haudb.
II. T. 156. Sturm Deutschi. Fl. U.3. Jaco. Fl. austr. III. T. 254. IIayne
Arzneigew. \ I. T. 18.
An Buinen, Mauern und zwischen Steingeröllc, in sonniger warmer
L.ige, die Nordgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, hier und da
verwildert und fast eingebürgert (//ii. Alte Burg Salzderhelden, Buhle
hinter ISordheim — ; Hs. am Fürstensteine, Isopsberg bei Jestädt, Stadt-
mauern von Ilinteln — ; Pr. Naumburg am Pfortcnlterge im Stcingerölle,
Stadtmauern von Halle). Juni bis August. — September.
§alvia. liABlATAE. 419
Bitter -gewürzliaft. Stengel 1 — 2' liocL , 4- kantig, Blätter ins Kreuz gestellt, UM,
iliiul>elgrüii. Kronen kornbliimcnlilau , selten fleischfarben oder weiss.
GM vrjERBl^I CHES,
JPhartnaceutisch' Jtteaicinische*, Das Kraut offidnell
(Herba Hyssopi). Vorwaltende Be standth. ätherisches Ol und eiseti-
grüttender Gerbestoff'. Anwendttng im Axtfguss als Thee , als nerven-
stärkendes, auflösendes, schiveiss- und tirintreibendes Mittel, besonders
bei schleimigen Brustbeschwerden; äusserlich zu Umschlägen. Präparat
ist nur noch Aqua Hyssopi,
8. Gruppe. MONARDE AE. IttONARU MN GHWrÄCMSE.
StauLgefässe 2, gerade oder ansteigend. Beutelfäelier länglich -lincal,
einzeln oder durch ein fadenförmiges Band von einander getrennt.
9. lSAIi¥IA. SAXiBXM,
LiKN. Gen. n. 39.
Kelch 2-Hppig. Krone racheuförmig. Band der Sfaiibbeutel
fadenföruiiff anstelffcnd und an der Spitze einen einfacberiffen
Beutel tragend. Gescbl. Syst. II. 1. ^ ^
Zwei- (A. 4.) oder mehrjährige Kräuter (Art. 1 — 3.) oder Sträuche,
von mannichfachem und abweichendem Gesammtansehen. Blätter ganz,
eingeschnitten, geschlitzt oder fiederspaltig. Blüten quirlig -ährig.
Kronrölire innen mit Haar- oder W i in j) e r n r i n g.
1. S. verticillata. Q,uirl -Salbei, Blätter herz- delta-
förniig, seicht ausgeschweift -gezähnt, untere mit geörten Blattstielen;
Quirle gesondert 15 — 20 -blutig, fast kugelig.
LiNN. Sp. pl. 37. Chi. han. 306. Koch Svn. 11. 639. Clus. Hist.
Lib. IV. 29. f. 3.
An Wegen und auf Schutt, auf sonnigem trockenem Boden, als Flücht-
ling aus Gärten, selten und kaum der Flor angehörig (Hn. Ilerrenhausen
bei Hannover — Osterberg bei Hildesheim). Juni bis September. —
September, October.
Stengel 1 — '2' Locli, nebst den Blättern schwach steii'haarig. Bliitenqnirle 6 10.
Kelche nebst den Stielchen rauhhaarig, Kronen fast doppelt so lang als der Kelch, scliiual,
aussen zartbaarig, innen mit einem in Wimpern zerfetzten Ringe, kornblumenblau.
Kronröhre ohne Innern Ring.
«. S. pratensis. WtesenSalbei» Blätter herzförmig-läng-
lich, unregelmässig doppelkerbig runzelig, unten weichhaarig; Quirle
gesondert, 6-blütig, Deckblätter und Kelche klebrig-behaart, Kronröhre
viel kürzer als die Oberlippe.
LiNN. Sp. pl.35. Chi. han. 306. Koch Syn. II. 638. Engl. bot. t. 153.
Havne Arzneigew. VI. T. 2.
Auf V^'iesen. an V^'^egen und Hügeln, auf trockenem besonders gern
kalksteinigem Boden, ziemlich häufig. Mai bis Juli. — Juli, August.
Geruch roh- aromalisrb. Stengel 1 — 2' hoch. Unterste Bl:ittcr lang- mittlere knrz-
gestiell, oberste sitzend, bisweilen an der Rasis lappig- eingeschnitten. «)bere Kelchlippc
kurz 3-z;ihuig, untere gespalten - 2 - zahnig. Kronen kornblumenblau, seltener weiss oder
scheckig (S. variegata M'ALI.nsT. et KiT. in WiLDEN. Enum. hört, bcrol. I. .36.), sehr
selten fleischfarben.
3. S. SyHeStris* WaldSalbei, Blätter herzförmig-läng-
lich, einfachkerbig, unterseits nebst den Kelchen grau zarthaarig; Quirle
kaum gesondert, meist 6 -blutig, mit gefärbten Deckblättern; Kronröhre
so lang oder länger als die Oberlippe.
420 I.ABIATAE. Nepet«.
LiNN S|>. |)l.34. Chi. hau. 30.5. Koch Syii. II. 637. Reichenk. PI.
crit. VI. t.h'27. Jac«j. Fl. jiiislr. III. t. 212. S. neiiiorosa Linn. das. 35-
Hkichenh. «las. 1.520.
An Wc^eii, Feltli'aiiifii , iinlM-liaiietcn Oi'tcn, aiil' inagi'rni saiiiligcin
Itodt-ii, die IXoid- und iXordwcstpjrrnzc der Gesaninitveihreitung am Hai/.c
erreichend, stellenweise (Pr. Halle: zwisehen Langenhogcn und llolls-
dorf , zwischen den I)üniel<en und V^'^ansleben , Ihiterricsdorf unweit Eis-
ichcn, an der Hüneburg, unweit Gerbstedt an den Seelöchern bei Zaben-
stedt. Aderstcdt unweit Bernburg, im Harsleber Felde, Steinholz bei
Quedlinburg, Aschersleben — ; .Se/iiw. am Riffhäuser, Sondersbausen — ;
Un. Stempeda im Ilobnsteinseben). Juli, August. — September.
Stengel l — 2' hoch. Blätter stiiiiipl'Iich (S. ncmorosa) und spitz variirend , liisivcileii
auch kerbig- sägeziihnig, iiiiteie gesliell, ohere sitzencl. Blüten halb so gross als an A. 'i,
Stanbfädcn kürzer als die kombliimenblanen Kronen.
4. S. Aethlopis. Ungarsche Salbei, Blatter eirund
oder länglich, ausgeuagt- Kerbig, buchtig oder lappig, sebr runzelig und
nebst Stengel und Kelcben weisswoUig, Quirle 4, 6 — 8-blütig mit herz-
förmig-kreisrunden in einen Dorn ausgebenden Decbl»lättern.
LiNN. Sp. pl.39. Chi. bau. 306. Koch Sjn. II. 637. Jaco. Fl. austr.
IIT. t. 211.
Auf dem trockenen, lieraseten und sonnigen Boden eines Basaltfel-
sens, unmittelbar an verfallenen Ruinen (//.v. Bielstein unweit Albungen),
nur verwildert, in neuerer Zeit sich verlierend und der Flor kaum an-
gebörig. Juni bis August. — September.
Stengel 1 — l'/j' '"Jeh. Wiirzclständige Blätter rosettenartig .im Boden liegend nnd
gestielt, mit berzförraiger Basis. Blüten gross, Kelch in Wolle eingehüllt, trichterartig
erweitert, stark gerieft, die Zähne in dornartige Grannen endigend, Kronen xreiss, Kron-
röbre kürzer als der Kelch.
Pharntaceutisch' medicinisches, A. 1. ist beim Land-
mann im maffenstiirkeudrn Tlieenu/'ijuss noch im Gebrauch und ntisser-
lieh zu Hadern zu empfehlen.
JOechnischeSm >/. /. zum Schwarzbraun färben , auch als Gerhe-
millrj zu benutzen.
ÖTeonontiSCheSt Das Rindvieh frisst die Art. 2. und 3. nur im
Nolhfall, die Art. 1. u. 4. rjar nicht.
3. Gruppe. NEPETEAE. KATXMX miJV X:m:]V.
GJEVrÄCXSJE,
Staubgcfiisse 4, hintere oder obere (nicht wie in den übrigen Gruppen
die vordem) länger.
lO. ]«EPJETA. KJLTXM]¥MM]¥XK,
MNW. Gen. n. 710.
Kelch i-olirig, meist gekriimnit^ 5-z:iliiilg. Kronsaum 2-lippig,
Oberlippe gerade, aiisfferaiuiet oder gespalten, Unterlippe ab-
stehend, S-lappig, mittlerer Lappen sehr gross, hohl und ge-
zähnelt. Stauhffefässe ansteigend, Beutellachcr seradlinig ge-
spreizt. Geschl Syst. XIV. 1.*
Mehrjährige Kräuter. Blätter nianuichfach. Blüten au den Enden
des Stengels und der Zweige in dichten äbrenartigen Quirlen.
1. IV. Catarla. Gemeine Matsenminse* Blätter läng-
lich-eirund mit herzförmiger Basis, tief kerbig -gesägt, unterseits grau-
filzig; Nüsse glatt und kahl.
LiN\. Sp. pl.796. Chi. hau. 299. Koch Syn. 11.646. Schk. Handb.
II. T. 157. Fl. dan. t.580. Engl. bot. 1. 137. Ha\ne Arzneigew. IV. T. 8.
Draoooeiihuluni. E.ABIATAE. 421
In tler IXälie von Dörfern an Wegen, IIceKcn, M.iuern und Schutt,
aucli an llulnen, auf magerm steinigem Boden, liäuiig eingeJjürgert.
Beslaubt-fihlg und stark geHÜizliall ilftiicnd. Slciigcl 1 '/^ — "J 1/,/ liucli , Blällcr gc
slicll, ctivas iHiiicIlg, obciscils mallgiiiii. ISlülen in gcsticllcii, i icll.luligen Uoldcutiäub
cLcu. HelclizaLne pfiienilicli - liorstcnl'oimig. Kronen «cisslicL, Lnterli|i|iL- lütli pnnetirt.
9* ]V. €*teclioiita. Gundermanns - Matxenminase»
Blätter nlcrenrund, obere mit liei'zförmiger Basis, groh gel>erljt, beider-
seits grün; Nüsse liahl.
Beath. Lal». 485. in DeCand. Prodr. XII. 391. Glechonia liederaeea Likn.
Sp. pl. 807. Chi. ban. 299. liocu Syn. 11.647. Schk. Handb. II. T. 159,
Sturm Deutscbl. Fl. U.S. Engl. I)ot. t. 853. IIayne Arzneigew. II. T. 8.
An Hecken, Mauern, auf Kulturländern und hi Waldungen, auf schat-
tigem humushaltigcm Boden sehr häufig. April bis Sept. — Juli bis October.
Slcngel bis 2' lang. Quirle U- blutig, Kelch i{ - (ach fciirzci als die Kroniübre.
11. lIRAeOeEPHAliUI?!. nUA^CMMNKOJPW,
I.llVlV. Gen. n. 729.
Kcicli rohrlg, 2-lippiga 5-zähiiig. Kronrölire in einen h.tu-
ehigen Schlund erweilert, Saum 2-lippig, Oberlippe gewölbl,
ausgerandet, Unterlij)pe 3-lappig, mittlerer Lappen gespalten.
SlauJigefässe paarweise unter der Oberlippe, oben vorv^ärls
gekrümmt^ Beutelfaclier geradlinig gespreizt. G. Syst. XIV. 1.
Mehrjährige (A. 1.) selten staudige Kräuter. Blätter verschiedenartig.
Blüten in blattwinlielständigen oder zu einer endständigen Ähre vereinig-
ten Quirlen. Dechblätter oft J)lattartig, grannig-gezälint.
' 1. n. Riiyscliiaiia. Schtvedischer JDrachenleopf.
Blätter lineal - lanzettförmig, ganzrandig, stumpf; Blätenälivc endständig.
Link. Sp. pl. 830. Kocu Syn. II. 647. Fl. dan. 1. 121.
In Waldungen, auf magerm steinigem Boden, die IHord- W^estgrenze
der Gesammtverbreitung am östlichen Saum des Gebiets erreichend, sehr
selten (nur An. bei Oranienltaum im IXichrim und am Ellerborn nach
Kaguhr zu). Juni bis August. — September.
Stengel 1 — 1 l/j' hoch, kahl, gegen die Spitze meist Oanmig. Hlallel an, Uandc un.ge-
lollt, lebhaft giüii, unteiseils blassei und eingestochen - pnuctirt. Kiune liülclblan, nannibaaiig.
4. Gruppe. STACH VOEAE. XIMSTGEIVÄ CHSM.
Staubgcfässe 4, unter der, meistens hohlen, Oberlippe ansteigciul
Nüsse glatt oder gekörnelt, von der Basis an gesondert und aufrecht.
1». PRU^ETiliA. BMWTNMMjEim.
LlNN. Gen. n. 735.
Kelch röhrig-fflockig, 2-lippig', 5-_zähnig. Krone 2-lippiff,
Oberlippe gekielt helriiförmig, Unterlippe herabhängend, seit-
liehe Lappen abvvärls gebogen, mittlerer hohl. Beutcll'ächer
gradlinig gespreizt. Geschl. Syst. XIV. 1.
Mehrjährige Kräuter. Blätter ganz, zerschlitzt oder fiederspaltig
Blütenquirle traubig- ährig, endständig. Decljblätter kreisrund, Iilattartig.
1. P. viil^^arls. Genteine Brunelle» Zähne der Kelch
Oberlippe gestutzt, kurz gespitzt und stachelspitzig, der Unterlippe ei-
rund-lanzettlich mit Stachelspitze, Kronoberlippe kahl, längere Staub-
fäden an der Spitze mit dornförmigem Zahn. *
LiNN. Sp. pl.837. Chi. hau. 279. Koch Syn. II. 6-59. Schk. Oandb.
II. T. 168. Fl. dan. t. 910. Engl. bot. t.961. Hayne Arzneigew. VI. T. 10.
Auf Wiesen, Triften, in Ilainen und Waldungen, auf Boden jeder
Art, allgemein verbreitet. Juli Itis August. — August, September.
Wurzel kriechend. Stengel ansteigend, 6 — 9" hoch. I$I»II<m gestielt mit lerslreuelen
422 liABlATAE. Scutellaria.
iiorstliclicii U.i.iiii'ii licsclzt, wie au lUii Art. 'i. ii. ii. l.'inglioliciriiiid , gaiizraiitllg nilcr verloren
huclitig- siigCiuLoig. ltlütcni|uirlc in einen eirunden Kopf lerciuigt. Kronen »iolct.
9» P« graiidiflora. Grosshlütige JBrunelle» Zulmc
derKcIciiobeilippc brcit-ciruiid, zugcsi)itzt-l)cgiannt, <ler Liitcilippc lan-
zetllicli, graiincnartig zugespitzt, schwacli ge>viiii])crt. liroiiobcrlippc bc-
baai't, längere Staubgeiasse an der Spitze mit einem Ilöcber verseilen.
Jaco. Fl. austr. IV. 40. t. 377. Chi. ban. 280. Kocu Syn. II. 660.
SCHK. Ilandb. II. t. 168. P. vulgaris ß. grandUlora Linn. Sp. pl. 837.
Auf Wiesen und Triften, auf troekeneni Jjcsonders balbsteinbaltigem
Boden, die Nordgrenze der Gesammtverbreitung mit der nördliclien Grenze
des Gebiets erreichend, im südlichen und mittlem Gebi(;t liäufig, im
nördlichen zerstreuet und selten {Hl. bei Kiel einmal gefunden; il/A". INeu-
strclitz bei der Prelanber Ziegelei, Reniplin — ; Hu. llildesheim: Hül-
fersberg bei Ileisede, Rronsberg bei Hannover, als nördlichstes Vorkom-
men in IIa.). Juni bis August. — August, September.
Von A. 1. ausserdem durch meislens niedrigem Stengel und fast 3 - faeli grossere Blüten
»erseliieden. Variirt «ic die vorige mit «eissen Kronen.
'3> P. alba. W^eisse Brunelle» Zähne der Kelchobcrlippc
breit-eirund, zugespitzt begrannt, <ler l nterlippc lanzelt- pfriemenförmig
stachelig -liammartig-gcwlmpert; Staubfäden an der Spitze mit vorwärts
gebogenem Zahn.
Pall. inM.IiiEBERST.Fl. taurico-cauc.II.67. Koch Syn. 1.660. Reichenb.
PI. crit. III. f. 393. Jaco. Fl. austr. IV. t.378 (Wide di'c ßederspallige Spielart).
Auf Gcbirgstriften des Harzes, auf magerm Roden (nur Br. Catten-
stcdter Trift bei Blankcnburg; Pr. am Iloppelnbcrgc). Juni. — August.
Weichbeliaart. licIcL lang und sclinial. Krone gclblicLivciss , grosser als an A. 1. und
kleiner als an A.2. — INurdie fiederspalligc Varietät (P. laciniata I.IIVIV. Sp. pl.837.) l>ommt»or.
13. SCVTEIiliARIA. S CUEMjUKUJLW,
I.INIV. Gen. n. 734.
Kelch glockig, S-lippig, Lippen ganz, ol»ere mit einem
scluippenförmigen, hohlen^, hei <ler Fniehlreife ahfallenden An-
salze. Krone 2-Iip]>is, OJierlipjJC höh], 3-laj)pig, Unterlippe
ungetheill. Stanhf^elasse an tler Spitze vomärls gekrümmt.
IJeutelfächer geradlinig gespreizt. Geschl. Syst. XIV. 1.
Ein- oder mehrjährige (Art. 1 — 3.) Kräuter, selten Sträuche, mit
ganzen, selten eingeschnitten -liederspaltigen Rlältern. Rlülen bald blatt-
-winkclständig, bald ährig- traubig, mit farbigen Decbblättern.
1. üi. galericulata. Gemeines SchildJcraut^ Rläiter
länglich -lanzettförmig mit schwach herzlörmiger Rasis, entfernt stumpf-
kerbig -gesägt ; Rlüten blattwinl.elständig, cinseilweudig, Kronröhrc an
der Rasis winkelig aufwärts gekrümmt.
LiNN. Sp. pl.835. Chi. hau. 283. Koch Syn. II. 659. Schk. Ilandb.
II. T.167. Fl. dan. t. 637. Engl. bot. t. 523. Hayne Arzneigew. III. T.36.
An Gräben, Teichufern und Flüssen, auch auf Wiesen, auf nassem
oder sumpfigem Roden, häufig.
Stengel bis 1'/.^' hoch, sch-irfhantig, an den Kanten ahnärts gerichtet stcifliaarig oder
Isahl. Kronschlund fast geschlossen, Kronen liellhlan . Unterlippe oft mit hiauen Tunclcn.
18* S. Iiastifolia. ^piesthlüttriges SchildJcraut,
Blätter länglich -lanzettförmig, an der gestutzten oder schwacli herzför-
migen Rasis beiderseits durch 1 — 2 Zähne etwas spicssförmig; Rlüten
endtraubig, cinseitwendig, Kronröhre an der Rasis aufwärts gekrümmt.
LiNN. Sp. pl. 836. Chi. hau. 284. Koch Syn. II. 659. Fl. dan. 1. 1822.
An Grälicn, Flussufern und auf V^'iesen, auf nassem oder feuchtem
Roden, ziemlich selten (Pr. Ilalle: Kl. Libcnau bis Kl. I>ölzig, 3Icrsc-
burg, zwischen der Steinklippe und Mcmlcben; bei Ilecklingen unweit
melittis. IiABIATA£. 423
Stasslurt, Dessau an den Espen hei llordorf — ; Ol. im Neiiendorl'erholze
vor Bockliorn, bei Varel — ; //>«. Herrnbof an dci- Ell>e, zwischen Bar-
forde und Hohnstori' nach Artlenhurg zu, bei Verden — ; Hb. bei Scblecms
an der Rille, Bergedorf — ; ßr. Stadt Bremen; HL hier häufiger: Lauen-
burg, Horst, Tesperhude, Beseuhorst, Gestbacht— ; iW/>. hei Dömitz an
der Elbe und an der Eide, Boitzenburg — ). Juli bis September. —
September, October.
Siengel 1' hoch, aufwärts fein hehaart oder kahl. Ulatlei kleiner, Blüten beträchtlich
grösser als an der vorigen Art und mit stark erweitertem Schlünde. Kelche drüsig - weich-
haarig, Kronen violet.
3. S. minor. Kleines SchildJeraut* Blätter länglich-
lanzettförmig, durch 1 — 2 stumpfe Zähne an der gestutzten oder schwach
herzförmigen Basis etwas spiessförmig; Blüten blattwinkelständig, ein-
seitwendig, Rronrölire gerade an der Basis etwas bauchig.
LiNN. Sp. pl.83.5. Chi. hau. 284. Kocu Sjn. II. 659. Engl. bot. t. 524.
CuRT. Fl. londinens. IV. t. 43.
Auf Wiesen, an Gräben, auf moorigem Boden, selten {Pr. fV. Me-
debach, Schermbeck, Dortmund auf dem Höchsten, Tecklenburg am
Fusswege nach Brochterbeck zwischen den Felsen — ; Hn. Bentheini,
Osnabrück am Hüggel, Lingen auf der Kuhweide in der Bauerschaft
Laxten, Hühnerfeld bei Hedcmünden, daselbst am Sandborn, im Erlen-
bruchc, im i>lündenerwalde unweit des Binderstalls — ; Ol. Neuenbur-
gerholz nach Neuenburg zu, auch nach Bockliorn zu, in Oberlethe, bei
Bahde im Kirchspiel Dötlingen — ; Br. Stadt Bremen; HL). Juli, Au-
gust. — September, October.
Stengel von 4 — 10" hoch, zart. Gesammtansehen und Blatthildung der A. 2. Blüten
aher kaum ein Vierthoil so gross, Kelch kurzhaarig ohne Priisen, Kronen hellröthlich , innen
mit purpurner Zeichnung.
technisches* Das Kraut von A. 1. hat man zum Schwarz färben
antjewandt.
0Te anomisches» Das Vieh scheint sümmtUche Arten im frischen
Zustande zu verschmähen.
14. ]?IEliITTIJÜ. BMMNmNS^tTG.
LilNN. Gen. n. 731.
Kelch weitglockig, lappig — 2-lippig. Krone 2-Iippig,_ Ohcr-
lippe vorgestreckt^ fast flach, Unterlippe grösser, 3-lappig, mitt-
lerer Lappen umgekehrteirund, flach. Staabbeutel paarweise an
einander liegend, nach dem Aufreissen gespreizt und kreuz-
weise zusammengestellt, lieschl. Syst. XIV. 1.
Mehrjährige Kräuter mit ganzen Blättern und in gesonderten Quirlen
stehenden grossen Blüten.
'1. ]?I. ITIellNisopIiyllum. MeMssen^lcittriger Bie-
nensnug» Blätter eirund- länglich, untere herzförmig eirund; Quirle
2 — 6 -blutig.
LiNN. Sp. pl. 832. Koch Syn. II. 648. Schk. HandL. II. T. 166. Bei-
CHENB.Pl. crit. Ill t.241. Jaco. Fl. austr. I. t. 26. Engl. bot. VI. t. 577.
M. grandiflora Reicuenb. Fl. sax. 205.
In Laubholzwäldern, auf humosem Boden, die ISordgrenze des Vor-
kommens in D<;utscliland an der Asse in Br. erreichen«!, sehr selten {Pr.
Halle im Mittelholze und in der Abatissina bei Ritten; An.1; Br. am
südlichen Abhänge der Asse, am Münekeberge bei Gr. Denkte). Mai,
Juni. — August.
Stengel 1 — 2' hoch, aufrecht, einfach, r.nihhaarig. IlUlter kerbig- sägczähnig. Blulen
meistens zu 1 — 3 im Quirle, gross, gestielt, Krone «oi^s oder gelhlicbweiss mit purpurnen
424 I.ABIATAE. Mnrrubium.
weiss gesaiirateii ^littcllappcn der Unterlippe. >'ariirt mit tiefer gespaltener, "i-ziiliniger
KcleLobcrlippe (M. grai.iliflora Engl. bot. t. 636. REICHEIVB. Tl. erit. III. "ii.».).
Bemerls. REICHENBACII a. erstgen. O. ändert den Gatdingscliaralitcr , veranlasst
dureb SchKUHR's Abbildung, dabin ab, dass beide Fäcber der obcrii lientel übereinander,
die der nnlern nebeneinander stehen sollen. ScilK. erläutert aber iin Texte diese Ab\rei-
cbung, indem er die Siclliing Ifrenzweisc angielrt und liinzufiigt, dass k. (die Fächer neben-
einander darstellend) ein noch geschlossenes Staubgel'äss sey.
Sitlei-itis moiltanu von LEYSSER in Fl. hal. ed. I. 107. ed. II. 141. sp.ater >oii
SPRE^'GEL das. Ed. I. 170. auch von KoCH Sjn. II. 6.'j6. und >on llElCIIENB. Fl. sax.
■204. als Ilallesehe Püanze aulgefiihrt. ist nach GarCKE Fl. v. Halle 368. seit 1806 ver-
geblich dort gesucht worden. Sie gehört demnach dem Gebiete nicht an.
IVicht minder ist Sidcrilis hcrcyilia, nach einem von mir nicht gesammelten, nn-
volist.Hudigen Exemplare, zur Veranlassung weiterer Nachforschung am angegebenen Standorte
(Rosstrappe) in Chi. han. 287. eingetragen, bislang nicht wieder angetron'eu w orden. Die ScilRA-
DER und mir vorgelegten Bruchstücke, von denen jener in einem die Pflanze begleilcnden Rillet
sagt; diese Sideritis sey weder S. hyssopifolia noch S. scordioides, auch sey ihm eine andere
verwandte rflanzenart nicht bekannt, ähneln einer gänzlich kahlen Stacbys recta mit nieder-
gestrecktem vielästigem Stengel, aufrechten Zweigen, schmal linealen, 2'" breiten Blättern
und an de« Zvvcigenden kopffürmig zusammengedrängten Blüten , die möglichcnveise durch
Einwirkung von Insectenstich nicht zu normaler Eutwickclung gekommen sind.
15. ITIARRUBIUIfl. A^NJ^OMJV.
LiNN. Gen. n. 721.
Kelch rührig, 5 — 10-zähiiig. Kronsaiim 2 -lippig, Oher-
lippe aufrecht, ganz oder kurz ges2)aUen, Unterlippe 3-lappig.
Stauhgefassc in der Kronröhre eingeschlossen, IJeutelfächer ge-
spreizt. Nüsse an der Spitze stumpf. Geschl. Syst. XIV. 1.
Mehrjährige Kräuter mit runzeligen Blättern; hlütenständige <Hc Blü-
ten überragend. (Quirle hlattwinkelstäudig , viel- selten wenigblütig.
Kronen unserer Arten -weiss.
'1. ]?I. peregrinunt» fremder Andorn, Stengel sper-
rig-viclästig; Stengelhlätter elliptisch -lanzettlieh in den Blattstiel ver-
schmälert, graufilzig; Quirle wcnigblütig, Kelchzähne 5, aufrecht, lan-
zett-pfriemenförmig.
LiNN. Sp. pl. 815. Jaco. Fl. austr. II. t. 160. 31. peregrinum ß. an-
gustifolium Koch Syn. IF. 656. M. creticum Spr. Fl. hal. t. VI. f. 2.
Beichenb. PI. crit. IIT. t. 288.
INur auf dem Kirchhofe Lei Erdehorn in der llalle'schen Flor, durch
Zufall verwildert. Juli, August. — • September.
Stengel '/.^ — 2' hoch, unten wollig, ohen nebst den Kelchen und Deckblättern dicht
graufilzig. Blätter kurz gestielt, von der Mitte an entfernt flach und stumpf gesägt, oherstc
meist gansrandig, nur die der \^'^urzel zunächst stehenden, zur Blütezeit verschwundenen,
2 — 3-fach breiter, eirund und stumpf. Quirle beiderseits 3 — .5 -blutig, 2 der Kronunter-
lippc entsprechende Kelchzähue fast doppelt länger als die 3 übrigen. Kronen doppelt so
lang als der Kelch, beiderseits schwach weichhaarig. Samen an der Spitze wcisslicb- kurz-
haarig.
M. pannonicum L. (M. peregrinum V. latiiolium KoCH das. M. paniculatum REl-
CIIENB. das. t. 300.) durch nicht fast rechtwinkelig abstehende, sondern unter 40" anstei-
gende Zweige, 3-fach breitere, eirund- längliche oder längliche, wollig- filzige Blätter und
10 Kelchzäbne, von denen .5 abwechselnd kürzer sind, verschieden, wurde bisher bei Halle
an demselben Standort wie -M. peregrinum angegeben. Der Verf. der neuesten, das Gepräge
sorgsamer und zuverlässiger Untersuchungen tragenden, Fl. v. Halle, Dr. A. GaKCKE, bemerkt
indessen, dass er das Vorkommen dieser I'Hanze bei Erdeborn nicht behaupten könne.
Ä. ]?I. vulgare* Gemeiner Andorn» Stengel aus ästiger
Basis einfach. Blätter eirund, oder herzförmig -rundlich, mit kurz in
Betonioa. liABIATAE. 425
den Blattstiel versclimälerter Basis, unterseits weissfilzig; Quirle viel-
blütig, Kelclizühiie 10, mit kalilcii an der Spitze liakig- zurückgerollten
Enden.
LiNN. Sp. pl.816. Chi. han. 305. Kocu Syn. H. 657. Schk. Handl..
II. T. 162. Fl. dan. t. 136. Engl. bot. t. 410. Hayne Arzneigew. II. T. 40.
Auf Triften, an\^'^egcn, Mauern und Schutt, auf trockenem magerm
Boden, ziemlich häufig.
Gescliinack balsamisch -bitter. Stengel aus vielköpfigem ästigem Stock parallel aufrecht,
1 '/j — 2' hoch, weisslich- wollig. Blätter runzelig, oberseils bald grün, bald grau, unter-
seits grubignetzartig- geädert, ungleieli grobkcrhig- sägezähnig. Quirle fast kugelig, 20 —
25 -blutig. Kronen klein.
GEWJERBX,ICirE:&.
JPharmaceutisch-JVedicinisches, Das Kraut von ^.'4.
officinell (Hcrlia Marruhii allji s. Prasii). f'or waltende Bestandtli.
aromatisch- ätheriscliölifjc Tlieile und bitterer Extrnctivstoff? Anwen-
dung im Auf'ffuss oder Abkochuntf als gelindes Reizmittel besonders in
Brustkrankheiten , auch zur Magenstürkunij. Als Präparat hat man Ex-
tractiim Marruhii.
ÖTCOnomiSCheS. Das Vieh frisst beide Arten nicht.
16. BETOafICA. BMVOJVMJE.
LiNN. Gen. n. 718.
Kelch rö^hrig- glockig mit 5 gleichen aufrechten hegrannten
Zähnen. Kronröhre walzenförmig, Saum 2- lippig, Oberlippe
hohl, ganz oder ausgerandet, Unterlippe hängend, 3-lappig,
mittlerer Lappen grösser, stumpf. IJeutelfäeher parallel oder ge-
spreizt. ]\üsse au der Spitze gerundet- stumpf. Gesehl. Svst.
XIV. 0: .
Mehrjährige, aufrechte Rriiuter. Untere und mittlere Blätter lang
gestielt, herzförmig, grob regelmässig gekerbt. Quirle vielblütig, dicht,
in Endähren zusammengedrängt oder wenig von einander entfernt.
1* B. officinalii«. jA.r«neiliche JBetonie» Blätter ei-
rund oder eirund -länglich, kurz rauhliaarig; Ähre länglich- walzenför-
mig, an der Basis unterbrochen, Kelche ohne Adernetz, steifhaarig.
LiNN. Fl.suec. 201. Schk. Handb. II. T. 160. Fl. dan. t. 726. IIa\ne
Arzneigew. IV. T. 10. B. ofücinalis v. hirta Chi. han. 304. Koch Syn.
II. 655. B. hirta Lkyss. Fl. hal. 109. Beichenb. PI. crit. YIII. t. 711.
B. stricta Ait. Hort. kew. ed. 2. III. 396. Ueichenb. das. T. 712 (in üppi-
gerer Ausbildung).
b. glabrata. Ute Jcahle. Stengel und glänzende Kelche fast kahl.
Koch das. B. officinalis Linn. Sp. pl. 810. Chi. han. das. Engl,
bot. t. 1142. Reicheisb. das. T. 710.
Auf Waldwiesen, Triften, Heiden und zwisclien Gebüsch, auf fri-
schem etwas humushaltigcm Boden, sehr häufig; b. nur im südlichsten
Theil des Gebiets, auf torfhaltigen Wiesen, sehr selten {Pr. Halle: bei
Kl. Dölzig, am Bienitz). Juni bis August. — ■ September.
Stengel einfach, straff aufrecht, bis 'i^/i' hoch. Blätter entfernt stehend, bald mehr
bald weniger behaart. Quirle dicht, weisslich behaart, Kelchzähne kurz begranut, Kronen
hcllpurpiirn, selten weiss, aussen zarthaarig. — Quirle an b. lockerer, grünlich, bald mehr
bald weniger glänzend, Kelche länger begranut.
«?JE wmr»t.icb:jes.
Pharinaceutisch-Medicinisehes» fVurzel und Kraut hier
und da noch officinell (Badix et herba Betonicae). Vorwaltende Be-
standth. kratzender bitterer Extractivstoff' und eisenrirüneniler Gerbe-
stoff? Anwendung der fVurzel in Substanz als Brechmittel , der
426 , E.ABIATAE. Stachy».
Itlnllcr im ^lufffuss. Ausser beim Lundmann als Thierariuei weniij im
(icbrtiuc/t.
ißTconomiscHeS t In Euglnnd sollen die jxuujen liläller als (ie-
müse t/enossen werden. Pferde und Jiühe fressen frisch die Pflanze nicht.
1». STACHYS. ZIXST.
LlNN. Gen. n. 719.
Kelch röhvig-gloehig, 5- oder 10-iiervig, 5-zäLiiig. Kron-
röhre walzenförmig, Saum 2-lij)pig, Oherli|)j>e hohl, Unterlippe
3-lappig, mittlerer Lappen umgekehrleiruiul oder unigekehrl-
herzlorniig. Shiuhgelasse unler der Oherlipj»e einander genä-
hert, nach dem Verstäuhen weehsehveudig gedrehet und aus-
wärts gekrümmt. Beutelfächer geradlinig gespreizt. JNüsse
stumpfT Gesehl. Syst. XIV. 1.
Ein- (Art. 5. 7.), 2"- (A. I.) oder m.liijäliiigc (Art. 2—4.6.) starkrie-
clieiulc Rruuler oder Stauden. IJiälter ganz. (Quirle 2 — vielblütig, mei-
stens in endstJindige Trauhen geordnet.
f QuirIcreicL blutig. Deck h latter hall, so lang oder so lang als der KelcL.
1. 1^. geriliailica* üeutttcher Xiest. Stengel und eirund-
lierzturinige oder lanzettförmige Blätter, wollig - weissfilzig, gekertit;
Helclizälme l>reit lauzettlormig zugespitzt mit Stachelspitze.
LiNN. Sp. pl.812. etil. ban. 299. Koch Syn. 11. 652. Schk. Ilandh.
11. T. 15. Sturm Deutscht. Fl. 11. 83. Reichenb. PI. crit. X. t.950. Jaco.
Fl. austr. IV. t. 319. Fl. dan. t. 684. Engl. l>ot. t. 319.
An Zäunen, Hecken, Wegen, Ackerräudern, Erdfallen, auf sonni-
gem, magerm und steinigem Boden, zerstreuet doch ziemlich häutig. Juni
bis August. — August, Septeml)er.
Stengel 3 — 4' lioeli. Blätter gestielt, Kronen klein, licllpurjmrrotL.
Ä. S. alpilia. Gebirgs-Xiiest, Stengel rauhhaarig, nach
olicn mit eingemengten Drüsentiaaren ; Blätter eirund -herzförmig, kerl>ig
gesägt, beiderseits schwach grautilzig; Kelchzälme eirund mit Stacliet-
spitze.
LiKN.Sp. pt.812. Chi. hau. 300. Koch Syn. 11. 652. Sturm Deutscht.
Fi. H. 5f .
In licliteu Bergwaldungen, auf trockenem magerm Boden, im mittlem
Tlieile des Gebiets als IVordgrenze der Gesammtverlireilung, selten (lln.
liildesheim am llainbergc zwischen Sitlium und Selildc an der rechten
Seite der Schaftrift, Schwöl)ber unweit Uametn, Göttingen: zwischen
Deppotdchausen und der Plesse, zwischen Ptesse und ()l)erbittingshausen,
Hessendrcisch nach llolzerodc zu, Waake — ; Ils. Cassel am Bauns-
berge, lletmcrs, Struth, Asbach — ; Pr. ff. südlich von Bielefeld zwi-
schen Dresstendorf und Breitscheid), «luli, August. — Septeint>er, October.
Stengel '2 — 3' hocli , stark, unten kurz, oben länger «ollig - baarig. Blattstielbascii
doppelt stärker behaart. Helchzähnc bald stiiinpflich bald gesj.itit zulaufend , mit lang vor-
tretenden Stachelspilzen. Kronen trüb violetroth.
ff Quirle 2 — 6-, selten 10-blütig. Deckblätter sehr klein.
* Kronen rotli.
3. S. «ylvatlca. JiTald-Xiest, Stengel rauhliaarig, oben
ästig und drüsenhaarig; Blatter lang gestielt, herzförmig- eirund, zuge-
spitzt, kerbig-gesägt und rauhhaarig; Quirle 6-btütig, Ketchzähne pfriem-
lich mit Stachetspitze, Kronrötire länger als der Kelch.
LmN. Sp. pl.811. Cht. han. ;«X). Koch Syn. II. «553. Schk. llandb.
II. T. 161. Fl. dan. t. 1102. Engl. bot. t. 416. 11ay.\e Arzneigew. IV.
T. 11.
Staohys. liABlATAE. 427
In Wäldern, Hainen, znisclicn Gebüsch und an Hecken, auf schatti-
gem leuchten» oder nassem Boden, sehr häufig. Juni bis August. — Au-
gust, Se]»teml>er.
Stark widrig riccli(.-ii<l. Wurzel iinlerirtlisclic gleickilickc Ausläufer treibend. Blätter
schnärzlicbgrün, blüteiistänJigc deckblatläbnlicb, scbmal und kaum länger als die Quirle.
Kronen scbmutzig- purpurn , Cntcriippc mit blulrotbcn Puncten.
1« S. palustris. Sumpf -Xiest» Stengel abwärts gerichtet
kurz steil'haarig; lllutter liurz gestielt, gieichbreit-lanzettl'örniig mit herz-
förmiger Basis, spitz, kerbig-gesägt und weichhaarig, obere sitzend haib-
stengelumfassend; Kelchzähuc pfriemlich mit Stachelspitze, Kronröhre
länger als der Reich.
LiNN. Sp. pl.811. Chi. han. 300. Koch Syn. II. &53. Schk. Ilandb.
II. T.161. Fl. dan. t. 1103. Engl. bot. t. Ififrj.
X S. syl%atica. palustris. Wald. Sump f . Bastard-
siest» Blatter langer gestielt, länglich-lanzettförmig; Kronen schmä-
ler, dunkler gefärbt.
S. palustri-sylvatica Schied, de plant, hybrid. 43. S. palustris y. hy-
brida De Cand. Prodr. XII. 470. S. ambigua Sm. Engl. bot. t. 2089
(der S. palustris näber siebend). KoCH das. Fl. dan. t. 1877. StURM Dcutschl.
Fl. 11.84. ReICHENB. PI. Crit. III. t. 222 (der S. sjhatiea näbcr stellend).
An Gräben, Flussufern, auf Äckern und Gartenländereien, auf nas-
sem oder sumpfigem Boden, häufig; die Bastardbildung selten und stets
einzeln (diese Lb. Tesperhude; Mk. Rostock am Pfeifenteich; Pr. Stass-
furt: Halle: am Sebenschenbusche; Pr. IV. Dortmund).
Wurzel tief eindringend und unterirdisebe , an der Spitze keulenförmig verdickte Aus-
läufer treibend. Stengel 1 '/j — 2' bocb, steif aufreckt, eiufacb. Kronen rosenrotb; karmiu-
rotb geneckt.
5. $i. ar%'ensiS. Veld-Itiest* Stengel wagcrecht, steifhaa-
rig; Blätter gestielt; gekerbt, rundlich- eirund mit herzförmiger Basis,
bliitenständige länglich -eirund; Quirle 6 -blutig, Reichzähne lanzettför-
mig mit Stachelspitze, Kronröhre kürzer als der Reich.
LiKN. Sp. pl.814. Chi. han. 302. Roch Syn. II. 653. Sturm Deutschi.
Fl. 11.84. Reichenb. Pl.crit. X. t.967. Fl. dan. t. .587. Engl. bot. t. 1154.
b. gtricta. Jier steif stengelige . Stengel aufrecht, einfach, Blätter
länger gestielt, oval mit herzförmiger Basis.
Auf Äckern und Gartenländereien, auf Lehm- und Sandboden, häufig
eingebürgert. Juni bis August. — September.
Stengel -i" — 1' liocb, meist aus liegender Basis ansteigend und unten ästig. Blätter
zerstreuet bebaart. Kelcbziilinc bald mebr bald weniger zugespitzt, Kronen klein, wcisslieb,
blassroib angelaufen mit purpurnen Puneten auf dem miitlern Zipfel der Unterlippe. — Die
Spielart ausserdem durcb den langen, scblaukeu Habitus, sebmälere Kelcbe und Kronen aus-
gezeiclmct.
■■ Kronen blassgelb.
fi». N. recta. Straffstengeliger Kiest» Stengel rauh-
haarig, ästig; Blätter gestielt, länglich -lanzettförmig oder schmal lan-
zettförmig, untere stumpf, mittlere scharf gesägt, oberste blütenständige
ganzrandig und stachelspitzig; Quirle 6 — 10 -blutig, Rclchzähne lanzett-
förmig mit kahler Stachelspitze, Rronröhre länger als der Reich.
LiNN. Mant. 82. Chi. han. 301. Rocu Syn. II. 654. Schk. Handb.
II. jr.l61. Sturm Deutschi. Fl. II. 84. Jacq. Fl. austr. IV. t.359. IIa^ne
Arzneigew. IV. t. 12.
Zwischen Gebüsch, an V^'^ald-, Acker- und W^cgrändern, auf magcrm
meist kalksteinigcm Boden, die IXordgrenzc der Gesammtvcrbrcitung (//ii.
bei Vietze im Lüneburgschcn) erreichend, ziemlich häufig. Juni bis Au-
gust. — September.
Wurzel liolzig, vielküpfig. Stengel ansteigend oder aufrecht, 1 — -' Iiocb, anfänglicb
428 ' I^ABIATAE. »nlcoiiMiM.
ciufacli, siiälci- viulastig, Blatter in ilcr Itreilc variiieiiil, gegoii ilic Basis TCrscIiiualcrt, kurz,
sticlig, ulicrsle sitzend, bald zcrslreiut behaart buhl kahl. Trauben iaiig , Kelclie gedrängt,
last sitzend, der Zahubreite nach inriirend. Hionen lang, gelblieli - weiss mit blutrulheu
runcten aul der Scheibe der l"nterli|i|)C.
9. IS* ailliua. tTähriger Xiest, Stengel ästig, nach ölten
^veichllaa^ig, Blattei- gestielt, oval, länglich oder laiizetttörmig, untere
stumpf, obeie scharf gcsiigt, oberste hlütenständigc ganzrandig und sta-
chelspitzig; Quirle 4 — ö-hlütig, Helchzähne lanzettförmig mit fast bis an
das Knde weichhaariger Stachelspitzc, lironröhre länger als der Kelch.
LiNN. Sp. pl.813. Chi. bau. 301. Kocu Syn. 11. 6Ö3. Schk. Uandb.
11. T. 1(51. Sturm Deutschi. Fl. U. 84. Jacq. Fl. austr. IV. t. 3ö0. Engl,
bot. Siippl. 2()G9.
Auf Aeeliern und au Aclierraincn, auf sonnigem magerin meist balk-
battigem Boden, die ]\ordgrenzc der Gesammtverbreitung (ein seltenes
\ orbomineu in England abgerechnet) erreichend, häufig einge)>iirgert.
Juli bis September.
Stengel '/.j — 1' lang, viclbcugig- ästig. Inlere und mitllcie Uiallcr b.ibl , obere «eich-
haarig. Quirle loehcr. Kronen gross und lang >orlretend, oeheigelb mit rolhcu Punetcn aul
der l iiterlippc , ohne inneren Ilaarring.
Pharmaceutisch- JtletlicinUches» lirmtt von ./. 6. (nls
llerba Sideritidis) luittm noch officincll, und meist nur für den Land-
mann in den ^ipotkekcn unf'bcivahrt. Im Haustjcbraneh wird sie zu Bä-
dern anf/cwendet.
technisches» Blatter von A. 2. zum Gelbfarben anwendbar, die
Stenfjcl wie Itanf fjcröslet, (/eben eine ff olle, die zu einem weissen
Garn fjesponnen werden liunn.
Ökonomisches. flUrzeU der Art. 4. 5. sind im ff'intcr oder
Frühjahr aus der Erde yenommen wie Spartjcl zubereitet , auch als Mehl
zu Brot verbacken, essbar. Die Art 1.2.4 — -7. f'risst das f'ieh ifern,
A.3., utenn nicht Hunf/er dazu zwinift, nur im tietrockncten Zustande.
Art. 4. 5. sind in Gärten, der tief eindringenden ff'urzeln wetjen, schwer
zu vertilijende Unkräuter.
IS. QAIiEOPISIS. MMOUIiXAMX^,
LlIVN. Gen. n. 717.
Kelch rolirig- glockig, 5-zäliiug. Kronsaiiin 2-li|)i)jgj Oher-
lippe kappeiiforuiig^ riilerlippe li-lappig, an der IJasis beider-
seits mit eiiieoi von unten hoiil eingedrückten Hocker. Deutel-
lacher quer 2-klappig aufreissend. Gesclil. Sysl. XIV. 1.
Einjährige, sperrig- ästige Kräuter. Blätter ganz. Quirle gesondert,
mehr- oder vielblütig, Kronen purpurn oder hellgelb, auch bunt aus bei-
den Farben.
I. G. ocliroleiica. Idichtgelher JMohlaahn» Stengel
rückwärts weich behaart, ohne Anschwellung unter den Gelenlibnoten;
Blätter eirund oder eirund -lanzettlich, siigez.ihnig; Kclcbzähnc ein Drit-
theil der Kronlängc nicht erreichend. Oberlippe eingeschnitten gezähnt.
Lam. Dict. 11. 900. Chl.han.29rj. Koch Sjn. 11. (551. Sturm Deutschi.
Fl. 11.(52. Beicmenb. PI. crit. 1. t. 46. G. villosa Uuds. Fl. angl. 256.
Engl. bot. t. 2353.
Auf Aclieru, auf sandigem und sandig-lehujigem Boden, im westlichen
und nördlichen Thcile des Gebiets häufig (Pr. /f. j OL; Iln. westlicher
Theil bis Hannover, Celle, Hb.; Mk.), im süil - östlichen Theile {Pr. am
1.1. Fallsteinc, Bohrsheim, Halle: bei INauml>urg am Specbtsar, zwischen
Schönburg und Wetau — ; fis. zwischen Duderode und l engstcrodc — )
selten eingebürgert. Juli, August. — September.
Galeopsis I.ABIATAE. 429
GesammtanseliCD der folgenden Art, aber weiclierLaaiig, Blätlcr breiter, tiefer sägezälinig.
Kelche raiilier, KelclizäLne weniger zugespitzt nncl liürzer (gellilicbneiss) begrannt, Krone
durch verlängerte Rölirc um '/j grösser, meistens blass schwefelgelb. — A'ariirt jedoch sei
ten mit Kronen, deren Farbe tbeilweise oder ganz in blasspurpurn übergeht (G. grandiQora
ScilK. Bandb. II. T. lÜO.).
9. O. liadaiiiiiii* jM.cTeer-tIohlzahn, Stengel rüd^wärts
zaaitliaarig, ohne Aiiscliwellung unter den Gelcnkknoten; Blätter eiruncl-
lanzcttlich, lanzettlich oder lineal -lanzettlich, entfernt und schwach sägc-
zähnig oder ganzrandig; Kelchzähne die Hälfte der Kronlänge nicht er-
reichend, Oberlippe schwach gezähnelt.
LiNN. Sp. pl.810. G. Ladanum auch v. angustifolia Chl.han. 294.295.
G. Ladanum (c. latifolia und ()'. angustifolia Koch Sjn. II. 650. Schk.
llandb. II. T. 160. Engl. bot. t. 884 (beide die breitblättrige Form darstellend).
Stürm Deutschi. Fl. 11.62 (die schmalblättrige Form).
b, parviflora. »er kleinblütige. Blüten kleiner, Kelchzähne fast
so lang als die kurze Kronröhre.
Chi. han. 295. G. Ladanum ß. latifolia parylilora und f. angustifolia
parvillora Koch das. G. intermedia Yill. Ilist. d. pl. d. Dauph. 11.387,
t. 9. Reichenb. PI. crit. I. t. 47.
Auf Ackern und Brachen, auf magerni Boden jeder Art, doch den
trockenen kalksteinigen anderm vorziehend, häufig und oft schaarenweise
eingebürgert. Juli, August. — September.
Stengel tou '2" bis 1' hoch, oft kahl und dann meist braunroth angelaufen, meist sehr
ästig. Blätter »on ^/^" bis Vi'" Breite abändernd. Kelchzähne aus breit lanzettlicher Basis
meist pfriemenformig zugespitzt, lang uud stechend begrannt, bisweilen um die Hälfte kürzer
begrannt, auch wohl fast unbegrannt (Engl. bot. t. 884.). Blüten 1/, — 3/^" lang. Kronen
hcllpnrpurn, selten lleisclifarben oder weiss. — Die Oberlippe kommt auch eingeschnitten-
gezähnt und gespalten -2- zhhnig vor, womit sich diese Art der »orhergchendeu , die ihr bestes
Kennzeichen dadurch einbüsst, un\erkennbar nähert. S^chon ScHKUlIR hat sie a. a. O. an allen
Blüten mit gespaltener Oberlippe abgel)ildet. — Blüten der Spielart b. '/.^" lang und die
Kelche fast unbegrannt.
». CS. Tetraltit. ISteifhaariger Mohlzahn. Stengel
rückwärts steifhaarig, unter den Gelenkknotcn angescliwollen ; Blätter
länglich -eirund, zugespitzt, grob sägezähnig; Krunröhre so lang oder
wenig länger als die Kelclizähne, gegen den Schlund schwach erweitert,
Mittellappeu der Unterlippe länglich-viereckig, abgerundet oder ausge-
schweift.
LiNN. Sp. pl.810. Chi. han. 296. Koch Syn.II. 651. Sturm Deutschi.
Fl. II. 62. Reichenb. Tl. crit. IX. t. 877 (durch kleinere Blüten und schmäleren
etwas vorgezogenen Mittellappeu der l;nlerlippe an die Spiela. b. grenzend oder zu dieser ge-
hörig). Fl. dan. 1. 1271. Engl. bot. t. 207,
b. parviflora. Her Jcleinblütige. Blüten kleiner, Mittellappen der
Unterlippe schmäler, gerundet, ausgerandet oder selcht gespalten.
G. Tetrahit v. parviflora und v. bifida Chi. han. das. G. bifida De
BöNNiNGH. Fl. nionast. 178. Sturm das.
c. pubesceus. JDer weichbehaarte. Stengel weichhaarig, unter den
Gelenken zugleich steifhaarig; Blätter oft breiter; Blüten mittelgross.
Benth. in De Cand. Prodr. XII. 498. G. pubes«ens Besser Prim. 11.
gall. II. 27. Koch Syn. II. 652. Sturm das. G. Tetrahit ß. Walte-
riana Runth. Fl. berol. II. 109.
Auf Äckern, an Feldi<oinen und Schutt, auf Boden mehrei-er Art,
häufig; c. als eine mehr östlich verbreitete Form (am östlichen Harze,
z.B. bei Blankenburg nicht selten; Mk. Penzlin, Krickow). Juli, Au-
gust. — September.
Stengel steif aufrecht, 1 — '—'/i' hoch, unter den Knien bald mehr bald vreniger a»ge-
schwolleo. Kelcbzäbne lang begrannt. Kronen gewöhnlich blass purpurn mit vveis&lichcr
430 liABlATAE. Leonnrus.
Rülire. seilen gjnz weiss, ferner mit gcllicii riecken und pnrjiiirnem Saum .iiif jedem Lajipeii
iler lulcrli|>i>c, seilen ganz gell> (Clil. Ii.in. das., am Saum des Itossdorferliolzes liei Güt-
tingen gefunden). Form des Millcllapiiens der L'iilcrlippe sehr «andelhar, breiter oder selima-
ler, geriindcl gestutzt, ausgeseliweift, ansgerandel. — Blüten der Spielart c. meist dunkler,
Inlerlippe an der Basis licller roth mit purpurnen Adern und 2 gell.en Fleeken.
4. Q. Yerslcolor* Bunter Mäohlsahn, Stengel rück-
wärts steil'liaarig, unter den Gelenliknoteii angcscliwolleii ; Blatter läng-
lich-eirund, zugespitzt, grol) sägezäbnig; Rronrölire last doppelt so lang
als die Kelchzälinc, unter dem Schlünde bauchig erweitert, _llittellappen
der Unterlippe breit- viereckig, ausgeschweift oder abgerundet.
CuRT. Fl. lond. Fase. \1. t. 36. Chi. han. 296. Roch Syn. II. a51.
Sturm Deutschi. Fl. 11.62. Fl. dan. t. 929. Engl. bot. t. 667. G. Te-
trahit J'. grandillora Eenth. in De Cakd. Prodr. XII. 498.
Auf Äckern, au Schutt, auch in Holzungen, an Wegen und auf ofle-
nen Plätzen (hier wahrscheinlich durch Mist der Pferde zur Ilolzabfuhr
verbreitet) , ziemlich häufig eingebürgert.
Znisclien Geliülz oft 2 — 3' boeh. Kronen ge«öbnlicb gelb mit dunkelpurpurncm weiss
gcsüumtem Mittellappen der Unterlippe, selten ganz gelb (Chi. bau. das. bei Aarenwald un-
weit Hannover gefunden).
llenierk. Über die Yerwandtsehaft von A. 1. mit A. '2. und von A. 3. mit A. 4.
liezicbe ieb mieb auf meine Äusserungen in der Cbloris, AVcnn einst das Gelüst neue Arten
zu niacben tieferer Einsiebt in die vegetabilische Bildungslbäligkeit der INatur gewieben seyn
wird, werden wir «ohi nur 2 Arten in Beulsebland beballen. — FR. führt in der Summ,
veg. Scand. 14. G. Telrahit Auct. als Form von G. versieolor C'JRT. auf und G. bifida
BÖNNINGH. als G. Tetrabit I.. ohne Gründe dafür anzugeben. BEIVTH. , der LlNNE's G.
Telrabit sah, hält sie mit der gleichnamigen Fflanze der Autoren , so wie mit G. bifida für
elches
«ins
, i>
nd
belr
achtet sie
als
kleinblü
tige
For
m.
im
Gegensätze
der
grossblü
ligen, w
•Lm
G.
versicoi
lor CURT.
ist.
, Dies
müc
bte wohl
de
r W.
ahrbcll
am
nächsten
kommen.
GM irMMtnriCMES.
Pharmaceutisch- JUedicinisches* lirmu von A.l. offici-
nell (Blankenlieimcr Tliee , tuiter dein IS'amen Liebersche Auszehrutiffs-
krüuter lange Zeit ein Geheimmiltel , Herba Galeopsidis ochroleucae).
f^o rwaltende Bextundth. ein etilen thümliehes, reizend bitler schmecken-
des Harz und gelber bitterer (gerbstoffhaltiger?) Extractivstojf' (Analy-
sen von Geiger und von Happ). Anwendxinff in Abkochung oder Auf-
guss in Lungenkrankheiten. Vergl. HvFEL. Journ. 1823. f'III. 54. 1824.
Mai 64. Geig. Magaz. Febr. 1825. Es fehlen neuere zuverlässige Nach-
richten, ob sich die angebliche Heilkraft in späterer Zeit bestätigt hat.
ÖJCOnOVniXcheS» Der Samen sämmtlicher Arten ein gutes Nah-
rungsmittel für Stubenvögel ; auch lässt sich ein mildes Ol daraus pres-
sen. ^Das f'ieh frisst die Pflanzen nur im jungem Zustande. A.2. wird
auf Ackern durch Überhandnähme ein nachtheiliges Unkraut.
le. liEoiviJRUS. wroxiFsmA^ip.
Jans. Gen. n. 722.
Kelch kreiselförmlfi:, stechend— ö-zähiiifi;. Kronsaiim 2-Hnpia',
Q]jg,.]J ^..„»«..„K ^: i:~ ¥T„.„,.i:.°. „ K;; A Q i^i.f.:S
Oherlij)pe fast flach, ganzraudig, Unterlippe hangend, 3-lappig,
Lappen länglich, uiiTtlerer unigehehrfherzformig. Slauhheutel
paarweise einander genähert, Fächer g/jspreizl. ^INiisse scharf
o-eckig, an der Spitze gestutzt. Gcschl. Syst. XIY. 1.
Mehrjährige, auficchte Kräuter. Blätter meist eingeschnitten- lappig,
sümmtlich die Blüten weit überragend. (Quirle dicht, blattwinkclständig
und getrennt. Deckblätter pfrienienförinig.
1. li. Cardlaca. Gemeiner Wolf «trapp. Untere Blät-
Laniium. I.ABIATAE. 431
Inr Iiaii«lförinig-5-spnUig, eingcsclinitten-gesügt, obere 3-zipfeIig mit
kciUörmiger Itusis, untere Rronlippe in einen lüngiiclx-n Zipfel unigerollt.
LiNN. Sp. pl.817. Chi. han. 302. Koch Syn. II. 658. Schk. Handh.
II. T.162. Sturm Deutschi. Fl. H.9. Fl. drtn. t. 727. Engl. bot. t.286.
An Zäunen, Hecken, Hauern in der Nähe von Dörfern und Städten,
auf niagerni oder steinigem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze,
häufig eingebürgert. Juni bis August. — September.
Stengel '2 — -'S' liotb, astig. Blätter wcicbliaarig. Quirle zu 30 — 40, in allen obern
Blattwinkeln, kürzer als der Blattstiel. Blüten sitzend, zusamuiengeilrängt , klein, Reiche
begrannt, Kronen blassrütlilieli , Unterlippe in der Mitte gelli , roth pniictirt.
9. li. JflarriibiaHtriini. A.ndornartiger TFolfs.
trapp» iHätter länglich -eirund, beiderseits verschmälert, untere ein-
geschnitten-sägezäliiiig, obere nur an der Spitze 2 — 3 -zähnig, untere
Kronlippe flach, gerade ausgestreckt.
LiNN. Sp. pl. 817. Chi. han. 302. Benth. in De Cxm. Prodr. XII.
501. SciiK. Ilandb. II. T. 162. Stürm Deutschi. Fl. H. 84. Jaco. Fl.
austr. Y. t. 405. Chaiturus Marrubiastrum Beichenb. Fl. exe. 317. Roch
Syn. II. 658.
An Hecken, Wegen und auf Schutt, auf magerm kalksteinigcm oder
Sandboden, im südlichen Theile des Gebiets selten, im nördlichen zu-
nehmend, eingebürgert (Pr. fV. Höxter unterm Bäuscheberg — ; Pr. Bar-
by — ; An. zwischen Dessau und Oranienbaum — ; Br. an der Asse bei
Wolfenbüttel, zwischen Stöekheim und Salzdahlum — ; H». hinter dem
Ijindenerberge bei Hannover, Badenstedt, Bemerode, Kl. Heide, Prive-
laak, Stapel, Neuhaus — ; iWA. Boitzenburg, Preterfähre, Dömitz — ; Hh.
Humnielsbüttel — ; Hl. Wentorf). Juni, August. — September.
Gesamnitanselien der \origen Art. Stengel nnd Blätter meist stärker beliaart. Quirle
«ollbliitiger, weniger diebt stebend. Kelcbzbbne doppelt so lang begrannt. Kronen Lcll-
rosa. Samen beider Arten lon übereinstimmender Bildung.
GM U^MRBI.ICHJES.
Technisches* Das Uraut liefert der Färberei eine schöne Oli-
venfnrhe.
ÖTCOnomiSCheS» fVird vom Viehe nicht gefressen.
«O. liAIflllJ]?!. TAWrB]¥JSSSJEEi,
LiNN. Gen. n. 716.
Kelch röhrig oder kreiseiförmig- glocklf?, 5-zähnig. Kron-
saum 2-lippig, Oberlippe lielmförmig, Schlund erweiterf, Sei-
tenlappen der Unterlippe gestutzt, selten länglich, mit oder
ohne einen zahnförmigen Ansatz, Mittellappe breit, ausgerandet,
an der Basis verschmälert. Ileutelfächer geradlinig gespreizt.
iXüssc 3-eckig, an der Spitze gestutzt. Geschl. Syst. XIV. 1.
Ein- (Art. 1.2.) oder mehrjährige (Art. 3 — 5.) Kräuter, selten Stau-
den. Untere wie mittlere Blätter lang gestielt und tinterste kleiner, run-
zelig, meist doppelt oder eingeschnitten - sägezähnig. Quirle blattwinkel-
ständig, untere oder alle gesondert. Deckblätter pfriemcn-, seltener
lanzettförmig.
A Staubbeutel bärtig.
' KronrüLre innen kabl.
1. li. aiiiplexleaule. ^tengelumfassende Taub-
nesset» Blätter rundlich mit gestutzter oder schwach herzförmiger
Basis, untere gestielt, ungleich brcitkerbig, blütenständige sitzend, sten-
gelumfassend, etwas gelappt; Kelchzähne gestreckt, Kronröhre gerade.
LiNN. Sp. pl.809. Chi. han. 298. Roch Syn. II. 648. Schk. Handb.
432 liABlATAE. Lamium.
II. T. 159. Reichenb. PI. eilt. III. t. 224. f. 373. Fi. d.in. t. 752. Engl.
I.ot. t. 770.
X li. piirpiireo-aniplexicaule* Mothe-stengelum-
faissenAe Bastardtauhnessel, rntt-ie iJläticr etwas l.üizci-
gestielt, lilüteiistüiulige eiruiul- lierzloriiiig, mit selir Ifurzem breitem
Vlattstielc, oberste sitzend; Helchzähnc länger, bengig- sperrig.
L. interniedium Fries ]>ov. fl. suec. Ed. I. 105. II. 192. Koch das.
ReICHENB. PI. crit. III. t. 224. f. 372. und (L. purpureum naher stellend) VHI.
t. 722. ,.L. aniplexicaule ß. majus Langm. Fl. von Melilenb. 249.
Auf Äcliern, Brachen und Gartenländereien, auf Boden jeder Art,
allgemein eingebürgert ; die Bastardform selten und meist in wenigen
Exemplaren (diese Mk.; Hb.; Ol. Varel; Jln. Harburg, Osnabrück).
Stengel aus ansteigender i^slig- bUscbeliger Basis 6 — 10" liocli, unten liabl , oben zart-
liaarig. Kelcbzübne aus schmal lanzettlieber Basis pfrieioenrürmig zugespitzt, raubbaarig, oft
etwas zusammenneigend , ancb bei der Frucbtieife nicht sperrig auseinander gebogen , Rökre
der blasspurpurnen Kronen verlängert und dünn. — Im Frühjahre bleiben die Kronen anter
unvollkommener Entwicbelung fast im Kelche zurück (L. ampl. clandeslinuni BEICIIENB. PI.
crit. VIII. t. 705.). Ausserdem ändern die Kclcbzähue, wie bei Balluta nigra, in der
Länge ab, eben so die Kronrübrc. ■ — Die Bastardform weicht ab, durch meistens mehr
Hübe (im Herbste bis l'/l') '""1 sfärbern Bau, durch die in eine kurze stielförmige Basis
lorgezogenen untern blütenständigen Blätter, und wie bei L. purpureum sperrig- gebogene
Kelcbzäbne, die meistens zugleich etwas länger sind, welches sieb indessen nicht gleich bleibt,
auch durch eine meistens stärkere Kronruhre, deren Durchmesser jedoch oft an einem und
demselben E:iemplare abändert. — Bildung, Veränderlichkeit und Consortinni sprechen für
die livliride Abkunft. Diese Veränderlichkeit ergiebt sich leicht aus der Vergicichung <on
Kxemplaren aus verschiedenen Gegenden, wie nicht minder ans den Diagnosen der Schrift-
steller (»foliis supcrioribus scssilibus« Fr.INov. »foliis snperioribus ampleiicaulibus« das. 105. —
„foliis supreniis brcvissime petiolatis» KoCH Sjn. ; ferner „foliis rcniformibus" FR. — »foliis
coidato-oiatis subrotnndisve" Kocil etc.).
■ ■ Kronen innen mit einer Uaarleiste.
!S* li* piiriiureiiin. Mothe Tauhnessel, Blätter ungleich
herbig oder kerbig- sägezäiinig, unterste rundlieh -eirund, übrige eirund-
lierzförmig, sämnitlich gestielt; Kelcbzäbne sperrig-beugig; Kroiiröbre
unter der Uaarleiste schwach zusammengezogen und etwas gebogen.
LiNN. Sp. pl.809. Chi. bau. 298. Koch Sju. II. 649. Scuk. Handb.
II. T. 1.59. Fl. dan. 529. Engl. bot. t. 769.
X li. aniplexicaule -pwppiipeuiii. ^tenqelumfas-
sende'rothe Hastardtaubnesset, Blätter ungleich berbig-
cingeschnitteu, blütenständige lairzer gestielt, eirund mit fast rauten-
förmig vorgezogener Basis und breitem Blattstiele.
L. purpureum v. incisum Chi. bau. das. L. incisum Willd. Sp. pl.III.
89. Koch Syn. das. Beicue>b. PI. crit. III. t. ;223. Engl. bot. 1. 1933.
L. disscctum Beicuekb. Fl. sax. 197. L. coufertum Fries Summ, vegct.
Scand. 15.
Auf Äckern, Brachen und Gartenländereien, auf Boden jeder Art,
allgemein eingebürgert; die Bastardform stellenweise meist in Gesell-
schaft der Stammarten oder doch in der IVälie von L. purpureum {3Ik.
TU. Strelitz, Rostock, Sclmerin, Penzlin— ; //f. Flottbeck, Wandsbeck —;
üb. Borstel — ; OL Varel — ; //ji. Bockcnem, Timmern, Osnabrück — ;
Pr. fV. Münster). j>lärz bis October. — August, September.
Unangenehm riechend. Stengel aus liegender, ästiger Basis ansteigend. Blätter glas-
artig glänzend, obere oft nebst dem Stengel roth angelaufen. Kronen purpurn, breiter und
die Kronröbre kürzer als an der »orhergebendcn Art. — Die Bastardform im Gesammtanseben
zwischen L. amplcxicaulc - purpureum und L. purpureum stehend, oft stärker, hoher (bis 14')
und vielstcngcligcr (im Herbst 6 — 10 Stengel auf einer Wurzel) als L. purpureum, Blätter
LaDiiuni. liABlATAE. 433
jedoch häufig kleiner, Kelclizähne langer, Kronen schmächtiger. Jedoch hlelhl sich auch
hier die Bildung nicht immer gleich.
Bemerk. Die Kronrohrc der Bastardform habe ich an deiilschpn , schweilzer und
nordischen Exemplaren ( ühereinstimmend mit BENTII. in DE CanD. Prnili. XII. .509. —
gegen Kocil Syn. II. 649. und Engl. l)ot. ». 193.3.) stets mit einer zarten Uaarleisle
y.^ — ^|^" üher der fast geraden Basis gefunden (wonach denn auch unstreitig Ij. purpureum
ß. decipicns Kocil das. hierher gehören wird). Dies doppelte '\'orl;otnmrn , mit und ohne
Haarleistc, bestätigt die der Bildung «ie dem Consortium nach sehr wahrscheinliche hybride
Abkunft, woriiber wohl nur Versuche durch Aussaat völlige GcHissheit geben können. Im
Osnabrückschen habe ich den entschiedensten Übergang dieser Form in l,. purpureum »orn
Acker gegen die angrenzende Hecke beobachtet, sey es nnn , dass eine weniger reichliche
Befruchtung oder der Rückschritt lur legitimen Form durch wiederholt eingetretenen Samen-
abfall dieser Erscheinung zum Grunde lag.
3. li. maculatuni. GeflecTcte Vaubnessel* Blätter
lierzförniig- eirund, zugespitzt, doppelt- sägezälinig; Kronröhre stark ge-
krümmt, über der Basis bauchig erweitert, unter der Erweiterung zu-
sammengezogen, Seitenzäliue lang gespitzt.
LiNN. Sp. pl. 809. Chi. han. 297. Roch Syn. II. 649. Schk. Handb.
II. T.1.59. ReICHENB. PL Crit. HI. t. 216 (r.. laerigatum; die bei uns am häufig-
sten vorkommende Form), t. 215 (I--. maculatum ; mit weissem Streif der Mittelrippe entlang).
Engl. bot. t. 2550.
An Decken, Zäunen, Gräben, auch in Waldungen, auf etwas humo-
sem schattigem oder feuchtem Boden, häufig. April bis Juli. — August,
September.
Stengel aus ansteigender Basis l'/2 — 2' hoch, saftig, glänzend. Blätter seifen weiss
gefleckt. Quirle reichblUlig. Kronen sehr viel grösser als an den vorhergehenden Arten,
carminroth, l'nterli])pe lila, rolh gefleckt. — Variirt wie L. purpureum mit eingeschnitten-
sägezähnigen Blättern.
4. li. alblini. W^eiSSe OPaubneSSel, Blätter herzförmig-
eirund, lang gespitzt, ungleich sägezähnig, Kronrühre gekrümmt, über
der Basis mit einer schrägen Einschnürung, Seitenzähne mit 2 — 3 klei-
nen Nebenzähnen.
LiNN. Sp. pl. 809. Chi. han. 297. Koch Syn. II. 649 Schk. Handb.
II. T. 159. Stlrm Deutschi. Fl. H. 8. Fl. dan. t..594. Engl. bot. t. 768.
Hayne Arzneigew. V. T.41.
An Hecken, Zäunen, Gräben, auf frischem oder feuchtem Boden, sehr
häufig. April bis Juli. — August, September.
Gesammtansehen der vorhergehenden Art, aber Blätter vorgezogen - gespitzt. Kronen weiss
mit blassgelblichen Lippen und blassolivenfarbenen Flecken anf der Unterlippe.
f Staubbeutel kahl.
5. li. Galeobdolon. Gelbe ODaubnessel, Blätter ei-
rund, doppelt kerbig -sägezähnig oder sägezähnig, Kronröhre unter der
Mitte zusammengezogen, innen mit einer Haarleiste, Seitenlappen ver-
längert, ohne oder mit schwachem Seitenzahn.
Crantz Stirp. austr. 262. Benth. in De Ca\d. Prodr. XII. 512. Ga-
leobdolon luteum Huds. Fl. angl. 258. Engl. bot. t. 787. Chi. han. 294.
Koch Syn. II. 6-jO. Galeopsis Galeobdolon Linn. Sp. pl. 810. Schk.
Handb. II. T. 157. Fl. dan. t. 1272.
An Hecken, Zäunen, zwischen Gebüsch und in Vorhölzern, auf fri-
schem feuchtem Boden, häufig. April bis Juni. — Juli, August.
Gesammtansehen der beiden vorigen Arten. Blätter gestielt, bisweilen weisslich gefleckt.
Quirle 6 -blutig, Kronen schön cilronengelb , innen mit bräunlichen Flecken, Seiti'nlappen
der Unterlippe mit dem mittlem gleich lang, zugespitzt. — Variirt mit ohern schmälern,
lang zugespitzten nnd tief sägezähnigen Blättern.
434 I.ABIATAE. Ballnta.
GM IVMRBJjICHMS,
jPhart/naceutisch- ItKedicinischeS' Hie Blattei- vo« yi.6.
noch officinell. f'orwal tende Ji e s tandth. bitterer Extraetivxtoff' und
eisentirünender Gerbestoff. Anwendimii im Theeauf'yuss ungcblich f/e-
gen den weissen Fluss.
Ökonomisches» Die jungen Triebe von A.4. können als Gemüse
genossen werden. Die Art. 2 — 5. werden gern vom f'iehe gefressen und
geben den Bienen eine^ frühzeitige Nahrung. Art. 1. und 2. sind auf
Gartenlündereien und Ackern oft lüstige Unkräuter.
«1. BAIiliOTA. SCMW^BZJVJSSSMIi.
Jass. Gen. n. 7-20.
Kelch trichterföruiig, mit 5 — 10 gegen die Basis breit zu-
laufeiulen Zähnen. Kronsauni 2 -lippig, Oberlippe flach ge-
wölbt, Schlund nicht erweitertjMittellappen der Unterlippe uinge-
kehrtherzförniiff. Nüsse an der Spitze abgerundet -slumptlich.
Gcschl. Syst. XIV. 1.
Meliijährige Kräuter (A. 1.) oder Stauden. Blätter runzlicli, ganz
randig oder siigezälniig, nicht eingesehnitten. Quirle hlattwinlielständig,
viel-, selten -^venigblütig. Deckblätter zahlreich, lineal-pfriemenförniig.
1, B* nigra. Genteine Schwarsnessel» Blätter eirund,
stumpf sägezähnig; Reiche 5- zähnig, Zähne aus eirund -lanzettförmiger
Basis zugespitzt und hegrannt.
Link. Fl. SUeC. 206 (nach Ausweise von EllRHART in I.INNE's Zeit zu Upsala ein-
gelegter Exemplare). Chi. han.303. Beicuenb. PI. crit. VIII. t. 773. B. nigra
8. ruderalis KocH Svn. II. 657. B. ruderalis Fr. Fl. hall. 101. Summ.
veg. Scand. 14. Fl.^ dan. t. 1702.
b. subinutica. Bie hreitersähnige. Reichzähne aus deltaförmiger
Basis gespitzt, l»urz hegrannt.
Chi. han. das. B. nigra a. foetida Roch das. B. nigra Engl. Lot.
t. 46. B. borealis Sweig. Reichenb. das. t. 775. B. foelida Lam. Dict.
I. 357. BeICUEKB. das. t.775 (mit etwas Lingetn Grannen). B. alba LlNN. das.
(wenn die Kronen weiss sind).
An Hecken, Zäunen, Mauern, an Wegen und auf Schuttplätzen, auf
Boden mehrerer Art, häufig; die Spielart seltener. Juni bis August. —
September.
Gerieben widerlicli betäubend rlecbend. Bis 3' hoch, ästig, dunkel grün und durch
violeten Anhauch schwärzlich erscheinend, mehr oder minder behaart. Blätter mit eirunder,
gestutzter und fast rautenförmiger Basis , auch spitz und stumpf sägezähnig abändernd. Kelche
»orzüglich an der Hauplart mit längern und kürzern Grannen >ariirend , Kronen trüb-purpurn,
selten weiss, aussen zarthaarig.
Bemerk. Fortgesetzte Beobachtungen haben die in der Chloris näher nachgewiesene
•Wandelbarkeit der beiden Kclchzahuformen nur bestätigt. B. urticilolia REICHENB. wird in
Fl. sax. nur allgemein: „an Mauern, Schutt" angegeben, wonach man sie im östlichen Theile
des Gebiets erwarten dürfte. Es ist indessen eine im Kelch und Blatt so langzähnige Form
i.ls die Abbildung PI. crit. Vlll. t. 774. nachweist, im Gebiete nicht gefunden worden.
GMWMBBI'ICBKS.
Öleonomisches» Das Vieh verschmähet die Pflanze, von den
Bienen wird sie dagegen häufig besucht.
5. Gruppe. AJUOOIDEAE. GVN SMI^GMWÄCnSE.
Staubgefässe 4, parallel ansteigend. Oberlippe der Rrone sehr kurz
oder gespalten mit der Unterlippe anliegenden Zipfeln. ISüsse netzartig-
runzelig.
Teuorium. I^ABIATAE. 435
S9. TEUCRUJin. GA.MA.NnMn,
LINN. Gen. n. 706.
Kelch rölivig oder glockig, 5-zähiiig.^ IJronsaiim 2-lippig,
Obeilippe der Krone tief getheilt, mit ihren Zipfeln auf der
3-zipfeligen Unlei"lippe liegend, diese daher o-theiliff erschei-
nend. Staiihffefasse aus der Spalte der Oberlippe hervortre-
tend. Geschl* Syst. XIV. 1. ^ ^'
Ein- (A. 4.) oder iiiebrjährige (Art. 1 — 3. 5.) Kräuter, Stauden oder
Sträuche von sehr verschiedenartigem Gesamnitansehen. Blätter ganz,
seltener 3 -spaltig oder 2 — 3 -schnittig. Quirle 2 — vielMütig, bald Llatt-
winkelständig, Lald traubig -ährig oder kopfförmig vereinigt.
■J- Kclcbc 2-lippig.
1. T. jücorodonia. Salveiblättriger Gamander.
Blätter gestielt, herzförmig -eirund oder herzförmig -länglich, kerbig-ge-
sägt; Blüten in end- und blattvcinkelständigen Trauben, Kelchoberlippe
ungetheilt.
LIN^. Sp. pl.789. Chi. han. 287. Koch Syn. II. 662. Schk. Handb.
II. T. 155. Fl. dan. t. 485. Engl. bot. t. 154.3.
An Waldrändern, in Hainen und auf Waldwiesen, auf sonnigem stei-
nigem Boden, ziemlich häufig, in Osten und Süden des Gebiets sich ver-
lierend. Juli, August. — September.
Wurzclstock kriechend , Stengel sieif aufrecbt, 1 — 1 '/■/ liocli , ästig. Blätter runzelig,
-weicbhauiig. Trauben verlängert (bis 6" lang), locker. Kronen wcissgelblicb, gegen den
Scblund grünlich. Staubbeutel blassviolet.
Ä« T. Cliainaedryj^. JEdler Gamander. Blätter ge-
stielt, länglich mit keilförmig verschmälerter Basis, sperrig -tiefkerbig;
Quirle 6- blutig, in endständiger lockerer Traube.
LiNN. Sp. pl.790. Chi. han. 287. Koch Syn. II. 662. Schk. Handb.
II. T. 155. Engl. bot. t. 680. Hayne Arzneigew. YIII. T. 4.
Auf Triften, auf sonnigem magerm kalksteinigem Hügelboden, die
Nordgrenze des Vorkommens in Deutschland erreichend, selten (Pr. fV.
Altenberge und Nienberge als nördlichstes Vorkommen. — Hs. am Ba-
deiistein bei Witzenhausen nach Freudenthal zu — ; Schw. Badra, Jecha-
burg, Bebra, Frankenhausen ^; ^ii. Bernburg — ; Pr. Halle: Bennstedt,
W^endelstein, Bottendorf, Freiburg am Schlifter, Naumburg). Juli bis
September. — September.
Stengel aus ästiger Basis aufsteigend, '/j — 1' ^och, zottig oder weichhaarig, an zwei
Seiten dichter behaart. Blätter lichtgrün, kahl, variiren kerbig- sägezäbnig, auch fast ein-
geschnitten , und oft obere blütenständige an der untern Ilällle ganzrandig. Kronen Lell-
purpurn, selten fleischfarben oder neiss. Röhre länger als der Kelch und weisslich.
■^■^ Kelche .5- zähnig.
3. T. Scordium. KnohlauchduJ^tender Gaman*
der. Blätter sitzend, gleichbreit- länglich, ungleich kerbig -sägezähnig ;
Quirle 2 — 4-blütig, blattwinkelständig und von den blütenständigen Blät-
tern überragt.
LiNN. Sp. pl. 790. Chi. han. 287. Koch Syn. II. 662. Schk. Handb.
II. T.155. Fl.dan. t. 593. Engl. bot. t. 828. Hayne Arzneigew. YIII. T.3.
An Teichen, Gräben und auf W^iesen, auf sumpfigem und moorigem
Boden, im nord-westlichen Theile des Gebiets ziemlich selten (///. Eg-
gendorf, Kellinghausen — ; Hn. Hannover: Empelde, Dörener Marsch,
Kirchrode, Missburg, Kl. Buchholz — ; Pr. FF. Lotte auf W^iesen bei
dem Osterberger Mühlenteiche — ), im süd- östlichen häufig. Juli, Au-
gust. — September
Stengel aufrecht oder ansteigend, 1 — 1 '/.j' hoch, zottig, mit kriechenden Auslüufern an
436 I.ABIATAE. Ajnga.
der Basis. Blätter l'/j — '-" '»»g. '//' l>f»^if. meist »oiclihaarlg, untere ao ilcr Basis ali-
gertiDilct olicrc verscbmiileit. K.l.lic linr/, , Kronen |.iir|iurn.
4. T. Botpys. Vrauhen. Gamander. Blätttr gcsticU,
doppelt -iiederspaltig-gescliüt/.l; (^)uirlc lilaUwiiiLi-lsläiidig, 2 — G-hlülig,
von den hlütenstäiidigeii Itlattem üheriagl.
LiKN. Sp. pl. 786. eil!, l.an. 286. Koch S>ii. II. 662. Dietr. Fl.
boniss. t.853. Dodon. Pciiipl. 46. f. 2 (CliaiiiacpiJys altera).
Auf Brachen, au Feldrainen und AMiängeu, auf mageiin l.alksfeiui-
geni Boden, die IXordgreuze der Gesainnitverbreitung (llusslaiul ausge-
nommen) erreichend (nördlichstes Yorliommen Hn. l'ggeherg hei Boden-
werder, Külf bei Duingen, Sehülerherg bei Osnabriick, Bavens)>erg bei
Dissen), ziemlich häufig, doch mit Lnterl»rechuugen gegen Süd -Osten.
Stengel aus ästiger Basis '/, — ^4* ''oeli , zottig und klelirig - drüsig. Blätter im Um-
risse kurz eirund. Kclclic etttas aufgelilasen mit starkem iloeker an der Basis. Kronen
lila, Miltellappen der Inlerlippe gell.liclmeiss mit purpurner Zeiclinung am SeMunde.
• 5. T. iiioutaiiiiiM. Berg- Gantander* Blätter lineal-
lanzettlich, ganzrandig, unterseits fein giaulilzig; <^>uirle in ein endstän-
diges Köpfchen zusammengedrängt.
LiNN. Sp. pl.7y]. Chi. hau. 287. Bemerk. Kocu Syn. 11. 663. T. su-
pinum Link. das. Jaco. Fl. austr. V. t. 417.
Auf Triften, an sonnigen steinigen Abhängen, im südlichen Theile
des Gebiets die ISordgrenze der Gesammtverbrcitung erreichend, ziemlich
selten (Schw. Badra , Bebra, Frankenhausen — ; l*r. Auleben, Halle:
Bennstedt, Bottendorf nach Kölnie zu, >Vettiii, Naumburg am Kalkbergc,
Vitzenburg unweit INebra). Juni bis August. — September.
Stengel niederliegend, stranehartig ausgebreitet, an der Basis iioUig, 4 — 6" lang, kurz
behaart. Blatter 4 — ■^"' lang, 2 — '-J'/j'" '"•«''. '"" Baude umgebogen. Kronen gclblieb-
weiss, die Röbre blassgrünlicb.
Pharmaceutisch- Jttedicinische»» Von A. 3. das Kraut
officinell (llevba Scordii). f'or tu ti Itcndc Bestandth. ätherisches Öl,
bitterer Extraclivstoff' (oder bitteres Harz?) und cisentfriiuender Gerbe-
stoff'. Anwenduufj in Substanz, iti Pulverform oder im Anf'quss , als
schweisstreibendes und maf/enstHrkendes 3littcl, dochwenifj im Gebrauch,
so vne die ehedem officinelle A. 2. tjanz ausser Gebrauch f/ekommen ist.
ÖTeonomiSches* Das f ieh' f'risst sänimtliche Arten nicht (fern.
Nach dem Genüsse der A. 3. soll die Milch der liiihe einen linoblauch-
geschmack annehmen.
!33. AJUGA. GÜTVISJEMj.
J.I>N. Gen. n. 70.5.
Kelch eiförmig- oder kugelig -glocliig, 5-spallig oder 5-
zähnig'. KroiiStHiiui 2-lippig5 Oberlippe sehr kurz, aiisgerandet,
Unterlippe 3-sj)al(ig, sehr viel grösser. Geschl. Syst. XIV. 1.
Ein- (A.4.) oder mehrjährige (Art. 1 — 3.) Kräuter, seltener staudig,
liegend oder ansteigend, oft Ausläufer treibend. Blätter ganz, selten
3- spaltig. (Quirle 2 — vielblütig, blattwinkelständig oder gegen die Spitze
ährig zusammengedrängt.
f Blüten in äbrenförmig geordneten Quirlen.
t. A. reptans. Kriechender Günsel* Stengel mit krie-
chenden Ausläufern; Blätter ausgeschweift oder schwach kerbig, Ober-
lippe der Krone unter spitzem Winkel ausgerandet.
LiNN. Sp. pl.785. Chi. hau. 284. Koch Syn. II. 661, Fl. dan. t. 925.
Engl. bot. t. 489. IIayne Arzneigew. IX. T. 17.
Ajuga. I^ABIATAE. 437
Auf Wiesen, in Hainen und Wählern, auf Iiumosem feuchtem oder
frisebem Boden, sehr häufig. April bis August. — Juli bis September.
Stengel 6 9" hoch, kalil oder 2-reiliig heliaart. Ausläufer 2 — 6, bis 1' lang, auf
Irockenerin Boden in geringerer Zalil und kurzer, aucli nohl gänzlich fehlend. Blätter läng-
lich-unigekehrteirund , wurzelständige rosctfenartig und grösser. Kclchzipfcl lanzettförmig.
Kronen blau, selten fleischfarben oder weiss.
2, A. genevensii^. Maariger Günsel, Stengel ohne
Ausläufer; lllättcr ausgescliAveift- stunipfsägezähnig; untere Deckblätter
ausgcschweift-3- lappig oder ganz, obere kürzer als die Blüten; Ober-
lippe der Krone unter stumpfem Winkel seicht ausgerandet.
LiNN. Sp. pl. 78.5. Chi. hau. 285. Kocu Sjn. 11.661. Fl. dan. 1. 1703.
Hayne Arzneigew. IX. T. 18.
b. bracteata. Der grossdeckblättrige. Obere Deckblätter länger
als die Blüten.
Chi. hau. das. A. alpina Lin\. Mant. 80. Engl. bot. t. 477. A. py-
ramidalis ScHK. Handb. II. T. 155. Fl. d. Wetterau II. 340.
C. decipiens. Oer trügerische. INiedriger, Blätter seicht ausge-
schweift otler fast ganzrandig, unterste die grössten; Deckblätter der
gedrängten Ähren länger oder so lang als die Blüten.
A. gcnevcnsis y. pyraniidata Chi. hau. das.
In W'aldungen, Feldern, Triften und Heiden, auf magerm lehmigem
oder sandigem Boden, häufig; c. auf sonnigem magerm Boden. Mai bis
Juli. — August, September.
Stengel '/.^ — 1' hoch, weiss- zottig, Blätter länglich, antcre spatelformig in den Blatt-
stiel verschmälert, unterste beträchtlich liel kleiner als die nachfolgenden. Ähre locker,
Kelchzipfel lanzettlicb -lineal, Kronen gesättigt blau, selten fleischf.nrben oder weiss. Die
Spiela. c. i — ö" hoch, der folgenden Art täuschend ähnlich.
3. A. pyramidalis« Pyramidaler Günsel, Stengel
ohne Ausläulcr; Blätter ausgeschweift-gekerbt; Deckblätter ausgeschweift
stumpfeckig, oberste doppelt so lang als die Blüten.
LiNN. Sp. pl.785 Koch Syn. II. mi. Fl. dan. t. 185. Engl. bot.
t. 1270. Hayne Arzneigew. IX. t. 19. A. alpina Suter Fl. helv. II. 2.
X A. reiteiiti.pyrainidalis. Mriechend-pyrantida-
ler Bastardgünsel, Deckblätter so lang als die Blüten, Kro-
nen doppelt so gross als an der Stammart.
In lichten Waldgegenden, auf Triften und Heiden, auf humos-san-
digem Boden, sehr selten {Mk. Mirow in der Allee Langmann; Hn.
Uitzacker — im Holze bei Aurich — ; An. nebst der Bastardform in den
\%'aldgegenden übcu- dem Selkethale: Meiseberg, Deichgrund, Selkehöhe,
namentlich über dem Jagdschloss Selkesicht 'A Stunde auf dem Wege
von da nach Ballensledt, dem Falkensteine gerade gegenüber — ; Pr.
am nördlichen Bande der Dölauerheide, Lettin gegenüber — ; Pr. fV.
Höxter bei der Bodixer Mühle? Jüngst — Lengerig beim Gute Stapen-
horst). Mai l»is Juli. — August.
Stengel '/^ — 1' hoch. Blätter der A. l. Deckblätter der A. 2. nach der Spitze der
Ähre zu aber nicht an Grösse abnehmend. Blüten kleiner als an beiden Arten, Kronen
hellerblau. — Ich besitze von WahlENBERG mir mitgclheilte Exemplare, die 3 — 4 lange
Ausläufer, gleich denen der A. genevensis halien , jedoch steigen sie aufwärts und haben
sämmtlich, wenn auch wenige, Blüten. Die Bastardform schlanker, Blätter der A. pyrami-
dalis, unterste Deckblätter seicht ausgeschweift - eckig, obere ganzrandig, meist gefärbt.
Blüten der A. reptans, so lang oder etwas länger als die Deckblätter. Die gefundenen Eiem-
j.lare unfruchtbar. — FRIES Summ. »eg. Scand. 1-S. zählt neben den hier aufgeführton .3
Arten auch wieder A. alpina L. als Art auf, indem er bemerkt, dass sie der A. reptans
am nächsten stehe. Englische und schwedische Exemplare , die ich sab, gehören zu A, ge-
nevensis.
438 TERBENACEAE. Terbeiia.
ff Blüten einzeln in den Blattwlnkeln.
4. A. Chaniaeiiitys. Gelbbiüfiger Günsel. Blatter
3-spaItig mit linealeii Zipfeln , Llütcnstäiitlige Jflättcr derselben Bildung,
meLii'acli langer als die Blüten.
ScHREB. PI. ^ert. unil. 24. Chi. ban. 286. Koch Syn. II. 661. Engl,
bot. t. 77. Teueriinn C.hamaepitys Linn. Sp. pl. 787. Fl. dan. t. 733.
Ha\i\e Arzneigew. YIII. T. 1.
Auf Ackern und Triften, auf magerni troclienein I>esonders kalk-
steinigem Boden, selten (Pr. Halle: ]>(aumliurg, Röime, Bennstedt, San-
dersleben — ; An. Bernbiirg — ; Schw. Frankeuhausen, Badra, Bebra,
Jecbaburg — ; Br. am Apenbergc bei Kattenstedt — ; Hs. Gertenbaeb,
Witzenbausen — ; Ilti. Albeshausen zwischen dem Koboldsbergc und dem
Bodenstein, vor dem Laerberge bei Osnabrück — ; Pr. fV. IMienberge,
Altenberge, Wareudorf — ; /#/.). Juni bis September. — August bis
October.
Rosmarinartig riccliend. Sfpiigcl 3 — 6" liucli, ausgebreitet, ansteigend, ranldiaarig und
der ganien Lange nacli bel.lallcri. Blätter heliaart und etwas Helierig, Blallzipfcl nicht über
-"' breit, oft aber auch nur '/.^"' breit und sehr dicht stehend. Biiiten gegenständig, kurz
gestielt. Unterlippe citronengelb, an der Basis braun punctirt , Rohre wcisslich.
P'harniaceutisch-lSKedicinisches» Das liraut von A. 4.
of'ficinell (Ilerba Cbaniaepityos s. Ivae arthriticae), doch weniij im Ge-
brauch, f'orwaltcnde Bestand th. ätherisches Öl, eisennriinender
Gerbestojf und bitterer E.vtractivstoff' (oder bitteres Harz?). Anwen-
duuff in Substanz, Pulverform und Auf'f/uss.
Vechnisches. SUmmtUche Arten enthalten Fürhestoff. Kühe fres-
sen sie nicht.
XUSJEJVMJLRTJLMVMGJE JP FJÜAJVXM ]¥.
JlSS. Ann. d. Mus. VII. 63.
Kelch rölirjg, lileibcinl. Krone röhrig mit uiiglelchmässigem
4- oder 5-theiligein Sauni^ ahfalleiid. Slauhgefässe 4, zwei-
mächtigi oder 2. Friiehtknote 2- oder 4-faclK'rig5 mit l oder
2 aufreehten Eichen in jedem Fach. Ein Griffel. Frucht püan-
mcnarlig, 4 Steine enthaltend oder in 4 iXüsse zerfallend. Sa-
men eiweisslos. Keiin gerade ^ das Würzelchen zum ]\ahel ge-
wandt. — Blätter meist gegen- oder wirtelsfandig.
Torkonimen. Bei uns durch eine bodenvage Art vertreten.
Gehalt. Gerbestoff und nicht hinlänglich untersuchte bittere Ex-
tractivstoffe.
1. VERBEjvA. mismNBJLnv,
Link. Gen. n. 'd'i.
Kelch 5-spaltig. Krone tellerförmig mit ö-lappigem, fast
2 -lippigem Saum. Frucht in 4 INiisse zerfallend. Geschl.
Syst: 11. 1.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige Kräuter, selten Stauden. Blätter meist
sägezähnig oder verschiedenartig eingeschnitten. Ähren end- oder blatt-
winkelständig, einzeln, gehäuft oder rispig. Blüten sitzend, mit Deck-
blättern versehen.
1. V. ofAciiialis. Gemeiner Misenhart, Blätter eirund-
länglich, tief 3- spaltig geschlitzt und gekerbt, untere in den breiten
Blattstiel verschmälert; Bluten in ruthcnföi-migen Ähren.
Pinguioula. liENTIBlJIiARlEAE. 439
LiNN. Sp. pl.29. Chi. Lan. 307. Koch Syn. IL 664. Schk. Handb.
1. T.3. Fl. dan. t.628. Engl. bot. t. 767. Hayne ArzneJgew. V. T. 42.
An Wegen, Hecken, Mauern und auf Schutt, auf Boden jeder Art,
allgemein verbreitet.
Stengel 1 — 2' hoch mit aufrecht -abstellenden, gegenständigen Asten , etwas steifhaarig.
Blätter schwach runzelig und rauhhaarig, obere sitzend. Ähren dünn, Blüten klein. Kronen
röthlichviolet, hintere Staubfäden kürzer als die ^ordern.
ÖTConontischeS* im Landlumshalt ist die fVurzel als Gewürz
an einrjemachte Gurken zu empfehlen. Kühe und Pferde fressen das
hraut nicht.
liXlLII. liEIVTIBUIiARIEAE.
RiCH. Fi. par. I. 'JG.
Kelch und Krone 2-lipplg, letztere gespornt. Staubgefässe
2. Friichthnote 1 -fächerig, vieleiig, mit mittelständigem ku-
geligem Samenpplstcr. Ein Griffel. Fruchtkapselartig. Samen
eiweisslos. Keim aufrecht.
Vorkommen. Wasser und Sumpf liebende Kräuter.
Gehalt. Scharfe und bittere Stoffe in einifjen ^rten.
1. PIIVGUICIJIiA. FÜTTUMAUOP,
LlNN. Gen. n. 30.
Kelch o-fheilig. Krone rachenförmig, Kapsel in 2 Klappen
aufspringend. Geschl. Syst. II. 1.
Mehrjährige Kräuter. "V^^urzelblätter rosettenartig, ganzrandig, kahl,
Schaft 1 -blutig.
I. P. vulgaris* Gemeines VettTeraut, Sporn pfrie-
menförmig; Kapsel eirund.
LiNN. Sp. pl. 25. Chi. han. a3y. Kocu Sjn. Tl. 665. Schk. Handb.
I. T.3. REicHENB.Pl.crit. I. t.48. f. 175. Fl. dan. t. 93. Engl. bot. t. 70.
Auf Wiesen und Weiden, auf moorigem Boden, im nördlichen und
■westlichen Theile des Gebiets häufig, im süd- östlichen nur bis zum süd-
lichen Harzrande verbreitet, südlicher innerhalb des Gebiets nicht mehr
vorkommend. Mai, Juni. — Juli, August.
Blätter am Boden liegend, fleischig, eirund oder eirund - elliptisch , mit eingekrümmtem
Rande, drüsig- kleherig , hellgrün mit röthlichem Anhauche , Schaft einzeln oder zu 2 — 4,
iJ — h" hoch, stielrund, kurz drüsenhaarig, 1 - blutig. Blüte nickend, dunkehiolet mit
blasserm, zottigem Gaumen. — Variirt auf ungünstigem, namentlich gypshaltigem, Boden mit
kleinern Blüten (P. vulg. ß. minor KoCll das. P. vulgaris v. micrantha FRIES Summ. veg.
Scand. 20.).
GE1VERBLICHES.
ÖTCOnonti«cheS» Die Blatter bewirken Dickwerden der Milch,
ohne sie gerinnen zu lassen, übrif/ens ivirkt die Pflanze purqirend und
soll den Schufen nachtheilig , ja tödtlich seyn. Das Vieh frisst sie nicht.
^, IJTRICUIiARIA. WASSMMMEXiM.
LiNN. Gen. n. 31.
Kelch 2-blättrig. Krone maskenförmig. Kapsel ringsum auf-
springend. Geschl. Syst. II. 1.
Schwimmende oder im Schlamme wurzelnde, ein- oder mehrjährige
(Art. 1 — 4.) Pflanzen. Blätter fiederschnittig- vieltheilig, untergetauchte
mit flaschenförmigcu, bald saft- bald luftgefüllten Blasen versehen. Blü-
440 LEMTIBUIiARIEAE. ütricularia.
tenstielc scL.-irtartig, vor der Blütcnentwickcliing über das Wasser sich
crhebeiul. IMütcn endstäiidig in Äbren oder Trauben, seltener einzeln,
Kronen gelb.
1, II. vulgaris«* Gemeiner Jf^asserhelm, Biütter nach
alltn Seiten gerichtet, iniLmrissc eirund, liedersehniltig- vieltheilig, Zipfel
haarfein, entfernt fcinstaehelig-gewinipert ; Sporn hegclförniig, abste-
hend, Oberlippe von der Länge des gewölbten Gaumens.
LiNN. Sp. pl.26. Chi. hau. 338. Kocii Svn. 11. (565. Schk. llandb.
I. T. 3. Sturm Deutschi. Fl. H. 13. Schrad. Journ. f. d. Bot. 1800. 1. T. ü.
Fl. dan. t. 138. Fngl. bot. t. 2ö3.
In Teichen, Graben und Sümpfen, häufig. Juni, Juli.— August,
September.
Grosser als die folgenden Arten. Die mehrsten der untergelaucbten Ulätter mit Blasen
besetzt. Schaft 6—10" liocli. Blüten grosser als an den Art. 3. 4. . Kronen goldgelb mit
orangefarbenen Streifen am Gaumen.
Ä. U. neglecta. ilber sehener Wasserhelnt, Blätter
nach allen Seiten gerichtet, im Lmrisse eirund oder eirund -länglich, fie-
derschnittig-vielthcilig, Zipfel haarfein, entfernt feinstachelig-gewimpert ;
Sporn der Krone kegelförmig, abstehend, Oberlippe '?. — 3- fach länger
als der gewölbte Gaumen.
Lehmann Ind. schol. hanib. 1828. Begensb. Bot. Zeit. 1829. I. Ergän-
zungsbl. 56. Chi. han. 338. Fl. dan. t. 1981.
In stehenden Gewässern und Sümpfen, häufiger als A.I., zum Theil
v%ohl übersehen (iW/,. Torfwiesen bei Mirow— ; ///. Kiel — ; Hb. Eppen-
dorferMoor— ; OZ. Oven — ; Ä«. Vörden, Ilunteburg, Uehburg — ; lir.
Helsunger Bruch bei Blankeuburg, wo die Pllanze häufig ist — ). Juni,
Juli. — August.
Ansser den angegebenen Vcrschiedenbeiten von A. 1. durch einen zartcrn Gcsammtbau.
feinere Blattzipfel, auch durch kleinere Kelche «nd grössere Kronen abweichend.
3. U. intermedia. Mittlerer Wasserhelm, Blätter
2-zeilig, im Llmrisse nlereurund, gahelig- viellheilig, Zipfel boisflich,
dornig-gezähnelt; Si>orn pfriemenförniig, an der L nterlippe liegend, Ober-
lippe ganz, doppelt länger als der gewölbte Gaumen; Fruchtstiele auf-
^''^IiIyne in Schrad. Journ. f. d. Bot. 1800. I. 18. T. 5. Chi. han. 339.
Koch Syn. II. 665. Sti-rm Deutschi. Fl. II. 17. Fl. dan. t. 12(i2.
In Sümpfen und Gräben, ziemlich häufig (iWA. ]>i. Strelitz am Zierker-
see, Schilfwerder bei Schwerin—; HL Arensburg, Kl. Grünau, Fort-
l;,.„g _^; HO, Eppendorfer Moor — ; //»i. Hochmoor bei Aurich — ; Ol.
mit U. vulgaris: Oldenburg, Döttlinger Moor, an der Lethe, bei Grossc-
nieer, Zwischenahner Meer — aber seltener; Pr. fV. bei Bielefeld: zwi-
schen Friedricbsdorf und der Chaussee nach Gütersloh , bei Colon Ilani-
biinck am Teiche hinter dem Isten »leilenstein, bei Colon Mangelkuhl
hinter der Lohmühle; lihede an der Ems, Bentlage bei Ilheina — ). Juni,
Juli. — August.
Blätter liel hiireer als an den Torhergebenden Arten. Kronen schwefelgelb, Oiierlijipe
und Gaumen mit |iHrpurnen Strichen . auch ebne diese.
4. U. iniitor. Kleiner UTasserhelm, Blätter nach allen
Seiten gerichtet, im Umrisse rundlich-eirund, gabelig- viellheilig, Ziptel
borstlich, kahl, Sporn sehr kurz, Oberlipj.e ausgerandct, so lang als der
flachgedrückte Gaumen; Fruchtstiele zurückgebogen.
LiNN. Sp. pl.26. Chi. han. 339. Kocu Svn. IL 6(56. Sturm Deutschi.
Fl. U. 17. Schrad. Journ. f. d. Bot. 1788. I. T.6. Fl. dan. t. 128. Engl,
bot. t. 2.'>4. , , ,. , ,. ..
In Mooren und feuchten Gräben, Lehmgruben und ähnlichen Vertie-
fungen, ziemlich häufig, gegen Süden abnehacnd. Juni, Juli. — Sept.
Trientalis. PBI]!nJI.ACEAE. 441
Zarter, kürzerstengclig iina in allen Tlieilen kleiner als die Torbcrgeienden Arien. Schaft
3_6 -blutig, Kronen trüb blassgelb. — Ändert ab mit nicht ausgerandeter Oberlippe.
Technisches» J^Inn hat den uuti-r/i Tlicil mehrere ^rten der Gut-
lunq zum itltiu färben von Seide und Leinwand in Anwcndunij gebracht.
Öle anomisches. Das f'ieh f'risst sie nicht, den Enten dient sie
nebst andern fVasserkrüiitern lur ISahriuuj.
J,1L1L\Y\. PRIHIlJIiACEAE.
SCBM^ÜSSMXiBIiUMJEIVAHTIGM PFIiJLJVZKJV,
Vent. Tabl. II. '280.
Kelch 4-5-l!ieilig oder -zähnig, hlelhen.l. Krone regel-
mässig 4— 5-spaltiff. Stauhfäden von der Zaiil der hronzipleln
und diesen gegenständig oder doppelt so viele, alsdann äussere
mit tlen Kroifzipfeln ab^vx-chselnd u.\d unfruehthar. Fruehtknote
1 -fächerig, vieleiig, Samenpolster miUelständig. Kin <,riüel.
Frucht eine Kapsel. Samen schildförmig, lie^im vvagerecht, sel-
ten beinahe aufrecht im fleischigen Emeiss (e^laux abweichend).
Vorkommen. Manche kalkhold, einige kalkig -llionigen Boden he-
bend, einige Salzgehalt verlangend, wenige bodenvag. , , • •
Gehalt. ff'enifj Charakteristisches anbietend, schwach adstringi-
rende und saure Substanzen vorherrschend.
1. TKIEI^TAIilS. SZJEÄJEJITÄTJEJIJV.
LlNN. Gen. n. 461.
Kelch 7- (6—8) theilig. Krone mit ausgebreitetem, 6 — 8-
theiligem Saum, dessen Abschnitte ein die Sjaubgeiasse tragen-
der King verJ)indet. Staubbeutel nach der Lntlecriing z"i'i|ck-
gekriimmt. Kapsel 7-lappig aufspringend. Geschl. Syst. \11. 1.
Mehrjährige Kräuter mit aulrechtem Stengjel. Tnlere Blätter wech-
selständig, schunpenartig, obere sehr viel grössere in einen Quirl ver-
einigt, Blütenstielc einzeln oder mehrere, 1 -blutig. Blüten sternförmig,
Zipfel der Krone in der Knospcnlage rechts gedrehet.
t. T. europaea. Gemeiner Siebenstern, Qmrlstän-
dige Blätter elliptisch, kahl.
LiNX. Sp. pl. 488. Chi. hau. 341. Kocu Syn. II. 666. Schk. Handb.
I. T.I03. Fl. dan. t.84. Engl. bot. t. 15. ,. ^ .. , ^r- i
In lichten Waldungen, Hainen und zwischen (»ebusch, aut irischem
humosem und auf feuchtem Sandboden , häufig und oft truppw eise. Mai,
Juni. — August. .
^Vnr^el kri.cheud. Stengel 6 — 8" hoch. fein. Qnirlblätfer in einen karten Blattstiel
verschmälert. Blütenstiel aus einem der «niern Blattwinkel des Blättersterns entspringend.
Krone weiss, oft rölblich angehaucht. Staubbeutel roth.
Ä. lilfSIlTIACHIA. MjYSJEMACMIJE,
LllSN. Gen. n. iül.
Kelch 5 -theilig. Krone radformig mit 5-theiligem Saum.
Staubgefässe 5, frei oder an den Fäden mehr oder weniger zu-
sammenhängend. Kapsel 5 -klappig. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige Kräuter. Blätter Wechsel-, gegen- oder quirlständig,
ganzrandig. Blüten einzeln, blattwinkelständig oder traubig, auch end-
ständig-ährig oder traubig -ährig, Kronen unserer Arten gelb.
I. li. tliyrsäflora. Straussblütige Jjysimachte,
442 PRIMUI.ACEAE. Anagallis.
Blätter scliinal lanzettförmig, lang zugespitzt; Blüten in .Uclitcn, hlatt-
winkelstäiidigen, gestielten Traiihen.
LiNN. Sp. pl.209. Chi. han. 342. Koch Syn. II. G67. Fl. dan. t.517.
Engl. bot. t. 176. Naunihurgia tliyrsiflora Reichenb. Fl. sa\. 246.
An Grähen und Teichen, auf sumpfigem Boden, im nördlichen, mitt-
lem und nord-westlichen Theile des Gebiets ziemlich häufig, im süd-
östlichen selten (/>,-. am Iluy unweit des Georgenhrunnens, am Lober-
Lache bei Benndorf — ; ^/n. bei Dessau—). Juni, Juli.— August, Sept.
Stengel 1'/.^ — 2' hoch, aufrecht, meist einfach. Blätter gegenständig o.lcr zu 3 — 4-
quirlig. his y lang. Tranhen in den AVinhcln der mittlem IJlalter, cirnnd - länglich, 1" lang
Blüten klein mit linealen Zipfeln „nd einem Zahn zwischen je 2 Zipfeln.
w «^* vulgaris. Gemeine Iiysimachie, Stengel auf-
recht; Blatter eirund- länglich oder länglich -lanzetUöimig; Blüten rispig
auf blattvvinkelständigen traubigen Stielen, Kronzipfel ganzrandig, Staub-
fäden bis zur Mitte verwachsen.
LiNX. Sp. pl.209. Chi. han. 342. Koch Syn. II. 667. Fl. dan. t. 689.
lingl. bot. t. 761. Uayne Arzneigew. VIII. T. 15.
An Flüssen, Gräben, aufwiesen zwischen Gebüsch, auf nassem oder
sumphgem Boden, sehr häufig. Juni, Juli.— August.
Stengel 2 — 4' hoch. Blaltstellung der A. 1. BLitter unterseils off anliegend fein-
haarig bis in's Sammet» eiche. Blntcu gross. Kronen goldgelh, Zipfel elliptisch. Frucht-
knoten von den halb verwachsenen Staubfaden bedeckt. — Eine, dnrch vorherrschende Ent-
wickelung grosserer Blüten in der Bildung ästiger Biütensfiele behinderte abnorme. Form ist
L,. wcstphalica MeihE Reg. bot. Zeit. V. II. 411. KeichENB. Fl. sas. 240.
3. I(. :Wumnmlaria. nundhlättrige JLysimachie.
Stengel nic<lergestreckt, Kriechend; Blätter gegenständig, herzförmig-
kreisrund; Blütenstiele einzeln in den Blattwinkeln, Kelchzipfel herz-
förmig.
LiNN. Sp. pl.2Il. Chi. han. 343. Koch Syn. II. 66S. Scuk. Ilandb.
1. r.36. Sturm Deutschi. Fl. II. 1. Fl. dan. t. 493. Engl. bot. t 528
Hayne Arzneigew. VIII. t. 16.
In lichten Waldungen, Ilainen und auf Wiesen, auf sumpfigem Bo-
den, häufig. Juni, Juli. — August.
Stengel bis I'// lang. Blätter feiu braunroth punelirt. Relchzipfel kurz zugespitzt,
Kronen gross mit eirund - ovalen Zipfeln, citronengelb , roth punctirt.
4. Ij, lieiuoriin». MEain- Iiysitnachie. Stengel nieder-
gestreckt mit ansteigender Spitze; Blätter eirund, spitz; Blütenstiele fa-
denförmig, einzeln in den Blattwinkeln, Kelchzipfel lineal-pfriemenförmig.
LiNN. Sp. pl. 211. Chi. han. 342. Koch Syn. II. 668. Sturm Deutschi.
Fl. IM. Fl. dau. 1. 174. Engl. bot. t. 527.
In Hainen und W^ildungen, auf feuchtem oder nassem Boden, häufiff
Juni, Juli. — August.
Stengel 6—10" lang, fein, au der Basis wurzelnd. Blatter kahl. Bliiteoslicle im
fruchllragcndcn Zustande bogig niedersleigend. KrODzipfel kaum halb so gross als an der
vorigen Art.
technisches. liraut von A.2. tjelb färbend, die ff'urzel braun.
Der vorwaltende Bestandlheil ist wahrscheinlich lileesäure , nionach die
Pflanze eine vortheilhaf'te technische Nntziinn rjewähren könnte.
Ökonomisches. Das Mark von A. 2.' soll cssbar und als Salat
zubereitet sehr wohlschmeckend seyn. Das lieh f'risst sämmtliche Arten,
und Art. /. 2. eiijenen sich zu Zierpflanzen der Gürten.
3. A^AGAIiK.m. GJLUCUMMEIi.
laivN. Gen. n. 206.
Kelch 5-lhcilig, Krone radföimig mit 5-tlieiligein Saum.
Centunoulus. PRIJ!11JI.ACEA£. 443
Staubffcfässe 5, frei Kapsel umschnitten aufspringend. Geschl.
Mehijähiige Kriiutcr. Blätter gegenständig, ganzrantlig. Blütenstiele
in den Blattwinkeln gegenständig, 1 -blutig, ohne Deckblätter.
1. A. arvensi»;. JLcTcer-Gauchheii. Stengel liegend oder
ansteigend; Blätter gegenständig oder zu 3 quirlständig, sitzend, eirund,
Blütenstiele so lang oder länger als die Blätter, Krone wenig länger als
dci* IVclcli
LiNN. Sp. pl.211. Chi. han. 343. Roch Syn. II. 668. Schk. Handb.
I. T.36. Fl. dan. t. 88. Engl. bot. t. 529. Hayne Arzneigew. II. T. 45.
b. coerulea. Her blaublütige. Kronen blau.
Chi. han. das. A. coerulea Scureb. Spie. fl. Ups. 5. Koch Syn. das.
669. Fl. dan. 1. 1570. Engl. bot. t. 1828. IIayne das. T. 46.
Auf Äckern, Brachen und Gartenländereien, auf niagerm trockenem
auch auf Sandboden, allgemein eingebürgert; b. seltener auf kalkstein-
haltigem Boden des Flötzgebirges. Juni bis August. — August, Sep-
tember.
Stengel 4 — 8" lang, ästig. Blätter dlcUlicIi, unten schwarz piinctirt. Kronen mennich-
farten, an der Basis der Zipfel meist violetrotli , selten fleiscLfatben mit fast blauer Basis,
am Rande mit driisenlragcnden Härclicn besetzt, Kronen \on li. scbön blau, am Rande meist
fein gezäbnelt und mit wenigen oder keinen »ri.sen besetzt.
«. A. teiiella. Zarter Gauchheil. Stengel uiederliegend,
fadenförmig; Blätter gegenständig, kurz gestielt; rundlich- eirund mit
kurzer Spitze; Blütenstiele die Blätter weit überragend, Krone doppelt
länger als der Kelch.
LiNN. Want. 333. Chi. han. 345. Koch Syn. II. 669. Gmel. Fl. bad.
I. 1.3. Fl. dan. t. 1085. Engl. bot. t. 530. Jirasekia tenella Beichenb.
Fl. sax. 244.
Auf Triften, auf Moorboden, sehr selten (//«. Aurich imllochmoore — ;
Pr. fV. etwas jenseit der östlichen Gebietsgrenze bei Dorsten und Scharm-
beck, noch mehr östlich bei Wesel).
Stengel 3 — -5" lang, wenigästig, kabl, am untern Tbeile wurzelnd, Blätter 4'" lang,
kaum 3'//" l>reit. Bliitenstiele haarfein, 4 — 5 mal so lang als die Blätter. Kelchblätter
kurz bcgrannt. Kronen blassröthlich mit gesättigtem Adern.
GM tVJERHI'ICWES.
Ph armac cutis ch - M.edicinis che s. Das Kraut von A. 1.
noch of'ficinell (Uerha Anagallidis) , dock iveni;/ im Gebrauch. Aniven-
dunfj in Pulverform im Auf'fjuss oder als ausijepresster Saft.
4. CEUfTUNCUIillS. HJLMENIiENG»
LlNN. Gen. n. 146.
Kelch 4-theiliff. Kronröhre fast kugelig, Kronsaum 4-thei-
lig, abstehend. Staubgefässe 4. Kapsel umschnitten aufsprin-
gend. Geschl. Syst. IV. 1. . «. ,
Einjährige, sehr kleine Kräuter mit wechselständigen Blättern und
blattwinkelständigen, einzelnen, sitzenden oder gestielten deckblattlosen
Blüten.
. 1. C niiuimUS* JLcK er- Kleinling» Blätter eirund; Blü-
ten sitzend.
LiNN. Sp. pl. 169. Cht. han. 344. Koch Syn. II. 669. Schk. Handb.
I. T.24. Sturm Deutschi. Fl. H. 30. Fl. dan. 1. 177. Engl. bot. t.531.
Auf Äckern, Triften und Heiden, auf feuchtem oder nassem Boden,
stellenweise ziemlich häufig Juni, Juli. — August.
Stengel 1 4" laug, liegend und wurzelnd oder aufrecht, ästig oder einfach. Kelch-
lipfel lineal; Kronen weiss oder blassröthlich, Kapsel kugelig.
444 PRIJ!IUl.ACEAE. Androsace.
LiNN. Gen. n. 196.
Kelch 5 -spaltig oder -zälinig. Krone lellcr- oder trieliler-
föruiig. Ilöiire eiförmig, am Seliiuude vcreiigerl und mit 5
durch Einstülpung entstandenen Ilöekern. Kapsel 5 -klappig
oder -zähnig. Gesehl. Syst. V. 1.
Ein-, 2- (A. 1.) oder iiiclirjährige Kräuter, meist l)üscliel- oder rasen
förmig wachsend, mit roscttenförniigen Blättern und einzelnen oder dol-
digen IJiüleiistielen.
' I. A. elonsnta. Etangstielig er Mannsschild, Blät-
ter elli|iliseU-lany.ettlicii sägezähnig; Schalt und Bliitenstiele feinstcrnig-
flaunihaarig, Kronen kürzer als der Kelch.
LiNN. S|). pl. 1668. Chi. han. 341. Bc.ucrk. Koch Syn. II. 672. Schk.
Handh. I. T.34. Jaco. Fl. austr. IV. t. 340.
An grasigen Plätzen und auf Brachäckern, anf sandigem Boden, die
Nordgränze der Gesammtverbreitung im südlichen Theile des Gchiets er-
reichend, selten (Pr. Halle: zur Weintraube, Felsen an der Saale, hin-
ter der Kröllwitzer Papiermühle, am Schwalchloche , früher auch zwi-
schen Schkeuditz und ]>ieuscherbitz, Aschersleben, früher an den Wester-
bcrgcn, später nur an den Ochsenbergen). Mai bis August. — Sept.
Blätter b.Tsisstandig, bald mehr hahl weniger siernliaarig , nur an der obern Ilalftc ent-
fernt sägczalinig. Schaft 2 — 3" hoch, Blütcnsticlc langer als die Hülle, zur Zeit der
Fruchlreile fast so lang als der Schaft, Kelchzipfel kantig, sjutz , Kronen weiss mit gelb-
lichem Schlünde.
6. PRIJTIUIiA. SCUEitfSSKEiBEiUJfEM,
Link. ücn. u. 197.
Kelch ö- spaltig. Krone teller- oder trichterförmig. Röhre
walzig mit hauchiger Erweiterung an der Einfügungsstelle der
Stauhf?efasse, am Schlünde mit Höckern versehen. Gesehl.
Syst. V. 1.
Mehrjährige, stengellose Kräuter. Blätter alle wurzelständig, ganz,
selten geschlitzt. Blütenstiele btattwinkelständig, schaltlörmig, niehr-
Mütig. Blüten in Dolden mit deckblättriger Hülle. — Staubgefässe der
Kronrölne bald höher J)ald tiefer eingefügt, und im lelzlern Fall der
Griffel b.träclillicli länger als im erstem.
• 1. P. farinosa. Bestäubte Schlüsselblume. Blätter
umgekehrteirund - länglich, stumpfkerbig, kahl, unterseits mehlstaubig;
Kelche cirundzähnig, länger als die halbe Kronröhre, Kronsaum fast so
lang als die Bohre.
Li\N. Sp. pl. 205. Koch Sjn. II. 673. Sturm Deutschi. Fl. II. 14.
Fl. dan. t. 175. Engl. bot. t.6.
In "Vliesen, auf feuchtem oder moorigem Boden, nur im nördlichsten
Theile des Gebiets, selten (iWA-. Friedland auf den Marschen, Neubran-
denburg auf den Wiesen liinter der Kuhweide, Warnemünde nach Mark-
grafenheide zu; IIl. Ilarkesheide). Juni, Juli. — August.
Blatter zu Anfang der Entwichelung am Rande umgerollf, unterseits, ucbst Blütensliclcu
und Kelchen, dicht «eissstäubig. Schaft 6—10" hoch, mit viclbliitiger Dolde, Kronen
rosenroth oder lila mit gelben lluckcrn , selten weiss.
». P. acaiilis. Schaftlose Schlüsselblume, Blätter
länglich-umgekehrteirund, gezähnt und runzelig, unterseits kurzhaarig;
Blütenstiele wurzelständig, meist 1 -blutig, Kelche halb 5-spaltig mit zu-
gespitzten Zähnen, Kronsaum flach.
Jacq. Mise. I. 158. Koch Svn. II. 673. Stirm Deutschi. Fl. U. 14.
Fl. dan. t. 194. Engl. bot. t. 4 (P. vulgaris).
Hoftonia. PRI]!HII.ACEAE. 445
In lichten Waldungen , z^vischen Gehüscli, auf fcuclitem Immosem Bo-
den, sein- selten (xWA. im Steinl.anser Holz hei Neuburg unter dem Do.n-
gehüsche am Wege nach Petschow — ; Un. St.chelhamp in Ostliiesland).
"BUaensneVe'S — 4" hieb, unten mit pfricmlicLera Hi.lll.latl, an deren Stelle sieb jedoch
selten ein virll.lütiger Schaft erhebt. Kronen über doppelt so gross als an der folgenden
Art, mit nach ausgebreitetem, gelblieb" eissem Saum.
3. P. elatior. Uohe Schlüsselblume. Blätter eaund-
länglich oder eirund, .vellig-l;erhig «nd runzelig, unterseits kurzhaarig;
Kelchzähne langspitzig, Rronsaum flach. „ ^-. o ik . i i
Jaco. Mise. I 158. ^Chl.l.an.340. Kocu Syn. TT. 674. Sturm Deutsch .
Fl. H.i4. Fl. dan. t. 4-34 (im Text mit der folgenden verueebsxlt). Kngl. I.ot.
513. Hayne Arzneigew. III. T.35. P. yeris /i. elat.or LiisN. 204.
Aufwiesen, Grasplätzen und in Hainen, aul humuslialtigem triscüem
Boden, sehr häufig. März, April. — Mai , Juni.
Höhe 3/4 — 1'. Blatlbebaarung abändernd. Blüten geruehlos. Kronen hlass sclmelel-
gelb mit einem dunklern Ringe am Saume oder ohne denselben^
4. P. ofliciiialis. Arsneiliche Schlüsselblume.
Blätter eirund, oft mit etwas herzförmiger Basis, A^e^.g - kerh.g und
runzelig, unterseits weichhaarig; Kelehzähne kurz zugespitzt, Kronsaum
^°t^'S^:X. 1». KOC, S,n. .1. 074 P ve-U Cb. l,.n 340 Eng.
hot. t. 5. P. veris officinalis Link. Sp. pl. 204. Scuk. Ilandb. I. 1 . 6.i.
Fl. dan. t. 433. ,,..-. * i
Aufwiesen, Weiden und grasigen Waldplätzen, sehr haulig. April,
Mai. — Juni, Juli. ,, r r t. i-i i
Hohe Vj — Vj'- Blüten «oblriechcnd. Kronen hochgclb . ra.t 5 safranfarbcnen llect>cn
am Schlünde.
Gx: vrMRBI^ICirjES.
Pharm,aceutisch.Medicinisches. Blüten der A.4 offi-
cinell (Floies Primulae veiis, Flores Paialj seos). Forwaltcnde Be-
standth. in den ff'nrzeln ätherisches i/elhes Ol, brauner Exti^ictivstoff,
Gallerlsiixire, anfelsaurer und phosphorsaurer Halle und (nach SaladIS s
Amiahe), als eine noch nicht näher bestimmte oryanische f erbindumj,
Ar'thanitin (welchem HiEUSEiELDT widerspricht, indem er als ^to/f
derselben Catheqorie, Primulin fand). Anwendunfj jm rheeauf(juss
als ein erquickendes, erweichendes und schlaf beförderndes Mittel, wel-
ches jedoch nur noch wenifj im Gebrauch ist.
ÖTconom^ischeS. In Holland und Entjland sollen die Blätter
(Greens of priiuroses) als Gemüse genossen werden. Atis den Bluten
hat man durch Gährumj mit Zuckersaft und Citronen einen Schlüssel-
blumenwein bereitet, auch sie Traubenweine sowohl als dem Biere zur
Erhöhung des fFohlaesehmacks zufjesetzt. In manchen Gegenden wer-
den die Blüten der Art. 3. 4. in Frühjahrskränze gewunden zu Markte
gebracht. Sümmtliche Arten sind Zierpflanzen der Garten, ivo letztere
beiden bekanntlich viele Farbenvarietäten bilden.
7. HOTTO^IA. UOTVONEM.
LlNN. Gen. n. MÄ.
Kelch ö-thcilia;. Krone tellerförmig mit liurzer am ScMunde
verdickter RölireT Kapsel 5 -klappig. Geschl. Syst. Y. 1.
Wasserkräuter mit untergetauchten, kainmartig-fiederschnittigcn I)Iat-
tern. Schaft über das Wasser sich erhebend. Blüten in quirligen I rauben.
1. H. palustris. Sumpf' Mottonie. Blüten gestielt m
gleichweit von einander entfernten Quirlen.
446 PRMIIJIiACEAE. «ramolus.
LiNN. Sp. pl.208. Chi. Iian. 341. Koch Svii. II. 679. Scuk. Handb.
I. T.35. Fl. dan. t 487. und 1. 1867. Engl. liot. t.364.
In Sümpfen und Grälien, sehr häufig, doch mit stellenweiscn Unter-
hrechungen (z.B. Gegend von Göttingen und blanden; südlicher, west-
licher und nord-wcstlicher Theii der Flor von Ilalle). Mai, Juni, —
Juli, August.
Blätter hellgrün, Zipfel selimal lincal - pfrieiuenformig. Scliaft 10 — 12" Locb. Kronen
liellrosa, später weiss mit gcllilicliem Scliliind. — Varlirt LinsicLtlicL Jcr wccLselndeo Ge-
scblechtsaiisbildiing wie manche verwandte Gatttingcn.
OTConomischeS» ISur die Pferde fressen das Kraut.
S. SAI?IOIi(J;§f. BUNGM»
LlNN. Gen. n. •i.ii.
Kelch 5 -spaltig, halb mit^ dem Fruchtkuoten verwachsen.
Kronröhre kurz glockenförmig mit abstehendem ö-theiligem
Saum. Staubgefässe 10, 5 fruchtbare an der Basis der Kron-
röhre, 5 unfruchtbare höher zwischen den Saumlappen einge-
setzt. Kapsel 5-klappig. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige Kräuter mit wechselständigen, ganzrandigen Blättern.
Blüten in endständigen Trauhen oder Dolden, Blütcnstielchen in der
Mitte oder an der Basis mit einem Deckblatt.
1. S. Valerandi. Sats-Bunge, Blätter umgekehrteirund-
spatelf'örmig, unterste rosettenartig, oberste sitzend; Blüten in später
verlängerten Trauben.
LiNN. Sp. pl.243. Chi. han. 384. Kocu Syn. II. 681. Schk. Handb.
I. T.40. Fl. dan. t. 198. Engl. bot. t. 703.
In Sümpfen, an stehenden Gewässern und auf Wiesen, auf nassem
und meistens salzhaltigem Boden oder wo Meereswasser übertritt, ziem-
lich häufig, doch mit Unterbrechungen. Juli, August. — September,
October.
Stengel aufrecht, steif, nach oben ästig. Blätter saftig- grün , so wie die ganze Pflanze
kahl, oft graugrün angelaufen. Blütentrauhc anfänglich doldentrauhig, Blütenstiele lang,
dünn, Deckblätter klein, lanzeltlich, Blüten klein, Kronen weiss mit gclhlicbera Schlünde.
Kapsel fast kugelig.
GmTVMRBI.ICHi:S.
technisches» In den mehrsten Füllen kann das f'orkommen der
Pflanze als eine Anzeitje betrachtet werden, dass Salzauellen in der
Nähe sind.
OTConomiSCheS» Das Krattt ist antiscorbittiscli, weshalb es ehe-
dem officinell war, und kann jung als ein gesunder Salat genossen
werden.
LlNN. Gen. n.'291.
Kelch glockig, 5-spaltig, gefärbt. Krone nicht vorhanden.
Staubgefässe im Grunde des Kelchs dessen Zipfeln gegenstän-
dig eingesetzt. Kapsel 5-kla|)pig. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige, dem Salzboden angehörige, etwas fleischige, niederlie-
gende oder aufrechte Kräuter, mit kreuzenden ganzrandigen Blättern und
in den Blattwinbeln sitzenden einzelnen Blüten.
1. €r. maritima. Küsten- MilchTcraut, Blätter lanzett-
iich, sitzend, untere gegen-, obere wechselständig; Blüten fast sitzend.
LiNN. Sp. pl.301. Chi. han. 344. Koch Syn. 11. 681. Scuk. Handb.
I. T. 50. Fl. dan. t. 548. Engl. bot. 1. 13.
isteigen.l, JiaU. BläHer etwas fleis
eilig, eingedrüekt-
Blüten aiirenarlig einander genäherf.
klein, hlassrosen-
kugel.g.
Qlobularia. GI.OBIJIiARlEA£. 447
An den Nord- und Ostseelcüsten und auf nalie helegenen Inseln, an
den Flussmündungen so weit die Fluth geht, im Binncnlaiide an Salz-
quellen und Salinen, auf feuchtem salzhaltigem Boden, häufig. Mai Lis
August. — Juli bis September.
Höhe '.i — 6", liegend oder an
liiinitirt, oft grangriin ülierlaufen.
rotli in weiss »erbleichend. Kapsel
GJEirjERBZ,ICJB[JE8.
VecHniicHeS» fVo die Pflanze im Binnenlande vorkommt , zei(/t
sie Salzauellen an. Sie kann in Verhindunfj mit mehrern Seestrands-
pflnvzeii zur Gewinminff von Soda benutzt werden.
ÖTCOnomiSCheS» yinf dem Marsch- und Polderhoden unserer Kü-
sten fjehört sie ihrer Nahrhaf'tifjkeit wet/eu , vermöffe deren sie besonders
auf Vermehrung der Milch bei den Kühen hinwirkt, zu den Gewächsen
erster Güte. Man sucht daher ihre f'erbreitunq niöfflichst zu begün-
stigen.
liXXiv. €;iiOBUiiARif:Ac:.
De CanD. Fl. franc;. III. 427.
Kelch 5 -spaltig, tlaueriuU mit geschindelter Knospenlage.
Krone o-spallig, meistens ungleich. Staiihgefässe 4, der Kron-
röhre ahwechselnd mit deren Zipfeln eingesetzt, das hintere
5te fehlend. Fruchtknote l-fächerig, 1-eiig,^ das Eichen han-
gend. Frucht schlauchartig. Keim gerade im fleischigen Ei-
weiss, das Wurzel chen gegen den iXahel gerichtet.
T^orkommen. Einige Kalk, andere Kies liebend.
Gehalt, IVicht hinreichend bekannt , doch kommen bittere Stoffe vor.
i. GliOBUEtARIA. KUGXXiBXiUMX:,
LlNN. Gen. n. HJ.
Kelch röhrenförmig. Krone unregelmiissig mit 4 — 5-theili-
gem fast 2-lipprgem Saum. jNarhe 2-spaltig. Schlauch 1-sa-
mig. Geschl.SysL IV. 1.
3Iehrjährige Krauter (A. 1.), Stauden oder Sträuche. Blätter wech-
selständig, meist spateiförmig, an der Spitze oft 3-zähnig. Blüten auf
einem spreuigen Boden kopfförmig geJiäuft und von einer vielblättrigen
Hülle umgeben.
'1. G, vulgaris. Gemeine Kugelblume, Wurzelblät-
ter umgeliehrteirund-spatelförmig, ausgerandet oder kurz 3-zähnig, sten-
gelständige lanzettlich; Blüten in einem endständigen Köpfchen.
LiNiv. Sp. pl. 139. Koch Syn. 11. 681. Schk. Handb. I. T.21. Sturm
Deutschi. Fl. 11.27.
Auf Triften, an magern sonnigen Kalkbergen, im südlichen Theile
des Gebiets die Nordgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, sehr
selten {Pr. Halle: am südlichen Rande der neuen Giehle bei Freiburg,
zwischen Bennstedt und Kölme bei Seeburg, als nördlichstes Vorkommen.
Weber Spie. fl. goett. 5. giebt sie, noch dazu v. c, bei IVeuhofl' am Harze
an. Man hat sie aber dort, eben so wenig als seine Pinguicula alpina
am Brocken, auffinden können). Mai, Juni. — August.
Wurzel vielköpfig, Stengel 4 — 10" Loch, einfach. Wurzelblätter roselteuarlig, in
einen rinnenförmigen Blattstiel verschmälert. Blüten zahlreich. Hüllhlatler laiizetilich, sla-
chelspilzig, Sprenblältchen schmäler. KelchröLre haarig, Kronen, Staubbeutel und Griffel
bellblau, selten weiss.
448 PliViUBACilMEAE. Armeria.
liXXV. P1.1JIIIBAOIJVEAE.
Jlss. Gc.i. 9vJ.
Kcleli_5-zähiiig,,ausilauerml. Krone regelmässig', o-thclHg,
oft fast 5-hlat(rig, in der Knospcnlage ffedreliet. Slauhgefassc
5, den Lappen der Krone eingesetzt. _Friiclifknofe l-fäelierig,
1-eiig, mit hängendem Eichen, Griffel 5, selten 3 oder 4. Kapsel
l-saniig, an de> Spitze 5 -klappig, oder an der JJasis unregel-
mässig ahreissend. Keim aufrecht, gerade, in der Achse des
Eivveisses^ das Würzelchen kurz.
Torkoninien. Tliells Kieselerde und Salzgehalt des Rodens, tbells
Kalk liel>ind.
Gehalt. Gerbestoff' in den Blättern, mehrerer, ferner Natron, koh-
lensaurer Italk, in den fVnrzeln einif/er das noch nicht hinlanylich un-
tersuchte Plumbatjin.
i. ARJYIERIA. GUASlVMXiKJE,
WILLI). Eiium. Lorl. bcrol. I. .333.
Kelch^troekenhäutig, 5-zähnig. Krone fast ö-hlätfrig. Staub-
gefässe 5. Blüten in einem Kopf mit Hülle, vor dem Aufblühen
in einer später zurückschbigenden deckblattarligen Scheide.
Blütenboden spreublättrig. Kjip_sel an der Basis unregelmässig
abspringend. Gesehl. Syst. V. 5.
Mehrjährige, stengellose Kräuter. Wurzelblätter zusaniniengehäuft,
Hneal oder lanzettlich, nervig. Blütenstiele schal'tartig, einen einzelnen
Blütenkopf tragend, dessen äusserste IlüUhlätter zu einer das Ende des
Schafts röhrig umfassenden Scheide ausgewachsen sind.
1. A. Yiilgari^. Gemeine GrasnelTee» Blätter schmal
lincal, 1- nervig; Schaft 1-köplig, zarthaarig oder kahl.
WiLLD. Enuni. hört, berol. 1. 333. Chi. hau. 345 nebst v. maritima.
Statice Armeria Linn. Fl. succ. n.269 (nach Ausweise von Ehrhart ju Linne's
Zeit zu t'psala eingelegter Exemplare , also Holil obne Zweifel auch Sp. j)l. 394.). Engl.
bot. t. 226 (mit zartliaarigem Seliaft). S. purpurea Kocu Sju. II. 683. und A.
elongata ß. purpurea Boiss. in De Caind. Prodr. XII. 681. A. maritima
WiLLD. das. Kocu das. Boiss. das. 677. wie nicht minder S. Arnicria ß.
pubescens Deth. Consp. 28. Laingm. Fl. von Mekl. 168. A. pubescens
Boiss. das. 680.
b. elongata. Jöie langsehäftige. Üppiger; Blätter schlafler, meist
zugespitzt; Schaft verlängert, kahl, Köpfe grösser, voller- und lucke-
rerblütig.
Statice elongata Hoffm. Deutschi. Fl. Ausg. II. 1. 150. Kocu das.
A. elongata Boiss. das. 681. Sturm Deutschi. Fl. H. 1. Fl. dan. 1. 1093.
(S. Armeria).
o. huniilis. JDte Kleine. Niedriger; Blätter kürzer und schmäler;
Schaft kurz und unbehaart; Köpfe kleiner, gedrängter und wcniger-
blütig.
G. F. W. Mever Flussgeb. d. Innerste. I. 227. Chi. hau. 346. Anmerk.
A. Halleri Boiss. das. 681.
Auf Triften, Grasplätzen und Wiesen, auf sandigem und Sandboden,
sehr häufig; die behaarte Form am ganzen ]>ord. und Ostseestrande ge-
mein und schaarenweise, mit Entfernung vom Strande in die kahle über-
gehend; b. im Biniienlande, wo dem Sandboden etwas Iluinus beigemengt
ist, und c. sowohl am Strande als im Binnenlands auf magerin feuchtem
Sandboden. Mitte Mai bis Ende August. — August, September.
Wurzel spindelförmig, stark, sriikreclit oder (sckräg eindringend, alt vielköpfig, gras-
Armeria. PI^IIHBAGINEAE. 449
ähnliche Blättcrhüschel iiiiil einen oder mehrere Schäfte treihend. Blätter gegen die Basis
flachrinnig und liald mehr hald weniger gewimpert auch auf dem Miltclnerv schwach behaart
oder kahl, selten ganz ungewinipert, auch wohl am Rande etwas durchscheinend, — an den
grössern Formen meist spitzlich oder zugespitzt (nicht immer, schon Fl. dan. t. 1092. hildet
die clongata mit stumpfen Blättern ah), in der Breite \on V^jn'", wobei die Fläche weniger
rinnenforuiig erscheint, bis zu y^ abnehmend, und nach Massgabe ihrer verschiedenen Länge
schlafl'er oder steifer. Schafthohe der unmittelbar am Meeresstrande stehenden behaarten
Form 4 — 6", gegen das Binnenland mit abnehmender Behaarung 8 — 10", der Spielart b.
10— l'i". Aber auch im Binnenlande geht auf unfruchtbarem Sandboden (z.B. im Puch-
sande des Harzes and des Innersteufers) die hohe kahle F''orm zur Schaflhohe von 3 — 4"
zurück. Köpfe kugelig und Tollblütig, gedrückt und wenigblütig, in der Gesammtgrosse
wie in der sämmtlicher Blütentheile abändernd. Äussere Hüllblätter stets in eine Spitze aus-
gehend, übrigens bald breiter bald schmäler, kürzer als der Kopf, von der Länge desselben
und mit vorgezogener Spitze länger als derselbe. Kelche mit abnehmendem Längenwuchs der
ganzen Pflanze auch kürzer gestielt, nur auf den Riefen oder auch zwischen denselben behaart,
Kronen beller oder dunkler rosa, selten purpurn, am Strande meist blassrosa oder lila, aber
auch hier bisweilen die kurzscbäftige behaarte Form purpurviolet (z. B. bei Otlerndorf). —
Dass alle diese Foruterschiedenheilen in einander übergehen, davon kann man sich durch einen
Besuch unseres >ordseestrandes, ohne dass man nöthig hätte, den Strand von Hamburg bis
zur holländischen Grenze 7 Monate lang zu durchwandern, wie ich es tliat, auf das Ent-
schiedenste überzeugen.
Bemcrli. 1. Die Einnenigkeit der Blätter darf man nicht zu streng nehmen. In
die breite, scbeidige Basis eines üppig ausgebildeten Blatts von b. sieht man ausser dem
starken Mitlelnerv (der die Einnervigkeit repräsentirt) beiderseits desselben 3 halb so starke
Seitennerven treten, und, alternirend mit diesen, jederseits 4 viel schwächere IVehennerven ;
also 1.5, mit einfacher Lonpe wahrzunehmende, Nerven. Bei minder kräftiger Blattentwicke-
lung bilden sich an jeder Seite nur 8, bei ganz sciimalen Blättern bisweilen nur *2 Seiten-
nerven aus; 7 oder .S auf der Fläche des trockenen Blatts merklich vortretende, Nerven sind
mindestens immer vorhanden. Dies ist die gleichförmige Bildung bei A. elongata, A. pur-
purea, A. maritima und A. alpina.
Bemerl». 2. '^on der Basis der innern Hüllblätter des Blütenkopfs ziehen sich h
oder bei stärkerer Ausbildung des Blatts 7, sehr zarte , grünliche Nerven bis über die Mitte
oder auf "^j^ der frockenhäutigen Blattfläche, und münden hier, einen zackigen Bogen bildend,
netzartig in einander, ohne dass jemals einer dieser Nerven durch das obere Drittheil der
Blattfläche bis zum Rande fortliefe, oder über diesen hinaus träte. — So habe ich die Bil-
dung, übereinstimmend und ohne Ausnahme, an A. elongata, A. maritima und A. alpina, aus
verschiedenen Ländern und von sehr vielen Slandörtern untersucht, gefunden. ^Venn die
nicht seltene, scheinbare Fortsetzung eines dieser Nerven durch eine Falte, die, zum Blatt-
rande fortlaufend, sich bildet, wo jener aufliört, eine Täuschung ist, die einem Beobachter
wie Koch nicht begegnen kann, so bleibt dessen (in mehrere neuere Floren abschriftlich
übergegangene) Angabe in der Diagnose von S. elongata: ,|involucri foliolis interioribus ob-
tusissimis nervo eicurrente mucronatis" ein Räthsel , welches wohl nur unser geehrter
Freund selbst zu lösen im Stande ist. — S. elongata wurde zuerst von HOFFM. a. a. O.
aus der dazu citirten Abbildung Fl. dan. t. 1092. die ihm zu lang schien, auf gut Glück
gemacht. Er stellt sie indessen (oboe fortlaufende Nummern) als Spielart auf. Eben diese
Abbildung giebt aber die innern Hüllblätter in 2 Analysen, ohne Stachelspitze, und eben
so bildet sie der genaue ScHKUHR a. a. O. Fig. o. ab, dessen Abbildung, mit lang zuge-
spitzten Blättern und sehr langem kahlem Schaft, unzweifelhaft die S. elongata darstellt.
Bemerk. 3. A. litoralis WillD. ist, wie ich schon im Jahre 1824 (Hannöv. Mag.
St. 13. S. 181.) erwiesen habe, eine geringfügige Abänderung von A. vulgaris. Nicht min-
der bietet S. alpina KocH das. 683. A. alpina BoiSS. das. 680. kein Merkmal an, welches
dazu berechtigte sie für eine eigene Art zu halten.
GM1VMRBM.ICMI1S»
OTeonomiSCheS* Ganz vorzUf/Uch zur Einfassung von Garten-
beeten geeignet.
450 PI.IJJHBA<;iJ«EAE. Stntice.
LlNW. Gen. 11. 38M.
Kelch Irookeiihäiitig, 5-zäliiiig. Krone fast o-Jilätti-ig. Slauh-
gefjisse 5. Schlauckkaps^el an der Basis imregelmässig ahsi)rin-
geiul. Geschl. Syst. V. p.
Meliijährige Kräuter, mit sünuntlich wurzclstaiuligcn haltl breit spa-
tellormigcn, gaiizraiidigen oder gezähnten, Iiaid ]inealen oder nadclartl-
gen Blättern. Scliaftaitige Stengel ästig mit einseitwcndigen , rispigen
oder doldentraubigen Ähren.
1. 1^. lilnioniUin. Gemeine StrandnelJee, Blätter um-
gekehrteirund-länglieh oder länglich -lanzettförmig in den Blattstiel ver-
schmälert, unbehaart, einnervig; Stengel oben doldcntrauJug- oder rispig-
ästig.
LiNN. Sp. pl.394. Chi. han. 345. Koch Syn. 11. 684. Reichenb. PJ.
erit. \lir. t. 751. Engl. bot. t. 102.
Am Nordseestrande und den uahebelegenen Inseln, auf fettem humo-
sem (Schliek-) Boden, nur einzeln auf magern santlhaltigen Boden über-
gehend (Hh. Inseln Borkuni, Nordernei, Laugeroge, Spicherogc — ; Ol.
Jevcr. Yarcl, Eckwarden — ; ßni. Wulsdorf , als südlichstes Yorkonimen
im Gebiete — ; Hb. Cuxhafen — ; Hl. ganze Nordsecküstc , an der Ost-
seeküste bei Ileiligenhafen, Lütjenburg — ; 31 li. Ostseeküste, Insel Poel,
Wismar, Wustrow , Markgrafenheidc — ). August, September. — Oct.
Blätter rosettenartig auf langen Stielen, bis !>" lang, letlcrartig, am Ranilc knorpelig,
stumpf, bisweilen mit kurzer Stachelspitze, graugrün. Stengel steif, mit einigen Schuppen
besetzt. Rispe doldentranbig, reichblütig, Helchzäfane eirund, spitz. Kronen hiinnielblau. —
Variirt sehr in der Blattbreite, auch mit kleinem, viel kürzer gestielten Blättern, wo sie
auf weniger hnmosen Boden übergeht (S. Pseudo - Limonlnm REICIIENB. das. t. 717.), auch
mit kleinem und dickem Blättern, mit zugleich vielästiger rispiger InOoreszenz (S. bahu-
siensis FR. Summ. vcg. Scand. 200. S. Limonium FI. dan, t. 415.).
WMGMniCMA^nTEGm PfJDA]¥ZXJ¥.
Jliss. Gen. 89.
Keleb 4- (seltener 3-) Iheilig. Krone 4-spaltig, regelmässige
trockenhäutig. Stauhgefässe 4, der Kronröhre abwechselnd
mit deren Zipfeln (oder einem Fruehthoden) eingesetzt, in der
Knospenlage einwärts gesehlagen. Fruchtknote 1- fächerig,
oder durch ein mittelständiges gellügeltes Samenpolster 2- oder
4- fächerig, Fächer mit 2 oder niehrern, selten nur 1 Eichen.
Ein Griffel. Frucht eine INuss oder umschniltene Kapsel. Keim
im Samen wagerecht, das Würzelchen gegen den i\ahel ge-
wandt.^ Eiweiss hornartig oder fleischig.^^ — Blüten zwitterigj
vielehig 1- oder 2-häusig.
Torkonimen. Die mehrsteii Sand und Alkaligehalt des Bodens lie-
bend, einige dem salzhaltigen Boden angehörig.
Gehalt. iVoc/i xvenitj untersucht. Kieselerde, Halk und Alkalien im
Kraute, in den Samen viel Schleim.
1. lilTORErEiA. STMÄJVniiMJVG.
LiNN. Gen. n. 1328.
Einhäusig. Männl. Blüten gestielt. Kelch 4-theilig, Kron-
röhre walzig mit 4-theiligem Saum und 4, dem Fruchtboden
eingesetzten Staubgcfäs.sen. Weibk Blüten an der Basis des
Stiels der männlichen. Kelch 3-theilig, Krone bauchig-röhrig,
mit gezähncltem Saum. INuss 1-fächcrig. Geschl. Syst. XXI. 4.
Plantago.
PIKANT AGINEAE. 451
Mehrjährige, wasserliebende Kräuter mit nur wurzelständigen, etwas
fleischigen, schmalen Rlättern. Stiele der männlichen Blüten fast von
der Länge der Blätter, in der llitte mit einem Dechhlatt.
1. I«. lacustris. Genteiner Strändling, Blätter stiel-
rund, pfriemcnspitzig; Schälte 1- Mutig.
LiNN. Sp. pl. Mant. 295. Chi. han. 350. Koch Syn. II. 68-5. Schk.
Handb. III. T. 287. Sturm Deutschi. Fl. H. 41. Fl. dan. 1. 170 (Plan-
tago 1-flora). Engl. bot. t. 468.
An Teichen, überschwemmt gewesenen Stellen und Flussufern, auch
am Seestrande, auf nassem sandigem Boden, im nördlichen Theile des
Gebiets bis Hannover und im ganzen nord- westlichen Theile des Gebiets
häufig, gegen Osten abnehmend und im süd- östlichen (Flor von Halle)
nicht mehr vorhommend. Juni, Juli. — August.
Höhe 2 — 3", Ausläufer treihcnd. Blatter line.il, zugespitzt, mit scLei.liger Basis.
Kronen der mänDllchen Blüten «eisslich. Stai.l.fä.len 3 — 4 Mal so lang als «lie Krone,
»ielbeiigig. Weibliche Bliilen durch die Blatfl.asen versteck», grünlich.
«. PliAJVTACiO. jyMGKUECn,
I.INN. Gen. n. 142.
Blüten Zwitter. Kelch 4-tbeilig, die beiden vordem Theile
oft verwachsen; Krone röhrig mit 4-thenigem senkrecht zuruck-
ffeschlaffenem Saum. Kapsel umschnitten aulspringend. Ire-
schl. Syst. IV. 1.
Ein- (Art. 6. 7.) oder mehrjährige (Art. 1—5.), stengellose oder sten-
geltreibende Kräuter, seltener Stauden. Blätter an der Basis scheidig,
an den stengelloscn Arten büschelig gehäuft, an den stengeltreibenden
Wechsel- oder gegenständig, ganzrandig, sägezähnig oder fiederschnittig,
bald flach und nervig, bald halbrund, Blütenstiele schaftartig, achsel-,
selten endständig. Blüten dichtährig, sitzend, von einem Deckblatt un-
terstützt, Kronen weisslich.
f Stengel abgekürzt mit w iirze 1 ständigen Blättern und Schäften.
1. P. major* Grosser W^egerich» Blätter gestielt, eirund
oder elliptisch, 5 — 9-nervig, kahl oder schwach behaart; Schäfte rund,
Ähre gestrecht, walzig, Deckblätter eirund, stumpf, gekielt; Kapsel 8-
samig.
LiNN. Sp. pl. 163. Chi. han. 346. Koch Syn. II. 685. Schk. Handb.
I. T.23. Sturm Deutschi. Fl. H. 87. Fl. dan. t. 461. Engl. bot. t. 1558.
Hayne Arzneigew. V. T. 13.
An Wegen undFusssteigen, auf Gartenländereien, Wiesen und offenen
W^il dpiätzen, auf trockenem etwas humushaltigem Boden und auf feuch-
tem Sandboden allgemein verbreitet. Juni bis August. — August, Sept.
Blätter bis 3" breit und 4" lang, schwach ausgeschweift, bisweilen mit einigen vortre-
tenden Zähnen, bei der Entwickelung faltig und schwach gerollt. Auf nass - sandigen Äckern,
die ganze Pflanze nicht seilen nur 2" hoch, die Blätter 4—6'" breit (P. minima DE CanD.
Fl. fran?. III. 408.). Ähren dünn, schlank, bis 2/4' lang. Kronlappcn blassbrännlich.
Ä. P. media. Mittlerer Wegerich, Blätter elliptisch
oder eirund -elliptisch, in einen kurzen breiten Blattstiel zusammengezo-
gen, 5 — 7-nervig, beiderseits kurzhaarig; Schäfte stielrund, Ähre läng-
lich-walzig, dicht, Deckblätter eirund, spitzlich, Kronröhre kahl, Kron-
lappen weisslich -durchsichtig.
LiNN. Sp. pl. 163. Chi. han. 347. Kocu Syn. II. 686. Sturm Deutschi.
Fl. H. 87. Fl. dan. t. 581. Engl. bot. 1. 1559. Hayne Arzneigew. V. T. 14.
b. longifolia. n er langblättrige. Blätter länglich -lanzettförmig,
in einen langen Blattstiel verschmälert.
Chi. han. das.
452 PliANTAGlNEAE. Plantago.
All Wegen, Aekeriaineii, auf Triften und an Waldrändern, auf tro-
ckenem Hoden jeder Art, allgemein verbreitet; b. auf humushaltigen
Wiesengriinden. Mai, Juni. — Juni, Juli.
Blattei meistens ■^j^ — I" lireit, "1" lang, wovon «1er Blattstiel "J — 3'" ciuniiumt. Blallci
der Spielart I). bis 6" lang, «ovon der Blattstiel l^j^" betragt , «leren Scliaftlänge bis '1' .
Kapsel 2- sämig. — Auf nass inagerm Boden kommen 3" bobe Escmplare mit runder Blii
len.ibre vor (P. nana TratT. Arcb. I. 23. T. 42.).
3. P. lanceolata. Etanxetthlättriger Wegerich.
Blätter lanzettförmig, beiderseits verschmälert, 5- nervig, entfernt drü-
senzäbnig; Schäfte gefurcht, Ähre eirund oder länglich-walzig, Decli-
blätter eirund zugespitzt, seitliche Kelchzipfel vvimperig gekielt.
b. villosn. Der langhaarige. IMedriger, schmalblättriger, Blätter
besonders gegen die Basis zottig behaart; Ähren eiförmig.
Chl.han. das. Hannov. Magaz. J. 1822. St. XII. 171. P. lanceolata /?.
laiiuginosa Langm. Fl. v. Mecklenb. 110.
LiNN. Sp. pl. I(i4. Chl.han. 000. Koch Sjn. II. 086. Sturm Deutschi.
Fl. H.7. Fl. dan. t. 437. Engl. bot. t. 507. Uavne Arzeigew. Y. T. 15.
Auf Äckern, W^iesen, Triften, in Heiden und Hainen, auf frischem
etwas humosem Boden, allgemein verbreitet; b. im Saude der Küsten und
Inseln. April bis August. — Juni bis September.
Blatter in Grosse und Gestalt veränderlieb. Blattstiele rinnig. Schalt '/j — 1' '""S'
Ähren vom Walzenförmigen bis in's Kugelige.
4. P. maritima. Strand-Wegerich. Blätter lineal, bei-
derseits verschmälert, 3- nervig, fleischig, ganzrandig oder mit einzelnen
verlorenen Drüsenzähnen; Schäfte stielrund, Ähre schmal walzig, dicht,
Deckblätter eirund, spitzlich, vordere Kelchzipfel mit häutigem Rande,
hintere krautig- gekielt , Kronröhre etwas zottig.
LiNN. Sp. pl. 165. Chi. hau. 348. nebst v. tenuifolia. P. maritima «.
genuina und y. ciliata. Koch Syn. II. 688. P. graminea De Cand. Fl.
franc;. 111. 413. Sturm Deutschi. Fl. H. 88. Fl. dan. t. 243 und t. 691
(P. s<|uain:.ta elc). Engl. bot. t. 175.
b. latifolia. ner breitblätterige. Blätter schmal lanzettförmig,
flach, mit einigen zipfelig verlängerten Zähnen.
Chi. hau. das. P. maritima ß. dentata Kocu das. Fl. dan. t. 1634.
P. dentata Both. Fl. germ. 1.61. II. 1. 173.
Am Nord- und Ostseestrande und den nahe liegenden Inseln, auf
salzhaltigem Boden, sehr häufig; b. auf fettem Schlickboden; im Binnen-
laiidc die schmalblätterige Hauptart nur in der Nähe von Salinen und
Salzquellen. Juni bis August. — September.
Wurzel bolzig, stark und vielköpfig. Blätter schlaff, 2—3'" breit, an kleinen auf
sandigem Boden geHachsenen Exemplaren oft nur '/o — l'" breit, undeutlich 3 -rippig. gegen
die Basis oft feinbarstig gevviniperl, an der Spielart b. bis '/j" breit, fleischiger und »cr-
brechliob, mit lang vortretenden Zahnen, bisweilen eingeschnitten -zähnig. Ähre vor dem
Aufblühen nickend.
5. P. Coronopus. Schlitshlättriger Wegerich,
Blätter einfach- oder fast doppeltliederspaltig mit entfernt stehenden
schmalen Zipfeln; Schäfte stielrund, Ähre verlängert schmalwalzig, Deck-
blätter aus eirunder Basis pfriemenförmig, seitliche Kelchzipfel auf dem
Rücken llttgelig-gekielt, auf dem Kiele wimperig.
LiNN. Sp. pl. 166. Chi. han. 349. Koch Syn. II. 689. Fl. dan. t. 272
(eine breitblättrige und kurzährige Form). Engl. bot. t. 892.
Am INord- und Ostseestrande und auf den nahe belegenen Inseln, auch
von erstem! auf die ofl'enen Triften des Binnenlandes übergehend, auf
trockenem sandig -humosem und sandigem Boden, häufig {JH.; Mk.; Bm.;
Ol.; Hn. Ostfriesische Inseln, Norden, Accumer- Siel, Carolinensiel, Ge-
stendorf, Doruni, Cappel, Spieka, Belum, Otterndorf, Altenbruch, Gr
PlantAgo. PliANTAGlNEAE. 453
Heide, zwischen ]\eueiiliaiu und Feldhauscn im Uentlicinisclion — ; Pr.ff^'.
Rheine als südlichstes Vorkommen im westlichen Gebiete; im östlichen
vom Ostseestrandc weniger südlich herahgehend). Juni liis August. —
August, Septemlier.
■Wurzel spinJelig. Blätter ausgebreitet am Boden liegeuil, <oiii Doppelt - fiederspaltigen
bis ins fast Ganzrandigc (v. subintegerriina Chi. hau. 000) und Mittelrippc und Zipfel von
3 — 4'" Breite bis zn den von '/j'" variirend, l;abl , behaart odei um gevviinpcrt. Älire
von 1 — »'/2" '""g' "" ganz kleinen Formen fast rund.
ff Stengel gestreckt, ästig und beblättert, Äbrcu auf bl a 1 1 w i nk el s lä n-
digen Stielen.
e» P. arenaria. Sand-WTegerich. Stengel auircthi,
Blätter gegenständig, lineal, ganzrandig oder entfernt drüsenzäbnig :
Ähren eiförmig oder eiförmig - länglich, Deckblätter dicht geschindelt,
unterste rundlich-eirund mit krautigen Grannen, obere stumpf spateiförmig,
vordere Kelchzipfel schief spateiförmig, stumpf, hintere lanzettlich, spitz.
Waldst. et Kit. PI. rar. Hung. I. 51. t. 51. Chi. han. M9. Kocii
Syn. II. 689. Fl. dan. t. 1808. HAV^E Arzneigew. V. T. 16. P. Psjl
lium HoFFM. Fl. gerni. ed. 2. I. 77. Sturm Deutschi. Fl. H.7.
In den Küstenländern des nördlichen Gebietstheils, auf Sandboden,
ziemlich häufig {Hl. Lauenburg bis Illankenese und \^^cdel, hier und da;
Mk. Boitzenburg, Eldena, Broda, I>lirow — ; Hb. an der Elbe hier und
da; Hn. auf dem Werder bei Herrenhof, llitzacker — ; Pr. Kaltenhof)
Juli, August. — September.
Stengel t> — 12" boch, von gegliederten und zwischengemengten llrüsenbaaren raub
Blätter sitzend. 1 — 2" lang, 1'" breit, graugrün. Blütenstiele etwas länger als die Blatter,
oberste doldentraubig. Blüten vorstehend, Kelcbzipfel .reisslicb mit breitem krautigem Streif.
Kronröbre kabl , Zipfel zugespitzt.
JPharmaceutigch'JKedicinigches» A. 1 -3. 5. 6. waren
ehedem als hiiltlende zusammenziehende Mittel officinell. f'on Art. 1 — 3.
sind die frisch zerquetscht auf'fjeletften Blätter im Hausf/cbrauch ein ifutes
schmerzstillendes Mittel ffcrjen entzündete oder geschwollene Stellen (Bic
nenstich).
jPechniSCheSt A. 4. kann zur Gewinnunfi von Soda benutzt wer-
den. A. 7. liefert (in f'erbindunii mit P. Psyllium^ den sofjenaniiten
Flohsamen der Of'ficinen, dessen Schlcimrjehalt man jetzt noch in der
Färberei und Catlundrueherei verwendet.
ÖTeonontiSCheSm Art. 1^4. sind der salzif/en Theile wctjen ein
(jesHndes Fiehf'utter und die Samen der Art. 1 — '3. ein vorzüfflichcs Fultrr
für Stubenvöfjel. A. 1. ist auf fViesen ein verdümpfendes Unkraut.
Siibclassiflt IV.
]fIOMOCllE.A]fI¥IIGAC:.
Vierte Unterklasse.
Geschlechtsdecke einfach (Krone entweder nicht vorhanden
oder mit dem Kelche verschmolzen).
liXXTIl. AJflARAJVTIIACfiAE.
Juss. Gen. 87.
Geschlechtsdecke 5 — 3-theilig, trockenhäutig, in der Knos-
454 AiaARANTHACEAE. Amaranthns.
penlageffeschiiidclt. Sfaubgefasse 3 o(ler_5, einem Frucbthoden
vor den Tlieilen der Geschlechtsdeche eingesetzt, Träger un-
ten ofl rohrig verwachsen. Fruehtknote frei^ 1-fächerig, 1-eiig,
Eichen im Grunde des Fachs angeheftet. Griffel einfach oder
nicht vorhanden. Narbe einfach oder mehrtheilig. Frucht eine
Kapsel oder häutige IVuss. Keim ringförmig, das Würzelchen
gegen den Nabel gewandt. Eiweiss mehlig. — Blätter Wechsel-
Vorkommen. Wie die folgende Familie.
Gehalt. Nicht hinreichend bekannt, doch sind Schleim im Kraute
und Stärke im Samen enthalten.
1. AITIARA^THUS. AMAUANTM,
I.INN. Gen. 11. 1060. Alten ansgescLl.
Blüten 1- häusig, vielehig. Gcschleehtsdecke 3 — 5-theilig.
Männl. Blüten: 3 — 5 Sfaubgcfässe. Weibl. 3 sitzende Narben.
Kapsel 1-samig, umschnitten aufspringend. Geschl. Syst. XXI. 5.
Einjährige, aufrechte oder ausgehrcitelästige Kräuter. Ulätter ganz-
randig, in den Blattstiel verschmälert. Itlüten lilein, in blattwinkelstän-
digen nach oben zu in endständige rispige Ähren versammelten Knäuel.
1. A» retroflexiis. Mauhhaariger JLmaranth. Blät-
ter länglich -eirund, zugespitzt; Itlüten in blattwinkelständigen nach oben
zu in eine endständige, lappige Ähre zusammenfliessenden, länglichen
Knäuel; Deckblätter dornig-stachclspitzig, doppelt so lang als die Blüten.
LiNN. Sp. pl. 1407. Kocu Syn. II. 691. Beichenb. PI. crit. V. t. 475.
Auf bebauetem Boden und Schutt, im südlichen Theile des Gebiets,
selten verwildert {Pr. Oschersleben, Halle: in der ]\ähe von llauschcns
Hölzchen, Felder südlich von Merseburg, IVaumburg, in Grochlitz). Juli,
August. — September.
Stengel sUrk, l)is3'liocb, aiifreclit, kiirzliaarig, Blatter an der Spitze stnmpflieli. End-
alire lusammengesetzt , liis xa 1" dick. Zii>tVl der grünen Gcsclilcclitsdeckc gestntzt mit
kurzer StaclieUjiitze.
%, AliBERSIA. AMjBXMSMX.
KUNTU Fl. bcrol. II. 144.
Blüten 1-häusig. Gcschleehtsdecke 3-blättrig. Männl. Blü-
ten: 3, selten 2 freie Staubgefässc. >Vcibl. 3 sitzende Narben.
Häutige Nuss schwach zusammengedrückt. Geschl. Syst. XXI. o.
Einjährige, aufrechte oder ausgebreitetästige, meistens kahle Kräuter.
Blätter ganzrandig. ^Blüten in blattwinkelständigen, nach oben zu in
endständige, rispige Ähren versammelten, Knäuel.
f. A. Blltlini. Gemeine A.lbersie. Blätter eirund- rau-
tenförmig, an der stumpfen Spitze ausgerandet; Blütcnhnäuel fast kuge-
lig, Endähren -walzenförmig, Deckblätter kürzer als die Blüten.
KuNTH. Fl. berol. II. 144. Amaranthus Blitum Linn. Sp. pl. 1405. Chi.
han. 462. Koch Syn. II. 691. Beichenb. PI. crit. Y. t. 472 (A. adscen-
dens). Fl. dan. t. 2246.
In der Nähe von Ortschaften auch in denselben auf Schutt, an Hecken,
Planken, auf kali- oder ammoniakhaltigem Boden, als dem Menschen
folgende Pflanze, hier und da eingebürgert aber unbeständig. Juli, Au-
gust. — September.
Stengel bis 1' bocb, ans liegender Basis ansteigend, kabl. Blattstiele länger als die
Platte. Blüten grün, Deckblätter eirund, spitz. Frucbt nicbt aufspringend. — Kominl
mit braun oder scbwärzlich gefleckten baufiger aber ungctleckten Blättern >or.
Gx:n^E:BBX,iCHE:s.
ÖJeOHOmtsChes. Das ehedem of'/icinelle liraut kann als Gemüse
rolycneiiiuni. AMARAMTHACEAE. 455
nenossen werden. Die Samen sind, eben so xvie die des vorstehend auf-
geführten Amarantbus retioflexus, ein gutes Futter für tedervieh.
3. poiiifC]¥i:ifiiii^i. mnoupmijMuaut,
l.l>]N. Gen. n. 58.
Geschlechtsdecko bis auf die Basis 5-theilig, mit 2 Deck-
hlättern. Slauhffcfässe meist 3. Träger an der «asis verbun-
den Narben 2 Inf kurzem Griffel. Häutige Nuss mit Deekel-
chen. Geschl. Syst. HI. L.
Einiähiige, ästige, zaitbaarige, ieiinvarzige Krauter, Itlattci- wecli-
selstänclig, sitzend, ganziandig, untere gegenständig, Blüten blattwm-
telständig, einzeln oder zu 2, Dcckhlatter trockcnhautig.
1. P. apvemse. AcTeer-MnorpelTeraut. Blatter 3- ka»
tig- pfriemlich, stachelspitzig, ziemlich steif; Blüten sitzend, Deckblätter
so lang als die Geschlechtsdecke oder länger.
LiNN. Sp. pl. 50. Chi. hau. 470. Koch Syn. II. 694. Schk. Handh.
I. T.5. a. Jacq. Fl. austr. IV. t. 365.
b. majus. Bas grössere. Höherund dickcrstengehg; Samen grosser.
P. majus Roch das. 695. , .. „. , rn , ,
Auf Äckern, auf lehmig- sandigem Boden, im nordliehen Iheil des
Gebiets die T>ordgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, ziemlich
selten eingebürgert {Pr. Halle; Donnersberg hinter Kröllwitz, Dolauer
Kirchholz bei Lieskau , zwischen der Dieskaucr Mühle und Dollnitz,
Bicnitz, Eulau unweit Naumburg — ; b. zwischen Zscherben und Pützen-
bürg Grohlitz unweit T\auinburg; Westerhausen am Konigsstuhl, Oster-
wiek am Fallsteine -; Sehiv. Ebeleben — ; fl* Höllenthal dem K>elsteui
gegenüber am Abhänge bei der Mühle, zwischen Hubcnthal und Elle-
rode — ; Hn. Göttingen: Ellershausen, zwischen Elliehausen und Ese-
beck — ; Mk. Ostorf und Schwerin am Karstberge, als nördlichstes Vor-
kommen). Juli, August. — September. , , ,,,
Stcncel 2"— 1' Jang, sjiori lg- >ielastlg, Aste bald aufrecht - abslcliend , bald ziuucligc-
bogeii, Blätter mager, trübgri.n. Gcsfbleclitsdccke strohgelb, Staubbeutel piirpiirn. Samen
narbig, schwarz. — P. majii
scheidet KoCH durch Deckblätter, welche langer als
Geschlechlsdecke sind, wahrend .ie bei P. arven.e kaum so lang als d.ese seyn sollen.
Sowohl die Blätter als De.kbläller variiren aber in der Grösse sehr. .Man Irifft tscmpla.e
»on P. arvense. deren Beckblätler nur halb so lang als die Gcschlechtsdecke sind, nn I scho.i
ScilKüHR bildet sie hei P. ar,ense länger als die Gcschlechtsdecke ah. Variiren der Sa-
niengrössc ist in dieser Familie h;itilig.
liXXVIII. CHEj^OPOÖIEAE.
yE>T. Tahl. II. -i-ia.
Geschlechtsdecke 2— 5-theilig, mit geschindelter Kuospen-
lase, selten ungethcilt oder nicht ausgebildej Maubgetasse der
Basis der Geschleehtsdecke vor deren. Theilen, seltener einem
Fruchtboden eingefügt, von der Zahl jener, oder durch * eh
schlagen weniger. INarben 3— 4, fadenförmig, bald sitzend,
bald durch einen Griffel verbunden. Fruchtknote frei, 1-fache-
rig, 1-eiig, Eichen aufrecht, im Grunde des Fachs angeheltet.
Frucht eine weiche häutige Nuss, niedergedrückt (wagerecht
stehend) oder zusammengedrückt (senkrecht stehend), selten
eine Kornfrucht, von der bleilienden Gesehlechsdeckc (tructit-
decke) umfasst oder eingeschlossen. Keim ring- oder schrau-
benförmig. Das Würzelchen zum INabel gewandt oder nach
unten gekehrt. Eiweiss mehlig oder nicht vorhanden. — Hinten
Zwitter, vielchig oder einhäusig.
456 CHENOPODIEAE. Snaeda.
Vorkoninien. Rali, INatron und Aminniiialt lialtlgen Boden aufsu-
chend, und durch ihr häufiges VorhoinniLii diesen bezeichnend. Viele
einen trockenen, wenigere den feuchten oder nassen Hoden liebend, meh-
rere an Salzgehalt des Bodens gebunden.
Gehalt. Charakterisirt durch ein sehr verbreitetes f^orkommen von
Alkalien. Das Kraul reich an organischen Säuren ttnd Natron in den
Küstenländern, Kali im liinnenlande und Ammoniak in der Nähe der
Ortschaften. In den Samen viel Stärke.
I. SPIROLOBEAE. SPIRAX.JiE:iMIGE.
Heim schranbenförniig. Rein oder -wenig Eiweiss.
1. .SUAEIIA. SOÜA.
FORSK. Fl. aegypt. arali. 69.
Geschlechtsdecke 5-theilig. _ Slaubgefässe 5. i'Xarben 2 — 5.
Häutige Nuss von der fleischig angeschwollenen Geschlechts-
decke umgehen, niedergedrückt oder zusammengcdrückf. Sa-
menschale krustig. Geschl. Syst. V. 2.
Einjährige, kahle Kräuter (A. 1.) oder Stauden mit halbwalzcnförmi-
gcn, fleiscliigen Blättern. Blüten Itlattwinkelständig, gcknäuelt, mit sehr
kleinen schuppenartigen Deckblättern.
1. S. inarltima. StranaSoda* Blätter halbwalzenförmlg,
spitz; Blüten meist zu 3, mit gekielten Lappen; Samen gegen den Band
fein punctirt.
Moquin-Tan'd. Chenop. monogr. En. 127. Schobera maritima C. A.
Meyer Fl. altaic. 1. 400. Koch Syn. II. 692. Chenopodium maritimuni
LiNN. Sp. pl.32l. Chi. han. 467. Fl. dan. t. 321. Engl. bot. t. 633.
Am Hord- und Ostseestrande und auf den nahe belegenen Inseln, auf
humos- schlammigem salzhaltigem Boden, im Binnenlande in der ]\ähe von
Salinen, häufig. Juli, August. — September, October.
Stengel I — 1 '/j' ''"g- »"freclit, ansteigend oder liegend, liald cinfaeh, lialJ viclastig,
mit aufrechten einfachen Zweigen. BlStter '/s— 1" lang, y,,_Y,"' breit, ol.erseits nach-
gedrückt-rinnig. Blüten silzend, Zipfel der Geschiechtsdcclio eirund, stumpf. Samen
schwarz, fi-länzend.
Zxir So
VechniSCheSt Ziir Sodagew Innumf nutzbar. Im liinnenlande vor-
kommend eine Anzeifje von Salz(fuellen.
LtNlV. Gen. n. 311. Arten ausgeschl.
Geschlechtsdecke bis zur Basis S-theilig, zur Fruclitzeit mit
einem Querblättchen auf dem Rücken der Lappen. Fruchtffe-
fässe 5. Narben 2. Häutige Nuss zusammengedrückt. Geschl
Einjährige Kräuter (A. 1.) oder Stauden, kahl oder behaart, mit ■Wech-
sel- oder gegenständigen, fast stielrunden, seltener Ilachen Blättern. Blü-
ten blatt-winkelständig, sitzend.
I. S. Kall. Gemeines SalaJeraut, Blätter pfricmenför-
mig, stumpf 3- kantig, in einen knorpeligen Dorn zugespitzt, steif und
sperrig; Blüten einzeln.
LmN. Sp. pl. 322. Chi. han. 470. Koch Syn. II. 692. Engl. bot.
t. 634.
b. polysarca. Das Jleischige. DickstengeJigcr, niedriger; Blätter
walzenförmig, stumpf mit aufgesetzter Dornspitze.
Chi. han. das. S. Kali ß. pontica Fall. Illustr. III. 56. t. 26. 2. Fl.
dan. t. 818 (S. Kali).
Saliconiia. CHEWOPODIEAE. 457
c. tenuifolia. nas dünnblättrige. Blätter fast doppelt länger,
fatlenlörniig, scIilafF.
Chi. hau. .las. S. Tragus Hoffm. Fl. germ. Ed. II. 1. 120.
Am Strande der Nord- und Ostsee, auf den nahe belegenen Inseln,
auch an den Ausllüssen der Ems, "Vk'^eser und Elbe , an dieser landwärts
bis Wittenberg und Magdeburg, auf salzhaltigem Boden, häufig, seltener
an Salinen im Binnenlande (Hn. Salzgitter); b. im fetten Schliehboden;
c. auf stark sandigem Boden.
Slengcl ^/j, — 1'/./ liocli, liegcn.l oder ansteigend, sperrig vieläsllg, mit zerstreiieten,
kurzen, «lickliclien Haaren besetzt, l.is ins völlig Kalile. Blätter spiralig- wecLselstän.lig,
graugrün, au .!er Ilaupfart meist 3/^" lang, an der Basis von ^4 — I'" im Durchmesser und
allmälig in den Dorn zugespitzt; an b. gleich dick oder etwas kegelförmig, von 2'" im
DurcLmesser; an c. l'adendünn, 1.1s 1 '/j" lang. Gesclilcclitsdecke knorpelig, mit zugespitz-
ten Blättern und gröesern , kreisrundlichen Anhängseln.
GJE IVMRBTjICHMS.
technisches. Zur Gewinnwuj von Soda anwendbar, auch zur
Darstellunff von h'leesäure (Annal. d. Pharmac. Xf'I. 86.).
II. CYCLOLOBEAE. RI]¥ G KKM JUIGtJE.
Keim halb oder ganz ringförmig das Eiweiss umgebend.
3. SAliICOR]!VIA. GliASSCHmjtEtZ.
LiNN. Gen. n. 10.
Geschlechtstlecke fleischig, ganzraiulig, den Vertiefungen
einer ffeÄÜeilerteu Spindel eingesenkt, nur mit einer Hitze sich
öfTnend. Stjuibgefässe 1 oder 2 Narhen 2 — 8. Häutige Nnss
zusammengedrückt und von der Lleihenden Gescbleclitsdecke
eingeschlossen. Gcsehl. Syst. I. 1.
Einjährige (A. 1.) oder strauchige, gegliederte, saftige, blattlose Ge-
wächse mit gegenständigen Ästen. Glieder kurz, an der Basis umfas-
send-scheidig. Blüten in Ähren.
I. S* lierbacea« Gemeines Glasschmalz, Stengel
krautig; Ähren gegen die Spitze verschmälert, Glieder derselben beider-
seits triangulär ii-blütig; Samen eben, weichhash-ig.
LiNN Sp. pl.5. Chi. hau. 471. nebst der v. stricta u. v. procumbens.
Roch Syn. II. 693. Schk. Handb. I. T.l. Fl. dan. t. 16:21. Engl. bot.
t.415 (S. annua). t. 2475 (S. procumbens).
b. conferta. üas gedrängte. Zwergig und vielästig, Glieder sehr
kurz; Ähren ei -walzenförmig, stumpf.
Chi. han. das. S. pygmaea Sp. pl. ed. I\ÖM. Schult. I. 39. Fl. dan.
t. 303 (S. herbacea; zunächst angrenzend).
c. graoilis. nas schlanke. Stengel und Äste doppelt dünner;
Ähren zugespitzt.
Chi. han. das. S. crccta foliis brevioribus cupressiformibus Dill, in
Raj. Syn. 137. Petiv. Herb. brit. t. 9. f. 4.
An den ]>ord- und Ostseeküsten und auf den nahe belegenen Inseln,
auf salzhaltigem fettem Schlickboden, unmittelbar am Wasser so weit die
Fluth den Boden überstauet, sehr häufig und schaarenweise; c. wo der
Schliek magerer und sandiger ist; im Binnenlande an Salinen oder in
der IVähe von Salzipiellen (//n. Lübbau, Salzderhelden, wo sie sich ver-
liert—; Schw. Fraukenhausen, INumburg — ; ^n. Leau — ; Pr. Stass-
furth, in der Flor von Halle häufig). August bis Octobcr. — October,
November.
Von l'/./ Höhe bis zu der <on 3 — 4" (Spielart b.) variircnd, steif aufrecht, anstei-
gend oder liegend, Qcihchig, saftig, trüb dunkelgrün, bis in graugrün. Alircn bald parallel
458 CHENOPODIEAE. Kochia.
aufwärts unlcr spiUcm , bald unter stumpfem WiiiUcl ausgclieud. Glieder hald läoger hald
kürzer bis ins fast Kugelige. Ändert mit 1 und mit 2 Staubgefassen ab; Letzteres ist
der gewübnlicLste Fall. \^'^eil die Entwickeliing nacb einander erfolgt und die Fäden scbnell
welken, ist das erste Staubgefäss meist scbon abgefallen, wenn das '2le ersebeint. Uicgt
man die Äbre im Gelenke, so siebt man das später kommende Staubgefäss tief im grünen
Flciscbe liegen und kann es dniib einen gelinden Druck vortreten lassen.
9. jl. radican««!. Jf^ursetndes Glasschmala, Stengel
an der Basis fast holzig, wurzelnd; Äliicn walzenlörmig, Glieder der-
selben beiderseits triangulär 3 -blutig; Samen eben, weichbaarig.
Sm. Comp. fl. brit. Ed. III. I. Engl. bot. t. 1691. Chi. han. 472.
Mit der vorigen Art, auf demselben Boden, selten (Hl. Bäsum in
Dithmarsen; Hu. Insel Borkum — Spieka im llerzogthum Bremen — ).
August, September. — ■ Oetober.
Niedriger als A. l., aus liegender, Wurzel seblagcnder Basis ansteigend. Stengel und
Äste gegen ihre Basis versebmälert. Glieder fast doppelt so lang und jedes an seinem Ur-
sprünge YCrscbmälert. Ähre dicker als der Stengel, stumpf mit einer sehwacben Einscbnü
rung von Glied 7,u Glied. — Die spccifische Versebiedenbeil >on A. "i. bedarf «eilerer
Prüfung.
technisches» Durch f^erbrcnuung in Verbhidnnfj mit mehrern
Strandyewiichsen , kann ein reichlicher Soducrtrat/ von ihnen bezogen wcr-
den,^/iuch cifjnen sie sich zur Gewinnuni/ von Kleesüure.
ÖTeonontiScheSt Die jungen pflanzen sind als Salat zubereitet
essbar.
4. KOCHIA. tiOCMEM,
Roth in Schrad. Journ. f. d. Bot. 1800. 307. T.'i.
Blüten Zwitter. Geschleehtsdecke 5-spaltig, zur Friichtzejl
mit einem Anhängsel am ilücken der Lappen. Slanhgelässc o.
Narben 2. Häutige Nuss zusammengedrückt. Samenscliale
häutig. Geschl. Syst. V. 2.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige Kräuter oder Stauden mit niederge-
strecliten, kahlen oder behaarten Stengeln. Blätter sitzend, schmal lineal,
flach oder stielrundlich. Blüten blaltwinUelständig, einzeln oder ge-
knäuclt, ohne Deckblätter.
*1. M* hirsiita* Mauhhaarige Kochie* Blätter Hneal,
stumpf; Blüten gczweiet; Anhängsel kegeHürmig.
INOLTE Novit, ü. hols. 24. Roch Sjn. II. 69(5. Salsola hirsnta Link.
Sp. pl. 323. Cheuopodium hirsutum De Cand. Fl. frane. III. 394. Fl.
dan. t. 187.
Am Meeresstrande, auf salzhaltigem, bisweilen vom Meere überström-
ten! Boden, selten {III. an der Nordseeküste bei Bösum, Deichsand — ;
an der Ostseeküste Grossenbrode bei Ileiligenhafen, Hochwacht, Lütjen-
|„„.g — ; i»/A-. am Seeufer, sehr selten). August, September. — Oetober.
Stengel 3" — 1' bocb, von der Basis an ästig, zerstreuet behaart, Blätter dicbtstehend,
3_8"' lang, 1_ l'/o"' A'ch, fleischig, balbstielrund , stumpf, »ollig ■ haarig. Blüten-
zipfel eirund, stumpf, einwärts gebogen. Reim hufeisenförmig.
GX:i§^JER»LICHX:S.
VechniSCheS* Gestattet wie die iibriijen schon aufgeführten Strand-
pflanzen Benutzung zur Sodagewinnung .
5. CHEJVOPODIU]?!. Gf JfJT-S JB J^tTSS.
LiNN. Gen. n. 309. Allen ausgescbl.
Blüten Zwitter. Geschlechtsdecke 5-theilig. Stauhgefässe 5.
Narben 2, kurz, ohne Griffel. Iläulige Nuss niedergedrückt
oder nieder- und andere zusammengedrückt. Geschl. Syst- V. Z.
Clienopodiuni. CHENOPODIEAE. 459
Einjährige, meistens drüsig-mehlige Kräuter. Stengel und Äste echig.
Blätter wechselständig, gestielt, flaeh, eekig oder geschweift -gezähnt,
selten ganziandig. Blattwinkel- oder endständige Rispen oder Trugdol-
den, Blüten klein, sitzend, oft geknäuelt. — Das örtliche Yorkommen
sämmtlicher Arten ahsolut oder der Menge nach unbeständig und wechselnd.
j- Früclitc nie ilerge»! rückt.
1. e. liybridum. WTnächter Gänsefuss. Blätter herz-
förmig, weitbuehtig- spitzeckig, lang zugespitzt; Blütenknäuel in nspen-
artiffen Trugdolden, Samen grubig -punctirt.
LiNN. Sp pl. 319. Chi. hau. 463. Kocu Sjn. II. 696. Fl. dan. t. 2049.
Engl. bot. t. 1919.
Auf Gartenländern, an Zäunen und auf Schutt, auf humosem amnionia-
kalischem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, häufig eingebürgert.
Geruch etwas l.etäiil.eiid widerlich. Stengel 1 — -3' hoch. Blätter zart, hellgrün, ohcr-
scits glänzend, oberste 3- lappig- spicssförniig. Blüten dunkelgrün mit weissen Rändern.
». C. iirbiciini. Steifer Gänsefuss. Blätter 3 -eckig,
an der Basis kurz in den Blattstiel vorgezogen, ungleich gezähnt; Blü-
tenknäuel in aufrecht anliegenden fast blattlosen Ähren, Samen fast glatt.
LiNN. Sp. pl.318. Chi. han. 463. C. urbicum a. Koch Sjn. II. 696.
Sturm Deutschi. Fl. II. 7.J. Fl. dan. t. 1148.
b. iiitermedinm. Her mittenständige. Blatter buchtig -gezähnt
mit vorgezogenen 3 -eckig -lanzettlichen Zähnen.
C. urbicum ß. intermedium KocH das. Sturm Deutschi. Fl. 11.75 (C.
intermedium). C. rhorabifolium Mühlenb. in Willd. Enum. bort, berol.
I. 288. Chi. han. 464. Engl. bot. t. 717 (C. urbicum).
An Mauern, Zäunen und auf Schutt in Dörfern, auf ammoniakhalti-
geni Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, hier und da eingebür-
gert. Juli, August. — September.
Stengel 2 — 3' hoch, steif aufrecht. Blätter etwas dicklich, grün, glänzend, nur mit
kurzer, nach aussen schwach ausgeschweifter Basis in den Blattstiel ühergehcnd. Samen
stumpfkielig, braunschwarz, glänzend, bei starker Vergrosserung fein punctirt. Steht im
Gesammtansehen dem C. rubrum .im nächsten. — Auf fettem Boden beblättern sich die
untern Ähren, besonders an der Spielart b.
3. C. IlHirale. Mauer •GänsefuSS, Blätter eimnd- rau-
tenförmig, ungleich -sägezähnig mit zugespitzten Zähnen; Blütenknäuel
in abstehenden Bispen, Samen scharfkielig-berandet, glanzlos.
LiNN. Sp. pl.318. Chi. han. 463. Roch Sjn. 11.696. Sturm Dcutschl.
Fl. U.73. Fl. dan. t. 2048. Engl. bot. 1. 1722.
An Mauern, Wegen und auf Schutt, auf fettem etwas feuchtem am-
nioniakalischem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, häufig ein-
gebürgert. Juli bis Septeml)er. — September, October.
Stengel »/^ — 1 '/o' hoch, sperrig -ästig. Blätter oberseits glänzend. Zähne nach der
Blatlspitze gerichtet, mit schnialbuchtigcn Zwischenräumen. Samen etwas höckerig.
4. C albiim. IW^eisser Gänsefuss, Blätter weissmehlig,
eirund- oder länglich -rautenförmig, unregelniässig- sägezähnig, oberste
fast ganzrandig; Blütenknäuel ährenartig genähert, in kurzästigen we-
nigbeblätterten Ilispen; Samen glatt, glänzend.
LmN. Sp. pl.319 (nach Ausweise »on EURHART zu LlNNi's Zeit in tpsala einge-
legter Esemplare). Chi. han. 465. Sturm Dcutschl. Fl. II. 75. Engl. bot.
t. 1723. C. allnim a. spicatum Koch Syn. II. 696.
b. opulifolium. Her stutxhlättrige. Blätter mehlig, abgekürzt-
eirund mit rautenförmiger Basis, buchtig sägezähnig; Blütenknäuel
kleiner, in fast blattlosen Rispen.
Chi. han. das. C. opulifolium Schrad. in Koch u. Ziz Cat. pK Pala(. 6
Koch das. Sturm Dcutschl. Fl. 11.75. Vaill. Bot. par. f. 7. f . 1 .
460 CHENOPODIEAE. Clienoiindium.
o. vlride. Her grüne. Blätter last iiiibcstaultt, olicrscits grün,
huclitig-siigezähiiig; lilüteiiknäuel gesondert in längerästigen Uispen.
Chi. lian. das. C. viride LiNN. das. C. album ji. cymigerum Kocu
das. Fl. dan. t. 1150.
Auf Gartenländereien, ÄcKern und an Wegen, auf liunuislialtigem Bo-
den, als dem Menschen folgende Pflanze, allgemein eingebürgert, meist
hcerden- oder schaarenweise. Juni bis August.— August, September.
Stengel meistens 1 — '2' lioeli , aucli doppelt lidlicr, auf Ackern meist eint'acli, wo <ler
seitliche Wuchs nicht hehindcrt ist vieliistig, mchlstauhig - »eissgrün his in's Grüne. Blatter
veränderlich, bisweilen besonders an c. und b. fast spiessförinig- 3 - lappig bis in's Geschweilt-
ganzrandige (v. integrifoliiim Chi. han. das.), bald regelmässiger gezähnt, bald ansgebissen
gezähnt, oberste oft länglich - lineal und ganzrandig. Samen sänimllieher Formen fein erhaben-
punclirt oder richtiger feinrunzellg. — Wer C opulifoliura, welches oft ganze Äcker iibcr-
ziebt (bei Hannover und Götfingen häufig), anhaltend verfolgen will, v»ird die gar nicht sclte
nen Übergänge leicht auffinden.
Bemerk. ReiCIIENBACH betrachtet C. album u. C. viride als Arten und nimmt 2
Bastardformen an: C. viridi-album und C. albo-viridc ; worüber weitere Beobachtungen zu wün-
schen sind. Das sehr häufige Vorkommen der letzten Form spricht einigermassen gegen Ujbridilät.
5. C ficifoliuin. Feigenblättriger Gänsefuss. Blät-
ter rautenförmig -länglich, ausgeschweift -gezähnt, stumpf, unterster Zahn
beiderseits spiessförmig vorgezogen, oberste Blätter gleich breit, ganz-
randig; Blütenknäuel in lockern Rispen.
Sm. Fl. brit. II. 276. Engl. bot. t. 1724. Koch Sy» l'- 697. Sturm
Deutschi. Fl. H. 75. C. album v. ficifolium Chi. hau. 465. C. viride
CuRT. Fl; lond. Fase. II. t. 16.
Auf Äckern, auf humushaltigem Boden, hier und da, meist zwischen
C. album, eingebürgert aber nicht beständig (gefunden Hl. Ilummelsbüttel
und Steilshope bei Hamburg — ; Hn. Göttingen im Weender Felde, bei
Iloltensen, Münden — ; Pr. Aschersleben, Pfännerholzplalz bei Halle — ;
Pr. ßV. Münster — ). Juni, Juli. — August.
Stengel 1 — 2' hoch. Blätter unten graugrün, variiren bald mehr bald minder gezähnt
und kommen häufig fast ganzrandig vor. Eben so trifft man beblätterte und fast blattlose
Rispen. Samen fein, jedoch etwas stärker als an der vorhergehenden Art, punctirt. — Die
spccifische Verschiedenheit bedarf sorgfältigerer Prüfung.
«. C polyisi>erniiini. Vielsamiger Gänsefuss, Blät-
ter eirund- länglich oder länglich, stumpf, meist ganzrandig und unbe-
stäubt; Blütcnknäucl in kurzen sperrig- ästigen Trauben, Fruchtdecke
zur Ileifzeit oßen stehend.
LiNN. Sp. pl.321. Chi. han. 466. Koch Syn. II. 697. Sturm Deutschi.
Fl. 11.75. Fl. dan. 1. 1153. Engl. bot. t. 1480.
b. acutifoHuiu. Ufer spitahlättrige. Strafl'er-, Blätter spitzlich,
obere zugespitzt; Trauben verlängert.
Chi. han. das. C. acutifolium Sm. Comp. fl. brit. Ed. III. 42. Engl.
bot. t. 1461. C. polyspermum ß. spicato -racemosum Koch das.
Auf Gartenländereien, Äckern und an Wegen, auf humoseni auch
feuchtem sandigem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, häufig
eingebürgert; b. seltener. Juli, August. — August, September.
Hohe 1 — 2', meist einfach. Blätter beiderseits grün, unicrseits heller, ohne Bläsehen
und Mehlstaub, bald schmäler bald breiter, mit unegal gcscbnitlenera , selten auch verloren
seicht gezähneltcm oder gesehweift- gezähntem Rande. Die Spielart gcraderstengclig, Trau-
ben steifer, schmäler und doppelt länger, die sperrige Astslellung aber dieselbe.
'J. C Viilvaria. Übelriechentier Gänsefuss, Blätter
rautenförmig -eirund, stumpfeckig, ganzrandig, graumehlig; Blütenknäuel
in beblätterten magerblütigen Ilispen.
LiNN. Sp. pl.321. Chi. han. 466. Koch Syn. II. 697. Sturm Deutschi,
n. 11.75. Fl. dau. t. 1153. Engl. bot. t. 1034 (C. olidum).
Chenopodium. CHENOPODIEAE. 461
An Mauern und Wegen, in Dorl'schaften und Städten, auf ammonialia-
lischem Boden, als dem Mensclien folgende Pflanze, häufig eingebürgert.
Juli, August. — August, September.
Stengel '/j — '^'A' '■o«^'' > schlankbeiigig, liegenil oder ansteigend. Blätter so Jireit oder
breiter als lang, wenig veränderlich. — Die Rispen kommen bisweilen verlängert vor.
ff Früchte nieder- und andere zusammengedrückt.
8. C slaiicuiw. Meergrüner Gänsefuss. Blätter
rautenförmig- länglich oder länglich, buchtig-gezähnt, unterseits weiss-
griin; Blütenhuäuel in fast blattlosen schmalen Ähren.
LiNN. Sp. pl. 320. Chi. hau. 466. Fl. dan. t. H51. Engl. bot. t. 1454.
Blitum glaucum Kocu Syn. IT. 699. Sturm Deutschi. Fl. H. 75. Aga-
thophytum glaucum Beichenb. Fl. sax. 321.
An Hecken, Wegen und Misthaufen in Dörfern, auf feuchtem oder
nassem ammoniakalisehem Boden, auch auf salzhaltigem Boden am Meercs-
strande und in der ISähe von Salinen, als dem Menschen folgende Pflanze,
meist truppweise eingebürgert. Juli, August. — August, September.
Stengel '/4 — l'/j' hoch, dick, aus liegender Basis ansteigend, von unten auf ästig,
seltener einfach. BLittcr, besonders auf saUhaltigem Boden, dicklich (v. crassifolinm Chi. han.
das.), der Gestalt und Randbildung nach veränderlieh. Ähren gegen den Stengel zu nicht
selten mehr oder weniger beblättert. Gcschlechlsdecke h- und 4 -blättrig. Samen theils
vragerecht, tbcils aufrecht gestellt.
9. C rubrnni. Mother Gänsefuss, Blätter glänzend,
rautenförmig -3 -eckig, unregelmässig buchtig -gezähnt mit fast spiessför-
niigcr Basis; Blütenkuäuel in straften beblätterten Ähren.
LiNN. Sp. pl.318. Chi. han. 464. Fl. dan. 1. 1149. Engl. bot. 1. 1721.
Blitum rubrum Rock Syn. II. 698. Sturm Deutschi. Fl. 11. 74. Aga-
thophytum rubrum Beichenb. Fl. sax. 321.
b. cras8ifoliuui. Der dicRblättrige. Sperrig- ästig, Blätter flei-
schig, schmäler, wenigzähnig, obere ganzrandig; Ähren blattlos.
Chi. han. das. C. crassifolium Sp. pl. ed. Böm. Schult. YI. 262.
C. botryodes Sm. Comp. fl. brit. Ed. III. 41. Engl. bot. t. 2247. Blitum
rubrum y. paucidentatum Koch das.
An und in Dörfern, au "Wegen, Misthaufen und Schutt, auf ammo-
niakhaltigem feuchtem Boden, auch auf salzhaltigem Boden bei Salinen;
b. nur hier und da am Meeresstrande, als dem Menschen folgende Pflanze,
häufig eingebürgert. Juli bis September. — September, October.
Geruch schwach widerlich. Stengel 1 — l'/^' hoch, dick, saftig, bogig ansteigend oder
aufrecht, in b. zum Theil liegend, nach oben zu nebst den Ähren und deren Blättern meist
purpurn angelaufen. Blattform veränderlich. Geschlechtsdccke 3-, 4- und 3 - theilig. Stauh-
gefässe 1 — -5. Samen vom TSabel ab sehr fein punctig-liniirt. — Die Spielart im Ge-
garomtansehen sehr abweichend, und mindestens mit eben so viel Anspruch, eigene Art zu
gevn, als C. opulifolium.
GMU^MRSXICUMS.
Pharmaceutisch' JUKedicinisches» Von A.7. das Kraut
(Herba > ulvariae s. Atriplicis foctidae) nur noch in wenif/en Gef/enden of-
fieinell. Blätter der Art. 6. 7. als Reinifjitnf/smittel alter fVunden und
Geschwüre bei Thicren im Hausaebrauche.
VechniSCheS» SämmtUche Arten, vorzüfjlich jedoch 6. T., zur
Gewinnimtf von Pottasche anwendbar.
ÖlCOnomiSCheS» Sprossen und. junge Triebe der Art. 4. 9. als
Salat und Gemüse (feniessbar, von A.4. auch die Samen als Grütze und
tßcmahlen als Zusatz zum Brodmehl. SämmtUche Arten, mit Ausschluss
von A. 7., ein gern (jefressenes Fiehf'utter. A. 4. ein oft sehr überhand-
nehmendes Unkraut auf Ackern.
462 CHENOPODIEAE. Agatbophytum.
«. AGATHOPHYTU]?!. MMMJWMMCMSKMAUT,
ModlllN-TAND. Ann. sc. iiat. II. Si-r. I. •291. t. 10. f. c.
Blüten Zwitter^ selten vlelehig. Ge.sclilecht.scleclie 5-lheJlig.
Staubgcfässe 5.^ IVarben 2—3, fadenförmig auf geuieinschaftli-
chcin kurzen Griffel. Häutige Nuss zusamuiengedrüekt. Samen-
schale krustig. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige Kräuter mit ectiigem Stengel, wechselständigen Blättern
und ährenförniigeu Blüten, von denen die ohern durch Fehlschlagen oft
weiMich sind.
fl. A. Bonn» Heiirlciif^. Gemeines Mteinrich»Teraut»
Blätter breit 3- echig- spiessförmig, ganzrantlig; Blütenhuäuel aus l.ur-
zen, hlattwinlielständigen Ähren in eine verlängerte, LIattlose Endähre
übergehend.
Moquin-Tand. Ann. sc. nat. II. Ser. I. 291. t. 10. f. c. Blitum Bonus
Henricus C. A. Meyer Fl. alt. I. 11. Anmerk. Koch Syn. II. 698. Cheno-
podiuni Bonus Ilenricus Linn. Sp. pl. 318. Chi. han. 463. Schk. Handb.
I. T.56. Fl. dan. t.579. Engl. bot. t. 1033.
Auf wüsten Plätzen, an Hecken, Strassen und auf Schutt, auf am-
moniahhaltigem Boden, als dem Menschen folgende Pflanze, häufig ein-
gebürgert. Mai bis August. — August, September.
Stengel 1 — '2' liocli, einlach. BlUUer gellilicLgriin mit l>oglg znriickgekriiramten Spiess-
eckcn. Ähren einen langen kegelförmigen Straiiss hildcnd. Samen gross, alle aufrecht
gestellt.
GM IVMRBIjICIIMS,
J?harmaceutisch-Medicini«ches, Kraut und rVtazel (Iler-
ba et Radix boni Ilenrici s. Lapathi uuctuosi) nur noch in weninen Ge-
fft'nden of'ficinell. Die Blätter als Reinifjunrjsmittel für fVundcn und
Geschwüre im Uaiisf/cbrauch.
OTeonomiScHeS» Sprossen und juni/e Triebe als Salat und Ge-
müse essbar.
'S, BlilTUM. JEJanBMMMSJPlJVAT.
LlNN. Gen. n. 14.
Blüten Zwitter oder vielebig. Geschlechtsdecke 5- auch 3-
theilig. Stauhgefässe 1 — 5. Narben 2. Häutige Nuss zusam-
mengedrückt, von den angesehwollenen zur Trugbeere unter
sich verwachsenen Gescbleehtsdecken eingeschlossen. Samen-
schale krustig. Geschl. Syst. V. 2.
Einjährige, etwas fleischige, kahle Kräuter, Blätter 3 -eckig, Blüten
dicht kopfförmig geknäuelt, blattwinkel- und endständig, im Fruchtzu-
stande einer saftigen zusammengesetzten Beere gleichend.
'I. B. yirgatiini. Seitenblütiger Mrdbeerspinat,
Blätter länglich-3- eckig, tief ungleich gezälint mit spicssförmiger Basis;
Blütenknäuel sämmtlich blattvdnkelständig.
LiNN. Sp. pl. 7. Koch Syn. II. 698. Stlrm Deutschi. Fl. II. 74 und
II. 2 (B. capitatum).
An Zäunen und Mauern, auf ammoniakhaltigem Boden, im südlichen
Thcile des Gebiets, selten verwildert (Pr. Halle: Zusehen und sonst hiu
und wieder). .Tuni bis August. — September.
Stengel '/^ — '2' hoch, dünn, ästig. Blätter kurz gestielt, mit lang vorgezogener Spitze.
Bliitenknäuel grün, zur Fruchlzeit dunkelroth. Samen schwarz.
GM1VJEBBLECMMS.
OTeonomiScheS* Sprossen und Blätter, auch die Früchte essbar.
Beta. CHEÜVOPODIEAE. 463
LiNN. Gen. I..310.
Blüten Z^Tittcr. Geschleclitsdecke 5-spalti^. Slaubgefässe
5, einem den Fruchtknoten iioigebenden Ringe eingesetzt., Nar-
ben 2, kurz, sitzend. Häutige iXuss niedergedrückt, mit der
fleiscbiff ffCAvordenen Geschlcchtsdccke balb'verwaebsen. Ge-
scbl. Sl'stfV. 2. ...,...„..«,
Ein-''oder 2-jälii-ige Rväuter mit meist spindeltörmiger Wurzel. ..lilät
ter wechselständig, eirund -länglich, wellig. Blüten geknäuelt in Ähreu.
Früchte meist zusammen wachsend.
'1* B. ntaritima. Seestrands-Mangold* Blätter rauten-
förmig-eirund, kurz zugespitzt, ausgeschweift- wellig; ]>iarben lanzeltlich.
LiNN. Sp. pl.322. Koch Syn. II. 699. Fl. dan. 1. 1571. Engl. Lot.
t. 285. SiBTH. Fl. graec. t.254.
Am Meeresstrande, sehr selten (das Vorkommen im Gebiete der Be-
stätigung bedürftig. Koch giebt, ohne nähere IVachw eisung, den IVord-
seestrand an. Diesen ha)>e ich, so weit er hierher gehört, wiederholt
und sorgfältig untersucht, ohne die Pflanze zu finden. INach Nolte Fl.
hols. 27. soll sie von Hornemann am Ostseestrande bei Heiligenhafen ge-
funden seyn). Juli, August. — September.
Wurifl spindelförmig, dick, fleischig, aussen schwarz. Stengel in Mehrzahl liegend,
an der Spitze ästig. Blütlcr etwas fleischig, glatt, wiirzelstiindige selir gross, in den Blatt-
stiel herabldufend, sfengelständige viel kleiner, fast sitzend. Blüten meist zu 2, sitzend, in
beblätterten Endtrauben, grünlich (nach SmiTII).
9. HAIillTIlIS. MmiXiMMIiltm,
AVallr. Schcd. crit. 117.
Blüten 1 -häusig. Geschlechtsdecke der männlichen Blüten
4 — ^5-theilig, der Aveiblichen zusammengedrückt, 2-lappig mit
einem Mittelzahn. Häutige IVuss zusammengedrückt. Samen-
schale häutig. Geschl. Sylt. XXIII. 1. (V. 2.)?
Wie Atriplex. A.2. einjährig, A. 1. staudig.
1. H. portulacotdes. JPortulaJcartige Keilmelde»
Blätter gegenständig, umgekehrteirund - länglich, stumpf, ganzrandig;
Fruchtdeclie sitzend.
Beicuenb. Fl. excurs. 576. Koch Syn. IT. 700. Sturm Deutschi. Fl.
H. 80. Atriplex portulacoides Linn. Sp. pl. 1493. Chi. han. 467. Fl.
dan. 1. 1889. Engl. bot. t. 261.
Am Nord- und Ostseestrande unmittelbar am Meere und auf den nahe
belegenen Inseln, auf fettem Schlickboden, am Nordseestrande häufig
und meist truppweise {Hl. von Brunsbüttel bis an Schleswig — ; lim.
Ritzebüttel — ; /fn. Otterndorf, Schmarren, Schottwarden, \^^remen — ;
Ol. Jever an der Heppenserdrift, auf den Oberahnischen Feldern, an
der Jahde als südlichstes Vorkommen), am Ostseestrande seltener {Mh.
V^'^arnemünde). Juli, August. — September, October.
Wurzel holzig, vielköpfig. Stengel ansteigend oder aufrecht, 6" — 2' hoch, nchst den
Blättern dicht graumehlig- schiilferig. Blätter dicklich, in die längliche und lanzettliche
Form Tariirend. Männl. Blüten gelbgriin mit gelben Staubbeuteln. Seitenlappen der Ge-
schlechtsdecke im Fruchtzustande halbrund, mittlerer stumpf lanzettlich, gerade, bald kleiner
bald grösser als die Seitenlappen.
%• H. peduociilatiis* Stielfrüchfige Keilmelde»
Blätter ganzrandig, unterste umgekehrteirund, gegenständig, folgende
länglich und wechselständig; Fruchtdecke lang gestielt.
V^^ALLR. Sched. crit. 117. Chi. han. 470. Kocu Syn. II. 701. Sturm
Deutschi. Fl. H. 80. Atriplex pedunculata Linn. Sp. pl. 1675. Schk.
Handb. IV. t. 349. Fl. dan. t. 304. Engl. bot. t. 232.
464 CHENOPODIEAE. Atriplex.
Am Strande «1er Nord- und Ostsee, auf Schliekhoden, selten (Iln.
IXesse— ; Ol. Eckwarden, Tossens — ; 9ik. \^^-irneniünde), im Ilinncu-
lande an Salinen, ebenfalls selten (31k. Ilöversliagen auf Wiesen; ^/»i.
Leau; I'r. Stassfurt, Ilecklingen, Artein). August, September. — üc-
tol>er, November.
Slcngel 4, 6 — 10" hoch, nebst den BläHern graumelilig- scliülfcrig. Diese kürzet ge-
stielt als an A. 1., der Form nach slumpf und spitzlicli xariireiid. Männl. Blüten gelbgriiii,
sitzend, weilil. mit einem narli dem Itliilien sieh verlängernden Stiel. Geschlechtsdcclie im
FruchlzHstande ausgeschnitten -deltaformig, seitliche Lappen gebogen - 3 -eckig, mittlerer Lap-
pen ein aufrechtes viel kleineres Zubuchcn.
VechniSChes* Beide Arten zur (iewümuiifj von Soda anwendbar.
lO. ATRIPIiEüt. MMMjItm,
LlNN. Gen. n. 11Ö3-
Blüten einhäusig, hei wenigen Art. in Verhindung mit Zwit-
tern. Geschlechtsdeoke der männliehen und Zwitterhliiten 3 —
5-thcilig, mit 3 — 5 Stauhgefässen, der weihliehen Blüte» 2-
spaltiff oder 2-theilig, mit der Frueht fortwaehsend und diese
bedeckend. Häutige Nuss der weihliehen Blülen zusammenge-
drückt, der Zwitterblüten niedergedrückt. Gesehl. Syst. XXIII.
1. (y. 2.).
Einjährige Kräuter (Art. 1 — 9.) oder Stauden, meistens mehlig, blät-
terig oder schülferig, Blätter meistens gestielt, Wechsel- selten gegen-
ständig, flach, bnchtig- gezähnt oder ganzrandig, Itlüten sitzend, ge-
knäuelt, in blattwinkel- und endständigen Ähren.
4- Blüten vielehig. Lappen der weiblichen Blüten bis auf die Basis
getrennt. Frucht der Z » i 1 1 erb 1 um en niedergedrückt.
1* A. Itortense* Garten- JtKelAe» Blätter herzförmig -3-
eckig, buchtig -spitz -gezähnt, gleiclilarbig un<l glanzlos, obere viel schmä-
ler, fast spiessförmig; Fruchtdecke rundlich -eirund, kurz gespitzt, ganz-
randig.
LiKN. Sp. pl. 1493. Chi. hau. 4G8. Koch Syn. If. 701. Schk. Uandb.
IV. T.349. Stürm Deutschi. Fl. 11.79.
In der Nähe von tlärteu und Gartenländereicn, auf huinosem frischem
Boden, hier und da verwildert. Juli, August. — • September.
Stengel 3 — 4' hoch. Blätter gross, bis h" lang und 4" breit, vt eich , lebhaft grün,
die an den beiden Seiten der Blallbasis siebenden untersten Zähne verlängert, und oft etivas
zurückgebogen, obere Blätter grunmcblig. Frucht h 6'" lang, netzartig - geädert. Die
Blattbasis variirt geradlinig gestutzt auch wohl ausgcsclinilfen , und der Blattrand kommt oft
fast ohne Zähne vor. Früchte oft rautenförmig- eirund.
!S. A. iiltens« Glänzende Melde» Blätter 3-eckig-spiess-
förmig, tiefbuchtig-sägezähnig mit sehr lang vorgezogener Spitze, ober-
scits glänzend, unterseits l>läulich, schwach silberweiss-sehülierig, obere
viel schmäler und nur über der Basis buchtig -gezähnt; Fruehtdecke ei-
rund, zugespitzt, ganzrandig.
Bebent. Prodr. fl. neomarch. 126. Chi. han. 468. Koch Syn. II. 701.
Schk. Ilandb. IV. T. 348. A. acuminata Waldst. et Kit. PI. rar. Ilung.
II. 107. 1. 103.
An Wegen, Zäunen und auf Schutt, auf ammoniakhaltigem Boden,
hier und da eingebürgert {IIb. auf den Elbinseln; Br. Salzdahluni; Scinv.
in und um Frankenhausen; Pr. Ilalberstadt , Ascherslebeu nach Mehrin-
fen zu, Halle: zwischen Böllberg und dem Wörmlitzer Hölzchen, W'^ein-
erge von Böglitz , Bollsdorf, Weissenfeis, Naumburg, Eisleben, Hett-
stedt). Juli, August. — September, October.
Atriplex.
CHENOPODIEAE. 465
Vom Gesainmfanselieii der A. 1. Zunäclisl durch die oliern unterseils sillierüieliligcu
BIntter, den rcgelniassigeii und tiefcrhuditigen Blattrand und die länger und scliniäler zu-
laufende Spitze der Blatter zu unterscLeiden. Früchte ehcnlalls länger ziiges|iilzt. — Es
kommen Exemplare »or, an denen das Scliülferige der Blatter sich fast %erlicrt, womit ihre
Farhe in die iichlgrüne übergeht.
f-J- Blüten einhäusig.
■ Lappen der weihlichen Blüten his auf die Basis getrennt.
*3. A. tataricuni. Xiänglichblättrige Melde, Aste auf-
recht-abstehend; Blätter beiderseits graugrün, unteie rautenförmig -liing-
lich, mit fast spiessförmiger Basis, wenig geschweift- sägezahnig, obere
schmal lanzettförmig, beiderseits verschmälert und ganzrandig; frucht-
tragende Ähre locher, an den Spitzen etwas nickend; Fruchtdecke eirund-
rautenförmig, glatt und ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 1493. Koch Syn. II. 701. Schk Uandb. IV. T. 349.
A. oblongifolia Waldst. et Kit. PI. rar. Ilung. III. 243. t. 221 (A. mi-
crosperma). Sturm Deutschi. Fl. H. 79. A. campestris Koch et Ziz Cat.
pl. Palat. 24 (mit etwas schmälern, weniger gezähnten Blättern). StIRM das.
An Mauern, Hecken, V^'egen, auf magerm Boden, im südlichen Theile
des Gebiets, die ]>ordgrenze der Gesammtvcrbreitung erreichend, selten
eingebürgert (Pr. Aschersleben, als nördlichstes Yorkommen, häufig,
Halle: bei der Stadt, TSietleben, Dürrenberg). Juli, August.— Sep-
tember.
Höhe 1 — 3'. Gesamnitansehen der folgenden Art, zu unterscheiden durch die aufrechte
Stellung der Zweige, die graue dunkelgrüne Blattfarbe, die nickende Ähre, die Stellung
der Früchte zu 2 — 3, und die nicht spiessfürmige Basis der Früchte, an der s^ch nur selten
ein kaum merkliches Zähnehen zeigt.
1. A. patiiliint. Ausgebreitete Melde, Untere Aste
sperrig abstehend, meist gegenständig, Blätter gleichfarbig trübgrüii,
untere rauten -lanzettförmig mit spiessförmiger Basis, buchtig- sägezahnig,
obere lanzettförmig oder lineal, beiderseits verschmälert und ganzrandig;
Fruchtdecke spiess -rautenförmig, meist weichstachelig.
LiNN. Sp. pl. 1494. Chi. han. 469. Koch Syn. II. 702. Schk. Ilandb.
IV. T.347. Sturm Deutschi. Fl. H. 79. A. angustifolia Sm. Fl. brit. III.
1092. Fl. dan. t. 1286 (A. hastata). Engl. bot. t. .1774.
b. niicrocarpum. Die kleinfrüchtige. Ähren straff aufrecht;
Fruchtdecke kaum grösser als der Same, wcichstachelig.
Kocu das. A. erecta Sm. das. Engl. bot. t. 2223. Sturm das.
An Wegen, Rainen, Mauern, auf Gartenländereien und Schutt, auf
Boden mehrerer Art, allgemein eingebürgert. Juni bis August.— Au-
gust, September.
Stengel aufrecht, 1 — 3' hoch, häufiger liegend , vielästig, Aste stets gespreizt. Blätter
in der Breite sehr TCränderlich , auf Garfenlande bis 3" breit und 4" lang (». latifolia Chi.
han. das.), an Wegen .luf magerm Boilen meist nur '/j" '"<^'' """l grösstenlheils ganzrandig
(v. tenuifolia das.), am Seestrande oft mehlig- schülferig; ferner bald sämmtlich wechsel-
ständig, bald die unteren gegenständig. Fruchtdeckc bald glatt, bald mehr oder weniger
weichstachelig.
5. A. litorale. Strand • Melde, Äste aufrecht- abstehend
oder abstehend; Blätter lanzettförmig- lineal oder lineal, beiderseits ver-
schmälert, verloren fein gezähnt oder ganzrandig; Fruchtdecke eirund-
3 -eckig, gezähnt und weichstachelig.
LiNN. Sp. pl. 1494. Chi. hau. 469. Koch Syn. II. 703. Fl. dan. 1. 1287.
Engl. bot. t. 708.
Am ISord- und Ostseestraude und auf den nahe gelegenen Inseln, auf
salzhaltigem, nassem oder sumpfigem Boden, sehr häufig. Juli bis Sep-
tember. — September, Octolier.
466 CHENOPODIEAE. Atriplex.
Siengel 1 — 2' hoch, aufrecht , ästig. Ulallcr beiderseits grün. 2" lang. 2 — 3'" Ineit.
»ariiren fast doppelt so breit und buchtig- gezähnt (v. siniiata Chi. han. das.). Ähren schLnk,
fein, meist gestrecl^t- gerade, seltener schwach bengig. Fruchlljnäuel von einander entfernt. —
Nähert sich im Gesanimlansehen <Ier schmalblättrigen Form der lorhergelienden Art.
6. A. latifoliiini. Breitblättrige Melde. Lntere
Äliic sperrig abstehend, oft gegenständig; untere lllätter 3- eckig-spiess-
förmig , geschweift oder seichtbuchtig - sägezähnig , obere lanzettlich-
spiessförmig, ganzrandig; FrucLtdecke eirund-3-ecliig, ganzrandig oder
gezähnelt.
Chi. han. 468. Koch Syn. II. 702. A. latifolia ß. elalior Wahlenb.
Fl. suec. II. 606. A. patula Sm. Fl. brit. lil. t. 936 (Übergang in c.). Fl.
daii. t. 1285. A. bastata Schk. Handb. IV. 334. T. 348.
b. niicrocarpuni. Die klein Jrüchtige. Fruchtdecke kaum grösser
als die Samen.
Chi. han. das. liocH das. A. microsperma Waldst. et Kit. PI. rar.
Hung. III. 278. t. 250.
c. salinum. nie salsliebende. Blätter stärker bucbtig- sägezähnig,
bald mehr bald weniger blaugrau - schülferig.
Koch das. A. latifolia v. maritima Chi. han. das. A. latifolia Wah-
LENB. das. A. laciniata Schk. das. T.349.
Auf Gartenländereien, an Wegen und auf Schutt, auf etwas feuchtem
ammoniakhaltigem Boden, ziemlich häufig eingebürgert; b. auf salzhalti-
gem Boden an dem Nord- und Ostseestrande und bei Salinen. Juni,
Juli. — August, September.
Stengel 1 — 2' lang, anfrecht oder liegend. Blätter meist gegenständig , an der Hauptart
hlassgrün, oft mit Ausnahme der beiden Spiesszähne ganzrandig, an der Spielart c. dick-
lich. Fruchttragende Ähren aufrecht, Fruchthnäuel etwas gesondert, Frucktdecke eirund-3-
eckig, fast 3 -eckig und selcht - herzförmig- 3
Bemerk. Dass A. lacimata Schk. T.
Koch 702. unten), ergiebt sich ans den nid
deren lang und fein zugespitzten Sägezähnen,
3- eckig und ganz nicht rautenförmig und 3-lappig ist.
*«. A. liai^tatlllll. GeSChlitaite Melde, Untere Äste sperrig
abstehend, Blätter geschlitzt-sägezähnig, untere dreieckig- lanzenfürmig,
obere lanzen-lanzettförmig; Fruchtdecke herzförmig -3 -eckig, eingeschnit-
ten-gezähnt mit pfriemenförmig zugespitzten Zähnen.
LiNN. Sp. pl.l4ü4. Koch Syn. II. 703. Stirm Deutschi. Fl. 11.79.
Keichenb. PI. crit. I. t. 16. Fl. dan. t. 1638.
An Wegen und auf Schutt, auf arainoniak- oder salzhaltigem Boden,
sehr selten (iWA. W^arnemünde, IVcustrelitz am Zierkersee bei der Bleiche,
am Eibufer — ; Pr. Salzwedel). Juli, August. — September.
Der brcitblältrigen Form von A. 4. und auch A. 6. ähnlich, durch die auffallcDde Frucht-
bildung aber sehr ausgezeichnet. Blattränder tiefer als bei sämmtlichen übrigen Arten aus-
geschnitten und die Zähne, schmal nud lang zugespitzte, meistens bogige Zipfel bildend.
■■ Lappen der weiblichen Bluten bis zur Hälfte verwachsen, an der Basis knorpelig.
•8. A. laciniatiam. X^appige Melde. Blätter buchtig-
gezähnt, schwach spiessfömiig, unterseits silberweiss - schülferig, untere
rautenförmig -3- eckig, obere spiessförmig-länglich; Blütenähren dicht,
Fruchtdecke spiess- rautenförmig, oder fast 3 -lappig, mit oder ohne
Zähnchen.
LiNN. Sp. pl. 1494. Koch Syn. II. 703. Sturm Deutschi. Fl. H. 80.
Am Nord- und Ostseestrande, auf fettem Schlickboden, selten {Ol.
Ander Jade bei Stollham, am Ilobendcich — ; Hl. am Elbuferlliisse bei
Blankenese und Nienstädten — ; Jtffc. Warnemünde — ; Pr. bei Halle an
■ der Salzke und am salzigen See Ton Leyss. u. Spreng, angegeben, von
ckig al,
.ändei
nd.
t9. hier
her u
nd ni
cht
zn A.
8.
gehe
,rt (vergl.
gezähr
iten.
sond
ern
säge/
;ähn
igen
Blattern,
nd .or
allen
1 der
Fri
uehtdeckc
:, di
e eirund-
Runiex. POL.YGONEAE. 467
Garcke aber nicht gefunden und daher zweifelhaft). Juli, August. —
September.
Stengel 1 — 1 '/j' Uocli , liegend oder ansteigend, »icl- und langäsdg, nebst den Blat-
tern meblig-sduijipig. Blätter variiren tiefer l.iicLtig - gczälint, oljcrscils blassgrün oder grau-
grün. Blülenäbren walzenförmig, dicklich und gedrungen, Fruclilibren dagegen durch häu-
figes Feblscblagcn von Blüten nnterbrocbcn. Fruchtdecke durch 2 starke Seitenzabne fast
y-lappig, mit vorgezogenem uiiltlcrn Lappen.
9, Ao roseiim. ^tern- JüKelde. Aste aufrecht -abstehend
oder abstehend; Blätter rautenförmig -eirund oder eirund, buchtig-un-
gleichzähnig, spitz, untcrseits silbervi eiss -schülferig ; Blütenähren unter-
brochen; Fruchtdecke rautenförniig-3- eckig, spitz gezähnt.
LiisN. Sp. p1. 1493. Chi. han. 467. Koch Syn. II. 703. Schk. Ilaudb.
IV. T. 350. Sturm Deutschi. Fl. II. 80. Fl. dan. 1. 1284 (A. laciniata).
Engl. bot. t. 165.
An Wegen, Hecken und auf Schutt, auf ammnniakhaltigem Boden,
im südlichen Theil des Gebiets häufig, im mittlem und nördlichen selten
(hier Pr. Wcsterhausen — ; Hs. Cassel, Steinlirüche am Kratzeuberge — ;
Un. Görsbacher Gasthof im Hohnsteinsehen. Rennau im Lüneburgschen — ;
Br. Königslutter — ; Hl.; Mk. Prilhvitz, Neuburg, Jabel bei Lübtheen).
Juli bis September. — September, October.
Grösse, Gesauinitansehen und Farbe der vorhergebenden Art, Blatlslicle um die Hälfte
kürzer. Bialler gleichsam ausgenagt- buchtig, bisweilen auch auf der obern Seile silbcr-
schnlferig. Ähren kurz, steif, beblättert. Früchte grösser, am Rande gezähnelt und auf
der Flache mit kurzen stumpfen Wcichstacheln beselzt.
GM n'MRBZ.1 CHJES.
technisches* ^rt. 2 — i. 6. 7. können zur Gewinnunr/ ron Polt-
asche, und Art. 5. 8.9. zur Geivinnwiff von Soda benutzt werden.
ÖTeonontiSCheSt A.l. vorzüglich, weniger die Art. 3. 4. 6. xind
als Gemüse geniessbar.
liXlLTIII. POIiYGOJVEAE.
JUSS. Gen. 82.
Gesclileclitsdeclie nnterstäiulig, tief 3-, 5-, 6-theillg, In der
Kno.spenlage gesehindelt. Staiibgefässe der Zahl nach meistens
beständig, der Basis der Gesehlechtsdeekc einzeln oder paar-
weise vor deren Theilen eingesetzt. Fruchlknote frei, 1-lache-
rig, 1-eiiff mit aufrechtem Eichen. Griffel 2, 3, selten 4 oder
sitzende Narben. Frucht eine weiche, häutige Nuss oder horn-
frueht, nackt oder von den innern Lappen der Geschlechts-
decke umgeben. Keim umgekehrf, bald gerade bald gekrümmt,
in oder am mehligen Eiweiss liegend. — Blätter mit wenigen
Ausnahmen wechselständig, die Blatthälften in der Knospenlage
gegen die Mittelrippe eingerollt. Blattstiele mit scheiden- oder
tutenförmiger Basis.
Vorkommen. Die mehrsten Arten bodenvag, einige Vorliebe für
alkalihaltigen Boden zeigend, andere an Salzgehalt des Bodens gebunden.
Gehalt. Die einheimischen Gattungen ausgezeichnet durch reichen
Gehalt an Oxalsäure und Kali, namentlich saures kleesaures Kali in den
Blättern einiger Arten. In den fVurzeln Gerbe- und Gallussäure, auch
kleesaurer Halk. Die Samen reich an Stärke.
1. RVPnEX.. jLJtEPvmn,
L.I1VN. Gen. n. -khX.
Geschlechtsdecke tief 6-theilig, innere 3 Lappen grösser
468 POIiYGONEAE. Rnmex.
an einander IJpffend, mit der Frucht forlwaclisend und diese
(als Fruchtdeeke) einschllessend. Staubgefasse (i^ paar^veise
vor den 3 äussern Lappen. Griffel 3, mit pinselförmigen i>ar-
ben. Häutige, 3 -kauf ige Nuss. Geschl. Syst. VI. ö.
Ein- (A.8.) oder mcliijälirige (Art. 1 — 7. 9 — 11 .) aufrechte, meistens
ästige, unbehaarte Kräuter, selten Stautlen. Rlätter ^vechselständinJ, ganz.
Webenhlätter zu einer häutigen ofienen oder einer tutenförmig geschlos-
senen Seheide Terwaehsen. Blüten gestielt, in rispige Trauben l»ilden-
deii Quirlen.
j- Blüten Zwitter oHcr lieleliig. Blatter weder spless- noch pfellförraig.
• Quirle in der Rcifzeit gedrängt.
1. R. aqiiaticiiiü. Jf^asser-JLmpJ'er. Wurzclhlätter aus
breit herzlömiiger IJasis eirund oder länglieh, spitz mit zusammengezo-
gen-rinnigem lUattstiele; innere Lappen der Fruchtdeeke herzförmig-
eirund, spitzlich, ganzrandig oder schwach gezähnelt, ohne Schwiele.
LiNN. Sp. pl. 479 ( accumulativ mit verwandten Arten). KoCH Syn. II. 707.
Sturm Deutschi. Fl. 11.74. Keicuenb. PI. crit. IV. t. 369. Uavne Arz-
neigew. XIII. T. 4 (links). R. latifolius Chi. han. 478.
An Flüssen und Gräben, auf Lehm-, Sand- und Sumpfboden, liäufig.
Höhe 2 — 3'. Blatter gegen den Blattstiel breit - 3 - eckig zunehmend nnd nur scLwacli,
oft gestutzt herzförmig, am Bande meist wellig. Trauben rispig, ohne Blatter.
«. R. llydrolapathum. Miesen. Ampfer. Blätter läng-
lich-lanzettförmig, zugespitzt und in den oberseits tlaehen Blattstiel ver-
schmälert; innere Lappen der Fruchtdecke eirund- deltaförmig, ganz-
randig oder an der Basis kerbig-gezähnelt, sämmtlich mit einer Schwiele.
IluDS. Fl. angl. 154. Koch Syn. II. 707. Sturm Deutschi. Fl. H. 73.
Reichenk. PI. crit. IV. t. 370. Hayne Arzneigew. XIII. T. 4 (rechts). R.
aquaticus LinN. Fl. snec. 117 (nach Ausweise von EllRHART zu LlNNEs Zeit zu
llpsala eingelegter Exemplare). Chi. han. 477. Engl. bot. t. 2104.
X R. aquatico-Hydrolapatluini. Wasser. JRiesen-
JBastar dampf er» Wurzelblätter länglich, spitz oder stumpf, an
der Basis schief abgerundet oder herzförmig mit schwach rinuigem
Blattstiel- meiste Blüten unfruchtbar.
R. aquaticus t. heterophyllus Chi. han. das. R. heterophyllus Schweig.
Fl. starg. Suppl. 21. \\. maximus Schreb. in Schweig, et Körte fl.
erlang. I. 152. Koch Syn. das. Sturm Deutschi. Fl. 11.73.
An stehenden 'Wassern, Teichen und Gräben, auf Sumpf- und Sand-
boden, häufig; die Bastardform selten und stets in Gesellschaft der Stamm-
eltern {Mli. rSeustrelitz bei der Bruchstrasse, IVeubrandenburg im Brü-
der- und Werderbruch — ; Hn. Hildesheim. Dümmersee bei Lembruch in
der Grafschaft Diepholz — ; Hs. im Kann bei Allendorf—; Pr. Uerir-
gen Wallr.). Juni bis August. — August, September.
Höhe bis 6'. Stengel steif aufrecht. Blätter steif, am Rande kurz ausgenagt- wellig,
unterseits meergriin , unterste bis 2' lang, an der Basis oft ungleich. Trauben rispig, ler-
haltnissmassig kurz, sehr gedrungen und ohne Blätter. — Die Bast.irdforra durch seltenes
Vorkommen in Gesellschaft der Stammeltern, die schwankende Bildung und das Fehlschlagen
der mehrslen Bluten wohl hinlänglich als solche bezeichnet.
3. R. domestiCIlS. Maus. Ampfer, Wurzel- und un-
tere Stengelblälter aus eirunder oder schwach herzförmiger Basis läng-
lich oder breit lanzettförmig, gegen den Rand wellig und Kraut mit fla-
chem schmal gerändertem Blattstiel, innere Lappen der Fruchtdecke rund-
lich-herzförmig, ganzrandig oder kerbig-gezähnelt, sämmtlich ohne oder
mit einer schwach ausgebildeten Schwiele.
Hartm. Scand. fl. ed. I. 148. Roch Syn. II. 706. Reichenb. PI. crit.
IV. t. 345. R. erispus v. latifolius Chi. han. 478.
Rumex. POtTCOMEAE. 469
An Flussufern {IIb. und Hn. am Unterlauf der Elbe und auf den Elh-
inseln). Juli, August. — August, September.
Steif aufieclit, bis 5' lioch , Breite der Bläller oft 6". Trauben rispig, obne Blätter.
Hat einerseits (las Aoseben eines üppig ausgebildeten, zu doppelter Hohe gela
crispiis ,
ie ich diesen im Scblamme der Eibinseln, wo Strandgewäcbse des Binnenlan.les
nicbl selten zu einer doppelten nnd 3 - fachen Höhe und Stärke gelangen, öfters gclroffen
habe (vergl. Chi. hau. 479. R. crlspns Bemerk, "i.). Andererseits ähnelt er dem R. aqua-
licus , besonders hinsichtlich der Lappenbildung der Fmchtdecke. Es sind Untersuchungen
HÜnscbensTrertb, ob er eine Bastardform der benannten Arten sey.
1. R. CrispUS. MraUSer JLmpfer, Blätter herzförmig-
liinglicb oder lanzettförmig, gegen <len Hand wellig- kraus ; innere Lap-
pen der Frucbtdeckc rundlicb- eirund, etwas berzförmig, ganzrandig oder
an der Basis gezäbnelt, einer oder sämmtlicb mit einer Scbwiele.
LiNN. Sp. pl.476. Cbl. ban.478. Roch Syn. II. 706. Sturm Deutscbl.
Fl. H.73. REictiENB. PI. crit. \I. t. 576. JFl. dan. t. 1334. Engl. bot.
t. 1998. Hayne Arzneigew. XIII. 3.
Au Wegen, Acberrainen, Flussufern und auf Wiesen, auf Boden
jeder Art, bäufig. Juni bis August. — August, September.
Gewöhnliche Höbe 2 — 3', die an Lfern oft bis h' zunimmt. Blätter durch die Kraus-
randigheit ausgezeichnet, an der Basis zurückgeschlagen herzförmig und meistens ungleich,
unterste nicht selten 1 — IV4' lang und vcrhältnissmässig sehr breit. Trauben ziemlich ge-
diängt, ohne Blätter.
" Quirle in der Reifzeit gesondert.
5. R. obtusifoliiiis. Stumpfhlättriger ^Ampfer.
Lntere Blätter berzförmig- länglicb, stumpf o<ler kurzspitzig, obere lan-
zettförmig; innere Lappen der Gescblecbtsdecke zur IVeifzeit eirund-3-
eckig mit pfriemenlörmig zugespitzten Zäbnen und vorgezogener läng-
Hcber stumpfer ganzrandiger Spitze, sämmtlicb mit einer Schwiele.
LiNN. Sp. pl.478. C!il.ban.479. Rocu Syn. II. 70-5. Sturm Deutschi.
Fi. 11.73. Beichenb. PI. crit. t. 366. Engl. bot. 1. 1999. Hayne Arznei-
gew. XIII. T. 1 (links).
b. sylvestris. Uer ivaldständige. Höher und üppiger, W^urzel-
blätter breiter und stumpfer, innere Lappen der Fruchtdecke kleiner
und weniger gezahnt.
Cbl. bau. das. liocH das.
X R. criaiio.obtiisifoliui^. Kraus.stumpf blättriger
Bastar dampf er, BläHer etwas schmäler und spitzer; innere
Lappen der Fruchtdecke herzförmig- eirund , oft kürzer gezähnt, mit
kurzer ganzrandiger Spitze.
B. obtusifolius v. owlapathum Chi. bau. das. B. pratensis Mert. u.
Koch Deutscbl. Fl. 11.609 Koch Sjn. das. Fl. dan. t. 1335 (B. ob-
tusifolius). B. oxylapathum Hayne Arzneigew. XIII T. 2 (Blätter sämmt-
licb zu lang und zu schmal gezeichnet).
An Wegen, Ackerrainen, Hecken und Gräben, auf Boden jeder Art;
b. in Waldungen auf etwas feuchtem schattigem Boden; die Bastard-
form meist auf etwas bumosen Wiesen, sämmtlicb häußg. Juni, Juli. —
Augtist, September.
Hohe 2 — 3', der Spielart his 4'. Ändert ah. mit langem und kurzem, rundlich -stum-
pfen, kurz spitzigen und gespitzten Blättern, deren Adern bisweilen in rothe Färbung über-
gehen und mit Geschlechtsdecken, »on deren I..appen nur einer schwielentragend ist. Trauben
iinbeblättert. An den Trauben der Spielart b. stehen, in Folge des gestrecktem 'Wuclises,
die Ulutenquirle entfernter und sind weniger rcicbblütig. — Meine Beobachtungen reichen nicht
bin, um mich mit Sicherheit über die hybride Abkunft aussprechen zu können. Die Bildung
und deren Schwanken spricht dafür, da» häufige und fruchtbare Vorkommen dagegen. Hic
liappen der Geschlechtsdcckc sind breiter und kürzer als an R. obtusifolius und deren Zähne
meistens weniger grannenarlig zugespitzt. Diese Gestaltung bleibt sieb iber nicht gleich,
470 POliYGONEAD. Runiex.
Imlcm aiicb Escniplare mit scliinälcrn iiiid i;iiigsi>itiigcr gciälinten liappen TOrkoinmca , so dass
ciuUicIi kamn ein Uiilcrstliieil lilciht. Alsdann kann man sich nur an die etwas langem und
spllzigoin Bllittcr hallen, die indessen bei 11. ohiusil'olius nicht minder vorkommen. Ent-
weder niuss man also eine scluvache hjhride Einwirkung unter vorwaltender Rückkehr zur
Stammart annehmen, oder die rflanzie für eine Spielart >on R. ohtusitolius halten.
G» R. ueniorosiis. J¥^alil-A.ntpfer» Stengel last stiali;
Zweige aiilVecht- abstehend, Wurzelblätter herzJ'oriiiig- länglich, ruiullieli-
stiintpf mit oft etwas geigenförmiger Rasis; innere Lappen der Friicht-
decl^c zur Frnihtzeit lineal -länglich , stumpf und ganzrandig, meist einer
mit einer Schwiele.
ScHRAD. in WiLLD. Knum. hört, bcrol. 1. 3Ö7. Chi. lian. 479. R. san-
guineus ß. viridis Sm. Fl. brit. l. 390. F.ngl. bot. t. 1533. Kocu Syn. II.
705. Sturm Deutschi. Fl. II. 73. R. IMemolapathum REiciiiii\B. PI. crit.
IV. t. 367 (des winkelig gebogenen Stengels, der fast sperrig abstehenden Äste und silmiut-
licb beblätterten Quirle wegen fast mehr zur folgenden als zu dieser Art sich hinneigend).
Fl. dan. t. 2:229
In Ilainen und lichten Waldungen, auf feuchtem Roden, sehr häufig.
Juni bis August. — August, September.
Höbe 1 'A — -Vi'' ""' gestrecktem schlankem Gesamnitansehen , gesättigt grün, an
Waldrändern der Sonne ausgesetzt nach oben zu sieb rölhend. Quirle in '/.^ zölliger Ent-
fernung getrennt, «euighlütig, nur der untere Theil der Trauben beblällert. Die \ioIet-
adrige Spielart (R. sanguincus E.) im Gebiete nicht vorkommend. Indem EiNNEE durch
die Hinzufügung „Habilat in Virginia" nur jene Spielart mit dem Kamen U. sanguincus be-
xtichnet, möchte ich es vorziehen, den SCHRADERschcn Namen beizubeh.illen. — Obgleich
nur ein Eappen eine starke kugelige Schwiele trägt, so Iriflt man doch häufig Ejcmplarc,
die an einem zweiten Eappen eine kleinere unausgebildete Schwiele tragen. Es ist daher
leicht möglich, dass DOLI, Rhein. Fl. 306. mit Recht diese Art mit der folgenden ver-
bindet, indem die allerdings aullalleudcn Abweichungen im Wüchse des R. nemorosus Folge
des Standorts zwischen Gebüsch seyn können, wodurch sicts die seilliche Ausbreitung be-
schränkt wird.
9. R. congloineratus. GeTcnäuelter ^mpj'er. Sten-
gel winl;eiig gel>ogen , Zweige weit sperrig aiistehend ; V\ ur/.elblätter
herzförmig- länglich, spitz oder stumpf, selten mit scliwach geigenförmi-
ger Rasis; innere Lappen der Fruchtdecke lineal - länglich, stumpf und
ganzrandig, meist sämmtlich mit einer Schwiele.
Murr. Prodr. 11. goctt. 52. Koch Syn- H. 704. Sturm Deutschi. Fl.
11.73. Fl. dan. t. 2228. R. glomeralus Rkichenb. PI. crit. IV. t. 368. R.
acutus Sm. Fl. brit. I. 391. Engl. bot. t. 724. Chi. hau 480. R. ]>icmü-
lapatiium Fhrh Reilr. 1. 181.
An Flussufern und Gräben, an Wiesen- und Aclicrrändern , häufig.
Juli, August. — August, September.
Vcrgl. die vorhergehende Art, von welcher diese ausserdem durch Quirle abweicht, die
fast alle beblättert sind. Doch kommen auch hlervou Abweichungen vor, und die Eappen
der Fnichtdecke sind keineswegs immer sämmtlich mit ausgebildeten Schwielen verschen, wie
schon die EllKHAKTscben Exemplare im Pbvlopbyl. n. 94. nachivcisen. Sollte sieh Doi.l"s
Ansicht bcsläligen, so wird der EllRHARTsche ]>anic herzustellen seju. — Im Sonnenbrände
findet man nicht selten das Adernetz mehr oder weniger rolh gefärbt.
8. R.iuaritiiuiis. GoUlgrüner A.tnpfer. Rlätter lan-
zetilörmig -lineal, in den RIattstiel verschmälert; i(Jiuirle sämmtlich be-
blättert, innere Lappen der Fruchdccke fast rautenförmig, beiderseits
Lorstenförmig gezähnt mit lanzettlich vorgezogener, ganzrandigcr Spitze,
sämmtlich mit einer Schwiele.
LiNN. Sp. pl.478. Chi. han. 480. Koch Syn. 11. 704. Schk. Handb.
LT. 100. Sturm Deutschi. Fl. 11.73. Fl. dan. t. Ir2()8. Engl. bot. t. 725.
X R. congloiiierato.iiiaritiniii». GeTcnäuelter-goUl'
grüner Mastardatnpf er» Rlälter lineal-lanzelÜ'örmig; untere
Rumex. POI.YGONEAE. 471
Quirle beblättert; Lappen der Friichtcleclie eirund -länglich, borsten-
förmig- gezähnt mit lineal-länglicher, stumpfer, ganzrandiger Spitze.
R. niaritlmus v. viridis Chi. han. das. l\. palustris SiM. Fl. Init. I.
394. Koch Syn. das. Sturm Deutschi. Fl. das. Engl. hot. t. 1932.
An Teichen, Pfützen und Gräben, auf sumpfigem Boden, liäuflg; die
Bastardform nicht selten (diese 3Ih. Malchin vor dem Kaldcrschen Thore;
Hb.; Uli. Wulsdorf bei Bremen, Düren bei Hannover — ; Pr. Grenze
der Halle'schen Fl. bei Leutzsoh — ; Pr. fV. Münster). Juli, August. —
August, September.
Höhe 1 — 'i'. sehr ästig, gelbgrün, lur Reifzeit von weitem fast golilgelb. Quirle
reichblülig, nach oben ährig gedrängt, säinmtlich von langen, schmalen Blättern unterstützt,
I^appen meistens mit "2, seltener 4 Zähnen an jeder Seite. — Die als Bastard anfgeführle
Form stets in der INähe von R. maritimus nnd in mehrern beobachteten Fällen auch mit R.
eonglomeratus zusammen angctrofl'eu , meistens höher als jener, grünlicher und zur Rcifzeit
grünlichhraun, Blätter grösser, unterste oft mit herzförmiger Basis, Quirle entfernter, weniger
vollblütig und die ohern meist ohne Blatter, Früchte kleiner, Zähne der I^appen kürzer,
meist '- oder 3 an jeder Seite. — Die Bdstarderzeugung ist wahrscheinlich, doch weiterer
Prüfung zu empfehlen. Bestätigt sie sich nicht, so ist R. palustris Spielart von R. mariti-
mus , denn ich habe die entschiedensten Übergänge der Fruchtbildung verfolgt.
ff Blüten zweihäusig oder v i e 1 e h i g. Blätter spicss- oder pfellformig.
* 9. R. sciitatusi. SchildjTörmiger JLntpfer, Blätter
spiessförniig- eirund und fast geigentörmig; innere Lapi)en der Frucht-
decfce rundlich-herzförmig, ganzrandig, ohne Schwiele, äussere Lappen
anliegend.
LiNN. Sp. pl.480. Koch Syn. II. 707. Sturm Deutschi. Fl. H. 74.
Blackw. Herb. t. 506.
In Gebirgsgegenden, auf steinigem Boden, sehr selten verwildert {Pr.
Höxter am lleiligengeistholze). Mai bis Juli. — August.
Stengel rasenarlig aus liegender Basis ansteigend, knieig - beugig , nebst den Blättern
blangrau- duftig. Letztere lang gestielt, saftig, so breit als lang. Blüten zu 3 oder 4 in
Ualbquirlen. I^appen der Fruchtdecke grünlich mit blassrothem Saum.
10. R. Acetosa. Genteiner Ampfer * Blätter pfeil- oder
spiessförmig. Scheiden mehrfach geschlitzt; innere Lappen der Frucht-
deche herzförmig-rundlich, fast ganzrandig mit schuppenförmiger abwärts
gerichteter Schwiele; äussere Lappen zurüchgeschlagen.
LiNN. Sp. pl.481. Chi. han. 481. Koch Syn. IL 708. Sturm Deutschi.
Fl. H. 74. Swensk bot. t. 190. Engl. bot. t. 127. Hayne Arzneigew.
XIII. T. 6.
Auf Wiesen, Weiden, in Grasgärten, auch in lichten Waldungen,
auf humosem feuchtem Boden, sehr häufig. Mai, Juni, oft zum zweiten
Mal im August. — Juli bis September.
Höhe 1 — 'i'. Äste fast aufrecht. Blätter in der Form abändernd, am Rande schlicht
oder wellig, von angenehm sanerm Geschmack. Rispen ohne Blätter, Blüten rosenrolb,
Lappen der Geschlechtsdccke gross, durchscheinend -häutig.
11. R. arifoliiisi. Amnihliittriger A.ntpfer. \SAMXitv
spiess-pfeilförmig, an der Basis fast regelmässig 5 — ■7-nervig, mit schup-
penförmiger abwärts gerichteter Schwiele; Scheiden ganzrandig; innere
Lappen der Fruchtdecke herzförmig -oval, fast ganzrandig, äussere Lap-
pen zurückgeschlagen.
Allion. Fl. pedem. IL 202. Koch Syn IL 708. W. Acetosa v. ari-
folia Chi. han. 481. R. Acetosa c). et f. Linn. Sp. pl. 481. Bocc. Mus.
t. 127.
Im Harzgebirge sehr selten (nur Pr. am Brocken). Juni, Juli. —
September.
Gesamuitansehen der ^orhergehende^ Art, und ul> lon dieser wirklich spccifisch vcrschie-
472 POIiYGONEAE. Polygonuni.
•Ich, ist der wellcrn Prüfung l.e.Iiirftig. Die angegebene IXer.enbildung der BliiHcr ist im
Wcsenlliclieo bei U. Acetosa dieselbe, nur isl sie bei diesem weniger sebarf und regulair
ausgedrückt.
««. R. Acetosella. Kleiner A.mpfer, Blatter sj>i.ss-
löiinig-lanzeltlich mit Vfischinalfiuns über der Itasis oder fast lineal;
innere Lappen der Fruclitdeclie rundlich - herzlürniig, ganzrandig ohne
Schwielen, äussere Laupen angcdrücht.
LiNN. Sp. pl.481. Chl.han.481. Kocii Svn. II. 710. Sturm Deutschi.
Fl. 11.74. Fl. dan. t. 11(51. Engl. bot. t. 1674.
Auf Äckern, Brachen und Triften, auf hunios -sandigem, sandigem
und Sandhoden, sehr häufig und meist schaarenweise. April bis Uerbst. —
Juni bis Oetober.
Wurzel liriechend. Hohe 4" bis l'/j'. Blätter raanniebfacb veränderlich, auf Brucb-
boden oft bis ins fast Fadenförmige sieb verscbmälcrnd (v. linifolia Chi. lian. 48'i.) in an-
dern Fällen bandförmig zerscblitit (V. fissus KoCH das. 709.) u. s. w.
GM n^JERUljICHMS.
Pharmaceutisch-JULedicinisches» f'on ^i.5. die fl'urzcl
(GoEiii-L H'uarenk. II. T. 12. F. 2.) of/icinell (Badix Lapathi). ^n-
wendniifj in ^Ibkncliinif/ als Trank, auch äiisserlicli zu ff^uschunfjen,
die f'ristiie ycschabte fViazel mit Rahm zu Salbe gemacht besonders bei
Thieren (/etjen Ilautanssehläge, Krätze h. s. w. Die verwandten .^rtcn
können mit demselben Erf'olife zur Anwendung kommen. Die frischen
Blätter der Art. 9. 10. antiscorbutisch , auch ein vorläufiges Gegenmittel
gegen f'erf/if'tuug mit Euphorbia, Daphne, Arum.
VechnischCSt Art. 9. 10. lu»- Gewinnung von Sauerkleesalz an-
wendbar (500 Pf. frische Blätter von A. 9. lieferten 4 Pf. Sah). Sämmt-
liehe Arten der Abthcil.l. des Gehaltes an Gerbestojf wegen zum Bruun-
und^^Sehwarzf'ärben anwendbar.
ÖJeonomiSCheS, A.IO. und in manchen Gegenden auch A. 9. be-
kanntes Gemüse und Gewürz an Sujipeti, Saucen, Salat. Auch die jun-
fien Blätter der Art. 3 — T. können als Gemüse genossen werden. Das
rieh frisst sämmtlichc Arten gern. A. 12. ist auf sandifjen Äckern ein
lästiges Unkraut.
«. POIiYGO^UJfl. KJyÖVJEUMCU,
I.INIV. Gcu. n. 41)"j.
Geschlechtsdecke 5-sj)allig inil 2 äussern und 3 (seilen 2)
hinein Lai^pen. Slauhgefässe (5—8, seilen 5 oder 9. Narben
2—3, von der bleibenden Gesehleehtsdeclic umgeben. Gesebl.
"Ein- (Art.3 — 11.) oder mehrjährige (Art. 1.2.) Kräuter, selten Stauden.
Blätter wechselständig, gestielt oder sitzend, ganzrandig oder ausge-
schweift, auch wohl krauswellig. ISebenblätter zu einer häutigen Scheide
verbunden. Blüten blatt- oder deckblattwinkelsländig, büschelig oder
quirlig, zu Ähren, Trauben oder Bispen vereinigt.
f Endständige Äbre auf einfachem Stengel.
1. P. Bistorta. Nattern.KnÖterich. Lntcre Blätter herz-
förmig-länglich, wellig, in den gellügelten Blatlsliel herablaufend.
LiNN. Sp. pl.516. Chi. han. 472 Koch Syn. U. 710. Fl. dan. t.421.
Engl. bot. t. 509. IIavne Arzneigew. V. T. 19.
Aufwiesen besonders in Berg- und Ilügelgegenden, auf feuchtem
oder nassem auch auf torfigem Boden, ziemlich häufig und meist trupp-
weise. Mai bis Juli. — Juli , August.
Stengel 1 '/.j — y bocb, gani einfach, Blätter b<llgriin , nulerseits graugrün. .Ähre »al-
leufurmig, 1— l'/j" lang, dicht. Bluten Oeiscbfarbcn oder hellroscnrolh.
Polygonuni. POI.YGONEAE. 473
ff Enilstänilige Äliroii auf X s t e ii des Stengels.
IS, P. anipliibiiiin. Wechselständiger Knöterich»
Blätter läiiglicli- «der gleiclil>reit-lanzcttt'orinig, kahl, gläiizeiul, am llande
scharf; Älire v, alzentorinig; Itlüteii 5-niännig.
LiNN. Sp. pl. 517. Chi. hau. 472. Schk. Ilandh. I. T. 108. F. 3. Fl.
dau. t. 282. Engl. hot. t. 486. P. ainphihiiim a. natans Roch Syn.II. 711.
b. terrestre. Her erdständige. Stengel aufrecht; Blätter kürzer
gestielt, schmäler, kurzhaarig- scharf.
Chi. han. das. Koch das.
c. inaritimum. Der strandständige. Stengel liegend, wurzelnd;
Blätter wellig.
Chi. han. das. Kocu das.
In Teichen, Grälieii und stehenden Wassern; Ii. auf überschwemmt
gewesenen Gründen, Äckern und in der 1^'ähe von Gräben, auf nassem
lehmigem oder schlammigem Boden; c. anFluss- und Seeufern, auf san-
digem Boden, häufig und meist truppweise. Juli, August. — September.
Die Uaiiptrorm flntend l)is !i' lang. Alire meist einzeln, dick, die der Spielarten dünner.
Blüten .5-miinnig, lielliosenfarlicn. Früclite eif'oriuig, etwas zusammengedrückt, glänzend.
3* P. lapatliifoliiiiii. jA^ntpferblüttriger Knöte-
rich» Blätter eirund, eirund- länglich oder lanzettförmig in den Blatt-
stiel versclimälert und zugespitzt; Ähren länglich -walzenförmig, aufrecht
oder etwas nickend, auf kurzen drüsig -schärflichen Stielen; Blüten 6-
männig.
LiNN. Sp. pl.5l7. Chi. han. 473. Koch Syn. II. 711. Beichenb. PI.
crit. V. t.4y3 (schmalblättrige Form). Engl. bot. t. 1382. P. Pcrsicaria LiNN.
Fl. suec. 130. Wahlenb. Fl. suec. I. 241.
b. nodosuni. Her knotengliedrige. Rnotenstücke nach unten dick
angesehwollen; Blüten kleiner.
Chi. han. das. P. nodosum Pers. Syn. I. 440. Beichenb. Fl. eax.
316. Dessen PI. crit. V. t. 496.
c. inoauum. Der graublättrige. Blätter untcrseits fein graufilzig.
Chi. han. das. Koch Syn. das. P. incanum Schmidt Fl. bah. n.391.
P. tomcntosum Scurakk baier. Fl. 1. 669. P. Pcrsicaria }'. Linn. Sp.
pl. 518.
d. procunibens. Oer niederliegende. Stengel niedergestreckt,
weitschweifig; Ähren eiförmig.
Chi. han. das.
Auf Gartenländereien, Ackern, an Gräben und Wegen, auf etwas
f<>uchtem Boden jeder Art, häufig eingebürgert; b. auf nassem, c. auf
trockenem sandigem Boden hier und da. Juli bis September. — Sep-
tember, October.
Stcngelriclitiiug und Grösse, wie Form der Blätter sehr veränderllcb. I^etztere bald gänz-
üili grün, bald in der Mitte rötlilich, braun oder schwarz bufeisenförniig gefleckt. Farbe
der Ähren blass grüngelb oder blass rosenroth. — Kur durch die mit kurzen Sticldrüsen
besetzten Ahrcnsticle und Kclciie iielfst Scheiden, deren Ränder nur ganz kurze, durch die
Loupe bemerklichc, Spilzchen tragen, lou A. 4. mit Sicherheit zu unterscheiden.
4. P. Persicaria. JPjir sichblättrig er Knöterich,
Blätter länglich- lanzettförmig oder lanzettförmig in den Blattstiel ver-
schmälert und zugespitzt. Scheiden lang gewimpert; Ähren länglich-
walzenförmig, aufrecht oder etwas nickend, auf glatten Stielen, Blüten
6 -männig.
LiNN. Sp. pl.518. Chi. han. 473. Koch Syn. II. 711. Schk. Handb.
I. T. 108 (Same ausgescl.l.). Beichekb. PI. crit. V. t. 491. Fl. dau. t.702.
Engl. bot. t. 756. Hayne Arzneigew. V. T. 22. P. biformc Wahlenb. Fl.
suec. I. 242.
Auf Gartenländereieii, Äckern, au Wegen und Gräben, auf feuchtem
474 POIiYGOIVEAE. Polygonam.
oder nassem Boden jeder Art, weniger häufig als A. 3. Juli bis Sep-
tenihcr. September, Oetober.
,Vcrgl. A.3. ScLlanker und weniger ästig. BlUtler meistens sclimäler. Äbrcnstiele län-
ger. Bluten meistens rosenroth. Bililct cbenlalls die von A. 3. unter c. und d. angege-
benen S|nelartcn.
5. P. mite. HKilder Knöterich, Blätter lanzettförmig,
beiderseits verschmälert, Seheiden lang gewinipert; Ähren fadenförmig,
nickend oder aufrecht, Blüten gesondert, glatt.
ScHRAKK baier. Fl. I. 668. Chi. bau. 475. Roch Sjn. II. 712. Bei-
CHENB. PI. crit. V. t. 493 (P. minus). P. laxiflorum Weiue Bcg. bot. Zeit.
1826. II. 746. Beichenb. Fl. sax. 316.
An Gräben und auf nassen Plätzen, auf sumpfigem Boden, selten ein-
gebürgert, zum Theil auch -»vohl übersehen {ilk. um Dörfer; //«. Gr.
Buchholz, Göttingen, Laar und Nordhorn im Bentheimschen , zwischen
Melle und Kassebroch; Lp.; Pr. fV. in der Senne bei Paderborn — ;
Pr. Stollberg, üalle: zwischen Kröllwitz und dem Donnersbei-ge, ]>aum-
burg im Buehholze, Schulpforte — ). Juli bis September. — September,
Oetober.
IMcbt scliarf scbmccliend. Höbe 1 — 1'//» dünnstengelig, scblank und schmalblättrig.
Scheiden anliegend bcbaart. Blüten rosenroth. Ton A. 4. durch die dünnen Ähren und ge-
sondert stehende Blüten z« unterscheiden, von A. 7. mit Sicherheit nur durch die nicht mit
Drüsen besetzten Blüten. — Ich habe die Ähren (in tJbereinstimmung mit KEICIlENBACirs
Abbildung) häufig aufrecht gefunden.
6. P. minus. Schmalblättriger Knöterich* Blätter
aus rundlicher Basis lanzettförmig-liiieal, zugespitzt, Seheiden lang ge-
wimpert; Ähren fadenförmig, fast aufrecht, locker, Blüten glatt, 5-männig.
lluDS. Fl. angl. I. 148. Chi. han. 47-0. Koch Syn. II. 712. Fl. dan.
t. 2230. Engl. bot. t. 1043. IIa\ne Arzneigew. V. T.21. P. Persicaria
A. angustifolium LiNN. Sp. pl. 518.
In Gebüschen, lichten Waldungen und an Teichen, auf nassem, sum-
pfigem und moorigem Boden, häufig. Juli, August. — September, Oct.
Gesammtansehen von A. .")., jedoch durch die schmal - gicichbreitcn Blatter alsbald zu
unterscheiden. Stengel 10" — l'/.,'boch, dünn, schlank, einfach oder unten ästig. Blätter
fast sitzend. Scheiden behaart. Ähren der A. -5. — Ändert ab mit nnterseits fein grau-
filzigen Blättern.
S'. P. Hydropiper. PfejßTer artig er Knöterich, Blät-
ter lan/.eit- oder lnngiicii-lanzetllöiinig, in din ISIatlsiicl virsehni.ilert
und lang zugespitzt. Scheiden gewiuipert; Ähren schlau" überhängend,
locker, Blüten drüsig -erhaben punctirt.
LiNN. Sp. pl.517. Chi. han. 474. Koch Syn. II. 712. Schk. Handb.
I. T. 108. Beichenb. PI. crit. V. t. 494. Fl. dan. t. 1576. Fngl. bot. t. 989.
An Teichen, stehenden Gewässern und Gräben, auf Boden jeder Art,
sehr häufig. Juli, August. — September, Oetober.
Geschmack brennendscharf. Stengel 1 '/^ — 3' hoch, mit etwas geschwollenen Gelenken.
Biälter mclsl am Bande etwas wellig. Scheiden fast kahl, blulroth, spater braun. Ähren
erst aufrecht, dann in halbem Bogen überhängend. Früchte 3 -kantig, ohne Glanz, etwas
runzelig.
f!f Blut enbüschcl in den B 1 a 1 1 w i n k e 1 n. Stengel aufrecht.
S. P. avicnlare. Vög el • Knöterich, Blätter elliptisch,
spitz oder stumpflich. Scheiden geschlitzt; Blüten 8 -männig.
Link. Sp. pl. 519. Chi. han. 475 (nebst den Formen strictum , crasslcaule, mari-
ilmum, sjlvaticum). KocH Svn. II. 712. Fl. dan. t.803. Engl. bot. t. 1252.
Hayne Arzneigew. A^ t. 23.
Auf Äckern, Triften, Mauern, an Wegen und auf Strassen, auf etwas
feuchtem Boden jeder Art, allgemein verbreitet und oft scbaarenweisc.
Mai bis November. — • Juli bis November.
Polygonuiu. POIiYGOSEAE. 475
Stengel liegend, »ielistig, zwischen dem Golreide meist aufrecht, dicklich fcnrzgllederig.
meist roth gefärbt. Bliltcr 6 — 8'" lang. 3 — 4'" breit, schmäler, fast lineal und stumpf
lariirend. Scheiden silberweiss - glänzend.
Itcnierk. P. «ellardi All. Fl. pedem. II. •iO.S. t. 90. f. 2. Koctt Syn. II. 7ia.
bietet lieinc Kcnnieicbcu dar, wekhe dazu berechtigten, es von der aufrechten und zugleich
schmalblättrigen Form des P. aviculare specifiscli verschiedeu zu hallen.
■v-j-j Blüfenbüschel in den B 1 a tt w i n k e 1 n. Stengel «indcnd.
9. P. CoMvolvulMS. W^indenartiger Knöterich.
Stengel scliarl'kantig, geliiielit; Blätter herz- pleiliörmig, äussere 3 Lap-
pen der Friicbthiiile geKielt.
LiNN. Sp. pl.522. Chi. Lan. 476. Koch Syn. II. 713. Fl. dan. t. 714.
Engl. bot. t.941.
Auf Äckern und Garten'.ändereien , auf Boden jeder Art, ziemlich
häutig eingebürgert.
Stengel 'A — 3' lang, rechts windend , an kleinen Esemplarcn oft kaum windend. BiUten
hängend, grünlich, weiss gerändert, wie an der folgenden Art 8 -männig. Früchte glanzlos.
10. P. dHiiietoruni. Meclcen - Knöterich. Stengel
run«l, gestreift; Blatter lierzförinig-3- eckig; äussere Lappen der Frucht-
decke mit geflügeltem Kiel.
LiiMN. Sp. pl.522. Chi. han. 476. Koch Syn. II. 713. Schk. Ilandb.
I. T. 108. F. 1. Fl. dan. t.941.
Im Gebüsch und an Zäunen, auf feuchtem Boden, besonders in der
Nähe von Wasser, ^veniger häufig als der vorige. Juli, August. — Sep-
tember, October.
Stengel rechts w indend , his 8' hoch. Blüfenbüschel mehr genähert und blütenständige
Blätter kleiner. Bluten wie die der A. 9. gefärbt. Früchte glänzend.
■^■^fff Blütentrauben in den B 1 a 1 1 w i n k cl n , endständige trngdoldig.
11. p. tatariciliii. Tatarischer Knöterich. Stengel
aufrecht; Blätter pfeil -herzförmig; Kanten der Früchte mit lappig vor-
springendem Zahn.
LiNN. Sp. pl.521. Chi. han. 476. Koch Syn. II. 713. Schk. Handb.
I. T.108. F. 2. Gmel. Fl. sib. III. 1. 13. f. 1. Gaertn. Fruct. II. t. 119.
Auf Äckern zwischen P. Fagopyrum und auf Brachen, auf Sandboden
hier und da verwildert. Juli, August. — September, October.
Stengel 1 '/j — 'i' '""^''- B'at'cr denen des gemeinen Buchweizens ganz gleich. Blüten
kleiner, grünlich. Fruchte auf den Seitcnaiichen etwas runzelig.
Pharmaceutisch-Meilicinisches, Von A.l. die fVurzel
offieinell (Radix Bistortae). Vor w altende B e standth. eisenblätiender
Gerbestoff'. Anwendunfj in Substanz tind im Auf'guss bei Bliitunrjen,
Durchfallen u. s. w. A. 2. im Auslande (Lotlirinrjen) als ein sehr ivirk-
sam befundenes Mittel offieinell. Auch A. 7. ist der Beachtung der
Ärzte zu empfehlen; beim Landmann ist sie zur Reiniyunif von Geschwü
ren der Thiere im Hausfjebrauch.
Technisches. iVurzeln der Art. 1. 3. 4. 7. zum Gerben und in
der Järberei zur llerstellunfj brauner und fjclber Farben anwendbar.
ÖJeonomiScheS. fVurzeln der A. 1. und die Samen der milden
Arten, vorzüfjlich der A. 8., liefern ein essbfires Mehl Letztere sind
ein fjutes Futter für Hausfjeflüfjel und Stubenvögel. Die Blätter eini
fjer, namentlich der A. /. , sind jung als Gemüse (jeniessbar. Die mehr-
'sten Arten werden vom f'ieh , besonders den Pferden, gern gefressen.
A.8. soll den Schafen schädlich seyn, während die Schweine fett danach
werden. Sie ist ebeti so wie A. 11., welche als Mehl- u. Grützpflanze auch
cultivirt wird, auf Ackern und A. 10. in Pflanzungen ein lästiges Unkraut.
476 DAPHNEAE. Dapline.
«apbnoideae VENT. Tabl. II. l^'J.
Geschlechtsdeckc röhrig, gefärbt mit 4-,^ selten o-spalli-
gcm Saum, in der Knospenlage geschindelt. Stauhgefässe dem
Schliinde oder der Köhie eingesetzt, mit dem Saumlappcn von
gleicher, oder dopjielter Zahl, selten nur halh so viele. Frucht-
knote frei, l-fjicherig, 1-, selten 2- bis 3-eiig, Eichen hängend.
Ein Griffel mit i Narbe. Weiche JNuss oder Pllaume. Same
ohne oder mit sehr wenigem Eiweiss. Keim gerade mit fleischi-
gen Keimblättern, das Würzelchen zum Säbel gewandt.— Keine
J>ebeid>lälter.
1/^orkoniiuen. Die wenigen Arten des Gebiets lialliiiebeiid.
Gehalt. Durch eine in der ijanzen Familie verbreitete Schürfe (be-
sonders der Fruchtdecke und Samen) austfezeiehnet. Die Rinde ein
scharfes Harz und bei mchrern ein eitfenthiimlicbes bitteres Alkaloid
(Dapbnin) enthaltend. In den Bliitcn ein wohlriechender zum Theil fjif-
tiqer Stoff; in den Samen fettes Ol.
1. DAPH^E. sminmjjBA^v,
LiNN. Gen. u. 485.
Geschlechtsdecke mit 4-spalligem Saum, abfallend. Pflaume
mit weichem oder lederartigem Fleisch. Geschl. Syst. Vlll. 1.
Sträuche mit Wechsel- oder gegenständigen Blättern. liliitcn Llatt-
Avinlicl- und endständig, meistens gehnäuelt.
1. M. JVIezereuin. Genteiner Seidelhast, Blätter kei-
)ig-lanzelt!ich; Blüten meist zu 3, sitzend, weichhaarig, mit eirunden
spitzen Zipfeln.
LiNN Sp. pl. 509. Ciil. han. 459. Roch Svn. II. 714. Schk. Handh.
I. T. 107. a. Ueit. u. Abel Holzart. T. 75. Fl. dan. t. 268. Engl. bot.
t. 1381. IIa^ne Arzneigew. III. T. 43.
In Wäldern und Ilainen, auf lialksteinigem Boden, die Nordgrenze
des Vorkommens in Deutschland in der Glitte des Gebiets (//»i. Süntel,
Deister, Gchrdener Berg im Fürstenthum Calenberg) erreichend, häutig.
März, April. — Juli, August.
Iluhe 2 — y, vor .lern LauLaiisschlage bliilicnil. Äste gcll.licl.aschgraii . glaU und sehr
zalic. Blätter l>ü.scLelig an den Spitzen der Zweige, ganzrandig, kahl, lichtgriin. liliiten
|)firsichhliitcnfai'hen, lietäuhend - wohlriechend. Pflaumen sitzend, brennend rolh. Sehr selten
Blüten weiss und rflauinen gelh.
GJE irjERBLICHJES.
Pharmaceutisch- JtKedicinisches, Rinde (Cortex Mezerci
s. Thymelaeae) und Pflaumen (Semina Cacognidii) officinell. Vor iv al-
tende hestandth. scharfes Harz und Daphnin. Anwenduntf der
Rinde innerlich selten, in sehr kleinen Gaben, iti Abkochunfj oder Pul-
verfortn, tjerjen Haut- und syphilitische lirankheiten; äusserlich um Ab-
sonderung zu bewirken als Kxutorium auf die Haut, auch als Haarseil.
Präparate sind Unguentum Mezerei und Seidelbasttaft, auch Extractum
als Rubefaciens. — ■ tjbriifens ein heftiij wirkendes Gift, besonders die
Früchte.
Technisches* Zweige lind Blätter vorbereitetes Tuch fjelb und
braun färbend, die Früchte eine Malerfarbe liefernd.
ÖTe anomisches» Zierpflanze der Gärten, viegen der frühen Blüte-
zeit geschätzt.
Passerina. DAPEU^EAE. 477
LiNN. Gen. n. 489.
Geschleclitsdecke mit 4-spalfigi;in Saum. IVnss von iler blei-
bendca (ieschleclitstleeke umgeben. GescLl. Syst. VIII. 1.
Sträuclie, selten 1 -jälirige Rräiiter (A. 1.) mit ^vecIlseIstäIldigen Blät-
tern. Blüten hlattwiiiUelständig, einzeln oder gebüult mit kleinen Deck-
blättern.
' 1. P. anniia. Einjährige Spataensunge, Blätter
lineal, spitz, aufrecht- abstehend ; Blüten zu 5, 8 oder einzeln, Zipfel
der Geschlechtsdeclie nach dem Blühen zusammenneigend.
WicKSTR. Act. höhn. 1820. 320. Koch Svn. II. 714. Schk. Handb.
I. T. 107. a. Jaco. Ic. rar. t. 68.
Auf Aeli-ern und Anhöhen, auf trockenem besonders kalkhaltigem son-
nigem Boden, nur im südlichen Theile des Gebiets, die Nordgrenze der
Gesammtverbreitung erreichend, selten (Halle: an Ralkbergen hinter
Bennstedt rechts von der Chaussee, an Weinbergen bei Langenbogen,
Äcker zwischen Wanslcben und Amsdorf, nach Sprengel auch bei Schra-
plati — ; ^/n. Bernburg nach Schwabe). Juli, August. — September.
Stengel '/^ — 1' liocL , steif aufrecht, kahl, einfach oder mit rnthenfdrmigen fast anlie-
genden Asten. Blätter beiderseits verschmälert, nach der Blüte zu allmalig weiter abstehend.
Blüten sehr klein, sehr kurz gestielt, grünlich, behaart, mit 2 kleinen Deckblattern.
liXXX. SA]¥XAIiA€EAE.
Hob. Brown Trodr. 3ö0.
Geschlechtsdecfce oberständig, Saum 3-, 4-, 5-theiHg mit
klappiger Knospenlage. Staubgefässe von gleicber Zabl^ vor
den Lappen der Geselileehtsdecke eingesetzt. Frucbfknote 1-
fäcberig', 2 — 4-, meist 3-eiig. Eichen von der Spitze eines
mittelständigen Samenpolsters herabhängend; Griffel 1. Unter-
ständige ]\uss oder Pllaume. Keim achsenständig, viel kürzer
als das fleischige Eivveiss, das Würzelchen zum INabel gewandt. —
Blätter theils gegen-, theiis wechselsländig, ohne Nebenblätter.
Vorkommen. Die wenigen im Gebiete vorkommenden Arten boden-
vag oder kalkhold.
Gehalt. Fast unbekannt.
1. TH£SIU]?I. EjMENBEiJLW,
J>IN1V. Gen. n. 'J92.
Gesehleehtsdccke glockig- oder gloekig-röhrig mit 4 — 5-theI-
ligem Saum, stehenbleibend und die Pflaume krönend. Staub-
fäden nach aussen bärtig. Geschl. Syst. V. 1.
Mehrjährige Kräuter (Art. 1 — 4.) oder Stauden mit wechselständigen,
schmalen, ganzrandigen Blättern. Blüten ährig, traubig oder rispig.
f. T. lliontaniini. Berg-Jüeinblatt, Wurzel kriechend;
Blätter lineal -lanzettlich, zugespitzt; llispe pyramidenförmig mit abste-
henden Asten, Deckblätter zu 3; Geselileehtsdecke mit glockiger Basis,
nach dem \erblühen ein sitzendes kurzes Kränchen auf rundlich -cllip-
soidischer Frucht bildend.
Ehrh. Herb. exs. n. 2. Koch Syn. II. 716. Reichenb. PI. crit. V.
t. 452. T. linophyllum v. latifolium Chi. han. 460.
b. intermediuni. Das schmalblättrige. Schwächer; Blätter lan-
zettlich-lineal oder lineal, gespitzt; Früchte ellipsoidisch.
T. intermedium Schrad. Spicil. fl. gerni. 27. Koch Syn. II. 716. T.
478 SANTAIiACEAE. Thesium.
liiiopliylluni Chi. Lan. das. Scuk. Ilandb. I. T. 51. Reichenb. das. t. 453.
Engl. bot. t.247.
Auf Gehiigswiesen, Triften und an "V^'aldrändcrn, auf magerm trocke-
nem und steinigem Boden, im nord- östlichen Theile des Gebiets selten
(Mk. Wittenburg), im mittel - östlichen ziemlich häufig (//n. Peine, Win-
dehäuserholz unweit Steigeithal —; ßr. Regenstein, Rosstrappe—; Schv).
Franl>enhausen, Sondershausen, Ilachelbich — ; Pr. amUuy, an der Al-
tenburg bei Quedlinburg, Aschersleben—), im süd- östlichen (Flor von
Ualle) häufig. Mai bis August. — August, September.
Wurzel Hiifcr Einfliiss der IJocIcDhcscliaffcnlicit bisweilen Aiisl-iiiler tieibcnil. Stengel
l)iiscliclig, von 8" bis 1'// bocb, ansteigend oder anfrecl.t, reich beblättert, Blatter gegen
die Basis »ersebinälert . in Breite und Zuspitzung wiriirend, graugrün, später meist gelblicb-
griin. Blutenstand nach unten zu immer rispig, Ästeben zur Ftuebtzeit meistens zwischen
4.iO und 7.'j0, selten fast recht« inkelig abstehend. Blüten mit I üecUhlatt nnd 2 kürzern
Dechbliittchen, kurz gestielt, Basis glockig, oberständiger Thcil der Geschlcchtsdecke ^4
seiner Länge in Zipfel gespalten, diese («ie auch bei den folgenden Arten) Innenseils weiss,
aussen grün. Ich besitze Exemplare, an deren Inflorescenz sich einzelne Bluten ohne die
beiden Deckblättchen befinden.
«. T. ebracteatmn. IfacTcthlütiges Jjeinhlatt, Wur-
zel briechend; Blätter lineal- lanzettlich, zugespitzt; Traube einlach, mit
abstehenden Ästen und blütenlosem Blätterschopf; Blülen 1 - dcclibiältng,
Geschlechtsdecke mit glockiger Basis nach dein Verblühen ein kurzes
sitzendes Krönchen auf ellipsoidischer Frucht bildend.
Hayne in ScHRAD. Journ. f. d. Bot. 1800. I. 33. T. 6. Koch Syn. II.
718. Reichenb. PI. crit. V. t. 457. Fl. dan. t. 1205 (T. pratense).
Grasige Orte und Waldränder, auf trockenem Boden, nur im öst-
lichen Theile des Gebiets und auch da sehr selten (//«. Ilitzacker — ;
Pr. Halle: Allstedt am süd --westlichen und südlichen Rande des All-
stedter Tbeilholzes). Juni, Juli. — August, September.
Von T. monlannm b. intermedium , dessen GcsSnimfansehen es hat, nur durch die ein-
fachere, unten nicht ästige InOorescenz, den ans blülcnlosen Deckblättern bestehenden Blätter-
schopf, der sich jedoch häufig bis auf 2—3 kurze Blätter verliert, und den durchgängigen
Maugel der beiden Deckblättchen verschieden.
3. T. pratense. W^iesen-Xieinblatt. Wurzel spindel-
förmig; Blätter lanzettlich- lineal , gespitzt, Trauben unten rispig- ästig,
mit zur Fruchtzeit wagerecht abstehenden auch wohl abwärts gebogenen
Ästchen, Deckblätter zu 3, Geschlechtsdecke mit rohr.g-glockiger B.-isis,
nach dem Verblühen ein kurz gestieltes Krönchen auf fast kugeliger
Frucht bildend.
Ehrh. Herb. e\s. n. 12. Chi. hau. 461. Koch Syn. 11.718. Reichenb.
PI. crit. Y. t.4.55. , ^„ ., ,
Auf Bergwiesen, auf frischem humosem Boden, im mittlem 1 heile des
Gebiets, am Harze die Nordgrenze der Gesamnitverbreitung erreichend,
nicht häufig (/f.«. am Meisner auf der Höhe, bei Frau -Hollenteich, über
Ludenbach und Uengsterode, Witzenhausen am Hirschberge zwischen dem
Bergwerk und Faulbach, auch am Abhänge gegen Rommerode — ; Schiv.
Sondershausen — ; Br. Blankenburg, Rattenstedt, Hüttenrode, Alten-
braak— ; Iln. Königshof, zwischen Grund und Staufenburg, Osterode—).
Juni bis August. — September, October.
Stengel '/n — 1' hoch, aus gebogener Basis gerade aufsteigend. Gesammtansehen der
kleinern Formen von A. 1. b. Abgesehen von der nicht kriechenden Wurzel, zunächst durch
die sperrige Stellung der Ästchen und schmälere, bisweilen fast fadenförmige Blätter zu unter-
scheiden. Der Blütenbildung nach zwischen jener und der folgenden Art stehend, indem
der oberständige Theil der Geschlcchtsdecke weniger tief, bis auf 2/3 , in Zipfel gespalten
ist , so dass das welke Fruchtkrönchen etwas gestielt erscheint (Sticlantheil kaum halb so lang
als die Zipfelparfie).
Hippopliae. £I.EAe9iAEA£. 479
■4L, T. alpinnni. JLlpen-IdCinhlatt, Wurzel spindel-
förmig; Blätter lanzettlicli-lineal, gespitzt, Traiil)eii meist einfach, sel-
tener unten rispig-ästig, mit zur Fruchtzeit aufrecht-abstehenden Ästchen,
Deckblätter zu 3, Geschlechtsdccke röhrig, nach dem Vorblühen ein län-
ger gestieltes Krönchen auf fast kugeliger Frucht bildend.
LiNN. Sp. pl.SÜl. Koch Syn. II. 718. Scurad. Journ. f. d. Bot. 1800.
I. T.6. F.D. Sturm Deutsch). Fl. H.H.
Das A'orkommen im Gebiete bis jetzt mit Sicherheit nur Pr. am Bro-
cken anzugeben. Juni, Juli. — August.
Grosse und Gesamiiitansehen Her A. 3. , und im Grunde nur durch den längern Röliren-
antheil des obcrsländigen TLeils der Geselilechlsdccke , der eben so lang als die Zipfclp.irtic
ist. von jener verschieden. Die Einseitwendigkeir der Trauhe (und zugleich der Blätler).
welche einige Schriftsteller in die Diagnose aufnehmen, ist nur Folge des iMederliegens der
Stengel, womit natürlich ein Aufwärtsstreben des Blatt- und Ästchenwuchses verbunden ist,
vpodurch die einseitige Richtung entsteht. An den, seltener vorkommenden, aufrechten Sten-
geln (wie sie z.B. STURM abgebildet hat) fällt diese einseitige Richtung gänzlich weg.
T. pratense, meistens mit aufrechtem Stengel vorkommend, hat im liegenden Zustande eben-
falls eine einseitwendige Inflorescenz (wie sie z.B. DÖX.L Rhein. Fl. 309. angiebt, während
er T. alpinum keine Einseilwendigkcit zuschreibt). Es ist daher noch sehr die Frage, ob
nicht T. pratense nur ein in niedrigerer I^age wachsendes T. alpinum ist, worauf weitere
Beobachtungen zu richten sind.
RoB. Brown Prodr. 3öO.
Geschleclitsdecke iinterständig, 2—4-, selten 6-spaUi^ oder
-thellis;, mit geschindelfer Kiiospenlage. Staubgefässe 4, 6 oder
8, gleichzählig mit den Lappen der Geschleclitsdecke und dann
mit diesen Avechselständig, oder doppelt so viele. Fruclitknote
l-fächerigj l-eiig, Eichen aufrecht. Ein Griffel mit zunffen-
förmi2;er Narbe. IVuss von der verhärteten oder fleischigen
Röhre der Geschlechtsdccke eingeschlossen, ohne mit ihr ver-
wachsen zu seyn. Same fast ohne Eivveiss. Keim gerade, das
Würzelchen zum Nabel gewandt.— Blätter ohne Nebenblätter.
Torkommen. Dem Sandboden angehörig und Rüsteukliina liebend,
im Gebirge meist auf Kalk.
Gehalt. fVenirj bekannt.
1. HIPPOPHAE. SMXmOMJV.
I.IIVN. Gen. n. 1106.
Zweihäusig. Männl.Blüte 2-theilig, Staubgefässe 4. Weibl.
Blüte röhrig, 2-spaltig, mit zuletzt fleischiger Röhre. Geschl.
Syst. XXII. 4.
Strauch mit wechselständigen lanzettlichen Blättern und blattwinkel-
ständigcn Dornen. Männliche Blüten in kleinen Kätzchen, jede sitzend
unter einem Deckblatt; -weibliche einzeln, blattwinkelständig.
1. HE* rhaninoides. Jf^eidenblättriger iSeedorn.
Blätter schmal ianzettlich, beiderseits verschmälert, unterseits silberfar-
ben-scliülferig.
LiNN. Sp. pl. 1452. Koch Syn. II. 719. Chi. han. 460. Schk. Handb.
IV. T.321. Beit. u. Abel Holzart. T. 47. Fl. dan. t.265. Engl. bot.
t. 42.3.
Am IVordseestrande, wo der Strauch sich fast verliert, während er
auf den nahe belegenen Inseln (Un. Borkum, Juist, IVordernei, Bal-
trum—; ff6. Eibufer) und am Ostseestrande (Mk. Wustrow, Bruns-
480 ARISTOI.OCHIEAE. Aristolocliia.
haupten, StrölimUerdorf, Rlüssei- Ort) doch auch nur stellenweise noch
vorlionunl. Im Biiim'iilaiulc biswcik-ii in der l^ähe von Anlagen verwil-
dert. März, April. — October, November.
Straiicli »on 6 — 8' Höhe, viclästig und .lornig. Rinde rostig- schwarzl>iaiin , an jungen
Zweigen braun. Dornen lang nnc\ Ii.Trt. BLiller olicn triibgrün , unten mit kleinen glänzen-
den weissen Schuppen liedeckt. Hliiten mit den IJiSttcrn erscheinend. ■\Veil.l. Blüten in-
wendig gelblich, zur Zeit der Fruehtreife orangefarben, die »oo ihnen eingeschlossene Frucht
eiförmig, plan-convex, beiderseits gefurcht.
Vechnisches »i. Öleonontisehes, Der ganze Sbauch zum
Anbau der Dünen iind Defestifjunr/ des llufjsnndes auch zu Heckenunla-
iien und Pflunzunijen in Parks brauchbar ; das sehr harte Holz roh oder
aebeizt Sit kleinen Gerüthschaf'ten; die Blatter zum Färben, und die
beerenartifjen Früchte zur Bereitung eines geniessburen Muses.
liXXXII. ARISXOIiOCmEAE.
JUSS. Gen. 74. (Cjtinus ausgesclil.)
Geschlechtsdecke oherständi^:, 3-, 2-lapplfi; oder ziingeiiför-
mlff. Stauhgefasse meistens 6 oder 12, einer den I ruehtkno-
teii bedeckenden Scheibe eingesetzt; Säcke nach ansscn ge-
wandt. Fruchtknote meistens 6-fächerig, vielciig; b sirahiig
verbundene Narben. Beere oder 6-klapnige meist b-tacherige
Kapsel. Keim sehr klein, an der Basis des fleischigen liivvei-
sses. — Blatter wechselständig^ ohne IVebenblätter.
Vorkoninien. Die Arten des Gebiets humushaltigcn Boden liebend.
Gehalt. Bitterstoffe von noch nicht hinreichend bekannter Beschaf-
fenheit, auch camphorartigc oder harzige Stoffe.
1. ARisxoi^ocHiA. o^vmnijWTcmi.
I.11VN. Gen. n. 1022.
Geschlechtsdeckc rührig mit bauchiger Basis und zungcnför-
migem Saum. Staubbeutel 6, ohne Träger dem l.rittel ange-
wachsen. Kapsel lederartig, 6-fächerig. Geschl. Syst. XX. b.
Mehrjährige Kräuter (A. I.) oder Sträuche mit aulVechtem, niederge-
strecktem, kletterndem oder windendem Stengel. Blätter ganz oder lap-
pig. Blütenstiele blattwinkelständig, 1 — mehrbliitig.
1. A. Cleinatiti». Gemeine Osterlucei, Stengel auf-
recht; Blätter tief herzförmig; Blütenslicle 1 -blutig, büsehelständig.
LiNN. Sp. pl. 1364. Chi. han. 461. Koch Syn. II. 720. Schk. Handb.
III. T. 276. Fl. dan. t. 1235. Engl. bot. t. 398. Haynk Arzneigew. IX.
T. 24.
Zwischen Gebüsch, an Zäunen und Ackerrändern, auf humushaltigeni
Boden, im südlichen und mittlem Theile des Gebiets, hier und da ver-
wildert. Mai, Juni. — August.
Stengel 2 — 4' hoch, einfach, aufrecht, elwas hin und her gebogen. Blatter laug gc
stielt, ganzrandig, aber fein -gesagt- schärflich. Blüten blassgelb.
PharmaceutUch-JOEediciniSCheg. fJ'nrzel und Kraut (Ra-
dix et herba Aristolochiae longae vulgaris tenuis) officinell. Vorwal-
tende Bestandth. ätherisches Öl und bitterer Extractivstoff. An-
wendung nur noch als Thierarznei , iiamentlich die Blätter zur Heilung
von Geschwüren.
Asarum. ARISTOI.OCHlEA£. 481
9. ASARUITI. KASXUjITUMX,
Link. Gen. n. 589.
Gescblechtsdecke glockig, 3— 4 -lappig. Staubffefässe 12,
mit freien Staubfäden, Band der Beutel weit über diese binaus
verlängert. Kapsel unregelmässig zerreissend. Gescbl. Syst.
Mehrjährige Kräuter mit abgehürztem, an der Basis sclmppigem Sten-
gel. Blätter herzförmig -nierenrund, einblütige Blütenstiele in den Ga-
beltheilungen des Stengels. Blüten lederartig.
1. A. eiiropaeiini. Gemeine Maselwurz, Blätter nie-
renrund, glänzend; Blüten einzeln zwischen 2 Blättern.
LiNN. Sp. pl.633. Chi. han. 462. Kocu Sy"- 11.721. Schk. Handb.
II. T. 127. Fl.dan. t.633. Engl. bot. 1. 1083. Hayne Arzneigew. I. T. 44.
In Laubholzhainen, im Gebüsch und an Hecken, auf humosem schat-
tigem Boden, häufig, doch mit Unterbrechungen (z. B. nicht von Han-
nover bis Hamburg), gegen Westen abnehmend. April, Mai. — Juli.
GcnicL pfefferig- kanipborartig. WiirzeJslock kriecliend. Untere Blätter unaiisgeliildet,
sclieideiiartig, oljere zu 2 fast gegensl.indig , iiiilerscits Iriibgrün, violel angelaufen. Blüten
kürzer gestielt als die Blätter, aussen grünliclihraun , innen dunkelblutrotli.
Pharmaceutisch- Medicinisches. fFtirzel (KviszEfV an-
renk. T.33. F. 3.) mit dem Kraute (Radix cum herba Asari) officntell.
Vorwaltende Bestandth. Haselumrzelcnmjtlior und Ilaselwurzbitter
(Asarin). Anwendunfi in Substanz und Pulverform in geringen Dosen,
aueh im Aufffuss, als Purijir- und Brechmittel bei Thieren.
Vechnigche«» Die pulvcrisirte fVurzel ein Bestandtheil des Schnee-
berger Schnupftabak' s.
liXlLXIII. ElflPETKEAE.
INUTT. Gen. II. 233.
Blüten eingeschlecbtig oder vielebig. Geschlecbtsdecke in
2 Kreisen, beide in der^Begel 3-tbeilig, nut wecbselstandigen
Tbeilen, innerer Kreis bisweilen kronärtig. Staubgetasse d,
vor den Tbeilen des äussern Kreises dem Fruchtboden einge-
setzt. Frucblknote frei, mit 3, b oder 9 1- engen Fachern.
Ein Griffel mit strahliger TSarbe. Frucht eine Pflaume. heim
gerade in der Mitte des Eiweisses, das Würz eichen zum lsabel
gewandt.— Blätter wechselständig, ohne INebenblatter.
Torknmmen. Moorboden und Ries liebend.
Gehalt. Nicht untersucht.
1. E]?IPETRU]?I. MUÄMMJVBMXMX,
LlNN. Gen. n. 1100.
Blüten 2-häusig oder Zwitter. Beide Kreise der Geschlecbts-
decke 3-, selten 4-blättrig. Pflaumen (i- oder 9-iacherig. Ge-
scbl. Svst. XXII. 2.
Kleine, ästige Sträuche. Blätter fast quirlig zusammengedrängt, na-
dclartig. Blüten klein, einzeln, blattwinkelständig und sitzend.
1. E. uigrum. Schwarze Mrähenheere* Niederhe-
eend; Blätter schmal lineal mit eingerollten Bändern.
LiNN. Sp. pl. 1100. Chi. han. 77. Koch Syn. II. 721. Schk. Handb.
IV. T.318. Fl. dan. t. 975. Engl. bot. t.526.
In den Heiden und Hochmooren des ganzen nördlichen Flachlandes,
482 EIIPHORBIACEAE. Euphorbia.
auf Moor- und Torfboden, sehr haiiiig, auch zu den äusscrstfii Ciebirgs
höhen des Harzes emporslejgend, gegen Süden seltener werdend und :ini
Soliing die Südgrenze des Vorkommens im Gebiete erreichend. Mai,
Juni. — August, September.
luimcrgriiiieuder Sttaiicli, l — 1 '/n' '""S' meistens liegend, rasenartig aiisgebrcitcl nnJ
vielastig. Rinde rothbraun. Itlatler lederartig, etwas steif, kiiri gestielt, untcrseits weiss-
licli. Xusserer Kreis der Gi-scblechtsdeclie grünlich, innerer roscnrolli. Stanblieutcl piir-
|)iirn. Frucht erbsengross , glänzend schwarz mit purpurnem Salt.
VechnischeS u. ÖTeonontischeS» Die fVurzeln als ein Haupl-
hestandlheil des Torfes zur Befriediffutif/ des Brandbedar/'s hcitrayend.
Der Strauch als Streu und Dihit/unfj zu benutzen, nie Beeren mit Alaun
dauerhaft kirschroth färbend und roh oder als Mus eine nntfenehme und
gesunde Nahrtinfj anbietend.
liXXXiT. EVPHORBIJlCEAC:.
Juss. Gen. 384.
Blüten 1- oder 2 -häusig. Geschlechtsdecke unlerstiiiidig in
1 oder 3 Kreisen, jeder meist 4— 6 -lappig oder -tlieilig; sel-
tener keine Geschlechtsdecke. Stauhgefässe meist in bestimm-
ter Zahl, frei oder in eine Säule verwachsen, häufig mit einer
gleichen Zahl Drüsen abwechselnd. Fruehtknote sitzend öder
gestielt, meist 3- (selten 2- oder mehr-) fächerig, mit je 1 oder
2 hängenden Eichen; Griffel mit 3 Narben. Kapsel 2—3- oder
mehr -fächerig, beim Aufspringen auf dem Rücken eine freie
Mittelsäule hinterlassend, seltener eine Pflaume oder Nuss. Keim
gerade im fleischigen Eiweiss, das Würzelcheii zum INabel ge-
wandt.— ■ Blätter Wechsel-, seilen gegenständig.
Vorkommen. Mehrere kalkhold, andere kiesliebend oder bodenvag.
Gehalt. Ausfjezeichnet durch harzige, seltener flüchtige , meistens
drastisch scharfe Stoffe in meist milchigem Safte enthalten. Fettes Öl
in den Samen.
1. EUPHORBIA. WOXiFSMlXtCM,
I.INN. Gen. n. Ü09.
Blüten 1 -häusig. Männl. Blüten in einem oder in mehrern
(Quirlen um eine centrale weibliche Blüte von einer 4 — .5-spal-
tiffen Geschlechtsdeeke umfasst: erstere gestielt, meist aus dein
Winkel eines Deckblatts mit 1 gliedstieligen Staubgefäss und
ohne Geschlechtsdeeke; letztere ebenfalls gestielt mit sehr klei-
ner 3-lappiger oder keiner Geschlechtsdecke. Kapsel 3-fäehe-
rig, 3 -sämig. Geschl. Syst. XI. 3. (XXI. 1.).
Arten des Gebiets 1- (Art. 1. 2. 9— 12.) oder mehrjährige (Art. 3— 8.)
Kräuter mit Milchsaft. Blätter in mehrfacher Stellung, blütenständige
oft quirlig, ganz und ganzrandig, oder fein gesägt, meistens ohne IXeben-
Llätter. Blüten meistens an den Stengelenden doldig -gehäuft und auf
tiefer stehenden blattwiukelständigen Stielen. Die Dolden mit quirligen
Hüllblättern an ihrer Basis und mit gegenständigen Hüllblättchen an den
Spitzen der gabeltheiligen Strahlen. Kapseln nickend.
f Drüsen rundlich oder queroval.
1. E* Itelioscopla« Sonnenwendige If^olfsmilch,
Blätter unigekehrteirund in eine keilige Basis verschmälert, Hüllblätter
Euphorbia. EUPHORBIACEAE. 483
und Hüllblättchen runcUicli-unigekehrteirund, sämintlicli vorn gesägt und
kabl; Dolde 5- (3 — 4-) stiablig, Strahlen 3-gabelig mit gabeltbeiligen
Ästeben; Kapseln glatt; Samen bienenzellig-grubig.
LiNN. Sp. pl.658. Chi. ban. 71. Roch Svn. II. 723. Schk. Handb.
II. T. 129. Reichenb. Ic. f. 4754. Fl. dan. t.'725. Engl. bot. t. 883.
Auf Gartenländern, Ackerrändern, an Wegen und Schutt, auf fri-
schem bumusbaltigem Boden, sehr häufig eingebürgert. Mai bis Au-
gust. — Juli bis September.
Stengel '/i^ — 1' Lock, abstehenfl bebaart, wenig bcMätfert. Blätter stumpf oder aiisge-
randet, selten sparsam bebaart. Drüsen queroval. Samen umgckebrt- eiförmig, ohne Glanz,
braun.
IS. E. platypliyllois. Sreifbläffrige W^olfsntilch.
Blätter länglich -lanzettförmig, obere mit rundlicher Basis sitzend, un-
tere umgebehrteirund- länglich, in den Blattstiel verschmälert, Hüllblätt-
chen eirund -deltaförmig, sämmtlicb scharfspitzig und bis unter die Mitte
fein gesägt; Dolde 3 — .5-strahlig, Strahlen 3-gabelig mit gabeligen Äst-
eben; Kapseln zerstreuet warzig, Samen glatt.
LiNN. Sp. pl.660. Chi. ban. 72. Koch Syn. II. 723. Reichenb. Ic.
f. 4758. Jacq. Fl. austr. IV. t.376.
b. striota. Hie straffstengelige. Schlanker und kleinblättriger;
Kapsel schwächer warzig. Samen bleiner.
F. strieta Linn. Syst. nat. Ed. 10. II. 1049. Koch Svn. 11.723. Rei-
chenb. das. t.4757. Engl. bot. t. 333.
Auf Gartenländcreien und Äckern, besonders im W'^intergetreide, auf
bumusballigem Boden mit Kalksteinunterlage, die IVordgrenze der Ge-
sammtverbreitung (mit Ausnahme eines seltenen Vorkommens der Spiel-
art b. in England) im mittlem Tbeile des Gebiets {Iln. Göttingen) errei-
chend, häufig. Juni, Juli. — August, September.
Stengel 1 — '2' hoeb. Blätter gegen die rundlicb -stumpfe Basis zungenförmig verschmä-
lert, seltener gleicbbrelt zulaufend, mit feiner scbarfer Spitze, der Grösse nach sehr variirend,
lialil oder unlerseits und .ira Rande weicbbaarig, Iliilllilätter »on Gestalt der Stengelblätter
nur kürzer, seltener eirund; Hüllblättehen in der Regel mit kurzer Stachelspitze. Kapseln
kahl oder bebaart.
'3. E. dulcis. Süsse W^olfsntilch, Blätter lanzettlicb-
länglicb, obere mit rundlicher Basis sitzend, untere sehr kurz gestielt,
Ilüllblättcben eirund -deltaförmig, sämmtlicb stumpflich, ganzrandig oder
bis unter die Mitte fein gesägt; Dolde 3 — 5-strablig, Strahlen einfach
gabelig; Kapseln zerstreuet warzig.
Jaco. Fl. austr. III. 8. t. 213 Chi. ban. 72. Kocu Syn. II. 724.
Reichenb. Ic. f. 47.59 (E. solisequa).
In Hainen, auf V^'^aldwiesen und zwischen Gebüsch, auf feuchtem bu-
musbaltigem Boden, selten {An. Dessau, Oranienbaum — ; Pr. Pölsfelde
am östlichen Vorharze, Acken an der Elbe, Halle: Teiche bei Dieskau,
Naumburg im Bucbholzc, Janisrode — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Gcsammlanseben und Grösse der vorigen Art. Wurzelstock kriechend, fleischig, dick,
weisslich. Blätter unterseits graugrün, in der Form veränderlich, auch spitzig vorkommend,
nebst den Kapseln zerstreuet weichhaarig oder kahl (E. purpurata TllUILL. Fl. par. 235.
Reichenb. PI. crit. II. t. 143. f. 267.). Drüsen anfänglich gelb, später meist dunkel-
purpurn.
4. E. palustris. Sumpf-HTolfsmilch. Blätter sitzend,
lanzettförmig, beiderseits verschmälert, ganzrandig oder äusserst fein ge-
sägt und kahl; HüUblättcben umgekehrteirund -länglich; Dolde vielstrah-
lig, Strahlen 3 -spaltig und noch einmal gabelig; Kapseln warzig, Samen
glatt.
Linn. Sp. pl. 662. Chi. ban. 72. Koch Syn. II. 726. Reichenb. Ic.
4771. Fl. dan. t. 866. Havne Arzneigew. II. T. 23.
484 KIIPHORBIACEAE. Euphorbia.
Auf Wiesen unil zwischen Gebüsch, au Grähen und Flussufcrit, auf
sumpfigem oder nassem Boden, häufig, doch mit I'nterbrechungen (/. K.
nicht im Gebiete der Göttingei- Flor). l>Iai bis Juli. — August, Scpteml>er.
Wurzel liokig, listig. 'Sti-ngel meist in Mehrzahl auf einer Wurzel , 3 — 4' hoch, slaiK,
steif, innen hohl, nach dem Blühen Äste aus den obern BlattHlnkelu treihend, HüllhlaUchcii
gelb. Drüsen hraungelh.
5. E. Gepardiana. Ger ards.W^olf «milch, Blätter
lineal, kurz gespitzt oder stumpflich mit Stachelspitze, graugrün. Hüll-
blättchen breit eirund- deltaförmig mit Stachelspitze, sänimtlich liahl und
ganzrandig; Dolde viclstrahlig , Strahlen wiederholt gabelig; Kapseln
schärflich oder glatt, Samen glatt.
Jaco. Fi. austr. V. 17. t. 36. Chi. hau. 73. Koch Syn. 11. 726. Bei-
CHENB. ic. f. 4794. E. Cajogala Ehrh. Beitr. II. 10r2.
An Feldrändern, Wegen und auf Triften, auf sandigem und auf kalk-
haltigem Boden, im südliehen Theil des Gebiets, die Nordgrenzc der
Gesammtverbreitung im mittlem Theile erreichend, ziemlich häufig, doch
mit Unterbrechungen und gegen Osten abnehmend {Pr. Halle: Togeis-
berg, /wischen Benustedl und Kölme, zwischen Langenbogen und Bolls-
dorf, W^ettin, zwischen Kloschwitz und Bumpin, Untcrfarnstcdt, zwi-
schen Seeburg und W^ornisleben, Gerbstedt, Alsleben — ; ^in. Sonders-
leben — ; Hn. Grafschaft Bentheim zwischen Schüttorf und W^estenherg — ;
Pr. tV . an der Lippe und Emse häufig). Juni, Juli. — September.
Wurzel Ausläufer treihend. Stengel aus ästiger Basis '/.j — 1' ^wc\i, dicht mit fast auf-
teifen Blättern besetzt , «eiche stumpflich und spitzlich
die Spitze sehr fein gesägt >ariiren. IliiUhlätfchen
rechten, sitzenden, etwas
dickliche.
mit und ohne Stachelspit/..
,. und gr
gelbgriin, Drüsen gclh.
ff Drüsen ha 1 h m o n d f ü r m ig oder 2 - h o rn i g.
«. E. ainysdaloides. mandelhlättrige WolfS'
milcht Blätter unterseits zerstreuet weichhaarig, umgekehrleirund-
spatelförmig, in den Blattstiel verschmälert, oberste länglich, sitzend,
Hüllblätter rundlich- oder länglich- eirund, Hüllblättcben halbrund, tel-
lerförmig zusaninicugewachsen; Dolde viclstrahlig, nebst den unterstehen-
den Achselblütenstielcn wiederholt gabelig; Kapseln schärflich, kahl;
Samen glatt.
LiNN. Sp. pl.663. Chi. han. 74. Koch Syn. 11. 727. Beichekb. Ic.
f. 4799. Jaco. Fl. austr. IV. t. 37.5 (E. sylvatica). Engl. bot. t. 2-36.
In Hainen und Waldungen, auf humosem schattigem Gebirgs- und llü-
gelboden mit Kalksteinunterlage, auf den mittlem Theil des Gebiets be-
schränkt, aber hier häufig {Hn. Göttingen: ISiedeck, Mackenrode, Kerst-
lingcröderfeld. Brück, llerberhausen, W^aake, Hessendreiseh, Plesswald — •,
Harz: Steinherg bei Pöhlde, Lauterberg, Audreasberg,' Königshofl" — ).
Juni bis August. — September.
Stengel 1 — '~ hocli , in Mehrzahl aus liegender Basis ansteigend , mit genäherten, lang-
stieligen Blättern besetzt, die 2 — 3" lang und ^|^" breit, nach oben zu aber an Grösse ab-
nehmend, einen gerundeten Schopf bilden, aus dessen Mitte der Blütenstengel, mit 3 — 4-
fach kleinem sitzenden Blattern besetzt, emporlreibt. In den Winkeln dieser bis zur End-
dolde einzelne trauhig gestellte Blütensticle, die mit jeuer eine Ö — 10" lange Inllorescenz
bilden. Die verwachsenen Hüllblättcben bis zu 1" breit, flach, grüngelb. Drüsen gelb,
unter Einfluss der Sonnenwirkung purpurn.
V. E. Cyparlsslas. Cypressen.W^olfsmilch. Blätter
schmal lineal oder gegen die Basis verschmälert, ganzraudig und kahl,
astständige mehrfach schmäler, Hüllblättcben breit herz-deltaförmig, kurz-
spitzig; Dolde viclstrahlig, Strahlen wiederholt gabelig; Kapseln gekör-
nelt, Samen glatt.
LiNN. Sp. pl.66l. Chi. han. 74. Koch Syn. 11. 728. Beichekb. Ic.
Euphorbia. EUPHORBIACEAE. 485
f. 4793. Jaco. Fl. austr. V. t. 435. Engl. bot. f. 810. Ha\ne Arziieigew.
II. T. 22.
Auf Triften, Äckern, Bracben und au Wegen,, auf magerm dürrem
lialksteinhaltigem oder aucb sandigem Boden, trupp - oder becrdenweise,
sehr bäuüg. April, Mai. — Juli, August.
Wuuel kriechend. Siengel '/^ — 1' '"'<^''. »"free'"'- "" '^" ß"«''* 'ölblicli, dicht be-
blättert. Blätter meistens 1'", selten '2'" breit, oft gegen den Stengel fast fadenförmig zu-
laufend , an den Ästen doppelt schmäler un dan deren Spitzen schopfartig gedrängt.
8. E. £sula. Scharfe Wolfsmilch, Blätter lanzettlicb
oder liueal- lanzettlicb, gegen die Basis verscbmälert, ganzi-andig, vorn
gezäbnelt-scbärllicb, aststiindige kaum scbmäler, sämmtlicb kabl , Hüll-
blättcben breit berz - deltaförmig, kurzspitzig oder stumpf; Dolde viel-
strablig, Strahlen wiederholt gabelig; Kapseln gekörnelt, Samen glatt.
LiNN. Sp. pl.660. Chi. bau. 73. Koch Syn. II. 728. «eichene. Ic.
f. 4791. Fl. dan. 1. 1270. Engl. bot. 1. 1399.
Auf Triften, an Feldrainen, Wiesen- und FInssrändern, auch zwi-
schen Gebüsch, auf sandigem Boden, mit Unterbrechungen, namentlich
im mittlem Theile des Gebiets (z. B. nicht in der Göttinger Flor), häufig.
Juni, Juli. — September.
Durch eine strengwissenschaftliche Charalitcristik kaum von A. 7. zu unterscheiden, den
Enhvickelungserscheinuugen nach .iher sehr bestimmt von jener verschieden. Blätter meistens
3'", nicht über 4'" breit, aber auch schmäler, bis nur "J"' breit, variirend. — Die etwas
weniger dicht stehenden Blätter, in Verbindung mit der fast gleichen Breite der Stengel -
und Astblätter, ändern sehr das Gesammtanseheu dieser Art iui Vergleich mit der vorigen
und lassen sie mit Sicherheit von ihr unterscheiden.
'9, E. «tegetalis. JLcTeer-lTolfsntilch» Blätter liueal.
zugespitzt, obere breiter, Ilüllblättchen eirund -deltaförmig, sämmtlicb
stachelspitzig und kabl; Dolde 5- strahlig, Strahlen wiederholt gabelig;
Kapselfäcber auf dem Rücken mit einem punktig -scharfen Streifen, Sa-
men netzartig -grubig.
Link. Sp. pl. 657. Koch Syn. II. 730. Reichenb. Ic. f. 4780 Jacq.
Fl. austr. V. t. 450.
Auf Äckern, die IVordgrenzc der Gesainmtverbreitung erreichend, sehr
selten eingebürgert {/V. fV. Höxter Jüngst Fl. v. Bielefeld 295.). Juni,
Juli. — September.
Stengel 1' hoch, einfach. Blätter sitzend oder Jianni a»as gestielt, abwärts gerichtet,
grangrün. Später Blütenäslc aus den obern Blattvvinkeln. Ilüllhlättcr lanzettförmig. Hüll
blätlchen zum Theil etwas herzförmig. Drusen langhörnig. Samen weisslichgclb.
lO. E. Peplii!^. Uundblättrige J^olfsmilch. Blätter
gestielt, umgekehrteirund oder rundlich -eirund, Hüllblätter und Hüll
blättchen deltaförmig -eirund und sitzend, sämmtlicb ganzrandig; Dolde
3-strahlig, Strahlen wiederholt gabelig; Kapselfächer auf dem Rücken
2 -kielig, Samen einerseits 2 -furchig, andererseits grubig-4- streifig.
LiNN. Sp. pl.6.53. Chi. bau. 73. Koch Syn. II. 730. Reichenb. Ic.
f. 4773. Fl. dan. 1. 1100. Engl. bot. t. 959.
Auf Gartenländereien und Äckern, auf frischem bumushaltigem Bo-
den, häufig eingebürgert.
Stengel 4 — 8" hoch. Stengelblätter allmälig in den Blattstiel verschmälert. Drüsen
gelblich. — Aariirt kleiner mit nur '/4 so grossen Blättern.
lt. ^»tfxVetxtvi, Sichelförmige Wolfsmilch. Blätter
sitzend, lanzett- spateiförmig, kurz zugespitzt oder stuuipflich mit Sta-
chelspitze, Hüllblättcheii eirund, lang staclielspilzig, sämmtlicb vorn ge-
zäbnelt-sehärflicb und kahl; Dolde 3— 5 - strablig, Strahlen wiederholt
gabelig; Kapseln glatt, Samen 4- reibig -qucrgrubig.
LiNN. Sp. pl. &54. Koch Syn. II. 731. Riuchenb. Ic. f. 4776. Jacq.
Fl. austr II. t. 121.
486 EVPHORBIACEAE.
IWerourialis.
Auf Ackern unter der Saat, als Nordgrenze der GcsammtverhreJtung,
sehr selten eingebürgert (5'c/it»;. Frankenhausen). Juni, Juli.— Sept.
Sicngcl 3 — 6" hoch, einfach oder ans ästiger Basis aiiftccht. Blätter dicht sfehco«!,
aufrecht, steif, graugrün. Dolde etwas sperrig- strahlig. Hüllhlättchen his« eilen länglich-
eirund. — Variirt kleiner und hleinhlältriger (ß. minor Kocil das.), seltener hochstcngclig
(bis 1' hoch), diese letztere Form vom Gesammtanschcn der E. Gerardiana. Alle Formen
an den lang vortretenden meist gebogenen Stachelspitzen der Blätter leicht zu erkennen.
1«. E. exigua. Kleine J¥^olJsniilch. Blatter sclmial
lineal, spitzlicli, stumpf oder gestutzt mit vortretender Stacbelspitze und
kahl. Hüllblätter und Hüllhlättchen aus schief herzförmiger Basis lineal
zugespitzt; Dolde 3 — 5 -strahlig, Strahlen wiederholt gaheüg; Kapseln
glatt, Samen fein gekörnelt.
LiNN. Sp.pl. 654. Chi. hau. 72. Koch Syn. II. 731. Reichenb. Ic.
f. 4777 und 4778 (E. retusa Cav. die Form mit gestutzten Blättern und vortretender Sta-
chelspitze). Fl. dan. t. 592. Engl. bot. t. 1336.
Auf Äckern unter der Saat, auf Boden mit Kalksteinunterlage, häufig
eingebürgert. Juni bis September. — August, September.
Wurzel spindelförmig. Stengel 3 — 8" hoch. Blätter 1'" breit oder schmäler, auf-
recht-abstehend, etwas steif, selten keilig gegen die Basis verschmälert. Die Stachelspilzc
stunipflich. Drüsen langhörnig, gelb. Samen umgehchrteiformig, schwach vierseitig, netz-
artig-kornig.
E. Lathyris kommt jenseit der süd- westlichen Grenze des Gebiets (Pr. fV. bei
Coesfeld , Klinke) verwildert vor.
GM WMRBT.ICIIMS.
JPharmaceutisch.Meaicinisches, ^n. 4. 7. 8. W. ehedem
of'ficinell. Jetzt bcscliriinht sich ihr Gebrauch auf fVeifheizen der Leich-
dornen. Siimmtliche ^rtcn gehören zu den scharfen Pflanzengiften, deren
nächste fVirkung auf sehr heftige Ausleerungen gerichtet ist.
ÖJCOnOtniSChes» SUmmtliche Arten werden beim Abweiden vom
fliehe vermieden, und wirken genossen zunächst auf Jiothwerden der
Milch. Die Art. j!. 2. T. S. 11 und 12. sind Unkräuter, von denen beson-
ders A. 11. in Gärten und auf Achern sehr lästig werden kann.
9. ]fI£RCURIAIiIS. BENGMEiM£nA.UV,
LlNN. Gen. n. lljö.
Blüten 2- oder 1 -häusig. Geschleclitsdeckc 3 — 4 »heilig:
tnännL mit 9 — 12 Slauhgefässen; weihl. mit kurzem Griffel u\n\
2 verlängerten IVarben. Kapsel 2-fächerig, Fächer 1 -sämig-
Geschl. Syst. XXII. 8. * * *
Ein- (A.2.) oder mehrjährige (A. 1.) Kräuter, selten Sträuche. Blät-
ter gegen-, seltener wechselständig, ganz, mit IVebenhlättern. Blüten
blattwinke!- und endständig: männliche geknäuelt- ährig mit Deckblät-
tern; weibliche einzeln oder in Büscheln. Fruchtknote und Kapsel bis-
weilen 3- fächerig.
1. M. pereiiiilm. Mehrjähriges Bingellbraut. Sien
gel einfach, stielrund; Blätter länglich- eirund oder länglich - lanzettför-
mig; weibliche Blüten lang gestielt.
LiNN. Sp. pl. 1465. Chi. hau. 685. Kocii Syn. II. 731. Reichenb. Ic.
4804. Fl. dan. t. 400. Engl. l>üt. 1. 1872.
In Waldungen, Hainen und Gebüschen, auf frischem etwas humosem
Berg- und Hügelboden, auch zwischen Gestein, häufig. April, Mai. —
August.
Stengel 1' hoch. Blätter gegenständig, Kurz gestielt, kcrhig - gesägt, fein behaart.
Kapseln borstig.
Ä. Jn. aiiiiua. Minjähriges BingelJeraut. Stengel 4
Urtica. UBTICEAE. 487
kantig, ästig; Blätter eirund - laiizctttoimig oder lanzettförmig; weibliche
Blüten sitzend.
LiNN. Sp. pl. 1465. Chi. han. 686. Koch Syn. II. 732. Schk. Handb.
IV. T. 332. Sturm Deutschi. Fl. U. 29. Keicuenb. Ic. f. 4801. Engl,
bot. t.559.
Auf Gartenländereien, Äekern und an Feldrainen, auf hiimoseni Bo-
den, stellenweise eingebürgert. .Tuli bis September. — Sej»teiuber.
Stengel ^4 — l'/o' l'ocl'. seltener einl'acli. Blatter gegenständig, sägezälinig. Kapseln
borstig, Samen au beiden Arten seh« aeli geliornelt.
GM 1VMRBX.ICJIJES.
JPharmaceutisch-Medicinisches» Beide nicht mehr offi-
cinell. A. 1. nbev ein den Euphorbien ähnlich wirkendes scharfes Gift.
technisches* Die ßVurzel von A. 1. liefert blaue und rothe
Farben.
ÖJe onomisch es. Getrocknet schaden beide dem Fiehe nicht.
I.XXXV. UKTICEAE.
JUSS. Gen. 400.
Blüten 1- oder 2-liäuslg3 selten viclelii,^. Geschleclitsdecke
unterständiff: dei männlichen Blüte 4-, selten o-tlieilig, Staub-
ffefässe von der Zahl der Deckenlappen, vor diesen stehend,
nehst Ansatz zum Fruchtknoten; der weihliehen Blüte 2 — 5-
theilig oder ungetheilt. Fruchtknote 1 -fächerig, 1-eiig mit
aulrechtem Eichen. Nuss oder Kornlrucht. heim gerade, ha-
ken- oder spiralförmig. — Freie meist hinfällige INehenhlälter.
Vorkommen. Humus, Salpeter- und Ammoniakgehalt des Büdeus
liebend.
Gehalt. Scharfe, besonders gewissen Orr/anen eiijene (Urtica), bei
andern narkotische (Cannabis) Säfte. Einit/e salpetersaures Kali (Pa-
rietaria) enthaltend.
1. Gruppe. URTICEAE 6ENVINAE. MIGMXTI.ICMM
JVJESSMI-IVGMn^ÄCHSX:,
Keim gerade, mittelständig in fleischigem Eiweiss.
1. URTICA. IJlTJESSiEJi.
I.INN. Gen. n. 1054.
Blüten l- oder 2-häusig. Männliche: Geschlechtsdecke 4-
thcilig, Stauhgefässe 4; weihliche: Geschleehtsdecke 2-theilig
nebst 2 kleinen hinfälligen äussern Lappen. Narbe sitzend, pin-
selförmig. INuss linsenförmig. Gesclil. Syst. XXI. 4.
Ein- (Art. 1.2.) oder mehrjährige (A.3.) Kräuter, selten Sträuche, mit
Brennborsten auf allen grünen Theilen mit Ausnahme der Früchte. Blät-
ter gegen- oder wechselständig. Blüten einzeln oder geknäuelt in blatt-
winkelständigen Trauben oder Rispen, seltener in kopfförmigen Ähren.
1. U. pilulifera. Kugel- Nessel, Blätter eirund, zuge-
spitzt, eingeschnitten -sägezähuig; weibliche Ähren gestielt, zur Frucht-
zeit kugelförmig.
LiNN. Sp. pl. 1395. Chi. hau. 482. Koch Syn. II. 732. Schk. Ilandb.
III. T. 289. Engl. bot. 1. 148.
An Mauern, Wällen und auf Schutt in der Nähe von Ortschaften,
selten verwildert und intermittirend (Pr. Windehausen, Heringen, Ell-
rich, Schloss Mannsfeld, Quedlinburg am Schlossberge). Juni, Juli. —
August, September.
488 IJRTICEAE. Parietaria.
Stengel 1 — 172''""^''' runtilich, bercil't. Lockere, dünne, männliche und kugelig ge-
drängte «ciMicbc Ähre aus denselben Blattwinkeln.
18. U. Itrens* Kleine JVeSSel, Blätter elliptisch -eirund,
spitz, eingeschnitten -sägezähiiig; llispen kürzer als die Blattstiele.
LiNN. Sp. pl. 1396. Chi. han. 482. Koch Sjn. II. 732. Fl. dan. t. 739.
Engl. bot. t. 1236.
An Mauern, auf Schutt, Abladeplätzen und in den Strassen, als dem
Menschen folgende Pflanze, allgemein eingebürgert. Juli, August. —
September.
Stengel '/^ — 1' boeb. Blätter bisweilen tiefer nnJ doppelt sägezabnig (v. lacinuUtj
Cbl. ban. das.), fast smaragdgrün. Blütentrauben zu 2, aus kurzen, länglichen Knäueln
bestehend.
3. IJ* dioica* Grosse JVessel, Blatter länglich -herzförmig,
zugespitzt, grob sägezähnig; Trauben länger als die Blattstiele, hän-
gend; Blüten 2 -häusig.
LiNN. Sp. pl. 1396. Chi. han. 483. Roch Syu. U. 732. Fl. dan. t. 746.
Engl. bot. 1. 1730.
An Hechen, Mauern, "Wegen, auf etwas feuchtem humosem Boden,
als dem Menschen folgende Pflanze, aligemein eingebürgert. Juli, Au-
gust. — September, Oetober.
Stengel 2 — 4, an schattigen Orten bis 6' hoch. Blatter Irubgrün. Bliitentrauben zu
3, rispig -ästig.
Technische*» Die Stenael der A. 3. hat man wie Hanf zuberei-
tet, auch zu einem sehr dauerhaften Garn gesponnen, ztir Fabrikation
von leinwandartiyen Zeugen angewandt. Das txraut färbt ohne Zusatz
grün/felb.
ÖTeonomisches» Junge Sprossen der Art. 2. 3. sollen hier und
du als (icmiise genossen werden, wozu viele andere doch geeigneter seyn
möchten. Beide sind ein nahrhaftes und reizendes Viehfutter, die Blät-
ter im frischen oder getrockneten Zustande gehackt zwischen das tlüh-
nerfutter gemengt, wirken auf ein früheres und häufigeres Eierlegen;
mit hart gekociiten Eiern vermischt sind sie das beste Futter zum Auf-
bringen junger Puter.
9, PARIETARIA. CtEiA^SKUA^UT,
I,INN. Gen. n. UVJ.
Blüten vielehlg. (ieschleclifsdecke der miiiiiilifheii und Zwil-
tcrhlüten 4 — 5-tiieilig,_der weililichen roliiig mit 4-zähnigLin
Saum. Staubfaden 4 — 5. Griffel fadenförmig mit pinselartiger
Narbe. Kornfruclit von der Geschlecbtsdeeke umgeben. Gescbi.
Syst. IV. 1. (XXIII. 1.).
Mehrjährige, behaarte Kräuter, mit wechselständigen ganzrandigen
Blättern. Blütensticle blattwiuhelständig, gabeläslig, knäuelartig zu-
sammengezogen, Blüten fast sitzend, Slaubgefässe aus anfänglich ein-
wärts gegen den Fruchtknoten gekrümmter Lage beim Offnen der Blüte
elastisch zurückschlagend.
1. P. ofAcinalii^. Gemeines GlasTeraut, Blätter el
liptisch, lang zugespitzt, über der keiligen Uasis scliwach zusammenge-
zogen; Blüten in voll- und dichtblütigen, kugeligen, meistens stengel-
umfassenden Knäueln ; Geschlechtsdecke zur Fruchtzeit unverändert
°LiNN. Sp. pl.l492. Chi. han. 483. Schk. Handb. IV. T.346. Sturm
Deutsehl. FI. H.9. Fl. dan. t.ü21. Engl. bot. t. 879 (kleine, ästige Form,
»om Gcsammtanscben der folgenden Art). IIaYMü Arzneigew. V. T. 12. P. erecta
Koch Svn. II. 733.
Caiinabis. URTICEAE. 489
All Mauern, Gestein und Schutt, in und an Städten, hier nnd da ein-
gebürgert. Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — l'/j' l'och , meistens aul'reelit und einfach, seltener mit kurzem Seitenastcn
(Fl. dan. ]>cl)enagur links 10-ästig) verseilen. Blatter lang gestielt, bis 2'/'^" '""g.
l'/4" breit, ganzrandig, glasartig glänzend, beiderseits kurzhaarig und durchscbeineud punctirt,
die beiden untersten (nicht gegenständigen) Seitennerven über der Itlatthasis aus dem Mittcl-
nerv entspringend. IJlütenknäuel aus zusammengedrängten, wiederholt gabelästigen Trugdolden
bestehend, eibseu- bis vogelkirschcngross , am Uau|itstengcl last seiner ganzen Lange nach
rosenkranzartig geordnet.
B<!merli. Indem SM. Fl. hrit. I. 189. die Blätter seiner P. olHcraalis „elliptico-
lanceolata-acuminata" nennt, einer Verlängerung der Blüten nach der Befruchtung nicht er-
wähnt, und Fl. dan. t. .5"21. citirt, deren Hauptfigur unsere deutsche P. officinalis sehr cha-
rakteristisch darstellt, so darf man wohl mit Recht seine Pflanze als die unserige betrachten,
obgleich Engl. bot. t. 879. den, weniger häufigen , ästigen Zustand eines kleinen Individiuims
darstellt, wodurch die Abbildung der P. ramiflora sich nähert.
9. P. raiulflora. Kleines GlasJeraut. Blätter eilip-
tiscli- eirund, stunipt'licli ; Illütcn in lockern, «enigblütigen, meistens seit-
lieben Knäueln; Geschlecbtsdcclie der Zwitterblüten nacb der Befruch-
tung röhrig sich verlängernd.
Mönch Meth. 327. P. judaica IIoffh. Deutsebl. Fl. II. 276. Chi. han.
48;^. ScuK. Handb. IV. t. 346. P. diflusa Roch Syn. II. 733.
An alten Mauern, selten (//ii. Stadtmauern von Göttingen, Münden — ;
jenseit der Ostgrenze des Gebiets Pv. Mauern des Schlosses zu Eilen-
burg, und jenseit der Westgrenze Pr. fV. Dülmen, Dorsten, Rees, Em-
merich u. s. Vf.). Juni bis September. — September, October.
Stengel 6 — 8" hoch, weitschweifig- vielästig, selten einfach. Blätter bis 1" lang, ''/.^"
breit, also ^erhältnissniässig kürzer und breiler als an A. 1., in Ganzrandigkeit , Glanz, Be-
haarung, Puuctirung und ]>ervenstellung mit jenen übereinstimiuend und auch spitz variircnd.
Blütenkuäuel klein mit fortschreitender Entwickehing der Aste am Ilauptstengel sich ler-
lierend. Die Blüten auf einfach gabeligen Slielchen. Decke der Zwitterblüten gegen die
Fruchtzeit hin um das Doppelte ihrer Grösse sich verlängernd.
Bemerk. Der ältere iVauie dürfte den Vorzug lor dem neuem verdienen, weil die
Pflanze auch mit einfachem Stengel vorkommt. Ob P. judaica LlNN. Sp. pl. 1493., deren
Diagnose nebst Zusatz unserer Pflanze allerdings entspricht, hierher gehurt oder nicht, darüber
ist \on der Zeit Aufschluss zu erwarten; wenn es auch keinen Zweifel leidet, dass , SmiTH's
Mitthcilung über die Blattnenen zufolge, die Pflanze des Ll!VN£'schen Herbariums ton der
uuserigen verschieden sejn muss.
GM irMRBMCHMS,
JPharmaceutisch'M^edicinische*' fVenn auch wenig mein-
im Gebrniich , wird dock das etwas salziije liraut der A.l. in den Apo-
theken unter dem Namen Ilerba Pai-ietariae oder Oelxines, als stark
harntreibendes , linderndes nnd zertheilendes Mittel wohl noch (je fordert.
8. Gruppe. CAKNABINEAE:. MAX WGMU^ÄC M SM.
Samen ohne Eiweiss. Keim haken- oder spiialförmig.
3. €AW^ABI§. BA.NV,
LiNN. Gen. n. 111.3.
Blüten 2- Iiäusig. 3Iäniiliclie: Geschleehtstlecke 5-tlieilig,
Stauhgefässe 5; weibliche: Geschleclitsdecke zungenförmig,
die Kornfrucht ganz einhüllend. Geschl. Syst. XXII. 5.
Einjährige, aut'rechte Kräuter. Blätter schari'haarig, untere gegen-,
obere wechselständig. Männliche Blüten blattwinkel- und endständig,
traubig; weibliche blattwiiikelständig, einzeln oder zu zwei.
1. C sativa. Gemeiner M.anf* Blätter fingcrig-5 — 9-
theilig, entlernt scharf sägezähuig.
490 URTICEAE. Humulus.
LiNN. S|>. |.l. 1457. Clil. hau. 484. Koch Syii. II. 733. Scjhk. Han.lh.
IV. T.325. IIayne Aizaeigew. \III. T. 35.
In Feldern, an Wegen und Schutt, auf huuiushaltigem Itodi-n, I>e-
sonders die männliche Püanze, hier und da verwildert. Juli, August. —
September, üctober.
Stengel 2 — 3' Loch, hantig. Blätlvi gestielt, liiiizliaarig - !.tliarf. Trauhen der mann
liehen Ulüteu aufrcclil, neililiclic liliitcn seitlirli in den Winkeln kleiner Deckl.laUer.
GM nMR»Z.ICHES.
Pharmaceutisch- ]n.edicinisches* Der Samen als Semen
Cannabis in den Of'/ieinen vorrüthitj. Das frische Kraul und eine daraus
bereitete Tinetur wirkt stark narkotisch.
Ökonomisches» Der Gebrauch der Stengel als Gespinstpflanze
und der des Samens als Futter der Stubenvöf/el bekannt.
4. HUITIUlilJIs». MOPWMN,
J.IN1V. Gen. n. 1115.
Blülcii 2-liausig. Männliche: GeschleclilsJeckc 5-lLeiIig,
Slauhgcfasse 5; weibliche: Geschlechtsdecke schuppeiiföruiig,
paar>veise in den Achseln, zu^ einem zapfenföruiigen Kätzchen
veihundenei ., Dechhlättein. Kornfrucht von der Geschlcchfs-
decke nicht ganz eingehüllt. Geschl. Syst. XXII. 5.
Blehrjährige Kräuter mit langem, rechts sich windendem Stengel.
Blätter gegenständig. Männliche lUüten rispig, blaltwinkel- und end-
ständig, Aveibiiche dicht ährenformig.
1. H. liiipuliifs* Genteiner MKopfen. Blätter 3— 5-lap
pig mit hcrzrörmiger Basis, grob sagezähnig.
LiNN. Sp. 1.1.1457. Chi. hau. 4Ö4. Koch Syn. II. 733. Schk. Uandb.
IV. T.326. Engl. bot. t. 426. Uayne Arzneigew. VIII. T. 3(i.
An IlecUcn, zwischen Gebüsch, besonders an Flussul'ern, Teichen und
Gräben, auf etwas feuchtem Boden jeder Art, hier und da verwildert.
Juli, August. — Oetober.
Stengel bis 8' lioeli. Blattei- gestielt, scbarf. Männliche BlUleniisi>cn langlieh, han
gend; weihliehe nindahrig, aiilrecht stehend. Die Decke der «eiblichen Bluten au der Bas.s
uebst dem Fniehtkuoten mit gelblichen Drüsen besetzt, in denen Torzugsweise der Sitz des
Aroma nnd des Mltern Stoffes ist, wodurch die Nutzbarkeit der Dlanze bedingt wird.
GMIVMRBI.I€HMS»
Pharntaceutisch-Jneflicinisches» Die weiblichen liätz-
chen werden unter dem Namen Strobili Lupuli in den Of'/icinen aufbe-
wahrt, und neuerlich ist der daraus bereitete Extract , Lupulin (üther.
Öl 2, Harz 55, bitterer E.vtractivstoff 10 Proc. nehst andern Stoffen)
enthaltend, als kräftitjer Arzneistoff empfohlen worden.
Ökonomisches. Die Sprossen, Schleimzucker enthaltend, ein
sehr antjenehmer Salat. Der Gebrauch zum Bierbrauen bekannt.
EiXXXVI. IJlilflEAE.
UXiJtäMJVAUOPMGSi PVJjA.N'XimN»
Ulmaceae MlRB. Elcm. II. 905.
Gcschlcchtsdeckc unterständiff, glockig, 4-, 5- bis selten 8-
ihelllg. Stauhgefässe von gleicher Zahl, vor den Lappen der
Decke stehend, deren Basis eingesetzt, selten mehr. Frueht-
knote 1— 2-fächerig mit 2 hängenden Eichen: GriflFcl 2, fa<icn-
förmig. Frucht eine weiche (otler lederartige) einsamige Nuss.
Same hängend, ohne Eiweiss. Keim gerade, das Würzelchcn
zum Nabel gewandt.
iicii un-
iTiniiis. UtJüEAE. 491
Vorkommen. Einen tiefgründigen, locliern Boden liebend.
Gehalt. Im Hohe vorwaltend Kalk, in noch nicht hinliimßich
tersuchter Verhindung , und Kali; in der Rinde Gummi, Gallussäure
(nach DArY Gerbestoff) Harz, kohlensaurer Kalk (nach GEIGER auch
eisengrünender Gerhestoff) ; im Safte viel essigsaures Kali.
1. UlilflUS. UMaMM,
LllVN. Gen. n. 316.
Geschlechlsdecke 4— 5-tlieilig, welkeiul. Slaiibgefässe 4,
ö— 12. Weiche IXuss zusammeuffedrückt, ringsum häutig ge-
flügelt. Geschl. Syst. V. 2.
Hohe Bäume (Art. 1.2.), selten Sträuche, mit stark und tiefgehendem
Wurzelbau. Blätter weehselständig mit ungleicher Basis und hinfälligen
Webenblättern, in der Knospenlage der Länge nach gefaltet. Blüten
Zwitter, auch vielehig -2 -häusig, in Büscheln vor Ausbruch des Laubes
erscheinend. — Keimen mit über die Erde tretenden linsengrossen Keim-
blättern.
I. U. canipestrii^* Weld-Ulme, Blätter rautenförmig-
eirund, oder eirund -länglich; Blüten fast sitzend, mit 4 — 5 Staubge-
fässen; Früchte umgekehrteirund- länglich, ohne Wimpern.
LiNN. Sp. pl. 327. Chi. han. 80. Koch Syn. IL 734. Borkii. Forst-
bot. 1. 834. Beit. u. Abel Holzart. T. 3 (Ü. sativa). Fl. dan. t. 632.
Engl. bot. t. 1886. Hayne Arzneigew. 111. T. 15. L. nuda Ehru. Beitr.
y\, 86; "ml wenn die Rind« der Äste korkig wird: U. SuberOSa EuRH. das. 87.
Chi. han. 81. Borkh. das. 841. Engl. bot. t. 2161. Hayne das. T. 16.
U. tetrandra ScHK. Handb. I. T.57. b. und T.57. a. f. g.
b. latifolia. nie breitblättrige. Blätter breiter, rundlich -eirund
oder eirund; Früchte grösser, umgekehrteirund -rundlich, schwächer
ausgerandet.
Chi. han. das. U. excelsa Borkh. das. Engl. bot. 1. 1887 (U. mon-
tana); — und wenn die Rinde der Äste korkartig wird: U. Campestris V. major
Chi. han. 81. T^ngl. bot. t. 2542 (U. major).
c. carpinifolia. Hie hainbuchenblättrige. Blätter schmäler,
länglich oder länglich -lanzettförmig; Früchte kleiner, umgekehrteirund-
länglich.
Chi. han. 80. U. glabra Mill. Dict. p. 4. Engl. bot. t. 2248. Schmal-
blättrige Büster Borkh. das. 845; und wenn die Rinde der Äste korkig wird :
II. carpinifolia Gleditsch. Borkh. das. 839.
In Hainen, Yorhölzern und Waldungen, auf frischem lockerm tief-
gründigem Boden, einzeln eingesprengt oder truppweise, keine zusam-
menhängende Waldbestände bildend; b. meistens in der Nähe von Ort-
schaften angepflanzt; c. auf Bruchboden, selten. Blütez. Mitte Aprils.
Laubausscblag Anfang Mai's , Abfall October. Fruchtr. Ende Mais,
Anfang Juni's.
Holier (60 — 80'), 2 — 3' starker, nicht vollkommen geradscbäftiger, im Alter sich leh-
nender oder schräg stellender Baum, mit anfanglich glatter, später feinrissiger, bräunlich
aschgrauer Rinde und starkarmiger, unregelmässig hegreniter Krone. Blätter dunkelgrün, ober
seits mehr oder weniger kurzhaarig. Blattstiel '/4 — Vi" •'"g- Junge Zweige hin- und
bcrgebogcn, glattrindig, nach dem 2 -jahrigen Alter anfreisscnd und Anlage zur Rorkbildung
zeigend, deren stärkere Ausbildung zur Erzeugung der Korkulme führt. Die Spielart b.
fast kahl- und etwas glänzendblättrig. — Schon frühzeitig beginnende Korkbildung (wohl
eine Krankheit der Riude) hemmt in der Regel den fortschreitenden Wachsthum , weshalb
man diese Form meistens strauchartig findet.
«. U. eflTiisa. Viatterblätige Ulme, Blätter eirund,
stark zugespitzt; Blüten gestielt, hängend, mit 6 — 8 Staubgefässen ;
Früchte oval, weicbhaarig-gcwimpert.
492 lILiJüEAE. Vlnius.
WiLLD. Piodr. fl. boiol. n. 296. Clil. lian. 82. Koch Syii. 11. 735.
GuiiMP. Holzart. T. 29. IIayne Arznci^ew. III. T. 17. L. o(;taiiilr:i Schk.
Haiiill). I. T.Ö7. b. uiul T. 57. a. f. d. U. laceinosa IJorkh. Forsth. I. 851.
l. ciliata Ehrh. Beitr. VI. 88.
b. grandifolia. Die grossblättrige. Itlätter grösser ; Früchte
oval-lireisrumi.
Chi. hau. das. U. effusa Borkh. das. 854. Beit. u. Akel Holzart.
T. 4 (UlniHS campestris; aus den Art. 1. u. 2. zus3iiiiu.iigei.cut).
In Wäldern und Yorhölzern der Gebirgsgegenden, auf frischem hu-
nioseni Boden, die INordwestgrenze der Gesammtverbreitung (nicht in
Britannien; sehr selten in Däiiemarl;, Oeland, Fiuland) erreichend, selte-
ner als A. 1., dagegen häufig angepflanzt in der IXähe von Ortschalten.
Blütez. Anfang Aprii's. Laubaussehlag Ende April's, Abfall October.
Fruchtr. in der letzten Hälfte ->lai's.
Aou A. 1., aligesclieu »oii ileii .ingegelieneii Ilauplcliaraklercn , zn iiiitci scheiden duicli die
starker und tieferrissige Rinde des Stammes, nicht korkarlig anlrcissendc Rinde der 3 -jäh-
rigen Trichc, kürzere nur 2 liis 'i'/j'" lange Blattstiele nnd meistcus unterseits weichhaarige
Blatter, wcicLcres und weniger dauerliaftes lloii.
VechniSCheS »«. ÖTeonontiSCheS, Brcnnwcrth des Holzes
zivischen liuchen nnd Eiclicn, doch jener na/ier stehend, mehr liohlen-
ylut als lebhafte Flummc f/ebend. Dauer sehr tjross, in der Erde liegend
fast unvcrijiinfjlich. Spaltiffkeit sehr schlecht. Zähiißheit und Eestit/lieit
sehr beträchtlich. Elasticilüt nur in der Jufjend beträchtlich. Härte von
A.i. im trockenen Zustande gross, von A.2. geringer, im grünen Zu-
stande mittclmässig. Textur dicht aber grobfaserig. ff'irft sich und
reisst leicht. Gewicht grün der Hub. F. 62^li Pf. , waldtrocken 50 Pf.
Austrocknung sehr langsam. Ausgezeichnet gutes Land-, ff'asser- und
Grubenbauholz, nicht minder treffliches Schiffsbau -, fJ'^arjner- u. Tisch-
Icrholz. Aschenertrag von 1000 Pf Holz 23 Pf Asche, 3'/^ Pf Pott-
asche. Rinde zu Bütten, Bast zu Stricken, Netzen, Flechtiverk an-
ivendbur , auch als Corlex IJInii interior officinell. Blätter grün ge-
trocknet ein nahrhaftes f'iehfutter.
Forstliches Verhalten, Natürliches Alter 150 — 200 J.
rVirtlischaf'tlich »ortheilhaftestes im Hochwalde 100 — 120 J. , im Nie-
derwaldc bis 30 J. Durchschnittszuwachs als Baumholz etwa dem
der Eiche gleich (bis 80 J. etwas stärker) , als Schlagholz der Hain-
buche um Vi voraus. Ans s chlag s fähig ke i l vom Stock nnd der
ßFurzel stark und lange dauernd. Massige Beschattung tiur in der
ersten Jugend ertragend. Unempfindlich gegen Frost nnd Dürre, durch
Grnswuchs und Fcrbcitzung leidend. B o denv er b e s s c rung der
der Eiche gleich.
I.XXXVII. CUJPUIilFERAE.
N ÄP FC SEIEN FUtfCUVEGEl WMj^NXMN,
RiCH. Anal, du Fr. AI. i)J.
Blüten (unserer Gallungen) 1-liäiisig. 31jiiinllche Kätzchen
walzen- oder kugellornii^: GescliiechLsdecke iiieht vorhanden
oder 4 — 6-spallig; Statil)gefässe 5— viele, in den Achseln der
Deekhläller oder der Geschlechlsdecke. Weihliche Kliilen in
fjatzciien oder am Ende sitzender Knospen, Gcschlechtsdecke
dem Fruehlknolen angewachsen mit gezähneltem Saum; Frucht-
knote (unserer Galhingen) 2^— 3-fäelierig, Fächer 1 — 2-eiig,
Eichen hängend. iNuss am Grunde einer aus üeckhlätlcrn ge-
Fagus. CUPIIOFERAE. 493
])i1(leteii Hülle (IXäpfchen) aufsitzend, 1- sämig. Samen ohne
Eiweiss, Keim a^erade, das Würzelchen zum jXahel gewandt. —
Blätter wechselständigi Nehenhlätter hinfällig.
Vorkommen. Einen tiefgründigen, liuinoscn Boden licltend.
Gehalt, her Stamm durch den reichen Gehalt an Holzfaser ausge-
zeichnet. Rinde reich an Gerbestoff; in der Asche beider kohlensaure
Erdsalze. Samen reich an Stärke und fettem Öl.
1. FAGIJS. BUCHX,
Ll>N. Gen. n. 1072.
Männliche Kätzchen fast kugelig, Blüten in den Achselnklei-
ner hinfälliger JNebenhlätter, Geschlechtsdecke glockig, 5 — 6-
spaltig, Slauhgefässe doppelt so viele. Weihliche Blüten zu 2,
in einem aus schmal linealen Deckblättern gebildeten Kätzchen;
Fruchtknole 3-fächeri&. INüsse 1—2, in holziger halb 1-klap-
pig aufspringender Hülle. Geschl. Syst. XXI. 8.
Hoher (80 — 100'), majestätisch schöner Baum mit langem, walzen-
förmigem Schaft, hellgrauer, glatter und glänzender, mit Flechtenzonen
umzogener Binde, starken, schirmförmig sich theilenden, dicht belauliten
Ästen und weiter hoch ahgewölliter Krone. Knospen schindelig ge-
schuppt. Blätter beim Ausschlagen querfaltig, seidenartig- zottig und
roth angelaufen. — Keimt mit über die Ende tretenden, dicken, gefal-
teten Keimblättern.
1. F. Sylvatica. J¥"ald- Buche. Blätter elliptisch, wel-
lenförmig-ausgeschweift- 3 — 4 männliche und 1 weibliches Kätzchen aus
derselben Knospe.
LiNN. Sp. pl. 1416. Chi. han. .500. Koch Syn. IT. 736. Schk. Handb.
lll. T.303. Beit. u. Abel Holzart. T. 6. Engl. bot. t. 1846.
b. pendula. JKangelhuche. Äste gewunden abwärts gerichtet.
Chi. han. das.
c, 8errata. Ule sägeeähnige. Blätter grob und tief sägezähnig.
Chi. han. das.
Wälder und geschlossene Waldbestände, sowohl reine als mit Laub-
oder Nadelholz gemengte, bildend, im feuchten Sandboden der Ebenen,
im humosen Hügel- und Gebirgsboden und besonders üppig auf den Jün-
gern Kalhllötzen wachsend, am südlichen Harze bis 16.3iO' hoch steigend.
Die Spielarten selten (b. /Ih. am Knebel bei Hildesheim — c. am Wieder
bei Northeim, Hs. am Fuss des Meissners) vorhommend. Laubausschlag
im ersten Drittheil Mais, Abfall Ende October's. Blütez. gegen Mitte
Mai's. Fruchtr. Ende Septcniber's.
Männliclic Kätzclien lang gestielt, bangend, Lai)j>en der Gcscbleclilsdeckc länglicL - lan-
zeltlicb, rölblicbbraun. Slauhgefässe doppelt so lang, Beutel "i-facbeiig. AVeiblicbes Kätz-
chen kurz gestielt, aufrecht, 2 dreikantige, 3- fächerige, 3-narbigc Fruchtknoten enthal-
lend; in jedem Fach 2 Eichen, lon deren Sechszahl nur 1, seltener 2 zur Ausbildung
VechnischeS u. Öleonomisches» Brcnnwcrth des Holzes
als Massstab für die übritjen Hölzer = 1, mit starker, anhaltender und
gleichmässif/er Glut. Dauer unter dem ßf 'asser fjut , in abwechselnder
Feuchtigkeit gering, im Trockenen Stockung, Füulniss und fVmm-
frass unterworfen. Syaltigkeit und Festigkeit beträchtlich. Zähigkeit,
Elasticitüt, Textur und Dichtigkeit mitielmässig. Härte beträchtlich.
Gewicht grün der Hub. F. 65 Pf, waldtrocken 50 Pf. Hauptnutzung
als Brandholz, als Nutzholz gutes Geschirr-, fVagner -Mnschinenholz,
zu Spaltwaaren und grober Schnitzarbeit. A sehenertrag von 1000 Pf.
Holz U'kPf. Asche, 1 Pf ISLoth Pottasche. Rinde und Bast nicht
494 €UPII£.IFERAE. Quercus.
besonders nulzhnr. Abfjef'allenes Laxih ein trefflicher Dünyer, S Pf. ^=
1 Pf. Stroh. Frucht als Mast den Eicheln nachstehend, darferjcn ein
vorzügliches Speiseöl liefernd.
WorstlicheS Verhalten, Natürliches Alter 250 — 300 ./.,
wirthsehaftlich vortheilhaftcstes im Ilochwulde ISO «/., im Niederwaldc
25 J. Durchschnitts zu wachs als BaumhnH 40 — -45 Kuh. F., als
Schlaffholz 25 — '30 Hub. F. Au s s chlay sfiihiijkeit vom Stock und
der fVurzel fjering, deshalb zu Niederwald nicht zu empfehlen und der
Bicb bei altern Stöcken im junr/en Holze zu führen. Mässifje Beschat-
tunii ijut crtra(fcnd und in der ersten Jucfcnd verlaufjend. Durch
Dürre, Frost, M äuscfrass t(nd Benatfcn der fVurzeln von Mai-
käferlarvcn in der Juf/cnd leicht leidend, und oft (jänzlich vernichtet.
BelanbuHff andere Holzarten verdämmend, den Boden sehr verbessernd.
H, f^UERClIS. JEICUJE,
I>lNiy. Gen. 11. 1070.
Männliche Kätzchen fadenförnila;, unlerhrochen, Blüten ohne
DeckhläUer, Geschlechtsflecke 5 — 9-lheiiig, Slauhgefässe von
derselhen Zahl. Weihliche Blüten von geschinileiten Ueckhlät-
tern uuig'ehen, die um die Fruchthasis zur holzigen iiapfförmi-
gen llüUe verwachsen^ Fruchtknote 3-facherig. ISuss 1 -sä-
mig. Geschl. Syst. X\I. 8.
llohc (bis zu 140' erwaclisenile) Itäunie, mit tief in die Erde dringen-
den Wurzelarmen, mächtigem Stamm und kraftvollen gewundenen Zwei-
gen ein Bijd der Unvergänglicbkeit. — Die Krone von unterbrochenem
Umfange, Äste huchtig und Iniieig. Knospen schindclig geschuppt. Blät-
ter l>eini Ausbruch quer gefaltet. — ■ Keimt mit in der Erde zurückblei-
benden Kernstücken.
1. CJ. Roltiir. Stiel- {^ommer-} JEiche, Blätter kurz
gestielt oder fast sitzend, mit lappiger Basis ; weibliche Blüten und Früchte
an verlängertem Stiele von einander gesondert.
LiNN. Fl. succ. 340. Engl. bot. t. 1342. Q. pedunculata Ehrh. Beitr.
V. 161. Arb. n. 77. Chi. han. 499. Koch Syn. II. 737. Q. foemina
MiLL. Gärtnerl. n.2. und der Forstmänner. Beit. u. Abel Holzart. T. 2.
Fl. dan. 1. 1180.
In Waldungen des Flachlandes und der Vorberge beträchtliche Wäl-
derstrecken bildend, auch einzeln eingesprengt und truppweise, auf tief-
gründigem Boden mehrerer Art, am besten im sandig- humosen Lehm-
boden des aufgeschwemmten Landes bei warmer Lage wachsend. Laub-
ausschlag und Blütez. ]>Iittc Mai's, Fruchtr. Ende Septembcr's, Laubab-
fall meist vollständig Mitte October's.
Schaft langer und mehr \v.ilzcnlorniig als der der folgenden Art. IIolz helllirann. Bc-
laubiing gesättigt grün, Blätter imregelmässlg Ijuclitig- lappig und in der Form variirend,
Blattstiel 74" 'ä"g- Friiclitc sitzend an */., — 1" langen Stielen, walzenförmig, lielitockergelli.
«. ^. se^isiliflora. Vrauhen. {Winter.) Miche, Blät-
ter gestielt mit keilig zulaufender Basis; weibliche Blüten und Früchte
sitzend.
Sm. Fl. brit. III. 1026. Koch Syn. II. 737. Engl. bot. 1. 1845 (Blätter
fehlerliaft). (^). Bobur Chi. hau. 499 und der Forstmänner. Schk. Handb.
III. T. 301. b. Beit. u. Abel Holzart. T. 1. IIayne Arzneigew. VI. T. 35.
Q. Bobur ß. LiNN. Fl. suec. 340. Q. sessilis Ehru. Beitr. V. 161. Arb.
n. 87.
In Waldungen der Gebirgs - und Hügelgegendcn, eingesprengt oder
truppweise, auf Boden verschiedener Art, am besten in einem kräftig
humosen wachsend. Laubausschlag und Blütez. Ende Mai's, Fruchtr.
Anfang October's. Laubabfall, der nur theilweise erfolgt, Ende Oct.
Corylus. CUPUI.IFERAE. 495
Ilolie geringer als von A. 1. Holz etwas diinlilerbrann, Belaiibung dunkler grün. IJJaUci
von festerer, steiferer Substanz, melir und regelmässiger buclitig - lappig, in eine kurze Basis
ohne Lappen zulaufend ; Blattstiel '/._, — Y," lang. Früclite kürzer, dicker, ci - walzenförmig,
ockergell».
technisches «. ÖJeononiischeS* Für Purhanla(jen ein f/c-
ei(f neter Baum, vorzüalich A. 1. Brennwerth des Holzes dem der
Bliche beträthtlich nachstehend. Dauer im Nassen, im Trockenen und
unter wechselnder Einwirkunfj die tjrösste unserer Hölzer. Spaltifjkeit
sehr gut. Zähigkeit und Elasticität nur bei jungem tmd Hernholze be-
trächtlich, altes Holz brüchiff und zum Erummwerden geneigt. Textur
unfjleich und nicht dicht, daher dem ff'erf'en ausgesetzt. Härte bc
trachtlich. Gewicht grün der Eub. F. zvnschen 68 u. 72 Pf'., wuld
trocken zwischen 52 ü. 62 Pf. Zu Land-, fVasser- u. Schiffbau, zu
Spalt-, Schirr- und ff'affnerarbeit das vorzüglichste Holz. Aschen-
ertrag von 1000 Pf. Holz 23^^ Pf Asche,'! Pf 29 Loth Pottasche.
Ritijle und Bast das gesuchteste Gerbematerial, auch officinell. Laub
grün (jetrocknet ein nahrhaftes f'iehfuttcr, abgefallen 3^li — 4 Pf = 1 Pf.
StroK an Düngkraft. Frucht eine vorzügliche Schweinemast.
WorStltcheS Verhalten* Natürliches Alter 6 — 800J.,
•thschaftlich vorlheiUiaftcsies im Hoch- und Mittelwalde zu starkem
V)irrnsci
Nutzholz 160—200 J., zu ländlichem Bauholz 120 — 160 J., als Schlag-
holz 20— 40 J., als Schälwald 12 — 18 J. Durchschnittszuwachs
als Baumholz 40—50 Eub. F., im Niederwalde 30 — 40 Eub. F. Aus-
schlag s fähig keit vom Stock stark und lange dauernd, von der fVurzel
unerheblich. Massige Beschattung tiur in den ersten Jahren vertra-
?cnd, dann völlige Lichtstellung verlangend. Durch V erbe itzung und
y ivfeldürre leidend. Betäubung nicht verdämmend, den Boden,
bei geringem Abfall und weil der gebildete Humus adstringirend ist,
nur massig verbessernd.
3. COR¥I>.IJIS. MA^SMEi,
LlNN. Gen. n. 1074.
Männliche Kätzchen walzenförmig-. Blüten ohne Geschlechls-
decke mit 1 Deckblatt und 2 Deckhlättchen, Staubgefässe 8 aus
dem Miltelneiv des Deckblatts. Weibliche Bliiten 1—2 au der
Spitze einer Knospe, umgeben von 2 mit der Frucht auswach-
senden Deckhlättchen, Fruchtknote 2- fächerig, mit 2 fädlichen
Narben. INuss 1 — 2 -sämig. Geschl. Syst. XXI. 8.
Hoher Strauch mit wechselstilmligen, ganzen Blättern und hinfälligen
Nebenblättern. Knospen schindelig geschuppt. Blätter beim Ausbruch
zusammengefalzt und i|uer gefaltet.
i. C. A^ellaiia. Genteine Masel» Blätter rundlich -um-
gehehrteiruufl, kurz zugespitzt, mit schwach herzförmiger Basis; Frucht-
hülle glockig, kürzer als die Frucht, mit oflenstchcndem, zerrissen -ge-
zähntem Saum.
LiNN. Sp. pl. 1417. Chi. han. 500. Roch Syn. II. 738. Schk. Handb.
III. T. 305. Beit. U.Abel Holzart. T. 36. Fl. dan. 1. 1468. Engl. bot. t. 723.
In Gebüschen, Hecken, Hainen und Wäldern, auf lockerem etwas
feuchtem tiefgründigem Boden, häufig, im Niederwalde oft truppweise.
Februar, Anfang März. — September.
Höbe 6 — 12', selten baumartig. Rinde braungrau, in der Jugend gelblicbbrann mit
weissen Puncten. Zweige ruthenfürmig, nebst den Blattstielen mit braunen Drüseuborsten
besetzt. Blätter grob sägezäbnig und mehrfaeb gezäbnelt, raubhaarig. Purpurne Narben aus
der Spitze der Knospen scbon vor beginnenden Stäuben der männlicben liätzcben bcrvortre-
Icnd. — Die Länge der Frucbtbüllc variirt.
496 CUPIJLIFERAE. Carpinus.
*18. C tubiilosa. MJamherts-Mtasel. Blätter nindlich-
um^fkeluteiiuiul, luiiz zugespitzt mit schwach herzförmiger Basis; Fruclit-
külle röhrig, so lang als tlic Frucht, mit zusammengezogenem, zerrissen-
gezähntem Saum.
WiLLD. Sp. pl. IV. 470. Koch Syn. II. 738. Guimp. Holzart. T. 151.
In Gebüschen und Ileclien, auf lockcrm humosem Boden, im süd-
westlichen Theile des Geliiets, verwildert {Pr. JV . um 31ünster häufig).
Februar, Anfang März. — September.
Hüher als A. 1., oft liaiiinartig. Frucht grösser, von cliclit anliegCDilcr oben verengerter
Hülle cingesclilossen.
«JE TTJERünCHMS.
technisches u. ÖlCOnotnischeS, Die lant/en Ruthen der
A. 1., des weichen, zähen Holzes werjen , zu fViedcn und Korbarheit
u.s.xv. nutzbar, bei mehrerer Stürhe zu Reif'stiiben, Reishohlenbrcnnen,
kleinen Geräthsehaf'ten, auch (jutes Rrennholz , wodurch der Ertraif im
Niederwalde sehr betrüchtlich werden kann. Die Frucht eine ange-
nehme Speise und ein. süsses Ol liefernd.
Forstliches Verhalten, Als Niederwald in 12 — 16 jährigem
Umtriebe zu behandeln. f "erträgt keine Reschat tu ng , weshalb der
Strauch sich weniger für Mittelwald eignet und bedarf gegen Fer-
beitzung einer 12 -jährigen Schonung.
4. CARPI]¥US. MEA-ENBUCMH,
lilWN. Gen. n. 1073.
Männliche Kätzchen walzenförmig, Blüten ohne Geschleehts-
decke mit 1 Deckhlatt; Sfauhgefässe 12—20. Weihlichc Kätz-
chen mit hinfälligen Ileckhlältern;, Blüten zu 2 in deren Ach-
seln, mit meist 3-la|)|)igen zur Hülle der Frucht auswachsenden
Deekhlättehen, Fruchlknote 2-fächerig, von einer 6-zähnigen
Weihenden Geschlechtsdeckc gekrönt, mit 2 iXarhen. iNuss 1-
fächerig. Geschl. Syst. XXI. b.
Mittelhoher Baum mit länglicher, sperrig-ästiger Krone und weit Tcr-
breiteten Wurzeln. Knospen geschindelt- schuppig. Blätter ganz, ge-
sägt, beim Ausbruch in Bichtung der Seitennerven faltig. — Keimt mit
2, über die Erde tretenden, linsenförmigen, steifen, glänzenden Samen-
blättern.
f. C Betnliis. Gemeine Mainbuche* Blätter einmd-
länglich, spitz, doppelt-gesägt; Declischuppen der Fruchtkätzchen 3-
lappig mit verlängertem Mittellappen.
LiNN. Sp. pl. 1416. Chi. han. 500. Kocu Svn. IT. 738. Schk. Hundb.
III. T. 304. Beit. u. Abel Holzart. T. 36. Fl", dan. 1. 1345. Engl. bot.
t. 2032.
In den Buchenwaldungen , auf Boden mehrerer Art, einzeln einge-
sprengt oder truppweise, häufig, auch angepflanzt in der Nähe der Dör-
fer; im Gebirge bis zu 1500' ansteigend. Laubnusschlng und Blütez.
Mitte Mais. Fruehtr. und Laubabfall Mitte Octobers.
Ilölic im freien Slaiulc sc-lten über 40', im Bucbennalcle fast <Iie IIölic der Bliebe er-
reichend. Stamm spannriickig. Rinde weisslichgrau , glalt. Männliche Kätzchen hängend,
gelblich mit brannrotheu Rändern der Schuppen; weibliehe Kätzchen schlalT, ]>'arben ge-
streckt, blassrolh.
GM nrEnBLICHMS.
technisches u. ÖlCOnomiSChes, Zu Lauben und Hecken
vorzüijlich geeignet. Rrennwcrth des Holzes etwas höher als der der
Buche. Dauer unter allen Verhältnissen gering , dem Stockigwerden und
dem fFurmfrasse ausgesetzt. Spaltigkeit sehr schlecht. Zähigkeit, Fe-
stiffkeit und Elasticit'ät beträchtlich. Te.xtitr gleichmässig. Dichtigkeit
§alix. ISAI.ICINEAE. 497
beträchtlich. Härte nusffezeichnet. Dem Reissen und tVerf'en nicht un-
terworfen. Gewicht f/rün der Hub. F. 62 Pf., waldtrocken 50 — -SG Pf.
forzüffliches Nutzholz zu Mühlrüderkämnien , fiir Stellmacher , Drechs-
ler und zu kleinem Geschirr; nur mittelmässifjes Tischlerholz. Eschen-
er trag von 1000 Pf. Holz 25'U Pf ^tche , 3 Pf 1 Loth Pottasche.
Blätter «jetrocknet ein ziemlich (/ufes Viehfniter, abgefallen von (jerin-
gerer Dünf/kraft als die der Buchen.
Worsiliches Verhalten* Natürliches yi It er bis 200 J., wirth-
schaftlich vortheilhaftestes als Baumholz SO— '100 J., als Schlagholz
25—30J. Durchschnittszuwachs als Baumholz 35 — 40 Hub. F.,
als Schlaf/holz 25 — 30 Hub. F. yiu s s chlag sf nhigkeit vom Stock und
der fVurzel stark und lange dauernd, daher jederzeit tief zu hauen.
Massige Beschattung gut ertragend und deshalb gutes Unterholz im
Mitteiwalde. Im Sandboden durch Dürre und Frost leidend, überall
durch Mäuse fräs s. Belaubung verdummend, den Boden langsamer
als die Buche verbessernd.
¥r:EMJ9JE]¥JLMVMGJE J» JPi^JlTZJBJV.
RlCll. in Kl'NTH Nov. gen. amer. II. "21.
Zweiliäusig. Kätzchen mit einzelnen Blüten in den Achseln
geschindelter Deckhlätter (Schuppen). Geschlechtsdecke zu 1
oder 2 (seilen niehrern) driisenähnlichen Stielchen verkümmert,
männliche: 2—12 (selten mehrere) Stauhgefässe, frei, seltener
theihveise oder der ffanzen Länge nach verwachsen; weihliche.
Fruchtknote frei, l?oder halh 2-fächcrig, 1 Griffel mit 2 oft
gespaltenen IVarhen. Kapsel ohen 2;klappig, vielsamig. Sa-
men geschöpft, ohne Eiweiss. Keim aufrecht, gerade^ das
Würzelchen zum Nahel gewandt.
Vorkommen. Die Nähe des Wassers liebend an Bächen und Fluss-
ufern verhreitet, den Moor- und Bruchboden aufsuchend, und in den
Gebirgen besonders da Tcrbreitet, wo in einer feuchten Atmosphäre viel
Luftniederschläge eintreten. Beim Übergange auf trockenen Sandboden
Yeränderungen des Wuchses und der Bekleidung mit Haar unterworfen.
Gehalt. Reich an gerbestojfartigen Substanzen, die vorzüglich in
der Rinde ihren Sitz haien; ferner Ritter Stoffe, f Fachs, Gummi— füh
rend. In der Asche viel kohlensaurer Kalk.
1. $>AliIX. JTMinJE*
I.INN. Gen. n. 1098.
Deckhlätter der Kätzchen ungetheilt. Geschlechtsdecke zu
1—2 walzcnförmifi-en Körperchen (Drüsen) verkümmert. Geschl.
Syst. XXII. 2. * ^
Bäume, häufiger Sträuche, von 80' Höhe bis zu kaum einige Zolle
über die Erde sich erhebenden Reisern. Knospen sitzend, seitenständig,
von einer einfachen Schuppe bedcclit. Blätter wechselständig, ganz,
liurz gestielt, in der Knospenlage sich deckend. Nebenblätter hinfällig
oder bleibend, in der Gestalt nach ihrer Stellung am Zweige einiger-
massen veränderlich. Kätzchen theils vor, Iheils mit den Blättern aus-
brechend, sitzend oder gestielt. Bei günstiger Witterung im Herbst pro-
leptisch zum zweiten Mal blühend. — Gestalt, Randbildung, Substanz,
Bekleidung, Farbe und Glanz der Blätter bei denselben Arten veränder-
lich, unter Inhaltung jedoch eines, dem geübten Auge erlicnnbaren,
Grundtypus. In höherm Grade durch Bastardzeugung, in keiner andern
498 SALICINEAE. Salix.
Gattung»; bolzartiger Gewächse so häufig und vielartig, der Kenntniss der
Arten Schwierigkeiten entgegenstellend.
A. Amygdalinae. Mandelhlü ttrigc Weiden.
Griindlorm der Blätter e i riiD cl-la nz et t fürm 1 g, ] ao z e t tf ö rm ig und lincal-
lanzel tf (i riu ig.
• Katzclion auf bel.lätlertem Stiel.
1. i^. peiitaiidra. Wünfniännige Weide. Rlütter ei-
rund-elliptisch oder eirund-lanzetttörniig, zugespitzt, dicht stumpf-gc-
sägt, kahl, oberseits spiegelnd, unterseits matt und heiler, Blattstiel viel-
drüsig, Nebenblätter eirund; männliche Blüten 5 — 10 -männig; Kapseln
kurz gestielt, eiförmig -länglich, kahl, Giift'el kurz, INarben rundlich-
eirund, ausgerandet, Schuppen lincal-länglich, hellgelb.
LiNN. Sp. pl. 1442. Chi. bau. 485. Scuk. Handb. IV. T.317. b. n.8.
Reit. u. Abel Holzart. T.34. Guimp. Holzart. T. 161. Fl. dun. t. 943.
Engl. bot. t. 180.5. Ehru. Arb. n. 48.
X S. fragili.pentandra. Knacle.fünftnännige Sa.
st ardlV eitle» Blätter länglich -lanzettlörmig, zugespitzt, dicht
stumpfgesägt, kahl, oberseits stark glänzend, unterseits matt und liel-
1er, Blattstiel 2 — 4- drüsig, Nebenblätter eirund, spitz; männliche Blü-
ten 3 — 4-niännig; Kapseln mittellang gestielt, ei -kegelförmig, Grillel
kurz, Narben eirund, tief ausgerandet, Schuppen länglich-lineal, hellgelb.
S. pentandra major Ehrh. Herb. (1887). S. Meyeriana Willd. Berl.
Baumg. 427. Guimp. das. T. 162.
An Gräben, Bächen, Sümpfen und Waldrändern, auf sandig- moori-
gem Boden, im nördlichen und mittlem Theile des Gebiets ziemlich häu-
fig, im südlichen vom Harze an nicht mehr vorkommend; die Bastard-
form selten {Hn. Missburg bei Hannover, beide Geschlechter). Mitte
Mai's mit dem Laubausschlage. — September; die Bast. F. Ende Aprifs. —
Angust.
Bis '20' hoher Baum, häufiger starker Strauch. Aste etwas liriichig, junge Triebe <1un-
L-elhraun , firnissarlig glänzend, nehst den kahlen Hnospen klebrig. Junge BLittcr des Kätz-
clienstiels gezähnelt, Ilerbstblätter 3 — 4" lang, I '/j" breit, fast lederartig. Männliche
Kätzchen gestreckt, länglich- tvalzCDförmig, dick- und dichtblütig. Drüsen 2. Kapseln
später an der Basis herzförmig ausgerandet, Schuppen hinfällig. — Die Bast. F. bis 35'
hoher, schlanker Ba. Blätter bei 3 — 4" Länge '/j — '^/i" breit, Basis rundlich. Der
S. pentandra in der gesamniten Bildung sehr ähnlich, doch schon von weitem durch die
schmalen Blätter auffallend. — Ein bei Hamburg gesammeltes Exemplar von S. pentandra
zeigt balbverwachsene Staubfäden, ohne dass eine weitere hjbride Einwirkung bemerklich wäre.
Bemerk. I. Die Schwierigkeit einer scharfen Diagnosirung der Weidcuartcn yerlaogt
eine möglichst consei|uentc Anwendung der Ausdrücke zur Bezeichnung der Formen. Die
befruchteten, zur K a |) s e I heranreifenden Ovarien (für die ich den eingeführten, streng
genommen unrichtigen Ausdruck Kapsel beibehalte) sind hinsichllich ihrer Stielbildung hier
bezeichnet: fast sitzend, kurz, uiiltellung, sehr lang gestielt. Die Gestalt bcireflend, verlän-
gern sich die Kapseln aus stets eirunder, später bauchiger Basis, unter zunehmender '^ er-
schmälerung gegen den Griffel, kegelförmig. Bei geringer >erlängerung bleibt die Kapsel
eiförmig, geht mit zuneliuiender Verlängerung in die eiförmig- längliche und dann in die
kegelförmige über, seltener verschmälert sich die stumpflich endigende Spitze mehr allmälig
in den Griffel. Hiernach sind (unter Beseitigung der besondern Angabe einer eirunden Basis,
und des nur für flache Gegenstände geeigneten Ausdrucks lanzeltförmlg) die Ausdrücke ei-
förmig, eiförmig - länglich , ei - kegelförmig, kegelförmig und pfricmenforinig zugespitzt (oder
in den Griffel verschmälert) eingeführt worden. Für die Länge des Griffels sind , der Stielbc-
zeiehnung analog, die Ausdrücke sehr kurz, kurz, mlltellang und sehr lang gebraucht. Die
Färbung der Kätzchenschuppen ist, gegen die Regel, in die Diagnose aufgenommen, weil
sie ein gutes und meist constantes Merkmal abgiebt.
Salix. SAl^ieiNEAE. 499
Renicrk. 2. IVocIi bemerke ich, dass meine Citate der Engl. bot. sich stets auf den
Besitz vollständiger, von SmITH, HOOKER, BoRRER, WiNClI — erhaltener, mit den Ab-
bildungen und Besebreiliungen sorgfältig verglirliener Ejemplare begründen.
«. $$. fragtli.^. KnacTe.JPeide, Blätter lanzettförmig, zu-
gespitzt, eingehogeii - stiimpfgesägt , kahl, gloicliiarhig oder unterseits
schwach bereift, Blattstiel 2-driisig oder drüsetilos, INebeiihlätter halb-
herzförmig; männliche Blüten 2-mäiinig; Rapsein niittellang gestielt, ke-
gelförmig, in den mittellangen Grifl'el verschmälert, Narben länglich, ge-
spalten, Schuppen lineal -länglich, hellgelb.
LlNN. Sp. pl. 1443. FI. SUeC. 347 (nach Ausweise von EllRHART i» LWNE's Zeit
zu Upsala eingelegter Exemplare). Chi. han. 485. ScHK. Haudb. IV. T. 317. b.
n.6. Beit.u. Abel Holzart. T. 27. Guimp. Holzart. T. 167. Ehrh. Arb.
n. 88. Hayne Arzneigew. XIII. T. 41. S. fragilis cc. decipiens Roch Syn.
II. 740. S. decipiens Hoffm. Hist. sal. II. Fase. T. 15. t. 31. Engl. bot.
t. 1937.
^ S. pentandra. fragilis. Wünfmännige-KnacTe.
Bastardweide» Blätter länglieh -lanzettförmig, lang und fein
zugespitzt, stumpfgesägt, kahl, gleichfarbig oder unterseits schwach
bereift, Blattstiel 2 — 4 — 6-drüsig; männliche Blüten 2—4-, selten 6-
niännig. Rapsein kurz gestielt, kegelförmig, Griffel kurz, Narben ei-
rund, gespalten, Schuppen lineal-länglich, hellgelb.
S. fragilis Sm. Comp. Fl. brit. Ed. III. 145 („stamina 2 — 5«). Engl.
lH>t. t. 1807 (Analyse mit 3 Staubgefassen). S. tetrandra WiLLD. Enum. hört,
berol. Suppl. 66. S. cuspidata Schultz Fl. starg. Suppl. 47. Roch
Syn. das.
X S. albo. fragilis. WTeisse-Knacle.Bastardweide,
Blätter schmal lanzettförmig, lang zugespitzt, gesägt, unterseits blau-
grau bereift, jung meistens beiderseits schwach seidenhaarig, Neben-
blätter halbherz -lanzettförmig; männliche Blüten 2 -männig; Rapsein
kurz gestielt ei -kegelförmig, Griffel mittellang, Narben länglich, ge-
spalten, Schuppen länglich, hellgelb.
S. fragilis y. Busseliana Roch das. S. Busseliana Sm. Fl. brit. Ilt.
1045. Engl. bot. 1. 1808. S. hexandra Ehrh. Beitr. VII. 138. Arb. n. 140
(Kätzchen, sey es in Folge bybriiler Einwirkung von S. penlandra oder als Missbildung,
mit 2, 3, 4, selten 6 Staubgefassen). S. Ehvhartl Chi. hau. das. S. pur-
urea Beit. u. Abel Holzart. T. 35. S. viridis Fries Nov. fl. suec.
ant. 43 (als fast K-ahlblättrige Form, nach Ausweise von SONDER uiitgctheiltcr Exem-
plare, die mit S. viridis FR. im Normal - Herbario übereinkommen).
An Flüssen, Bächen, V^'icsen- und Weideiirändern, auf feuchtem Bo-
den, die Hauptform sehr häufig; die zweite Bastardform häufig; die erste
Bastardform selten (Mh. Prenzlin; Hb.; Bm.; Hn. Missburg bei Hanno-
ver). April, Mai mit dein Laubausschlage. — Juni, Juli.
Bis 40' hoher Baum. Zweige der Hauptart bcllledergelb mit kahlen, dunkelbraunen
Knospen (S. decipiens HoFFM.), oder bräunlich mit gleichfarbigen oder röthlichen , kahlen
Knospen, nebst denen der erslen Bast. F. sehr brüchig; der 2len Bast. F. gelbrülblich oder
rolh und zähe. Unterste Blätter des Kätzchenstiels der Haupt- und ersten Bast. F. ganz-
randig. Drüsen 2. Schuppen hinfällig. Variirt breit- nud sehr sehmalblältrig. Letztere
Form mit zugleich unterseits bereiften Blättern, der S. Busseliana sehr ähnlich, lässt sich von
dieser sicher an den brüchigen Zweigen unterscheiden. — Die Iste Bast. F., der S. fragili-
peulandra sehr nahe stehend, unterscheidet sich von dieser ausser den angegebenen Charak-
teren ebenfalls durcli die grosse Brüehigkeit der Zweige; durch weniger stark glänzende,
unterseits oft blaubereifle Blätter mit verschmälerter Blaltbasis , und durch schlallere, etwas
überhängende, weniger dichtblütige männliche Kätzchen. Die Blätter der 2lcn Bast. F. sind
stets in den Blattstiel verschmälert, die Knospen sind auf dem Bücken oder nur an der Spitze
sehr zart behaart, die Schuppen der Kätzchen kürzer als an- S. fragilis, auch wohl abgerundet
und meistens, doch nicht immer, schwächer behaart. Es kommen häufig Individuen vor, an
32 •
?;'
R e in e r 1
i. 2.
Koch
a.a.
O. »ill •
räumen.
Drei
Iiahe
itli al.er
meL
.ere Male
hybriden
Abku
nft an
sidi tr.i
Ige...
Es dürl
cuspidata
1 Schultz
nur eine
I.rei
ll>ll.ltrige
500 SALICIMEAE. Salix.
denen die jungen Itlaller fast ganz kahl sind. Eine solche, S. fragilis näher aU S. alha
stehende. Form ist S. viridis Fk.
Uemerk. 1. S. hexandra EilRH. weicht von Russeliana nur durch die Zahl der Slauh<
gefässe (in verkümmerten Katzchen) ah. Die in der Jugend auf der Flache etwas behaarten
Blätter („Folia lineari - lanceoluta , acumioata , serrata : juniora serieea, Flores suhheiandri "
EllRII. a.a.U.) bezeichnen .sie bei zutreffender Z»eig- , Knospen- und Itlattbildung als jene
und entfernen sie eben so bestimmt von S. pentandra. EllRH. entnahm die in seinen Arb.
eis. niilgelheilten Exemplare von einem bei Missburg gefundenen Stamme. Mit dessen Unter-
gange wird auch jene Form untergegangen sejn , deren Erwähnung daher nur historisches
Interesse hat.
S. fragilis durchaus nur 2 Staubgefässe ein-
Individuen gefunden, die keine Spuren einer
rfte daher noch zu untersuchen sejn, ob nicht S.
Spielart von S. fragilis ist.
3« S* alba* JJTeisSe Jf^eide» Blätter schmal lanzettfünnig,
zugespitzt und in den Blattstiel verscliniiilert, drüsig -feingesägt, oberseits
scliwacli, unterscits stark grau -seidenhaarig, IXehenblätter lanzettlieli;
männliche Blüten 2-niännig; Kapseln last sitzend, eiförmig, kahl, Grifl'cl
kurz, INarbcn dicklich, tief aiisgerandet, Schuppen länglich, rostgelh.
LiNN. Sp. pl. 1449. Chi. han. 487. Roch Syn. 11. 741. Sciik. Handh.
IV. T. 317.h. n.7. Hoffm. Uist. sal. 1. Fasc.'ll. t. 7. 8. Fase. IV. t. 24.
f. 3. Reit. u. Abel Holzart. T. 11. Guimp. Holzart. T. 197. Engl. hot.
t. 24:30. Ha\ne Arzneigew. Xlll. T. 42. F.hrh. Arb. n. 10.
b. vitelliiia. Hie dottergelbe. Zweige schwächer, oft hängend,
dotter- oder rothgelb.
Chi. han. das. RocH das. S. vitellina LiNN. das. Schk. das. T. 317. b.
n.7. Hoffm. das. Fase. 111. t. 11. 12. Fase. IV. t. 24. f. 1. Reit. n.
Abel das. T. 28. Guimp. das. T. 166. Engl. bot. t. 1389. Ehrh. Arb.
n. 78.
Auf V^'^iesen, Triften, an Fluss- und Teichrändern, auf feuchtem Ro-
den, allgemein verbreitet. !>Iai, mit dem Laiibausschlage. — Juni.
Bis 80' hoher Baum mit grünlichgrauer Rinde, länglich - runder , silbergrau glänzender
Krone. Kebenblätter abfällig. Drüsen 2. Schuppen hinfallig. — Variirl mit weniger be-
haarten Blättern (|7h. Hannover, Bordenau) , die gegen den Herbst zum Thcil kahl werden
(S. coerulea Sm. Engl. bot. t. 2431.). — Ein alter hoher Stamm im hies. bot. Garten,
40 J. lang mit Recht als S. vitellina docirt, hat seit einigen Jahren die rotbgclbe Farbe
seiner Zweige in die gewöhnliche grünlichgraue umgeändert.
4. S. trlandra. üreimännige W^eide, Rlätter läng-
lich-lanzettiöimig o<ler lanzettförmig, zugespitzt, drüsig-gesägt , kahl,
oberseits glänzend, unterseits gleichfarbig und matt, oder schwach be-
reift, ]>ebenhlätter halbherzförniig; männliche Rlüteu 3-männig; Rapsein
mittellang gestielt, eiförmig- länglich, kahl, Grill'el sehr kurz, ]>arbeii
länglich, gespalten, Schuppen oval, hellgelb, am Rande kahl.
LiNN. Sp. pl. 1442. Chi. han. 489. Schk. Handb. IV. T. 317. b. n. 9.
Hoffm. llist. sal. 1. Fase. II. t. 9. 10. 11. Fase. 1. t. 23. f. 2. Guimp.
Holzart. T. 159. Engl. bot. t. 1435. Hayne Arzneigew. Xlll. T. 39. EuRti.
Arb. n. 19. S. amygdalina ß. concolor Kocu Syn. 11. 742.
b. amygdalina. JOie zweifarbige. Rlätter unterseits stark bläu-
lichweiss bereift.
S. triandra v. glaucophylla Chi. han. das. S. amygdalina a. discolor
Koch das. S. amygdalina Linn. das. 1443. Fl. suee. 346. Reit. u.
Abel Holzart. T. 26. auch S. Villarsiana (mit kürzern Blättern) u. S. Hop-
peana (mit androgynen Kätzchen). V^'lLLD. Sp. pl. IV. 6.55. fiiM.
X S* vinilnall. triandra. Korb -areimännige- Ba-
stardweide* Rlätter lineal- lanzettförmig, lang zugespitzt, fein
drüsig-gesägt, oder seicht geschweift -gesägt, jung schwach weich-
§allx. SAI.I€INEAE. 50 i
haarig, später beiderseits kahl, Nebenblätter halbherz -lanzettförmig;
Kapseln inittellang gestielt, eiförmig -länglich, weichhaarig o«Ier kahl,
GriÖel mittellang, Narben länglich - lineal, gespalten, Schuppen läng-
lich, trüb- Oller fahlgelb, lang behaart.
S. triandroides Ehrh. Herb. (1789). S. triandra pubescens ders. Her-
renhaus. Plant. Yerz.27. S. undulata ders. Beitr. VI. 101. Arb. n. 108.
Chi. han. das. Güimp. das. T. 160. S. lanceolata Sm. Engl. bot. t. 1436
(mit kahlen Kapseln). S. hippophaefolia Thuill. Fl. paris. 514. Koch das.
(mit meistens etwas schmälern und schwacher gesägten Blättern).
An Fluss- und Bachufern, Wiesenräudern und Wegen, auf feuchtem
Boden, sehr häufig; b. hier und da im Flachlande, besonders im nörd-
lichen Theile des Gebiets; die Bastardform meist einzeln zwischen den
Stammeltern (sichere Standorte: Hb. bei der alten Schleuse; Bin.; Hn.
am Schnellengraben, von wo Ehruart sie in die Herrenhäuser Plantage
versetzte, Bordenau, Goslar, Osterode an der Söse; Hs. Oberkaufungen
an der Lossmanne; Pr. Quedlinbung an der Bode; Pr. JV . an der Lippe).
Apiil, Mai mit dem Laubausschlage. — Juli.
Strauch von 4 — 8' Ilühe, seltener geringer ISaum, mit granhraiiner, den Platanen ähn-
lich von der rothhraunen L'nterlage sich abloücnder, Rinde. Junge Zweige gelblicbhraun.
Blätter langer und liürzer, lirciler und schmäler, kurz und lang zugespitzt mit ahgerundeter
und verschmälerter Basis — der Blatlrand hahig-, stumpf-, flach - gesägt , kurzbuchtig- gesägt
und hnchtig-gezähnelt variirend. Eine Druse. Die Bast. F. sirauchig, Blätter schmäler und
l.inger, bisweilen mit schwach welligem, häufiger mit flachem Blaftrande (so die Mehrzahl
im EHRnART'schen Aarhlasse). — Die den Individuen nach etwas verschiedenartige Zahu-
hilduug des Blaltrandes trifft man oft an demselben Individuum, ja nicht selten an demselben
Blatte, indem eine Längenseite, oder auch wohl eine Hälfte beiderseits, fein gesägt, die
andere geschweift - gesägt oder gezähnelt, auch wohl fast ganzrandig vorkommt. Kätzchen
bald langer, bald kürzer. Das Vorkommen mit kahlen Kapseln ist das häufigere (auch im
EHRIlAKT'schen Nachlasse). 3Iännliche Blüten 3- auch 2 -männig. Schuppen blassgelb-
rostfarben. Die nächste Verwandtschaft, unter andern Arten aufgeführt, ist S. triandra -vimi-
nalis und S. purpureo - viminalis.
Bemerk. Wimmer Schrift, d. schles. Gesellsch. f. v.iterl. Cult. 1848. S. 124. hält
S. undulata für eine aroygdalina- (triandra-) hippophaefolia. Aber S. hippophaefolia ist gerade
S. undulata selbst, weun die Blätter etwas schmäler, der Blaltrand schlicht und schwächer
gesägt ist, auch die Kätzchen kürzer sind: Abweichungen, die übrigens keineswegs immer
zugleich vorkommen. Ein Consortium mit dieser bei uns seltenern Form (Bremen, Herford)
tritt selten ein und würde daher die Erklärung der Abstammung nicht begünstigen. Wo bei
uns S. undulata vereinzelt vorkommt, steht sie in der INähe von S. triandra und S. viminalis. —
Koch a.a.O. will S. undulata des Gollinger bot. Gartens nicht für acht anerkennen. Sie
stammt aber von der EHRHART'scheu Originalpflanze aus der Herrenhäuser Plantage ab.
Kätzchen sitzend, später auf beblätterten Stielen.
5. S. viminalis. ILorh-WeiÜe, Blätter lineal -lanzett-
förmig, lang zugespitzt, am Hunde unregelmässig ausgeschweift, etwas
wellig und zurückgerollt, oberseits kahl, unterseits fein seidenfilzig und
glänzend, Nebenblätter lineal-lanzettlich; Kapseln fast sitzend, ei-kegel-
förmig, filzig, Griflel sehr lang, Narben fadenförmig, meist ungetheilt,
Schuppen oval, nach oben dunkel rostbraun, lang behaart.
LiNN. Sp. pl. 1448. Chi. han. 490. Rocii Syn. IL 746. Schk. Handb.
IV. T.317.b. n.4. Hoffm. Hist. sal. I. Fase. L t. 2. t.5. f. 2. Fase. IV.
t.21. f.2.e. Beit.u. Abel Holzart. T. 57. Guimp. Holzart. T. 194. Engl.
bot. t. 1898. Hayne Arzneigew. XIII. T. 45. Ehrh. Arb. n.69.
X S. triandra.viniinalis. üreimännige -Korh-Ba-
Stardweifle» Blätter lanzettförmig oder lineal- lanzettförmig, zu-
gespitzt, schwach ausgeschweift - drüsiggesägt , oberseits kahl, glän-
zend, unterseits fein graufilzig, matt, Nebenblätter länglich -lanzett-
502 SALICINEAE. Salix.
Heb; Kapseln fast sitzend, ei -kegelförmig, fil/.ig, Griffel lang, Nar-
ben lineal , meist gespalten, Scbuppeii läiiglicb , rostgelb, lang be-
baart.
S. bippopbaefolia-viminalis WiMM. Sclirift. il. seliles. Gesellscb. f. va-
terl. Cult. 1848. S. 124. S. virninalis viridis Ehrh. Herrenb. Plant. \'erz.
27, spater S. mollissima Beitr. VI. 101. Arb. exs. n. 79. Chi. ban. das.
Koch das.
X $• purpiirea-viiiiinalis. Pur pur blutige -Korb-
Bast ardweide* Ulätter lineal -lanzettlorniig, zugJspitzt, seiebt
ausgesebweift- gesägt, oberseits kabl, unterseits matt und zerstreuet
zarlbaarig, später oft babl, IHebenJilätter lineal; Staulifädcn oft balb
verwacbsen; Kapseln fast sitzend, eiförmig -langlicb, filzig, Griffel
lang, ]Narben langlicb -fadenförmig, meist ungetbeilt, Scbuppen oval,
nacb oben dunkelrotbbraun, lang bebaart.
S. viminali-purpurea WiMM. das. S. rubra IIuDS. Fl. angl. 428. Cbl.
han. 488. Roch das. 745. Guuip. das. T. 171. Kngl. bot. t. 114ö (Ana-
lyse der Kapsel sehr aliweicliend mit .siUcudcii hrciteu Aarbcn). S. fissa IIOFFM. Ilist.
sal. I. Fase. III. t. 13. 14. Ehru. Arb. n. 29.
b. Forbyana. Oie breitblättrige. Blätter kurz lanzettförmig,
unter der Spitze meist breiter; Staubfäden oft der ganzen Länge
nacb verwacbsen, Narben etwas länger.
Cbl. ban. das. Koch das. S. Forbyana Sm. Fl. brit. III. 1041.
Engl. bot. 1. 1344.
X IS> cinerea -viniinali». Graue -M£orb- Bastard-
weide» Blatter lanzettförmig zugespitzt, seiebt wellenförmig ge-
sägt, oberseits kabl, unterseits fein graufilzig, jüngere mit scbwacbem
Seidenglanz, Nebenblätter balbberz- lanzettförmig; Kapseln kurz ge-
stielt, ei -kegelförmig in den mittellangen Griffel verscbmälert, filzig,
Narben sebmai lineal, ganz oder getbeilt, Scbuppen nacb oben rost-
braun, lang ))ebaart.
S. mollissima Sm. Fl. brit. III. 1070. Engl. bot. t. I;j09. S. Smitbiana
^ViLLD. Enum. bort, berol. II. 1008. Cbl. ban. 491. Koch Syn. II.
746. S. lanceolata Fr. Nov. fl. suec. Mant. 61.
An Flüssen und Bäcben, auf feucbtem Boden, selir bäufig; die erste
Bastardform ziemlicb selten (sicbere Standorte: Hb. Bilhverder, Ocbsen-
werder; Hn. Hannover Leineufer, Scbnellegraben, wo sie Ehrhart ent-
deckte, Bordenau, Göttingen: Walkemüble, wo sie verloren gebt — ; Us.
an der Werra gegen Ermiscbwertb über; Pr. (Quedlinburg an der Bnde);
die zweite Bastardform etwas bäuüger (Bi:; Iln. Götlingen: \'^'iesen
nacb Rossdorf am Leineufer, im Bovendscben Locb am Leineufer, zwiscben
Osterode und der Obernbüttc au der Söse; Pr. bei Minden; lls. zwiscben
Ilelsa und Oberkaufnngen); die dritte Bastardform im nördlicben Flacb-
lande, ziemlicb bäufig (iW/,-.,- Hb.; Br.; OZ. Jever; //h. Wrenien, Spieka,
Ncufcld, Belum, zwiscben Otterndorf und Bitzebüttel, Varel, Salzdelt-
furt). April, Mai; kurz vor dem Laubausscblage. — Juni, Juli.
Strauch von 6 — 8' Hohe, nchst den Bastardl'ormcn mit Jangen, riilhenförmigeu , gelh-
lichen oder grangriinen , seltener branncn, sehr zähen Zweigen. Junge Triebe und Hnus|ioa
behaart. BLilter der Hauplart bis ö" lang, '/.j" breit. Drüse 1. Kätzchen in der Grosse,
eben so wie bei S. jiurpnrca, variirend. Behaarung der Schuppen kürzer als der Griffel. —
Blätter der Istcn Bast. F. meist kürzer und ctivas breiter, am Rande «eilig oder flach. Es
kommen Individuen vor, deren Blattunterscite fast den Silberglanz der Slamuiart nachweist.
Schuppen der Kätzchen schmäler, Behaarung meistens stärker. — Zweite Bast. F. durch die
Bildung der Blätter an S. viminalis , durch die der Kätzchen an S. purpurea sich scLliesscnd.
Blätter denen der Isten Bast. F. oft so ähnlich, dass die Unterschciilung schwer fällt und
ebenfalls mit stark seidenartiger Blattnnterflächc variirend (j3. scricea KocH das.). Kätzchen
zierlich, dicht, mit den dunkeln Schuppen der S. purpurea. Die Kapsel-, Grifl'el- und
Salix. SAI.ICINEAE. 503
INarbenbildiing Tcräaderlicli , bald zu S. viniinalis, bald zu S. piirpiirea hinüberschwaDkend. —
Dritte Bast. F. der ersten abnlicb (»'ofür Sm. sie aiicb bielt, indem er S. raollissinia ElIRII.
Arb. 79. dazu cilirt ) , dscb der Straucb meist böher uod stärker, die Blätter breiter und der
Filz stärker; andererseits nnrailtelbar an S. viniinali - cinerea sich schliessend, von diesen durcb
schmälere Blätter, den etwas seidenartigen Filz, der bei jenen glanzlos ist, und durch die
schmälern fast fadenförmigen INarben zu unterscheiden.^ — Die hybride Abkunft dieser Weide
bedarf indessen weiterer Prüfung; in manchen Gegenden fehlend, ist sie in andern sehr häufig,
was sich allerdings durch Steckreiserverbreitung erklären lässt.
Benievk. AViimMER a.a.O. S. 124 hält S. Smithiana für eine aurita - viminalis,
welchem Bildung und Vorkommen unserer Pflanze widersprechen.
6. JS. piirpurea. JPurpurblütige Weide» Blätter spä-
te!-lanzettförmig, zugespitzt, nach oben zu scharf und fein gesägt, bei-
derseits kahl, blaugrün, unterseits bereift; Kätzchen schmal, meist gegen-
ständig, männliche Blüten durch Verwachsung zweier Staubgefässc 1-
männig; Rapsein gedrängt, fast sitzend, rundlich- eiförmig, kurzfilzig,
INarben sitzend, eirund, Schuppen rundlich, purpurbraun gesäumt.
LlNN. Sp. pl. 1444 (nach Ausweise eines von EllRllART zu I.INNEs Zeit aus dem
bot. Garten zu Lpsala eingelegten Esemplars). KOCU Syn. 11.744. GuiMP. Holzart.
T. 171. Engl. bot. t. 1388. S. monandra Hoffm. Hist. sal. I. Fase. I. 18.
t.l. f. 1.2. t.5. f. 1. t.2:3. f. 1. ScuK. Ilandb. IV. T. 317. a. n. 1. S. Helix
V. purpurea Chi. han. 488. S. Helix Keit. u. Abel Holzart. T. 58.
b. Lanibertiana. Hie höhere. Höher und langästiger; Blätter brei-
ter, umgekehrteirund-lanzettförmig; Kätzchen stärker, IXarben auf kur-
zem Griflel stehend.
S. purpurea ß. Lambertiana Koch das. S. Helix v. Lambertiana Chi.
b,in. das. S. Lambertiana Sm. Fl. brit. III. 1041. Engl. bot. t. 1359.
S. monandra var. Hoffm. das. 21. t. 1. f. 3 (nebst den untersten Analjsen rechts).
X S. riibro. purpurea. Mothe-purpurblütige-Ba-
Stardweide» Blatter meist gegenständig, lang spatel-lauzettför-
mig, zugespitzt, nach oben zu seicht gesägt, beiderseits kahl, unter-
seits bereift; männliche Blüten einmännig; Kapseln fast sitzend, eiför
mig-länglich, filzig, Griflel mittellang, iSarben länglich- fadenförmig,
Schuppen rundlich, purpurbraun gesäumt.
S. purpurea /. Helix Roch das. S. Helix Sm. brit. III. 1040. Chi.
han. 487. Glimp. Holzart. T. 170. Engl. bot. t. 1343.
X §. repenti- purpurea. Kriechende 'purpurblü-
tige'Bastardweide* Blätter schmal spatel- lanzettförmig oder
lineal- lanzettförmig, zugespitzt entfernt seicht gesägt, oberseits glän-
zend, unterseits bläulich bereift und zerstreuet seidenhaarig oder kahl;
Rätzchen meist gegenständig, Staubfäden oft halbverwachsen. Rapsein
kurz gestielt, ei-kegelförmig, silberhaarig-filzig, Grilfel sehr kurz, Nar-
ben eirund, Schuppen rundlich, purpurbraun gesäumt.
WiMM. Schrift, d. schles. Gesellsch. f. vaterl. Cult. 1848. S. 124. S.
Doniana Sm. Engl. fl. IV. 213. Roch das. 755.
An Flüssen und Bächen, auch auf Wiesen, auf feuchtem oder sum-
pfigem Boden, sehr häufig, hier und da mit der ersten ßastardform; b.
seltener; die zweite Bastardforin nur Pr. fV. Burg -Steinfurt, Büren bei
Paderborn gefunden. April, vor dem Laubausschlage, die Bast. F. mit
demselben. — Juni.
Strauch von 4 — Ö' Höhe, Zweige graubraun, rüthlichbraun , bisweilen duukelroth und
blau bereift, sehr zähe. Die Spielart b. auch geringer Baum, mit ledergelben oder grau-
gelben Zweigen. Blätter in I^änge, Breite und Zuspitzung veränderlich, durch einen eigen-
thumlichcn Fettglanz ausgezeichnet. Nebenblätter nicht vorkommend. Weibliche Kätzchen
sehr zierlich, doch in der Stärke variirend , bald fast kahl, bald dicht behaart. Drüse 1. —
Es kommt eine Form vor, deren ausbrechende Blätter mit starkem aber abreibbarem Seiden-
haar stellen- oder streifenweise überzogen sind. — Di«" Iste Bast. F. meist höher und lang-
504 SAEiieiNEAE. Salix.
ästiger, dem Gesamintanschcn niiJ der Blattforra nach an S. piirparea sich scliliesüend , wiik-
rcnd die Kapseln, GrifTel und IVarlicn mit denen der S. rubra (S. viminali - purpurea) ul>er-
einütinimen. — Die '2tc Bast. F. ein zieilicber , 2 — 3' lioLcr Strauch mit feiuen gelb- oder
rülblicbbrauncn, zerstreuet behaarten oder wie die rölblieben Knospen kahlen. Zweigen. lilaller
steillieh. 1— l'/i" lang, unter der Spitze 3 — S'/j"' breit. Staubfaden waehsgelb , Beutel
nach dem Ver.stäuben schwärzlich, weibliche Kätzchen nur >/r, — 3/^" lang. Kapseln silber-
weiss. Farben schwarz purpurn.
Bemerk. Es scheint kaum zweifelhaft, dass sich auch S. Tontederana Schi. Kocll
das. 744 als eine Bastardform von S. purpurea bestätigen wird.
■J. S. StipillariS. GeÖhrte W^eide. Blätter lang- lan-
zettförmig, zugespitzt, am Rande unregelmiissig ausgeschweil't und etwas
zurüel.gerollt, oberseits zerstreuet lieliaart oder lialil, unterseits grau-
oder weissfilzig, mit scliwacliem Seidenglanz, IXehenhlätter so lang als
der Blattstiel, aus liallilicrztormiger Basis lanzettlurmig zugespitzt; Kap-
seln fast sitzend, ei -kegelförmig, kurz in den sehr langen Griilel zuge-
spitzt, IVarhen fadenförmig, meist ungellieilt, Selnii>pen spitzlich, rost-
braun, gegen die Spitze dunkler, lang Iteliaart.
Sm. Fl. brit. III. 1069. Engl. bot. t. 1214. Chi. hau. 491. Kocu Syn.
II. 746.
Auf der Insel Nordernei, wohin sie höchst wahrscheinlich von Eng-
land gelangte, in der Nähe der 'V^'ohnungen , auf feuchtem sandigem Bo-
den im J. 1822 (Hannov. Mag. v. J. 1824 S. 156) vom Verf. gefunden und
in Deutschland wohl nicht weiter vorkommend. Mai mit dem Laubaus-
schiage, Juni, Juli.
Strauch von 4 — 6' Hübe, mit langen aufrechten Zweigen, und dickweissfilzigen , mit
langen Nebenblättern versehenen jungen Trieben. Junge Blätter unterseils fein graufiUig mit
röthlicbem Alittelnerv , von denen der S. Smithiana kaum durch etwas schwächern Seidenglanz
zu unterscheiden, später schmäler als diese, bis 4" lang, '/j" hreit. Weibliche Kätzchen
(männliche sah ich nicht) denen der S. viniinalis am nächsten stehend, dicker, länger und
haariger. Drüse I. — An üppigen Blättern der Norderneier rflanzc bemerkt man oft eine
Reihe Drüsen, nicht am. sondern '/2"' entlernt vom zurückgeschlagenen Rande, gegen die
Blattspitzc hinauflaufen, eine Bildung, die nicht selten eben so bei S. viminalis vorkommt.
Bemerk. 1. Gesammtansehen und wcsentliiher Bildung nach schlicsst sich S. stipii-
laris nahe an S. viminalis (unter welchem I>amcn SowEKIlY sie von C.ROWE , bei Burv ge-
funden, erhielt) und andererseits nähert sie sich sehr der S. Smilhiana, »onach mau geneigt
sevn könnte, sie als eine Baslardform von diesen beiden anzusehen oder eine ähnliche Ab-
kunft als die der letztem für sie anzunehmen. >^'1IMM£K hat lelztcres gelbao . indem er sie
a. a. O. (ohne wie es srheint englische Originaleieinplare >or Augen gehabt zu haben) für
eine Caprca- viminalis erklärt. In Ermangelung >on Beobachtungen des Cousortiiiuis scheint
OS rathsamer, S. stipnlaris für jetzt noch als eigene Art stehen zu lassen. In England scheint
sie selten, in der Fl. scotica '286. sagt aber IIOOKER von ihr „Hab. Iledges and woods.
common.'^ -^
Bemerk. 2. S. longifolia UoST zieht Koch das. als S}non\m zu S. stipularis. das
aus Wien bezogene Evemplar des hies. bot. Gartens ist S. Smithiana.
B. Cinereae. Graublättrige Weiden.
Grundform der Blätter eirund, nm gekehrteirund oder elliptisch, unterseits
filzig, grau oder klaugrau.
Kätzchen sitzend.
S* S^> Caprea* Sahl-W^eide» Blätter breit eirund oder el-
liptisch mit kurzer meist zurückgebogener Spitze, unregelniässig kerbig-
oder wellenförmig-sägezähnig, oberseits kahl oder schwach behaart, un-
terseits weisslich- filzig, IMebcnblättcr nierenrund; Kapseln lang gestielt,
ei -kegelförmig, lia.irig- filzig, Griffel sehr kurz, IMarben länglich, zu-
samniciincigend, Schuppen nach oben braunschwarz.
Salix. SAI.ICINEAE. 505
LiNN. Sp. pl. 1448. Chi. hau. 493. Koch Syii. II. 750. Schk. Handh.
IV. T.317. c. 11.15. HoFFM. Bist. sal. I. Fasel, t. 3. f. 1. 2. t.21. f. 1.
a — c. Ueit.u. Abel Holzart. T. 33. Guimp. Holzart. T. 192. Engl. Lot.
t. 1488. Hay^e Arzneigew. XIII. T.43. Ehrh. Arh. n. 98.
b. virgiiltosa. Uie strauchige. Strauchartig; Blätter kleiner und
zarter, elliptisch, last ganzrandig, unterseits feinfilzig; Kapseln lang
gestielt, kegelförmig, in den Griffel verschmälert.
S. Capreae var. IIoffm. das. I. Fasel, t. 5. f. 4. t. 21. f.d.
c. niontana. Oie gebirgsständige. Blätter breit elliptisch oder
umgekehrteirund -elliptisch, keilförmig in die Basis verschmälert, seicht
wellenförmig gesägt, unterseits feinfilzig. Kapseln lang gestielt, kegel-
förmig, in den Griffel verschmälert.
Chi. han. das. S. Caprea ß. sphacelata Wahlenb. Fl. carp. 319. S.
phlomoides Marsh. Bieberst. Fl. taur.-cauc. 11.415. III. 628.
X S> ciitereo-Caprea* GraueSahlSastardweide»
Blätter länglich -umgekehrteirund, zugespitzt, schwach geschweilt-ge-
sägt. olierscits kahl, unterseits bläulich-graugrün und behaart, IN'cben-
blättcr nierenrund. Kapseln lang gestielt, kegelförmig, pfriemlich ver-
schmälert, filzig, Griflel sehr kurz, Narben eirund- länglich, Schup-
pen nach oben braunschwarz.
S. Caprea -cinerea Wimm. Schrift, d. schles. Gesellsch. f. vaterl. Cult.
1848. S.224. S. grandifolia Sering. Saul. d. 1. Suiss. 20. Koch das.
S. sphacelata Sm. Fl. brit. III. 1066. Engl. bot. t. 2333 (nacL Ausweise
von Kew bezogener Steckreiser).
In Wäldern, Hainen und Hecken, auch im offenen Felde, auf Boden
jeder Art, sehr häufig; b. in Hecken und Hainen hier und da; c. in >Val-
dungen einzeln {Hn. Hannover am Heister, Göttingen am Solling, Harz,
z.B. Pr. Wernigerode), die Bastardform selten {Hn. Göttingen am Sol-
ling, Hs. unweit der Sabbaburg im Weserthale). März, April vor dem
Laubausschlage, b. und die Bast. F. 14 Tage später, fast mit dem Laub-
aiisschlage. — Juni, Juli.
Bis 50' bolier Baum, mit orangcliraunen , kahlen, etwas lileberig- glänzenden Knospen.
Blattform einerseits fast kreisrunfl , andererseits länglich und zugespitzt variirend ; Form der
Kapseln ebenfalls variirend, indem sie nicht seilen pfrieuilicb verlängert vorkommen , I>arben
bald länger bald etwas kiirzer und dicklicher. b. 4 — 6' hoher Strauch mit dunkel kasta-
nienbraunen, glatten Zweigen und kleinern regelmässig geschnittenen, lichlgrünen Blättern;
c. an b. sich schliessend, aber miltelhoher Baum, Blatter von der Hauptart durch regel-
mässigem Schnitt, keilförmige Basis, feinen dünnen Filz und feineres Adernetz abweichend.
sägezähnig. Kapseln laug oder sehr lang gestielt, kegelförmig, pfriem
lieh verschmälert, filzig, GriÜel kurz oder sehr kurz, INarben länglich
oft gespalten, Schuppen nach oben braunschwarz.
LiNN. Sp. pl. 1449. Chi. han. 492. Koch Syn. II. 748. S. acuminata
Hoffm. Hist. sal. I. Fase. II. 39. t. 6. Fase. II. t. 22. f. 2. a — c. Schk.
Handb. IV. T.317. c. n. 12. Reit. u. Abel Holzart. T.56. Ehrh. Arb.
n. 89.
b. obovata. J»ie breitblättrige. Blätter breit umgekehrteirund,
stumpf oder kurz bespitzt.
506 fSAl.l€lNEAE. Salix.
S. cinerea v. latifolia ii obovata Clil. lian. das. S. cinerea ß. ohovata
Koch das. S. aqiiatica Sm. Fl. l>rit. III. 1065. Engl. bot. t. 1437.
GuiMP. das. T.191. S. aurita Hoffm. Illst. sal. I. Fase. II. 30. t. 5. f. 3.
t.22. f.2. d.
c. longifolia. nie langhlättrige. Blätter umgekehrteirund -lan-
zettförmig zugespitzt.
S. cinerea v. calva Chi. han. das. S. acuminata IIoffm. das. 39. t. 6.
Fase. II. t.22. f.2 (<lic Ha..ptfig..r). S. oleifolia Sm. Fl. das. 1065. Engl,
bot. t. 1402.
X §• viniinali-cinerea. M£orb-graue-Bastardweide»
Blätter lanzettförmig- länglich, nach oben wenig breiler, zugespitzt,
schwach wellenlorniig- kerbig mit entfernt stehenden Drüsen/ähnehen,
unterscits fein graulLlzig, matt, jüngere mit schwachem Seidenglanz,
Nebenblätter halb herzförmig. Rapsein mittellang gestielt, ei -kegel-
förmig, in den mittellangen Griffel verschmälert, filzig, ]>larben läng-
licli oder lineal, ganz oder getheilt, Schuppen lang, spitz, nach oben
braunschwarz, langhaarig.
S. acuminata Sm. das. 1068. Engl. bot. 1434. Chi. han. 491. Rocu
das. 747.
X S. triandra- cinerea. Jtreimännige- graue -Ißa-
Stardweide» Blätter lanzettförmig, zugespitzt, seicht wellenför-
mig-gesägt, gegen die Spitze zu abstehend scharf gezähnelt, obcr-
seits angepresst weichhaarig, unterscits stark graufilzig, matt; ISeben-
biätter nierenrund- herzförmig, spitz; männliche Kätzchen walzenför
mig, locker, Staubfäden lang, Schuppen nach oben braunschwarz, lang
silberhaarig.
S. velutina Schrad. im gött. bot. Gart. S. holoserlcca Willd. berl.
BauniZ. 458. KuNTH Fl. berol. II. 212 (nach Ausweise der bei Treptow von
Sonder gesammcllcn mir zur Ansicht initgctheilten männlichen Pflanze). Chi. han. 492.
Koch das. 748 (mit Ausschluss der weiblichen Kätzchen). GuiMP. Uolzart. T. 106
(mäunl. Pn.; Blätter sehr ungenau).
An Wiesenrändern, Gräben, Teichen, Flussufern, in Hecken und
Hainen, auf feuchtem auch auf trockenem Boden, sehr häufig; die erste
Bastardform einzeln hier und da (Hb.; Bin.; Hu. Osterode; zwischen
Osterode und Uerzberg — ; Hs. Heisa — ). Die zweite Bastardform sel-
ten (//»i. Göttingen , am Fusswege zwischen der Stegemühle und der Land-
wehr, ein Strauch, der jetzt verloren zu gehn scheint; 7/.<^. Heisa). März,
April, vor dem Laiibaussehlage. — Mai, Juni.
Strauch von 6 — 12' Hohe, bisweilen baumartig. Junge Triebe nel>st den Knospen
graufiliig. IJl.itler von sehr veränderlicher Form, der Mitlelnerv unlerseits später meistens
eine lüthliche Färbung annehmend, die auch auf die abstammenden Formen übergeht. — Die
Iste Bast. F. findet sich in Gesellschaft der Slammeltern. Sie nähert sich der langblätlrigen
Form der S. cinerea oft so sehr, dass die Unterscheidung viel Vorsicht verlangt, doch hat
letztere nie Seidenglanz — l>ie Abstammung der "iten Bastardform ist durch das Consortium
erwiesen. Es stehen isolirt im geackerten Felde in der Biegung eines Fusssteigs, einen
ganz kleinen Horst bildend, 1 weibl. S. cinerea, 1 männl. S. triandra und dazwischen, mit
jener erstem zusammenhängend, I männl. Salix, die SCHRADEK bei ihrer Entdeckung in den
90ger J. d. vorig. Jabrh. für die damals wenig bekannte S. amblgua EllRU. hielt, mit der
sie gar keine Ähnlichkeit hat, und unter diesem INameu verschickte. Nachher übertrug er sie
durch Steckreiser, unter dem I>amen S. velutina, in den bot. Garten. Es evistirt an jenem
Standorte nur der eine iiiäonl. Strauch, alle seit jener Zeit von hier versandten Exemplare sind
von jenem Standort (oder aus dem Garten) entnommen, und beigefügt gewesene weibliche
Blülene\euiplarc rühren von der nebenstehenden S. cinerea her. Die nach der Spitze zu nicht
gesägten, sondern mit (rechtwinklig am Bande stehenden) Zähnchen besetzten Blätter, »n
denen sogar liier und da ein Zähnchen abwärts gerichtet ist, bezeichnen diese Form vor allen
andern Ueidcu auf eine auflallcnde AVeisc. — Ich vermeide das Cilal aus WiLLD. Sp.
Salix. SAI.ICOEAE. 507
pl. IV. 708, lU CS wobl sehr zweifcUiaft isJ, ob tue dort I.cscliriclicncn wciblicben Kätzchen
zu unserer Pflanze gehören.
Bemerk. Wimmer a.a.O. S. 124 hält S. acnminala für eine S. »iiuinali - Caprea.
Vielleicht stützt sich letztere Annahme auf „Stjlus hrevissimns", welchen Sm. Fl. hrit. III.
1069. der .S. acuuiinata zuschreibt, aber Abbild, und mehrere englische Exempl. zeigen
übereinstimmend einen inittellangen Griffel, und die Form der Blätter, welche stets unter
der Spitze breiter als in der Miltc, schliesst sich au die Blattform der S. cinerea.
10. S. pliylicifolia. Schwarze Weide. Blätter eirund,
umgekehrteirund, elliptisch oiler elliptiseh-ianzettlich, wellenförmig-gesägt,
jung kurzhaarig -flaumig, späterhin meist kahl und unterseits graugrün,
i^ehenbiätter halbherz- oder nierenförmig; Kapseln lang gestielt, kegel-
förmig, lang pfriemlich in den langen Grifl'cl verschmälert, kahl, ]\arl»en
länglich - eirund , ausgerandet.
LiNN. Fi. suec. 346. Wahlenb. Fl. suec. 11. 644. S. nigricans Koch
Syn. II. 748. S. Amaniana Willd. Sp. pl. IV. 2. 663. Sturm Deutschl.
Fl H. 2ö. S. stjlaris Sering. Saul. d. 1. Suiss. 62., als variirende Blatt-
form S. Andersoniana Engl. bot. t. 2-34.3.
b. eriocarpa. Oie JilsigJ'rächtige. Kapseln filzig.
S. phylicit'olia /i. Link. das. S. nigricans Sm. Fl. brit. III. 1047.
Engl. bot. t. 1213. Waulenb. das. S. nigricans ß. eriocarpa Kocu das.
749. und als variirende Blattfornien S. rupestris Engl. bot. t. 2-342. S.
cotinifolia das. t. 1403. S. Forsteriana t. 2344. S. hirta das. t. 1404
(tvenn die nicht bekannten Kapseln filzig sind, sonst zur Hauptform gehörig).
Aufwiesen und zwischen Gebüsch, auf feuchtem oder sumpfigem Bo-
den (die nord- westliche Grenze des Vorkommens in Deutschland errei-
chend, nur bei Hm. am Eibufer, vielleicht durch die Fluten aus Schle-
sien herbeigeführt, vom Dr. Soxder, dessen Scharfblick und fleissiger
Forschung die norddeutsche Flor manche Bereicherung verdankt, ent-
deckt). April, 31ai, mit dem Laubausschlage. ^ Juni.
Strauchartig oder Baum milllerer Grösse, Zweige schwärzlichbrann , filzig, behaart oder
liald. Blattform wohl unter allen AVeiden am veränderlichsten, aus der angegebenen Form
einerseits bis in die kreisrunde, andererseits bis in die lanzettförmige abändernd, getrochuet
schwarz werdend und weissem Papier diese Farbe mitthcilend. Blätter der Hamburger Pflanze
umgehehrteirund - länglich mit Ausnahme der unterseits kurz behaarten Nerven, fast kahl.
Iv.ipseln kahl , nach der Spitze zu kaum merklich zarthaarig. Der Form nach sind letztere
unter den aufgeführten Arten die am längsten und feinsten zugespitzten, woran die der S.
biculor sich nähernden Formen, in Verbindung mit der ganz Terschiedenartigcn dünnen Blatt-
substanz, von dieser zu unterscheiden sind.
11. §. biCOlor. Xweifarbige W^eide. Blätter umge-
kehrteirund-elliptisch, elliptisch oder elliptisch -lanzettlich, kurz zuge-
spitzt, flach wcllenformig-gesiigt, kahl, oberseits glänzend, unterseits
blaugrau, matt, IVebenblätter halbherzförmig -eirund, stumpf; Kapseln
kurz gestielt, kegelförmig, in den mittellangen Griffel verschmälert, Nar-
ben eirund-länglich, ganz oder ausgerandet, Schuppen länglich, hell-
braun, nach oben dunkler, kurz behaart.
Ehrh. Beitr. V. 162. Arb. n. 118. Chi. han. 494. S. phylicifolia Sm.
Fl. brit. III. 1049. Engl. bot. t. 19-38 (als schmalblättrige Form mit elliptisch - lan-
zettlichen Blättern). Kocu Syn. II. 751. S. Dicksoniana Sm. Engl. bot. 1. 1390.
S. Croweana Sm. Engl. bot. t. 1146 (die später entdeckte weibliehe Pflanze mit filzi-
gen Kapseln; der bisweilen halb verivaclisencn .Staubfäden wegen vielleicht eine hybride Form).
b. latifolia. Hie breitblättrige. Äste länger; Blätter grösser, ei-
rund- oder oval -länglich.
S. bicolor v. elliptica Chi. han. das. S. bicolor der bot. Gärt. Glimp.
Holzart. T. 180.
o. pobesoens. Die weichhaarige. Blätter in der Jugend beider-
. seits schwach weichhaarig, später meistens kahl.
508 SAI.ICINEAE. Salix.
Chi. han. das. S. Schiadcriaiia Willd. Sp. pl. IV. 695. S. discolor
SCHRAD.
Auf den Gebirgsliüheu des Ilarzes (Pr. am Brocken, nord -westlicher
Abhang rechts am Wege nach Ilsenhurg über dem Schneeloche, süd-
westlicher Abhang nach Schierkc; b. am Scharfensteine). Juni mit dem
Laubausschlage. — August.
Stiaucli »on I 3' Hohe, mit k^ililen , gelb- oder rotlihratinen , glanzenilcn Ästen iiixl
kableii, oiaugebiaiiiicn Knos|icii. Blätter beim Aiisbriicb beiderseits spärlich anliegend be-
haart und an der Spitze «iiuperig- zottig, bald ganzrundig, bald fein gesägt, erwachsen
1 — 1^4" läng. ^4" '"■«''> •<'"* ''ein gespitzt, etwas länger in den Ulattsliel verschmälert,
an b. in die ovale Form mit rundlicher Basis übergehend, bis 2" lang, l'/s" breit, seiclil
kcrhig- geschweift; im Herbste fast ledcrarlig, steif, beiderseits kahl, oherseits dunkelgrün,
leicht glänzend, unterseits mit starkem blänlicbweissem Dult auf gelblichem Grunde überzo-
gen. rSebenblälter nicht halb so lang als der Blattstiel. Männliche Kätzchen länglich, ä/4"
lang, stark weisswollig, Staubläden dichtstebend , kurz, Beutel sehr gelb ; weibliche Kätzchen
länglich oder nalzenlörniig bis 1 '/j" lang, Grillel , der in der Lauge etwas variirt, und
>arben rolbbraun, Schuppen bald stumpf, bald spilzlich, bisweilen gleichfarbig bellbraun.
Bemerk. Ob S. laurina SM. Transact. of I.in. Soc. VI. 122. als S. bieolor Engl. bot.
t. 1806. abgebildet, zu unserer Spielart c. gehört, erscheint nngcwiss. Sic weicht durch die
Blattform und eine stärkere, mehr bleibende Uaarbekleidung ab. Vielleicht ist sie unter
bvbrider Einwirkung von S. cinerea im Garten entstanden. Die Exemplare von S. lanriua,
welche mau von England erhält, sind Gartencvemplare. — S. tenuifolia Sm. Fl. brit. III.
lO'VJ. Engl. bot. l. 2181). ist die brcitblältrige, kahlfiüchtigc Form von S. bieolor, die bis-
lang bei uns nicht gefunden wurde.
'• Kätzchen auf beblättertem Stiel.
19. S. Itastata. ^p feiblättrige H^eide. Blätter eirund,
umgekehrteirund, elliptisch oder elliptisch - lanzettlich, wellenlormig-gc-
sägt, beiderseits kahl, unterseits weisslich überlaufen, ISebenblatter län-
ger als der Blattstiel, breit halbherzförmig- länglich; Kapseln kurz ge-
stielt, kegelförmig in «len mittel- oder sehr langen Griflel zugespitzt,
kahl, ISarben länglich, gespalten oder ganz, Schuppen oraugerostfarben
mit brauner Spitze oder Basis, Behaarung lang, silberweiss.
LiNN. Sp. pl. 1443. Koch Syu. II. 75:2. Fl. dan. 1. 1238. S. malifolia
Sm. Fl. brit. III. 1053. Fngl. bot. t. 1617.
In lichten Gebirgswaldungen des Ilarzes, auf gypsfelsigem Boden des
alten Stollbcrgs erst neuerlich von Wallroth entdeckt. Juni, mit dem
Laubaussclilage. — August.
Geringer Strauch von 2 — 3' Höhe. Zweige gelb, orangebraun, s]>äler dunkelbraun.
.Innge Triebe seidenhaarig. Knospen kahl, Blatter durch ihre Glätte und die eigcnlbüm-
liche licht -gelbgriiue Farbe sehr ausgezeichnet, unterseits mit zartem Aderuetz auf weissli-
cbcm Grunde, jung zartlaubig, bald völlig ganzrandig, bald fein und scharf gesägt, im
Herbst fest, fast steif und seichtkerbig- gesägt ; der Form nach, welche hänfig die des Bucheu-
blatls ist, veränderlich. Nebenblätter meist doppelt so lang als der Blattstiel, bald stumpf,
bald lanzettlich zugespitzt. Kätzchen walzenförmig, dick, besonders die männlichen durch
das lange silbcrwcisse, später sieb kräuselnde Seidenhaar ausgezeichnet. Beife Kapseln bleich
vvachsgelb. — Die Harzpflanze kommt mit denen von den Alpen völlig iibcrein und bedarf
daher keines neuen A'amens.
13. S. aiirita. Geöhrte W^eide» Blätter umgekehrteirund
oder länglich -umgekehrteirund, mit kurzer meistens ziirückgckrümmter
Spitze und keilförmiger Basis, unregclmässig wellenförmig-gesägt oder
fast ganzrandig, netzartig-runzelig, oberseits weichhaarig, unterseits kurz-
haarig-lilzig, später oft kahl und bläulichgrün, ]>ebeiiblätter rundlich-
nierenrund; Kapseln lang oder sehr lang gestielt, kcgcUorniig, pfriemlich
verschmälert, lilzig; Griffel sehr kurz oder kurz, J\arbeu nusgcrandct,
Schuppen rostroth, nach oben allmählig dunkler.
Salix. SAUCINEAE. 509
LiNN. Sp. pl.2446. Chi. Lau. 494. Koch Syn. 11. 750. Schk. Handb.
IV. T. 317. a. II. 2. Hoffm. Hist. sal. I. Fase. I. t. 4. Fase. IV. t. 22.
f. 1 U. 1». (langblällrige Form) nebst f. a H. C. (gewöhnlicLc Ulattforni). IxElT. U. AbEL
Holzart. T. 69. GuIMP. Holzart. T. 188 (grosshlätlrige Form an die S|.lela. b. siel,
schliessena). V^^ILLD. Berlin. BaulUZ. T. 4. f . 1 (beste Abbildung). Engl. bot.
t. 1487 (grossblattrige Form).
b. uliginosa. Die grössere. Höher; Blätter grösser, länglich -um-
gekehrteirund mit rundlicher Basis.
S. aiuita v. major Chi. han. das. S. aurita Tar. Hoffm. das. t. 22.
f. b. c. (unten links). S. uliginosa V^'iLLD. Eniini. hört, bcrol. II. 1007.
Berl. Baumg. T. 4. F. 2. Guimp. das. T. 190.
c. orbioulata. Die rundblättrige. ISiedriger; Blätter rundlich-
umgehchrteinind , fast ganzrandig, flach.
X §• repenti-aiirita» Kriechende geöhrte-Bastard.
weide» Blätter unigcliehrteirund- elliptisch mit kurzer meist ziirück-
gekrümmter Spitze, unregelmässig seicht gesägt, geschweift-gesägt oder
fast ganzrandig, unterseits runzelig-aderig, anliegend seidenhaarig, spä-
ter oft fast kahl, INebenblätter eirund- oder länglich- lanzettlich ; Kap-
seln lang oder sehr lang gestielt, kegelförmig, filzig, Griflel kurz, Nar-
ben eirund, ausgerandet, Schuppen röthlich, nach oben allmälig dunkler.
liÖLL Bhein. Fl. 266 (Anme.k.). V^^imm. Schrift, d. schles. Gesellsch. f.
vaterl. Cult. 1848. S. 124. S. ambigua Ehru. Beitr. VI. 103. Arb. n. 109.
Chi. han. 495 (mitAnsscbl. von S. spathulata AVU-LD.). KOCU das. (mit Ausschluss
von dieser und von S. proslrata Sm. , welche letztere zu S. repens v. fusca gehört).
In V^^äldern, Haineu, auf sumpfigem, moorigem und torfigem Boden,
sehr häufig, die Bastardform ziemlich häufig, meistens in der Nähe der
Stanimeltern, beide bis auf die Brockenhöhc. April, Mal, kurz vor dem
Laubausschlage. — Juni.
■^'iel- und sperrig- ästiger Strauch mit feinen, kahlen, nur an den jüngsten Trieben fein-
filzigen, braunen oder branngelben Asten und brannrotben , kahlen Knospen. Die Hauptart c.
und die Bast. F. 2 — 4' hoch, b. bis 6' hoch. Blätter sehr veränderlieh, an den erstge-
nannten Formen '/j — 1" lang, an der letztem 1'/^ — -" l-mg. «l-'S Adernnetz auf der Unter-
seite stets stark vortretend, wodurch sie von ahnlieben Formen der S. repens zu unterschei-
den sind. — Die Bast. F. steht durch das noch merklich vorfietende Adernefz der Blatl-
unterseite S. aurita näher als S. repens. Blätter '/^ — •V4" '*"§ ' ^^^'^ stumpflich, hald
kurzspitzig, mehr elliptisch.
Bemerk. S. spatbulala ATii.LD. schliesst sich zwar als grössere Blaltform an unsere
Bast. F., weicht aber doch in der Bandbildung und andern Umständen etwas ah. Wären
Conjectureu erlaubt, so konnte man sie für eine S. repenfi- uliginosa halten. Indessen sind
genau mit der 'WlLLDENOw'schen Tflanzc übereinstimmende Formen iiu Gebiete nicht ge-
funden worden.
C. Incubaceae. Niederliegende VVeiden.
Äste liegend, ansteigend, Blätter unterseits meist s e i d e n haa r i g. —
Kätzchen sitzend, später auf beblätlerleni Stiel.
14. S. repens. MCriechende WTeide, Blätter kurz läng-
lich-lanzettlich oder liueal - lanzettlieh, nach oben entfernt und seicht
drüsig -sägezähnig oder fast ganzrandig, oberscits glänzend, kahl oder
behaart, unterseits seidenhaarig; Nebenblätter lanzettlich; Kätzchen läng-
lich oder kurz walzenförmig; Kapseln mittellang gestielt, kegelförmig,
filzig, selten kahl, Griflel sehr kurz, Narben länglich-eirund, meist ge-
spalten, Schuppen kurz, abgerundet, nach oben allmälig rothbraun.
LiNN. Sp. pl. 1447. Guimp. Holzart. T. 183. Engl. bot. t. 183. S. re-
pens cc. vulgaris KocH Syn. II. 754. S. fusca v. repens Chi. hau. 496.
S. depressa Hoffm. Hist. sal. I. Fase III. 63. 1. 15. 16. S. rosmarinifolia
Reit. u. Abel Holzart. T. 59.
510 SAlilCI^TEAE. Salix.
b. fusca. Jtie braune. Höher, Zweige länger, braun; Blätter oval
oder oval -länglich mit meist zurückgekrümmter Spitze und umgeboge-
nem Rande, oberseits kahl, unterseits seidenhaarig oder kahl und grau-
grün; Kapseln filzig, selten kahl, Griflel kurz.
S. repens ß. fusca Kocu das. S. fusca Linn. das. Chi. hau. 495.
ScHK. Handb. IV. T. 317. c. n. 17. Güimp. das. 184. Engl. bot. t. 1960,
nicht minder t. 1962 (S. adscendens). t. 1959 (S. prostrata). t. 1961 (S.
parvifolia). S. polymorpha Ehrh. Arb. n. 49.
c. argentea. Die silberfarbene. Zweige jung silberhaarig; Blät
ter breiter, oval oder oval - kreisrund , mit meist zurückgekrümniler
Spitze und umgebogenem Rande, beiderseits oder unterseits glänzend-
silberhaarig; Kapseln filzig, Griflel sehr kurz.
S. repens y. argentea Koch das. S. fusca v. argentea Chi. han. das.
S. argentea Sm. Fl. brit. 111. 1059. Engl. bot. t. 1364. Güimp. das.
T. 182. S. arenaria Linn. Fl. suec. 351. Reit. u. Abel Holzart. T. 70.
d. vitelliiia. Hie gelbe. Zweige dottergelb oder braungelb; Blät-
ter länglich-lanzettlich oder lanzettlich mit meistens gerader Spitze und
schwach zurückgebogenem Rande, oberseits glänzend, unterseits sei-
denhaarig oder später kahl und graugrün; Kapseln filzig, Griflel kurz.
S. fusca V. longifolia Chi. han. das. S. ineubacea Willd. Sp. pl. IV.
696. GuiMP. das. T. 185. S. procumbens Schrad. im Gott. bot. Gart.
X i^. Ylmlnall. repens* Korh .Teriechende Bastard-
tveide» Blätter schmal lanzettförmig, seicht wellenförmig sägezähnig,
oberseits anliegend zarthaarig, unterseits seidenfilzig und glänzend;
Kapseln kurz gestielt, ei -kegelförmig, zugespitzt, filzig, Griffel mit-
tellang, Narben schmal lineal, meist ungetheilt. Schuppen kurz, rost-
roth, nach oben allmälig dunkler.
S. repenti-viminalis ? V^'^imm. Schrift, d. schles. Gescilsch. f. vaterl.
Cult. 1848. S.124.
Auf Triften, Heiden und Waldwiesen, auf Sumpf-, Moor- und Torf-
boden, sowohl humosem als sandigem, bis auf die Brockenhöhe, sehr
häufig und meist gruppen- oder heerdenweise ; c. im tiefen Sandboden
der Küsten und Inseln; d. auf torfigem Bruchboden, seltener {Hrn.; //»».
Göttingen am Solling an mchrern Puncten, bei Seeburg in den Knickel-
beeren (Vaccin. Oxyc.)); die Bastardform auf Sunipf!)oden (nur bei Bre-
men gefunden). April, Mai, mit dem Laubausschlage. — .luni, Juli.
Stra
...cl..-.rlig.
'A-
-i'A'
boch, tbcils
liege
nd.
aiisgebrellet, tie
lasl
■'S'
, tbeil:
s aus wu
neln-
Bas
,;s bogig
aiisfc
igend
, die Spielarlen'b;
is 3'
boch. Äste b,
rani
gelbb.
aun, s<
-Itcner
1., fc
aM, ,lie
jungen Triebe nebst den
Knos
ipen
bebaart. Scb<ip
pen
1 d<
er wei
blieben
Kätit-
n w<
•nig lang
er als
der
Kapselstiel ,
ans I
ölbli
ober, am Grnn.
,1er
Katz,
.ben oCl
bell-
gelb
eben
blutrolber Färbung, gegen die Spilie dunkler gefärbt. Staubbeutel gelb oder rotbgelli , nach
dem Verstäuben sehnärzlicb. IVarben gelb, rotli , purpurn, oft fast sitzend oder .luf kurzem
nicht über '/j'" langem Griffel. Bläller der Spielart d. i.iebt über l'/j" lang bei 4'" Breite.
IVebenblälter selten. Der Übergang dieser, in ihren Extremen von der klcinblätlrigen Hauptart
anscheinend sehr ahweiehenden , Form ist bei beiiarrlicbem Verfolgen der vielartigen Gestal-
lungen dieser Art nicht zu verkennen. — Die Bast. F. schliesst sieb, bei noch etwas län-
gern Blättern, im Gesammtansehen nnmiltelhar an diese, weicht aber durch Kurzstieligkeit
der kurzem Kapseln, durch 1'" langen Grillel und schmale Narben sehr ab. Ob das AVlM-
MER'sche Citat nebst der dort dazu gezogenen S. angustifolia AVULF. hierher oder zu der
Spielart d. gebort, darüber lässt sieb ohne Originaleiemplarc nicht entscheiden , und eben so
wenig dürfte bei dem jetzigen Zustande unserer 'Weidenkenntniss ein gegenwärtig Lebender
wissen, was V^'ULFEN unter seiner S. angustifolia verstanden bat.
15. ^. rosniarinifolia. Wtosmarinhlättritf e Weide»
Blätter schmal lanzettlieh, lineal -lauzettlich oder lineal, beiderseits ver-
schmälert mit gerader Spitze, am Rande schwach zurückgebogen, ganz-
randig oder gegen die Spitze kaum merklich drüsig- sägezähnig, oberseits
§alix. SAI^ICOEAE. 511
liahl, glänzend, unterselts seidenbaarig, Nebenblätter lanzettlich; weib-
liche Kätzchen rundlich oder länglich. Kapseln niittellang gestielt, ei-
hegelförmig, in den kurzen Griffel zugespitzt, silberfilzig, Narben eirund,
ganz oder gespalten, Schuppen kurz, röthlich, nach oben allinälig dunkler.
LiNN. Sp. pl. 1148. Chi. hau. 497. Kocu Sjn. II. 755. Nolte Nov.
11. hols. 81 (nach Ausweise von EllRHART ans dem Lauenlnirgschen in die Herrenhäuser
PJantage verpflaniler Ejcn.plare). GuiMP. Holzart. T. 186. EhRH. Arb. n. 119.
Engl. bot. t. 1365 und t. 1366 (S. arlmscula; mit Ausschluss des zweihlattrigen Zweiges
rechts). Lob. Tc. II. 137 (mit AM,.).
b. longifolia. Die langblättrige. Blätter verlängert lanzettför-
mig, unterseits stärker seidenhaarig, Kätzchen kurz walzenlorniig,
Griffel fast niittellang, Narben länglich -eirund.
S. angustifolia Kocu das. 755. mit Ausschluss von S. fusca v. longi-
folia Meyer Chi. han. 497.
c. Titellina. Die gelbe. Zweige dottergelb; Blätter unterseits
schwächer seidenhaarig, später zum Theil kahl und bereift.
S. laeta ScUULTZ Fl. Starg. Suppl. 51 (nach Ausweise am angegebenen Stand-
orte gesammelter mit der citirten Besclireibung übereinstimmender Esemjilare).
Aufwiesen und Weiden, auf moorigem und torfigem Boden, nur im
nordöstlichen Theile des Gebiets (/jTf. Bramfelde, Beinbeck; Lb. Leesten,
Gross-Zecher, b. in der Besenhorst bei Escheburg — ■; 31k. hier häufig:
Penzlin, Grossen -Helle, Woggersin — ; c. Wiesen bei Neubrandenburg,
z.B. hinter der Kuhweidc). Wai, mit dem Laubausschlage. — Juli.
Strauch von 1 '/o — 2'/,' Höhe mit ansteigenden, ruthcnfürmigen , braunen, rothhrannen,
an b. blass dotter- oder grüngelben Zweigen. Blätter höchstens l'/j" lang, hei 2'/./"
Breite, an c. bis "i'/j" lang, 4'" breit, häufig aber beträchtlich kleiner, oben allmälig zu-
gespitzt, unten in die Basis verschmälert, so dass der grösste Breitendurchniesser stets in der
Mitte liegt, gestrecht, flach, mit gerader Spitze, am zart umgebogenen Bande selten mit
einer oder der andern, kaum merklichen Brüse fast ohne Zalmhildiing versehen, oherseits, mit
Ausnahme der endständigen etwas zarthaarigeu , kahl, im trockenen Zustande aderig- liniirt,
unterseits in der Begel dicht silberhaarig- und eigenthümlich starkglänzend, seltener nur zer-
streuet behaart bis in's ganz Kahle und dann in der Regel blau bereift. Blühende weib-
liche Kätzchen 4 — •5'", an b. fast doppelt so lang, 3 — 3'/.^"' breit, Schuppen meistens so
lang als der Kapselstiel. Männliche Kätzchen walzenförmig, Staubfäden fein und sehr lang,
S. daphnoides YiLL. wird in L. PfEIFER's Flora von Kiederh. u. MUnd. 102. am
Fusswege von Cassel nach A^'aldau angegeben, welches wohl auf einem Irrthum LeruLet.
Ein vom Verf. erbetenes Exemplar habe ich nicht erhalten können.
Bemerk. 1. S. peliolaris Sm. Fl. brit. III. 1048. Engl. bot. 1147. auch noch in
Comp. Fl. brit. Ed. III. 145. aufgeführt, ist nordamerikanisch und nur durch Irrthum unter
die in England einheimischen Gewächse aufgenommen.
Bemerk. 2. Es lasst sich nicht verkennen, dass durch INachweJsung der von WiMMER
zuerst bestimmt ausgesprochenen und mit Ausdauer verfolgten Baslardbefruchtung der Weiden
ein neues Eicht über diese Pilanzengattung verbreitet worden ist. INur möge man sich durch
dessen Schimmer im Verfolgen des eröffneten Weges nicht verleiten lassen, an die Stelle
der Beobachtung Conjecturen zu setzen, denen es nicht schwer fallen dürfte, sämmiliche
Weiden sehr consequent von wenigen Stammarten abzuleiten.
JPharmaceutisch-Medicinisches» Von den Art. 1—3. die
Rinde der 2- oder 3 -jährigen Triebe (Cortex Salicis) officinell. f'or-
w altende Bes tandt h. eisen grünender Gerbestoff' tind ein bitterer f.v-
tractivstoff' (Salicin). Anwendung als adstringirende Arzneistoffe. — ■
Zur Darstellunq des Salicins eignet sich vor allen A.6., welche sowohl
in der Rinde als in den Blättern an Bitterstoff' am reichsten ist.
512 SAI^ICOiEAE. Populus.
technische» «. Ölconomisches, Als Brennholz die Art. 3.
u. 7. am werthvollsten Itrcnnwerlli des Holzes von A. 7. Va des liii-
chenholzwerthes , von A. 3. '/2 des Bnchenholzwerlhes. Festiijhcil und
Dauer des sehr weichen Holzes säinnitlicher Arten sehr (ferimj , Textur
und Dichtigkeit gering, Zähigkeit der Art. 3. u. 7. f/nt, der A. 2. sehr
schlecht. Gevncht grün der liub. F. von A. 3. 65 Pf'., von A. 7. 47 Pf'.,
waldtrocken 46 Pf'.' u. 40 Pf. A. 3. liefert zur Noth Sparren und ge-
ringe Balken zum f'erbaueti im Trocknen, übrigens nebst A. 7. I\utzholz
zu Spaltarbeiten, Schachteln, Fassreifen. liinde zum Gerben feiner
Lederarten und in der Färberei anwendbar. Laub ifelrocknel ein gutes
Viehfutter im fVinter (von S. Caprea im Lüneburgschen Heidsehnueken-
futter). Blüten eine frühe und werthvolle Nahrung für die Bienen, de-
ren starker Besuch als Hauptursache der vielen Bastardbildungen anzu-
sehen ist. Samenwolle mit Zusatz von Baumwolle verwebbar, zufVai-
ien, Filz u.s.w. anwendbar. Als Strauchholz die Art. 6. 5. 4. die
werthvollsten. f'erbraueh zu Bühnen, Uferbefestigungen, Faschinen, Bind-
winden, Beif- und liorbstöeken, Hecken u. s! w. Und Korbflechtereien
aller Art. Die grösste Zähigkeit der Buthen kommt den Art. 6. u. 5. zu.
forstliches u. öJconomisches Verhauen, Natürliches
Alter der Art. 2.3.7. bis 150 J. und darüber, der Strauchweiden 10 —
50 J. Forstwirthschaf'tlich beste Benutzung der erstem als Niederwald
in 10 — 15 -jährigem Umtriebe , ökonomisch beste Nutzuntj als Kopfholz
in 1- bis 2 -jährigem Abhiebe. L,etztere aus den Forsten mögliclisl zu
verbannen, mit reichem Frtrage dagetien an Flussufern , in Heegern,
fVerdern, Aussendeichsländereien zu erziehen; in S — 9 -jährigem Um-
triebe, bei dichter Bestückung und frühem, tiefem Hiebe bis zu einem
Ertrage von 120 Kub. F. vom Morgen, und im 2 — -3 -jährigen Abhiebe,
Sit Korbruthen nach Amerika, mit einem Gewinn bis zu 1200 Bthl, vom
Morgen Schlickboden am Unterlaufe der Elbe und fVeser.
LllVN. Gen. n. 1123.
DeckMätler derKätzchen gesehlilzt. Geschlechtsdecke schräg
napfförniig. Geschl. Syst. XXII. 7.
Bäume von rasclieiu und lioliein Wuchs. Hnospt-n sitzend, geschin-
delt-schuppig. Blätter wechselstäudig , ganz, selten gelappt, in der
Knospenlage von beiden Seiten gegen den Mittelnerv einwärts gerollt.
Webenhlätter frei, abfallend. Rätzeheii aus besundern Knospen einzeln,
ohne Blätter, meistens vor, seltener mit den Blättern hervorbrechend.
Slaiibgefässe 8. Schlippen gewimpcil.
1. P. alba* JVeiSSe Pappel» Blätter rundlich-eirund, aus-
geschweift-eckig, der Stockausschlag 3 — 5-lappig, unterseits nebst den
jungen Triel)cn schnceweiss- filzig, später kahl und unterseits silbergrau;
Schuppen eirund -lanzettförmig, an der Spitze wenig geschlitzt oder ganz-
randig und gewimpert.
LiNN. Sp. pl. 1463. Chi. hau. 498. Koch Syn. Tl. 758. Schk. Handb.
IV. T.330. a. T.330.b. F. 2. 3 (P. nivea). Beit. u. Abel Holzart. T.8.
GuiMP. Holzart. T.22(). Engl. bot. 1. 1618.
Durcli Anpflanzung verbreitet, späterhin an Flüssen und Wegen, auf
feuchtem humusreichem Boden, hier und da verwildert. Anfang April's
vor dem Laubaussehlage. — Ende Wal's.
Baum von 60 — 80' Höbe. Riudc hcllascligrau , länglicli - rautenförmig aufreissend.
Zweige spater kalil , Knospen weicliliaarig. Alännliclie Kätzchen lang cjlindriscb, dick, weib-
liche Kürzer und sehr \iel dünner. — Am Walle lon Bremen kommt eine Mittclfoim zwi-
schen dieser und der folgenden /Irt vor, die vielleicht h\hride ist.
Populiis. SAI.ICOEAE. 513
Ä. P. CaiieSCenS. Graue Pappel, Blätter nebst denen
der Stockausscliliige eirund-rundlich, seicht ausgeschweift- eckig, unter-
seits nehst den jungen Trieben schwach graufilzig, Itald kahl und grün-
lich; Schuppen unigekehrteirund, tief geschlitzt und gewimpert.
Sm. Fl. brit. TU. 1080. Chi. han. 498. Hoch Svn. II. 759. Schk.
Handb. IV. T.330.b. F. 1 (P. alba). Guimp. Holzart. T.201. Engl. bot.
t. 1619.
Durch Anpflanzung, jedoch seltener als A. I., verbreitet und m der
Nähe von Ortschaften, an Gräben, auf nassem Boden, hier und da fast
verwildert {Br. am V^^ill; Hrn.; Pr. Kloster Holzhausen bei Büren im
Paderbornschen). Anfang April's vor dem Laubausschlage. — Ende Mai's.
Wiiclis iinil Hohe der A. 1. RinJc grau, Knospen glänzend. Blaltcr der Slork- und
WurzeJausscbläge nicht ü-lappig, sondern mit denen des Stammes in der Form iiherein-
lomniend, nnr stSrlier graufilzig.
3. P. trenmla. Zitfer- pappet, Blätter fast kreisrund,
unregelmässig bnchtig-sägezähnig, beiderseits kahl, der Stockausschläge
herzförmig- eirund, zugespitzt und behaart; Schuppen fingerig - einge-
schnitten , langzottig - gewimpert.
LiNN. Sp. pl. 1464. Chi. han. 498. Koch Syn. II. 7-59. Schk. Handb.
IV. T. 3S0. a. Ueit. u. Abel Holzart. T. 9. Guimp. Holzart. T. 203.
Engl. bot. t. 1909.
In A^orhölzern, Hainen und V^''aldungen , auf sumpfigem wie auf nia-
germ trockenem Boden, bis zu den höchsten Berghöhen, häufig einge-
sprengt. März vor dem Laubausschlage. — Anfang Mai's.
Baum von 50 — 80' Höhe, 30 — 40 Fuss umher Wurzel hrut trelhend ; aber auch stran-
chig. Krone gering. Rinde grünlichgrau, im Alter rissig, Knospen I.rauu, kahl. Blätter
oft an demselben Zweige ton doppeller Form: untere lircisrund , stumpizähnig, die der 1-
jährigen Spitze herz -eirund oder eirund, zugespilzt und scl.arC gesägt. Schuppen dunkel-
braun, ausgezeichnet durch lange graue Zotten, A'ariirt mit stumpf- nnd sjiitzzähnigeu Bl.il-
tern, kommt bisweilen mit niiterseits streifig angepresst- seidenbaarigcn , silberglänzenden,
später aber kahl werdenden Blättern »or (v. »illosa Chi. Lan. das.) und auf den Gebirgen,
besonders auf sandigem Boden, »ariirt sie mit \iel kleinem, rundern Blättern.
•• Staubgefässc 12 — 30. Schuppen kahl.
dl. P. dilatata* Pyramiden- Pappel, Blätter breit rau-
ten- oder deltaförmig, zugespitzt, kerbig- sägezühnig, kahl; Zweige zu-
sammenneigend-aufrecht.
AiT. Hort. kew. IIL 406. V^^illd. Sp. pl. IV. 804. Schk. Handb. IV.
T.333. b. F. 4. Hayne Arzneigew. XIII. T. 46. P. pyramidalis Kocfl
Syn. II. 760. P. nigra italica Du Boi Harbk. Baumg. II. 141.
An Landstrassen angepflanzt und auf nahe belegenem uncultivirtem
Boden durch Anflug bisweilen gleichsam verwildert. März. — April.
Schöner, schnellwüchsiger, mächtiger, bis 100' hoher, Pyramiden bildender Baum, im
ersten Frühjahr durch dicht siebende männliche Kätzchen purpurn gefärbt. Rinde länglich-
rautenförmig aufrcissend, mit Moos und Flechten bedeckt. Blätter meistens J.reifer als lang,
wegen der stark flachgedrückten Blattstiele fast in beständiger Bewegung. Der weibliche
Baum kommt ausser in Gärten nicht vor.
5. P. nigra. ÄCÄM7ar«-JPappcl. Blätter eirnnd-3-eckig,
lang zugespitzt, stumpf- sägezähiiig, kahl; Zweige sperrig.
LiNN. Sp. pl. 1464. Chi. han. 498. Hoch Syn. II. 760. Schk. Handb.
IV. T.330.a. Reit. U.Abel Holzart. T. 10. Guimp. Holzart. T. 204. Engl.
bot. t. 1910. Hayne Arzneigew. XIII. T. 47.
An Gräben, Teich- und Flussufern, meistens in der Nähe von Ort-
schaften, auf nassem sandigem Boden, hier und da eingebürgert. März,
April. — Ende Mai's.
Höhe (50 — 80'. Krone durch abstehende Äste in die Breite gedehnt und locker, junge
514 SALlCliWEAE. Populus.
Triclie ledcrgclb, glänzcnil , Knospen selir klebrig uiiil wokirieclieoil. Blatter l'ng gestielt.
ScLiiiiiien klass gelligriin, hinfällig. Staulikeiitel purpurn.
GJE n^JERBIICHJeiS,
technisches «. Ökonomisches. Art. 1.2. 4. 5. zu Purktm-
lagen vorziifßlick geeiijnet, A. 4. auch zu Alleen. Brennwerth des Holzes
von A.3. Vä» "*« A.5. V., des Buchenholzes, mm Ziei/el- und Kalhhren-
nen besonders f/eeifjnet. Dauer von A. 1. im Trockenen sehr uut , im
Feuchten und ff^asser f/erin(/. Spaltinkeit mittelmiissitf , Zühii/keit und
Festigkeit des getrockneten jungen Holzes sehr gross. Elasticität gross,
Dichtigkeit gering, Te.vtur in Verbindung mit lueisser Farbe gut. Dem
ff^'erfen und Baissen wenig unterworfen. Härte sehr gering. Gewicht
grün der Hub. F. 50 Pf'., waldtrocken 39 Pf. Gutes Bauholz im Trocke-
nen zu Balken, Sparren, Schalholz, gutes Spalt- und Schnitznutz- und
Geschirrholz, in Thon nesetzt das beste Palisadenholz. A s chenertrutj
von 1000 Pf Holz IP'U Pf Asche, S3'k Loth Pottasche. Binde und
Blätter in der Färberei zu benutzen. Knospen der Art. 4. 5. zur Ge-
winnunff des Ungut'nfiim populeum der Officinen. Getrocknetes Laub
mittelniässiges f'iehfutter. Blüten und Samen%volle denselben Nutzen
wie die der fVeiden gewährend.
forstliches Verhalten» Natürliches Alter der A.3. höch-
stens 80 »/. Im Hochwaldc als Unkraut zu betrachten. fVirthschaft-
liches Alter im Niederwalde zu Stangen 20 — 30 J., zu Buschholz S — •
10 J. Mit y ortheil als Hopf- und Schneidelholz zu behandeln. Durch-
schnitt s zu w ach s etwa doppelt so stark als der der Buche. Aus-
schlag s fähig k ei t vom Stock gerin(f , von der fJ'urzel sehr stark bis
in das höchste Alter. ßf'enig Beschattung ertragend. Durch Fer-
heizung und Krankheiten mancher Art sehr leidend. Belauhung
nicht verdämmend, den Boden wenig verbessernd.
liXXXIX. BEXUltEAK.
Bctiilineae IlICH. in HlIVTH INov. gen. II. 21.
Blüten einhäusig, \\\ (leckblättrigen Kätzchen. Männliche
Kätzchen: walzenförmig, Deckblätter (Schuppen) schildförmig,
kurz gestielt, am vorilern Rande von 2 — 4 halbvortretenden
Deckblättchen (Aebenschuppen) umgeben, welche, unterhalb des
Deckblatts stehend, der Basis desselben der Hälfte ihrer Län-
e nach angewachsen sind. Blüten 3, frei und getrennt am
_itielchen des Deckl>latts stehend. Geschlcchtsdeckc 4-theilig,
4 Slaubgefässe vor den Lappen der Geschlcchtsdecke, mit freien
oder zu je 2 verwachsenen Trägern. Weibliche Kätzchen:
walzen- oder zapfenförmig, Deckblätter geschindelt, 2 — 4, au
ihrer Basis stehende Deckblättchen, mit ihnen verwachsen.
Drei, oder durch normales Fehlschlagen 2, freie Blüten ohne
Geschlechtsdecke, 2 zweifächerige, 2-eiige Fruchtknoten mit
je 2 fadenförmigen Narben.^ Frucht eine durch Fehlschlagen
1-fächerige, 1-samige, weiche IVuss. Samen ohne Eiweiss,
Keim gerade, das Würzelchcn zum Nabel gewandt.
Torkommen. Gemässigt kalte Lage, Sand und 3Ioor liebend, übri-
gens bodenvag.
Gehalt. In den Blättern (von li. alba) bitterer Extractivstoff, ei-
sengrünender (in Aln. glut. eisenbläuender) Gerbestoff tind ätherisches
Öl, in der Binden oberhaut ein eigenthümliches Harz, Extractiv- und
Gerbestoff , Birkenkampfer (Bettilin, ob ein Product der künstlichen Er-
1
JLlnus. BETVLEAE. 515
hitzutig?) lind Birhtnöl. Im Safte freie Essig.tätire , Sehleimzucker, es-
sigsaurer Haik und Thonerde. In der Asche des Holzes kohlensaure
Erden vorherrschend.
i. AlilVlJS. XnXiM,
TO'JRNEF. Inst. .587. t. 3.l9.
Männl. Kätzchen: Sehuppea schildfürmifi; mit 4 unterseils
ihnen angewachsenen Nehenschuppen untl 3 nnter diesen stehen-
den Uliilen; Geschlechtsdeeke 4-theilig mit gleichmässigen Lap-
pen, Stanbgefässe 4 mit 2-fächerigen Säcken. Weilil. Kätz-
chen: Schuppen mit 4 ihrer Basis angewachsenen iNehenschup-
pen verholzend und stehen]>leihend, Blüten (unter fehlschla-
gender mittelständiger) 2, ohne Geschlechtsdeeke. Zusammen-
gedrückte w eiche INuss ohne Flügelrand. Geschl. Syst. XXI. 4.
Bäume (Art. 1. 2.) oder Sträuclie. Blätter •weehselständig, in der
Rnospenlage geschindelt, fächerig gefaltet und von den INehenhlättern
liedcckt. IVehenhlätter frei, abfällig. Blattknospen gestielt, nackt.
Männliche und -weililiche Kätzchen im HerLst vorgebildet, überwinternd,
und im Frühjahr vor dem Laubausschlage aufbrechend, Blütenstiele bei-
der traubig an gemeinschaftlichen Endtrieben, jene an der Spitze, diese
unterhalb jener seitenständig. Fruchtkätzchen zapfenartig, nach dem
Samcnabfalle unverändert bis in das nächste Jahr stehen bleibend. —
Keimen mit über die Erde tretenden kleinen, ovalen Keimblättern.
1* A* glUtlnOMia. Gemeine JErie* Blätter rundlich oder
umgekehrteirund, oben gestutzt oder buchtig ausgerandet mit keilförmi-
ger Basis; ausgeschweift -gesägt, unterseits in den Nervenachseln bärtig,
übrigens kahl und glänzend, jung kleberig.
Gaertn. Fruct. II. 54. t. 90. f. 2. Chi. hau. .503. Koch Sjn. II. 763.
GuiMP. Holzart. T. 135. Hayne Arzneigew. XIII. T. 48. Betula Alnus
LiNN. Sp. pl. 1394. Beit. u. Abel Holzart. T. 7. Engl. bot. 1. 1508.
An Fluss- und Teichufern einzeln, in Sümpfen und Brüchern horst-
vreise, in Waldungen auf moorigem Boden reine Bestände bildend,
häufig. März, April. — September, October.
Bis 80' hoher Baum mit unrcgeliiiassiger «enigäsliger Krone, sehr brüchigen Zweigen
und schuppiger Riuile, in BrücLcrn ol't strauchartig. Holz frisch gehauen Orangeroth. Laub
schwarzgrün. Reil'e Fruchtzapfen lang gestielt.
Ä. A* Incana. W^eisteMrle* Blätter eirund- elliptisch, scharf
doppelt -gesägt oder schwach eingeschnitten und gesägt, unterseits weich-
haarig ohne bärtige ]\ervenachseln.
De Cand. Fl. franc. III. 304. Chi. han. 503. Bemerk. Kocu Svn. II.
762. GuiMP. Holzart. T. 136.
In der IVähe von Ortschaften, auch in Waldgegenden, hier und da
angepflanzt, auch wohl halb verwildert (//>i. Harz, oberes Weserthal;
IIs. Habichtswald; in Mk. zu Forstbeständen erzogen), am Brocken viel-
leicht wild. März. — September.
Geringer Baum mit hellaschl'arbener glatter Rinde, oder Strauch. Reife Fruchlzapfen
kurzstielig gekuüuelt.
technische» u. ökonomische«, A. 2. für Parkanlagen gc.
eignet. Brennwerth des Holzes von A.l. '/j des Buchenholzes. Dauer
in steter Nässe ausserordentlich gross, in abwechselnder Feuchtigkeit
und im Trockenen gering. Spalttgkeit gut, Festigkeit und Zähigkeit
sehr gering. Elas'ticitüt gut. Harte g'erinrj. Be'isst stark und wirft
sich. Gewicht grün der hub. F. 56 — SS Pf., waldtrocken 43 Pf. Als
Bauholz imJVasser, zu Grundbauen, Röhren u. s.w. vorzüglich, Schnitz-
nutzholz, für Tischler und Drechsler , welche besonders die Masern sn-
516 BETIXEAE. Betnla.
ehen. A schenertrafj von 1000 Pf . Holz 35 Pf. /Ische, S'/^Pf. Pott-
asche. Sünde Gerbe- und Fayhestoff' enthaltend. Blätter fjef/en Ge-
schwüre ttn Hausifehrauch , tnittclniüssir/cs f'iehf'utter.
forstliches Verhalten, Natürliches Alter 100^120,/.,
wirthschaf'tliches als haumholz 60-^SOJ., als Niederwald 25 — :iöJ.
Dnrchschnittsztiw uchs stark, aber nach Beschaffenheit des Bodens
sehr verschieden (20 — SO Hub. F.). Aus s chlaij sf'iihifjhei t bei tief'cni.
Hieb stark und bis zu 40 J. anhaltend. Beschattung nicht vertra-
gend. Durch fV ittertintj wenifj leidend, der f'er b c itzunt/ nicht atis-
qe setzt.
%, BCTUIiA. BMUME*
laNN. Gen. n. lOVi zum Theil.
Männl. Kätzchen : Schuppen schildförmig mit 2 unlerseits
ihnen angewachsenen IVel)enschuppcn und 3 unter diesen ste-
henden liliiten. Geschlechtsdecke 4- f heilig, untere 3 Lappen
kleiner als der obere Cdui-ch Druck bisweilen verkümmernd oder
fehlschlagend). Slaubgefasse 4, je 2 bis über die Mittender
Träger verwachsen, mit 1-fächcrjgen Säcken. Weibl. Kätz-
chen: Schuppen durch 2 frühzeitig mit ihnen verwachsende
Nebenschuppen 3-lappig, zur Fruchfzeit abfallend, Blüten 3,
ohue Gcschlechtsdecke. Flachgedrückte weiche iNuss mit geflü-
gelten Rändern. Geschl. Syst. XXI. 4.
Bäume (A. 1.) oder Sträuche" (Art. 2. 3.), jene durch den Ausbruch
ihres freundlich liclitgriinen, wohlriechenden Lauhes den Jahrcscjklus
der Vegetation beginnend. Blätter wechselständig, in der Hnospenlagc
geschindelt und fächerförmig gefaltet. I>ebenhlätter frei, abfällig; Knos-
pen sitzend, geschindelt - sciiuppig. Männliche Kätzchen zu 1 — 3 an den
Zweigspitzen im Herbste vorgebildet, überwinternd und mit dem gleich
nachfolgenden Itlätterausschlnge aufbrechend; weibliche einzeln, tiefer
stehend, mit den Blättern sich entwichelnd. Fruchthätzchen cylindrisch.
Schuppen mit dem Samen von der bleibenden fadenförmigen Spindel ab-
fliegend. — Keimen mit über die Erde tretenden kleinen Keimblättern.
t« B* alba. JVeiSSe BirJce* Blätter rautenförniig-3-ecl.ig
oder eirund -3- eckig, zugespitzt, doppelt gesägt, nebst den Zweigen kahl,
der Stockausschläge und üppigen Triebe herz -rautenförmig und lang zuge-
spitzt; Fruchtkätzchen lang gestielt, hängend, Seitenlappen der Sciiuppen
rundlich, schwach niedergebogen.
LiNN. Sp. pl. 1393. Chi. hau. 501. Koch Syn. II. 760. Reit. u. Abel
Holzart. T. 15. Guimp. Holzart. T. 145 (nicht naturgetreu). Engl. bot. t. 2198
(iler obere Zweig die rautenfurmigc , der untere die eirund - raulenldrnjige Blaltform darstel-
lend). B. verrucosa Ehrh. Beitr. A'II. 98. Arb. n. 96 (üppige junge Triebe,
die nicht dazu gehörigen Blütenzweige ausgeschlossen).
b. pendula. Die hängende. Zweige verlängert, schlafl' hängend,
kahl und meist warzig; Blätter rautenförmig mit meistens vorgezogener
Spitze und Basis, doppelt gesägt; Scitenlappen der Schuppen schmä-
ler, schwach niedergebogen.
Chi. han. das. B. pendula Roth Fl. germ. 1.405. II. 2.476. Schk.
Handb. III. T. 288 (unterer Zweig).
c. odorata. nie wohlriechende. Zweige aufrecht -abstehend, jung
schwach behaart, später kahl; Blätter eirund oder herzförmig- eirund,
spitz, ungleich seltener doppelt gesägt, beim Ausbruch stark kleberig,
glänzend und kahl; Seiteulappen der Schuppen kürzer, bald rundlich,
bald schwach gestutzt.
Betula odorata Bechst. Diana I. 74. T. 1. B. alba Schk. das. (oberer
Zweig). Fl. dan. t. 1476. B. alba v. glabrata Chi. han. 502. B. pube-
sccns ß. glabrata Wählend. Fl. carp. 306. B. carpatica Willd. Sp.
Betula. BETIJK.EAE. 517
pl. IV. 1. 464 (nach Ausweise vom Pfarrer Maukscii in Räsmark erliallcncr carpatiscber
Eicniplare) und lt. exct'lsa das. Berl. Itauniz. T. 1. F. 2. B. glutinosa
Wallr. Sched. crit. 497.
d. pubescens. Hie weichhaarige. Geringerer Baum, Zweige auf-
recht-anstehend, jüngere dicht weichhaarig, Blätter eirund - rautenför-
mig oder eirund, spitz, ungleich oder doppelt gesägt, w eiehhaarig,
später bis auf die TVervenachseln der Unterseite kahl; Seitenlappen der
Schuppen kürzer, schräg gestutzt, sehwach gewimpert, Samenllügel
schmäler.
B. puhescens Ehrh. Beitr. YI. 98. Arl.. n. 67. Guimp. Holzart. T. 146.
B. tomentosa Beit. u. Abel Holzart. Forts. T. 15. B. davurica Fall.
Fl. ross. I. 60. t..39. Willd. das. 463. B. hybrida Bechst. das. 80.
B. aurea BORKH. Forstbot. 1. 498 («enn die Blalier doppelt gesagt sind, wie
sie EllRIl. in seiner Diagnose der B. pulicscens angielit, ohgleicli es der seltnere Fall ist.
rSach Eseinpl. von Beciistein). B. sibirica in Gärten.
e. parvifolia. Uie kleinblättrige. Geringer Baum oder strauchig.
Zweige aufrecht-abstehend, weichhaarig; Blätter rundlich-eirund, weich-
haarig; Scitenlappen der Schuppen kürzer, gestutzt, Samenllügel sehr
schmal.
S. alba d. intermedia Wahlenb. Fl. succ. II. 624. B. davurica ß.
Willd. das. B. davurica minor in Gärten.
In Hainen und Waldungen der Ebenen, Vorberge und Gebirge, auf
Boden jeder Art, jedoch den frischen sandig- lehmigen Boden anderm
vorziehend, Basalt- und Kalkboden meidend, eingesprengt oder kleine
Bestände bildend, sehr häufig; b. in freiem Stande und exponirter Lage;
c. am häufigsten in den Vorbergen und niedrigen Gebirgsgegenden, doch
auch in den Ebenen; d und e. auf sumpfigem oder moorigem Boden der
Ebenen sowolil als der mittelhohen und hohen Gebirge, letztere nur im
Bruchboden der hohem Gebirgslagen des Harzes. Mitte April bis Ende
Mai's mit dem Laubausschlage. — August bis October.
Bis 60' lioher, schlanker, jnng gelb-, alter weissrindiger Stamm mit lockerer, flatteriger
Krone, die Oberhaut aus pergamentarligen , mit dem Alter sich mehrenden, puderigen, braun-
quernarhigen Schichten beslehind ; c. stämmiger, weniger schlank, Krone kurier- und steifer
ästig; d. von demselben '^Vuchsc aber geringer an Stamm
schwacher bis 15' hoher Baum, Biälter '/j — 7l" '*"6- —
den Spitien der vorigjährigen Triebe, weibliche gestielt und
tragend hängend.
Bemerk. 1. Wahrend man von anderer Seite (Regcnsb. bot. Zeit. 1848. S. 7.3.) sich
veranlasst glaubt, die Zahl der einheimischen Birlienailen noch vermehren zu müssen, bin ich,
nachdem ich nunmehr seit mehr als .50 Jahren in Feldern und Wäldern Birken und Birken-
bestände beoliacbtet und in früherer Zeit als Forstmann bewiribschaftet habe, zu der Über-
zeugung gelangt, dass die oben aufgeführten Arten nur Spielarten einer und derselben Art
sind. Eine B. pendula bildet sich in der Regel nach 2 — 3 Jahren aus jedem Stamme der
Hauptart, der als einzelne Samenbirke in ejponirfer Lage beim Abtriebe übergebalten wird.
Eine freiere Einwirkung der Sonne befördert die' Ausscheidung des harzigen, zu Kürucben
verhärtenden, Saftes der jungen Triebe, deshalb ist eine pendula auch in der Regel eine
verrucosa, und aus gleichem Grunde erscheinen einzelne Stämme an den Rändern der Be-
stände und die jungen Triebe der Stöcke auf den Abiriebsschlägen als Betulae verrucosae ; —
d und e. sind ursprünglich ein Erzeugniss des Sumpfliodens , dessen Säuregebalt den Wachs-
thum hemmt und uindiflcircnd auf die normale Entwiekelung einwirkt. Samen dieser For-
men, auf besserui Boden angeflogen oder angesäet, giebl die Form c. . die in erueuerlen
Gcneiationen in mannicbfachen Übergängen zur Hauplart verfolgt werden kann. — EllRriART
holte die Form d. aus den Brüchen des Harzes als Betula pumila broceenbcrgensis Du Boi,
bezeichnete sie im Herbario B. alba hercynica und nannte sie später B. pubescens. B. da-
vurica Fall, ist durchaus dieselbe Form, und B. eicelsa genau die Form der B. odorala,
während B. carpalica , mit schon ganz kahlen uud rautenförmigen, weniger r.ugrspitzlcn Bläl-
und ni
edr
iger;
; e.
Strauch
odei
Männli
ehe
Kätzchen
sitzend
, ai
lufrecbl
: an
den
L^n Sc
ilen, fri
,.ch|.
518 BETIJI.EAE. Betula.
lern zunächst an die Hauptform tritt. — Aligcschcn von ilicscn ModiGcationcn ilcr ßlattform
Tariirl auch die Grösse und Dicke der Fruchtkätzchen, und die AbHcichungcn in der Form
der Seitenlappcn der Fruchtschuppen kanii man , ehen so wohl als breiter und schmäler ge-
fliigelle Samen, nach Altersverschiedenheit auf dcmselhen Baum — ja nicht selten in demsel-
hcn Kätzchen der Spielart b. beisammen finden.
De in er lt. 2. Es ist in der That ein merkwürdiges Factum und Zeichen der Zeit in
rebus bolanicis, dass man im >~atcr]ande lAfiTiEs, nicht mehr weiss, was B. alba L. ist, und
anstatt des I>amens, welcher von ihm einem lom IVordkap bis zum Aetna (B. etnensis IlAFIN.
SCIIIH. nach Exempl.) , in INordamerika und in IVordasien verbreiteten. Jedermann bekannten
Baume gegeben wurde, die Benennungen B. verrucosa und B. glutinosa lesen muss ! —
Welche Bewandniss es mit EiiRIIART's B. verrucosa habe, ist in der Chloris , auf den Grund
seines rflanzennacblassps, nachgewiesen worden. Uie Arb. n. Uti. von ihm gegebenen Blältcr-
Iriebe sind Stockausschläge der gemeinen B. alba )>ei Ilannoier gesammelt, die dazu gelegten
Bliitenzweige entnahm er von einem für B. alba gehaltenen Baume in seinem Gurten. .Später
erkannte er dessen Verschiedenheit und corrigirte die Eti'piette durch den Namen B. acuminata
£. und endlich durch den Zusatz B. populifolia AlT.
Ä. B. friiticosa. Strauch- BirTee, Blätter kurz gestielt,
riiiitllicli- eirund oder oval, ungleich gross -siigezähnig, kalil, unterseits
netzartig-grünaderig; Frucbtkätzclien fast sitzend, Schuppen lingerig-3-
spaltig mit gleichlormigen, aufwärts gerichteten La]>pen.
Pall. Fl. ross. I. 62. t. 40. Willd. Sp. pl. IV. 1. 467. Glimp. Holz-
art. T. 149. 11. hunillis Schrank Baier. Fl. I. 421. Rocu Sjn. 11. 761.
In Torfbrüchen, als -westliches Vorkommen in Norddcutschland, nur
{Mh. IVeuhrandenburg auf den Birkbuschwiesen, bei Schnlenburg und
Kncess, an den Ufern der IVecknitz, Brun, V^'^anikow). April. — Au-
gust, September.
Strauch von 1 bis h' Höhe. Zweige aufstrebend, gerade, violetbraun oder grau, meistens
mit ovalen, vvachsgelben Harzdriiseu besäet. Blätter kurz gestielt, etwas steif und dicklich,
•/j — ^U höchstens 1" lang. Fruchtkätzchcn kurz «alzig oder ellipsoidisch. Schuppenlappen
länglich, bald fast gleich lang, bald der mittlere fast um die Hälfte länger als die, immer
etwas kürzern , seitlichen.
Bemerk. Aach F°ruelite.vem|ilaren in meinem Herbarium, welche Hr. v. LlNDENTlIAL
unter dem INamen Betiila frntirosa Tallasii ex suuimis alpihus Altai in Sibiria mitbrachte,
ist die PALLAs'sche Pflanze mit der uiiserigen völlig idculiseh.
3t B. nana» Xwerg-BirJee* Blätter sehr kurz gestielt, kreis-
rund, oft breiter als lang, stark gekerbt, kahl, unterseits netzartig-sulerig;
Fruchtkätzchen fast sitzend, Schuppen iingerig -3-spaltig mit gleichför-
migen aufwärts gerichteten Lappen.
LiNN. Sp. pl. 1394. Fl. läpp. Ed. II. t.6. f. 3. Pall. Fl. ross. I. t. 40.
f. D— G. Chi. hau. 502. liocu Syn. II. 762. Fl. dan. t.91. Guimp.
Holzart. T.148. Engl. bot. t. 2326 (sehr gut).
Auf den Hochbrüchern des Harzes nicht unter 3000' Höhe über dem
Meere, nicht häufig (Iln.n.Pr. beim Borkenkruge , auf dem Lcrchenfelde,
Botheilbruche, Schierke im Bruche hinter den Feuersteinsklippen). Juni,
Juli. — Octobcr.
Strauch mit theils liegenden, theils bis 2' hoch aufstrebenden, vioictbrauncn, kahlen Zwei-
gen, die selten Uarzdrüseu zeigen. Weibliche Kätzchen gegen das Ende der Zweige,
männliche unter diesen. Schuppen und Samen mit denen der A. •. übereinstimmend. —
Variirt eben so wie B. alba mit dicht weichhaarigen Zweigen.
Bemerk. Den Bau der männlichen Blüten von Betula habe ich bei keinem Schrift-
steller richtig erkannt und beschrieben gefunden. Man spricht ihnen die Geschleehtsdccke
ab, indem man dem Deckblatt 5 Deekbluttchen zusehreibt und damit Theile zusauimenzielit,
die ganz verschiedenen Organen angeboren, wie schon die verschiedenartige Insertion jener
Deckblättchen andeutet. !Nur 'i derselben, nahe am Stiele des Dcckblalls stehend und mit
diesem zu einem Organe ^erwachsen, sind >chcndeckblättchcn. Die andern 3, allcrnireud und
Ittyrioa. jnVRICEAE. 519
frei unter jenen stclicni]. Bind die obcrn Lappen der Geschlechtsdecken der 3 tuännliclien
Bluten, die jedes DecKblatt entliält. Diese Lappen stehen tieler, sind kleiner ('/4 , '/j, an
B. alba fast '/j , an B. papyracea -/s *» gfo**) . xartcr, angefärbt, auch wohl durch den
Druck der Staubgefässe (besonders an Kätzchen noch junger Stamme) in der Ausbildung be-
hindert und zum Theil »erkiimmcrt. Bei einigen Birkenarten (B. alba, B. papjracea) stehen
jene 3 Oberlappcn zwar dicht unter den Deckblaltchen , sind aber nicht wie diese mit dem
Deckblatt verwachsen; bei andern Arten aber (B. lenta , B. carpinifolia, B. nigra) entfernen
sie sich sehr bemerklich vom Deckblatt und dessen Deckblättehen, nnd die übrigen je 3
Lappen der Geschleehtsdecke sind meistens gut ausgebildet, ja man nimmt sogar ein eigenes
kleines Stielcben wahr, mit welchem die 4-lappige Geschleehtsdecke am Deckblatlstiele, in
oder über dessen Mitte, befestigt ist. Aon der Richtigkeit dieser Beobachtung wird man
sich alsbald überzeugen können, wenn man nicht getrocknete, sondern frische und gut aus-
gebildete Kätzchen eines alten Stammes untersuchen will. — • Betula steht demnacb Alnus
im Blütenbaue viel näher, als man bisher annahm.
GJE WMRJiZICHXS.
technische* u ÖJconOtniSCheS» A.l. eine Zierde in Park
anltujen und Gärten. Brennwcrlk des llolzes Vö des Buchenholzes.
Dauer fjering. Spaltit/keit mittelmässig , Zühif/keit und Festifjkeit gut.
Elasticität und Dichtiffkeit mittelmässii/ , Textur yleichmüssig , schön
flammig, dem fVerf'en und Schwinden wenig ausgesetzt. Treffliches
Tischler-, fVagner-, Drechsler- und Schnitznutzholz, auch zu Reifstä-
ben, schlechtes Bauholz im Trockenen. Aschenertrag von 1000 Pf.
Holz 14 Pf. Asche. 1 Pf. 19 Loth Pottasche. Reiser zu Besen, Rinde
zum Gerben, Bereitung des Birkentheeres zur Juchtenfabrikation (vor-
züglich die Spielart, ed.). Saft zum Birken -Champagner. Laub zur
Bereitung des Schiittgelbs , schlechtes f'iehfutter.
forstliches Verhalten, Natürliches Alter bis 150 J., auf
ungünstigem Boden kaum 60, wirthschaftlich vortheilhaftestes als Baum-
holz 60 J., im Niederwalde 23 J. Durchschnitts Zuwachs als Baum-
hnlz 20—30 Hub. F., als Schlagholz bis SO Kub. F. Aus schlag s fä-
higkeit sehr schlecht und früh aufhörend, den Safthieb nicht vertra-
gend; eben so wenig Beschattung. Durch f'erbeitzung und fVit-
teruny nicht leidend. Geringer Relaubung und grosser Neigung zur
Lichtstellung wegen den Boden verschlechternd.
XC. IflYKICEAE.
KlCll. Eiern, bot. .'JÖI.
Blüten 1- oder 2-häiisig in tleckblättrigen Kätzchen. Männ-
liche: Deckblätter (Schuppen) sitzend mit 2 Deckhlättchen (Ne-
henschuppen), Geschleehtsdecke fehlend? Staiihgefässe 2-—
mehrere, frei oder an der Basis zusammengewachsen. Weib-
liche Kätzchen: Deckblätter (Schuppen) sitzend, deschlechts-
decke 4— 6-theilig? Fruchtknote 1- fächerig, mit 1 aufrechten
Eichen, 2 pfriemenförmige IVarben. Weiche 1 - sämige Nuss.
Kein Eiweiss. Keim gerade, das Würzelchen nach der Spitze
des Samens gerichtet.
TTorkommen. Unsere Art dem sumpfigen Heicleboden angehörig.
Gehalt. fVenig bekannt. In der fVurzel fand vian vorwaltend
Gerbestoff, ferner fVachs, Harz, Schleitnharz, fettes Öl, Gummi, Salz-
mehl, Spurett von ätherischem Öl-
I. ITIITRICA. GA^GKMj,
LitVN. Gen. n. 1107.
Blüten 2- häusig. Schuppen der Kätzchen 1 -blutig. Männl.
520 niYRlCEAE. Myrica.
Blülc. GescMechtsdeclie nicht vorliaiijlcu? 4, seilen 6 SfauJ»-
eefässe an der Basis der Schuppe, frei oder iheiivveise ver-
wachsen. Weihliche Blüte: Geschlechtsdecke? in der Achsel
der Schlippen, 4-lheilig, 1 Fruchlknoten. Geschl. Syst.XXll.4.
Sträuche mit harzigen aromatischen Säften. Blätter -wechselständig,
ganz, gesclilitzt oder fiederspaltig.
1. Itl. Cale. Gemeiner Gagel. Blätter spateiförmig, an
tier Spitze gesägt; Kätzchen eiförmig, Schuppen gespitzt.
LiNN. Sp. pl. 14.53. Chi. han. 503. Koch Syn. II. 7(33. Schk. Handb.
4. T.322. Reit. u. Abel Holzart. T. 74. Guimpel Holzart. T.200.
In Heiden und Mooren, auf sumpfigem toriigem Boden, im nördlichen
Tlieile des Geliiefs, die Südgrenze der Gesanimtverhreitung Hn. Celle,
Gifhoru erreichend, sehr häufig. April, Mai. — August, September.
Slraucli von 2 — 4' Höhe luil ausgespreizten, lirüchigen , dnnlielbrannen Zweigen und
liaarigen jungen Trieben. Blatter kurz gestielt, etwas ledcrarlig, ol>er^^arls l.cliaart später
kahl und dunkelgrün, unterseils roslrolhfilzig, heidcrseils mit gelben glänzenden Drüsen bald
mehr bald weniger bestreuet. Kätzchen sitzend, männliche länglicli mit anschliessenden
Schuppen, weibliche eiförmig, locker. Staubgcfässe meistens 4. Grill'cl purpurn.
Benierl.-. Die Feststellung des Blütenbanes vorlangt fortgesetzte Beobachtungen. Es
ist wahrscheinlich, dass in Folge des Druckes der dicht geschindelten Kätzchen ein häufiges
thcilHcises Fehlschlagen von Organen eintritt.
GM1VJEMtBI.M€MMB.
VecJiniSChes» Blatter und Rinde sind zum Gerben feinerer Le-
dcrartcn (unvcndhnr, auch (fewinnt man ein ätherisches Ol und vefjetabi-
lisches IVachs daraus.
x€i. coivifsirae:.
Jt'SS. Gen. 411.
Blüten 1- oder 2-häusig, in dcckhlätlerigen Scheinkälzchen.
Männliche: au der Basis von Dcckhlälteru (Scliuppcu; umse-
hen^ höher mit Slauhgefässen hcscfzt, Stauhhcutel 3- pt}«^»"
niehrfacherio;, meist üherragt von einer scliuj)|)cn- oder schdtl-
förmisenForlscIzung des BeutelJjaudcs. M cihlichc von ähnli-
cher Bildung, 2- (seilen 1-) oder mehreiiffe Fruchlschuppen in
den Achseln geschindelter Deckhlällcr (l)cckschuppcn). hu\-
ehen nackt, aufrecht oder umgekehrl, his zur Beile mehr oder
Aveniger hedeckt von den zum Zapfen verholzenden oder zur
Trughecre zusammenfliessendcn Fruchlschuppen, seilen hecher-
artig von einer nachwachsenden zweiten Samenhaut umfasst.
Iteim mit 2 oder mehrern Samenlappen, aufrecht in der Achse
des fleischigen Eiweissesa das Würzelehen mit diesem theilweise
vcrwaclisen.
Vorkonimen. Ein gemässigtes Klima liebend und das halte vertra-
gend, daher gegen die i'ole zunehmend und die Gebirge bekleidend.
Wenige dem Sandboden angehörig oder kalhliebend, die mehrsten, mit
Ausnahme des Thons, auf jedem Boden gedeihend, sobald er nur locker
und nicht zu trocken ist.
Gehalt, ^iustjezeichnct durch das reiche l'orhommen von Harzen,
Balsamen ttnd üflierischen Ölen. In den Nadeln ausserdem Gummi, Zu-
cker, Säuren. — In der Rinde ausserdem bittere Extractivstoffe , Ger-
bestoff', Stärke.^ In der tische voihvrrsehend Erden. In den Samen
reichlich fettes- Öl.
Pinug. CONiFEBAfi. 521
1. Giuppe. ABIETIJVEAE. TAXNMXGMn^ÄCMSM.
Scheiiikiitzclien cinliäiisig. MUiinlichc tiiid Aveililiclie zerstreuet oder
an den Enden verschiedener Zweige. Frucht ein Zapfen mit freien
Schuppen.
1. PI^US. VJLJVJVM,
I.iNN. Gen. n. 1077.
3Iäunliche Scbeiuliätzchen: Sfauhbeiitel kurz gestielt, 2-fä-
eherig mit schiippenförmiger Yerlaiigerung des Beiitelhandes.
Weibliche: Fruebtschuppeii mit 2 nacb uiiteii gerichteten Ei-
chen, hinter Deekschuppeu. Zapfensebuppen je 2 gctlügelte
Samen bedeckend, (iesehl. Syst. XXI. 9.
ItJiunie (Art. 1 — 3.) oder Sträuche mit leichtem, grösstentheils aus po-
rösen Zellen gehildetem Uolze und harzigen Saften. Äste quirlstitndig.
Blatter . nadelartig, schmal, starr und 1 -nervig, im Yerlaufe von 2 — 3
Jahren oder jahrlich sich erneuernd, einzeln oder Lüschelständig in den
Achseln, die Düschel von häutigen schuppenartigen Scheiden umgeben.
Achselhnospen oft niclit vorhanden. — Heimen mit mehrern Heimhlät-
tern , ■welche die Samenschaale mit über die Erde bringen.
•J- ScLiippen der Zapfen nacli der Spitic z ii verdickt mit kegelförmig
vortretendem Höcker.
1. P. sylvestris* Kiefer- Tanne (Wöhre), Nadeln zu
zweien; Zapfen ei -kegelförmig gestielt und herabgekrüninit, Flügel drei-
mal so lang als die Samen.
LiNN. Sp. pl. 1418. Chi. hau. 505. Kocu Syn. II. 766. Lamb. Monogr.
t.2. ScuK. Handb. III. T.308. Reit. u. Abel Uolzart. T. 97. Engl. bot.
t. 2460.
Im flachen Theile des Gebiets, auf Sand- und Heideboden, grosse,
reine oder mit Birken gemengte Waldbestände bildend, hier nicht auf
die Gebirge gehend ausser durch künstliche Ansät. Mai, Anfangs Juni. —
Ende October's, ISovembcr des zweiten Jahrs. Abflug im Frühjahr darauf.
Hohe 100—120'. Wiirzelban mit ticfgel.ender Pfal.ln.irzel ; Stamml.ildung nntigel-
mässig, nach oben abliolzig; Aststelliing gcspreilzt, mit lielfacben Bicgnngen, obne Absloss
absterbender unterer Zweige; frnbzeitige Abwülbiing der Krone dureb nacblusiieuden AVücbs
des Mittchriebcs bei forlscbreitcnder > erliingerung der Seitenarme. Itinde orangebrann, in
dünnen gelblicLcn Schiebten sieb ablösend, an den jungen Zweigen olivengrUn. Uelaiibiing
locker und unterbrochen. ISadcIn sj)errig, - — 3" laug. Männliche Scheinkatzchon eiriuid-
kiigelig, gelb, Deckblätter der weiblichen diinkclroth. Zapfen zerstreuet.
•|--j- Schuppen der Zapfen nach der Spitze zu verdünnt, eben.
ISadeln einzeln.
!3. P. Abies. Xtoth.Tanne {Fichte)* Nadeln zusammcM-
gedrückt, fast 4-kantig, stachelspitzig; Zapien walzenförmig, hängend.^
Schuppen rautenförmig, an der Spitze aiisgebissen-gezähnt.
LiNN. Sp. pl. 1421. Chi. han. 504. Roch Syn. II. 769. Lamb. Monogr.
t.25. ScHK. Handb. III. T.308. P. Picea Du Roi Uarbh. Baumz. II.
110 und nacb ihm der Forstmänner. KeIT. U. AbEL Holzart. T. 99.
Im mittlem Gebiete den mittlem und höhern Theil der Waldungen
des Harzes in meistens reinen, seltener mit Buchen gemengten Beständen
bildend, auf der Höhe des Brockens fast strauchartig wertlend, in den
Waldungen des Sollings und Deislers, so wie im flachen Lande nur durch
künstliche Ansät verbreitet; im Gebirge vorzüglich den Grauwackeboden
liebend, in den Miltelbergen und Ebenen den frischen, sIeinigen Lehm-
boden, auf Sumpfboden zur Bothfäule hinneigend. Ende Mai's. — Sep-
tember, October, Abflug im nächsten Frühjahr.
522 CONIFERAE. i»inu9.
Ilolie Iiis lÖO'. Wiirzclliau flach, weit ausgebreitet olioe Pfablwnncl ; Stammhililung
regelmässig, voUlioUig und ninJ. Äste scLwatli , »agcrcelit, im Alter licrabLängcna , ab-
wecbsvliitl sieb deckend, einen dichten Schirm bildend, in der Jugend geschlossen stehend,
durch Abslossen der untern Zweige sich reinigend. Krone pyraraiden - kegelförmig ohne Ab-
wölbung des AVipl'els. Kinde graubraun, im Alter in rundlichen Schuppen aul'rcissead. Bc-
laubung dicht, duakcl und schützend. Tadeln 74" lang, steif. Männliche Seheinkätzcben
zwischen den INadeln der vorigjährigen Triebe, walzenförmig rolhgelb, weibliehe an den
Spitteu der Zweige, violctroth , Zapfen unter der Spitze der Krone gehäuft.
3, P, Picea* Kdel-Vanne* rSadeln zwcizeilig-ljammförinig,
ausgcraiidet , uutei-seits mit 2 -weisseii Furchen; Zapfen walzenförmig,
aufreehtstchend, Scliiii>|>en nnigckelirteirund, stumpf.
LiNN. Sp. pl. 14:20. Clil.han.504. Koch Syn. II. 768. Lamb. Monogr.
t.30. 1*. AhieS Du llOI llarbk. Baumz. II. 95 und nach ihm der Forstuiänncr.
Heit. u. Abel Holzart. T. 98.
In den Forsten, auf liräftigem tiefgründigem Roden, hier und da durch
Cultur angezogen (im Hannoverschen seit 1752, am Harze in einer Höhe
von 1400' nicht mehr gedeihend), einheimisch wohl erst jenseit der Süd-
grenze des Gebiets im Thüringerwalde. Mai. — Ende Septembers, Oct.
llöhe bis 150'. Wur/.elbau tiefgebend, massig ausgebreitet. Stammbildung regelmässig,
walzenförmig. Äste stark, aufrecht stehend. Krone pyramidenförmig. Bclaubung dicht.
Rinde hcllaschgran , glatt, nur an alten Stämmen aufgerissen. Männliche Scheinkätzchen
zwischen den Wadeln , klein, rotbbrauu , weibliche länger, weissgrün. Schuppen der Zapfen
mit dem Samen von der stehenbleibenden Spindel abfallend.
•• Blätter in Büscheln.
4. P. liarix. Ijerchen.Vanne, Blätter Jährig, schmal
lineal, etwas rinnig; Zapfen eiförmig, aufrecht stehend, Schuppen abge-
rundet, anschliessend.
LiNN. Sp. pl. 1420. Chl.han.505. Kocu Syn. II. 769. Lamb. llonogr.
t. 35. Reit. u. Abel Holzart. T. 96. Guiivip. Holzart. 155.
Gleich der vorhergehenden Art auf tiefgründigem Lehmboden, hier und
da in den Forsten durch Cultur eingeführt (im Hannoverschen seit 1752,
in einer Berghöhe von 1600' noch trelVlich gedeihend). Ende April's,
Anfang Mai's, mit dem INadelausschlage. — Ende October's, Abflug spät
im folgenden Frühjahr.
Höhe bis 100'. AVurzclbau tiefgehend , mit vorherrschender rfablwurzel. Stammbildung
ctivas bogig, spitz abfallend, unter starker Windeinwirkung leicht knickig und buchfig.
Äste schwach und in geringer Zahl, wagereeht, oft sich senkend. Krone kegelförmig, bei
hoch hinaufgehenden Absloss der untern Zweige nicht lang und holzarm. Binde graubraun,
scharf aufgerissen, der Zweige gelblichweiss und gestreift. Belaubung locker. INadeln 1"
lang. ScheinkäUchen aus seitlichen Knospen, männliche aus einem Kranze von Scheiden,
klein, rund, gelb; weibliche aus den PSadelbiischoln , länglich, schön rolh, erst geneigt dann
aufsteigend.
OCechnische« ". Ökonomisches. Sämmtliche Jrten eine Zierde
von Parkunlaijen. lirennwcrth des Holzes von A.l. '■^U, A.2. Vs, A.3.
Vio, A. 4. Vi des Buchenholzes . Dauer der Art. 1. i. sehr ffut, A. 2. fjut,
A.3. mittelmnssif/. Spaltiffkeit tjtit , Zähit/Iieit xind Festiijkeit mittel-
miissifi , Elnstici'tät gut. Härte fjerituj. Dem Reissen und fVerf'en we-
nifi ausiiesetzt. Gewicht arün der Ruh. F. vonA.l. 63 Pf., A.S. 56 Pf.,
A.3. 50 Pf., A.4. 61 Pf., waldtrocUen 54, 56, 45 und 46 Pf Art.l.
2.4. Land-, fVasser- u. Schiffsbauholz , zu Brettern und Spaltwaaren
jeder Art. A.3. ausserdem zu Resonanzböden, Spalt- tind Schnitzwaa-
ren. Aschcnertray von 1000 Pf Holz: A. 1. 11% Pf Asche, 23 Loth
Pottasche. A.2. 4'/-i Pf. und '/-i Pf Harz zur Pech- und liienruss- Bc-
reitunff. Nadeln von A.l. als Diinymaterial 2 Pf = 1 Pf Stroh.
Juniperus. CONIFERAE. 523
forstliches Verhalten» natürliches Alter S—SOOJ., wirth-
schaftlick vortheiUiaf'testes der Art. 1—3. 100 bis 120 J., der A. 4.
80— 100 J. Durchschnittszuwachs der A.1. 60 Kub.F., A.Z. 80
Hub. F. Grosse ISei(funij zur Licht s telluuff bei A.1. Geschlossener
Stand bei Art. 2. u. 4., letztere geschützten Stand verlnntjend. Sämmt-
lichc Arten, vorzüglich jedoch A.2., dem Borkenhäf'erf'rass ausgesetzt,
diese auch durch fVindbruch leidend. A. 3. gegen fVitterung sehr
empfindlich , die übrigen nicht. Durch Verbeitzung sämmtlich wenig
leidend. A.1. den Hoden verbessernd
g.Giuppe. CrpRES§INi:AE. CYmMSSEX GMWÄCJtSM.
Scbeinkätzclien 2-hüusig, acbsel-, selten eiidständig. Friicht ein liec-
rcnartiger Zapfen.
J.INN. Gea. n. 1134.
Männliche Sclieinkälzchen : Staiibljcutel 3-^7- fächerig mit
sehiUlföi-miger Ausbreitung des Beutelhandes. Weibliche :_ an
der Spitze 3, mit der Basis unter sich verwachsene^ 1-eiige
Fruchtschunnen. Tnigbeere 1— 3-samia-, Samenschale knochen-
hart. Gesclil. Syst. XXII. 9. *
Bäume oder Strauche mit zähem Holz, ausdauernden, in wenigblät-
trigen <^)uirien stehenden oder gegenständigen, starren und nadclartigen
oder sihuppcniormigen Ulättern. — Keimen mit 2 über die Erde treten-
den Keimblättern.
1. J. conununls. Gemeiner Wachholder, Blätter
sperrig zu dreien, lineal - pfriemenlörmig, stechend, zugespitzt; unter-
seits stumpf gekielt; Trugbeeren gespitzt kugelig, aufrecht.
LiNN. Sp. pl. 1134. Chi. han. 506. Koch Syu. II. 764. Sciik, Handb.
IV. T.338. Beit. u. Akel Holzart. T. 100. Engl. bot. 1. 1100.
In den Heiden des Flachlandes auf Sandboden, einzeln und trupp-
weise, liäufig, auf dürre Kallihügel und Vorgebirge übergehend nur ein-
zeln und strauchig. April, Mai. — Herbst des zweiten Jahrs.
Geringer Baum, bei uns selten über Lciterliauuidicke stark, oder Strauch. Wurielliau
flacli , weit verbreitet. Astslellung unrcgclniässig. Mannliclier Baum si'lilanlier mit oft liän-
genilcn jungen Zn eigen, wcililicher mit liiirxcrn sperrig- bengigen Ästen. Rinile rüllilicli-
Jiraiin, der jungen Triclie grün. Blätter Iiart und steif. Selieinli.'ilzclien in den BlaltacLseln,
klein, Trugbccrcn im Islcn Jalirc grün, im 'Jteo scliwarzblau , grau bereift.
GM WMRBI-I CHE)8,
^Technisches u. ÖTeonomisCheS, Uolz von feiner Textur,
sehr fest, dauerhaft und balsamisch riechend, gesucht zu Drechslerarbei-
ten, Geschirrholz, fVeinp fühlen, Bohnenstantjen u. s. w. Das wohlrie-
chende Harz als unächter Sandarak verkäuflich. Beeren zur Brantwein-
hereitung und Veredelung, Anfertigung eines cssbaren Muses, Gewin-
nung eines ätherischen (WO Pf. reife Beeren T'/i Unze) und eines fetten
Öls, zum Räuchern, als Gewürz u.s.w. anwendbar und in Ueidgcgen-
den (im Hannoverschen aus der Lüncburgerheide durch Absatz nach 11 am-
hurg und Bremen) einen bedeutenden Ertrag gewährend. In den Apo-
theken werden Lignum, Baccac, Bcsina, Oleum und Boob Juniperi vor-
räthig gehalten.
3. Gruppe. TAXINEAE. MEB MN GMn^ÄCnSEi.
Scheinbätzcbcn 2 -häusig, achselständig. Frucht ein halb freier, nuss-
artiger Samen.
524 CONIFERAE. Taxus.
3. TAXUS. JSMBS!,
I.INN. Gen. n. ll.J.',.
Männllclic Scheliikälzchen: Staulibeiilel viel- meist 7 -fäche-
rige üJierragt von einer .schildförmigen Aushreiluiiff des Iteutel-
handes. Weihliche: au der Spilze mit einem aufrechten Eichen.
Samen oben frei, i>i.s iiher die Mitte mit einer zweiten napf-
förniiffcn, tleischiffen Samenhaut umwachsen. Geschl. Svst.
xxir9.
liäunic mit sehr festem Holz und wässerigen Säften. Blätter 2- zeilig,
scbninl, 1-rippig, in ein kurzes Stielclien versclnnälert , in der Knospen-
lage hügelig gehallt auf einander liegend. — Heimen mit 2 über die
Erd<^ tretenden Keimhlättein.
1. T. baccata. Gemeine Mibe {Mihenhauni), Blätter
einzeln, genähert, iineal und spitz; Frucht 1-saniig.
LiNN. Sp. pl.l472. Chi. han.505. Koch Svn. II. 765. Schk. Handh.
IV. t. 339. Reit. U.Abel Uolzart. T. 81. Engl. bot. t. 746.
In Waldungen, Hainen und zwischen Gebüsch, auf sandigem Ocid-
lioden und auf Kalkstein im Untergrunde führendem Hügel- und \orge-
birgsboden, hier und da, ursprünglich einheimisch, aber immer mehr sich
verlierend {Mk. Rostoeker Heide; Hn. Ilübichenstein, Winterberg am
Harze, Göttingen: Albeshausen, Plesswald — ; Hs. Berlepsch, Hörner-
liuppe und Eulenkopf bei Allendorf, IXase bei Asbach, Habichtswald liei
Cassel; Pr. Bodegebirg am Harze von der Rosstrappe ]>is Treseburg;
Schw. Jechaburg, Straussberg; Ly.; Pr. fV. jenseit der westliehen Ge-
bietsgrenze: Rorup, Coesfeld). April, Mai. — September.
INietlrigcr Itaura bis ti'/i' "" Biiiclimcsser liallend (wie EllHIIART ihn noch im Plesswalile
antraf). AViiizelliau ziemlich tief gehcnJ. Slaiiimhil<liing niiregelniässig. Aste ahstebenil,
»>urz, l.ogig nn.l knichig. Rinde lolhhraun , der jungen Triebe gelhgrün. Ilelanbung dicht
und dunkel. Männliche Scbeinhälzchen klein, gelb; „eibliche auf kurzen Sliclchen, unigc-
kehrtkegcllörmig, grün, später violct, zur Reifzcit scharJaehroth.
Vechnisches u. ÖTconomigches, Holz von feiner Textur,
rötlilirher Farbe, tjrosser Härte, Festiijkeit und Dauer, m Drerhsler-
und Tischlerarbeiten fjanz vorzüfflich. Hecken und ausi/esc/tnittene Fi-
f/uren in den Gürten ausser Mode rjekommen. Zweitje und Blatter an
Thicre verfuttert fuhren, nach sichern Erfahrunijcn , den Tod herbei.
Über die fVirkunff des Genusses der Früchte sind die Aufjaben wider-
sjircchend.
Classi^i MM«
mOMOCOTYIiElioMEAE.
Xttveite BLlasse,
EMJVH^EIMnEtÄTTMIGJE
oder
Ma]¥a Ca TYijBn ojvjew.
Keim mit einem Keimblatt verseben. Gefässbiindel des
Stengels, obuc Anordnung In eine concentrisebe Scblcht,
unregclmässig zerstreuet.
§tratiotes. HYDRO €H ARIDE AE. 525
Jier Wachsthuni, unter bescbränktem Gipfelansatz neuer Tlieile, durch
fortschreitende Entstehung von Gefässbündeln im Umfange und gleich-
zeitiges Auflösen derselben gegen die Basis erfolgend. Wurzeln in der
Hegel z^viehel - oder stockförniig, mitunter Knollen-, büschel-, sehr sel-
ten rübenförniig. Der Stengel (nur in den Tropenländern zum Baume
werdend) ohne Centralmark und ohne Binde als dem Holze entgegen-
gesetzter Körper, hiiufig knotig und rund, sonst fast immer 3-kantig,
die Kanten den Blattzeilen zugewandt. Die dem Keimblatt hlütenwärts
folgenden Blatter w echselstiindig, in einfacher Schraubenlinie mit 3 (sel-
tener 2), 6 oder mehrern Zeilen aufsteigend, liisweilcn nach oben zu wir-
telförniig gestellt oder in mehrfache Schraubenlinien übergehend. Blatt-
scheiden meistens frei; Blattstiele nicht häufig und wenig ausgebildet;
Blattplatte meistens schmal und lang, parallelnervig oder -rippig, selten
mit anastomosirendem Adernetz. Blüten unter vorherrschender Dreizahl
der Theile, oder deren Terdoppelung, mit Kelch und Krone versehen,
welche mit wenigen Ausnahmen zu einer, bald mehr bald weniger tief
getheilten, Geschlechtsdecke verschmolzen sind. Früchte aus geschlos-
senen Fruchtblättern (dem Stenpel) gebildet. Eiweisskörper des Samens
im Aerhältniss zum Keim beträchtlich, nur in einigen Familien nicht vor-
handen. Das scheidenartige Keimblatt l>eim Keimen mit wenigen Aus-
nahmen unter der Erde zurückbleibend.
ILCII. HYDROCIIJLRIDEAC:.
De CaND. 11. fran?. III. 2ö5.
Blüten Zwitter oder 2-häii.sig. Geschlechtsdecke mit der
Röhre dem Fruchtknoten angewachsen, tief Ö-lheiliff, Abschnitte
in 2 Kreisen, äussere kelch-, innere kronarfig. Slauhgefässe 3
oder mehrfach 3. Fruchtknote 1- oder 6-facherig, mit vielen
Eichen an wandständigen Samenpolstern, und 3 oder 6, mei-
stens gespaltenen IVarben. Beerenfriicht mit vielen, eiweisslosen
Samen. Keim gerade, aufrecht, mit verdicktem VVürzelehen.
Vorkommen, im Wasser.
Gehalt, Unbekannt.
1. STRATIOTES. J^JlSSJERAXiOJE*
LiNN. Gen. n. 687.
Blüten 2-häusig. Geschlechtsdecke in beiden Kreisen 3-
tlieiliff. Männliche Blüten mit 12 Staubgefässen und ungefähr
ffleicf vielen, beutellosen Trägern. Beere (j-kantig, ß-fächerig,
vielsamig. Geschl.Syst.Xm. 6 (XXII.9.).
Mehljährige, untergetauchte, zur Blütezeit sich über das W^asser er-
hebende, stengellose Kräuter. Blätter sitzend, büschelig gehäuft, lang
liueal, zugespitzt. Blütenstiele blattwinkelständig, männliche 3 — mehr-
blütig, weibliche 1 -blutig.
1. S. aloides* Gemeine W^asseraloe» Blätter dreieckig-
rinnenförmig, winiperig- gestachelt.
LiNN. Sp. pl. 754. Chi. hau. 51^
IV. T. 335. a.b. Beichenb. Ic. XVII. f. 111. Fl. da«, t. 337. Engl. bot.
LiNN. Sp. pl. 754. Chi. hau. 514. Koch Syn. II. 771. Schk. Handb.
t. 379.
In Teichen, Gräben und stehenden Gewässern, im nördlichen und süd-
westlichen Theile des Gebiets, sehr häufig, trupp- oder heerdenweise,
östlich schon gegen die Mitte selten und im süd- östlichen Theile {An.
Dessau, Oranienbaum — ) sich verlierend. Juli, August. — September»
October.
52G HYDROCHARIDEAE. Hydrocharis.
Lange, cinfaclie Faserwurzcln in's Wasser sciikcnil iinil Aiisläiirer treibend. Uläller ro-
sctlenartig geonlnct, liogig anfreclit- alistelienJ , markig, üleif, scliün grün. lilülcn aus einer
aufgelilasenen, gespaltenen Scheitle. Innere Absclinille der Gesclileclilsdcclie melirfach grösser
als die äussern, zart, weiss, Grillel 6, tiel gespalten.
OTCOnomisCheS, Die Blätter ein t/utes Schweiuef'uttcr.
9. HYDROCHARIS. FMIOS CUBMSS,
I.,INN. Gen. n. lliö.
Blüten 2-liäuslg. _ Gcschleehtsileclie in heiden Kreisen 3-
theilig. Männliche mit 9 Staiibgefassen und meistens 3 äussern
Trägern ohne Beutel; weibliche mit S^heutellosen Trägern uiul
zwischen diesen 3 Schuppen um den Griffel.^ Beere (i- fächerig
mit vielsamigcn Fächern. Geschl. Syst. XXII. 8.
Mehrjährige, scliwimniendc Kräuter. Blätter gestielt, an tler Basis
scheidig. Blutenscheiden Llattwinliclständig, niännliehe gestielt, meist 3-
Itlütig, weihliche sitzend, 1 -blutig. Blüten lang gestielt.
i. H. Horf^iis ranae. Genteiner JFroschbiss. Blät-
ter herzförmig -hreisrund, ganzrandig.
LiNN. Sp. pl. 1466. Chi. han. 515. Koch Sjn. II. 771. Schk. Ilandh.
IV. T. 333. Sturm Deutschi. Fl. H. 44. Beichenb. Ic. XVII. f. 112. Fl.
dan. t.878. Engl. hot. t. 808.
In Teichen, Gräben und stehenden Gewässern, häufig und truppweise,
gegen den Süden des Gebiets abnehmend.
Ausläufer in die Tiefe treibend. Stengel laug, rund. ßlaller obcrseits grün, glänzend,
unterseils rütlilicb. Innere Ahsebnilte der Gescbleelilsdecke luelirl'acli grösser, krooarlig,
weiss mit gelber Basis.
WMOSCMXiÖWXIiAHVMGJE JPVIiJLNZJEN,
Jl'SS. Diet. sc. nat. MI. 474. Galt, ausgescbi.
Blüten Zwitter oder 1-häusig. Geschlechtsdeche in 2 Krei-
sen, äusserer kelch-, innerer kronartig. Slauhgefässe unter-
ständig, ü oder mehrfach 6. Beiitel der Zwittcrhlülen einwärts,
der 1- häusigen auswärts aufspringend. _ Friichlknoteu 3 oder
mehrfach 3, oherständig mit 1 oder 2 Eichen, das zweite hän-
gend. In Kreise gestellte, an einander schlicsscndc weiche iVüsse.
l/^orkommeii. Im V^'^asser.
Gehalt. fVenifj bekannt. In der fVtirzel Stärkemehl, Gummi, Ei-
weiss, Harz und wetiiy ätherisches Ol.
1. AliISIflA. JFnOSCHIiÖVJFJEXi,
LiNN. Gen. n. 4(50.
Blüten Zwitter. Geschlechtsdecke in heiden Kreisen 3-thei-
lig. Stauhg'efässe 6 oder mehrere, paar- oder bündelweise mit
den kronartigen Abschnitten abwechselnd. Kreisständige 1-sa-
mige Nüsse. Geschl. Syst. VI. 5.
Mehrjährige, truppweise wachsende V^'^asserkräuter. Blätter gestielt
mit breiterer Platte, oder lineal und sitzend, in der Knospenlage mit
den Scitcnrändern eingerollt. Blüten lang gestielt, meistens in quirligen
Trauben oder Bispen.
I. A. Plantago. Genteiner Vroschlöj^el, Blätter ei-
rund oder eirund -länglich, spitz, langstielig; Schaft ciuirlständig- rispig,
vielblütig; INüsse stumpf, unbegrannt mit rundlichen 1 — 2-riefigem Bü-
cken, in ein stuinpf-3- eckiges Köpfchen zusammengestellt.
Alisma. AI.ISJIIACEAE. 527
LiNN. Sp. pl.486. CLL ban. 516. Koch Syn. II. 771. Schk. Haii.lb.
I. T. 102. Ueichenb. Ic. XVII. f. 100. Fl. dan. t.561. Engl. bot. t. 837.
b. lanoeolatuni. Her lanxettblättrige. Ulätter lanzettförniig, in
die Basis versclimälert ; ]\üsst' am Rücken kantig.
Cbl. ban. das. KocH das. 772. Reichenb. das. f. 101.
c. graminifoliuiu. Her grasblättrige. Blätter scbnial lineal, gras-
artig und scbwininiend.
Chi. ban. das. Koch das. A. Plantago y. graminifolla Wahlenb.
Fl. siior. I. 228. Reichenr. das. f. 102.
d. terrestre. Her landständige. IViedriger; Blätter auf balbzoll-
langen Stielen, zugespitzt; Blütenquirle zusammengezogen.
In Gräben, an Teicben und stellenden Gewässern, sebr bäufig; c. auf
überscliwemnit gewesenem Boden, selten. Juni bis August. — Septem-
ber, Octobcr.
BliiUer säiiimtlicli wiirzclstänaig, steif anfrcclit, riatte 5 — 11-ncr.lg, bis 4, ö", au
b. 1 — l'/s" '"■•^'t ""<• lang ziigespiUt. Stengel bis 4' hoch. Blütenstaiul |i^raini<leiilurmig,
Quirle am Gruiiile mit zuges|iitzten bäiitigen Decliblattern , Quirläsle 3 6, von Quirl zu
Quirl weclisclstiinilig, kronenartiger Kreis tier Gesclilecblsdecke blassrosa , in weiss verblei,
cbend. nie -Spielart c. <len übrigen Formen nicht ähnlich, Blatter 2'" breit. 4 — 6 — 8"
lang, zart, scblalT und durchscheinend. Dlutcnsebäfte dagegen nnr - — 4" lang.
Bemerk. Hie Pflaojc keimt im AVasser stets mit den grasartigen Blattern der Spiel-
art c. , die nächstfolgenden sind oval - elliptisch (und in diesem Zustande nur durch schwache
Verschmälerung nach der Spitze zu von den rein ovalen der A. 2. zu unterscheiden), sie er-
heben sich auf langen, feinen, scblalTen Stielen zur Oberfläche des Wassers, auf welcher die
^/^ — 1" lange Platte schwimmt. Im Jahre darauf bilden sich die steifstengeligen Blätter
der gewöhnlichen Form, Können die Blätter die Obcrlläche des Wassers nicht erreichen,
so bildet sich stets die Spielart c. Demselben Wachslliiimsprocessc folgt A. 4.
_^ !S. A. ranunciiloides* ttanunJcelhlättriger Vrosch-
VÖffeXm Blätter schmal lanzettförniig, beiderseits zugespitzt, 3- nervig;
Schaft tjuirlig- doldig; Nüsse schief ellipsoidiscb, 5- kantig, spitz, in ein
kugeliges Köpfchen zusammengestellt.
LiNN. Sp. pl.487. Chi. ban. 516. Koch Syn. 11.772. Reicuenb. PI.
crit. I. t.37. f.79. Ic. XVH. f. 97. Fl. dan. "t. 122. Engl. bot. t. 326.
In Gräben, stehenden Gewässern und Sümpfen, im nördlichen und
-westlichen Theile des Gebiets, ziemlich häufig, gegen Süd- Osten sich
verlierend (süd- östlichstes "Vorkommen im Gebiet Pr. Barby). Juni bis
August. — September, Octolier.
Schaft bogig ansteigend, '/j — ^4' '"'=''• «'"rk. Blattplatte 3 — 6" lang, '/j" breit.
Bluten meistens in einem, selten in 2 über einander stehenden doldigen Quirlen, Aste 6 — 9,
einfach.
3. A. parnasiiiifolluiii« Parnassienhlättriger
WrOSChlÖjßt'el» Blätter herzförmig- eirund, kurzspitzig; Schaft (|uirl-
ständig-trauhig, wenigblütig, ]\üsse umgekehrteiförmig, an der Spitze
auswärts abgerundet, an der innern Spitze lang begrannt.
LiNN. Mant. 371. Roca Syn. II. 772. Reichenb. PI. crit. III. t.228.
Ic. XVII. f. 99.
In Seen, sehr selten (nur 31k. See beim Basedower Theerofen und
am Langwitzer See, hier häufig). Juli, August. — October.
Schaft 1 — l'/i' hoch, steif, aufrecht. Blätter I'/,/' lang, ^/^ — 1" breit, tief herz-
förmig ausgeschnitten, 7 — 9 -nervig. Blattstiele stark, bald kürzer bald länger. Quirle
1 — 3, mit einfachen Asten; Blüten zart. Grannen im Centrum der Fruchtköpfcheu zusam-
menstehend , länger als die Küsse.
4. A. nataiis. Schwimmender Wroschlöffel* Sten-
gel blättertragend; Blätter oval, langstielig, grundständige lineal, sitzend.
Blüten an den Gliedknoten des Stengels einzeln oder zu 3 — 5; Nüsse
länglich, stumpf mit einem aufgesetzten meist abwärts gcbogenea Spitzchen.
528 AL.ISnACEA£. Sagiitari«.
LiNN. Sp. pl.487. Chi. han. 517. Koch Svn. 11. 772. Heichenb. PI.
clit. I. t.37. f. 77. 78. Ic. XVII. f. 95. 96. Engl. bot. t. 775.
In Gräben, stehenden Gevviissern nntl an Teichen, im westlichen und
nördlichen Theilc des Gebiets ziemlieli hiiiifig, süd-üstlich sich verlie-
rend und südlich vom Harze nicht mehr vorliommend. Juni bis August. —
September, October.
Stengel fast fadenförmig, viell.eugig. Blaltcr an iler Basis und an den Gliedliiiolcn
des Stengels stellend, scliwiminend , ■^j^ — 1" lang, .'» — 6"' breil, olien und nnlen diiicli
einon gleiclifüruiigen Dogcusclinilt begrenzt nnd 3-neriig. Uliiten selr zart.
GM UMRBL.ICMJES,
ÖTeonOiniSCTieSt Dax L'rmit besitzt Schärfe und soll ijcnossen
UMclitheilif/ wirken. Doch ist etwas sicheres darüber nicht bekannt. Zie-
fjen fressen es ohne Nachtheil.
«. SAOITTARIA. JPF'MIJLKnAWTJP,
Link. Gen. n. 1007.
BUiten 1 - häusig. Geschleclilsdccke in beiden Kreisen 3-
tlieilig. Sfaubgefässe zahlreieh. INiisse zahlreich^ in spiralför-
miger Stellung auf einem kugeligen Fruclitbotlen. Geschl.Syst.
Melirjährige Wasserkräuter. Blätter gestielt, oft pfeil- oder lanzen-
förmig. Schäfte vielblütig. Blüten gestielt, quirlig- traubig, Quirle mit
Deckblättern, untere weiblich, obere männlich.
1. ^. sa^ittifolia. Gemeines PfeilTeraut. Blätter
lang gestielt, pfeilförmig; Schaft einfach.
LiNN. Sp. pl. 1410. Chi. han. 517. Roch Sjn. II. 778. Schk. Ilandb.
III. T.289. Sturm Deutschi. Fl. H. 18. Beichenb. Ic. XVII. f. 94. Fl.
dan. 1. 172. Engl. bot. t. 84.
In Gräben, stehenden Gewässern und an Teichrändern, truppweise
sehr häufig. Juni, Juli. — September.
Uulic lV2l>is4' (im Solilaininc der Elliinscln). Blätter » urzelsländig , saltig nnd glän-
zend, auf 3-liantigen, n.arliig - saftigen Stielen, Blattplaltc kurz oder laug zugespitzt, ai.cli
um das Doppelte sclimaler, mit gestreeliten und verlangerleo Zipfeln der Basis (v. angnsli-
folia Clil. lian.) vuriirend. Blütentr.iube aus 3 — .S dreiästigen Quirlen mit seluippenfürmigen
Decklilättern zusammengesetzt. Alisclinitte des äussern Blüteukreises o\»\ , liolil , grün, des
ionern rundlicli, weiss mit rötLlieliem INagel.
GM n^MBBT.ICHMS.
ÖJeonomiScheS» Die fVwzel ist essbar itnd die Blätter dienen
zum yiehfutter.
li.€lT. BUTOHIEAE.
RiCll. Mcm. d. mus. II. aö-'j.
Gesclilechtsdecke unterständiff, lief ß-tlieilig^ Abschnitte in
2 Kreisen^ bald nur die des innern bald beider kronartig.
Staubgefässe 6. Fruchtknoten 3 oder mehrfach 3, frei oder an
der Basi.s verbunden, 1-griffeliff, vieleiig, Eichen an einem
netzförmigen, die ganze innere Fläche überziehenden Samen-
polster. "Samen ohne Eiweiss mit geradem oder gekrümmtem
Keim.
Vorkommen. Im \^''asscr.
Gehalt. Scharf und bitter, iibriffens nicht bekatmt.
Butoiiius. BUTOHEAE. 529
1. BVTOJflUS. JTJLSSMBIiISCH.
I.INX. Geo. II. 507.
Geschlechtsdecke lief 6-theillg, kroiiarlig, aber bleibeiul.
Sfaubgefässe 9, davon 6 paarweise vor den äussern, 3 einzeln
vor den iniiern Zipfeln stehend. Sechs am Grunde verbundene,
naeb innen aufspringende Scbläuebe. Gescbl. Syst. IX. 3.
Mehrjäliiige, steiigellosc , hohe, unbehaarte Wasserkräuter mit wage-
rechtem Wurzelstock. Blätter verlängert, lineal mit scheitliger Basis.
Schaft <lie Blätter üherragend, rund, Blüten an der Spitze des Schafts.
1. B. nnibellatiis. Ifoldenhlütiger Jf^asserJisch,
Blätter lineal -rinnenförmig, unterseits 3 -kantig; Blutendolde endständig.
Linn. Sp. pl. 532. Chi. han. 515. Koch Svn. 11.773. Schk. IJandh.
I. T. 111. Sturm Dentschl. Fl. H. 18. Beichenb. Tc. XVII. f. 203. Fl.
dan. t.604. Engl. bot. t.651.
In Teichen, Gräben und stehenden Gewässern, häufig. Juni bis Au-
gust. — September, October.
Die schönste Wasserpflanze des Gebiets. Schaft gerade, aufrecht, his 4' hoch, finger-
dick, »ie die Blätter glatt nnd glänzend. Blüten ".»O — 25 in einer Enddolde anf einiaehen.
ungleich langen Stielen, weiss mit Rosastreifeu.
XCV. TRIGIiOCmilfEAE.
Chi. han. .518. Juncagineae, KlCIl. Mein. d. nuis. II. 365.
Gesebleclitsdecke unterständig, 6 -blättrig, Staubgefasse 6,
nnterständig. Fruchtknoten 3, (5, jeder uiit einem Griffel ver-
sehen, am "Grunde verbunden, oder in einen 3 — 6 -fächerigen
Fruchtknoten vereinigt, mit 1 oder öaufrechtenEichcn. Schlaueh-
früehte 3 — 6, nur an^der Basis oder die Achse entlang verbun-
den. Samen ohne Eiweiss. Keim gerade.
Torknmnien. Im Sumpfe, einige an Salzgehalt des Bodens ge-
bunden.
Gehalt, ff^eniif bekannt. Einige Natron, Chlor, Kalk nnd Hiexel
säure führend.
1. TRieiiOCHIIV. nUEMZACM,
Li>:y. Gen. n.453.
Geschlechtsdecke 6-theilig, abfallend. Staid>gefässe 6. Beu-
tel am Bücken befestigt, fast sitzend. Früchtchen 3 oder ti,
an einem säulenförmigen Fruchtträger, zur Beifzeit von der Ba-
sis her sich ablösend. Geschl. Syst. VI. 3.
Mehrjährige Kräuter mit einfachem, schaftartigem, an der Basis be-
blättertem Stengel. Blätter schmal mit scheidiger ßasis. Blüten in einer
endständigen Ähre, klein, kurz gestielt, ohne Deckblätter, röthlichgrün.
fl. T. palllStre. Sumpf -ü reis acTe, Früchtchen lineal,
zu dreien zusammengestellt.
LiNN. Sp. pl.482. Chi. han. 518. Kocu Syn. II. 774. Schk. Ilandb.
T. T. 102. Stürm Deutschi. Fl. H. 13. Beichenb. Ic. XVII. t.51. Fl.
dan. t.490. Engl. bot. t.366.
Aufwiesen, auf sumpfigem oder nassem Boden, trupp- oder hcerden-
■\veise sehr häufig. Juni, Juli. — August, September.
Stengel 1' hoch, dünn. Blätter schmal liu.al. Früehtclien gesondert stehend, an die
Spindel gedrückt.
Ä. T. ■iBaritimiini. Seestrands • Itreiaacle, Frücht-
chen ellipsoidisch, zu 6 zusammengestellt.
530 TRIGLOCHOIEAE. §oheuchzerifl.
LiNN. Sp. pl.482. Chi. hau. 518. Koch Syn. II. 774. Gaertn. Fruct.
I. t. 84. Reichenb. Ic. XVII. f. 92. 93. Fl. daii. t. 306. Engl. I.ot. t. 25.5
Am Seestrande häufig, auch auf salzhaltigen Wiesen des Uinnenlan-
des, trupp- oder heerdenweise. Juni, Juli. — August, Septcniher.
Ilälier, dickstengcliger und breitcriilälterig als A. 1. Friiclite an einander schliesscnd
lind etwas abstehend.
ÖJCOnOtnischeSt Itdde Arten werden, ihres salzigen Gesclimarhs
weijen, vom f'iclie fjcrn tje fressen
». ISCHEUCHZERIA. SCHMUCMXMUMX,
LiNN. Gen. n. 452.
Geschleclitsdecke 6-theilig, bleibend. Staiibgefasse 6, Beu-
tel an der Basis befe.stigt, 3 völlig freie, 1 — 2-sainige Frücbt-
chen. Gesehl. Syst. VI. 3.
Mehrjährige Kräuter, mit gegliedertem kriechendem Wurzelstoth.
Stengel aufrecht, heMättcrt. Blätter schmal , steif mit aufgehlaseu - hau-
chiger Scheide stengelunifassend. Blüte zerstreuet traubig, gelhgrüu,
Blütenstielchen mit einem Dechhlatt.
t. $$. palustris. SutnpjfScheuchzerie» Blätter Hneal,
halbcylindrisch; Traube arniblütig.
LiNN. Sp. pl.482. Chi. han. 518. Koch Syn. II. 773. Scuk. Ilandb.
I. T. 100. Sturm Deutschi. Fl. 11.78. Fl. dan. t. 76. Engl. bot. t. 1801.
Auf Wiesen und Heidgründen, auf nassem sumpfigem oder torfigem
Boden, selten und n»ir im nördlichen Thcile des Gebiets {31k. IVeustre-
litz häufig, Ludwigslust im weissen Moore — ; Hb. Eppcndorfer Moor — ;
Hn. Lesumer Moor im Bremschen — ; Pr. Mölien). Juni, Juli. — Au-
gust, September.
Stengel 6 — 8" Loch, aufrecht, meist hin und Lcr gebogen, unten von Scheiden abge-
storbener Blatter eingefasst. Itlätter etwas fleischig, gestreckt, steif, an der Spifie durch
ein Grübchen bezeichnet. Blüten "2 — 6. Staubbeutel an feinen Trägern hängend. Früchte
aufgeblasen.
X€TI. POTAIlIOeEXOIVEAE:.
Potameac Juss. Dict. sc. nat. 93.
Blüten Zwitter oder 1 -häusig. GescLlechtsdecke 4-blätfrig'
oder verkümmert. Staubgefässe 4, frei. Fruchtknoten 4, mit
den Staubgefässen abwechselnd. Narbe sitzend. Früchte nuss-
oder pflaunienartig.^ Samen hängend. Keim hakenförmig ge-
krümmt oder spiralig eingerollt.
Vorkommen. Im Wasser.
Gehalt, Unbekannt.
1. POXAIflOCiETOIV. XiJLMCBlMn^trV,
LlNN. Gen. n. 174.
Blüten Zwitter. Geschleclitsdecke 4 -blättrig. Staubgefässe
4, auf der Basis der Geschlechlsbläller stehend. Fruchtkno-
ten 4, ohne GrijQfel. Früchte pflaumen- oder nussartig. Keim
hakenförmig. Gesehl. Syst. IV. 4.
Mehrjährige, -wurzelnde und stengeltreibcnde, untergetauchte oder
theilweise schwimmende, trupp-, niassen- und heerdenweise wachsende
Kräuter. Blätter 2-zeilig, oberste bisweilen, sehr selten alle, gegen-
ständig, mit freien, winkelständigen, selten seitlich an die Blattbasis ge-
wachsenen Nebenblättern versehen. Blüten in kolbenähnlichen, gestielten.
Potaiiiogeton. POTAIIO€£TOIKEAE. 531
nackten, blattwinkel - oder endständigen Ähren, welche sich zur Itlüte-
zcit über das \^'ass(;r erheben.
-:• l ntcic Blattei oder alle » e cli s e 1 s ta u d i g.
Blätter lauliartig -breit oder dojjpelförmig.
t. P. iiatans* Schwimmendes MJaich^raut. Stengel
einfach; Blatter lang gestielt, mit oben llachrinnigen Stielen, schwim-
mende lederartig, kreisrund- oval, oval oder lanzettlich- oval , nnterge-
tanchte kaum durchscheinend, länglich -lanzettlich oder lanzettlich; JJlü-
tenstiele stengeldick oder wenig stärker ; Früchte etwas zusammenge-
drückt, mit breitkieligem Vorderr.inde und einer A'ortretenden Linie zu
beiden Seiten.
LiNN. Sp. pl. 182. Chi. han. 519. Koch Svn. II. 774. Schk. Ilandb.
I. T. 28. Reichenb. Ic. XYII. 89. Fl. dan. t. 1025. Engl. bot. t. 1822.
b. angustifnlius. Her schmalblättrige. Stengel und Blattstiele
verlängert, Blätter oval -lanzettförmig oder lanzettförmig, beiderseits
verschmälert.
Chi. hau. das. P. serotinus Schrad. P. natans ß. prolixus Roch das.
In Teichen, Gräben, stehenden oder langsam flicssenden Gewässern,
sehr häufig; b. in tiefen Quellen und in fliessendem Wasser, selten (Iln.
Göttingen in den Quellen des Rasemülilenteichs, Celle in der Fuse und
ilem Adamsgraben, Spikaer Neufeld im Brenienschen). Juni, Juli. —
September.
Blattform veränderlich, indem sie mit vom Beivegiingsziislande des AVassers aMiängt.
In stellendem Wasser die Basis der Blätter oft scliwacli liorzfiirniig. Im tiefen AVasser unterste
Blattstiele olnie Plalle. Die Spielart erhielt den SCHRADER'schen tarnen, »veil sie in den
kalten Rasciuühlciii|iiellen 14 Tage später hliihet, als die Haii|)tform in «armern stehenden
Gewässern.
9. P. oblongust. JParnassienhlt'itfriges Iiaich-
Teratlt» Blatter langgestielt mit oben Nachen Stielen, schwimmende
schwach lederartig, oval oder oval -lanzettlich, untergetauchte kaum durch-
scheinend, lanzettlich; Blütenstiele stengeldick; Früchte wenig zusam-
mengedrückt, mit rundlichem Vorderrande.
Viv. Fragm. 11. ital. 2. t. 13. Chi. han. 519. Roch Syn. Tl. 774. P.
natans *. minor Mert. u. Roch Dcutschl. Fl. I. 839. P. polygonifolius
Reichenb. Ic. XVIl. f. 79 — 81. P. parnassifolius Schrad.
In flachen Bachen und Gräben der Heidegegenden, auf sumpfigem und
torfigem Boden im nördlichen J'heile des Gebiets, hier und da (Hm. im
Eppendorfer Moor häufig — ; Br.; Hn. Insel Borkum, Ilermannsburg,
Benthclm, Osnabrück — ; Pr. fV. Dülmen — ). Juni, Juli. — September.
Allen Thcilcti nach 2 — 3 Mal kleiner als P. natans, übrigens keine «esentlichen Ver-
schiedenheiten zeigend. Obere Blätter meist 1" lang, '/j" '•feit, untere bis doppelt so
lang. Ähren zierlich, Trüchte klein.
3. P. fltiitans. flutendes XtaichJeruut* Blätter lang
gestielt, mit oben etwas couvcxen Stielen; schwimmende schwach leder-
artig, länglich -lanzettförmig, an der Basis verschmälert, untergetauchte
lang lanzettförmig durchscheincnd-hautartig, Blütenstiele stcngeldick oder
wenig stärker, Ähren sehmal; Früchte zusammengedrückt, mit schmal-
kieligem Vorderrande und einer schwachen Linie zu beiden Seiten derselben.
Roth Tcnt. fl. germ. I. 72. IL 202. Roch Syn. IL 776. Reichenb.
Ic. XVIL f. 88. Fl. dan. t. 2105. P. oblongus v. fluitans Chi. han. 520.
b. spatbulatiis. lias spatelhlätirige. Blätter allmälig und lang
in den Blattstiel herabgezogen, unterste weniger durchscheinend.
P. spathulatus Schrad. in Roch u. Ziz Cat. pl. palat. 5. u. 18. Roch
Syn. das. (nach Esempl. in ScilRADERs Herbarium und andern aus KoCHs Händen).
Reichenb. das. t. 47.
532 POTAJnOGETOiKEAE. Potagonieton.
In Flüssen und sclini-llfliessendL-n stärkern Bäcliin, im ganzen nöril-
lichen Gebiet häufig, im mittlem und südlicbcn seltener (//ji. in der
Werra und Fulda bei Münden — ; b. in der Ilardau unweit Uelzen — ;
Hs. in der Weser zwischen Rinteln und Dangersen — ; 7*»-. Günthersdorl'
unweit Halberstadt — ). Juli. — September.
Bei der Dahen VerwandUcliafl , die xwiscben V. üiiilans nnd V. naUns Statt Iiat, gcwalirt
der oben scliwack niDdlieke Blattstiel des erstem allerdings ein Kennzeichen, dem einiger
Wcrih beizulegen ist. I>aLer ist die Beobaclitiing DÖLL's, nacli weleber diese Rnndnog
Folge des nähern Zusammentrelens der INerven im verschmälerten Blaflgtielc seyn könnte,
«eiterer Beachtung z» empfehlen. SONDERs Bemerkung (KoCH das. III. 1028.), dass
die Blattstiele in der Jugend oben (lack wären, scheint hiermit im Einklänge zu stehen.
Bemerh. 1. Die Aufstellung des V . spathnlatus als Art mag ihren Grnnd darin
hrfhen, dass sie zu einer Zeit eintrat, wo kaum Jemand wusste , was P. fluitans R. eigent-
lich sey, nnd noch jetzt sehen blanche eine schmalblättrige Form ron P. natans für P. fluitans
an. Ob auch BÖLL ? der diese Alt nicht anerkennen will, während er P. spathulalus als
Art anfliihrt.
Benierl;. 2. Bie Form der Früchte ist hier überall in reifem, trockenem Zustande
angegeben. Bocb bemerke ich, dass sich dieselbe nicht immer völlig gleich bleibt, wenn
ein Theil der Blüten fehl schlägt, so bilden sich die alsdann einzeln stehenden Früchte
meistens rundlicher oder dicker aus, als im zusammengedrängten Zustande der Fall ist.
4. P« rtifescens« Möthliches MjaichTcraut» Stengel
einfach; schwimmende Blatter schwach lederartig, umgel;ehrteirund-läng-
lich, stumpf, in den langen Blattstiel verschmälert, unteigetauchte sitzend,
lang lanzettförmig, beiderseits zugespitzt und durchseheinend - häutig;
Blütenstiele stengeldick oder -wenig stärker; Früchte etwas zusammenge-
drückt, sjiitzig, mit scharfkieligem Vorderrande.
ScHRADER in Cham. Adnot. ad Kunth Fl. berolinens. 5. Chi. han. 522.
Koch Svn. II. 777. Reichenb. PI. crit. II. t. 184. Fl. dan. 1450 (P. üui-
tans). Fngl. bot. t. 1286 (desgl. beste Abbild.). P. serratuin Roth Fl. gerin.
I. 73. II. 205.
b. lanceolatug. JDer lanisettblättrige. Alle Blätter lanzettförmig
>pitzt, oberste kurz gestielt.
I. han. das. Reichenb. Ic. XVII. f. 56 (P. rufescens). FI. dan.
t. 1635 (P. lucens var.).
In Teichen, Gräben und Sümpfen, b. in fliessendeni Wasser, häufig.
Juni, Juli. — August, September.
\^'ird getrocknet ruthlich. JNicIit immer ist diese Farbe schon im frischen Zustande be-
merklich. An der, seltener, nur in ruhigem Wasser TOrkommenden , scharf ausgeprägten
Hauptform sind die Blätter der ohcrn '2 3 Paare abgerundet, nmgekchrleirund in den
1 l'/.j" langen Blattstiel verschmälert. Diese Form gebt unter Einlluss des lYasscrzuges
in die zugespitzte, lanzettfurmig längliche, in die verlängert längliche und endlich lanzett-
förmige von b. über, womit zuletzt der Blattstiel auch der obersten Blätter verschwindet nnd
alle Blätter sitzend erscheinen.
5. P. plantaglneus* W^egerighlättrige* Itaich.
Teraut» Stengel meistens ästig; Blätter sämmtlich gestielt und durch-
scheinend-häutig, schwimmende eirund- elliptisch, untergetauchte umge-
kehrteirund-länglich, eirund-lanzettlich und lanzettlich; Blütenstiele sten-
geldick oder stärker; Früchte zusammengedrückt mit stumpfem, schwach
3 -kieligem Vorderrande.
P. plantagineum Du Croz in Rom. et Schult. Syst. vegct. III. 504. Rei-
chenb. Ic. XVII. f. 82 — 84. P. Horiienianni Chi. harn 521. Koch Syu.
II. 777. P. coloratus Uornem. Fl. dan. 1. 1449. Nolte Nov. Fl. hols. 18.
In Gräben, flachen stehenden Gewässern und Sümpfen, hier und da
(Hl.; Lb.; Iln. Wustrow und Fuhrberg im Lüncburgschen, Warienhafe
in Ostfriesiand — ; i*r. /F'. Gütersloh, etwas jeuscit der westlichen Grenze
des Gebiets bei Coesfeld). Juni, Juli. — August, September.
suges,
Chi.
Potaiuogetoii. POTAmOGETONEAE. 533
Stengel 1 — 2' lang, eiafacb, später meist ästig. Blätter, die oliersten mit gerundeter
Dasis ausgenommen, mehr oder weniger in den '/j — ^l^" langen Blattstiel versclimälert
(herzförmige sah ich nicht), unterste an beiden Seiten stärker terschmälcrt und dadurch in
die lanzetlliche Form lilicrgehend , kürzer gestielt, auch fast sitzend. Ähren gewöhnlich
schmal, Früchte klein. — Die Pflanze ^ariirt häufig mit dickern Ähren und Blülenstielcn,
die fast doppelt so dick als der Stengel sind (hei AVuätrow), wo\on ReicIIENB. t. 46 P.
planlag. ß. pachystachjus suhspathaceus eine zulrcft'endc Abbildung giebt. Auch iverden die
obern schwimmenden Blätter nicht selten sehHach lederartig. Im Wasser stets giün, an aus-
trocknenden Snmiifstcllen bisweilen rothlicbbraim gefärbt.
6. P.lieteroiihylluis« Verschiedenblättriges MJaich-
lerOiUtt Stengel vieiastig; scbwiinineiitle Blätter lang gestielt, leder-
artig, elliptisch oder länglich- eirund, untergetauchte sitzend, lanzettför-
mig-lineal, beiderseits zugespitzt, am Rande scliärflich, durchscheinend-
häutig; Itlütenstiele dicker als der Stengel; Früchte wenig zusammenge-
drückt mit rundlichem Riel des Torderrandes und einer erhabenen Linie
zu beiden Seiten.
ScHREB. Spie. 11. lips. 21. Reichenb. Ic. XVII. f. 73 — 75. u. f. 76— 78
(v. platypbyllus). Fl. dan. t. 12ö3. Engl. bot. t. 1285. P. gramineus v.
platyphyllus Chi. han. 520. V. gramineus ß. heterophvllus liocu Syn.
II. 777.
b gramineus. üas grasblättrige. Blätter sämmtlich unterge-
taucht, sitzend, lanzettförmig- lineal und durchscheinend- häutig, oberste
gegen die Basis verschmälert.
P. gramincum Link, nach Fries' Behauptung. Fl. dan. t. 222. P. gra-
mineus V. stenophyllus Chi. han. das. P. gramineus «. graminifolius
liocu das. Reichenb. das. f. 71 (P. beterophyllus a. gramineus), f. 72
(P. beterophyllus; den Übergang in die Hauptform nachHeisend). P. lanceola-
tum Engl bot. t. 1985 (gehört entweder hierher, oder ist eine sclimalhlätlrige Form
von P. nilcns, darüber ohne Exemplare von England — die nicht zu erhallen sind — mit
Sicherlipit zu entscheiden, ist unmöglich).
C. Zizii. üas Xisische. Doppelt und 3- fach grösser; Blätter läng-
lich oder lineal -länglich, stumpf mit vortretender Spitze, alle gleich-
förmig und durchscheinend-häutig, oder oberste undurchseheinend, sel-
ten lederartig, doppelt breiter und oval.
P. gramineus v. Zizii Koch das. 778. P. gramineus v. platyphyllus Chi.
han. das. Reichenb. das. f. 66. 67 (P. Zizii mit Ausschluss der untern quer-
stehenden Figur, die allerdings zu P. lucens gehurt), f. 68 (P. ZizÜ ß. clongatus;
schmalblättrige Form) und f. 65 (P. luceus (^. coriaccus Nolte).
d. terrestre. üas landständige. Stengel kurz, Blätter genähert,
sämmtlich elliptisch.
Chi. han. 521.
In Teichen und Gräben, auch in langsam fliessenden Bächen und
Flüssen, häufig; d. in ausgetrockneten Teichen. Juli, August.— Sept.
Stengel 1 — 4' lang. Bei aller Veränderlichkeit der Blätter durch Blütenstiele, doppelt
so dick als der Stengel, ausgezeichnet. ]\ur P. lucens und, als Miltelform zwischen diesen
beiden stehend, P. nitens schliessen sich iu dieser Hinsiebt, wie überhaupt, nahe an.
Bemerk. 1. INnr die Versicherung von KoCH, bestimmte Übergänge von P. Zizii
in P. heteropbjllus gefunden zu haben, kann mich davon abhalten, erstere vielmehr (mit !> ÖLTE
und Fries) für eine Form von P. lucens mit obern scbnimmenden Blättern zu ballen. Die
gesammte BcschafTcnheit der Pflanze spricht für diese letztere Ansicht. Dagegen ist es of
fcnbar irrig, wenn FR. Summ. veg. Scand. 68. auch die Abbild. Ton P. heteroph\llns Engl.
bot. zu P. lucens zieht.
Bemerk. 2. Da I.INNE ziemlich crwicsenerraassen 3 .4rlen (vergl. Ail.7. lö.) mit
dem >anien P. graniincuui belegt hat und die verscbiedenblällrige Form dieser Art unstreitig
die Form der höchsten Ausbildung ist, so scheint es angemessen, den ScHREItERschen IVamen
für sie zu wählen.
534 POTAMOGETONEAE. Potamogetoii.
9 P. niteiis. Glänzendes JLaichTeraut. Ulättei- nu-ist
alle uiiti-rgetauclit, sclimal läiiglieli, mit «'twas gerundeter Basis halltsteii-
gcluinfasseml, am Uaiitle liiinig aiiJ\vartsgel)ogeii und scbürflieh, dnrcL-
scheiuend- häutig, obere gegen die Spitze lueiter und allinälig in den
kurzen Blattstiel verlängert, selten oberste sclnvininiend und schwach le-
derartig; Blütenstiele wenig dicker als der Stengel; Früchte mit rund-
kieligem Vorderrande und einer erhabenen Linie zu beiden Seiten.
Web. Fl. hols. supi»!. n. 11 ISoltk J>iov. H. hols. 18. Reichenb. Ic.
XVII. 1". 60 — 62. Fl. dan. 1. 1807. P. granüneum Linn. Fl. suec. 53 (nach
Ausweise von Ehriiart /.ii LlNNEs Zeit in Ujisala eingelegter Exemplare). V^'^AHLENB.
Fl. suec I. 104. Chi. han. 520.
In Seen, fliessenden Gewässern und Sümpfen des nördlichen Gebiets-
theils, hier und da (Hl. im Silentersce, Einfeldersee, I\'ortorf — ; Lh. im
Schallsee — ; Hn. Ottersberg, Langemoor bei Wilstcdt, Bremervörde,
Dorum — ). Juli, August. — September.
Grösser und slarhcr als die Spielart I). der vorliergclK-naeu Art. Blätter l'^— 2" lang,_
4__.')"' Iircit, last gleieli lircit, liald stiimpl', bald spitzlicli, gestreckt oder bogig- zurüek-
gekrüuimt (l*. ciirvifolms IlARTM.)- Iu> flicssendcn ^Vasser werden die Blätter länger und
die Abrundung an der Basis verliert sich. • — Die specifisclic Vcrscbiedcnlieit dieser Art
von der voilicrgcbenden bedarf bestätigender Beobachtungen. Sie weicht viel weniger davon
ab, als der daliin gezogene V . Zizii.
S. P. decipieiis. Väuschendes XiaichTeraut, Stengel
knickig gebogen; Blätter alle untergetaucht, oval -länglich oder länglich,
schwach stachelspitzig, mit rundlicher Basis aufsitzend, am Bande theil-
•weise schärflich, durchscheinend - häutig; Blütenstiele wenig dicker als
der Stengel; Früchte (abortircnd).
]>OLTE in briefl. Mitth. Roch Syn. IT. 779. Reichenb. Tc. XVII. f. 63.
Fl. germ. exs. n. 1603.
In Flüssen {Hl.; Lh. im Schallsee und in der Bille, l>ei Riel— ; Hm.
in der Bille bei der Aumühle unweit Bergedorf — ; Hn. Verden — ). Juli,
August. — • September.
Wie schon KOCII gesagt bat, dem V. praelongus in der Stcngelbilduug und Blattform
ähnlich, und dem V. Zizii durch letztere und das luslimmeudc Adernnelz ; verschieden aber
von jenem durch die verselmiälerte Blattbasis und nicht happenartige Spitze der Blätter, von
diesem so wie von P. luccns durch die aufsitzenden Blätter. Kaum minder nahe stehend als
P. praelongus, an welchen unsere Pflanze unverhcnnbar zunächst sich scbliesst, dürfte P. niteus
seyn. Mit diesem stimmt die gcsamrate Bildung zu, nur in der Grösse und Stärke liegt ein
Unterschied. — Stengel lang, Blätter 3" lang, 1 — 1'/4" breit, abgerundet stumpf mit
hanm etwas vortretender Spitze, meistens ganzrandig, doch hier und da etwas gesägt. Blü-
fcnstiele meistens etwas stärker als der Stengel, auch wohl mit schwacher Verdickung nach
den Ähren zu. — INOLTE fand die Pflanze zwischen P. praelongus und P. lucens wachsend,
nie Blüten entwickeln sich vollständig, abortiren aber immer, daher vielleicht eine hybride
Wasserpflanze !
9. P. lucens. Spiegelndes JJaichTeraut» Blätter meist
alle untergetaucht und gestielt, länglich oder länglich - lanzettförmig, sta-
chelspitzig und in den Blattstiel verschmälert, am Rande fein gesägt,
durchscheinend -häutig; Blütenstiele dicker als der Stengel; Früchte zu-
sammengedrückt, mit 3 -kieligem Vorderrande.
LiNN. Sp. pl. 1S3. Chi. han. 522. Koch Syn. IL 778. Reichenb. Ic.
XVII. f. 69. 70 (lelztere eine sehr langblältrige Form). Fl. daU. t. 195 (breithlältrige
Forin). Engl. bot. t. 376 (kurzblältrige Form).
In Teichen, Gräben und langsamfliessenden Gewässern , häufig. Juni,
Juli. — September.
Blätter durchleuchtend und oft firnissartig glänzend, in üicssendem Wasser bis 5" lang
und l'/o" breit, in stehenden nicht selten bis in die länglich -kreisrunde Form sich verkür-
zend (».'obtubifolius Chi. han, 523.). Die Stachelspitzc dmch Vortreten des Mittclnervs bis-
Potaniogeton. POTAHOGETONEAE. 535
iveilen bis '/j" lang sich Terlängernd (v. corniciilatus Chi. han. f>22. Fl. daii. t. ViSi als
P. acuminatura). Itlütensticle nach ohen meistens stark verdickt.
lO* P« praelongiis* JJange* XtaichTcraut, Stengel
knickig gebogen; Blatter alle untergetauelit, ans stengeiumfassender Basis
»cLmal iäiiglich oder länglich - lanzettlicb , stumpf, an der Spitze etwas
kappent'örinig zusammengezogen, ganzrandig und durcbsclieiiiend- häutig;
Blütenstiele gleicbdick; Früchte flachgedrückt mit scharikieligem Vorder-
rande und einer vortretenden Linie zu heiden Seiten.
\^^ULF. in llöM. Arch. III. 331. Chi. han. 522. Roch Svn. H. 779.
Reichenb. PI. crit. II. 1. 18.5. Ic. XVII. f. 59. Fl. dan. 1. 1687. P. flexi-
caule Dethard. Strel. Anz. 1809. n. 50.
In Teichen und tiefem Flüssen, im nördlichen Theile des Gebiets,
ziemlich häufig, in der Mitte des Gebiets sich verlierend {Mk. im Barnin-
schen See, Mühlenteich bei Rostock, Rösterbeck, Tollensee bei IVeu-
brandcnburg, See bei V^^eisdin ; Hm. Bitterwerder — ; Lb.; Ul.; Hn.
Uelzen — ; Br. in der Ohre am ßrömling als südlichstes Vorkommen).
Juni, Juli. — August, September.
Stengel sehr lang, durch seine knickigen von Blatt zu Blatt laufenden Biegungen und
die nach ol>en zu stets wcissliche Faihe ausgezeichnet. Blatter einander genähert, 4 — 6"
lang, 1 — l V2" hreit. Friiehte fast linsenförmig.
li. P. perfoliattis* durchwachsenes JJaichJeraut,
Stengel ästig; alle Blätter untergetaucht, rundlich- eirund , eirund oder
eirund -länglich, mit abgerundeter Spitze und herzförmiger, stengeium-
fassender Basis; Blütenstiele stengeldick; Früchte zusammengedrückt,
mit schwach 3 -kieligem Vorderrande.
LiNN. Sp. pl. 182. Chi. han. 523. Roch Syn. II. 779. Reichenb. Ic.
XVII. f. 53. 54.
b. terrestrig. Bas landständige. Blätter gedrängt, breiter, steif
und dicklich.
P. perfollatus v. densiflorus Chi. lian. das.
In Seen, Teichen und Gräben, häutig; b. in austrocknenden Sümpfen.
Mai, Juni. — August.
Stengel oft sehr lang, meist weisslicb , gabelig - wenigästig. Biälter regelmässig ge-
schnitten, ändern iilirigens ah von der rundlichen bis in die schmal längliche Form, stehen
meistens entfernt, bisweilen aber auch ganz dicht.
19* P* crij^piis. Kraushlüttriges MJaichJcraut» Sten-
gel ästig, zusammengedrückt; Blätter sämmtlich untergetaucht, sitzend,
lineal- länglich gesägt, wellig -krausrandig und durchscheinend -häutig;
Blütenstiele stengeldick; Früchte zusammengedrückt, lang geschnäbelt.
LiN\. Sp. pl. 183. Chi. han. 523. Roch Syn. II. 779. Reichenb. Ic.
XVII. f. 50. Fl. dau. t.927. Engl. bot. t. 10r2.
In Teichen, Gräben und Bächen, sehr häufig. Mai, Juni. — August.
Yariirt mit fast flachrandigen Blättern.
■• Biälter gleichförmig grasartig- schmal.
13. P. conipressus* Blattstengeliges MtaichTeraut.
Stengel geflügelt -plattgedrückt; Blätter alle untergetaucht, sitzend, lang
lineal, stumpf mit kurzer Stachelspitze, vielnervig und durchscheinend-
häutig; Ähren langgestielt, walzenförmig, vielblütig, Früchte zusammen-
gedrückt mit stumpfem Vorderrande und schwach gebogenem Schnäbelchen.
LiNN. Sp. pl.l83. Chi. han. 524. Rocu Syn. II. 779. Reichenb. Ic.
XVII. t. 27. P. zosterifolium Schum. Enum. pl. Saelland. I. 50. Reichenb.
PI. crit. II. 1. 175. Ic. XVII. f. 45. Fl. dan. 1. 1865. und t. 2046 (r. acuti-
folius; wie die langgestielten walzenförmigen Ähren beweisen, hierhergehörig, obgleich im
Te\tc t. 1747 dazu citirt wird, welches der wahre P. acutifolius ist).
In Teichen , Gräben und langsam fliessenden Gewässern, häufig. Juni,
Juli. — September.
536 POTAJtIO GETONE AE. Potaniogeton.
Ausgcieiflinet «Inrcli den völlig lilattarlig ziisammengeilrücklen Stengel, oberer Tlicll des-
selben vuii ISIaltlircite , gcg<!n die Wurzel zu slcli fadenlürmig verdünnend. lilätler genau
parallellinig begrenzt, »IraIV, 3 — 4" lang, l'/s" '»reit.
fl4. P. acutifoliiis. Gespitatblättriges JLaichTcraut,
Sten^L'l gellügeit-platlgeilriickt; IMatti-r alle untergetaucht, sitzend, laug
liueal, fein zugespitzt, vicl-neivig und durelisc!u!ineud-li:iutig ; Aliren
kurz gestielt, eiförmig, armhlütig; Früchte zusammengedrückt mit ge-
kieltem Vorderrande und hakcntorniigem Schnähelchen.
Link, in llöni. u. Schult. Syst. veg. lll. 513. Chi. han. 524. Koch
S>n. II. 780. Reichenb. PI. crit II. t. 17ß. Ic. XVII. f. 44. Fl. dan.
t.*1747.
In Teichfen und Gräben, ziemlich selten (HL; Lb.; Ol. .Tever — ; /Zu.
Varel, Lüneburg, Schwöbber, Offensen — ; Br. Braunschweig). Mai,
Juni. — August.
Gesammtanselien der vorliergehenden Art. Durch die nicht aufgesetzte, sondern allinalig
verschmälerte Spitze der gestreckten , 1 '/j'" breiten Blätter und den verschiedenen Blutenstand
leicht zu unterscheiden.
15. P. obtiisifoliiis. Stumpf blättriges Xtaichleraut,
Stengel zusaniinengedrückt mit abgerundeten Kanten; Klatter alle unter-
getaucht, sitzend, lineal, stumpflich oder spitziich, 3 — 5 - nervig und
durchscheinend -hautig; Blütenstiel kaum länger als die eiförmige, dicht-
blütige Ähre; Früchte zusammengedrückt mit gekieltem Vorderrande,
einer beiderseits vortretenden Linie und geradem Schnäbelchen.
Mert. u. Koch Deutschi. Fl. I. 855. Chi. han. 525. Kocu Syn. II.
780. IlEicHKNB. Ic. XVII. f. 43. Fl. dan. 2107. P. gramineum Sm. Fl.
brit. I. lyü (und nach dessen Versicherung des LlNNEschen Herbariums). Lngl. bot.
t. 2'253.
In Gräben und Teichen, häufig. Juni, Juli. — August, September.
Blätter straff, 2 — -'/j" '""g» 1 '/j'" l"*''» meistens gegen die bald stumpf gerundete,
bald spitzlichc Spitze etwas an Breite zunehmend, die beiden seitlieben Nerven sehr zart,
näher beim Blatliande als beim Milleliicrv stehend. Bliileustiel eben so wie die Ähre 'f.^"
lang, letztere daher unter der »lilte der umgebenden Blätter siebend.
IfS. P. €>edei*i. OederS M/aichTeraut, Stengel zusam-
mengedrückt mit abgerundeten Kanten; Blätter alle untergetaucht, sitzend,
lineal, stumpflieh oder spitzlich, 3 — 5 -nervig und durchseheinend -häutig;
Blütenstiele nach oben verdickt, 3 — 4 Mal so lang als die längliche,
lockerblütige Ähre; Früchte schief ellipsoidisch mit rundlieh gekieltem
Vorderrande, einer beiderseits vortretenden Linie und geradem Schuä-
belchen.
P. compressum Oer. Fl. dan. t. 203. Sm. Fl. brit. I. 195. Engl. bot.
t. 418. P. pusillus T. latifolius Chi. han. 525. Kocu Syn. II. 780. Rei-
CHENB. Ic. XVII. f. 42 (P. Cftmpressus Linu. Oed.).
In Gräben und Teichen im nördlichen Gcbietstheilc, hier und da, zum
Theil auch wohl übersehen (///.,- //n. V^'ilhelmsburg, Quackenbrück — ).
Juni, Juli. — ■ September.
Gesamnilanseben der vorhergehenden Art. Blätter scblaflcr, zarler, die beiden seitlichen
Aerven fast in der Mitte zwischen Band und Mitlclnerv stehend (also weiter vom Rande ent-
lernt als bei jener All). Blütenstiele 1 '/i" — -" '«"g' U'"'«" »'' •'" Ähre .juirlig, etwas
gesondert stehend. Früchte ^a so gfs« »'s "" ^" voihergehendcn Art. — Variirt mit um
die Hallte M'hmäleru Blällern.
fj. P. llllslllllS. Kleine« MjaichTeraut, Stengel zu-
sammengedrückt-rundlich; Blätter alle untergetaucht, sitzend, schinal
lineal, zugespitzt, 3- nervig und durchscheinend -häutig; Blütenstielc fein,
2 — 4 Mal so lang als die lockerblütige Ähre; Früchte schief ellipsoi-
disch mit rundlich gekieltem Vorderrande und einer beiderseits vortre-
tenden Linie.
Potamogetoii. POTAJIIOGETONEAE. 537
LmN. Sp. pl.l84. Chi. han. 5-25. Fl. Ann. t. 1451. Engl. bot. t. 215.
P. pusillus ß. vulgaris Koch Syn. II. 780. Keicuenb. Ic. XVII. f. 38.
b. tenui88iinu8. Das J'eine. Zarter und kleiner; Stengel uiul Blät-
ter last haart'örmig.
P. pusillus y. tenuissiinus Roch das. Reichenb. das. f. 39.
In stehendem V^'asser und Graben, häufig. Juni, Juli. — September.
Ausser Jen angegebenen CliaraUleren durch grössere Feinheit und FJaccidität »on dem
vorigen zu unterscheiden. Blätter 1 '/.^ — 2" lang, '/.^ — ^/^"' hreit. An breiten Blattern
zeigt sich bisweilen ein Ansatz zum 4tcn und 5ten Nerv.
'IS. P. triclioides. Maarförntiges Mtuichleraut.
Stengel rundlich; Blätter alle untergetaucht, sitzend, borstcnförmig- li-
neal, spitz oder haarspitzig, 1 — 3-nervig ohne Queradern und durch-
scheinend-häutig; Blütenstiele 2 — 3 Mal länger als die feine, wenigblü-
tige Ähre; Früchte llachgedrüclit, halbkreisrund -eckig mit schwach ge-
kieltem Yorderrande.
V.Cham, u. v. Schlechtend. Linn. II. 176. Roch Syn. II. 780. I\ei-
CHEiNB. Ic. XVII. f. .34. P. pusillum Schk. Handb. I. 93.
In Sümpfen und Wassergräben, an wenigen Puncten beobachtet (Lb.
Gräben an der Elbe; Bm. bei Bremen; Pr. Wittenberg auf dem Anger).
Juli. — Septemlier.
Gesammtansehen Her Spielart h. der vorigen Art. Stengel und Blätter schlafl' und viel
beugig, letztere 1 — 2" lang. Bliitenstiele fadenförmig, Ähre 2 — 4'" lang, kaum 1'"
breit. Die Früchte denen von P. acutifollns ahnlich, jedoch viel Kleiner, an der Basis am
Hinterrandc schwach ausgeschnitten und am > orderrande durch kurze Zähnchen etwas höckerig.
19. P. pect■natl■i^. Katnmformiges JJaichTcrauU
Stengel zusammengedrückt-rundlich; Blatter alle untergetaucht, schmal
lineal, 1 -nervig, zugespitzt mit breiterer, scheidig den Stengel umfas-
sender Basis; Blütenstiele fadenförmig, Ähren unterbrochen - quirlig;
Früchte halbkreisruud, mit 3-kieligem Vorderrande.
LlNN. Sp. pl. 183. Fl. SUeC. 53 (nach Ausweise von EhRIIART zu ^lN^fE s Zeit
zu lT,>sala eingelegter Evemplare). Chi. han. .526. ROCU SyU. II. 781 . 111.1028.
IlEicuEiNB. Ic. XVII. f. 30. Fl. dau. t. 186 (P. marinum). Engl. bot. t. 323.
b. latifolins. Das breitblättrige. Grösser und stärker; Blätter
breiter mit etwas aufgeblasener Seheide.
Chi. han. das. Reichenb. das. f.31. Fl. dan. t. 1746. Vaill. Bot.
paris. t. 32. f. 5. P. Vaillantii Rom. et Schult. Syst. vcg. III. 514.
C. tenuis. Jtas J'einblättrige. Rleiner und zarter; Blätter dicht
stehend, lineal -borstenformig mit dicht anschliessender Scheide.
Reichenb. das. f. rechts ß. scoparius.
In Flüssen, Teichen und Gräben, sowohl im salzigen, halbsalzigen
(Brak-) als süssen Wasser, häutig, massen- oder schwadenweise; b. in
stärkern Flüssen; c. in Gräben. Juni, Juli. — August, September.
Stengel in tiefem Wasser oft sehr (bis .5 — 6') lang, weisslich, 2-seitig sperrig- ästig.
Blätter etwas fleischig, besonders im salzigen Wasser. Nebenblätter seitlich angewachsen.
Blütenstiel bis doppelt so lang als die Ähre, Quirle dieser '/.j — 1" von einander abstehend.
Das kurze, gerade, gestutzte Schnäbelcben , der halbrunden Form der Früchte wegen, über
der hinfern geradlinigen Kante derselben stehend, wodurch sich die Früchte von denen der
i'olgendea Art uulerscheidcn, deren Schnäbelehen fast auf der Mitte der Frucht steht.
Bemerk. Die ElIHHART'sehen in Lpsala eingelegten Exemplare gross, mit starken
brcitscheidigen Blättern, sehliessen sich an die Spielart b.
90, P* marinus. S'adenähriges JJaichTeraut» Sten-
gel zusammengedrückt-rundlich; lUätter alle untergetaucht, borstcnför-
mig, 1 -nervig, zugespitzt mit scheidig den Stengel umschlicssender Basis;
Blütenstiel lang fadenförmig, Ähre entfernt- quirlig; Früchte etwas zu-
sammengedrückt, schief ellipsoidisch mit rundlichem Vorderrande.
LiKN. Sp. pl. 184. Fl. SUeC. .53 (nach Ausweise von ElIRHART zu LlNNEs Zeit
538 POTAmOGETONEAE. Ruppia.
zu Upsala eingelegter Exemplare). Chi. liail. 526. KoCIl Syil. II. 781 (mit Aus-
schluss des StauJorts bei Stöfterilz). ReICUENB. Ic. XVII. 1". 27. 1». ülilofiuis
Pers. Syii. I. 152. ISolte IVov. 11. hols. 20. Fl. dan. t. 2506. 1». seta-
ccunk ScHUM. Eiiiiiii. pl. Saelland. 51.
In Teichen, Laclicn und am Meeresstrande, liäufiger in süssem als in
salzigem Wasser, hier und da (iWA. Tollensee bei llehsc; Hl.; 7/n. Alten-
brueii, Spiliaer-IXeufeld, Walsrode, Brachede, Gottingen im Denl;ers-
hüuser Teiche). Juni, Juli. — August, September.
SeLr zart, fein iinil scIilalV. Blatter weniger sperrig als an der vorbergcbenden Art und
Iiüsclielig genähert. J>cbenblalter seitlich angewachsen. Blütenstiel sehr fein, 2 — 4, ja
bisweilen ö" lang, Qiiiile 1", untere auch wohl 2" von einander entfernt stehend, 2 — 4-
bliilig. Früchte fcaum halb so gross als an der vorhergehenden Art, tun deren Spielart C.
sie ohne Früchte niclit immer sicher zu unterscheiden ist.
ff Blatter alle ge gen s t a „ d i g.
91. P. densus« JDichtblättriges XtaichTcraut, Illätter
sämmtlieli untergetaucht, halb stengeluiiuassend , eirund- oder schmal
lanzettlieh, durchseheinend- hiiulig, Ülütenstiele blattwinhelständig, kurz,
nach dem Ulüben zurückgebogen; Früchte plattgedrückt, last kreisrund,
mit scharfem in einen hakenl'örmigen Schnabel übergehenden Kiel.
LiNN. Sp. pl. 182. Chi. han. 527. P. densus «. Roch Sjn. II. 781.
liElCUENB. Ic. X\TI. 1". 47 49. Engl. bot. t. 3ü7 (gcdrangtblättrige Form).
b. major. Bas grössere. Stengel verlängert; Blatter entfernt ste-
hend, lanzettlich lang zugespitzt.
Chi. han. das. P. densus ß. lancifolius Kocii das. P. serratum Link.
das. 183. Fl. dan. t. 1264 (P. densum).
o. angustifolius. üas schmalblättrige Kleiner, kurz- und
schwächstengelig, Blätter liueal, zugespitzt.
Koch das. Beichenb. das. f. 46. P. setaceum Linn. das. 184.
In Gräben und Sümpfen, im nördlichen und westlichen Gebietstheile,
häutig {31k.; JII. Dithmarsen — ; Hin. Teufelsbrücke, Grasbrook; Hn.
Wilhelnisburg, Lüneburg, Lauenbruch, Harburg, Hohcschaar, Lesum,
Buxtehude — ; OZ. Elsfleth, Golzwarden, llodenkircheu — ; Pr.fV. häu-
fig), im mittlem Tlieilc nicht vorhanden, im südlichen und süd- östlichen
selir selten (Pr. in der Luppe bei Kl. Licbenau, in der Elster bei Schkeu-
ditz). Juni, Juli. — August, September.
Blätter abstehend, mit der Spitze meist zurückgebogen, fein gesagt. Ähre klein, 2 — 4-
blütig.
P. CaCSpitoSUS INolTE in REICHENB. Ic. XVII. t. 23. mit dem Synonym P. rutilns
Wolf, in Rom. et Schult. Syst. veg. 3Iant. 362. n. 42. (C. iu grossem L.aodseen in Hl.
vorkommend, sehr nahe mit P. pusillus verwandt, ist nur unix-kanut.
01e onomisch es» Der Fischzucht nützlich, indem die Fische tjern
ihren Laich in den Schwaden dieser Kräuter absetzen. Den Sunien lie-
ben die wilden Enten. Kühe und Schafe fressen das Kraut nicht, doch
ist es zum Schweinefutter und wo es iti Menge ausgeworfen werden kann,
zur Felddünguny anwendbar.
«. RUPPIA. nUPPEM,
I.INN. Gen. n. 175.
Blüten Zwitter. Gesehleclitsdecke nicht vorhanden. Slaub-
sef'Jisse 2 (scheinbar 4). Träger kurz, schuppentVirniig, Beutel-
fächer aus einander weichend. Fruchtknoten 4. INarhen sitzend.
Lang gestielte weiche Nüsse. Geschl. Syst. IV. 4.
zanichellia. POTAJflOGETONEAE. 539
Melirjäluige Wasserkräuter mit fadenföriiiigeni, ästigem Stengel. Blät-
ter liiieal - hoistent'örmig, mit selieidiger üasis stengelumtasseiid. Itluten
in Mattwinlielständigen, anfänglich von der Blattscbeide eingeschlossenen
Koihen.
1. R. ntaritilUa. See-Mtuppie» Beutelt'ächer länglich;
Früchte eiförmig, fast gerade aufgesetzt, mit wechselständigen Schnä-
helchen.
LiNN. Sp. pl.l84. Chi. han. 527. Kocu Syn. IT. 781. Beichenb. Ic.
XVII. t. 17. f. 26. Fl. dan. t.864. Engl. bot. t. ISfi.
Am Seestrande in salzigem und Brackwasser, auch in Binnenseen,
ziemlich häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel fadenförmig, '/o — 1 '/.,' lang, wccliselständ ig - ästig , am nnlein Tlicilc an cU-n
Gelenken wurzelnd, mit dem ol.crn Tlicile sclnvlrnmend. Bl;.tler 2 — 3" lang, selimäler als
der Stengel, znges|)ilzt, auf einer aufgelilasencn «eisslielien Scheide ohne hlaftliaulehenartige
Verlängerung sitzend. Früihfclien trngdoldig, zu 6 — 8 auf 3/^" langen, feinen Slielchcn
au der S])itze eines 8 — 4" langen, meistens spiralig gewundenen, Stiels.
• Ä. R. rostellata. Schieffrüchtige JRuppie. Beutel-
fäclier rundlich-länglich; Früchte schwach gekrümmt- eiförmig, mit seit-
lich ansteigendem Schnähclchen.
Koch in Beicherb. PI. crit. II. 66. t. 174. Chi. han. 527. Koch Syn.
11.782. Beichenb. Ic. XVII. f. 25. K. maritima /3. minor Mert. u. Koch
üeutschl. Fl. I. 861.
In salzigem V^'asser an den Küsten und auch im Binnenlande, hier
und da {Mk. Warnemünde, im Breitling hinter den Pinnengrahen — ;
Hl. im salzigen See beim Banter Kirchhofe unweit Jever — ; Schw. Fran-
l.enhausen, Numburg — ; Pr. Stassfurth, im Soolgraben bei Artern, zwi-
schen Amsdorf und Büblingen — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Steht der A. I. allerdings sehr nahe. Kleiner und feiner, Blattseheiden schmaler, Beu-
Iclfacher kürzer und daher der kugeligen Form sich nähernd. Früchte kleiner, kürzer ge-
stielt, aus eirunder Basis fast halhniondförmig gebogen (eine Biegung, die man in geringcrm
Grade auch an A. 1. wahrnimmt) ansteigend, wonach das Schnähelchen seitlich oder ausser-
halb der Achsclrichtung des Stielchens steht.
3. ZA^ICHEIililA. •EA.NICMMIiEtEM,
LlNN. Gen. n. 1043.
Blüten 1- häusig, blaltwinkclstäiidig. Männliche: keine Ge-
schlechtsdecke, 1 Staubgefäss. Weihliche: Geschlechtsdecke
glockig, unffelheilt. Fruchtknoten 4, sitzend. Weiche iNüsse
mit hleihendeui Griffel und IVarhe. Geschl. Syst. XXI. 1.
Mehrjährige, zarte, sehr ästige, untergetauchte V\'^asserkräuter. Blät-
ter sehr schmal lineal. Blüten sitzend, männliche einzeln oder neben
einer weiblichen. Keim spiralförmig.
1. 5B. pedicellata. Gestielte XanicheUie, Früchte
lang gestielt, am > orderrande mit buchtig ausgeschweiftem häutigem Kiel;
Grilfel fast so lang als die l>uss.
Fries IVov. 3Iant. III. 135. Koch Syn. II. 782. Z. palustris ß. pe-
dicellata Wahlenb. Fl. suec. II. 577. Z. pedunculata Beichenb. Ic. XVII.
f. 21. Z. maritima ISolte Nov. 11. hols. 75. Chi. han. 528.
b. gibbero§a. Die doppeltkielige. Früchte auch am Hinterrande
schwach gesehw eift - gekielt.
Z.gibberosa Beichenb. PI. crit. VIIT.24.t. 759. Fl. exe. 7. Ic.XVII. f.22.
In See- und Brackwasser an den Küsten und im Unterlauf der in's
Meer mündenden Flüsse, auch in Gräben in der Nähe von Salinen, hier
und da (Mk. Dassow; Lb.; HL; Hrn.; Iln, Harburg, Gestendorf, Neu-
haus, Akumer Siel, Borkum — ; Pr. Halle). Juli, August. — Septem-
ber, Octobcr.
540 NAJADEAE. Najas.
Sicngel fadciifönuig, gcgIioJcrl, gahelig - ästig, «o Jas Wasser zurücklrilt kriechend
und wurzelnd (Z. leplans WalLM.)- Ulatler zu 3 sicliend , niclit lireiter als der Steogcl.
Früclitchcn duldeiiailig zu 4 — 6 m den lilnit» inkeln ziisainiiiPiistcliend.
2, Z. iialiistrii^. ^untpf'Xanichellie» Früditc Imrz
gestielt, am Vorilciiimde mit scliinalcm, gelieildeiii Kiel; Grillel so lang
als lue ]\iiss.
LiNN. S]>. pl. 1375. Fl. SUeC. 321 (nach Ai.s»oise loii EllRIIART zu LiNNi's
Zeit zu llpsala eingelegter Exemplare). Chi. lian. 328. KoCIl Sjll. 11.782. Engl.
Lot. t. 1844. Z. major IlEICUE^B. Ic. t. 16. 1". 24.
In Teichen, Giähen, Pfützen untl Sümpfen, häufig. Juli, August. —
Septeniher, OctoLer.
INur durch die angegebene Fruchtbildung und etwas grössere ]>'arl>en lon der vorigen Art
abweichend. Im Wasser stehend, ist sie reichlicherer Nahrung wegen grösser als im Schlamme,
«0 sie ebenfalls AVurzeln aus den Gelenken treibt (%ar. repens Chi. ban. das. »E BÖN-
NINGH. 0. inonast. 271. KeichENII. das. f. "JO. Z. palustris ScilK. Uandh. III. T. "JSO.).
Der Hautrand der Früchtchen variirt breiter und schmäler, verliert sich auch wohl fast, oder
zeigt sieh schwach auch ani Hinferrande.
'3. Z. polycarpa. Kurxschnähelige Xanichellie,
Früciitc fast sitzend, am Vordeirantle mit ausgerandetem häutigem Kiel;
Grillel seht- kurz.
]>ioLTE ]>ov. fl.hols.75. Koch Sjn. II. 782. IIeichenb. Ic. XYH. f. 23.
In salzigem Wasser an» Seestrande, hier und da {Ul. Ileiligciihaven
an der Ostsee, Brunshüttel an der IVordsee). Juli, August. — Septem-
ber, Octoher.
Früclitclien gedrängt, meistens zu G, auch wohl zu 8, etwas breiter und kürzer als an
den Torhergehcndeo Arten. Griffel zur Rcllzeit etwa '/^ so laug als die Nüsse.
Bemerk. Die speci&sche Verschiedenheit säramtlicher aufgeführten Formen mochte
ich nicht verhürgen.
XCVII. ]irA.JA»EAE.
I.INK. Uan.lb. I. SZQ.
Blüfeii 1- oder 2-Iiäiisigj hlatt^vinkelsiändig. Männliche:
Sfaiibgcfasse 1 — 3, mit trägerlosen Beuteln^, in einer selieiden-
oder seiiii|>|)enföriiiigen Gesehlechlsdeeke? Weildiclic: ohne
Geschlechtsdeelie 1 einfäcücriger, 1-eiiger Fruchtknoten mit 1
sitzenden Oller 2 — 3 fadenförmigen iXarhen. Früchte nussartig.
Samen ohne Eiwciss, Keim gerade, das Würzclchen stark ver-
dickt.
Vorkoiumen. Im Weisser.
Gehalt. Nicht hchunnt.
1. J^AJTAS. JVAJAHE,
EiNN. Gen. n. 1096.
Blüten 1- oder 2- häusig. Männliche: Slaidjbeutel^ mehrfä-
cherig, von einer sehlauchartigen, doppelten oder einfachen,
zur IJliilezeit mehrzähnig- zerreissendcn, Geschlcchtsdecke ?
eingeschlossen. Weihliche: 1 sitzender 1- fächeriger, 1-eiiger
Fruchlknotcn, Geschlechtsdechc? wie hei der männlichen Blüte.
JNuss 1 -sämig. Gesehl. Syst. XX. 1.
Filijährige, untergetauclite W'^asscrkräuter mit paarweise einander ge-
nälicrten, scheinbar gegenständigen, lineaieii, stachelig gezähnten Blät-
tern mit scheidiger Basis.
1. üf. marina. See-JVaJade* Blätter lineal, ausgeschweift
und stachclspitzig gezähnt. Scheiden ganzrandig.
Zostera. NAJADEAE. 541
LiKN. Sp. pl. 1441. Chi. Lau. 530. De Schlecht. Liiinaea IX. t. 7.
ri. claii. t. 2121. N. major Roth Teilt, fl. gcrin. II. 2. 499. Koch Syn.
1I.7Ö3. I^.monospeima WiLLD. Sp. pl.l\.331. Stürm Deutschi. Fl. 11.41.
Ittneia ]>iajas Gmel. Fl. batl. III. 590. t. 3. Mich. Gen. t. 8. f. 2 (Fluvia-
tilis latit'ulia).
In stehenden süssen nnd salzigen Gewässern, selten (Mh. Rahnenfel-
tler See, Tollense dicht bei der Landzung;e hei Rehse, Friedrichsthaler-
see bei Schwerin, Dessauer See; Lneh. in der Trave bei Schlutup nahe
der Herrenfiihre; Hn. in der Oste bei Rentwisch — ; An. Dessau häufig,
namentlich im Grosshühnauer See — ; Pr Mühlhausen, Rolldorf im sal-
zigen See — ). Juli, August. — September.
Zwcihansig. Stengel 7,_ l !/._,' hoel, . geglie.lcrt iin.l iistig. Biälter 1 — 1 '/•/' lang,
1 — l'A'" '"^«^'t. gfg«^" ''ie Basis «enig sclimäler. Zäline 3-cikig, Scheide beiilersrils
rnndlicli. Stjiiliheutel länglich - lineal , .körnig piinctirt, innere Gesclileclilsdeeke? in 4 7.11-
rückrollende Klappen zerreissend, äussere lappig aiilVeissend nnd später elienfalls zurückgerollt.
Nüsse in den Blallacliseln sitzend, ellipsoidiscb , hart, vom Griflel und 2 Karlen gekrönt.
'Ä. !\[> IMinor. Kleine Naj ade, Rlattcr schmal lineal, aus-
geschweift, stachclspitzig gezähnt und zurückgebogen, Seheiden wimpc-
rig-gezähnelt.
Allion. Fl. pedcm. II. 221. Koch Syn. II. 783. Schk. ilandb. III.
T.296. Caulinia fragilis Willd. Sp. pl.IV. 182. Ittnera minor Gmel.
Fl. bad. III. .592. t.4.
In Gräben und stehenden Gewässern, sehr selten (Pr. Wittenberg vor
dem Elblhore auf dem Anger, n<'ben der ersicn Rrüclic Hnlis. Schk. Ah.
in Lachen bei Oranienbauni ? Schwabe). Juni bis August. — September,
October.
EinLUusig. Stengel 4 — 6" hoeli, ästig. Blätter zugespitzt, Sclieidcn länglicli. Männ-
liclie nnd «eihlielie Blüten an den Spitzen der Zweige in den Achseln der obern huschelig
znsammengrdräugtcn Blätter, zusammen stehend, seJir klein, rolhlich.
9. ZOSTERA. SUMGMAS,
I.IINIV. Gen. n. 103i.
Keine Geschlechtstlecke. Männliche Blüten als einzelne
Slaubgefässe, yveihliehe als einzelne Fiuehlknotcn an einer Seife
abwechselnd einer platten, von der Blattseheide eingeschlosse-
nen Spindel aufsitzend. Weiche IVuss. Geschl. Syst. XXI. 1.
Im Meereswasser untergetaucht vegetirende, mehrjährige Kräuter mit
kriechendem Stengel. Rlätter lang lineal, ganzrandig, stumpf mit schei-
diger Rasis.
f. Z. mariiia. Gemeines Seegras, Rlätter 3-nervig;
Früchte walzenförmig, schwach gerieft.
LiNN. Sp. pl. 1374. Chi. han. 529. Koch Syn. II. 783 Schk. Handb.
III. T.279. Fl.dan. 1. 15. Engl. bot. t. 467. Hook. Fl. londin. IV. T. 35.
b. aiigustifolia. Das schmalblättrige. Kleiner; Rlätter schmäler.
Fl. <lan. t. 1501. Chi. hau. das. Z. nana Roth Enum. pl. germ. 1. 8.
Z. uninervis Reicüenb. Fl. cxc. 137.
Am Meeresgründe der ]\ord- und Ostsee, auf schlammig -saudigem
Boden schaaren weise; b. daselbst auf magerm Sandboden. Juni, Juli. —
August, Septeirber.
Stengel 2 — 4' lang, 2-kantig, gegliedert, ästig, unterer Theil wurzelnd, oberer fluthenil.
Biälter bandförmig, bis 1 '/j' Jang, '6'" breit, dunkelgrün, trocken tabacksbraun. rollen
confervenartig.
«. Z. IVoltei. JVolte'S Seegras, Rlätter 1- nervig; Früchte
ei -walzen förmig, eben.
HoRNEM. Fl. dan. t. 2041. Chi. han. 529. Z. nana Koch Syn. II. 783
(BoTH's und BEICHEIVB. Syn. ausgcschl.).
542 l.EiaNEAE. Lemna.
Am Meeresgrunde der Nordsee auf Sandhoden (//»». Inseln Nordernei
und Borlium). Juni, Juli. — August.
Zarter als A. 1. 1). und die IMiiUer iiocli scLiiialor, 1'" l.reil. l'rüclile kleiner mit srlinacli
aiigcileiilcten Linien.
Bemerk. ifljer die Verwandtschaft der liier aiil'gefülirtcn rönnen icrgl. meine ans-
fULrlieiie Äusserung CM. lian. a. a. O.
OIC anomisch es, .Die Benutzuntj des getrochicten Seeyrasex riir
Polstermuf von Matratzen, Betten, Meubeln u. s.w. bekannt. Frisch auch
als Diinijmittel anwendbar.
XCVIIl. liElflMEAE.
Lemnaceae I>INK Uandb. I. 'ISd-
Blüten 1- häusig,, ohne Geschlephtscleche. 3Iännliche : 1
Staubgefäss, von einer unregelmässig aufreisscntleu Hülle um-
schlossen, Träger fädlieh, Beutel 2-fächerig, Fächer unten
vpn einander abstehend, fast kugelig. Weil)liche: 1 einfächc-
riger, 1-, oder mehreiiger Fruchtknoten mit Irichterförmjger
INarbe. Einsamige weiche Nuss oder umsehnittene Kapsel. Keim
gerade in der Achse des fleischigen Eiweisses.
Vorkommen. Auf der Wassertläelie.
Gehalt. Unbekannt.
1. liEiniVA. mNVKNGnVN.
LlNN. Gen. n. 1038. Art. ausgescl.l.
Zwei ungleichzeitig sich entwickelnde, männliche Blüten.
Staubfäden gleichmässig. Fruchtknoten 1-eiig. AVciche INuss
mit 1 wagerechten Samen. Geschl. Syst. XXI. 2 (II. 1.).
Einjälirige, schwimmende oder untergetauchte, hiattlose Wasserl.räu-
ter mit gegenständigen, plattgedrüchten , zu Lauh ausgehildetcn Zwcigeu
und einfachen, im Wasser haftenden Wurzehi, deren Spitze mit einem
wassersaugenden Säclichen endigt.
1. li. minor. Kleine Tf^aSS erlins e» Laub umgekehrt-
eirund -rundlich, h(;iderseits flach; V^'urzel einzeln.
LiNN. S|>. pl. 1376. Chi. hau. 530. Rocii Sjn. II. 784. Schk. Ilandh.
III. T.281. Sturm Deutschi. Fl. 11.44. Beicuenb. Ic. XVII. f. 15. Fi.
dan. 1. 1.597. Engl. hot. t. 1095.
In Gräben, Teichen und stehenden oder langsan» fliessenden Gewäs-
sern, allgemein verbreitet und schaarenweise die AVasserlläche bedeckend.
Mai, Juni. — Juli, August.
Häufig Ijjiiliend. Meistens zu 'A — 4, selten mehrere durch zerbrechliche Stiele zusani-
wenhUngend. Wurzel 1 — 1 '/.^ Zoll lang. Frncht flaschenfoiniig.
Bemerk. Die Karhe soll nach UoyERs (Flora der Grals. Schanmburg 18.) „ge-
nauer" Beobachtung 2 -spaltig se\n (?).
Ä. li. trisulca. ISpitzbliittrige JW^asserlinse, Laub
elliptisch -lanzettlich, gegeu die Spitze seicht ausgeseliweilt gezähnt, mit
der Basis in den Stiel verschmälert.
Link. Sp. pl. 1376. Chl.han.531. Kocu Sju. 11.784. Sturm Deutsehl.
Fl. H.44. Beichenb. Ic. XVII. f. 19. Fl. dan. 1. 1586. Engl. bot. t. 926.
Hook. Fl. lond. t. 119.
In Gräben, Teichen und stehenden Gewässern, trupp- oder hcerdcn-
•weise häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Ziemlich selten blühend, und nur zur Blütezeit einportauchcnd , mehrseitig kreuzartig zu-
nliiingend. Wurzel einzeln.
Teliiiatopliace. E.E9IMEAE. 543
SCHLEIDEN in V. SCIII-ECHTEIVD. liinnaea XIII. 391.
Zwei männliche Blüten. Staubfäden^ gegen die Basis ver-
scbpälert, Fnichtknoteii 2— mehreiiff. Kapsel iimsehnitten auf-
springend, 2 — mehrsaniig, Samen aufrecht. Geschl. Syst. XXI. 1.
1"^ ic Leiiina.
f. T< gibba. BlöcTeerige T9^asserlinse. Lauh liieis-
rundlicli, olteilialb elieii, unteihall» liocli gi'wölht; Wurzeln einzeln.
ScHLEiDEN Linnaea Xlll. 391. Lemna gihlta Linn. Sp. pl. 1377. Chi.
han.530. Koch Syn. II. 784. Schk. Handl.. III. T. 281. Sturm Deutschi.
Fl. 11.44. IlEicHENB. Ic. XVII. 1. 14. f. 16. Fl. dan. t. 1588. Engl. bot.
t. 1233.
In Teichen, Gräben und stehendem Wasser, schaarenweise sehr häufig.
Juni. — September.
AiifänglicL zu '2, 4 — 6 durch sebr zerlirecLlicIie Stiele verbunden zusamnienLängend,
später oft einzeln. Wurzel oft sehr lang (L. trichorrhiza THIILL.). Frurlit kugelig mit
sitzender IXarhe. Samen in der Regel '2.
IS. T. polyrrliiza. Vieltvurzelige W^asserlinse» Laub
rundlich- iinigebehrteiriind, oberiialb platt, unterhalb sehwach gewölbt;
W^urzeln in Büscheln.
Spirodela polyrrhiza Schleiden Linnaea XIII. 391. Lemna polyrrliiza
LiNN. Sp. pl.l377. Chi. han. 531. Koch Syn. IL 784. Schk. Üandb.
ni. T.281. Sturm Deutschi. Fl. H. 44. Reichenb. Ic. XVIL f. 17. Fl.
dan. 1. 1.589. Engl. bot. t. 2458.
In Gräben, Teichen und stehendem W^asser, schaarenweise Läufig.
Mai, Juni.
Laub grösser als an den übrigen Arten heider Gattungen, unregelmässig gcschnitfen,
dicklich mit bandförmigen IServcn, unterseits meistens violetrotb. Grillel, INarbe und Frucht
unbekannt.
Bemcrli. T. gibba und Spirodela polvrrbiza kommen in den wesentlichen Theilen
des Bliitenbaues überein. Es scheint daher angemessen, sie in einer Gattung zu belassen,
bis der noch unbekannte Fruchtbau der letztern etwa über die generische Trennung entschei-
det. Ocm Auftreten vollständiger Spiralgefasse bei letzterer, von denen die erstem eben-
falls Spuren enthalten, dürfte, ohne gegen das Princip anzustosscn , eine Entscheidung hier-
über nicht einzuräumen se}ii.
Tjpbaceae JUSS. Gen. 25.
Blüten ähren- oder bopfförmig, obere männlich^, «intere weib-
lich. Geschlechtsdecke fädlich oder schuppig. Staubgefässe
einfach oder 27-3-spaltig5 mit einem Beutel an jeder Spitze.
Fruchtknote frei^ l-eiig^ Eichen hängend. Griffel 1, mit zun-
genförmiger Narbe. Kornfrucht mit doppelter Decklage. Keim
mittelstäudig in mehligem Eiweiss, das Würzelehen zum Nabel
gewandt.
l/orkomnien. Im Sumpfe.
Gehalt» Im fVinzelstocke vorzüfjlich Stärke.
I. TYPHA. nOUntiOJLSMlV.
LlNN. Gen. n. 1040.
Weibliche und männliche Blüten an ..derselben Spindel in
übereinander stehenden walzenförmigen Ähren, getrennt durch
hinfällige Deckblätter. Geschlechtsdecke borstenförmig. Mann-
544 T¥PHEAE. Sparganium.
liehe Blüten mit 2 — 3 Beuteln auf genieinschaftliehem Trager;
weibliche, mit 1 Fruchtknoten auf stielarlig verlängertem Fruehl-
boden. Äussere Deeklaffe der Fruchlhülle längs aufreissend.
Gesehl.Syst. XXI. 3. .
Melirjährige, aufreclite Kräuter mit wagcrcclitfin Wurzel stoch und
einfachem knotenlosen Stengel. Blätter lincal mit sclieidiger Basis. liol-
])en endständig.
1. T. aiigiistifolia. Schmalblättrige Mohrlkolben,
Blätter sclimai lineal, unten rinnen förmig; mäunlielie und ^veibliclie Ähren
von einander gcrücht.
LiNN. Sp. pl. 1377. Chi. han. 574. Koch Syn. II. 78.5. Schk. Ilandb.
III. T.281. Fl. dan. t. 81.5. Engl. hot. 1. 1456.
In Teichen, tiefen Gräben und Sümpfen, truppweise, häufig. Juni,
Juli. — Septemljer.
Schalt riind, 4 — o' hoch. Bialter IcJcrartig, 2'/,,— 3'" l.rcit, ilm.helgrün. Walzen-
förmige Kolhen vor dem Blühcu in scheidige I)ecl;hliitter gcliiillt. — Variirt niedriger und
Blatter um '/s schmaler.
^, T. latifolia. BreitbliittrigeJMtohrJeolben, Blätter
breit lineal, tlach ; männliche und weibliche Ähren einander genähert.
LiNN. Sp. pl. 1377. Chi. han. 573. Koch Syn. II. 785. Schk. Ilandb.
III. T.281. Fl. dan. t. 645. Engl. bot. t. 1455.
In Teichen, tiefen Gräben und Siimpl'en, trupp - oder heerdenwcise
häufig. Juni, Juli. — September.
Schaft ■'} — 6' hoch, Blatter 6 — 7'" hreit, heller grün und Kolben doppelt so diel; als
an A. 1.
ökonomisches, lilätter zu rU-chlwerf;, Decken, Matten, Dicht-
machen der Tonnenstabe im Gebrauch. Die Sanienwolle zum Stopfen von
Polstern, Hissen und zum f'erpacken ffeeif/net.
». SPARCiA^IUIfl. EGMIiSKOIiBKN,
I.INN. G.n. n. 1041.
Kugelige Blütenköpfe an gemeinschaftlieher Spindel^ männ-
liebe Blüten in den obern Köpfen, Staubffefässe mit Spreublätt-
ehen als (ieschleehlsdecke; weibliehe in den untern Köpfen^
Fruchtknoten mit 3 - schuppiger (iesehlechtsdeekt». -\j'ssere
Decklage der FruehthüUe nicht aufreissend. Gesebl. Syst. X\l.3.
Mehrjährige, aufrechte oder schwimmende Wasserhräuter mit beblät-
tertem einfachem oder ästigem Stengel. Blätter sitzend, lineal, mit
scheidiger Basis.
I. S. raniosiini. Astige Igelsleolben, Blätter an der
Basis 3-kantig, Seitenlläehen ausgeholt; Spindel ästig; IVarhcn lineal.
HuDS. FI. angl. Ed. I. 401. Koch Syn. II. 786. Schk. Ilandb. III. 7.
282. Fl. dan. 1. 1282. Engl. bot. t. 744. S. crectum (c. Linn. Sp. pl. 1378.
Chi. han. 574.
An den Bändern von Teichen und Gräben, sehr häufig. Juli, Au
gust. — September, October.
Stengel l'/^ — 3' hoch, stark, steif, an der Spitze asiig. MUnnliche Bliitenl;öpfc «lel
kleiner als die »cihlichen.
«. S. iiiiniiilex. Minfache Igelsleolben. Blätter an
der Basis 3 -hantig, Seitenflächen eben; Spindel einfach; IVarben lineal.
HuDS. Fl. angl. 401. Chi. han. 574. Koch Syn. II. 786. Schk. Ilandb.
III. T.282. Fl. dan. t. 932. Engl. bot. t. 745. S. crectum ß. Linn. Sp.
pl. 1378.
In Gräben, an Teich- und Flussufern, häufig. Juli, August.— Sep-
tember, October.
Arilin. ABOIDE A£. 54ä
Slengel .lufrt-.l.t , 1 — l '/./ Iiorl.. Männliche I{l.itciik.,|ir.- wenig kleiner als die «cil.-
liclicn. — Flioninil liisweileu fliiten<l »ur.
3. !S. iiatan§(. Flutende EgelsTeolhen* Blätter flach;
Spindel einfatli; IVaihen eiförmig;- ländlich.
LiNN. Si>. pl. 1378. Chi. hau. 573. Koch Svn. II. 78G. F!. daii. t. 260.
Fngl. hot. t.273.
In Bächen nnd Grähen , hesonders auf Moor- und Torf1)oden, weni-
ger häufig als Art. l.u.2. und gegen Süden und Süd-Osten abnehmend.
Juli, August. — Octoher.
Zarler als Art. I. •-'. , .loci. I>is 1' lang. Blatter lang, scl.lafl', liegend oder Üntend.
Meist nur 1 n.ännliclies Köpfchen.
€. AROIDEAE.
JUSS. Gen. 23.
Blüten an einer fleischigen Spindel, 1 -liäusia; und ohne Ge-
schlechfsdeelie, oder Zwiller mit 3 — Ö-theiliger Geschleehfs-
deeke, 6 Sfatihgefässen und 1 Fruehlhnoten. Stauhgefä.sse der
cinhäusig;en einzeln zwischen den einzelnen Fruchthuofen oder
üher diesen. Sfauhgefässe vor den Zipfeln der Geschlechts-
decke. Fruchtknoten frei, l-, selten mehrfächerig, 1-, selten
mehreiig. Frucht heerenartig. Keim mittelständig im mehligen
Eiweiss.
Vorkommen. Feuchten, schattigen Boden und Humusgelmit liebend.
Gehalt. fVtirzeln reich an Stärke, auch ein flüchtifjes , scharfes Ol
enthaltend. Im liratite Kali, Erden nnd Phosphors (iure. In den Blüten
zum Theil scharfe Stoffe, unter welchen ein scharfes Harz.
I.Gruppe. AROIDEAETERAE. MIGX:i¥TX.I CHK A H OJl.
GMVrÄCKSM.
Blüten ohne Geschlechtsdeche.
1. ARUJTI. JLWtON.
LlNN. Gen. n. lOJS.
Blütenkolhen an der Spitze nackt, von einem lutenförmiffen
ffeschlitzfen Scheidendeckhlatt umgehen. Stauhgefässe in Rei-
hen geordnet dem ohern Theile des Kolhens eingesetzt, Fj-ucht-
knoten dem untern. Beere 1-samIg. Geschl. Syst. XX. 7.
Mehrjährige, stengellosc Kräuter mit kolbigem Wurzeistoch und lang
gestielten, ganzrandigen Blättern, aus deren scheidiger Basis der Blü-
tenschaft hervortritt.
f. A. niaculatuiti. Gejlecleter jAron, Blätter spiess
pfcilförmig; kolbenförmiger, nackter Theil der Blütenspindel mehrfach
länger als der blütentragende.
Link. Sp. pl. 1370. Chi. han. .531. Koch Syn. II. 787. Stürm Deutschi.
Fl. H.44. Fl. dan. t. 505. Engl. bot. t. 1298. Hayne Arzneigew. XIII.
T. .32.
In Vorhölzern, Hainen und an Hecken auf feuchtem schattigem Bo-
den, häufig, gegen Worden ahnelimend und im nördlichen üacben Theile
des Gebiets selten. April bis Juni. — Juli, August.
zn 2 — 3, glänzend griin, olt
nrzelstoeh fleischig, fasi
: ei fori.
,jg, >
tagerecht.
Blatte.
cHechig. Scheide l>ald
rechts
hald
links gcr,
»11t, Ut
Holben. Beeren schar
laehroll,
GM n^MRBljICHJES.
IPharmaceutisch- Medicinisches. Die ff^mzel, der man
546 AROIDEAE. Calla.
(/eltnd ubf'ülireiule , reinitfende liräf'te zuschreibt, ivird in den Apotheken
als Radix Ari, s. Aroiiis, s. Alaini aufbewahrt. Im frischen Zustande
kann der Gemtss der Pflanze ififtartiy wirken.
Vechnisches, Die Beeren enthalten Färbestoff.
MlVN. Geil. n. 1030.
Blutenkolben bis zur Spitze mit Blüten besetzt. ScLelilen-
(leckblatt ausgebreitet. Beere mehrsauiif. Geselil. Svst. XXL
1. (VII. 1.). ^ ^
Mclirjährige Sumpfkrimter mit geglietlertein, krieclieiulem \^'urzcl-
stock und laiiggcstieltcn, ganzrandigcn Blättern. BlütenscLäftc lilatt-
winkelständig.
1. C. palustrl.«. Gemeines Schlang enTeraut, Bläi
ter herzförmig; FrucLtkolhen kugelig.
LiN\. Sp. pl. 1030. Chi. han. 532. Koch Syu. II. 787. Schk. Handh.
in. T.278. Fl. dan. t. 422. Hayne Arzneigew. IV. T. .5.
In Sümpfen des nördlichen, m estlichen und süd- öslliehcn Gebicts-
theils häufig. Juni, Juli. — August, SepteniLer.
Eodc des W'urzeUtoclis l)Ogig als Stengel aDsleigend. Blätter ledrrarlig, glaDzend.
Scheide länger als der Kolben, innen weiss. I'rucLlknoten in geringerer Zaiil den Staub
gefässen beigemengt, gegen die Spitze des Kolbens, unter Zunahme der Staubgefässe, sich
verlierend. Beeren corallenroth.
OlCOnOtnischeS» Die getrocknete und gemahlene fVurzel liefert
ein essbares Mehl. Der Genuss frischer Theite der Pflanze kann gift-
artig wirken.
2. Gruppe. ORONTIACEAE. U^AISISJEBAROJW.
GMIVÄCMSM.
Blüten mit Geschlechtsdecke.
.1. ACORUS. KA-EtMUS.
LiNN. Gen. n. 434.
Blutenkolben seitlich, sitzend, bis zur Spitze mit Blüten be-
setzt. Geschlechtsdecke 6-blättria;. Beere 3 -fächerig, viel-
samig.
Mehrjährige Sumpfkräuter mit geringeltem, wagerecht kriechendem
Wurzclstock. Blätter lineal- schwertförmig, mit reitender Basis. Schaft
aussen scharfkantig, an der iunern hlütentragenden Seite rinnig.
1. A. Calaniti«!. Gemeiner Malmus, Schalt ühcr dem
Blutenkolben blattartig fortgesetzt.
LiNiv. Sp. pl.462. Chi. han. 532. Koch Syn. II. 787. Schk. Ilandb.
I. T. 97. Fl. dan. 1. 1158. Engl. bot. t. 356. Uavne Arzneigew. VI. T. 31.
An Teich-, Gräben- und Flussrändern, häufig eingebürgert. Juni,
Juli. — Se])tember, October.
■\Vurzelstock walzenl'urmig, wie die ganze Pflanze stark aromatisch riechend. Schaft und
markige ßläller 3 — 4' hoch. Kolben 'i — 3" lang, Blüten grünlich.
GM wyMBBI.ICMMS,
Pharmaceutisch.Medicinisches, Die JVurzel (Radix Ca-
lami aromatici) wird als reizendes imd magenstärkendes Mittel in den
.iipotheken aufbewahrt.
Öle onomische*» Im Haushalte dient sie, mit Zucker eingemacht,
als Gewürz, zur t'eredelnng des lirantweins und als fVohlgeruch ver-
breitendes Streumittel.
Cypripediuni. ORCHIDEAE. 547
€1. ORCmDEAE.
Juss. Gen. 64.
Geschlechtsdecke kronarfig, aus 2 Kreisen bestehend, Röhre
derselben mit dem Fruchtknoten verwachsen, Saum unregel-
mässig, meist rachenförniig oder 2-lippig_, unparer Lappen des
innern Kreises — während tles Blühens meistens durch eine Dre-
hung des Fruchtknotens nach aussen^ gewandt, in der Hegel
grösser als die übrigen und oft in ein'en Sporn^ auslaufend —
die Unterlippe bijdend, die anderen beiden des innern und die
3 des äussern Kreises den Helm. In der Mitte der Blüte als ge-
meinschafllicher Träger der Geschlechtstlicile die Griffelsäule.
Ein, selten 2, Staubbeutel an der Spilze dieser. Pollcnkörner
jedes Beutels zu 2 bestimmt geformten Massen verbunden. I\arbe
am vordem und untern Thcile desselben als klebrige Scheibe,
nach oben in ein Schnäbelehen oder kleine Platte endigend.
Fruchtknoten 1- fächerig, meistens gedreht mit 3 stärkern und
3 schwachem Rippen. Kapsel 1- fächerig mit 3 fensterförmi-
^c\\ Klappen, Samenp<»lsler auf der Mitte der Klappen. Keim
ohne Eiweiss in schlaffer Samenschale.
Torkominen. Feuchten oder nassen linmushaltigen Boden und yiele
zugleich Kalkunterlage liehend, andere an Sumpf gebunden.
Gehalt. fViirzclknollen ausgezeichnet durch Gehalt an liassorin,
daneben Stärke und. Gummi, ^ausserdem ätherisches Öl, fettes Öl, Harz,
Gummi, Zucker, Essigsäure. — • In der Asche vorzüglich phosphorsaurcr
Kalk und Kochsalz.
1. Gruppe. Ciri>RIPEDIEAE. WRAVMN SCtKVM.
gjeutäcmse:.
Zwei Staubgefasse. Pollenniassen breiartig.
1. ClfPRIPEIlIUin. FBAtIXiJVSCaUM,
LiNN. Gen. n. 101.1.
Lippe pantoffelförmig aufg'eblasen. Griffelsäule 3-theilig,
beide Seitenarme einen Staubbeutel tragend. Mittelarm kraus-
blättrig ausgebreitet. Geschl. Syst. XX. 1. (XX. 2.).
Mehrjäbrige Kräuter mit faseriger Wurzel, beblättertem Stengel und
grossen ausgezeiebnet sebönen Blüten.
1. CCaleeoUts, Xuropäigcher Frauenschuh, Blät-
ter elliptisch, spitzig; Lippe bauchig, hängend, kürzer als die lanzett-
liehen Helmzipfel.
LiNN. Sp. pl.l346. Chi. han.5.S3. Koch Syn. IT. 804. Schk. Handb
III. T.275. Sturm Deutschi. Fl. H. 8. Engl. bot. 1. 1. IIook. Fl. lond.
t. 42.
In Bergwäldern, auf schattigem humoseni Boden mit Kalkunterlage,
im südlichen und mittlem Gebietstheile, die ]\ord - A^'estgrenze des Vor-
kommens in Deutschland Iln. Deisler oberhalb Springe, Br. an der Asse
bei Wolfenbüttel erreichend, häufig.
Hölie 1 — l^/i- Sicngel meistens l-bliilig. Lippe lilasst-ieroiieiigelb mit rotlion Pune-
ten, Zipfel der GescIilecLtsdecke gcdieLct, purpiirliraiiii.
2. Gruppe. CEPHA^LANTHEREAE. STMlVn X:X.1V UaX.
GJE1VÄCMSM.
Ein Staubgefäss. Staubbeutel deckclförmig über der j>'arlM'. Pollen-
niassen kornig, ohne Anheftungsdrüse.
548 ORCHIDEAE. Cephalanthera.
«. CEPHAEiAlVTHERA. SOPÜJVlfXiEiW^UBZ.
RlCIl. Uiil.iil. ciirui.. ;iM.
Ilelmzipfel fast gleich, halb offen, Lippe in der Miffe glied-
artig abgesetzt, hinterer Theil sackföruiiff eingesenkt. GrilVel-
säule gerade, halbrund; Pollenmassen in 2 neben einander lie-
gende" keulenförmige Theile gesondert. Gesehl. Syst. XX. 1.
Mehrjährige, wal<ll)evvohnende liriiuler mit faseriger Wurzel und Le-
blätterteni Stengel. Itlätter nervig. Blüten fast sitzend, locker-ährig,
gross, ohne Sporn.
1. C palleiiiii« JBlasse Stendelwura, Blätter eirund
oder eirund- lanzettförmig, zugespitzt; vorderer Li]>pentlieil herzförmig-
eirund, l>reiter als lang; Declihlättcr länger als der kahle Fruclitliuoteii.
RiCH. Orchid. europ. 38. Chi. han. 537. Hoch Syn. II. 800. Epi-
paclis pallens Sw. ]>ov. act. ups. YI. 232. Fl. dan. t." 1400. Hook. Fl.
lond. t. 76. E. lancifolia Both Tent. fl. germ. IT. 2. 409. Serapias gran-
diflora Scop. Fl. carn. II. 203. Engl. bot. t. 271. S. Lonchophyllum
Ehrh. in Link. Suppl. 405.
In Hainen und lichten Waldungen auf hnmushaltigem Boden mit liall;-
steinunterlage, im südlichen und mittlem Gehietstheile, die iXordgrenze
des Vorkommens in Deutschland Hn. Deisler, Gehrdenerberg unweit Han
nover erreichend, ziemlich häußg. Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — l'/s' liocli. Blüten aiil'reclit, geibllcliiveiss mit gelbem Fleck an Jer Basis
<lcr Lippe.
9* C?. enslfolia. Schwerdtblättrige Stentlelwurz.
Blätter lanzettförmig, obere lanzettförmig - lineal , langs|)itzig; vorderer
Lippentheil eirund, sehr kurz; Deckblätter der mittlem und obern Blü-
ten viel kürzer als der kahle Fruchtknoten.
RiCH. Orch. europ. 38. Chi. han. 538. Koch Syn. II. 800. Epipactis
ensifolia Sw. IVov. act. holm. 1800. 232. Engl. bot. t. 494. Hook. Fl.
lond. t. 77. Serapias ensifolia Schk. Handb. III. T. 274. S. grandiflora
Fl. dan. t. 506. S. Xiphophyllum Ehrh. in Linn. Suppl. 404.
In Hainen und lichten Waldungen, auf humosera Boden mit Kalk-
unterlage, im südlichen und mittlem Theile des Gebiets, die IMordgrenze
des Yorkoinmens in Deutschland //ii. am Deisler, Gehrdenerberge unv\eit
Hannover erreichend, häufig. Juni, Juli. — September.
Stengel 1 — 1 '/i' Iiocli. Obere Blatter allmälig langer und nur V« — Vß «" '"■«'' ■>'>^
die untern. Bli.ten aulVeclit, »eiss.
3. C rubra. Mtothe Stendelwura, Blätter lanzettför-
mig, zugespitzt; vorderer Lippentheil eirund zugespitzt, Hclmzipfel sämmt-
licb spitz; Fruchtknote vveichhaarig.
BiCH. Orchid. europ. -38. Chi. han. 537. Koch Syn. Tl. 800. Serapias
rubra Linn. Syst. nat. Ed. 12. II. 594. Engl. bot. t. 437. Fl. dan. t. 345.
In Hainen und lichten Waldungen, auf feuchtem humosem Boden mit
Kalkunterlage, im südlichen und mittlem Gehietstheile, die IVordgrenze
des Yorkommens in Deutschland IFn. am Deisler erreichend, weniger
häufig als Art. 1. und 2. Juni, Juli. — August, September.
Stengel 1' hoch. Blüten anfreelit , liell|iur|)urn.
3. Gruppe. NEOTTIEAE. ]V M&TU^ URXGMU^ÄCBSM.
Ein Staiibgefäss. Staubbeutel hinter der I^iarbe mit an einander lie-
genden Fächern. Pollenmassen körnig, einfach oder getheilt, ohne Stiel
einer gemeinschaftlichen Drüse angeheftet.
3. IVEOTTIA. NMSTWUnX.
Kinn. Act. ups. 1740. AI.
Helmzipfel gleichförmig, gegen einander geneigt, Lippe hän-
Listera. ORCHIDEAE. 549
send, 2-lappifi;, mit 2 Seitenläppelieii an der sackföi-migen Ba-
sis. GrifFelsäule kurz, rund, Stauhheufel einem schnabeltörmi-
gen Fortsatz der Narhe aufliegend, Pollenmassen ungetheilt
Geschl. Syst. XX. 1. . , .. ,^ ,,,
Melirjähiige Kräuter mit hüsclieltörniiger, nestarhg geknauelter Wur-
zel. Sttngel blattlos. Blüten gestielt, traubig, obne Sporn.
1. ]«. ]!Vidu» avis. Gemeine Nestwurz, Stengel mit
anliegenden Sebeiden besetzt; Lippe tief umgebebrtherztörniig; Deck
blätter länger als die Blütenstiele.
llicH. Orcbid. europ. 37. Chi. bau. 534. Koch Syn. II. 802. Epi-
pactis ISidus avis Link. Sp. pl. 1339. All. Fl. ped. II. 151. Ophrys
TSidus avis LiNN. Sp. pl. 13.39. Fl. dan. t. 181. Engl. bot. t. 48. Listera
ISidus avis HoOK. Fl. lond. t. .58.
In Hainen und Waldungen , in schattiger feuchter Lage, auf modern-
dem Laube oder Holze, ziemlich häufig. >Iai, Juni.— Juli, August.
Wurzcllasern dick, walzig unil kurz. Slciigel 1 — 1'// Loci.. Bluten in dicLlen Trau-
ben. Die ganze Tflanze trül. gell.l.iaunlicli.
4. IiI$»T£RA. XWmEBEiA.W.
R. Br. in AlT. Hort. kew. V. ZOl.
Helmzipfel fast gleich, aufrecht, Lippe hangend, 2-Iai)pig,
Basis eben. Griffelsäule sehr kurz, vorn lang geschnäbelt, hinten
mit einem idjergeneigicn Fortsatz, Stauhheutel diesem einge-
senkt. PoUenmasseu ungelheilt. Geselil. Syst. XX. 1.
31ebr jährige Kräuter mit faserig -büscheliger Wurzel. Stengel mit 2
scheinbar gegenständigen Blättern. Blüten gestielt, traubig, von Deck-
blättern unteistül/.t.
1. li. cordata. MEersförmiges Xweiblatt. Blätter
herzförmig-eirund; Lippe an der Basis beiderseits mit einem kurzen
'''irBR. Hort. kew. V.2()l. Chi. han. 534. Koch Syn. II. 801. Hook.
Fl. loud. t. 143. Epipactis cordata All. Fl. ped. IL 152. Opinis cor-
data Linn. Sp. pl. 1340. Fl. dan. t. 1278. Engl. bot. t. 358.
In Brüchern, auf Torf- und Sumpfboden, auch auf faulem Holze,
die IMordgrenze des Vorkommens in Deutschland /f«. bei Harburg im Für-
stenthum Lüneburg erreichend, kleintruppweise, selten (Pr. am kleinen
Brocken, auf dem Brockenfelde, bei den Hirschhörnern, unter den Heher-
klippen — ; Hti. auf dem Harze: am llehberger Graben auf dem Zulege-
holze, Oderbrück, Bruchberg, W^olfswarle bei Staufenburg; dicht hinter
Bergen im Gehölze, bei Harburg — ).
Ein z.->rlcs Pllanzrlien. Wurzel liel' eindringend. Slengel 3 — .5" liocb . BläUer in der
Mltle des Stengels, sitzend. Tranl.e « enlgl.liitii; , Bl.iten klein, bränniicligrün.
Ä. li. 0%ata. Eirundes Xweiblatt» Blätter eirund; Lippe
ohne Seitenzähne.
R.Br. Hort. kew. V. 201. Chi. han. .534. Koch Syn. IL 800. Ophrys
ovata LiNN. Sp. pl. 1.340. Schk. Handb. III. 273. Ueichenb. PI. crit. VI.
t. 593. Fl. <lau. t. 137. Epgl. bot. t. 1.548.
Auf Waldwiesen und in grasigen Hainen, auf feuchtem humosem Bo-
den, zerstreuet oder truppweise, häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel 1 — l'/./ l-oeb. Blätter an der Basis des Stengels bis 2'//' •>■•«''. dicklieh,
nenig. Traube lang, »ielblütig, Blüten klein mit langer linealer Lippe, gelblichgriin.
5. EPIPACTIS. SUMPFWUnii,
Blcn. Orcl.id. curop. -il.
Helmzipfel fast gleich, offen, Lippe in der MitJe gliedartig
ahgeselzt, hinterer Theil eine Honiggruhe bildend, vorderer
550 ORCHIDEAE. Epipaotis.
breiter mit 2 Schwielen au der Basis. Griffelsäule gerade, rund.
Staulibeutel über einen aufrechten, fast 4 -kantigen Fortsatz der
Narbe geneigt. Pollenmassen ungetheilt. Geschl. Syst. XX. 1.
Meliijäbiige Kräuter mit tlicktaseriger Wurzel. Stengel bclilattert,
Blatter nervig. Blüten gestielt, traultig, ohne Sporn.
1. E. latifolia. Breitblättrige ^umpfwurz, Blätter
eirund, spitz, oberste lanzettlörniig, zugespitzt; äusseic 3 llelmzipfel
grösser, länger als d<!r zugespitzte vordere Lippentlieil, Schwielen rund-
lich, last glatt.
Allion. Fl. pedeni. II. 151. Chi. hau. 536. Koch Syn. IL 801. Rei-
CHKNB. PI. crit. IX. t. 8-50 (E. viriditlora). Serapias latifolia Linn. Mant.
491). Fl. dan. t. 811. Engl. l>ot. t. 269.
In Waldungen und Ilainen auf schattigem, feuchtem und humosem
Boden, nördlicher auch auf SunipfJ>oden, ziemlich häufig, meist einzeln.
August. — September.
^Viirzclstocli verlängert, viell'aserig. Slcngcl 1 '/.^ — A' liocli. BlüUcr stengeluiiifdssend,
untere 2 — -'/s" '"'«''• Dlüten griinlicli, auf liclilerin SLinilurt grünlich- rotlibraiiu , untere
Dcckhlälfcr langer aU lUc Blüte.
9. E. atroriibeiiN. Mothbraune Suntpfwure. Blät-
ter eirund, spitz, oberste lanzettförmig, zugespitzt; Uelmzipfel gleich
gross, so lang als der zugespitzte vordere Lippentlieil, Schwielen läng-
lieh, etwas kerbig-liraus.
Beichenb. Fl. exe. 133. IM. crit. IX. t. 849. Chi. han. 536. E. rubi-
ginusa Koch Syn. IL 801. Serapias atrorubens IIoffm. Fl. gerui. IL 182.
In lichten, sonnigen Ilainen, auf magerm Boden mit Kalksteinunter-
lage, im mittlem und südlichen Gebictstheile, häufiger als A. 1. und
meist truppweise. Juni, Juli. — September.
Wnrzelstock kurz. Stengel 1 — 1 7^' liocIi. Bliilen kleiner als «u .4.. 1. Dunkel pnr-
purbraun. Untere Dccklilälter wenig lluigcr alü die Itlute.
Bemerk. UngeacLtct der angegebenen .\l)\veicl»ingen in Itildnng, Fürbung und lilüte-
icil, bleibt die specifisebc Versebiedenbeit der beiden lorstebcnden Arten ztveil'elbaft, indem
jene nicbt unwahrsebeinlicb Folge des ganz verscliiedeiiartigen Standortes sind.
3. E. nticropliylla» M£l einblättrige Suntpfwura,
Blätter schmal lanzettlich, zugespitzt und kurz; Ileiinziprel gleich gross,
so lang als der vordere zugespitzte Lippentlieil, Schwielen länglich, etwas
Iserbig- kraus; Fruchtknoten mehlig- zarthaarig.
Sw. Act. holm. 1800. 232. Chi. han. 536. Koch Syn. IL 801. Waldst.
et Kit. PI. rar. Uung. III. t. 270. Serapias microphylla Ehrh. Beitr. IV. 42.
In Hainen und Waldungen, auf magerm kalkhaltigem Boden, selten
und einzeln oder zu 2 — 3 (Iln. im neuen Gehäge bei Missburg als ISord-
grenzc der Gesammtverbreitung, Gchrdencr Berg, Süntel, Uohcnstein,
Külf, Pyrmonterberg, Siebenberge, am Selters unweit Einbeck, Knüll
bei Keinhausen — ; Pr. Wernigerode, Naumburg, an den Schmonschcn
Bergen — ; IIs. Cassel am Prasselberge — ; Pr. fV. Tecklenburg, Biele-
feld am Altenbeige). Juli, August. — September.
AVurzcl dick- und langrascrig. Stengel 1 — l'/.)' '•"'§, unten mit Scbeiden besetzt, die
boher in wenige, 1" lange und 3 — 4"' breite Blatter übergeben. Blüten graulicbgelb mit
bald mebr bald weniger rothbrannem Anbaucb. — Das Stbärflicbc beider Blaltseiten mit
Ausnahme der INerven ist sämmtlichen 3 Art. nur in verscbiedencm Grade gemein, indem
es bei der Istcn am wenigsten, bei der letzten am meisten bemerklieb wird. Dasselbe gilt
lon einer sebwacben mebbriigcn Pubeszenz des Traubcnstiels nnd der Fruchtknoten.
4. E. palustris. Gemeine Sumpfwurz, Blätter eirund-
länglich, obere lanzettförmig; vorderer Li]>peiitheil abgerundet, so lang
als die Helmzipfel.
Crantz Stirp. austr. Fase. \'I. 462. t. 1. f. 5. Chi. han. 537. Kocu
Syn. IL 801. IloOK. Fl. lond. t. 89. Scrapias palustris Scop. Fl. carn.
Ooodyera. ORCHIDEAE. 551
II. -204. Engl. l.ot. t.270. S. longifolia Linn. Syst. nal. Ecl. 12. II. 593
ScuK. Haudb. III. T.274. Stuhm Deiitschl. Fl. 11.18.
Auf Wiesen iinrl Weiden, auch in lichten Ilainen, auf Sumpf- oder
Torfhoden, durch das Gebiet bis auf die ]>iordseeinseIn, meist truppweise
häulig. Juli^ August. — Scpteni])er.
AViiriel hiisclielig. Stengel 1 — 2' hocli. Traube ciiiseitwenHig. Bluten gross. Äussere
TLeile bräiiDlicLQeiscIifarlicn , innere weisslicL, Lippe blassrutli gestreift.
6. ciOonYfiRA. €toomi:mnm.
II. «R. in Air. Uort. I,ew. V. 197.
Paarige Zipfel des^ äussern Kreises offen, uiitllerer mit den
paarigen des innern Kreises zusammenneigend, Lippe vorn ge-
sfreeki spitzj, hinten saekförmig vertieft mit einer Mittelrinne.
Griffelsäule halbrund, über der Narbe 2-sehnäbelig. Staub-
beutel dem Rüeken der Narbe beweglich eingesetzt^ Pollen-
niassen ungetheilt an einer fast 4-kantifi:en Narbe. Geschl. Svst.
XX. 1.. *
Mehl-jahrige hriechende liriiuter. Stengel unten beblättert. Blüten
l.urz gestielt, ährig, ohne Sporn.
■ 1. G* repeiis. Kriechende Goodyere» Wurzelblätter
eirund, g(!stielt, netzartig geädert, Stengelblätter schei<lenförinig.
I\. Ür. Hort. kew. V. 19H. Koch Syn. II. 801. Satyrium repens Linn.
Sp. pl. 1839. ScHK. Handb. III. T.272. Jaco. Fi. austr. IV. t. 369. Engl,
bot. t.289. rSeottia repens Sw. Act. holin. 1800. 226.
In waldigen Ileidegegenden, im südlichen Theile des Gebiets, sehr
selten (Pr.ff-'. Bielefeld, Warendorf, im Hohlter \^'alde in. der Senne — ;
Ah. Lingenauer Ueide bei Dessau), im nord- östlichen häufig {Mk. an
vielen Orten). Juli, August. — September.
Wurzel lang, kriecLend. Stengel (j — M" l.oeli , ulierw.irl» nebst den Blatlern bebaarl.
Äbre sclimal, spitz mit gedrebeter Spindel. IJliiten einseit« endig, klein, weiss und wohl
riechend.
». NPIRAIVTHES. nUMMEiENG.
RiCIl. Ortb. curop. -ZS.
llclmzipfel zusanimenschliessend, paarige des äussern Kreises
zuletzt zuriickgebogen, Lippe an der üasis rinnig, vorn zurück-
gekrümmt und gekerbt. Sehnäbelchen der Narbe gespalten,
Staubbeutel hinter jenem aufsitzend, frei. Pollenmassen aus je
4 Körnerklümpchen bestehend. Geschl. Syst. XX. 1.
Mehrjährige Kräuter mit knollig verdickten Wurzelfasern. Stengel
blätter- oder sclicidentragend. Ähre vielblütig, sehraubig gedrehet, Blü-
ten sitzend, ohne Sporn.
fl. i<>. ailtlintlialls. Merbst-Mtrehling» Wurzelblätter ei-
rund-länglich, in den Stiel verschmälert, Stengel mit zugespitzten Schei-
den besetzt; Lippe spitzlich.
Ilicit. Orchid. europ. -37. Chi. han. ä^ü. Koch Syn. II. 802. !Veottia
spiralis Sw. Act. holm. 1800. 2-26. Ophrys spiralis Link. Sp. pl. 1840.
Fl. dan. t.387. Engl. bot. t.541.
Auf Weiden und kurzgrasigen Triften, auf hügeligem trockenen» Bo
den, truppweise aber intcrmittircnd, in der Mitte des Gebiets bäulig,
nördlich in der Linie von Osnabrück, Ilannover sich verlierend, höher
gegen Norden {Jlk. IXeubrandenbuig) wieder auftretend, südlieh eben-
falls abnehmend und selten (Schw. W^aldränder bei'm Pfaffenteichc, Heide
am Passberge — ; Pr. Rossleben früher, zwischen W^eissenfels und Lan-
gendorf). September, October.
Trugknollen schmal länglich. Blätterroscllcn neben dem blattlosen, 6 — 8" hohen blü-
henden Stengel. Diiitcn klein, weiss.
552 ORCHIDEAE. Eliipogon.
4. Giupve. EPIPOOONIEAE:. B ARTSTJEX D MI,.
GMIVÄCMSM.
Ein Staubgefäss. Pollenniasson aus kantigen, elustiscli Tcrljundencii
Läppchen zusamniengcitetzt.
GMtL. ii. Sil). I. 11. t. i. 1. J.
Wiüten ohne Drehmia; iiäiigciid. Ileluizipfel lincal-iunzcU-
förmigj Lipj)e hnieig gebogen, 3-lappiginii ansteigendem auf-
gehlasenem Sporn. Staubbeutel ge.stiell , endstandig, auf der
au der Basis narlientragenden GriÜ'elsäule.^ Pollenuiassen ge-
stielt an einer geuieinscliaftlichen Drüse. Geschl. Syst. XX. 1.
Mehrjährige, blattlose, bleiche liräuter, mit korallenföiniigcr Wurzel.
Itlüten im Winkel kurzer Deckblätter rückwärts übergebogen, in wenig-
Llütiger Ahic.
1. E. Cinielini. Gtnelin's Bartstendel» Blattlos; Schalt
mit häutigen, abgestutzten Scheiden versehen; Ähre armblülig.
Uicii. Orchid. eiuop. 28. liocu Sju. II. 799. E. aiWiyllum Chi. hau.
538. Satyrium Epipogium Li.\n. Sp. pl. 1338. IIoffm. Phvtogr. «lätt. II.
T. 1. Sturm Deutschi. Fl. II. 18. Jaco. Fl. austr. I. t. 84. Fl. dan.
t. 1233.
In schattigen Waldungen und Ilainen, auf faulem Holze, intermitti-
rend bald häufig, bald selten {Mk. Scinverin aut den» Schilfwerder — ;
Hu. Deisler, Miukenstein, Süntel, Göttingen: am Fuchsberge bei ]>leen-
sen, im ^^'alde unter den Gleichen, an der Brück — ; Pv. am Benneken-
J)ergc in der' Nähe des Brockens). Juli, August. — Sejitember.
SIcislens in Melirzalil büscheJig. Stengel l' lu.cli , l.leiiligell) , olinc Giüu , «ie aus
«liirclisclicineuilciu Wachs geformt, sclilall' iiiid zerlnc.lili.Ii. Biulen 4 — .5 , gross, wclss-
gelb, Sporn in l.lass flt-isel.larl.cn spielend.
S.Gruppe. OPHRVDEAE. RA G 1^ V RXGMIVÄCIESE,
Ein StauFigii'äss. i'ollenmassen wachsariig, ungetlieilt, durch spiiine-
we])artige Fäden \<rl(uuden, welche unten in emeu Stiel /.iisanimcnlaufeu.
9. OKCIIIÜ. M£]¥AnJE]VKM^tJJP.
lATSy. Gen. n. 1009. Arten ausgesclil.
Lippe 3 -lappig, an der Basis in einen Sporn endigend, 2
paarige Zipfel des Innern und mittlerer des äussern Kreises oder
alle 5 über dem sehräg ansteigenden Staubbeutel lielmartig zu-
sammenneigend. Jede Pollenmasse, vermittelst einer Drüse, mit
dem kappenförmif? diese überziehenden IXarbenrande, verbun-
den, (ieschl. Sysi. XX. 1.
Mehrjährige liräuter mit knollentrageuder Wurzel. Stengel beblät
tert, Blätter etwas saftig. Blüten sitzend, in Ähren.
t. O. pyraniidalis. Pyramiden • Knabenkraut»
Blätter lineal; Lippe halb -3-lappig, an der Basis mit 2 seitwärts ge-
richteten Kämmen, Lappen gestutzt, gleich lang, Uelmzipfel spitz, obere
3 aufrecht, seitliche 2 sperrig abstehend; Sporn pfriemlich, so lang als
der Fruchtknoten.
LiiMN. Sp. pl. 1332. Chi. hau. 541. Beichenb. PI. crit. VI. t. 561. Jacq.
Fl. austr. III. t. 266. Engl. bot. t. 110. läooit. FI. lond. t. 106. Ana
camptis pyramidalis Bicii. Orchid. curop. 2ö. Kocii Syn. II. 7Ö3.
An waldigen oder grasigen Bergabhängen, auf steinigem Boden, im
südlichen und mittlem Theil des Gebiets, die Nordgrenzc des Vorkoni-
Orcliis. OBCHIDE^f. 553
mens in Deutschland! bei Uannover erreichend, selten und interniittirend
(Pr. Steinklippen hei Wendelstein, Ahhängc des Buchbcrges bei Ross-
leben, liibra — ; Pr. ff'. Medebach, zwischen Leugerich und Leeden,
INienberge, Ilolzniinden am llolzberge, hier häulig — ; Jln. Capellenha-
gen, Bcttenser Garten nnweit Hannover. Mai, Juni. — Juli, August.
Stengel 1 _ 1 1/.^' J,ocli. Blatter 2 — 4'" breit, untere lang, oliere allmälig kürzer, nur
Scheiden liildend, Itisweilen auch säinuitlich nur scbeidenförmig. Ähre eiförmig oder ellip-
tisch, 1'/.^ — 2" lang, ganz dichtlilütig , Blüten lebhaft purpurn.
XJ. Die beiden Urüsen der Pollenmassen getrennt.
Triiglinolleu iingelheiJt.
!3. O. globosa. Miugelblütiges Knahenleraut, Blät-
ter lineal- länglich; Lippe 3-spaltig, Lappen last gleich stumpf, mittlerer
länglich mit oder ohne Stachelspitze, seitliche länglich -lineal, Uelmzipfel
lanzettförmig, zuges|)itzt, obere 3 sperrig -aufrecht, seitliche zusanimen-
neigend; Sporn gekrümmt, doppelt kürzer als der Fruchtknoten.
LiNN. Sp. pl.l332. Koch Syn. II. 790. Jacq. Fl. austr. III. t.265.
Meicuenb. PI. crit. \I. t. 562. tSigritella globosa Reichenb. Fl. exe. 121.
Traunsteinera Ders. Fl. sax. 87.
Auf Gebirgswiesen, im mittlem Gebietstheilc. sehr selten (Pr. ehe-
dem bei Barby, jetzt am Ochsenberge bei Stassfurt). Mai, Juni. — Juli.
Gesanimtansehen der «orherg. henilen Art, durch die schmal zugespit/.ten Helmzipfel und
den Kurzen Sporn jedocli leicht zu unfeischeiden. Ähre eiförmig- kugelig , dichtblütig, Blü-
ten hillpurpurn oder gesättigt lila mit dunhleri. Punctcn auf der Unterlippe.
3. O. fusca. Braunes KnahenTeraut, Blätter eirund-
länglich; Lippe 3-theilig, saminetartig punctirt, mittlerer Lappen unige-
kchrteirund, 2-lappig und ausgenagt- keibig mit einem zwischenstehen-
den Zahn, llelmzinfel kurz eirund, zusammengeneigt; Sporn niederge-
bogen, fast dreifacu kürzer als der Fruchtknoten; Deckblätter sehr kurz.
Jacq. Fl. austr. IV. 4. t. 307. Sturm Deutschi. Fl. H. 41. Fl. dan.
t. 1277. Engl. bot. 1. 16 (O. militaris). O. militaris ß. ö'. Lmw. Sp. pl. 1334.
Auf Triften, zwischen Gebüsch, auf humoseni Kalkstein im tiiter-
grunde führenden Boden, stellenweise und meist einzeln, doch in I\ord-
Westen mit den lialksteintlötzcn sich verlierend (nordwestlichstes Vor-
kommen //h. Uildesheim, Missburg bei Hannover). April, Mai. — Juni,
Juli.
Grösse und Gesanimtansehen der folgenden Art, Ähre länglich, 4 — 6" lang. Blüten
gross, Helm aber kaum halb so lang als an jener und rotlibraun , hieran und au den über-
bau|it kürzern, st.-irlicr mit rotlien Lluien und Puncten bezeichneten Blütenthcilen von O. mi-
litaris zu unterscheiden.
4. O* militaris^. Gehelmtes Knabenicraut, Blätter
länglich; Lippe 3-theilig, sammetartig punctirt, mittlerer Lappen läng-
lich, vorn breiter, tief 2-lappig mit zwischenstehendem Zahn, seitlielie
schmal lineal und kürzer, Uelmzipfel länglich-lanzettlich, kielig zusam-
mengeneigt; Sporn niedergebogen, doppelt kürzer als der Fruchtknoten;
Deckblätter sehr kurz.
LiNN. Sp. pl. 13^3. Chi. han. 544. Koch Syn. II. 789. Reichenb. PI.
crit. VIIL t. 701. Jacq. Ic. rar. III. t. 598. Engl. bot. 1. 1873.
Aufwiesen, in Grasgärten und im Gebüsch, auf humoscm Boden mit
Kalksteinuntergrund, ziemlich häulig, doch in IXord- Westen mit den
Kalksteinflötzen sich verlierend (noidwestlichstes Vorkommen IJn. Ilil-
desheim, Külf bei Duingen). Apiil. Mai. — Juni, Juli.
TriighnoUen eiförmig, gross. Stengel 1' hoch, stark, rührig, wenig belil.-illert. Blätter
Helm hläulichivciss.
bis 2" breit. Ähre ei
fori
uig-
länglich, 3-4" lang, Blüten gr,
gegen die Spitze grüut
othl
lich
angelaufen. Die an.scheineud 4-1;
blassrolh, dunkler punct
irt.
—
Form der Blütenthoile und deren I
554 ORCHIDEAE. Orchis.
5* O* varlegata. Buntes KnabenTeraut. Blattei- lang-
lieh; Lijtpe 3-tlieilig, fast glatt, mittlerer Lappen umgel;ehrteiruiul, aus-
gebuclitet und gezäliiielt mit zwisclieiistelieiuler Stachelspitze, seitliclie
länglich, gestutzt, Ilclmzipi'el länglich -lanzettturniig und zusanimennei-
gend; Sporn fast gerade, doppelt kürzer als der Fruchtknoten; Deck-
blätter wenigstens halb so lang als dieser.
All. Fl. ped. II. 147. Chi. han. 543. Koch Syn. II. 789. Hall, in
Rup. FI. Jen. t. 6 (O. militaris minor). Jacq. Ic. rar. t. 599.
Auf Weiden, Wiesen, au W^cgen und Waldrändern, auf trockenem
Boden mit Kalkstcinunterlage, im südlichen und liäufiger im mittlem Ge-
bietstheile, stellenweise; gegen INorden sich verlierend (nicht über die
Linie Quedlinburg — Osnabrück hinausgehend). Mai, Juni. — Juli.
GesammtaDSchen und Bildung der vorliergchenden Art in Kleinem. Stengel nur 6 — -8"
liocli. Blätter '/.^ — ''A" '"'P''- Ähre eiförmig, 1" lang. Blütenfiirlinng wie die jeuer,
mit uiclu- weiss.
<». O* UHtiilata. KleinhlUnge« KnabenTeraut, Blät-
ter länglich -lanzettförmig; Lippe 3-llieilig, samnietartig punctirt, mitt-
lerer Lappen gespalten, seitliche längllch-liueal, schwach kerl»ig, Ilelm-
zipfel eirund, zusanimensehliessend; Sporn ein Drittheil so lang als der
Fruchtknoten; Deckblätter lialb so lang als dieser.
LiNX. Sp. pl. 1333. Chi. han. 543. Koch Syn. II. 790. Reichenb. PI.
crit. VI. t. 569. Sturm Deutschi. Fl. II. 12. Fl. dan. t. 103.
Auf Gcbirgs- und Bergwiesen des Harzes und des südlichem Gcbiets-
theiles, selten (//n. Elbiiigerode , rothe Hütte, Windehäuserholz , am
SoUing bei Dassel — ; Schw. Frankenhausen, Badra — ; Pr. über V^'^er-
nigerode nach Elbingerode zu, Steinklippen bei Wendelstein, Freiburg — ).
Mai, Juni. — Juli.
Trugknollen rundlich- eiförmig. Stengel 4 — 8" hoch, beblättert. Ähre länglich, vor
dem Autliliihen gegen die Spitze lirannscii>varz , gleichsam brandig. Bluten klein, Helm
sch»arziiur|iiiru , Lippe weiss mit purpurnen Punelcn.
9. O. eoriopliora. jyanzen-KnabenTcraut, Blätter
lineal- lanzettförmig; Lippe halb-3- la|i])ig, haarig, herabliäugend, Lappen
fast gleichförmig, mittlerer wenig länger, ganzrandig oder gezähnelt,
Ilelmzipfel gegen einander geneigt, spitz; Sporn kegelförmig, bogig nie-
dersteigend; Deckblätter so lang oder länger als der Fruchtknoten.
LiNN. Sp. pl. 1332. Chi. han. 543. Kocu Syn. 11. 790. Schk. Ilandb.
III. T.271. Ueichenb. PI. erit. VI. t. 507. Jaco. Fl. austr. II. t. 122.
Auf Wiesen tiud V^'^eiden, auf feuchtem, aucii auf trockenem Boden,
im südlichen und mittlem Gebietstheile ziemlich häutig, in der Gegend
von Hannover (Kirchrödcr Thiergartcn) die IVordgrenze der Gesanimt-
vcrbreitung erreichend. Juni, Juli. — August.
Trugkuolleu kugelig. Sieugel 6 — 8 bis Ti" hoch, bebliitlert. Ähre 2 — 3" lang,
dichtbliitlg. Bluten kurz, Helm trüb purpurn, Lippen licllioth mit dunklem Puneten , Sei-
tenzipfel grünlich, am Rande rolh. Diese Färbung variirf, indem sie bald mehr bald we-
niger in grün übcrgelit.
S. O* ITlorlo. Mileinknolliges Knabenkraut, Blätter
länglieh -lanzeltlieh oder länglich; Lippensaum 3- lappig, mittlerer Lap-
pen abgestutzt-ausgerandet, seitliche niedergebogen, Ilelmzipfel eirund,
stumpf; Sporn walzen- oder fast keulenförmig, wagerecht oder aufstei-
gend, etwa so lang als der Fruchtknoten; untere Deckblätter mit 3 — 5
einfachen Nerven.
LiNN. Sp. pl. 113:1 Chi han. 542. Koch Syn. II. 790. Schk. Handb.
III. T.271 (unserer Pnanze enlspreehcnd). Engl. bot. t. 2059 (mit grössern Blüleu).
b. major. Bas grössere. Doppelt grösser und stärker; Blätter
länglich - lineal oder lineal.
O. Morio Fl. dan. t. 253.
Orchis. OnCHIDEAE. 555
Aul' Triften, Wiesen, an '^^'^egen, auf trockenem lehmigem Boden,
meist truppweise liuufig. Mai, Juni. — • Juli.
Triigkaolleii kiigc)ig. Stengel 6" liocli , obere Blatter in diclit anliegende grüne Sclicl-
dco übergellend. Ulüten locker (6 — 8), kleiner und grosser variirend , purpurn mit »eiss-
liclier, punctirter J^ippe, oft heller gclarlit bis in lila, selten weiss. Die Spielart 1 — l'/^'
liocb. Stengel dick, Blüten bcträrbilicb grösser.
9. O* niascula. JtKännliches MlnabenJeraut, Blätter
lünglicli oder liueal -länglicli ; Lippe liaih-3- lappig, hinten kurzhaarig,
mittlerer Lappen ausgerandet mit oder ohne zwischenstehenden Zahn,
Uelmzipfcl eirund -länglich, spitz; Sporn walzenförmig wagerecht oder
aufsteigend, etwa so lang als «1er Fruchtknoten; Deckblätter 1 -nervig.
LiNN. Sp. pi. 1333. Chi. han. 542. Koch Syn. II. 791. Scuk. Handb.
III. T. 271. Ueichenb. PI. crit. Yl. t. 563. Fl. daii. t.457. Engl. bot. t. 631.
Auf Wiesen, in Grasgärten und in lichten Hainen, auf humoseni feuch-
tem Boden, häufig, gegen I>ord Westen abnehmend. 3Iai, Juni. — Juli.
XrugknoUen eiförmig. Stengel 1 — l'/j'''*"^''' stark, röbrig. Obere Blätter scheiden-
artig. Xhre länglich, vollblütig aber locker. Blüten und auch meist die Deckblätter pur-
purn. — Die Helmzipfcl ändern bald kürzer bald länger zugespitzt ab.
10. O. laxiflora. MJocJcerblütige* Knabenkraut,
Blätter lanzettfurmig-lineal oder lineal; Lippe seicht 3-lappig, mittler
Lappen tief ausgerandet, kürzer oder länger als die niedergeliogeneu seit-
lichen, llelmzipfel länglich, stumpf; Sporn etwa halb so lang als der
Friichtkuoten, wagerecht oder aufsteigend; untere Deckblätter mit 3 — 5
netzartig verbundenen ]\erven.
Lam. Fl. franv- Ed. 2. III. 504. Chi. han. 542. RocH Syn. II. 792.
O. palustris Jacq. Ic. rar. I. t. 181. Reichenb. PI. crit. IX. t. 831.
In Wiesen, auf sumpfigem oder torfhaltigem Boden, im süd- östlichen
Gebietstheile truppweise, ziemlich häufig aber intcrmittirend (Pr. Benn-
stedt, Wansleben, Dollnitz, Naumburg, Aschersleben, Stassfurt — ) im
mittlem, die nord- westliche Grenze der Gesammtverbreitung bei Han-
nover erreichend, selten (//.v. Meissner — ; Br. zwischen Blankenburg
und Westerhausen — ; Iln. Salzgitter, Pferdethurm bei Hannover — ) in
Osten höher gegen IVorden gehend {Mk. Pötenitz unweit Dassow). Mai,
Juni. — August.
Grösse und Gesanimtansehen ton O. mascula , an den vielnervigen Deckblättern leicht zn
unterscheiden, im AVescnllicIicn näher mit O. Morio verwandt, deren Deckblättern indessen
die Qucradernvcrbindung fehlt. Trugknollcn länglich. Stengel 1 — l '/j' l""^'' > Abre locker-
blutig, Blüten gross, purpurn. — Form und Länge ilcr I.ippenlappen sind veränderlich.
' 11. 0> palleim. Blassgelbes Knabenkraut, Blätter
länglich, gegen jlie Basis versehni.ilert; I.iippe nietlergebogen , schwach
3-lappig, saniniethaarig, mittlerer seicht ausgerandet, seitliche rundlich,
kürzer; Helmzipfel eirund, stumpf, seitliehe äussere abstehend, Sporn
kegelförmig, wagerecht oder ansteigend, fast so lang als der Fruchtkno-
ten, Deckblätter 1 -nervig.
LiNN. Mant. 292. Roch Syn. II. 791. Beichenb. PI. crit. IX. t. 808.
Jaco. Fl. austr. I. t. 45.
In Bergwäldern, auf humoseni, Ralkstein im Untergrunde führenden
Boden, im südlichsten Theile des Gebiets, die IXordgrenze der Gesammt-
verbreitung in Süden des Harzes im Sehwarzburgischen erreichend, sel-
ten (Pr. Halle: Schönburg, im Buchholze, auf dem Pfortenberge, Ross-
bach, Freiburg besonders im Schaafholzc unweit IMsmitz und an den
Abhängen des Mühlholzes, selten westlich, an der Steinklippe links des
W^endelstein-INebraer Weges und an den Sehmonsehen Bergen; Scltw.
Sondershausen, Badra). April, Mai. — Juni.
Stengel 8 bis 12' hoch. Blätter V/^~V/^" breit. Ähre eiförmig oder länglich. Blüten
blassgelb, seilliche Uelmzipfcl mit 3 grünen Linien.
556 ORCHIDEA.E. Orehis.
' 19. O. sanibuciiia. lEolunderüuftiges Knaben-
ICVaut» Itlätter langlicli, spitz; Lippe riiii<liicli - eiiuiid, mit si-Lwach
8-lappigeiii Saiiiii, initticifr Lappen sclir lileiii, nebst den seitlichen ab-
gerundeten ausgenagt-Uerljig, tielniziplel lanzettförmig, obere 3 zusam-
menscbliessend, seitliche abstehend; Sporn kegeiig-walzenloimig, abwärts
gerichtet, so lang als der Fruclitknoteii.
LiNN. Sp. pl. 1334. Chi. han. 544. Koch Sjn. IL 792. IUichenb. PI.
crit. IX. t. 809. Jaco. Fl. austr. IL t. 108.
b. incArnata. JDas hellrothe. Blüten hcllroth.
Chi. han. das. Kocu das. O. incarnata Willd. Sp. pl. IV. 30.
Auf Ilergwieseu und zwischen Gel>üsch, auf troclienem Kalkstein im
Untergründe führenden Boden, im südlichen Gebietstheile , die Nord-
grenze der Gesammtverbreitnng am südlichen llarzrande erreichend, beide
Formen meist zusammen vorkommend, selten {Pr. Halle: im Mittelholze,
Naumburg in Wäldern über der Henne, Freiburg besonders am Uödel,
Allstedt im Theilholze, Eisleben im Bischofsröder Holze und im Katha-
rinenholze; Schw. bei Hamme — ; Pr. die Spielart am Südabhange des
Huy, links über dem weissen Brunnen, im Steinholze bei Quedlinburg).
Mai. — Juli.
Kiiollrn lliiiglich, eine oder die andere (den ijbergang zur folgeudcn VnteralilLeiliing
l.ildend) in l'ascrn lul^.ilend. Slengel 6 — 8" lioci. , Bhillcr ^4 — 1" l>ieit, gegen die
Basis meistens versclinialcrt. Ähre eiluiiiiig oder liiuglieli, Bliilen stroligclli , Lipjie mit oder
ohne rotlic riinetc. Die Spielart in Übergangen Lellrotli.
■• TriigUnollen l.ai.dfürmig getl.eilt.
13. O. niaciilata. GeflecTetes KnabenJcraut. Blätter
länglieh, mittlere ian'>rettförmig, oberste unter abnehmender Grösse lan-
/-ett-|>frienienförmig; Lippe 3-lappig, seitliche Lappen breiter, abgerun-
det, llelmzipfel sämmtlich oS'en- abstehend; Sporn nach unten gerichtet,
kürzer als der Fruchtknoten.
LiNN. Sp. pl. 1335. Fl. SUeC. 311 (»ach Ausweise von EllRHART z» I.INNE's
Zelt in Ipsala eingelegter Esemplare). Chi. bau. 545. KoCH Sjn. IL 792. IIeI-
CHENB. PI. crit. VI. t. 566. Fl. dan. t. 933. Engl. bot. t. 632. Hook. Fl.
lon.l. t. 112.
Auf Wald- und Feldwiescn, auf feuchtem oder sumpfigem Boden,
liäniig. Mai, Juni. — Juli.
Stengel 1 — 1'/./ liorli, dielil. BlSIter liald roll.l.rann geflcekt, liald ungefleckt, oberste
blattsclie.deniiln.lieb.'niel.t die Blute erreiebe.id. Äl.re pyramidal dirblMutig. Blüten blass-
rosa, blasslila oder last \ieiss, mit rollien Linien und I'nnelen beziicbnet. Decliblatter bald
langer bald l.iirzer als die Blute.
14. O. latii'olia. KucTeucTes . MlnabenTeraut» Blatter
länglich, spitz, obere lanzettlörinig, Lippeiisauin seicht 3-lappig und
kerbig, milderer Lappen wenig länger, seitliche abgerundet und nieder-
gebogen, seitliehe Helmzipfel abstehend; Sporn nach unten gerichtet,
kürzer als der Fruchtknoten.
LlN\. Sp. pl. 1334. Fl. Suec. 312 («ach Ausweise Ton EllRHART zu LiNNEs
Zeit In tpsala eingelegter Exemplare). Chi. hau. 545. KoCH SjU. IL 792 (O.
majalis REICIIEIVB. ausgesolilossen). Beiciienb. PI. crit. VI. t. .564. Fl. sax.86.
Fl. dan. t. 266. Engl. bot. t. 2308. O. incarnata Koch Syn. IL 793.
b. aiigustifolia. Hie schmalblättrige. Blätter sciunäler, lineal-
lanzettförmig; Lippe deutlich 3-lappig und stärker gekerbt, seitliche
Lappen weniger niedergebogen.
O. latifolia v. foliis maculatis Chi. hau. das. O. majalis Reichenb.
PI. crit. VL t. 565. O. incarnata Kocti das. 793. Ö. angustifolia
WiMM. u. Grau. Fl. v. Scbles. IL 252.
Aufwiesen, auf nassem, sumpligem oder torfigeni Boden, beide For-
Oyninadeiiia. ORCHIDEAE. 557
nien durch das ganze Gebiet truppweise, häufig. Mai, Juni. — Juni,
Juli.
Gesaniinlanselien luul Grösse der \origen Art, /.iiiiäelist (hircli die oliern Blätter, «elolic
/.«ar kleiner und seliniSler werden, aber nielit in Silieidenforni iil.ergrlieii und den Stengel
bis znr Äbre bekleiden, zu unterscLeideu. Lippe der Hanplart fast ganz, mit kaum be-
stimmt ausgedrückter Anlage lur Dreilappigkeit (wie sie denn aueb in Fl. dan. ii. Engl. bot.
ganz, d. h. ohne Seitenlappeu nur irreg.iliirkerbig abgebildet wird). Blatter breiter und
sclimliler, spiti und stumpf, gefleckt und ungefleckt »ariiiend und die Deekbliiller meistens
langer (Fi. dan.), selir oft aber auch so lang oder kürzer (Engl, bot.) als die Bliilcn. —
Die Spielart durch bestimmtere Dreilappigkeit der Lippe meistens in Verbindung mit scbmä
lern Blättern und längern Deckblättern abweichend. — Ton dem Übergänge beider Formen,
die in der Bli.tezclt nicht gleichbleibend von einander abweichen, unter manchen ■\Vecbsel-
lällen des Zusammentreffens der vdnircnden Theile, kann man sich in sumpfigen Waldge-
genden leicht überwngen.
gx:i§^x:rbx.iche:s,
PharmacetltiSCh- Jn.€(licinisches, Die nicht gethcHten
Truydoldcn maurlici- Artcu dieser als aueii der iibrifjen Gatttnifjcn der
Familie werden getrocknet als Radix Salep ;ii>- liereitinifj des Sulep,
als eines lindernden , stärkenden Arzneimittels und als nahrhafte Speise
für liinder in den Officincn aufbewahrt. Am meisten eignen sich zur
Einsannnlunf/ der Unollcn die Art. 3. 4. 8. 9.
ÖTeonontiSCHeSt Das F^iek frisst das liraut der ijrössern Arten
dieser und der übrigen Orehideengattungen in Ermangelung eines bessern
Futters. Die Cultür dieser schönen Zierpflanzen in Gärten ist schwierig .
lO. eVIUIVADEIVIA. BÖSWZTRX,
K. BR. n. AlT. Hort. kew. V. 191. zum Theil.
Jede Pollenmasse vermittelst einer naekten (nicht kappen-
förmi^- bedeckten) Drüse mit dem Narbenrandc verbunden.
ÜbrigxMis wie Orcbis. Geschl. Svst. XX. 1.
Wie Orchis Trugkiiollcn handförmig getheilt.
■f Pollenniassen den Drüsen seitlich angeheftet.
1. O. coiiopsea* SchnaJcenblütige Möswurz, Untere
Blatter lanzetliicl» - hiieal ; Lippe 3- lappig, Lappen gleicliniässig eirund,
stumpf; Sporn fadenförmig, last doppelt so lang als der Fruchtknoten,
äussere 3 Uelnizipfel sperrig abstehend.
R. Br. Hort. kew. Y. 191. Chi. hau. 540. Koch Syn. IL 794. Rei-
CHENB. PI. erit. \l. 59fi. Orchis conopsea Linn. Sp. pl. 1335. Schk.
Uandb. IIL T.271. Fl. dan. t. 224. Engl. bot. 1. 10.
In Wiesen, auf feuchtem sumpfigem und trockenem Boden, trupp-
weise häufig, gegen ]>ord-AVesten jedoch abnehmend. Mai, Juni. —
Juni, Juli.
Stengel l — l'/j'hoch. Obere Blätter betrachtlich kleiner, lanzett-pfriemenförmig. Ahrc
lang walzenförmig, Blüten purpurneiscbfarben, selten weiss. Deckblätter 3-neriig. Ändert ab
mit dichter und lockerer Blüte, um die Hälfte kürzere Sporen, stärker und schwächer wohlriechend.
•Ä. C odoratissinia. Starkriechende BLöswura»
Untere Blatter lanzetllieh-lineal ; Lippe 3-lappig, Lappen langlieh, stumpf,
seitliehe kürzer; Sporn fadenförmig, etwa so lang als der Fruchtknoten,
äussere 3 Helmzipfel sperrig abstehend.
RiCH. Meni. d. -^lus. d'hist. nat. IV. 35. Reiciienb. PI. erit. VI. t. 595.
Orchis odoratissima LiNN. 1335. Jaco. Fl. austr. III. t. 264.
In Wiesen, auf feuchtem Boden im südlichsten Gebietstheile, die
Nordgrenze der Gesammtverhreitung erreichend, sehr selten ( Pr. klein
Liebenau, klein Dölzig; Pr. fV. Lengerich auf dem Galgenberge, Alten-
berge). Juni, Juli. — Juli, August.
Zierlicher .111.1
^chmälcr als A. 1.
B
nächst <l..rcl> <lic k.i
rzeo Sporen .....1 .lic sei
scheiden.
ff
Pollenm.sson
<len
558 ORCHIDEAE. Platanthera.
kleiner, anf .licselLc Weise gcfärht. Zii-
n meist nur "2 — li"' breiten Itlätler i.i unler-
iisen geraile angeheftet.
3. C albida. Weissblütige Htösicurz, Lhitcrc Blatter
läiiglicli, stumpf, gegen die Basis verselniiälert ; Lippe 3 -lappig, mitt-
lerer Lappen länglich stum]>flicli, seitliche kürzer, schmäler unil gesj>ilzt,
Hclmzlpfel ziisammenncigend ; Sporn dreifach kürzer als der Fruchtknoten.
Bio«. Mem. du Mus. d'hist. nat. IV. 35. Chi. han. 541. Hoch Sjn.
11. 794. Habenaria alhida B. Br. Hort. kew. V. 195. Hook. Fl. lond.
t. 107. Leucorchis alhida E. Me\er Pr. Pflauzengatt. 50. Beichenk. Fl.
sax. 90. Satyrium alhidum Linn. Sp. pl. 1338. Fl. dau. t. 115. Engl,
bot. t. 505.
In Bergvviesen, auf feuchtem Boden auf den mittlem Gehietstheil be-
schränkt (//,v. Meissner, unterm Hirschberge nach Komrode zu — ; Br.
Braunlage am Harz — ; litt. Göttingen: Dransherg, Solling, z. B. am
Knollen bei LIslar, Neuhaus, ]>loosberg; Andreasberg, Elbingerode, Zel-
lerfeld, Staufenburg, am Idt als nördlichstes Vorkommen). Juni, Juli. —
August, September.
Stengel 4 — 6' hoch , steif aufrecht, ohcrstc Blätter lanzctt-pfriemcnforiuig. Ähre schmal
walzeDlürmig, Blüten klein, weisslich.
11. PIiATAWTHERA. KUCKUCKSBXiUMX,
RiCH. OrcLid. europ. 35.
Lippe (an unsern Arten) ungcthcilt, gespornt. Slauhbejitej-
fächer durch eine dazwischenliegeiule Platte verbunden. Übri-
gens wie Orchis. Gescbl. Syst. XX. 1.
V^'^ie Orchis.
1. P. blfolla. Xweiblättrige KucTeuclesblutne. Un-
terste 2 Blätter fast gegenständig, umgekehrteirnnd oder umgekehrteirund-
länglich; Lippe lineal, Sporn fadenförmig; Staubbeutelfächer fast parallel.
Bleu. Orciiid. europ. 35. Koch Syn. II. 795. Beichenb. PI. crit. IX.
t. 852 (P. brach yglossa). Gymnadenia bifolia Chi. han. .540. Habenaria
bifolia B. Br. Fl. Nov. holl. 312. Orchis bifolia h\m. Sp. pl. 1331. Schk.
Ilandb. IIL T.271. Fl. dan. t. 235. Engl. bot. t. 22.
In lichten Hainen, zwischen Gebüsch und auf V^^'lldwieBen, auf fri-
schem humoseni Boden, häufig. Juni, Juli. — August, September.
Trugknollen eiförmig. Stengel 1 — l'/s' hoch, grundständige Blätter 2 — 3" breit,
folgende klein, lanzettlich. Ähre lang, locker, Blüten weiss in grüngelb übergehend. —
Variirt an schattigen Orten mit lerschmälerten und längern Blütentheilen (v. tenuiflora Chi.
han. das. V. bifolia Reichenb. das. t. S.51.).
H, P. clilorantlia. Breitnarbige KucTeucTesblume»
Unterste 2 Blätter fast gegenständig umgekehrteirund- länglich; Lippe
lineal, Sporn fadenförmig; Staubl»eutelfächer unten von einander weichend.
KusTOR bei Beichenb. in Mösl. Uandb. II. 15fö. Koch Syn. IL 795.
Beichenb. PI. crit. IX. t. 853.
Mit der vorigen, jedoch seltener, auch wohl übersehen {Hn. Göttin-
gen, Weserthal u. s.w.; Pr. Bibra, Halle: Naumburg im Sperlingsholze,
Lengefeld, Schafliolz bei INismitz unweit Freiburg; Schw. Sondershau-
sen). Juni, Juli. — August.
Die \'crscliiedeuheit >oii A. 1. ist geringfügig und eignet sich eher dazu, diese Form
>ielmehr als Sjiiclart anzueikenncn, als eine eigene Art daraus zu machen. Sie beschränkt
sich auf den angegebenen Unterschied in der Stellung der Staubbeutclfächer, ivovon man den
Gruud in einer breiteren Ausbildung der Blütentheile erkennt. Wie sehr diese yariire, zeigt
die schmalblütige Form jener, an der alle Blülenlh(;ile doppelt schmäler und länger gezogen
sind, als an der am inchrstcn terbreiteteu Ilauptform. Die für A. 2. in Anspruch gcnoni-
Himaiitoglossuni. ORCHIDEAE. 559
nienc ADscIiwcliiiiig des Sporneuilrs kommt hei A. 1. ebenfalls käufig vor, nicht raiuiler tlie
etwas griinlielierc Itiütenfarbe.
3. P. viridis. Grünblütige KucTeucJeshlunte, Blatter
eirund oder eirund -länglicli; Lippe an der Spitze 3- lappig; Sporn kurz
sackförmig.
Gymnadenia viridis lliCH. Orcli. europ. 35. CIil. hau. 541. Reiche>b.
PI. Grit. YT. t.594. Coeloglossuni viride Hartm. Fl. seand. 329. liocu
Syii. II. 795. Peristvins viridis Lindl. Koch Tasclienh. 491. Orcliis vi-
ridis Sw. Act. Lolni. '18(X). 207. Satyrium viride Link. Sp. pl. 1337. Fl.
dan. t.77. Engl. Lot. t. 94.
In Bergwiesen, auf feuclitcm und sumpfigem Boden, auf den mittlem
Gchietslbeil beseliriinkt (//*. Meissner, Hirscliherg auf der Pffefferwiese — ;
Pr. Wernigerode im Mühlentlial, llsenliurg — ; Br. Braunlage, Wien-
rode— ; IIh. am Solling, z.B. Knobben bei Uslar, Harz: Clausthal,
Elend, Elbingerode, Andreasberg, Osterode; Steinbeig bei Jerstedt,
Idt als nördlicLstes Vorkommen). Juni, Juli. — August, September.
Tiugkoollen lianai'üiniig. Stengel G — Vi" liocli , nur ilie oliersten Blätter sclima] lau-
zcttlieh. Xhre u alzenfüimig. Itlüten gesättigt grün, an den Eilremitäten oft in braun über-
gehend. — Vaiiirt mit DecUblältern , kurier als die Blüte und fast dojipelt so lang.
19. HIIflAHTOCSIiOSSU]?!. nOE,Ii7^UN GM,
Spreng. Syst. veg. III. 694.^,
Lippe in der Knospenlage eingerollt, übrigens wie Orcliis.
Geschl. Syst. XX. 1.
Wie Orcliis.
'1. H. hlreiniim. JSocICS-Soliaunge* Blatter länglich-
lanzettförmig; Lippe 3-tlieilig, Zipfel lincal, mittlerer sehr lang, ander
Spitze gespalten.
Sp. Syst. veg. III. 694. Koch Syn. 11. 795. Loroglossum hircinum
BiCH. Mem. d. Mus. d'hist. nat. IV. 46. Satyrium hircinum Link. Sp.
pl. 1337. Jaco. Fl. austr. IV. t. 367.
An W^aldrändcrn, auf buschigen Hügeln und W^einbergen, im süd-
lichsten Gcbietstheile, die I\ordgrenze dei- Gesammtverbreitung erreichend,
sehr selten und meist einzeln (Pr. Halle: INaumburg auf dem Pforteu-
berge, BossLach, Weinberge bei Zcugfeld unweit Freiburg, am Schilfter
bei Freiburg — ; Schiv. Rtidolstadt). Juni, Juli. — Septentber.
Tnigknollen ellipsoidisch. Stengel bis 3' hoih. Ähre 8 — l'i" lang, Blüten 2" lang,
Helm weiss, innen purpurn und grün gestreift. Mittellappen der Lippe l'/j" lang, 2"' breit,
Heissliebgrüo, roth punctirt.
13. HERlfll^IUIVI. MAGWUHZ,
R. Br. in AlT. Hort. kcw. \. 191.
Lippe ansteigend, spiessfürmig, an der Basis sackartig ver-
tieft, ohne Sporn, innere paarige llelmzipfel beiderseits mit
einem Zahn, säuimtliehe Theile glockenartig ziisammenneigcnd.
Uebrigens wie Platanthera. Geschl. Syst. XX. 1.
Wie Orehis. W^urzel 1 -knollig.
1. H. ITlonorclils. Minlenollige JRagwurz, Blatter
lanzettlich; samnitliche Blütentheile fast gleich lang, innere 3 dreilappig,
mittlerer Lappen der Lippe etwas langer.
B. Br. Hort. kew. V. 191. Chi. han. 539. Koch Syn. IL 798. Ophrys
Monorchis Linn. Sp. pl. 1342. Fl. dan. 1. 102. Engl. bot. t. 71. Hook.
Fl. lond. t. 138.
Auf Wiesen und W^eiden, auf trockenem Boden, durch das ganze
Gebiet, ziemlich häufig, doch gegen IVord- Westen abnehmend. Juni,
Juli. — August.
560 OBCHIDEAE. Oplirys.
IViir ein kugeliger Triigknollen , Anlage zu einem zwcilen , <!as näelisic ilalir znr Aus-
bildung koninicn.len, an einer wagercelilen Wurzellascr hefindllcli , «ocUircli die PHnnzc «än-
dernd «ird. Stengel 4 — 6" lioeli , steif aufreclit, untere 2 Rlaller grosser, fast gegen-
ständig. Blüten sehr klein, gleieliniassig grüngelb.
6.Giupp<>. UfALAXIDEAE. IVEICBKRAVTGMn^ÄCMSJE.
Ein Staubgef'ass. Pollcninasseii waclisartig, jeJe in 2 «licht vci'l)ini-
dene Massen getlieilt, ohne Stiel an der Nai-he sitzend.
LlNN. Gen. n. 101. Art. ausgesebl.
Lippe 3-lappig mit Mlttelriancs ohne Sporn, äussere paarige
Helnizipfel abstehend, mitflerer kappenföruiig, innere paarige
kleiner als die äussern. Griffelsäule kurz. Pollenmassen wie
bei Orchis. Geschl. Syst. XX. 1.
Gesaninitansehcn von Orchis. Ähren locker und wenighlütig. Die
Lippe mit mehrl'arhiger Zeichnung.
1. O* niyodes* Gemeine Fliegenblume, ßlätter el-
üptiscli- länglich oder lanzettlieh; Lippe 3- theilig, oberlialli saininetartig
mit kahlem Mittellleck, mittlerer Lappen oval, vorn ausgeschnitten, seit-
liche dreifach kürzer, schmal lincal, innere paarige Uelmzipfel schmal
lineal, fadlich gerollt und zarthaarig.
Jaco. Miscell. II. 373. Dessen Ic. rar. I. t. 148. Chi. han. 546. 1\ei-
CHENB. PI. crit. IX. t.854. Stürm Deutschi. Fl. H. 40. O. inscctifera a.
niyodes Linn. Sp. pl. 1343. O. muscifera Huds. Fl. angl. Ed. I. 340.
Hook. Fl. lond. t.31. Kocu Syn. IL 796. Engl. hot. t. 64.
Auf Triften und grasigen itügeln, auf sonnigem, trockenem, Kalk-
stein im Untergrunde führenden Boden, im südlichen und mittlem Ge-
bietstheile ziemlich häufig, aber einsam oder zu 2 — 3 und intermittirend,
die Nord- W^estgrenze des Vorkommens in Deutschland in der Linie von
Hildesheim, Hannover, Osnabrück — erreichend; nord-üstlich höher vor-
kommend (Mk. IVeubrandenburg Tortwiesen hinter der Kuhweide, Ga-
lenbeck an der Teufelsbrücke, Brunn). Mai, Juni. — • Juli.
Trngknollen kugelig. Stengel bis 1' lioeh. Bluten cutferni stehend, zu 3 — 6. I.iiipe
schwarz|Mirpnrn mit hellasehgrauem Miltelneek. Uelmzipfel des äussern Kreises grün.
' !3. O* aranifera. Spinnenblütige Wliegenhlume*
Blätter länglicli - lanzettförmig; Lippe oberseits gewölbt und sainmetartig,
mit kahlen Längslinien, ungctheilt, umgekehrteirund und ausgerandet, mit
einem die seitlichen Lappen vertretenden Zahn zu beiden Seiten, innere
paarige Helmzipfel lineal, stumpf, kahl oder zerstreuet zarthaarig.
Huds. Fl. angl. Ed. I. 392. Koch Syn. II. 796. Beichenb. PI. crit.
IX. t.863 u. 864. Engl. bot. 1.6.5.
Auf Wiesen und an Waldrändern, auf trockenem sonnigem Boden,
im südlichsten Gebietstheile, die Nordgrenze des Vorkommens in Deutsch-
land erreichend, sehr selten, meist einsam und intermittirend {Pr. Halle:
am Pfortenberge bei Naumburg). Mai, Juni. — ■ Juli.
Trugknollen kugelig. Stengel 1 — 1 '/j' hoch. Blüten doppelt so gross als an A. 1.,
entfernt stehend, zu 4 — 6. I.ij)pe im Mittelfelde mit 4 — 6 an der Basis ipier »«rbundencn
Linien, tabakshraun mit hellerm S.inm. Helmzipfel « eissliehsrün.
:i. O. apifera. Bienenblütige Fliegenblume» Blät-
ter länglich -laiizettlitii; Lip]>e rundlich - umgekehrteirund , oberhalb ge-
wölbt und sammetartig, mit 5 -lappigem Saum, hintere 2 Lap])en nieder-
gebogen, an der Basis mit einem rauhhaarigen Höcker verbanden, vor-
dere 3 zurückgekrümmt, mittlerer mit einem kahlen, hakenförmigen An-
hängsel versehen, innere paarige Ilclnizipfel linral- länglich mit gewim-
perteni Bande.
Malaxis. ORCHIDEAE. 561
HüDS. Fl. angl. Ed. I. 340. Chi. Iian. 546. Reichenb. PI. crit. IX.
t.866. Engl. bot. t. 383. O. iiisectif'eia f. Link. Sp. pl. 1343.
Auf Wahhvicscn, in Hainen und \^'^einhergen, auf sonnigem grasigem
Boden mit Kalksteinuntcrlage, im südlichen und mittlem Gebietstheile,
hier die IVoidgrcnze des Voriiouiniens in Deutschland erreichend, sehr
selten, einsam und oft Reihen von Jahren hindurch intcrmittirend (Pr.
Halle: Naumburg in Weinbergen, Kroppenthalc zwischen Schönburg
und Wetau, am Abhänge des Pfortenl)erges nach der Windlüehe zu.
Kosen, besonders an Abhängen des Berges jenseit Lengofeld; Pv. IV.
Frechenhorst bei Warendorf an der Lcyen, Höxter am W^einberge — ;
IIh. am Solling, bei Moringen am Böllenberge, Göttingen: W^aldwiesen
hinter Hessendreisch, Waalie an der Brück, Lichtenstein bei Forste, in
neuerer Zeit an diesen Standorten nicht gefunden; Br. Uolzminden — ).
Mai, Juni. — Juli.
TrugkiioUen eiförmig. Stengel 1" hoch. Blüten gross, entfernt steheml , zu li — 5.
Lippe clnnhelbraiin, schmal, gelb gesäumt. Helm griinlichweiss , rosa angelaufen.
Das Vorkommen Ton O. arachuileS JiNGST Fl. t. Dielcf. Pr. fV. auf einem Gras-
anger oberhalb Brack« eile scheint einer Bestätigung zu beiliirfen , weil diese Pflanze übrigens
so weit nörillieh nirgends gefunden ist, und gar leicht eine ^ erwechselnng mit O. aranifcra
eingetreten seyn kann.
Das Vorkommen ton AccraS anthropophora R. Bk. hei Halle ( W ALLR. ann. bot. 104.)
ist zweifelhaft, weil nach GaRCKE Fl. v. Halle 4'jl. seit 181) die Pflanze am angegebe-
nen Standorte nicht gefunden wurde.
15. IflAIiAXIS. WMÄCMIinA^UT.
Sw. Act. holm. 1«00. 133.
Fruchtknotenstiel nicht gedreht. Zipfel beider Kreise aus-
ffespreizt^ Lippe ganzrandig, au der Basis ausgehöhlt, unge-
spornf, innere jjaarige Helmzipfel schmäler als die äussern. Grif-
felsäule kurz, Pollenmasscn länglich. Gesehl. Syst. XX. 1.
Mehrjährige Sumpfhräuter. Stengel unten beblättert, an der Basis ein
seitliches, zwicbelartiges Knöspchen, welches im folgenden Jahre zum
Stengeltreiben kommt. Blüten klein, gestielt, in vielbliitigen Trauben.
t. ]?I. paliidosa. SumpJ-Jf^eichJcraut* Stengel 5-kan-
tig, Blätter spateiförmig; Traube dichtblütig; Lippe zugespitzt.
Sw. Act. holm. 1800. 133. Chi. han. 547. Koch Syn. IT. 803. Ophrys
paludosa LiNN. Sp. pl. 1341. Fl. dan. 1. 1234. Engl. bot. t. 72. Hook.
Fl. lond. 1. 197.
In Sümpfen und Torfbrüchern des nördlichen und westlichen Gebiets-
theils, die Süd -Ostgrenze des Vorkommens in Norddeutschland am nörd-
lichen Harz erreichend, hier und da {91k. Neustrelitz zwischen Prelank
und Userin, Weisdin, Neubrandenburg im Soll, Sidium — ; Um. Eppen-
dorfer Moor; Ol. Oldenbrock-Altendorf, Bloherfelde; Wildeshausen — ;
Pr. fV. Seppenrader und Steveder Moor, Telgte — ; Hn. Alten -Warm-
bücher Moor bei Hannover, Westerbecker Moor bei Gifhorn, Ostarbruch
zwischen Langenfort und Celle — ; Br. hinterer Taubensee). Juli, Au-
gust. — September.
Stengel 3 — 6" hoch. Blatter 2 — 4, dicklich. Traube sehr schmal. Blüten grüngelb.
16. STIJRJVIIA. SVUMMMM.
Reichenb. PI. crit. IV. 39.
Fruchtknotenstiel nicht gedreht. Lippe ansteigend, unge-
fheilt, rinnenförmig gefaltet, ohne Sporn, Helmzipfel gespreizt,
lineal. GriflFelsäule halbrund, lang, oben flügelig geraadet mit
562 ORCHIDEAE. Corallorrliiza.
tlecliclfüimisein Slauhbeulel. PoUeiiinasscn lialbeiföiniig. Gc-
sel.l. Syst. XX. 1.
Meliijälnige liWiutcr mit au .1er Basis l;nollig vcrdiclitcm Stengel und
faseliger Wurzel. Untere llliitter zu 2 fast gegenständig. Blüten traubig.
1. S. lioeselii. Mjöselsche Sturntie. Schaft 3 -kantig;
unter der Mitte mit 2 lanzettförmig- längliclien stumpfen Blättern; Trauhe
armblütig, Lii)i»c umgekelirteirund, feinherhig, so lang als die Helmzipfel.
Rkichem). PI. crit. IV. 89. Koch Sjn. II. 803. Liparis Loeselii Bicii.
Orchid. europ. 38. Ch\. hau. 547. Maiaxis Loeselii Sw. Act. Iioliu. 1800.
235. Oplirys Loeselii LmN. Sp. pl. 1341. Engl. bot. t. 47. Oplirys pa-
hidosa Fl. dan. t. 877.
An Teichen, Siiuipfen und auf sumpfigen Wiesen, hleintruppweise
und intermiltirend, im nördlichen tiel.ietslheile ziemlich häufig (ßlk: Hm.
Lb. III.), im mittlem und südlichen selten (//ii. Göllingen : Denhershäu-
ser Teich, Dudersladt im Thalc bei Wende — ; Pr. Blcicherode und an
mehrern Puneten des Eichsfelds, Hechlingen bei Stassfurt , zwischen
Querfurt und I\emsdorf). Juni, Juli. — August.
Stengel .111 der IJusis oft mit einem von Blatlsclieiilen eingeselilossenen IVeliinlinolleii,
4_G" Tioeh, «eisslieli. BL-itter lielitgiiio nnJ glänzend. lUiilen zu 4, (5 — 10, griin-
lichgelli.
19. CORAl^liORRHIKA. CO»AX,X,X]¥W^UHZ,
Hall. Hist. stirp. Hclv. II. I.i9.
Zipfel beider Kreise gespreizt. Lippe länglich mit einem
stumpfen Zahn zu beiden Seiten, an der Basis zwischen Z lanss-
laufenden SebAvielen sackförmig eingesenkt,innere paarigellelm-
zipfel den äussern gleich. Griftelsäule lialbrund, »taul>l)eutel
breiter als lang, Pollenmasse kugelig. Geschl. Syst. XX. 1.
Mehrjährige Kräuter mit doppelt-ficdcrspaltig-ästiger, coralleniihnlicher
Wurzel. Stengel ohne Blätter von Scheiden umfasst. Blüten auf kur-
zen gedreheten Slielchen, traubig.
1. C innata. Verwachsene Corallenwurz, Stengel
mit 3—4 stumpfen Scheiden; Ähre wenigblütig, Lippe länglieh.
R. Br. Hort. kew. Y. 209. Chi. ha«. 535. Roch Sjn. 11.803. Ophrys
Corallorrliiza Linn. Sp. pl. 13.39. Fl. dan. t. 451. Engl. bot. t. 1547.
In Torfbrüchern des östlichen Gebictstheils, sehr selten, hleintrupp-
weise und iutermittirend (.WA. ]>(eustrelltz in der Kalkhorst; Iln. am Ober-
harzc: Bruchhcrg, Radauer Bruch beim Borkenkruge am Brocken, am alt.
Stollberge im humosen Boden des Latibholzwaldes — ; Pr. Schierke,
Hohneklippen, Halle: Lodersieben und Ziegelrode, neuerlich nach langer
Zeit hier wieder gefunden). Juli, August. — September.
WiiPiel fasern flcis.lilg, in corallenarliger Ansbreilnug ver».wcigl. Stengel 4 — 8" Loch.
Tr;uil.c 6 — lO-bliillg. Bluten anfierlit, griinlicliweiss , äussere Zipfel rotlilich, Lippe rotli
pnneliit. Fiiiclile nirgend.
€11. IRIDGAE.
Juss. Gen. .57.
Geschlechtsdeeke mit dem Fruchtknoten verwachsen, Saum
6-theilig. Staubgefässe 3, den äussern Abschnitten eingesetzt,
Beutel aus^värls gekehrt. Fruchtknote 3-fäeherig, vieleiiK,
Griffel einfach, 3 meist kronblaltarlige IXarben vor den Slaub-
gefässen. Dreiklappige Kapsel. Keim im fleischigen oder knor-
pelartigen Eiweiss. Krauler mit meistens knolliger Wurzel.
Torkomiuen. Feuchtigkeit Hebende Pflanzen.
eiadiolus. IRIDEAE. 563
Gehalt. In den ff'nrzcln vorherrschend SfärfiC , ein ätherisches öl,
ein scharfes fVeichhnrz, E.vtrnctivstoff mit Gerbestoff', Gummi. Fiirbe-
stoff'e in den weiblichen Gaschlechtstheilen einif/er.
1. CiliADIOIilJ^i. ^EmGWVH'E,
I-INN. Gen. II. hl.
Gesclileohtsdecke livoiiartig, 6-Uieilig, unregelmässiff , fast
2-lippia:. Narben 8, oben blattartig breiter. Samen geflügelt.
Geschl.^Syst. III. 1.
Mehrjährige Kräuter mit hnolligcni oder zwielieligeni Wiirzelstocl.%
2- zeilig- reitenden Blättern. Blüten in einfachen, einseitigen Ähren.
"1. G. palustris. Sumpf. Sie gWUra. Zwiebeldeche starh-
faserig, netzartig geweht; Blätter lineal - scliwertlörniig; Kapsel tnnge-
behrteit'örinig- länglich, schwach 6- furchig mit ahgerundeter Spitze.
Gaud. Fl. helv. I. 97. Koch Syn. II. 805. Sturm Dentschl. Fl. 11.86.
G. pratensis Dietr. Fl. horuss. t. 13.
Auf \l^iesen, auf sumpfigem Boden, im südlichsten Theile des Ge-
biets, die IVordgrenze der Gesamintverbreitung in ^/m. erreichend, hier
und da (Pr. Halle: ßenndorfer Mühle bei Delitzsch — ; ^n. Kl. Dölzig,
zwischen Göliren und Bodden, Mosighau unweit Dessau, Oranienbaum
auf der Buchwiese). Juni, Juli. — August.
Sleiigel 1 — l'/j' ho«"''- Ähre 2 — 6-bliitig. Blüten purpmviolet.
!3. IRIiÜ. scBiirmnvMi,,
LiNN. Gen. n. hQ.
Geschleehsdecke krqnartig mit röhriger Basis. Äussere 3
Absclinitte rückwärts, innere aufrecht oder einwärts gebogen.
Slaubgefässe gedeckt von den blattartigen, oben ausgeschnit-
tenen, vorn 2-lappigen Narben. Geschl. Syst. III. 1.
Mehrjährige Kräuter mit hnolligeni, kriechendem, selten zwiebeligem
Wurzelstoch. Stengel einfach oder ästig. Blätter 2 - zeilig reitend.
Blüten endständig, einzeln oder ährig.
Äussere Abschnitte inwendig bärtig.
1* I. germanica* JOeutscheSchwertel, Blätter schwert-
förmig, kürzer als der mehrblütige Stengel; innere Abschnitte breit um-
gekehrteirund, Staubbeutel so lang als der Träger, Lippen der Narbe
ausgespreizt.
LiNN. Sp. pl.55. Chi. hau. .561. Koch Syn. II. 807. Sturm Deutschi.
Fl. H. 87. Keicuenb. PI. crit. X. t. 92i. Bed. Liliac. t. 309.
In der IVähe von Wohnungen und Ortschaften, hier und da verwil-
dert. Mai, Juni. — Juli, August.
Höhe !'//• Blüten gernthlos, äussere Abschnitte dunkel - \iolet mit gcJblicb weissen,
violet geäderten IVägcln , Bart gelb oder braun, innere Abschnitte lila.
'13. I. sambiicina. Bolund er duftige Schwertel,
Blätter schwertförmig, kürzer als der mehrblütige Stengel; innere Ab-
schnitte oval, spitzkerbig ausgerandet, Träger beträchtlich länger als die
Staubbeutel.
LiNN. Sp. pl. 55. Koch Syn II. 808. Sturm Deutschi Fl. H. 87.
J.CQ. Hort, vindob. I. t. 2.
Auf hochgelegenen Bergwiesen, an Felsen, im südlichsten Theile des
Ge»iets, sehr selten {Pr. im Mordthale bei Naumburg). Mai, Juni. —
Juli August.
HOie IV2 — 2'. Blüten schwach wohlriechend. Süssere Abschnitte violet, hinten wciss-
lieh, ai der Basis gelb geädert, innere unrein bläulichgrau, an der Basis gelblich.
**• I. boliemica. Böhmische Schwertel» Blätter
564 IRIDEAE. Iris.
schwerlförmig, zur Fruclitzt-it «loppclt langer als der inehrblütige Stengel ;
Sclieiden ganz Ivraulig, Fruchtknolt-n stielrundlicb , fast gleiclunüssig 6-
F. W.Schmidt Fl. bol.cm. Cent. IV. 5.(5. n.303. Koch Syn. II. 808.
Sturm Deutschi. Fi. H.:j6.
In Laul»Nväldern und auf Itlössen im südliclien Geldetstlieile , stellen-
weise {Pr. Steinliolz und Iloppelherg ? unweit Itlankenburg ; Halle: im
Lindheige, Mittclliolze , IXaunihurg in den Weinbergen, mit Kalkunter-
lage, z.B. au der Henne, bei Ilossbach , Freiburg am südlichen Rande
der neuen Gieble und iu den "V^'einbergen daselbst, an der Steinklippe
Lei "Wendelstein). Mai. — Juli.
Hohe 7j — l'/j'. S,l..i.Icn /.ur Blurczcit iiiclit oI>cr«hrls tioclccuLüiillg wie an acn toi-
hergelienilcn Arten. Rliitrn \iulet.
* 4. I. iiiiniila. Niedrige Schwertei» Blätter schwert-
förmig, länger als der sehr kurze, 1 -blutige Stengel, Abschnitte läng-
lich - umgekehrteirund .
LiNN. Sp. pl. 56. Koch Syn. II. 809. Stürm Deutschi. Fl. II. 40.
Jacq. Fl. aust. I. t. 1. Red. Liliae. t. 261.262.
In der ISiiUc von Wohnungen im südlichen Gebletsthcile , auf Mauern
und an Hügeln, hier und da verwildert.
Höhe 3— 4". Bliitcn im Verlibltniss zum Stengel gross, violct, aucL liellLlau, seilen weiss,
■• Absclinitte bartlos.
5. I. Pseiid.Acoriii«. Gemeine Schwerte!* Blätter
schwertförmig, etwa so lang als der stielrundc, mehrblütige Stengel;
äussere Abschnitte umgekehrteirund, innere lineal, schmäler und kürzer
als die Narben.
LiN\. Sp. pl.56. Chi. han. 562. Koch Syn. II. 810. Schk. Handb.
I. T.5. a.b. Fl. dan. t.494. Engl. bot. t. 578.
An Teichen, Gräben unil iu Sümpfen, allgemein verbreitet. Mai,
Juni. — Juli, August.
Höhe 2 — 3'. Blüten schön gclli.
6. I. sibirica. Sibirische Schwertel. Blätter lineal,
kürzer als der stielrunde, meist 2- blutige Stengel; äussere Abschnitte
umgekehrteirund.
LiNN. Sp. pl.57. Chi. han. 562. Kocu Syn. II. 810. Stdrm Deutschi.
Fl. 11.40. Reichenb. PI. crit. X. t.911. Jaco. Fl. austr. I. t.3. Red.
Liliae. t. 438.
Auf Wiesen, auf nassem oder sumpfigem Boden, im süd- östlichen
und mittlem Gebietstheile häufig, die westliche Grenze des Vorkommens
in Deutschland, Hn. Osnabrück, Fürstenau — erreichend, im nördlich-
sten Gebietstheile nicht vorhanden, im nord - östlichen selten {Mk. im
Jasnitzer Ziisehlage). Mai bis Juli. — August.
Höhe 1'/.^ — 2'. Blätter •i'/.^ — 3'" hreit. Äussere Ahschnitte helll.lau, »iolet- nel/,.
ailerig, innere violet.
Ökonomisches, Die frische fFttnel der ^.5. soll gegen Zahn-
weh wirksam seyn , das Laub Pferden, Kühen und Schafen schädlich
werden. Säinmtliche Arten eignen sich zu Zierpflanzen.
technisches, Blüten der j4. 3. einen gelben Färbestoff enthal
tend, die f-J^urzeln einen Leder roth färbenden Stoff.
CHI. AJflARYIililDEAE.
A.MA.ni[JjI,ESAVLVMGM PWJjAN^JEN.
R. BR. Prodr. fl. IVov. Holl. 296.
Staubgefässe meistens 6, und dann oft einKrönchen imO"unde
Narci8su8. AJüARYLIilDEAE. 565
der Geschlcclitsdecke. Beiiiel eimviirls gekehrl. ÜJirigens wie
Irideae.
Vorkommen. Unsere Arten Ilunnis o«lci- lialliiintei-lage liebend.
Gehalt. In den Zwiebeln reichlich Gummi oder Sliuke , denen bei
einifjen ein nicht hinlänglich bekannter fjif'tartitjer Stoff' (Narcitin) bei-
ffcfiifjt ist.
1. :WARCISSUS. JV^MCMSSIS.
I.INN. Gen. n. 408.
Geschjecblsdeclic fellerförmia; mit glelchniässig 6-Uieiligeni
Saum auf walzenförmiger Röhre^ und glockiger INebeiikroiie am
Schlünde. Staubgefasse abwechselnd kürzer. G. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Rränter mit schaliger Zwieltel. Blätter wurzelständig,
scheitlig. Schaft stielrund oder hantig. Seheide 1- blättrig, seitlich aut-
reissend und 1 -blutig, niiiten aiiseliiilieh.
1. IV. PsendO'JVarcissiisü. Beeher-JVarcisse» Blätter
lineai; IXebenhrone beelierlorinig, so lang als die Geschlechtsdecke, am
Rande lirauswellig.
LiNN. Sp. pl.414. Chl.han.561. Koch Syn. II. 812. Engl. bot. t. 17.
BüiLL. Herb. t.30(5.
In Gras- und Obstgärten, seltener an Grabenrändern nnd auf Wie-
sen, hier und da, mit Ausnahme des südlichsten Thcils durch das ganze
Gebiet, wohl nur verwildert. März, April. — .luni.
Biälter oliiic Kiel. Schaft -i-hantig, 1 l.liitlg. Blüte gross, gesättigt gelb, wolil-
r.ecl.en.l.
«. liEUCOJUIfl. tiJVOVJENGEäÖCKCMMN.
I.tNN. Geu. ... 40-.'.
Geschlechtsdecke glockig, ü-theilig, innere Abschnitte kaum
etwas kürzer als die äussern, an der Spitze verdickt. Geschl.
Syst. VI. 1. . ...
Mehrjährige Kräuter mit sehaliger Zwiebel. Blätter an der Basis von
häutigen, geschindelten Scheiden umgeben. Schaft hantig. Blutenscheide
1 -blättrig, seitlich aufreissend, 1 — mehrblütig.
f. li. verniiin. Friihlings-Knotenglöclechen, Blätter
lineai; Si.haft 1 -blutig; Griffel li.uleufürmig.
LiNN. Sp. pl.414. Chi. han. 561. Koch Svn. II. 812. Schk. Handb.
I. T. 89, Sturm Deutschi. Fl. H. 11. Jacq. Fl. austr. IV. t. 312.
In Hainen, zwischen Gebüsch und an Hechen , seltener auf Wiesen,
auf feuchtem schattigem Boden, im südlichen und mittlem Gebietstheile,
die Nordgrenze des Vorkommens in Deutschland in der Linie von Osna-
brück, Hannover, Braunsehweig — erreichend (nördlicher nur als Flücht-
ling aus Gärten), häufig. März, April. — Mai, Juni.
Blätter 3 I>is 6, auf dem Rücken gekielt. Scliaft 6 — 8" hoch, znsanimengedriictit -3-
kantig. Blüte gestielt, überliängcnd , weiss mit grüulicligelbvm Fleck linier den stnmpf-
licbcn Spitzen.
'9. li. aesti«'iini. Somtner-Knotenglöclcchen, Blätter
lineai; Schaft mehrblütig; Griffel fadlich- keulenförmig.
LI^N. Sp. pl. 414. Koch Syn. If. 812. Stürm Deutschi. Fl. H. 414.
Jaco. Fl. austr. III. t. 203. Fl. dan. t. 1265. Engl. bot. t.621.
Auf Wiesen, auf feuchtem oder nassem Boden, an wenigen Puncten
(Pr. fV. Sassenberg; Hrn.; Lüb. an der Wacknitz). Mai. — Juli.
A. 1. äfanlicb , jedoch 1 — l '/j' hoch. Blüten zu -3 — 6, «us einer Scheide, lon Stel-
lung, rorm und Färbung der torliergehenden ,4.rt.
566 AJ!aARYE.l.IDEAE. Onlanthus.
3. CAIiAlVTHUS. SCBLNSlMGEtÖCtiCMKN,
LiNN. Geil. II. 401.
Geschleolitsdecke 6-lhcillgj äussere 3 Abschnilte abstchciul,
innere 3 aufrecht, kürzer und ausgerandet. Gesclil. Syst. VI. 1.
Mehrjährige liräiitcr mit schaliger Zwiebel, wenigen Wiirzelhliittcrn
und zusiunniengeilrüclilem Schaft, ßlütcnscheifle l-hliittrig, seitlich auf-
rei.ssend, 1 -hlütig.
i. G. nivalis. Gemeines ^chneeglöcTechen. Blätter
lincal, an der Spitze abgerundet, blütenstielständiges ohne Scheide.
LiNN. Sp. pl.413. Chi. han. 560. Koch Syii. II. 812. Sciik. Ilandb.
I. T.89. Sturm Deutschi. Fl. H.H. Jaco. Fl. austr. IV. T.31.S. Engl,
bot. t. 19.
In llaum- und Grasgärten, seltener aufwiesen, auf humosein Boden,
horstweise fast verwildert. Februar, Hiärz. — Mai, Juni.
niiillcr srliiual. Scl.afl 6" liocli. Blüten iiiclienil , blcntlcnil sclinecwciss , innere 3 Ali-
scLnittc aussen mit einem grünen rleek, innen mit grünen Mnien.
«?JE 1VMRm.ICllMS,
ÖTeonomiSCheSt Nebst den beiden vorhcrijehenden Galtunrjen
liebliche Zierpflanzen der Gärten, auf Rasenplätzen und im Gebüsch.
CIV. ASPARAGEAE.
Juss. Gen. 40. G.-.H. .-iiisgeselil.
Geselileclitsdecke tief 6-theilig, kronartia;. Staubgefasse 6,
den Abschnitten oder einem Fruchtboden eingofiigt. Frucht-
knote frei. 3-fächerig, vieleiig, mit einfachem GriÜel. Frucht
eine Beere.
l/orkomiue^. Sandboden und das Küstcnhlinia liebend.
Gehalt, ^nsf/ezeichnct durch das Asparaijin in den Sprossen, wäh-
rend es in der fVurzel nicht enthalten ist. In diesen ausser den fje-
wöhnlichen Bestandtheilcn Extractivstoff und ein eirjcnthüinliches Harz.
1. ASPARAGiUS. SPA-nGME,.
I.INN. Gen. U.4.S8.
Geschlechtsdeckc glockig. Staul)fäden pfiiemlich, Beutel
schildförmig. Beere 3-faeherig, Fächer 2-samig. Geschl.Syst.
VI. 1.
Mehrjährige Kräuter (A.I.) oder Stauden. Wurzel biischelig. Büschel
nadclföriniger Zweige aus den Achseln zu Schuppen reducirter, häutiger
Blätter. Blüten gestielt, zu 1 — 3, Blütcuslielcheu mit einem gliedarti-
gen Knoten.
f. A. ofAcinalis. Gemeiner Spargel. Büschelzweige
nadeiförmig, l.ahl; Gliederung des Blütenstielchens in der Mitte.
LiNN. Sp. pl.448. var. Y- Chi. hau. 559. Koch Svn. II. 813. Schk.
Ilandb. I. T. 96. Fl. dan. t. 805. Engl. bot. t. 339. IIayne Arznelgcw.
VIII. T.29.
Auf Triften, Wiesen, an Waldrändern und am Meeresufer, auf san-
digcm und Sandboden, häufig, einzeln oder bleintruppweise. Juni, Juli. —
August.
Siengcl 2 — 3' liocIi, i.vrami.lal -islig. Zweige ansgelireilct. lÜülen meislens J - li.iiisig,
gtünllcl.. Beeren sol.arldclirolli.
gi:w^jerbi.iche:s,
ÖTeonomiSCheS» Die Sprossen als eine anijenehme und rjcsunde
Speise, von urintreibender liraft bekannt
CuiivallariM. SJUILACEAE. 567
€V. ISilllliACfiAC:.
u. br. Prodi. 11. Aüv. uoii. 'isn.
Geschlechtsilecke kroiiartigj inelsleus 6-lheilig, seltener 4 —
8-theiHg oder -spaltig. Staubgefasse der Gesehleclitsdeeke
seltener dicht vor derselben eingesetzt. Fruchtknote frei, 3-^
seltener 2- oder 1- fächerig, mit eben so vielen freien oder
balbyerbundenen Griffeln. Beere 1 — wcnigsaniig. Samenschale
häutig, schlaff. Keim im fleischigen oder fast hornartigen Ei-
neiss.
17orkommeii. Iluinus- iiiul Kalligehalt de.s Itoth'iis lieheiid.
Gehalt, Gummi vui/ierrsc/iend, ferner eif/ettthinnliche Extractit'stoff'r,
in einiyen mich ^spnrufjin. In den ff'urzeln viel Gerbestoff'.
1. CO^VAIiliARIA. MA.KBI,UMm,
LlNN. Gen. M. 4^^. Art. diisgestl.1 .
Geschlechtsdecke 6-spaltig oder -zähnig. Beere 3-fächerig,
6 -sämig. Gcschl. Syst. VI. 1.
Mcitrjülirige Kräuter mit ^vagereclit tiriecbeiulein Wiirzelslotl.. Sten-
gel einfach, l>eljlättert, Blätter Wechsel - oder qiiirlständig, nervig. Blü-
tenstiele blattwinkelständig, 1 — niehrhlütig; selten ein nackter, trauhig-
hlütiger Schaft. Blüten weiss.
~ Gcscl.leilils.lc.-ke r o I. r i g. « e c r e .. .1 u i. k c 1 b 1 ^ .1.
f. C. verticillata. Q/uirlblüttrige Maiblume» Stcn
gel eckig; Blätter ijuirlständig.
LiNN. Si>. pl.451. Chi. han. 558. liocn Sjn. II. 814, Fl. dan. t. 86
Engl. bot. t. 128.
In Berg- und Gebirgswaldungen , auf IViselicni scliattigeni, vorzüglich
lialU im IJntergrnade führendem Boden, im mittlem Tlieile des Gebiets
häufig, nicht mehr in Süden des Harzes und nördlich nur sehr selten
(Mk. Boitzenburg) über der Linie von Osnabrück, Hannover, Braun
schweig — ). Mai, Juni. — September.
SIcngcl l'/.^ — 2' liocli. Blallcr iii 3, 4 bis ü, iii.lit streng qiiirlsländig , schmal lan-
zellfnnnlg, milcrscils graugrün. Itlulcn an .len .S|,i|,.Pii jürünllcb.
H* C Polygoiiatiim. W^eisswurzelige Maiblume»
Stengel kantig, nach oben 2-schneidig; Blätler 2- zeilig- wechselständig,
eirund-länglich oder elliptisch; Blütenstiele 1 — 2-blütig, Staubfäden kahl.
LiNN. Sp. pl.451. Chi. han. 5.58. Koch Syn. II. 814. Fl. dan. t. 377.
Engl. bot. t. 280. IIavne Arzneigew. III. T. 19.
In bergigen ^Valdungen und Ilainen, auf schattigem huuiosem Boden,
ziemlich häufig, gegen IXor«! -Westen abnehmend. 3Iai, Juni. — Sep-
tember.
Stengel 1 — l'/..' borb, iiberblingend. Blätter slcngcliimlasscnd , unterseit:, grangrüii.
Bluten scbivacb l...uciiig, an den Spitzen grünlieb.
3. C niultiflora. Vielblütige Maiblume» Stengel
rundlich; ISlätter 2- zeilig-wechselst.iudig, elliptisch oder eirund-länglich;
Blütenstiele 2 — 5- blutig, Staubfäden i)ehaart.
LiNN. Sp. pl.452. Chi. han. 558. Koch Syn. 11.814. Scuk. Handb.
I. T.97. Fl. dan. t. 192. Engl. bot. t. 279. Hayne Arzneigew. III. T.20.
In Waldungen und Hainen, auf schattigem humosem Boden, häufig.
Mai, Juni. — September.
Stengel l'/j — 2'boch. nbeibangend. Blallcr stengclumfassend. Blüten scbm.il rbhrig,
an den S|>itzen griin.
568 SJnil.ACIi;AE. majanthemuiu.
•]-|- G c»cli 1 cell ts cl ecke gl od; ig. Beeren rotli.
4* C> inajalls. Gemeine Maiblume» Schaft lialhrund;
Blätter meist zu 2, neben dem Schaft, elliptisch und lang gestielt.
LiNN. Sp. pl.451. Chi. han. 5.'j8. Koch Syn. II. 814. Scuk. Ilaudh.
I. T.97. Fl.dan. t.854. Engl. bot. t. 1035. IIayne Aizneigew. III. T. 18.
In Laubholzwäldern und Hainen, auf schattigem huniosem Buden, sehr
häufig. Mai, Juni. — September.
Blüten hauliig, in Winlicln von lileicLcu DeckMätlcrn, Spitzen aiis«ärls geliogcn, Grifl'el Uuri.
GM n^MHBJLMCMMCIS.
ÖTCOnomiSClieS» fj'wzehi snwmtlicher ^irlcn ein tfutes Stärke-
mehl liefernd. Die ätherisch- starhdtif'lenden Blüten der Ji.4. ff'asser,
ff^'ein, fVeinessiij und Ölen diesen Geruch mittheilend , als Sttibenblume
beliebt und daher ein Verkmtf'sartihel der armem Dorfbewohner. Das
Kraut wird vom f'ieh rjefrcssen und die Bienen besuchen die Blüten.
Sämnttlich zu Zierpflanzen tjeeitjnet.
». ITIAJA^THElflUIfl. SCMAVTX]VBX,tTMX.
WiCG. Prim. fl. hols. 11.
Geschlcclitsdecke 4- otlcr ö-tlieiliff, sperrig- oft'en. Beere
1-2-saDiig. Geschl. Syst. VI. 1. * * *
Mehrjährige Kräuter mit hriecheudeni Wurzelstocl;. Stengel einfach,
blättertragend. Blätter wechselständig. Blüten hlein , traubig oder
rispig am Ende des Stengels.
1. JTI. bifoliiiin. Xweiblättrige Schattenblume. Sten-
gel 2-blättrig; Blätter gestielt, herzförmig; (leschlechtsdeche 4-theilig.
De Cand. Fl. franc. III. 177. Chi. han. 559. Kocu Syn. IL 814.
Smilacina bifolia Endl. Gen. 154. Convallaria bifolia Link. Sp. pl. 4-52.
Sturm Deutschi. Fl. U. 13. Fl. dan. t.29I.
In Hainen und Waldungen, auf schattigem frischem Boden, häufig.
Stengel 3 — 6" Locli, liciigig. Traube einfach, Blüten neisslicli. Beeren anfäDglicIi
weiss mit rothen Puncten, später rotli.
S. PARIS. KENBMMnM,
I.INN. Gen. n. .500.
Geschleclitsdecke 8-theillg, sperrig- offen ^ innere 4 Ab-
schnitte schmäler als die äussern. Stauh^efässe 8^ an der Basis
verwachsen. Mittelhand über die Beulelfächer hervorragend.
Griffel 4. Beere 4-fächerig5 vielsamia;. Gesehl. Syst. VIII. 4.
Mehrjährige Kräuter mit wagerecht hriechendem Wurzelstoch. Stengel
einfach, an der Spitze quirlig, 4 — 8-blättrig. Blüte einzeln, endständig.
f. P. «luadrifolia. Vierblättrige JEinbeere, Stengel
4-blättrig; Blätter rundlich-elliptisch; äussere Abschnitte der Geschlechts-
decke breiter und länger als die innern.
LiMV. Sp. pl.526. Chi. han. 560. Koch Syn. IL 81-3. Fl. dan. t. 139.
Engl. bot. t. 7. IIayke Arzneigew. III. t. 7.
In Hainen und Waldungen, auf schattigem feuchtem Boden, stellen-
weise, gegen IXord- Westen abnehmend. Mai, .luni. — Juni, Juli.
Stengel 3/4 — l' liocli. Blüte grünlich, I>arl)cn purpurbraiin. Beere hügelig, sch>varzblaii.
GWMVMHBI.ECMKES.
Pharmaceutisch.Meaicinisches* Ehedem officinell. Ein
drastisches Purtjirmittel , welches besonders in FoUje des Beerenijenusses
tödlich werden kann.
technisches» Die Blätter mit Alaun f/elbf'ärbend , Beeren eine
fjrüne Farbe liefernd.
Öleononiisches, Uühe fressen das Laub nicht.
Tulipa. I.II.IACEAE. 569
CVI. lillilACEAE.
De Cand. Tbcor. elem. Ed.l. '249.
Geschlechtsdecke kionaitie:^ tief 6-tlieilig oder 6 -spaltig.
Staubffefässe 6, den Abschnilten oder einem Iruchtboden ein-
gesetzt, Beutel nach innen gewandt. Fruchtknote frei, 3-fäche-
rig mit zahlreichen, in 2 Reihen geordneten Eichen am innern
Winkel der Fächer. Ein Griffel; INarhen 3 oder 1. hapsel
3 -klappig, Scheidewände in der Mitte der Klappen, heim im
lleiscliigen Eiweiss.
IZorkoninien. Humus und Kalk liebcntl.
Gehalt. Durch scharfe Stoffe und flüchtifje , schwefelhaltige Ole
ansfjezeich}iet. Ferner in manchen viel Schleim, gerinrfe Mengen von
Stärke, Säuren, Gerbestoff — :
1. Gruppe. TULirEAE. TVZ.PEX Gl&Ji^ÄCIKS K.
Geschlccbtstlecke tief 6-tlieilig;, Sjuiienlaeher vielsamig. Samen flach,
mit häutiger (nicht schwarzer und hrustenartiger) Schale.
f. TUIilPA. VUEiPM,
LiMV. Gen. n. 41Ö.
Geschlechtsdecke glockig, ohne Honiggruhen. Narhe sitzend,
3-lappig. Geschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Krauter, Schaft mit schaliger Zwiebel, einblütig. Blätter
eirund- länglich oder länglich-lanzettförmig.
1. T. .«ylvestri^i. Jg^aia-Tulpe. Blüte vor dem Auf-
blühen nichend, innere Abschnitte und Stauhgefässe an der Basis bärtig.
LiNN. Sp. pl.438. Chi. hau. .548. Roch Syn. II. 816. Schk. Handb.
I. T.93. Sturm Deutschi. Fl. H. 29. Fl. dan. t. 37.5. Engl. bot. t.63.
In Bergvvaldungen, >^^einbergen , an Hecken und auf Wiesen, auf
humosem Boden, im mittlem und südlichen Gebietstheile, früher häufi-
ger, jetzt selten, meist truppweise; verwildert in Baumgärten hier und
da (Pr. Halle: Weinberge bei Naumburg, z.B. an der Henne, am Bür-
gergarten; nur verwildert am Waisenhausgarten, hinter dem Schloss-
garten bei Zörbig, Aschersleben, Tanzwiese bei Halberstadt; An. ver-
wildert bei Dessau; Schiv. Frankenhausen — ; Us. im Holze vor Hüben-
thal, hier ehedem häufig, später durch Ausroden zur Yerpflanzung fast
ausgerottet, zwischen Witzenhausen und Bischhausen; verwildert bei Al-
lendorf— ; Hn. Leimbach im Hohnsteinschen; verwildert bei Catlenburg,
Hildisheim, Hannover — ; Hl. verwildert an Buinen). April, Mai. —
Juni, Juli.
Hölic 1 — l'/j'. Blätter Jineal-lanzeltfürmig. Blüten gel!., äussere 3 AbscLnitle sclimä-
1er, Idnzelllicli, innere elliptisch. — Variirl mit Kurz gespitzten Abscliniften (v. bracliyloha
CI.1. Lan. .las.).
«. FRITIIiliARIA. SCMACMBXiflMJE.
I.INN. Gen. n.4II.
Geschlechtsdecke fflockig, Abschnitte mit einer Iloniggrube.
Narbe 3-theilig. Geschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Kräuter, Stengel mit zwiebeligcr Basis. Blätter wechsel-
oder fast «juirlständig. Blüten blattwinkelständig, nickend.
1. F. ITIeleagrii^. Gemeine Schachblume. Stengel
1— 2-blütig; Blätter rinnenförmig, alle wechselständig; Blüte glockig,
würfelig getiegert.
LiNN. Sp. pl.436. Chi. han. 549. Koch Svn. II. 817. Schk. Handb.
I. T.92. Sturm Deutschi. Fl. H. 18 Jacq. Fl. austr. App. t. 32.
570 lillilACEAE. Lilium.
Aufwiesen, auf liuiiiosem t'euehtem Boden, sehr selten (Pr. fV. Sas-
senberg, Steinfurth — ; lln. Hildeslieim auf den Inuerstewiesen — ; Hm.
Eppcndorfer Moor — ; Lüb. Wiesen an der Trave, an der Malzfälire bei
LübeeK— ; Hl. Flottbeck—). April, Mai.— Juli.
Stengel 1' hocL. Blatter li — 6, lincal, tiurzsclieidig. Blüten 1 — -i , purpurbraiiii,
niclit selten iveiss.
3. lillilU]?!. XiMMjMXI.
I.IMV. Gen. n. 40.
Geselileclils<leeke g-lockig-lrichterförmig, Ahschiiille niit ei-
ner lionigfiilireiuleu Kinne. Narbe 3 -lappig. G. Syst. VI. 1.
Zwiebel schuppig. Stengel einfacli, beblättert. lUätter wechselstäii-
dig oder quirlig. lUüten in Mehrzahl, gross, aufrecht oder nickend.
1. li. biilbiferiini. Xtviebeltragende Mdilie. Blätter
lanzettlicii, kurz gespitzt; Blüten aufrecht, glockig, Abschnitte innen
warzig und befasrrt.
LiNN. Sp. pl.433. Chi. han. 549. Koch Syn. II. 817. Scuk. Ilandb.
T.91. Jaco. Fl. austr. 111. t. 226.
Auf Wiesen am Harzgei>irge, an wenigen Puncten {lin. Andreasberg
auf der Wiese D(»r<ithea dicht über dem Hülfe - Gottes -Teiche , Jenseit
des Berges der Grube Catharine - IXenfang, auf den W^iescn rechts von
dem Glück -auf- Klippen; Schw. Frankenhausen im Erdfallc und Jecha-
burg, üb au diesen beiden Puncten wild, ist ungewiss). Ende Juni,
Juli. — August, September.
Scl.M|.,.en der ZwicI.cl dick, loelier anfliegend. Stengel steil', 1—1'// ''Oi'' > einlael.,
fnrcLlg-celiig. Blätter diclitsteliend , fast lineal - lanzettlicii, iintcr-stc kürzer, langlicli - lan-
zettlicb, scliarflicli-beliaart. Blüten an der Spilie zu 2 — 3, doldig oder trngdoldig auf
kurzen, dicken, ungleich langen Stielen, um '/j kleiner als an der Garlcnpllauie , nelist
den Geschlechtstlieilen trüliorange in braun übergebend, obne Gerneb, äussere 3 Abschnitte
schmaler mit keilfonniger Basis nnd kürzerer Saltrinne, innere eirund, plötzlich in eine ver-
schmälerte Basis zusa cngezogeu mit doppelt so langer Saftrinne.
9» li. ]fIartagon. Vüricsche Miilie, Blätter quirl-, obere
wecbselständig, elliptisch, zugespitzt; Blüteu nickend, Blütenblätter zu-
rückgerollt.
LiNN. Sp. vl.43.5. Chi. han. 549. Kocti Syn. 11.818. Jacq. Fl. austr.
IV. t.351. IlAYMä Arzueigew. VIll. T. 28.
In bergigen Waldungen und Hainen, auf schattigem humosem Boden,
im südlichen und mittlem Theile des Gebiets, die IXordgreiize der Ge-
saicmtverbreitung in der Linie von Osnabrück, Hannover, Hildesheini —
erreichend, ziemlich häufig. Juni, Juli. — August, September.
ZHiebel gell., loekersebuppig , Stengel 2' hoch, neebig. Bluten langgeslielt . traubig.
zu 4 — Ü, trüb rosapurpurn, dunkler gelleekt.
8. Gruppe. ASPHODELEAEi. AWWOn IZ.GMn^ÄCnS E.
Geschlechtsdecke tief fi-theilig. liapselfächer wenigsamig. Samen
kugelig oder kantig mit schwarzer (tiefbrauiier) zerbrechlicher Schale.
4. A^THERICU]?!. « Ä^ÄÜTJE ü JtfJE.
I>INIV. Gen. u. 4-i-i. Art. ausgescbl.
Geschlechtsdecke ansgespielzt, ohne Hoiiigliehällci". Bliitcn-
sliele mit einem Gelenkkuoten^ Staul)l)eutel aufliegend. Fruchl-
knotc sitzend. Gesehl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Kräuter mit dickfaseriger Wurzel. Blätter wurzelstän-
dig, schmal. Blüten an sehaftartigem Stengel rispig oder traubig.
t. A. lilliago. Gemeine Graslilie. Blätter lineal, et
was rinnig; Blüten traubig, Griflel in halbem Bogen gekrümmt.
Ornithogaluni. lillilACEAE. 571
LiNN. Sp. pl. 445. Chi. hau. 554. Koch Syn. 11. 819. Jacq. Hort.
\iiidol.. I. t. 83. Fl. daii. t. 616.
In bergigen Waldungen und auf Waldwiesen, auf trockenem sonni-
gem sandigem oder kalkhaltigem Boden, im südliehen und mittleren Theile
des Geliiets, die Nord-A^'^estgrenze des Vorkommens in Deutschland in
der Linie von Pr. fV. Brackwede, Hn. Celle, Hitzacker, Mk. Kemplin
erreichend, ziemlich häufig. Mai Lis Juli. — August, September.
Stengel 1 — V/^' liocL , einfach. Blülcn auf einfachen Stielen stehend. 1 '/j" im Durch-
messer hallcntl, milch» eiss. Deckhlättcr mit breit Hcisshäutlger Basis. Variirt hauGg
mit nnten l — "i-asligor Inflorcsicni.
9* A. rainosuni. Ästige Graslilie, Blatter lineal, rin-
nig; Blüten in Bispen, Grill'ei nach oben schwach gebogen.
LiNN. Sp. pl.445. Chi. hau. 554. Koch Svn. II. 819. Schk. Handb.
I. T.95. Jaco. Fl. austr. II. t. 161.
Standörter und Verbreitung der A. 1. Juni, Juli. — September.
Stengel höher als au A. 1. Blülcn nur 10'" im Durchmesser haltend und .on /.arlcrcr
Substanz. Deckblätter an der Basis schmiler, kaum etwas i?eisshäutig gerandet. K.i])scln
und Samen kleiner.
Bemerk. Obgleich die von den mehrsten Schriftstellern in die Diagnosen der A..'l.
eingeführte Angabe des geraden Grifl°els nicht begründet ist, so verhalten sich doch übrigens beide
allerdings sich sehr nahe stehenden Arien iu ihren übrigen Charakteren constaut, ueslialb dit
»un IJÜLL Uhein. Fl. "JOO. lorgeschlagcne > erbinduug beider Arten kaum zulässig erscheint.
5. OR^IXHOCiAIilJIfl. rOGXiXiMlIiCB.
^l^•^■. Gen. n. 418. Art. ansgescbl.
GesclilecLtsdecke offen^ oline Honiffhehällei'. Bliitensfiele
uiigegliedei'l. Staubbeulel aufliegend. Griffel ungellieilt, INarbe
stumpf. Gesebl. Syst. VI. 1.
3Iehrjalirigc Kräuter mit schaliger Zwiebel. Blätter wurzelständig,
lineal. Schalt an der Spitze ährig- vielblütig, seltener doldentraubig-
wenigblütig.
•;• Staubfäden einfach.
f. O* iiiiibellatiint» JDoldenblütige Vogelmilch,
Biälter lineal, rinnig; Blüten doldeutraubig, Fruchtstiele sperrig abste-
hend, halb so lang als die Deckblätter oder kürzer.
LiNN. Sp. pl.441. Chi. han. 557. Koch Svn. II. 822. Schk. Handb.
I. T.91. Jacq. Fl. austr. IV. t. 343. Fl. dan. 1. 1266. Engl. bot. t. 1.30.
In Baumgärten und auf grasigen Plätzen, auf humosem Boden, in der
INähe von Ortschaften, hier und da, verwildert.
Schaft 6 — 8" hoch. L niere Blülensliclo lerlängert, Blüteu aussen grün mit häutigem,
weissem Bande.
ff Äussere Staubfäden oben ^-spitzig.
«. O. nutans. NicTeende Vogelmilch, Blätter lineal;
Blüten in sciilaÜer, einseitweudiger Traulie, hangend.
LiNN. Sp. pl.441. Chi. han. 557. Koch Syn. II. 822. Fl. dan. t. 912.
Engl. bot. t. 1997. Myogalum nutans Link Handb. I. 164.
In Baumgärten und auf grasigen Plätzen, auf humosem Boden, in der
INähe von Ortschaften hier und da, verwildert.
Schaff 1 — 1'/./ hoch. Blülensticlc kurz mit weisshäuligem Deckblatt; Blüten »cias,
ä.isserlich grün mit neissem Rande.
6. GACiEA. GOIinSTMBN,
Sai.ISH. in Ann. of bot. II. .S.J.S.
Gescblecblsdeclic gespreizt, ebne llonigbebaltei; Slaub-
beulel an der Basis befestigt, aufreebt. Griffel ungetbeill. IXarbe
3- kantig. Gesebl. Syst. VI. 1.
572 I.II.IACEAE. «agea.
Mehrjährige Kräuter mit schaliger Zwiebel. Blätter wurzelständig.
Stengel schattartig, Blüten dohlentrauhig, gelb mit grünem Uüchenstreif.
Untere Dechhlätter stengelhlattartig, folgende sehr viel hleiner und schmäler.
1. C:. lutea. Wraia- Goldstern. Ein lincnles Blatt, nach
unten allmälig verschmälert, schwach 3-kielig, mit stuniider kappeii-
artiger Spitze; untere 2 Deckblätter fast gegenständig, so lang als die
Doldentraube; Blütenstiele kahl; Blütenabschnitte länglich, stumpf.
G. lutea Schult. Syst. vcg. VII. 548. Koch Syn. II. 825. Ornitho-
galuni luteum LiNN. Sp. pl.439. Fl. suec. 106 (na.l. Ausweise ,on EHR.IART ...
I>lNNEs Zeit zu Upsala eingelegter Eiemplare). Chi. han. 555. l'-STER! Alinal.
St. XI. T. 1. F. 1. Engl. bot. t. 21. O. sylvaticum Pers. in Isteri das. 7.
In Hainen und Waldungen, auf frischem schattigem Boden, häufig.
Mai. — Juni.
Zwiebel einzeln. HoIic 6 — 8". Blliller etwas rinnig, 3 — 4'" lireil. IJol Jentraube
meist '2 — 3 -Mutig. — Die Deckblätter >on den mehrsten Scbrirtslcllern liabl angegeben,
sind in der Regel mit zerstreuet siebenden, zarten, llockigen Uarcbcn am Itaude verseben,
welcbes aucb bei der folgenden Art der Fall ist.
«. Ci. iiratensis* W^iesen- Goldstern, Ein lineales Blatt,
nach unten verschmälert, mit scharfem Kiel und allmälig zulaufender
Spitze; untere 2 Deckblätter fast gegenständig, so lang als die Doldeu-
traube; Blütenstiele kahl, Blütenabschnitte länglich -lanzettförmig.
Schult. Syst. veg. VII. 536. G. pratensis (n.728.) Beichenb. PI. exe.
107. G. stenopetala ß. pratensis Kocii Syn. II. 823. Ornithogalum pra-
tense Pers. in Usteri Ann. St. XI. 8. T.2. F. I. Chi. han. 555. Fl. daii.
t.2225. O. Stenopetalium Fr. IXoV. 11. suec. Ed. II. 87 (»enu das untere Deck-
blatt etwas schmaler ist; vcrgl. A.5. welche auf gleiche Weise variirl).
Auf Wiesen, Weiden und Grasängern, seltener auf Äckern, auf bu-
llösem Lehmboden, sehr häufig. April. — Mai.
Zwiebel an beiden Seilen mit einer wagereebl anhängenden Tocblerzwiebel. Höbe 4 — Ö".
Blüller nach, "i— 2'//" breit. Doldenlranbc meist 3 — .5 - bli.lig.
Vi. im. ai'»ensiS. ^Clcer- Goldstern. Zwei schmal lineale
Blätter, nach unten versdimälert, rinnig mit stumpfem Kiel, oben zurück-
gekrümmt; Deckblätter gewimpert, untere 2 wechselständig; Stiele der
vielblütigen Doldentraubc dicht zarthaarig; Blütenabschuitte länglich-
lanzeltlich, zugespitzt.
Schult. Syst. veg. All. 547. Koch Syn. II. 823. Ornithogalum ar-
vcnse Pers. in l steri Ann. St. XI. 8. T, 1. F. 2. Stürm Deutschl. Fl.
O. 12 (O. miniiniim).
Auf Äckern, an Aekerrainen und V^'egen, auf sandig- lehmigem und
sandigem Boden, häufig. März, April. — Mai.
Zwiebel mll einer anlieo-endeii Tochterzwiebel in gemeinschaftlicher Hülle. Hube 2 — 4".
Doldentraubc 6-, 8— 10-blutig.
•4. O. .«^axatili;«. Felsen. Goldstern. Zwei fadenförmige
Blätter, halbrund und schwaciirinnig, oben zurückgebogen; untere 2—3
Deckblätter wechselständig hcrabgerückt , meist blütenlos, lanzettlich,
zugespitzt oder fadenförmig verlängert und nebst dem Stengel zarthaarig;
Abschnitte der meist einzelnen Blüte länglich -lineal , stumpf.
Koch in Schult. Syst. veg. VII. 5.jO. Syn. II. 824. G. arvensis sub-
uniflora Beichenr. Fl. exe. 108. Ornithogalum fistulosum Wallr. Sched.
crit. 140.
An feuchten Felsen, im südlichsten Theile des Gebiets, stellenweise
Pr. Quedlinburg an den Weinbergen, Klus, hinter den Bergen, Halle:
zwischen Giebichenstein und Trotta, Galgenberg, Felsen au der Saale,
in der TSähe der Papiermühle bei Kröllwitz, Felsen bei Ilohentburm und
Landsberg, Wettin, AscUcrslcben nach Westorf und Welbslebeii zu).
März. — Juni.
Scilla. I.IIilA€EA£. 573
Zwielieln "J in gciueinscLartlicLrr Hülle. Höhe 1 — 3". FriicLtknoten langlleli - umge-
liehrteifoimig. Ändert in Zalil iler IJlufenaliscliniHe , FrncLlkuoten un.l Griftel vielfacL ab.
ö. Ci. minima. Kleiner Goldstern. Ein schmal hin-
zettlicb-linealcs Blatt, nach unten ladlich zulaufend, schwach linnig,
lang zugespitzt; unteres ücchhlatt heiahgeiiiclit, lanzettlich, mit schei-
diger Uasis den Stiel der Doldentrauben umfassend und so lang oder
langer als diese, obere Deckblätter lineal -borstenförmig und sehr kurz;
Blütenabschnitte lineal -lanzettlich, zugespitzt.
Schilt. Syst. vcg. \1I. 539. Koch Syn. II. 824. O. minimum Linn.
Sp. pl.440. Fl. Suec. 107 (naoh Ausweise von EllRIIART zu LlKNE s Zeit za tpsala
eingelegter Eiemplare). StlRM Dcutschl. Fl. H. 28 (O. Sternbergü; kleinere,
schmälerblalterigc Form).
In Hainen, zwischen Gebüsch, auf magerm schattigem Boden, im süd-
lichen und mittlem Theile des Gebiets, ziemlich häufig. April, Mai — Juni.
Zwiebeln "i in genieinscbaftlicher Sehale. Höhe 3 — ^" ■ Allen Tbeilen nach fein und
schmächlig. — Das äussere oder untere Deckblatt bald "i'/j — '^"' ^'"^ (*" namentlich an
den tpsala'schcn Exemplaren), bald nur 1'" breit.
6. G. spatliacea. Scheidiger Goldstern. Zwei sehr
schmal lineale Blätter, fast llach, nach unten fädlich zulaufend, oben
lang zugespitzt; unteres Deckblatt herabgerücht, mit breit lanzettlicher
Basis scheidig den Stiel der Doldentraube umfassend und länger als diese,
obere Deckblätter lineal -borstenförmig und sehr kurz; Blütenabschnitte
länglich, stumpf.
ScHiJLT. Svst. veg. yil. 541. Roch Syn. 11.824. Ornithogalum spa-
thaceum Hayne in Usteri Annal. St. XXI. 11. Sturm Deutschi. Fl. H.27
(O. Haynii). Fl. dan. t. 612 (O. minimum).
In Ilainen und Waldungen, auf feuchtem, nassem oder sumpfigem
Boden, mit Ausnahme des süd- östlichen Gebietstheils, wo die Pflanze
südlich des Uarzes nicht mehr vorkommt oder selten ist, häufig. April,
Mai. — Juni.
Zwiebeln 2 in gemeinschaftlicher Sriiale. Von G. minima, ausser durch die angegebe-
nen Charaktere , durch eine Höhe von ü — 8" und die längern genau gleichbreitcn Blätter
zu unterscheiden.
Bemerk. Es ist für den IVichtkenner irre führend, wenn in den Diagnosen der
Schriftsteller bald nur eins der einem jeden Blütenstielchen zukouiuienden Deckblüttcr berück-
sichtigt und als iolium floreale solitarium angegeben wird (G. minima, G. spathacea) , bald
zwei derselben (G. lutea etc.), und wenn wieder bei andern Arten diese Deckblätter als
Stengelblätter aufgeführt werden (G. saxalilis). Die Zahl der Deckblätter, von denen die
äussern oder untern durch ihre stärkere Ausbildung von den Innern oder obern sich unterschei-
den, ist stets der Zahl der Blüten analog. Sie ist um einige geringer als diese, weil eins
oder das andere der obersten Blüten nicht zur Eutwickelung gelangt.
'S. ll^CIIiliA. MJEMRIiWEMBJEIi.
I.IIVN. Gen. n. 419.
Gesclilechtsdecfce offen oder fast gloekiff, ohne Honigbehäl-
ler. Staubbeutel auflieffend. Griffel ungelheilt^ l>arbe stumpf,
Geschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Kräuter mit schaliger Zwiebel. Stengel schaftartig. Blu-
ten in lockern Trauben, mit oder ohne Deckblätter, blau oder Aveiss.
"1. S. amoeiia. Schöne Meerzwiebel. Schaft kantig,
meist 4-blättrig, Blätter lineal, kappenförmig- stumpf; Blütenstiele von
häutigeu Deckblättern unterstützt.
LiNN. Sp. pl.443. Koch Syn. II. 825. Jaco. Fl. austr. III. t. 218.
Im Walde, auf frischem schattigem Boden, nur Pr. bei Wallbeck am
östlichen Harze, wahrscheinlich verwildert und jedenfalls die ISordgrenze
der Gesammtverbreitung erreichend. April, Mai. — Juni.
574 lillilACEAE. AUium.
Uülic 6 — 9". nlülon z.ti .3 — 4 rnifernt s-lclirnd , lilassl.laii mit Hflsscr Basis dor AL-
srbniUe. Deckhlaller sehr lileln . al.fallip. IViid.llraiil.e I.liiigcnd.
*Ä. S. bifolia. Xtveiblättrige Meerzwiebel, Schaft
riiinl, 2-, selten 3- hiattiig, Blätter ianzettlicli - liiienl, nacL oben rinnen
förmig - stielrund : Itlütcnstielc ohne Declählätter.
LiN\. Sp. pl.443. Koch Syn. II. 825. Jaco. Fl. austr. II. 1. 117.
In Wahlern und Gebüschen, auf luimosem feuchtem Boden, die ]>iord-
grenze der Gesanimtverhreitung erreichend, sehr selten und vielleicht nur
verwildert {Pr. BIcicherode, hei Weisscnfels nnmittelhar liintcr Leislin-
gen linlss vom Wege nach Schönhurg). März. — Mai.
IIölic 4 — 6". Dliiten m 3 — 10, etwas über hall, so gross als die der A. 1., gc-
siitligf uolothlaii. FriichtlraHl.e uicliciid.
ÖJeonomiSCheS» Beide Zierpflanzen der Gärten
8. AlililUJfl. XiA-tTCMt,
LINN. Gen. n. 409.
^ Geschlecbtstlcclie glockig oder offen. Stauhfädeii pfrieinlieli,
mit der Basis der Geschlechtsdecke mehr oder weniger zusam-
menhängend. Staubbeutel aufliegend. Kapsel 3-, selten 1-fä-
cherig. Gesehl. Syst. VI. 1.
31ehr jährige, stark riechende Kräuter mit schaliger ZwieJii^l, schaft-
artigem, bald nacktem, bald mehr bald weniger mit Blättern bekleidetem,
festem oder hohlem Stengel. Blätter stielrund, halbstielrund oder flach,
oft theilweise oder ganz hohl. Blüten gestielt, in Dolden zusammenge-
häuft, die aus einer häutigen, welkenden Blütenscheide hervortreten und
häufig sitzende Zwiebelchen tragen. Blütenstielc von Occkidättchen un-
terstützt.
1. A. iirsiniiiti. Bärenlauch* Schaft nackt, stumpf 3-
kantig; Blätter lang gestielt, elliptisch-lanzettförmig, Dolde locker, fast
flach, Staubgefässe kürzer als die langgestieltc Geseiilechtsdecke.
LiNN. Sp. pl. 431. Chi. hau. .^O. Koch Syn. II. 826. Sturm Deutschi.
Fl. H.41. Fl. dan. t. 757. Engl. bot. 1. 122.
In Waldungen und Ilainen, auf hninosem feuchtem und schattigem
Boden, häufig. April bis Juni. — ,Iuni, Juli.
Srhalt 1 — 1 1/2' hoch. Dolde 5— 10 Mutig, kapsellragcnd. ISliiteii «eiss. Kapsel
l-faeherig.
H» A. aciitansiilunt» Kantiges Etauch. Schaft nackt,
nach oben kantig; Blätter schmal lineal, llacli, nach unten bald mehr
bald weniger gekielt; Dolde gewölid, Staubgefässe so lang als die Ge-
schlechtsdecke.
ScHRAD. im gött. bot. Gart. Willd. Enum. hört, berol. Suppl. 16.
Chi. hau. 551. Koch Syn. II. 828.
b. fallax. Staubgefässe länger als die Geschlechtsdccke.
A. fallax Don. Monogr. AH. 61. Koch das. A. angulosuni Jaco.
Fl. austr. V. t. 423.
Auf W^ieseii, auf feuchtem oder nassem Boden; b. auf grasigen Hü-
geln nnd Felsen, im ganzen östlichen Theile des Gebiets ziemlich häufig.
Wiirzelslorli »agerecht. Zwiebeln diesem aufgewachsen. Schan 1 — l '/./ hoch. Blätter
•2'" breit. Dolde kapscltragend. Blüten rosenroth. Die Spielart 8 — 10" hoch, Blätter
Vj.J" bielt, Staubgefässe '/a — '/■, '»"ger «Is die Geschlceblsdecbe.
Bemerk. Conslante Verschiedenheiten , welche dam berecbligtcn, obige beiden For-
luen als Arten zh trennen, habe ich so wenig wie DÖI.L , der beide schon vereinigt, finden
können. Wenn nun übrigens JACQ. Abbildung zu einer Diagnose citirt wird, worin folia
Allium. I.Il.lAeEAE. 575
plana ecarinata angegeben wciilcn , «ie <Iic Diagnose von A. fallax besagt, so widerspricLl
(lies suHolil der AMiililnng als Besclireiluing. Jene zeigt 5 — G, gegen tlic Basis hin
ilureligcselinillene BUtter, y-eel;ig niil sriiarfeni Kiel, und in lel/.tcier lieisst es: »Folia
3. A. oleraceiiiii. Gemeines JJauch» Schaft his gegen
die Mitte von Blattscheiden bedeckt, rund; Blätter iineal , rinnig, gegen
die Spitze llach, unterseits vielstreifig; eine Klappe der Blütenscheide
lang geschnäbelt; Staubgefässe kürzer als die stiinipl'cn oder spitzlichen
Abschnitte der Geschlechtsdeckc.
Lina. Sp. pl. 429. Chi. han. 553. Koch Sjn. II. 831. Reichenb. PI.
crit. t. 415. Fl. dan. t. 1456. Engl. bot. t. 488 anel. t. 1658 (A. carinatum).
Auf Äckern, Triften, an grasigen Plätzen und zwischen Gebüsch,
auf kalkhaltigem Boden, ziemlich häufig eingebürgert. Juli, August. —
September.
Sehaft l'/ä — 2' lioeb. Blätter so lang oder länger als der Scliaft. Dolde kapsei- und
zwiebellragend. Blülen auf langen, beugigen Stielen. Gesebleebtsdecke gclblicb» eiss oder
rothlich, mit rolblieben oder grünlicben I.bngsslreilen. — Yarilrt luit boblen Blättern (A.
oleraeeum Engl. bot. t. 488.) nnd mit Blutcnscbeidenblappen , an denen beide gleicbniässig
verlängert sind.
. ' 4. \, carinatum. Geleieltes JJauch, Schaft bis gegen
die Mitte von Blattscheiden bedeckt, run<l, Blätter Iineal, rinnig, gegen
die Spitze flach, unterseits mit 3 — 5 etwas vortretenden Streifen; eine
Klappe der Blütenscheide lang geschnäbelt; Staubgelasse zuletzt doppelt
so lang als die stumpfen, an der kappenförmigen Spitze etwas ausge-
randeten Abschnitte der Geschlechtsdeckc.
LiNN. Sp. pl. 426. Koch Syn. II. 832. Fl. dan. t. 2109. A. flexum
Walbst.. et Kit. PI. rar. Hung. III. 307. t. 278.
Auf Äckern und Hügeln, auf sandigem Boden, nur im nördlichsten
Theile des Gebiets (JLfc. an der Elbe — ; Hl. Ottensen, Apenrode). Juni,
Juli. — August, September.
Dem vorigen sebr nabe stebend. Sebaft 1 — l'/j' bocb. Blätter sebmälcr als an jener.
Dolde kapsel- nnd zwiebellragend. Gesebleeblsdeobe gleiebniässig blasslila.
5» A* sibiriciini. Sibirisches MJauch» Schaft am un-
tern Theil beblättert, stielrund; Blätter Iineal, halbrund, röhrig, gegen
die Spitze flach; Blütenscheide so lang als die kugelige l>olde; Abschnitte
der Geschlechtsdeckc länglich -lanzettlich mit verschmälerter umgebogener
Spitze.
LiNN. Mant. 562. Chi. han. 552. Reichenb. Fl. sax. 78. Gmel. Fl.
sib. I. t. 15. f. 1. Murr, in INov. coinment. Gott. 1775. t. 4. A. Schoeno-
prasnm ß. alpinum Koch Syn. II. 833.
Am Eibufer, im aufgeschwemmten Sande, cinständig aber schaaren-
weis eingebürgert (Iln. Vietze, zwischen Barförde und Hohnstorf, zwi-
schen Hohustorf und Artlenburg — ; Mk. Kaltenhof). Juni, Juli. —
August, September.
Stengel l'/j — -' bocb. Blätter so laug als der Sebaft, 3"' breit. Dolde l'/j" im
Durebmesser baltend , bellpfirsicbbliilenrotb , stark glänzend.
IS* A^ ^»clioeiioprasuni« Schnitt- IJauch» Schaft am
untern Theil beblättert, stielrund; Blätter stielrund, röhrig; Blüten-
scheide so lang als die kugelige Dolde; Abschnitte der Geschlechtsdecke
lanzettlich, spitz.
LiNN. Sp. pl.432. Chi. han. .5.52. Kocn Syn. II. 832. Schk. Ilandb.
I. T.91. Fl. dan. t.971. Engl. bot. t.2441.
Auf Mauern und an Wegen, in der ]\ähe von Ortschaften hier und
da, rasenartig wachsend verwildert. Juni bis August. — Seplember.
Stengel ü — 8" bocb, Blatter ^4 — 1'" breit. Dolde 8—10'" im Durebmesser bal-
tend, plirsiebblütenrotb, stark glänzend.
576 lillilACEAE. Aiiium.
f-f Innere .'J Staubfäden zu l.ei.len Scil.-n der Basis mit einem »tnmpt'en
zaiinartigen Ansatz versehen.
"J. A. strictiini. Netxschaliges JJauch, Zwiebclliäute
netz -faserig; Schaft unten von Itlattselieiden Jn-deckt, stielrund; lilätter
lialhi'untl, nuten rinnig; Dolde lialbkugclig, diclitblütig.
ScHRAD. Hort. Gott. 1. 7. t. 1. Chi. han. 551. Kocu Syn. II. 629.
Reichenb. PI. crit. V. t. 405.
An Basaltfelsen, in sonniger trockener Lage, nur Bs. an den steilen
felsigen Ahhängen des Bielsteins zwischen Alhungen und dem Meissner
und am Goldherge zwischen dem Bielstein und dem Schlosse Fürsten-
stein, im J. 1815 vom V<!rf. entdecht. Juli. — September.
Zwiebel lünglicli , von liänfigen, im Aller in steife netzartige Fasern sieli anflösenilen
Schalen eingeselilossen. Schaft 1' hoch , steif aufrecht. Blätter 2 — 3, kürzer als der Schaff,
2 — -V'^'" '"'<'''• halbrund, stumpf gegen die Basis verschmälert und riiinig, häutigen, den
Stengel 2 — -3" hoch einsehliessenden , oben geradlinig gestutzten Scheiden aufsitzend. Blü-
tenscheide 2 - klappig , kaum so lang als die BlUtenstiele. Dolde kapseltragend. Ge-
schlcchtsdecke blasspurpurn, Abschnitte l.TnglJch, stumjillich. Staubgcfässe so lang als diese,
Träger der innern 3 etwas längere und breitere, an der Basis mit einem kurzen Zahn
versehen. Kapsel 3-fächerig, Fächer 2 - sämig , Samen länglich zusammengedrückt- 3 - eckig,
schwarz.
.J.-J.f Innere 3 Staubfäden 3-spitzig. Staubbeutel auf der mittlem
Spitze befestigt.
* 8. A. rotundiini. Gerundetes JKJauch, Mehrere von
einer gemeinschaftlichen Schale eingeschlossene Zwiebeln; Schaft bis zur
Mitte beblättert, stielrund; Blätter lineal, llach, Dolde mit sehr kurzem
seitlichem Blütenstiele laigelförmig; Staubgcfässe kürzer als die aussen
schärflich punctirten Absciniitte der Geschlechtsdecke.
LiNN. Sp. pl.423. Koch Syn. II. 830. A. ampeloprasum Waldst. et
Kit. n. rar. Ilung. I. 84. t.82.
An Hügeln, an Weinbergen und auf Äckern, auf dürrem sonnigem
Boden, im südlichen Thcile des Gebiets, die INordgrenze der Gesammt-
verbreitung in Schw. erreichend, selten eingebürgert (Pr. Weinberge an
der Henne bei Naumburg, Vl\-inberge bei Frciburg, Steinklippen bei
Wendelstein, Schmon; Schiv. Sondershausen, Frankenhausen). Juli,
August. — September.
Schaft 1'/., — 2' bocb. Dolde dicht, kapseltragend. Blüten vioictpurpurn.
9. A. spliaeroceiilialnni. JlugelTcöpßges Iiauch,
Mehrere von einer gemeinschaftlichen Schale eingeschlossene Zwiebeln;
Schaft bis zur Mitte beblättert; Blätter halbstielrund, tief rinnig, hohl;
Dolde kugelförmig, Staubgcfässe doppelt so lang als die aussen glatte
Geschicchtsdecke.
LiNN. Sp. pl.426. Koch Syn. II. 831. Gaud. Fl. helv. II. t.31. Fl.
dan. t.2111.
Auf Äckern unter dem Getreide, auf magerm Boden, im südlichen
und mittlem Theile des Gebiets, die Nordgrenze der Gesammtverbreitung
erreichend, selten eingebürgert {Pr. zwischen Alsleben und dem Yor-
■werke Zeitz, bei Aschersleben — ; flu. bei Ilunteburg am Stämmerberge,
hier häufig). Juni, Juli. — September.
Schaft 1 — 1'/.,' hoch. Blätter bisweilen nach unten zu hohl. Dolde kapseltragend,
bald grösser und gedrängtblütig , bald kleiner und lockcrblütig. Geschicchtsdecke purpurn.
10. A. vineale. JW^einhergs . JJauch, Schaft bis zur
Mitte beblättert; Blätter stielrund, schmal rinnig, hohl; Klappen der
Blütenscheide aus breiter Basis in eine pfriemliche Spitze verschmälert,
Staubgcfässe dojipelt so lang als die Geschicchtsdecke.
LiNN. Sp. pl.428. Chi. han. 553. Koch Syn. 11.831. Reichenb. PI.
Endyniioii. lillilACEAE. 577
<iit. \. t. 404. Fl. claii. t.:2227. Engl. hot. t. 1974. A. aicnaiium Lina.
Fl. siiec. 104.
Auf Acker», Gartenläiulern und "V^'^einlu'rgcn, auf sandigem Roden,
ziemlich liüufig eingebürgert. Juni, Juli. — August.
Schaft l'/a — 2' liocli, .lünn und sol.lank. Dolile hloiii, z» iel>ellrjgen<I , .lle wenige.
BJiiten lang gcsliclt, pnrpnrn.
II. A. Scorodoiirasuin. Schlang en.Iiauch, Schalt
Ins zur Mitte hchlättert; Blatter hreit lineal, flach, am l'.an.le scharf;
Blutenscheide 2 — 3-lilappig, last so lang als die Dolde, Stauhgctasse
kürzer als die Geschlechtsdcche, hcuteltragende Spitze der Träger kür-
zer als die pfiienilich verlängerten seitlichen.
LiNN. Sp. pl.425. Chi. han. 5.52. Koch Syn. II. 831. Hall, in Bipp
Fl. Jen. t. IL f. 2. Fl. dan. t. 290 u. t. 1455. A. arenariuni Sm. Fl. hril.
I. a56. Engl. l.ot. t. 13.58.
Zwischen Gebüsch, in '\^'^äldern und an \^^ildrändern, im östlichen
Gebietstheile häufig, gegen Westen abnehmend. Juni, Juli. — September.
ScLaft 2 — 3' liocIi. BLitlor 4'" lircif, unfer iler I.oiij.e am RanJe «liclit mit .lureli-
scheinenden Zalioclien besetzt. Blüten dnnkeljinipurn. — Die kurzen Klappen der ßliiten-
srheide eirund (iric saraiiitlicbe eitirten Aliliildungen sie angeben), spitzlieb oder stumpf,
wäehst bisweilen in 2 — 3" lange slielrnnde Spitzen aus (so bei DOLI. Übeln. Fl. 196 n.
Garcke Fl. V. Halle 473).
JPhamtacetitisch - Medicinisches, Der Saft der Lauch-
arten , durch ein sehr scharfes, fliichtirjes , schwe feihalf itjes Ol ausrje-
zeichuet, wird zum officinellen Gebrauch meist von A. sativum tfenommen.
iUeonomiSCheS» Der Gebratich der ^rt. 3. u. 5. als Gewürz au
Suppen, Gemüse und Salat bekannt, doch uiird in der Rerjel die culti-
virte Pflanze dazu benutzt.
5. Gruppe. HEMEROCALLIDEAi:. TAG»T.VMM]%i.
GM ITA CM SM.
Gescblechtsdeckc 1 -blättrig, 6 - spaltig. Kapselfächer wenigsamig.
Samen (bei unsern Arten) mit schwarzer zerbrechlicher Schale.
9. E^Dl^IfllOaf. MJ¥IH[]IEI01lfK,
DUMONTIER Flor. belg. 140.
Geschlechtsdecke glockig. Abschnitte zusammenhängend.
Staubfäden den Abschnitten unter der Mitte eingesetzt und" her-
ablaufend. Samen fast kugelig. Gcschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Kräuter mit schaliger Zwiebel. Stengel schaftartig. Blüten
in lockern Trauben, blau, Blütenstielc von je 2 Deckblättern unterstützt.
1. E. iiutans. NicTcende JEndymione. Blätter breit
lineal; Traube nickend, Blüten glockig -cylindrisch.
DuMORT. Florul. belg. 140. Koch Syn. II. 834. Scilla nutans Sm. Engl.
Lot. t. 377. Agraphis nutans Link Ilandb. I. 166. Reichenb. PI. crit. I\.
t. 833 (rotbblüiige Spielart). Hyacinthus non scriptus LiMV. Sp. pl. 453.
In der IVähe von Ortschaften und Gärten, aus diesen entwichen und
daher kaum der Flor angehörig (lln. bei Berum und dem Schlossgarten
von Gödens vom Dr. Lantzils- Beninga angetrofl'en. Unter ähnlichen
Verhältnissen etwas ausserhalb der Gehietsgrenze in Pr. JV . bei Coesfeld
durch V. Bönninghaüsen beobachtet). Juni, Juli. — • September.
Zwiebel rundlicb- eiförmig. Schaft 1' hoch. Blüten 6—10, bimgend, gesättigt blau.
tO. ITIlJSeARI. BMSAJtrMEYACMJVTMX:.
TOURNEF. Inst. 347. t. 180.
Geschlechtsdecke kugelig -eiförmig oder walzig mit veren-
578 EiIIilACEAE. Illuscitrl.
wertem Scliliiiulc und kurzem 6-zähiugen Saum. Staubgefässe
der Rühre eingesetzt. Gesclil. Syst. VI. 1.
Jtlfbijjilnig«' Kräuter mit sclialig;er Zwiebel. Wurzelltlätter Hneal. Blü-
ten in eiiilaciier Traiil>e, Utütenstiele von 2 Üeclihl.ittern unterstützt.
1. ]TI. coinosnin. fSchopJige Bisamhyacinthe, Blät-
ter lineal, rinnig; Blüten hantig- walzenlormig , untere wagerecht abste-
hend, obere schopliörmig genähert, aufrecht und unfruchtbar.
MiLL. Garteiilex. n.2. Willd. Enum. bort, berol. I. 378. Chi. ban.
550. Koch Svn. II. 834. Ilvatinthus comosus Linn. Sp. pl. 455. Jacq.
Fl. austr. II. t. 126.
In Wäldern, Hainen, Weinbergen und auf Äckern, auf magerm son-
nigem Bodeu, im südlichsten Gcbietstbeile häufig, die ]\or(]grenze der
Gesammtvcrbreitnng in Pr. bei Quedlinburg am Steinbolze erreichend.
Juli, August. — September.
Scliaft l — i'/i' lioeh, Blilter kürzer als der Schaft. BlUre.i Irüblilaii, gegen die BasU
und Spitie ol'uengrün. Scliopriiliilen geschlechtslos, schün blau in violet übergehend.
H, ]?I. racenioHiim» JPraubige Bisamhyacinthe,
Blätter lineal, rinnig, bogig zurückgekrümmt ; Blüten eiförmig, nickend,
oberste aufrecht und unfruchtbar.
MiLL. Gartenlex. u 3. Willd. Enum. bort, berol. I. 378. Chi. han.
550. Roch Svn. 11.834. Hvacinthus raccmosus Linn. Sp. pl.455. Jacq.
Fl. austr. II. t. 187. Kngl.^.ot. t. 1391.
In Bergwaldungen und Hainen, auf humosem Kalkstein im Unter-
grunde führendem Boden, einsam wachsend, selten und immer mehr sich
verlierend (Pr. W%;inbcrge bei Seeburg, in neuerer Zeit jedoch vergeb-
lich gesucht — ; Schw. Steinthalleben, Frankenhausen, Kroll bei llon-
stedt; //«. Forstwiese im Hohnsteinschen, Göttingen; Ruinen der Plesse,
auch dicht über Eddigehausen). April. — Mai.
Schaft 3 — •^" hoch. Blätter schmal, schlaff, länger als der Schaft. lur Blütezeit an
den Spitzen schon absterbend, Traube gedrängt. Blüten schwarzblau mit bläulichem Reif,
wohlriechend.
* 3. M, botryoides. JPerlbiütige Bisanthyacinthe.
Blätter lanzettlich - lineal , rinnig, gegen die Basis verschmälert; Blüten
kugelig- eiförmig, überhängend, oberste aufrecht und unfruchtbar.
MiLL. Gartenlex. n. 1. Willd. Enum. bort, berol. I. 378. Koch Syn.
II. 834. Hyacinthus botrvoides Linn. Sp. pl. 455. Stlrm Deutschi. Fl,
II. 7. .'
In Weinbergen, auf Äckern und Grasplätzen, auf magerm sandigem
Boden, selten (Pr. Weinberge bei "V^^eissenfels, Naumburg, Burgwerben,
Eulau, an der Ilenne — ; Scliw. Frankenhausen, Sondershausen, Schlot-
heim— ; 3/A'. Grabow, Güritz, Eldena, Malck, Konow — ). April, Wai. —
Juni.
Schaft 4 — 6" hoch. Blätter aufrecht- abstehend , straff, kurzspilzig. Blüten klein, hell-
blau mit neisslichen Zähnen.
Ökonomisches. Zierpflanzen der Gürten.
€TI1. COIiCHICEAK.
Calchicaceae DE CaNH. Fl. fran^. III. 192.
Geschlechtsdecke kronartig, mit 6-lheiIigem Saum und sehr
langen in eine Röhre verwachsenen INägelu. Staubgefässe 6,
den Abschnitten der Geschlechlsdecke eingesetzt; Beutel nach
aussen g:ewandt. Fruchtknote^ frei, 3 -fächerig, mit 3 GriflFeln.
Kapsel in 3 schlauchförmige Tbeile sich lösend. Samen zahl-
Colchicum. COLCHICEAE. 579
reich aoi innern Winkel der Tlieilkapselii hefesllfft, Sainen-
sehalc (lünnhäutig. heim lui rteischigeii Eiueiss.
Torkonimen. Feurbtt-n tiefginndigen Bo.liii lieJ.end.
Gehalt. In der Zwiebel, deren Hanjitniaxie aiix Sfärhe besteht, als
ein eifjentliiimliclies Alkaloid Coleliiiin.
1. eOIiTHICU]?!. XMEVItOSm.
Ll-NN. Gen. n. 4Ö7.
Geschlechfsdecke glockig- trichterföiiuig^ mit veilän^eitei-
Köhre. ISfauhgefasse iiher dem Schlünde >inge.selz(, Tiäffei-
aussen an der Basis luit einem Honigmal. Kapseltheile innen
unter der Spitze aufreisscnd. Geschl. Syst. VI: 3.
Mehrjäluige Kräuter mit dichter zwiehellinolligcr Wurzel , ul.geJjürz-
tem, unterirdischem Schaft und lilüten, die sich im Herhst .Tuf kurzen
unter der Erde lileibenden Blütenstielen ent'vvielieln. Wechselständige,
an der Basis seheidige Blätter, die im folgenden Frühjahre zugleich mit
der Frucht üher die Erde sich erheben.
1. C autuninale. IMerbst-Zeitiose, Blätter länglich- und
Imeal -lanzettförmig, gestreckt, aufrecht ^ äussere Abschnitte der Ge-
schlechtsdeche umgebehrteirund - länglich , innere schmäler; Staubfäden
abwechselnd kürzer, Narben schwach keulenförmig.
LiNN. Sp. pl.485. Chi. hau. 547. Fl. d. Königr. Hannor. Beschreib.
Abtheil. III. T.4. Roch Syn. II. 83-5. Sciik. Handb. I. T. 101 En<rl
bot. t. 133. IIayne Arzneigew. V. T.45. " '
Auf Wiesen, auf feuchtem humoscm Boden, schaarenweise häufio-,
die Nordgrenze des Vorkommens in JIn. unter 52" 12' in der Linie vo^n
Braunschweig, Hildesheim, Binteln — erreichend und am ll;irze bis zur
Höhe von 1800' gehend, nördlicher auf den Wiesen in HL wieder auf-
tretend. Ende August bis Mitte Octobers. — Jnli des folgenden Jahrs.
Zwieljcl linollcnarlig. mit '2 Sfockknospen verseLen. Sclidfl dem olicrn Ende der ZMiehe)
glledarlig eingesetzt, zur Dlülezeit '2 — 3'" lang <ind unterirdiscL , zur Zeit der FriiolilreiCe
8—12" Jang, stielruud. Blätter 3, 4, selten .5, innere sriimaler. Blüten tranbig zu 2 3.
selten 1 oder mehr als 3, auf 3—4'" langen, unter der Erde l.leilien.Ien , Blütenslielen.
Gesciilechtsdecke p6rsichl)lütenfi.rl)en mit allasartigem Glanz. Slanlifäden aussen an der ge-
srhivollenen Basis mit einem (bislier übersebenen) orangefarbenen Honigmale, dessen Driiseu einen
gelb gefärbten Honigsaft in eine flaumbaarige Rinne an der Basis der GescMeehtsdecke absetzen.
Bemerk. Wie mangelbaft und zum Tbeil unrichtig der Bau und die I.el.ensokonomlc
dieser Pflanze von den Schriftstellern aufgefasst wurden, ist aus der ausführlichen Beschrei-
bung und den gegebenen Analysen der innern Tbeile in der Flora d. Königr. Hannov, zu
ersehen.
GM WrjERBX.ICXJES.
Pharntaceutisch. Medicinisches, fVurzel, blüien und
Samen (Uadix, Flores, Semen Colchici) of'ficinell. Anwendttnn vor-
sichtiif in Pulverform, als Vinuni und Acetuni Colchici, f/erjen Brustbe-
sehwerden, ff'assersucht U.Gicht, tjbrifjens ein tödtlich wirkendes Gift.
technisches, Blüten und Blätter enthalten Fürbestoff.
OlCOnomischeS, Die fVurzel zur Gewinnuntj von Stärkemehl
anwendbar. Den im Herbst zum Beweiden benutzten fT'iesen wird die
schöne Pflanze ein nachtheiliffcs Unkraut. Als Zierpflanze in Gärten
bildet sie mehrfache f'arietäten.
CTIII. TERAXREAE.
Aees u. EBERMATER Handb. I. 1.50.
GescMeehtsdecke tief ß-theilig mit eingeschlagener Knospen-
580 TERATREAE. Tofieldia.
läge. Sjaubgefässe 6, selten 9, den Absclinitteii tlerGeseblechts-
tleeke .einfi;esetzt; Beutel schildförmig aufliegend oder nach
aussen gewandt. Fruchtknote frei, 3-fächerig, mit 3, selten 1
Grift'el. Kapsel in 3 sclilauchförmige Theile sieh lösend, sel-
ten eine Beere. ^ Samen am innern Winkel befestigt, Samen-
sehale dünnhäutig. Keim im fleischigen Eiweiss.
Torkoninieii. Bodenvag oder l>alkliebend.
Gehalt. Giimmireieh. In den fVurzeln Stärke und als Alhaloide:
Jervin, f'erafrin und Sabadillni. In den Samen, ausser letztern beiden
Basen, Öl, Harze und fT'^achs (Myricin). In der Asche vorzüglich Kalk.
1. TOFIEIiUIA. VOWlMXinEm.
HUDS. Fl. angl. \hl.
deschleehtsdecke tief 6-theilig, offen. Staubbeutel auf der
Mitte des Kückens befestigt, beweglich. Kapseltheile innen
unter der Spitze aufreissend. Samen feilspanförmig. Geschl.
Syst. VI. 3. _
Melnjälirige Kräuter inii: faseriger W^urzel. Blätter grasartig. Blü-
ten in Trauben oder Äliren, selir lileiu, von 3 lileincn, lielcliartig vcr-
waclisenen Dectiblättclien unterstützt.
■f. T. calyciilata. SumpJ"' Vojieldie, Blätter meistens
wurzelständig, liiieal, spitz; Blüten ährig an der Spitze des Stengeis.
Wahlenb. De veg. Helv. 68. Kocii Syn. II. 837. Sturm Deutschi.
Fl. H. 78. T. palustris Hoppe und v. Sternb. Dcnkschr. 1815. T. 2.
F. k — s. Engl. bot. t. .536. Hebelia allenianiiica und collina Gmel. Fl.
liad. II. t. 1. Antherlcuni calyculatuni a. LiiXN. Fl. suec. 107. Fl. dan.
t. 36.
Auf sumpfigen und torfigen Wiesen, im südliehen Gebietstheile, die
Nordgrenze des Vorliommens in Deutschland erreichend, selten (Pr. Halle:
bei Bückmarsdorf in der IXähe der Chaussee zahlreich, zwischen Nenis-
dorf und Querfurt, an der Benndorfer Mühle nördlich von Delitzsch).
Juli, August. — September.
Wurzel dick- 1111.1 wellaserig. Stengel (j — 10" Iiocli. Blatter welnervig, Blütensflele
selir kurz, an der Basis mit einem einfachen länglichen und unter der gelblichen Blüte mit
einem anscheinend 3 -lappigen Deckblatte versehen.
R. Br. Prodr. fl. Nov. Hall. 237.
Blüten mit 2 — 3 wechselständigen, selten 1 Deckblättchen,
zur Spirre, Trugdolde, selten zur Traube zusammengestellt
oder einzeln. Geschlechtsdecke tief 6-theilig, iii 2 abwechseln-
den Kreisen, meist spreuartig und bleibend. Staubgefässe (5,
selten 3, der Basis der Abschnitte, seltener dicht vor diesen,
eingesetzt. Fruchtknote frei, 3-fächerig und vieleiig, oder 1-
fächerig und 3-eiig. Griffel einfach, INarben 3 meist fädlich,
selten 1. Kapsel 3 -klappig, Klaijpen in der 3Iitle scheidewand-
tragend. Samenschale häutig, oft schlaff. Keim im fleischigen
oder knolligen Eiweiss.
l/orkomnien. Dauernd nassen Boden und Säuregehalt desselben lie-
bend, unter diesen Bedingnissen fast unabhängig von der übrigen Be-
standmasse.
Gehalt. Nicht hinreichend bekannt. In der Asche von J. Gerardi
hauptsächlich I\ali , ferner Kalk, Chlor ,_ Kieselsäure, Natron, in der
Asche anderer ziemliche Mengen Mangan.
Narthecium. JUBfCEAEi 581
1. JVARTHEeilJ]?!. BEIJVBRKCM,
MülIRlNO iu EpLeiii. nat. curios. 1742. 389. t. .5. f. 1.
Geschlechtsdecke 6-theilig, Stauhfäden härlig. IXarhe 1,
3 -kantig. Kapsel 3-fächerigj vielsamig'. Samen beiderseits
fadenförmig zulanfend. Geschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Rriiuter mit kriochcii<!er Wurzel. Bliitter grasartig, schei"
dig. Blüten in endstiindigen Trauiien.
I. I¥. ossifragiini. Gemeines Beinbrech. Wurzel-
ständige Blätter schmal lineal -sehvvcrdttormig, Kapsel zugespitzt, länger
als die Lleiliende Geschlechtsdccke.
HuDS. Fl. angl. 145. Chi. han. 554. Roch Syn. II. S35. Engl. bot.
t. 53-5. Anthericum ossifragum Linn. Sp. pl. 446. Fl. dan. t. 4*2.
In Torfmooren und Heiden, im westliehen und nürdlieheii Gehiets-
theile häufig (Pr.; Pr. fV.; Ol.; Br.; Hn. Provinzen Ostfriesland, Hoya,
"Verden, Bremen und Lüneburg, nord- westlicher Theil — ; iHA-.), in Süd-
Osten der Linie von Osnabrück, Celle, Döniitz — nicht mehr vorkom-
mend. Juli, August. — September.
Stengel ansteigend, 6 — 10" liocli , runil, mit knrzen Sflieidenartigcu liiatlerD besetzt.
Wurzelstandigc Blätter zweizeilig, )iall> so lang als der Stengel. ner>ig. Traube länglicb,
vielblütig. Absebnitte der Gesebleebtsdecke lineal - lanzettlicb, gelb, aussen griingelb ge-
säumt. Kapsel |)iisniatiseh. rotbbraun.
«. lillZUIiA. MtAENBINSm.
De C.4ND. Fl. frnn?. III. 1.58.
Geschlechtsdecke 6-theilig. Narben 3, Kapsel 1 -faclierig,
3- sämig. Geschl. Syst. VI. 1.
Mehrjährige Kräuter mit einfachem beblättertem Halm (itinst-nhalni).
Blätter grasartig, flach, mit scheidiger Basis. Blüten in Spirren.
1. li. pilOSa. frühe ßKainbinse* Wurzelblälter lanzett-
förmig-lineal; Spirre einfach. Äste 1 — 3- blutig, nach dem Blühen zu-
rückgebogen, Abschnitte der Geschlechtsdecke gleichmässig , kürzer
als die Kapsel, Samenschale an der Spitze sichelförmig erweitert.
WiLLD. Enum. bort, berol. I. 393. Chi. han. 571. Koch Syn. IL 845.
Juncus pilosus LiNN. Sp. pl.468. Host Gram, austr. HL t. 100. Engl,
bot. t. 736.
In lichten Hainen und Waldungen, auf sonnigem trockenem Boden,
sehr häufig. April, Mai. — Juni, Juli.
Höbe '/.j — 1'. Blätter beim Ansbrueb unten wimpcrartig langbcbaart, Blüten vor Aus
bildung der Blätter sieb ent« iclielnd. Kapsel nmgekebrtbirnenförmig, 3-kantig. Samen
sebalc mit scbnabclformiger Erweiterung an der Spitze. — Variirt mit lauter 1 -blutigen
Ästen, ferner mit grossem bis 10" langen und 4"' breiten Blättern, eine lorm , die man
bei rcicber Ausbildung der Spirre, oberüäcblicb betrachtet, mit der folgenden .irt verwech-
seln kann.
Ä. li. niaxlllia. Grosse Mainbinse. Blätter lineal -Lan-
zettförmig; Spirre mehrfach zusammengesetzt. Ästchen meist 3- blutig;
Abschnitte der Geschlechtsdecke so lang als die Kapsel, Samenschale
anschliessend.
De Cand. Fl. fran?. HL 160. Chi. han. 571. Koch Syn. IL 845.
Sturm Deutschi. Fl. U. 36. Juncus maximus Host Gram, austr. HL
t.98. Fl. dan. t. 441. J. sylvaticus Sm. Fl. biit. I. 385. Engl. bot. t. 737.
J. pilosus ()'. Ll^N. Sp. pl.468.
In Gebirgs- und Bergwaldungen, auf frischem humushaltigcm Boden,
im ganzen westliehen und im mittlem Gcbietstheile häufig, süd- östlich
des Harzes und nord- östlich jenselt der Linie von Bratinschweig, Celle.
Lüneburg — nicht mehr vorkommend, im nördlichsten Theilc des Gebiets
selten (///.)• Juni, Juli.
582 JUWCEAE. Luzula.
Hohl- bis 'J'/j' ■■'"^■'' ^'- •"■■'tcr ^ — Ö'" lircit, an der Basis «iinpcrig lang behaart.
Äste der off 8-racli ziisjinnicngesciacn Spirrc wieder spirrig gellieilt. Kapsel ellijisoidisch
mit Sla(l.cli.p;i/.e. Sinnen Janglieli, gebogen, sliiniiif- 3 - kantig.
3. li. albida. Weis*hlütige Mainbinse, Blätter schmal
liiieal; Spiiie iiu-lii lacli zusamineiigeselzt, Ulütcii zu 8 — 4 in Köpfchen,
AbÄthnitte der GescIilcchtsJcche uiigleicli, lihiger als «lie Kapsel.
Dt; Cand. Fl. fraiic. III. 159. 0hl. han. 57-2. Koch Sjn. II. 846.
Jiincus alhidus Host liiaiii. aiistr. III. I.Ü5. J. iiiveus Scuk. Hantlh. I.
T.9S. J. pilosits i. LiNN. Sp. pl.468.
In Waldungen und Hainen, auf trocl.enem sonnigem -Boden, häufig.
Juni, Juli. — August, September.
Hohe ly, — -'. ßliilter sehr lang ziigcs|.ilzt , stark wimperig behaart. Blüten weiss,
bisweilen in biassrothelrolh «hergebend (Var. rnbelL Chi. han. d..s.). Kapsel seharf 3-Kantig-
ellipsoidiseh.
4. li. canipestris. Gemeine Mainbinse» Blätter lincal;
Spirie einfach, Blüten in rundlich - eiförmigen Köpfchen, mittleres Köpf-
chen fast sitzend, seitliche langgestielt; Abschnitte der Gesclilechtsdecke
länger als die Kapsel, Samenschale unten am IVabel erweitert.
De Cand. Fl. frane. III. Ißl. Chi. hau. 572. Koch Syn. II. 847. Fl.
dan. t. 1333. J. neinörosus Host Gram, austr. 111. t. 97. f. 1. J. cani-
pestris f.. LiNN. Sp. pl. 468.
b. niultiflora. nie vielblütige. Halm höher; Spirre ^ielästig, .4slc
meistens straff.
Chi. han. das. Luzula niultiflora Lejkun. Fl. d. Spa I. 169. KocH
das. Sturm Deutschi. Fl. 11.77. J. iiemorosus Host das. f. 5.
c. paHesceiis. Hie blasshlütige. Halm höher; Spirre wenigästig.
Äste hürzer, Blüten etwas l;leiner, strohgelb oder gclblichweiss.
Chi. han. das. (v. floribus albitlis). Juucus pallesccns Wahlenb. Fl.
läpp. 87 (mit unserer Pflanze völlig tibereinslininiend). J. campestris ß. LlNN. das.
d. sudetica. nie dunkelblütige. Halm mittelhoch; Spirre wenig-
und kurzästig, Blüten in 1 — 2 Köpfchen zusammengedrängt, schwärz-
lichbrauii.
L. campestris v. alpestris Chi. han. <las. L. mullillora ;'. nigricans
Koch «las. Jtincus sudeticus Willji. Sp. pl. II. 221. Host das. IV.
e. congesta. nie geknäuelte. Halm höher; Spirre mit fast sitzen-
de«, iu einen lappigen Kopf zusammengezogenen Köpfchen.
Chi. han. das. Luzula multiUora ß. congesta KocH das. Juucus con-
gestus Thuill. Fl. ]iar. I. 179.
f. colliiia. nie hügelständige. Halm sehr niedrig, ansteigend;
Spirre 2 — 3-höplig, mittleres Köpfchen sitzend, seitliche nickend,
duiikclbrauu.
Auf Triften, Weiden, Heiden und an grasigen Plätzen, die Haupt-
form auf sonnigem inagerm Lehmboden, allgemein verbreitet; b. auf
warmem sandigem Boden, in Hainen und in buschigen Heiden, häutig;
c. hier und da mit b. ; d. nur in rauhem Klima am Harze; e. in Berg-
gegenden, selten (Hn. Solling); f. an magern und steinigen dem Sonueii-
braiide ausgesetzten Hügeln, sehr häufig. April bis .luni. — Juni, Juli.
Die Spielart f. 14 Tage bis 3 Wochen — die Hauptart 8 — 14 Tage frü-
her blühend, als die sehattenständige Spielart b.
Halm der Uauptart und d. () — 8" hoeh . der Spielart, b. c. c. 1 — 1 74' hoeh , der Spiel-
art f. 2 — 4" hoeh. ninlen h.llbra.in . gelblich- oder weisslichbrau« , »eisslicb, >on t. ba^la-
nieiibva.in. Kapsel nnig.l.ebrreirorn.ig - bugelig mit .'^lachelspitic.
Bemerk. I>ie Irnberc Blnleteit der Spielart f. und der Hauptloim hangt Icdiglieh
»om angegebenen Standoile ab, die "Wurtelbildung ist bei allen Formen dieselbe, nur bil-
den sich im lochet n Uedcn uel mehr raser.vnrielu , ahei auch im reichen lasernhuschel der
Junous. JVNCEAE. 583
Spielart b. Hndet sich aicsellie schlag absteigende Iljiipt.viiricl , .lie an f. kaum einige Fa-
sern bildet und daher hier mehr ins Auge fallt. Die im Vergleich mit dem SlaubbruUl
langem Trager langhalmiger Formen, namcutlich der Form b. , sind natürliche Folge der
mehreren Linge aller sticUrtigen Organe an dieser. Übrigens finden sich die Übergänge lon
der Hanptlorm in b. und f. so häuBg und in so vielfachen Mitteklulen , dass Niemand an
diesen PILiiijen irre werden kann, der sich die Mühe geben will, im Freien et>»as fleissig
OlCOnontischeS» Sümmtliche urteil sind ein mittelmäxsitjes Fut-
ter für Pferde und Schafe.
I.INN. Gen. n. 437. Art. ausgeschi.
Geschlcclitsdecke 6-theilia;. i\arJjcii 3. Kapsol 3 -fächerig,
vielsauiJg. Geschl. Syst. Vf. 1.
Ein- (Alt. 12—14.) oder inehijäliiige (Art. 1 — 11. 1.5 — 18.) lir.iutcr
mit oft starkem, wagerecht kriechendem Wuizclstock und einfachem (sehr
selten ästigem) blattlosem oder hebliittertein Halm. Blätt(-r grasartig mit
scheidiger Basis. Blüten in Spirrcn, Trugdolden, selten Tiauhen, immer
endständig, nnr hei einigen durch das, scheinbar den Halm fortsetzende,
äussere Blütendeckblatt zur Seite gedrängt. Blüten mit 2 — .'J wechsel-
ständigen Deckblättern.
•J- Halm Schuppen tragend, blattlos.
1. J. elTuSUS. flatterige Binse* Halm vollmarkig, ge-
streift, glatt; Spirre seitlich, mehrfach verzweigt, ausgebreitet oder zu-
sammengezogen; Abschnitte der 3 -männigen Geschlechtsdecke lanzett-
lich, zugespitzt, wenig länger als die umgekehrteiförniige , gestutzte
Kapsel.
LiNN. Sp. pl.464. Koch Sjn. II. 888. Llers Fl. herb. t. 13. f. 2. Host
Gram, austr. III. t. 83. Fl. dan. t. 1096. Engl, bot t. 836 (Kapsel umeif).
J. conglomeratus v. effusus und v. laxus Chi. han. 563. J. communis ß-
E. Meter Syn. junc. 12.
b. conglomeratus. Ute gefcnäuelte. Schaft gestreift oder nach
oben schwach gerieft; Spirre kopfformig zusammengezogen.
J. conglom<'ratus Li^?(. das. Chi. han. das. Koch das. Leers das.
t. 13. f. 1. Sturm Deutschi. Fl. H.71. Host das. t. 82. Fl. dan. t. 1094.
Engl. bot. t. 835. .1. communis «. E.Meyer das.
Auf Triften, Heiden, in lichten Waldungen, an Giäben und in Süm-
pfen, auf nassem Lehm- oder Sandboden, auch an und im AVasscr; b.
auf Säure führendem austrocknendem Torf-, Sumpf- oder Sandboden,
truppweise allgemein verbreitet. Juni, Juli. — August, September. Die
Spielart, in Folge des trocknern Standortes, meist 8 — 14 Tage früher
]>lühend als die Hauptart.
Halm "2 — 4' hoch, von b. l — 2' hoch , gesättigt grün, mit dunklern Linien, Scheiden
fahlbraun, ohne Glani. — Auf trockeuen Sandboden übergehend wird die Farbe gelblich-grau-
grün , und es bilden sich gegen die Spitze hin, durch Abnahme des Saftes im Zellstoll,
Furchen zwischen den dunklern, gefässführenden Linien des Schalls. Im tiefen Sande de»
Strandes und der Inseln gehen diese Riefen in tiefe Furchen über, und die Halme geben
einen rauschenden Ton beim Angreifen. Spirre '2 — 3 - fach tusamiucnge.sctzt , oll bis -'/i"
laug, hellbraun und grünlich, unter Einfluss von Trockenheit und besonders von Säuregehalt
des Bodens sich zusammenziehend und als Exircm der Zusammcuzieliung einen compaklen
kugeligen, im Sonnenbrände oft dunkel kastanienbraunen Kopf von ^/^" Durchmesser bildend.
Bemerk. 1. „Abgesehen von dieser Wandelbarkcit der »i citschwcifigen Inllorcszenz bis
in die dicht zusammengeballte, variiren die Kapseln hinsichtlich der Länge im Vergleich
mit der üeschicchtsdeckc um etwas, ferner mit schwach gerundeter, geradlinig geslulzler und
584 JIINCEAE. Junous.
.scLwjcli aiisgcramlclfr Sjdtie, mit liürzciiii iiiiil l;iiigpriii GiiflcU'iiss , ohne ilass ilicsc Dc-
sdiaft'eiilicilcii mit ciiit-m gewissen Zustande der »ieliligkcil der Splrie lilcibend znsainnien-
tiiifen. l>cr Halm über der Spirre (äusseres Dcclililatt) ist liüraer, wenn diese dici.tcr, langer,
»Clin sie crw eitert ist, weil licide derselben Waelistluimsnonu folgen. — Auch hiermit triflt
nicht immer dieselbe Beschafl'enheit der Spirre zusammen, obgleich in der Regel mit zuneb-
jiicnder Trockenheit des Dodci.s die Spirre dichter, der Halm kürzer und seine Oberfläche
bemcrhhaier linint wird.« Chi. lian. a. a. O.
Bcinerlj. 2. Diese IJcobachlungen b.ihe ich seit Herausgabe der Cbloris nur bestä-
tigt, die ^on spätem Schriftstellern zur Trennung beider Foriucn herbcigcsnchten Unlerscbei-
dungszeichcn dagegen sämintlich unhallhar befunden. In den Einscbonungsgräbcn eines Buchen-
bcsamiingsscblagcs (am Vnterharze) , dem Quell «a.sscr zugeführt war, traf ich nur Formen von
J. cllusiis, wo im Jahre vorher, nacli Austroeknung des Frübjahrsregenwassers , nur J. con-
glomeratus zu sehen war. — Dazu kommt, dass diese Zusammenzichung eines ausgchrelleten
Blutenstandes ganz auf gleiche Weise bei den mehrsteu übrigen Arten dieser und der vor-
hergehenden Gattung eintritt.
Ä. J. glaiiciisi* JUKeergriine Binse» Halm mit untci-bro-
cIi<-iiL-in Mail«, fein gerieft uml meergrün; Spirre seitlich, mehrfach ver-
zweigt und ausgebreitet; Abschnitte der 6 -männigen Geschlechtsdeche
lanzett-pfriemenförmig, so lang oder lauger als die eliipsoidische stachel-
spitzigc Kapsel.
EiiRii. Beitr. VI. 83. Chi. han. 564. Roch Syn. II. 839. Sturm
Dcutschl. Fl. U.71. Host Gram, austr. III. t.81. Fl. dan. 1.1159. Engl,
bot. t.ßa^. J. inllexus Leers Fl. herb. 87. t. 13. f. 3.
b. gubglonieratus. JDte dichtspirrige. Spirre zusamniengezogen,
Abschnitte der Geschlechtsdeclse bald länger bald kürzer als die Kapsel.
J. glaucus V. mclanocarpus Chi. han. «las.
:< J, eiTiiso-glaiicus«. I'latter.tneergrüne.Bastard.
hinse» Halm vollmarhig, fein gerieft, grasgrün; Spirre schwach aus-
gebreitet; Abschnitte der 6-männigen Geschlechtsdeclie schmäler; Kap-
sel umgekchrteiförmig, stumpf und kleiner.
ScHNiTZL. und FRicKti. Vegct. d. .Iura- u. Kcuperf. 201. J. diflusus
Hoppe Dec. gram. n. 155. Koch Syn. II. 839. Sturm Heutschl. Fl.
II. 77. J. tcnuissimus KuRU. Herb.
Auf Triften, Weiden, an Wegrändern und Wegen, auf IVuelilciu,
nassem oder sumpfigem Boden, hörst- oder truppweise, allgcnieiu ver-
breitet, doch weniger häufig als A. I.; b. hier und da (Hu. Olterndorf,
Hannover, Göttingen — ; //*. beim Arensteiu); die Bastardform selten
(//u. Hannover). Juni, Juli. — August, September.
Halm 1 — 2' hoch, Basis der Scheiden purpnrkaslanicnbraun , stark glänzend, das Mark
fäeberförmig unterbrochen. Spirre reicbblütig. Das Längenvcrhältuiss der Abschnitte zur Kapsel
sehr veränderlich. Letztere bell-, dunkel- und schwarzbraun. — Hie Bastardform, die
keinen reifen Samen trägt, durch die Scbuppcnfarbe , Obernäcbc des Halms und Sechsmän-
nigkeit J. glaucus — durch die Farbe des Halms und die Vollmaikigkeil J.ellusus reprä-
sentirend.
*3. «I. lialtiClIS. Baltische Binse, Halm vollmarkig, glatt;
Spirre seitlich mehrfach, verzweigt, schwach ausgebreitet; innere Ab-
schnitte der 6-männigen Geschlechtsdeckc eirund, äussere eirund -lan-
zettförmig, zugespitzt, wenig kürzer als die eliipsoidische, stachelspitzige
Kapsel.
WiLLD. Bcrl. Mag. 1809. 298. Chi. han. 565. Koch Syn. 11. 8-39.
Svensk bot. t. 479. f. 3. (J. glaucus).
Am Ost- und ]>lordseestrande, auf sandigem Boden, selten (J//..,- Um.
Insel INeuwerk). Juni, Juli. — August, September.
Schaft 1— l'/a' ''0«^''> s'«^''' nuficihl, stark, grasgrün. Schuppen sliohgclh, glänzend.
Kapseln abgerundet, liellbraun.
Juncus. JIJNCEAE. 585
-J-f Halm Scliti]i)icn tragend, welche in Blatter ii li e rg c Ii e n.
4. J» filiforniis). Itünnhalmige Binse» Halm last
radenloriiiig, ühcrbäiigeml, glatt; Spirrc seitlich, last finfatli und arm-
Idütig; Aliscliiiitte der 6-inJiiinigeu Geschlcclitsdecl;e laitzettlich, spitz,
so lang als die last kugelige Kapsel.
LiNN. Sp. pl.4a5. Chi. hau. 564. Roch Syn. II. 840. Host Gram,
austr. III. t. 84. Fl. dan. t. 1207. Kngl. bot. 1. 1175.
Auf Wiesen, Weiden, an Teichen, auf sumpfigem oder moorigem
Koden , seltener auf dürrem Sandboden, truppweise ziemlich häufig,
gegen Süd-Osten abnehmend, auch zum Theil sich verlierend. Juni, Juli. —
August, September.
Halme '/j — l' tocb, bindfaJendick und sclilaff. gellilicligrün , selten eine oder die andere
Blattsclieidc iiiui Bialte sich aiisliildend. Spirie fast in der Mitte oder etwas über derselben
siebend, 6 — 7 -blutig. Kapseln gelblicbbraun.
3. J. ntarltinuis. Seestrand« -Binse. Innere Scheiden
des Halms in runde, starre, vollniarkige IJIätter ausgehend; Spirre auf-
recht, mehrfach verzweigt und locker; Abschnitte der 6-niännigeu Ge-
schlechtsdecke lanzettlich, pfricnienförmig zugespitzt, so lang oder wenig
kürzer als die 3-seitig- ellipsoidische, stachelspitzige Kapsel.
Lam. Dict. III. 264. Chi. hau. .565. Ko(;h Syn. II. 838. Host Gram,
austr. III. t. 80. Fl. dan. t. 1689. Engl. bot. t. 1725.
Auf den IHordseeinseln und am Ostseestrande, auf nassem oder feuch-
tem Sandboden, die Südgrenze des Vorkommens in INorddeutschland er-
reichend, truppweise häufig {Hu. Inseln Borkum, Juist, Nordernei, Spi-
ckcroge ; III. Küstenstrich von Travemünde bis an Schlesswig, Insel
Feniern ; 3Ik. Markgrafenheide, Schnattermann, Wustrow, Dassow).
Juni, Juli. — August, September.
Halme 2 — "i'/j' hoch, stark, steif aufrecht, wie die ganze Pflanze gelblich • graugrün,
niätter stechend, knotenlos. Spirre 2 — 3" lang, äusseres Blütendecbblatt wenig länger.
Kapseln oft etwas lugcspilzt.
4-j-f Halm mit sticirnnden durch Knotcnwäude kamnierigen Blättern.
6. J. obtuisifloriis. Stumpf blutige Binse* Halme
aufrecht, meist 2-blattrig; Spirre aufrecht, sperrig-ästig, seitliche Ast-
chen zurückgekrümmt; Abschnitte der 6-niäunigen Geschlechtsdecke läng-
lich, stumpf, fast so lang als die eiförmig-3- kantige , spitze Kapsel.
Ehru. Beitr. \'I. 83. Chi. hau. 565. Koch Syn. II. 841. Sturm
Ueutschl. Fl. H.77. Svensk bot. t.615. Engl. bot. t.2I44.
An Teichrändern, in Gräben und Sümpfen, auf nassem Bodeii, trupp-
weise ziemlich häufig, im südlichen Gebietstheile abnehmend. Juni, Juli. —
August, September.
Halme 2 — 3' hoch. Scheiden strohgelb, Blätter straff, kurzkammerig. Spirre gross,
äussere Abschnitte an der Spitze etwas kappenförroig. Kapsel klein, bräunlicbgelb.
«. J. sylvaticus. Spitablütige Binse» Halm aufrecht,
rundlich -zusammengedrückt, 2 — 3-blättrig , Blätter glatt; Spirre auf-
recht, sperrig- ästig. Ästchen gestreckt; Abschnitte der 6 -männigen Ge-
schlechtsdeckc lincal -lanzettlich fein zugespitzt, kürzer als die 3- kantige
zugespitzt-geschnäbelte Kapsel.
Reich. Fl moeno -francof. II. 181. Koch Syn. II. 842. Host Gram,
austr. III. t. 86. J. acutiflorus Eurh. Beitr. VI. 82. Chi. hau. .566. Fl.
dan. t.2112. J. articulatus y. Linn. Sp. pl.465. Engl. bot. t. 238.
Aufwiesen, Triften, an Teichen und Gräben, auf nassem oder sum-
pfigem Boden, truppweise sehr häufig. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Halm 2— 2V2' hoch, Blätlcr etwas beugig und scblan', langkamm.rlg. Spirre gross,
meist langästig und ausgebreitet, äussere Abscbuillc mcisl etwas länger als die inncrn, oJI
586 JIJNCEAE. Juncus.
an (Irr Spitze aiiswärisgekrüiumt. Kapseln LellkasUnienbraun. — Variirt mil etwas lusam-
mengrzogencr diclilblütiger Spirre (v. coarctatiis Clil. han. das.).
'S. «r. atratus. Schtvarabiütige Binse, Halm anstei-
gend, rundlicli- zusammengedrückt, 2 — 3 -blättrig, Blätter gefurcht- eckig;
Spirre aufreclit, vielästig; Abschnitte der 6- männigen Geschlechtsdecke
zugespitzt -begrannt, innere länger, an der Spitze schwach zurückge-
krümint, etwa so lang als die 3-kantige zugespitzt -geschn:ii)elte Kapsel.
Knok. Fl. siles. n. 539. Koch Syn. II. 842. J. melananthos Reichenb.
Fl. exe. 96.
Auf Triften und Waldwiesen, auf feuchtem Boden, nur im süd- öst-
lichsten Theilc des Gebiets, selten (Pr. an der Ziegelscheune von Gun-
dorf und auf Waldwiesen bei Leutzsch). Juli, August. — September.
Halin 2 — 3' hoch. Illättcr durch die Riefen fast 7 -kantig, langkainmerig mit schwa-
chen Querwänden. Bliilen schwarzbraun und glaniend. — Im Gcsamn.lansihen , Spirre und
Blüten der vorhergehenden Art .so nahe stehend, dass kaum ein Unterschied hemcrkhar wird.
Die eigenthümliche BeschaH'enheit der ßlatler trennt jedoch J. atratns von den vor- und
nachslehcnden nächsten Verwandten. — Variiit, eben so wie diese, mil grossem nnd klei-
nern Bliiten, auch mit grossem und kleinern Blütenkopfchen.
9. J. articiilatus. Glansfrüchtige Binse, Halm an-
steigend, rundlich-zusammengedrückt, 2 — 3-blättrig, Blätter glatt; Spirre
aufrecht, sperrig- langästig, Aestchen gestreckt; Abschnitte der 6-männi-
gen Geschlechtsdecke gleichlang, innere spitz, äussere stachelspitzig,
kürzer als die 3-kantig zugespitzte, stacbelspitzige Kapsel.
Link. Sp. p1.46.'j. a.ß. Fl. Suec. 113 (nach Ausweise von EHRIIART zu I.INNE's
Zeit in Upsala eingelegter Ejemplare). Chi. hau. 566. J. lampOCarpuS EhRH.
Calani. n. 126. Koch Syn. II. 842. Sturm Deutschi. Fl. H.71. Engl,
bot. 2143. .1. adsc<"ndens Host Gram, austr. III. t. 87.
b. maritinius. Die strandständige. Halm niedriger, steif; Spirre
knauelartig zusammengezogen oder fast einfach und wenigblütig; Kap-
seln grösser, fast schwarz.
J. articulatus v. maritiinus und v. coartatus Chi. han. das.
c. fliiitaiis. Die ^flutende. Halm schwimmend, sprosscml, oder lie-
gend und wurzelnd; Spirrenäste wenigblütig.
J. articulatus v. fluitans und v. radicans Chi. han. das. Koch das.
Auf Wiesen und Triften, an Gräben und Teichen, auf nassem leh-
migem sandigem oder Sandboden, truppweise sehr häufig; b. im Sande
der INordsecinseln und am Strande; c. im Wasser und im Sumpfe. Juni,
Juli. — • August, September.
Halm 1 — l'/i' hoch, ausleigend. Blatter schlaff und heugig, langkammerig. Kapseln
dunkelbraun, bis in schwarz, stark glänzend, im Schalten und im Wasser geihlichhraun oder
grünlichgelb.
10. «f. alpinu!«* Mothhraune Binse, Halm aufrecht,
meist 2-blättrig; Spirre aufrecht, vielästig, mit kurzen Ästchen und ge-
nähertsteheiiden Blütenköpfchen; Abschnitte der 6-männigen Geschlechts-
«lecke gleichlang, innere länglich, abgerundet, äussere lanzettlich, mit
vor der Spitze aufhörendem ]>erv, kürzer als die ellipsoidische, stachel-
spitzige Kapsel.
VlLL. Hist. d. pl. d. Dauph. 11.233 (die wenigblutige Gebirgsform). KoCH
Syn. II. 842. J. fusco-ater Schreb. in Schweig, et Körte Fl. erlang.
149 (Jie reicbblütigc I.andfo.m). Chi. hau. 566.
Auf Wiesen und Triften, auf Torf- oder Sandboden, im westlichen
und nördlichen Gebiete, als J. fusco-ater, trupj)weisc ziemlich häufig
{Pr.fV.; OL; lln. I>lordseeinseln — ; Lb.; ]^lk.), von Hamburg und Bre-
men süd -östlich bis zum Harze nicht vorkommend, am Harze als J. al-
pinus ViLL.; südlieh vom Harze beide Formen nicht mehr vorkommend.
Juli, August. — September, October.
Junons. JCJKCEAE. 587
Halm 1 — l'/j' hoch. Scheiden scliarftielig. Bialter i.ielsfcns 2, seltener 3, lang-
kammerig. Kis|>c der Hauptform gross, »ieläslig unil rciclikliitig , Blütenl;ö|>rclien klein und
geaiibert, vor den verwandten Arten durch eine in's Rost oder Oiangerothe sjiiclendc Farhe
ausgezeichnet. — Die Gebirgsforni hat eine einfache, dunkler gefärbte Spirre, mit ii — 5
Köpfchen, während deren Zahl an der Landpflanze gegen 100 steigt, weshalb es im Grunde
nnpasslich ist, die Pflanze mit dem I>amcn der verkümmerten Varietät zu belegen.
11. J. SUpillUS. Schlamm- Binse. Halm l'adenfürmig,
I — 3-blattrig, Blätter fast borstent'örinig, unten scbwacb -rinnig; Spiire
eintacb, mit wenigen langen Asten ; Alisebnitte der 8-männigen Gescbleclits-
decke fast gleicb lang, lanzettlieb, kürzer als die sebmal ellipsoidiscbe,
oben 3 -kantige, stacbelspitzige Kapsel.
WöNCH Enum. pl. Hass. inf. 1. 296. Koch Syn. II. 843. Fl. dan.
t. 1099. .1. uliginosus Cbl. ban.567. J. subverticillatus Host Gram, austr.
111. t.88. J. capitatus SCHK. Ilandb. I. T. 98. b. (obere Figur).
b. repens. Miie Kriechende. Halm niederliegend, >vurze1nd und
weiterrankend.
Cbl. ban. das. Kocu das. <T. uliginosus IloTU Mag. f.d. Bot. II. 16.
n.9. J. SUl)inuS uliginosus ScHK. das. (untere Figur).
c. fluitans. Bie , flutende. Halm verlängert, flutend und sprossend.
Cbl. ban. das. Kocu das. Fl. dan. t. 817 (Junci bulbosi var.). J.
liuitans Lam. Diet. III. 270.
Auf Triften und Weiden, auf nassem scblammigcm Boden; b. in stär-
kcrin Sumpfe; c. in Wasserpfützen, Gräben und Teichen, truppweise
li:iufig. Juni, Juli. — August, September.
Halme -J— 10" lang, aufrecht ansteigend oder liegend, Spielart c. bis l'/.i' lang- Blü-
ten griinlirh oder gelblich - hellbraun , Blüten, die bisweilen 4- und .5 - männig vorkommen,
und Hlüicukupfchen variiren fast um das Doppelte in der Grösse. Häufig entwickeln sich
auf letztern schopCge Blätterbü^chel.
_•..•,_•..•.. Halm mit rinnigen oder flachen Blättern.
19. «1. Capitatll». KÖpJige Binse. Halme blattlos, Wur-
zelblätter borstenförmig, unten rinnig; Spirre aus 1 — 3 Köplcben beste-
hend, oberstes sitzend, untere kurz gestielt; Abschnitte der 3-mäniii-
geii Geschlechtsdecke lanzettförmig, iangstacbelspitzig- zugespitzt, innere
durchsichtig- häutig, kürzer gespitzt, länger als die eiförmige, stumpfe
Kapsel.
Weig. Observ. 28. Cbl. bau. 568. Koch Syn. II. 841. Sturm Deutschi.
Fl. H. 13. Fl. dan. 1. 1690,
Auf Triften, W^eiden, Äckern und an Flussufern, auf feuchtem san-
digem oder überschwemmt gewesenem Boden, im nördlichen und mittlem
Gebietsthcilc ziemlich bäuiig, im südlichen selten (^h. Dessau an den
Ufern der l>Iulde und Elbe, südlicher nicht mehr vorkommend). Juni,
Juli. — .\ugust, September.
Halme "J — Ü'' bocli. Köpfchen wenigblütig, gelblich - hellbraun. Im Gesammtanseheo
der ^orhergrllenden Art ähnlich.
13. J. bufoilius. KrÖten.Binse. Halm beblättert, Blät-
ter borstenförmig, an der Basis rinnig; Spirre gestreckt, langästig;
Blüten einzeln, Abschnitte der 6-inännigen Gesebiechtsdecke lanzettlich,
zugespitzt, äussere länger als die länglich - ellipsoidiscbe, stacbelspitzige
Kapsel.
LiKN. Sp. pl.466. Chi. ban. 568. Koch Syn. II. 844. Schk. Ilandb.
1. T. 98. Host Gram, austr. III. 1.90. Fl. dan. t. 1098. Engl. bot.
f. 802.
Auf Wiesen und Weiden, auf feuchtem Boden, oft hecrdenweise.
allgen!Pin verbreitet. Juni Itis September.
Halme •.'— 10" hoch. Spirre g.ibeltbeilig. Blulcn «cis.slich. Kspscl gelblicbbraun.
588 JUNCEAE. Junous.
14. J« Tenaseja. Sand-Binse» Ualm wcaighiättii^, Blat-
tt-r borsleiitöriiiis, nach unten linnig ; Spirre langästig, aiisgclueilcl,
Illütcn einzeln, Abschnitte der 6-niannigcn Geschlechtsdecke eirund -lan-
zettlich, stachelspitzig, Itauni länger als die fast hügelige Kapsei.
Ehrh. Ileitr. IV. 148. Chi. ha». 569. Koch Syn. II. 844. Sturm
Deutschi. Fl. 11.10. Host Gram, austr. III. t. 91. Fl. dan. t. 1160.
\aill. Bot. par. t.20. f. 1.
Auf Weiden, an Wegen, auf nassem Sandlioden, vorzüglich in den
Ebenen des nördlichen und mittlem Gebietstheils, gegen Süden seltener.
Juli, August. — Se|itcniber.
Ilaliii 4 — 6" bufli. Von «U'r äliiiliclicn vorliergelienden Art durcL ilii- etwas sperrige
Stellung der Spirrcnzweige , voinelimlicli .ilicr dnrcli Hie riindlielien Kapseln lei.lil zu nntcr-
scbeiden. AliscLnitte iler Gesclilecblsileclie braun mit l'cinem weissem Saum unil grünem
Miltelnerv.
15. JF. conipressiis. Xusammengedrüclcie Binse»
Halm etwas zusamiucngedrüclit , wenigblättrig, Blätter schmal lineai,
rinnig; Spirre ästig verzweigt, locker, innere, etwas kürzere Abschnitte
der 6-männigeii Geschleclitsdecke elliptisch, stumpf, äussere länglicli
kappenl'örmig- stumpf, fast um die Hälfte kürzer als die elliptisch-kuge-
lige Kapsel, Griffel beträchtlich kürzer als der Fruchtknoten.
Jaco. Enum. stir]>. vind. 60. u. 235. Chi. han. 570. Koch Syn. II.
843. ,f. bulbosus Sturm Deutschi. Fl. H. 36. Host Gram, austr. III.
t. 89 (PSarl.en fast sitzend oUne Griflel).
Anf Wiesen, Weiden, an grasigen Wegen, auf feuchtem Boden,
trupp- oder kleinschaarenweise, sehr häufig.
Halm 6" l>is 1' liocli , bald steif aiifrccbt , bald ansteigend, Spirre reicbblütig, äusseres
ISlütendeekblatt meistens langer als die Sjiirre. GriH'el niclit halb so laug als der Frncbt-
knüten. ^ — Variirt, eben so wie die folgende Art, mit zusammengezogener Rispe und ancli
mit grössern Friirbten.
1(>. J. Gerardi. Gerard*s Binse» Halm fast stielnmd,
Avenigblättrig; Blätter schmal liiieal, rinnig; Spirre ästig verzweigt mit
wenigen Ästchen], innere etwas kürzere Abschnitte der 6-niännigen Ge-
schlechtsdecke elliptisch, stumpf, äussere länglich kappenloriiiig- stumpf,
fast so lang als die 3- kantig- ellipsoidische Kapsel, Griffel so lang als
der Fruchtknoten.
Lois. Nolic. 60. Fl. gall. Ed. II. 360. Koch Syn. II. 844. ,1. bul-
bosus Chi. han. 569. Link. Fl. SUec. 113 (naeb Ausweise von EhrIIART zu I.lNNE's
Zeit zu Ilpsala eingelegter Exemplare). Fl. dau. l. 431 (entsebiedcn diese Art unter Zu-
treflen Ibrer sSmmlliclien Cbaralitere). Engl. bot. t. 934 (der (iriflel iu doppeller Abbil-
dung langer als der Frucblknoten dargestellt, ergiebt, ungeaelilct die HaupKigtir nicht cha-
rakteristisch ist, dass die Abbildung hierher gebort. Es bestätigen dies die ^Voite der Be-
schreibung: „This Juncus is to he fonud in meist meadows and pastures that are esposed
to tbc Salt watcr etc.")- J. bottnicus Wahlenb. Fl. läpp. 82. t. 5. J. bul-
bosus ß. ders. (in der später heransgegebenen) Fl. SlieC. 215.
Auf W^icscn, W^eiden und grasigen Plätzen, stets auf salzhaltigem
Boden, trupp- oder kleinschaarenweise, sehr häufig, daher besonders am
Seestrande, am Unterlauf der seemündenden Flüsse und im Binnenlande
in der Nähe von Salinen oder Salzquellen. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Lnterscheidet sich von der vorhergehenden Art durch die angegebenen Charaktere, die
jedoch sammtlich variiren. Dies gilt namentlich von dem Eängenvcrhältniss z\<ischen Ge-
schlcchtsdeckc und Kapsel, und von der Kapseirorm, die auch bei J. coinpressus eine bald
mehr bald weniger hervorlietcnde I>eigung zur nreilianligkcit hat. I^EERS, dessen Graser-
abbildungen zu den genauesten und zuverlässigsten geboren, die wir haben, bildet t. XIII.
f. 7. den Griflel der blühende« Tllanzc so lang als den Fruchtknoten ab, die Ka|.seln aber
doppelt so lang als die Gcschicchtsdctke , wodurch also die Charaktere heider Arten vcr-
Juiiciis. JIJNCEAE. 589
einigt werden, ncini Verfolgen der Pflanze von nnsern Küsten in das Binnenland auf Siiss-
Masserl>oden stosst man liäufig auf Formen, von denen man ungewiss lileibi , zu welclicr Att
man sie bringen soll.
Bemerk. Wenn die ElIRllART'sclien L'psaler Exemplare, J. bulliosns benannt, zn
der bier als J. Gerardi aufgeführten Form geboren — , wenn, übereinstimmend damit, in
der Flora danica nnd in der Engl. bot. unter dem iXanien J. bnibosns die bier als J. Gerardi
aufgeführte Form abgebildet wird, nnd wenn jenem J. bulbosns sowohl in lelztcrm Werke
als auch in Sni. Fl. hrit. 1. 381. der Standort auf Sah.vasserboden zngesehrichen wird; so
erscheint das Citat der Chi. han., wonach J. bnibosns ElNN. suec. zu J. Gerardi gezogen
wird, wohl vollhommen gerechtfertigt; sey es nun, dass LlNNB nur lelztere vor Angen halle,
oder beide Formen nicht unterschied.
l'J. tl. teiiiiis. SchlanTchalntige Binse* Halm etwas
zusammengedrückt, blattlos, an der Basis von Blattsclieiden eingesclilos-
sen, Blätter lincal , rinnig; Spirre verzweigt. Ästchen verlängert, ästig;
Blüten einzeln, Ahsclinitte der 6-männigcn Gcsclileclitsdecke lanzettlich-
stacbelspitzig, äussere 3-nervig, länger als die 3- kantig- ellipsoidische,
gestutzte un«i stachelspitzige Kapsel.
WiLLD. Sp. pl. II. 214. Koch Syn. II. 844. Sturm Deutschi. Fl. II. 71 .
An Wegen, sehr selten, und als nordanierikanische Pflanze >valir-
scheinlich nur durch Zufälle verhrcilet ( ///. Oldesloe; Iln. auf einer
Elbinsel Hamburg gegenüber; Hs. an Waldwegen in der Winterlitt bei
Cassel). Juni, Juli. — August, September.
Halm 2 — 'i'/o' l"»-!'. Sjiirre reichblütig, Blüten gross, genähert stehend, oft 3 .m
den Endigungen der Ästcbcn in einer Linie, AbschniUe sperrig, steif. Kapseln gross,
scberbengelli.
IS. J* scfiiarrosiis. Sparrige Binse, Halm scbw acheckig,
blattlos, au der Basis von Blattscheiden eingeschlossen; Blätter sehr
schmal lineal , rinnig und starr; Spirre wenigästig, Blüten einzeln, Ab-
schnitte der 6-männigcu Geschlechtsdecke gleich lang, länglich -lanzett-
lich, s« laug als die 3 -kantig -umgekehrteirunde, stumpfe und kurz sta-
chelspitzige Kapsel.
LiNN. Sp. pl.465. Chi. ban. 570. Koch Sy«. 11.842. FI. dan. t. 430.
Engl. bot. t.933.
Auf Triften und Heiden, auf sandigem Sumpf- und Torfboden, borst-
weise häufig, gegen Süden abnehmend. Mai bis Juli. — August, Sep-
tember.
Halm 1 — 1'/./ hoch. Blätter zahlreich, büsehelig um die Halme angehäuft, sperrig
abstehend mit kurzer breilscheidiger Basis. — Tariirt mit stumpfen und mit spitzen Ab-
schnitten der Geschlechtsdecke, auch mit Abschnitten, die langer als die Kapsel sind.
Technisches» Die (jrösscm Arten der Gattung und am meislcH
A. 1. IM Auf'ertitjumj von Fl'echtwerken zu Eörhen, Fischreusen, kleinern
Matten, Überziehen von Glas und Porzellan, zum Heften und Binden
in Gärten u. s. w. (jeeitjnet. Das Mark zu Dochten zu benutzen.
ÖJeonomiSCheS* SUmmtUche Arten, besonders die (frössern tind
horstweise wachsenden ein schxver zu vertiltjendes Unkraut auf fViesen
und rVeiden. Das Vieh weidet nur die kleinern zartem Arten ab, und
vergreift sieh nur aus Hunger an den grössern härtern Arten.
CX. CYPERACEAE.
Blüten Zwilfer oder eingeschlccbtjg, in den Winkeln sprcu-
aitiffer Deckhlältchen zu einzelnen, end.standigen, oder uian-
nicKtach zusammengestellten, meistens durch JJe.ckblalter unter-
590 CYPERACEAE. Carex.
stützten Älirchen vereinigt. Unterste Deckblättchen meistens
blütenlos. Geschlechlsdecke nicht vorhanden oder aus Borsten,
Schuppen oder einem bleibenden in die Frucht übergehenden
Schlauche gebildet. Slaubgefasse in der Regel 3, mit aufrech-
ten an einander sehliessenden Beuteln. Fruchkiiote frei. Grif-
fel 1, in 3 oder nur 2 fädliehe Narben ausgehend. Frucht 1-
samig, eine weiche Nuss (bei ausländischen Arten auch wahre
INuss), sehr selten eine trockene Pflaume (Gatt. Cladium).
Same aufrecht. Keim oberflächlich im fleischigen Eiweiss in
der Nähe des Nabels liegend. — Stengel knotenlos mit aus-
dauerndem Mark und meistens ganz geschlossenen Blattschei-
den (Riethalm).
ITorkominen. Die mehrsten einen nassen Standort, viele zugleich
Säniegehalt des liodens verlangend und alsdann fast gleichgültig gegen
die übrige Bestandmasse; daher vorzüglich im Sumpf und Moor verhrei-
tet. Einige mit frischem Boden vorliebnehmend und dann Humusgehalt
verlangend, während andere an reichen Sandgehalt, einige au Schvi'än-
geriing des Bodens mit Salzwasser gebunden sind. Wenige Yorliebe
für Kai h zeigend. W'^achstbumsweise der mehrsten hörst- oder heerden-,
seltener schaarenwcise.
Gehalt. Im Halme und den Blättern Jiieselsäiire, die zum Theil in
reinen Ausscheidunijen (Zähnchen u.s.w.) vorkommt, dann Alkali. In
den Stocksprossen mehrerer xveniti Zucker und Gummi, Inulin, kratzen-
der Extractivstoff, Satzmehl—, selten etwas ätherisches Öl (C. arenaria).
1. Gruppe. CARICEAE. SMGGMIV GMirÄCMSJE.
Blüten 1-, selten 2-häusig. Geschlechtsdeclse den Fruchtknoten ein-
scbliessend und zur Reife mit ihm fortwachsend.
1. CAREX. SmCtGM.
LlNN. Gen. n. 1064.
Geschlechtsdecke schlauchförmig, bleibend, mit der weichen
Nuss die Frucht bildend. Geschl. Syst. XXI. 3.
Mehljährige Kräuter mit stark kriechender, Stocksprossen treibender
oder faseriger und oft dickbüscheliger "V^'urzel. Ualm einfach (selten
ästig), meist 3-kantig. Blätter grasartig, sehr häufig am Rande und
dem Rückenkiele scharf. Blüten in den Achseln ringsum geschindelter
Deckblätteben zu Ährchen vereinigt, die zu endständigen oder im Win-
kel von Deckblättern stehenden Ähren oder Rispen zusammengestellt sind.
A. Ähre einzeln, endständig.
I. Ztveihäusig.
t* C dioica« Xweihäusige Segge, Früchte fast auf-
recht-abstehend oder fast wagerecht, seltener zurückgebogen, eiförmig,
kurzscbnäbelig; Wurzel kriechend.
LiNN. Sp. pl. 1379. Chi. han. 575. Kocii Syn. II. 862. Schk. Handb.
IV. T. 286. A. n.l. Fl. dan. t. 369. Engl. bot. t. 543. C. Linnaeana
Host Gram, austr. III. t. 77.
In Wiesen, Weiden und Heiden, auf moorigem oder torligein Boden,
rasenartig häufig, süd- östlich des Harzes jedoch verschwindend oder
sehr selten. April, Mai. — Juni, Juli.
Wiirielspiosscn wcnigfascrig. Hdlme 4 — 6" lang, nach dem Blnben oft his tu 1' an-
wachsend. Früchte fcnrzschnäbelig mit iegelinü.ssig ahgeriindoter Basis.
a. C. Davalliana. üavaWsche Segge. Früchte wage-
recht oder abwärts gerichtet, länglich, langschnäbelig mit höckerig vor-
tretender Basis;. W^urzel faserig.
Carex. CYPERACEAE. 591
Sm. in Tiansact. of Liiin. Soc. V. 266. Chi. lian. 575. Roch Sv".
11.862. ScHK. Handb. IV. T. 286. A.G.W, n. 2. Engl. bot. t. 2123.
C. dioica IlosT Gram, aiistr. 1. t. 41.
Aul" Wiesen nncl offenen Waldplätzen, auf moorigem oder torfigeni
Boden, lasenartig selten {Pr. Halle: vor dem Sebenschen Ruscb, Guten-
berg unter dem Tannenberge, Moritzscb, Gr. Oöizig, zwischen Kl. Uölzig
und dem Kienitz, Benndorl'er Mühle — ; Pr. JV. zwischen IJillerbeck und
Osterwik— ; Hs. Allendorf zum Hain, Ilörnekuppe, zwischen Kireh-
ditmold und dem Habicbtswald — ; flu. Hochmoor bei Aurich; Mk.).
April, Mai. — Juni, Juli.
Gesammtanseheu der vorigen sehr ähnliclien und nahe verwandten, in allen Theilen elwa»
grössern Art. Die starl>büschclige Wurzel zeigt Neigung kriechend zu werden. Halme
und der Rand junger Bialter sind mehr oder weniger schärilich, welches bei C. dioira zwar
im geringern Grade jedoch auch der Fall ist.
Bemerk. WaHLENBEKG zieht die nordische Tflanze als ß. parallela zu C. dioica.
DavALL nannte die Pflanze C. decipiens , unter welchem INamen ich ein, mit unserer Pflanze
völlig iihercinslimmendes, Originalexemplar von ihm selbst besitze, worauf er bemerkt hat:
„pro C. dioica I.. fere ab Omnibus Botanicis Europae auslralis habita.« — Ich hezweillc
kaum, das» fortgesetzte Untersuchungen dazu nuthigeu werden, C. Daiailiaua als >ar. major
zu C. dioica zu bringen.
II. Ähre zwitterig
• '2 Narben.
3. C. pillicariS. Floh. Segge. Äbrchen oben männlich,
unten weiblich; Früchte gesondert und' abwärts gerichtet, länglich, an
beiden Seiten zugespitzt.
LiNN. Sp. pl. 1380. Chi. bau. 576. Koch Syn. Tl. 862. Host Gram,
austr. IV. t. 75. Fl. dan. 1. 166. Engl. bot. t. 1051.
Auf Wiesen, Weiden, in lichten Holzungen, auf sumpfigem und
moorigem Boden, zerstreuet oder in lockern Rasen, ziemlich häufig, ge-
gen Süd -Osten abnehmend (JWA.,- Lb. Boika— ; Hn. Wiedcnbausen,
Soltau, Deelsen, Barsinghausen, Hunteburg, Münden auf dem Hühner-
felde, Soliing, Harz, z.B. Sophienhof—; Pr. Schiftgrabenbruch bei
Aschersleben, Hornburg, östlich von Bitterfeld —; Pr. /r. Tecklenburg,
Lotte in der Senne an vielen Stellen). Mai, Juni. — Juni, Juli.
Helme 6" hoch. Früchte spindelförmig, flohfarhen. Deckblättchen abfallend.
•• 3 Narben.
4. C. pauciflopa. Armhlütige Segge, Ähreben 4—6
blutig, meistens nur eine an der Spitze stehende männliche Blute ; Fruchte
abwärts gerichtet, lineal -länglich , pfriemlich zugespitzt. „ ,,
LiGHTF. Fl. scot. II. 543. t.6. f. 2. Koch Syn. 11.863. Schk. Handb.
IV T.286. A. n.4. Sturm Deutschi. Fl. 11.61. Host Gram, austr. 1.
t. 42. Engl. bot. t. 2041. C. Leucoglocbin Ehrh. in Linx. Suppl. 431.
Chi. hau. 576. . . „ i i
Auf Weiden, auf Bruch- und Torfboden in kleinen Rasen, sehr sel-
ten (Hn. Munster, Gifhorn im Lüneburgseben, Oberharz: Andreasberg,
am Rehberge, Oderbrück, rothe Bruch, Borkenkrug—; Pr. Brocken).
Mai, Juni. — Juli, August.
Halme 3 — 6" hoch. Früchte hlassstrohgelb . Dcckblatlchcn abtallend.
•5. C. obtusata. Stumpffrüchtige Segge, ^^^rchcn
an der Spitze männlich; Früchte fast kugelig, glänzend, mit einem sehr
kurzen, 2-spaltigcn, durchscheinend- weissllchen Schnabel ; Blatter lineal,
'^ViLjEBL. Vet. acad. Handl. 1792. 69. t. 4. Roch Syn. 11-862^, C. spi-
cata Schk. Handb. IV. T. 286. Q. q. q. f. 159. Sturm Deutschi. Fl. H. bl.
592 CirPERACEAE. Carex.
Auf Triften, auf trockenem sandigem Boden, nur Pr. Halle: im
Rienitz, besonders an der Siid-'V^'^estseite, liäulig. Mai. — Juli.
Wiirjel Stociisprossen treilioiiJ. Ilalnio 3 — 4" Iiocli. Blätler lincal , zuges|iitzt , liiirzpr
als cid Halm. Friiclitäbre kurz, cifoiinig, 3 — 5 - friirhtig, mit aciu sleliciilileibcmU-ii «el-
keii maniiliclion Tlicile an ilor Spitze. Irürlile aufierlit - abstclifna , liastanienbraiin. Drei.
I.liittclicii kürzer als ilio Friicliti'.
B. Mehrere Ährchen.
I. Zwitterig oder tlieils zwitterig, tlicils l-liiitisig. INarbeii 2.
•f Oberes Ahrclien zwitferig, an der Spitze weiblieb, untere weiblich.
6. C nilcrostacliya. Mleinahrige Segge, Endstän-
diges Aehrchen männlich, an der Spitze weihiich oder iinregelmässig ge-
mischt, Aveihliche 2 — 3 dicht angedrückt, sitzend; Früchte aufrecht, ei-
förmig, glatt, in einen 2-zähnigen Schnabel zugespitzt; Ualm 3-kantig
mit scharfen Kanten.
Ehrh. Beitr. III. 72. Calam. n.9. Chi. han. 583. Kocu Syn. IT. 871.
ScHK. Haudb. IV. T.286. C. n.Il. Sturm Deutschi. Fl. 11..%.
Aufwiesen, auf sunipligem oder torfigem Boden, im nördlichen iic-
bietstheile, selten {Iln.; Munster im Lüneburgschen , Aurich — ; Bin.;
Hl. Schlutup nach dem Schwarzteiehc zu). Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel Stocksprossen treibend. Halme 1 '/.^ ~' hocb , srblank, Blatter sebr sclimal
(!"' breit), tief rinnig, am Kiele und den Kanten scharf. Männliche Ährchen langlich-
kenlenlürmig, weibliche Ährchen 3 — 4"' lang.
■f-^ Alle Ahrchen zwitterig, au der Spitze männlich,
a. Ahrchen kopfförniig zus.imniengcdrängt.
9« C* cliordorrliiza. JPaAenwur selige Segge» Aebr-
chenköpfchen eiförmig; Früchte ruudlich- eiförmig in einen 2-zähnigen,
an den Kanten glatten Schnabel zugespitzt; Halm an der Basis verzweigt;
Wurzel weit kriechend.
Ehrh. in Linn. Suppl. 414. Chi. han. 576. Koch Syn. II. 446. Schk.
Haudb. IV. T.286. G. u. I. i. n.31. Fl. dan. t. 1408.
Auf V^'^eiden, auf Torfboden, im nord- westlichen Gebietstheile, die
Südgrenze des Vorkommens in IVord-Deutschland erreichend, selten {Mk.;
Hn. Grenzmoor bei Haaren, Hochmoor bei Aurich rechts vom Cauale — ;
Hl. Suseische Sümpfe, Leesten). Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel wagerechte, fusslangc Sprossen und ansteigende glatte Halme treibend, welche
viel länger als die Blätter sind. Früchte nervig gestreift.
* 8. C stenoiiltylla. Steif blättrige Segge. Aehrehen
köpfchcn eiförmig oder länglich; Früchte ellipsoidisch, 9 — 11 -nervig,
in einen kurzen, ausgcrandeten, an den Kanten gesägt -scharfen Schnabel
zugespitzt; Halm glatt oben sehärflicb; Wurzel weit kriechend.
Wahlenb. Act. holm. 1803. 142. Koch Svn. II. 564. Schk. Ilandb.
IV. t. 286. G. n. 32. Stürm Deutschi. Fl. H. 47. C. glomerata Host
Gram, austr. I. t. 44.
Auf Wiesen (nur ///. IVolte). April, Mai. — Juni.
Halme 4 — 6" hoch, a- kantig. Blätter schmal, rinnig. »ockblättchen eirund, spitz,
rostroth mit weiss -häutigem Bande.
b. Ährchen z« einer zusammengesetzten Ähre oder Rispe verbunden.
9. C Vtllpina. Wuchs-Segge, Aehre dick walzenförmig,
nach unten oft doppelt zusammengesetzt, dicht oder an der Basis etwas
gesondert, Früchte gedrängt, sperrig abstehend, eiförmig, 5 — lO-nervig,
in einen platten kurz gespaltenen an den Kanten scharfen Schnabel zu-
gespitzt; Halm scharf 3-kantig.
LiNN. Sp. pl. 1382. Chi. han. 578. Koch Syn. II. 866. Schk. Ilandb.
Carex. CYPEBACEAJE. 593
IV. T. 286. C. 11.10. Sturm IJeutschl. Fl. 11.57. Host Gram, austr. f.
t.r^e. Fl. tlaii. f..S08. Kiigl. bot. t. 307.
b. nenioroga. Die hainständige. Halm Löher, Aolire länger,
Aebrcheii mehr gesondert, Decliblättcheu weiss gerändert.
Koch das. C. nemorosa Willd. Sp. ]»1. IV. 232. Stukm das. H. 87.
Auf Triften, Weiden und in Holzungen, an Bachen, Giäben und
Sümpfen, horstweise allgemein verbreitet. I^Iai , Juni. — Juni, Juli.
\Viir7.el l.nsclielig. Halme 1'/.^— 2' hocli, dick und steif. Ähre aus •'i — -_8 - dicLllilii-
tigeo Älirolicii gebildet, griinlicli, später fucbsigbraun. Die Ileckbliilter der .'\hi'cben ler-
längern sieb bisweilen beträcbtlicb (v. bia.teata Cbl. bau. das.).
10> C intiricata. MtachelTc'öpJige Segge. Aehre wal-
zenförmig, untere Aebrchen gesondert; Früchte gedrängt, sperrig-ab-
stehend, eiförmig, in einen platten, kurz gespaltenen, an den Kanten
scharfen Schnabel zugespitzt, schwachnervig oder nervcnlos; Halm 3-
liantig mit ebenen Flächen.
LiNN. Sp. pl. 1382. Chl.ban. 579. Koch Syn. 11. 866. Schk. Handb.
IV. t.286. E. n. 22. Host Gram, austr. I. t. 54. aucb t. 55 (C. divulsa; als
grössere Form). Engl. bot. t. 1079.
b. virens. Ute grünliche. Aehre länger, sämmtHchc Aebrchen ge-
sondert, Früchte etwas grösser und grünlich.
C. vircns Lam. Dict. III. 384. Chi. han. das. C. loliacea Schreb.
Spic. fl. Ups. 64. Schk. das. E. e. n.91. C. nemorosa Host. das. IV. t-81.
c. divulsa. Die unterbrochenährige. Aehre länger und schmä-
ler, Aebrchen entfernt stehend, Früchte etwas kleiner, weniger sperrig
gestellt.
DöLL Rhein. Fl. 134. C. divulsa Good. Transact. of Linn. Soc. II.
160. Chi. han. das. Koch Syn. das. Schk. das. W.w. n. 89. Sturm
Deutschi. Fl. H. 57. Fl. dan. t. 1280. Engl. bot. t. 629 (im Beginnen der
Blüte). C. gUCStphalica V. BÖIVNINGH. Samenkat. KOCH das. (als nocb zar-
tere scbmälere Form).
Auf Wiesen, in Hainen und Waldungen, horstweise sehr häufig; b.
in schattigen Gebüschen; c. im Sumpfe. Mai, Juni. — Juni, Juli.
Wurzel büsebelig. Halme 1 '/./ lang. Früchte grünliclibra.in , von b. iiielir grün. Spiel-
art c. bisweilen mit untern gestielten Äbrcheu und laugcr ausgewachsenem unterstem Deckblatt.
Bemerk, >aeh Herausgabe der Cbloris bei Melle im Osnabrüekscben , ko sämml-
licbe hier aufgeführte Formen iu Gesellschaft vorkommen, angestellte Beobachtungen, lassen
keinen Zweifel, dass ihre Charaktere ÜbergUnge darbieten.
lt. C. teretiuscula. Stielrundliche Segge, Aehre
zusammengesetzt oder nach unten rispig, Aebrchen gedrungen; Fruchte
schmal eiförmig, beiderseits convex, an der Basis schwach gestreift, in
einen kurz gespaltenen, an den Kanten scharfen Schnabel zugespitzt;
Halm oben 3- kantig mit schwach gewölbten Flächen; Wurzel kurze
Stocksprossen treibend. ^, , , ro.-y
GOODEN. in Transact. of Linn. Soc. II. 163. t. 19. t. 3. Chi. han. 583.
Koch Syn. 11.867. Schk. Handb. IV. T.286. D. n. 19. T. n. 69. Sturm
Deutschi. Fl. H. 50. Engl. bot. 1. 1065. und Analyse 2. auf t. 1064.
b. major. Die grössere. Fast doppelt höher; Aehre dicker und
mehr zusammengesetzt.
Koch das. C. Ehrhartiana Hoppe.
Aufwiesen, Triften und in Waldungen, auf sumpfigem oder moori-
gem Boden, auch an Bächen, kleinhorstweise, im nördlichen und mitt-
leren Gebietstheile ziemlich häufig, im südlichen selten (hier Pr. Halle:
zwischen dem Bienitz und Uückmarsdorf ; Pr. fV. Lotte im Ueetbrock;
b. in Mk.). Mai, Juni. — Juli. _,
Halme 3/^ — 1 '/j' lang. Die oft rispenarlige Ähre dunkelbraun. Früchte nervcnlos,
glatt, stark glänzend. — Variirt mit auseinander gerückten .'Vhrcl.en und mit rispigrr Al.rc.
594 C¥PERA€EAE. Carex.
lÄ. C. paradoxa. Abweichende Segge, Aehre lappig-
rispig; Früchte t-ilorniig, beiderseits convex, ringsum nervig gestreift,
in einen kurz gespaltenen, an den Kanten scharfen Schnaliel zugespitzt;
Halm 3 -kantig mit schwach gewölbten Flächen; Wurzel faserig.
WiLLD. in'Act. acad. berol. 1794. 39. t. 1. f. 1. Chi. han. 582. Koch
Syn. II. 867. Schk. Ilandb. IV. t. 286. E. n. 21. C. canesccns Uost
Gram, austr. T. t. 57.
Auf Weiden und W^iesen, auch an Gräben, auf moorigem Boden,
horstweise hier und da , im südlichen Gebietstheile abnehmend. April,
Mai. — Juli, August.
Halme 1 '/j — 2' Loch. Früchte dick, die fein sägezähnigen Kanten bis zur Basis sieb
heraliz.iehciid. INerven auf der äussern Seite 10 — 1*2, die bis zum Schnabel laufen, dessen
Basis liauni y^ so breit als die Frucht ist.
1». C. panieiilata. Mispige Segge» Rispe locker;
Früchte eiförmig, beiderseits convex, an der Basis schwach gestreift mit
auslaufendem Wittelnerv, in einen kurz gespaltenen an den Kanten schar-
fen Schnabel zugespitzt; Halm oben 3 -kantig, sehr scharf, mit ebenen
Flächen; W"urzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 1383. Chi. han. 582. Hoch Syn. 11.867. Schk. Handb.
IV. T.286. D. n.20. Sturm Deutschi. Fl. H.50. Host Gram, austr. I.
t.85. Fl. dan. t. 1116. Engl. bot. t. 106f (Analyse 2 ausgeschlossen).
Auf W^eiden und V^'^iesen, auch an Gräben, auf moorigem Boden,
horstweise sehr häufig. Mai, Juni. — Juli.
Ilaluic l'/2 — 3' hoch. Kanten der gelbliclibraunen , matten Früchte bis unter die Mitte
sich herahzieliend. — Auf trockcncrm Boden bleibt die Pflanze kleiner, hat schmälere Blätter
und einen fast übrigen Friiihtstand. Diese Form ist den beiden »orhergcbenden Arten sehr
ähnlich, wie denn überhaupt alle 3 nur an den Frücliten mit Sicherheit zu unterscheiden sind.
•J"|"J- Mittiere Ahrchen an der Spitze männlich, obere ganz männlich, untere ganz treiblicb.
14. C. arenaria. Sand-Segge. Aehre zusammengesetzt,
an der Basis meistens unterbrochen; Früchte eiförmig, plaii-convex, aussen
7 — 9 -nervig, innen 5 -nervig, in einen langen Schnabel mit geflügelten
Kanten zugespitzt; Wurzel lang wagerecht kriechend.
LiNN. Sp. pl. 1381. Chi. han. 577. Koch Syn. II. 865. Schk. Handb.
IV. T.286. B. und D.d. n.6. Sturm Deutschi. Fl. H. 2 und 69. Host
Gram, austr. I. t. 49. Fl. dan. t. 1766. Engl. bot. t. 928. IIayne Arz-
neigew. V. T. 7.
Auf Heiden, Triften, an Fluss- und Meeresufern, im fast reinen Sande,
besonders auf Flugsand, im nördlichen Thcile des Gebiets bis nach Han-
nover truppweise häufig, im mittlem Theile kaum vorkommend, im süd-
lichen sehr selten (hier ^n. Dessau). Mai. — Juni, Juli.
Wurzelstock walzig, mehrere Fusse weit unter der Erdoberfläche fortlaufend, regelmässig
gegliedert, an den Knoten mit in Fasern sich auflösenden Scheiden besetzt, ^/^ — 1' hohe
Halme emporsehiekend und Faseriiurzcln treibend. Ähre länglich, breit, 1" lang, oberste
Abrchen ganz männlich, untere weihlich, aus dem Strohgelben in's Rostfarbene überge-
hend, — Stengel und Wurzeln gerieben nach Terpentin riechend.
■J-J-J-J- Mittlere Ahrchen ganz männlich, obere und untere ganz weiblich.
th, C Intermedia. Mittelmännige Segge. Aehre
zusammengesetzt gedrungen, selten an der Basis iinterbrochen; Früchte
eiförmig, plan-convex, aussen 11 — 15-nervig, in einen niittellangen Schna-
bel mit scharfen Kauten zulaufend; Wurzel kriechend.
GoODEN. in Transact. of Linn. See. II. 154. Chi. han. 577. Schk.
Handb. IV. T.286. B. n. 7. Sturm Deutschi. Fl. H. 55. Host Gram,
austr. I. t. 50. Engl. bot. t. 2042. Hayne Arzneigew. V. T. 8. C. di-
stieha IIuDS. Fl. angl. 403. Hoch Syn. II. 865.
Carex. CYPERACEAE. 593
Aufwiesen und Weiden, an Flüssen, Gräben und Teielien, auf nia-
gerni, feucliten» oder sumpfigem Boden, häufig, im mittlem und südliclien
TLcile des Gebiets zunehmend. Mai, Juni. — Juli, August.
Der vorigen selir ülinlicb , ziinäclist durch die aljwciclicnde Stellung der GescLleehtcr zu
untersclieidcn. AVurzel geruclilos. — • Der wenn aueli ültcre HunsON-'selie J>anic eine un-
richtige Bezeichnung enthaltend und daher irrcCührcnd.
ffftf Ährchen z.vitlerig, an der «asis männlich.
1«. C brizoides. Zittergras ähnliche Segge. Aehre
aus meistens 5 (3 — 7) genäherten, länglichen, spitzen Aehichen zusam-
mengesetzt; Früchte aufrecht, eiförmig -länglich, plan- convex mit häutig
geränderten, gesägt -winiperigen Rauten, in einen Schnabel mit liurz ge-
spaltener Spitze auslaufend; Wurzel stark kriechend.
C. brizoides a. campestris W^imm. Fl. v. Schles. 401. C. Schreheri
Schrank Rairsch. Fl. T. 278. Chi. han. 577. Kocu Syn. II. 868. Schk.
Handb. IV. T. 286. B. n. 9. Sturm Deutschi. Fl. H. 46. Host Gram,
austr. I. t. 46.
b. neiuoralis. Die waldständige. Höher; Blätter breiter; Aehr-
chen länglich -kegelförmig, J)leieh; Früchte schmäler.
WiMM. das. C. brizoides LiNN. Sp. pl. 1381. Chi. han. 578. Kocu
das. C. und U. n. 12. Sturm das. H. 50. Host das. t. 47. Fl. dan.
t. 2180.
Auf Triften, an Ackerrainen, auf trockenem sonnigem Boden, trupp-
weise ziemlieh häufig, doch gegen ]\orden abnehmend; b. in \^'^aldungen,
auf humoseni frischem oder feuchtem Boden, im südlichen Gebietstheile
ziemlich häufig, im mittlem seltener (hier /Jh. W^eserthahvaldungen, z.B.
Lei Büren, Soliing, Gchrdener Berg, Eilenriede bei Hannover), im nörd-
lichen sehr selten (W/. Reinbeck; Lb.). April, Mai,— Juni, Juli; b. 14
Tage bis 3 Wochen später blühend als die Hauptart.
Wurzel stark hriechend. Halme fein und schlank . '/j— l'lang, ,on h. 1 — l'/j'lang,
oben 3 -kantig und scharf. Ahrchen hlassbraun , an der lichlgrünen Spielart strohgelb.
IV. C leporlna. Masen-Segge. Aehre aus meistens 6
(3 — 8) genäherten, rundlich -ellipsoidischen Aehrchen zusammengesetzt;
Früchte aufrecht, eiförmig, plan -convex, nervig, mit schwach geflügelten
schärf liehen Kanten, in einen 2 -zähnigen Schnabel zulaufend; Wurzel
faserig.
LlNN. Sp. pl. 1381. Fl. suec. 326 (nach Ausweise von EllRHART zu LlNNEs Zeit
in Ipsala eingelegter Ejemplare). Chi. han. 578. KOCH Syn. II. 869. StURM
Deutschi. Fl. 11.47. C. ovalis Good. in Transact. of Linn. Soc. II. 148.
Schk. Handb. IV. T. 286. B. n. 8. Sturm Deutschi. Fl. H. 47. Host
Gram, austr. I. t. 51. Fl. dan. t. 1115. Engl. bot. t. 306.
b. argyrog^lochin. nie silberweisse. Schlanker; Aehrchen etwas
schmäler, hellgrün oder weisslich.
Kocu das. C. argyroglochin HoRNEM. Fl. dan. t. 1710. Chi. han. 579.
Sturm das. II.'55.
Auf Wiesen, V^'eiden, Grasplätzen und an Gräben, auf feuchtem oder
nassem Boden, oft rasenartig allgemein verbreitet; b. selten (lim.; Lb.;
Iln. Lucie im Lüneburgschen). Mai bis Juli. — Juni, August.
Wurzel starke Büschel bildend. Halme V2 — 1' ''"<■''• Ährchen graubraun, Deckblätter
meist gelblichbraun mit grünem Mlttelstrcif.
18. C. sttellulata. Sternjrüchtige Segge. Aehre aus
meistens 3( — 5) gesonderten, rundlichen Aehrchen zusammengesetzt;
Früchte sperrig abstehend, eiförmig, plan -convex, fein gestreift, mit
schärflichen Kanten, in einen 2-zähnigeu Schnabel zugespitzt.
Good. in Transact. of Linn. Soc. II. 144. Chi. han. 580. Kocu Syn.
II. 869. Schk. Handb. IV. T.286. C. n.M. Sturm Deutsehl. Fl. H.50.
596 CYPERACEAE. Carex.
Host Gram, austr. I. t. 53. En^l. bot. t. 806. C. inuvicata IIuds. Fl.
aiigl. 40fi. Fl. dan. t. 284. C. ecliinata Murr. Prodi-, fl. gott. 76. Fhrh.
Calain. 11.68.
Aul' Triften, Grasplätzen, an Gräben und Teichen, in Wäldern, auf
nassem oder bruchigem Boden, horstweise häufig. Mai, Juni. — Juni, Juli.
Wiiriel stark büscUclig. Halme 6"— 1' l.otli . na(-li oben scharf. Blallcr l.cllgiün.
I'rüelite stcru-irllgc Köplolieii bil.leiiil , ndist eleu DcckMiillclien grüulieli.
19. C. Meleoiiastes. ^utnpf -Segge, Aehre aus 3—4
genäherten, rundlichen Aehrcheii zusamniengesetzt; Früchte cilorniig, plan-
convex, fein gestreift mit rundlichen Kanten, in einen kurzen ungezähn-
ten Schnabel zugespitzt.
Ehrh. in LiNN. Suppl. 414. Koch Syn. II. 870. Schk. Ilaiidb. IV.
T. 286. l. i. n.97.
In Mooren, auf den Bulten, im Wasser, nur IIa. Esterwege im Mep-
penschen. Mai. — August, September.
Wuiiel faserig, aichtlmscliclig. Halme straiV aufrecht, 1' hoch, dicht unter iler Ähre
scl.arllich. übrigens glatt. Blätter '/j'" breit, gefalzt - rinnig luit vortretendem Kiel. Ähr-
chen an einander slossend , 3'" lang. Kapseln wenig länger als die eirunden spitzen Dcck-
blättchcn. or,ingebrann.
Benierl». IVach einer Andeutung, die sich jetzt nicht weiter verfolgen lässt, ist es
wahrscheinlich, dass diese Segge, mit C. teretiuscula verwechselt, auch im Holstcinschen
vorkommt.
ao. C. eloiigata» Verlängerte Segge» Aehre aus
8 — 12 locker siehenden, länglich-walzigen Aehrchen zusammengesetzt;
Früchte aufrecht-abstehend, ellipsoidisch-eiformig, fast beiderseits convex
mit abgerundeten Kanten und ringsum gestreift, Schnabel kurz, undeut-
lich 2-zähiiig; W^urzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 1383. Chi. han. 581. Koch Syn. II. 870. Schk. Handb,
IV. T. 286. E. n. 25. Host Gram, austr. III. t. 79. Fl. dan. t. 1236.
Engl. bot. t. 1920. C. multiculmis Euru. Cal. n. 88.
b. Oebliardi. Die Gebhardsche. INiedriger; Aehrchen rundlich-
länglich; Früchte schmäler.
C. Gebhardi Schk. das. H.h.h.h. n. 192. Willd. Sp. pl. IV. 240.
C. elongata b. alpestris Chi. han. das.
Auf Wiesen, an Gräben und Teichen, auf sumpfigem oder nassem
Boden, horstweise ziemlich häufig; b. am Oberharzc (Bruchberg, Bro-
cken). Mai, Juni. — Juli, August.
Halme l'/j — 3' hoch. niäticr schmal, hellgrün. Ähren bis 3" lang, ÄLrchen gelb-
lich, dann branngrün.
AI. C. canesceiif^. Graue Segge» Aehre aus meistens
6 (4 — 7) wenig abstehenden, rundlich- länglichen, stumpfen Aehrchen zu-
sammengesetzt; Früchte aufrecht -abstehend, cllipsoidisch, fast beider-
seits conve\ mit abgerundeten Kanten, ringsum fein gestreift, Schnabel
sehr kurz, kaum merklich 2-zähnig; Wurzel kurze Stocksprossen treibend.
LiNN. Sp. pl.l383. Chi. han. 581. Koch Syn. Tl. 870. Schk. Handb.
IV. t. 286. C. n. 13. Sturm Deutschi. Fl. Ü. 50. C. curta Good. in
Transact. of Linn. Soe. II. 145. Host Gram, austr. I. t. 48.
b. brunegcens. Mtie bräunliche. Aehrchen kürzer, fast kugelig;
Deckblättchen braun.
Koch Syn. Ed. I. 753. C. Persona ders. Ed. II. 11.870. C. cancscens
V. alpestris Chi. han. 582. C. Gebhardi Sturm das. H. 50.
Aufwiesen, Weiden und au Gräben, auf nassem, sumpfigem und
bruchigem Boden, horstweise sehr häufig; b. am Oberharze (Bruchberg,
Brocken). Mai, Juni. — Juli, August.
Blassgrün, Halme 1 — 1 '/j' hoch. Blätter sehr schmal. Ährchen griinlichweiss , später
graubraun, au b. dunkelbraun mit weissgcrSiiderlen Heckblättchen.
Carex. CYPEBACEAE. 597
«». C reniota. Mntferntährige Segge» Untere 3—4
Aehrchen weit entfernt stehend, mit verlängerten, die ganze Aehre über-
ragenden Deckblättern; Frücbte aufrecht, länglieh- eiförmig, plan-convex,
in einen etwas gespaltenen, an den Kanten scharfen Sehnabel zugespitzt;
Halm schwach und überhängentl; Wurzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 1383. Chi. han. 580. Koch Syn. II. 869. Schk. Handb.
IV. t.286. E. n.23. Sturm Deutschi. Fl. H. 50. Fl. dan. t.370. Engl.
bot. t.832. Host Gram, austr. I. t. 52.
In Hainen und lichten "V^^aldungen, besonders an Bächen, auf fri-
schem, nassem oder sumpfigem Boden, horstweise häufig. Mai, Juni. —
Juli, August.
Haluic 1 — '2' lioch, schlank, fein, nebst den selir scliinalen BlUllern Logig und sclilafl.
Ähreben scbni.il länglich, obere zu 4 — 6 genähert stehend, hellgrün.
«3. C. axillaris. WinJcelährige Segge» Untere 2—3
Aehrchen entfernt stehend mit verlängerten üeckblättein, deren unter-
stes die ganze Aehre überragt ; Früchte aufrecht , länglich - eiförmig,
plan-convex, vielstreifig, in einen an den Kanten scharfen 2-zähnigen
Schnabel zugespitzt; Halm straff.
GOODEN. in Transact. of Liun. Soc. II. 151. t. 19. f. 1. Chi. han. 581.
Koch Sjn. II. 869. Schk. Handb. IV. t.286. R. n. 62. und D.d. n.22b.
(besser). Engl. bot. t. 993.
b. Büniiinghausiana. Die BSnningAausensehe. Niedriger; Blät
ter etwas schmäler; Deckblatt des untersten Aehrchens die Spitze der
Aehre nicht erreichend.
C. Bönninghausiana V^'eiue in Reg. bot. Zeit. IX. 2. 743. Koch Syn.
II. 868. Sturm das. H.55. Fl. dan. t. 2:300. C. remota v. macra Chi.
han. das.
Auf >Yicsen, auf sumpfigem Boden, sehr selten (nur Hn. Osnabrück.
Dissen, nebst b., Iburg, Lingen, Wühlenburg im Lüneburgscheu, am
Ith). Mai, Juni. — Juli, August.
Gesammlunseheu der vorherigen Art, durch die straff aufrechten Halme, die untern we-
niger entfernten Ährchen und die weniger langen Deckhlälter derselben, von denen nnr das
unterste die Halmspitzc erreicht, nicht selten noch helrnchtlich unter derselben lurückblelbt,
lu unterscheiden.
«4. C loliacea. Iiolchartige Segge. Meistens 4, ent-
fernt stehende, rundliche, arinblütige, vom Deckblatt nicht oder kaum
überragte Aelirchen; Früchte ellipsoidisch. stumpikantig, spitzlich, fem
gestreift und ohne Schnabel. rv .l i i
LiNN. Sp. pl. 1382. Cl.I.han.580. Koch Syn. 11.871. Sturm Deutschi.
Fl. H.69. Schk. Handb. IV. T.286. P.p. n. 104. (C. tenelia). Fl. dan.
t- 1403. . . . „ „
In Mooren, an etwas trockenen Stellen, sehr selten (nnr Hn. «our
tanger Moor eine Stunde von Schede). Mai. — Juni.
SVurzel kriechend. Halm fein, xart. 1 — 1 'A' '»"S' 3 -eckig. Hlälter fast so l..ng
als der Halm, sehr schmal, 1"' breit, fein zugespitzt, heuglg. Aehrchen 2— 4-blül.g,
durchscheinend weiss. Deckblätter halb so lang als die Früchte, weiss mit braunlicher M.ttelr.i.i.e
II. Aehrchen eingeschlechtig, obere männlich, untere weiblich; selten
das endständige zivitterig.
• Zwei Narben.
«5. C. .«triCta. Straffe Segge. Männliche Aehrchen mei-
stens 2, weibliehe meistens 3, an der Spitze oft männlich, verlängert
walzenförmig, spitz, sitzend oder kurz gestielt, aufrecht; Fruchte dieht
geschindelt, zusammengedrückt- ellipsoidisch, schwach ^— ' " ^V?"' S ""„•
kurzem stumpfem Schnabel; Halm an den Kanten scharf. Blatter strall
mit netzfaserig aufieissendcn Scheiden.
598 CIPERACEAE. Carex.
GOOD. in Tiaiisael. ot Linn. Soc. II. 196. t. 21. f. 9. Chi. l.an. 590.
Koch Syii. II. 872. Sturm Deutscbl. Fl. II. 56. Scuk. Ilandb. IV. T. 286.
V. n. 78. Host Gram, a.istr. I. t. 94. Engl. hot. t. 914.
Auf Wiesen, auf suinpligem oder moorigem Boden, liorstweisc ziem-
licli häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel Slocksprossen treibeiMl. Halme I '/j — 2' lioch , straff un.l steif, nel.sl <len
ULitlcin hliinlleligriin. .Mannllel.c sowol.l als «eil.liclic Aehrelicii 1 — 1 V2". selten 2" lang.
i>ü.l.te gri.nliel., lial.l naeli .1er Kelle anfallend.
94». O. CaespitOi^a. HasenSegge. Männliches Aehrclu-n
meistens einzeln, weibliche 2 — 3, länglich-walzenförmig, stumpf, aufrecht
sitzend oder unterstes sehr l.urz gestielt; Früchte dicht stehend, zusam-
meiigedrüclit-ellipsoidiscb, streifenlos mit sehr kurzem stumpfem Schna-
bel; Halm an den Kanten scharf, Blätter später schlaff mit netzfaserig
aufreissenden Scheiden.
Linn. Fl. SUCC. 333 (ob auch Sp. pl. scbeint zweifelhaft; vergl. C. vulgaris). Svensk
bot. t.222. Fl. dan. t. 1281 ? C. pacifica Drej. Fl. exe. hafn. 292. C.
Drejeri Koch Syn. II. 872.
Auf \^'^iesen, auf nassem oder sumpfigem Boden, horstweise im nörd-
lichen und mittlem Gebiet ziemlich häufig (Hin.; Hn. Celle, Hannover,
Osnabrück — ), im südlichen bis jetzt nicht gefunden.
"Wurzel kurze Stochsprossen treibend. Halme 1 — 1 '/j' hoch , sIralT, nebst den Blattern
licbt-blänliebgrÜD. Mannlicbc Aehrcbeii rostbraun, wie die «eiblicben '/; '''« V4" '""g-
Früchte unreif olivengrün mit si'bwaeli angedeuteten l'altcn, reif etwas abstehend, stärker
glall, strohgelb oder liclilbrauu. — Variirl mit breitern Blattern; mit '/./' lang
elten Aebrchen ; mit fast faltiecn Früchten.
Bemerk. 1. Eine im EHRHART'schen INachlass befindliche, in Ipsala unter dem
IVamen von C. caespitosa L. eingelegte Anzahl von Exemplaren, beweisen, dass diese mit
lielfascrigen Scheiden und sireifcnlosen Früchten versehene Segge C. caespitosa L. Fl. succ. ist.
Bemerk. 2. Koch sagt in der Diagnose von C. I>rejeri: „radicc stolonibus de-
slituta.« LANt; a.a.O. sagt: „die Wurzel ist rascnbildend und sprossend." In der
gleich folgenden KoCH'schen Diagnose lon C. vulgaris heisst es: „radicc stolonifera." Ein
hieraus zu folgernder scharfer Gegensatz im Wurzelbauc zwischen C. caespitosa und C. vul-
garis findet indessen nicht Statt. Beide Arten treiben Stocksprossen unter der Erde (soboics),
hei C. caespitosa sind diese nur kürzer, ivonaili sich ein dichlerer Horst bildet, wahrend
der Horst von C. wilgaris lockerer ist, auch wohl ]\cbeuhurste hat.
ÄV. C vulgaris. Gemeine Segge» Männliches Aehrcheu
meistens einzeln, weibliche meistens 2 — 3, länglich-waizenfönnig, stumpf,
aufrecht, sitzend oder unterstes kurz gestielt; Früchte dicht geschindelt,
linsenförmig -ellipsoidisch, auf dem Kücken undeutlich 3 — 7-streifig, mit
sehr kurzem stumpfem Schnabel; Halm an den Kanten scharf, Blätter
straff mit faserlosen Scheiden.
Fr. IVov. Fl. suec. Maut. III. 158. Koch Syn. II. 872. C. caespitosa
GooD. in Transact. of Linn. Soc. IL 195. Chi. bau. 588. Scuk. Handb.
IV. T. A.a. und B. b. n.85. c. d.e. Sturm Deutschi. Fl. H. 50. Host
Gram, austr. I. t.91. Engl. bot. t. 1507.
Auf Triften, V^'^eiden, V^'iesen, auf feuchtem nassem oder sumpfigem
Boden, horstweise allgemein bis auf die Brockeuhöhe verbreitet. Mai,
Juni. — Juli bis September.
Wnrzel Stocksprossen treibend. Halme meistens zwischen 6" bis 1' hoch, bisweilen
auch höher, Blatter gestreckt, etwas steif, kürzer als der Halm, nebst diesem bell hlangrün.
Männliche Achreben 6ch»arzbraun , ^4 — 1" lang, weibliche '/j kürzer. Früchte blassgrün,
nach der Reife noch lange stehen bleibend. — Variirl luit hühern , schiankern Halmen und
um '/.^ auch «ohl 2/3 schmälern Blättern (v. juncclla Fk.) ; mit fast glatten Halmen und
um '/.^ breileru Blattern; mit verkürztem (6" hohem) nehst den gedrängten Bl.nttern bogig
nnstcigcndiin Halmen und wenigen kurzen Aehrchen (v. Bructcri) ; mit doppelt so vielen Aehr-
cheu; mit /.«iticrigem Endahrcheu, mit längern und schmalem, so ivie mit um -/j kürzern,
Carei. CYPERACEAE. 599
8 — 10 - blutigen , weiblichen Aebrchen ; mit etwas schmälern Acbrchen , die langer als itic
sluiupfen Deckblattchen unil mit breitern, ilie kiirjcr als die oft lang iiigi-spititen Derkblüttcben
sind; mit stärker convcicn Früchten, an denen die INerten last gänzlich verschwinden; mit fast
»erschwindendem Schnabel der Früchte; mit auffallend weisslicbgrüu und mit thcilweise oder
ganz schwarzbraun überlaufenen Früchten ; mit ganz schwarzbraun gefärbten Derkblättchcn ohne
grünen Slittclslreif.
C. prolixa Fr. Summ. veg. Scand. "üS. seheint der Beschreibung nach eine Form
von C. acuta zu seyn , mit stärker gestreiften Früchten, zugespitzten und kräftiger gefärbten
Deckblältchen, die auch bei uns an Teichrändern vorkommt. Doch habe ich die Beschaffenheit
der >Vurzel, welche FRIES ciespilosa (also ohne Stocksprossen) angiebt, bislang nicht unter-
suchen konucn.
*Ä8. C rigida. Starre Segge» Männliches Achrclien ein-
zeln, weihliche 2 — 3, länglich oder kurz walzenföi-mip;, aufrecht, oberste
sitzend, untere gestielt; Früchte locker geschindelt, zusammengedrückt-
eüipsoidisch, ungestreift, mit sehr kurzem stumpfem Schnabel, Halm
scharfkantig, unter der Aehre schiirflich, Blätter steif, hogig zurückge-
krümnit.
GooD. in Transact. of Linn. Soc. II. 193. t.22. Kocii Sjn. II. 873.
ScHK. Handb. IV. T.286. U. n. 71. Engl. bot. t. 2047. C. saxatilis Wäh-
lend. Fl. läpp. 247. ScHK. das. T. t. n. 40. Fl. dan. t. 159.
Auf den Höben des Harzes, auf niagcrm Boden und in rauhem Klima
(nur auf dem Brocken über 3000' Hohe, besonders am südlichen Ab-
hänge). Mai, Juni. — Juni, Juli.
AVurzelstock vielköpfig, starke, von braunen Scheiden umschlossene Stocksprossen trei-
bend. Ualm 6 10" hoch, aus hogiger, mit abgestorbenen Blättern umgebener Basis an-
blcigend, steit, furchig, mit Ausnahme der Spitze glatt. Blätter an der Basis des Halms
dicht, fast "J- zeilig stehend, 2 — "2 '/•/" breit und etwas schwertförmig. Männliche und
weibliche Aebrchen schwarzbraun, Deckblältchen oval, stumpf mit feiner grüner Mittelrippe,
oder ohne diese. Steht der Torhergehcnden Art sehr nahe, und lässt sieh von alpinen For-
men derselben, die denselben Halm- und Blällerwnchs zeigen (C. vulgaris v. Briieleri) zu-
nächst durch den gedrängtem Bau, die unten knotig verdickten, stets in krummer Biegung
aufsteigenden Halme, dreilach breitere Blätter und die wenig schmälern Früchte, von denen
die untern oft etwas auswärts gebogen sind, unterscheiden. — Es kommt eine Spielart mit
schmälern etwas schlaft'eu Blättern vor, auch trifft man Exemplare mit lichthraunen männlichen
Aebrchen.
ä9. C. acwta. Spitze Segge» Männliche Aebrchen 2—3,
weibliche 4 — 5, meistens an der Spitze männlich, verlängert walzenför-
mig, gegen die Basis verschmälert, gestielt, zur Beifzeit überhängend,
unterstes Deckblatt meistens den Halm überragend; Früchte locker ge-
schindelt, unterste gesondert, zusammengedrückt ellipsoidisch , auf dem
Bücken schwach 3 — 7- nervig, in einen kurzen Schnabel verschmälert;
Halme an den Kanten scharf, Blätter schlaff mit faserlosen Scheiden.
Linn. Sp. pl. 1388 ß. Chi. bau. 592. Kocu Sjn. 873. Schk. Handb.
IV. T. 28G. F. e. und F. f. n. 92. Sturh Deulschl. Fl. H. 57. Host
Gram, austr. I. t. 95. Fl. dan. t. 2247. Engl. bot. t. 580.
b. nervosa. Hie nervige. Halm doppelt und 3- fach niedriger.
Blätter gedrängt, bogig ansteigend; Aebrchen genähert, weibliche kurz
walzenförmig, Früchte breiter mit schärfer vortretenden Nerven.
C. trinervis Degland in Lois. Fl. gall. 731. Pers. Syn. II. 54fi. I)k
Cand. Fl. franr. VI. 219. C. frisica W. Koch in Ucg. bot. Zeit. 181().
S. 273.
Auf Triften und Wiesen, auch in liebten Waldungen, aul sunipligeni
oder moorigem Boden, horstweise bis auf die Brockenhöhe sehr häufig.
Mai, Juni. — Juli, August. ^ ow -. ,
Wurzel starke Stocksprossen treibend. Halme 2 — 3' hoch, nebst den /^ b.ei
ten Blättern grasgrün. Fruchtährcbcn -i—'i'/j" lang. — Variirt fast eben so m.nnichfach
600 CYl^EBACEAE. Carex.
hikI iiacli (Ipiisclbcn Momi'iik'ii , die ohcn lici <;. vulgaris angegeben uorflco »iiid. Die
SnieJIidt't h. ein Krzeugniss tlet* Sdndhodons , ItisH-eileii nur 4 — O' hoch, stufig zusaninien-
g.Mliängt, Stocksprosscn unil Wurzeln dagegen st:irl>er ansgchildet : Erseheinnngcn , die sieh
liei allen krantai'tigen Cjewäclisen wahrnehmen lassen, wenn sie auf einen magern, sandigen
ttodcn übergehen. SUinnitliche Tormen dieser Art sind von den viell'aehen Formen der C.
«ulgaris durch die etwas 6|)itz in den Schnabel »nlanlendc Frucht i.i unterscheiden.
■■ Drei Warben.
a. Endslandigcs Aehrchen zwitterig.
30. C Biixbauniii. Buacbaum's Segge* Endährchen
oben weil)lieli, unten miinnlicli, folgende 2 — ti xlehrchen weiblich, sanunt-
lich länglich, fast sitzend; Früchte gedrängt, 3- hantig -ellipsoidisch,
schwach 5 — 7-faltig mit sehr kurzem Schnabel, Blätter später schlaft",
mit netzfascrigen Sciieiden.
Wauleivb. in Act. IJolm. 1803. 163. Chi. han. 589. Koch Syn. II.
874. SciiK. Ilandb. IV. T. 286. G. g. n. 76 (C. polygama). Sturm Deutschi.
Fl. 11.61. Fl. dan. t. 1406.
In Wiesen, auf Sumpfboden, selten (Pr. Halle: zwischen Dölau und
der Heide, rechts vom Kröllwitz -Dölauer "Wege, Südseite der Üölauer
Heide — ; Iln. Zwischen Meppen und Haaren östlich der Ems in geringer
Menge — ; Hl. Trittau in der Hasenheidc — ). Juni, Juli. — August.
AVnrzel wenige Sfochsprossen treibend. Halme 1 '/^ — 2' Loch, schlank, oben wenig
soliarf, nebst den Blättern hlaugriin. Aehrchen nur 6 — 7'" lang und 3'" breit. «ccfcblätf-
chen der männlichen Blüten hellrosffarben , der weibliehen rostfarben mit grünem Mittclstrcif.
Früchlc klrin, hli.ulichgrün.
b. Endständige Aehrchen männlich.
a. il. Schnabel lang oder Früchte gross.
a. a. a.- Früchte kahl.
31. C. palllflOi>«a. Sumpf -Segge, Männliche Aehrchen
1 — 3, weibliche 2 — 4, walzenförmig, untere gegen die Basis verschmä-
lert und gestielt; Früchte geschindelt, zusammengedrückt- eiförmig, 7-
streifig, in einen niittellangen 2- zähnigen Schnabel verschmälert; Halm
3-kantifi; mit scharfen Kanten; Blätter straff mit nctzfascrig aufrcisscn-
den ScJieiden.
GooD. Transact. of Linn. Soc. II. 202. Chi. han. 593. Koch Syn.
II. 887. ScHK. Handb. IV. T. 286. O. o. und V. c. n. 103. Sturm Deutschi.
Fl. 11.53. Host Gram, austr. 1.92. Fl. dan. 1. 1767. Engl. bot. t. 807.
C. acutiformis Ehrh. Calani. n.30.
Auf Triften, Wiesen, an Bächen, Gräben und Teichen, auf nassem
oder Sumpfboden, horstweise häufig. April, Mai. — Jnni.
Gesammtanschen der C. acuta, aber noch breitblätlrigcr. "Wurzel Sfochsprossen treibend.
Halme 2 — .5' hoch, nebst den Blättern blänlichgrün. Früchte mit der Siiilzc locker abste-
hend, olivenfarben, Deckblältehcn rostbraun. — Variirt mit etwas längern Früchten (C.
Itocliiana I)E CanD. Fl. fran?. V, 297.); mit linealen Ucckblallchen und mit pfriemlich
verlängerten, die Früchte weit überragenden ncckblällehen.
3Ä. C riparia. Ufer -Segge» Männliche Aehrchen 1— -5
mit stachelspitzigen Deckblättchen, oberste vor dem Blühen 3 -hantig,
weibliche 2 — 5, dich walzenförmig, gestielt, aufrecht, untere später
nickend, Früchte ei-kegelförmig, dicht gestreift, mit zngespitzten, sperrig
gelichteten Schnabelzähnen; Halm 3 -kantig mit scharfen Kanten.
Curt. Fl. lond. Fase. IV. t. 60. Chi. han. 593. Koch Syn. II. 887.
Sturm Deutschi. Fl. II. 69. Schk. Handb. IV. T. 286. Q. «j. und l\. r.
n. 105. Fl. dan. t. 1218. Engl. bot. t. 579. C. erassa Ehrh. Calam. n. 59.
Host Gram, austr. I. t. 93.
Cai-ex. CYPERACEAE. 601
An FIuss- und Teichufern, iii Gräben und Sümpfen, horstweise häu-
fig. April, Mai. — Juni, Juli.
Wurzel kricilieuile, kurz gegliederte Stoclisprosscii treibend. Halme 3 — 6' Loeb. Blat-
ter bis '/2" '"''^''- Scheiden nicbt nctzl'aserig.
33* €'. ampiillacea. Wlaschen- Segge» Männliche
Aehrchen 1 — 3, weibliche 2 — 3, entfernt stehend, aufrecht, dick walzen-
förmig, hurz gestielt; Früchte gedrängt, fast wagerecht, aufgeblasen
kugelig -eiförmig, ringsum gestreift, in einen langen schmalen Schnabel
mit 2 stachelspitzigon Zähnen übergehend; Halm stumpf 3- kantig, glatt.
GOOD. in Transact. of Linn. Soc. II. 207. Chi. hau. 594. Koch Syn.
II. 886. Scan. Ilandb. IV. T.286. T. t. n. 107. Sturm Deuschl. Fl. H. 2
und 57. Host Gram, austr. I. t. 99. Fl. dan. t. 2248. Engl. bot. t. 780.
C obtusangula Eurh. Calam. u. 50. C. vesicaria ß. Linn. Sp. pl. 1389.
Auf Triften, an Gräben und Teichen, auf nassem oder sumpfigem
Boden, hörst- oder truppweise häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
WurzelstoeU kriecbcnd. Halme bis 2' hoch, nebst den Blättern graugrün. Frucbt-
iihrelien 2 — .3" lang, Früchte dünnhäutig, hell grüngelb, unterste des unteren Aehrchens
gesondert stehend. Kommt liiswcilcn mit lerlangerten , hängenden unteren Aehrchen vor.
3<i. C lesicaria. Blasen- Segge» Männliche Aehrchen
I — 3, weibliche 2 — 3, entfernt stehend, <ricK walzenförmig, gestielt,
untere später oft hängend; Früchte gedrängt, abstehend, aufgeblasen,
ei -kegelförmig, ringsum gestreift, in einen langen, zusammengedrückten
Sehnabel mit stachelspitzigen Zähnen auslaufend, Halm 3 - kantig mit
scharfen Kauten.
Linn. Sp. pl. 1388. Chi. hau. 594. Roch Syn. 11.886. Schk. Handb.
IV. T.286. S.S. n. 106. Sturm Deutschi. Fl. H. 69. Host Gram, auscr.
I. t.98. Fl. dan. t.647. Engl. bot. t. 779.
Auf Triften, an Gräben und Teichen, auf nassem oder sumpfigem
Boden, borst- oder truppweise häufig. Mai, Juni. — • Juli, August.
Wiirzelslocl; lirieehend. Halme 1 '/,. — -3' lioch , nchst den Blättern grasgrün. Frueht-
ährehen ly^ — ^V,," "-»"g, Trüehle hell grüngelb.
35. C Pseiido-CyperMs. Cypergras.Segge, Männ-
liches Aehrchen einzeln, weibliche Aehrchen 3 — 6, einander genähert,
dick walzenförmig, lang gestielt und hängend; Früchte gedrängt, abste-
hend, ei -kegelförmig, dicht gestreift, in einen schlanken Schnabel mit
2 langen stachelspitzigen Zähnen übergehend; Halm 3 -kantig mit schar-
fen Kanten.
LiNN. Sp. pl.l387. Chi. hau. 591. Koch Syn. II. 886. Schk. Handb.
IV. T.286. M.ra n. 102. Sturm Deutschi. Fl. Ü. .57. Host Gram, austr.
Lt. 85. FI. dan. t. 1117. Engl. bot. t. 242.
An Teich- und Flussufern, auf sumpfigem Boden, häufig. Mai, Juni. —
Juli, August.
Wurzel faserig. Halme 1 '/.^ — 2' hoch. Deckblältchen lanzett- iilriemenföruiig, stachcl-
•3«. C laevis^ata. Glatte Segge. Männliche Aehrchen
1 oder 2, weibliche 3 — 4, entfernt stehend, schmal walzenförmig, aus
langscheidigem Deckblatt vortretend, gestielt und nickend; Früchte locker,
3-kantig- eiförmig, dicht gestreift, in einen zusammengedrückten Schna-
bel mit 2 langen stachelspitzigen Zähnen übergehend; Halm glatt.
Sm. in Transact. of Linn. Soc. V. 272. Koch Syn. IL 686. Schk.
Handb. IV. T. 286. Z. n. 83 (C. aethiopica) und B. b. b. n. 116 (C. patula).
Sturm Deutschi. Fl. H. 55. Engl. bot. t. 1387.
Auf Vi'iesen, auf sumpfigem Boden, sehr selten (nur ///. Clausdorf bei
Kiel in einem Sumpfe IMolte). M;ii, Juni. — Juli. August.
Wurzel faserig. Halm 2 — 4' hoch. Blalter aufrecbl , ziemlich breit. Aehrchen TCr-
l.ingcrl, Früchte aufreiht - abstehend , grün.
602 C¥PERACEAE. Carex.
3». C. Sylvatica. ITaia. Segge. Männliches Aelircheu
einzeln, weibliche 3—5, schmal ^valzentorniig, langgcsüelt und Längend;
Früchte locker, aufrecht, schwach 3- hantig- eiförmig, ungestreift, in ei-
nen langen kurzgespaltenen Schnabel zugespitzt; Halm stielrund, glatt.
DuDS. Fl. angl. 411. Chi. hau. 591. Kocu Syn. II. 886. Schk. Ilandh.
IV. T.286. L. 1. n. 101. Sturm Deutschi. Fl. H. 55. Host Gram, austr.
T. t. 84. Fl. dan. t. 404. Engl. Lot. 9Ü5. C. Drymeja Euru. in Link.
Suppl. 414.
In Hainen und Waldungen, auf frischem humosem Boden, häufig.
Mai, Juni. — Juli his September.
Wurzel faserig, vielköiifig, oft unfruclitliarc KehenbüscLel treibend. Halme 1 — 2' Loch,
nebst den Blattern sclilalV und überliangcnd. Deekblältcbcn durchscheinend -bäntig.
38. C extensa. Iianydeclehlättrige Segge. Mann-
liches Aehrchen einzeln, weibliche 2 — 4, obere diclit an der männlichen
stehend, rundlich - eiförmig oder länglich, fast sitzend; Früchte gedrängt,
3-kantig-eifürmig, gestreift und erhaben punctirt, in einen glatten, an
der Spitze 2- zähnigen Schnabel zugespitzt; Halm glatt.
GoOD. in Transaet. of Linn. Soc. II. 175. t.21. f. 7. Chi. han. 587.
Roch Syn. II. 885. Schk. Handb. IV. T.286. V. n. 72. X.x. n. 72. Sturm
Deutschi. Fl. H.62. Host Gram, austr. I. t. 73. Engl. bot. t. 833.
Auf Triften und V^^iesen, auf sumpfigem, besonders salzhaltigem Bo
den, selten (//»i. Bourtanger Moor unweit Haaren, Aurich nach Dorum
zu—; Hrn.; Lüb. Travemüude; Hl. IXcustadt, Heiiigenhafen, Fehmer-
sund — ; iWA-. Warnemündc). Juni, Juli. — August.
Wurzel faserig. Halme 1' lang, scblanli, fein, stumpf 3 -hantig. BlaKer sehr schmal,
rinnig, bogig überhängend. Dechblätter meist wagerechl abstehend, auch wohl ab>värts ge-
richtet. Dcchbl.,ttchcn eirund, spitz, Kürzer als die olivengrüneu Trüchte.
*39. C biiiervis. Xweinervige Segge. Männliches
Aehrchen einzeln, weibliche Aehrchen meistens 3, weit von einander ge-
rückt, walzenförmig, aufrecht, aus scheidigem Deckblatt vortretend, ge-
stielt; Früchte 3 -kantig -eiförmig, gestreift, mit 2 stärker vortretenden
IVerven, in einen gestreckten, fein gesägten Schnabel auslaufend; Halm
glatt.
Sm. in Transaet. of Linn. Soc. II. 175. Koch Syn. IL 885. SciiK.
Handb. IV. T.286. R.r.r. n. 160. Sturm Deutschi. Fl. H. 55. Engl. bot.
t. 12*3. , .
In Heiden, auf trockenem Boden, sehr selten (//n. Bentheim nach
IVordhorn zu hinter dem Walde in den Zuschlägen — ; Ul.; iVA. Dassow,
Warneniünde — ). Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel hnrzc Stochsprossen treibend und nebenstehende Rlätlerhüschel bildend. Halme
V/r^ — 3' hoch, schlank und diinn. Biälter bis 272'" breit, bläulichgrün. Männliche Achre
1 — V/./' lang, weibliche 2 — 5, bisweilen a» der Spilze männlich, auch wohl unten zu-
sammengesetzt-lappig, rrüebte unten blutroth überlaufen und glänzend, INerien grün.
40. C di$«taiis. Wernährige Segge. Mnnliches Aehr-
chen einzeln, weibliche Aehrchen 2—3, weit von einander geruckt, läng-
lich, aus langseheidigem Deckblatt vortretend, gestielt; Früchte gedrängt,
aufrecht, 3-kantig-eiförmig, gleichmässig gestreift, in einen gestreckten,
fein gesägten, an der Spitze gespaltenen Schnabel auslaufend; Halm glatt
Linn. Sp. pl. 1387. Chi. hau. 587. Koch Syn. IL 885. Scuk. Handb.
IV. T.286. T. und Y.y. n. 68. Sturm Deutschi. Fl. 11.53. Host Gram,
austr. I. t. 77. Engl. "bot. t. 1234.
Aufwiesen und Weiden, auf nassem oder sumpligem Boden, rasen-
artig ziemlich häuGg. Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel faserig, »ielhöpfig. Halme 1 '/i — 2' lang, schlanh und fein, n.bst den Blät-
tern schldir. Llnlcrsles «eiblicbcs Aehrchen 3 — •'>" vom folgenden enlfcriit stehend. Dccl;
blätlchen Läutig, eirund, hellbraun mit hrcitcm grünem Miltclslrcif.
Carex. CTPERACEiLE. 603
41. C fulva. Wuchsfarhene Segge» MännHcbes Aehr-
cheii einzeln, weibliche Aebrehen 2 — 3, etwas von einander gerückt , ei-
lömiig-liiiiglicb, aufrecht, aus langscbeidigeni Decl.blatt vortretend, ge-
stielt; Früchte gedrängt, rundlich- eiförmig, gestreift, in einen gestreck-
ten, am Kande gesagten, an der Spitze gespaltenen Schnabel zusammen-
gezogen; Halm nach oben scharflich.
GooD. in Transact. of Linn. Soc. II. 177. t. 20. f. 6. Chi. han. 586.
Koch Syn. 11. 884. Scuk. Ilandb. IV. T. 286. T. n. 67 (Figur recl.es). Sturm
Deutschi. Fl. H. 54. FI. dan. t. 1049 (C. distans). Engl. bot. t. 1295.
b. HornsohucIiianA. nie Mornschuchsche. Halm höher, fast
glatt; unterstes weibliches Aebrehen weiter abgerückt und länger ge-
stielt. * " *=
C. fulva V. reinota und y. longipcdicellata Chi. han. das. C. fulva
Host Gram, austr. IV. t.95. Schk. das (Fig„r lial^s). C. Uornschuchiana
Hoppt in Reg. bot. Zeit. VII. 599. Roch Syn. das. Fl. dan. t. 2249.
Auf Triften und "Wiesen, auf nassem oder^ inoorigcm Boden, ziem-
lich häufig; b. am oder im Wasser. Mai bis Juli.— Juni bis August.
Wurzel liurze Stocksprossen treibend. Halu. 1' liocli , von 1.. 1 '/j — 2' IiocL. Männ-
liches AehrcLen lincal , »/.," lang, f nchsrotb , «ciMicbe iira <lie Hallte kürzer, unterstes
- — ^" >om näclst folgenacn enllernt stellend. Früchte olivengrün. — Die Spielart, die
nicht ohne Sch.vierighell von C. distans unterschieden »erden hann, ist ein Erzeugniss des
wasserreichem, l'ruchtharern Standorts. Daion ahgcsehcn honinit die Pilanze (ivie mehrere
Arten, namentlich C. caespitosa) oft mit aborlirendcn Früchten vor, wovon DOLI. Rhein. Fl.
146. unter C. bilormls eine ansführliehe Beschreibung gegeben hat. EhRHART machte diese
Beobachtung schon 1787 und benannte diese Form in seinem Herbarium C. sterills.
4Ä. CJ. flava. Gelbe Segge, Männliches Aebrehen einzeln,
weibliche Aebrehen 2 — 3, einander genähert, selten mehrere und alsdann
das untere tiefer stehend, eiförmig oder fast kugelig; Früchte gedrängt,
sperrig abstehend, untere abwärts gerichtet, rundlich- eiförmig, in einen
Zurück-gekrümmten langen Schnabel übergehend; Halm glatt.
Linn. Sp. pl. 1384. Chi. han. 586. Koch Syn. 11.884. Scuk. Handb.
IV. T.286. H. n.36. Sturm Deutscbl. Fl. 11.57. Host Gram, austr. I.
t.63. Fl. dan. t. 1047. Eng!, bot. t. 1294.
b. Oederi. Die Oedersche. Um mehr als die Hälfte kleiner; weib-
liche Aebrehen fast kugelig, Schnabel der Früchte fast gerade.
Chi. han. das. C. Oederi Ehrh. Calam. n. 79. Scuk. das. F. 26 (Über-
gang in die Hauptart). HosT das. t. 65. Engl. bot. t. 1773.
Auf "Wiesen und in lichten Holzungen, auf nassem oder sumpfigem
Boden; b. auf weniger nassem sandigerm Boden, häufig. April bis Juni. —
Juli bis September.
Wurzel laserig. Halme '/a — 1' hoch, von b. V>"— l/^' hoch. Männliches Aebrehen
luchsrolh oder blassorange. Früchte grün, Schnabel sehr lang. — Man niuss sich billig
wundern, dass auch in neuem Floren diese beiden Formen noch immer als Arten aufgeliihrt
werden, da man sich, wo sie nur zusammen vorkommen, \on Ihrem Übergänge überzeugen kann.
h.b.li. Früchte behaart.
43. C. liliforniis. Fadenförmige Segge, Männliche
Aebrehen 1 — 2, ^veiblicbe 2 — 3, entfernt stehend, aufrecht, länglich,
sitzend oder unteres kurz gestielt; Früchte ellipsoidiscb, gestreift und
struppig behaart, in einen kurzen Schnabel mit sperrigen, von einander
tretenden Zähnen übergehend; Blätter sehr schmal und kahl.
Linn. Sp. pl. 1385. Chi. bau. .594. Kocu Syn. II. 888. Schk. Ilandb.
IV. T.286. K. n.45. Sturm Deutscbl. Fl. 11.53. Host Gram, austr. I.
t. 86. Fl. dan. t. 1344. Engl. bot. t. 904. C. lasiocarpa Ehrh. Calam.
n. 19.
Auf Wiesen, auf moorigem oder vom Wasser überslaueteiu Boden
604 CYPERACEAE. Carex.
und in Teichen, hier und da, gegen Süd -Osten abnehmend und selten
(hier ^in. Dessau in der Törteu'schen Torfstecherei, nicht weiter süd-
lich). April, Mai. — Juni, Juli.
Wiirzelstock dick, stark krieclieiid. Halme '-i — 3' hocli , steif atifreclit, später an der
Spitze überhängend, sckarf, im Wasser stehend fast glatt. Blätter sehr lang, rinnig,
1 — l'/j"' •»'•eit. -Männliclies Aehrchen sclimal Jineal , doppelt so lang als die weibliclicu.
Decklilällclien dieser eirund - UnjelHich, dunkelbraun. — Im Wasser stehende Exemplare
haben oft fast kable Früchte.
41. C liirta. Murzhaarige Segge, Männliche Aehr-
chen 2 — 3, >veihliche 2 — 3, entfernt stehend, aufrecht, länglich-walzen-
förmig, obere fast sitzend, unteres hervortretend, gestielt; Früchte ei-
kegellörniig, gestreift und hurzhaarig, in einen Schnabel mit langsta-
chelspilzigcn Zähnen übergehend; Blätter und Blaltscheiden behaart.
LiKN. Sp. pl. 1389. Chi. hau. 594. Koch Syn. 11.888. Schk. Uandb.
IV. T.286. U.U. n. 108. Sturm Deutschi. Fl. H. .55. Host Gram, austr.
I. t. 96. Fl. dan. t. 425 und 1711. Engl. bot. t. 615. Hayxe Arzneigew.
Y. T.9.
Auf Triften, Weiden, in Holzungen und an Flussuferu, auf sandi-
gem feuchtem Boden, sehr häufig. Mai, Juni. — • Juli, August.
Wurzelsloek lang kriechend. Halme 1 — 2' hoch, nebst den • — 3'" breiten Blättern,
schlaff. Männliche Aehrchen kürzer oder so lang als die weiblichen. Deckblätlcben an den
Seiten durchscheinend häutig und weiss, in eine lange Haarspilze auslaufend. — Im Wasser
stehende Exemplare legen die Behaarung der Blätter und Scheiden gänzlich ab.
b. b. Schnabel kurz und slielrundlich.
a. a. a. Früchte kahl.
45. C siupina. Übergebogene Segge. Männliches
Aehrchen einzeln, weibliche 1 oder 2, dicht angedrückt, hügelig, sitzend;
Früchte cllipsoidisch -kugelig, 3-liantig, glatt und glänzend; Blätter am
Bande und Iliele scharf.
Waluenb. Act. holm. 1803. 158. Chi. hau. 585. Koch Syn. II. 875.
SouK. Ilandb.IV. T.286. n. 41 (C. glomerata). Sturm Deutschi. Fl. 11.48.
C. campestris Host Gram, austr. lY. t. 88.
An Hügeln, auf sonnigem begrastem Boden, im nördlichsten und süd-
lichen Theile des Gebiets ziemlich häufig (111.; tln. Ilitzacher — : Schw.
Steinthallcbcn, Frankenhausen, am Galgenberge, bei der IVuinburg — ;
Pr. Spiegeische Berge bei Halberstadt, Steinbrüche über der kalten
Y^'^arte, Halle: Kröllwitz, Donnersberg, Bischofsbeig in der Dölauer-
heidc, Lindenberg, Mittelholz, zwischen Weisseiifels und I\auinburg), im
mittlem Theile des Gebiets nicht Torkommend. April, Mai. — Juni, Juli.
Wurzel Stoclisprosscn treibend, Halme 4 — 6" hoch, meist bogig, 3-5eitig, oben scharf.
Blätter schmal, riunig. INur das unlere Aehrchen mit einem kurzen spitzen Oeckblalt ver-
sehen. Deckblattchen eirund, gespitzt, hellbraun.
46. C. liallescens. Bleiche Segge* Männliches Aehr-
chen einzeln, weibliche Aehrchen 2 — 3, einander genähert, eiförmig oder
länglich, hervortretend gestielt, aufrecht oder schwach nickend; Früchte
gedrängt, länglich -ellipsoidisch, stumpf, wenig zusammengedrückt, un-
deutlich gestreift; Blätter an der Basis nebst Blattscheiden behaart.
LiNN. Sp. pl. II. 1386. Chi. hau. 590. Koch Syn. II. 880. Schk.
Handb. IV. T.286.K.k. n.99. Sturm Deutschi. Fl. 11.53. Host Graifi.
austr. I. t. 74. Fl. dan. 1. 1050. Engl. bot. t. 2185.
In V^'iesen, ^Veidcn und in lichten Wäldern, auf feuchtem oder sum-
pligem Boden, horstweise oder rasenartig häufig. Mai, Juni. — Juli,
August.
Wurzel huschelig -faserig. Halme 1' hoch, nebst den am Ilandc scharfen Blulkrn hell-
giüo. Männliche Aehrchen blassstroligclb.
Carex. CYPERACEAE. 605
A'i. C s^trigosa. Hchlanleührige Segge. Männliches
Aehrchen einzeln, ^veihliche Aebrelien 3 — 5, von einander entfernt, lang
lineal, hervortretend gestielt; Früchte locker, eiförmig- länglich , beider-
seits verschmälert, oben schräg gestutzt, 3-kantig und nervig; Blätter
am Rande schärflich.
HuDS. Fl. angl. 411. Roch Svn. Tl. 880. Schk. Handb. IV. T. 286.
N. n.53. Sturm Dcutschl. Fl. H.'.55. Fl. dan. t. 1237. Engl. bot. t. 994.
C. leptostachys EiiRH. in Linn. Suppl. 414. Chi. han. 590.
In A^'aldgegenden, auf feuchtem Boden, auch an Bächen, im nörd-
lichen und mittlem Gebietstheile ziemlich selten {Mk.; HL; Hn. Hannover
in der Eilenriede beim Heiligersbruunen, am Süntel, Deister bei der
Wienstedter Mühle, Hildesheim am Bischofssundern, Westerhof, als süd-
östliche Grenze des Vorkommens in IVorddeutschland). April, Mai. —
Juni, Juli.
Im Gesammtanselicn C. STlvatica äbolic)! , dnrcL die Frnclitbiltlung aber LestiniiDt »er-
scliiedeo. Wurzel Stocksprossen und seilenstündige unrrucbtbare Blätterbiiscbel (reibend.
Halm l'/j -' Jiocb. Weiblicbe Aebrchen 2" lang, l'/^'" breit. Früchte ungescLnäbclt,
blassgrÜD.
48. C lliaxlnia* Grosse Segge. Männliches Aehrchen
einzeln, weibliche 3 — 6, von einander entfernt, verlängert walzenförmig,
untere langgestielt, hängend; Früchte gedrängt, gegen die Basis geson-
dert, etwas aufgeblasen, ei -kegelförmig, 3- eckig und ungestreift; Halm
nach oben schärf lieh.
Scop. Fl. carn. II. 229. Koch Syn. II. 880. Sturm Deutscbl. Fl.
H. 55. C. pendula Good. in Transact. of Linn. See. II. 168. Schk.
Handb. IV. T.286. G. n.60. Host Gram, austr. 1. t. 100. Engl. bot.
t. 2315.
An Teichen, Gräben und auf Wiesen, auf nassem Boden, mit Aus-
nahme des süd- östlichen Gebietsthcils (die Süd- Ostgrenze des Yorkom-
mens am Harze erreichend), truppweise ziemlich häufig.
AVurzel faserig. Halme 2 — 4' bocb. Blatter bis '/^" breit. Frncbläbren schlaff her
abhängend, bis 3" lang. Deckblattchcn kurzstachelspitzig. Früchte gegen die Spitze etwas
gebogen.
49. C. liniOSa. Schlamm- Segge. Männliches Aehrchen
einzeln, weibliehe Aehrchen 1 — .3, länglich, lang gestielt und hängend;
Früchte rundlich -oval, linsenartig zusammengedrücl;t, schwach und fein
gestreift; Blätter lang, 3-kantig zugespitzt.
Linn. Sp. pl. 1386. Chi. hau. 591. Koch Syn. 11.875. Schk. Handb.
IV. T.286. X. n.78. Sturm Deutschi. Fl. H. 53. Host Gram, austr. I.
t.89. Fl. dan. t 646. Engl. bot. t. 2043.
b. laxa. Die schlaffe. Stengel länger, nebst den Blättern schlaffer;
weibliche Aehrchen entfernter stehend, länger gestielt und schmäler.
C. laxa WAHLt;^B. Fl. läpp. 237 (nach Exemplaren).
In Wiesen, auf nassem Boden und in torfigen Brüchern, im nördli-
chen und mittlem Gebietstheile stellenweise in kleinen Sehaaren, südlich
des Harzes im Gebiete nicht vorkommend; b. im Wasser stehend. Mai,
Juni. — Juli, August.
Wnrzelstocl; lang kriechend. Halme und Blätter fein und schlank, 'Yl — l'A' ''»cb,
bläulichgrün, fast glatt. Männliches Aehrchen bisweilen mit einigen weiblichen Blüten an
der Spitze. Deckblältchen der weiblichen Aehrchen orangebraun. — Aehrchen der Spiel-
art b. doppelt, die unterste wohl 3-fach länger gestielt und aus langem Scheiden herior-
tretend , fuchsig - orangelarbcn.
50. C. pauicea. XEirsenartige Segge. Männliches
Aehrchen einzeln, weibliche Aehrchen 1 — 3, etwas von einander entfernt,
walzenförmig, aus scheidiger Deckblattbasis hervortretend, gestielt, auf-
recht; Früchte locker, eiförmig, schwach 3-kantig, mit zusammengezo-
606 CYPERACEAE. Carex.
gencp Basis und kurzem geradlinig gestutztem Sclinahel; Ilalm glatt,
Blätter nach der Spitze zu schärt'lieli.
LiNN. Sp. pl. 1387. Clil. hau. 588. Kocii Syn. II. 879. Schk. Ilandl».
IV. t.286. L.l. n. 100. Sturm Dcutschl. Fl. 11.50. Host Gram, austr.
I. t. 79. Fl. dau. t. 2G1. Engl. bot. t. 1505.
b. livida. Die inattgrüne. Stärlier graugrün; Aehrclien genäher-
ter, kürzer; Früchte weniger hauchig.
C. livida Wahlenb. Fl. läpp. 236. Fl. suec. II. 601. Schk. das. S. s. s. s.
f. 211.
Aufwiesen und Weiden, auf nassem oder sumpfigem Boden, häufig;
1». auf den Berghöhen des Uarzes (Brockenhöhe, mit C. vaginata).
Wurzel Stocksprossen Irciiirnd. Hahne 1' Iioeli , liliitlei lil.iiilicligniii. Fniclitälirelicii
1" lang, Früclite vor <ler Reife olien ctuas .iiifgchlaseii , fast iimgcliehrl- eifüriuig, Sclinahel
dicli , seliwaeli aiisgeranilet.
' 51. C« nitida. Glänzende Segge, Männliches Achrchen
einzeln, weihliche Aehrchen 2 — 4, selten 6, zusammengedrückt, auf-
recht, länglich, hervortretend gestielt; Früchte kugelig- eiförmig, glatt,
glänzend, mit kurzem 2- lappigem Schnahel; Blätter am Bande scharf.
In lichten V^'äldern, auf trockenem gypshaltigcm Boden, nur am süd-
lichen Ilarzrande, die INordgrenze der Gesammtverhreitung erreichend,
selten Wallr. April, Mai. — Juli.
AVurzel Stocks|)rosscii treihend. Halme 4 — 6" Iioch , mit nclicnstaniligen iinfrucktliaren
Blätterl.üsclieln. Blätter l'/o — '2'//" ''"=''' '»"S «"gesp'fz'. uiilcres Deckblatt kürzer als
die Aelire, olirre mit kurzer Platte oder oline diese. Männliclies Aelirclien kurz, liaucliig,
welbliclic 4 — !}"' lang, bisweilen fast eiförmig. Deckblätteben breit, stumpf, rostrolb mit
weissem Saum. Friiobtc fast kugelig, rothbraun.
.^Ä. C pilosa. Behaarte Segge. Männliches Aehrchen
einzeln, weibliehe Aehrchen 2 — 3, weit von einander gerückt, aufrecht,
walzenförmig, hervortretend gestielt; Früchte gesondert, ei -kegelförmig,
vielstreilig, mit verschmälerter Basis und kurz gespaltenem Schnahel;
Blätter zerstreuet behaart.
Scop. Fl. carn. II. 226. Chi. hau. 588. Koch Syn. II. 878. Schk.
Handh. IV. T.286. M. n.49. Host Gram, austr. I. t.78.
In V^'äldern, auf humushaltigem Boden, die Nordgrenze der Gesammt-
verhreitung erreichend, sehr selten (nur ffn. Göttingen: unweit Catlen-
burg zwischen Forste und Dorste). April, Mai. — Juli, August.
AVurzelstoek kriechend. Halme 1 — 1 '/i' l«och, seitenständige unfruchtbare BLitterhiiscbel
eben so hoch, Blätter 4 — ü'" breit, dicht und kurz wimpeng, Deekhläller langschcidig
mit kurzer lanzcttfiirmiger riatle. Fruchtährchen 1" lang, armfrüchtig.
Bemerk. In neuerer Zeit ist diese Segge vergeblich an dem angegebenem Stand-
ort, wo PERSOON sie entdeckte und Exemplare an ScilKUllR zur Abbildung mittbeiltc,
gesucht worden.
'53. C vaginata. Scheidige Segge» Männliches Aehr-
chen einzeln; weibliche Aehrchen 2 — 3, aufrecht, hervortretend gestielt,
lineal; Früchte locker, ellipsoidisch- eiförmig, sehwach 3- kantig, sehr
glatt, in einen schräg gestutzten ausgerandeten Schnabel verschmälert;
Halm glatt, Blätter am Rande scharf.
Tausch Reg. bot. Zeit. 1821. 557. Chi. hau. 588. Roch Syn. II. 879.
C. tetanica Beichenb. Fl. exe. 63. C. sparsiflora Fr. Summ. veg. Scand.
235. C. panieea ß. sparsiflora V^'^ahlenb. Fl. läpp. 236.
Auf magerm Boden und im rauhen Klima nur auf der Höbe des Bro-
ckens, nicht unter 3000' hinabgehend, an der Süd- und Westseite. Juni,
Juli. — August.
Wurzel kriechende Stocksprossen treibend. H.ilmc von 6" bis 1'// hoch. Blätter
2 — 3"' breit, etwas steif, lineal, zugespitzt, grasgrün. Deckblätter schmäler als diese,
meistens kürzer als ihr Aehrchen. Dcckblätlcbcn eirund, stumpflich, kürzer als die Frucht.
Carex. CYPERACEAE. 607
orangebraiin mit breitem grünen Miftelstreif. Von C. pauicca durch scliniälere Aelrrlicn und
FrUclite, wie durch den längern in schräger Linie abgestutzten Schnabel zu unterscheiden.
b.b.b. Früchte schUrflich oder behaart.
54. C digitata. Fingerige Segge* Mannliclics Aehr-
chen einzeln, weibliclie Aelnelien 2—3, cUvas entJ'erut stehend, lineal,
von häutigen Dechl)lättcrn umschlossen, gestielt, oberes das männliche
Aehrchcn überragend; Früchte gesondert, 3- kantig -umgehehrteit'örmig.
zarthaarig; Blätter lineal.
LiNN. Sp. pl. 1383. Chi. hau. 583. Roch Syn. II. 878. Schk. Handh
IV. T.286. H. n.38. Sturm Deutschi. Fi. H.61. Host Gram, austr. I
t. 60. Fl. dan. 1. 1466. Engl. bot. t. 615.
b. oriiithopoda. Oie kleinere. Kleiner; Aehrchen genähert ste
hend, hürzer.
Chi. han. das. C. ornithopoda WiLLD. Sp. pl. IV. 255. Sturm das
Schk. das. n.37 (C. pcdata). Host das. (desgl.).
In bergigen Hainen und Waldungen, aul" trockenem, besonders Kalk
stein im Untergrunde führendem Boden, horstweise häufig. April, Mai. —
Juni, Juli.
Wurzel büschclig-faserig. Ilahne 4 — 8" hoch. Dechhlattschciden fast ohne Tlatte,
liurz ziigespit/l. Dcckblältchcn luirpnrn.
35. C Itliniilisi. Niedrige Segge, Männliches Aehrchen
einzeln, weibliche Aehrchen 2 — 3, aufrecht, zwei- bis vierblütig, einge-
schlossen gestielt, Deckblätter scheidig, ohne Platte, am Rande durch-
scheinend-weisshäutig; Früchte gestielt, rundlich -umgekehrteiförmig, 3-
kantig, nach oben zarthaarig; Halm kürzer als die rinnigen Blätter.
LEYS.SER Fl. hal. n. 952. Chi. han. 584. Kocu Syn. II. 877. Sturm
Deutschi. Fl. H.2und 69. C. clandestina Good. Transact. of Linn. Soc.
II. 167. Schk. Handh. IV. T.286.K. n. 43. Host Gram, austr. I. 67.
Engl. bot. t.2124.
An Hügeln und kalkfelsigen Berghängen, auf trockenem, magerm und
sonnigem Boden, im mittlem und südlichen Gebietstheile, horstweise
ziemlich häufig. April, Mai. — Mai, Juni.
Wurzel faserig -biischelig. Hohe der ganzen Pflanze 2 — 4". Halme in den Blätter-
biischeln versleckt , Blätter sehr schmal , wie vertrochnet rinnig- zusammengefaltet und gehielt.
56. C glaiica. Meergrüne Segge* Männliches Aehr-
chen einzeln, weibliche Aehrchen 1 — 3, etwas von einander entfernt,
walzenförmig, lang gestielt und nickend; Früchte rundlich -oval, etwas
zusammengedrückt, stumpf, ungestreift, fein schärflich; Halm glatt.
Scop. Fl. carn. II. 223. Chi. han. 592. Koch Syn. II. 879. Schk.
Handh. IV. T.286. O.P. n.57.und Z.z. n.ll3. Sturm Deutschi. Fl. H.53.
C. flacca ScuREB. Spie. App. n.969. Host Gram, austr. I. t. 90. C. re-
eurva HuDS. Fl. angl. 413. Fl. dan. 1. 1051. Engl. bot. 1. 1506.
In Hainen und Waldungen, auf feuchtem oder nassem Boden, häutig
April bis Juni. — Juni bis August.
Wurzel Slochsprosscn treibend. Halme 1 — l'/j' hoch, nebst den 2'" breiten Blättern
blaugriin. Früchte innen ziemlich flach, aussen stark convex , reif nebst den Deckblättchen
russfarben. .Scbarflichkeit der Früchle nur durch die Loupe bemerklich.
5». C toiuentosa. JFilzig früchtige Segge. 3Iänn-
liehes Aehrchen einzeln, weibliche Aehrchen 1 oder 2, aufrecht, läng-
lich-walzenförmig, stumpf, fast sitzend; Früchte umgekehrteiförmig-
kugelig, schAvach 3 -kantig, kurzhaarig - filzig ; Halm straff, aufrecht,
oben scharf.
Linn. Mant. 123. Chi. han. 586. Koch Syn. II. 876. Schk. Handh.
IV. T.286. F. n.28. Sturm Deutschi. Fl. H.53. Host Gram, austr. I.
t. 82. Engl. bot. t. 2046. C. sphaerocarpa Ehrh. Calam. n. 89.
608 CTPEBACEA.E. Carex.
Auf Walilwieseu und in Holzungen, auf feuchtem, kalkhaltigem cxlcr
sandigem Boden, im mittlern und südlichen Gehietstheile ziemlich häufig,
gegen ISoiden abnehmend (//«. Benlliei- Keig, Kirehrode, Misshing als
bis jetzt ermitteltes nördlichstes Vorkommen). April, Ulai. — ,)nni, .Juli.
WiirzclsloeU liiieclicna, Blallirliiisclipl niid wenige 1' JioLc Halme lrc-il>en<l. IJlallsclici-
.Icn Mass hlulrolli iiborlanfen. OeckhlSttcr 1" lang, steif, pliicmlicl. zugespitzt. Früchte
griinliehgiau. Deelihlällelien a.ifinglicli liliiliotli , spater rotlilirauu. — Konimt aiieli mit 3
weil.liclicii Aclircn vor und selten mit einigen niännlielicn Blüten au der Spitze der «eib-
licben Aelirclicn. Diese variiren liinsicl.tlicli der Stellung in Beziehung zum roännliehe« , in-
dem sie bald näher bald entfernter stehen.
5S. C pilulifera. Pillenfrüchtige Segge, Männ-
liches Aehrchen einzeln, weibliche Aehrchen meistens 3, dicht angeruckt,
fast kugelig, sitzend; Früchte kugelig -umgekehrteiförmig, schwach 3-
kantig, kurz zugespitzt und zarthaarig, Deckblätter ohne Scheide, Üeck-
blättchen zugespitzt; Halm fast glatt.
LiNN. Sp. pl. 1385. Chi. hau. 581. Roch Syn. II. 876. Schk. Uandb.
IV. T.286. 1. n.39. Sturm Üeutsclil. Fl. H. 50. Host Gram, austr. IV.
t. 84. Engl. bot. t. 885.
Auf oflenen Waldplätzen und in Heiden, auf sandigem sonnigem Bo-
den, ziemlich häufig- April, Mai. — Juni, Juli.
Wurzel faserig-büschelig. Halme nebst den Blattern schlaff, jene bis 1' hoch. Deck-
hlättcben hellbraun mit breitem grünem Mittelsireif.
59. C ntontana. Berg-Segge» Männliches Aehrchen
einzeln, weibliche Aehrchen 1 oder 2, dicht angerückt, kugelig oder ei-
förmig, sitzend; Früchte ellipsoidisch-umgekebrteiförmig, 3-kaiilig, zu-
gespitzt, nervig und zerstreuet kurzhaarig; Deckblätter mit häutig- schei-
diger Basis, Deckblättchen stumpf mit Stachelspitze.
LlNN. Sp. pl. 1385. Fl. SUeC. 338 (nach Ausweise von EJIRIIART zu LiNNEs Zeit
in Upsala eingelegter Exemplare). Chi. hau. 584. KoCH Syn. II. 876. StURM
Deutschi. Fl. H.2 und 69. Host Gram, austr. I. t. 66. Fl. dan. 1. 1769.
C. coUina WiLLD. Sp. pl. IV. "260. Schk. Handb. IV. T.286. F. n.29.
In Hainen und Waldungen, auf trockenem Boden, kleinrasenweise
häufig. April. — Mai, Juni.
Wurzel faserig -büschelig. Halme 6—10" Loch, nebst den Blättern schlaff, dichte
Büschel bildend, von abgestorbenen Blattern des vorigen Jahrs umgeben, untere Bkttschei-
den blutroth überlaufen. Blühende Aehrchen durch eine anfänglich sehr dunkle schwarzbraune
Farbe ausgezeichnet.
60. C ericetornill. BaidSegge, Männliches Aehrchen
einzeln, weibliche Aehrchen 1 oder 2, dicht angerückt, eiförmig, sitzend;
Früchte ellipsoidisch-umgekehrteiförmig, 3-kan(ig, zerstreuet kurzhaa-
rig, Deckblätter häutig -scheidig, abgerundet mit aufgesetzter lanzettlich-
pfrieinenförmiger Spitze, Deckblättchen mit faserig- wimperigem Bande.
PoLL. Hist. pl. Palat. II. 580. Chi. han. 585. Kocu Sjn. II. 8/6.
Sturm Deutschi. Fl. H. 57. C. ciliata Willd. in Act. acad. bciol. 1794.
47. Schk. Handb. IV. T.286. I. n. 42. Host Gram, austr. I\. t. 83
In Waldungen und Heiden, auf dürrem sandigem Boden, ziemlich
häufig, gegen Nord- Westen abnehmend. April, Mai. — Juni, Juli.
Wurzel bogig ansteigende Stoeksprossen treibend und wenigblättrige Büschel bildend.
Halme 4 — 6" hoch. Blätter 2 — 3"' breit, schnell lang zugespitzt und bogig gekrümmt.
Aehrchen vor dem Aufblühen bellbraun.
«1. C. praecox. Frühe Segge, Männliches Aehrchen
einzeln, weibliehe Aehrchen 2— 3, genähert stehend, kurz walzenförmig,
stumpf, obere fast sitzend, unterste kurz gestielt; Früchte ellipsoidisch-
uingekehrteiförmig , 3 -kantig, zerstreuet kurzhaarig, Deckblätter mit
breitscheidiger häutig geränderter Basis, unterstes mit lanzett-pfriem^-
förmiger, feingesägter Platte; Deckblättchen zugespitzt.
Blysmus. CYPERACEAE. 609
Jaco. Fl. austr. V. 23. t. 446. Chi. hau. 085. Koch Syn. II. 877.
ScHK. Ilaiulb. IV. T.286. F. ii. 27. Sturm Deiitschl. Fl. H. 69. Host
Gram, austr. I. t. 68. Fl. dan. t. 1527. Engl. l.ot. t. 1099. C. stoloni-
l'era Ehrh. Calain. ii. 99.
b. iimbrosa. Die schattenständige. Doppelt höher, hlättcrreicher,
Blätter schmäler und länger.
Chi. han. das. C. uuihrosa HosT Gram, austr. l. t. 69. C. polyr-
rhiza \^''allr. Sched. crit. 492. Koch das.
Auf Triften, grasigen Hügeln, auf magerm sonnigem Boden; b. in
Hainen und zwischen Gebüsch, auf humosem schattigem Boden, häufig.
März, April. — Mai.
Wurzel vielliöpfigc Stociisprossen treibend. Haliue glalt, Ulätter kaum halb so lang,
untere Blattscbeiilen umgeben von steifen braunen Fasern als den Resten abgestorbener Blatter
I orbergebender Jabre. — Dnrcb die dicken etwas kenlcnformigen niunnlicben Aebrcben von
den näcbstcu Verwandten leicbt zu unlerscbeiden.
Bemerk. C. jiolyrrbiza AlALLR. treibt, wie die Hanptart, kurze dicke Wurzel-
sprossen , die in Enlfernungeu vou 1 — "2" vielköpfige reicbfascrige Blätterbüscbel mit wenigen
Halmen tragen. Im buuiosen Waldboden baiifen sieb, in Folge reicblicberer Blatterbildung,
die Fasern aufgelöster Blatibasen , nacb Art nianeber Unibellaten, zu dicken, schwarzbraunen
Tosten nm die Wurzelköpfe. liocil, der die Wurzel für faserig hält, sab wabrscbeinlicb
nur einzelne solche Wurzelköpfe, ohne die sie verbindenden Kuotenstücke des Stockes.
GM n^MRBZ.1 CHES,
Pharmaceutisch-Medicinisches. Die ffmzel von A. 14.
of'ficinell (Radix C. arenariae s. Sassaparillae germanicae). Bestandth.
kratzender Extrnclivstafff , etwas fJ^eichharz, viel guminiartifjer Extrac-
tivstoff, Satzmehl utid S/mren von ätherischem Öle. Anwendunf) als
reizendes , Ausdünstung und Urinabsonderung beförderndes Mittet.
Ölconotnisches» Die mit stark kriechenden fVurzeln versehenen
Arten, besonders Art. 14. 15. , werden durch Bindung des Flugsandes
nützlieh. Alle den Sumpf- und Moorboden liebenden Arten tragen durch
ihre Verbreitung zur Austrocknung der Sümpfe wie nicht minder zur
Torfbildung bei. Die lang- inid zühehalmigen Arten können zum Em-
balliren und Verpacken in Anwendung kommen , die in dichten Horsten
wachsenden Arten als Brennmaterial. — Nachtheilig werden sämmtliche
Arten dem fViesenbaue , indem sie mit ihrer Überhandnähme die soge-
nannten sauern fViesen bilden, deren Futter mir etwa den Pferden zu-
träglich ist, während es Kühen und Schafen nachtheilig wird.
8. Gruppe. §CIRPEAE. SIIHSI1X GMW^Ä CMSM,
Blüten Zwitter. Geschlechtsdecke aus Borsten bestehend oder nicht
vorhanden.
». BliiriüIVIlJS. Q,UX!I,X,nMJEr.
Tanz, in Rom. et Schult. Syst. vcg. Mant. II. 41.
Aehre zusammengesetzt, nebst den Aehrchen unvollkommen
2-zeili^. Geschlechlsdecke aus 6 Borsten gebildet. I\uss vom
fadenförmigen Griffel gekrönt. Geschl. Syst. Ilf. 1.
Mehrjährige Kräuter. Halm beblättert. Aehre endständig, zusam-
mengedrückt, Aehrchen an einander liegend.
fl. B. coinpressus* Gemeines Q/uellriet, Aehrchen
10 oder mehrere, 6 — 8-blütig; Deckblättchen eirund -lanzettlich; Borsten
der Geschlcchtsdecke mit Widerhäkchen besetzt; Blätter rinnig, gekielt.
Panz. in Link Hort, berol. I. 278. Chi. han. 605. Scirpus compres-
s^s Pers. Syn. I. 66. Koch Syn. II. 858. Stlrm Deutschi. Fl. II. 85.
S. caricinus Schrader Fl. germ. I. 132. Schoenus compressus LiNN. Sp.
610 €1PERA€EAE. Eriophorum.
1)1. 65. UOST Ciram. auslr. III. t. J7. Fl. «lau. t. 1622. Engl. bot.
t. 791.
Auf Wieseil und Triften, auf qiieUigeni, nassem oder sumpfigem Bo-
den, häufig. Juni bis August. — August, September.
Halme 4 lii» l' Locli , stumpf 3-)iaulig. Itlätler sclieidig. Aclire bis 1" lang, h'"
liicit, loslfaihcn. Aelirchcn lincal - länglich , «ntcislcs in Aer Achsel eines Dcckhlalls %nn
>ariiron<lcr I.iinge, Iciiiicr, so lang oder «lojipelt länger als die Aehre. Ulatter am liiel
ichärflich. BlciheuJes Grillelonde so lang als die ^uss.
!S. B> riifiis. Jaothbraunes Q,uellriet, Aebrchcn 4—6,
2 — 3-bliitig; Deckblättelien eirund; Borsten der Geschlechtsdecke llaum-
liaarig oder niclit vorbanden; Blätter rinnig, ungekielt.
Link Hort, berol. I. 278. Chi. han. 603. Scirpus rufus Schrad. Fl.
germ. I. 133. 1. 1. f. 3. Koch Syn. II. 858. Sturm Deutschi. Fl. U. 85.
Schoenus rufus Sm. Fl. brit. I. 45. Engl. bot. 1. 1010.
Auf Triften und Wiesen, auf salzhaltigem Boden, am Seestrande und
auch im Binnenlande, selten (Lb.; Br.; Mk. W^arnemünde, Markgrafen-
heide bei Sehnatermaiin, auf den Kirclnviesen — ; Iln. an der Salzqulle bei
Davenstedt — ; Pr. Stassfurth, Hecklingen, Seeburg, Dicskau, Wans-
leben). Mai bis Juli. — Juli, August.
Halm 4" — 1' hoch, rundlich, unter der Aehre schwach 3-kantig. Blattet sclimälcr
als an A. 1., glatt und hläulichgrün. Deckblatt meistens kürzer als die Aehre, häufig feh-
lend; nenn die PBanze im Wasser steht bisweilen 2 »erlangerte neckblätter. Aehre kiirzer
und schmäler als an A. 1., meistens dunkel kastanienbraun.
». ERIOPHORUJfl. WOEtljGMJLS,
LiNN. Gen. n. 68.
Aehre einzeln, endständig oder einfache Spirre. Geschlechts-
decke aus zahlreichen, selten wenigen, Borsten gebildet. Bor-
sten nach der Bcfruchtuna: zu langer Wolle auswachsend. Wei-
che ]>uss. Geschl. SystriII. 1.*
Mehrjährige Kräuter mit kantigem oder rundem, beblättertem oder un-
behlättertem Halm. Blüten in den Achseln ringsum geschindelter Deck-
blättchen.
Aehre einzeln.
t. E. alpilllint« Alpen-W^oltgra«» Halm 3-seitig, scharf;
Aehre länglich, aufrecht, Samenwolle gesclilängelt.
LiNN. Sp. pl.77. Chi. han. 595. Koch Syn. II. 859. Sturm Deutsch!.
Fl. H. 10. Host Gram, austr. I. t. 40. Engl. bot. t.311.
In Torfmooren, im nördlichsten Gebietstheile, die Südgrenze des Vor-
kommens in IVorddeutschland erreichend, rasenartig, an wenigen Stellen
(31li. Pustohl, Brühl, Sülz, Waren; Lb.; Hm. Eppendorfer Moor; Br.
Bremen; Iln. Friedebiirg in Ostfriesland Lantz. Beni^c). April, Mai. — ■
Juni, Juli.
Halme blülicud 3" hoch, sjialer liis 1' hoch. Blühende Aehre 2 — 3'" lang, orange-
hraunlicli. Zwei iNarben, grüner Nerv der Deckblältchen stachelspitzig zulaufend. Silbcr-
weisse Samenwolle etwa 3 .Mal so lang als die Aehre.
18, E* Yaginatuni. Scheidiges W^ollgras» Halm glatt,
oben 3- kantig, mit et>vas aufgeblasenen, plattenlosen Scheiden; Aehre
länglich - eiförmig.
LiNN. Sp. pl.76. Chi. han. 595. Koch Syn. II. 860. Stir.m Dcutschl.
Fl. H. 10. Fl. dan. t. 236. Engl. bot. I. 873. E. caespitosum Host
Gram, austr. I. t. 39.
Auf den Torfmooren des flachen Landes und moorigen Waldwiesen
der Berg- und Gebirgsgegenden, in Schaaren bildenden Rasen, sehr
häufig, gegen Süden almchmend, im süd-östlicbeu Gebietstheile selten (hier
Scirpus. C¥PERACEAE. 611
yin. sücllicli von Dessau, Oraiiieiibauin — ; /*»•. östlich von Ititterfelil
zwischen Pouch und Crina — ). April bis Juni. — Juli, Aug;ust.
Halme blüheml G" liocb, später l — l'/o'LocIi. Wiiizclblälter sehr scl.mal lin.-al fast
horstlith. Drei >"arl.en. Deokblältclieii zugespitzt, oliiie Mitteinen.
-- Aehrchen in Mehrzahl.
3. E. polystacliyniii. Schmalblättriges W^ollgras.
Halm rundlich, Blätter unten riiinig, oben 3-seitig, Stiele der nicken-
den Aehrchen glatt.
LiNN. Sp. pl. 76. Chi. han. 596. Schk. Handb. I. T. 8. Stlrm
Deutschi. Fl. H. 10. Host Gram, austr. I. t. 37 (mittlere und rechts stehende
Figur). E. angustifolium Roth Tent. fl. germ. I. 24. II. 63. Koch Syn.
II. 860. Engl. bot. t. 564.
In Brüchern, Sümpfen und auf sumpfigen Wiesen, horstweise häufig.
Mai, Juni. — Juli, August.
Blühende Halme 1' hoch, später l'/j' hoch. Blätter von l'/j bis S'/j"' Breite >arii-
rend. Aehrchen 3 — 6, kürzer oder langer gestielt. Samenwolle in der I/änge etwas variirend.
t. E. latifoliiim. Breitblättriges JTollgras, Halm
stumpf 3 -kantig, Blätter unten flach, oben 3-seitig; Stiele der nicken-
den Aehrchen scharf.
Hoppe Bot. Taschenb. v. J. 1800. 108. Chi. han. 596. Koch Syn. II.
860. Sttirm Deutschi. Fl. H. 10. Host Gram, austr. IV. T. 73. E. po-
lystachion Engl. bot. t. 563. E. polystachium ß. Linn. Fl. suec. 17.
In Brüchern, Sümpfen und auf sumpfigen Wiesen, horstvveise weni-
ger häufig als die vorhergehende Art. April, Mai. — Juni, Juli.
Grösse der »origen Art. Blätter 2 — 3'" hreit. Aehrchen 8 his in zusammengesetzter
Splrre Vt. Sjmcuwolle in der Regel um '/s hilrzer als an jener.
5. E. gracile. Schlanlees Jf^ollgras, Halm stumpf 3-
kantig, Blätter 3-seitig, Stiele der fast aufrechten später etwas nicken-
den Aehrchen filzig -scharf.
Koch in Roth Catal. bot. II. 259. Syn. II. 860. Engl. bot. t. 2102.
E. triquetrum Hoppk Taschenb. v. J. 1800. 106. Sturm Dcutschl. Fl. H. 10.
Host Gram, austr. IV. t. 74. Fl. dan. t. 1441. E. polystachium Y- Linn.
Fl. suec. 17. . , , ^
In Mooren, Sümpfen und an Teichrändern, ziemlich häulig, gegen
Süden abnehmend und südlich des Harzes nicht mehr oder selten vor-
kommend. Mai, Juni. — Juli, August.
Halme I 1'/,' lang. Durch die V" breiten, von unten bis oben 3-seillgen Blätter
sehr ausgezeichnet. Samenwolle so lang wie an der vorigen Art, aber die Toste schmäler.
ÖJeonomiSCheS, Die Samemvolle zu fVatten, Polstern, Fer-
paeken, Dochten anwendbar, auch swm Fersatz der fVolle zu geringen
Fabrikaten zu empfehlen, für sich allein aber nicht verwebbar. Sammt-
liche ^rten traqen zur Torfbildunfj und Austrochnumj der Brücher hei,
den fViesenwdchs dagetjen benach'theilifjen sie als sauere Kräuter, wer-
den vom Vieh nnijern gefressen, und die Samenwolle zwischen Heu ge-
rathen ist erfahrungsmnssig den Schafen nachtheilig geworden.
4. $>CIRPU$i' SJTJBTSJB,
lASV. Gen. n. 67.
4ehre einzeln, endständig, oder Aehrchen zum Büschel oder
zur Spirre verbunden. Geschlechtsdecke aus 2 bis b Borsten
bestellend oder nicht vorhanden. JXuss stumpf oder durch ei-
nen nicht ffliedartiff an der Basis eingeschnürten LJeberrest des
Griffels staehelspitzig. Geschl. Syst. III. 1.
612 CYPEBACEAE. Scirpns.
Ein- (All. 5. 6. 13.) üdcr inelnjähiige (AiL 1—4. 7—12. 14.) Kräuter.
Halm bcbliittert oder unliehlüttert, Blätter riiinig - liiieal oder flach. Blü-
ten ia den Acliseln ringsum geschindelter Dechhiättehen.
f Ael,,e ein.el... en-lsländig.
1. S. CaeSl>itOJmiS> Rasen- Simse» Aehre eiförmig; Dech-
Itlälter mit vortretendem stumpfen Mittelnerv, unterstes so lang als die
Aelire; Deckblättchen stumpf; Nuss 3- hantig -unigekehrteiförmig, stumpf;
oberste Blattscheide des straften Halms in eine kurze Platte verlängert.
LiNN. Sp. pl.71. Chl.han. 599. Koch Syn. 11.853. Sturm Deutschi.
Fl. H. 10. Host Gram, austr. III. t. .59. Engl. bot. 1. 1029.
In Torfbrüchern und Mooren des nördlichen und mittlem Gebiets-
theils, horstv\'eise häulig, gegen Süden abnehmend (noch am Harze und
Schw. bei Esperstedt; in Garckü Fl. v. Halle nicht aufgeführt, von
Spreng, bei Lieskau, Liederstädt, Crumpa angegeben). Mai, Juni. —
Juli, August.
■\Viiiicl fascijg. Halme iii dichten BUscIieln 4 8" hoch. Acliren orangebratin. INar-
).en 3.
Bemerk. Hie Aehrenbildung dieser Art wie mehrerer anderer, x, B. S. setaceiis und
verwandter Arten, deutet es an, dass es richtiger sey, nach Analogie der grössern ülehrzahl
dieser Gattung, die untcritlen Deckhlattchen , denen man eine von den übrigen abweichende
Form zuschreibt, vielmehr als Decliblätter zu betrachten, die sich hier weniger von den Deck-
hlattchen iintcrschcideu. Dasselbe gilt von Heleocliaris , wo auch der Uebergang der grünen
Ilalmsubstanz von 11. palustris in die beiden untern lilrittchen für diese Annahme spricht.
S. I§. iiaiicifloriis. W^enigblütige Simse» Aehre ei-
förmig, 2 — 7- blutig; unterstes Deckl>latt die Aehre umfassend; Deck-
blättchen stumpf; Nuss 3 - kantig - umgekehrteiförmig, stachelspitzig;
Halm rund, an der Basis mit plattenlosen Scheiden.
LiGHTF. Fl. scot. 1078. Koch Syn. II. 854. Host Gram, austr. III.
t.59. Engl. bot. 1. 1122. S. Baeothryon Ehrh. in Lina. Suppl. 103. Sturm
Deutschi. Fl. H. 10.
Auf Wiesen und "V^''eiden, an Gräben und Teichrändern, auf sumpfi-
gem oder torfigem Boden, sehr häufig. Juni, Juli. — Juli, August.
Wurzel kurze Stocksprossen treibend. Halme 2 — 6" hoch, fast fadenförmig. Borsten
mit Widerhäkchen versehen. Narben 3.
3. ü« parVIllllS* Zwerg- Simse» Aehre eiförmig -länglich,
3 — 4-blütig; Deckblättchen eirund, stumpf; IVuss 3- kantig -umgekehrt-
eiförmig; Halme scheidenlos, Vl'^urzel faserig.
BöM. et ScHLLT. Syst. veg. Mant. II. 72. Chi. hau. 600. Koch Syn.
II. 8.54. Sturm Deutschi. Fl. U. 85. S. nanus Spreng. PugiU. pl. I. 4.
An Teich- und Flussnfern, auf überschwemmt gewesenen Stellen , sel-
ten (/*»•. am Binnensee bei Rollsdorf, am salzigen und am süssen See
zwischen Ilollsdorf und Erdeborii — ; Iln. Elbinseln bei Vietze — ; Lb.).
Juli. — August.
Sehr zartes mänzcheii, der Heleocharis acicularis sehr ähnlich. Wurzel haarfein, krie-
chend und Auslaufer treibend. Halme fein horsteuförmig, 1 — 1 Vj" '""g» weisslichgrün
und fast durchscheinend, gegen die Basis weiss. Aehre kaum 1'" lang, Deckhlattchen
grünlich, am Sauuic durchscheinend, hüulig und weiss. Borsten 4 — Ü, länger als die Nuss.
Narben 3. — Bringt selten reife Früchte.
4. S. fliiitansi. flutende Simse» Aehre eiförmig, 3—5-
blütig; Nuss zusammengedrückt mit fast scharfem Bande; Halm ästig.
Scheiden in Blätter übergehend.
LiNN. Sp. pl. 71. Chi. hau. 600. Koch Syn. 11.854. Sturm Deutschi.
Fl. H.85. Fl. dan. t. 1082. Engl. bot. t. 216.
In stehenden Gewässern, flachen Teichen und Sümpfen, im nördlichen,
mittlem und süd -westlichen Gebietstheile häufig, gegen Süd -Osten siel»
Soirpus. CYPERACEAE. 613
verlierend (bis jetzt beobachtetes süd -östlichstes Voi-konimen bei Han-
nover). Juli bis September. — August bis Oeto))er.
Halme Vi — l'/i' 'a"g> schlaff, flulcna oder iiieiletliegend , gegliedert, an den Gelenken
wnrielnd und nach ohen Aesle treibend. Blätter rinnig - schniallineal bis ins Haarförmige
Aehrentragendc Aestc etwas verdickt. Dcckblattchen hellgrün mit weisshäiitigcm Saum
Keine Borsten , ISarben 2.
ff Aehrchen huschelig, scheinbar s e i t e us t a n d i g.
5. S. setaceus. Mtorstenhalmige Simse, -4.ehrchen
meist zu 2 (1 — 3) seitenstäudig unter der Spitze; Declibliittchen eirund;
INuss stumpf 3 -kantig und liings gerippt mit St.Tehelspitze; Halm an der
«asis beblättert.
LiNN. Sp. pl.72. Chi. hau. 602. Koch Syn. II. 855. Sturm Deutschi
Fl. H. 10. UOST Gram, austr. III. t. 65. Fl. dan. t. 311. Engl, bot
t. 1693.
Auf Wiesen, Triften, an Gräben nnd Tcichoii, auf nassem grasigem
Boden, häufig. Juli, August. — August, September.
Halme in dichten Büscheln, '2 — 4" hoch. Unterstes, scheinbar die Halmspitze bilden
des Deckblatt 2 — -t . selten 6 Mal so lang als die Aelue. Keine Bürsten . Narben 3. —
Variiit mit sitzenden Aehrchen und mit nnterm gestiellein Aehrchen.
*«. S. supiniis. Xiiegende Simse, Aehrchen meist 5
(2 — 9), seitcnstäudig unter der Spitze; Decliblättcluen eirund, stachel-
spitzig; IXuss stumpf 3 -kantig, quer gerunzelt.
LiNX. Sp. pl.73. Chi. hau. 604. Bemerk. Koch Syn. II. 855. Schrad.
Fl. germ. I. 1. 1. Stürm Deutschl. Fl. H. 85. Host Gram, austr. III. t. 64.
Auf Triften, an Teichufern, auf nassem oder übersclnvemmt gewe-
senem lioden, im süd - östlichen Theile des Gebiets, die ISordgrenze der
Gesanimtverbreituug erreichend, sehr selten (nur Pr. Aschcrsleben an
den Teichen nach Hecklingen zu). Juli, August. — September.
Halme in Büscheln 4 — 6" lang, seitlielie zum Tbeil liegend. Unteres Deckblatt fast
60 lang als der Halm. Keine oder nur einzelne Borsten. INarben 3.
fff Aehrchen zur Spirre <ereinigl.
Aehrchen mehr oder iveniger cifiirmig.
'S, S. laCHStriS. Sumpf.Simse, Spirre zusammengesetzt,
scheinbar seitenständig; unterstes Deckblatt etwa so lang als die Spirre,
Aehrchen theils spirrig, theils l)iischelig und sitzend, eiförmig- länglich ;
Deckblältchen glatt; IMuss uingekehrteiförmig, 3 -kantig mit Stachelspitze ;
Halm rund, oberste Scheide meist mit Plattenansatz.
LiNN Sp. pl.72. Chi. han. 600; und S. glauous v. major (wenn der Halm
meergrün ist). K OCH Syn. II. 855. Sturm Deuf schl . Fl. H. 10. Host Gram,
austr. III. t. 61. Fl. dan. t. 1141. Engl. bot. t. 666
b. Duvalii. Oie mittiefe. Halm weniger hoch, nach oben schwach
kantig, obere Scheide mit oder ohne Platte; Spirre zusamniengcselzt ;
Deckblättchen glatt oder schwach scharfpunetig.
S. Duvalii Hoppe in Sturm Deutschl. Fl. H. 36. FI. dan. t. 1743.
Koch Syn. II. 856. S. earinalus Sm. Engl. bot. t. 1983. S. lacustris
y. Sm. Fl. brit. I. 52. S. trigouus Roth INcue IJeitr. I. 90. Chi. han. (t03.
C. Taberneiiioiitaul. Die Jeleinere. Halm niedriger und schwä-
cher, nach oben schwach kantig. Scheiden plaltenlos; Spirre mehr zu
sammengezogen, Aehrchen meistens büschelig sitzend und dunkler ge-
färbt; Deckblättchen scharfpunetig.
S. Tabernemontani Gmel. Fl. bad. I. 101. Koch Syn. II. "5-»'*
glaUCUS Sm. Fl. brit. I. 52 (wenn der Halm meergM.n ist). Engl. bot. t. 2321.
S. glaucus V. minor Chi. han. das. (»enn der Halm mcerg.iin ist). S. lacu-
stris /?. Sm. das. Fl. dan. t. 451 (S. holoschoenus).
614 CYPERACEAE. §cirpuH.
Iii Teichen, an Fluss- und Seeufern , im und am Wasser, beerdeii-
oder scbaarenweise; h. daselbst im seicbteu Wasser oder im Suinpl'e,
auch auf sumpfigen oder nassen Wiesen; e. entfernter vom Wasser, all-
gemein verbreitet; beide letztere truppweise, aueb einzeln und weniger
häufig. Juni, Juli. — ■ August, September.
Ilaliiic <lei- Ilaiiptrorm 6 — l"i', von b. ■i — 6', von c. '2 — -3' Loch, von allen grgeo
die 8|iiire zu etuas spauiiriickig , welclies bei b. und c. zunebmciul in scLnacb liaiiligc liil-
diiiig iibcrgelil, aber auch an der Ilaujitfoim in geringcrni Grade oft benierklicb wird. Farbe
der Halme gelblich - graugrün , entl'ernter »oni >Vasscr, mit Abnabrae der Ualmfaulie, mehr
lu graugrün — unter Einwirbnug von Salzwasser stets in bläulicbgrün übergebend. Farbe
der Acbrchcn im und am AVasser rostrotli , entfernter von diesem dunkler, oft in purpurbraun
übergebend. Horsten 6 mit AViderbiibclien. Narben der Hanplform 3, seilen 2 (in dem-
selben Aebrcbcn) , der bleiucrn Formen meistens 2. Staubbeutel an der Spilze bald melir
bald weniger weicbLaarig, Nüsse an der innern Seite flach, v^eniger oder mehr zusammen-
gedrückt und danach 3- oder fast nur *2. kantig, mit schmalen oder mit breitern, stuuipf-
iichern Kanten. Die Besetzung der DeckMättchen mit Puncten, wie es in den Diagnosen
angegeben, variireud. Drei (ollständige Excmpl. des S. Duvalii von HOPPE selbst haben
sparsam mit Puncten bestreuete Deckblattehen. Andere Arten dieser Gattung variircn eben-
falls mit und ohne Puncte (z. li. S. triqueter).
Bemerh. So habe ich die Bildung auf einer i. J. 1838 wiederholten Bcrcisung des
L'nlcrlaufs der Elbe und der Ems von Lingen bis Emden beobachtet und mich an mcbrcru
Stellen (om Lebergauge dieser Formen überzeugt. Damit stimmen mchrenibeils die Beob-
achtungen von DüLL Khein. Fl. 164. überein.
S. $i. piingens* JDreiJeantige Sitnse» Spirre einfach,
gdiniiuelt, scheinbar seitenständig; unterstes Dcchblalt 6 — 10- fach län-
ger als die Spirre, Aehrchen sitzend, eiförmig; ]\uss umgchchrteiförmig,
plan-convex mit kurzer Stachelspitze; Ualm stumpf 3- kantig, Blatt-
sch(!iden in lange Blätter ausgehend.
Vahl Enum. pl. II. 2bb. Chi. han. 602. S. Uothii Hoppe in Sturm
Deutschi. Fl. 11.36. Koch Syn. II. 857. S. triqueter Roth IHeue Beitr.
I. 91. Fl. dan. t. 1563. S. mucionalus Khru. Calam. n. 2.
Am Unterlauf der F.lbe und Fms auf schwammigem Boden, häufig.
Juli, August. — September, October.
Halm 3 — 3'// hoch, schlank, schmal und zähe. Blaltplattcn '/j — ^4' l^ng, den
Halm scheinbar forlsetzeudcs Deckblatt -4 — 5" lang, aufrecht. Aehrchen meistens 3, dick,
kurz, rostbraun. Borsten mehrfach kürzer als die IVuss. Narben '2. Nüsse matt oder schwach
glänzend.
9. S. trlqiietei*. UreiecJeige Simse» Spirre zusammen-
gesetzt, scheinbar seitenständig; unterstes lieckblalt doppelt so lang als
«lie Spirre, Aehrchen theils sitzend, thcils gestielt, eiförmig oder eiför-
mig-länglich; IXuss umgekehrteiförmig, plan-convex mit kurzer Stachel-
spitze; Halm scharf 3-eckig mit flachen Seiten, obere Blattscheide mit
einer kurzen lanzettförmigen Platte.
Link. Mant. 29. Chi. han. 602. Koch Syn. II. 8-56. Sturm Deiitschl.
Fl. II. 36. Fl. dan. t. 1983. Engl. bot. t. 1694. S. mucronalus Host
Gram, austr. III. t.66.
Am Unterlauf der Elbe und Ems, auf dem schlammigen dem Strome
zunächst liegenden Striche den die Flut überstauet, scbaarenweise häu-
fig. Juli, August. — September, October.
Halme l'/j— S'/z' hoch, doppelt so dick als an der vorhergehenden Art, sieif aufrecht,
slarr und saftig. Seiten ganz flach, fast etwas hohl. Den Halm schciubar forlsctzeiidis
Deckblatt 1" lang. Eben so lang die Plalle der olicrn Scheide, folgende Scheiden plat-
tenlos. Aehrchen 6— l'J. Narben-.'. Nüsse stark glaubend. — Die Deckbl.-.llcl.cn .ariircn
glatt und scharf puuclirl.
10. S. iiiaritimufi^. Seestrands. Sintse. Spirre mei
stens zusammengesetzt; 3 — 4 unterste üeckblätter länger als die Spirre,
Scirpus. €¥PERA€EA£. 615
gcst
ekel»
^ lulen Rüscbelii. eiförmig odei
länglick; INuss umgeTiebiteitoruiig, stuinpl" 3-l;aiitig mit kurzer Stachel-
spitze; Halm 3 -eckig, unten beblättert.
LiNN. Sp. pl. 74. Chi. ban. 603. Koch Syn. II. 857. Scuk. Handb.
I. T.8. Stlwi Deutschi. Ft. U. 13. Host Gram, austr. III. t. 67. Fl.
dan. t.937. Engl. bot. t. 542.
b. oompactus. Die Knäuel ährige. Aebrcbeu sämmtlich sitzend
und geknauelt.
Chi. lian. das. liocH das. S. eompactus IIoffm. Fl. gerni. I. 25.
c. niaoro8taohy§. Oie grossährige. Aehrchen doppelt grösser.
Kocu das.
d. leptoHtaohys. Die sehmalährige. Aehrchen doppelt längt-!
und schmäler.
S. niaritinius v. lanceolatus Chi. ban. das.
Am Seestrande, an Flussufern, Gräben und Teichen, häufig; die
Spielarten seltener. Juli, August.— Atignst, September.
Wurzel später diikliiiulig. Halme 1 '/^ -3' liotli. Ulällcr so laiig oder länger als der
Halm, rinoig. Borsten mit Wlderliakclicn besctit, bald länger bald büizer als die Nuss
Farben 3. Aehnbeu der Spielart d. fast lli.cal.
11. S. SylvaticilS« Jf^ald- Simse* Spirre mehrfach zu
sammengesetzt, trugdoldig; unterste 2 Deckblätter etwa so lang als die
Spirre, Aehrchen rundlich -eiförmig, endständige meist zu 2 — 3; IVuss
umgekehrteiförmig, scharf 3- kantig mit Stachelspitze; Halm stumpf 3-
kantig, gleichmässig beblättert.
Li>N. Sp. pl.75. Chi. han. 604. Koch Syn. 11.858. Sturm Deutschi.
Fl. H. 36. Host Gram, austr. III. t. 68. Fl. dan. t. 307. Engl. hol.
t. 919.
Auf >Yiescn, zwischen Gebüsch, an Gräben und Teichen, auf nassem
Boden, sehr häufig. Mai, Juni.— Juli, August.
Halm 1— 3'hocb. Blätter 4— •')"' bteil. Spirre gross, »lelästig und reichblütig.
Borsten mit U idcrliäfcclien besetzt. INarben 3. Nüsse äusserst klein, blass strohgelb.
19. S. padicans. jyuraelnde Simse. Spirre mehrfach
zusammengesetzt, trugdoldig; 2 unterste Deckblätter länger als die Spirre,
Aehrchen länglich, zugespitzt, endständige einzeln; IVuss ellipsoidiseh-
umgekehrteiförmig, scharf 3- kantig mit Stachelspitze; Halm stumpf 3-
kantig, gleichmässig beblättert.
ScHK in UsT. Annal. d. «ot. IV. t. 1. 48. Chi. han. 604. Koch Syn.
II. 858. Sturm Deutschi. Fl. H. 36. Host Gram, austr. IV. t. 69. Fl.
dan. t. 1742.
Auf Vliesen und an Flussufern, auf sandigem Boden, selten (I r. an
der stillen Elster bei Osendorf, zwischen Döllnitz und Burg LieJtenau.
zwischen dem Bicnitz und Bückmarsdorf — ; ^/»i. bei Dessau häufig, z. B.
im Thiergarten, Georgengai ten ; Pr. fV. bei Bheine— ; //h. zwischen
Hohnstori' und Artleuburg im Liineburgschen ; III. bei Trittau). J>Iai,
Juni. — Juli. August.
Gesammtanseliin der vorigen Art, durch die einzelnstehenden, langgesliellen , schmalen
und zugespitzten Aehrchen leicht zu unterscheiden. — Von den in Mehrzahl auf einer Wurzel
sich erhebenden Halmen verlängert s.ch oft einer oder der andere nach der Blütezeit, senl.l
sieh bogenförmig z.,r Erde nnd schlagt Wurzeln, «o die Spitze den Boden berührt.
13. S. JTliclteliaiius. Michelisehe Simse. Spure n.
einen lappigen Blütenkopf: zusammengezogen ; untere 2 Deckblätter lan-
ger als der Halm, Aehrchen eiförmig; TSuss ellipsoidisch, spitz, schwach
3- kantig; Halm verkürzt, 3- kantig, dicht mit Blattscheiden besetzt.
LiNN. Sp. pl.76. Koch Syn. II. 858. Scuk. in Ust. Aimal. d. «ol.
V. T.20. Sti'RM Dcutschl. Fl. H. 85. Host Gram, austr. III. t. bJ-
An der Elbe bei Wittenberg in. Sandboden, die 3iordgrenze der Ge-
616 CYPERACEAE. HeleochariH-
samiutverhreiluiig nrreicliciul, i. J. 1784 von Scukuur heokachtet, später
auch von Nitzsche, seitdem nicht wieder. Juli, August. — • Septeniher.
Wurzel faserig, Halm nur 'Jl/j — 3" liocli, steif und dirk. Untere DccliMäHer 4 — •'>"
lang, ziiriickgckriiraiut, rinnig. Bliitenköpfe silzenil, 4 — -'S'" im Diirdimesser ii.iitentl. Kciiic
Borsten. Narben 2. Samen äusserst klein, blass strohgelb.
Acliriheu in kugeligen Kopfclicn.
'14. IS. Holosclioeiius. Kugel- Simse. Spine einfach,
scheinbar seitenständig; unterstes Declii)latt 6 — 8 Mal so lang als die
Spirre, Blütenköpl'e gedrängt dichthliitig, gestielt und sitzend; JNuss um-
gehchrtciförniig, 3- kantig mit Stachelspitze ; Halm rund, unten beblättert.
LiNN. Sp. pl. 72. Roch Syn. II. 857. Sturm Deutschi. Fl. II. 36.
Host Gram, austr. III. t. 62.
An Sümpfen zAvischen Barhy und Zerbst, auf sandigem Boden, die
Nordgrenze der Gesammtverlireitung erreichend, selten.
Halm 2 — .'i' boch, steif. Ulattplatten auf langen Scheiden stehend, nur die obersten
zu JKngern Ulattern aiiswaehsend , diese steif, schmal rinnig mit rundem Kücken, in eine 3-
cckigc, am Rande sehärflicbe Spitze endigend. Blülenköpfc 3 — .^ bis selten 8. Keine
Borsten. Karben 3. — Variirt mit niedrigem» Halm und kleinern oder grüsscrn Kopien.
GM ¥i^JSRJBX.ICMJEIS,
technisches «. ÖTe anomisches, A. 6. zur Anfertif/unr/ von
Fleclitwerh vorzüfjlich fjeeiijnet , liefert Fxissdecken in Zimmer (besonders
in Ostf'ricsland und Holland beliebt). Matten, Stuhlsitze, liörbe, Fisch-
körbc II. s.w. und dient zum Decken i'on Schoppen, Hütten, Schüf'er-
karren u. s. tv. Art. 6 — 11. sind zur Streu anwendbar. Sätnmtliche Arten
sind im jünqern Zustande ein mittelmässiges Pferde- und Schweine-
futter. A.i. trätft wesentlich zur Torfbildunfj bei und die Art. 6 — iS.
zur Abtrocknuug der Sümpfe und des eintjedeichten Landes.
5. HEIiEOCHARIIS. BMMOP.
n. BR. Prodr. fl. >ov. Uoll. I. 80.
Aehre einfach, entlsläiitlig. GeschlecJitstlccke ans 3 oder 6
Borsten gclnldet. Welche Nnss vom verdickien, an der Basis
gliedartig eingeschnürten Üeherreste des Grifl'els gekrönt. Ge-
schl. Syst. III. 1.
Ein- (Art. 3. 4.) oder mehrjährige (Art. 1. 2.) Kräuter. Halm unserer
Arten an der Basis von 1 — 2 plattenlosen Scheiden umfasst. Blüten in
den Achseln ringsum geschindelter Dociiblättchen. Dechblätter in die
Dcckhlättchen übergehend oder mit ihnen gleichförmig.
1. H. palustris. SumpJ"- Biet, Aehre länglich, 2 abge-
rundete Declil>lätter die Basis der Aehre umfassend; Dcchblättchcn spitz-
lich; Nuss umgekehrteiförmig, schwach zusammengedrückt mit abgerun-
deten Hauten; Schaft glatt; Wurzel kriechend.
R. Br. Prodr. fl. Nov. Holl. 224. Roch Syn. II. 852. Scirpus palu-
stris LiNN. Sp. pl.70. Chi. hau. 597. Sturm Deutschi. Fl. H. 9. Host
Gram, austr. III. t. 55. Fl. dan. t.273. Engl. bot. t. 131.
b. uniglnmis. Bas eindeckblättrige. Ein Deckblatt die Basis der
Aehre umfassend.
H. uniglumis LInk Hort, berol. I. 281. Roch das. Scirpus unigiu-
mis Link Jahrb. d. Gewächsk. III. 77. Clil. hau. das. Sturm das. 11.78.
Beichenb. PI. crit. II. 182.
Auf Triften und Wiesen, an Gräben, Teichen und Flussufern, auf
nassem oder sumpfigem Boden, horstweise liäuiig.
Halme 1 — 1'/./. im Wasser bis 2'/./, auf magerm Sandboden oft kaum 3 — 4" Horb,
lundlrch oder zusammcDgcdiuckl , glatt, eegru die Basis safranfarbcnbraun gefärbt und gl.'Ju-
Heleocharis. CYPEBACEAE. 617
zcnd. INarben 2, Borsicn meistens 4, hleibeiid. — Die Aehre rariirt eiforuiig iiud kegel
formig. Die Borsten sind länger iiiul kürzer als die INuss.
Bemerk. Die Ausbildung der untersten, Jic Aehre deekenden Blättchen zu 1 oder
2 Deckblättern ist wandelbar und daher lür die Arlenfestslcliung ohne AVerth. Man trifft
nicht selten Exemplare, die 3 abgerundete Blättchen, d.h. 3 Deckblätter haben. Aus die-
sen uiüsste man conse(|ueot eine dritte Art machen. Dieselbe Krscheinung kann man bei
S. cacspitosHS wahrnehmen.
9. H. niulticaiilijs. Vielhalmiges Biet. Achic ellip-
soidisch- länglich, Deckhlätter und üeckhlättclien gleichtörmig länglich;
IViiss 3- kantig -eiförmig; Halm gegen die Basis gestreift; Wurzel schwach
kriechend.
Koch Syn. II. 852. Scirpus multicaulis Sm. Fl. brit. I. 48. Chi. hau.
598. Sturm Deutschi. Fl. 11.78. Fl. dan. t. 1923. Eugl. bot. 1. 1187.
Auf Wiesen und Triften, auf moorigem oder torfigem Boden, horst-
weise selten {Pr. fV. ;>Iünster, Diuslacken, Gronau — ; Un. Bcntheim,
Schiittorf, Nordhoru, Celle am Entenfange — Ostfriesland zwischen der
Holtlander IVükke und Logabirum Lantz. Bening. — ; Ol. Jever, jenseit
der ISordgrenze des Gebiets auf der Insel Ilöm). Juni, Juli. — Juli,
August.
AVurzel lang- nnd dickfaserig. Halme in dichten Büscheln, 6 — 10" hoch mit violel-
roth gefärbter Basis. Borsten 6. kürzer als die IVuss. Narben 3. Deckhlältchcn stunipf-
spilzlich mit «ioletrotbem Mittelfelde, grünem Mittelnerr und rostbraunem etwas durchschei-
nendem Saum. I>üsse fast scharfkantig. — Kommt mit sprossenden Aehrcn vor.
Bemerk. Die Wurzel ist nur in den erstem Jahren völlig faserig, später treibt sie
kurze Stocksprossen, die sich gleich nach oben biegend Halme treiben, weshalb sie wenig
bemerklich werden,
3. H. OVata. JEirUndährigeS Miet. Aehre rundlich -ei-
rund, Deckblätter und Deckblättchen gleichförmig, rundlich, stumpf;
ISuss 3-kantig-umgekehrteiförmig; Schaft glatt; Wurzel faserig.
B. Br. Prodr. 11. IVov. Holl. 224. Roch Syn. II. 852. Scirpus ovatus
BOTU Tent. 11. gerni. II. 2. 562. Sturm Deutschi. Fl. H. 10. Host Gram,
austr. III. t. 56. Fl. dan. t. 1801.
Aufwiesen, an Gräben und Teichen, auf nassem oder überschwemmt
gewesenem Boden, die Nordgrenze der Gesanimtverbreitung erreichend,
selten und gegen Süd-Osten abnehmend (An. Dessau; Pt: fV. Lipp-
stadt — ; Un. Bentheim, TVeuenkirchen, Haaren — ; Ol. Wiesen bei
Schwei — ; Hrn.; Lb.; Hl. Trittau, Stenzer Teich, Hahnenheide—; Lb.;
Mk. Lankower See bei Schwerin). Juni, Juli. — August.
Halme in dichten Büscheln, 4 — 10" hoch, rund. Scheiden der Basis gelblichbraun,
oft roth überlaufen. Borsten länger als die >nss. j>'arben 2.
4. H. acicularis. Nadelhalntiges Miet. -4ehrc läng-
lich, spitz; Deckblätter eirund, stumpf. Deckblättchen länglich; JXuss
schmal ellipsoidisch-umgekehrteiförmig; Halm borstenförmig, 4- kantig.
B. Br. Prodr. fl. TVov. Holl. 224. Koch Syn. II. 853. Scirpus aci-
cularis LiNN. Sp. pl. 71. Chi. han.599. Sturm Deutschi. Fl. IL 10. Host
Gram, austr. III. t. 60. Fl. dan. t. 287. Engl. bot. t. 749.
Auf Triften, an Gräben und Teichrändein, auf feuchtem oder ubcr-
schweniint gewesenem sandigem Boden, häufig. Juni bis August. — Juli
bis October.
Zartes 2 — 3" hohes Pllänzchen mit haarfeiner, kriechender Wurzel. Scheiden der Hnlmc
strohgelb, rölhlicl angelaufen. Aehre Vi — 'A'" •"«''• Borsten hinfällig. Narben 3.
Bemerk. Die Gattung Heleocharis hat, wie ich bereits vor 30 Jahren in den
Triniit. fl. esseipieb. nachgewiesen habe, weder eine bestimmte Begrenzung, noch ist sie
natürlich, indem sie die nächstverwandten Pflanzenarten , wie H. raulticanlis von Scirpus panci-
Uorus, H. acicularis von S. panulus trennt. Es ist daher zu lioflen, dass die Zell sie wieder
618 €¥PERA€EA£. Rhynoliospora.
VahL Enuni. II. 23(3.
liüschel endständig. Geschleclilsdecke aus 3 — 9 Borsten ge-
bildet. Weiche IVuss, von der stehenbleihenden breiten Basis
des Griffels gekrönt. Geschl. Syst. III. 1.
Mehrjährige Kräuter mit behlättertem Halm. Aehrcbeii zu hopfi'ör-
migen Büscheln zusammengestellt (bei ausländischen Arten auch in Spir-
ren oder Rispen). Deckblättchen meistens abfällig.
1« R. alba. IW^eisses Schnabelriet* Blütenbüschel fast
so lang als die Deckblätter; Geschlechtsdecke 9- borstig; Wurzel spar-
sam Stocksprossen treibend.
Yaiil Enum. II. 236. Kocu Syn. II. 851. Schoeiius albus Linn. Sp.
pl.65. Chi. han.606. Schk. Ilandb. I, T. 7. Sturm Deutschi. Fl. II. 40.
Host Gram, austr. IV. t. 72. Fl. dan. t. 320. Engl. bot. t. 985.
Auf Mooren und in Torfhrüchern, häutig.
Halme y.j — 1' liocli, 3 -kantig. Blätter schmal, rinnig. Blütenbüschel run<Uicli, weiss;
nach <lcm Blühen chamois. Die Zahl der Borsten variirt zwischen 8—14. die Ncimzahl
scheint torziiherrschen. Sic sind bald so lang als die Piiiss, bald kürzer.
Ä. R. fiisca. Braunes Schnabelriet, Bliiienbüschel
mehrfach kürzer als die Dechblätter; Geschlechtsdccke 3 -borstig; Wur-
zel stark kriechend.
Rom. et Schult. Syst. veg. II. 88. Koch Syn. II. 851. Bhyncho-
spora alba ß. Vaul Enuni. II. 236. Schoenus fuscus Linn. Sp. pl. 1664.
Sturm Deutschi. Fl. 11.40. Fl. dan. t. 1562. Engl. bot. t. 1575.
Auf Mooren und in Torfhrüchern, häufig. Mai bis Juli. — • Juli bis
September.
Halme '/.j — ^/^' hoch, stumpf 3 - kantig. Blätter sehr schmal, ziisaiiimengclegt - rinuig.
Blütenbüschel länglich, hell kastanienbraun. Borsten viel länger als die Nuss. Basis des
stebeogebliebenen Grin'elrestes doppelt so breit als an der vorigen Art.
Bemerk. £s gilt für diese Gattung, wie ich in den Tiiniit. <1. esseijueb. bereits
erwähnt habe, dasselbe, was ich hier am Scliluss der Gattung licleocbaris iibcr diese gesagt
habe. Auch Bli\ncbospora ist eine nur künstliche und unbestimmt begrenzte Gattung. Wer
die ausländischen Arten, z.B. Rhyncbos)iora sparsa , R. inexpansa, R. ciliala etc. im Gegen-
satz der R. aurea untersuchen will, wird sich hierion überzeugen. Bei letzterer bleibt der
ganze Grilfel verhärtet stehen, hei andern Arten der halbe, die Basis — eine Spur der Basis,
und bei manchen auch nicht eine Spur dieser. Schriftsteller, welche Rhjnchospora und
Schoenus des erwähnten Grundes wegen trennen und doch iu letzlerer Gattung S. nigricans
und S. I'uscus zusammenordnen, übcrseben es, dass sie eben dadurch die Charaktere jener
Gattungen wiedci aufheben — oder sie willhürlich benutzen. Die IVuss des erstem ist ohne
Rest der Griilelbasis , die des letztem trägt allerdings eine Spur desselben. Wird nun sogar
eine gliedartige Verbindung des stehen bleibenden Griffelrcstcs in den Galtungscharakter auf-
genommen, wie dies mehrentheils geschieht, so passt der Charakter nicht einmal auf unsere
beiden Arten, die nichts Gliedartiges nachzuiveiscn haben. Und dies minutiöse und schwan-
kende Kennzeichen tritt in der Gattung Rbvnchospora als INorm für die gencrische Vereini-
gung in der Gcsammtbildung und Tracht mannigfach von einander abweichender Pflanzen
«. eiiAuiiJifi. scuNMEnm,
Patr. Brown Jam. 114.
Spirren zur Bispe zusammengestellt. Keine Gescblecbtstlccke.
Frucht eine trockene Ptlaume. Geschl. Syst. III. 1.
Mehrjährige hohe Kräuter mit beblättertem Halm. Spirren KnA- und
nchselständig, Aehrchen unvollkommen 2- zeilig, armblülig.
f. C IWarlscuis. Getneine Schneide* Aehrchen hopf
förmig gehuäuclt; Halm fast rund, Blätter am Bande und dem Kiel fein
.sägezähiiig.
Solioenus. €¥PEBACEAE. 619
R. Br. Piodr. 11. TVov. Holl. 236. Cbl. hau. 604. Kocu Syii. II. 851.
Scboenus Maiisciis Likn. Sp. pl. 62. Host Gram, austr. III. t. 53. Fl.
dan. t. 1302. Engl. hol. t. 950. C. gcrmanlcum Scurad. Fl. germ. I. 75.
t.5. f. 7.
In Teichen und Sümpfen, lieerdeuweisc ziemlicli selten (HL; Mk.
Schweriner See, Friedland, Malchin, "V^'^ankow — ; Hn. Misslmrg, Osna-
brück, Göttingen im Denkershauser Teiche—; Ol. im Sager Meere — ;
Pr. TV. Münster auf der Roerheide; Pr. Artern). Juli, August.— Sep-
tember, October.
^Vurzc) dick. kriecLeiid. H;.lni 4 — 6' liocli , stark, steif. Blattei- riiiiiig, in eine
sehr lange, 3 - eckige Spitze verscliinalert. Rispe 1 — 1 '/i' J^ng. ästig, Deckbliilter dopiielt
so lang als die »ueist iii 2 »usauimenstchcnden Sjiirrcn. Aclirchen länglich, aus meistens 6
Deokblättchen bestehend, wovon nur die obcrn '2 — 3 fruchtbar sind. Sfauhgefiisse 2 — '6.
Frucht schwach 3 - kantig - ellipsoidisch , durch einen Rest des Griflcls gespitit, äussere
Lage inwendig mehlig. INuss knöchern.
GM irjERBLICHMS.
technisches» tun dauerhaftes Deckmaterial für Hütten und
Ncbenfjebände auf dem Lande.
8. SCHOEIVIJS. MJVOPJFGUAS.
LiNN. Gen. n. (j5.
Aehre endsländig 2-zeilig. Gescbleclilsdecke aus 1 — 5 Bor-
sleu abstehend oder nicht vorhanden. Weiche J>uss. Geschl.
Syst. III. l.
Mehljährige Kräuter. Ilalmc an der Basis beblättert. Achrchen un-
vollkommen 2 -zeilig, nur die obern Deckblättchen fruchtbar.
I. S. oigricans. Schwärzliches Mnopfgras, Blü-
tenköpfchen aus 5 — 10 Aehrchen zusammengesetzt; unterstes Deckblatt
schräg abstehend; Blätter halb so lang als die Halme oder länger.
LiNN. Sp. pl. 64. Chi. han. 606. Koch Syn. II. 850. Sturm Deutschi.
Fl. H.40. Host Gram, austr. III. t. 54. Kngl. bot. t. 1121.
Auf Vliesen und Triften, auf sandig -toriigem Boden, horstweise sel-
ten {Mk. Rcniplinische Wiesen an der Peene, Friedland, SchillVerder
J)ci Schwerin, Malchin; Hl.; Hn. Insel IVordernei; .fir. Helsuuger Bruch;
Pr. Westerhauscn, im Schiffgraben; Pr. JV. Driburg. Im süd- östlichen
Theile des Gebiets nicht vorkommend). Juni, Juli.— August, Sep-
tember. , o , • . 1
Halme 1' hoch, rund, an der Basis mit schwarzbraunen glänzenden Scheiden umgilicn.
Blätter fadenförmig, bald halb so lang als der Halm, bald fast eben so lang, halbsÜeliund,
oben rinnig. Blütenköpfchen eiförmig, schwarzbraun. Deckblatt 2 — 5 Mal so lang als
jenes. Aehrchen länglieh, fast sitzend. Borsten bald >orhanden. bald fehlend. INuss sehr
klein, weiss, glänzend, ohne Grill'elrest.
•». S. ferrugiiieus. Uostfarhenes I£nopfgras*
Blütenköpfchen aus 2 — 3 Aehrchen zusammengesetzt; unterstes Deck-
blatt gerade aufrecht; Blätter die Hälfte der Halmlänge nicht erreichend.
LmN. Sp. pl. 64. Koch Syn. II. 8-51. Sturm Deutschi. Fl. II. 40.
Scurad. Fl. germ. I. 1. 1. f. 4. Host Gram, austr. IV. t.71.
In Torfmooren und Sümpfen des nördlichen und des südlichen Ge-
bietstheils, selten {Mk. Wiesen am Galenberger See, Bronn, Gr. ISien-
dorf nach Wanikow zu; Pr. Benndorfer Mühle nördlich von Delitztsch;
im mittlem Gebictstheile fehlend. Mai, Juni. — Juli, August.
Halme l' hoch, schlank und fein, fast stielrund; Scheiden der Basis schwarzbraun, glän-
zend. Blatiplalle der Scheiden 1—2", selten 3" lang. Deckblatt steif, kaum länger als
die .lehre. ^uss sehr klein, weiss, glänzend, mit einer Spur Giift'elrcst.
620 CYPERACEAE. Cyperus.
9. CYPERUS. CJ^^BUGUAS.
I.INN. Gen. 11. 66.
Spirre oder Büschel mit vollkoumien 2-zeilig gescbindelteu
Aelirchen. Keine Geselilechtsdecke. Weiche INiis.s.
Ein- (Art. 1.2.) otlcr inehrjäbrigc Kräuter mit bel>lätlertein, seltener
Llattlosem Ualin. Bliiltcr grasartig, fast tiacli. Aehrchen vielLlütig,
DecViblättcben gekielt.
1. O. flaYescens. Gelbliches Cypergra«, Spirre end-
ständig, einlacb, Aebrcben boptTormig zusaniinengestellt , langiicb, ge-
gen die Spitze vcrscbmälert; Decbblättcben stumpf, aneinander liegend;
Uahn stumpf 3 -kantig.
LiNN. Sp. pl.68. Cbl. ban. 607. Koch Syn. II. 849. Schk. llandb.
I. T.7. Sturm Deutscbl. Fl. H. 52. Host Gram, austr. III. t. 72. Fl.
dan. t. 1682.
Auf Triften und Wiesen, auf fcuebtem oder sumpfigem Boden, die
Nordgrenze der Gesammtverbreitung erreicbend , truppweise ziemlicb
bäufig. Juli, August. — September.
Halme 2 — 6" liocli, biiscliclig. Blältei- rinnig, lang zngcsjiitxt. DeckiilüUer meistens
3, w.igercclit abstellend, länger als die Spirre. Aelirchen Iviib ockerfarben. Deckblättcben
mit grünem unter der Spitze aufhörendem Alittelstreif. — Variirt mit doppelt längern linealen
Achrclien.
Ä. C ftiscii8> Braunes Cypergras» Spirre endständig
zusammengesetzt oder cinfacii, Aebrcben kopfförmig zusammengestellt,
lineal; Deckblätteben spitzlicb, locker; Halm sciiarf 3- kantig.
LiNN. Sp. pl.69. Cbl. ban. 607. Koch Syn. II. 849. Schk. Handb.
1. T.7. Stürm Deutscbl. Fl. H. 52. Host Gram, austr. III. t. 73. Fl.
da». t.l79.
Auf Triften und Wiesen, auf nassem oder sumpfigem Boden, trupp-
weise ziemlicb bäufig. Juli, August. — September.
Halme 3 — 8" lioch. Blätter und Deckbl:.tler wie an der vorhergehenden Art, jedoch
doppelt so breit. Aehrchen schwärzlichbr-iun , Deckblätter uiit grünem in die S]iitze auslaufen-
dem MilteKtreif. — Aarilrt an schattigen Orten mit grünen Aehrchen (v. virescens Chl.han. das.).
€1LI. €;]«A]fII]VEAE.
GMÄSJEn.
Juss. Gen. 28.
Blüleii Zwitter oder l-geschleehtig, in 1- oder niehrblüti-
gen Achrclien j die zu Achren, Trauben oder Rispen zusam-
mengestellt sind. Deckblätter (Calyx^ Glnniae caJycinae, Lepi-
cena) und Deckblätteben (Corolla, Gluniclla, Paleac) je 2j ei-
nes das andere umfassend, selten nur je 1, und noch seltener
erstere fehlend, sämmtlieb spreuartig. Gesehleehtsdecke_ aus
2, seltener 3, mehr oder weniger verkümmerten, etwas saftigen
Schuppen (Neetarium, Lodiculae, Squamulae hypogynae) ge-
bildet. Staul)g^efässe meistens 3, selten weniger oder doppelt
sp viel; Staubbeutel aufliegend, Fächer an beiden Enden spal-
tig von einander weichend. Fruchlknote frei; Griffel 2, selten
1 (oder 3) mit 2 fadenförmigen, nadclformigcn oder gliedri-
gcn Narben. Frucht eine Kornfrueht (Caryopsis), frei oder
später mit den Deckblättehen verwachsen. Keim am mehlig'en
Eiweiss iinten und aussen anliegend. — Stengel mit Knoten, früh
sich verlierendem Mark und geschlitzten Blattscheiden , deren
innere Haut meistens als Blaltbäutehen vortritt (Grashalm).
1/orkoniineii. Die in grösstcr Verbreitung und reicbster Individucn-
zabl, meist in grosser Geselligkeit auftretende Familie des Gebiets, vor
Leersia. GRAIUINEAE. 621
allem Feuclitigl.eit des Bodens oder der Atmosphäre in Anspruch neh-
mend, einige die Nähe des Wassers, sehr wenige den Stand im Wasser
liebend, sämmtlich aber Sumpf und Säure des Kodens (Nardus ausge-
nommen) fliehend. Unter den festen Substanzen besondere Vorliebe für
Kiesel zeigend, \iele für ihr höchstes Gedeihen Humus in Anspruch neh-
mend, einige kallihold, einige Salzgehalt des Bodens verlangend.
Gehalt churakterisirt durch das reichliche Vorkommen von Kiesel-
säure, liali, Zucker, Stärke, auch Kleber; erstere vorziUflich im Halm,
Blatt und Infloreszenz, Kali in den fVurzeln , Zucker vorzüfjlich im
Halm, Stärke und Kleber im Samen. Erden, besonders T hon er de , im
Halm vorkommend. Selten sind Chlormetalle , aromatische Substanzen
und €jif'tarti(jcr Stoff', von denen das Daseyn des letztern noch nicht
hinlänf/lich eriviesen ist. Medicinischcr fVerth sehr (jerimjfiKjifj.
t. Gruppe. ORirZEAI]. RMISGRÄSMR.
Rispe. Aehrchen von den Seiten zusammengedrückt, 1 — 3-blütig.
Deckblätter nicht länger als die Deckblättchen , oft nicht vorhanden.
I. liEJERSIA. liMMnSMK,
SOLA>fD. in Sw. Fl. Ind. occident. I. VA'i.
Aehrchen l-hliilig^ ohne Deckhlätter. Dechhlättchen gleich
langa iinbegrannt, inneres viel schmäler als (las äussere. Blü-
ten Zwitter mit 1 — 3^ selten 6 Slaubgefässen. Geschl. Syst.
Mehrjährige Gräser mit flachen Blättern. Rispe offen, einfach oder
ästig. Aehrchen traubig, kurz gestielt, fast einseitwendig. Geschlechts-
dccke aus 2 Schuppen bestehend.
1. li. oryzoides. Mteisartige IJeersie. Rispe ausge-
breitet, Aehrchen halb -oval; Deckblättchen am Kiel stacbelvsimperig.
Sw. Fl. Ind. occident. I. 132. t. 4. f. a. Chi. han. 646. Koch Syn.
II. 900. Host Gram, austr. I. t. 35. Phalaris oryzoides Linn. Sp. pl.81.
An Teichen und fliessenden Gewässern, in der Nähe von Wohnun-
gen, hier und da verwildert, im südlichen Theil des Gebiets nicht vor-
kommend. August. — Octobcr.
Halme 2 — 3' lioch, aiifreclit oder knicl>ig ansteigend. BläUer 3 — 4'" breit, liclilgrün.
Rispe nur zum Tlieil ans der obein Blattsclieidc hervortretend, mit der Spilze überhangend,
Aeste geschlängelt. Aehrchen giünlichH-eiss, bald mehr bald weniger mit steifen Härchen
besetzt, meistens vor der Reife al)fallend.
GM WMRIiI,ICUMS.
Ökonomisches» fVird vom Viehe nicht gefressen. Auf den
Reisfeldern in Italien, wo sie zu Hause ist, ein wucherndes Unkraut.
Ä. Gruppe. PHALARIDEAE. GI.ANXGRÄSJBR.
Ofl'ene, lappige oder ährig zusammengezogene Rispe. Aehrchen von
den Seiten zusammengedrückt, mit 1 zwitterigen Endblüte und 1 oder 2
untern männlichen, geschlechtslosen oder durch Ansätze dazu nur ange-
deuteten Blüten. Deckblätter länger oder wenig kürzer als die zur Reif-
zeit meistens knorpeligen glänzenden Deckblättchen.
S. PHAIiARI^. GXiAJVXGMJLS.
Linn. Gen. n. 74.
Rispe ährenförmig, Aehrchen 1- blutig mit schuppcnförmi-
gen Ausätzen zu 1 oder 2 untern Blüten. Deckblätter zusam-
mengedrückt-gekielt, Kiel geflügelt. Geschl. Syst. III. -i.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige Gräser mit flachen Blättern, zusammen-
622 GRAHINEAE. Digraplil«4.
gedrängter, eiförmiger, längliclier oder «alzeiiförinigcr Rispe. Aclir-
clicn auf der vordem Seite etwas coiivex, auf der liinleni concav. lllü-
tenansät/e behaart. Gcsclileclitsdeclie aus 2 stumpfen Schuppen beste-
hend. Narben wedeiförmig.
1. P. canarieiisis« C anarisches Glanxgras, Rispe
eiförmig, Aehrchen umgekehrteiförmig, mit ganzrandigem Kielflügel und
2 Ansätzen verkümmerter Blüten.
LiNN. Sp. pl. 79. Kocu Syn. II. 894. Reichenb. Ic. f. 1492. Host
Gram, austr. II. 38. Engl. bot. t. 1310.
An Wegen, hier und da verwildert. Juli, August. — September,
October.
Halme 2 — 2'// hoch. Blätter 3 — 4'" hreif. Deckblälter fast iloppelt so lang als die
Blüte, oben schräg gestuf?.t, iinfcii licilförmlg vcischiiiäleit , lieiderseits mit 2 grünen Streiten.
GM WMHBZICHMS.
ÖJeonomischeS» fVird besonders südlicher, zur Geivinnuntj der
Samen zu yöyelf'nttcr, (jebauet.
3. »IGiRAPHIi^. B^JVnGMJLS,
TRIN. Fund. 127.
Rispe gelappt. Aehrchen 1-hlütig mit schuppenförmiffcii
Ansätzen zn 2 untern Blüten. Deckblätter scharfkielig ohne
Flügelrand. Gesehl. Syst. III. 2.
Mehrjährige hohe Gräser mit flachen Blättern, kurzästiger Rispe und
gestielten Aehrchen. D^ckblättchen ohne Flügclrand am Kiel. Ge-
schlechtsdecke aus 2 stumpfen Schuppen bestehend. Narben -wedelförmig.
1. D. arundinacea. Mohrblättriges Bandgras.
Rispe einseitwendig, Aehrchen büschelig zusammengestellt, Schuppen-
ansätze behaart.
Trin. Fund. 127. Baldingera colorata Fl. d. Wetterau I. 96. l»ha-
laris arundinacea Linn. Sp. pl. 80. Chi. hau. 643. Kocu Syn. II. 894.
ScHK. Ilandb. I. T.9. Host Gram, austr. II. t. 3-3. Fl. dan. t.259. Engl,
bot. t. 402.
b. piota. Bas gestreifte. Blätter grün und weiss gestreift.
Chi. hau. das. Kocu das.
An Fluss-, Bach- und Teichufern allgemein verbreitet; ]>. durch Cul-
tur erzeugt und aus den Gärten hier und da wieder ausgewandert {Hn.
früher bei Andreasberg — ; Mk. Neustrelitz am Mühlenleiche, Güstrow
am Kanal — ). Juni, Juli. — August, September.
Hahne 3 — 5' hoch, glatt. Blätter sehr lang, liis »/j" hrcit. Rispe grünllrhweiss,
iKinfig violct oder röthlich angelaufen.
Bemerk. Da die ältere Baldingera NECK, wieder allgemeiner zu Ansehen gelangen
Könnte, so scheint es rathsamcr den IVamcn Dlgraphis heizuhehalten.
GM IVKRBJjICnmS.
technisches u. ÖJe anomisch es. Zum Decken von mitten,
Flechten von Schutzdecken in Gürten u. s. w. brauchbar. Nur junf) als
Pf'erdef'utter zu benutzen.
ä. AIITHOXAIVTHUJTI. nUCMGM^S.
Linn. Gen. n. 42.
Rispe fast ährenförinig zusammengezogen. ^ Aehrchen 3 -blu-
tig: obere mittelständige Blüte zwltlerlg, zweimanniff, grannen-
los; untere 2 geschlechtslos ohne inneres Deckblattchen, aut
dem Rücken des äussern Deckblättchens begrannt. Gesehl. !*yst.
II. 2.
Hierocliloa. GRAJflllVEAE. 623
Mehrjährige Gräser mit faseriger Wurzel uinl flachen BläUern. Rispe
einfach. Keine Geschlcclttstleche.
1« A* odoratuin» Gemeines Much gras» Rispe ]äng
lieh, locker; Granne der untern Blüte auf der Mitte des Rückens ent-
springend, gerade, die der ohern Rlüte üher der Basisiientspringend,
knieig und länger.
LiNN. Sp. pl.40. Chi. han. 643. Koch Syn. Tl. 895. Sciik. Handh.
I. T. 4. Host Gram, austr. II. t. 5. Fl. dan. t. 666. Engl. bot. t. 647.
Auf W^iesen und Weiden, auf trockenem Boden, allgemein verbreitet.
April, Mai. — • Juni, Juli.
Gerieben und trocken angenelini rieclientl. Halme 1 — 1 '/i' tocli. Blätter Ijreit, knri.
Rispe oft nach unten zu untcrliroeheii — Varlirt uiil scbinälern Blattern, mit lieliaarlcn
Aelirclien, mit langern Grannen.
GM 1VMRBI.ICHJES.
OTCOnomiSChes, Eins der nahrhaftesten fVi'eseuffräser, welches
der Chiltur der fViesen sowohl aitf feuchtem als trockenem Boden be
sonders der frühen Entwickelung wegen zu empfehlen ist, obgleich der
Ertrag nicht sehr gross ist.
5. HIEROCHEiOA. JttABMXilfGnAIS.
Gmel. Sibir. I. 101.
Rispe offen oder zusammengezogen. Aelirchen 3 - blutig :
obere mittelständige Blüte zwitterig^ zwelmännig, grannenlos;
untere 2 männlich, dreimänniff, meist beffrannt. Geschl. Syst.
III. 2. s ö j
Mehrjährige Gräser mit kriechender Wurzel und flachen Blättern.
Rispe ästig. Gcschlechtsdccke aus 2 gespaltenen Schuppen bestehend
1* H. odorata. Nördliches JtEariengras, Rispe ofien,
vor und nach dem Blühen zusammengezogen, Aehrchenstiele glatt; beide
männliche Blüten mit kurzer gerader Granne unter der Spitze der Deck-
blättchen.
Wählend. Fl. suec. 1. .53. H. boreaiis Rom. et Schult. Syst. veg. II.
513. Reichenb. Ic. f. 1728. IIolcus odoratus Linn. Sp. pl. 1485. Schk.
Handb. IV. t. 344. Fl. dan. t. 968. H. repens Host Gram, austr. III. t. 3.
Auf Wiesen und Waldplätzen , auf feuchtem sandigem Boden im
nördlichen Gebietstheile, selten (itf/.. Rostock—; Lb.; flLKiel— ; Htn.;
An. Stade — ; Br.). Mai, Juni. — Juli, August.
Angenehm riechend. Halme 1 '/.. — -' ''od'. g'^". ""len knieig und von niatlscheiden
bedeckt. Blätter aufrecht, balmständige sehr kurz, am Rande schärflich . Blaftscheiden glatt,
oberste sehr lang. Aehrchen grüngelb, später bräunlich - strohgelb. — Yariirt mit etwas
hakerigen Aehrchcnstielen .
Gi:WMRBZ.ICMMS.
ÖJCOnOtniSCheS» Ein den Schafen vorzüglich angenehmes Futter.
3. Gruppe. PANICEAE. JURIS JEGRÄ SJER,
Blütenstand mehrfach. Aehrchen vom Rücken her zusammengedrückt,
2-blütig, untere Blüte nur männlich, oder 1 -blutig mit einem Ansatz
zur zweiten Blüte. Acusscres Deckblatt oft nicht vorhanden. Griffel
lang, IN'arben wedeiförmig.
fS. JflllilUITI. I'XiA.WMUGnA.S.
LlNN. Gen. n. 79. Art. ausgescbl.
Rispe offen, ohne Borsten. Aehrchen 1 -blutig ohne Ansatz
zu einer zweiten Blüte. Deckblätter bauchig, spilz, Griflel
kurz. Geschl. Svst. III. 2.
624 ' GRAiniNEAE. Paniouiu.
Mehrjälirigc Gräser mit flachen Blätlerii. Rispe weitschweifig, Aehr-
cheii an wagerechten Aesten lang gestielt. Geschlechtsdecke aus 2 Schup-
pen hestehend.
1. Ifl. efrusitiiii. Gemeines Wlattergras» Rispe aus-
gebreitet, wenig- und entrcrntästig; Aehrchen eit'öiinig; Hahn hahl und
glatt.
LiNN. Sp. pl.90. Chi. han. 649. Kocu Syn. II. 907. Schk. Haiidb.
I. T. 11. Reichenb. Ic. f. 1456. Host Gram, austr. III. t. 22. Fl. dan.
1. 1143. Engl. bot. 1. 1106.
In Waldungen und Hainen , auf frischem etwas humosem Boden, sehr
häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Halme 2 — 3' Iiocb. ßlättei Ui.zclUormig-Ili.eal, scl.laft', BlaHhäiilcLen lang. Rispe
IiotU jijiaiuidal, mit seblaiiken, zuleUt licrabgcbogeneii , nur an ihren Enden »crjweigleii,
«eniglilutigen Aeslcn.
ge:wjerbx.icmi:s.
ÖTCOnOimiSChes» Ein ifutes Futterijras für Pferde, Kühe und
besonders Schafe. Gelrochnet fjiebt es dem Heue den nn(]enchmen Ge-
ruch von Anthoxanthum odoratiim. Aus den Samen kann, wo das Gras
häufig ist, ein gutes Mehl gewonnen werden.
9. PA]¥ICU]TI. BinSM,
LlNN. Gen. n. 76. Art. ansgesclil.
Rispe offen, ohne Borsten. Aehrchen 2-hlntig, unlere Blüle
nur männlich oder geschlechtslos. Griffel lana;. Geschl. Syst.
III. 2. ,
Einjährige Gräser mit flachen Blättern. Rispe vielfach gabelig gc-
theilt. Schuppen der Geschlechtsdccke klein, eirund, nicht gestutzt.
I. P. iiiiliaceunt» Genteine Mtirse» Rispe weitschweifig,
überhängend; Deckblätter zugespitzt -stachelspitzig; Blätter und Blatt-
scheidcn rauhhaarig.
LiNN. Sp. pl.86. Koch Syn. II. 892. Host Gram, austr. II. 1.20.
Auf Aeckern und an Ackerrändern, auf etwas sandigem Boden, hier
und da fast verwildert. Juli, August. — September.
Halme l'/j — i'/i' l>ocU, kalil. Blätter lanzettförmig, am Ilande meist «eilig. Rispe
sehr ausgebreitet. Aeste rücliwärts scharf. Kornfrucht rundlich - ellipsoidisch , gelb.
GJElTMHJaijICItES,
ÖTe onomisch es» ist bekanntlich in mehrfachen Spielarten ein
Gegenstand des Ackerbaues , besonders im südlichen Theile des Gebiets,
in warm belegenen bruchigen ISiederungen.
9. $i^£TARIJL. SOnSVEJVUMMSE»
pai.l. d. beauv. Agrosf. ai. t. la. f. 3.
Rispe ährenförmig mit zahlreichen die Aehrchen umfassen-
den Borsten. Untere Blüte der Aehrchen männlich oder ge-
schlechtslos. Geschl. Syst. III. 2.
Gräser mit flachen Blättern. Rispe walzig, Spindel nicht gegliedert.
Schuppen der Geschlechtsdecke eirund, gross.
1. S. verticillata. Q^uirlblütige Borstenhirse. Rispe
locker, gegen die Basis unterbrochen, Borsten von Widerhäkchen scharf;
Deckblätter der Zwitterblüten schlicht.
Fall. d. Beauv. Agrost. 51. Chi. han. 647. Koch Syn. II. 893. Rei-
CUENB. Ic. f. 1465. Panicüm verticillatum Link. Sp. pl.82. Host Gram,
austr. II. 1. 13. Engl. bot. t. 874.
Auf Aeckern, au Ackerrändern und Wegen, hier und da eingebür-
gert. Juli, August. — September.
i^cliinocliloa.
GRI
Halme l'/j — -' l^ool. ,
aufrecht o.lci
[ispe -I — '-i" lang, Borsl.
n I.leicI,K„.a.
GRAJniNEAE. 625
»on.l. Blallor am Rande und Kiele stL.iif.
«. S. vifidist. Grüne Borstenhirse» Rispe dicht , Bor-
sten von aufrechten Häkchen schärflich; Dechhlätter der Zwitterblüten
schlicht, dem Dcchhlatt der geschlechtslosen an Länge gleich.
Pall. d.. Beauv. Agrost. 51. Chi. han. 647. Koch Syn. II. 893. Rei-
CHEiNB. Ic. f. 1467. Panieum viride Liinn. Sp. pl.83 Host Gram, austr.
II. t. 14. Fl. dan. t.332. Engl. bot. t. 875.
Auf Aeckern und Triften, auf sandigem Boden, ziemlich häufig ein-
gebürgert. Juli, August. — September.
Halme hiiscliclig, 1 — 1 '/i' lang. Blätter am Rande und Kiele srlurf. Rispe l'/j"
lang, in der Mille oft an Breite zuuclimend. Borsten wcisslicligrün. — >ariirt mit langen
und sclir kurzen Borsten, mit auswaclisenden Aelirclien und mit melir oder weniger scUnärz-
licli-Tiolet iiherlaufcncr Rispe
3. S. glauca. Gelbe Borstenhirse» Rispe dicht, Bor-
sten von aufrechten Hähchen schärflich; DechbUittchen der Zwitterblüten
regelmässig fein quergerunzelt, doppelt so lang als das der geschlechts-
losen.
Pall. D. Beaüv. Agrost. 51. Chi. han. 648. Koch Syn. II. 893. Rei-
CHENB. Ic. f. 1466. Panieum glaucum Linn. Sp. pl. 83. Host Gram,
austr. II. t. 6.
Auf Aechern und Gartcnländereien , auf sandigem Boden, besonders
nach der Ernte, häufig eingel)ürgert. Juli, August. — September.
Halme '/.^ — 'i'/s' ^^och , nebst den am Rande seliärfliclicn Blättern hläulicligrün. Rispe
l/,^_ll/./' lang. Borsten zur Reifzeit fucLsiggell, bis ins Goldgelbe.
GM JTMRBLICMMIS.
ÖleonomiSCheS » SümmtUche Arten ein gesundes f'iehfutter, zu-
gleich aber, luo sie überhand nehmen, ein lästiges Ackerunkraut.
9» ECHII¥OCHIiOA. SVACBJEXiBMMSXi.
Pall. d. Beauv. Agrost. 53. t. 11. f. 2.
Traube aus Aeliien zusammengesetzt. Aehrchen 2-hliitiff,
untere Blüte männlich oder geschlechtslos, mit einer Stachel-
spitze oder Grannen auf dem äussern Deckblatt. Geschl. syst.
III. 2.
Einjährige Gräser mit flachen Blättern. Aehren in Trauben oder
Rispen. Aeste aus zusammengesetzten, einseitwendigen, kurz gestielten
Aehrchen bestehend. Spindel nicht gegliedert. Schuppen der Geschlechts-
deche gestutzt. , ,, . . ,
1. E. Ci'iis galli. Genteine Stachelhtrse» Aehren
theils weclisel-, theils gegenständig, lineal, Aehrchen gedrängt, Spindel
unten 5 -kantig. ,<,.,,/
Pall. d. Beauv. Agrost. 53. Chi. han. 648. Reicbenb. Ic. t. 1411 (uni.e-
grannt). 1412 (begrannt). Pauicuni Crus galli LiNN. Sp. pl. 83. KocH Syu.
II. 892. Host Gram, austr. II. t. 19 (zerstreuet begrannt). Engl. bot. t. 876.
Auf Aeckern und an Wegen, auf feuchtem Boden, hier und da ein-
gebürgert. Juli, August. — September.
Halme "2 4' boeh, nnlen knieig und an den Knien oft »vurzelud. Blätter bis /^
breit, am Rande meist wellig. Rispe grün oder »iolct angelaufen, Stiele der Aebrolieu
hakerig. — Variirl begrannt, zerstreuet begrannt und uubegrannt.
GEirMBBI,I€HMIS.
Ökonomisches» Dient nur den Schweinen zum Futter und ist
ein Unkraut der Aecker.
626 GRAHINEAE. DIgitaria.
lo. niciiTARiA. wiNGmnmnsm,
SCOP. Fl. carii. 1. 52.
Aeliieii einseitig, diircli eine kurze Spindel fingerartig ver-
bunden. Aehreheii paarweise neben einander, eins sitzend, an-
deres kurz gestielt, 1 -blutig; Ansatz zu einer zweiten untern
Blüte gescbleehtslos. Geschl. Syst. III. 2.
Einjährige Gi-äser mit flachen Blättern. Schmal linealc, fast «loldig
vcrhundene Achrcn. Spindel nicht gegliedert. Geschlethtsdeckc aus 2,
gestutzten lappigen Schuppen Jjestehend.
1. D. sangulnalls. Blut- Fingerhirse. Aehien 4—5,
Aehrchen eilorniig- länglich, zugespitzt; unteres Dechblatt behaart; Blät-
ter und Blaltscheiden zerstreuet behaart.
Scop. Fl. carn. I. 52. Beichenb. Ic. f. 1407. Panicum sanguinale L.
Sp. pl.84. Chi. hau. 649. Koch Syn. II. 891. Schk. Ilandb. I. T. 10
(nülieit sicli in <Icr Acliiclieufoim zu scLr .Icr folgciulcn Art). IloST Gram, austr. II.
t. 17. Fl. dan. t.388. Engl. bot. t. 849. Synthcrisma vulgare Schrad.
Fl. germ. I. 161.
AufÄchern, auf sandigem Boden, ziemlich häufig eingebürgert. Juli,
August. — August, September.
Halme 1 — 1 l/j' bocli. I.nsclielig , an den Blallsclieidcn , BlaUiändern «nd ancli auf der
Platte mit langen lerstrencten Haaren besetzt. Achrcu 1 '/j — '<i" '•""g. >«olet angclanfen. —
Variirt südliclier (schon in Olierliessen) mit stcifliaarig - geirimperten seitlichen Kielnerien der
neckhlätlcr (D. ciliaiis KOEI,. Gram. 27. Tanicnm cili.irc RetZ. Ohs. IV. 16. liOCil
Syn. II. 892. Synlhcisma ciliare ScilRAD. Fl. germ. I. 160. t. 3. f. 7.).
«. ». filifoi'niis. Glatte X'ingerhirse. Aehren 3—4,
Ährchen cilipsoidisch , Üechblätter «cichhaarig mit bahlcn I>'erven; Blät-
ter und Blattscheiden last kahl.
KoEL. Grum. 25. Beichenb. Ic. f. 1406. Panicum glabrum Gaud.
Agrost. helv. I. 163. 22. Chi. hau. 694. Roch Syn. II. 892. Syiithe-
risma glabrum Schrad. Fl. gern». I. 163. t.3. f. 6.
Auf Äckern , auf sandigem Boden, hier und da, borst- auch ^^■ohl
heerdenweisc eingebürgert. Juli, August. — September.
Halme dicht büschelig, 'Vj 1' lang, Blatter und Blattsehei Jen , einige Haare an der
Blatthasis ahgercchnet, kahl. Aehren l'/2"lang, meist violct augelanl'en. Ansitz zur zwei-
ten Blüte kaum zu hemcrken.
ÖTCOnontischeS» Beide Arten werden vom Rindvieh ycrn (je-
f'ressen. Die Samen rjcben eine gute Grütze, weshalb die Pflanze früher
unter dem Namen Htmmelsthau ijebnuet wurde. Ihrer fjunzen fVnchs-
thumsweisc nach scheinen sie auf Flugsand ausijesäet zu dessen Befe-
stigung sehr geeignet.
4. Gruppe. CHLORIDi: AE. GBÜ JV GRASMR,
Blütenstand mehrfach. Aehrchen in einseitige Aehren geordnet, von
der Seite zusammengedrückt, 1- oder mehrblütig, obere Blüten nur
männlich oder aus einem Ansatz zur Blüte bestehend. Spindel nicht ge-
gliedert. Grift'el lang, TNarbeu wedeiförmig oder fie<lerig.
RlCH. in Fers. Sjn. I. 85.
Fingerarlig (zu 2 oder traubig) gestellte Aehren. Aebrchen
1-blütig, mit einem übern pfriemlieiien Ansatz zu einer zweiten
Blüte oder ohne diesen. Deekblätter gekielt. Geschl. Svst.
III. 2. . .
Mehrjährige, kriechende Gräser mit ästigen Halnicit und flachen Blät-
Andropngoii. GRAüllNEAE. 627
tern. Gcscliieclitstlcclie aus 2 fleischigen, meistens verwachsenen Schup-
pen hesteheiul.
'fl. C Uactylon. Kriechender Mundsaahn, Aehieu
zu 3 — 5 lingerig gestellt; Dechblättclien Kahl mit winiperigeni Ilüchen
lind Rande; Halm wurzelnde Ausläufer treibend.
Pers. Syn. 1.85. Koch Sjii. II. 900. Ueicuekb. Ic. f. 1104. Digitaria
stolonifera Scurad. Fl. gerni. I. 1G5. t. 8. f. 9. Panicuni Dactylon Linx.
Sp. pl.85. Host Gram, anstr. II. 18. Engl. bot. t. 850.
Auf Triften und Wiesen, auf magerm sandigem Boden, nur im süd-
westlichen Theile des Gebiets (Pr. fV. an den Ufern der Lippe unter-
halb Dorsten, jenseit der Gebietsgrenze am Ilhein). Juli, August. —
September, Octobei-.
U..lme Vj — l'/s' '•'"'g- I^irgende, belilättertc Ausläufer bis 3' lang. Blatler spärlich
behaart, am Itanile seliarl'lirh , ßlallhaiitebcn ein niinperigcr Rand, Aehren fast aus einem
Pnnct ents|iriiigcn<l , »iihrenil sie hliihcn ausgespreizt, meistens »iolet angelaufen.
5. Gruppe. ANDROPOGONEAE. BARTGRÄSMR.
Itlütenstand mehrfach. Aehrchen zu zweien auf einem gemeinschaft-
lichen Stielchen, am Ende des Blütenstandes zu dreien, wovon das mitt-
lere sitzend, die seitlichen gestielt sind, sämmtlich vom Bücken zusam-
mengcdrücht, 1 -blutig, mit dem Ansätze zu einer untern Blüte oder mit
einer untern männlichen Blüte. Grifl'el laug, Narben wedeiförmig. .
19. AIVÜROPOCiO]!. ßA.nvGnA.^,
Lliv>\ Gen. n. 114.5.
Aehren fingerstäiidifi^. Aehi'clien lineal, paarweise neben ein-
ander, ein sitzendes zwitterig und hegrannt, das andere gestielt
und männlich, kürzer oder gar nicht begrannt; endständige zu
3. alle 1-hlütig mit einem Ansatz zu einer zweiten untern Blüte
aus einem einzelnen Deckhlättchen bestehend. Geschl. Syst.
III. 2 cxxin. 1).
Mehrjährige Gräser mit flachen Blättern. Aehren einzeln, zu zweien,
Lüschelig, traubig oder rispig zusammengestellt. Spindel gegliedert.
Schuppen der Geschlechtsdeclie ausgerandet.
I. A. Iscliaeitiiiin. Vieljähriges Bartgras* Aehren
5 — 7, fingerartig zur Traube zusammengestellt; Deckblätter nervig.
LiNN. Sp. pl.l483. Chi. hau. 647. Roch Syn. 11.890. Scuk. Handb.
III. T. 343. Beichenb. Ic. f. 1500. Host Gram, austr. II. t. 2. Jacq.
Fl. austr. IV. t. 384.
An grasigen Anhöhen und Wegrändern, auf trockenem sonnigem Bo-
den, im südlichen Gebietstheile , die l^ordgrenze der Gesammtverbrei-
tung am nord- östlichen Ilarzrande {Pr. Steinholz bei Quedlinburg, Su-
derode, Aschersleben, Sandersleben — ; An. Bernburg — ) erreichend,
häufig.
Halme büscbellg, 1 — l '/j' hoch, glalt, au den untern Gelenken oft wurzelnd. Blülter
etwas steif, am Rande und nach oben am Kiele schärflicli , anstatt des Blatlhüutehens eine
Reihe Haare. Aebrige Aeste der Traube seifen bis zu 10 sich vermehrend, gegen- oder
wechsclbländlg, meistens mehr oder weniger violet gefärbt.
6. Gruppe. ALOPECUREAE. F U CHS S CHH^AIW Sfi.
GRÄSER.
Bispe oder Traube ährenförmig zusammengezogen, selten eine Aehre.
Aehrchen 1-, seltener 2- oder mehr blutig, von den Seiten her zusam-
mengedrückt. Deckblättchen von den Deckblättern ganz oder fast ein-
geschlossen. Grifl'el lang (mit Ausnahme von Sesleria), an der Basis ge-
nähert oder verwachsen. Narben fiederig und lang.
628 «RAJflllKEAE. Alopecum«.
13. AliOPECtJRUi^. WUCU^SCMn'JLNX,
IjINN. Gen. n. 78.
Rispe älircnförinig-. Aelirohea 1-bliifig. Deckblätter halb
verwachsen. Deckblältcben einzeln, Inlenförniig^ meistens auf
dem Rücken begrannl. Gesclil. Syst. III. 2.
Ein- (Alt. 2. 3.) oder ineliijähiige (A. 1.) Giiisoi- mit flaclieii Kliitteiii.
l\is)t(Mi sict.s zusaiiiinenffczog«'!! und walzig. Keine Gesclileclitsde<l;e.
1. A. pratensis. Wiesen-Fuchsschwanz, Halm aui-
rcclit, g;latt; Rispe walzenförmig, stumpf; Deckidalter bis zur Mitte yer-
waclisen, spitz, am liiele zottig gewimpert,
Link. Sp. pl.88. Cl.l. lian. 646. Roch Syn. II. 896. Schk. Handb.
I. T. 11. RE1CHE^B. le. f. 1479. Host Gram, austr. II. t.31. Fl. dan.
f. 1985. Engl. bot. t. 759.
b. nigricans. Oer schwärsliche. Rispe sehwärzlicb.
Chi. bau. das. A. nigricans Hornem. Hort. bafn. 1.68. Rocii Syn.
II. SiM). Reiciiknb. das. f. 1478.
x\uf Wiesen, Grasplätzen, an Aekerrainen nnd Gräben, auf i'eueb-
teni tbunigem oder buninsbaltigem Boden, allgemein verl>reitet; b. liier
und da, l)CSonders im nördlicben nnd südlieben Tlieiie des Gebiets. Mai
bis Angnst, im Herbst ri't zum zweiten Mal. — September nnd Octolier.
Wiiiv.cl Stoclisprosscn lieilicml. Ilaliuc 1 '/j — Ü' Loch. Uiiteie Rispenäste mit 4 — 6,
obere mit 1 oder 2 Aelirclicn. DecMilältclien mit einer Uürzcrn orfer längern, anfänglicli
geraden ,
, später
k,
nie!
igen
Granne
ül.er der »
asis. — Die S
pie
lart dnrrh
sc
hu
liclic Fä
rhiiiig •'
Icr
D
echhl
iitter Uli
d Härchen
oder auch mir
■ Kie
II d
I\'.
zeichnet.
Bc
nierl;.
A.
nigr
ieans im
1 hies. bot.
Gallen ciiltl.irt.
ze
Igte 1,
:eine
slä
rhc
Wnrzel
als der
danc
hon s
stehende
A. pralensi
s. Die Rispen
nn
rdcD
stellen»
eis
rfass sie
Scheck i
'Ä
ans
>sahe.
., späte
r ..achhomm
ende Latten die
sch«ärzl
irhe
Fa
rhe
legt. —
Unsere
ni
Id «
aehsende
: rtlanze «■
eist den Ühergai
"S
des s
ichvvi
irzl
Irh
his zur
«eisslicl
hgrnn,
en F;
>rhe in
mehrfachen
Ahstnlnngen nach.
und
nieli
il i
mn
janz alige-
Anhanehs
trifft das
Treiben längerer Stochsprosseii mit der schwärzlichen Farbe zusammen. riilenin alpiiuiiii nnd
mehre. e Gräser bilden eine eben solche seb» ärzllcbrispigc Spicl.irt.
Ä. A. agrestis. JLcTc er -Fuchsschwanz, Halm atifreclit,
oben scbärflieli; lUspc sclimal, au beiden Enden zugespitzt; Decbblätler
bis über die Mitte verwacbsen, zugespitzt, am Kiel solimal geflügelt und
wimperig.
LiNN. Sp. ]>l.89. Cbl. ban. 645. Roch Syn. II. 896. Reichenb. le.
f. 1473. Host Gram, austr. III. T. 12. Fl. dan. t.697. Engl. bot. t. 848.
Auf Aeckern, au Aelierrainen und Wegen, bäulig eingebüigert. Mai,
Juni. — Juli, August.
Halme 1 — 1 '/.j' hoch. Rl!,peiia.sle kurz, I - blutig. Aebrchen angedri.ckt, Granne
knicig, am untern Theile des Elnekcus \om Ucckblättchen entspringend. — Rispe oft lila
oder violet angelanlen.
3* A. geniculatus* Mnieiger Fuchsschwanz. Halm
knieig ansteigend, glatt; Rispe uaeb oben Kegelförmig abnehmend; Deck-
blätter nur an der Basis verwacbsen, stumpf, zarthaarig, am Riele ge-
wimpert.
LiNN. Sp. pl.89. Chi. ban. 645. Roch Syn. II. 896. Reichenb. Ic.
f. 1477. Host Gram, austr. 11. t. 32. Fl. dan. t.861. Engl. bot. t. 1250.
b. bulbosus. Uer knollige. Wurzel zwiebelarlig verdickt.
Chi. ban. das. A. geniculatus ß. Huds. Fl. angl. 27.
c. fulviis. Der orangehliitige. Bläulich bereift, Granne meistens
eingeschlossen, Staubbeutel orangefarI>en.
Chi. hau. das. (v. coerulescens). A. fulvus Sm. in Engl. ])ot. t. 1467.
Roch das. Reicueinb. das. f. 1476.
Plileiini. .«RAiniNEAE. (i29
Auf Triften, Wiesen, auf feuchtem besonders sandigem Buden, und
an Gewässern, hörst- und truppweise häufig; b. auf trockenem magerni
kalkhaltigem Boden, selten (Wii. Göttingen); e. in stehendem Wasser,
oft heerdenweise häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Halm 1—1'// liocli, hall, liegend, aiieli «oLl im Wasser nutc.i.l , nel.st ileii Itlallci»
c(»as Llaulicligrilu. Rispenäsle mit 2 — 4, im Wasser slelicntl oft 6 — 8 Aelirelieii. Granue
in der Regel fast doppelt so lang als das Aelirebcn, seltener lianm llinger als dieses.
Siaulibentel IcbLaft ockerfarbeu , naek dem Verblühen oekerlirniin , an li. Iriib oianoe.
C? JE WMRBIjICHKS.
ÖJeononiiSCheS» A.1. fViesemjras erster Güte, dessen Cnllur
auf etwas feuchten fV lesen, sey der Boden sandiij , lehmiy oder tkoniij,
sehr zu empfehlen ist. A.2. nur ein mittelmüssiijcs f'iehfutter und auf
lehmifjen Aeckern bisweilen ein beschiverliches Unhraul. A.3. wird von
Pferden tnid liiihen gefressen, Schafen kann es sehr nachtheiliij wer-
den, indem Erfahrungen nach ein häufiger Genuss Faulwerden zur
Folge hat.
14. PlIIi£lI]?I. MjMXlSCMMGnJLS,
lANti. Geu. n. 77.
llispe ähreiiföriiiig. Achrchen l-blülig, uiit oder ohne An-
satz /AI einer zweiten liliile. Deekhlätler fast gleielimüssig, kie-
lig-zusamiuengedrückt, gestntzt- stachelspitzig oder zugespitzt.
Aeusseres DeekbläUclien auf dem Rücken begrannl oder gran-
nenlos. Geschl. Syst. III. 2.
Ein- (Art. 2. 4.) oder mehrjährige (Art. 1.3.) Gräser mit tiachen Blät-
tern. Kispt; dicht gedrungen, vom Eiförmigen bis in das Walzigc. Ge-
schlechtsdeckc aus 2 gespaltenen Schuppen bestehend.
j- Ohne Ansatz zu einer ^»eilen Bliite.
1. P. iirateiise. J§^ieJicn- Itieschgras. Bispe walzen
förmig, stum]>f; Deckblätter gestutzt, mit graiiiienförmig verlängertem
Mittelnerv, am Kiel steifhaarig gewimpirt.
LiAN. Sp. pl.87. Chi. han. 644. IIoch Syn. II. 898. Sciik. Uandb.
1. T.IO. Beichekb. le. f. 1483. Host Gram, austr. III. T. ü. Fl. dau.
t. 1984. Engl. bot. t. 107G.
b. nodosiini. Bas Knollige. Wurzel zwiebelartig verdickt; Ilispe
verkürzt, länglich..
Chi. han. das. Beichenb. das. f. 1484. P. nodosuin Lin\. das. 88.
Host das. t.2l. Fl. dau. t- 380.
Aufwiesen und Grasplätzen, auf etwas feuchtem, lehmigem, auch
sandigem Boden, allgemein verbreitet; b. an Ackerrainen und Wegen,
auf magern! besonders thonigem Bo<leii.
Halu.e MM. ü-' bis :\' bu.b, anfreobl, oberste Blaltsel.eidc etwas aufgeblasen. Rispe bis
3" lang, an b. oft nur ^ — 4"' lang. — Vaiiirl mit doppelt längerer Granne, die in der
Regel Kürzer als das Deckblall ist.
•; ■• Mit stielr.indein .i n s a t z zni zweiten Blute.
Ä. P. asperuni. Scharfes I/ieschgras, Bispe walzen-
förmig, oben zugispitzt; Deckblätter keilförmig, nach oben kappenför-
mig aufgeblasen und gestutzt, mit kurzer Stachelspitze.
ViLL. Ilist. d. pl. d. Dauph. II. 61. t. 2. f. 4. Chi. han. 644. Kocit
Syn. II. 898. Sturm Deutschi. Fl. 11.26. Beichenb. Ic. f. 1487. T. pa-
ni'culatum Huns. angl. 26. I^ngl. bot. 1. 1077. Phaiaris aspera Host Gram,
austr. II. t.37.
Auf .ackern, Ackerraiiicn und au Wegen, im mittlem Gebietstheile
630 GRAÜIINEAE. Scsicria.
selten eingebürgert (//»i. Göltingen: Mcensen, Ellersliausen , SieJiolds-
hauscn, ZAvisehen Gr. Lengilen und Geismar, zwischen Wecnde und Kd-
dicbausen, Roliringcn, llcssendreiscli ; Leimhacli und Lirbacli im llolin-
steinschen — ; Schw. Diclenborn — ; Pr. Rosla — ). Juni bis August. —
Juli bis September.
Uuliiic y.j — •^f^' hoch, hüsclicllg. Ähre nach der Spitze kegelförmig versehmalerf, his-
« eilen gegen die Basis etwas l.i|>i>ig. Scheiden glalt oder schärflich, ohcrste clwas aufge-
blasen. Dcchldiillcr kurz, etvv.Ts knorpelig, nach ohen eckig, äusseres Deckhlaltchcn 3-
nervig.
:{. P. Boelinieri. Böhmersches Mjieschgras. Rispe
-walzenförmig, an beiden Enden zugespitzt; Decliblatter lineal -langlicli,
schräg abgestutzt, in eine liurze Stachclspitzc verschmälert, schart' und
am Kiele steifhaarig gewiinpert.
WiB. Prim. fl. werth. 125. Chi. hau. 644. Koch Syn. II. 898. Rei-
CHENB. Ig. f. 1488. Phaiaris phleoides Linn. Sp. pl. 80. Host Gram,
austr. 11. t.34. Fl. dan. t.531. Engl. bot. t^4.59.
Auf Triften und in lichten Waldungen, auf niagcrm steinigem oder
felsigem Roden, ziemlich häufig. Mai bis Juli. — August, September.
Halme 1 — l'/j' hoch, schlank, oft hranmlolet angelaufen. IJlallerkurz, kaum '/j der
Halmlänge erreichend, oberste Blaltscheide mit nur '/j — 1" langer Platte. Deckblätter fast
'd Mal so lang als an der vorigen Art, äusseres Deckblallchen 5 -nervig. — Variirl mit
Deckblätlern, deren Kiel uugcwiuipert ist, nnd mit sprossenden Blüten.
4. P. arenarliiiu. Sand-JtJieschgras* Rispe länglich
oder eiförmig; Decliblatter lanzettlich, in eine Stachclspitzc alimälig
verschmälert, am Kiele steifhaaiig gcwimpert.
Linn. Sp. pl.88. Chi. hau. 645. Koch Syn. II. 898. Sturm Deutschi.
Fl. 11.29. Reiohenb. Ic. f. 1482. Fl. dan. t. 915. Engl. bot. t. 222 (Pha-
iaris arenaria).
Am Meeressaumc und auf den Inseln (MA. "V^^trnemündc — ; flu. Ost-
friesische Inseln — ; Ol. am Strande bei Jever — ). Juni, Juli. — Au-
gust, September.
Halme '2 — 6" hoch, ansteigend oder aufrecht. Biälter wenige und sehr kurz, Blalt-
scheiden aufgelilnsen. Längere Uispen der grossem Exemplare 1" lang, meist gegen die
Basis verschmäleit, kürzere der kleinem Exemplare von magerm Standorte '/^" lang mit ei-
runder Basis.
ÖJeonomischeS» ^i- 1. junfj ein yutcs lind sehr er(jiehi(jcx Fut-
feryrax, ährenlrtibeitd schon hart nnd als llen dann mir noch zumPf'erde-
l'ntler lant/lich. Deshalb verdient dies Gras nur bedinijunffsweise die
Empf'ehlunij zum Anbau, die ihm unter dem Namen Thimothytjras ver-
schiedentlich zu Theil yeivorden ist Art.S. u. 3. werden ebenfalls mir
junff vom Fiehe yern ye/ressen.
13. ^»ESiiliERlA. SJESXiSSUMM.
ARDUIN. Specim. alt. 18. t. 6. f. -3 — 0.
Traube äliren - otlcr kopfförmig. Aelircbeii 2 — ß-bliUig-.
Aeusseies Deckblättchc» an der Spitze begiaiint oder stacbel-
spitzig, meistens mit 1 oder 2 ]>ebenborsten an jeder Seite der
Granne. Griffel kurz, IVarben sebr lang. Gesebl. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit Ilachen bisweilen borstenförmigen Rlältern.
Trauben dicht, vom Linealen bis in das Kugelförmige. Geschlechtsdecke
aus 2 Schuppen bestehend.
t. S. coemlea. Blaue Seslerie. Aehre eiförmig oder
eiförmig-länglich, Aehrchen 2 — 3-blütig; äusseres Deckblattchen mit 1
oder 2 Rorsten an jeder Seite der liurzen Stachclspitzc.
Arduin. Specim.' IL 18. Chi. hau. G35. Koch Syn. IL 911. Rei-
Chaiiiagrostis. GRAMIWEAE. 631
CHENB. Ic. f. 1510. Host Giain. austi. II. t.98. Fl. daii. t. 1506. Engl.
bot. t. 1613. Cynosurus coeiuleus Linn. Sp. pl. 10«. Sturm Deutsthl
Fl. H. 6.
In lichtcii Bergwal düngen , auf sonnigem, kalksteinigeni oder sandi
gern Boden, im südlieben oder mittlein Gebietstlieilc, die Nordgrenze
des Vorkommens im nördlielien Deutschland (Hn. Laueiistein, an der
Barenburg bei Eldagsen, an der Burg unweit Herrenliausen) erreiehend,
horstweise häufig.
Halme in dicbteo, steifen Düscbeln, 6 — 10" hocli. Ulatlei lincal, »li.iui.l und Kiir/.
slaclielspiUig. Aebrc etwas zusammengedrückt, silberglänzend - blassliimniellilau. — Variir»
mit strohgelben Aebren (v. flavescens Cbl. han. das.).
16. €HA]?IACiROSTIN. XWMRGGRAS.
HOBK.HAUS. Fl. V. Oberkatzenellenb. im Rbein. Mag. I.
Einfache Aebre. Aehrchen 1-Llülig, iinbeffianul. Deck-
blätter ffcslulzt, mit geruiulelem Rücken. Deckbiättchen spitz,
ausserbalb mit Haaren beselzt. IXarben sehr lang. Geschl. ^ysl.
II f 2
Einjährige, sehr kleine, dichtbüsehclige Gräser mit last haarfeinen
Halmen und fädliehen Blättern. Aehre schmal llneal, Aehrchen zwei-
zeilig und einseitwendig. Geschleehtsdecke aus zwei Schuppen bestehend
1. C. minima. Braunes Xwerggras. Wurzel faseng;
Blätter schmal lineal, rinnig, aufgeschlossenen Scheiden stehend.
BoRKUAUSEN Fl. V. Oberkalzenellenb. im Uhein. Mag. I. Schrad. Fl.
germ 1. 158. Koch Sjn. II. 899. Sturmia minima Hoppe m Sturm
Deutschi. Fl. U.7. Knappia agrostidea Sm. Fl. brit. III. 1387. Engl,
bot. t. 1127. Ulibora verna Fall. d. Beauv. Agrost. 29. Reichenb. Ic.
f. 1405. Agrostis minima Linn. Sp. pl.93.
Auf Äckern und Triften, auf Sandboden, in kleinen Basen, selten
(nur Hl. Koch; alsdann erst wieder jenseit der Südgrenze des Gebiets
bei Hanau, Frankfurt, Bingen). März, April. — Mai.
Halme 1—3" bocb. Blällcr '/■,"• A<-'»« Vs — '//' '="'6- ^^-l"^«;!"^» ''"^''' •'■" ''" •""
und hergebogenen Sj.indel liegend, kurz gestielt, violetbraun. — Variirt mit »elsslubgrunen
.4 ehren.
r Gruppe. ARUNDINACEAE. ROIKRGRÄSMH.
Rispe. Aehrchen l-l.lü(ig, mit oder ohne Ansatz zu einer obern
Blüte, oder mehrblütig. Blüten au der Basis von meistens langen (nur
bei Agrostis kurzen) Haaren umgeben Deckblälter und Deckbiättchen
krautig -häutig, von letztern das äussere begrannt oder unbegrannt.
«. PHRAGlfllTES. ROUn,
TRIN. Fund, agrost. 134.
Rispe offen. Aebrcben vielbliilig mit lang behaarler Spin-
del, liniere Blüte männlich, die obern Zwitter, l^riüel lang.
Gesehl. Sysl. III. 2. ...
Mehriäluige, hohe Gräser mit flachen, breilen Blättern. Rispen sein-
ästig und ausgebreitet. Schuppen der Geschleehtsdecke stumpf.
1. P. communis. Gemeines Rohr, Rispe weitschweibg,
später fast einseitwendig und überhängend, Aeste und Aestchen an der
Basis behaart; Aehrchen 3— 5 -blutig.
Irin. Fund, .\grost. 134. Chi. han. 650. Koch Svn. 11.909. Arundo
Fhragmites Linn. Sp. pl. 120. Schk. Handb. I. T. 18. Host Gram, austr.
IV. T.39. Engl. bot. t.401. c . i
In Teichen, Stadtgräben, stehendem Wasser und am Scestrande,
schaarenwcisc sehr Läufig. Juli, August. - September, October.
632 GRAJUINEAE. Anmdo.
Wurzel Kriccilcnd. Hjlnic bis 12' liocli iina liülier , steif uiiil sljrr. Uiu grosse Ilisiie
>iolc(, in slalillilati glänzend, iiacii dciu Veiblülien clnrrli Waclisen der ispindelliaare in tvollige
grane AVcdel unigewandelf. — Im Küslensandc liomnit eine nur 1 — 1 '/j' liolie, zur «liilc
gelangende Zwergl'orin vor (v. naniis Clil. lian. das.), aucli eine auf dem liaihfeacblen Saude
10 — lö' Img forlkrleclicndc , aus den Gelenken wurzelnde Form (v. repcns das.).
technisches u. ÖJCOnoniiSChes» Zum Berohren der Ilnus-
wiinde, die mit Putz iiberzor/en werden sollen, ein vortreffliches Mate-
rial, auch zum Dachdechen, Decken- und Matten flechten, Rohr stiften, .
ff^cbersjntlen , zur Streu u.s.w. anwendbar. Juntj abfjemiihet tind mit
anderm Futter gemengt, wird das Rohr von Pferden und Hühen gefres-
sen. Es trägt wesentlich zur Austrocknung der Sümpfe und Herstel-
lung eines festen Rodens bei utid kann daher, tvo künstliche yiulagen
zur Gewinnung von Sumpfboden eingeführt werden sollen, mit Erfolg in
Anwendung kommen.
flS. ARUHDO. SCUEEiF.
LlNN. Gen. n. 93. Art. ausgcsclil.
Rispe zusammengezogen oder offen. Aehrclien 1 -blutig mit
oder ohne stielförmigen Ansatz zu einer zneijen Blüte. l)eck-
hlättchen an der Basis mit einem mehrreihigen Kranze von
Ilaaren urnffeben, äusseres mit oder ohne Granne. Geschl. Syst.
III. 2. * ^ .
Mehijälirigc, meistens bolie, scliilfartige Gräser. Halm einfacli, sel-
ten au der Basis ästig gctheilt. Blätter flach oder eingerollt. Bispen
ästig, selten äbrcnförniig. Achrchen gestielt. Scliuppcn der Gescbleclits-
decke kahl. — Länge und Zuspitzung der Decliblätter, Länge und In-
sertion der Granne veränderlich.
•f Äusseres Deckblatt etwas kürzer als das innere. Ausatz zu einer
z« eitcn Blüte.
1* A. arenaria. Sand-Schilf, Bispe gleichmässig, ähren-
förmig zusammengezogen; Decliblätter lineal -lanzettförmig, zugespitzt,
steif, Uaarbriinz ein Viertbeil so lang als die Decbblättchen, äusseres
Decbblatt an der Spitze gespalten mit unter derselben stacbelspitzig aus-
tretendem Mittclnerv; Blätter eingerollt.
LiNN. Sp. pl. 121. Fl. dan. t. 917. Engl. bot. t. 520. Ammophila
arundinacea Host Gram, austr. IV. t. 41. Ammophila arenaria Link
Hort, berol. I. 245. Chi. ban. 651. Reighenb. Ic. f. 1454. Psanima are-
naria Koch Syn. II. 907.
Am Nord- und Ostseestrande und auf den Inseln, im tiefen Sand-
boden, scbaarenweise häufig, im Binncnlande auf Flugsand, in beiden
Lokalitäten zum Theil auch durch Cultur verbreitet. Juli, August. —
September, October.
Scegrün, trocken blass strobgclb. Wurzel kriecbend. U.ilme 2 — 3' bock, steif, glatt,
mit den langen, scbmal linealen , starren, steifspitzigCD Blättern in dicbtcn Büscbeln stcbend.
Rispe gedrungen walzenförmig, oben und unten verscbmälert, steif aufreckt. Aekrcben anliegend.
Bemerk. Es scheint angemessener für die Blchrzabl der LlNNEscken Gattung Arnndo
diesen Kamen keiznbebalten und für die wenigen davon zu (rennenden die Gattungsnamen
Pbragmites und Donax zu wäblen. — Die Gattung Ammopkila (Psanima), von Arundu einzig
und allein dadurch verscbieden, dass bei ilir das äussere Deckblatt ein wenig kürzer als das
innere, bei Arundo das innere Deckblatt ein wenig kürzer als das äussere ist, scheint um
so weniger der Beibehaltung werth , weil bei vielen Arten der lelzlcrii Gallung der Längen-
Unterschied ganz wegfällt oder doch kaum merklich ist (A. Epigeios , A. siricta, A. sjlva-
tica, A. varia etc.), nicht minder .uiib genau gleich lange und an Lauge ctivas diffcrircnde
Arundo. «RAJÜIKEAE. 633
in derselben Rispe TOrkoiumen. Auch der Bliitcostand erlaubt keiDen bestimmlen Abscbnilt,
indem der äbrige Stand von A. arnndinacea durch den lapjiig- rispigen von A. haltica und
A. Epigeios in den rispigen der übrigen Arten übergebt.
9* A« baltica. Baltisches Schilf » Rispe zusammenge-
zogen, lappig; Deckblätter lanzettförmig, lang zugespitzt, steif; Uaar-
ki-auz balli so lang als die Decklilättclien, äusseres Deckblatt an dei-
Spitze zerscblitzt mit unter derselben kurzgrannig austretendem 3Iittel-
nerv; Blätter eingerollt.
ScHRAD. Fl. germ. 1. 22.3. t.5. f. 3. Fl. dan. t. 1684. Ammopbila bal-
tica Link Uort. berol. I. lO-'j. Cbl. ban. 651. Reichend. Ic. f. 1455.
Psamma baltica Kocu Syn. II. 907.
Am Nord- und Ostseestrande und auf den Inseln, im tiefen Sandbo-
den, trupp- oder beerdenweise bier und da {Mh.; Hl. am Kiistensaum
von Travemünde bis znm Kieler Hafen; lim. Insel Neuwerk; Iln. Ost-
friesische Inseln, besonders Nordernei undBorkum; Of. im Jcvcrscben).
August. — September, Oetobcr.
Im Gesainnilanschen der »orbergehenden Art nahe, doch durch die loclicrc, lappige, nach
oben stärker verschmäierle , lila oder »iolct angelaufene Rispe — eine Färbung die ich bei
Andererseils nahe an A. Epigeios sich
Arten ; nach oben viel länger als an
jener ni
e ces
eben
habe — leie
ht i
u's A
.uge
fall
end.
schl
iessend.
Dechblälter nnlen
1 br
eifer
als
an
beide
erst
erer
, fast
pfri
emlich iugesp
\M
und
seh»
irf.
Be
mer
k.
Die Bildung
spr
ieht :
uvar
für
die
Idee der Erzeugung durch hybride Ein-
A. Epigeios auf Ä. arenaria (vergl. REICIIENB. Fl. sas. 13.), aber Vorkommen
und CÖnsortium bestätigen sie nicht. A. baltica kommt häufig und oft in grosser Verbrei-
tung vor, und kaum traf ich irgendwo A. Epigeios in der Kähe.
f-|- Äusseres Deckblatt etwas länger als das innere. Ansatz zu einer
zweiten Blüte.
3. A. Sylvatlca. Wald-Schilf» Rispe aufrecht, scbmal;
Deckblätter lauzettlicb, spitz oder zugespitzt; Ilaarkranz ein \iertbcil
so lang als die Deckblätteben; Granne knieig, fast doppelt so lang als
ihr Deckblätteben.
ScHRAD. Fl. germ. I. t. IV. f. 7. Calamagrostis sylvatica De Cand.
Fl. frane. V. 2.53. Cbl. ban. 653. Koch Sjn. II. 907. Reichenb. Ic.
f. 1440 (lockerrispige wenigblütige Form). C. pyramidalis IIosT Gram, austr. IV.
t. 49 (breit- und lockerrispige Form). ReICUENB. Ic. f. 1441 (zusammengezogene gc-
drängfährigc Form).
In V^'aldungen und Hainen, auf etwas bumosem feuchtem oder trocke-
nem Boden, sehr häufig. Juni bis August. — September, October.
Halme 3 — 4' hoch. Blätter lanzctlfürmig- lineal , hell bläuliebgrün. Rispe 3 — 4"
lang, gelblichgrün, hclllila oder rosa angelaufen. — Variirt mit mehr oder minder lockerer
Rispe, kürzern nur spitzen Deckblättern (ScHRAD. u. REICIIENB. Abb.) und mit bcträehllirh
längern, fein zugespitzten Dcckblällern (HosT's Abb.), auch mit fast gerader Granne (HosTs
Abb.). Diese ist über der Basis bald etwas hüher bald tiefer eingesetzt. — Die Blüten
wachsen selten in Spitzkeime aus {(H. bei Jever gcfiuulon).
4. A. varia. Veränderliches Schilf, Rispe aufrecht,
schmal; Deckblätter lanzettiicb, spitz oder zugespitzt, Ilaarkranz fast so
lang oder wenig kürzer als die Deckblättchen; Graniie knieig, um die
Hälfte oder drei Vieribeil länger als ihr Deckblättcben.
SciiRAD. Fl. germ. I. 216. t. 4. f. 6. Calamagrostis varia Link Ho.t.
berol. 101. Chi. ban. 652. C. montana Host Gram, austr. IV. t.46 (m.t
länger zugespitzten Dcckbkittern und längerer Granne). ReICHENB. Ic. f. 1443. C. Syl-
vatica Host t.48 (mil breiterer, lockerer und schlafferer Rispe). ,,,..., ,
b. aoutiflora. nie sugespitste. Deckblätter und D.ckblattchen
zugespitzt; Ilaarferone kürzer (wenig über lialb so lang) als ihr Deck-
blättcbcn.
634 GRAJniNEAE. Arundo.
A. acutifloi-a Scurad. das. 217. IIeichenb. f. 1442. Calainagrostis
inontana ß. acutiflora Koch das.
In Hellten Bergwaldungen nnd auf Triften, zwischen Gcbüscb, auf
trockenem, Lesondcrs Rallistein im Untergrunde führendem Boden, im
mittlem Gehietstheile nehst h. ziemlich selten (Iln. alte Stollherg im
Uohnsteinschen nehst h., Mühherg hei INicdersachswcrfen, h. am Kohn-
stein, Uatzehurg, hei Göttingen — ; Hs. Meissner, Hörnerkuppe — ; Pr.
Kalhherge hei Heiligenstadt — ), im nördlichen und südlichen selten (Mk.
IVeustrelitz, Torwitz nach Prelanfc zu—; Pr. Halle Ziegelroder Torst,
Kalhfelsen hei T^^endelstein nach T^'allr., von Garcke nicht gefunden).
Juni his August. — Septeniher, October.
GcsammUnselicn, Form und Färbung tler Risi)C wie «ler vorliergcbcnden Art, ilinäclisl
durch die Kürze der Granne und die beträclilliclierc Länge des Haarliranzes zu untcrsclieiden,
dennocli a]>er vielleici.t zu nahe »erwandt. — Beide variiren gleichartig, besonders hinsicht-
lich der Granne, welche hier über der Basis eingesetzt. In mehrfachen Abstufungen, sogar
fast kürzer als das Dechblällchen , also nicht vortretend — nnd beinahe doj)J)elt so lang als
ihr Dcchblättchcn (HoST t. 46.) vorkommt. —
Bemerk. A. acntillora ScHRAD. ist die Form mit länger zugcspitzlcu Deckblältern
uud Dechblätlchcn, eine Abänderung, die sich bei den mehrsteu Arten dieser Gattung wie-
derholt. Eben dieser A'crlängerung wegen erscheinen die Haare hier etwas kürzer als au der
Hauptform.
5. A. Meglecta. Straff rispig es Schilf- Rispe straft"
aufrecht, sehmal und kuizästig; Deckhiatler länglich, spitz; Haarkranz
wenig kürzer als die Deckhlattchen; Grannen gerade, kaum über ihr
Deckhiättchen vortretend.
Ehrh. Beitr. VI. 137. Calam. n. 118. A. stricta Timm, in Siems. ]>Iekl.
fliag. II. 236. ScHRAD. Fl. germ. I. 215. t. IV. f. 5. Beichenb. Ic. f. 1439.
Sturm Deutschi. Fl. H. 29. Calaniagostis neglccta Chi. hau. 652. C.
stricta Koch Syn. II. 906.
Auf Wiesen und an Flussufern, auf nassem Boden, im nördlichsten
Gehietstheile die Südgrenze der Gesammtverbreitung erreichend, ziem-
lieh häufig (Mk. Neustrelitz am Zierker und hinter dem Glamhecker See,
Neuhrandcnhurg auf den Birkhuschwiesen, Grahow auf den Eidewiesen,
zwischen Ludwigslust und Kriwitz; Lb. besonders au der Waeknitz;
HL im östlichen und nördlichen Theilc; Hn. Stapel im Lüneburgschen).
Juli, August. — September.
Halme 1 '/.^ — 2' hoch, straft', etwas steif. Blätter schmal lineal , n.uh oder eingerollt.
Kisiie a — 6" laug, '/2 — V4" '"C''' Aeste und Aehrchen scharf. Blüten des magern Haar-
hranzes wegen mehr geschlossen. Deckblätter und Deckhiättchen gegen die Spitze hellbraun
(dnnkel ockerfarben). — Die Granne tritt meistens erst unicr der Mitte des Rückens, also
beträchtlich hoher als bei den Art. 3. u. 4., nicht selten aber auch liefer (,, pone basin"
ScilRAD), in andern Fällen fast unter der Spitze („snb apice" >VaiII.ENB. Fl. suec.)
hervor. Auch giebt es eine Form, an der die verlängerten Decklilätler und Deckblältchen
schmal lineal sind und die Granne ebenfalls verlängert ist. Diese Form verhält sich zu A.
neglecta eben so wie Aira caespit. b. Iluvialilis zu .\.. caespitoso. Diese Form hat WAH-
LENBERR in Fl. läpp. 28. A. stricta ß. anguslata genannt.
|.J-i- Äusseres Deckblatt etwas länger als das innere. Kein Ansatz einer
zweiten Blüte.
ß. A. EpIS^eioS* Xiantl - Schilf , Uispc straft" aufrecht,
lappig; Deckblätter lineal - lanzettförmig, in eine dreikantig-pfrieniliche,
steife Spitze verschmälert; Uaarkranz fast so lang als die Deckblätter,
Granne gerade, etwas länger als ihr Deckiilättchen.
LiNN. Sp. pl. 120. ScHRAD. Fl. germ. 1.211. t. 4. f. 1. Engl. bot. t. 403.
Calamagrostis Epigeios Uoth Tent. fl. germ. I. 34. Chi. hau. 651. KocH
Syn. II. 905. Host Gram, austr. IV. t, 42. Heichenb. le. f. 1453.
Arundo. GRAMIBIEAE. 635
b. glaiica. Jtas blütilichgfüne. Ilalnic und Rlättcr «tcifcr, nebst
»Icr gleiclifai'liigen Rispe blaulicligrün, sjiäter strobgelb.
Calaniagrostis Epigeios c. glauca Uoll llbeiii. Fl. 112. C. glauca
ReICHE.NB. Fl. sax. 12 («las Syn. von MARSCH. BlEBERST. ausgescbl.). fc. f. 1452
und C. lluebneriana das. Ic. 1'. 1451.
c. laxa. Das schlaffe. Halme und Blatter graugrün; llispe weni-
ger lappig und bart, scbwacb nickend; Granne oft su lang als das
längere Deckblatt.
Auf Triften, an Waldrändern und in liebten Waldungen, auf trocke-
nem niagerm oder sandigem Boden, bäufig; b. an Flussufern; c. in etwas
scbattigen Waldungen, auf feucbtem Boden. Juli, August. — September.
Graugrün. Halme 2 — 6' liocli , ätark , strafl', hiswcileii unten äslig. Blätter lanzett-
förmig - lineal , etwas starr. Risj)e '/j — l' lang. Blüten scLindelig-geliäiift, fast einscit-
nendig. Decklilätter steifllcb, nebst den Rispcnäsfen st'barf oder sehr scbarf. Farbe der
Rispe licbtgrün und \iolef. — Lange der Granne sebr veränderlicb. Die Spielart c. nähert
sieb unverkennbar der folgenden Art, deren specifiscbe Verscbicdenheit weitere Prüfung in
Anspriicli nebmen dürfte.
*?'. A. litorea* MTferSchilf» Rispe aufrecbt oder scbwacb
nickend, ausgebreitet; Deckblätter lineal- lanzettförmig, in eine dreikan-
tig-pfriemlicbe Spitze verscbmalert, Haarkranz so lang als das kürzere
Deckblatt; Granne meist gerade, so lang als die Haare oder länger.
ScHRAD. Fl. germ. I. 212. t. 4. f. 2. Calamagrostis lilorea De Cakd.
Fl. franv. V. 255. Cbl. ban. 653. Koch Syn. 11. 905. Reicuenb. Ic.
f. 1449. C. laxa Host Gram, austr. IV. t. 43 (längeräsfige, scblaffere, stärker
nickende und länger begrannte Form). ReICHENB. f. 1450.
An den L'fern von Gebirgsbäcben (nur Pr. an den Ufern der Bode im
Bodctbal am Harz unweit der Blecbbütte). Juni, Juli. — September.
Halme 2—4' boeb, nebst den sebmal linealen Blättern bläulicbgrün , Knoten ,iolet.
Bispe fast gleicbmässig, scblaff und wcicb , meistens gerade, nur im Scbalten zwiscben an-
dern Gewachsen bis»eilen so «rtheilt, locker und slark überbängend , « ic C. laxa HosT.
Blüten nacb dem Verblühen sperrig- offen. Farbe der Achrcben violet oder »iulet und grün,
nach dem Verblühen fuchsig.
8. A. ealaniagrostis. Sumpf Schilf, Rispe aufrecbt,
ausgebreitet, Deckblätter sebmal lanzettlicb, zugespitzt; Ilaarkranz so
lang als das kürzere Deckblatt, Granne gerade, im Einschnitt des Deck-
blättcbens entspringend und >venig über die Spitze desselben vortretend.
LiKN. Sp. pl. 121. SciiRAD. Fl. germ. I. t. 4. f. 4. Fl. dan. t. 2159.
Engl. bot. t. 2159. Calamagrostis lanceolata Roth Tcnt. 11. germ. I. 34.
Cbl. ban. 653. Roch Syn. II. 905. Reicuenb. Ic. f. 1448. C. Gaudiuiana
ders. Fl. sax. 12. Ic. f. 1447. C. ramosa Host Gram, austr. IV. t. 44.
b. nutans. Das nickende. Rispe länger, scblaff, voll- und diebt-
blütiger; Granne unter der Spitze, auf oder etwas über den Rücken
des Deckblättebens entspringend.
C. nutans Reichenb. Fl. exe. 26. Ic. f. 1446. C. pseudopbragmites
NOLT. Priui. 11. bols. 11. Agrostis canescens Web. Spie. 11. bols. 10.
c. HaUeriana. Bas Hallersche. Rispe aufrecht, schmäler; Granne
unterhalb der Mitte des Deckblättebens entspringend.
A. HaUeriana Gaud. Fl. belv. I. 197. A. pseudopbragmites Schrad.
das. 213. t. 4. f. 3. Calamagrostis HaUeriana De Cand. Fl. frau?. V.
256. Chi. ban. 652. Koch Syn. II. 905. C. pseudopbragmites REictiENB.
f. 1444. C. varia Host Gram, austr. IV. t. 47.
In liebten Waldungen, auf Triften, an Gräben, Teichen und Fluss-
rändern, auf nassem oder sumpfigem Boden , bäufig; b. meistens im nord-
lichsten Tbeile des Gebiets (i»/A.,- Lb.; 111.); c. im Gebirge des mittlem
Gebietstbeils (//«. u. Pr. am Oberbarz bis auf die Brockcnböbe, ziem-
lich bäufig) und im Flacblande des nördlichen Theils, besonders m den
636 GRAJmJK£A£. Agrostis.
Mooren, Läufig (ilfA-.,- Um.; Hn.; OL). Juli, August. — Sopteiuber,
Octoher.
Halme 2 — 4' hoch, aufrecht, schl.mk, bisweilen an der Basis ästig. BUller liueal,
iiiges|>itzt, am Rande und oberscits oder beiderseits scharf, Blatlhäutcben vorlrelcnd , stunii>f
oder spitülich. Rispe bald breiter bald scbmiiler, stets mehr oder weniger schlaIV und weich
im Anfühlen. Dcchblätter und «echblättchen Mrlhänlig (nicht hart und steif). Granne dem
Ursprünge n.ich wie angegeben variircnd, auch in der J..auge elw..s »cranderlich, an b. und c.
meistens länger, gewohnlich gerade, wenn sie noch länger ist meistens schwach gebogen,
selten ganz fehlend. Farbe der Aehrchen violet oder violet nnd grün, später gegen die
Spitien der Deekblättchcn fuchsig, verblühet hellfuebsig, im Schalten, besonders au der
Spielart b., hellgrau, bis in schmutzig weiss.
technisches u. ÖlConotnischeS» .4. 1. unter allen Oiäsem
die vorzüf/licliste Art zur Bef'esliyitnfj der Dünen und des eintjedeicliten
Landes, vermittelst Bepflanzung des Sandes in dicht stehenden Büscheln,
ivoiu es auch in Ostf'riesland, unter dem Namen Ilelm, jedoch nicht in
hinreichender Ausdehnung, in Anwenduntj kommt. Nicht minder eifjnet
sie sich zum Stetit/machen des Flufjsandes im Binnenlande. In Nord-
amerika hat man ein gutes Papier und eine dauerhafte Pappe daraus
bereitet (Erfinder S.iXnEliSO.y aus Dorset. — S/LLi:»^lNiy's Journal.
Uamb. Corresp. IS. Nov. 1839). A. 2. kann zum Dimenbau mit ähnlichem
Erfolge in Anwendung kommen. Sümmtliche übrige Arten eignen sich
zur Streu, zur Geschirrreinigung iind zu Flechtwerk, zur Fiehfütterung
aber nur im jungem Zustande.
19. AGROSTIS. WEJ¥I9MA.I,M.
LlIVN. Gen. u. 80.
Rispe. Aehrchen 1-hlütig, ohne oder mil Ansatz zu einer
zweiten lilüte. Blüten kleiner als die in einen spitzen zusam-
mengedrüekteu Kiel zulaufenden Deckblätter, an der Basis von
kurzen Härchen unterstützt. Aeusseres Deckhlättchen grannen-
los oder zartsrrannig, inneres nicht immer ausgehildet. Geschl.
Syst. III. 2.^
Ein- (A.4.) otler mi-liijährige (A. 1 — 3.) Gi-äsei- mit einfachem oder
ästigem Halme. Blätter üacli, bisweilen eingerollt, llispe otlen, weit-
scliweitig, liurzüstig und zusammengezogen an denselben Arten variiiend.
Aehrchen gestielt. Geschlechtsdeclic aus 2 Schuppen bestehend. — In-
sertion der Grannen und Länge derselben veränderlich.
Deckblatt
lUgt
1. A. alba. JFeisser Jf^indhalm, IVispc pyramidal oder
länglich, Aeste scharf, Aeslchen abstehend, nach dem Ulühen zusam-
mengezogen an den Aesten liegend; Blüten meistens unbegrannt; Blatt-
häutchen lang vortretend.
LiNN. Sp. pl.93. Chi. han. 655. Schrad. Fl. germ. I. 209. t. 2. f. 1.
Fl. dan. t. 1623. Engl. bot. t. 1189. A. stolonifera Koch Syn. II. 901.
A. varia llosT Gram, austr. IV. t. 57 (gewöhnliche Form). A. sylvatica dcrs.
t. 58 (der Spielart b. sich nähernd).
b. gigantea. Her hohe. Höher und stärker, Bispc sehr ausge-
dehnt, vielfach verzweigt und reichblütig; Blüten meistens begrannt.
Chi. han. das. A. stolonifera ß. giganlea Roch das. 902. A.gigantea
Roth Fl. germ. I. 31. Beicuknb. Ic. f. 1433.
c. stolonifera. Her Kriechende. Halme zum Thcil liegend und
aus den Knoten >Yurzeln treibend.
Agrostis. CRAmiNEAE. 637
Fl. d. Künigr. Haniiov. Beschreib. Abtlil. III. T. 8. Chi. hau. das.
A. stolonifera y. prorepeiis Roch das. A. stoloiiifera Host das. t. 56.
Eg 1. bot. t. 1532 (in Aonäliening der Spielart d.). A. diflusa IIOST das. t. 55.
d. maritima, öer strandständige. Aus liegender Basis anstei-
gend. Blätter starr, nebst dem Ualuie mit bläulichem Duft überzogen;
Bispc kegelförmig, lappig zusammengezogen.
Chi. hau. das. A. stolonifera (f. maritima KocH das. A. stolonifera
LiNN. Skänsh-. resa 338 («las SciiEucnzERsche Syn. ausgesdil.)- Fl. dan. t.564
(selileebt). A. stolonifera ß. arenaria Link. Fl. suec. 22. Sp. pl. 93 (jenes
Sjn. ausgesdil.). A- maritima Lam. Encyc. meth. I. 61. De Cakd. Fl.
fi-ane. III. 23. Reicherb. f. 1436 («icLt durakteristiscL).
Auf Wiesen, Triften und in lichten Hainen, auf trocKenem etwas
bumoseni Boden, liorst- oder rasenweise allgemein verbreitet; b. auf
feuchtem Boden, besonders an Lfern zwischen Gebüsch; c. auf nassem
sandigem Boden; d. im Sande der Meeresküsten und der Inseln, auf der
Flut ausgesetztem Grunde, sämmtlich häufig. Juni, Juli. — ■ August,
September.
Hulrae 1 — 2' liocli, aus knieiger Basis ansteigend, von b. 4' bodi , inelir gesircdit;
«on c. und d. aus stärker kniciger, zum Tlieil liegender und wurzelnder Dasis schräg an-
steigend, au d. auch olt ganz niedergestreckt und nur das blütcntreiheiide Kuotenstück sich
erbebend. Rispe mebr oder weniger griinlicbweiss, bisweilen blassrosa oder lila, selten blass-
(iolct angelaufen, nach dem Verblühen strohgelb. — Über das variireude Vorkommen, I^ängc
und Ursprung der Granne vergl. die monographische Behaudlung dieser Species iui Hannov.
»lagaz. 1. J. 182.3. Stück 18 folg., wo auch die Luler- Spidarten aufgeführt sind, welche
zwischen den hier hervorgehobenen 3 Haupfformcn stehen. Das sichere Unlerschcidungs-
zeichen sämmllichcr Formen von der folgenden Art gewähren die nach dem Blühen an die
wagerecht »idiendcn Acsle der l'.i»pe sbrcnartig sich anlegenden blütentragenden Aestchcn
und das lau» M.itritmde Dl.aibanicben.
Ä. A. vulgaris. Gemeiner Jf^indhaltn* Bispc läng-
lich-eirund, Aeste fast glatt, Aestchcn schärflich, während und nach
dem Blühen sperrig abstehend; Blüten meistens unbegrannt; Blatthäut-
clien ein kurzer Hand.
'WiTii. Arrang. 132. Chi. han. 656. Rocu Sjn. II. 902. Schrad. Fl.
germ. I. 206. t. 3. f. 1. Beichenb. Ic. f. 1427. Host Gram, austr. IV.
t..59. Engl. bot. t. 1671. A. capillaris FI. dan. t. 163.
b. stolonifera. Jter kriechende. Halme zum Theil liegend und
aus den Knoten Wurzeln schlagend.
Chi. han. 657. Rocu Syn. II. 903. Scuk. Ilandb. T. T. 12 (A. capil-
laris). A. stolonifera LlNN. Fl. suec. 22 (nach Ausweise von EHRHART zu LlNNE's
Zeit in Upsala eingelegter Exemplare). BeICHENB. Ic. f. 1430.
c. tenella. Der »arte. Rispe länglich, wcnigblütig. Aeste ver-
kürzt, haarfein, Aestchcn recht- und stumpfwinkelig ausgespreizt, Blü-
ten kleiner.
Chi. han. das. A. tenella Hoffm. Deutschi. Fl. Abthl.I. 36. A. sto-
lonifera LeERS Fl. herb. t. IV. f. 6 (»enn die Halme zugleich kriechen).
Auf Triften, an Ackerrainen und Wegen, auf Wiesen und in Hainen,
auf trockenem niagerm Boden, hörst- oder rasenweise allgemein verbrei-
tet; b. und c. meistens auf nassem sandigem Boden, hier und da. Juni,
Juli. — .\ugusl, September.
Halme 1 ^1'/'' hoch, aus hnieiger Basis ansteigend, schwächer und nicht so hoch auf-
treibend, wie die der A. 1. Blätter schmaler und gesättigter grün. Rispe in der Regel
dunkelviolet, an schatleuständigen Exemplaren bisweilen hellgrün. Durch die angegebenen
Kennzeichen von A. 1. meistens leicht zu unterscheiden. — Es kommt eine ausgebildete,
blühende, nicht durch Brand im Wachslhum unterdrückte Zwergform vor, die nur 2 — 3"
hoch ist (v. tendla E. MEyER in Fl. der Prov. Preussen 6.).
3. A. caiiina. Mäunds-irindhalm» Bispe pyramidal-
638 GRAmiNEAE. Asrostin.
eirund oder läiiglicli, Aeste scharf, Acstcbeii sperrig und geschlängelt;
äusseres Deckhlättchen meistens mit knieiger Granne, inneres felilend oder
sehr klein; Wurzelbliitter horstlich, Itlatthäutchen lang vortretend.
LiNN. Sp. pl.9:2. Chi. hau. 657. Koch Syn. 11.903. Lekrs Fl. herb.
t.4. f. 2. Reichenb. Ic. f. 1424. Host Gram, austr. IV. t. 53 (selir üppige,
grosse Form, wie sie selten vorkommt). Engl. bot. t. 1856. Trichodium Caniuum
ScHRAD. Fl. germ. I. 198.
b. rubra. Der gebirgsständige. IViedriger; Rispe pyramidal,
Aeste fast glatt, Rlüten etwas grösser, mit knieiger Granne, nach dem
Verblühen fuchsig -röthlich.
A. rubra LiNN. Sp. pl.92. Fries Summ. veg. Scand. 238. A. alpina
Roth Tcnt. fl. germ. 1.31. Tl. I. 82.
c. ooartata. Der schmalrispige. ISiedriger; Halm- und V^^irzel-
blalter borstlich - eingerollt ; Rispe länglich, schmal, Aeste abgekürzt;
Rlüten mit kurzer fast gerader Granne.
Chi. hau. das. A. coarctata Ehrh. Calam. u. 133 (von Schrad. p. 209.
irrig zu Agrostis allia gezogen).
Auf V^'iesen, Triften, in Sümpfen und an Teichrändern, auf nassem
Thon- oder Lehmboden, trupp- auch schaarenweise häufig; b. im Ge-
birge; c. auf Heiden und dürren Anhöhen. Juli, August. — August,
September.
Halme 1 '/^ — 2' liocli, fein, sHilank. In dlcLtcH Biisclieln nel.cnständige ^Vursell.latler
horstenformig, sclimal , HalmMälter <ler Hanptart und li. gestreckt, '/'i — 74'"' j" '" **•"
üppigen Exemplaren bis 1 '/j'" '"•^'t ( HosT's Abb.)- Blätter von c. etwas starr und ge-
krümmt. Rispe fein und zartästig, an allen Formen etwas sebdrflieb. INacb dem Terbliiben
legen sieb die Acstoben , wie bei A.alba, doeb im mindern Grade, an ibre Aeste, welcbe
sieb bald nnr nnter slnrnpfem Winkel (besonders an der gcbirgssliindigen Form), bald nnter
inebr spitzem Winkel (besonders an der sebnialrispigen Form) gegen die Spitze der Haiipt-
spindel ricLten. Farbe der Uispe in der Regel violet, an der Geblrgsforni etwas fucbsig
(wie von A. Calamagrostis). Im Scbatten kommen bcllgriine Rispen vor, nnd als Abände-
rung findet man bisweilen sirobgclbe. — Die lange knieige Granne, in Verbindung u.it den
fadenäbulicbcn Wnrzelblällern , lässt A. eaniiia oliiic «liitenuntersucl g sebon auf den ersten
Bliek von A. vulgaris nnterscbciden. I>ie unbegranntc Form kommt selten vor. — Man Iriffl
auf trockenem Roden bisweilen, wie von A. vulgaris, eine 3" bebe bliibcnde Zwergform.
Remerk. Aenerlicb mir zu Händen gekommene vollständigere Escmplare der A. rubra
von WaiU.ENBERG nnd aus O. SwARTZ Sammlung ergeben es binreicbcnd , dass jene bicr
ibre ricbtige Stelle bat. l>Iil ibnen kommt unsere Gcbirgsform der A. canina, lon RoTIl
iinricbtig für A. alpina gelialten , wie von ibm selbst eibaltenc nnd mit Kamen bezeicbnetc
Exemplare dartbun, überein. Mit UnrecLt ziebt Wahlenb. Fl suec. I. 40. A. rubra zu
A. vulgaris, deun sie ist allerdings ein Tricliodium und bat eine ligula elongata. — In
tlcn Blattern und dem Rau der Wurzel findet zwiscben A. canina und A. rubra gegen KoCll
(„ab omnlbns Triebodiis nostris A. rubra dilTert foliis planis radicalibus rpiidem angustiori-
hus, tarnen planis" p. 903) kein Vnfersebied Statt, denn unser T. caninum bat ebenfalls
keine andere als flache Wurzelblättcr, wie sie schon der genaue I.EERS richtig beschreibt
(„folia radicalia angustissima, longa, plana, laevia« p. 19), nur auf trockenem Standort ziehen
sie sich, besonders an A. coarctata, rinnig zusammen; und A. rubra treibt, nach WA51LEIV-
BERG'schen Exemplaren, nicht minder als unsere A. canina, kurze Stocksprossen.
ff Äusseres Deckblatt länger als das innere. Ein s tielf ü rmlger Ansatz
zu einer zweiten Blüte.
4. A. »pica veiitl. Xianggranniger Windhalni.
Rispe verlängert, eirund, ^^eitsch^veilig und reichblutig; Rlüten begrannt,
Granne 3 — 4 Mal länger als die Rlüte.
LiNN. Sp. pl.91. Chi. hau. 654. Host Gram, austr. III. t. 47. Fl.
dan. t. 853. Engl. bot. t. 951. Apera Spica venti Reaijv. Agrost. 31.
Roch Syn. II. 904. Reichenb. Ic. f. 1421.
stipa. GRAHIBiEAE. 639
b. inferruptH. Der schmalrispige. Rispe sclmial znsaminengezo-
gcn, Aeste verkürzt.
A. interrupta Linn. das. 92. Chi. Iian. 655. IIost das. t. 47. Apera
interrupta Beauv. das. Koch das. Reichenb. f. 1419.
Auf Aeckern, auf Boden jeder Art, fast allgemein eingebürgert; h.
selten, auch wohl übersehen (tfii. Salzderhelden). Juni, Juli. — August,
September.
Halme aiifrcelit. 1'/.^ — 3' bocli. Blatter lineal, iiigcspitzl, scblaff, Blatlhäutchen lang
vortretend. Rispe im Yerlialtiiiss zum Halme sehr lang, aiifrecLt oder schwach nickend, ge-
wähnlich hellgiiin, etwas >iolet angelaufen. Granne unter der Spitze her>ortretcnd, ct«as
schlängelig. Die Spielart b. kleiner, kümmerlicher, zeigt hei abgekürzten Aeslen , wodurch
die Rispe schmal lineal wird, nichts wesentlich yerschiedenes , und hSugt durch Übergänge
(A. Spica venti y. interrupta, die ich in der Chi. noch ron A. interrupta unterschied) mit
der Hauptform zusammen.
ÖTCOnontitcheS» A. 1. c. ist das berühmte Fiotint/ras der Etig-
länder, dessen fJ'erth sich in iinser-m Klima darauf beschränkt, dass es
auf nassen fViesen als ein vorzütflich nahrhaftes Futteryras den Anbau
xterdient. Auf trochenem Boden verliert es, zur Stammart zurüclikehrend,
seine Eigenschaft wurzelnde Ranken zu treiben, und damit einen grossen
Theil seiner Eryiebi(jkeit. Davon abgesehen wird es noch fortwährend
von Handels gärtnern und Ökonomen mit der rankenden Spielart b. von
A.S. verwechselt, welche bei weitem weniger ergiebig ist. Art. 1.2. ge-
hören einem f/uten fViesenstande an und' werden vom JVeidevieh gern
gefressen; A.S. weniger gern; A.4. ist ein geringes Schaffutter und ein
lästiges Utikraut.
Berichtig. 1. Tolvpogon litoralis SM. Comp. fl. hrit. ed. III. 13. KoCH Syn.
II. 901. Agrostis litoralis Engl. bot. t. 1'2.51. A. lutosa ToiR. Encjc. meth. Suppl. I.
•249. wächst auf der Insel INordernel nicht. Ich möchte kaum bezweifeln, dass MEKTENS
(1803) unsere A. alba v. ma.llima ohne Blülcnunlcrsuchuug dafür angesehen hat, denn diese
sieht ihr so ähnlich, dass sie in einiger Entfernung nicht davon zu unterscheiden ist.
Berichtig. 2. Lasiagrostis variegata Chi. han. Ü54. nehme ich als dem Gebiet an-
gehörige Art hiermit zurück.
8. Gruppe. §TIPi:AE. PWBIMMMNGRÄSJER.
Rispe. Aehrchen 1 -blutig. Blüten an der Basis von Ilaaren unter-
stützt. Aeussercs Dcckblättcheu eingerollt, au der Spitze bcgrannt und
meistens mit der liornfrucht verhärtend. Granne an der Basis geglie-
dert und abfällig. Gcschlechtsdeche stark ausgebildet.
«O. STIPA. PWUEMMmNGnj^S,
Linn. Gen. n. 90.
Rispe ausgebreitet. Aehrchen l -blutig auf dicht behaarter
Spindel. Deckblättchen knorpelig, äusseres walzenlormig ein-
gerollt mit sehr langer gewundener an der Basis verdickter
Granne. Kornfiucht von den Deckblättchen bleibend einge-
schlossen. Geschl. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit meist eingewieheltcn Blättern und langer bei
uns aber aus den Blattseheiden nicht ganz hervortretender Rispe. Gran-
nenlänge die der Blüten vielfach übertreffend. Geschlechtsdeelie d-
scIiuppi^T.
1. S. pennata. Wiedergranniges Pfriemengras,
Granne oberhalb des doppelten Knies zart getiedert.
Linn. Sp. pl. 115. Chi. han. 658. Koch Syn. II. 908. Schk. Uandb.
640 GRAHINEAE. Holcus.
I. T. 16. Reichenb. Ic. f. 1468. Host Gram, austr. IV. T. 33. Engl,
bot. t. 13.j6.
Aul" Triften, an Wegen, auf sonnigem sandigem oder Italkigcm Bo-
den, im süd-östliclicn Gebietstheile ziemlicli häufig {Pr. Halle: am Lind-
hergc, ]>lauml>nrg und Freiliurg auf Kalldüigeln , Sleinlilippe bei Wen-
delstein, Steinbolz bei Quedlinburg; ^n. Dessau — ; Schw. Franken-
bausen, Badra, Hacbelbieh, Sondershausen — ; i/»i. Windehäuserholz im
Ilohnsteinschen, Elbingerode — ; Br. Bübeland, Begenstein, Hoppell>erg,
Teufelsmauer), im westliehen und ganzen mittlem Gebiete nicht vorhan-
den, im nord- östlichen und nördlichen selten {Mk. am 'V^'cge zwischen
IXeubiandenburg und Weitin — ; HL). Blai, Juni. — Juni, Juli.
Halme l'/j — -' l'ocli, iu Mehrzalil vereinigt. Uh.ller l.oislenfü.mig. Granne bis 1'
Ä. S. caiiillata. Mahlgranniges Pfriemengras,
Granne iadenförmig, rückwärts scharf.
LiNN. S|>. vi 116. Chi. han. 6-58. Koch Syn. II. 908. Beichenb. Ic.
f. 1462. Sturm Deutschi. Fl. II. 20. Host Gram, austr. III. t. 5.
Auf Triften und an Wegen, auf sonnigem sandigem und kalkigem
Boden, im süd- östlichen Theil des Gebiets, die Nordgrenze der Ge-
sammtverbreitung erreichend, hänüger als A. 1 (Pr. Flor von Halle
häufig, Suderode, Steinholz, Derenburg — •; ^n. Bernburg — ; Schw.
Frankenhausen, Badra, Hachelbich, Sondershausen — ; Bv. Uegenstein,
Helmburg — ; Hn. Windcbänserholz , Steigerthal, Steinberg zwischen
Petersdorf und Buchholz). Juli, August. — September, October.
H.-ilinc l'/-2 — -' IiocL , liiiscbelförinig ztisaniuicnstcljend , Blatter riniiig i'adenl'örmig,
Granne viclbcngig.
9. Gruppe. AVENACEAF. MAWMRGRÄ SMH.
Rispe, selten Traube. Achrchen I- oder mehrblütig, von der Seite
zusammengedrückt, oberste Blüte oft verkümmernd. Aeusseres Deck-
blatt die Blüte ganz oder fast bedeckend. Aeusseres Deckblältchen meist
bcgraiint, Granne gewöhnlich gewunden oder knieig. Griüel weit von
einander abstehend und seitwärts gebogen.
«1. HOIiCIJS. MOJVMGGMjM^S,
LiNN. Gen. n. 1I4Ü. Art. ansgeselil.
Rispe. Aehrcheii_ 2-l)lütig. Untere Blüten ^Zwifter^ unbe-
grannt, obere männlich mit später gebogener Granne auf dem
Kücken des äussern Deckblatts. Gescbl. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit flachen breiten Blättern. Bispen ästig. Blü-
ten mit schwieliger Basis. Geschlechtsdecke aus 2 meistens gespaltenen
Schuppen bestehcml.
1. H« laiiatiiH. Wolliges Moniggras, Granne wenig
vortretend, nach erfolgter Biegung zurückgckrüinmt und eingeschlossen;
Blätter wollig; Wurzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 1485. Chi. han. 641. Koch Syn. II. 916. Reichenb. Ic.
f. 1718 — 1720. Host Gram, austr. I. t. 2. Fl. dan. t. 1181. Engl. bot.
t. 1169.
Aufwiesen, Weiden, an Ackerrainen, auf humoseni lockerm Boden,
häufig. Juni, Juli. — • August, September.
Blaulleli. Halme mit .1<-n lilattern in tlielitcn BiiscLeln, l'A— -' '•<>«<>> "«■'^t Blat-
tern nnit Blattscliriden wollig- wcieliliaarig. Rispe ani'reclit , lircit, reiclihlütig. Aelirclien
weisilicL, gegen die Basis rosa oder liellviolct angelaufen.
9* H. mollis. W^eiches Moniggras, Granne stets weit
vortretend, nach erfolgter Biegung knieig einwärts gebogen; Blätter zart-
haarig; Wurzel kriechend
Arrlieiiateruni. CRAMIMEAE. 641
LiNN. Sp. pl. 1485. Chi. lian. 642. Koch Sjn. II. 916. Reichenb. le,
f. 1721. Host Gram, austr. T. t. 3. Engl. l»ot. t. 1170.
In ^^'iiltlcni , z%visclicn Geitüscli, seltener auf Wiesen, auf trockenem
vorzüglich mergeligem Boden, weniger häufig als A. 1. Juni, Juli. —
Juli, August.
In Gi.111 spieleiiil. II.ilme loclxeiliiisoliclig oder grtreiiiit stellend, 1 '/^ — 3' Locb. Obere
DIätter nad Ulatlsclieidcn kalil , untere meist knrz weieldi.iarig, seltener ganz kahl (v. glaber
Chi. han. das.). Rispe weniger reicbblUtig, Aebrcben weisslich, an der Basis bellviolet
angclanfen.
GEirjERBZICHES.
ÖTeonomiSCheS» Beide nur mittehnässiye f fiesen- und Ftitter-
fjräxer. ^/. /. jedoch besser und als Mischyrns auf humosem Boden der
IViescnctdtur zu empfehlen.
Ä«. ARRHE^'ATERU]?!. WMESMJV B^FSU*
Fall. d. Beauv. Agrost. 5». t. 11. f. 5.
llispe. Älirchen 2-l>lmulg. Untere Blüte niäniilicli mit kniei-
ffer Granne auf dem Rücken des äussern Deckblätfclicns, oliere
Zwitter, ffi-annenlos oder unter der Spitze kurz begrannt. Ge-
schl. Syst? III. 2.
Mehrjährige, hohe Gräser mit flachen Blättern. llispe ästig, ofTen.
Gcschlechtsdeclic aus 2 langen, lanzettlich- lineulen Schuppen bestehend.
1. A. elatiiis. ttoher IWiesenhafer* IVispe aufrecht
oder schwach gebogen, gleichmässig ausgebreitet, Aestc schon an der
Basis verz-weigt; Blätter schlaft", kahl.
Mert. n. Roch ücutschl. Fl. I. 546. Koch Syn. II. 916. Reichenb.
Ic. f. 1715. A. avenaceum Chi. han. 635. Holcus avenaceus Scop. Fl.
carn. 11.276. Engl. bot. t. 813. Avcna elatior Linn. Sp. pl. 117. Schk.
Ilandb. I. T. 17. Host Gram, austr. II. t. 49.
b. bulbosuni. Her knollige. Mit zwiebelig angeschwollener Wurzel.
Chi. han. das. Koch das. llolcus bulbosus Schrad. Fl. geim. 1.248.
IIOST das. IV. t.30.
Aufwiesen, in Grasgärten, zwischen Gebüsch und in Hainen, anl
Boden mehrerer Art, häufig; b. auf magerin trockenem Boden, hier und
da. Mai, Juni. — August, September.
Gesamn.tansel.en bafeiartig. Wurzel faserig. Halme einzeln oder zu 2 — 3, bis 5' boeb,
k.ibl. Blatter breit, zugespitzt. obe.seits und an den Ründern scbarf, Scbcidcn glatt. Rispe
langlicb, Aesle ziemlicb knrz. Aebrcben glänzend, weissliebstrobgelb mit blasswolct an-
gelaufener Basis.
ÖleonomiSCheS» liin vorzw/Uchcs n'iesen- tind Futterf/rns, un-
ter dem ISamen französisches Raynras auch häufir/ cultivirt , und selbst
auf trockenem Boden noch sehr eintriUjlich, doch dem enrflischen Ray-
nras (Loliuin pereune) an ISahrhaflitjheit um '/a nachstehend.
«3. CORl^^EPHORUS. UMUEiMN GUA^S.
Pall. d. Beauv. Agrost. 90. t. IS. »'■ 2.
Risne. Aebrchen 2- selten 3-blütig. Aeusseres Deckblätt-
eben auf dem Rücken l)ogrannt, Granne keulenförmig, in der
Mitte ffeeliedert und mit einem zarten Ilaarkranz umgeben.
Gescbfsfst. III. 2.
1."^ C.' canesceiis. Silherfarhenes Keulengra».
Rispe länglich, offen, vor und nach dem Blühen zusammengezogen; Blat-
ter borstlich, Blatthäutchcn verlängert.
Pall. d. Beauv. Agrost. 90. Chi. han. 641. Koch Syn. 11.915. Bei-
642 ORAJÜIBiEAE. Aira.
CHENB. lo. f. 1674. Aiia cai.esceiis Linn. Sp. pl. 97. Schk. Ilaiull.. 1.
T. 12. Host Gram, ausir. IV. t.36. Fl. daii. t. 1023. Engl. bot. I. 1190.
Aul" Tiil'teii, Äcliein, Heiden, auf sandigem Boden, tiiipi»- «der seliaa-
renweise liäiifig. Juli, August. — Scptemliei-, Octo)>cr.
Giaiigiüii luit lötlilifliciii Anflug. Halme iinil Blallci in Jicliten Biis.lieln , crslere 6 — 10"
hocli, glalt. Iflitcic stau- aiificoht oiler zuriickgebogen , nclisl den Sdiciileii soliarf. Granne
gerade. Slaiilil.eiilel violet. — Variirt mit stroligelheii ISlülcn un.l cilronengelben Sraiib-
beuleln, (so bei Lüneburg und Hannover häufig).
«4. AIRit. SCUMlMIiM.
LININ. Gen. n. 81.
Rispe. Aehrchen 2-l)lnliff, mit oder ohne Ansatz zu einer
dritten Blüte. Aeusseres Deckblättchen an der Spitze gestutzt
oder gespalten, mit einer geraden oder schwaeii gehoffenon
Granne auf dem Rücken oder über der Rasis. Geschl. Syst. III. Z.
Melirjäliiige Grii.ser mit flachen, gefalzten oder eingerolU-boistlicIieu
ßlättcrn, und meistens gleiclimässiger, vielästiger, selten z.iisammenge-
zogener Kispe. Gesclileelitsdeclie aus 2 oft gespaltenen Scliuppen beste-
hend. Dieselben Arten mit längern und sehmälern Deckblättern und
Deelvblätlchen, längerer und bürzerer Granne variirend.
■J- Granne gerade. Äusseres Dceliblalt kürzer.
1. A. eaesipitosa. Masen- Schmiele, Rispe länglieh,
aufrecht, gleichmässig ausgebreitet, Acste vielzweigig, scharf; äusseres
Dechblatt kürzer als die an der Basis von einem Haarbranz umgebenen
Blüten, Granne meistens gerade; Blätter flach oder rinnig.
Link. Sp. pl. 96. Chi. han. 639. Kocn Syn. II. 914. Beicuenb. Ic.
f. 1682 — 1686. Host Gram, austr. II. t. 42. Fl. dan. t.240. Engl. bot.
t. 1453.
b. fluviatilis. J>»e uferständige. Halme höher; Bispc länger,
strair, Blüten fast doppelt grösser; Deckblätter fast so lang als die
Blüleu, Grannen etwas kürzer, so lang oder länger als die Blüte.
Chi. han. 639. A. paludosa Wie. Prodr. Fl. vverlh. 18 (»aeb Ejen.,.l.
von ihm selbst) uud A. Wilteliaua Roch das. 915 (Grannen nicisl so lang als die
Bliilen). A. bottnica WauLENB. Fl. läpp. 36. t. 4 (Grannen länger als die Bluten;
nach E\eni|)larcn von ibm selbst).
Aufwiesen und in Hainen, auf frischem humosem Boden, horstweise
oder rasenartig allgemein verbreitet; b. am Unterlauf der Elbe auf nassem
Boden, auch an der Küste.
Wurzel faserig, starkbüsebelig, auf feuchtem Boden nicht selten schwache Stocksprosse»
treibend, Halme in Mehi/.ahl nebst nebenstehenden Blätterhüseheln ernährend. Blätter ober-
bcits furchig und sehr scharf. Rispe bis 1' lang. Aehrchen meist violet und grünlich, später
gelblich -scheckig. Blüten an der Basis von Haaren umgeben, äusseres Oeckblattchcn an
der Spitze gestutzt und gczähnelt. — Variirt 1 — h' hoch; mit gerader und schwach nicken-
der, sehr lang- und kiirzerästiger , auch zusammengezogener, reich- und armblütiger Rispe;
mit 2-, 3- und selten 4 -blutigen Aehrchen; mit kleinem und grössern Blüten im Liingen-
verhältniss der Deckblätter zu den Blüten ; mit Grannen über der Basis des «e.kbläll.bens,
in der Mitte des Rückens und über der Mitte entspringend, selten ganz ohne Grannen, mit
sehr kurzen eingeschlossenen, mit läjigern und die Bluten fast doppelt an Länge übertreffeD-
den und alsdann meist etxas beugigen Grannen. Endlieb auch mit sprossender Aehrc (Halle:
Dölauer Heide). Auch (riflt man eine Abänderung mit blassstrohgelben, grnnrnckigen , übri
gcns un\cränderten Blüten, wie sie an vielen Gräsern vorkomuit, wenn sie in> Schatten wachsen
(A. caespilosa ß. pallida KoCH das.).
Bemerk. Hie Spielart b. erreicht oft eine Hohe von 3' und ist durch die grossen,
nahe am AVasser bleichgelben Blüten, mit schmälern, längern Deckblättern und Deckblällchen
iin Gesanimfansehen sehr ansgeieirhuel. Am Wasser sind ihre Blätter breit und völlig flach.
Aira. GRAMINEAE. 643
ilie Rispen iiinr.ingsi'clcli , si-lir reirhlilutig. ilie Grannen »enig länger als <Iic Blülcn; riit-
feinter von jenem werden die Blätter scbmäler, linnig, die Uispen sebl.inker, und zniseiien
den Granithluclicn der Ellidänime erscheinen die Ulätler l.is ins Borstenfürmige eingerollt,
die Rispen kurzästiger, die Grannen der, sich zum Tlieil wieder violet l'ärhcnden, Blüten länger.
Diese Form ist es gerade, welche 'WaiilENBERG A. Iiollniea nennt, deren Grannen zum
Theil noch etwas länger sind. Mit zunehmender Trockenheit und mehrcrni S.uidgehalle des
Bodens werden die Blüten kleiner und es tritt die gewöhnliche liuntc Färbnng ein. Diese
Veränderungeu, welche den Übergang dieser, isolirt betrachtet sehr auffallenden Spielart, in
die gewöhnliche A. caespilosa nachweisen, liann nun in günstigen Lokalitäten >om Strande
ab in 20 Schritt Entfernung »erfolgen.
•J--J- Granne schwach gebogen. Äusseres Deckblatt kürzer.
!3. A. flexuosa* Geschlängelte Schmiele» Rispe hrelt,
eirund, iiickeiul, Äste schärflicli, sclilängelig verzweigt; Deek])lätter fast
so lang als die an der Basis von einem Ilaarkranz umgcl)enen Blüten;
Blatter borstlicb.
LiNN. Sp. pl.96. Cbl. han. 639. Koch Sjn. II. 915 Beichenb. Ic.
f. 1678. Host Gram, austi. II. t.43. FI. dan. t. 1322 (A. montana). Engl,
bot. 1. 1519.
b. montana. nie gebirgsständige. Niedriger; Rispe aufrecht,
etwas zusammengezogen; Äbrcben dunkler gefiirbt.
Cbl. ban. das. A. montana Linn. Fl. suec. 24 (nach Ausweise von Eiirhart
zu LlNNEs Zeit zu l'psala eingelegter Exemplare). ReICHENB. f. 1679. Fl. dan.
1. 157 (A. flexuosa).
c. uliginnsa. Die sumpfständige. Niedriger; Rispe aufrecbt;
etwas zusammengezogen, Blüten fast um die Hälfte kleiner, Granne
etwas länger.
Cbl. ban. das. A. uliginosa Weihe in de Bönningu. Fl. monast. 25.
Koch das. Beichenb. PI. crit. II. t. 150 und Ic. f. 1681.
Auf Bergwiesen, Triften, Heiden, auf magerm Boden, sebr bäufig
und oft scbaarenweise ; c. auf sauerhumosem Bruch- und Torfboden,
stellenweise (Pr. f F. Gronau, Bocholt, Drohne — ; Hti. Bentheiin, Hunte-
burg auf der Kl. Heide, Stemshorn — ; Ol. Holländer Meer Lei Jever).
Mai bis Juli. — Juli, August.
Halme in lockern Horsten, 1 — 2' hoch, glatt. Blätter scbärflich. Rispe kurz , flat-
terig, feinäsllg, Acsfe erst gegen das Ende verzweigt. Granne schwach knieig. — Variirt
auf ähnliche Meise, wenn auch weniger mannichfach, wie A. caespitosa. Eine Form mit
haarfeinen wenigblütigen Aesten und sehr kleinen Blüten zeichnet sich besonders aus (v. ca-
pillaris Cbl. han. das.). Ein bleibender Unterschied im Verhallen der Blätter und des
Blatthäulchens zwischen der Hauplforni und der Spielart c. findet nicht Statt.
Bern erb. Die Spielart c. wurde zuerst i. J. 1818 vom Thierarzt J. H. HoRST in
Hunteburg, einem fleissigen und eifrigen Botaniker, entdeckt und dem verst. WeimE mit-
gclheilt.
-j-J-J- Granne schwach gebogen. Deckblätter gleich lang.
3. A. caryopliyllea. Silber. Schmiele. Rispe rund-
lich, sperrigastig* Deckblätter länger als die an der Basis unbehaarten
Blüten; Blätter eingerollt -rinnig.
Linn. Sp. pl.97. Cbl. ban. 640. Beichenb. Ic. 1. 1678. Host Gram,
austr. II. t.44. Fl. dan. t. 382. Engl. bot. t. 812. Avena caryopliyllea
Koch Svn. II. 922. , . ,
Auf Äckern und Triften, auf sandigem Boden, trupp- oder heerden-
weiSe bäufig. Juni, Juli. — August.
Fein und zart. Halme 2 — 6" hoch , einzeln oder zu 2 — 3. Blätter sehr kurz. Rispe
blassröthlich angelaufen. Deckbliittchen um '/4 kürze, als die Deckblätter, an der Spitze
gespalten und doppelt haarspitzig.
644 CIRAIHIIKEAE. Aveiia.
4. A. praecox. Wrühe Schmiele* Rispe äbrciiförmig,
zusammengezogen; Deckblatter kaum etwas länger als die an der Basis
unbebaarten Blüten; Blätter eingerollt -rinnig.
LiNN. Sp. pl.97. Cbl. bau. 640. Reichemb. Ic. f. 1675. Host Gram,
austr. IV. t.37. Fl. dan. t. 38.3. Engl. bot. t. 1296. Aveiia praecox Kocu
Syn. II. 922.
Auf Triften, in liebten Hainen und Waldungen, auf sandigem oder
magerm Boden, truppweise häufig. Mai. — Juli, August.
Halme in Itiisclivln , 1 — 'i" Loch. Blatler selir kurz. Rispe liiiiglicb, scLr schmal,
blass sliohgelU. I>echblältchcn an der Spitze gespalten.
Öle onomisch es» ^- 1- ist ein mittelmüssitjes fViesenf/ras , und
als grünes Futter nur jnnfj zu (jcbrauchen , alt tuuijt es höchstens zu
Pferdefutter. Art. 2 — t. gehen nur Schafen wenig Nahrung.
»5. AVE]¥A. UJLWMn.
JjltiTS. Gen. n. 91.
Rispe, seltener Trauhe. Aehrchen 2-, seltener mejirblütig.
Äusseres Deckblältchen an der Spitze gespalten «der in 2 Sta-
chelspitzen oder kurze Grannen ausgehend^ mit knieiger unten
gewundener Granne auf dem Rücken. Kornf ruckt meist mit den
Deckblättchen verwachsen. Geschl. Syst. III. 2.
Ein- (Art. 1 — 4.7.) oder mebrjäbrige (Art. 5. 6. 8.) Gräser mit llacben,
seltener eingerollt -borstlicheu Blättern. Rispen gleicbmässig, einseit-
wendig zusammengezogen, selten Aveitsclnveifig. Blüten meistens gross.
Geschlechtsdecke aus 2 meistens gespaltenen Schuppen bestehend.
4- Dechblätter 5 — 9-nervig. FriicLtknote oben behaart. Ah r eben nach
dem Verblülicn hängend.
1. A. llPevlS. Murzhlütiger BLafer, Rispe zusammen-
gezogen, fast einseitwendig, Aehrchen eiförmig, meistens 2- blutig; Deck-
blätter so lang als die Blüte; äussere Deckblättchen an der gespalteneu
Spitze wimperig.
RoTu Abhandl. 42. Chi. bau. mi. Koch Syn. II. 916. Reichenb. Ic.
f. 1708. IIosT Gram, austr. III. t.42.
Auf Äckern unter der Saat und an Ackerrändern, auf sandigem Bo-
den hier und da, gleichsam verwildert (besonders Iln. in den Herzog-
thümern Bremen und Verden). Juli. — September.
Gesammtanseben der folgenden Art, doch sogleich durch die kurzem Aehrchen zu unter-
scheiden. Yariirt mit 3 - blutigen Aehrchen und mit ungewimperten Deckblättchen.
». A. orientallt!^. VürTeischer Mafer, Rispe zusam-
mengezogen, einseitwendig; Aehrchen länglich, 2- blutig, nur die untere
Blüte begrannt; Deckblätter länger als die glatte Blüte; äussere Deck-
blättchen an der gespaltenen Spitze gezähnelt.
ScHREB. Spie. fl. lips. 52. Chi. han. 637. Koch Syn. II. 917. Host
Gram, austr. III. 44.
Auf Äckern, auf Boden mehrerer Art, hier und da verwildert oder
durch Zufall verbreitet. Juli. — September.
Ton A. sali»a nur durch die zusammengezogene, cinseitweiidige Rispe, jedoch constant,
verschieden. — Yariirt unbegrannt.
3. A. StrIgOSa* XLauh-tEafer» Rispe etwas zusammenge-
zogen, fast einseitwendig; Aehrchen schmal, länglich, meistens 2- blutig;
Deckblätter so lang wie die glatten Blüten; äussere Deckblättchen zu-
gespitzt und in 2 begrannte Zipfel gespalten. Stielchen der zweiten Blüte
unter deren Basis behaart.
Aveiin. GRAmiMEAE. 645
ScHREB. Spie. fl. ups. 52. Chi. han. 636. Koch Syn. II. 917. IIei-
CHENB. Ic. 1". 1710. Host Gram, aiistr. II. t. 56. Engl. Lot. t. 1266.
Auf Äckern unter dem Getreide und an Aclserrändeni, hier und da
gleichsam verwildert. Juni, Juli. — September.
GesammUDschen der vorigen Art, durch die zu 3 vortretenden Grannen jedocb ausge-
zeichnet.
4* A* fatua* Vlug • tiafer» Rispe gleichmässig ausgehrei-
tet, Aehrchen meist 3-hIütig, untere 2 Blüten begrannt; Deckblätter
länger als die Bluten; äussere Deckblättclien unten borstig, an der Spitze
kurz gespalten und gczähnelt.
LiNN. Sp. pl. 118. Chi. han. 636. Koch Syn. II. 917. «eichene. Tc.
f. 1712. Host Gram, austr. II. t. 58. Fl. dan. t. 1629. Engl. bot. t. 2221.
Auf Ackern und an Wegen, ziemlich häufig eingeJiürgert. Juni, Juli. —
September.
Aehrchen fast doppelt so gross als an den vorhergehenden Arten. Gegen die Reife
färben sich die üeckblättchen >on unten her nebst den Grannen fuchsfarhen. Die Samen
fallen frühzeitig aus. — Variirt mit liahlen oder fast hahlen Deckblättern (A. fatua b. gla-
brata GaKCK. Fl. ^. Halle h'lS. A. hyhrida KOCII das. 917.
Bemerk. ISach GaRCKE a.a.O. soll auf Feldern bei Dölzig und Riichmarsdorf
eine andere A. hjbrida PETERM. Flor. d. Bien. INr. 80 vorkommen, die mir nicht bekannt
ist. Die Diagnose lautet: »Rispe etwas zusammengezogen; Uälge meist 2 -blutig; Klappen
an der Spitze ziemlich breit, die untere 9-, die obere 11 -nervig; Blüten kahl; die Haare
der Schvticie am Grunde der Blüten nur so lang als die Schwiele, untere Spelze an der
Spitze breit abgestutzt und kuri 4- zähnig. •(
ff Deckblätter 1 — 3-nervig. Fruchtknote oben behaart. Ährchen
nicht hängend.
5. A. pubeseens. JT eichhaarig er Mafer. Rispe
traubig, Aehrchen 2 — 3-blütig, alle Blüten hegrannt; äussere Deckblätt-
chen an der Spitze ungleich geschlitzt; Blätter flach, untere nebst den
Scheiden zerstreuet behaart.
LiNN. Sp. pl. 1665. Chi. han. 637. Koch Syn. II. 918. Reichenb. Ic.
f. 1700. Host Gram, austr. II. 50. Fl. dan. t. 1203 (A. sesquitertia).
Engl. bot. t. 1640.
Auf Trifteil, Wiesen, an Hecken und Gebüsch, auf trockenem etwas
humosem Boden, häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
AVurzel schwach Slocksprossen treibend. Halme 1 '/j — 3' hoch. Blätter lineal , kurz
gespitzt. Rispe aufrecht, wenig ästig, Aesfe aufrecht, 1 — .5 Aehrchen tragend. Achse
der Blüten behaart. Deckblätter und »cckhlältclien nach der Spitze zu silberglänzend weiss-
liäiitig. Variirt mit kahlen Blatlcrn und Blaltscheidcn.
<;. A. pratensis. Wiesen. Mafer* Rispe traubig, oder
Traube; Aehrchen 4 — 5-blütig, alle Blüten begrannl; äussere Deck-
blättchen an der Spitze gespalten; Blätter gefalzt, nebst den Scheiden
kahl.
LiNN. Sp. pl. 119. Chi. han. 637. Koch Syn. 11.919. Reichenb. Ic.
f. 1697 u. 1698. Host Gram, austr. II. t. 51. Fl. dan. t. 1083. Engl,
bot. t. 1201.
Auf Triften, Wiesen, Helden, auf trockenem und steinigem Boden,
•weniger häufig als die vorhergehende Art. Mai, Juni. — Juli, August.
Wurzel stark faserig. Gesammtausehen der vorigen ^Irt. Blätter kaum halb so breit,
zugespitzt und steifer, oberseils scharf. Blutenstand nicht selten eine wirkliche Traube , in-
dem die Aehrchen ohne Aesle aufsitze» (Hosx's Abb.).
fff Blätter 1 — 9 nervig. F r uch tk n o le g 1 a 1 1.
9. A. tenuls. Schlanker Mafer- Rispe weitschweifig,
lang- und feiiiästig; Aehrchen meist 3-blütig, Blüten länger als die Deck-
646 CJRAOTIWEAE. Triodon.
blätter; äussere Dcclsblättchcii der untern Klüte in eine gerade Granne
zugespitzt ohne Ilüekengranne , der ohern lilüten in 2 hurze gerade
Grannen auslaufend, mit Ilüekengranne.
Mönch Meth. 195. Enun». pl. Oass. inf. 1. t. 2 (A. dubia). Chi. han.
638. Koch Syn. II. 920. Ueichenb. Ic. f. 1690. Host Gram, austr. II. t. .55.
Auf Triften, auf sonnigem magerm Boden, die Nordgrenze der Ge-
sammtverlireitung erreichend, sehr selten (Hu. bei Sophienhof — ; lls.
Oberkaufungen, Sievershausen — ; Pr. fV. Höxter — ; Pr. nach Rok und
Sprengel bei Eisleben; von Garcke nicht gefunden). Juni, Juli. — Sep-
tember.
Fast Lliiiiliclignin. Wurzel ciii Meiner Biisclicl Fasern. Halme zu 1 — 3. sflir «lünn,
fcnieig ansteigend. BläHer scliinal lincal , zngespilit, obcrseils scIiärOicL, Sclici<leii lial.1.
Rispcnüsle fadenförmig, gescLliiiigelt. Äbrclien schmal, unteres Deckblatt 7-, oberes 9-
nervig, nebst den Deekblättcben silberbäulig gerandct.
8. A. flavesceiis. Gelblicher Mafer. Ilispc länglich,
kurzästig und vollblütig; Aeln eben meistens 3-l)lütig, lilüten kaum län-
ger als das äussere Deckblatt, alle begrannt; äussere Deckblättchen in
2 kurze Stachelspitzen ausgehend.
LiNN. Sp. pl. 118. Chi. han. 638. Koch Syn. II. 921. Reichenb. Ic.
f. 1694 u. 1695. Host Gram, austr. III. t. 38. Fl. dan. t. 1-507. Engl,
bot. t.952.
b, alpestri8. Her buntährige. Niedriger; Rispe schmäler, Aehr-
chen oft 4- blutig, violet und gelb scheckig.
A. flavescens v. variegata Chi. han. das. Reicuenb. Ic. f. 1696. A.
alpestris Host Gram, austr. III. t. 39. Scurad. Fl. germ. I. 379. Koch
das.
Auf \^'^iesen und Triften, auf trockenem Boden, häufig; b. im Ge-
birge, selten in Hügelgegenden (//m. Harz, Salzderhelden — ). Juni,
Juli. — August, September.
Wiiriel Slocbsprossen treibend. Halme 1 V2 — 3' bocb , stark, steif aufreobt, an der
Basis wenig knieig. Blätter und Blaltscbeiden scbwacb bebaart oder fast kabl. Rispe 2 — 3"
lang, 3/^ — 1" breit, meist bengig. Äste fein, geschlängelt. Unteres Deckblatt 1-nervig,
oder durch 2 schwache seitliche l>icrven 3- nervig, oberes 3 -nervig oder durch sehr schwache
ISebcnncrven .5 — 7 -nervig, nelist den Deckbliittchen strohgelb, in sillierweiss der obern
Blüten übergehend.
Bemerk. In der Chi. a. a O. bemerkte ich bereits die ungemeine Annäbernng der
dort aufgeführten v. variegata mit A. alpestris. Im J. 1837 sucljte ich diese Form auf
Waldwiesen zwischen Konigsbof und Grund wieder auf und überzeugte sowohl mich als
SCIIRAOER vom Übergänge derselben in die vermeintliche Art der A. alpestris.
ÖTeonomischeS. ^rt. S u. 5. sind vorziUfUche, auf humosen leicht
zu bewässernden fliesen den Anbau verdienende Futtert/räser. A. 6. ist
ein gutes fVicsenip-as und verdient Anbau auf trockenem Boden. Art.
3 II. 4. sind lästige und schwer zu vertilgende Unkräuter.
%6. TRIOnOJV. J9BJEEXAIMJV.
R. Br. Trodr. fl. I>ov. HoU. 182.
Rispe traubig oder aus Aehren zusammengesetzt. Aelircheu
3 — iO-Mütig. Deckblätter bauchig, fast gleich lang", Aeussc-
res Deckblattchen auf dem Rücken abgerundet, an der gespal-
tenen Spitze mit zwischenliegender kurzer Granne. Geschl.
Syst. in! 2. *
Mehrjährige, büschelig wachsende Gräser mit 2-zeilig gestellten Ris-
pcnästeii. Deckblättchen an der Basis behaart. Geschleehtsdecke aus 2
dicklichen Schuppen bestehend.
ITIolinia. GRAMOEAE. 647
1. T. deeiiiiibens. Miiegender üreizahn. llispc trau
l»ig, Aestc eiuf'acl«, ein einzelnes Aehrchcn oder die untern 2 — 3 dersel-
ben tragend; Aehrchen 3 — 5-lilütig; Blätter hebaart.
Pall. d. Beal'v. in Rom. et Schult. Syst. veg. II. 597. Chi. han. 684.
Koch Syn. II. 923. Poa decumbens Scop. Fl. tarn. 1.69. Host Gram,
austr. II. t.72. Festuea decumbens LiNN. Sp. pl. 110. Fl. dan. t. 162.
Engl. bot. t.792.
Auf Triften, Heiden, an Waldrändern, auf niagerm sandigem Boden,
liäußg. Juni, Juli. — August, September.
Halme liiiscliellg in Melirzal.l , 1' hooli , schräg .mfreclit oder liegciul. BlUUer flach,
nldllscheiilen behaart. Blatthautchcii ein Borstenkraii!;. Rispe !>ehr einlach, 4 — 6 .\chrchen
tragenil. Aehrchcn länglich - cirärinig , grün mit violelem Anhauch.
GM irERBMCHMIS.
ÖJConomiSCheS» Ein mittehnnssitjcs Futtergras , welches früh-
zeiiiy hart wird.
10. Gruppe. FESTUCACEAE. S C H iriJV GMI. GRÄ SM R.
llispe, seltener Traube. Aebrcben viel-, seltener wenig- oder 1 -blu-
tig, von den Seiten zusanimengedriiclit oder rundlieb. Deckblätter sebr
kurz, die unlern beiden Blüten kaum bedeckend. Deckblätteben unbe-
granut oder mit nicht gewundener Granne an oder fast an der Spitze
Grifl'el sehr kurz.
«9. ]?IOIiI]VIA. MOMjKWMM,
Schrank Baiersch. Fl. I. li-U.
Rispe. Aeliicheii 2— 5 -blutig, aus luudlich verdicklei' Basis
schmal kegelförmig, granneulos. Aeusscies Deckblättelien un-
ten bauchig mil vorgcshcckter Spitze. GiiflFel an der Dasis ein-
ander geiiäheit. Geschl. Syst. III. 2.
Mebrjiibrige, hohe, starre Gräser. Ualniknoten von Seheiden be
deckt. Uispe zusammengezogen oder weitschweifig. Aehrchen gestielt.
Schuppen der Gesehlechsdecke bobelförmig, kahl.
1. ]fl. COerillea. Blaue Molinie. lÜspe et%vas zusam-
mengezogen, Aehrchen meist 3 -blutig, äussere Dcckblätlchen 3-nervig;
Halm nur an der Basis beblättert.
Mönch Mcth. I. 183. Chi. hau. 626 nebst v. major. Koch Syn. 11.
932. Beicuenb. Ic. f. 1606. Melica coerulea Link. Mant. II. 825. Schk.
Handb. 1. T. 13. Host Gram, austr. II. t. 8. Engl. bot. t. 750. Aira
coerulea Link. Sp. pl.95. Fl. dau. t. 239.
In Wäldern und aufwiesen, auf sumpfigem Boden, horstweise bäuüg.
Juni, Juli. — Augnst, September.
Halme von Z bis 5' hoch, steil aulrecht, glatt. Blaltcr .slraff, ohcrseils und an den
Randern scharf. Rispe kiirzäslig und ahrenfdrmig ,;usaramengeio§en , langastig, weitschweifig
„nd reichl.lulig »ariirend. Aelüclie» woIeUchecUlg , in. AValdschatleu grün. Slaubheulel
dunkel violelblaii. — Geht, ohne «euere ^'erschiedenlnit m »eigen , in eine his 8' hohe,
langrispigc Form (M. altissima I.INK Hort, herol. I. 197. >I. litoralis REICIIENB. f. 1007.)
GMU^MRBX.ECnMS.
technische«. fVird nebst andern hocliludnufjen Griiscrn (na
mentlicli Agrostis alba v. gigantea) ziiw Beinigen der Pfeifenrohre in
manchen Städten in Menije verhanft.
«8. IflEIiieA. PMUEiGUA.».
I.INN. Gen. u.K,'.
Rispe oder Tiaubc. Aehrchen 2-, selten 1-bliilig, mit einem
648 GRAlTIIZVEAE. Briza.
durch Eiiitrllt der Spindel keulenförmigen Ansalz zu einer oder
nielirern Blüten. DeckMätter haueliig gerundet, fast gleich
lang. Deckhlättchen unhegrannt, später knorpelig. JNarhen fast
an der Basis der Blüten hervortretend. Geschl. Syst. HI. 2.
Mehrjährige Gräser mit in der Knospeiilage riiinigeii, gclalztcii oder
gcrolUeii Blättern. Rispen oder Traiihen einfach oder ästig, Aehichen
gestielt. Gesehlechtsdecke aus 2 fleischigen, bisweilen zusaniniengeMaeh-
senen Schnppen bestehend.
1. ]TI. tiniflora. Minhlütiges Perlgras, Rispe schlaft",
einseitweiidig und armhlütig; Aehrchen aiilVcciit, i-hlütig.
Rktz. Ahh. I. 10. Chi. han. 627. Koch Syn. II. 923. Reichenb. Ic.
f. 1576. Host Gram, auslr. II. 1. 11. Fl. dan. t. 1144. Engl. bot. t. 1058.
In Laubholzwaldnngen, auf schattigem humoseni Roden, häufig. Mai,
Juni. — August.
lleUgrun. Halme 1 — 1 Y^' lang, selilafl , meist kürzer als die Blatter. Diese breit,
lang zugespitzt. Dach dem Itlülicii mit ciiigesclilageiicn Rändern doppelt scLmaler ersclici-
uend. AclircLcn eifürmig. blcitlirolli aiigolaiifeii.
S* I?I. nutans. NiclcenAes Perlgras* Rispe trauben-
fürmig, einseitvvendig; Aehrchen hängend, 2- blutig.
LiNN. Sp. pl.98. Chi. han. 627. liocu Syn. II. 924. Reichenb. le.
f. 1577. Host Gram, austr. II. t. 10. Fl. dan. t. 962. Engl. bot. t. 1059.
In Laubholzwaldungen, auf schattigem humoseni Roden, häufig. Mai,
Juni. — August.
Matt^rüii. Ualme aus liogiger, von licllrotlicn Scheiden bekleideter Basis ansteigend,
1 — IV hoch. Blatter breit, lang zugespitzt. Bispe selten unten mit einem oder dem an-
dern Ast, Aehrchen genähert, aus violet in hlcichroth und rothlichgelh übergehend.
" 3« ]?I. ciliata. Gefranstes Perlgras, Rispe ährcn-
förmig, äussere Deehblätteheu langzottig gewimpert.
LiNN. Sp. pl.97. Chi. han. 627. liocu Syn. II. 923. Reichenb. Ic.
f. 1574 u. 1.575. Host Gram, austr. II. t. 12.
An Rainen und Abhängen, auf felsigem steinigem Grunde, im süd-
lichen Theile des Gebiets, die IVordgrenze der GesanimtverJ)reitung am
östlichen Harze erreichend, ziemlich selten (Pr. Halle: l^aumburg, Frei-
burg, Weinberge bei Rollsdorf, am Kyft'häuser, Rosstrap]»e, Rodethal — ;
Schw. Frankenhausen, ]\umbnrg, Ilachelbich, Sondershausen — ; Br.
Treseburg — ; j4n. Rcrnburg — ). Juni, Juli. — August.
Graugrün. Halme 1 — '6' hoch, überhängend, schärt'lich. Blätter schmal lincal, zuge-
spitzt, scharf. Bispe walzeururmig, Aehrchen sehr kurz gestielt, blasstiolet und »ciss-
scheckig, später gelblichweiss.
GMWMRBZMCHJE8.
ÖJeonomischeS, Art. 1. u. 2. werden vom Viehc und auch vom
fFildpret abgeüset.
99. BRIKA. XMWJEUGUAS,
lAVN. Gen. n.8-i.
Rispe. Aehrchen vielhlütig, dicht zweizeilig geschindelt.
Blüten fast wagerecht stehend. Aeussere Deckhlättchen hreit
eiförniiga hauchig aufgehlasen, ohen ahgerundet und unhe-
grannt. Geschl. Syst. IH. 2.
Ein- oder mehrjährige (A. 1.) Gräser mit flachen Blättern. Rispe
einfach oder ästig, Aehrchen an zarten Stielchen hängend. Geschlechts-
decke aus 2 Schuppen bestehend.
1. B* media* Mittleres Xittergras. Rispe aufrecht,
often, Aehrchen fast herz- eiförmig, RIalthäutchen sehr kurz und gestutzt.
LiNN. Sp. pl.l03. Chi. han. 628. Koch Syn. 11. 924. Schk. Handb.
Eragrostis. GRAüIlNEAE. 649
I. T.14. «EICHENE. Ic. f. 1665. Host Gram, austr. II. t. 29. Fl. dan.
t.258. Kiigl. bot. t. 340.
Aufwiesen und Triften, auf humushaltigein Boden, allgemein ver-
breitet. Juni bis August. — August, September.
Halme auf clivas krleclicudcr 'Wurzel meist eiuzelu. Blatlsciieiden selir lang, glalt, sel-
tener, wie ilie Blatter am Rande und gegen die Spitze, seharflicb. Rispenäste in Zweige
gesclilängclt , Aclirclicn nickend.
ÖleonomiscHeSm fVird von allem Vieh gern gefressen und ist
um so mehr ein schätzbares fViesengras , weil es die übrige Gräserei
nicht verdrängt.
30. £RAC}ROSTIS. X, IXB ES GHuAS.
Pall. d. Beauv. Agrost. 71. t. 14. 1. 11.
Rispe. Äbrcheii vielhlütlg, länglich und zusammengedrückt,
Blüten gegen die blei])ende Spindel bauchiff ^ zur Ileifzeit mit
dem äussern.. Deckblätlchenj unter Zurückbleiben des innern,
abfallend. Übrigens wie Poa. Geschl. Syst. III. 2.
Einjiibrige Gräser mit faseriger Wurzel. Blatter flacb, in der Knospen-
lage gerollt. Gescblecbtsdecke aus 2 Sebuppen bestehend.
"1. E. niegastacliya. Grossähriges Xtiebesgra*.
llispe steif, kurziistig, ollen; Aebrehen lineal- länglich, kurz gestielt,
1.5 — 20- blutig; äussere Deckblätteben stumpflieb, schwach ausgerandet
mit kurzer Stachelspitzc, 3-nervig; seitliche ]>erven stark vortretend.
Link Hort, bcrol. I. 187. Koch Syn. II. 924. Beichenb. Ic. f. 1662.
Eragrostis major Host Gram, austr. IV. t. 24. Poa megastachya Koel.
Gram. 181. Briza Eragrostis Linn. Sp. pl. 108.
Auf Äckern und an Ackerrändern, auf sandigem Boden, nur im süd-
lichen Thcilc des Gebiets mit der Saat eingeschleppt und kaum als ein-
gebürgert zu betrachten {Pr. W^esterhausen nach Blankeiiburg zu).
Halme 1 — 2' liocli, stark, liegend oder scLwacli ansteigend. Bialter l)is 3"' breit,
liulnisläudige länger als die Rispe, am Rande entfernt knorpelig gezälinclt. Rispenaste be-
haart oder kabl. Stiele der Aebrehen kürzer als diese breit sind. Bliilen atlasgrau glänzend.
'IS, E. iioaeoides. Mtispengrasartiges Xäiebesgras,
Rispe feinäslig, oflen ; Aebrehen länglich - lineal, mittellang gestielt,
8 — 16-blütig; äussere Deckblättchen stumpf, 3-nervig, seitliehe ]>er-
ven fein.
Pall. d. Beauv. Agrost. 71. Koch Syn. II. 924. Ueichenb. Ic. f. 1661.
Poa Eragrostis Linn. Sp. pl. 100. Host Gram, austr. II. t. 69.
Auf Aeckern und an Ackerrändern, auf sandigem Boden; nur im
südlichen Theil des Gebiets, mit der Saat eingeschleppt, intermittirend
und kaum als eingebürgert zu betrachten {Pr. Westerhausen, früher Mal
zwischen Schmon und Leimbach). Juni bis August. — Juli bis Sep-
tember.
Halme in Biiscbeln, 1 — '1' hoch, knieig ansteigend. Biälter lineal, gegen die Basis
nebst dem obern Theile der Scheiden behaart. Blatthäulohen der folgenden Art. Rispen-
äste ziemlich kurz , unlere am Ursprünge mit oder ohne Haare. Stiele der Aebrehen kürzer
*3. E. pilosa. Behaartes Xtiehesgras, Rispe fein-
nnd scblallasJig; Aebrehen schmal lineal, lang gestielt, 4— 12-bIütig;
äussere Deckblättcheii spitz, 3-nervig, seitliche IVerven fein.
Pall. d. Beauv. Agrost. 71. Koch Syn. IL 925. Reichenb. Ic. f. 1659.
Poa pilosa Linn. Sp. pl. 100. Host Gram, austr. IL t. 68.
]>ur Pr. Halle: auf sandigem feuchtem Boden, am Felsen zwischen
Giebichenstein und Trotlia der Papiermühle schräg gegenüber, durch
Zufall verbreitet und verwildert.
650 GRAHINEAG. Poa.
Ilaliiic büsclielig, 6 — 12" lang, knioig aiisteigcn.l. Dlälter schmal liiical , üiclicidcn
glalt, Blattli.iutclieii ein sckiiialer «im|ierig licli.iarlcr Raiul. Rispcoäslc fiellaeli icrzweigt,
imtete an ilirer Basis mit zaricn Haaren Ijesetit. Aeliii-Iien violet.
Ökonomisches, A. 1. ei(/net sich zu einer Zierpflanze der Gärten.
31. POA. HMSPM]¥GnJllS,
LiIMN. Gen. n. 83. Art. ausgosclil.
Rispe. Aelirclien 2-, häufiger mehrhlütig, eiförmig oder
länglieb. Deckblätter und äussere Deckblätlchen gekielt und
grauuenjos. Frucbtknote kabl. Blüten zur Reifzeit mit dem
zugebörigen Gliede ihrer Spindel abfallend. Gesebl. Syst. III. 2.
Kill- (A. I.) otlcr niehi'jäliiige (Arl. 2 — 8.) Gräser mit tlaclien in der
Knospeiilagc gefalzten niättern. Rispen ausgebreitet oder ziisanimcn-
gezogen, selten traulug. Aelirclien gestielt, l>is>vcilen sitzend. Ge-
sclileclitsdeclve aus 2 Schuppen liesteliend.
f. P. aiiniia. Einjähriges Mispengras, Rispe pyra-
midal, Aeste fast einseitwendig, gespreizt, iiacli dem Itlühen alnvärts
gerichtet, nehst den Decliblätlern glalt; Aelirchen länglich - eiförmig,
3 — 7-hlütig; Deckhlättcheii eirund- länglich, am Kiel und auf den Ner-
ven zarthaarig, seltener kahl; untere Blatthäutchen gestutzt, Halm schwach
zusammengedrückt.
LiNN. Sp. pl.99. Chi. han. 633. Koch Syn. II. 926. Rkichenb. Ic.
f. 1621. UosT Gram, austr. II. t.64. Fl. daii. t. 1686. Engl. hot. 1. 1141.
An \^''egen, Strassen und auf liultivirtem Lande, auf frischem oder
feuchtem humushaltigem Roden, truppweise oder rasenartig allgemein
verbreitet. April bis ]\oveml>er. — Ende Aprils bis in den Winter.
Halme und Blatter in 4 — 8" lioben liclitgrüncn Büscheln. Aebrchcn lockcrhliilig , weiss
grün. — Variirt mit stnni|iflichen und spitzlichen auch mit schmälern Bliiten , ferner, he-
sonders in hüherer Lage und der Sonne ausgesetzt, mit kurzem Halmen und Blättern , mehr
zusammengezogener Rls|>e und mit Ausnahme des weisslichcn iraums violet angelaufenen Blü-
ten (v. vaiiegala Chi. han. das. V. sujiina ScHRAO. Tl. germ. I. -289. ReicueNB. Ic.
f. 1622. Host das. IV. t. 27.).
9. P. alplna* Alpen. Mtispengras,
h. oollina. üas hügelständige. Rispe länglieh -eiförmig, Aeste
abstehend, nach dem Rlüheii zusammengezogen anliegend, schärflich
oder glatt; Aelirchen meistens 4 — .5-blütig, Dechblältehen eirund- lan-
zettlich, am Riel und den Randnerven zarthaarig -gewimpert oder kahl,
mit zwischenliegcndem Flaum oder ohne diesen; Wurzelblätter kurz,
Ilalmblätter langscheidig, Blatthäiitehen vorgezogen.
1*. alpina v. brevifolia Cht. hau. (531. P. alpiiia (f. brevlfolia und f.
Iiadensis Roch Syn. II. 928. P. collina Host Gram, austr. II. t. 66.
P. badensis Reicuenb. Fl. sax. 29. Ders. Ic. f. 1624 u. 1623 (P. cenisia).
o. bulbosM. Itus Knollige. Halme an der Basis zwiebelig verdickt;
Aehrchen häufig sprossend.
P. bulbosa LiNN. Sp. pl. 1Ü2. Chi. hau. das. Koch ilas. Reichknb.
f. 1619. Host das. t. (w. Engl. bot. t. 1071.
Auf Hügeln und an Felsen, auf sonnigem inageriu Kalb- oder Saud-
boden, im östlichen Gebietstheilc {Ulk. IVeiibraiideuburg bis Pr. Halle,
Merseburg), horstweise ziemlich häufig, gegen W^esten sich verlierend
{Un. zwischen Schnalsenburg und Eibholz im Lüiuiburgschcn , Osiiabrüeb
als westlichstes Yorlioiunien). Mai, Juni. — Juli, August.
Halme in Büscheln, von 4" his 1' hoch, gerade aufrecht, nehst den Blätlern schwach hlau-
lichgrün oder grasgrün. Wurzelhlälter l — 2" lang, ctivas steif, auf hcsserni Boden oder im
Schalten fast schlaft', schmal liueal, kurz gcspilzl oder sluuipilich ; Halmhialler mit langen Schei
den den Halm dicht umschliesscnd. Platte '/,— !" laug. Rispe grünlich micr violet angelaufen.
Poa. GRAmiNEAE. 651
De III er It. Poa bulliosa küinmt keineswegs immer mit knollig verdickter Basis «ler
Halme vor, und dann findet kein L'nterscliied lon der Form li. mebr Statt. Was man zur
Ciilersclieidnng angegeben liat, ist unerlieblicli und unbeständig , «ie letzteres namentlicli
aucb vom '^ erlialten des Blattbäntcljens gilt, wovon man sieb überzeugen kann, wenn man die
Bcsclireibungen uicbt naeb einzelnen getrockneten Exemplaren iiiacbeu, sondern die Data dazu
im Freien aufsuchen will. Die knollige Bildung der Halmbasis ist bier ebenso« obl «ie bei
mancben andern Urasarten , die in diesem Zustande vorkommen, eine abnorme Bildung, die
beim Vorbandenseyn einer natürlichen Anlage dazu, von der BodenbescbalVeuheit ausgebt. —
Die kräftiger, höher, breitblatlriger lind grosscrrispig gebildete Hauptform : V. alpina, kommt
erst im hölicrn Gebirge vor.
3. P. serotina. ^päthblütiges Rispengras. Hispe
eirund -länglich, aufrcclit, weitsclnveilig, 'nach dem Ulühen schwach ni-
ckend, Aeste abstehend, scblängelig und schäi-llich ; Aehrchen liinglich-
eiförmig, 3 — 5-bliitig; äussere Deckbiättchen eirund -länglich, stumpf,
5 -nervig, gegen die Basis an den IVerveii und am Rande zarthaarig mit
zwischengewebtem Flaum, selten ohne diesen; Blätter lineal , gespitzt,
Blatthäutcheu länglich und geschlitzt.
EhRH. Beitr. \I. 8-3. Calani. n. 82 («ie das gedruckte Zettel besagt zu Upsala
gesammelt). Chi. han. 632. ScuRAD. Fl. gerni. 1. 299. 1». pratensis Leers
Fl. herb. 28. t. 6. f. 4. P. fertilis Host Gram, austr. III. t. 14. Koch
Syn. II. 929. auch P. nemoralis y. rigidula Koch das. P. palustris IIoth
Tent. fl. germ. II. 1. 117. P. angustifolia IlElCHE^B. Ic. 1". 1645 — 1647.
b. effusa. Die Jlatterrispige. Rispe doppelt grösser, länger- und
schlallästig, Aehrchen 5- auch 6- blutig; Blätter breiter und lang über-
hängend.
Chi. han. das.
Auf Wiesen, an Bach-, Fluss- und Teichufern, auf nassem Boden,
auch in Sümpfen, häufig. Juni bis September. — August bis Octobcr.
Wnrzel schwache Stocksprossen und Blätterbüscbel treibend. Halme in lockern Büscheln
ly.^ — 3' hoch. Blätter 1 '/j — 2'" breit, nebst den Scheiden scharflich oder fast glatt,
letztere ohne ein oonstantcs Verhaltniss der Länge zu der der Platte. Blatthäutehen l'"
lang, rundlich, nur durch Zerschlilzung spitzig erscheinend. Rispe sehr ästig und viclabrig.
Aeste fein, Aesichen stets, oft auch jene, geschlängelt. Aehrchen locker, gelblicbgrün oder
violet überlaufen, Deckblätter lanzettlich, 3 -nervig, gegen die Spitze sägezäbnig - scharf.
Deckblättchen »tumpflich, äusseres gegen die Spitze ockergelb, inneres an der Spitze ge-
spalten. — Variirt mit knrzerästiger, gerader, etwas steifer, wenigeräbriger Rispe.
4. P. nemoralis. Main.Stisp engras, Rispe pyiamid:.!,
zugespitzt, weitschweifig, etwas einseitwendig und nickend, Aeste auf-
recht-abstehend, schlängelig und scharf; Aehrchen länglich, spilz, 2—4-
blütig, Blüten gesondert; äussere Deckbiättchen lineal - länglich , spitz,
schwach 5 -nervig, am Kiel und Rande zarthaarig; Blätter lineal, zuge-
spitzt, Blatthäutcheu ein kaum vortretender Rand.
LiNN. Sp. pl. 102. Chi. han. 633. Schrad. Fl. germ. I. 301. Leers
Fl. herb. 30. t. 5. f. 3. Reicuenb. Ic. f. 1640. Eurh. Calam. n. 5 (wie d.is ge-
druckte Zettel besagt zu Upsala gesammelt). HoST (»ram. aUStr. II. t. 71. Engl,
bot. t. I26.J (der rtlanze ><enig entsprechend und vielleicht zu P. serotiua gehörig). Fl.
dan. t. 749 ( t'orm mit zusammengezogener, kurzästiger, wenigblütiger Rispe). P. UO-
moralis a. vulgaiis Kocu Syn. II. 929.
b. glaucesceiis. Das bläuliche. Rispe aufrecht, Aehrchen 2 — 3-
blütig, eiförmig- länglich, etwas weniger behaart; Halme und Blätter
bläulich.
Chi. han. das. Poa glauca De Cand. Cat. pl. monsp. 51. Il- Iran?.
V. 273.
In Hainen und lichten Waldungen, zwischen Gebüsch und an Hecken,
auf humushaltigein schattigem Boden, b. an ofl'enen Stelleu auf magerm
Boden, an Mauern u. s.w., häufig. Juni bis August. — Juli bis Sept.
652 CRAiaiKEAE. Poa.
Wurzel schwache Stocksprossen treiliciid. Halme in lockern Büscheln, auch einzeln,
2 — a'/j' hoch, fein nnd schwach. Biälter '/., — V2'" •'fei'. "" Ualme V" hreil. Blalt-
hUulchen ein selir schmaler meist ganzraiuliger Saum. Untere Rispenaste die längsten, daher
pyramidale Form der Rispe. Aehrchen halb so hreit als an P. serotlna. Kein Flaum zwi-
schen den Blüten; Beckblätter slacheJspItzig zulaufend, Dcckhlättchen schmäler und länger
als an jenen. — Kommt auch mit fast horstenförmigen Wurzclhlättcrn TOr , und \ariirt mit
sehr zarter wenigästiger Rispe und 1 —2 - Mutigen Aehrchen (P. palustris Fl. dan. t. 750.
P. nemoralls suhnuiflora REICHENB. f. 1638. u. P. ueuioral. teuella i. 1639.).
Bt-merk.l. Zur Erörterung der Verwechselung von P. serotina u. P. nemoralis in neuern
Floren folgendes. SCMRADER hat beide Arten , ollkommen richtig dargestellt, Keuere un-
richtig. AVenn ScilRAUEK die ligula von P. serotina hrevis nennt, so ist dies, hesonders
auf die untern Blätter bezogen, eben noch nicht unrichtig, sobald man nicht übersehen will,
dass er die von P. nemoralis, im hinreichenden Gegensatz, „brevissima" bezeichnet. —
I.EERS t. VI. f. 4. ist zu P. serotina von ScriRADER u. mir richtig citirt (gegen E. MEYER).
Ich sammelte sie während meines '2 -jähr. Aufenthalts in »illenburg an dem von LEERS an-
gegebenen, nicht zu verfehlenden. Standorte (unter der neuen Brücke bei Herborn) und
schickte sie im J. 1806 mit meinem Supplementum florac herbornensis , l-lO von LEERS
nicht aufgeführte Pflanzen enthaltend, als Beitrag zur Fl. germ. an SCIIRADER (aufgeführt
ScilKAD. Fl. germ. I. Script, p. 47 , wo der IName unrichtig MAYER gedruckt ist).
Diese P. nemoralis ist nun ferner allerdings P. angustifolia I.IINN. Fl. suec. 27, als solche
führt sie EllRIlART noch in seinem „Verzeichnisse der um Lpsal wildwachsenden Pflanzen«
Beitr. V. 9. auf, ohne eine P. serotina aufzuführen, obgleich er in der Einleitung
sagt, dass er die von ihm dort entdeckten Pflanzen in das Verzcichniss aufgenommen habe.
Als er später sah, dass der LiNNEsche Charakter auf die Pflanze nicht passe, belegte er
sie mit dem IVamen P. serotina, und publicirtc sie unter diesem >amen Beitr. VI. 83, indem
er auf der Eticjuette hemerkte, dass die Pflanze zu Upsala gesammelt sey.
Hiernach dürfte das Sachverhältniss klar seyn.
Bcinerli. 2. I>ie nahe Verwandtschaft von P. serotina und P. nemoralis ist unver-
kennbar, ludessen habe ich nie Übergänge finden küu
Überganges der beiden sehr geschiedenen Formen der
eine zahllose Menge von Eieniplaren beider Arten zu cl
ich die Möglichkeit davon um so weniger in Abrede
Fl. v. Scbles. 427.) für einen sehr guten Beobachter
5. P. conipressa* Vlachhalntiges Mispengras,
Rispe länglich, Acste kurz und al.stehcud; Aehitlien eiförmig- länglich,
5_7. (selten 9-)l>lütig; äussere Dechblättchen am Kiel und Ilande weich-
haarig mit zwischengewehtem Flaum, oder fast liahl und ohne diesen;
Halm plattgedrücht, Itlallhäutchen kurz und gestutzt.
LiKN. Sp. pl.lOl. Chi. han. 634. Koch Sjn. 11.931. Reigüenb. Ic.
f. 1636. Host Gram, austr. II. t. 70. Fl. dan. t. 742. Engl. hot. t. 3(i5.
b. Langeana. nie Z.angesche. Halme höher; IVispe länger, schlaft
und sehr reiehblütig.
P. Langeana Kocu Syn. II. 932. Reichenb. Ic. f. 1657.
Auf Triften, an Wegrändern, Mauern und Felsen, auf trockenem
hartem Boden, allgemein verbreitet; b. hier und da. Juni, Juli. — Au-
gust, September.
Wurzel mit langen Stocksprossen kriechend. Halme 1' hoch, von beiden Seiten lu-
sammeugedrückt, nebst den Blättern graugrün. Rispe kurz und etwas gedrängt.
e. P. pratenisi»' Wiesen. Bispengras, Aehre eirund
oder eirund -länglich, Aeste abstehend, schärflich; Aehrchen länglich-
eiförmig, 3— 5 -Mutig; Deckblättchen am Kiel und Rande weichhaarig
gewimpert, mit zwischengewebtem Flaum; Halm und Blattscheiden glatt,
Biatthäutchen kurz und gestutzt; "Wurzel kriechend.
LiNN. Sp. pl.99. Chi. han. 631. Kocu Syn. II. 931. Reichenb. Ic.
f. 1650. Host Gram, austr. II. t. 61 («ispc und Aehrchen nicht naturgetreu, viel-
mehr P. trivialis darstellend). Engl. bot. t. 1073. Fl. dan. t. 1444 (P. trivialis).
ncn u
nd
nie
habe
ich
die Sp.
ir eines
ligula
wabrge
nomm
en.
ungcac
htet ich
Zweck
unter
suchte. Doch will
stell
en.
wei
1 ich
AV
IMMER
(vergl.
halte.
Pon. €nAmBI£A£. 653
b. anceps. Bas JlachTialmige. Halme zusammengedrückt, fast
zweikantig.
P. pratensis IV. aneeps Gaud. Fl. belv. I. 260. Chi. lian. das.
Koch das.
O. 8ubooerulea. Das bläuliche. Bläulicbgrün ; Halm niedriger,
fast l)is zur kurzästigen Kispe mit Biattscbeiden liedeckt, Blatter kurz.
P. pratensis v. cocrulcscens Chi. lian. das. P. subcoerulea Sm. in
Engl. bot. t. 1004. P. pratensis ß. latifolia Kocu das. P. buniilis EuRii.
Calam. n. 113. Beichenb. f. 1651.
d. angustifoHa. Das schmalblättrige. Halm und Bispe der
Hauptart; Halmblätter schmal, Wurzelblätter zusammengeroUt-borst-
licb.
Chi. ban. das. Roch das. Beichenb. f. 1648. P. angustifolia Link.
das. ScHK. Handb. I. t. 13. Leers Fl. herb. t. Tl. f. 3.
e. humilis. Das niedrige. Graugrün; Halme niedriger, Scheidru
nicht über die Mitte gehend, Blätter kurz, zusammengerollt borstlich,
Bispe kurzästig und zusammengezogen.
Chi. ban. das.
Auf Wiesen und Weiden, auf humosem frischem Boden, rasenbil-
dend allgemein verbreitet; b. und c. in Berggegenden meist auf sumpii-
gem Boden (häufig am Brocken); e. und auch wieder c. auf Sandboden
der Ebenen; d. an Mauern, auf Triften und Hügeln mit niagerm trocke-
nem Boden. Mai bis Juli. — Juli, August.
■Wurzel weit auslaufenilc Slocksprossen treibend. Haluic iler Haiiptart, b. u. i. 1 '/j —
2'/,' hoch, ton c. u. e. 6" hoch. Blatter der Haiiptform , b. und c. 1"' breit, grasgrün,
von d. n. e. kaum ^/^"' breit. Blatlhäutchen an allen Formen kurz und gestutzt. Aehrcben
weisslichgrün , lon c. und e. meistens violct überlaufen.
Bemerk. Koch a. a. O. giebt Poa cenisia All. Auct. 40. auf dem Brocken wach-
send an nnd schreibt ihr radicem stolonibus elongatis repentem zu, womit es in doppelter
Hinsicht zweifelhaft bleibt, welche Pflanze Kocil mit diesem >amcn bezeichnet habe. Die
wabre P. cenisia ALL. (P. cenisia HOST Gram, ausir. III. t. 16. ScilRAD. Fl. gcrm. I.
422) hat radicem fibrosam und ligulam uiiniuiam. — P. dislichopbjlla Gaud. Fl. helv. I.
250. aber (P. flciuosa HoST 1\ . t. 26.), die KoCH zu seiner P. cenisia cilirt, hat die
stark kriechende Wurzel von P. pratensis, unterscheidet sich aber von dieser durch die streng
2 -zeilige Stellung der Blatter und ligula elongala. Diese beiden: P. cenisia All. und
P. distichophylla Gaid. sind specifisch verschiedene Pflanzen, und wachsen beide am Brocken
nicht. Was KoCH dafür annahm, ist wohl eine Form von P. pratensis gewesen, wahrschein-
Jich unsere Spielart b. oder c.
'S, P. trivlalls. Scharfes Mispengra». Bispe pyra-
midal-eirund, Aeste abstehend, lang und scharf; Aehrcben breit eiför-
mig, meist 3- blutig; üeckblättchen am Kiel und Bande schwach behaart
oder kahl; Biattscbeiden gekielt, scharf, Blatlhäutchen verlängert und
spitz.
Li-NN. Sp. pl.99. Chi. ban. 632. Koch Syn. II. 930. Beichenb. Ic.
f. 1653—1655. Host Gram, austr. II. t. 62. Engl. bot. t. 1072.
Auf Triften, Wiesen, au Wegen und Feldrainen, allgemein verbrei-
tet. Juni bis September. — Juli bis October.
Wurzel faserig, bisweilen Ausläufer über der Erde treibend. Halme l'/j — <i' hoch.
Rispe meist doppelt so gross und weitschweifiger, mit 3 — 4 IVcbcnästen an den unfern
Aesten, wahrend jene selten mehr als 2 iVcbenSste zeigt. — Yariirt auf nassem Boden mit
gani glatten .Scheiden uud Rispen, und wird an Flussufern 4' hoch.
S. P. sudetica. Schlesisehe« JEtispengras. Bispe
länglich, Aeste abstehend, lang und scharf; Aehrcben eiförniig- länglieb,
3 — 5-blütig; Deckblättchen lineal-lanzettlich, am Kiel und Bande scharf;
Biattscbeiden zusammengedruckt- zweischneidig, Blatthäutchen länglich;
W^urzel kriechend.
654 GRAMIWEAE. Olyceria.
IlÄNCKK Ripscngel». 120. Clil.lian.C34. Kocii Syii. II. 930. Rkiciienb.
le. f. 1G57. 1658. Host Giam. austr. III. t. 13. 1». quailiipedalis Ehru.
Calniii. II. 135.
b. hybrida. Das schlajfhlütige. llispci.zwclgc länger iin.l schlaf-
fer; Deelsltlaltclieu an <ler Basis mit einzelnen Härchen biselzt.
l». smletica v. laxa Clil. han. das. 1». hyhriila Gaud. Agrost. I. 215.
Koch Syn. das. Keichenb. f. 1656.
In Berg- und Iliigelwaldungen , auf "V^^iescn und an Buchen, auf
ftuchteni huniosem Boden, durch das ganze Gebiet, mit Ausnahme des
nord-wcstliehcn Theils, horstweise ziemlich häufig. Juni, Juli. — Au-
gust, September.
Halme 4 — 6' hoch mit ntheiistehenden 2 -zeiligen Blattei triel.cn , .in der Basis ton
ahgeslorhenen, strohgelben Blättern nmgehen. Blatter lineal, '6'" breit, mit h.irzer, oft etwas
I;a].l.cnförmiger Spitze, Blattscheiilen his gegen die Mitte durch Aerwaehsniig der Räuder
geschlossen, scharf. Rispe oft 1' laug, hesonders an der S|>iclait b. , welche Isauin die
Auszeichnung als solche lerdieut, weitschweifig, im Schatten hellgrün, dem Sonnenbrände
ausgesetzt sch«ärzlich>iolet. — Varlirt mit fast glatten Dechhlätlehcn und glatten Scheiden.
GM ITMRBJjICHJES»
ÖTCOnOmiSCheS» ^rt. 7. u. 6. sin dvorziifjUche fJ'iesen- und Fiit-
terfiräser, letztere eitjnet sieh fjanz besonders zur Atdefjmuj von Ueher-
stnuumjswiescn (in Enf/land und der Lombardei macht sie den Ilaupt-
bestun'd der reichsten fVicsen aus). A.3. ist ein erfjiebitfes Gras, wel-
ches vom f'ieh besonders ijern gefressen wird. Sämmtliche übrifje ^rten
sind mittelmässige fVeid'egräser und verdienen keinen Anbau.
3». Glil^fERlA. »CMWA-nrnN.
R. Br. Prodr. £1. I>ov. IIoll. 179.
Rispe. Aeliicben 2- oder mehrbliUig, walzenformiff , iinhe-
graiint. Deckblättcheii mit geiuiuletem Rücken und abgerun-
deter Spitze. Lebrigens wie Poa. Geschl. Syst. lU. Z.
Mehrjährige wasserliebende Gräser mit flachen Blättein. llispe aus-
gebreitet mit schon an der Basis verzweigten Aesteu und zerbrechlicher
Spindel. Gcschlechtsdeche aus 2 fleischigen Schüppchen bestehend.
lo G. aqiiatica. Mohe Schwaden. Bispe umfangsrcich
mit vielfach verzweigten Aestcn; Aehrchcn länglieh, 5— 9-bliitig; Deck-
blättchen 7- nervig; Wurzel Kriechend.
Sm Engl. Fl. I. 116. Chi. han. 628. Bkichenb. Ic. f. 1614. G. specta-
bilis lilEUT. und Koch Deutschi. Fl. I. 586. Koch Syn. II. 932. Poa
amiatica Linn. Sp. pl. 98. HosT Gram, austr. II. 60. Fl. dan. t. 920.
Engl. bot. t. 1315.
An Fluss- und Teichufern, häufig. Juli, August.— September.
Halme {) — 8' hoch, steif, anfrecht, dich und rohrarlig. Scheiden geschlossen. Rispe
6_S" lang und fast eben so breit, nach allen Seiten gleichmässig ausgebreitet.
«. G,, fliiitan». Flutende Schwaden, Bispe schmal
länglich, fast einseitw endig, Aeste gespreizt, nach dem Blühen zusam-
meiVgezogen; Aehrchen anliegend, lineal , 6— 10-blütig; Deckblättchen
7-nervis;; Wurzel kriechend.
B. Br. Prodr. Fl. ISov. Holl. I. 179. Chi. han. 628. Kocu Syn. II.
932 Beichenb. Ic. f. 1615. Festuca fluitans Linn. Sp. pl. 111. Schk.
Ilandb. I. T. 15. Host Gram, austr. II. 77. Fl. dan. t. 237. Engl. bot.
t. 1520 (Poa fluitans).
All Gräben, Bächen, Teichen und Sümpfen, auf der W^isserflachc
flutend, sehr häufig. Mai bis Juli. — Juni bis September.
Halme 2' lang, aus liegender wurzelnder Basis ansteigend, bis zur Rispe lon gcsehlos-
*encn Blaltschcidcn umgeben. Blätter lineal. kurz gespitzt. Aeh.ehen hlassgriin, Deck-
Olyceria. GRAJUINEAE. 655
lilättclien )>rcit, ncissliäulig grraiulct. Kommt aiicb mit vcrkiirzlen Rispciiästen tor (v. stib-
spicala Chi. Lan. das.).
3. G. distans* Sperriger Schwaden, Rispe aus brei-
ter itasis zugespitzt, Acste gespreizt, zum Tlieii alnvärts gerichtet; Aehr-
clien länglich, 4 — 6-blütig; DeckMättehen eirund -länglich, schräg zuge-
stutzt, sclnvach 5-nervig, an tler Basis etwas flaumig oder ohne Flaum ;
Wurzel faserig oder schwache Stoeksprossen treibend.
"Wahlenb. Fl. ups. 36. Chi. han. 629. Roch Syn. II. 932. Reichenb.
Ic. f. 1609 u. 1610. Poa distans Lina. Maut. 32. Host Gram, austr. II.
63. Engl. bot. t.986.
b. niHritinia. Her seestrandständige. Rispe kurzästiger und mehr
oder weniger zusammengezogen, Aehrchen breiter, 4 — 8-blütig; Halme
und Rlätter dicker und saftiger; Wurzel meist Stocksprossen treibend.
Glycera maritima Mert. u. Koch Deutschi. Fl. I. 588. Chi. han. das.
Kocu das. 933. Reicuenb. f. 1612. Poa maritima Hcds. Fl. angl. 42.
Fl. dan. t. 2.51 u.t. 1626. Fngl. bot. 1. 1140. P. festucaeformis Ileynh. Rei-
cuenb. f. 1613. Koch das. 932. Host das. III. t. 17 (mit stocI;sprosscndcrWiirzcl).
Am Strande der Nord- und Ostsee und auf den Inseln, auch am Aus-
fluss der Ströme auf sandigem Roden, im Rinnenlande in der Nähe von
Salinen auf salzhaltigem Roden; auch in Dörfern und an Strassen auf
amnioniakhaltigem Roden; b. am Seestrande, auf fettem Schlammboden
(Schlick), beide Formen häufig.
lilaiilicligriin liis in graugrün. Halme beider Formen knieig ansteigend, 1—3' hocb,
an der Basis oft wurzelnd. ßUtter gestreckt, rinnig oder flach schärflich; Halme und
Blatter lon b. dicker, saftiger, letztere etwas starr, meist gegen die Spitze zu eingerollt,
Blaltscbeideu 3/4 ihrer LUnge ofl'cn. Rispe beider 6 — 8 — 10" lang, Aste scharf. Äussere
Deckblättchen bald stunipflich, bald spitzlich abgeschrägt, stets .5-nervig (wohl nur in Folge
eines Druckfehlers giebt sie E. METtER Fl. d. Trov. Preuss. 18. von P. distans im Gegen-
sätze der P. maritima sechsner» ig an).
Bemerk. Die Verbindung von 3 vermciutlichen Arten dieser Gattung ist ein Re-
sultat einer im J. 1842 wiederboltcn Bereisung des Unierlaufs der Ems und des Aordsce-
strandes, die vorzüglich der Cnlcrsuehung zweifelhafter Cjperaceen und Gr.nser gewidmet
war. In Ermangelung des Raums für eine ausführliche Auseinandersetzung der IVatur und
des Verhaltens der hier verbundenen Arten muss ich mich auf folgendes beschränken. P.
distans kommt anf bumosera Boden nicht seilen mit kurz sprossender Wurzel vor. An üppi-
gen Eiemplarcn bildet sich am innern Deckblatt die stets vorhandene Anlage zu einem Sei-
lennerv beiderseits des scheinbar einzelnen Mitlelncrvs zur Dreinerv igkeit aus. Wo P. ma-
ritima vom fetten Schlammboden auf balbsandigen übergebt, triflt man häufig Escmplare,
deren untere Rispenäste eben so stark wie bei P. distans abwärts gerichtet sind; die saftige
Dicke der Hulme und Blätter nimmt ab, während die Rispenäste noch kurz, dicklich und
die Xhrcben noch breit bleiben; wobei aber oft 1- nervige innere Deckblätter vorkommen.
Wo dieser Boden weiter vom Meere an Salzgehalt verliert, werden die Ährchen magerer
und schmäler, die Rispenäste langer und viel feiner, womit ihre Reizbarkeit zuzunehmen
scheint, und als Folge hiervon eine stärkere Neigung sieh abwärts zu richten eintritt. — Es
kommen auf weniger gutem Boden Exemplare der legitimen P. maritima ohne Stocksprossen
vor, deren Ausbildung stets durch den nabrungsreichen Schlickboden befördert wird, während
magerer Boden sie weniger oder gar nicht hervorlockt. — P. festucaeformis ist eine höhere,
langrispi^e und rcichblülige P. maritima, wie sie auch bei uns vorkommt. IVach Kocil
a.a.O. ist die radix fibrosa. HoST a.a.O. giebt ihr in der Abbildung und Beschrei-
bung eine radix repens. IVach beiden sind die rami panieulae erectopatuli ; an Scill-EICIIEK'-
schen, genau zustimmenden Exemplaren sind sämmtliche Äste so stark abw ärlsgerichtet , wie
sie je bei P. distans vorkommen. — Auch P. halopbila SciIIEDE (ad aijnas gradatas propc
Servola fl. tergestiuae lecta und Freunden mitgelheill) gehört als P. maritima radicc fibrosa hierher.
4. G. airoides« Schntielenartige Schwaden, Rispe
pyramidal. Äste gespreizt; Ährchen lineal, 2-, selten 1-bliitig; Dcck-
blättchcn 3-nervig; Wurzel kriechend.
656 CBAiniJKEAE. Sclerochloa.
Reicuenb. Fl. cxc. 45. Ic. f. 1608. Cbl. lian. 630. G. ai|uatic;« Rocii
Syii. II. 933. Aira aqiiatica Lixn. Sn. pl. 95. IIost Gram, austr. II.
t. 41. Engl. bot. t. 1557.
All Gräben, langsam liiesscntlcn Bächen und stclienticni ^^^•»sse^ , auf
sclilamniigcm Boden häufig. Juni, Juli. — ■ August, Se|ttL'iul»er.
AVurzcl kriechende Slocksprossen treibend. Ilaluie 1 — 2' liorli , aus liegender llasis
ansteigend, glatt. Blätter flaeli bis 3'" breit, stuni|iriieL , am Rande und Kiele sciiärflicb.
Uis|icn:istc glatt, Abrcben meist lioletsclieekig.
Benierl'i. Die Spielart miiltiflosculosa Clil. Iian. am Scliluss eines Reise -Journals
Jurcli die I.iineburger Heide ohne Standorf notirt, habe ich später nie wieder finden kön-
nen. Demnach kann die Vcrnuilhnng von E. MeyEK (Fl. d. Prov. Prcuss, 18.) richtig scjn,
dass es eine verkümmerte Form von G. distans gewesen sei.
ißTeonomiSCHeS» A.2. liefert unter dem Ntimen Mnnnnifras durch
den Samen eine sehr nahrhafte Grütze, die in Polen, Schlesien und dem
nördlichen Deutschland als polnischer oder frankfurter Schwaden in den
Handel kommt. A. 3. ist auf Salzboden eins der nahrunifsreichsten Ful-
terf/räser und wird daher in Ostfriesland unter dem Namen Queller vor-
züylich (/eschätzt (verjfl. meine Abhandl. über die Ostfries. Inseln im
JUannöv. lUai/. 1824. S. 15T.). Sämmtliche Arten werden vom f'ieh fjern
(fe fressen, A. 1. aber nur im junt/en Zustande , dayetfen eiynet sich diese
Art zur Streu.
33. SeiiEROCHIiOA. UAHTGMjAIS.
Tali.. d. Beauv. Agrost. 9S.
liispe älirenformig, 2-zeilig. Aehrchea 5 -blutig, plattge-
drückt, unhegrannt; ücckblältelicn zusamuicngcilrüclit-gekiclt^
siuinpf und knorpelig. Goselil. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit flaeheii Blättern. Ähre einseit'weiidig, Spin-
del zähe. Geschleehtsdcclic aus fleischigen oben gezähnclten oder ge-
spaltenen Schüppchen.
'1. $i. dura. Gemeines läartgras, lUspe länglich- eirund,
flach und stumpf, aus kurzen, nach unten etwas gestielten Aehrcn mit
5- blutigen Aehrchen zusammengesetzt; Wurzel faserig.
1»ALL. D. Beauv. Agrost. 98. Chi. hau. 624. Beichenb. Ic. f. 1516.
Poa dura Scop. Fl. carn. I. 70. Kocu Syn. II. 925. Host Gram, austr.
II. t. 73. Cynosurus durii& Link. Sp. pl. 105.
Auf Triften, an Waldrändern, auf trockenem sandigem Lehmboden,
im südlichen Theile des Gebiets, die IVordgrenze der Gesammtverbrei-
tung erreichend, truppweise hier und da (Pr. Flor von Halle ziemlich
liäulig. Auleben, (Quedlinburg im Stcinholzc als nördlichstes Yorhom-
men). Mai, Juni. — August, September.
Halme in DIehrzahl aus huscheliger Wurzel , 4 — 6" lang, nicderliegend , plattgcdriickt,
glatt. Itliitter lineal, schwach rinnig, stumpf mit kurzer eluas lappenformigcr Spitze , Blalt-
scheiden geschlossen, anl' dem Rücken gekielt. Spindel der Rispe zusammengedrückt, ge-
schlängelt, starr. Deckblätlchcn 7 -nervig, weisshäutig bcrandet.
34. eifJVOSURlJIS. MjAMMGRJLS.
lATsy. Gen. n. 87.
Aehrc^ 2-zeilig, einseitig. Aehrchen zu 2 nehen einander:
eins 3 — 5-l)lütig mit Zvvitlerhlüten und zugespitzteUi gekielten
Deckblättern; anderes geschlechtslos ohne innere Deckblält-
chen. Geschl. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit faseriger Wurzel und flachen Blättern. Ähre
einfach, gedrängt. Deckblüttchen der geschlechtslosen Blüten von ein-
Koeleria. «BAIOINEAE. 657
ander entfernt, doppelt kammfürmig gestellt. Gescblechtsdecke aus 2
Schuppen bestehend.
f. ۥ cristatiis* Gemeines Kammgras, Aehre steif
aufrecht, lineal; äussere Deckhliittchen der Zwitterblüte stachelspitzig.
LiNN. Sp. pl.l05. Chi. han. (524. Koch Syn. II. 934. Schk. Handb.
I. T. 15. Reichenb. Ic. f. 1351. 1352. Host Gram, austr. II. t. 96. Fl.
dan. t.238. Engl. bot. t. 316.
Aufwiesen, auf frischem humusbaltigem Boden, allgemein verbreitet.
Mai, Juni. — Juli, August.
AVurzcI gering. Halme 1 '/j — -' hoch. Aelirc zur Reifzeit gclbliclibraun. Staiili-
beulel tiolct.
iPJeonOmiSCheSt ist tmerfjicbif/ , wird indessen von den Schafen
gern (jef'ressen, i<on den liühen aber nicht abgeweidet.
35. KOEIiERIA. KÖIiMUim.
PERS. Sjn. I. 97.
Rispe ährenförmig. Ährchen 2- oder mehrblütig , seitlich
zusammengedrückt. Blüten sämmtlich Zwitter. Deckblätter
zusammengedrückt -kielig. Äusseres Deckblättchen an der
Spitze nnffctheilt oder gespalten, staehelspitzig oder mit einer
geraden Granne. Geschl. Syst. III. 2.
Mehrjährige, aufrechte Gräser mit meistens flachen Blättern und zu-
sammengezogener dichtblütiger Rispe. Schuppen der Gescblechtsdecke
an der Spitze 2— 3 -spaltig.
1. HL. cristata. Gemeine Kölerie» Rispe lappig, gegen
die Basis unterbrochen, Aehrchen 2 — 4-blütig, Blätter flach, Blatthäut-
chen kurz.
Pers. Svn. 1.97. Chi. han. 625. Koch Syn. 11.912. Sturm Dcutschl.
Fl. H. 85. 'Reichenb. Ic. f. 1668 — 1670. R. pyr.imidata ders. Fl. sax. 34.
Ic. f. 1670 b. Poa cristata Link. Syst. nat. 11. 94. Hosx Gram, austr.
II. 75. Aira cristata Linn. Sp. pl. 94.
b. glauca. Die meergrüne. Bläulichgrün; Rispe schmäler; Blätter
steifer..
Chi. han. das. R. glauca Koch das. Reichenb. f. 1672. Fl. dan.
t. 1566 (Aira glauca).
Auf Triften, schlechten Wiesen und in Heiden, auf trockenem san-
digem Boden, horstweise oder einzeln häufig; b. vorzüglich auf dürrem
Boden und am Küstensaume. Mai bis Juli. — Juli, August.
Halme '/j — 1'/.,' boeh. BläUcr l>iiscbellg, kurz, flach oder besonders an b. rinnig.
Rispe Lellgrün, gelb, von b. bläulieb. Läufig belhiolet angelaufen. — Eine 6" bebe, sehr
sebmalrispigc Form ist K. cristata v. alpestris Chi. ban. , welcbe ElIRHART auf ilen Gebirgs-
böben iles Harzes unter «lern Namen Aira subspicata sammelte.
36. »ACTYIiIl§». KWÄUXJDGn^S.
LlTSy. Gen. n. 86.
Rispe lappig -geknäuelt, halb einseitwendig. Aehrchen viel-
blütiff, an der inneru Seite concav.^ Deckblätter imd äussere
Deekblättchen zusammengedrückt-kielig, letztere in eine kurze
Granne zulaufend. Kornfrucht frei. Geschl. Syst. III. 2.
Mehrjährige Gräser mit flachen, vor der Entwickelung gefalzten Blät-
tern. Aehrchen kurz gestielt, büschelig gehäuft, fast 2- zeilig.
1. D. gloiiierata. Gemeines Knäuelgras» Rispe auf-
recht, kurzästig, Blütcnknäuel rundlich; äusseres Deckblättchen 5-nervig.
Linn. Sp. pl. 105. Chi. han. 625. Koch Syn. II. 934. Schk. Handb.
658 GRAJÜUVEAE. Festuca.
1. T.14. Stürm Deutschi. Fl. H.6. Reicuekb. Ic. f. 1523. Host Gram,
austr. II. t.94. Fl. «lan. t. 743. Engl. bot. t. 33.5.
Auf Wiesen, au Felthaineu und Wegen, ohne Auswahl des Bodens,
allgemein verbreitet. Mai bis September. — Juli, August.
Wuriel faserig. H.ilmc 1 '^ — 4' hoch, knieig ansteigcnH. Rispe 3" lang, iiiiteic
Aesle abgerückt, Blüteiikiiäiicl wcisslicligrün, bisweilen ^lolet überlaufen.
GJE WJERBZICMES,
ÖJConomiScheS» Jung ein f/ntes tnid sehr reichliches Futtertp-as
der rViesen, welches cultivirt eine 3-malitje Schur gestattet. Später
rvird es hart und eignet sich dann nur zu Pf'erdefulter.
39. FESTUCA. SCMEWENGMJL.
LiNN. Gen. n. SS-
Rispe, seltener Traulie. Aehrchen länglich oder länglich-
lineal; vielhlütig. Deckblätter und äussere üeckhlättclien aut
dem Rücken gewölbt oder schwach gekielt, letztere in eine
ganze, 2- oder 3 -zähnige, unbegrannfe oder hegrannte Spitze
zulaufend. Kornfrueht mit den Ueckblätlchen verwachsend.
Gcschl. Syst. IIJ. 2.
Ein- (A. 1.) oder mehrjährige (Art. 2 — 8.) Gräser mit zusammengc-
roUt-borstlicheu oder llaclien Blättern. Rispen weitsclmeilig, traubig
zusammengezogen, selten fast ährenförmig. Aehrchen gestielt, selten
sitzend. Geschlechtsdecke aus 2 an der Spitze gespaltenen Schuppen
bestehend.
I Wurzclblättcr oder alle z u sam m e nge ro 1 1 t-b o rs 1 1 i cL. B 1 a t tLä iitc lien
•2 -lappig.
fl. F. JVIyiirus. jniius es chwana- Schwingel» Rispe
ährenartig zusammengezogen und einseitvvendig , schwach gelirümmt,
Aehrchen 5 — 7 -blutig; äussere Deckblättchen lanzettlich, pfriemlich zu-
gespitzt und in eine sehr lange Granne ausgehend; alle Blätter zusam-
mengerollt-borstlich; Wurzel faserig.
LiNN. Sp. pl. 109. Chi. hau. 619. Koch Syn. II. 937. Host Gram,
austr. II. t. 93. Engl. bot. t. 1412. Vulpia Myurus Gmel. Fl. bad. I. 8.
V. Pseudo- Myurus Soyer Willem. Observ. 132. Reicuekb. Ic. f. 1525.
Mygalurus caudatus LmK Enum. hört, berol. I. 92.
"b. bromoides. Der trespenartige. Rispe kürzer, gerade, weniger
zusammengezogen und untere Aeste länger.
F. bromoides Linn. das. 110. Chi. hau. G18. Koch Syn. das. Fl.
dan. t. 1445. Engl. bot. t. 1411. Vulpia bromoides Link Hort, berol.
I. 147. Reichenk. f. 1529.
Auf Triften, Heiden, au grasigen Hügeln, auf magerm sandigem oder
felsigem Boden, l>leinhorst- oder truppweise ziemlich häufig. Mai,
Juni. — Juli, August.
Halme 6" l'/j' bocb, knicig ansteigend, dünn aber steif, bei beiden Formen, deren
Arfenkennzcicbcn ungenügend und inconstant sind, bald hübcr bald minder bocb von den
langen Blaltscbeiden eingescblosscn. Blattplaltc meist kürzer als die Scbeide, Blalthäutchen
knrz, kaum dentlicb '2 -lappig. Rispe die Hälfte oder ein Drittel der Gesammtlünge ein-
nehmend. Acbrclien scbr scbmal , Granne gestreckt, haarfein auslaufend, 4 — S I>Ial so
lang als ihr Deckblallcben. Blüten einmännig.
Ä. F. OVilia. Schaf ' Schwingel, Rispe abwechselnd 2-
zcilig, üö'en, nach dem Blühen zusammengezogen, Aehrchen 4 — 8-blü-
tig; äussere Dechblättchen lanzettlich, kurz begrannt; alle Blätter zu-
sammengerollt-borstlich; Wurzel faserig.
Linn. Sp. pl. 108. Fl. SUCC. 30 (nach Ausweise von EHRIIART zu LiNNE's Zeit
Festuca. GRAmiNEAE. 659
in Upsala eingelegter Exemplare). Chi. Iian. 619. RoCH Syn. II. 937. ReICUENB.
Ic. f. 153(). Host Gram, austr. II. t. 84. Engl. bot. t.5S5.
1>.I>. glauce§cen8. Her bläuliche. Illäullcligrüii; ßlütter steifer.
Clil. ban. das. F. canesccns Reichenb. f. 1541. F. caesia Engl. bot.
t. 1917.
c. c. mutioa. Her unbegrannte. Aebreben unbcgrannt; Deck-
]>lättcben stuni]>t'lieb.
Cbl. ban. das. F. tenuifolia Sibth. Fl. oxon. n. 138. Schrad. Fl.
germ. I. 318. IIeichenb. f. 1532.
b. major. Her grössere. Huhne höher; Halmblütter rinnig oder
fast llaili; Uispe und Aebreben grösser.
Cbl. ban. 620. F. ovina Schrad. das. 319. F. ovina f. dnriuscula
Koch das. 9-38. F. duriuscula Linn. das. Sm. Fl. brit. I. 115. Rei-
chenb. f. 1538. Engl. bot. t. 470. Host das. t. 83. F. strieta Host
t. 86. F. birsuta Host t. 85 (behaarte Form). F. dura Host t. 87 (kleinere
Leliaarte Form).
li.b. glauca. Her blaugriine. RIaugrün, Blätter steifer; Aebr-
eben nach dem Yerblüben strohgelb.
Cbl. ban. das. F. glauea Lam. Encyel. metb. bot. II. 4.59. Schrad.
das. 322. Reichenb. f. 1542. F. palleiis Host t. 88. und F. panno-
niea IV. t. 62. Reichenb. f. 1.544. u. f. 1540. F. valesiaca Gaud. Fl.
belv. I. 285. Reichenb. f. 1547. F. guestphalica Reichenb. f. 1543.
c.c. mutioa. Der unbegrannte. Aebreben unbegrannt, Deck-
hlättcbcn stumpflieb.
F. ovina 7. anictbystina Roch das. A. amethystina Host II. t. 89.
Reichenb. f. 1536. Schrad. das. 321.
c. heterophylla. Der verschiedenblättrige. Halme höher, Halm-
blätter llaeh, doppelt so breit als die "V^'^urzelblätter ; Rispe schlaff.
F. dnriuseiila Schrad. das. 328. F. heterophylla Lam. Fl. frane. Ed. 1.
II. 600. Haenck. in Jaco. Coli. II. 93. Roch das. 939. Host das.
III. t. 18. Yaill. Bot. paris. t. 18. f. 6. F. ueinorum Leys. Hall, naturf.
Gesellscb. I. 368. F. rubra v. sylvatica Chi. ban. 621.
Auf Weiden, Triften und Heiden, auf magcrm oder sandigem trocke-
nem Boden, borstweise und rasenartig allgemein verbreitet; b. weniger
häufig, gern in Steinbrüchen und an Waldrändern, c. in lockern Hor-
sten in liebten Hainen; die bläulichen Formen der Hauptart und b. an
Kalkbügelu, Felsen und im Ries au Flussufern. Mai, Juni. — Juli,
August.
Wurzel aus zalillosen, «lurcli einander gesclilängelfcn , Laarförmigen Fasern hestcbend.
Halme aus gebogener IJasis zu dicbten ßiiscbeln emporsteigend, spannelang. Blätter fein
liorstcnföriiiig, '/s — Vi *" '""S "'* *''*' Ualme, «eich, gerade oder beugig, auf troekrncn
Hügeln kürzer, bärilich und oft fast einseitig gekrümmt. Rispe kurzästig und sclimal.
Aebreben kabl , oder gegen die Spitze der Deekblättcben , seltener ganz kurz bebaarl. Die
Spielart b. 1—1'/./ buch, Halmblälter kaum breiter als die AVurzelbliitler , Rispe aufrecbl,
öfterer )>ebaart als ganz kabl. — Die Wurzel treibt, meinen erneuerten Beobacbtungen nacb,
auf steinigem Rüden allerdings seitlich abweichende schwache, f a d e n f ü r m i g e , 1 — "Z"
lange Sprossen, die sich alsbald wieder, BUtlerbüsehel und Halme tragend, nach oben
«enden und daher leicht im dicken AVurzelbüschel verstecken, aber bestimmt sich wahrneh-
men lassen, wenn man solchen auseinander zupft. Ries, so wie später erhaltene vollständige
englische Ejcmplare erweisen, dass F. diniuseula Engl. bot. t. 470. dennoch hierher und
nicht zu F. rubra gehört. — Die Spielart c. lässt dasselbe Verhalten des AVurzclwachs-
thums wahrnehmen, wenn der bnmosc Waldboden, auf welchen sie meistens TOrkommt , mit
Stein gemengt ist. Halme bis 'i'/j' hoch, Halmblätter bis V" breit.
3. F. rubra* Mother Schwingel. Rispe abwechselnd
2 -zeilig, offen, straff, nacb dem Rlüben zusammengezogen, Aebreben
4 — 5 -blutig; äussere Deckblättchcu laug -lanzettlich in eine kurze steife
42»
660 GRAüniNEAE. Festuoa.
Granne zugnspitzt; WiirzelMättcr zusainniengerollt-horstlicli, Ilalnihlät-
tcr flach oder rinnig; V'^'^iirzel kriecliend.
LiNN. Sp. pl. lOy. Chi. hau. 621. Koch Syn. II. 939. Reicuenb. Ic.
1. 1557. Host Gram, auslr. II. t. 82. Engl. hol. t. 2056 (AehrcLen ci«as
k«r.haarig).
b. latifolia. JDer breitblättrige. Halm beträchtlich höher, Blät-
ter weich, Halmhlälter breiter; llispe verlängert, Aehrchen meist 6-
bliitig.
Chi. han. das. F. rubra ß Schrad. Fl. germ. I. 33Ü. F. nemorum
Reichenb. Fl. sax. 36. Ic. f. 1558.
c. villosa. Der iveichhaarige. Halm mittelhoch oder niedrig,
Halmblätter meist eingerollt, Aehrchen weich behaart.
Chi. han. das. F. arenaria Osbeck in Retz. Suppl. fl. scand. I. 4.
d. Htoralis. Der strandständiye. Halme mittelhoch oder niedrig,
nebst den eingerollten Blättern blaulieh, später strohgelb; Rispe schmal
und steif.
Chi. han. das. F. dunietorum Fr. Summ. veg. Scand. 246 (ol> nucli
LlNN. ist srluverlicli 7.11 ciilscliciden). F. glauca Fl. dan. t. 1628.
Aul" Triften, schlechten Wiesen und Heiden, auf magerm tronhenem
meistens sandigem Boden, horstweise häufig; b. meistens an Waldrän-
dern, auch in lichten Waldungen auf etwas hiimushaltigem Boden; c.
besonders am Meeresstrande auf Sandboden ; d. am L'ntcrlauf der Ströme
so weit die Flut geht, am Meeresstrande und auf den Inseln. Juni bis
August. — August, September.
Von «Icn Spielarten li. um! c. der votbergelienden Art nur zu untersclicldeii durch die
wiiklieli kriechende Wurzel, deren Stocksprossen so dick als die Ilalmbasis sind, durch
mehr gradstreckigc fast et>vas siechende Blätter, die straffere meist sleiCc Rispe und längere
Bliitendeckhlättchen. — Die Spielart b. , in ihrer ganzen Bildung der Spielart c. von F.
ovioa analog, 3 — 3'/.^' hoch, die Halmhlätter his 2'" lireit, die Rispe aber gestreckt (nicht
schlaff und nickend) wenn auch gegen die Spitze wohl etwas beugig. — J>ie Spielarten
c. und d. von 4" bis 1' hoch, letztere durclf Gesamnitansehen und Färbung ausgezeichnet.
ff Blätter flach. Bl a t thä u t eben gestutzt oder länglich, nicht 'i-lappig.
4. F. elatior. Moher Schwingel, Rispe einseitig, we-
nigästig. Aeste 3 — 4-ährig mit hürzern 1 — 2 - ährigen IMebenästen, Aehr-
chen länglich - lineal , 5 — 10 - blutig ; äussere Decliblättchen länglich,
stumpflich oder spitz, grannenlos oder an der Spitze kurz begrannt;
Blätter lanzettförmig -lineal.
LlNN. Fl. suec. 32 (nach Ausweise von EllRHART zu LiNNEs Zeit in Lpsala ein-
gelegter Exemplare). Chi. han. 62:2. RocH Syn. II. 943. Host Gram, austr.
II. t. 79. F. pratensis Huds. Fl. angl. Ed. I. 37. Reicuexb. Ic. f. 1565.
Fl. dan. t. 13-23. Engl. bot. t. 1592.
b. loliacea. Der lolchartige. Aehrchen 2 -zeilig an einlacher
Spindel, untere gestielt, obere sitzend.
F. loliacea Huds. Fl. angl. Ed. I. 38. Chi. han. 623. Koch Syn. II.
943. Reichenb. Ic. f. 1566. Engl. bot. t. 1821.
Aufwiesen, auf humosem oder nassem Boden, häufig; b. mit der
Hauptart, nicht häufig und nicht beständig. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Wurzel faserig, bald ohne bald mit Stocksprossen. Halme 2 — 3' hoch, nebst den
Blättern glatt. Blatthäutchen sehr kurz, gestutzt auch wohl ausgerandct. Rispe 6 — 8"
elatior vorkommende ährige Form
ästige Form (v. ramosa), wodurch
en Arten als Aarietälen auf, weil
ittchen nud bin- und hergebogene
lang, scharf. A.
■brchen w
eissli
chgrüu.
oft lila angelaufe.
Bemerk.
In der
Chio
ris führte ich die von F.
(v. subspieata) so
wohl, als
die
vou F. lo
liacea angelrollenc
beide Arten in eine zusani
menfl
liessen, i
inter den benannt
mir F. loliacea v.
ramosa
durch
slun.pfli
che Bli.tendeckblä
Festuca. GRAmiMEAE. 661
Spindel nocli einen geringen UnlerscliieJ von F. elatior v. suhsjiicata ilaitiiliieten scLicn. lui
J. 18-38 traf ich zwischen Osnahrücfc iiiid xOlJendorf die entschiedensten Übergänge beider
vermeintlichen Arten in niannichl'achen Abstufungen, so dass kein Zweifel über ihr Verwandt
■ schaftsverhaltniss mehr Statt finden kann. Eine ßastardbildung zwischen F. elatior und Lo-
lium perenne anzunehmen, ist meiner Ansicht nach gar kein Grund vothauden. Wahre Ver-
wandtschaft mit Lolium findet nicht Statt, die Ähnlichkeil liegt nur im Habituellen, wäh-
rend die wesentliche Bildung mit F. datier übereinkommt. Auch habe ich jene Meinung
durch das Consortium nicht bestätigt gefunden. Das Taubblei!>eu der Blüten auf nassem
Boden tritt auch bei F. elatior und F. arundinacea nicht selten ein.
5* F. arundinacea* Mohrartiger Schwingel» Rispe
weitschweifig, nickend. Aeste spater überhangend, Aelirchen länglich,
4 — 3 -blutig; äussere Deckblättchen lanzettlich, an der Spitze kurz l»e-
grannt oder grannenlos; Blätter lanzettförmig -lineal.
ScHREB. Spio. fl. lips. 57. Chi. han. 622. Koch Syn. II. 943. IIei-
CHENB. Ic. f. 1568. F. elatior Sm. Fl. hrit. I. 124. Engl. bot. t. 1593.
Bromus litoreus Retz. Fl. scand. 140. Host Gram, austr. I. t. 8.
An Teich- und Flussufern, zwischen Gebüsch, auch an Gräben, auf
nassem oder schlammigem Boden, häufig. Juni, Juli. — August, Sept.
Fast doppelt so hoch, stark, und breit in Blättern als die vorhergehende Art. Rispe
oft 1' lang. Aehrchen dagegen fast kürzer und breiler, der eiförmigen Gestalt sich nähernd. —
Beide Tflanzen stehen sich so nahe, dass fortgesetzte Beobachtungen darüber wünschensweriL
werden, ob nicht lelztcrc nur eine grossere Spielart der erstem sey.
6. F. borealii«. Nördlicher Schwingel» Rispe weit-
schweifig, vielästig, später nickend, Aehrchen länglich, 4 — 5-blütig;
äussere Deckblätt('heii 5 -nervig, mit 3- zähnig geschlitzter Spitze und
einem kurzen die Basis umgebenden Haarbüschel.
Mert. u. Roch Deutscbl. Fl. I. 664. Rocu Syn. II. 942. F. arundi-
nacea LiLjEBL. Svensk 11. 11.47. Svensk bot. t. 370. Arundo festucacea
WiLLD. En. bort, berol I. 126. Schedonorus arundinaceus Rom. et Schult.
Syst. veg. II. 7(X). F. donacina Wahlenb. Fl. suec. T. 64. Scolochloa
festucacea Lk. Reicuenb. Fl. exe. 42. Ic. f. 1573. Donax borealis Trin.
Fund. 156. GKceria arundinacea Fr. Nov. Mant. II. 8.
In Flüssen und Seen, Ins jetzt nur Hl. bei der Stcinschleuse am
Eiderkanal bei Friedrichsort. Juni, Juli. — August, September.
Gesammlanschen der F. arundinacea; nur die Aehrchen kleiner. Wurzel kriechend.
Halme h — 6' hoch, gegen die Basis mit (juirlformigen fiederästigen Wurzelfascrn au den
Gelenkknoten. Blätter steif, 4 — 5"' breit, am Rande scharf, Blatthäutchcn vorgezogen»
länglich, am Rande zerschlitzt. Rispe '■^|^ — 1' lang, locker. Aehrchen an der obern Hälfte
der Aeste und kurzer rSebenäste etwas entfernt stehend. Beckblätter fein zugespitzt, fast
so lang als die untern Deckblättchen (aber nicht so lang als das Aehrchen, wie FRIES will).
Spitze der äussern Deckblättchen unregelmässig 3- auch 4-zähnig, der inneren 2- zähnig.
Härchen der Basis sehr kurz.
Bemerk. I>>e Deekblältchenbildung weicht nur dadurch unbedeutend von jener der
vorhergehenden Art ab, dass die beiden seitlichen der 3 Hauptnerven etwas höher hinauf-
laufeu, indem sie in die beiden Zähnchen der wie an jener gespaltenen Spitze treten, deren
dritten mittlem Zahn der vortretende Sliltelnerv bildet. Wenn die unbegrannlc Form der
F. arundinacea anfängt eine kurze Granne zu treiben, so erscheinen deren Deckblättchen eben-
falls 3-zähuig. Die Trennung in eine besondere Gattung scheint daher um so weniger
motivirt, da beide der gesanimteu Bildung nach einander so nahe stehen, dass man sie auf den
ersten Blick kaum unterscheidet. — FR. Summ. veg. 247 ist anderer Meinung, indem er
unsere rflanzc mit dem 7fen Gattungsnamen „Fluminia« beschenkt, und 7 Puncle hinzufügt,
wodurch sich diese Gattung von Fesluca unicrscheldet.
S*. F. gigantea» B.iesenSchwingel» Rispe vyeitschweifig,
nickend, Aeste später überhängend, Aehrchen schmal länglich, meist 5-
(3 — 8) blutig; äussere Deckblättchen an der Spitze begrannt, Grannen
doppelt länger als diese, geschlängelt; Blätter breit lineal.
662 GRAMINEAE. Brachypodinni.
ViLL. lIJst. d. pl. d. Danpli. II. 110. Koch Syn. II 942. Engl. bot.
t. 1820. Bromus gigantcus Li\n. Sp. pl.ll4. Chi. lian. 617. Reichenh.
Ic. f. 1G02. Host Gram, aiistr. I. t. 6. Fl. daii. t. 1630.
b. triflora. Her dreiblütige. iMcdriger; Blätter sclimäler; Rispe
liüizci'ästig, Aelirchen meistens 3-J»lütig.
Chl.han.das. Koch das. B. tiifloiiis Linn. das. 115. Engl. bot. 1. 1918.
In Wäldern, Hainen nnd z>\ischen (rcbüsch, auf schattigem huniosem
Boden, häufig; b. daselbst an schattigen Stellen. Juni bis August. —
August, September.
Wurzel faserig, hisweilcn Stoeksprosscn (reil>eiul. Halme 3 — ö' liocli. Blädcr liis
V2" Lreit, hell grasgrün. llispe vielasllg, 6 — 8" lang.
S. F. isylvatica. JFaldSchivingel» Rispe weitschweifig,
aufrecht, nach dem Blühen schwach nicliend, Aeste fadenförmig gespreizt-
vielästig, Aehrchen länglich, meist 3 — 4- (2 — 5-) blutig; äussere üech-
blättchen unbegrannt, schmal lanzettlich, zugespitzt 5-nervig mit 3 stär-
l;ern Nerven; Blätter breit lincal.
YiLL. Bist. d. pl. d. Dauph. II. 105. Chi. han. 623. Kocu Syn. II.
941. Reichenb. Ic. f. 1562. F. calamaria Sm. Fl. brit. I. 121. Host
Gram, austr. IV. t. 60. Poa trinervata Schrad. Spie. 3. Fl. dan. t. 1145.
Engl. bot. t. 1005. Wenn die AViirzel stärkere Sfoel.sprossen treibt: F. drymeia
Mert. u. Koch Deutschi. Fl. I. 670. Roch das. 942. Chi. han. das. F.
sylvatica Host das. II. t. 78.
In Bergwaldungen und Hainen, auf schattigem humosem tiefgründi-
gem Boden, in der IVähe von Felsen oder Gestein, im mittlem Gcbiets-
theile, kleintruppweise oder einzeln ziemlieh häufig, gegen ]>orden und
Süden abnehmend. Juni, Juli. — August, September.
W^arzel scliwaeli oder stark Sfocksprossen treibend. Halme scliwacli, 3 — 4' liocli.
Blätter 4 — .'}'" breit, anfänglieli stralT, später sclilaff. grasgrün, oft mit blänlitbem Diifl.
Kispc 5 — G" k"igj bald niclir bald weniger vielästig. Aesle und Aestcben fast haarfein.
Aehrchen hellgrasgrün.
Bcmcrl». Uie schon Chi. 624. erörterte Meinung, dass F. dr\mei.i nicht spcci-
fisch von F. sylvatica verschieden scy , indem auch diese unter Umständen Stocksprossen trei-
be, ist dnrch fortgesetzte Beobachtungen beslätigl worden. Aneb DüLL Bbein. Fl. 79.
fand die Wurzel der F. sylvatica mit ganz kurzen, den Rasen vergrässernden Ausläufern.
GM n^MR»Z.ICnM8.
ÖTConontiSCheS» A.2. ist ein vorzUrjUches Schaffutter und eifjuet
sich daher in sandi(jen Getfenden zur Anlcyunri von ff^^eiden, wie nicht
minder als Untcrijras zur liesattuuif/ solcher fliesen, die nicht beviäs-
scrt werden können. A. 3. ist ein erfjiebifjes Schaf'f'utter. A. 4. tjehört
zu den vorziiijlichsten fViesenijräsern und empfiehlt sich iiir Anler/unf/
von ßf^'iesen auf humosem, müssiff feuchtem Hoden, auf welchen es als
Obertjras 2 — 3 Mal für Rindvieh und Pferde qemähct werden kann.
A.5. ist bei fjleicher yorzüfjlichkeit auf nassem Boden noch erfjiebir/er,
auch auf ihonir/em hultcm Boden ist sie noch zu empfehlen. A. 7 . eifjnet
sich auf fValdwiescn und schuttitje Plätze, jedoch muss sie vor der
Reifzeit gemähet iverden. Auch zur Gründüntjunf/ ist sie in neuern Zei-
ten vorf/eschlacfen.
3S. BRACHYPODIIJ]?!. ZWJEJVMJE,
Fall. d. Beauv. Agrost. 100. t. XIX. f. 3.
Traubegegenslänilis;, 2-zeiHg. Aelircben einzeln, kurz ge-
stielt:, an vierkantiger Spindel fast walzenförmig, 5 — niehrhlüfig.
Aeussere Deckhlaltehen auf dem Kücken abgerundet, an der
Spitze begrannt. Kornfrucht mit dem Deckblätteben verwacb-
send. Gctcbl. Syst. III. 2.
Bronius. «RAJUIMEAE. 663
Melirjiilirige, flachblättrige Gräser. AelircLcn abwechselnd von ein-
ander entfernt stehend. Spindel gegliedert. Geschlechtsdeche aus 2
Schuppen bestehend.
t. B* piiinatiini. Gefiederte XwenTee. Traube viel-
ährig, gestreckt; Granneu sämnititch kürzer als ihr Deckblättchen ; Wur-
zel kriechend.
Pall. d. Reauv. Agrost. 101. Koch Sjn. 944. REICHE^B. Ic. f. I37G.
Triticum pinnatuni Moncu Enum. pl. Hass. inf. 53. Chi. han. 612. Bro-
mus pinnatus Liinjj. Sp. pl. 115. Host Gram, austr. I. t. 22. Engl. bot.
t. 730.
Auf grasigen Hügeln, an Waldrändern und Wegen, auf trockenem
lehmigem und humushaltigera Boden, hauiig. Juni, Juli. — August, Sep-
tember.
Halme steif aiifrecbl , 2 — 4' liocl. Biälter etwas steif, kurz, lineal , zugespitzt, gelb
licbgriin. .Scheiden kabl , seltcu iiuterc etwas bebaart. Spindel der Aehre später hin- und
hergeliogen. — Yariirt wie die folgende Art mit hahlen und behaarten Aebrchen.
Ä. B. SylvatiCUlll. If^ald- Xwen^e. Traube vielährig,
schlank und nickend; Granne der obern Blüten länger als ihr Deckblätt-
chen; W^urzel faserig.
UÖM. et Schult. Syst. veg. II. 741. B. gracile Beichenb. Ic. f. 1373 —
1375. Triticum sjlvaticum Mönch Enum. pl. Hass. inf. 54. Chi. han.
612. Bromus sylTaticus Pall. Hist. pl. palat. I. 118. Host Gram, austr.
I. t. 21. Engl. bot. t.729. B. pinnatus ß. Linn. Sp. pl. 115.
In Hainen, zwischen Gebüsch, an Waldrändern und Hecken, häufig.
Juni, Juli. — August, September.
Halme .3 — 4' hoch. Blatter schlaff, länger als an A. 1., gesättigt grün. Blattschei-
den abstehend behaart. Achrehen kürzer.
Öleonomisches» Beides nahrreidie Futteryräser , die anrjebnuel
auch auf trockenem Boden fortkommen.
39. BROIfllJS. vnmsPM,
LlNN. Gen. n. 89.
Rispe, seltener Traube. Aehrchen vielbliitig, länglich und
zugespitzt oder fast walzenförmig. Aeussere Deckldätlciien ge-
kielt oder gcnölbt, unter der oft gespaltenen Spilze begrannt,
selten nur stachelspilzig. Griffel sehr kurz, unterhalb der be-
haarten Spitze des Fruchtknotens eingesetzt, hornfrucht mit
dem innern Deckblättchen verwachsend. Geschl. Syst. III. Z.
Ein- (Art. 8. 9.), 1- oder 2- (Art. 1—4.) oder mehrjährige (Art. 5— 7.)
Gräser mit flachen Blättern. Rispen olTen oder traubig zusammengezo-
gen , Aebrchen gestielt, Spindel gegliedert. Geschlechtsdccke aus 2
ganzrandigen Schuppen bestehend.
j- Fraebtährcben nach oben schmäler. Ä u s ser e s D eckbla 1 1 3 — j-nervig.
Inneres h — mehrncrvig. Inneres Deckblättchen am Rande kammformig
gewimpert.
f. B. Necaliiiiis. Moggen- Trespe. Rispe offen, zur
Reifzeit nickend, Aehrchen eiförmig- länglich , zusammengedrückt, kahl,
Blüten zur Reifzeit rundlich und locker stehend; Deckblättcheu breit
oval, äussere unter der Spitze stachelspitzig oder kürzer, selten so lang
als sie selbst, begranut; Blätter zerstreuet behaart, Blattscheiden kahl.
LiNN. Sp. pl. 112. Chi. han. 615. Beichenb. Ic f. 1600 u. 1601 {ß. .H-
vergcns). Host Gram, austr. I. 1. 12. Fl. dan. 1446. Engl. bot. t. 1I7I.
B. secalinus y. vulgaris Kocu Syn. II. 945.
664 GBAniNEAE. Bromus.
b. multiilonis. JDte vielblütige. Aehrclien grösser, Blüten zahl-
reicher, länglich, länger Legrannt, zur Fruchtzeit von einander wei-
chend.
B. segetalis A. multiflorns Döll Rhein. Fl. 73. B. segetalis a. grossus
Koch das. Reichenb. Ic. f. 1594 (B. multillorus).
C. velutinus. Hie sammetartige. Aehrchen grösser, Blüten zahl-
reicher, länger begrannt und schärflich behaart.
B. secalium ß. vclutinus Kocu das. B. velutinus Schrad. Fl. germ.
I. 147. B. niultiflorus S.m. Fl. brit. I. 126. Engl. bot. 1. 1884. Rei-
CHENB. Ic. f. 1596 (B. multifl. velut.).
Auf Aeckern, besonders unter Roggen, ohne Fnterschied des Bodens,
oft schaarcnweise allgemein eingebürgert; b. seltener; c. nur im südlich-
sten Theile des Gebiets und auch hier selten {Pr. Naumburg — ; Pr. fV.
Uöxter, Dortmund — ). .Mai bis Juli. — Juli, August.
Halme 1 '/j — 3' iocli. Blalter oberseits, besonders gegen den Rand bin, spärlicli be-
baart , breiter als an den nachfolgenden Arien dieser Abtbeilung. Rispe lebbaft grün.
Aebrcben kabl oder etwas bebaart. Gegenstandige Blüten mit den Randern sieb nicbt deckend,
äussere Deckblätlcben 7-ncr>ig, bis^reiien selir kurz oder kaum begrannt. b. und c.
durcb breitere und längere Aebrcben, mebr voneinander tretende Blüten, die lor der Reif-
»eit mit den Rändern aneinander liegen, ancb wohl etwas sieb decken, und Grannen der
obern Blüten, die länger als diese sind, ausgezeicbuet.
Ä. B. mollis. TPeiche Vre«pe» Rispe traubig, aufrecht,
nach dem Blühen zusammengezogen, Aehrchen eiförmig -länglich, viel-
blütig, wenig zusammengedrücht, weichhaarig, Blüten gedrängt; Deck-
blättchen breit oval, Granne gestreckt, etwa so lang als ihr Deckblält-
chen; Blätter und ßlattscheiden stark behaart.
Link. Sp. pl. 112. Chi. han. 614. Hoch Syn. U. 946. Reichenb. Ic.
f. 1592. ScuK. Handb. I. T. 16. Host Gram, austr. I. 1. 19 (Form mit sehr
iusjmmengezogener straffer Rispe, wie sie seltener vorkommt). Fl. dan. t. 1324 (ge-
vvöbnlicbe Form). Engl. bot. t. 1078 (desgl.).
Auf "Wiesen, Grasplätzen und an Aeckcrn, auf trockenem Boden,
allgemein verbreitet. .Mai, Juni. — Juli, August.
Halme 1 '/j' boch , zwergige mit 1 — 3 Aebrcben nur 4 — 6" hoch, meistens steif auf-
recht, Knoten zottig. Blühende Rispe stets straff aufrecht, fruchttragende an der Spitze oft
etwas gebogen, Aehrchen an normal ausgebildeten Exemplaren h bis 9 -blutig (12 — 14-
blütig, wie Reichenbachs Abb. sie darstellt, sah ich sie nie).
Bemerk. B. mollis unterscheidet sich von B. raccmusus , ausser der nnwesentlichcn
Uaarbekleidung, die sich bisweilen grösstcntheils verliert, durch mehr SteiBgkeit, untere
kürzere Aeste der Rispe, etwas grossere und >ollblütigere Aehrchen. Er steht zu diesem
also in dem Verhältnisse, in welchem B. velutinus zu B. secalinus steht, welche man bereits
allgemein zu einer Art »ereinigt hat. — Dass dies auch das Resultat fortgesetzter Beob-
achtungen hinsichtlich jener beiden der Fall sejn wird, ist um so mehr zu erwarten, weil
sämmtlicbe erwähnten Unterschiede keines» eges constant sind, sondern häufig zur Bildung
von B. racemosus binüberschwanken , sobald B. mollis auf bessern etwas feuchten Boden über-
geht. An der Spitze 2 - zähnige Deckblätlcben, wodurch ScilRADEK B. mollis von B. ra-
cemosus trennt, kommt .bei letzterm ebenfalls vor, and zwar nicht selten mit gantspitzigen in
derselben Rispe.
3. B. racemosus« Vraubige ODrespe» Rispe traubig,
schwach nickend und nach dem Blühen zusammengezogen. Ährchen läng-
lich-eiförmig, wenig zusammengedrückt, kahl, Blüten gedrängt; Deck-
blättchen umgekehrteirund -oval, Granne gestreckt, etwa so lang als ihr
Deckblättchen; Blätter und untere Blattscheiden zerstreuet behaart, sel-
tener fast kahl.
LiNN. Sp. pl.ll4. Chi. han. 615. Koch Syn. II. 946. Reichenb. Ic.
f. 1590. Engl. bot. t. 1079 (wenigährige Form).
b. commatatus. JDie schlankährige. Aehrchen länglich, Blüten
Bronius. GBAJÜISEAE. 665
zahlreicher, oval; Blätter und untere Blattscheiden meistens stärker
behaart. , , , , ^. -,
B. commutatus Schrad. Fl. germ. t. 353. Chi. han. das. KocH das
Reiche>b. Ic. f.1.589. B. pratensis Ehrh. Calam. n. 116. Eng;!, bot. t.yüU
(B. arvensls, in Sm. Comp. fl. brit. Ed. III. 19 als B. pratensis corrigirt).
c. patalns. nie schlaffe. Rispe lang- und zartästiger, daher stär-
ker nickend. Blüten schmal oval, locker, Grannen et^vas sperng-heugig.
B. commutatus v. patulus Chi. han. das. B. patulus RocH das. (nach
Exemplaren von Rocu). Beicuenb. Ic. f. 1588. B. multiflorus UosT Uram.
austr. I. t. H.
4uf AYiesen und Grasplätzen, auf frischem etwas humosem Boden
allgemein verbreitet; b. und c. vorzüglich an Ackerrainen , >^ egen und
auf ickern, auf magerm trockenem Boden, weniger häufig. Mai, Juni.—
Juli, August.
Halme 1' V hoch, .«ergige mit 1 — 3 Aehrchen n,.r 4 — 6" hoch, nlcLt sle.f, rae.slens
et«as hogig ansteigend. Blühende Rispe mit meistens langern und feinern Aesten als die
,on A.-2., bald mehr bald weniger nickend. Aehrchen .5 — 10 - blutig. Die Spielart b.
hat et>.as schmälere und längere, meist 9— U-blütige Aehrchen: die Spielart c. ist .n
allen Theilen schlanker nnd schlaffer, die noch etwas schmälern Aehrchen sind bald toU-
/9_12-) bald wenig- (4—6-) hlütig, die Blüten stehen locker, und hiuBg sondern sich
die untern 2 — 3 einerseits etwas ab und bilden ein scheinbar lappiges Aehrchen. Die
Grannen stehen bald gerade, wie an der Hauplform und b. (so bildet sie REICHERE, auch
Host ab, die Koch a.a.O. citirt, obgleich es in der Diagnose heisst : „aristis matur.tate
ditaricato-reüeiis«), bald, besonders auf magerm Boden nnd in sonniger Lage , »eichen sie
Ton der Richtung ihrer Deckblattcheu etwas nach aussen ab nnd sind ein wenig wellig. Diese
Form im Gesammtansehen sehr dem B. arrensis sich nähernd, ist ^on Einigen irrig als dessen
Spielart angesehen worden. Simmtliche Formen kommen mit ganz kahlen, seltener (besonders
südlicher) mit «rt behaarten Aehrchen, auch wohl mit behaarten Puspenästen, »or. Die Haar-
bekleidung der Blatter und Blattscheiden variirt wie angegeben, und verliert sich an letztern,
die unterste Scheide nebst Blatt etwa ausgenommen, biswe.len fast ganz. In diesem Zustande
erfordert die Unterscheidung von der langgrannigen Form des B. secalinus grosse Vorsicht.
Geschichtliches. Dass B. pratensis EhRU. . der sich in dessen >achlasse in
Exemplaren Endet, die meistens unsere Spielart b. darstellen, wahrend einzelne sich mehr
an die Hauptart schliesscn, hierher gehöre, habe ich in Chi. han. a.a.O. nachgewiesen.
Hier noch Folgendes. Auf die Etiquette eines dem verst. ScHRADER im J. 18.J4 zu schrift-
licher Abgabe seiner Meinung zugestelltes vollständiges, mit >amen versehenes Exemplar von
B patulus .MeRT. et KOCH schrieb derselbe: „Ist mein B. commutatus, der aber — wie
aus den beiden milfolgenden Exempl. zu ersehen ist — mit spiculis hreviorihus and longio-
ribus. vorkommt. Das Ihrige nähert sich mehr der ersten Form. In der Länge der G.annen
zu den glumis findet sich kein Unterschied, bei beiden sind die Grannen bald etwas länger,
bald kürzer. Erstere Form habe ich erst später kennen gelernt. In meiner Flora ist nur
das Synonvm von ROTH za streichen, von welchem ich kein vollständiges Exempl. zu sehen
Gelegenheit hatte. HOST B. multiflorus gehört bestimmt zu meinem commutatus. A^ as also
KOCH mit seinem patulus will, begreife ich nicht wohl. Beide sind bestimnit eine u-d
dieselbe Pflanze." Diese HosTsche Abbildung, von ScHRADER Fl. germ. I. 606. zu B.
commutatus cit.rt, wird nicht minder von Kocil Svn. II. 948. zu B. patulus gezogen. Diese
vortrefl-lichen Abbildungen, nicht wieder erreicht und in Wahrheit unübertrefi^lich, sind aber
der Art, dass sie keine Zweideutigkeit zulassen. ^ w
4. B. ar%eil8iS. AcJcer-Vrespe, Bispe oflfen, aufrecht,
vor und nach dem Blühen schwach nickend, Aehrchen lineal- länglich,
wenig zusammengedrückt, kahl, Blüten etwas entfernt; Deckblattcheu
länglich -lanzetHich, Granneu gestreckt, etwa so lang als ihr Deckblatt-
cheu, später schwach abwärts gebogen; Blätter und untere Blatlschei-
den behaart. „ ,, ^,_ .„ _
Li.NN. Sp. T)l. 113. Chi. han. 616. Roch Syn. II. 947. Reichhnb. Ic.
f. 1587. Host Gram, austr. I. t. 14. Engl. bot. t. 1984.
666 «BAHINEAE. Bronins.
b. brachystachys. Die steijrispige. Rispe wenig-ährig, nicht
nicl;cii<l, Aehrehen meisti.-iis et>vas kürzer.
B. braehystachys IIornung in lieg. bot. Zeit. XYI. 2. 418. Koch Svii.
II. 947.
Auf Aecliern und an Acherraincn, besonders auf niagerm Boden, all-
gemein, doch mit örtlichen Unterbrechungen, eingebürgert; b. hier und
da (Aschersleben, Göttingen, Lüneburg). Juni, Juli. — Juli, August.
Hulnic 1 — l'/i' l'ocli, Rispe ausgebreitet und vieladrig, Aelirclicn häufig violet und
griinselicekig. — A'orziiglicli diircli die grosse vicUsligc Rispe und die sclimulen zugespitz-
ten Aelirelicn ausgezeiclinel, variirt übrigens, wie alle Arien dieser Abtbeiliing , mit längern
und kürzern, aiicli mit zartliaarigen Aebreben, und in der Riebtung der Granne.
■^ F rucbt ähreben oben und unten fast gleich breit oder oben schmäler.
Äusseres Deckblatt 1-, inneres 3-nervig. Inneres Deckblättchen am
Rande kurz feinhaarig.
5. B. ai^per. Scharfe Trespe, lUspe langästig und schlaff
überhängend, Aelirehen lincai, lang zugespitzt; äussere üechblättchen an
der gespaltenen Spitze nicht ganz so lang ^vie sie selbst begrannt; Blät-
ter und untere Blattscheiden lang behaart.
Murr. Prodr. fl. goett. 4:2. ' Chi. hau. 617. Rocu Syn. II. 948. Bei-
CHENB. Ic. f. 1603. Host Gram, austr. I. t. 7. Engl. bot. t. 1172.
In Waldungen, Hainen und zwischen Gebüsch, besonders auf magerm
Berg- und Gebirgsboden, im mittlem und südlichem Gcbietstheile häu-
fig, gegen ]\orden abnehmend (hier //m. Beinbeck, Friedrichsruhe). Juni,
Juli. — Juli, August.
Halme 'A — 4' hoch. Rlälter bis 4'" breit, schlaff überhängend. Rispe 6 — 8" lang,
scharf, Aehrehen 7 — 9 -blutig.
6. B» erectiiis» Steifrispige Trespe» Bispe zusammen-
gezogen, kurzästig, steif aufrecht, Aehrehen lineal zugespitzt; äussere
Deckblättchen an der gespaltenen Spitze nicht ganz so lang als sie selbst
begrannt, ncbenständige Wurzelblätter schmäler, wiuiperig behaart.
HuDS. Fl. angl. 49. Chi. han. 617. Koch Syn. II. 948. Beichenb. Ic.
f. 1604. Fl. dan. t. 1383. Engl. bot. t. 1471. B. agrestis Uost Gram,
austr. I. t. 10.
Auf Triften, auf magerm sonnigem und unfruchtbarem Boden, im süd-
lichen Gebietstheile hier und da (Pr. A'ogelsberg bei Bennstedt, INaum-
burg auf dem Bürgergarten, Kalkl)erge bei Querfurt. Karsdorf nnd Burg
Scheidungen, Allstedt, Wernigerode—; Pr. fV. Höxter, Münster—;
Jln. Bentheim — ); im mittlem und nördlichem Gebietstheile selten (//h.
Moringen, Gartow an der Elbe — ; Mk. Mechow nnweit Batzeburg, an
mehrern Orten). Juni, Juli. — Juli, August.
Wurzel kurze Stocksprossen treibend. Halme l'/j — 2' hoch. Blätter vor der Entfal-
tung gefalzt, später rinnig, halniständige auch flach, unlere RIattscheiden kurz behaart oder
kahl. Rispe 3 — 4" lang. — Eine mannicbfatli variirendc Grasarl, deren specifische Ver-
schiedenheit von der folgenden sehr zwcifelhart ist.
'S. B. ilierniis. Grannenlose Vrespe» Rispe zusam-
mengezogen, kurzäslig, steif aufrecht, Aehrehen lineal, zugespitzt; äussere
Deckblättchen mit Stachelspitze oder sehr kurzer Granne; Blätter mei-
stens kahl.
Leyss. Fl. hal. ed.I. 16. Linn. Mant. II. 186. Chi. han. 616. Koch
Syn. II. 949. Scureb. Gram. I. 1. 13. Host Gram, austr. I. t. 9. Fl. dan.
t. 180.5.
An W^ald- und W^iesenrändern, W^cgen und Ackerraiueii, auf etwas
humosem oder feuchtem Boden, im mittlem und südlichen Theile des
Gebiets ziemlich häufig, im nördlichen seltener. Juni, «Juli. — Juli,
August.
Agropyriini. GRAJUIMEAE. 667
Wurzel laiigere Stocksprossen treibend. Blätter flaeb, bis 3'" breit, übrigens wie die
vorbcrgcbende Art, deren brelterMnllcrige , weniger bebaarle und kürzer begrannte Form des
frucbtbarern Bodens sie wabrscbcinlich ist.
f-^f Äbrcben nacb oben zu breiter. Äusseres Deckblatt 1-, inneres 3-
ncrvig. Inneres Deckblatt entfernt kammförmig gewimmert.
8. Bo i^terili». Vauhe JPrespe» Rispe langästig, schlaft",
Aeste an der Spitze üljcrliangcnd ; Granne gestreckt, länger als ibr pfrie-
menförniiges Declihlättchen; Halm lialil.
LiNN. Sp. pl. 113. Chi. han. 618. Kocu Syn. II. 949. Reichenb. Tc.
f. 1583. Host Gram, austr. I. 1. 16. Fl. dan. 1. 1325. Engl. bot. t. 1030.
An Felsen, Mauern, \^'^egen und Ackerrainen, auf magerm unfrucht-
barem Roden, truppweise häufig. Juni, Juli. — Juli, August.
Halme 1 — 'i' lang, kabl und gl.itt. Blatter gegen die Scbeide zu lang behaart. Ähr-
eben scharf, oft blass >iolct angelaufen.
9. B. tectoriini. Ifach-Vrespe» Rispe langästig. Äste in
Rogen einseitig überhängend; Granne gestreckt, so lang als ihr lineaU
lanzettliches Deckblättchen; Halm unter der Rispe zarthaarig.
Li\N. Sp. pl. 114. Chi. han. 618. Koch Sjn. II. 949. Reichenb. Ic.
f. 1582. Host Gram, austr. I. t. 15. Fl. dan. t. 1806.
An Felsen, Hauern, Häusern, auch an Wegen, auf magerm unfrucht-
barem Roden, truppweise häutig, gegen Nord -Westen abnehmend. Juni,
Juli. — Juli, August.
Halme 1' lang, selten oben kabl. Blätter und Blatlscbeiden behaart, selten kahl wer-
dend. Äbrcben behaart oder unbehaart und schärflich, seilen 3 -blutig vorkommend. Zu
diesen Abweichungen geboren \. viUosus und v. triflorus Chi. han. das.
R. SquarrOSUS wird in TRENTEP. oldenb. Fl. 4"2. im Jcierscbcn wachsend angegeben.
Die Pflanze wächst indessen dort nicht. Wahrscheinlich liegt der Angabe eine Verwechse-
lung mit B. racemosus v. patulus zum Grunde, den ich in Üstfriesland und Oldenburg nicht
ÖTeonontisehe»* Art.l — T. sind treffliche Futtergräser, die un-
ter Umständen den Anbau verdienen, Art. 8. 9. sind unerfjiehig. Von
Art. 1 — 3. kann auch der gemahlene Samen vortheilhaf't dem Mehle zu-
gesetzt werden. Dagegen sind aber auch Art. 1 — 4. dem Acherbaue oft
sehr nachtheilige Unkräuter, besonders die in feuchten Jahren den Rog-
gen nicht selten fast verdrängende A. 1.
11. Gruppe. HORDEINAi:. GERSTEN GRÄSER,
Ähre, seltener einfache Traube. Ährchen 3 — vielblütig, seltener I-
blütig, au den Ausschnitten der S])iiidel sitzend oder kurz gestielt. Grifl'el
sehr kurz, seitwärts gebogen, oder fast fehlend.
«O. AOROPlfRUITI. atTKCKJE,
Pall. d. Beauv. Agrost. 101. t. XX. f. 1. 2.
Aelire gegenständig j 2- zeilig. Aehrchen einzeln, mit einer
Seite der Spindel zusevvandf, 3- oder mehrblütig, znsammen-
gedrückt. Dcckblälter schlank, zugespitzt, unffleichhälftig.
Aeussere Deckbiäftclien an der Spitze mit oder ohne Graniie.
Kornfrucht vom äussern Deckhiättchen enff eingeschlossen. Ge-
schl. Syst. III. 2. * *
Mehrjährige Gräser. Aehre einfach, Spindel zähnig gegliedert, Aehr-
chen sitzend oder kurz gestielt. Deckblätter nicht bauchig wie bei der
Gattung Triticum; Geschlechtsdccke aus 2 meistens ganzrandigen gewim-
perten Schuppen bestehend
1* i%. jllilCeiini. Binsen-QiUecTee» Aehre steif, zur Frucht-
068 GHAJniNEAE. Agropyrnm.
zeit zerbrcclilicb, Aehrclicn ciitfcnit stehend, 5 — 8 -Mutig; Decliltl.itter
länglitli, ü — 11 -nervig, stinnpf; Dechbiättciien unbegiannt ; Blätter olier-
seits liurz zarlliaarig; Wurzel starl; hriecliend.
Pall. d. Bealv. Agrost. 102. Ueicuenb. Ic. 1". 1394. Triticnm junceiini
LiNX. Sp. pl. 108. Chi. han. 609. Koch Syn. II. 951. Uost Gram,
austr. 111. t.33. Fl. Jan. t. 916. Engl. bot. t. 814.
Am INord- und Ostseestraude und auf den Inseln, auf Sandboden,
häufig. Juni bis August. — September.
Gellilicli luceigriin mit blhiilicli» cisscm Dult. Halme 1 '/2 — Ji' Iiocli. Biälter haU mehr
liaia weniger stell , nacli <ler Spilzc zu stark ciiigc-ruUt iinil slerlicnd , untere Bl.itlscliei<len
gegen die Basis meist violet gelarbt. Acbre 2 — 4" lang, Spinilel glatt. — Vjiriirt mit
bcLaarten Acbrcben (v. birtum Chi. bau. 610.) und mit doiipelt schmälern Blättern (v. angu-
stifolium Chi. han. das.).
Ä. A. acutum. Schmalblütige Q,uecTee. Aebre ge-
streckt, zur Fruchtzeit biegsam, Aehrchen genähert, 5 — 8-blütig; Deck-
blätter schmal lanzettlich, 5— 7-nervig; Deckblättchen grannenlos oder
kurz begrannt; Blätter obcrscits scharf; Wurzel stark kriechend.
llöM. et Schult. Syst. veg. 11. 751. Reichenb. Ic. t. 1393 (eine kleine nahe
an li. sich schliessendc Form darstellend). Triticum aCUtum De CaND. FI. franc.
M. 282. Chi. han. 611. Kocu Syn. II. 952. Fl. dan. t. 1986 (mittelmässig
und unvollständig, indem nur eine faserige Wurzel gezeichnet ist). T. litorale HoST
Gram, austr. IV. t. 9 (.ortrelllieh).
b. decunibens. JDie liegende. Niedriger, aus liegender Basis an-
steigend, Blätter doppelt schmäler; Aehre kürzer; Deckblättchen mei-
stens begrannt.
Triticum litorale Chi. han. das. T. litoreum Schumacu. Enum. pl.
Sael. Fl. dan. t. 1863 (kaum mit Sicherheit zu citiren, die Aehre nicht ent>vickell,
Blätter zu breit und AVurzel nur faserig dargestellt).
Am ]>ord- und Ostseestrande und auf den Inseln, auf salzhaltigem
Sandboden, einzeln oder truppweise häufig; b. entfernter vom Strande,
auf trockenem, lehmig -sandigem Boden, borst- oder truppweise häufig
(Um. llitzebüttel — ; lln. Benser-, Dorumer-, Wremer-Siel, Insel Bor-
kum). Juni bis August. — September, October.
Blass bläulichgrün, schwach duftig, im Schalten anderer Gewächse blass gelblichgriin.
Halme aufrecht, l'/j — 2'/./ hoch. Blätter 2"' breit, sperrig absiebend, steif, gegen die
starre Spitze bald mehr bald weniger eingerollt - riunig. Aehre (die sich ohne zu brechen
um den Finger wickeln lässt) 3 — 4" lang, mit 12 — 20 Aehrchen, die so genähert sieben,
dass die untere die Basis der folgenden erreicht. Blüten sehr seilen begrannt (IlOST
Aehrchen n. 2.). — Variirt mit mehr oder weniger zugespitzlern Deckblällcben , mit schwach
flaumhaarigen Aehrchen, mit scliärflicher und glaller Spindel. — Die Spielart b. mehr grau-
grün. Halme 1 — ly./ hoch, mit dem untern Theile nebst den seitlichen Blätlcrtriehen
liegend, meist verworren und sperrig durch einander stehend. Biälter 2/4 — 1'" breit, stärker
eingerollt und meist hoglg gekrümmt. Aehren 1 — 2" lang, Aehrchen dichter stehend als
an der Hauplform.
Bemerk. Bei meiner im J. 1838 wiederholten Bereisung eines Theils des Kord-
secstrandcs und der Inseln habe ich die Chi. han. 611. ausgesprochene Vcrmuthnng, dass b.
nur eine mehr landständige Form von A. acuUim sey, bestätigt gefunden. Die HosT'schc
Abbildung von T. litorale und Beschreibung entspricht genau der Hauptform. Die Garten-
pQanze aber geht immer in die Forin b. über, welches sehr natürlich ist, weil letzlere ihren
abweichenden Charakter eben durch die mehrere Entfernung vom Meere und den Übergang
auf salzlosem Boden erhält. — Mit T. repens, wohin diese Form wiederholt in Kocil Sjn.
II. 9.'>3. gezählt wird, hat sie gar nichts zu Ibun.
3. A. repens. Gemeine Q,uecTee. Aehre lang gestreckt,
biegsam, Aehrchen genähert, meist 5-blütig; Deckblätter lanzettlicL,
meist 5-(7-)nervig, zugespitzt; De« kblältchen stumpflich, spitz oder zu-
gespitzt, unbegrannt; Blätter flach, oberseifs schärflich; Wurzel kriechend.
Agropyrum. GRAMOiEAE. 669
Pall. d. Beaüv. Agrost. 102. IIeichenb. Ic. f. 1384 (A. rep. aivciise)
und 1385 (A. rep. subulatum) f. 1383 (A. firmum; als etwas siärlier, »oUcrbl»-
tige Form). Triticum repeiis Linn. Sp. pl. 128. Chi. Jiaii. 611. Koch Syn.
II. 933. ScHK. Ilandb. I. T.20 (Figur rechts). Host Gram, austr. Tl. t.21.
Fl. dan. t. 748. Engl. hot. t. 909.
b. aristatuni. Die hegrannte. Decl>]>lätter und äussere Oeckblütt-
chen niiUellang oder lang liegrannt.
T. repens v. Yaillantianuni und v. Leersianum (üppiger und die untern
Älirchcn m '2 — 3 stellend). Chi. han. das. Reichenb. Ic. f. 1386 (A. rep.
duniet.). 13S7 (A. rep. Taillantianum). 1388 (A. rep. Leersianum).^
c. strictuni. Die straffe. Halm stärker, höher und strafter. Ähr-
chen kahl oder theiNveise behaart; Deckblätter meist 7- (.5-) nervig,
Deekbliittthen stumpflich.
T. repens v. strictum Chi. han. das. T. strictum Deth. Consp. pl.
niegap. 11. Koch das. 9.52. Reichenb. Ic. f. 1395.
d. glaucescens. nie meergrüne. Halm niedriger, nebst den schmä-
lern etwas eingerollten Blättern steifer und stark bläulichgrün.
T. repens v. glaucescens Chi. han. das. T. repens y. Sm. Fl. brit.
I. 158. T. pungens Pers. Sjn. I. 109. Koch das. 952 (uielit A. pungcns
Reichenb. Ic. f. 139"2. , «elclies eine sclinialälirige Forin von A. acutum ist). T. rc-
pons b. maritimum Koch et Ziz Cat. pl. Pal. 5.
Auf Kulturland, Aeckorn, an 'Vl'^egen , Zäunen, Ufern u.s.w., auf
hunuishaltigeni und Marschboden, allgemein verbreitet, auch auf lehmi-
gen und hnibsandigen Boden übergehend; b. auf feuchtem sehliekhalti-
geni Boden; c. auf magerm etwas sandigem Boden an den Küsten und
auch im Binnenlande. Juni bis September. — August bis October.
Halme von 1 '/., — 4' hocli. Blätter 3 — 4"' l>icit, straff, aber nicLt steif, bis in die
Spitze flach, oberseits in der Regel mit einzelneu zerstreuet siebenden, anliegenden Haaren
besetzt, unterseil.s und am Rande scbarf, grasgrün, Acbren nebst dem Halme gelblicbgrün,
Grannen gerade. — Zwischen schattigem Gebüsch werden die Halme bis h' lang, Blätter
ctMJS schlaff, auch wohl überhangend, die Aehre länger, die Aehrchen vielblUtiger (A. fir-
mum Reichenb. f. 138.3.). Mit dem Uebergange auf mehr trockenen sandigen Boden
im Binnenlandc, und auf salzhaltigen Boden oder die mit Salztheilen geschwängerte At-
mosphäre der Küstenstriche, geht die Färbung in die bläulichgrüne über, die oft bogig an-
steigenden Halme nehmen an Hohe ab, die Blätter werden schmäler, etwas steif und rollen
sieh an «arnicii Tagen und im Sonnenschein, gegen die etwas steife Spitze zu, einwärts
(Spielart d.). Im fetten Marschboden der Küsten dagegen nehmen Halme und Aehren um
das Doppelte an Länge und Stärke zu, die Aehrchen werden 6 — 7 -blutig und die alsdann
trübgrünc Färbung neigt sich kaum etwas zum Bläulichen hin (Spielart c). Sämmlliche For-
men Tariireu bisvi eilen mit kürzern stumpfern Aehrchen.
Bemerk. T. glaucum DESF. Cat. bort, paris. 16. KOCII Syn. II. 952. T. in-
termedium HosT Gram, austr. II. t.'ll. steht A. repens d. strictum sehr nahe, indem es
sich nur durch noch stumpfere oft fast gestutzte Deckblällchen unterscheidet, worauf indessen,
wie schon der von T. repens gegebene Charakter nachweist, wenig Werth zu legen ist.
SehMerlich von diesem »erschieden, ist indessen diese Form bislang im Gebiete nicht ge-
funden. An dies T. glaucum schliesst sich wiederum ganz zunächst T. rigidum (/'. T. elon-
galum Host II. t. 18. jedoch durch 9-neriige Deckblätter und radix fibrosa spccilisch ler-
schiedeu. Diese Art kommt im I>orden nicht vor. Die in Holstein, Dänemark u. Schwe-
den dafür ausgegebene Pflanze ist nicht die rechte.
4. A. caniiiuni. Munds- Q,uecTee» Aehre schlaff und
schlank, Aehrchen gesondert, meist 5 -blutig; Deckblätter lanzettlich,
3 — 5 -nervig; Deckblättchen spitz, begrannt, Granne geschlängelt, län-
ger als ihr Deckblättchen; Wurzel faserig.
Schult. Syst. veg. II. 756. Reichenb. Ic
Rom. et Schult. Syst. veg. II. 756. Reichenb. Ic. f. 1381. Triticum
caninum Scureb. Spie. fl. lips. 51. Chi. han. 612. Koch Syn. II. 953.
ScHK. Handb. I. T. 19. Host Gram, austr. II. t.25. Engl. bot. t. 1372.
670 ORAjniNEAE. Oaudiiiia.
In Waltluiigeu, Hainen, an Hecken und Gebüsch, auf feuchtem hu-
luushalti^eni Itoilen, ziemlich häuflg. Juni his August. — August, Sept.
Halme 2 — 3' liocli. Blätlcr s.IilalT, Ueidcrseils friii scliirilioli. Aclirc friichllrageu.l.
meist iiicliCi.J. Dnrcli die Bescliaficnlicit der Wurzel und der Grannen >on den änsserlieli
älinliclien Formen der vorlicrgel.enilcn Art leicht zu untersrlieiden.
T. rigidum SchRAD. ivird von ]>01.TE !>oi. U. Iiols. 13. aufgclülirt. Oline Ansicl.t
eines Originalescuiplars lasst sieh mit Siclierlicit iiiclit angehen, «as dariinler i erstanden sc\.
Das ScilRADER'scLe T. rigidnni ist es nicht. Aergl. IJemerli. zu A. lepens.
GM n^MRBI^ICllES.
Pharmaceutiich- Jtteaicinisches. Die fVur-.el von A.4.
rtZ.v Iladix Graniiuis of'ficincll. Ilauptbcstandtheil ein besonderer Zucker
(Grasivurzelzucker). Anweiidiinfj als Extract und Dieksaf't als Brust-
mit tri und bei f 'erstopf iinfjcn.
ÖTeonomiSCheS* liic ffetrochnete und fjeinalene ff^urzcl von A.4.
kann dem Mehle zum Brodbacken zufjesetzt werden, (f'erf/l. Amtsblatt
V. Frankf. a. d. Od. 28. Apr. 1847. worin die in Hinter pommern ange-
stellten Versuche ausführlich mitgethcilt sind, 8 Pf. f/eschable FVurzel
gehen 7 Pf. Mehl, ivelches mit '/a oder auch nur '/s Roggenmehl ver-
mengt zu einem angenehmen und gesunden Brot verbacken wird). Auch
lässt sich die fVurzel , der geistigen Gährung fähig, zum Bierbrauen
und Brantcweinbrennen benutzen. Bas liraut ist so wie A. 5. ein gutes
Futtergras, zugleich aber eins der nachthciligsten Unkräuter auf allem
Kulturlande.
41. CiAtJDIKIit. GAUniJVME.
Fall. d. Beauv. Agrost. i)'>. t. 19. f. ö.
Aehre fi;egcnst!JndIg, 2-zeilig. Aehrchen einzeln, mit einer
Seite der^Spindel zufi;ewandt^ 4— 7-bliilig. Deckl>lätfei- selilank,
äusseres Deckblättchen unter der Spitze hegrannt, Granne ge-
wunden und knieig. Geschl. Syst. IJI. 2.
Einjährige flachl)lältiige Gräser. Aehre einfach, Spindel gegliedert
und zerbrechlich. Aehrchen sitzend. Geschlechlsdeckc aus 2 Schuppen
bestehend.
* 1. €£• fragilis. Zerbrechliche Gaudinie. Aehre auf-
recht, Aehrchen liueal, locherblütig ; Deeliblättehen an der Spitze ge-
spalten; Wurzel faserig.
Pall. D.«iJEAUV. Agrost. 95. Koch Syn. II. 950. Reicuekb. Ic. f. 1367.
Avena fragilis Li^n. Sp. pl. 118. Schreb. Gram. I. t. 24. f. 3. Host Gram,
austr. II. t.54.
Auf einer Wiese bei Eppendorf unweit Hamburg Kocii, vielleicht nur
als verirrte Pllanze, da sie in Istrien zu Hause ist. Juni. — August.
Wurzel schvvacli und wenigfascrig. Halme in Mehrzahl linieig ansteigend, bis 1' lang.
Blultcr und etwas aufgeblasene Blaltscheiden abstehend behaart. Aehre 3 — 4" lang, die
sehr zerbrechliche Spindel l>ahl. Granne am obern Thcil des Rückens entspringend, lang,
fein zugespitzt.
49. EliYJTIUS. MAJLMGMAS.
LlNN. Gen. n.9(i.
Aehre gegenständig, 2 -zeilig. Aehrchen zu 2 oder 3, mit
einer Seite der Spindel zugewandt, 2- oder vielhliitig. Deck-
blätter schmäler als die Deckblätlchen , an der Aussenseite der
Aehrchen neben einander stehend. Geschl. Syst. III. 2.
Ein- oder mehrjährige (Art. 1.2.) Gräser mit flachen Blättern. Aehre
einfach, sehr selten ästig. — Geschlechtsdecke aus 2 Schuppen beste-
hend. Kaum generisch von Hordeum verschieden.
Hordeum. GRAMOEAE. 671
1. E. arenarlui^* Sand-Maar gras» Aehre dicht, Aehr-
chen zu 2 — 3 stehend, meist 3-hlütig, -weicJihaarig, grannenlos; Deck-
blatter spitz, so lang oder langer als das Aehrchen, auf dem Rücken gc-
wimpert; J$lütter starr, nebst den Scheiden kahl.
LiNN. Sp. pl. 122. Chi. han. 608. Koch Syn. II. 954. Reichenb. Ic.
f. 1360. Host Gram, austr. IV. t. 12. Fl. dan. t. 847. Engl. bot. 1. 1672.
Am Unterlauf der Flüsse des Gebiets, am Meeresstrande und auf den
Inseln, auf dürrem sandigen oder Sandboden, ziemlich häufig. Juni,
Juli. — September.
AVunelslock weit umher kriechend. Halme dick und steif, 3 — S' hoch, nebst den
spater zusammengerollten Blättern graugrün. Aehre 6 — 10" lang, aufrecht, steif, gclb-
lichgrün.
Ä. E.europaeuis. Gemeines Haargras* Aehre schlank;
Aehrchen zu 3 stehend, 2-, selten 1 -blutig mit Ansatz zur zweiten Blüte;
Deckblatter pfriemlieh, in eine lange Granne auslaufend; äussere Deck-
blätlchen fast doppelt so lang begrannt; Blätter kahl. Scheiden haarig.
LiNN. Jlant. 35. Chi. han. 608. Koch Syn. II. 854. Reichenb. Ic.
f. 1359. BosT Gram, austr. I. t. 28. Fl. dan. t. 1621. Engl. bot. t. 1317.
In Berg- und Gebirgswaldungen, auf humosem schattigem Boden, im
mittlem Gebietstheile häufig, gegen IVorden und Süden abnehmend. Juni,
Juli. — September.
Halme 3 — ■'>' huch, schlank, nebst den flachen Blattern licht grasgrün. Aehre aufrecht,
2-2'/," lang.
43. HORHEUJ?!. GMnSVM.
I.llVPl. Gen. n. 98.
Aehre gegenständig, 2-zeilJff. Aehrcben zn 3 an jedem Zahn
der Spindel j mit einer Seite dieser ziigewjuidtj 1-hlülig, mit
oder ohne Ansatz zur zweiten Blüte. Seitliche 2 Aehrchen
(meist) nur mannlich oder geschlechtslos. Ueckhlätler schmäler
als die Deckhiättchen, an der Aussenseite der Aehrchen neben
einander stehend. Gcschl. Syst. III. 2.
Einjährige Gräser mit meistens flachen Blättern. Aehrcn einfach, im
fruchttragenden Zustande oft gegliedert. Geschlechtsdecke aus 2 Schup-
pen l>esteiiend.
1. H. nilirinuilt. Mäuse -Gerste, Deckblätter der mitt-
lem oder Zwitlerährchen schmal lanzettlich, gev.inipert, der scitenstän-
digen nur männlichen scharf, ohne Wimpern.
LiNN. Sp. pl. 126. Chi. han. 609. Kocu Syn. II. 95.5. Schk. Handb.
I. T. 19. Reichere. Ic. f. 1362. Host Gram, austr. I. t. 32. Fl. dan.
t.629. Engl. bot. t. 1971.
An Mauern, Gebäuden und Wegen, auf steinigem oder sandigem Bo-
den, sehr häufig. Juni, Juli. — Juli, August.
Halme 10— IJ" hoch. Blalt»cheiden sehr lang, obere etivas aufgeblasen. Aehre 2 '/^
bis 3" lang, eiförmig- länglich , dicht, sammtlichc Deckblätter in lange Grannen ausgehend.
«. H. seealiniiin. Moggenartige Gerste. Deckblät-
ter aller Aehrchen borstenförmig und scharf.
Schrei?. Spie. fl. lips. 148. Koch Syn. II. 955. Host Gram, austr.
I. t.33. H. pratense HuDS. Fl. angl. 56. Chi. han. 608. Reichenb. Ic.
f. 1363. Engl. bot. t. 409. H. niaritimum Fl. dan. t. 630.
Aufwiesen, Weiden und an Wegen, auf Lehm- und Sandboden,
häufig. Juni, Juli. — Juli, August.
Halme 1 '/,^ — 3' hoch, schlanker und feiner als von A. 1., obere Scheiden dicht anlie-
gend. Aehrcn schmäler,, lineal. Sämmtliche Deckblätter in »enige lange Grannen aus-
gehend.
3. H. maritiniiim. Meerstrands - Gerste» lunere
672 «RAJfllNEAE. Lolium.
Declil)lätter der scitenstiincligeii Aelircbcn etwas geflügelt, halblniizett-
förmig, übrige bnrsteiilorniig, alle scbarf.
VI'iLH. Bot. airang. 172. Chi. lian. 609. Kocii Syii. Tf. 9.56. Rei-
CHENB. Ic. f. 1364. Host Gram, austr. I. t. 34. Fl. dan. t. 1632. Engl,
bot. t. 120.5.
Auf Wiesen und an Deichen am IHordseestrandc, auf salzlialtigem
Marschboden, kleinhorstweise ziemlieh selten (fin. am Ausfluss der We-
ser, am Emsdeichc unweit Pethum Lantz. Bening. — ; Ol. StoUhammer
Grodcn, Bechmannsfeld, Mariensiel — ; ///.). Mai, Juni. — August.
Halme iii Büselieln, ',i — 6" liocL , lialb ÜPgciid niid mit stark gchroclieneo Hiiicii an-
steigend. Itlälter liiirz. Aclirc der von A. 1. aliiilicli , aber um die Hälfte kleiner, starr,
kaum aus der Scheide Yortretcud.
11. Imlbosum LlNN. H. strictum Desf. FI. atl. I. 113. KocH Svn. II. 955. in
Afrika, dem Orient und Italien zu Hause, ist als verirrte Tflanze in einigen Exemplaren in
/*;•. ff^, bei Oldendorf gefunden worden.
GJE1VJERBX,ICHES,
Öleotiomisches ?». Vechnisches» SämmtUch sehr mitlelmässige
Fulter(/7-aser, doch der ylussnat zur Bcfestiyxmy des Sandbodens rt»i ge-
eitjneten Stellen zu empfehlen.
41. liOIilUJTI. EiOIiCB.
LlNN. Gen. n.DÖ.
Aelire gegenständig, 2-zeiliff. Achrchen einzeln, yielblütiff,
mit beiden Seiten von der Spindel abgewandt. Beide Dcek-
blätter nur am Endährchen ausgebildet, an den übrigen das
innere unvollständig oder gar niebt vorbanden. Gescbl. Syst.
III. 2. & &
Ein- (A.2.) oder mehr- und einjährige (A. 1.) Gräser mit flaehcu Blät-
tern. Aehren einfach, Spindel nicht gegliedert. Geschicchtsdeche aus
2 fleischigen Schuppen l)estehend.
1. li. pereniie. Mehrjähriger Xtolch, Aehrchen ein
Drittheil länger als das Dechblatt, 7 — 9- blutig; äussere Dechblättchcii
stumpf oder stachelspitzig; Wurzel mehrjährig.
LiNN. Sp. pl. 122. Chi. han. 613. Kocii Syn. II. 936. Schk. Uandb.
I. T. 19. Reicuenb. Ic. f. 1346. Host Gram, austr. I. t. 25. Fl. dan.
t.747. Engl. bot. t. 31.5.
b. tenue. Der dünne. Halm, Blätter und Aehre schmäler, Aehr-
chen von einander gerächt, 3 — 5 -blutig.
Chi. han. das. L. tenue Linn. das.
o. annuuni. Jter einjährige. Aehrchen wenig länger als ihr Deck-
blatt; äussere Deckblättchen stumpf, ohne oder mit kurzer Granne;
W^urzel 1 -jährig.
L. arvense Scbrad. Fl. germ. I. 399. Chi. hau. 613. Reichenb. Ic.
f. 1337—1339. L. liuicola Roch das. 957.
Auf Wiesen, "Weiden, an Weg- und Ackerräudern, auf Humus-,
Lehm- und Sandboden, rasenbildend allgemein verbreitet; b. einzeln
mit der Ilauptart; c. im Sommergetreide, besonders zwischen Lein, durch
Kultur 1 -jährig geworden, hier und da. Juni bis August. — Juli bis
September.
Halme ansteigend, 1 '/^ — 'i'/j' l'oeb , nebst den HelmbLitlern und diebten Blattbüscbeln
glatt und dunkelgrün. Acbre bis 1' lang, Aebreben zweizeilig, genabelt, (la.b gedrückt,
einfacb, als Abänderung ästig.
Bemerk. Zur Anl.ige von Grasplätzen in einen Garten früb ausgesäeter Samen von
L. pcrcnnc blübete thcilweisc in demselben Jabte als L. arvense, verwinicrtc stark und die
Lepturus.
GRAmiNE AE. 673
gebliebenen rflanzen blülieten im nächsten Jabr als h. perenue. Dies in Verbindung mit dem
Umstände, dass man bisweilen L. arvensc mit scitlicben Blättertrieben antrifft, spricht für die
hier eingcliibrle Verbindung beider Arten, worüber weitere Beobachtungen wiinschcuswerth sind.
«. li. teinulentnni. Vaum,eI*Iiolch. Aehichen kürzer
als ihr Deckblatt; äussere Deckblättchen lang begrannt, Wurzel 1-jährig.
LiNN. Sp. pl. 122. Chi. han. 614. Koch Syn. II. 957. Schk. Handb.
I. T.18. Reicbenb. Ic. f. 1342— 1344. Host Gram, austr. I. t. 26. Fl.
dan. 1. 160. Engl. bot. 1. 1124.
b. arvense. Oer leurxgrannige. Schwächer; Aehrchen meist so
lang als ihr Deckblatt, äussere Deckblättchen kurz begrannt oder gran-
neulos. ^ ^ , ,
L. arvcnse WiTH. Bot. arrang. 168. Sm. Fl. brit. I. 150. Engl. bot.
t. 1125. , ^
Auf Aeckern im Sommer- und Wintergetreide, am häufigsten zwi-
schen Gerste und Hafer, auf Humus-, Lehm- und Sandhoden, einzeln
oder truppweise häufig; b. mit jenem jedoch nur im Sommergetreide, hier
auch an grasigen Wegrändern, hier und da. Juni, Juli. — August,
September.
Halme straff aufrecht, '2 — 3' hoch, glatt, nach oben nebst den Blättern meistens schärf-
lieb. Aehrchen weniger zusammengedrücht als an A. 1. Grannen so lang oder länger als
das Aehrchen. Farbe gegen die Blütezeit gelhlichgrün. — Variirt mit glatten Halmen.
Die Spielart b. meistens glatt, halmig und die Grannen kürzer als das Aehrchen, auch ganz
fehlend.
Bemerk. Die Arten und Formen dieser Gattung bedürfen einer Revision und sicherer
Feststellung.
Ökonomisches» ^-1. ein ijutes, eine 3 - malifje Schur (jestattcn-
des Futter ijias für Pferde, Kühe und Schafe, doch wird es mit dem
Samenansatz zu hart, weshalb es zu Heu bestimmt vor ilieser Zeit tfe-
mähet werden muss. — Fon A. 2. sollen die Samen betäubend seyn,
Schwindel und Zuckungen bei Menschen und Thieren erregen. Jedoch
hommen widersjtrechende Erfahrungen vor, die es nicht unwahrscheinlich
machen, dass jene Erscheinungen von andern Ursachen ausgegangen sind.
Jedenfalls ist das Kraut vor der Samenreife ganz unschädlich.
13. Gruppe. ROTTSOi:Lf.IACi:Ai:. UOTTB ÖZIiIElV.
GRÄISMB.
Aehre. Aehrchen 1—2-, sehr selten 3 -blutig, in den Aushöhlungen
einen meistens gegliederten Spindel, bald einzeln, bald zu zweien ste-
hend, Ton denen eins gestielt ist. Die zweite Blüte oft unvollkommen.
Deckblätter 1 oder 2, bisweilen gänzlich fehlend. Griftel bisweilen sehr
kurz oder nicht vorhanden.
45. liEPTURUS. VA.JDMNSCUWA.NX,
R. BR. Prodr. fl. Nov. Holl. 207.
Aehre. Aebrehen einzeln, einblütig mit einem Ansatz zu
einer zweiten Blüte, den Aushöblungen einer geffliederten Spin-
del eingesenkt. Deckblätter, mit Ausnahme der Endblüte, neben
einander vor dem Aehi-cben stehend, dieses nebst der Spmdel-
höhlung deckend. Zwei Griffel. Geschl. Syst. III. 2.
Einjährige Gräser mit liegenden oder ansteigenden ästigen Halmen.
Blätter sehr schmal, flach. Achren verlängert, zugespitzt, gerade oder
gekrümmt.
1. li. filiforiiiis. SchlanTeähriger Wadenschwans.
Aehre stielrund, fein, schlank und gerade; Deckblätter etwa so lang als
das Aehrchen.
674 GRAülI^iEAC. Nardus.
Trin. Fmul. agrost. 123. Kocii Syn. II. 958. Rf.ichenb. Ic. f. 1334.
Uottboellia »ilifoiinis RoTH Cat. I. 21." II. iiicuivata ISolt. Nov. fl. Lols.
14. Fl. daii. l. 938. Opliiuins fiiiforinis llöM. et Schilt. Syst. vcg. II. 797.
Am Nordseestrande, auf fettem Thoiiboden (Scbliek) selten (Ol. Lei
Varel; jenseit der Nordgreuze des Gebiets auf der Sebleswigschen Insel
Amrum und auf Beenshallig). Mai, Juni. — August, September.
Halm 6 — 10" lang, fast failonfüriiiig , meistens licgciitl und linieige Acste einportrei-
liciid. nlällcr srbnial lincal, zugespitzt, lialinstaiulige kurz iin<l scliiäg oder nagercclit ali-
steLcnd. Sclicidcn etwas baucbig, oft den Halm bis zur AcLrc bekleidend. Acbrc 4 — 6"
lang, der Halm scbwacb znsammengcdriiclit, ctnas steif, bisweilen wenig gebogen. — Die
Deetiblältei sind bald weniger bald mehr zugcsiiilzt , nnd die Blüte ist oft etwas Liirzer
als jene.
Remcrli. Verbült sieb zu L. incurvatuii etwa wie Lolium tenuc zu L. pcrenni' und
bedarf hinsielillirb der specifiscben Verschiedenheit >ou jenem erneuerter L'ntcrsuebungen.
46. IVARDIJfi. nOnSTMJVGMAS,
Mnn. Gen. n. 69.
Aelire 2-zeIli'g. Acln-chcn einzeln, einLlülig, ohne Deck-
blätter auf vortretenden Zahnen der Sj)indel sitzend. Acusseres
Deckldättchen in eine Granne verschmälert. Ein Griftel. Ge-
schl. Syst. III. 1.
Starre Gräser mit einfaclicm Halme, eiiigewielieltcn, starren Itlütterii.
Aehre einfach, Spindel aussen convex, inwendig mit Aushöhlungen zur
Aufnahme der Aehrchen. Keine Geschlechtsdecke.
1. IV* stricta. Genteine* Borstengras, Aehre gestreckt,
Aehrchen in abwechselnd 2- zeiliger Stellung eiiiseitwendig; Blätter bor-
stcnförmig.
LiNN. Sp. pl.77. Chi. han. 659. Kocu Syn. II. 959. Scuk. Ilandb.
I. T. 9. Reiciienb. Ic. f. 1733. Host Gram, austr. II. t. 4. Fl. dan.
t. 1022. Engl. bot. t. 290.
Auf Triften und Heiden, im Gebirge wie in der Ebene, auf Säure
führendem, sowohl moorigem als trockenem sandigem Boden, schaarcn-
wcise häufig. Mai, Juni. — Juli, August.
Hahne und Blätleibiiscbcl in 8 — 12" hohen, dicht gedrüngtcn , harten, blaulichgriincn
Käsen den Boden bcdecbcnd und ,ille bessere A egcfation TCrdrängend. Blatter speriig und
beugig, auf geschindelten starren strohgelben Scheiden stehend, »on denen die untern keine
rlatlen tragen. Aebren 2 — 3" lang, Spindel fadenförmig, Aehrchen in paralleler Rich-
tung sehrag abstehend, Irüb tiolet überlaufen.
gehm:rbe.ichje&,
ÜTCOnontiScheSt Zum luittertjras untaut/lich. Stets ein Zeichen
eitles verödeten und vcttine/tlässifjtcn unf'ruchfbmeu Rodens, sowohl im
Halde als im Felde.
Verbessern II gen.
S.3. Z.24. S..'j. Z.27. 8.8. Z.5. S.U. Z. 2. S.22. Z. 1 v. u. S. .50. Z.Gv.n.
S. 112. Z. 1. S. 116. Z. 1 v.u. S. 127. Z.20. S. 128. Z. 1. S. 1.^4. Z. l.'j. S. 176.
Z.21. S.264. Z.17. S.304. Z. 12 v. ... S.315. Z.24. S. 420. Z. 1.5. S. 454. Z.20.
S.487. Z.9T.n. S.527. Z. 16». u. S..5.53. Z.H. S. 589. Z. 12. S. 627. z.21v..,.
feLlt '.
S. 31. Z. 3 V. u. S. 33. Z. 19 y. n. lies 2. sCatt 1. S. .58. Z. 10. S. 69. Z. 25 v. ...
S.70. Z. 15 un<l Z. 11 v.u. S.71. Z. 16. S.72. Z. 22. lies 1. sUii 2. S.84. Z.7.
lies 3. statt 2. S.88. Z.19. füge hinzu : GescLl. Syst. X. 2. S. 95. Z.2. lies 4. statt 3.
S.96. Z. 12 y. u. lies 5. statt 4. S. 104. Z. 15 v. ... lies 4. statt 5. S. 105. Z. 10.
S. 125. Z. 13. lies 5. statt 4. S. 189. Z. 6 V. u. lies I. 1. statt IV. 2. S. 213. Z. 20.
lies 1. statt 2. S. 216. Z. 10. lies 5. statt 4. S. 222. Z. 3 v. u. lies hinter Syst. YIII. 2.
auch. S. 237. Z. 8. füge hinzu : Geschl. Syst. \. 2. S. 277. Z. 12. lies XIX. statt XX.
S.2S3. Z.6. lies 3. statt 1. und Z. 12 v. n. 2. statt 4. S. 335. Z. 26. lies hinler Syst.
V. 1. und S.351. Z.23 ».n. lies 4. statt 3. S. 353. Z. 5. lies hinter Syst. II. l. und
S.355. Z. 12. S. 359. Z. 12 v.u. lies 1. statt 2. S. 418. Z. 8. füge hinzu: Geschl.
Syst. XIV. 1. S. 425. Z. 26. lies 1. statt 0. S. 454. Z. 19 v. u. lies 3. statt 5. S. 457.
Z.26. lies 2. statt 1. S. 523. Z. 18. S. .524. Z.8. lies 13. statt 9. S. 525. Z. 15.
lies 10. statt 9. S. 540. Z. 6 v. u. lies XXI. statt XX. S. .542. Z. 27. lies 1. statt 2.
S. 545. Z. 18 >.u. lies 1. statt 7. S. 546. Z. 19. füge hinzu: Geschl. Syst. VI. 1.
S. 568. Z. 19. lies hinter Syst. IV. 1. oder. S. 620. Z. 4. füge hinzu: Geschl. Syst. III. 1.
S. 39 lies Daiharaea statt B.iibarea. S. 479 Z. 22. lies Elaeagneac statt Eleagnaeae.
S.65. Z. 23>.n. schalte ein: ffii. Kohnstein hei IVicdersachs.verfcn. S.69. Z.9.
schalte ein: Hu. zwischen Harburg und Esteburg.
S.91. Z.25 v.u. S.5.39. Z.17. ist • zu tilgen.
S. 94. Z. 19. lies .Mierenartige statt INierenartige.
S. 104. Z. 10. und Z. 19 V. n. lies Weichling statt Weichkra.it. S. 213. Z. 9. und
Z. 19. lies Uferling statt Slrandling. S. 319. Z 19. lies Kuh- stall nullorblume. S. 570.
Z. 9 V. u. Jics Graslilie statt Grasnelke.
S. 172. Z. 4 V. u. lies 5. statt 4. S. 173. Z. 22 <. u. lies 6. sUit 5. S. 182. Z. 13
lies 8. stall 7.
S.467. z.24 v.u. lies LXXIX. sl..lt LXXVIII. ; «onacb die folgenden Fan..!. en um
eine Nummer weiter rücken.
S. .572. Z. 20 V. n. schalte ein: Chi. han. 5.56. S. 573. Z, 9 Ornithogalu.n „unimum
Chlor, han. .556. Z. 25 : Chi. han. 5.57.
S. 6;30. Z. 27 >. n. schalte ein: auf Sandhoden, ziemlich selten.
liateiiiisclies Register
der Klassen, Ordnungen, Familien und Gattungen.
Acer 118.
Aceriiieae 118.
Achillea 290.
Aconitum 22.
Acorus 546.
Actaea 24.
Adonis 10.
Adoxa 256.
Aegopodiuni 228.
Aetliusa 234.
Agatliopliytuin 462.
Agi'inionia 181.
Agropyriiiii 667.
Agrostis 636.
Aii-a 642.
Ajuga 436.
Albersia 454.
Aicbcmüla 189.
Alisma 526.
AHsniaceae 526
AUiuin 574.
Almis .515.
Alopecurus 628.
Alsine 99.
Aisin cac 94.
Altbaea 111.
Alyssum .55.
Amarant liaceae 453.
Amaranthus 454.
Ainaryllideae 564.
Ambrosiaceae 334.
Anagallis 442.
Anchusa 368.
Andromcda 345.
Andropogon 627.
Androsacc 444.
Anemone 8.
Anctbiun 241.
Angclica 2.38.
Antennaria 286.
Antbcmis 291.
Antbcricum 570.
Antboxanllium 622.
Antbriscus 248.
Antbyllis 136.
Antirrbinuni 388.
Apbaiies 189.
Apium 226.
Apocyneae 354.
A q u i fo I i a c e a c 351 .
Aquilegia 21.
Arabis 41.
Araliaceac 253.
Arcbangelica 239.
Arctostapbylus 344.
Arenaria 101.
Aristolocbia 480.
Aristolocbieac 480.
Armeria 448.
Arnioracia 59.
Arnica 295.
Arnoseris 312.
Aroideae 545.
Arouia 194.
Arrbenaterum 641 .
Artemisia 286.
Aruni 545.
Arundo 632.
Asariim 481.
A s c 1 c p i a d e a e 353.
Asparagcae 566.
Asparagus 567.
Asperugo 365.
Asperula 261.
Aster 277.
Astragalus 148.
Aslrantia 224.
Atriplex 464.
Atropa 377.
Aveiia 644.
Baiiota 434.
Ralsaniincae 124.
Barbaraca 39.
Uatvacbium 16.
Bcllis 278.
Berberideae 25.
Berberis 25.
Berteroa 56.
Berula 2;31.
Beta 463.
Bctoiiica 4:i5.
Betula 516.
Bc tili cac 514.
Bidcns 283.
Biscutclla 65.
Blitum 462.
Blysnius 609.
Borragineac 365.
Borrago 367.
Bracbypodiiim 662.
Brassica 51.
Briza 648.
Bronius 663.
Bryonia 210.
Buliiarda 215.
Bunias 70.
Buplcurum 232.
B u t o m c a e 528.
Butomus 529.
Cakile 70.
Calamintba 418
Calendula 300.
Calla 546.
Callitricbe 206.
Callitricbeae 206.
Calhina 345.
Caltba 18.
CALYCIFLORAE
128.
Canielina 60.
Canipanula 337.
Cainpanulaccae 335.
Cannabis 489.
Caprifo liaceae 256.
Capsclla 67.
REGISTER.
677
Cardauiine 43.
Carduus 303.
Carex 591.
Carlina 307.
Carpinus 497.
Canim 229.
Caucalis 246.
Celastrineae 128.
Centaurea 308.
Centuiiculus 443.
Cepbalantera 548.
Ccrastiuni 105.
Ccratoceplialus 11.
Ceratopbylleae207.
Ceratopliyllum 208.
Cliaerophylliiin 249.
Chamagrostis 631.
Cheiranthus 35.
Chelidonium 30.
Chcnopodiaceae
4.55.
Clieiiopodium 458.
Chimopliila 449.
Chondiilla :«0.
Clirysantbeinuin 293.
Chrysocoma 277.
Cbrysospleniuni 222.
Cicendia 361.
Cicboriuni 312.
Cicuta 226.
Cineraria 296.
Circaea 202.
Cirsimn 301 .
eiste ae 73.
Cladium 618.
Clematis 3.
Cnidiiim 236.
Cocblearia 58.
Co Icbi'ceae 578.
Colcbicum 379.
Comarum 175.
Compositae 273.
Coniferae 520.
Coiüum 251.
Convallaria 567.
Convolvulaceae
362.
Convolvuliis 362.
Conyza 282.
Corallorrbiza 562.
Coriandrum 252.
Cornus 2-54.
COROLLIFLOUAE
351.
Coronilla 149.
Corrigiola 213.
Corydalis 31.
Corylus 495.
Corynepboriis 641.
Cotonoaster 192.
Cotula 289.
COTYLEDOINEAE 1.
Cramhe 71.
Crassulaceae 215.
Crataegu.s 191.
Crepis 324.
Cruciferae 35.
Cucubalus 90.
Cucurbitaceae 210.
Cupuli ferae 492.
Cuscuta 363.
Cydonia 193.
Cynancbum 354.
Cynodon 626.
Cynoglossum 366.
Cynosurus 658.
Cyperaceae 588.
Cypeius 620.
Cypripedium 547.
Dactylis 657.
Dapbne 476.
Dapbneae 476.
Datuia 379.
Daucus 245.
Delphinium 22.
Dentaria 4.5.
Diantbus 86.
DICOTYLEDOINEAE
1.
Dictamnus 127.
Digitalis 390.
Digitaiia 626.
Digrapbis 622.
ü i p s a c c a e 270.
Dipsacus 270.
Doronicuin 295.
Diaba 57.
Dracocepbalum 421.
Drosera 82.
Droseraceae 82.
Drupaceac 161.
Aicliinocbloa 625.
Ecbinops 300.
EcbinospermuHi 366.
Ecbiuni 370.
Elaeagncae 479.
Elatlnc 107.
Elatineao 106,
Elodes 117.
Elsboltzia 409.
Elynius 670.
Empctreae 481.
Einpetrum 481.
Endymion 577.
Epilobiuin 197.
Epipactis 549.
Epipogon 552.
Eragrostis 649.
Erautbis 19.
Erica 346.
Ericineae 344.
Erigeron 279.
Eriopborum 610.
Erodium 123.
Erucastrum 54.
Eryngium 225.
Erysimuni 49.
Erytbraea 359.
Eupatoriuni 274.
Eupborbia 482.
Eupborbiaceae 482.
Eupbrasia 398.
Evonymus 129.
Fagus 493.
Falcaria 228.
Festuca 658.
Ficaria 18.
Filago 283.
Fragaria 174.
Fraxinus 353.
Fritillaria 569.
Fumaria 33.
Fumariaceaf 31.
dagea 571.
Galantbus 567.
Galeopsis 428.
Galium 262.
Gaudinia 670.
Genista 133.
Gentiaua 3.57.
Gen tiaiieae 355.
Geraniaceae 120.
Gcranium 120.
Gcuin 166.
Gitbago 94.
Gladiolus 563.
Glauciuin 29.
Glaux 446.
Globularia 447.
Globularieac 447.
678
REGISTER.
Glyceria 654.
Gnaplialiuin 284.
Goodycra ö-'jl.
G ra 111 i II e a e 620.
Giatiola 388.
Grossularicae 219.
Gymiiadenia 557.
Gypsopliila 88.
Mmnliiitus 463.
Haloragcac 203.
Hedcia 253.
Heleocharis 616.
Ilcliaiithemum 73.
Hellchorus 20.
Ilelniintia 315.
Hclosciadiuni 227.
Ilepatica 9.
Heracicuin 242.
Hcrniinium 559.
Hei-ii!»ria 213.
Ilesperis 46.
Hieracium 327.
Hierocliloa 623.
Himantoglossiim 559.
Hippocrcpis 151.
Hippopliae 479.
H i p p iir i d e a c 205.
Hippuris 205.
Holcus 640.
Holosteuin 101.
Hoiikcnya 99.
Hordcuiii 671.
Hornungia 64.
Uottonia 445.
Humulus 490.
II y d r o c h a ri d e a e
525.
Hydrocbaris 526.
Hydrocotylc 224.
Hyoscyainus 378.
llypericiiieae 115.
Hypericum 115.
Hypochocris 318.
Hyssopus 418.
«f nsione 336.
Ibcris 64.
Hex 351.
Illeccbrum 214.
Inipaticiis 124.
Inula 280.
liideae 562.
Iris 563.
Isatis 69.
Isnardia 201.
J u II c c a e .580.
Jinicus 5S3.
Juniperus 523.
Allnautia 271.
Kochia 458.
Kocleria 657.
Kolilrauscliia 88.
Elahiatac 408.
Lactuca 321.
Laiiiiuin 431.
Lappa 306.
Lapsaua 311.
Laserpitiuin 244.
Latl.raea 408.
Latbyrus 158.
Lavatera 112.
Ledum 346.
Leersia 621.
Leiniia 542.
Leiiiiieae 542.
Lciis 4.
L c n ti b u 1 a r i e a c 439.
Leoutodon 313.
Lconiirus 430.
Lcpidiuni 65.
Lepigonuiii 97.
Lepturus 673.
Leucojum 566.
Libanotis 235.
Ligiisfruni 852.
L i i i a c c a c 569.
Lilium 570.
Liinnantbcniuin 356.
Liinosella 398.
Linaria 386.
Lindcniia 389.
Lineae 108.
Linnaea 259.
Linuin 108.
Listera 549.
Litbospcrniuni 372.
Litorella 450.
Lobelia 335.
Lobeliaceae 335.
Lolium 672.
Lonicera 2-58.
Lorantbaceae 255.
Lotus 145.
Lunaria 56.
Luzula 581.
Lycbnis 93.
Lycopsis 368.
Lycopus 414.
Lysiinacbia 441.
Lytbrarieae 208.
Lytbrum 209.
Jrl-ajantbemuin 568.
Malacbiuin 104.
Malaxis 561.
Malva 109.
Malvaceac 109.
Marrubiiini 424.
Matricaria 292.
Medicago 137.
Melampyruin 402.
Melandriuni 93.
Mclica 647.
Melilotus 139.
Melittls 42:^.
Mentha 409.
Menyantbcs 355.
Mercurialis 486.
Mespilus 193.
Meuni 237.
31ilium 623.
Moebringia 100.
Moencbia 104.
Moliiiia 647.
MOl^OCIILAMY-
DEAi: 453.
MOT\OCOT\LEDO-
ISEAE 524.
Monotropa 350.
Monotropcae 350
Montia 212.
Muscari 577.
Myosotis 373.
Myosurus 11. *
Myrica 519.
Myriceae 519.
Myriopbylium 204.
Myrrbis 2.50.
J^aiadcae 540.
ISajäs 540.
Narcissus 565.
IVardus 674.
IVartbcciuin .581.
Nasturtium 36.
rVeottia 548.
IVepeta 420.
ISeslia 61.
Wigclla 21.
I^issolia 157.
REGISTER.
679
rVouiiea 369.
IVupliar 27.
Nyinpliaca 26.
]\ y Hl p li a c a c c a e 2G.
Oeuantlie 233.
Oenothei-a 197.
0 1 e a c e a e 352.
Omphalodcs 367.
Onagrariae 196.
Oiiobiycbis 151.
Ononis 135.
Onopordon 305.
Opbrys ;j60.
Orchideae 547.
Orchis 552.
Oiiganum 415.
Oilaya 244.
Ornithogaluin .571.
Ornithopus 150.
Oi-ohanclic 404.
Orohaucheac 403.
OioIjus 159.
Ostericum 238.
Oxalidcao 125.
Oxalis 1-25.
Oxytropis 147.
Jl anicuni 624.
Papaver 28.
Papaveraceac 27.
Papilionaccae 131.
Parietaiia 488.
Paris 568.
Parnassia 83.
Pa lony cliieac 212.
Passeriiia 477.
Pastinaca 242.
Pedicularis 401 ,
Pcplis 209.
Petasites 275.
Petrosclinuni 227.
Peucedanum 240.
Phalaris 621.
PH.4ISEI\OGAMAE I.
Phlcum 629.
Phragmites 631.
Physalis 377.
Phyteuma 336.
Picris 314.
Pimpinella ^229.
Pinguicula 439.
Pinus 521.
Pisuni 157
PInntagincae 450.
Plantago 451.
Platanthcia 558.
Plcurosperma 252.
Pluniltagiueae 448.
Poa 650.
Podosperinum 317.
P o 1 c in o n i a c e a e 361 .
Polenionium 362.
Polycncmum 455.
Polygala 84.
Poiygalcae 83.
Polygoneae 467.
Polygoniiin 472.
Poniaceac 191.
Populus 512.
Poitulaca 211.
Portlila ceae 21 1.
Potaniogeton 530.
P o t a ni o g c l o n e a e
530.
PotcnHIla 175.
Poteriiiin 190.
Prcnaiitlii'S 320.
Prinuila 444.
Prinml a cea c 441.
Piun.lla 421.
Prunus 162.
PulJcaiia 281.
Pulinouaria 370.
Pulsaliila 7.
Pyrola 347.
Pyrolaccae 347.
Pyrus 194.
:iis 494.
adiola 109.
»
R a n u u c u I a c e a e 2.
Unnuncuhis 12.
Raplianistruin 71.
Rapistruin 72.
Reseda 81.
Resedeaccae 81.
R h a m 11 e a c 130.
Rhainnus 130.
Rliinanthus 400.
Rliynchospora 618.
Ribes 219.
Roripa 37.
Rosa 182.
Rosacea c 164.
Rubus 167.
Rum ex 467.
Uula 127.
Ruppia .538.
Rutaceae 12(r
JSagittaria 528.
Sagina 94.
Salicineae 497.
Salieornia 457.
Salix 497.
Salsola 456.
Salvia 419.
Sainbucus 256.
Samolus 446.
Saiiguisorba 190.
Sauguisoibeac 188.
Sanicula 224.
Santalaceae 477.
Sapoiiai'ia 89.
Satureja 417.
Saxifraga 221.
Saxifrageae 220.
Scabiosa 272.
Scaudix 248.
Scbeuebzeria 530.
Scboenus 629.
Seiila 573.
Scirpus 611.
Sclerantlieae 214.
Sclerantbus 214.
Sclcrocbloa 658.
Scorzoneia 316.
Scropbularia 385.
S c r o p b u 1 a r i n e a c
379.
Scutellaiia 422.
Seduin 216.
Seliuum 237.
Seinpcrvivum 218.
Seuebiera 68.
Senecio 297.
Serratula 308.
Sesell 235.
Sesleiia 630.
Selaiia 624.
Sberardia 260.
Silaus 236.
Silene 90.
Sileneae 85.
Silcr 243.
Silybum 305.
Sinapis 5.3.
Sisyinlirium 47.
Sium 231.
S m i 1 a c e a e 566.
S o 1 a n e a e 376.
680
Soianuui 376.
Solidago 279.
Soncbus 323.
Sorbus 195.
Sparganiuin .'J44.
Spaitiuni 132.
Specularia 341.
Spergula 96.
Spiraca 164.
Spirantlies 551.
Stachys 426.
Stapliylca 129.
Statice 450.
Stellaiia 101.
Stellatac 260.
Stipa 639.
Stratiotcs 525.
Sturmia 561.
Suacda 456.
Subularia 61.
Succisa 272.
Sweertia 357.
Synipbytum 369.
JLanacctuin 289.
Taraxacum 319.
Taxus 524.
Teesdalia 63.
Telmatopbace 543.
Tctragoiiolobiis 147.
Teucrium 435.
REGISTER.
TUALAMIFLORAE 2.
Tbalictium 4.
Tbesium 477.
Tblaspi 62.
Thrincia 313.
Tbymus 415.
Tilia 113.
Tiliaceae 113.
Tofieldia 580.
Tordylium 243.
Torilis 246.
Tragopogon 315.
Trapa 203.
Trientalis 441.
Trifolium 141.
Triglocbiii 529.
Triglochiiicnc 529.
Triodon 646.
Trollius 19.
Tulipa 569.
Turgenia 246.
Tuiritis 40.
Tussilago 275.
Typba 543.
Typbaeae 543.
Ulex 132.
Ulmeae 490.
Ulnius 491.
Umbelliferae 223.
Urtica 487.
L'rticeae 487.
Utricularia 439.
w accaria 90.
Vaccincae 342.
Vaccinium 342.
Valeriana 267.
Valerianeae 267.
Valerianella 268.
Veratreae 579.
Vcrbascuin 380.
Verbcna 437.
Verbenaeeae 438.
Veronica 392.
Viburnum 257.
Yicia 152.
Vinca 355.
Viola 75.
Yioleae 75.
Viscaria 92.
"Viscum 255.
Il^nblenbcrgia 342.
^Xantbium a34.
Kanicbellia 539.
Zostera 541.
Deutscltes Regiister
der Klassen, Ordaung^en, Familien und Gattungen.
A-bbiss 272.
Adonis 10.
A fielet 21.
Ahorn 118.
Ahornartiqe Pf'lan-
ZCH 118. "^
Alatit 280.
Albersie 454.
Altmannshraxtt 279.
Amaranth 454.
Amar anthar ti(f e
Pflanzen 453.
Amaryllis artige
Pflanzen 564.
A mbrapflanzen 334.
Ampfer 467.
Andorn 424.
Andromede 345.
Angelika 238.
Aniskerbel 250.
Apfel fr ü c hti ti e
Pflanzen 191.
^ro»t 545.
Aronartigc Pflan-
zen 545.
Aschenkraut 296.
^ifei- 277.
Astrantia 224.
Augentrost 398.
^Bachburgel 209.
Baldrian 2(>7.
Baldrian artige
Pflanzen 267.
Bandgras 622.
Barbarakraut 39.
Bärenbeere 344.
Bärenklau 242.
Barenwurz '2iVi.
Bartgras 627.
Bartstendcl 552.
Buucrnsenf 64.
Becherblume 190.
Beermispel 194.
Beifuss 286.
Beinbrech 581.
Beinwurz 369.
Berqminze 418.
Äerie 231.
Berterie 56.
Besenpfrieme 132.
Betonie 425.
Biebernelle 229.
Bienensaug 42^^.
Bilsenkraut 378.
Binqelkraut 486.
ßtH,$e 583.
Binscnartifje Pflan-
zen 580.
UiVAe 516.
Birkenartine Pflan-
zen 514. '
Birn-(Apfel-)baum 194.
Bisamhyacinthe 577.
Bisamkraut 256.
Bitterklee 355.
Bitterkraut 314.
B le iwurz ar t i (j c
Pflanzen 448.
Blutauge 175.
Bocksbart 315.
Borretsch 367.
Bor retschartige
(r auhblät t r i g e)
Pflanzen 365.
Borstengras 674.
Borstenhirse 624.
Braunivurz 385.
Braunw tir z ar t i n e
Pflanzen 379. '
Brcnndolde 236.
Brillenkraut 65.
Brom-( Him-)beere 167.
Bruchkraut 213.
Brunelle 421.
Brunnenkresse 36.
iJ.cr/te 493.
Bulliarde 215,
Bunqe 446.
Butterblume 18.
M^hristophskraut 24.
Corallenwurz 562.
Coriander 252.
Cypergras 620.
JO ickblüttrige
Pflanzen 215.
Z)/CO TYLEDONEIS
1.
öiZf 241.
Diptam 127.
Z>t*fef 303.
D o Idenb lütig e
Pflanzen 223.
öoff 415.
Drachenkopf 421.
Drehling 551.
Dreizack artige
Pflanzen 529.
Dreizack 529.
Dreizahn 646.
Dürrivurz 282.
Eberiüurz 307.
Ehrenpreiss 392.
JJifee 524.
Eibisch 111.
/?tcAc 494.
Einbeere .'i68.
Einblatt 83.
ElNIiEIMBLA T T-
BIGE PFLANZEN
524.
Eisenhart 437.
682
RECilSTER.
E i s e nh a r t a r t i fi e
Pflanzen 438.
ElshoHzie \m.
Endymlnnc •tll .
Eni/elivurz 2^^9.
Entcnyvün 542.
Entenfj r ü nar t iif e
Pflanzen 542.
Enzian 357.
EnzianartifjeP fl a ii-
zcn 355.
Epheu ;253.
Ephcuart iij e P fl a n -
zen 253.
Erb sc 157.
Erdheere 174.
Erdbeerspinat 4(J2.
Erdrauch 33.
Er dr a nc har t i y c
P flanze n 31 .
Erle 515.
£:*cAe 353.
Eselsdistcl 305.
Esparsette 151.
Jr adenkraut 3(51.
Fadenseide 3ü3.
Fadenschwarz 673.
Feinwar zenUraut 18.
Feldsalat 268.
Ferkelkraut 318.
Fetthenne 216.
Fettkraut 439.
Filzkraut 283.
Finyerhirse 626.
Finyerhut 390.
Finyerkraut 17.5.
Flatteryras ()23.
Flieder 2;J6.
Flieyenblume 560.
Flockenblume 308.
Flöhkraut 281.
Frauenmantel 189.
Frauenschuh 547.
Froschbiss 526.
F r o s c h b issartiye
Pflanzen 525.
Froschkraut 16.
Froschlöffel .526.
Froschlö ffe lart iy e
Pflanzen 526.
FliUCIlTJiODEN-
BLÜTIGE
PFL.irSZEIS 2.
Fuchsschwanz 628.
€r«r/tf 519.
Gaaclartifjc Pflan-
zen 519. '
iß umander 4;ij.
Gänseblümchen 278.
Gänsedistel 323.
Gänsefitss 458.
Giin s e fu s s ar t i y e
Pflanzen 455.
Gänsekraut 41.
Gauchheil 442.
Gaudinie 670.
Gedenkemein 367.
Geisfuss 228.
Geisshla t t ar t iae
Pflanzen 2.'>6.
Gemswurz 295.
G ermerartiff e Pflan-
zen 579. '
GcMfe 671.
Ginster 133.
Glanzqras 621.
Glaskraut 488.
Glasschmalz 457.
GZetV.ve 234.
Glockenblume 337.
Glockenblumartiyc
Pflanzen 33;j.
Gnadenkraut 388.
Goldhaar 277.
Goldruthe 279.
Goldstern 571.
Goodyere .551.
Gräser 6;20.
Graslilie 570.
Grasnelke 448.
Gypskraut 88.
Mmaaryras 670.
Haarstranff 240.
Habichtskraut 327.
/I«/j?r 644.
Huferwurzel 316.
Haftdolde 246.
Ilahnenfuss 12.
Hahnen fussarliae
Pflanzen 2.
Hainbinse .581.
Hainbuche 497.
//«.!/• 489.
Hartyras 658.
Hartheu 115.
H n r th e u ar t i y c
P flanze n 115.
Hartrietfcl 254.
/i«.vfi 495.
Hasclivtuz 481.
Hasenblattiy 320.
Hasenohr 23:2.
Hauhechel 13-5.
Hauslaueh 218.
Heckensamc 132.
^eirfe 346.
Heideartiye Pflan
zen .344.
Heidelbeere 'i42.
Heidclbeevartiye
Pflanzen 342.
Heidenrcttiy 71.
Heilwurz 23-5.
Heinrichskraut 462.
Hexenkraut 20:2.
//«■»•.ve 62^1.
Hohlripp 2)2.
Hohlzahn 428.
Hohlwurz 31.
Honiyyras 640.
Honkenye 99.
Hopfen 490.
Hornkraut 105.
Hornmohn 29.
Hornunyie 64.
Höswurz 5.57. .
Hotlonic Air}.
Hufeisenklee 151.
Huflattiy 275.
Hühnerbiss 90.
HülsenartiyePflan-
zen 351.
Hülsen 351.
Hundsranke 54.
Hundssalat 313.
// »« >j rf *■ iw li rqerartiye
Pflanzen .354.
Hundszahn 627.
Hundszunye 366.
Hunycrblümchen 57.
•masione 336.
lyelsame 366.
I(jelskolben .544.
I ns e k te nblüti g e
Pflanzen 547.
Isnardie 201.
/ao/; 418.
Judenkirsche 377.
Miälberkropf 249.
REGISTER.
683
Ealmus 546.
Kamille Ä)l.
Kamtnfjra.i 658.
Karde 270.
Kardeuartif/e Pflan-
zen 270.
Katzenminze 420.
Katzenpfötchen 286.
Keilmelde 463.
KEIMBL^TT^
PFLANZEN 1.
KELCU BLUTIGE
PFLANZEN 128.
Kerief 248.
Kettlentjras 641.
Klapper 400.
Klebnclke 90.
itie bnclken urtif/e
Pflanzen 85.
/»Yee 141.
Kleinlinif 443.
ft7e«e :^i)6.
Klettenherbel 246.
Knabenkraut 552
Knäuel 214.
/»' »I äuelartige Pfla n-
zcn 214.
Knäuelffras 657.
Knautie 271.
Knopffjras 619.
Knorpelblume 214.
Knorpelkraut 455.
Knorpelsalat 320.
Knotenglöckehcn 566.
Knötcrick 472.
/»' nötericliartifje
Pflanzen 467.
Kocliie 458.
/;«,/, i 51.
Kohlrauxchie 88.
Kölerie 657.
Korbblütiffe P f tan-
ze ti 273.
Krähenbeere 481.
Krähcnbeerenarticfe
Pflanzen 481.
Krafjdistcl 301.
Kresse (55.
/» >• euzblütitje Pfla n
zun 3.J.
Kreuzdorn 130.
Kreuzdornartige
Pflanzen 130.
Kreuzkraut 297.
KBOMtLüTIGE
PFLANZEN 3.51.
KRONLOSE
PFLANZEN 453.
Kronwicke 149.
Krummhals 368.
Kuckucksblume 558.
Kuffelblume 447.
Kl« aelblumen artige
Pflanzen 447.
Kuqeldistcl 300.
Kiihdille 289.
Kuhnelke 90.
Kuhschelle 7.
Kümmel 229.
Kürbisartigc P flan-
zen 210.
Ejahkraut 262.
LrtcA- 35.
Laichkraut 530.
Laichkrau turtige
Pflanzen 530.'
Lämmer salal 312.
Laserkraut 244.
Lauch 574.
Lausekraut 401.
/.a«t7 321.
Lavatere 112.
Leberblume 9.
Leer sie 621.
/Le.H 108.
Leinartige Pflan-
zen 108.
Leinblatt 477.
Leindotter 60.
Leinkraut 386.
Leiterblatt 362.
Le it er blatt artige
Pflanzen 361.
Lichtnelke 93.
Liebesgras 649.
Lieschgras 629.
I,i7ie 570.
I^ilienartige Pflan-
zen 569.
/.mrfc 113.
Lindenarti(ie Pflan-
zen 113.
Lindernie 389.
Linnäe 259.
Linse 156.
Lipp enbl ü t i n c
Pflanzen 408.
/.oftche 335.
I^obeliettartif/c
Pflanzen *%.
Löffelkraut 58.
iofcA 672.
Lonicere 258.
Lofii* 145.
Löwenmaul 388.
Löwenzahn 313.
Lungenkraul 370.
Lgsimachie 441.
Jftaiblume 567.
i»/ah-f 109.
MalvenartigePflun
zen 109.
Mangold 463.
Mannsschild 444.
Mannstreu 225.
Mariendistel 305.
Mariengras 623.
Marienröschen 93.
Mäuseschwanz 11.
Meerkohl 71.
Meerrettig 59.
Meersenf 71.
Meerzwiebel 573.
i»/eirZe 464.
MerA 231.
Miere 99.
Mierenartige Pflan-
zen 94.
Milchblume 84.
Milchblumenavliffe
Pflanzen 83.
Milchkraut 446.
Milzkraut 222.
jWiKie 409.
J»/t5/<ei 193.
^/t•A<eZ 255.
Mistelartige Pflan-
zen 255.
iWo/i.i 28.
Mohnartige Pflun
zen 27.
iVöAre 245.
Möhrinrjie 100.
Molinie 617.
Mönchie 104.
MONOCOTYL EDO
NEN 5:24.
iWo.iae 212.
Mummel 27.
Mutterkraut 292.
Mutterwurz 238.
]¥achtkerze 197.
664
REGISTER.
Nachtkerzen artige
Pflanzen 196.
Nachtschatten 37(5.
Nacht schattenarti-
fje Pflanzen 376.
Nachtviole 46.
Nadelkerbel 248
Natfelkrautartige
Pflanzen 212.
Najade 540.
N aj a d e nur t i II c
Pflanzen 540.
Näu f'c h e n fr ü chtiqe
Pflanzen 492.
Narcisse 565.
Natterkopf 370.
Nelke 86.
Nelkenwurz 166.
iVe^^ie 61.
iVe**e« 487.
Nesselartinc Pflan-
zen 487.
Nestwurz 549.
iViesiüitrs 20.
Nissolie 157.
iVoJtHce 369.
Wßchscnzuufje 368.
Odermcnniq 181.
Ohmkraut 189.
Ohnblatt 350.
Ohnblattartifjc
.. Pflanzen 350.
Ölbaumartiye Pf'lan
zen b52.
Orlaya 244.
Osterlucci 480.
Osterliiceiarlifjv
Pflanzen 480.'
Pappel 512.
Pastinak 242.
Pechnelke 92.
Perlgras 647.
Pestwurz 275.
Petersihje 227.
Pfeilkraut 528.
Pfennif/ kraut 62.
Pflamke 162.
P /7 rt H m e M /V i'i cht ige
Pflanzen 161.
Pfriemengras 639.
Pfriemenkraut 61.
PHANEROGAMEN
1.
Pimpernuss 129.
Pippau 3:i4.
Platterbse 158.
Por.sf 346.
Portulak 211.
Portulak a r t i g e
Pflanzen 211.
Quecke 667.
(Juellriet 609.
Quendel 415.
(>i«ffe 193.
JBarfe 94.
Rariwurz 5-59.
Rainfarn 289.
Rainkohl 311.
Rainweide 352.
Rappsdotter 72.
Raukensenf' 47.
firtiifc 127.
Rauten a r tige P fl a n
zen 126.
Rebendolde 233.
Reiherschnabel 123.
/{icf 616.
i{ t c t n r a s ar t i g e
Pflanzen 589.
Ringelblume 300.
Rispcnffras 6.50.
Rittersporn 22.
«o/ir 631
Rohrkolben 543.
Rohrkolbenartigc
Pflanzen 543.
Rollzunge 559.
Roripe 37.
i{o*e 182.
Rosenartif/e Pflan-
zen 164.
Rossküinmel 243.
Ruchgras 62:2.
Ruhrkraut 284.
Ruppie 538.
Salbei 419.
Salzkraut 456.
Sandkraut 101.
Sanickel 224.
Santelartine Pflan-
zen 477. ■
.Vrthoci 417.
Sauerdorn 2b.
S auer d Omar t i f/ e
Pflanzen 25.
Sauerklee 125.
S a u e r k l e c ar l i n e
Pflanzen 125.
Scabiose 272.
Schachblume 569.
Schaff/arbe 290.
Schärfliiif/ 365.
^c/iarft' 308.
Schattenblume 568.
Schaumkraut 43.
Scheuchzerie 530.
Schierling 251.
Schildkraut 422.
^c/n7/' 63r2.
Schlangenkraut 546.
Schling Strauch 257.
Schlüsselblume 444.
Schlüs selb lumenar-
tige Pflanzen 441.
Schmctterlintf sblü-
tige Pflanzen 131.
Schmiele 642.
Schnabelriet 618.
Schneckenklee 137.
Schneefjlöckchen 567.
Schneide 618.
Schöllkraut 30.
Schotendotter 49.
Schotenweiderich 197.
Schuppenmiere 97.
Schuppenwurz 408.
Schwaden 654.
Schwalbenwurz 354.
Schwalbenwurz ar-
tige Pflanzen 353.
Schwarzkümmel 21.
Schwarzncssel 434.
Schwertcl 563.
Schwert dar tige
Pflanzen 562.
Schwertie 357.
Schwinr/el 658.
^eerforu 479.
Seedorn artige
Pflanzen 479.
Seegras 541.
Seerose 26.
Seerosenartige
Pflanzen 26.
Senae 591.
Seidelbast 476.
Seidelbastartige
Pflanzen 476.
Seifenkraut 89.
Sellerie 226.
Senebierc 68.
REGISTER.
685
Senf 53.
Sesel 235.
Seslerie 630.
Sherardie 260.
Sicheldolde 228.
Sichelsame 11.
Siebenstern 441.
Sienwurz 563.
5t7«u 236.
Silberblatt 56.
5i7//e 237.
Simse 611.
Sinnfjrün 355.
5'orf« 456.
Sonnenröschen 73.
Sonnenrose henarti-
ge Pflanz en 73.
Sonnenthau 82.
Sonnenthauartiae
Pflanzen 82. '
Sparrjel 567.
Sjtarqelartitfe
Pflanzen 566.
. Sparqelerbse 147.
Spark 96.
Spntzenziinfje 477.
Spierstande 164.
Spindelstrauch 129.
Spindel s trauchar-
tifie Pflanzen 128.
Spitzkiel 147.
Spitzklette 334.
Sprinrjkraut 124.
Sprinakrau tarticie
Pflanzen 124.
5^iir)e 101.
Stachel- (Johannis-J
beere 219.
Stach elbeer artige
Pflanzen 219.
Stachelhirse 625.
Stechapfel 379.
Stechwitidenartifje
Pflanzen 566.
Steinbrech 221.
Stein brechartifje
Pflanzen 220!
Steinklee 139.
Steinkraut 55.
5fe»(wiV/»c/ 191.
Steinsaame 372.
Stendelwurz 548.
Sternblütifje Pflan-
zen 260.
Sternmiere 101.
Äfteisame 317.
Storchschnabel 120.
Storchschnabelarti
fje Pflanzen 120.
Sirändlinq 4-50.
Strandneike 450.
S'fHrm/tHf 22.
Sturmie 561.
Sumpfblättchen 398.
Sumpf heu 117.
Sumpfschirm 227.
Sumpfwurz 549.
TrtHne 521.
r«HHe« 107.
TiinnelartiqeP flan-
zen 106.
Tannenwedel 205.
Tannenwedelartige
Pflanzen 205.
Täschelkraut 67.
Taubnessel 431.
Tausendblatt 204.
Tausendblatt artige
Pflanzen 203.
Tausendgüldenkraut
359.
Teichblume 356.
Teesdalie 63.
Tofieldie 580.
Tollkirsche 377.
Traganth 148.
Trespe 663.
Trollblume 19.
Turqcnie 246.
Titi^e 569.
Wlferling 213.
l;7me 491.
Ulmenartige Pflan-
zen 490.
w eilchen 75.
Veilchenartige
Pflanzen 75.
Venusspiegel 341.
Vergissmeinnicht 373.
Vie'rling 94.
Vogelbeere 195.
Vogelfuss 150.
Vogelmilch 571.
fFac/ioWer 523.
fVachtelweizen 402.
rVahlenbergie 342.
^^'«.'d 69.
fValderbse 159.
fValdkohl 40.
FValdmeister 261.
fValdrapünzel 336.
JValdrebe 3.
fVasseraloe 525.
JVasserlinse 543.
fVasserdost 274.
fVasserhelm 4-39.
f 1^« sserhelmart ig e
Pflanzen 439.
Wasserlisch 529.
f Vass erlisch artig c
Pflanzen 528.
fVassernuss 20-3.
fV asser Schierling 226.
JVasserstern 206.
JVass er sternartige
Pflanzen 206.
fVassernabel 224.
fVasserzinken 208.
FVass er zinkenarti-
ge Pflanzen 207.
^^rtu 81.
f Vau artine Pflan
seu 81.
IVegerich 4.51.
TV e<i erichartige
Pflanzen 450.
fVegwarte 312.
fFeide 497.
ff eiden artige
Pflanzen 497.
JVeichkraut 561.
fVeichling 104.
fVeiderich 209.
FVeider ichartige
Pflanzen 208.'
fVeissdorn 191.
fFtcAe 152.
f'Viesenhafer 641.
fViesenknopf 190.
f f i e .5 e »i A- nopf n r t ig e
Pflanzen 188.
fViesenraute 4.
fFmrfe 362.
f F" in d enar t i g e
Pflanzen m2:
rVindhalm 636.
fVindröschen 8.
IVintergrün 347.
JV int er grünartige
Pflanzen 347. '
REGISTER.
fFintcrlicb M9.
fVinterlimi 19.
fVohlverlei 295.
rVolfsfuss 414.
rVolfsmilch 482.
fVolfsmilchartifit
Pflanzen 482.
rVolfstrnpp 430.
rVollmas 610.
rr^ollhaut 380.
rVucherbbime 293.
rVundkraut 136.
fHirffcr 404.
f F' ürtjerart i « e
Pflanzen 403.
fVitimkraut 315.
mj ac kenschote 70.
Zahnwurz 4-5.
Zanichellie 53f>.
Zaunrübe 210.
Zap fe n l r a « e i» li c
Pflanzen 520.
Zeitlose 379.
Zeitlosenartiffe
P fl a n zcn 578 .
Zie5^ 426.
ZiVme« 243.
Zitterf/ras 648.
Zweiblatt 549.
ZrVEIKEIM
BLÄTTRIGE
PIL^^yZEN 1.
Zweizahn 283.
Zwenke 662.
Zwerf/aras 631.
Zwerijlein 109.
QK314.M352 gen
Meyer, Georg Friedr/Flora Hanoverana exe
3 5185 00083 8142
1
L_